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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

freundschaft, identität, generation praktikum, realistisch, debüt

Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten

Kristina Pfister
Fester Einband: 253 Seiten
Erschienen bei Tropen, 11.02.2017
ISBN 9783608501599
Genre: Romane

Rezension:

In dem Buch "Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten" sehe ich weniger einen Spiegel der Generation, sondern viel mehr den Versuch zu erklären, wie es sich anfühlt in eine Antriebsstörung zu rutschen und wieder herauszufinden. Die Protagonistin Annika ist in meinen Augen eine junge Frau, die sich mit dem Druck etwas zu erleben, ihre Jugend zu genießen und auszunutzen, überfordert fühlt. Durch ihre Umgebung wird sie immer wieder mit Leuten konfrontiert, die es "richtig machen", ins Ausland gehen, das Leben genießen. So anscheinend auch Marie Luise, ihre Nachbarin, die Annika durch ihr Fenster beim Party machen beobachtet. Doch beim Kennenlernen offenbart sich, das ihre neue Freundin keinesfalls so lebenslustig ist, wie sie aus der Ferne wirkt. Auch sie trägt eine Leere in sich, die teilweise durch eine dunklere Färbung ihrer Stimme zum Ausdruck kommt, dann jedoch schnell wieder durch idealisierte Vorstellungen des Lebens überdeckt wird, die Marie Luise aus Büchern und Filmen bezieht und immer wieder versucht zu erreichen. Annika hingegen versucht es nicht mal und als sie gegen Ende des Romans tatsächlich in "buchwürdige" Situationen gerät, wahrt sie stets eine ungläubige Distanz. Wie die Protagonistin aus Sylvia Plaths "Die Glasglocke" kann sie keine der unzähligen Möglichkeiten, die vor ihr liegen, ergreifen und versinkt in einem inneren Sumpf. Erst Marie Luise gelingt es, sie abzufangen und zu animieren, wieder am Leben teilzunehmen.
Die Leere, Langweile und Antriebslosigkeit, die in anderen Rezensionen kritisiert wurden, machen dieses Buch in meinen Augen zu einem wunderbaren Ausdruck für eine Depression ohne direkten Auslöser, ohne das die Erkrankung jemals explizit genannt wird. Besonders fasziniert hat mich, wie bereits erwähnt, gegen Ende des Romans die Beschreibung der bunteren Szenen, die an eine Sommeridylle erinnern, von Annika aber dennoch nicht als solche wahrgenommen werden können. Obwohl sie sich stabilisiert, bleibt die Leere in ihr bestehen.

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(38)

65 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

liebe, tod, philosophie, leben, trauer

Leben ist auch keine Lösung

Lia Hills , Simone Wiemken
Flexibler Einband: 221 Seiten
Erschienen bei script5, 01.01.2010
ISBN 9783839001165
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Leben ist auch keine Lösung" war für mich ein glücklicher Zufallstreffer, auf den ich durch den ungewöhnlichen Titel aufmerksam wurde. Entgegen meiner Befürchtungen war die Grundstimung des Romans nicht so düster und belastend wie die Thematik vermuten lässt. Zwar spürt man die Verzweiflung des Protagonisten deutlich, doch immer wieder kommen auch positive Gefühle auf, die durch die realitätsnahen Beschreibungen einiger Situationen zu einem Mischwerk aus Unterhaltung und philosophischen Ansätzen beitragen. Letztere traten in Form von Zitaten, Fragen und Gesprächen auf. Einige Philosophen waren mir schon aus dem Ethikunterricht bekannt und es war natürlich toll, ihre Äußerungen mal von einem anderen Blickwinkel aus nachzuvollziehen, doch die wahren Schätze des Romans verbargen sich für mich in unscheinbaren Nebensätzen, von denen einige mich wirklich umgehauen haben. Darum habe ich das Buch auch bewusst in mehreren Teilen gelesen, ich wollte es immer wieder aus der Hand legen um das Gelesene sacken zu lassen. Stellt man sich auf einen klassischen Roman ein, wird man vermutlich von der kaum vorhandenen Spannungslinie und der doch sehr einseitigen Handlung enttäuscht, doch lässt man sich tatsächlich auf die Überlegungen von Will ein, kann man die Lektüre wirklich genießen. Obwohl sie eigentlich sehr leicht und schnell zu lesen ist und viele Gedanken nur angedeutet werden, kann Lia Hills Jugendroman zum Nachdenken anregen und tut beim Lesen teilweise fast weh. Die Romanfiguren wirken alle sehr authentisch und ihre Handlungen sind immer nachvollziehbar, wodurch das Gefühl entsteht, jeder von uns könne von heute auf morgen in diese Situation geraten. Das entspricht genauso der Realität, wie die Reaktionen der Mitmenschen auf Wills Verlust. Besonders gefallen hat mir zudem, dass die schlechten Seiten und Fehler des Protagonisten nicht ausgeklammert oder übermäßig bewertet werden, sondern genauso schonungslos dargestellt sind wie der Rest der Geschichte. Durch die eingestreuten Erinnerungsfetzen gewinnt man zudem ein gutes Bilde der Mutter, als auch ein besseres Verständnis der Beziehung zwischen den Brüdern. Zudem begreift man, dass Will sich nicht erst seit dem Tod der Mutter Gedanken macht, sondern schon immer Veranlagungen dazu hatte. "Leben ist auch keine Lösung" ist ein Glücksgriff gewesen, obwohl ich leider nicht glaube, dass es mich nachhaltig beeinflussen wird.

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(2.641)

3.886 Bibliotheken, 78 Leser, 6 Gruppen, 301 Rezensionen

selbstmord, jay asher, jugendbuch, mobbing, tote mädchen lügen nicht

Tote Mädchen lügen nicht

Jay Asher , Knut Krüger
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei cbt, 08.10.2012
ISBN 9783570308431
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Da die Netflixserie so erfolgreich ist, habe ich mich endlich dazu entschlossen, das Buch zu lesen. Leider hat es sich als absolute Enttäuschung entpuppt. Hannahs Erlebnisse wirken zusammenhangslos und erinnern an schlechte Clichés. An keiner Stelle des Buches hatte ich das Gefühl nachvollziehen zu können, was Hannah denkt und eigentlich hatte ich nicht den Eindruck, dass sie sich überhaupt Gedanken macht. Ihre Gefühle, die ja letztendlich zum Suizid geführt haben sollen, wurden meiner Meinung nach nicht ausreichend entwickelt und wirkten extrem unglaubwürdig, da sie nur oberflächlich mit den üblichen Floskeln beschrieben wurden. Claus Reaktionen auf die Kassetten und seine Einwürfe, während Hannah erzählt, sind so lächerlich, dass ich teilweise laut auflachen musste. Auch die "schuldigen" Mitschüler wirken extrem unrealistisch und flach. So entsteht bei mir der Gesamteindruck eines lächerlichen Comics mit ernstem Thema, das allerdings in kleinster Weise verstanden und dementsprechend auch nicht umgesetzt werden konnte. Ich kann den Hype überhaupt nicht nachvollziehen!

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