KirstenKlein

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sekte, frauenschicksale, rituale, karin jäckel, isis

Isis, die Fürstin der Nacht

Karin Jäckel
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.04.2003
ISBN 9783404615216
Genre: Biografien

Rezension:

Vor einiger Zeit bekam ich dieses Buch von einer Freundin geschenkt und las es mit großem Interesse.

Karin Jäckel erzählt darin die Geschichte einer jungen Frau, die in eine Satanssekte hineingeboren wurde und darin aufgewuchs. Aus Angst vor erneuten Übergriffen, bleibt sie anonym.

Als Tochter der Hohen Priesterin und des Hohen Priesters, ist Isis schon vor ihrer Geburt dazu auserkoren, Satan geweiht zu werden. Für das Mädchen beginnt ein Leidensweg mit unvorstellbar qualvollen Ritualen, die sie auf ihre spätere Rolle als Fürstin der Nacht vorbereiten sollen.

Tagsüber führt Isis ein augenscheinlich normales Leben. Dass ihre labile Konstitution durch körperliche und seelische Folter bedingt ist, kann sie niemandem sagen. Denn immer wieder wird ihr nachhaltig eingebläut, sie würde dafür mit dem Tod bestraft.

Ein erster Versuch, aus diesem Teufelskreis auszubrechen, scheitert – mit dramatischen Folgen. Die seinerzeit Neunjährige muss erfahren, dass selbst die Polizei, die sie aufgreift, ihr nicht glaubt, welche Höllenqualen sie durchmacht. Schließlich gehören angesehene Bürger zu ihrer Familie, die einen praktisch unangreifbaren Einflussreichtum besitzt. Dieser ermöglicht ihr, ein weites Netzwerk zu spinnen, aus dem es kein Entrinnen gibt – eine geradezu kafkaeske Situation.

Erst, als sie sich mit fünfzehn, im Rahmen einer Lehre, in einen jungen Mann verliebt und von ihm schwanger wird, findet Isis erneut den Mut, sich über die Gebote der Sekte hinwegzusetzen. Antriebsfeder dazu ist ihr noch ungeborenes Kind, das von der Familie bereits verplant wird. Ihm will sie ein vergleichbares Schicksal unter allen Umständen ersparen.

Das Buch sprach mich sehr an, auch weil ich mich vor einigen Jahren intensiv mit dieser Thematik auseinandergesetzt habe, für Recherchen zu meinem historischen Roman über Kinderhexenprozesse: "Teufelsbrut – Die Kinderhexen von Bärenbrück"

Leider wird der Glaube an Teufel und Hexen bis heute immer noch instrumentalisiert, z. B. um sadistische Neigungen auszuleben. Ohne therapeutische Behandlung werden Kinder, die Misshandlungen und/oder sexuellen Missbrauch am eigenen Leib erfahren müssen, später oft zu Tätern.

Karin Jäckel schlüpft überzeugend in Isis' Haut und erzählt deren Geschichte sehr eindrucksvoll und spannend, zuweilen bis an die Grenze des Erträglichen. Man könnte fast glauben, sie hätte alles selbst erlebt. Insbesondere, dass es einer Sekte möglich ist, innerhalb der "normalen" menschlichen Gesellschaft unbemerkt einen solchen Satanskult zu betreiben, finde ich überaus erschreckend.

Es versteht sich von selbst, dass Isis ihr Leben nur durch eine intensive therapeutische Begleitung bewältigen kann. Dazu gehört natürlich u. a. die Aufarbeitung ihrer Beziehung zu den Eltern. Allerdings hat es mich schon ein bisschen überrascht, dass sie als Erwachsene freiwillig direkten Kontakt zu ihnen hielt. Und das, obwohl doch nach wie vor das Damoklesschwert der Rache über ihr schwebt.

Isis konfrontierte die Mutter mit Fragen und besuchte den Vater im Seniorenheim, fuhr ihn im Rollstuhl spazieren. Sicher, seine beginnende Demenz mochte ihm einen Großteil der einstigen Bedrohlichkeit genommen haben, aber das reicht mir als Erklärung nicht aus.

Auch, dass das immer wieder massiv sexuell missbrauchte Mädchen sich mit fünfzehn aus freien Stücken auf eine intime Beziehung einlassen konnte, erscheint mir schwer nachvollziehbar – zumal sie damals noch nicht therapeutisch betreut wurde.

Nichtsdestotrotz ist "Isis, die Fürstin der Nacht" ein lesenswertes und aufschlussreiches Buch. Abschließend möchte ich noch anmerken, dass ich das Nachwort mit den fachlichen Erläuterungen sehr hilfreich finde.

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strom, des, immels, japan, schicksale, atombombe

Strom des Himmels

Hanna L. Noack
Buch: 360 Seiten
Erschienen bei VAT Verlag, 02.09.2013
ISBN 9783955180058
Genre: Romane

Rezension:

Im Mittelpunkt von Hanna-Laura Noacks Erstling „Strom des Himmels“ stehen die 32jährige Psychologin Alice Amberg und ihre Mutter Teresa, die sich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg als Krankenschwester in Hiroshima um Opfer des Atombombenabwurfs kümmert und dabei in den charismatischen, aber durch Kriegseinsätze in China schwer traumatisierten Pressefotografen Tadashi Yamamoto verliebt.

Bevor Teresa, seit Jahrzehnten wieder in Deutschland und mit einem anderen Mann verheiratet, eine Gelegenheit findet, mit ihrer Tochter über ihre schmerzlichen Erinnerungen und die Gründe für die Trennung von Tadashi zu reden, verunglücken sie und ihr Mann tödlich.

Zutiefst davon betroffen, nimmt Alice 1978 eine Einladung von in Tokio lebenden Freunden an, nicht zuletzt, um auf den Spuren ihrer Mutter zu wandeln, ehe die Zeit darüber hinweggehen und sie völlig verwischen kann.

Dabei erfährt die junge Frau Aufschlussreiches über Teresa und wird darüber hinaus mit schockierenden Erkenntnissen über das Schicksal Yamamotos, dessen Schwester Etsuko und anderer Strahlenopfer konfrontiert.


Der Prolog zeigt Einblicke in das Leben einiger Menschen in Hiroshima und endet kurz vor dem Abwurf der Atombombe, erzeugt Betroffenheit und Neugier.

Nach einem Zeitsprung ins Deutschland des Jahres 1978 reist der Leser mit Alice Amberg nach Japan und infolgedessen in eine spannende und schicksalsreiche Vergangenheit. Damit einhergehende, zuweilen geradezu skurril anmutende Begegnungen und Ereignisse, mitbedingt durch die seinerzeit in Japan vorherrschende Mentalität, meistert Alice durch psychologisches Gespür und Einfühlungsvermögen sowie ihren ausgeprägten Sinn für Humor, selbst in unangenehmsten Situationen.

All das, zudem eine Attacke Amors mitten in ihr Herz, macht Hanna-Laura Noacks Hauptprotagonistin zu einer überaus sympathischen „Reiseführerin“ und so manch aufgedecktes, erschütterndes Geheimnis für die „Mitreisenden“ erträglicher.

Ebenso liebevoll wie glaubwürdig gezeichnet, kommen dem Leser auch die übrigen Figuren sehr nahe im weiteren Handlungsverlauf, der anschaulich geschildert wird und immer wieder in andere Zeiten und Perspektiven wechselt, gekonnt ineinander verwoben, mit teils überraschenden Wendungen.

Alles in allem ist „Strom des Himmels“ ein gelungenes Debüt – lesenswert und darüber hinaus aufklärend und bildend.


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Tags: atombombe, hiroshim, schicksale, traumata   (4)
 

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das sonne-mond-kind, mond, melanie klein, hass, sommer

Die Welt der 4 Jahreszeiten

Melanie Klein
Flexibler Einband: 454 Seiten
Erschienen bei Burg Verlag, 28.11.2013
ISBN 9783944370088
Genre: Fantasy

Rezension:

Nach einem vielversprechenden Prolog gelingt es Melanie Kleins 21jähriger Protagonistin Fenja, den Leser schon auf den ersten Seiten in ihr Leben hineinzuziehen – den elterlichen Blumenladen in Seattle, worin sie seit kurzem arbeitet, ihre Wohnung im Wolkenkratzer, die Bar, in der sie sich mit Freunden aus der Highschool trifft...

Fenja liebt ihr Leben auf der Erde, doch nach einigen merkwürdigen Begebenheiten und Begegnungen wird sie durch einen Blitzschlag in die Welt der 4 Jahreszeiten katapultiert. Im Sommerland erfährt sie, wer sie wirklich ist, nämlich das Sonne-Mond-Kind, welches bei der nächsten Mondfinsternis die Welt der 4 Jahreszeiten vor dem bösen Magier Sky retten soll.

Zu dumm nur, dass Fenja dazu durch die Hand des Sommerlandkönigs Sisar sterben müsste – ein Opfer, zu dem sie trotz ihrer Liebe zu ihm nicht bereit ist.

Ob ihr die Flucht zum Weltenportal gelingt, von wo aus sie vielleicht zurück nach Seattle käme, erfährt der Leser allerdings frühestens im zweiten Teil der Trilogie.

Melanie Klein lässt ihre Protagonistin flott erzählen und alles sehr ausführlich schildern. Wohl teils bedingt durch Fenjas häufigen sowie überaus raschen Stimmungswandel, agiert und reagiert sie oft außergewöhnlich heftig und impulsiv, in manchen Situationen etwas widersprüchlich. Ansatzweise lässt ihr Verhalten an Züge eines Borderline-Syndroms denken.

Zuweilen erinnert sie mich an einen oberflächlich ruhenden Vulkan, in dessen Inneren es mächtig brodelt. Das mag allerdings durch jene dunkle Magie mitbegründet sein, die in ihr schlummert. Bei all dem ist natürlich zu beachten, dass Fenja mit ihren 21 Jahren noch keine ausgereifte Persönlichkeit besitzt.

Von Sisars äußerer Erscheinung kann sich der Leser aus Fenjas Perspektive ein recht klares Bild machen. Ansonsten fand ich ihn relativ schwer durchschaubar. Gelegentlich verschweigt er Fenja wichtige Ereignisse oder klärt sie erst (zu) spät darüber auf – um sie zu schonen, zu beschwichtigen und gefügiger zu machen?

Sie jedenfalls fühlt sich angelogen, manchmal regelrecht getäuscht. Das Vertrauen zwischen den beiden ist noch ein sehr zartes Pflänzchen.

Wird Sisar im Ernstfall tatsächlich die Frau, die er liebt (wie er zumindest behauptet) seinem Königreich opfern? Dass er hart durchgreifen kann, sobald er es für nötig erachtet, muss Fenja erkennen, als er zwei Gefolgsmänner von Sky hinrichten lässt.

Melanie Kleins Idee, die Liebe zweier Menschen zueinander durch einen schier unlösbaren Konflikt dergestalt auf die Probe zu stellen, gefällt mir besonders gut an dem Roman.

In der Mitte droht die anfänglich aufgebaute Spannung sich zwar etwas zu verlieren. Dann aber, spätestens mit Fenjas Flucht aus dem Sommerland, zieht die Handlung wieder an und bleibt fesselnd bis zuletzt.

Fazit: „Die Welt der 4 Jahreszeiten – Das Sonne-Mond-Kind“ ist ein in schillernden Farben erzählter Fantasy-Roman mit stimmigem Plot und originellen Details.

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Tags: frühling, herbst, mond, sommer, sonne, winter   (6)
 

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portsmouth, england, historischer roman, schiffsbau, pest

Das Haus Gottes

Charlotte Lyne
Flexibler Einband: 701 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 02.05.2009
ISBN 9783499249181
Genre: Historische Romane

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