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Bone Rider: (Deutsch)

J. Fally
E-Buch Text: 376 Seiten
Erschienen bei Dreamspinner Press, 20.12.2016
ISBN 9781634776455
Genre: Sonstiges

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schwul, gay

Sein schönster Sommer: Anthologie

J. Walther , Elisa Schwarz , Paul Senftenberg , Dima von Seelenburg
E-Buch Text: 348 Seiten
Erschienen bei HJW, 31.05.2017
ISBN B0723FFX5L
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt:
Sommer – was gibt es schöneres, als die heiße Jahreszeit mit einer queeren Anthologie zu würdigen und die Atmosphäre von Hitze, Sonne, Strand und Meer mir verschiedenen Kurzgeschichten einzufangen. Sei es nun die erste Liebe oder lockere Urlaubsflirts, leicht fantastisch angehauchte Geschichten oder solche, die zum Nachdenken anregen – der Herausgeberin ist eine tolle Sammlung gelungen. Folgende Geschichten und Autoren sind vertreten:

Elisa Schwarz – Sommer am See
Levi Frost – Zwei in einem Boot
Justin C. Skylark – Zwei Zelte
Kai Brodersen – Sein schönster Sommer
Lena M. Brand – Wenn er tanzen will
J. Walther – Der Garten
Björn Petrov – Bloody summer
Dima von Seelenburg – Sommer 96
Carmilla DeWinter – Treffpunkt Siegessäule
Paul Senftenberg – Lakeview Summer

Eigene Meinung:
Die Anthologie „Sein schönster Sommer“ erschien im Eigenverlag und wurde von Jana Walther herausgegeben, die ebenfalls mit einer Geschichte vertreten ist. Die Beiträge sind so unterschiedlich wie ein bunter Blumenstrauß, wenngleich in den meisten Kurzgeschichten zumeist junge Männer vertreten sind, die sich zum ersten Mal verlieben oder ihre Gefühle für einen anderen Jungen/Männer entdecken. Nichtsdestotrotz erwartet den Leser nicht nur lockerleichte Sommerlektüre, von der man sich berieseln lassen kann, sondern durchaus auch schwere Kost, die zum Nachdenken anregt. Bestes Beispiel dafür ist die titelgebende Geschichte von Kai Brodersen, die auf einer Krebsstation spielt und zwei Männer begleitet, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Interessant und definitiv anders ist auch „Bloody summer“ von Björn Petrov, der sich der Thematik Sommer mit einer Sci-Fi-Geschichte annimmt und etwas ganz anderes bietet – insbesondere da der Begriff Sommer sowohl den Protagonisten als auch dem Leser nur wenig Positives bereithält. Auch „Lakeview Summer“ von Paul Senftenberg fällt aus dem Rahmen, ist es stilistisch doch eher an ein Drehbuch angelehnt, als eine Geschichte. Bei diesem Beitrag kann man geteilter Meinung sein, denn so ganz passt dieser nicht zu den übrigen Kurzgeschichten im Buch.

Nichtsdestotrotz bietet die Anthologie eine schöne Mischung, die für jeden Leser etwas bereithält – dramatische Texte mit ernstem, schweren Inhalt wechseln sich mit lockerleichten Kurzgeschichten ab, die sich eher dem Thema Sommer im klassisch angenehmen Sinne – Sonne, Strand, Meer, Liebe – widmen. Dabei wird es glücklicherweise nie kitschig oder übertrieben romantisch – die Autoren vermeiden Klischees und bleiben durchweg realistisch. Wer also die üblichen Gay Romance Geschichten sucht, wird mit „Sein schönster Sommer“ nicht ganz glücklich werden, denn dafür bleiben die Autoren zu sehr im realistischen Bereich. Auch übermäßig Erotik findet man nicht, was positiv ins Gewicht fällt.

Stilistisch bietet sich dem Leser eine breite Palette unterschiedlicher Schreibstile – insgesamt versteht jeder Autor sein Handwerk und weiß, wie er seine Figuren und Geschichten in Szene setzt. Es gibt keinen Beitrag, der unstimmig wirkt oder durch eine Unmenge Fehler besticht, im Gegenteil. Man merkt, dass jede Geschichte lektoriert und Korrektur gelesen wurde, so dass es Spaß macht die verschiedenen Kurzgeschichten zu lesen und in die Handlungen einzutauchen. Hin und wieder hätte man sich mehr gewünscht, insbesondere bei den Beiträgen, die relativ offen enden und wo noch nicht alle Fragen beantwortet wurden. Hier hofft man ein wenig auf eine Fortsetzung, denn bei einigen Beiträgen ist Potenzial für mehr vorhanden.

Fazit:
„Sein schönster Sommer“ ist eine wunderschöne Anthologie, die lesenswerte und gut ausgearbeitete Beiträge zum Thema Sommer enthält und wenig auf die typischen Stereotypen gibt. Jana Walther hat tolle Autoren für die Kurzgeschichtensammlung gewinnen können und bietet sowohl lockerleichte als auch schwergängige Texte, die glücklicherweise fernab von Klischees und Kitsch angesiedelt sind. Sicherlich können nicht alle Texte überzeugen, doch die Mischung macht’s – wer neue Autoren kennenlernen will oder den Sommer (gleich zu welcher Jahreszeit) genießen möchte, sollte unbedingt zugreifen.

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Broken Pieces - Zerbrochen

Riley Hart
E-Buch Text: 364 Seiten
Erschienen bei Sieben Verlag, 01.05.2017
ISBN 9783864436819
Genre: Erotische Literatur

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fangirl, jugendbuch, rainbow rowell, fanfiction, college

Fangirl

Rainbow Rowell , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 24.07.2017
ISBN 9783446257009
Genre: Jugendbuch

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Die Anderen 3

Chris P. Rolls
Flexibler Einband
Erschienen bei Main Verlag, 24.11.2017
ISBN 9783959491723
Genre: Romane

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Die Anderen 2: Das Erbe erwacht

Chris P. Rolls
Flexibler Einband
Erschienen bei Main Verlag, 15.02.2017
ISBN 9783959491143
Genre: Romane

Rezension:

Story:
Finns Herz ist gebrochen. Seine große Liebe Dave hat ihn verlassen und zu allem Überfluss hat auch der Dämon bekommen was er wollte – eine leidenschaftliche Nacht mit dem jungen Studenten. Nur mühsam kämpft sich Finn zurück ins Leben, und bekommt gar nicht mit, dass ein uraltes Erbe in ihm erwacht ist, das Dämonen zutiefst fürchten: Das Erbe eines Mirjahn, eines wahren Dämonenjägers. Währenddessen ist Dave hin- und hergerissen: einerseits liebt er Finn, andererseits fordert sein Dämon den Tod des Mannes, der sein Erzfeind werden könnte. Zu allem Überfluss wird auch der schwarze Jäger Thomas auf Finn aufmerksam und setzt alles daran herauszufinden, welches Geheimnis den Studenten umgibt und was es mit dem Dämonenmal auf sich hat, das er am Hals trägt.

Die Ereignisse überschlagen sich als Daves Freund und Halbdämon Russell einen weiteren Dämon auf Finn aufmerksam macht, in der Hoffnung Dave aus dem Dunstkreis des Mirjahn zu bekommen. Damit löst er eine Katastrophe aus, die sowohl Dave, als auch Finn und seinen Freunden das Leben kosten könnte …

Eigene Meinung:
Mit „Das Erbe erwacht“ führt Chris P. Rolls die Geschichte um Dave, Finn und seinen bunten Freunden weiter und macht neugierig auf den dritten und abschließenden Teil der Trilogie „Die Anderen“. Der Band knüpft direkt an die Ereignisse von „Das Dämonenmal“, daher sollte man unbedingt den ersten Teil lesen, bevor man sich an „Das Erbe erwacht“ heranwagt. Laut Autorin soll es weitere Geschichten der Anderen geben – man darf gespannt sein, wie es nach dem dritten Roman „Der Weg aus der Dunkelheit“ weitergehen wird und welche neuen Abenteuer geplant sind – bisher ist nichts näheres dazu bekannt.


Die Geschichte bleibt mitreißend und dynamisch, und weist einen hohen Spannungsbogen auf, denn Chris P. Rolls verzichtet auf überflüssige Zusammenfassungen und Erklärungen – Leser die Band 1 vor längerer Zeit gelesen haben, werden mitunter sogar Probleme haben, den Einstieg zu finden. Es empfiehlt sich daher, die Reihe am Stück zu lesen. Man ist nah an den agierenden Figuren – dieses Mal wechselt die Perspektive öfters zwischen Finn und Dave, auch der Halbdämon Russell und Finns Freunde kommen zu Wort, allen voran Roger, der Hals über Kopf in Finn verliebt ist. Auch über Thomas, den Schwarzen Jäger erfährt man mehr, insbesondere was ihn zu seiner gnadenlosen Jagd auf Dämonen antreibt und welch düstere Geheimnisse in seiner Vergangenheit liegen. Die Autorin hat eine sehr komplexe Handlung gestrickt, die spürbar dem Ende entgegenstrebt und wesentlich actionreicher ist, als „Das Dämonenmal“. Nichtsdestotrotz bleibt genug Raum für Romantik, große Gefühle, Drama, Eifersucht und die ein oder andere erotische Szene –das ganze Spektrum zwischenmenschlicher Beziehungen.

Die Charaktere sind mannigfaltig und sehr verschieden, was das Buch spürbar aufwertet. Jede Figur bekommt ihre eigene Tiefe und entwickelt sich im Laufe der Handlung weiter – Finn verändert sich angesichts des Erbes der Mirjahn, das in ihm erwacht. Dave legt eine noch größere Wandlung hin, denn nach und nach lässt er Gefühle zu und wird zunehmend menschlicher. Auch Finns Freunde entwickeln sich weiter – am meisten überrascht der großspurige Max, der wesentlich mehr auf dem Kasten hat, als man geahnt hat. Da nach und nach Geheimnisse gelüftet werden, bleibt es immer spannend und man schließt alle Figuren ins Herz – selbst Thomas, der zu Beginn eher wie ein Antagonist daherkam.

Stilistisch legt Chris P. Rolls gewohnt solide Kost vor – man merkt ihr deutlich die Routine an, denn weder Beschreibungen, noch Dialoge, Erotik- oder Actionszenen sind ein Problem für sie. Sie schreibt spannend, in sich schlüssig und sehr mitreißend, so dass es dem Leser schwerfällt, das Buch aus der Hand zu legen. Man gewöhnt sich sogar an die inneren Stimmchen von Finn, die alles Mögliche kommentieren und denen manchmal zu viel Aufmerksamkeit bekommen.
Bewundernswert ist auch die Tatsache, dass sie munter zwischen den Figuren springt, mal aus Finns, mal aus Daves Sicht schreibt, nur um dann die Perspektive von Thomas, Roger oder Max einzuweben, ist das wirklich bewundernswert. Nicht jedem Autor gelingt es, so viele Perspektiven zu verwalten und nicht zwischendurch den Faden zu verlieren.

Fazit:
„Die Anderen – Das Erbe erwacht“ ist eine spannende Fortsetzung des ersten Bandes der Reihe. Die Ereignisse werden auf dramatische und sehr actionreiche Art und Weise fortgeführt, die Charaktere entwickeln sich weiter und man ist begierig auf den letzten Teil, der endlich die Ereignisse um Finn, Dave und Co beendet werden. Chrsi P. Rolls Stil lässt keine Wünsche offen und passt super zu den Ereignissen. Wer Übernatürliches, Action und eine große Portion Liebe und Erotik mag, sollte definitiv zugreifen. Zu empfehlen.

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nala layden, sex, bekannthei, erotik, reichtum

Pull me Closer (Better-Reihe 1)

Nala Layden
E-Buch Text
Erschienen bei null, 25.10.2017
ISBN B076J97XXS
Genre: Sonstiges

Rezension:

Story:
Um sich eine Wohnung in New York finanzieren und sein Studentenleben bestreiten zu können, arbeitet Ryan nicht nur als Barmixer, sondern auch als Escort-Boy. Auf diesem Weg lernt er auch eines Abends bei einem arrangierten Date Trevor Holdings kennen, Erbe und CEO der gleichnamigen Hotelkette. Beide fühlen sich zueinander hingezogen, doch vor ihnen liegt ein steiniger Weg – Ryan weiß, dass er alle Regeln seitens seiner Agentur in den Wind schießt und Trevor steht aufgrund seiner Position nicht einmal zu seiner Homosexualität …

Eigene Meinung:
Unter dem Pseudonym Nala Layden erschien im Oktober 2017 der erste Gay Romance der All Age/Jugendbuch Autorin Nala Layoc im Selbstverlag. Laut Autorin handelt es sich um den ersten Band der „Better“-Reihe – bei einer Fortsetzung sollen jedoch andere Charaktere im Zentrum stehen, denn die Geschichte von Ryan und Trevor ist in sich abgeschlossen.

Inhaltlich ist „Pull me Closer“ ein typischer Gay Romance, mit viel Drama, Liebe und einer ordentlichen Portion Erotik. Wer aufgrund des Covers von einer düsteren Geschichte oder gar einem Krimi ausgeht, wird definitiv enttäuscht, denn wirkliche Action und Spannung sucht man vergeblich. Vielmehr steht im ersten Drittel das obligatorische „Kriegen sie sich, oder nicht?“ im Zentrum, dicht gefolgt von den typischen Problemen und etlichen Erotikszenen. Im Laufe der Handlung nehmen die fast schon überhand, denn Ryan und Trevor scheinen fast nichts anderes zu tun, ganz gleich wo sie sind und was für Probleme sie eigentlich zu bewältigen haben. Als Leser ist es irgendwann ermüdend, zumal gerade zum Ende hin die Familienschwierigkeiten hinsichtlich Trevors Eltern einfach zu schnell und plötzlich aus der Welt geschafft werden. Hier hätte man irgendwie mehr draus machen können, auch um die Spannung ein wenig zu erhöhen. So tröpfelt die Geschichte leider vor sich hin und bietet wenig Neues und Spannendes. Der Geschichte mangelt es irgendwie an Inhalt, der über „sie kriegen sich“, „sie kämpfen mit kleinen Problemchen“ und „sie landen miteinander im Bett“ hinausgeht. Das ist schade, denn Potenzial für mehr, wäre durchaus vorhanden gewesen – so bleibt „Pull me closer“ leider recht austauschbar, denn es gibt unzählige Romane, die nach demselben Schema ablaufen.

Auch die Figuren bleiben recht blass, wenngleich sich die Autorin bemüht, ihnen einen Hintergrund zu geben und sie ein wenig dreidimensionaler zu machen. Bei Trevor gelingt das halbwegs (auch wenn man aus ihm als Geschäftsmann mehr hätte machen können), da seine Familie mit zum Tragen kommt, Ryans Leben und Hintergründe gibt es irgendwie nur auf dem Papier. Man weiß um seine schwere Kindheit, aber es hat kaum Einfluss auf die Handlung, außer dass es am Rande erwähnt wird. Er scheint keinen Kontakt zu seiner Familie zu haben, kaum Freunde, die ihm ein bisschen mehr Farbe verleihen und gibt auch sonst nur oberflächliche Dinge preis.
Auch die übrigen Figuren entwickeln keinerlei Tiefe – Ryans Freundin Lynn und ihre Probleme werden eher nebenbei abgehandelt, sein Kommilitone Daniel wird zwar im Laufe der Zeit wichtiger, aber irgendwie baut man als Leser auch zu ihm keine Bindung auf. Hier verschenkt die Autorin einiges, denn viele Nebenhandlungsstränge hätte man besser ausbauen können.

Stilistisch gibt es an „Pull me closer“ wenig zu bemängeln. Nala Layden hat einen schönen, flüssigen Stil, der sich gut lesen lässt. Man kommt schnell in die Geschichte und erlebt die Ereignisse aus Ryans Sicht. Die Beschreibungen sind gut – hin und wieder hätte es mehr sein können, um wirklich in New York eintauchen zu können. Die Erotikszenen sind okay, mit der Zeit jedoch ermüdend, da sie einander ähneln und wenig Varianz bieten, so dass man dazu tendiert, sie zu überblättern.
Fazit:

„Pull me closer“ ist ein typischer Gay Romance mit typischer Handlung und stereotypen Charakteren. Wer Romantik und Erotik mag und mit der vorhersehbaren Geschichte keine Probleme hat, der kann bedenkenlos zugreifen – Nala Layden kann auf jeden Fall schreiben und weiß durchaus zu unterhalten. Wer auf der Suche nach Action, Krimi und ungewöhnlichen Stories ist, wird mit dem Roman nicht glücklich werden. Dazu ist er leider zu Mainstream-konform und nicht in der Lage aus der breiten Masse herauszustechen. Schwache 3 Sternchen von mir.

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jane seville, gay

Zero at the Bone: Eiskalt bis ins Mark

Jane Seville
E-Buch Text: 554 Seiten
Erschienen bei Dreamspinner Press, 07.10.2014
ISBN 9781632163226
Genre: Sonstiges

Rezension:

Story:
Nachdem Jack Francisco den Mord an einer jungen Frau beobachtet hat, ist in seinem Leben nichts mehr wie es war. Um als Zeuge gegen die beiden Mörder aussagen zu können, wird er unter Schutz gestellt und aus Baltimore gebracht, jeglicher Kontakt zu Freunden und Familie ist untersagt. Doch bereits nach kurzer Zeit hat ihn ein Profikiller namens D gefunden, der den Auftrag hat, Jack zu beseitigen – allerdings bringt es D nicht über sich Jack zu erschießen. Stattdessen nimmt er Jack mit sich und macht es sich zur Aufgabe ihn zu beschützen, damit er vor Gericht aussagen kann. Eine ereignisreiche Flucht quer durch Amerika beginnt, bei der Jack erkennen muss, dass D nicht ansatzweise so gefühlskalt ist, wie er dachte und D sich allmählich öffnet und erstmals jemandem Einblicke in seine Vergangenheit gewährt …

Eigene Meinung:
Der Thriller „Zero at the Bone – Eiskalt bis ins Mark“ stammt von Jane Seville und erschien in englischer Sprache bei Dreamspinner Press, die auch für die deutsche Ausgabe verantwortlich sind. Das Buch kam bereits 2014 auf den deutschen Markt, 2016 wurde die deutsche Fassung überarbeitet und stellenweise neu übersetzt, da die erste Übersetzung auf Kritik stieß. Neben der Haupthandlung gibt es auf dem Blog der Autorin drei weitere Kurzgeschichten, in denen es um D und Jack geht.

Die Geschichte weist einen kontinuierlichen Spannungsbogen auf, der sich von Anfang bis zum Ende hält – man ist stets hautnah dabei und erlebt die Ereignisse sowohl aus Jacks, als auch aus Ds Sicht. Die Handlung ist sehr realistisch aufgebaut, man merkt, dass sich die Autorin vorab über viele Dinge informiert hat, um „Zero at the Bone“ sowohl authentisch, als auch nachvollziehbar zu gestalten – Waffen, Vorgänge innerhalb von Behörden und der Polizei, ebenso ärztliches Hintergrundwissen, denn Jack ist Chirurg. Man hat das Gefühl, dass die Dinge wirklich so ablaufen könnten, wie von Jane Seville geschildert. Dementsprechend spannend ist die Flucht von Jack und D, auf der sie sich nach und nach natürlich näherkommen und besser kennenlernen. Dass ihre Beziehung auf wackeligen Beinen steht und bei weitem nicht der Normalität entspricht, wird deutlich, als die beiden das Schlimmste hinter sich haben und sich in gewisser Weise der Normalität stellen müssen. Es ist interessant, dass die Autorin den Roman nicht nach dem großen Finale beendet hat, sondern noch eine gewisse zeitlang fortführt und den Leser daran teilhaben lässt, wie es mit Jack und D weitergeht. Den Löwenteil nimmt dennoch die Flucht und das Entdecken der wahren Übeltäter ein, denn im Grunde geht es in letzter Instanz um D, nicht um Jack.

Die Figuren sind ebenso authentisch und in sich logisch, wie die Handlung. Jack ist ein sehr sympathischer und liebenswerter Handlungsträger, der sich gut gegen D behaupten kann und weder schwach noch passiv daherkommt. Er steht mit beiden Beinen fest im Leben und ist bereit zu kämpfen, wenn es sein muss. In vielerlei Hinsicht bietet er das perfekte Gegengewicht zu D, der mit seiner kühlen, wortkargen Art perfekt das Klischee des Profikillers erfüllt. Nichtsdestotrotz erfährt man im Laufe der Zeit, dass sich hinter D mehr verbirgt und wie er überhaupt zu dem Mann geworden ist, der er ist. Beide zusammen bilden ein angenehmes Paar – frei von Klischees und Kitsch. Sie passen einfach hervorragend zusammen und harmonieren gut miteinander.
Auch die übrigen Figuren sind sehr gut in Szene gesetzt, wenngleich der Hauptschwerpunkt auf D und Jack liegt, da diese auf ihrer Flucht untertauchen und niemanden an sich heranlassen können. Seien es Ds Kontakte, die Polizei oder Churchill vom Zeugenschutz – sie sind in sich stimmig und geben einen passenden Rahmen für die beiden Hauptcharaktere.

Jane Seville hat einen sehr soliden, flüssigen Stil, der den Leser schnell in den Bann zieht. Sowohl die Beschreibungen der Hintergründe, als auch der Actionszenen sind sehr überzeugend, ebenso die Dialoge und Monologe der Charaktere – als Leser erhält man einen guten Einblick in die Gedanken und Gefühle von D und Jack. Die Perspektive springt zumeist zwischen den beiden hin und her, hin und wieder kommt aber auch ein Außenstehender zu Wort. Nur ganz selten hat man das Gefühl, dass sie innerhalb einer Perspektive springt, ansonsten wirkt alles wie aus einem Guss. Sehr schön ist auch, dass D seine eigene Sprache hat – er scheint im Original einen eigenen Dialekt zu haben, der auch in der deutschen Übersetzung Einzug gefunden hat. Auch die Erotikszenen sind nicht zu ausufernd, wirken mitunter jedoch ein wenig distanziert, als wollte die Autorin Jack und D in diesen Momenten Platz für sich schaffen und die Leser ein wenig außen vor lassen.

Fazit:
„Zero at the Bone“ ist ein wunderbarer, sehr authentischer und spannender Thriller, den man wahrlich jedem empfehlen kann, der Krimis und Thriller mag. Die Geschichte ist spannend, in sich schlüssig und unglaublich gut recherchiert, die Figuren sind sehr authentisch und fernab gängiger Klischees und der Schreibstil kann ebenfalls überzeugen. Jane Seville macht definitiv Lust auf mehr – schade, dass von der Autorin bisher keine weiteren Romane erschienen sind. Unbedingt reinschauen!

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schicksalsschlag;, erotik, freundschaft, krankheit, liebeskummer

Inbetween - Zwischen Bahnsteig und Bestatter

Svea Lundberg
E-Buch Text: 423 Seiten
Erschienen bei dead soft verlag, 19.08.2017
ISBN B074YPMYS8
Genre: Liebesromane

Rezension:

Story:
Das Leben des Architekten Ilian Nyström ist perfekt – er ist gefragter Geschäftsmann, kann weder über mangelnde Aufträge, noch über Geldprobleme klagen und wechselt seine Partner nach Lust und Laune, ohne auf der Suche nach etwas Festem zu sein. Das ändert sich, als er dem Studenten Leonard begegnet, der halb so alt ist und sein geordnetes Leben durcheinanderwirbelt. Allerdings erhält er kurz darauf eine erschreckende Diagnose, die den gefeierten Architekten komplett aus der Bahn wirft – in der Nähe des Sehnervs wird ein Tumor entdeckt, der operativ entfernt werden muss. Für Ilian bricht eine Welt zusammen, denn trotz guter Chancen, bleibt es noch immer eine Hirn-OP, die ihn das Leben kosten könnte. Fest entschlossen seine Bindung zu Leonard zu lösen, bevor sie zu tief wird, setzt er alles daran, den jungen Mann von sich zu stoßen. Doch Leo bleibt hartnäckig, auch als es nach der Operation zu Komplikationen kommt …

Eigene Meinung:
Mit dem vorliegenden Roman legt die Autorin Svea Lundberg eine eigenständige Fortsetzung bzw. einen Spin-Off ihres Romans „Inbetween – Zwischen Bühne und Bordell“ vor, der von Jerik und seiner Liebe zu dem drogenabhängigen Tänzer Alexej handelt. In diesem Buch spielte Ilian bereits eine größere Nebenrolle – in „Zwischen Bahnsteig und Bestatter“ tauchen beide ebenfalls regelmäßig auf und dürfen Ilian mehr als einmal den Kopf zurechtrücken.


Die Geschichte bietet im Grunde wenig Neues – die typische Liebesgeschichte, die mehrere Hürden überwinden darf, bis sich die beiden Protagonisten endlich kriegen. In diesem Fall haben Ilian und Leonard einiges zu überstehen, denn mit der OP und dem Tumor ist es nicht getan – auf die beiden warten weit größere Probleme, die beide an ihre Grenzen bringen und dafür sorgen, dass sie einander vor den Kopf stoßen. Dementsprechend dramatisch geht es in „Zwischen Bahnsteig und Bestatter“ zu, so dass sich das Buch gut in die Reihe einfügt, denn auch die Geschichten von Jerik und Alexej war sehr dramatisch. Leider kommt das Thema Altersunterschied nur am Rande zur Sprache und wird aufgrund der anderen Schwierigkeiten, die es zu bekämpfen gilt, recht stiefmütterlich behandelt. Das ist fast ein wenig schade, denn gerade diese Thematik bietet ausreichend Stoff für ein weiteres Buch. Auch muss man sich zu Beginn auf recht viele Erotikszenen einstellen, da Leo und Ilian fast nichts anderes machen – ihre Beziehung spielt sich vorwiegend im Bett ab, was fast ein wenig eintönig ist und dafür sorgt, dass das erste Drittel recht langatmig wirkt. Im Laufe der Geschichte gibt sich das, da der Schwerpunkt deutlich auf Ilians Erkrankung liegt und sich spürbar mehr zwischen den ungleichen Männern entwickelt.

Die Figuren sind sehr gut gezeichnet und in sich schlüssig. Man kann sich wunderbar in sie hineinversetzen und versteht sowohl Ilian als auch Leo, die vollkommen verschieden sind. Sehr schön ist es auch Jerik und Alexej wiederzusehen und zu erfahren, wie es mit den beiden weitergegangen ist. Beide spielen eine große Rolle und haben mehrere Auftritte, denn sie sind enorm wichtig für Ilian und Leonard. Diese brauchen nämlich Unterstützung, um sich zusammen zu raufen, gerade Ilian, der zu Beginn lange daran festhält, nur eine unbedeutende Affäre mit Leonard zu haben und sich nicht auf mehr einlassen will – schon gar nicht, nachdem er die Diagnose Hirntumor bekommt. Es ist der Hartnäckigkeit Leos zu verdanken, dass sich die Beziehung der beiden überhaupt weiterentwickelt.

Stilistisch gibt es nichts zu bemängeln – Svea Lundberg hat einen angenehm flüssigen und gut lesbaren Stil, der inzwischen sehr routiniert ist. Dialoge und Beschreibungen sind kein Problem für sich – gerade letztere sind dieses Mal ganz besonders gut gelungen, denn für die Darstellungen aus Ilians Sicht sind sehr gut gelungen und in vielfacher Hinsicht anders als sonst. Es macht einfach Spaß „Inbetween – Zwischen Bahnsteig und Bestatter“ zu lesen und den Weg der beiden ungleichen Charaktere zu verfolgen.

Fazit:
Auch der Spin-Off der „Inbetween“-Reihe kann überzeugen und liest sich dank interessanter Charaktere und eines sehr flüssigen Schreibstils angenehm und schnell. „Zwischen Bahnsteig und Bestatter“ ist ein schönes Gay Drama mit einer ordentlichen Portion Erotik und jeder Menge Herzschmerz. Wer „Zwischen Bühne und Bordell“ mochte und Jerik und Alexej liebgewonnen hat, sollte sich auf jeden Fall auch Ilians Geschichte zu Gemüte führen – es lohnt sich.

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gay romance

Liebe in fünfzehn Lektionen

Celia Jansson
E-Buch Text
Erschienen bei null, 23.05.2017
ISBN B071VTMX31
Genre: Sonstiges

Rezension:

Story:
Seitdem Levi von seiner ersten großen Liebe enttäuscht wurde, hat er ein Problem damit Männer anzusprechen und über seinen Schatten zu springen. Dabei sehnt er sich nach Beachtung, Sex und mehr Erfahrung, erst recht als er den gutaussehenden Aaron auf einer Party erspäht. Ihn will er unbedingt für sich gewinnen. Um seine Schüchternheit abzulegen, bietet ihm Levis Freund Jannik seine Hilfe an – zunächst in Form von Tipps beim Daten und Flirten, später auch im Bett, denn Jannik ist schon seit einer Weile an Levi interessiert. Doch damit beginnen die Probleme, denn Jannik fällt es schwer seine wachsenden Gefühle aus ihrem Deal herauszuhalten …

Eigene Meinung:
„Liebe in fünfzehn Lektionen“ ist der zweite Roman von Celia Jansson, die ihr Debüt mit dem historischen Drama „Sunford“ feierte, der im Sieben Verlag erschien. Das vorliegende Buch ist wesentlich lockerer und leichter, als die Geschichte um Vincent und Leonard, die sich gegen gesellschaftliche Zwänge zur Wehr setzen müssen. So ist „Liebe in fünfzehn Lektionen“ eine reine Liebesgeschichte mit einer gehörigen Portion Erotik, denn dieses Mal geht es durchaus expliziter zur Sache.

Die Geschichte ist im Grunde sehr einfach gestrickt und klischeehaft. Bereits am Anfang dürfte dem Leser klar sein, in welche Richtung die Sache mit Levi, Jannik und Aaron läuft. Ebenso kann man sich denken, dass sich Janniks Nachhilfe und Unterstützung nicht nur auf Klamotten, Stil und Flirten beschränkt, sondern dass die beiden auch miteinander im Bett landen, was für eine ordentliche Prise Erotik sorgt. Zwischendurch fragt man sich allerdings schon, warum Levi so gar nicht mitbekommt, was sich hinter Janniks Unterstützung verbirgt, doch er ist nun einmal extrem stark auf Aaron fixiert und daher blind für alle anderen Menschen um sich herum. Leider zieht sich das Ganze bis zum Ende durch, weswegen der Roman zwischenzeitlich etwas langatmig wirkt und man das Gefühl hat, dass die beiden jungen Männer auf der Stelle treten. Auch sonst passiert nicht so viel – man erfährt zwar mehr über Jannik und auch Levi, doch wirklich fesselnd sind die Offenbarungen nicht. Einzig die Tatsache, dass Levi ein Jude ist und man zumindest ein wenig mehr über die Traditionen und die Vergangenheit seiner Familie erfährt, ist nicht uninteressant, denn in Gay Romance kommen solche Aspekte selten vor. Positiv ist auch, dass Janniks Familie und seinen Problemen mit seinem Vater ein wenig Platz eingeräumt werden – so bekommt man handlungstechnisch nicht nur die wachsende Liebe und die Beziehungskisten, sondern ein wenig mehr zu den Hauptfiguren geboten.
Ansonsten plätschert die Geschichte dahin und führt natürlich unweigerlich zu dem Ende, das dem Leser von Anfang an kannte, denn natürlich kommt „Liebe in fünfzehn Lektionen“ nicht ohne Happy End aus. Ein wenig schade ist, dass die übrigen Figuren nur am Rande vorkommen – gerade über Aaron erfährt man nur zusammenfassend mehr. Auch Levis Freundeskreis bleibt recht blass.

Celia Jansson hat einen lockerleichten, sehr flotten Schreibstil, der gut zur Geschichte passt. Mitunter wirken die Figuren jedoch ein wenig steril. Man hat das Gefühl, dass einem Levi und Jannik trotz allem ein wenig fremd bleiben und man nicht so nah bei ihnen ist, um mitzufiebern. Die Perspektive wechselt zwischen Jannik und Levi, wobei letzterer den Löwenanteil der Geschichte erzählt. Mitunter kommt die Autorin aber auch durcheinander und springt zwischenzeitlich zwischen Levi und Jannik. Ansonsten wirken die Erotikszenen stellenweise etwas hölzern und an einigen Stellen schleichen sich Logiklücken ein oder Dinge werden plötzlich anders erklärt, als noch wenige Seiten zuvor. Das sorgt für Verwirrung und leider auch dafür, dass man nicht so schnell in die Handlung kommt.

Fazit:
„Liebe in fünfzehn Lektionen“ ist eine nette Geschichte für zwischendurch, die leider ziemlich klischeehaft und vorhersehbar ist. Wer Geschichten über zwei Freunde mag, die sich nach und nach ineinander verlieben, für den ist Celia Janssons Roman auf jeden Fall etwas, ebenso für Leser, die lockerleichte Lektüre mögen und keine Lust auf Drama und Action haben. Fand von erotischen Geschichten kommen ebenfalls auf ihre Kosten, denn Jannik und Levi lassen keine Gelegenheit aus, um an Levis Können im Bett zu feilen. Am Besten reinlesen und sich selbst ein Bild machen.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

liebe, mädchen, freundschaft, weibliche protagonistin, jugendbuch

Wie ein Himmel voller Seehunde

Sara Lövestam , Stephanie Elisabeth Baur
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 23.06.2017
ISBN 9783499217685
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Story:
Als Tochter aus gutem Hause hat die ruhige, introvertierte Lollo nichts mit der armen, spindeldürren Anna gemeinsam, die mit ihrem arbeitslosen Vater mehr schlecht als recht über die Runden kommt. Dennoch freunden sich die beiden ungleichen Mädchen während der Sommerferien auf einer der Inseln des Schärengartens an und entdecken, dass sie mehr gemein haben, als gedacht – gemeinsam werfen sie Netze aus, erkunden mit einem Boot entlegene Inseln und erklimmen Berge. Doch während Lollo mit ihren Eltern in einem luxuriösen Strandhaus lebt, verbringt Anna die Zeit in einer besseren Bretterbude und hat gelernt sich selbst zu versorgen. Schon bald scheinen die gesellschaftlichen Unterschiede unüberwindbar – gerade für Lollo, die sich mit den Avancen des gleichaltrigen Eriks herumschlagen muss und Angst vor den Reaktionen ihrer Familie und Freunde hat, wenn sie sich ausgerechnet zu der ärmlichen, stillen Anna bekennt, die so gar nicht in Lollos schillerndes Leben passt …

Eigene Meinung:
Mit dem ruhigen Roman „Wie ein Himmel voller Seehunde“ über die erste Liebe zweier Mädchen legt die schwedische Autorin Sara Lövestam ihr erstes Jugendbuch vor. Für ihren ersten Kriminalroman „Die Wahrheit hinter der Lüge“ erhielt sie den Schwedischen Krimipreis für das beste Spannungsdebüt und gilt als vielversprechende Nachwuchsautorin.

Das Jugendbuch erzählt die Geschichte zweier Mädchen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und aus zwei vollkommen verschiedenen Gesellschaftsschichten kommen: Lollo ist reich, verwöhnt, hat hippe Freunde und geht nach den Ferien auf ein entsprechend gutes Gymnasium; Anna lebt bei ihrem Vater, der nach einem Bandscheibenvorfall nicht mehr arbeiten kann. Geld ist immer knapp, Annas Zuhause liegt in einer weniger guten Gegend und auch ihre Freunde sind kaum mit denen von Lollo zu vergleichen. Auf den Schäreninseln lernen sich die beiden kennen und nach einer Weile auch lieben, wenngleich dies nur sehr dezent angedeutet und eher mit Taten, als mit Liebesschwüren dargestellt wird. Das ist gut so – etwas anderes hätte nicht zur stillen, unaufgeregten Geschichte gepasst, in der alles ohne Hektik und Action erzählt wird. Im Grunde wird die Sache zwischen Lollo und Anna auf das Wesentliche heruntergebrochen – nur sie beide zählen, keine Familie und Freunde, die die zart aufkeimenden Gefühle mit Worten und Kommentaren hätten zerstören können. So wird auch kein verkrampftes Coming-Out gezeigt, das die Leichtigkeit hätte zerstören können, sondern nur die Liebesgeschichte zwischen Lollo und Anna. Für die Handlung war es daher unerlässlich, dass die beiden Mädchen auf den Schären Urlaub machen, denn nur dort konnten sie sich auf einer Ebene begegnen und wirklich kennenlernen.

Die Beziehung zwischen den beiden entwickelt sich langsam – Sara Lövestam gibt ihren beiden Figuren genügend Zeit, um sich näherzukommen. Man lernt die Gefühlswelten von beiden sehr gut kennen, ebenso erfährt man durch die wechselnden Perspektiven, wie Lollo und Anna die jeweils andere sehen und mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben. Insgesamt erhält man einen tiefen Einblick in die Gedanken und Gefühle der beiden Protagonisten und kann sich mit beiden Mädchen gut identifizieren. Man versteht Lollos Sorgen und Bedenken, ebenso Anna und ihre Probleme. Auch die übrigen Charaktere kann man gut nachvollziehen – sowohl Lollos Eltern, die krampfhaft versuchen mit ihren Kindern einen normalen Urlaub zu machen und über all den Luxus das Wesentliche vergessen, als auch Annas Vater, der mit seinem Leben hadert und vieles im Alkohol zu ertränken versucht. Auch die Freunde der beiden Mädchen lernt man kennen, wenngleich Lollos einen größeren Raum einnehmen, weil sie beständig mit ihnen in Kontakt steht.

Stilistisch legt Sara Lövestam ein wunderschön poetisches, sehr angenehmes Jugendbuch vor. Sie hat einen Hang zu kurzen, aber präzisen Sätzen, die viel Möglichkeit zur Interpretation lassen und ihre eigene Dynamik entwickeln. Dazu scheint sie die Handlung auf das Wesentliche herunterzubrechen, ohne sich in ausufernden Beschreibungen und Dialogen zu verlieren. Zudem wechselt sie kapitelweise zwischen Lollo und Anna, gibt beiden Mädchen genügend Raum, um sich zu präsentieren. Ein wenig befremdlich ist dennoch die Distanz, die sie durch einen weiteren Erzähler aufbaut, denn oftmals befindet man sich als Leser außerhalb der Sichtweise der Mädchen. Das ist ein wenig gewöhnungsbedürftig und sorgt manchmal für eine Entfremdung und Ferne, die nicht hätte sein müssen.

Fazit:
Sara Lövestams „Wie ein Himmel voller Seehunde“ ist ein wundervolles, sehr intensives lesbisches Jugendbuch, das durch schöne, authentische Charaktere und eine sehr stille Geschichte besticht, die sich auf das Wesentliche konzentriert. Die Autorin weiß mit Worten umzugehen und schafft ein einzigartiges Werk, das perfekt zu den abgelegenen Schäreninseln passt und einen ganz eigenen Zauber entfaltet. Wer lesbische Jugendbücher sucht, wird an „Wie ein Himmel voller Seehunde“ nicht vorbeikommen – zu empfehlen.

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ballett, freunde, tanzen, traum, etwas humor

Projekt Traumtänzer

Sam Lichtenberg
E-Buch Text: 228 Seiten
Erschienen bei neobooks, 15.09.2016
ISBN 9783738084382
Genre: Romane

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Nachtschatten: Unbezwingbar

Juliane Seidel
E-Buch Text: 333 Seiten
Erschienen bei Machandel-Verlag, 03.10.2017
ISBN B074ZT6H1P
Genre: Fantasy

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thriller, jugendthriller, caleb roehrig, niemand wird sie finden, vermisst

Niemand wird sie finden

Caleb Roehrig , Heide Horn , Christa Prummer-Lehmair
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei cbj, 22.05.2017
ISBN 9783570173343
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Story:
Als Flynns Freundin January verschwindet, gerät der Jugendliche als erster in den Fokus der Polizei, schließlich war er in der Nacht vor ihrem Verschwinden mit ihr zusammen. Glücklicherweise hat Flynn ein Alibi, macht sich jedoch selbst auf die Suche nach Antworten, denn January hat sich seit ihrem Wechsel auf die neue Highschool seltsam benommen: immer wieder sagte sie Treffen ab und hat kaum noch Zeit für ihre alten Freunde gefunden. Nach und nach stößt er auf Ungereimtheiten, denn January hat viele Dinge verfremdet dargestellt oder Lügen erzählt, unter anderem über ihn, weswegen Flynn zunächst auf eisigen Widerstand stößt. Glücklicherweise bekommt er Unterstützung von Kaz, einem jungen Studenten, der Flynns Gefühlswelt gehörig durcheinanderbringt und droht sein dunkelstes Geheimnis auffliegen zu lassen.

Die Ereignisse überschlagen sich, als Januarys blutige Kleidung gefunden wird und Flynn herausfindet, wie korrupt, kaltherzig und erfolgsversessen Januarys Schwiegervater ist, der kurz vor der Wahl zum Senator steht und sich keinen Skandal leisten kann. Hat er January getötet, um etwas Schreckliches zu vertuschen oder ist der Mörder an ganz anderer Stelle zu suchen?

Eigene Meinung:
Der Jugendthriller „Niemand wird sie finden“ ist das Debüt des TV-Producers Caleb Roehrig. Das Buch erschien im Frühjahr 2017 beim cbj Verlag. Im kommenden Jahr erscheint sein Jugendroman „White Rabbit“ in den USA (erneut mit queerem Nebenplot), ob der Roman nach Deutschland kommt, ist derzeit noch offen.

Der Roman bietet gute Unterhaltung und ein hohes Spannungslevel, denn die Ereignisse finden im Laufe einer Woche statt. Man ist immer nah bei Flynn, der selbst die Sache in die Hand nimmt, und die Hintergründe zum Verschwinden seiner (Ex)Freundin herausfinden will. Dabei stößt er nicht nur auf die Intrigen und die dunklen Geheimnisse der neuen Familie Januarys – ihre Mutter hat erst vor kurzem geheiratet und ist mit January in einen wahren Palast gezogen – er muss sich auch mit seinen eigenen Geheimnissen auseinandersetzen, denn bisher hat er nicht einmal sich selbst eingestanden, dass er mit Mädchen nichts anfangen kann und er January in dieser Hinsicht belogen hat. Dabei ist ihm Kaz, der ehemalige Arbeitskollege Januarys, eine große Hilfe, denn er hat ebenfalls Interesse daran, herauszufinden, was mit der jungen Frau passiert ist.
Nach und nach findet Flynn heraus, was January widerfahren ist und wie falsch er in einigen Punkten gelegen hat, allerdings muss man sagen, dass die Geschichte zum Ende hin ein wenig konstruiert und vorhersehbar wirkt. Da hätte man durchaus mehr draus machen können. Dafür ist es schön, dass Flynn im Laufe der Handlung nicht nur den Mörder seiner (Ex)Freundin entlarvt, sondern auch lernt zu sich und seinen Gefühlen zu stehen, denn in dieser Beziehung entwickelt sich Flynn spürbar weiter.

Die Charaktere sind sehr authentisch und handeln in sich schlüssig – allen voran Flynn, dem man problemfrei den fünfzehnjährigen Jugendlich abnimmt, der Probleme damit hat, zu sich selbst und seinen sexuellen Präferenzen zu stehen. Er verstrickt sich lieber in Lügen, als ehrlich zu sein und versucht die meiste Zeit im Hintergrund zu bleiben und nicht aufzufallen. Erst im Laufe der Geschichte wird er mutiger und offener – er wächst sichtlich an den Aufgaben und Probleme, denen er sich stellen muss. Im Gegensatz zu ihm bleiben die übrigen Figuren fast ein wenig blass, wobei es auch nicht so viele aktiv handelnde Charaktere gibt – mit Ausnahme von Kaz, über den man durchaus ein wenig mehr erfährt. Auch January wird in Form von Rückblenden besser beleuchtet – man kann sie und ihre Ängste, Sorgen und Probleme sehr gut nachvollziehen, und versteht, was sie zu ihren Handlungen und Entscheidungen gebracht hat.

Stilistisch legt Caleb Roehrig ein solides, gut geschriebenes Debüt vor. Sein Schreibstil wirkt authentisch, ist nah an der Welt eines fünfzehnjährigen Teenagers und gut nachvollziehbar. Man ist stets nah bei Flynn, da aus seiner (Ich-)Perspektive geschrieben wird und man alles durch seine Augen wahrnimmt. Caleb Roehrig hat ein Händchen für Beschreibungen – gerade Flynns Gefühle sind gut nachvollziehbar und überzeugend in Szene gesetzt.

Fazit:
„Niemand wird sie finden“ ist ein spannender, gut geschriebener Jugendthriller, der durch authentische Charaktere und einen flüssigen Schreibstil besticht. Flynn ist ein sympathischer Held, der einem ans Herz wächst und im Laufe der schrecklichen Ereignisse erwachsen wird. Das Thema Homosexualität und Coming-Out nimmt einen gewissen Anteil der Geschichte ein, ohne von der Haupthandlung, der Suche nach January und der Jagd nach dem vermeintlichen Täter abzulenken. Wer Jugendthriller mag und keine Probleme mit den teils recht offensichtlichen Handlungselementen hat, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren.

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zauberer, magie, fantasy, rainbow rowell, simon snow

Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow

Rainbow Rowell , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 04.08.2017
ISBN 9783423640329
Genre: Jugendbuch

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Failed 2: GayShifterFantasy

Chris P. Rolls
E-Buch Text: 274 Seiten
Erschienen bei null, 02.06.2017
ISBN B072FSG9DR
Genre: Sonstiges

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liebe, homosexuell, freundschaft, familie, schwul

No Return - Versteckte Liebe

Jennifer Wolf
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 03.08.2017
ISBN 9783646603279
Genre: Liebesromane

Rezension:

Story:
Die Boyband WrongTurn ist der aufstrebende Star am Musikhimmel und Traum aller weiblichen Teenager. Egal wo sie sind, die fünf Musiker können sich vor Liebesbekundungen, kreischenden Fans und aufdringlichen Reportern kaum retten. Insbesondere Tony und Andrew stehen im Zentrum der „ANTON“-Fans, die sich sicher sind, dass zwischen den beiden Kindheitsfreunden mehr ist, als reine Freundschaft. Als Tony darüber stolpert, ist er entsetzt, denn sein Herz schlägt bereits seit Ewigkeiten für Drew, der für ihn unerreichbar erscheint und seine Angst, dass jemand etwas mitbekommen hat, schlägt immer größere Bahnen. Richtig kompliziert wird es, als er erfährt, dass Drew seine Gefühle erwidert und die beiden den Schritt Richtung Beziehung wagen, denn das Management der Gruppe glaubt, dass dieser Punkt die steile Karriere von WrongTurn beendet. Für die beiden beginnt ein Akt auf dem Drahtseil, der gerade den unsicheren, sensiblen Tony immer mehr in die Enge treibt …

Eigene Meinung:
Mit den beiden Romanen „No Return – Geheime Gefühle“ und der direkt anschließenden Fortsetzung „Versteckte Liebe“ schreibt sich Jennifer Wolf einmal mehr in das Herz der gay Romance Leser. Mit „Tagwind“, dem vierten Teil ihrer „Jahreszeiten“-Reihe und dem Kurzroman „Summer Boys“ hat sie bereits Einzelbücher im Gay Genre herausgebracht, jetzt erschien bei Carlsen Impress eine Duologie über die fiktive Band WrongTurn.

Die Geschichte bietet im Grunde wenig Neues, denn es ist eine typische Liebesgeschichte mit entsprechend viel Drama und Herzschmerz, Irrungen und Wirrungen. Dennoch gelingt es der Autorin den Leser zu fesseln, so dass man am Ende des ersten Teils sofort nach der Fortsetzung greift, um zu erfahren wie es mit Tony und Andrew weitergeht. Die beiden haben nämlich mit etlichen Problemen zu kämpfen: Tony allen voran mit seiner eigenen Sexualität, denn sein streng katholisches Elternhaus sieht Homosexualität als Sünde, was ihn immer mehr belastet; Andrew sucht immer wieder nach einem Ventil, geht mit Groupies ins Bett, was zusätzlich für Missverständnisse sorgt. Hinzu kommt die Managerin Cassie, die alles daran setzt die Gerüchte um Anton zu zerstreuen und darauf hinzuweisen, dass schwule Musiker keine Chancen auf dem Markt haben. Dass Tony und Andrew trotz aller Widrigkeiten nicht voneinander loskommen, macht den Reiz der Geschichte aus, die natürlich durch das Drama, die versteckte Liebe und den Herzschmerz lebt. Dabei wird Jennifer Wolf nie explizit – sie blendet lieber aus oder umschreibt entsprechende Szenen eher blumig und verspielt, so dass die gefühlvolle Liebesgeschichte zwischen Tony und Drew auch für jüngere Leser geeignet ist.
Jennifer Wolf nimmt sich viel Zeit für die Entwicklung der Geschichte und der Figuren und zeigt die heutige Musikszene, in der gerade Social Media und eine aktive Fanszene wichtige Rollen spielen, denn sie treiben die Handlung maßgeblich voran. Die Jungs twittern regelmäßig, sind auch ansonsten im Social Media Bereich sehr aktiv und spiegeln die heutige Zeit sehr passend wieder. Der Autorin gelingt es ein sehr authentisches Bild der heutigen Jugend und der Musikszene zu skizzieren, zeitgleich fühlen sich ältere Leser an ihre Jugend erinnert, denn Boybands sind ein typisches Produkt der 90er Jahre.

Die Figuren sind sehr liebenswert, gerade den Ich-Erzähler Tony schließt man schnell ins Herz. Er hat gegen einige Probleme zu kämpfen und entwickelt sich im Laufe der Zeit von einem unsicheren, sehr scheuen jungen Mann zu jemandem, der offen zu sich und seiner Sexualität steht. Auch Andrew kann Sympathiepunkte sammeln, denn er ist nicht rein schwul, sondern pansexuell, was man bisher nur sehr selten in Romanen findet. Es ist toll, dass Jennifer Wolf sich auch an andere Sexualitäten heranwagt und nicht nur die typische Gay Romance Richtung einschlägt. Auch die übrigen Mitglieder der Band sind toll, da sie fest zusammenhalten und füreinander einstehen.
Lediglich die Antagonisten der Handlung bleiben ein wenig blass, gerade Tonys Eltern – aus dem Konflikt mit ihnen hätte man mehr machen können, da dieser Punkt eine Menge Potenzial geboten hätte. Aber das hätte wahrscheinlich den Umfang gesprengt und der dramatischen Liebesgeschichte ein Stück weit ihrer Leichtigkeit beraubt.

Stilistisch legt Jennifer Wolf eine gut geschriebene, stimmige Geschichte vor, die sehr modern daherkommt und gut in die heutige Zeit passt. Sie erzählt alles aus Tonys Sicht, dessen Gefühle und Gedanken der Leser hautnah mitbekommt. Einige Szenen hätte man ein wenig kürzen können, gerade der erste Band zieht sich ein wenig, da die beiden Jungs lange brauchen, bis sie sich ihre Gefühle gestehen und dieses Hin und Her ein wenig anstrengend ist. Aus diesem Grund ist Band 2 wesentlich spannender, da erst da alle Probleme behandelt werden, die eine Beziehung mit sich bringt. Nichtsdestotrotz macht es Spaß und man begleitet Tony und die Jungs von WrongTurn gerne bei ihrer Karriere und ihrem Weg.

Fazit:
„No Return“ ist eine stimmungsvolle, gut lesbare Gay Romance Duologie, die sehr dramatisch und romantisch daherkommt. Man schließt die Figuren schnell ins Herz und begleitet sie gerne bei ihrem Auf und Ab in allen Richtungen. Wer romantische, kitschige Gay Romance Bücher mit einem entsprechend hohen Level an Zucker, Drama und Liebe mag, der sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren. Wer eher auf harte Männer, Erotik und knallharte Action steht, dem dürften Jennifer Wolfs Bandboys in Love eher weniger zusagen – im Zweifelsfall reinlesen.

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liebe, freundschaft, vorurteil, best friends to lovers, loveislove

No Return - Geheime Gefühle

Jennifer Wolf
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 01.06.2017
ISBN 9783646603262
Genre: Liebesromane

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Mord am Fluss: Bocquillons vierter Fall (Claude Bocquillon Reihe)

Laurent Bach
E-Buch Text: 279 Seiten
Erschienen bei neobooks, 20.07.2017
ISBN 9783742780614
Genre: Sonstiges

Rezension:

Story:
In der spätsommerliche Hitze Südfrankreichs entdecken Claude Bocquillon und sein Freund Julen Tourange die Leiche eines Travestiekünstlers im Flüsschen Gardon, der Letzterem nur allzu bekannt ist, wurde er in den letzten Monaten doch von dem Opfer gestalkt. Die ersten Untersuchungen der Polizei deuten auf Julien als Täter hin, weswegen er schnell festgenommen und in das überfüllte Gefängnis von Nîmes gebracht wird. Für Claude beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn er will den wahren Täter ausfindig machen, bevor die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt. Unterstützt wird er von seinen Freunden Ferderic Lambert und Jean Bertin, die bei der Polizei arbeiten und Claude helfen, die Hintergründe des Mordes aufzudecken …

Eigene Meinung:
Mit „Mord am Fluss“ legt Laurent Bach den vierten und voraussichtlich letzten Teil der Krimireihe um Claude Bocquillon vor. Während die ersten drei Bände im Gmünder Verlag erschienen, wurde der letzte Band im Eigenverlag herausgebracht. Einmal mehr entführt der Autor den Leser ins sonnige Südfrankreich und verlangt dem Privatdetektiv Claude Bocquillon alles ab, um seinen Geliebten Julien vor einer Mordanklage zu bewahren.

Die Geschichte beginnt spannend und man ist recht schnell wieder im Geschehen – Amelie und Frederic haben nach den Ereignissen in Band 3 endlich zusammengefunden und besiegeln dies, indem sie heiraten, Claude und Julien sind ebenfalls näher zusammengerückt und planen eine gemeinsame Zukunft. Als die Leiche des Travestiekünstlers Jerome Malakov im Gardon gefunden wird, den Julien aus Nîmes kennt, wird die Beziehung der beiden auf eine harte Probe gestellt, denn aufgrund einiger Verwicklungen, falscher Vermutungen und unguter Beweislage, wird Julien verhaftet und des Mordes angeklagt.
So spannend die Geschichte beginnt und so toll die Ausgangslage ist – Laurent Bach schafft es dieses Mal leider nicht einen kontinuierlich hohen Spannungsbogen zu halten und einen komplexen, logisch aufeinander abgestimmten Krimi zu erzählen. Am Schlimmsten ist die Tatsache, dass die Charaktere nicht wirklich miteinander reden und einander relevantes Wissen verschweigen, anstatt sich auszutauschen, wenn sie die Gelegenheit haben. Das bremst die Geschichte ungemein aus und bläht sie gleichzeitig auf, denn viele Handlungsstränge sind nur deswegen möglich, weil Claude und Julien nicht offen zueinander sind und einander nicht vertrauen. Das ist schade, denn es zeigt im Grunde, dass die beiden nur bedingt gut zusammenpassen, ganz gleich was sie sagen: sie trauen einander einen Mord zu, was dem Leser mit der Zeit befremdlich erscheint und im Widerspruch zu ihren Gefühlen füreinander steht. Zudem fehlt die typische Ermittlungsarbeit, die den Reiz der Bücher ausmachte – viele Dinge fallen Claude und seinen Freunden fast in den Schoß und sind stark vom Zufalle abhängig. Auch die Auflösung wirkt zu platt und bedient Motive, die bereits in den vorherigen Büchern zu Genüge aufgegriffen wurden. Hier hätte man sich ein spannenderes Tatmotiv gewünscht, ebenso eine stimmigere Auflösung. Hier wird leider viel verschenkt, was „Mord am Fluss“ leider zum schlechtesten Teil der Reihe macht.

Die Figuren sind sehr sympathisch und authentisch, wenngleich Claude zwischendurch ein wenig schwächelt, da es ihn verständlicherweise mitnimmt, dass man seinen Geliebten festgenommen hat. Dennoch wünscht man sich seine resolute, aktive und hartnäckige Natur zurück, mit der er in den letzten Bänden seine Fälle bearbeitet hat. Dafür wird Julien besser portraitiert, denn er darf sich im Gefängnis behaupten und als Leser entdeckt man neue Seiten an ihm. Er gewinnt auf jeden Fall mehr Tiefgang, etwas, was in den letzten Büchern etwas unterging.
Auch liebgewonnene Nebencharaktere haben ihre kleinen oder großen Auftritte: Bertin und Frederic dürfen beide sehr aktiv am Geschehen teilnehmen, Amelie kommt leider nur am Rande vor. Dafür bekommen die Männer mit der Kommissarin Armandine Bichon eine resolute, zielstrebige junge Dame, die zu Beginn nicht gerade Sympathien sammeln kann – weder bei Claude und seinen Freunden, noch beim Leser.

Stilistisch ist „Mord am Fluss“ dieses Mal nicht ganz so flüssig, wie die vorherigen Teile – man stolpert vermehrt über Wortwiederholung, einige unlogische Passagen und über explizite Szenen, die den Lesefluss hemmen. Dafür sind die Beschreibungen einmal mehr wundervoll und führen den Leser direkt nach Anduze in Südfrankreich. Man hat das Gefühl durch die Straßen der südfranzösischen Stadt zu wandeln und glaubt die Altstadt nebst Cafés zu kennen, als wenn man selbst dort gewesen ist.

Fazit:
„Mord am Fluss“ markiert leider den schwächsten Teil der Claude Bocquillon-Reihe und ist nur bedingt ein würdiger Abschluss der Krimireihe mit südfranzösischen Flair. Trotz des spannenden Auftakts, versandet der Flow der Handlung mit der Zeit ein wenig und wird zu stark von Zufällen abhängig gemacht. Auch die Motive und die Auflösung bietet wenig Neues, da viele Ideen bereits in den vorherigen Büchern aufgegriffen wurden. Wer jedoch an die Figuren hängt und wissen will, ob Claude und Julien sich letztendlich zusammenraufen, der sollte sich das Finale der Reihe nicht entgehen lassen.

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Eine Ahnung von Pan

Jobst Mahrenholz
Flexibler Einband: 212 Seiten
Erschienen bei Dead Soft Verlag, 26.06.2017
ISBN 9783960891147
Genre: Romane

Rezension:

Story:
Für den Dänen Ingar bedeutet der Schritt für mehrere Monate an seinem Buch „Der steinerne Pfad“ zu schreiben, eine große Veränderung – statt der hektischen Hauptstadt Kopenhagen erwartet ihn das raue Leben und die abgeschiedene Ruhe eines Dorfes in den italienischen Bergen, wo er auch die Herkunft seines Vaters auskundschaften will. Er bezieht eine Wohnung bei Maria Carrisi, die von den meisten Menschen gemieden wird und lernt ihren Enkel Zino kennen, der als wortkargen Einsiedler in einer Hütte lebt, sich um die Ziegen kümmert und Käse herstellt. Über sein Buch knüpft er schließlich Kontakt zu Zino, der mit der Zeit ein reges Interesse an Ingars Geschichte entwickelt und gerade der Romanfigur Lasse Leben einhaucht. Schon bald entwickelt sich zwischen den beiden ungleichen Männern mehr, doch Ingar hat Probleme sich gänzlich auf Zino einzustellen, denn er weiß, dass er irgendwann in seine Heimat zurückkehren muss.

Eigene Meinung:
Jobst Mahrenholz legt mit „Eine Ahnung von Pan“ seinen neusten Roman vor, der wie die meisten seiner anderen Werke im deadsoft Verlag erschienen ist. Wie für den Autor typisch erwartet den Leser eine stimmungsvolle Reise nach Italien und eine Geschichte, die stark auf die drei Hauptfiguren fokussiert und deren Leben Stück um Stück aus der Bahn wirft.

Der Däne Ingar lässt sein bisheriges Leben hinter sich, um in Italien zur Ruhe zu kommen und sich an ein Buch zu setzen, das ihm seit einer Weile auf der Seele brennt. Bei der schroffen, aber geradlinigen Maria findet er ein passendes Zuhause für knapp acht Monate, um zum einen an seinem Buch zu schreiben, zum anderen herauszufinden, wer sein Vater war, den er kaum kannte. In dieser Zeit lernt er auch Marias Enkel kennen – den wortkargen, humpelnden Zino, der schnell Einzug in seinen Roman findet und den er näher kennenlernt, als er beginnt dem Jungen sein Werk vorzulesen. Jobst Mahrenholz lässt sich viel Zeit die beiden ungleichen Männer zusammenzuführen – Ingar, der nur schwer in der Lage ist, Gefühle zu zeigen, und Zino, dessen Vergangenheit schwer auf seiner Seele lastet und ihn zu einem Einsiedler hat werden lassen. Es dauert, bis sie sich aufeinander einlassen und gerade Zino Vertrauen fasst und mehr von sich erzählt. Gleichzeitig erweckt er sein literarisches Pendant erst zum Leben, denn er gibt die passenden Impulse um Lasse aus „Der steinerne Pfad“ mit Leben zu füllen. Doch das Glück währt nur kurz, als Maria herausfindet, was sich zwischen Ingar und Zino abspielt und den jungen Autor zu einer Rückkehr nach Dänemark zwingt. Dort beendet er nicht nur sein Buch mit einem Knalleffekt, er sorgt ungewollt auch dafür, dass Zino eine Entscheidung trifft, die nicht nur Maria, sondern auch Ingar beeinflusst und das Leben aller drei auf den Kopf stellt. Dass der Autor zum Ende hektischer wird und gerade in den letzten Kapiteln viele Dinge auf einmal passieren, passt durchaus zur Geschichte, denn es spiegelt das Umdenken der Figuren wieder. Allerdings könnte es einigen doch ein wenig zu schnell gehen, zumal die Szenen bewusst kurz gehalten sind und Jobst Mahrenholz am Ende bewusst nicht alle offenen Fäden zu einem Ende bringt.

Wie nicht anders von Jobst Mahrenholz gewohnt, sind die Charaktere sehr authentisch und greifbar – sowohl Ingar, als auch Zino und Maria sind sehr realistische Figuren mit Ecken und Kanten. Sie reiben sich aneinander auf, ergänzen sich und müssen sich alle eingestehen Fehler gemacht zu haben, die nicht nur sie, sondern auch ihre Umwelt verändert haben. Ingar, der nicht in der Lage ist, Gefühle zu zeigen und sich lieber verschließt, anstatt eine Sache bis zum Ende durchzusetzen, ist kein typischer Held und auch nicht immer sympathisch. Er hat die Tendenz andere auszunutzen und braucht lange, um sich den Konsequenzen zu stellen und sein gesamtes Herz in eine Sache zu investieren. Zino wiederrum ist trotz seiner Ruhe und Schroffheit eine schillernde, gefühlsbetonte Persönlichkeit, die viel Zeit braucht, um aufzutauen und sich gegenüber anderen zu öffnen. Er ist ein bisschen der Motor des Romans, da er nicht nur Ingar und dessen Geschichte antreibt, sondern auch mit seinen Entscheidungen dafür sorgt, die gespannte Atmosphäre zum Kippen zu bringen.
Zu guter Letzt ist auch Maria eine der zentralen Hauptfiguren, die zwangsweise Teil der Ereignisse wird und selbst für viele Dinge die Verantwortung trägt. Auch sie trägt einige dunkle Facetten in sich, die erst mit der Zeit ans Licht kommen. Sie ist auf jeden Fall eine faszinierende, starke Frau, deren Leben mindestens so interessant ist wie das von Zino.

Stilistisch legt Jobst Mahrenholz ein gewohnt intensives, sehr stimmungsvolles Buch vor, bei dem jedes Wort und jeder Satz passt. Man hat das Gefühl jede Silbe wurde präzise ausgewählt, um das Buch sprachlich auf ein sehr hohes Niveau zu heben. Gerade Zinos Sätze und Antworten haben eine solche Wucht und Aussagekraft, dass sie lange nachhängen. Die Wortwechsel zwischen ihm und Ingar sind das Highlight des Buches, da sie unheimlich viel Dynamik haben und dem Leser die beiden Figuren ans Herz wachsen lassen. Der Autor hat auf jeden Fall etwas Besonderes geschaffen, nicht nur durch das Buch im Buch – die Figuren und ihre Dialoge untereinander sind unheimlich intensiv, ebenso die Beschreibungen der italienischen Berge und die des einfachen, ruhigen Lebens dort.

Fazit:
„Eine Ahnung von Pan“ ist ein wundervolles, stilistisch beeindruckendes Buch, das durch seine wunderbaren, sehr authentischen Figuren und eine angenehm leichten, langsamen Geschichte beeindruckt. Jobst Mahrenholz geht es nicht darum, zwei Männer zusammen zu bringen und ihnen ein Happy End zu ermöglichen, sondern darum, die Geschichte dreier grundverschiedener Figuren zu erzählen und sie auf behutsame Art und Weise weiterzuentwickeln. Wer Jobst Mahrenholz‘ Werke schätzt, wird auch an seinem neuen Buch nicht vorbeikommen – es lohnt sich und zeigt einmal mehr, wie wandlungsfähig und stilistisch sicher der Autor ist. Unbedingt lesen!

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Ein einziger Kuss

Levia Ortega
E-Buch Text: 276 Seiten
Erschienen bei null, 07.03.2016
ISBN B01CPZ83RO
Genre: Sonstiges

Rezension:

Story:
Über zwanzig Jahre hat sich Abigail dem strengen Regimes ihrer Mutter und des Pfarrers der kleinen Stadt Leadville unterworfen – sie hat einen Mann, eine Tochter und führt ein frommes Leben, ganz im Sinne der Kirche. Dabei hat sie sich als Teenager einst in die junge Harper verliebt, die ihre Gefühle sogar erwidert hat. Dennoch war eine Beziehung zwischen den beiden Mädchen unmöglich. Als nun Harpers Großmutter stirbt und die offene, selbstsichere junge Innenarchitektin nach Leadville zurückkehrt, um die Beerdigung zu organisieren, reißen nicht nur alte Wunden auf. Es ist auch die letzte Chance für Harper und Abigail einen Schlussstrich zu ziehen, oder trotz der Konventionen und mittelalterlich anmutenden Gesetze der Kirche neu anzufangen …

Eigene Meinung:
Das lesbische Drama „Ein einziger Kuss“ stammt aus der Feder der Autorin Levia Ortega, die bereits mehrere Romane mit lesbischen Figuren auf den Markt gebracht hat. Im vorliegenden Buch widmet sie sich dem Thema Kirche, Glauben und Homosexualität, und zeigt Probleme extrem konservativer Menschen auf und ihre Engstirnigkeit hinsichtlich Andersdenkender bzw. Andersfühlender.


Die Geschichte wechselt zwischen Abigail und Harper hin und her – mitunter wechseln die Perspektiven auch zwischen anderen agierenden Personen, wie zum Beispiel Harpers Tochter Naomi oder ihrem Mann David. Zudem wird die Vergangenheit der beiden Frauen in einigen Abschnitten dargestellt, so dass der Leser auch einen Einblick dahingehend bekommt, wie sich die Beziehung zwischen den beiden Jugendlichen entwickelte. Dennoch liegt der Schwerpunkt auf dem gegenwärtigen Handlungsstrang, in dem beide mit ihrer Vergangenheit konfrontiert werden. In diesem Zusammenhang geht die Autorin stark auf die Kirche und den Glauben ein, der mitunter extreme Stilblüten treibt und aufzeigt, wie extrem einige Menschen sind und wie stark sie ihr Leben nach den Worten der Bibel ausrichten. Dabei wird die Kirche glücklicherweise nicht vollkommen verteufelt – die Autorin setzt sich kritisch mit dem Thema auseinander und zeigt auf, dass die extreme Auslegung vielfach ein Problem darstellt.
Das Ende geht leider ein bisschen zu glatt und schnell, ganz besonders, weil viele Dinge, die Abigail betreffen nur noch zusammengefasst werden (z. B. die Gespräche mit ihrer Familie und ihren Freunden) und nur noch erzählt werden, um alle offenen Punkte zu einem befriedigenden Schluss zusammen zu führen. Das trifft leider auf viele Passagen des Romans zu – Levia Ortega fasst Gespräche und Ereignisse zusammen und konzentriert sich nur auf die beiden Hauptfiguren und ihre Probleme miteinander. Gerade am Anfang fällt dies auf, als man Harper kennenlernt – ein ganzes Kapitel wird ihrem Leben gewidmet, komplett zusammengefasst wie ein riesiger Info-Dump. Vieles davon ist für die Geschichte irrelevant, die wichtigen Punkte hätten durchaus in die aktive Handlung eingewoben werden können. Das macht den Roman leider immer wieder langatmig und nimmt deutlich Schwung aus der Geschichte.

Die Figuren sind dafür durchaus lebensnah gezeichnet und gut nachvollziehbar. Man kann sowohl Abigails Verhalten, als auch ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehen. Auch Harper wird gut und passend in Szene gesetzt. Beide Frauen wurden durch die Ereignisse in ihrer Jugend tief verletzt, allerdings hatte Abigail nicht den Mut und die Kraft sich gegen ihr Elternhaus und ihre strenggläubige Mutter zur Wehr zu setzen. Harper wiederrum hat Probleme damit, Vertrauen zu fassen und Abigail eine zweite Chance zu geben, denn für sie bedeutet die Rückkehr nach Leadsville, sich mit allem auseinanderzusetzen, was in ihrer Jugend passiert ist.
Sehr sympathisch sind die Nebenfiguren, allen voran die offene und direkte Naomi (auch wenn man bei ihr nur schwer nachvollziehen kann, warum sie nichts von dem strengen Glauben ihrer Großmutter mitbekommen hat); ebenso Harpers beste Freundin Maddy, die ihr eine wirkliche Stütze ist und in manchen Dingen so etwas wie ihr Gewissen. Die Männer kommen leider nur am Rande zum Tragen – David kommt nur am Anfang zu Wort und ist dann seltsamerweise die meiste Zeit verschwunden, Abigails Schulfreund Jim bietet zwar eine tolle Basis für mehr, bleibt jedoch leider ebenfalls recht farblos.

Stilistisch ist „Ein einziger Kuss“ nicht schlecht – Levia Ortega hat einen soliden Stil mit einem Hang zu Beschreibungen, gerade wenn es um Zusammenfassungen und Beschreibungen geht. Mitunter verliert man dadurch aber den Kontakt zu den Figuren – oftmals wird einfach zu viel, zu detailreich zusammengefasst, so dass man die eigentliche Handlung aus den Augen verliert. Zudem verwirren die Perspektivsprünge, gerade wenn zu einem Nebencharakter gehüpft wird, dessen Sichtweise in diesem Moment eher uninteressant ist. Nichtsdestotrotz bekommt man einen guten Einblick in die Gefühlswelten der Charaktere, denn auch diese werden sehr ausführlich dargestellt.

Fazit:
„Ein einziger Kuss“ ist ein gelungenes lesbisches Drama, das durch gut nachvollziehbare Charaktere besticht und eine ernste Thematik zur Sprache bringt. Hin und wieder bricht die Autorin zwar aus der Handlung aus und verliert sich in Nebensächlichkeiten und unnötigen Zusammenfassungen, doch die Kerngeschichte ist durchaus spannend und kommt mit einer guten Botschaft daher. Wer vor ernsten, kritischen Themen nicht zurückschreckt und Stoff zum Nachdenken sucht, sollte einen Blick riskieren – wer es lockerer, leichter und witziger mag, sollte eher zu „Indianer im Kopf“ greifen, das sich einer ähnlichen Thematik widmet. Reinschauen!

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Ein Strandhaus für zwei: Sandherzen I

Leann Porter
E-Buch Text: 141 Seiten
Erschienen bei null, 06.04.2017
ISBN B06Y47HRVX
Genre: Sonstiges

Rezension:

Story:
Von seinem Freund Lennert vor die Tür gesetzt, flüchtet sich Silas in das Strandhaus seines Kumpels Val, der mit seinem Partner für mehrere Wochen in Irland ist. Dort hofft er zur Ruhe zu kommen und sich von der harschen Trennung erholen zu können. Zu seinem Pech ist das pinke Strandhaus bereits an Daniel vermietet, einen Schriftsteller, der an seinem nächsten Thriller arbeitet. Dieser ist nicht nur trainiert und gutaussehend, er ist auch überhaupt nicht glücklich, dass er das Haus teilen muss. Trotz alledem kommen sich die beiden näher, bis plötzlich Daniels Sexbekannter Emilio vor der Tür steht und zu allem Überfluss auch noch Lennert auftaucht und Silas zurückgewinnen will …

Eigene Meinung:
Der lockerleichte Kurzroman „Ein Strandhaus für Zwei“ ist der erste Teil der „Sandherzen“-Reihe von Leann Porter. Die Autorin hat bereits mehrere Romane im Gay-Genre veröffentlicht, u.a. „Die Fährte der Wandler“, „Die Sturmfalken von Olbian“ und „Fleckenteufel & Drachentöter“ im deadsoft Verlag, aber auch den Kurzroman „Cooler als Caipirinha“ im Eigenverlag. Darüber hinaus ist sie mit einem anderen Pseudonym auch im (Hetero-)Liebesroman-Genre unterwegs.

Die Geschichte spielt an einem idyllischen Strand irgendwo in Deutschland und führt zwei vollkommen unterschiedliche Charaktere zusammen – den tollpatschigen Silas, der aufgrund seiner etwas molligen Figur Komplexe hat und eher mit Tieren umgehen kann, denn mit Menschen, und den durchtrainierten, aber liebenswerten Daniel, der seinen neuen Roman dringend beenden muss und sich in dem Haus die nötige Ruhe erhofft. Zu Beginn hat letzterer Probleme damit, Silas ein Dach über dem Kopf anzubieten, doch schnell kommen sich die beiden näher, denn sowohl Silas als auch Daniel sind am jeweils anderen interessiert. Wie die Handlung weitergeht ist im Grunde klar, denn das die beiden Männer auf die ein oder andere Art aneinander hängenbleiben, ist logisch. Dass mit Emilio und Lennert noch ein wenig zusätzlicher Zündstoff in die turbulente Geschichte findet, kann zumindest teilweise überraschen. Nichtsdestotrotz bleibt Leann Porter den Möglichkeiten des Gay Romance Genres treu und bietet einen unterhaltsamen Kurzroman, in den man schnell eintaucht und den man binnen weniger Stunden ausgelesen hat.

Ein großer Pluspunkt sind die liebenswerten Charaktere. Silas tollpatschige und unsichere Art schließt man ebenso schnell ins Herz, wie Daniel, der hin und her gerissen ist. Beide harmonieren toll miteinander und man fiebert förmlich mit, wenn die beiden zumindest kurzzeitig zusammenfinden. Schön ist auch, dass sich beide Hauptfiguren trotz der Kürze der Geschichte weiterentwickeln und einen Schritt nach vorn machen – gerade Silas wird selbstbewusster und geht gestärkt aus der Sache hervor.
Sympathisch ist auch Emilio, trotz seiner großen Klappe und der spitzen Kommentare. Über ihn würde man gerne mehr erfahren, denn er bietet Potenzial für eine eigene Geschichte. Im Vergleich dazu kann Lennert fast nur negative Punkte sammeln.

Stilistisch gibt es nichts zu bemängeln – Leann Porter hat einen sehr schönen, sicheren Stil. Man merkt, dass sie eine versierte Autorin ist, die bereits mehrere Bücher veröffentlich hat. So sind sowohl die Beschreibungen, als auch die wechselnden Perspektiven zwischen Silas und Daniel stimmig. Auch die Dialoge können überzeugen, ebenso das erotische Intermezzo, das weder langatmig noch langweilig ist. Die Autorin versteht es zudem die Gefühle der beiden Hauptfiguren zu Papier zu bringen und dafür zu sorgen, dass der Leser Daniel und Silas stets nah ist und sie voll und ganz verstehen kann.

Fazit:
„Ein Strandhaus für Zwei“ ist ein wundervoller, stimmiger Kurzroman – perfekt für Zwischendurch. Der Leser ist immer nah bei den Charakteren, lernt ihre Gedanken und Gefühle kennen und fiebert mit ihnen dem Happy-End entgegen. Die Geschichte mag zwar ein wenig klischeehaft sein, doch das stört nur bedingt – Leann Porter weiß stilistisch zu fesseln und kennt die Zutaten für eine perfekte, kleine Urlaubslektüre. Wer lockerleichte Liebesgeschichten sucht oder den Stil der Autorin mag, sollte sich den ersten Teil von „Sandherzen“ nicht entgehen lassen. Zu empfehlen.

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gewinner schreibwettbewerb, tolino media, carlsen impress, liebe, lesbisch

We could be heroes

Laura Kuhn
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.03.2017
ISBN 9783551316912
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Story:
Seitdem Lou für ihre beste Freundin Natalie mehr als Freundschaft empfindet, ist ihr Leben das reinste Chaos. Ihre Versuche es zu verstecken, enden schließlich in einem alkoholgeschwängerten Kuss mitten auf der Tanzfläche einer Party. Erschrocken über ihre eigene Courage stimmt Lou kurz darauf dem Vorschlag ihres Vaters zu, einen Bauernhof zu kaufen und aufs Land zu ziehen. Dort hofft sie zur Ruhe zu kommen, trifft aber in ihrer neuen Schule auf die schüchterne Elia, in die sie sich auf den ersten Blick verliebt. Als sie herausfindet, dass ihr Bruder Tom dem Mädchen Nachhilfe gibt, scheint alles perfekt, um sie nach und nach kennenzulernen. Doch auch Tom verliebt sich in Elia und plötzlich fühlt sich Lou in einer Zwickmühle gefangen – sie will Elia, gleichzeitig aber auch ihren Bruder nicht verlieren …

Eigene Meinung:
Mit „We could be heroes“ legt die Autorin Laura Kuhn ihr Debüt vor. Das lesbische Jugendbuch belegte beim großen Autorenwettbewerb von Tolino Media und Carlsen Impress den ersten Platz und erschien im März 2017 im Print und eBook. Laut der Autorin ist das Buch leicht autobiografisch, da viele Szenen von ihrem eigenen Leben inspiriert sind. Von der Grundidee und dem inhaltlichen Rahmen her erinnert „We could be heroes“ stark an Anne Freytags „Den Mund voll ungesagter Dinge“.

Es braucht lange, bis die Geschichte Fahrt aufnimmt und mehr passiert, als der ewig gleichförmig laufende Alltag eines Teenagers. Das mag natürlich realistisch und authentisch sein, sorgt jedoch dafür, dass sich der Anfang unheimlich in die Länge zieht, zumal Lou jemand ist, die sich treiben lässt und lieber wegläuft als sich Problemen zu stellen. Der Kauf des Bauernhofes ist zu Beginn noch das spannendste, ebenso der Umzug aufs Land – wenngleich es ein wenig seltsam ist, dass sowohl Tom als auch Lou gar keine Probleme damit haben, sich dort einzuleben. Beide nehmen die Änderungen in ihrem Leben fast schon gleichgültig hin, als sei es nichts Besonderes ihren Freundeskreis zu verlassen und irgendwo neu anzufangen. Irgendwie fehlt insgesamt der Tiefgang – auch bei Lous Familie. Ihr Vater wirkt eher wie ein Statist, der lediglich als Auslöser für den Umzug da ist, sich ansonsten aber kaum blicken lässt, Tom ist zwar wichtig, aber man kann sich ihn nur schwer vorstellen, da er zu perfekt ist. Er scheint keine Fehler zu haben, was mit der Zeit ein wenig nervt. Alles in allem hätte man aus der Geschichte mehr herausholen können, denn im Grunde passiert nicht mehr, außer einem Umzug und Lous erster großen Liebe, vor der sie die meiste Zeit davonläuft. Themen wir Coming-Out und sonstige Probleme werden nur ganz am Rande angesprochen und fallen nicht stärker ins Gewicht.

Die Charaktere sind realistisch und sehr authentisch – ganz besonders Lous Gedanken und Gefühle kann man nachvollziehen, wenngleich sie kein großer Sympathieträger ist. Sie mag zwar eher inaktiv sein und vor ihren Problemen davonlaufen, doch sie spiegelt die aktuelle Jugend sehr gut wieder. Im Gegenzug zu ihr ist Tom der totale Sonnyboy und den Augen seiner Schwester perfekt in allem was er tut. Mit der Zeit ist das jedoch ein wenig nervend, da er keine Fehler zu haben scheint. Elia kommt ein wenig blass daher, da man ihre Gedanken nur aus einigen seltsamen Einschüben kennt und sie nur selten zum Tragen kommt (was auch daran liegt, dass Lou ihr irgendwann aus dem Weg geht). Mit Ausnahme der Zwillinge Bianka und Tina, mit denen sich Lou in ihrer neuen Schule anfreundet (die beiden sind toll in Szene gesetzt!), bleiben die restlichen Charakter ungeheuer blass. Der Vater der Geschwister kommt kaum zum Tragen, andere Schüler und Lehrer noch weniger. Man erfährt kaum etwas über andere, weil Lou einerlei Interesse für andere zeigt.

Stilistisch ist „We could be heroes“ gelungen – Laura Kuhn hat einen lockerleichten, sehr authentischen Stil, der gut die heutige Jugend widerspiegelt. Er ist direkt und unverblümt, verzichtet auf viele Dialoge (was mitunter störend ist, da viele Gespräche zusammengefasst werden), und ausufernde Beschreibungen. Stattdessen wird vieles zusammengefasst und eher inaktiv dargestellt. Ganz besonders fällt das auf, als Lou und Elia eine Woche lang gemeinsam putzen – bis auf das Anfangsgespräch sind alle Dialoge nur zusammengefasst, was schade ist, denn dabei lernen sich die beiden überhaupt erst kennen.
Ein wenig verwirrend und nutzlos sind die kurzen Einschübe, die immer wieder Lous Geschichte unterbrechen und am Anfang wenig Sinn ergeben. Dass es Passagen aus Elias Sicht sind, wird zwar später klar, vieles wird jedoch nicht erklärt – gerade einige Punkte aus den ersten Einschüben. Das ist schade, denn im Grunde hätte man dieses Stilmittel auch weglassen können, ohne, dass man etwas verpasst. Es pumpt das Buch unnötig auf.

Fazit:

„We could be heroes“ ist ein leichter, sommerlicher, lesbischer Jugendroman für Zwischendurch, der nur bedingt überzeugen und mitreißen kann. Die Grundidee ist nicht schlecht, die Authentizität rettet die Geschichte an vielen Stellen, doch ansonsten plätschert die Handlung zu lange einfach vor sich hin ohne zum Punkt zu kommen. Lou ist nicht unbedingt eine starke Identifikationsfigur, doch sie ist und bleibt realistisch. Laura Kuhn kann auf jeden Fall schreiben und man kann gespannt sein, was die Autorin als nächstes liefert – hoffentlich wird es in ihren Büchern weiterhin queere Charaktere geben. Für ein Debüt ist „We could be heroes“ auf jeden Fall nicht schlecht, doch insgesamthätte man einfach mehr aus der Geschichte herausholen können …

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Sunset Park (Deutsch) (Fünf Stadtbezirke 2)

Santino Hassell
E-Buch Text: 276 Seiten
Erschienen bei Dreamspinner Press, 21.03.2017
ISBN 9781635337365
Genre: Sonstiges

Rezension:

Story:
Nachdem Nunzio und Michael nach etlichen Jahren endlich zusammengefunden haben, steht der nächste Schritt bevor – die beiden wollen zusammenziehen, was die Vermietung des elterlichen Hauses bedeutet. Für Michaels Bruder Raymond kommt das alles vollkommen unerwartet. Nicht nur hat er grad seinen Job in den Docks verloren, er will sich nicht nach einer Wohnung umsehen, die er allein nicht finanzieren kann. Glücklicherweise schlägt der schwule David vor, eine WG zu gründen, da er sich von seinem Freund getrennt hat und sowieso auf der Suche nach einer neuen Bleibe ist. Tatsächlich finden die beiden etwas, doch aus der reinen WG-Beziehung wird schnell mehr, als Raymond erstmals seine bisexuelle Neugier befriedigen will und David, der schon lange ein Auge auf Ray geworfen hat, sich bereit erklärt für Experimente zur Verfügung zu stehen …

Eigene Meinung:
Der Roman „Sunset Park“ ist der zweite Teil der „Five Boroughs“-Reihe von Santino Hassell und erschien im Dreamspinner Press Verlag. Während sich „Sutphin Boulevard“ dem älteren Bruder Michael annahm und seine Alkoholprobleme und die verkorkste Beziehung zu Nunzio thematisierte, setzt „Sunset Park“ Raymond ins Zentrum. Die Reihe hat inzwischen fünf Bände, Teil 1 bis 3 erschien bei Dreamspinner Press, ab Band 4 liegen die Bücher bei Riptide Publishing vor.


Die Geschichte dreht sich um Raymond und David, die unterschiedlicher nicht sein könnten – Raymond lebt in den Tag hinein, hängt am liebsten vor der Konsole, kifft und hat keine Ahnung, was er mit seinem Leben anfangen will. David ist Lehrer und Teamleiter an einer Schule und hat sich mal wieder von seinem Freund Caleb getrennt, der ihm zwar finanzielle und soziale Sicherheiten bietet, ihn aber einfach nicht glücklich macht. Als die beiden zusammenziehen, entwickelt sich schnell mehr aus ihrer Freundschaft, denn sowohl Raymond, als auch David sind an mehr interessiert. Für Raymond sind es die ersten Versuche mit einem Mann, hat er bisher doch seine bisexuelle Ader kaum ausgelebt, da es einfacher war, Frauen ins Bett zu kriegen. Zwischen den beiden entspinnt sich eine explosive Beziehung, die durch ein ewiges Auf und Ab gekennzeichnet ist, denn beide haben ihre Sorgen und Zweifel, ob es klug ist, den nächsten Schritt zu gehen.
Inhaltlich kommt „Sunset Park“ nicht ganz an den ersten Teil heran, da bei „Sutphin Boulevard“ die Thematik Alkoholismus und Entzug viel Raum eingenommen hat und auf eine sehr spannende Weise umgesetzt wurde. Nichtsdestotrotz ist auch die Fortsetzung spannend und liest sich schnell weg. Sehr schön ist einmal mehr der Einbau verschiedener Kulturen, gerade Raymonds puerto-ricanische Wurzeln sind sehr authentisch und nachvollziehbar dargestellt. Es ist toll Romane zu lesen, die durch untypische Figuren bestechen und die nicht dem bekannten Schema entsprechen.

Die Charaktere sind allesamt sehr authentisch und lebendig in Szene gesetzt – Raymond ist auf seine Art sympathisch, auch wenn man ihm hin und wieder in den Hintern treten will, da er den Hang hat schnell aufzugeben und sich treiben zu lassen. Zudem nimmt er kein Blatt vor den Mund, kennt keine Scham und ist entwaffnend offen. David auf der anderen Seite ist hin und hergerissen zwischen Raymond und seinem Ex Caleb. Mitunter springt er fast zu oft hin und her, doch auch ihn kann man verstehen – er will keine Fehler mehr machen und eine finale Entscheidung abwägen, bevor er sich in eine neue Beziehung stürzt.

Stilistisch gibt es wenig zu bemängeln – Santino Hassell hat einen soliden, fesselnden Schreibstil, der sehr authentisch wirkt und sehr gut zu den erzählenden Charakteren, Raymond und David, passt. Er gibt den Figuren eine passende Stimme und lässt den Leser an den Gedanken und Gefühlen der beiden teilhaben. So kann man sich sowohl in Raymond, als auch in David hineinversetzen und erlebt die Ereignisse hautnah. Wie schon beim ersten Teil ist der Autor sehr direkt und explizit, was erotische Szenen anbelangt und nimmt, ähnlich wie Raymond, kein Blatt vor den Mund. Sehr gut gelungen sind auch die Beschreibungen der Stadt und der einzelnen Viertel, ebenso die kulturellen Gruppierungen, die allesamt ihr eigene Sprache haben. Die Atmosphäre passt einfach, was auch in der deutschen Übersetzung gelungen ist, die sich auf einem ähnlich hohen Niveau bewegt, wie die von „Sutphin Boulevard“. Bleibt zu hoffen, dass auch die folgenden Bücher ihren Weg nach Deutschland finden.

Fazit:
„Sunset Park“ ist eine gelungene Fortsetzung der „Five Boroughs“-Reihe und schließt nahtlos an „Sutphin Boulevard“ an, ohne die Geschichte um Michael und Nunzio direkt weiter zu erzählen. Die Figuren sind sympathisch, authentisch und in sich schlüssig, die Handlung zwar nicht so fesselnd, wie im ersten Band, doch durchweg unterhaltsam und mitreißend. Santino Hassell hat einen fesselnden Stil, der durch spanische Dialoge lebt und die Atmosphäre der Stadt und der Bewohner einfängt. Bleibt zu hoffen, dass es bald weitergeht. Unbedingt zu empfehlen.

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Wolfklinge - Die schwarze Kathedrale

Oliver Schwarz
E-Buch Text: 216 Seiten
Erschienen bei dead soft verlag, 30.05.2016
ISBN B01GE4HUBW
Genre: Sonstiges

Rezension:

Story:
Als der Wolfmann Thorun den jungen Magierschüler Falk vor einer öffentlichen Hinrichtung rettet und in Sicherheit bringt, ahnt er nicht, wie schnell er sich von diesem angezogen fühlt und in was für ein Chaos sie noch stolpern werden. Plötzliche Horden von Untoten fallen über die Stadt her und töten alles, was ihnen in den Weg kommt. Von einer sprechenden Krähe erfahren sie, dass die schwarze Kathedrale, die zwischen verschiedenen Dimensionen wandelt, auf dem Weg ist und ihre Welt in Schutt und Asche legen könnte. Laut Prophezeiung ist Thorun der Einzige ist, der das Unheil abwenden kann, denn die Kathedrale ist eng mit seinem Volk verbunden. Auch Falk entwickelt ungewöhnliche Kräfte, die für die Rettung der Welt unverzichtbar sind …

Eigene Meinung:
„Wolfklinge – Die schwarze Kathedrale“ ist das Debüt von Oliver Schwarz und spielt in einer Fantasy-Welt, in der auch zukünftige Bücher angesiedelt sein sollen. Der Roman erschien im deadsoft Verlag und zeichnet sich durch ein hohes Maß an flacher Erotik aus.

Die Geschichte ist leicht zusammengefasst: Zwei Männer, die den Untergang der Welt verhindern sollen, ohne dass sie dabei allzu oft darauf verzichten müssen, miteinander ins Bett zu steigen – was ihnen tatsächlich gelingt. Denn im Grunde machen Thorun und Falk fast nichts anderes! Da kann die Zombieapokalypse hereinbrechen und die Stadt mit Untoten füllen, die beiden finden doch noch irgendwo eine Möglichkeit um sich miteinander oder mit weiteren Männern zu vergnügen, ganz gleich ob sie gerade Zombies zerhackt haben oder auf der Flucht vor riesigen Monstern sind. Dass sie zu Beginn des Buches noch hetero waren und niemals auf die Idee gekommen sind, einen Mann interessant zu finden, spielt keine Rolle – urplötzlich finden sie jedes männliche Wesen toll, das ihren Weg kreuzt. Natürlich sind die anderen auch alle schwul (man fragt sich, ob es überhaupt Frauen gibt, oder wie sich die Menschen dieser Fantasywelt überhaupt fortpflanzen – Zellteilung vielleicht?) und machen begeistert beim nächsten flotten Dreier mit, denn die beiden Helden haben überhaupt kein Problem damit, sich den Partner zu teilen, wenn der andere Kerl gutaussehend und gut bestückt ist. Wahre Liebe macht das möglich – selbst wenn man sich gerade erst kennengelernt hat und man sich als Leser fragt, an welcher Stelle die beiden sich eigentlich ineinander verliebt haben. Extreme erotische Anziehung, okay, aber Liebe?
Zwischen all den zweifelhaft geschriebenen Sexszenen kommt dann die Rettung der Welt – auf eine denkbar undramatische und langweilige Art, dass man das Buch eigentlich nur noch frustriert in die Ecke werfen will. Zudem strotzt die Geschichte nur so vor Unlogik – Dinge, die gerade erklärt wurden, werden bereits zwei Seiten später anders dargestellt oder vollkommen negiert. Aber das ist im Grunde egal, denn die Handlung spielt bei den dauergeilen Hauptcharakteren eh keine Rolle mehr. Es ist schon bezeichnend und auf gewisser Weise bedauerlich, dass man durch das Glossar mehr von der Fantasywelt, den Riten und den Hintergründen erfährt, als durch das Lesen der Geschichte.

Die Figuren sind leider ebenfalls sehr flach und kaum verständlich. Im Grunde sind Thorun, Falk und alle männlichen Nebencharaktere nur an Sex interessiert, der Rest wird da schnell zur Nebensache. Selbst als die Zombies in die Stadt einfallen, während Thorun und Falk miteinander beschäftigt sind, findet Nils noch Zeit sich ihnen anzuschließen, bevor er sie vor der nahenden Gefahr warnt. Wirkliche Sympathien entwickelt man zu keinem Charakter – sie sind alle blass und unausgegoren, haben keinerlei Tiefgang und tragen wenig zur Handlung bei. Stattdessen lassen sie sich treiben und haben beim Weltuntergang nichts anderes im Kopf, als zu überlegen, wann und wo sie das nächste Mal miteinander ficken können.

Stilistisch hat der Autor noch etliche Kinderkrankheiten zu überwinden, ganz besonders Richtung Spannungsaufbau, Beschreibungen und Dialoge, denn im Grunde ist die gesamte Geschichte ungemein holprig geschrieben und vermag es nicht zu fesseln. Am schlimmsten sind die erotischen Szenen, bei denen man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Solch platte, pornohafte Sexbeschreibungen kennt man normalerweise nur aus „Einhand-Büchern“ des Gmünder Verlags, die mit Begriffen wie „Prügel“, „Rute“ und „Lustsahne“ nur so um sich werfen.

Fazit:
„Wolfklinge – Die schwarze Kathedrale“ ist ein Buch, dass man im Grunde gar nicht empfehlen kann, denn es hapert an so ziemlich allem: einer fesselnden, logisch aufgebauten Geschichte, einer in sich schlüssigen Fantasywelt, aktiven, sympathischen Charakteren mit Stärken und Schwächen und einem ausgereiften Schreibstil. Stattdessen bekommt man Einhand-Lektüre in Reinform mit pornohaftem Sex und Figuren, die trotz Weltuntergang und Untotenattacke dauergeil sind. In Zusammenhang mit dem schlechten Stil und den unendlich vielen Sexszenen, kann ich „Wolfklinge“ leider nicht empfehlen – wer gut geschriebene schwule Fantasy sucht, sollte sich bei Autoren wie Chris P. Rolls, Raik Thorstad, C. S. Pacat, Lynn Flewelling und Tanja Meurer umsehen.

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