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302 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 52 Rezensionen

geister, london, freundschaft, fantasy, jonathan stroud

Lockwood & Co. - Die Raunende Maske

Jonathan Stroud , ,
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei cbj, 19.10.2015
ISBN 9783570159637
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Endlich halte ich ich ihn in meiner Hand!
Dem dritten Lockwood & Co-Band fiebere ich schon entgegen seit ich "Der wispernde Schädel" beendet habe.
Etwas Sorge hatte ich allerdings schon, ob meine hohen Erwartungen wieder erfüllt werden können.
Aber da konnte ich eigentlich ganz beruhigt sein. Schon nach der ersten Seite war ich wieder mitten drin in Ektoplasma, Salzbomben und Waberern.

Dieser Band fängt diesmal mit einem kleinen, in sich abgeschlossenen Abenteuer an. Das ist zwar erst einmal etwas frustrierend, denn man würde doch zu gerne wissen, was denn nun im geheimen Zimmer in Lockwoods Haus zu finden ist (Leser von Band 2 erinnern sich sicher!), aber da muss man sich noch einige Seiten gedulden. Der erste Fall ist allerdings bestens geeignet um wieder ganz in das geisterverseuchte London eintauchen zu können. So wird man perfekt auf die folgenden Geschehnisse eingestimmt.

Unsere drei Helden sind zunächst wie immer. Sympathisch und kampfbereit sorgen sie sie für jeden Menge Action. Langweilig wird es garantiert nicht!
Schön, dass Stroud es bei der Ich-Erzählerin Lucy belässt und noch schöner, dass der Schädel noch mehr Anteil bekommt. Gerade seine Kommentare sorgen für den richtigen Pfeffer in diesem Band!

Leider bleibt es nicht so harmonisch bei Lockwood und Co. Da mir die Dynamik zwischen den dreien immer besonders gut gefallen hat, musste ich diesmal leider einige Abstriche machen. Hier entfernt sich Lucy nämlich aus verschiedenen Gründen immer weiter von der Gruppe. Das führte dazu, dass ich mich diesmal nicht ganz so wohl gefühlt habe wie in den ersten beiden Bänden.
Die Entwicklung der einzelnen Charaktere wird jedoch einfühlsam und plausibel beschrieben, so dass man über die Qualität dieses Bands nicht meckern kann.

Wie immer ist die Geschichte aber nicht nur äußerst spannend, sondern auch extrem witzig. Man wird auf das Beste unterhalten! Besonders Strouds bildhafte Vergleichen regen immer wieder zum Schmunzeln an.

Allerdings dauert es diesmal etwas bis die Hauptgeschichte rund um die Geschehnisse in Chelsea in Gang kommt. Es gibt mehrere kleine Fälle, die viel Platz bekommen. Eigentlich geht es mehr um Lucys stärker werdende Gabe, die in mehreren Fällen zu unterschiedlichen Ergebnissen führt. Das endet dann in einem ganz bösen Cliffhanger, weil Stroud auf der letzten Seite eine ziemliche Bombe platzen lässt. Nun müssen wir uns um das Team echte Sorgen machen und uns bis zum nächsten Teil gedulden um zu wissen, wie es weiter gehen wird.

Aber nicht nur wegen der Geschehnisse auf der letzte Seite will man unbedingt weiter lesen. Auch in diesem Band geht es eher nur häppchenweise mit der übergreifenden Handlung voran, dafür bieten sich aber unzählige Gelegenheiten für die wildesten Spekulationen. Ich bin schon gespannt, wie am Ende tatsächlich alles zusammenhängen wird!

Fazit: Wieder beste Unterhaltung!

Lockwood & Co-Reihe:
1. Die seufzende Wendeltreppe
2. Der wispernde Schädel
3. Die raunende Maske
The Dagger in the Desk

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

veronica mars, rob thomas, mörder bleiben nicht zum frühstück, mor, neptune

Veronica Mars – Mörder bleiben nicht zum Frühstück

Rob Thomas , Jennifer Graham , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Loewe, 21.09.2015
ISBN 9783785583296
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der zweite Veronica Mars-Krimi schafft es ebenso mühelos wie "Zwei Vermisste sind zwei zu viel" die typische Serienstimmung wieder aufleben zu lassen.
Man trifft erneut viele alte Bekannte und es wird oft auf alte Fälle Bezug genommen. Wieder merkt man, wie bewandert die beiden Autoren in ihrem Stoff sind und dass sie das richtige Gefühl für die geliebten Charaktere haben. Man fühlt sich beim Lesen sofort in eine der Folgen versetzt und kann die Protagonisten förmlich vor sich sehen. Das macht natürlich vor allem Fans Spaß.

Aber nicht nur Fans der Fernsehserie werden bei diesem Buch ihre Freude haben. Auch, wenn man Veronica und ihre Freunde bisher noch nicht kennt, funktioniert dieser Krimi aus sich heraus.
Allerdings sollte man eben darauf gefasst sein, dass etliche Details zu früheren Vorkommnissen nur kurz erwähnt werden. Ein Teil der Handlung wird zudem vom Kampf gegen den korrupten Sheriff bestimmt, der eng mit Weevils Fall zusammenhängt. Da schadet etwas Vorwissen natürlich nicht, auch wenn alle relevanten Fakten noch einmal aufgeführt werden.

Der Fall an sich ist diesmal nicht ganz so spektakulär wie im ersten Band und es fehlt am dramatischen persönlichen Bezug des Vorgängers, aber das hat mich nicht gestört. Schließlich kann ja das Privatleben des Detektivs nicht jedesmal im Vordergrund stehen. Und immerhin kennen wir (Fans) das Opfer ja bereits und sind so bereits emotional verstrickt.

Und Veronica wäre natürlich nicht Veronica, wenn sie sich nicht so richtig in den Fall verbeißen würde. Selbst dann, als die Versicherung überhaupt kein Interesse mehr an der Sache hat. Ebenso zielstrebig ist aber auch Mac, die sich als neue Mitarbeiterin wirklich gut macht und mit Veronica die verschiedensten Spuren mit verfolgt. Selbst Wallace kann etwas zur Lösung des Falls beitragen. Der Fall selber bleibt klassisch. In typischer Detektivarbeit werden Verdächtige gesucht und wieder ausgeschlossen bis man am Ende vor allem nach Beweisen für die Schuld des Täters sucht.

Das hat mich übrigens mal wieder erschüttert. Natürlich lebt die Welt von Veronica Mars von Korruption und Ungerechtigkeit, aber warum Graces Fall dann so überhaupt mich mehr interessiert, wo sie doch nicht "nur" eindeutig vergewaltigt wurde, sondern doch auch ganz augenscheinlich ebenfalls getötet werden sollte, war schon erschütternd.
Ich frage mich schon, ob das wirklich realistisch für amerikanische Verhältnisse ist. Er mag ja schuldig sein, aber wir lassen ihn mit versuchten Mord davonkommen, nur weil uns der Beruf des Opfers nicht passt? Hm. Ich glaube nicht, dass man selbst in Amerika so leicht mit Mord davonkommen kann. Davonkommen vielleicht schon, aber das noch nicht einmal ansatzweise offiziell ermittelt wird sobald ein ernsthafter Verdächtiger auftaucht? Gegen einen Auswärtigen, der nicht einmal sonderlich reich ist?

Etwas schade fand ich wie sich die Beziehung zwischen Logan und Veronica entwickelt. Als alte LoVe-Shipperin (grins!) habe ich mich natürlich gefreut, dass Logan diesmal auch persönlich vor Ort ist. Dennoch scheint seine Militärkarriere die beiden immer weiter zu trennen als zusammenzuführen. Ich muss sagen, dass ich hier etwas sauer auf Veronica war. Natürlich sind ihre Ängste verständlich, aber wenn man bedenkt, in was für dämliche Gefahren sie sich selbst oft begibt, sollte man doch mehr Verständnis erwarten können.
Leider fürchte ich, dass ich mich in den nächsten Bänden da auf einiges gefasst machen muss.

Wie der Ausgang der Sherriffswahl Neptune zukünftig beeinflussen wird, wird sicher auch in den nächsten Bänden von Bedeutung werden. Hier schaffen die Autoren es viel subtile Spannung aufzubauen, so dass man am liebsten gleich weiter lesen würde.

 
Fazit: Wieder ein gelungener Krimi, der vor allem Fans der Serie gefallen wird, aber auch ansonsten spannende Unterhaltung bietet.

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210 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

liebe, familie, kalifornien, wein, laura dave

Ein wunderbares Jahr

Laura Dave , Ivana Marinovic
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 27.04.2015
ISBN 9783734101564
Genre: Liebesromane

Rezension:

Als erstes hat mich das hübsche, sommerliche Cover von "Ein wunderbares Jahr" angezogen, nachdem ich eine ausführliche Leseprobe von diesem Roman in die Hand bekam. Und nur deswegen begann ich überhaupt die ersten Seiten zu lesen. Auf den zweiten Blick war ich allerdings irritiert warum auf einem Buch über ein Weingut unbedingt Pfirsiche abgebildet sein müssen?
Nun ja. Eine weiter Besonderheit hat der Einband außerdem zu bieten. Er ist nämlich nicht beschichtet. Dadurch fasst er sich zwar angenehm an, aber feuchte Hände darf man dabei nicht haben...

Ansonsten bietet "Ein wunderbares Jahr"  kurzweilige Unterhaltung. Trotz des Titels spielt sich der Hauptteil der Handlung jedoch in nur wenigen Tagen ab, was mich erst einmal überraschte, aber immerhin ein klein wenig Tempo in die ansonsten eher ruhige Geschichte brachte.
Denn viel passiert eigentlich nicht in diesem Buch. Das soll nicht heißen, dass man sich langweilt, aber wer große Dramen erwartet, der wird enttäuscht werden. Und trotz der wunderbar lockeren, flockigen Stils erwartet einen auch nicht unbedingt ein heiterer, leichter Sommerroman, denn dafür sind die Familienprobleme doch etwas zu groß.

Ich-Erzählerin Georgia flieht, nachdem sie erfahren hat, dass ihr Verlobter ihr etwas Wichtiges verheimlicht hatte (noch im Brautkleid) in ihren Heimatort, um in Ruhe nachzudenken. Dort erwarten sie aber noch größere Schwierigkeiten. Ihre Brüder sind zerstritten, ihre Eltern leben getrennt und das biodynamische Weingut soll auch noch an einen Massenproduzenten verkauft werden! Was ist nur auf einmal los?

Es gibt keine "Bösen" in dieser Geschichte, keine Schuldzuweisungen, sondern vielmehr eine ständige Suche nach den Gründen und Lösungswegen. Dabei geht es allerdings oftmals kaum voran, man lernt als Leser aber alle sympathischen Beteiligten besser kennen. Manchmal gleitet die Autorin fast ins Philosophische ab oder wird sehr poetisch, ohne jedoch den lockeren Erzählstil zu vernachlässigen, dennoch war es mir da ab und an etwas zu viel an unkonkreten Hin und Her.
Die eigentliche Liebesgeschichte kommt in meinen Augen dann leider zu kurz, ebenso wie die Lösungen am Ende des Buchs. Da hätte ich dann doch gerne mehr gelesen.

 
Fazit: Nette Sommerlektüre rund um zahlreiche Probleme einer Winzerfamilie, der allerdings etwas mehr Pfiff gut getan hätte.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

polen, schlesien, nostalgischer kunstband, kochen

Kandierte Orangen

Beata Zatorska , Simon Target , Anke Albrecht
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Gerstenberg Verlag, 08.09.2014
ISBN 9783836921008
Genre: Sachbücher

Rezension:

Was für ein wunderschöner Mix aus Bildband, persönlichen Geschichten und Kochbuch!
Jeder, der dieses Buch in die Hände nimmt, wird sicher völlig verzaubert von der liebevollen Aufmachung sein. Verschiedene Bilder wie alte Fotografien, Landschaftsbilder und Gimmicks wie z.B. Abbildungen alter Postkarten wechseln sich hier gekonnt ab. Sogar die Papierqualität wechselt zu jedem neuen Abschnitt.
Bei der Gestaltung hat man sich wirklich viel Mühe gegeben!

"Kandierte Orangen" ist kein reines Kochbuch, auch wenn sich ein großer Teil natürlich mit polnischen Rezepten beschäftigt. 47 Rezepte erfreuen das Kochherz. Dabei konzentriert sich das Buch vor allem auf Wintergerichte: Suppen, Braten, Kuchen, Glühwein... Jedem Rezept ist dabei eine Doppelseite gewidmet mit einem hübsch fotografierten Bild, so dass man sich gleich eine Vorstellung vom Endprodukt machen kann.

Der Schwierigkeitsgrad der Rezepte variiert von sehr einfach bis schwierig. Leider sind die Beschreibungen bei den etwas komplizierteren Rezepten auch auf nur einer Seite untergebracht, so dass ungeübte Köche wohl bei der Zubereitung etwas in Schwierigkeiten geraten könnten.

Auffällig bei den Rezepten sind immer wiederkehrende Zutaten wie z.B. Pilze, Mohn und natürlich die namensgebenden kandierten Orangen (Rezept natürlich auch enthalten!).
Nicht enthalten ist hingegen das Rezept für Rosenmarmelade, das für die Bratäpfel verwendet wird. Wer darauf neugierig ist, der muss sich auch gleich den ersten Band "Rosenmarmelade" der Autorin zulegen.
Er wird es sicher nicht bereuen!

In den kurzen Kapiteln erzählt die (in Polen geborene und jetzt in Australien lebende) Autorin von ihrer Familie, polnischen Weihnachtsbräuchen und ihrer wochenlangen Reise durch das winterliche Polen. Der Erzählstil ist lebendig. Langweilig wird dem Leser nie. Besonders die kleinen Familienanekdoten hatten es mir dabei besonders angetan.
Gerne hätte ich da noch mehr gelesen! Auch die Beschreibungen der durchreisten Städte hätten für mich gerne noch ausführlichere sein können. Da bleibt das Buch ein klein wenig zu sehr an der Oberfläche, andererseits stimmt die Mischung für so einen Genre-Mix durchaus.

Fazit: Ein wunderschön gestaltetes Buch mit viel Liebe zum Detail, das nicht nur Lust darauf macht einmal nach Polen zu reisen, sondern auch dazu verlockt in die Küche zu eilen und die Rezepte selber auszuprobieren.

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459 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 84 Rezensionen

geister, london, jonathan stroud, lockwood, geisterjäger

Lockwood & Co. - Der Wispernde Schädel

Jonathan Stroud , Katharina Orgaß , Gerald Jung
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei cbj, 27.10.2014
ISBN 9783570157107
Genre: Jugendbuch

Rezension:

In diesem zweiten Band geht es so rasant weiter, wie der erste es versprach! Schon nach den ersten Seiten war ich wieder gefangen und bezaubert von der witzigen, actionreichen, unheimlichen und spannenden Geschichte!

Wieder dürfen wir die drei Mitarbeiter von Lockwood und Co bei einem rasantem Abenteuer begleiten. Ich habe mich wirklich auf keiner einzigen Seite gelangweilt! Insgesamt wirkte dieser zweite Band sogar noch ausgereifter und durchdachter als das Abententeuer mit der schreienden Treppe, auch wenn hier vielleicht ab und an ein Zufall zu viel mitgespielt hat. Aber das verzeiht man bei einer solchen Geschichte nur zu gerne!

Diesmal werden Lockwood und Co von der BEPÜP engeagiert den Diebstahl eines sehr gefährlichen Artefakts aufzuklären. Da sie diesen gerade erst auf einem Friedhof ausgebuddelt haben und der Gegenstand schon bald die ersten Toten fordert, sind sie mal wieder mit Feuereifer dabei!
Besonders weil sich die Gelegenheit bietet dem Konkurrenzteam von der Agentur Fittes zu zeigen wo der Degen hängt!

Das Miträtseln um den neuesten Fall hat mir jedenfalls jede Menge Spaß gemacht! Immer wieder tauchen neue Fragen auf.
Nicht alle werden hier beantwortet, auch wenn dieser Band natürlich wieder in sich abgeschlossen ist. Es bleiben jedoch noch mehr als genug Rätsel für die nächsten Bände. Am liebsten würde ich gleich weiter lesen!
Besonders die Enthüllung am Ende lässt einen nägelkauend auf die Fortsetzung warten!

Wieder erfährt man mehr von Lucy, George und natürlich besonders Lockwood, die man alle Drei einfach nur gerne haben muss. Allerdings darf man hier noch keine große Weiterentwicklung zum ersten Band erwarten. Lucy wird allerdings sicherer, was ihre Fähigkeiten anbelangt, Lockwood wird etwas lockerer und insgesamt scheinen sich alle drei immer besser zu verstehn, auch wenn einer von ihnen einen tödlichen Fehler begeht. Und zwischendurch sieht es mit der Teamdynamik auch eher düster aus.
Dieses Abenteuer bringt die Drei näher zusammen, was sicher gut ist, denn die nächste Gefahr wartet sicher schon!

Neben den sympathsischen Charakteren besticht der Roman wieder durch die besondere Atmosphäre und die vielen liebevollen, stimmigen Kleinigkeiten. Der stetig präsente Humor rundet das Buch zu einem gelungenen Paket ab.
Vorsicht jedoch bei empfindlichen Lesern! Das Buch ist an einigen Stellen doch reichlich gruselig!

Fazit: Gelungene Fortsetzung um die jugendlichen Geisterjäger, bei der man einfach Spaß haben muss!

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54 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

thriller, veronica mars, krimi, privatdetektivin, kalifornien

Veronica Mars - Zwei Vermisste sind zwei zu viel

Rob Thomas , Jennifer Graham , Silvia Kinkel
Flexibler Einband
Erschienen bei script5, 11.08.2014
ISBN 9783839001752
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Durch eine Kickstarter-Kampagne (die erfolgreichste bisher überhaupt) konnte nach dem für alle Fans verfrühtem Ende der Serie „Veronica Mars“ ein weiterführender Film produziert werden. Auf der neuen Welle des Erfolgs und pünktlich zum DVD-Start des Films wird die Geschichte nun in Buchform weiter geführt.

„Zwei Vermisste sind zwei zu viel“ schließt sich direkt an die Geschehnisse des Films an. Fans können sich also freuen und fühlen sich auch in Buchform sofort wieder heimisch. Man merkt sofort, dass die Autoren die Serie und die Charaktere in- und auswendig kennen. Ich konnte geradezu Veronicas Stimme aus dem Off hören! Wir hören von allen wichtigen Charakteren etwas, selbst wenn sie mit Fall an sich nichts zu tun haben. Der Hunger der Fans wird also fast komplett gestillt. Logan ist zwar die ganze Zeit abwesend, aber immerhin unterhalten sich die beiden ab und an mal über eine Internetverbindung, so dass er nicht ganz fehlt.

Nicht-Kenner der Serie müssen aber keine Angst haben. Auch sie kommen voll auf ihre Kosten. Die jeweiligen Zusammenhänge und vergangenen Ereignisse werden zwischendurch immer kurz erläutert, so dass es zu keinerlei Verständnisproblemen kommt, selbst wenn man von der Serie noch nie etwas gehört hat.

Der Fall selber ist spannend und typisch für das verkommene, korrupte Neptune. Die zwei verschwundenen Mädchen sorgen für einen ziemlichen Wirbel, außerdem wird Veronica auch noch privat in einen der Fälle verwickelt.

Die Ermittlungen laufen stringent und klassisch. Verdächtige werden befragt, Informationen eingeholt und Alibis überprüft. Immer wieder sorgt Veronicas Leichtsinn außerdem für brenzlige Situationen, die die Spannung ziemlich steigen lassen. Die Zusammenhänge im Fall sind verzwickt, so dass der Leser nach Herzenslust miträtseln kann. Überraschende Wendungen sorgen dafür, dass man stets bei der Stange bleibt.

Allerdings hätte das Innenleben der einzelnen Charaktere durchaus besser beleuchtet werden können. Fans der Serie haben sicher ständig die Figuren direkt vor Augen und können sich so besser einfühlen. Für alle anderen ist das vielleicht manchmal eher schwierig.

Das Lesen ist wirklich wie eine Folge im Fernsehen zu sehen. Spannend und unterhaltsam, aber es erreicht nicht die gefühlsmäßige Intensivität, bei der Romane sonst punkten können, auch wenn es im Verlauf der Handlung etwas weniger oberflächlich wird. Das hat mir etwas gefehlt um mich wirklich komplett mitzureißen zu können, dafür liest sich die Geschichte allerdings locker und flott, so dass ich mich nicht zu sehr beschweren will.

Fazit: Ein absolutes Muss für Fans, aber auch alle anderen werden ihren Spaß mit diesem soliden Krimi haben.

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183 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 120 Rezensionen

freundschaft, liebe, abenteuer, könig, raukland

Rauklands Sohn

Jordis Lank
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Verlagshaus el Gato, 07.03.2013
ISBN 9783943596045
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Altersempfehlung für die Raukland-Bücher (wobei der zweite und dritte Band erst demnächst erscheinen werden) liegt bei 12- 15 Jahren. Es ist also eher ein richtiges Kinder/Jugendbuch und nicht eines der typischen „All Age“-Bücher. Dennoch hatte ich auch als Erwachsene großen Spaß an der Geschichte. Der Stil ist einfach, aber mitreißend und die Geschichte kann fesseln. Der immer wieder aufblitzende Humor tut sein übriges, damit man nie die Lust verliert.

Dieser erste Teil der Raukland-Trilogie erzählt vor allem von der Freundschaft zweier völlig unterschiedlicher junger Männer.
Ronan ist der perfekte Krieger, aber er kennt nur Härte, Disziplin, Entbehrungen und Kampf.
So ist er gleich mit der ersten Aufgabe, die Merin ihm stellt, überfordert. Die lautet: „Finde einen Freund!“
Ein nahezu unmögliches Unterfangen für ihn. Zum Glück kommt ihm das Schicksal zur Hilfe und er schafft es den gleichaltrigen Liam nach einem Schiffbruch zu retten.
Der hat (außer Dankbarkeit) seine ganz eigenen Motive auf Ronans ruppiges Angebot das nächste Jahr zusammen auf der Insel die gestellten Aufgaben zu lösen, einzugehen.
Denn Liam ist zwar ein geschickter Händler, intelligent, belesen und er kommt mit jedem gut aus, den er trifft, aber es ist wahrlich kein Kämpfer. Kaum trifft er auf Schwierigkeiten, ist seine erste Reaktion fortzulaufen.
Zuzusehen wie sich aus der Zweckgemeinschaft langsam eine echte Freundschaft entwickelt, macht einfach Freude. Beide können viel von einander lernen und sie tun sich gegenseitig wirklich gut. Im Laufe der Handlung entwickeln sich beide glaubhaft weiter.

Die gestellten Aufgaben bringen Schwung in die Handlung und man ist stets gespannt wie die beiden die Sache lösen werden. Aus ökologischer Sicht mag der Diebstahl eines Eis aus seinem Nest vielleicht nicht so gut sein, aber er passt perfekt in die Handlung.

Gleich von Beginn an fragt man sich auch mit Spannung, was in der Nacht wirklich geschah als Ronan sich angeblich betrank. Den von nahezu der ersten Seite ist klar, dass so ein Verhalten absolut nicht zu ihm passt. Er ist kein verwöhnter Dummkopf, sondern voll eiserner Disziplin. Nie hätte er sich vor einem Kampf so betrunken, erst recht nicht, wenn er die Schlüsselfigur des Schlachtplans ist. Man kann nur den Kopf schütteln, dass man als Leser sofort misstrauisch bei der Sache ist, aber nicht mal Ronans Lehrer und Ziehvater an der Geschichte und Ronans Schuld zweifelt.
Ich hatte damit gerechnet, dass wir dazu erst im zweiten Band mehr erfahren werden und dass wir Leser mal wieder (wie so oft in Trilogien) mit einem gemeinen Cliffhanger am Ende des ersten Teils stehen gelassen werden.
Zu meiner Erleichterung war das nicht so. Der erste Band hat ein durchaus abgeschlossenes Ende. Eine Episode wurde erzählt, nun geht es auf zum nächsten Abenteuer, das ich schon gespannt erwarte.

Positiv anzumerken ist auch die akribische Recherche, die die Autorin für dieses Buch betrieben hat. Ronan kämpft mit dem Langschwert und muss dies auch Liam beibringen. Bei jeder Kampf- oder Lehrszene bemerkt man das Fachwissen. Für einen Fantasyroman ist das wirklich erfrischend.

Gut gefällt mir auch alles um die eigentliche Geschichte. Nach der letzten Seite folgt noch ein kleiner Abschnitt, in der die Autorin ein paar Szenen (sogenannte Outtakes) vorstellt, in die sich während des Schreibens lustige Fehler eingeschlichen haben. So etwas kennt man eigentlich nur vom Fernsehen, aber ich musste doch an einigen Stellen auch hier wirklich grinsen. Was ein paar kleine Buchstabendreher anrichten können!

Zum gedruckten Buch stellt der Verlag zudem gleich die E-Book-Version als Bundle. Ich finde, das ist eine Vorgehensweise, die wirklich Schule machen könnte!
Die Internetseite zur Trilogie (http://www.jordis-lank.de/) bietet zudem noch etliches an interessantem Zusatzmaterial. Außer einem Buchtrailer und weiteren Informationen zu Schwertkämpfen finden sich z.B. auch Anleitungen zum Weidenflötenbau. Wer also selbst ausprobieren möchte, wie Ronan Torin eine Flöte schnitzt, der kann sich hier so richtig austoben!

Fazit:
Ein wirklich gelungener Kinder/Jugendroman! Trotz der männlichen Protagonisten und der Schwertkämpfe aber nicht nur für Jungen geeignet, auch Mädchen werden ihren Spaß haben (es gibt sogar eine kleine Liebesgeschichte)! Ich bin wirklich positiv überrascht worden und warte schon ungeduldig auf die nächsten Bände!

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

Jaguare Küsst man nicht

Kristina Günak
E-Buch Text
Erschienen bei Ubooks Verlag, 15.04.2013
ISBN 9783939239536
Genre: Fantasy

Rezension:

Auch der dritte Band um die Hexe Eli bietet wieder köstliche Unterhaltung!
Inzwischen kennen wir die chaotische Erdhexe, die hauptsächlich von Kaffee lebt, schon sehr genau und das Lesen der ersten Seite ist wie Nachhausekommen.
Wie immer erzählt Eli selbst mit wunderbarem, spritzigen Humor und viel Ironie von ihren neuesten Abenteuern. Obwohl mal wieder die Welt vor einem schrecklichen Schicksal gerettet werden muss und Eli noch dazu etliche private Probleme zu lösen hat, ist das für den Leser vor allem wieder zum Brüllen komisch und herrlich witzig.

Natürlich treffen wir auch diesmal wieder alle lieb gewonnen Charaktere wieder, die wir bereits aus den ersten Bänden kennen. Sehr gut hat mir dabei gefallen, wie liebevoll die Autorin auch Charaktere mit einbezieht, die nicht unbedingt essentiell für die eigentliche Haupthandlung sind. Das lässt das Buch lebendig wirken und freut natürlich das Serienherz.
Auch der mysteriöse Ex-Engel Pax ist wieder mit dabei und Eli erfährt endlich, was sich damals mit ihrer Mutter zugetragen hat.

Viel gravierender ist in diesem Buch allerdings Elis Verlustangst um Vincent. Die ist doch sehr real und trotz der sagenhaften Engelsgeduld von Elionore erfahren wir auch endlich mehr über Vincents Vergangenheit. Und die hat es durchaus in sich. Bis zum Schluss hält sich die Spannung, wie das Dilemma um Vincent wohl gelöst werden kann.
Tatsächlich erzeugt das mehr Spannung als die eigentliche Rettung der Welt, obwohl wir einige turbulente Kapitel im brasilianischen Dschungel erleben dürfen. Hier war mir am Ende fast etwas zu sehr künstliche Dramatik eingebaut, aber was verzeiht man seiner Lieblingshexe nicht alles? Spaß gemacht hat das Abenteuer in Brasilien alle mal.

Am Ende ging mir dann alles jedoch ein bisschen zu schnell und ich hätte gerne noch mehr gelesen. Zum Glück belohnt die Autorin aber alle Leser noch mit einem kleinen, sehr schönen Zusatzkapitel, das wahrlich die Herzen höher schlagen lässt.
Danach kann man das Buch nur zufrieden zuklappen auf Elis nächstes Abenteuer hoffen!

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123 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

liebe, schwangerschaft, humor, ungewollte schwangerschaft, trennung

Nicht die Bohne!

Kristina Steffan
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Diana, 09.04.2013
ISBN 9783453357426
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nachdem ich erfahren hatte, dass sich hinter Kristina Steffan die Autorin Kristina Günak (die besonders durch ihre „Eine Hexe zum Verlieben“-Bücher begeistern kann) steckt, musste dieses Buch einfach sofort nach dem Erscheinen auf meinen Reader geladen werden.
(Kleine Bemerkung: Während das gedruckte Buch schon weit früher erhältlich war, musste ich mich als digitale Leserin leider wirklich bist zum offiziellen Erscheinungstermin gedulden, aber immerhin gab es wenigstens ein (wirklich gut formatiertes) E-Book.)

Und ich habe den Kauf absolut nicht bereut!
Dieser niedliche Roman hat alles, was ich mir von einem Wohlfühlbuch erwarte: Jede Menge Humor und viel Gefühl! Der Roman liest sich so lockerleicht weg, dass man erst am Ende merkt, dass man die ganze Nacht durchgelesen hat.

Besonders der Humor reizt des Öfteren kräftig die Lachmuskeln. Der Tipp einer anderen Rezensentin dieses Buch deswegen lieber nicht in der Öffentlichkeit zu lesen, ist wohl nicht der Schlechteste, denn auch ich fing mir einige befremdete Blicke ein.
Es ist aber auch zu lustig den Gedanken der armen Paula zu folgen, von dem Moment an als ihr Schwangerschaftstest positiv ist, bis zum Start in ein neues Leben. Paula erzählt alles so erfrischend und witzig, dass man unmöglich böse sein kann, weil im Grunde alles so glatt und problemlos für sie verläuft.
Job weg? Was soll es. Ein besserer wartet eh schon um die Ecke.
Alleine schwanger? Von wegen. Paula kann sich vor Familie und Freunden kaum retten.
Spannung oder gar echte Verzweiflung kommt so natürlich keine auf, aber das ist auch nicht die Intention dieses Buchs. Es soll unterhalten und das tut es gekonnt.

Selbst die Einarbeitung eines weiteren, eher kniffligen Themas über Körperbehinderungen ist der Autorin gut gelungen, ohne auf die Tränendrüse zu drücken.
Dass dann doch ab und an bei mir ein Tränchen floss, lag mehr an meiner Rührung bei den wunderbar erzählten emotionalen Szenen. Im nächsten Augenblick rannen die Tränen aber dann schon wieder wegen eines akuten Lachanfalls.

Fazit: Wunderbarer, warmherziger, witziger Wohlfühlroman über eine ungewollte Schwangerschaft, der einfach Spaß macht.

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(22)

74 Bibliotheken, 2 Leser, 4 Gruppen, 4 Rezensionen

fantasy, magie, zauberer, raben, mystery

Rabenzauber

Patricia Briggs ,
Flexibler Einband: 990 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 03.03.2008
ISBN 9783453523159
Genre: Fantasy

Rezension:

Rabenzauber“ lag schon ein paar Jahre vergessen auf meinem SUB. Nach einem kurzen Anlesen legte ich es kurz nach dem Erscheinungsdatum (aus mir nicht mehr nachvollziehbaren Gründen) wieder weg. Aber selbst die paar Seiten hatten sich eingebrannt, so dass ich nun endlich nicht mehr umhin kam zu diesem Buch zu greifen. Erstaunlicherweise musste ich die bereits gelesenen Seiten nur überfliegen, so gut waren sie mir noch im Gedächtnis.

Wie schon im wunderbaren „Drachenzauber“ hat der Heyne-Verlag hier einen Doppelband vorgelegt. Denn „Rabenzauber enthält gleich zwei Romane (Raven’s Shadow und Raven’s Strike). Für diese Strategie in Zeiten, in denen wir deutsche Leser daran gewöhnt sind, dass englische Originalromane eher noch geteilt werden, um uns so richtig abzuzocken, kann man Heyne auch für diese Entscheidung nur loben! 
Geht doch!
Und wir Leser dürfen uns an einem fast tausendseitigen Werk erfreuen, dass sich schneller liest, als die Seitenzahl vermuten lässt.

Wie „Drachenzauber“ spielen die beiden Romane in einem ganz eigenen Weltentwurf und schließen direkt aneinander an.
(Trotz Ähnlichkeit der Titel: „Drachenzauber“ und „Rabenzauber“ spielen in verschiedenen Welten! Während Drachenfans bei „Drachenzauber“ aber nicht zu kurz kommen, so taucht im ganzen Buch hier kein einziger richtiger Rabe auf. Mich hat das nicht gestört (und ich habe es auch nicht erwartet), aber Fans der schwarzen Vögel sollten vielleicht gewarnt sein.)
Wie in „Drachenzauber“ ist das hier vorgestellte Kaiserreich eine eher typische High-Fantasy-Welt mit mittelalterlichen Strukturen und Magie.
Geübte Fantasyleser treffen also auf ein eher bekanntes und weniger innovatives Setting. Dennoch entwickelt die Welt bald einen ganz eigenen Sog und Laufe der beiden Romane gibt so einige Dinge zu entdecken. Diese Weiterentwicklung innerhalb des Weltenentwurfs sorgt für genug interessante Wendungen.

Konzentriert sich die Autorin sonst meist auf eine oder zwei Hauptprotagonisten, so steht hier gleich eine ganze Familie im Zentrum des Geschehens. Das Hauptaugenmerk liegt zwar auf den beiden Eltern Tier und Seraph, aber auch ihre drei Kinder (Jes, Lehrs und Ginnie) spielen eine große und entscheidende Rolle. Alleine diese ungewöhnliche Konstellation hat mir wahnsinnig gut gefallen! Geschichten über eine ganze Familie findet man in diesem Genre eher selten.
Wie üblich besticht die Autorin hier außerdem wieder mit ihrem Talent besonders sympathische und faszinierende Charaktere schaffen zu können, die echt und realistisch wirken. Man hat bald das Gefühl die ganze Familie gut zu kennen oder ihnen vielleicht jeden Moment wirklich begegnen zu können.

Fans von actiongetriebener Handlung werden jedoch eher wenig Freude haben. Die Erzählweise ist ruhig und trotz zu bestehender Konflikte kommt sie ohne größere Kampfhandlungen aus.
Spannend bleibt es trotzdem, denn die Geschichte entwickelt schnell genug Intensität, dass man unbedingt wissen möchte, wie es weiter geht.

Ganz ohne Kritik komme ich auch diesmal wieder nicht aus. An manchen Stellen bleibt die Handlung etwas dünn und wird zu schnell vorangetrieben, während sie an anderen Stellen durchaus ein paar Kürzungen hätte vertragen können. Einigen Entwicklungen hätten aber mehr Seiten durchaus gut getan, so wirken sie manchmal etwas überhastet.
Außerdem werden auch ganz am Ende einige Fragen nicht geklärt. Damit kann man leben, vor allem da alle wichtigen Handlungsfäden zufriedenstellend aufgelöst werden, aber dennoch hätte ich da insgesamt gerne noch mehr gelesen.

Fazit: Wunderbares Fantasyabenteuer rund um eine magisch begabte Familie, die man einfach ins Herz schließen muss. Wer ruhige Geschichten mag, deren Fokus mehr auf den Charakteren als auf Action liegt, wird hier voll auf seine Kosten kommen.

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343 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

gestaltwandler, mediale, liebe, fantasy, nalini singh

Einsame Spur

Nalini Singh , Nora Lachmann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 14.02.2013
ISBN 9783802588860
Genre: Fantasy

Rezension:

Was hatte ich mich gefreut! Pünktlich zum Valentinstag erschien der 11. Band der Psy Changeling-Reihe. Nach dem lange erwarteten Buch über Hawke und Sienna, kommen auch in diesem Band bereits bekannte Charaktere zusammen.
Für Neueinsteiger ist dieser Band also eher weniger zu empfehlen, denn Nalini Singh hält sich nicht mehr länger mit irgendwelchen Erklärungen auf.

Von Beginn an ist unverkennbar, dass diese Liebesgeschichte anders wird. Und das ist durchaus angenehm. Im Gegensatz zu den sonstigen „Gestaltwandler findet seine Gefährtin“-Bänden geht es hier mal darum, dass sich zwei Wandler verlieben, bei denen klar ist, dass sie eben nicht Gefährten sind.
Denn Riaz kennt seine Gefährtin. Die ist jedoch bereits glücklich mit einem Menschen verheiratet und hat kein Interesse an ihm. Tief erschüttert kehrt er zu seinem Rudel zurück, fest entschlossen ihr dennoch die Treue zu halten.
Dort trifft er auf Adria (Inidgos Tante), die gerade eine katastrophale Beziehung zu einem weniger dominanten Mann hinter sich hat. So sind beide keinesfalls scharf auf eine neue Beziehung, dennoch können sie sich der sexuellen Spannung zwischen beiden nicht entziehen.
Und bald stellen sie fest, dass sie sich lieben. Aber kann es eine Zukunft geben, wenn sie nicht wahre Gefährten sind?

So interessant und neu diese Frage ist, konnte mich die Liebesgeschichte jedoch nicht ganz überzeugen. Sie ist nett und unterhaltsam, aber bei weitem nicht so fesselnd wie die anderer Paare in dieser Reihe.

Letztlich beschränkt sich der Roman aber nicht nur auf Riaz und Adria, sondern konzentriert sich auch auf Hawke und Sienna. Wir erleben ihre Hochzeit und wie sich beide in die Routine ihrer neuen Beziehung einfinden. Besonders Sienna muss sich erst in ihre neue Rolle als Gefährtin des Leitwolfs gewöhnen. Diese Szenen beeindruckten mich mehr als die des eigentlichen Hauptpaares.

Zum Glück gibt dann zusätzlich auch noch den übergreifenden Gesamtplot.
Und der ist spannend.
Zunächst einmal bekommen wir hautnah die Entwicklungen rund um die im Koma liegende Alice Elridge mit. Hier bekommt der Leser die neusten Informationen über Mails, die zwischen den beteiligten Personen hin und her geschickt werden, serviert. Das lockerte die die Handlung perfekt auf.

Ansonsten verschärft sich der allgemeine Ton natürlich weiterhin, auch wenn nach dem spektakulären Kampf im letzten Band erst mal etwas Ruhe eingekehrt ist.
Nach dem Angriff haben die Makelosen Medialen ihre Taktik geändert und bedrohen nun das gesamte Medialnet. Dass ist natürlich eh schon angegriffen genug durch das weiter brechende Silentium und die um sich greifende Krankheit des Medialnets. Zum Glück gibt es inzwischen genug Leute, die in den Kampf mit eingreifen. Es ist jedoch klar, dass die große Katastrophe noch bevorsteht.
Es werden also weiterhin die Fronten geklärt und alle Parteien werden in diesem Band in Stellung gebracht.
Die Rudel gewinnen neue Verbündete und besonders das Treiben alter Bekannter verfolgt der Leser mit sehr viel Spannung. Hauptsächlich Kaleb macht es immer interessanter. Ich bin schon gespannt im nächsten Band mehr von ihm zu hören.

Fazit: Trotz neuer Ansätze ist dies zwar nicht die fesselnsde Liebesgeschichte der Reihe, aber dank der Nebenhandlung und dem spannenden Gesamtplot sorgt der Roman für wirklich gute Unterhaltung!

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502 Bibliotheken, 7 Leser, 4 Gruppen, 24 Rezensionen

vampire, black dagger, erotik, bruderschaft, vampir

Black Dagger - Schattentraum

J.R.Ward , Corinna Vierkant-Enßlin
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.02.2013
ISBN 9783453310278
Genre: Fantasy

Rezension:

Der zehnte Band (im Deutschen dank der Teilung der 19. und 20. Band) der Black Dagger-Reihe hat es durchaus wieder in sich und ich wurde wie immer gut unterhalten.

Wie üblich werde ich hier natürlich den gesamten Band rezensieren, denn ich weigere mich inzwischen nur ein halbes Buch zu bewerten.
Die Teilung im Deutschen ist dieses Mal aber ungewohnt glücklich geraten. Der Schnitt setzt genau an einem zeitlichen Sprung der Handlung an, so dass man dieses Mal nicht das Gefühl hat, mitten im Buch unterbrochen zu werden. Der Plot ist nämlich in verschiedene Jahreszeiten geteilt, so dass einer der Jahreszeitenwechsel perfekt für die Trennung geeignet ist. Tatsächlich wäre das Buch in einem Band gedruckt auch ein ziemlich dicker Wälzer mit mehr als 800 Seiten geworden, insofern können wir die Raffgier des Verlags hier mal verzeihen.

Für Neueinsteiger ist dieser Band aber keinesfalls geeignet. Wards Welt rund um die Black Dagger ist schon lange zu komplex und personenreich, als das man als Neuling hier seinen Spaß haben könnte.

Vorsicht auch an alle spoilerempfindlichen Leser. Ich werde mich hier auf „Lover Reborn“ konzentrieren und so zwangsläufig frühere Ereignisse erwähnen. Wer in der Reihe also noch nicht so weit ist, sollte beim Lesen lieber Vorsicht walten lassen.

Ich war ja zunächst etwas skeptisch, was Thors Buch angeht. Wie alle Fans wissen, hat Thorment seine Shellan Wellesandra vor einiger Zeit verloren und ist seitdem nicht mehr er selbst. No’one hingegen ist die Mutter von Xhex, die nach ihrem Selbstmord lange Zeit bei den Auserwählten im Tempel der Jungfrau der Schrift verbrachte.

Bei beiden kann ich, trotz ihres tragischen Schicksals, nicht sagen, dass sie zu meinen Lieblingscharakteren gehören würden. No’One erschien mir immer viel zu verhuscht und Thor ging mir in seiner Trauer (gemeinerweise) langsam, aber sicher auf die Nerven.
Ich konnte mich auch nur schwer mit dem Gedanken anfreunden, dass  Thor eine neue Seelengefährtin findet. Nicht, dass ich nicht der Meinung wäre, dass ein Witwer natürlich ein Recht auf ein weiteres ausgefülltes Leben hätte, passte es in meinen Augen jedoch nicht ganz zum bisherigen Paar-Konzept von J.R. Ward.

Dennoch konnten mich die beiden durchaus überzeugen. Zwar nicht so, wie andere Paare der Reihe, aber die Geschichte der beiden war durchaus realistisch und überzeugend. Insgesamt entdeckte ich hier meine Sympathie für No’One, die auf mich stets einen wesentlich stärkeren Eindruck machte als Thor, der lange viel fixiert auf die Vergangenheit ist.
Zwischendurch wurden mir jedoch die Sexszenen etwas zu viel. Weniger hätte es hier auch getan, obwohl Ward die Annäherung zwischen beiden mit genügend Sensibilität und Ruhe angeht. Sie lässt den beiden genug Zeit ihre Liebe glaubhaft zu entwickeln.

Wie üblich ist das aktuelle Hauptpaar jedoch nur ein Teil des gesamten Buchs.
Natürlich hören wir auch viel von den anderen Brüdern, allen voran John und Xhex, die durch eine ernste Beziehungskrise gehen. Die beiden müssen sich erst schmerzhaft wieder zusammenraufen, wobei ich die ganze Zeit voll auf Xhex Seite stand und John Matthew am liebsten ein paar Mal kräftig den Kopf gewaschen hätte!

Ein paar Blay/Qhuinn-Szenen versüßen zwischendurch die Stimmung. Qhuinns Entwicklung hat mir hier sehr gut gefallen. Nicht nur, wie er mit Layla umgeht, sondern auch bei allem, was seine Gefühle für Blay angeht. Gefreut habe ich mich auch über die lange fällige Annerkennung von Qhuinn.
So freue ich mich besonders auf den nächsten Band, nicht nur wegen Qhuinn, sondern auch wegen Layla.
Die Arme hat in diesem Band eine bittere Lektion zu lernen. Auch wenn ich schon hoffnungslos verspoilert bin, was ihre Zukunft angeht, so bin ich doch schon neugierig, wie die im Einzelnen aussehen wird.

Ansonsten gibt es natürlich auch Neuigkeiten von unserem liebsten neuen Gegner Xcor. Er macht ebenfalls eine interessante Wandlung durch, geht hier aber auch endgültig auf (halb) offiziellen Konfrontationskurs mit Wrath. Wir dürfen gespannt sein, wie sich dieser Konflikt noch weiter entwickeln wird. In jedem Fall erzeugt der momentan wesentlich mehr Spannung als der Kampf gegen die Lesser, der weiter unmotiviert und ohne Entwicklung (die Sache mit Butch könnte mal langsam wichtiger werden) vor sich hin plätschert.
Und nicht nur Xcor selber ist ein faszinierender Charakter, auch von seinen Männern (allen voran natürlich von Throe, aber auch von Zypher) will man gerne mehr lesen.
Tatsächlich haben mich besonders die Xcor/Throe-Szenen in diesem Buch am meisten beeindruckt. Allerdings muss Xcor noch einen weiten Weg zurücklegen, damit wir Leser ihn irgendwann mal wirklich sympathisch finden können.

Außerdem taucht mit Assail ein neuer Charakter auf, der mich ebenfalls neugierig macht, auch wenn er bedingt durch seinen Beruf und die soziale Stellung manchmal etwas zu sehr an Rhevenge erinnert. Mal sehen, was der undurchsichtige Assail in den nächsten Bänden noch anstellen wird.

Fazit:
Das durchaus nette Hauptpaar war für mich eher Nebensache in diesem Band. Viel mehr Spaß hatte ich an den ganzen anderen Entwicklungen und würde jetzt schon gerne wissen, wie es wohl weiter gehen wird!
Potential für etliche gute Fortsetzungen ist jedenfalls genug vorhanden!
Gemeinerweise herrscht bisher absolutes Stillschweigen darüber, wer die Hauptpersonen im nächsten Buch sind. Wir dürfen gespannt sein! Auswahl gäbe es genug!
Her mit dem nächsten Band! Der wird hoffentlich genauso spannend, dramatisch und humorvoll!

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

gegenwart

Die Herrin des Labyrinths

Andrea Schacht
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 18.02.2013
ISBN 9783352008580
Genre: Romane

Rezension:

Hm. Abgesehen davon, das dies ärgerlicherweise kein neuer Roman von Andrea Schacht ist, sondern er bereits früher unter einem Pseudonym erscheinen ist (Kathy De Brett), ist dieser Roman eher durchschnittlich.
Und typisch. Sehr typisch für einen Schacht-Roman.
Fans werden sofort die altbekannten Elemente erkennen, die diesmal nicht sonderlich originell zusammengemixt sind. Sehr ähnliche Geschichten kennt man schon von der Autorin und das auch noch in wesentlich besserer Form!

Besonders ärgerlich für den Leser ist, dass im offiziellen Klappentext bereits viel zu viel verraten wird. Schon nach ein paar Seiten kann man so Zusammenhänge erkennen, für die die Protagonistin Amanda noch etliche Kapitel mehr braucht.
Gut. Die ganze Handlung ist sowieso dermaßen vorhersehbar, dass es vermutlich auch keinen Unterschied mehr macht, ob man bereits auf Seite fünf weiß worauf das ganze hinausläuft oder erst auf Seite einhundert.

Insgesamt wirkt der ganze Plot leider eher unausgereift und etwas wirr. Eine Vielzahl an Nebenpersonen verklüngeln sich mehr schlecht als recht miteinander und so entsteht nichts Halbes und nichts Ganzes. Die Liebesgeschichte hat ein deutliches Ungleichgewicht, weil der Partner erst viel zu sät in der Handlung auftaucht und noch viel später zu einem menschlichen Wesen wird. So wirkt die Liebe zwischen beiden auf mich eher unrealistisch. Ein stringenterer Handlungsaufbau hätte das Buch insgesamt deutlich entschlacken können.

Ich hatte diesmal echte Probleme mit den Hauptprotagonisten warm zu werden. Wirklich sympathisch waren sie mir bis zum Ende nicht, auch wenn natürlich im Laufe des Buchs eine deutliche Wandlung und Weiterentwicklung erkennbar war.

Besonders hatte ich dann zusätzlich noch mit meinen üblichen Schacht-Problemen zu kämpfen. In der einen oder anderen Form sind es immer die gleichen Dinge, die mich mehr oder weniger bei ihren Büchern stören, aber diesmal störten sie eben mehr, statt weniger.

Insgesamt war mir die ganze Handlung wieder viel zu esoterisch. Bei den Katzenbüchern kann ich das gut verkraften. Dort passt es perfekt, aber hier wirkte es mir doch zu aufdringlich. Die ganze Verknüpfung der Haupthandlung mit den Irrwegen der (abgrundtief dämlichen) Göttin wirkte aufgesetzt, geradezu unausgegoren und nervte mich zusehends!

Ganz abgesehen davon hatte ich diesmal wieder große Probleme mit dem propagierten Erziehungsstil. Für mich persönlich wäre es eben keine „Auszeichnung“, wenn mich mein zwölfjähriger Sohn plötzlich beim Vornamen nennen würde. Dem würde ich was husten!
Und eine schmerzhafte, einwöchige „Schamanenreise“ ins Ausland, um zu einem „Mann“ zu werden, mit einem Vater, den der Junge gerade erst ein paar Wochen kennt, hätte ich mir aus verschiedenen Gründen mehr als verbeten.

Zu guter Letzt störte mich wieder einmal der eher lasche Umgang mit sexueller Gewalt. Zwar bekommen die Opfer hier mal sogar etwas mehr die Chance damit zu hadern, aber insgesamt war ich besonders am Ende entsetzt, dass ein Pädophiler (und Kidnapper) einfach so laufen gelassen wird.
Anzeige bei der Polizei? Fehlanzeige. Soll er beim nächsten Kind doch noch weiter gehen, oder was?

Vermisst habe ich in diesem Buch außerdem das normalerweise obligatorische Personenregister. Das zu lesen, ist bei der Autorin sonst immer ein Vergnügen.

Dennoch möchte ich Ganzen das Buch auch wieder nicht allzu schlecht weg kommen lassen. Es gibt einige Längen im Mittelteil und viele, kleine Dinge verderben einem etwas den Spaß, aber insgesamt wird man dennoch recht ordentlich unterhalten. Schachts typischer Erzählstil lässt die Seiten dahin schmelzen.
Lichtblicke gibt es auch immer wieder, besonders der zwölfjährige Patrick sorgt für gute Stimmung.

Fazit: Leider ein eher schwacher Roman der guten Autorin und nur etwas für Hardcore-Fans. Mehr als zweieinhalb Sterne sind beim besten Willen nicht drin, auch wenn das Buch am Ende noch einigermaßen unterhaltsam wird.

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grusel, mystery, england, haus, hirntumor

Das Haus am Abgrund

Susanne Gerdom
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 05.02.2013
ISBN 9783760786667
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich freue mich auf jedes neue Buch von Susanne Gerdom, weil ich weiß, dass ich von ihr nie enttäuscht werde.
Und auch von diesem Jugend-Gruselromanl wurde ich nicht enttäuscht!

Der Stil ist wie gewohnt fesselnd und mitreißend, die Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet. Neben dem sympathischen Hauptprotagonisten nehmen einen besonders die Nebencharaktere gefangen, die durch ihre Lebendigkeit faszinieren können.
Die Atmosphäre rund um das unheimliche Haus in Cornwell ist eindringlich und das ganze Buch durchzieht eine unwirkliche, phantastische Stimmung, die einen aber nie absolut schaudern lässt. Zumindest nicht so, wie es viele Horrorfilme tun, sondern eher unterschwellig, so dass kleine Angsthasen (wie ich) das Buch dennoch ohne Probleme lesen können.
Wer in einem Gruselbuch also Horror und Splatterszenen erwartet, wird hier eher enttäuscht werden. Ich fühlte mich aber pudelwohl und der locker-leichte Stil gepaart mit viel Humor machte das Lesen zu einem Genuss.
Sehr gut gefallen hat mir auch das selbstverständliche, aber literarisch immer noch ungewohnte Lebensumfeld von Adrian, der gleich mit zwei Vätern zusammen wohnt.

Leider ist das Buch aber meinen Augen nicht für ungeübte oder flüchtige Leser geeignet.
Was bei einem Jugendbuch vielleicht etwas gewagt ist.
Andererseits ist gerade die junge Zielgruppe meist viel flexibler als die älteren Leser. Ich denke also nicht, dass das ein größeres Problem wird.

Um Enttäuschungen und Fehlkäufe zu vermeiden, sollte man sich aber schon von vornherein auf ein Buch einstellen, das eher mehr Fragen aufwirft, als es beantwortet. Ein Buch, bei dem man sehr konzentriert lesen muss, um alles zu verstehen.
Und das von Beginn an.
Denn hier mischt sich schon gleich zu Anfang Realität mit anderen Dingen (Geister, Flüche, Halluzinationen oder doch keine Halluzinationen) und zusätzlich vermengen sich verschiedenste Zeitebenen miteinander. Komplette Verwirrung ist also vorprogrammiert und unausweichlich!

Leider löst sich diese Verwirrung am Ende dann aber nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte.
Selbst, wenn man sehr aufmerksam gelesen und alle einzeln gestreuten Hinweise verinnerlicht hat, ist die Auflösung am Ende teilweise nicht ganz logisch und verwirrend.
Hier hätten ein paar mehr klare Erklärungen gut getan.
Der größte Teil des Endes sollte von einem konzentrierten Leser aber verstanden werden.
Wer am Ende eines Buchs aber alles bis zur letzten Frage aufgelöst haben möchte, ist in diesem Buch nicht richtig. Wer hingegen Spaß an eigenen Interpretationsmöglichkeiten hat, wird dieses Buch heiß und innig lieben! Der Roman wird auch nach Beenden sicher die meisten Leser nicht so schnell loslassen und für rauchende Gehirne sorgen.

Auch wenn ich mit der Auflösung am Ende nicht ganz glücklich bin, so ist der Schluss im Ganzen jedoch geglückt und lässt den Leser mit einem zufriedenen Gefühl und einem Grinsen zurück.

Fazit:
Wunderbares Jugendbuch, das jedoch eher für flexible Leser geeignet ist, die Spaß an Knobeleien und eigenen Interpretationen, aber keine Angst vor Verwirrspielen haben.
Dieser Roman ist deutlich anspruchsvoller und fordernder als durchschnittliche Jugendromane.
Aber keine Sorge! Die Unterhaltung kommt nicht zu kurz und man kann das Buch vor lauter Spannung kaum aus den Händen legen!

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50 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

fantasy, wien, elementarwesen, magie, steampunk

Æthermagie

Susanne Gerdom
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter, 19.09.2012
ISBN 9783800056866
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zunächst einmal muss man warnen: Æthermagie ist ein Zweiteiler! Der nächste Band wird erst in einem Jahr erscheinen. Deswegen ist die Handlung natürlich nicht in sich abgeschlossen, aber man muss auch keine Angst vor einem allzu großen Cliffhanger haben. Susanne Gerdom hat ein gutes Zwischenende gefunden. Natürlich MUSS man einfach wissen wie es weitergeht, aber man kommt nicht um vor Spannung.

Zwischendurch sieht das allerdings ganz anders aus. In diesem Roman geht es manchmal an die Schmerzgrenze. Der Leser sollte auf heftige, nervenstrapazierend grausame Szenen und viel Spannung gefasst sein! Besonders die Szenen in der Irrenanstalt verlangen dem Leser Einiges ab.

Der Stil von Susanne Gerdom ist wie gewohnt flüssig und angenehm. Von der ersten Seite an ist man gefangen in der Geschichte und will gar nicht mehr aufhören zu lesen.
Die wichtigen Protagonisten sind sofort sympathisch und man fiebert von der ersten Sekunde mit ihrem Schicksal mit. Die Handlung beschränkt sich dabei nicht nur auf einen Hauptprotagonisten, sondern konzentriert sich auf drei Charaktere: die junge Kato, ihre Mutter, die Geheimpolizistin Katya und ihren Untergebenen und Liebhaber Jewgenij. Als Leser verfolgen wir deren Schicksal, dass sich natürlich immer wieder kreuzt und auseinandergeht. Aber auch die Nebenpersonen werden wieder lebendig dargestellt und sind die wahre Stärke des Buchs. Wie üblich kann ich mir hier zwischen all den faszinierenden Charakteren gar nicht entscheiden, wenn ich am interessantesten finde.

Zu all dem Guten kommt noch das stimmungsreiche und stimmige Setting: Düster, dicht und doch authentisch. Das ist das kaiserliche Wien, aber doch ganz anders. Steampunk, wie man sich ihn wünscht!

Aber auch die drei verschiedenen Blickwinkel und die bildhafte Atmosphäre sorgen für nicht weniger Verwirrung. Wie bei der Autorin üblich, sollte man sich in Geduld fassen, damit die Hintergründe sich langsam im Laufe der Handlung herauskristallisieren können. Die Informationen dazu fließen allerdings eher spärlich und auch am Ende sind nicht alle Fragen beantwortet (schließlich wird ja noch ein zweiter Teil folgen). Aber genau das Spekulieren macht ja beim Lesen immer besonders Spaß. Ebenso wie das eigene Schulterklopfen, wenn man mit einer Vermutung Recht hatte oder das Erstaunen, wenn einen die Autorin völlig überraschen kann.

Ich bin jedenfalls schon ganz gespannt auf den Nachfolgeband und lasse mich gerne wieder überraschen!

Fazit: Spannender und düsterer Steampunkroman!

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19 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Mord inklusive

Janice Hamrick , Helmut Ettinger
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.09.2012
ISBN 9783746628844
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Mord inklusive“ ist ein feiner, kleiner Kriminalroman, der gute Unterhaltung bietet.

Neben dem Krimianteil sind es besonders die lebendigen und gut beobachteten Beschreibungen eines Gruppenreisealltags, die den Roman so lesenswert machen. Man merkt deutlich, dass die Autorin sich hier selbst auskennt.
Wer selber schon einmal eine Gruppenreise gemacht, der wird hier viel von seinen Erfahrungen wiederfinden. Wer kennt nicht die ständigen Zu-spät-Kommer, auf die man immer warten muss oder die ewigen Nörgler, die bei den anderen Teilnehmern ein Dauer-Fremdschämen auslösen? Wer kennt nicht das Rotations-Problem im Bus, die Verkaufsausflüge und noch viele andere Herausforderungen, wenn eine Gruppe Fremder plötzlich zu einer Gemeinschaft werden?

Dabei bleibt die Autorin aber immer feinfühlig und keinesfalls unangenehm mit ihren Beschreibungen. Und mitnichten soll das Buch eine Anklage an Gruppenreisen sein. Im Gegenteil. Nicht nur die Hauptprotagonistin erkennt den Nutzen von dieser Art zu Reisen.
Vor allem bietet sich eine solche Gruppe auch als Sammelbecken skurriler Charaktere an, die einen Cosy-Krimi ja ausmachen.

Leider gibt es bei dieser Gruppenreise aber nicht nur die typischen Charaktere.
Nein.
Kaum einer scheint so zu sein, wie er auf den ersten Blick wirkt. Jeder, bis auf die Erzählerin Jocelyn und ihre Cousine Kyla, scheint ein Geheimnis zu haben. Zumindest fast jeder.
Bald weiß die bescheidene, frisch geschiednen Lehrerin nicht mehr, was sie von alle dem halten soll. Und dann gerät sie auch noch in Streit mit Kyla um den attraktiven Alan. Der nimmt überhaupt mehr ihrer Gedankenwelt ein als ihr zwischendurch lieb ist.
So gibt es auch noch ein klein wenig Romantik. Aber keine Sorge: Zuviel ist es nicht.

Jocelyn ist dem Leser sofort sympathisch, man muss sie einfach mögen. Man wünscht ihr zwischendurch nur immer mal wieder mehr Selbstbewusstsein, besonders, wenn sie mal wieder hinter ihrer attraktiven Cousine zurücksteht.
Ab und an war sie mir auch etwas zu naiv. Verwundert war ich ab und an auch über ihre Unwissenheit. Sind Amerikaner wirklich so ungebildet? Aber gerade von einer Geschichtslehrerin hätte ich schon erwartet, dass sie weiß wie Papyrus aussieht.

Ägypten als Hintergrund sorgt aber zusätzlich natürlich für viel Flair. Es macht Spaß mit der Gruppe alle berühmten Sehenswürdigkeiten abzuklappern und nebenher ein klein wenig über die ägyptische Kultur zu erfahren. Gerne hätte ich hier noch mehr gelesen.

Der Fokus liegt mehr auf den einzelnen Charakteren und der Gruppendynamik, dennoch bleibt der Kriminalfall keineswegs außen vor. Mit Jocelyn lernen wir alle besser kennen und es kristallisieren sich langsam immer mehr mögliche Motive heraus. Allerdings kam ich schon früh auf die richtigen Täter. Insofern gab es hier nicht wirklich viele Überraschungen. Das sorgt aber nicht für weniger Unterhaltung.
Ich freue mich jetzt schon auf den zweiten Band mit Jocelyn und ihrer Cousine Kyla!

Fazit: Gelungener Cosy-Krimi, der zusätzlich durch seine Reisebeschreibung punkten kann

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90 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 7 Rezensionen

lady alexia maccon, romance, lady alexia, werwölfe, vampire

Sengendes Zwielicht

Gail Carriger , Anita Nirschl
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.11.2012
ISBN 9783442380558
Genre: Fantasy

Rezension:

Schade, dass mit diesen Band die Alexia-Ära zu Ende gehen soll! Tut sie das doch nochmals mit einem fulminanten Band, so dass ich sie und ihre Mitstreiter wirklich vermissen werde!
Der letzte Band vereint noch mal alles, was ich an der Reihe lieben gelernt habe, allen voran den trockenen, großartigen Humor!

Für Einsteiger ist dieser Band jedoch keinesfalls geeignet, denn Gail Carriger erspart sich jegliche Erklärung zu ihrer Welt, sondern schmeißt den Leser gleich in die Handlung. Die beginnt einige Zeit nach den Ereignissen des letzten Bands. Die kleine Prudence ist nun schon ein Kleinkind und hält Lord Akeldamas Vampirstock genauso in Atem wie das Wolfsrudel.

Alexia erhält zu Beginn eine „Einladung“ nach Ägypten um Prudence der ältesten Vampirkönigin der Welt vorzustellen. Das passt aus mehreren Gründen recht gut, da die Macoons immer noch etwas über die Gottesbrecherplage herausfinden möchten. Also macht sich die Familie samt Schauspielertruppe und Ivys Hüten (zur Tarnung) auf nach Alexandria.

Dabei passiert in der ersten Hälfte eigentlich recht wenig. Die Beschreibung des Lebens in London und die Reise selbst bringen wenig Aufregung, dennoch hatte ich wieder wahnsinnig viel Spaß beim Lesen. Erst in Ägypten selbst wird es wieder brenzlig und ziemlich spannend. Man sollte auf etliche überraschende Geschehnisse gefasst sein!

Sehr schön auch, dass wie diesmal die Geschichte aus zwei Perspektiven geschildert bekommen, denn wir Leser begleiten nicht nur die Macoons nach Ägypten, sondern erleben auch mit Biffy was in London weiterhin geschieht. Diese Nebenhandlung ist mindestens ebenso fesselnd wie die um Alexia selbst!
So trifft man wirklich alle bisher bekannten Nebenpersonen noch einmal, was natürlich für jeden Serienfan ein zusätzlicher Bonus ist.

Am Ende laufen alle Handlungsstränge zusammen und bilden ein rundes Bild, auch wenn ich am Ende den einen oder anderen Punkt doch noch gerne näher ausgeführt gesehen hätte. Etwas mehr Seiten wären nicht schlecht gewesen, auch weil ich dann nicht so schnell hätte Abschied nehmen müssen…
Ich hoffe mal, dass die verbleibenden Fragen in der nächsten Reihe noch geklärt werden.

Fazit: Gelungener letzter Teil der charmanten Reihe!

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53 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

fantasy, werwölfe, gestaltwandler, magischer thriller, reihe

Biss der Wölfin

Kelley Armstrong , Christine Gaspard
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.12.2012
ISBN 9783426508831
Genre: Fantasy

Rezension:

Endlich wieder ein neuer Roman von Kelley Armstrong! Wie lange habe ich auf diese Übersetzung gewartet! :klatschen:

Zunächst war ich dennoch etwas skeptisch. Nicht, dass ich mich nicht wahnsinnig auf diesen neuen Elena-Roman gefreut hätte, aber leider wurde beim Übersetzen der neunte Band der „Women of the Otherworld“-Reihe ausgelassen. Die Romane dieser Reihe sind zwar stets in sich abgeschlossen, aber oft sind die Entwicklungen in den einem Roman wichtig für den nächsten.

Da hatte ich mich aber ganz umsonst gesorgt!
In diesem vierten Band (dem insgesamt zehnten Band der Reihe) um die Werwölfin Elena geht es nicht um große paranormale Politik, sondern um ein kleines Abenteuer der Werwölfe in Alaska und Elenas persönliche Entwicklung. Man kann diesen Band also getrost alleine stehend lesen. Nur das Vorwissen aus den vorherigen Elena-Büchern wäre unter Umständen nicht schlecht, damit man sich besser orientieren kann.
Fans der Reihe werden aber vielleicht ein klein wenig enttäuscht sein so wenig von den anderen bekannten Charakteren außerhalb des Rudels zu hören, nur Jaime und Hope tauchen kurz auf.

Elena und Clay reisen in diesem Band gleich aus drei Gründen nach Alaska. Zuerst möchte Elena einen jungen Werwolf vor anderen Mutts warnen, die ihn umbringen wollen, außerdem sollen sie nach einem ehemaligen Rudelmitglied sehen, dass sich schon länger nicht bei Jeremy gemeldet hat und dann ist es noch in letzter Zeit zu etlichen „Wolfsangriffen“ gekommen, die Elena gleich mit überprüfen möchte.

Wie zu erwarten ist das Schlamassel natürlich um einiges größer als gehofft. Besonders Elena gerät am laufenden Band in Lebensgefahr. Das ist spannend, war mir aber manchmal schon etwas zuviel an Action. Ab und an kam ich vor wie in einem James Bond-Roman, besonders eine gewisse Zugszene fand ich dann doch ein klein wenig übertrieben. Einige von Elenas Entscheidungen sind zudem -bei aller Sympathie- nur unverantwortlich zu nennen.
Von Langeweile kann so allerdings keine Rede sein und die Seiten fliegen nur so dahin.
Es gibt einige interessante neue Entwicklungen, überraschende Wendungen und außerdem wird eine Inuit-Legende über Gestaltwandler näher beleuchtet, so dass man sogar noch etwas lernen kann.
Ich hatte jedenfalls wieder viel Spaß bei diesem Band.

Zwischen all den actionreichen Szenen steht vor allem Elena selbst im Fokus. Sie muss sich nicht nur den grauenhaften Ereignissen in ihrer Kindheit stellen, sondern sich an den Gedanken gewöhnen, dass sie zukünftig das Rudel führen wird. So muss sie auch ihre Beziehung zu Clay neu ordnen und sich über ihr zukünftiges Familienleben Gedanken machen.
Zwischen all den paranormalen Problemen, muss also Elena wie jeder andere Familie und Beruf unter einen Hut bringen. Das macht sie trotz ihrer Fähigkeiten zu einer idealen Identifikationsfigur für alle Leser und sorgt für angenehme Bodenhaftung zwischen all den Kämpfen.

Gut gefallen hat mir auch die immer tiefe werdende Beziehung mit Clay, die auch nach so vielen Jahren immer noch Fortschritte macht. Für Auflockerung und etliche Schmunzler sorgen dagegen die Telefonate mit den Zwillingen, die gar nicht begeistert sind, dass sie so lange von ihren Eltern getrennt sind.

Fazit: Auch wenn dies sicher nicht der stärkste Band der ganzen Reihe, nicht mal der Elena-Bücher ist, so vereint Kelley Armstrong in diesem Buch doch wieder gekonnt Action, Spannung, Dramatik, Humor und Romantik zu einem lesenswerten Abenteuer!
Das sollte man sich nicht entgehen lassen!
Ich freue mich jetzt schon auf die nächsten Bände der Reihe!

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star tec, metaebene, dumm, öde, john scalzi

Redshirts

John Scalzi , Bernhard Kempen
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.11.2012
ISBN 9783453529953
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Wer kennt nicht die rotuniformierten Mannschaftsmitglieder aus Star Trek, bei denen man schon vorher weiß, dass sie auf dem Außeneinsatz sterben werden?
Welcher Trekkie hat sich darüber nicht schon lustig gemacht?
Fairerweise muss man allerdings sagen, dass dieses Phänomen der Statistenopferung nicht nur auf diese Serie begrenzt ist.
In diesem Buch geht es im wahrsten Sinn des Wortes um genau diese Menschen.

Scalzi übt sich also wieder einmal an einer kleinen Parodie. Das kennen wir schon. Und wie gewohnt schafft er es diese dem Leser so gekonnt zu verkaufen, dass wir uns nicht etwa veräppelt vorkommen, sondern gespannt den wahnwitzigen Abenteuern seiner Protagonisten folgen.
Und das ist vor allem eines: witzig!
Selten habe ich in letzter Zeit bei einem Roman so viel gelacht wie hier! Besonders als Fan der einschlägigen Science Fiction- Serien hat man hier viel Spaß und kommt aus dem Kichern kaum heraus.
Dass ab und an die Logik auf der Strecke bleibt, ist nicht so schlimm. Das passiert nun mal bei Drehbüchern und deswegen auch hier.

Leider hapert es aber ab und an genau daran in diesem Roman. Er ist schlichtweg einfach zu kurz geraten und bleibt etwas skizzenartig wie ein Drehbuch. Besser ausgebaut, mit mehr Zeit um bei den einzelnen Details mehr in die Tiefe zu gehen, wäre der Roman noch um einiges besser geworden.
Andererseits vermeidet Scalzi ganz klar Längen. Von denen gibt es keine, die Handlung ist temporeich und führt klar und schnörkellos auf die Zielgerade. Das geht leider auf Kosten der Charakterzeichnung. Mit den sympathischen Protagonisten ist es etwas schwer wirklich gänzlich mitzufiebern, da man sie bis zum Ende kaum kennt. Wenn man allerdings die Handlung im Gesamten bedenkt, dann mag genau das auch beabsichtigt gewesen sein. Insgesamt hätte ich mich jedoch gefreut, wenn der Autor den Protagonisten hier mehr Raum gegeben hätte. Mehr Seiten hätten wahrlich nicht geschadet!

Natürlich wurde hier insgesamt nichts Neues erfunden. Wie üblich ist Scalzi nicht sonderlich originell, aber wieder schafft er es aus altbekannten Motiven eine sehr unterhaltsame Geschichte zu basteln. Ich habe mich jedenfalls großartig amüsiert.

Auf einige Leser mag der Roman vielleicht etwas unrund wirken. Denn während die Geschichte an sich schon nach ca. zwei Dritteln erzählt ist, folgen nochmals drei direkt angebundne Kurzgeschichten. Mir hat das sehr gefallen, aber ich kann mir vorstellen, dass es nicht allen so geht. Die drei Geschichten runden die Handlung im genau richtigen Maß ab und trieben mir am Ende dann doch noch eine kleine Träne der Rührung in die Augen.

Letztlich löst Scalzi aber die ganze Geschichte nicht wirklich auf und es bleibt für die Freunde offener Enden genug Spekulationsmöglichkeiten übrig. Freunde in sich geschlossener Enden werden aber auch zufrieden sein. Das soll dem Autor erst mal jemand nachmachen!

Letztlich ist der ganze Roman ein Plädoyer an die Drehbuchautoren sich mehr Mühe zu geben. Wenn jemand es schafft so eine Botschaft dermaßen amüsant zu verpacken, muss man einfach begeistert sein. Ich jedenfalls war es.
Ein weiteres Buch von Scalzi, das mich nicht enttäuscht hat, auch wenn es insgesamt hinter den meisten anderen Büchern des Autors zurückbleibt.

Fazit: Herrlich komisch, aber man hätte noch mehr daraus machen können.

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115 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 43 Rezensionen

jugendbuch, familie, bekenntnisse, schwestern, liebe

Die Bekenntnisse der Sullivan-Schwestern

Natalie Standiford , Claudia Max
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.11.2012
ISBN 9783551582744
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Erzählweise der Autorin hat mich gleich beim Lesen der ersten Rezension neugierig gemacht. Geschichten, die aus mehreren Perspektiven erzählt werden mag ich immer sehr gerne.
Und tatsächlich hatte ich meine Freude an diesem Buch.
Es ist zwar zu keinem Zeitpunkt so spannend oder fesselnd, dass ich es nicht aus der Hand legen konnte, aber der locker-leichte Erzählton verführt stets zu einer weiteren Seite.

Das Buch ist in drei Abschnitte geteilt, in denen je eine der Schwestern ihr Bekenntnis ablegt. Der einführende Prolog ist ziemlich kurz und reichlich knapp. Es ist Weihnachten, die Großmutter (Almighty) verkündet ihren Unmut und fordert ein schriftliche Geständnis dessen, der sie gekränkt hat. Sollte sie das nicht erhalten, so wird die gesamte Familie enterbt.
Aufgrund der minimalistischen Erzählweise wirkt zunächst alles recht kühl und steril, man kennt hier die Familie noch nicht und bleibt so emotional eher unbeteiligt.
Allerdings war ich schon etwas verwundert, wieso denn gleich die Töchter der Familie zum Schreiben der Geständnisse verdonnert wurden, währende die Söhne dazu nicht aufgefordert wurden. Die Großmutter äußert sich bei ihrer Ankündigung nämlich keineswegs zur Identität des Sünders und auch nicht zur Sünde selbst.

Schnell beginnt dann aber die älteste Tochter Norrie mit ihrem Bekenntnis und nun wird auch die gesamte Familie endlich lebendig und für den Leser greifbar.
Und es wird auch klar, wieso die Familie davon ausgeht, dass die Töchter die Übeltäter sind. Nicht nur, dass besonders den Töchter von Almighty sehr viel strenge Aufmerksamkeit entgegengebracht wird, sondern sie haben tatsächlich alle in letzter Zeit den Zorn der Großmutter erregt. Jede auf ihre eigene Weise.

Bei Norrie ist von der ersten Seite an klar und vorhersehbar, wie sie ihre Großmutter verärgert hat. Dass sich ein Mädchen in einen Jungen verliebt, den ihre Familie nicht schätzt, ist nun wahrlich nicht neu und die ganze Situation ist mehr als vorhersehbar, aber Norrie erzählt ihre Geschichte so süß und poetisch, dass man dennoch mitfiebert.
Besonders ihre einfühlsamen Charakter- und Situationsanalysen haben mir viel Freude beim Lesen bereitet.

Nach Norrie erzählt die rebellische Jane ihre Erlebnisse. Ihr völlig anderer Charakter spiegelt sich auch im Erzählstil wieder. Er ist härter, direkter und mit Einsprengseln aus Janes Blogeinträgen gespickt.
Jane ist der typische destruktive Teenager, der sich unbedingt von seiner spießigen Familie absetzen will. Dabei bleibt sie noch typisch kindlich und erwägt weder die Folgen ihrer Taten für andere, noch hinterfragt sie ihre einmal angenommenen Ansichten. Sie legt sich mit allen an, ob nun gerechtfertigt oder nicht.
Weil ihr Aufbegehren aber eben genauso oft berechtigt und verständlich ist, ist sie nicht gänzlich unsympathisch. Allerdings wirken solche Teenager in ihrer Unreife auch beim bloßen Lesen oft etwas anstrengend auf mich.
Nichtsdestotrotz sorgt dieser Abschnitt aber auch genau deswegen für viel Humor. Und zum Glück macht auch Jane, genau wie ihre Schwester, eine Entwicklung zum Erwachsensein durch.

Als Letzte kommt dann mit Sassy die jüngste Schwester zu Wort. Sie ist in meinen Augen fast die interessanteste und spleenigste von den dreien. Verträumt, fantasievoll, sensibel und gutmütig. Sie gerät eigentlich unverschuldet in die größten Schwierigkeiten. Hier fand ich es schade, dass ihre Umgebung überhaupt nicht auf ihre seelische Not eingehen konnte oder wollte.
Während ich die Entwicklung ihrer Schwestern gut gelöst fand, fehlte mit besonders bei Sassy hier Einiges. Gerade aus ihrer Geschichte hätte man mehr machen können, stattdessen wird sie einfach abgewürgt, ohne eine tiefer greifende Lösung.
Das ist symptomatisch für das gesamte Buch, das zu Ende hin leider schwächelt und etliches an Potential verschenkt.

Alle drei Schwestern berichten in Briefform an ihre Großmutter und sprechen diese auch immer wieder direkt an. So bekommt ihre Großmutter deutliche Worte zu hören und man selbst stets etwas zum Lächeln.
Alle drei Geschichten greifen ineinander und so bekommt der Leser schließlich ein rundes Bild von allen Geschehnissen. Es macht einfach Spaß eine Geschichte aus verschiedenen Perspektiven betrachten zu können und die Weiterentwicklung aller drei Schwestern zu beobachten.

Gleichzeitig hält den Leser die Exotik der Sullivan-Familie bei der Stange. Diese gehören zur typischen Ostküsten-Oberschicht mit all ihren bekannten Macken und seltsamen Regeln. Erwachsene (Viel-)Leser mag das nicht mehr so beeindrucken, auf jüngere wirkt diese doch eher fremde Welt sicher zusätzlich faszinierend

Dennoch fehlte für mich am Ende der letzte Kick, der das Buch über den Durchschnitt erhebt. Aus dem Ausgangsmaterial hätte man noch mehr machen können und leider fehlt die eine oder andere zündende Idee. Zum Schluss kann der Roman nicht halten, was er zu Anfang versprach.
Dabei ist es nicht wichtig, dass die Bekenntnisse letztlich nichts Ungewöhnliches zu Tage bringen. So ist das Leben. Gerade aber aus Sassys Schlussbekenntnis und der Reaktion der Großmutter hätte man mehr machen können.

Fazit: Schönes Jugendbuch mit interessanter Grundidee und reizvollen Protagonisten, dem am Ende leider das Tüpfelchen auf dem „i“ fehlt.

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85 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

fantasy, alanna, ritter, liebe, jonathan

Alanna - Das Lied der Löwin

Tamora Pierce , Ulla Neckenauer
Flexibler Einband: 800 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 12.11.2012
ISBN 9783453314375
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nicht zu fassen, dass der erste Band der Alanna-Reihe bereits 1983 erscheinen ist!
Die Reihe hat nichts von ihrer Frische verloren und nicht umsonst gilt Tamora Pierce in den englischsprachigen Ländern als eine der großen Kinder-/Jugendbuchautorinnen!
Es freut mich riesig, dass der Heyne-Verlag nun eine Gesamtausgabe der Reihe herausbringt!
Ursprünglich waren die vier Bände (Die schwarze Stadt/Im Bann der Göttin/Das zerbrochene Schwert/Das Juwel der Macht) sowieso als ein Roman gedacht, der jedoch nicht veröffentlicht wurde, weil man Angst hatte, dass Kinder solche dicken Bücher nicht lesen würden.

Im richtigen Zielgruppenalter habe ich die Bücher immer wieder und wieder gelesen und war begeistert von Alanna und ihrer Welt.
Aber auch als Erwachsene habe ich immer noch Spaß an ihren Abenteuern. Und ich bedauere es zutiefst, dass sich in den letzten Jahren kein Verlag mehr gefunden hat, der auch ihre restlichen wunderbaren Bücher übersetzt.
Es können gar nicht genug junge Leser mit dem Pierce-Virus infiziert werden! Was für einen Spaß würden sie sonst verpassen?

Auch wenn hier ein Mädchen die Heldin ist, die zusätzlich noch des Öfteren in romantische Verwicklungen verstrickt ist, so ist das durchaus kein Buch nur für Mädchen!
Es geht um Ritter, Freundschaft, Schwerter, Diebe, Verrat, Götter und Magie!
Für jeden sollte etwas dabei sein und auch der Humor kommt durchaus nicht zu kurz!

Zunächst einmal scheint die Handlung eher konventionell zu bleiben. Ein Mädchen verkleidet sich als Junge. Ein Motiv, das in den letzten Jahren schon oft verarbeitet wurde, allerdings kaum irgendwo jedoch so charmant wie in dieser Reihe. Obwohl es sich hier um eine Kinder-/Jugendbücher handelt, werden die praktischen Probleme hier nicht verschwiegen. Typisch amerikanische Verklemmtheit wird man bei dieser Autorin nicht finden!

Alanna entwickelt sich im Laufe der Handlung weiter und wird erwachsen. Die Geschichte beginnt mit dem zehnten Geburtstag der Zwillinge und endet erst viele Jahre später. Zeit genug für jede Menge Abenteuer! So kann der Leser auch zwischendurch immer wieder mal zur Ruhe kommen, bevor alles in einem spannenden und dramatischen Finale endet.

Alanna ist sofort sympathisch und gerade Mädchen ab ca. 12 Jahren werden sich schnell mit ihr identifizieren können. Sie ist eine starke Persönlichkeit, die sich durchzusetzen weiß, aber auch über sich selbst lachen kann. Ohne mit der moralischen Keule zu schwingen hat die Autorin so eine wunderbare (feministische) Heldin geschaffen!

Auch wenn Alanna die unbestrittene Hauptprotagonistin ist, so stehen ihr die Nebencharaktere jedoch in nichts nach. Alannas Freunde und Verbündete werden beim Lesen geradezu lebendig und man muss sie einfach in Herz schließen, gerade weil sie genauso oft mal einen Fehler machen wie Alanna. Ich könnte auch heute nicht meinen Lieblingscharakter bestimmen, denn George (der Dieb), Myles (der Lehrer), Jonathan (der Prinz), Coram (der treue Gefolgsmann) und alle anderen sind mir auch heute noch so nah wie früher.

Fazit: Inzwischen ein Jugendbuch-Fantasy-Klassiker. Und das aus jedem Grund! Dieses Buch darf man sich einfach nicht entgehen lassen!

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81 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 14 Rezensionen

fantasy, geister, nekromantin, werwölfe, jaime vegas

Lockruf der Toten

Kelley Armstrong , Christine Gaspard
Flexibler Einband: 539 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 04.04.2011
ISBN 9783426503959
Genre: Fantasy

Rezension:

Anfangs war ich etwas irritiert über die Änderung des Covers. Im Regal passt dieses Buch so gar nicht mehr zu den anderen Bänden der Reihe, allerdings gefällt mir die neue Gestaltung wesentlich besser als die alte und die Qualität von Papier und Bindung scheint sich auch verbessert zu haben.

Jeder Teil dieser Reihe ist durchaus auch einzeln lesbar, da die Handlung stets in sich abgeschlossen ist und die Autorin immer dezente Erklärungen für Neueinsteiger einstreut, die den Kenner jedoch nicht übermäßig nerven.
Mehr Spaß macht es aber natürlich die Bände in ihrer chronologischen Reihenfolge zu lesen und die Entwicklungen von allen Charakteren genau zu kennen!
Mit jedem weiteren Band erhöhen sich natürlich die Zahl der bekannten Protagonisten und die Komplexität des Weltenentwurfs.
So mag es für Neueinsteiger vielleicht doch oft etwas verwirrend sein, wenn einige Namen nur kurz erwähnt werden.

Der Band hält jedenfalls, was er verspricht.
Ich fühlte mich wieder sehr gut unterhalten!
Protagonistin ist diesmal die schusselige Promi-Nekromantin Jamie, die wir nun schon seit etlichen Bänden kennen.

Im letzten Band „Blut der Wölfin“ wurde Jaime angesprochen, ob sie nicht Interesse an einem Fernseh-Special mit einer Beschwörung Marilyn Monroes teilnehmen möchte.
Da eine eigene Fernsehshow als Spiritistin schon immer ihr Traum war, ergreift sie diese Chance als Sprungbrett nur zu gerne.
Dumm nur, dass Jaime als Nekromantin tatsächlich mit den Toten reden kann.
Das ist nämlich nicht so nützlich, wie man denken sollte, wenn man eine prominente Spiritistin ist!
Schon bald nach Beginn der Dreharbeiten beginnen auch schon die Probleme.
Jamie trifft auf ungewöhnliche Geister, die sie zwar berühren, aber nicht mit ihr sprechen können und jede Menge gewöhnlicher Geister, die sie zwar nicht berühren können, aber ganz dringend mit ihr sprechen möchten. Nach einer Live-Plauderstunde mit einem wirklichen Geist, wird Jaime schnell klar, dass sie auch noch Schwierigkeiten mit ihren Co-Stars und der Regisseurin bekommen wird. Intrigen sind schließlich nicht nur in der Welt der Paranormalen Gang und Gebe, sondern besonders auch in der glitzernden Hollywood-Welt.

Zum Glück kommt ihr bald Jeremy, der Anführer des Werwolfrudels, zur Hilfe in den sie schon seit Jahren verliebt ist. Und auch Eve, Jamies Geistkontakt zur Unterwelt taucht auf, als sich herausstellt, dass die ungewöhnlichen Geister Kinder sind, die einer Art Zwischenwelt feststecken.
So treffen wir also auf weitere alte Bekannte.
Aber auch neue, interessante Charaktere, wie die Halbdämonin Hope bringen Schwung in die Handlung.

Schließlich beginnt eine spannende Schnitzeljagd auf der Suche nach dem Mörder der Kinder und der Frage, wie sie in die Zwischenwelt geraten konnten.
Dabei verbindet Kelley Armstrong wie gewohnt Spannung, Dramatik und Humor gekonnt miteinander.
Romantisches Herzklopfen wird jeder Leser bekommen, wenn es endlich in der Beziehung von Jaime und Jeremy funkt. Zwar spielt die Liebesgeschichte zwischen den beiden nur eine kleine, untergeordnete Rolle, bietet aber dafür ein, zwei erotische Szenen, die die fieberhafte Suche nach den Tätern etwas auflockern.

Jaime ist eine sympathische Protagonistin, die sich in diesem Band erst allmählich über die zukünftige Richtung ihres Lebens entscheiden muss.
Ich habe mich sehr gefreut, dass wie sie diesmal besser kennen lernen durften und warte jetzt schon gespannt auf den nächsten Band!

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66 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

fantasy, dämonen, werwölfe, schattenwesen, http://www.wanderinsel.org/t1425f21-woman-of-the-otherworld-reihe-von-kelley-armstrong-interesse-7.html

Nacht der Dämonin

Kelley Armstrong , Christine Gaspard
Flexibler Einband: 508 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 07.07.2011
ISBN 9783426509159
Genre: Fantasy

Rezension:

Ein weiterer Roman der „Women of the Otherworld“-Reihe! Diese Ankündigung ließ mich jubeln!
Nachdem wir im letzten Roman (Lockruf der Toten) die interessante Journalistin und Halb-Dämonin Hope kennengelernt hatten, war ich auch schon sehr gespannt mehr von ihr zu hören.
Ihre eher problematische „Gabe“, die sie von ihrem berühmten dämonischen Vater geerbt hat, führt immer wieder zu großen Problemen, denn Hope spürt das Chaos.
Das ist zwar durchaus praktisch, wenn sie Ermittlungen für ihre Redaktion oder den paranormalen Rat anstellt, aber leider ist sie auch süchtig danach. Ihr menschlicher Teil ist freundlich und hilfsbereit, aber ihr dämonischer Teil liebt Verbrechen. Je schlimmer, desto besser. Das führte im Vorband bereits zu großen Problemen, so dass wir Leser gespannt sein konnten, wie sie mit ihrer Gabe zukünftig umgehen wird.

Obwohl man jeden Roman dieser Buchreihe unabhängig voneinander lesen kann, da jede Geschichte in sich abgeschlossen ist, fürchte ich gerade bei diesem Band jedoch, dass Neueinsteiger Probleme mit der Geschichte bekommen werden.
Obwohl sich die Autorin Mühe gibt, genug Informationen über ihre geschaffene Welt, samt Kabalen, Rat, Werwölfen und Dämonenproblemen zu geben, bezweifele ich, dass Neueinsteiger alles in voller Tragweite erfassen können.

Kenner der Reihe fürchten gleich zu Beginn Schreckliches, denn Benicio Cortez, der Anführer der Cortez-Kabale, bittet bzw. fordert Hopes Hilfe in einer halb kabaleninternen Angelegenheit.
So bleibt man als Fan der Reihe von Beginn an in gespannter Erwartungshaltung, auch wenn der Auftrag zunächst mit eher wenig Spannung losgeht.
Hope soll sich eine Gruppe junger paranormaler Menschen einschleusen, die sich von den Kabalen losgesagt haben.
Das schafft Hope zwar, aber die Geschichte beginnt dadurch eher verhalten. Es dauert einige Zeit bis Hope in die Gruppe aufgenommen wir und sich in sie integriert. Leider passiert währenddessen nicht viel. Obwohl man bereits das Schlimmste befürchtet, schafft die Autorin es diesmal einfach nicht die volle Aufmerksamkeit des Lesers zu fesseln. Auch mit Hope wurde ich nicht so recht warm, nur in ihren Szenen mit Karl kam ich ihr etwas näher.

Ab der Hälfte des Buchs zieht die Spannung jedoch kräftig an und das schon befürchtete Unheil nimmt seinen Lauf und nimmt wahrlich erschütternde Ausmaße an.
Da diese eben besonders die Cortez-Kabale betreffen, ist dies jedoch nicht nur Hopes Geschichte, sondern ganz besonders auch Lucas Geschichte.
Die Geschehnisse werden deshalb nicht nur von Hope erzählt, sondern die Perspektiven wechseln zwischen ihr und Lucas. Zur erleichternden Orientierung dient als Kapitelüberschrift jeweils der Name des jeweiligen Ich-Erzählers.

In der zweiten Hälfte des Buchs zeigt Kelley Armstrong also wieder was sie kann! Es wird spannend und hochdramatisch. Die Ereignisse überschlagen sich geradezu und mit jeder Seite enthüllen sich überraschende und immer komplexere Informationen. Es wird sogar eine Brücke zu früheren Romanen geschlagen, was die Geschehnisse rund und innerhalb des Armtrong-Universums glaubhaft macht..

Am Ende ist in der Cortez-Kabale nichts mehr wie vorher und wir dürfen wahrlich gespannt sein, wie das die Zukunft der Reihe beeinflussen wird!

Fazit:
Leider fällt es schwer, sich mit der Hauptprotagonistin zu identifizieren. Zusammen mit dem leider eher langweiligen Beginn, braucht man etwas Durchhaltevermögen bei diesem Roman. Ab der zweiten Hälfte wird man dafür jedoch belohnt und es erwartetet einen eine rasante und actionreiche Geschichte, für die man starke Nerven braucht.
Zwar ist „Nacht der Dämonin“ einer der schwächeren Romane in der „Women of the Otherworld“-Reihe, aber die Geschehnisse in diesem Buch werden sich wohl noch als ein Schlüsselereignis der Reihe erweisen.

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24 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

fantasy-serie, gestaltwandler

ARALORN - Der Verrat: Fantasy

Patricia Briggs
E-Buch Text: 369 Seiten
Erschienen bei Lübbe Digital, 16.11.2012
ISBN 9783838719283
Genre: Fantasy

Rezension:

Aralorn erreicht die Nachricht von Tod ihres Vaters. Der Löwe von Lammfeste ist plötzlich verstorben. Alleine macht sie sich auf den Weg zur Lammfeste, denn Wolf hat sich mal wieder von ihr zurückgezogen und ist seit Wochen verschwunden. In ihrem alten Zuhause muss sie jedoch feststellen, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Ihr Vater wurde Opfer von schwarzer Magie und die ist immer noch aktiv. Wer steckt dahinter?

Nachdem mir der erste Band um die Spionin und Gestaltwandlerin Aralorn und ihren Gefährten Wolf schon gut gefallen hat, musste natürlich Band zwei her!
Und wieder wurde ich nicht enttäuscht!

Die Handlung ist von Beginn an spannend und geheimnisvoll. Schon Aralorns Traum zu Beginn lässt Böses ahnen. Und bald wird klar, dass es hier um etwas sehr Persönliches geht, denn die Angriffe zielen direkt auf Aralorn und vor allem Wolf.
Ist Geoffrey ae `Magi doch nicht tot?
Insgesamt gibt es aber weniger Action und Spannung als im Vorband.

Abgesehen von dem der eigentlichen fantastischen Handlung lebt der Roman vor allem von der Beziehung zwischen Wolf und Aralorn. Und die sorgt oft für mehr Spannung als jeder Kampf!
In erster Linie ist dieser Roman also ein Liebesroman, auch wenn die Autorin auf Schwärmereien, Liebesszenen und jeden Kitsch verzichtet. Die Dynamik zwischen beiden ging mir aber wahrscheinlich deswegen besonders zu Herzen.
So ist die Charakterzeichnung in diesem Roman besonders wichtig.
Wolf schafft es immer noch nicht sich von seiner Vergangenheit zu lösen und neigt zu düsteren Stimmungen. Er kann sich nicht von seinem Selbsthass und seinem Hang zur Selbstzerstörung befreien. Abgesehen davon verliert er auch noch die Kontrolle über seine Magie und fürchtet immer mehr Aralorn in Gefahr zu bringen.
Aralorn ist jedoch -wie im ersten Band schon- eine erfrischende Heldin. Immer vernünftig, aber mitfühlend und absolut treu. Sie lässt nicht zu, dass Wolf sich von ihr entfernt und hält ihn fest. Ihr Hang zum Geschichtenerzählen und ihr Verständnis, auch für Menschen, die ihr keines entgegenbringen, macht sie noch sympathischer. Man muss beide einfach ins Herz schließen!

Interessant ist es, dass wir diesmal mehr von Aralorns Familie und Vergangenheit erfahren, von ihren Eltern, Geschwistern und anderen Verwandten. Endlich wird auch klar, wieso sich Aralorn wirklich von ihrer Familie (und auch von anderen Menschen) zurückgezogen hat, passte das doch eigentlich nicht zu ihrem warmherzigen Charakter. So muss sich nicht nur Wolf weiter mit seiner schwierigen Vergangenheit auseinandersetzen, auch Aralorn muss sich dem Vergangenen stellen.

Wer allerdings eine direkte Fortsetzung samt einem Treffen aller alten Charaktere erwartet, wird enttäucht werden. So taucht weder König Myr in der Handlung auf, noch Aralorns Vorgesetzter. Einzig der Magier Kisrah, der neue ae 'Magi ist bereits persönlich aus dem Vorgänger bekannt.

Neben der Liebesgeschichte gleicht die Handlung eher einem kleinen Krimi, denn die beiden Helden müssen richtiggehend ermitteln und Stück für Stück des Puzzels zusammensetzen, das letztlich zur Verfluchung von Aralorns Vater führte. Die Auflösung am Ende ist dann aber noch mal richtig temporeich, spannend und vor allem dramatisch.
Zwischendurch kommt jedoch der Humor auch nicht zu kurz, so dass man den Roman mit einem zufriedenen Gefühl verlassen kann.

Ich hoffe aber sehr, dass der Verlag sich auch der anderen Sianim-Bände annehmen wird, denn ein kleiner Cliffhanger am Ende verspricht Spannendes für die Zukunft!

Fazit: Eher ruhiger, aber dennoch spannender Fantasyroman, der sich hauptsächlich auf die Beziehung der beiden Hauptprotagonisten stützt. Wunderbare Unterhaltung!

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

ärzti, hobby, fremd, fassung, kraft

Die Drachenbraut

Kristina Günak
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei U-Line UG, 14.10.2012
ISBN 9783939239260
Genre: Fantasy

Rezension:

Die Ärztin Josefine besitzt die Gabe zu heilen und setzt diese auch täglich ein, um ihren Patienten zu helfen. Leider wird das vom magischen Rat gar nicht gerne gesehen und so bekommt sie immer wieder Ärger. Bei einer erneuten Anhörung, in der sie sich rechtfertigen muss, trifft sie auf den geheimnisvollen Valentin. Eine schicksalhafte Begegnung, vor allem da ein magischer Krieg droht…

Der neuste Roman von Kristina Günak führt uns weg von Hexen und Jaguaren der „Elionore- Brevent“-Romane, aber die Gestaltwandler und magischen Wesen müssen wir dennoch nicht ganz verlassen. In ihrem paranormalen Liebesroman „Die Drachenbraut“ tummeln sich etliche Wesen und ganz viel Magie!
Wer sich nicht den Spaß nehmen möchte und lieber selber spekuliert, sollte auf keinen Fall die offizielle Inhaltsangabe lesen! Hier wird meiner Ansicht nach schon viel zu viel verraten.

Wie schon die Bücher um die Hexe Eli liest sich das Buch fast von alleine. Der Stil ist flüssig und angenehm. Auch wenn hier mehr Wert auf die anbahnende Liebesbeziehung gelegt wird, als auf den Humor, so kommt auch dieser nicht zu kurz und einige Male musste ich breit grinsen. Es macht einfach Spaß dieses Buch zu lesen.

Sehr schön auch, dass Kristina Günak wieder Deutschland als Schauplatz gewählt hat und nicht wie viele ihrer deutschen Kollegen die USA.

Die meisten Charaktere schließt man sofort ins Herz.
Besonders Josefines unbefangene und mitfühlende Art muss man einfach mögen. Valentin dagegen hat es etwas schwerer. Als mächtiger Paranormaler hat er aber auch allen Grund mal arrogant sein zu dürfen!
Hauptsächlich angetan haben es mir aber zwei Nebencharaktere: Hornet und Valentins Ex-Frau Trinidad. Alleine, dass Valentin eine -auch noch sympathische- Ex-Frau haben durfte, finde ich schon äußerst erfrischend!

Natürlich ist schnell klar, dass Valentin und Josefine zusammengehören. Schließlich ist dies ein Liebesroman. Klar auch, dass ein Teil der Geschichte den obligatorischen Liebesszenen geopfert werden muss, was mich jedoch nicht stört.
Insgesamt ist mir die Handlung jedoch einen Tick zu geradlinig und vorhersehbar. Die Geschichte ist nicht sonderlich komplex und verzichtet nahezu komplett auf Nebenhandlungen.
Einige romantische Momente konnten mein Herz aber dennoch höher schlagen lassen! Vielleicht liegt es auch am hohen Tempo, denn die Handlung erstreckt sich nur über wenige Tage. Im Allgemeinen mag ich es lieber, wenn Beziehungen etwas länger reifen können.

Ich hätte auch gerne noch mehr Details erfahren, besonders rund um den spannenden Rest der Handlung. Denn hier wird nicht nur geliebt, sondern es geht um die Rettung der Welt!
Und das geht natürlich nicht unblutig ab! Die böse Seite fährt hier etliche interessante Geschütze auf (im wahrsten Sinn des Wortes!). Gerade aber, was die Dunkelalben und ihr Wirken angeht, fehlte es mir an Informationen. Mehr Erklärungen hätten dem Roman mehr Tiefe verleihen können. So wirkt alles ein wenig wie Beiwerk und es geht etwas an Potential verloren. Praktischerweise gibt es für jedes Problem gleich eine Lösung…

Etwas deplaziert wirkte dann auf mich auch die wahre Identität eines der Nebencharaktere. Sie scheint so gar keine Funktion in der Geschichte zu haben.
Als Beginn einer neuen Reihe hingegen würde ich mir das gefallen lassen! Gerne würde ich noch mehr über diese Welt lesen! Fortsetzungspotential gäbe es jedenfalls genug und eine Leserin wäre schon mal sicher!

Fazit: Romantischer paranormaler Liebesroman mit dem man viel Spaß haben kann und bei dem auch Spannung und Humor nicht zu kurz kommen, der aber auch ein paar kleine Schwächen hat. Mehr Seiten hätten den Roman noch besser machen können.
Ich hoffe aber stark auf eine Fortsetzung, auch wenn die Geschichte in sich abgeschlossen ist!

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