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gesine cordes, krimi, bestatter, friedhofsgärtnerin, hannes

Wildeule

Annette Wieners
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.08.2017
ISBN 9783548612591
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Die ehemalige Kriminalkommissarin Gesine Cordes, die sich vor Jahren nach dem Tod ihres kleinen Sohnes aus ihrem alten Leben zurückgezogen hat, arbeitet seither als Friedhofsgärtnerin. Ihr Leben, das immer noch vom Tod ihres einzigen Kindes überschattet ist, spielt sich in geordneten Bahnen ab, bei dem sie nur wenige Bezugspersonen begleiten. Ihr bester Freund Hannes, ein Bestattungsunternehmer, der Bauer Josef, auf dessen Hof sie einen Wohnwagen bewohnt und ihre beiden kleinen Nichten Frida und Marta. Dieses überschaubare Leben bekommt plötzlich einen Riss, als Gesine bei einer Beerdigung bemerkt, dass der Sarg nicht richtig geschlossen ist. Und dann liegt im Sarg nicht der richtige Leichnam, sondern ein Bestattungsunternehmer -  der größte Konkurrent ihres besten Freunds Hannes. Ausgerechnet der gerät bald in Verdacht und Gesine beginnt zu ermitteln, um ihrem Freund zu helfen, doch auch ihr kommen nach und nach Zweifel.


Der Autorin gelingt es ganz wunderbar nicht nur die Figuren mit leichter Hand zu zeichnen, sondern ohne Pathos auch ein Bild von den Seelenzuständen zu zeigen. So bleibt keine Handlung unerklärlich und man fühlt nicht nur mit den Protagonisten, sondern letztlich mit allen Figuren mit. Dabei hält sie die Spannung bis zum Schluss und der Leser rätselt aufgrund geschickt gelegter Spuren wer der Mörder ist und wie sich alles zusammenfügt. Und es fügt sich zusammen, elegant, aber ohne Übertreibungen und vor allem völlig frei von Kitsch.


Besonders gut gefällt mir die sehr schöne und bildhafte Sprache der Autorin. Sätze wie "Sein Schnurrbart zuckte unter der Nase, wie ein Tier" oder "Der dunkle Mantel hing an ihm herab, wie die Flughaut einer Fledermaus" bereiten mir persönlich ein sinnliches Vergnügen, von dem ich noch lange nach der Lektüre zehren kann.


Das Buch ist außerdem hübsch mit Zeichnungen von Pflanzen illustriert, über deren Giftigkeit man nebenbei auch noch so einiges erfährt. Ich persönlich interessiere mich jetzt nicht so für Pflanzen, aber die kurzen Passagen, Einblicke in Gesines Notizbuch, geben dem Buch noch einmal etwas ganz Besonderes. 


Fazit: Ich habe das Buch an einem Tag von der ersten bis zur letzten Seite gelesen, was mir selten passiert. Hin und wieder waren mir die Landschaftsbeschreibungen ein klein wenig zu lang, aber das ist sicherlich Geschmacksache und das einzige, was ich zu bemängeln habe.
Eine ganz klare Kaufempfehlung. Ein Muss, für jeden Krimi-Fan. Ich habe mir den Vorgängerband schon bestellt und bin fast ein wenig süchtig geworden nach der etwas sperrigen Gesine Cordes.
        

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Tags: interessante figuren, krim, schöne sprach, spannung   (4)
 

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krimi, regionalkrimi, heimatkrimi, mord, spannend

Teufelstritt

Ursula Hahnenberg
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.06.2016
ISBN 9783442484157
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Julia, eine junge Försterin kehrt mit ihrem kleinen Sohn und ihrer Großmutter nach vielen Jahren in ihren Heimatort zurück. Als ihr Chef ermordet wird, scheinen die Dorfbewohner davon überzeugt zu sein, dass sie die Mörderin ist. Selbst der Pfarrer denunziert sie bei der Polizei. Schnell entwickelt sich der Fall auch zu einer Reise in Julia's eigene Vergangenheit. Hatte ihr Chef etwas mit dem Tod ihrer Eltern zu tun? Und dann geschieht auch noch ein zweiter Mord und Julia und ihre Familie geraten in tödliche Gefahr.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Buch liest sich hervorragend, es ist eine wunderbar leichte Urlaubslektüre und es weiß zu fesseln. Gerade zum Schluss wird es richtig dramatisch und es kommt zu einigen überraschenden Wendungen. 

Allerdings hat das Buch auch ein paar Schwächen, was die Verhaltensweisen der Protagonistin betrifft oder die Zufälle, die den Fall schließlich auflösen. Wenn man keinen hochkomplizierten Thriller erwartet, muss das nicht unbedingt stören, aber ein klein wenig unbefriedigend ist es doch.

Trotzdem würde ich das Buch als leichte Spannungslektüre empfehlen. Personen und Gegend sind liebevoll beschrieben und ab der Mitte bekommt die Geschichte ausreichend Tempo, dass man das Buch nur ungern weglegen möchte.

Kurzum: Für den ersten Band (ich nehme an es sollen noch weitere folgen) kein schlechter Einstieg. Wir können also gespannt sein, was Julia im Ebersberger Forst noch alles erleben wird.

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Tags: krimi, regionalkrimi, regionalkrimi bayern, teufelstritt   (4)
 
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