Kleine_Madame

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polyamore beziehung, tiefgründig, offen, schonungslos, krankheit

Nicht genug

Katrin Bischof
Flexibler Einband: 268 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 27.05.2016
ISBN 9783844819892
Genre: Romane

Rezension:

 

Der Roman erzählt die Geschichte der Liebe zwischen Gesa und Erik. Es ist eine leidenschaftliche, fieberhafte Liebe, die nicht lange fackelt, denn sie entsteht vor dem Hintergrund seiner schweren Krankheit, und beiden ist klar, dass ihre Zeit begrenzt sein wird. Hoffnungslos, könnte man sagen. Und doch ist diese Liebe für beide so etwas wie eine Rettung, ein unverhoffter Ausweg, das fehlende Puzzlestück in ihrem Leben. Es gibt keinen „Grund“ für diese Liebe. Sie ist nicht „vernünftig“, alles andere als das. Sie ist einfach, und beide nehmen sie an, ohne zu zögern. Von Anfang an ist klar, dass es für sie niemals „genug“ sein kann. Das ist schön – und traurig.

Es ist schön, zu sehen, dass die drei Hauptfiguren – Gesa, Erik und Joke – den Mut haben, in dieser Situation neue, „polyamore“ Wege zu beschreiten, und dabei durchaus Ansätze zu Größe und Selbstlosigkeit zeigen. Man würde ihnen wünschen, dass sie es hinbekommen, zu dritt. Mit echter Freundschaft, offener Kommunikation und Kooperation. Aber unter der Wucht des Schicksalsschlages, der Erik bald darauf trifft, ziehen sie sich auf sich selbst zurück (Erik) und reagieren mit kindlicher Eifersucht und Verteidigung von Besitzansprüchen (vor allem Joke). Dieses Scheitern miterleben zu müssen ist traurig.

Eigentliches Thema des Romans ist der Umgang mit dem fortschreitenden körperlichen Verfall, letztendlich die Verdrängung der Möglichkeit des nahenden Todes. Das Unaussprechliche darf nicht ausgesprochen werden, der Kranke, Erik, muss die Fassade aufrechterhalten, seine Ängste bei sich behalten, um die anderen nicht zu belasten, die er mittragen muss. Gesa wäre diejenige, die ihn mittragen könnte. Aber er kann sich ihr nicht öffnen. Auch hier wieder liegen das Schöne und das Traurige so dicht beieinander.

Mich hat die Atmosphäre von „Nicht genug“ gepackt. Ich mag die realistischen, niemals auf billige Effekte abzielenden Darstellungen, die „amour fou“ zwischen Gesa und Erik, die sich am Ende dann doch noch als „wahre Liebe“ herausstellt, den souveränen Stil und die facettenreiche Sprache. Und nicht zuletzt ist auch das Hauptthema des Romans ein wichtiges, uns früher oder später alle betreffendes.

 

 

 

 

 

 

 



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