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kolumbien, waffenhandel, schutzgelderpressung, mord, krimi

Friedensengel

Marion Feldhausen
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 18.03.2013
ISBN 9783442378463
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Erik Alvermann, Kriminalkommissar und Akkordeonist, ist uns aus dem Roman „Himmelskinder“ der Autorin bekann. Nun ermitteln er und seine Kollegen in Karlsbach, unschwer am Niederrhein zu verorten, wegen Schutzgelderpressung. Ein Mord scheint damit im Zusammenhang zu stehen, aber überraschend öffnet und weitet sich die Perspektive. Irgendwie ist wohl ein weltweit agierender Karlsbacher Waffenproduzent mit im Spiel. Die Spur führt aus der Chefetage nach Kolumbien. Illegale Waffenexporte? Mit denen die Paramilitärs gefüttert werden? Das fragt sich David van Treek, Journalist der seltenen Art. Ein Ermittler auch er. Er nimmt den Leser mit an die Schauplätze des Geschehens. Dort geht es anders zu als im befriedeten Mitteleuropa. Einerseits, und andererseits doch wieder nicht. Das merkt van Treek nach seiner Flucht zurück.
Die geografische Distanz zwischen Kolumbien und Karlsbach ist eine Art optischer Täuschung. So erfährt es auch Erik Alvermann.

Mit großer Sachkenntnis, mit Einfühlung, mit Blick für die Menschen und nicht zuletzt mit hohem Sprachvermögen gestaltet die Autorin ein schwieriges Thema. An keiner Stelle verliert der Leser den Überblick über Schauplätze und Handlung, verliert er den Kontakt zu den Figuren. Und eins ist ganz besonders zu schätzen: Marion Feldhausen schließt sich, wie bereits an den „Himmelskindern“ zu erkennen, entschieden nicht der grassierenden Plage an, durch eine weitere Drehung der offenbar für besonders marktgängig gehaltenen Spirale des Grauens zu einem kurzen Erfolg zu kommen, den die mit dem nächsten Roman oder vom nächsten Schreiber betriebene nächsthöhere Eskalationsstufe dann doch nur wieder in den Schatten stellen würde. Es werden  keine hoch elaborierten Torturen praktiziert, das Panoptikum der seltenen Psychopathologien eines Heeres von Serientätern (deren zahlreiche virtuelle Existenz nach den realen, unterm Strich ziemlich einfältigen Leserfantasien fragen lässt) wird von ihr nicht angereichert. Sie bleibt bei der Lebenswirklichkeit. Das genügt für einen guten Roman, wenn man schreiben kann.

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