Koriko

Korikos Bibliothek

661 Bücher, 303 Rezensionen

Zu Korikos Profil Zur Autorenseite
Filtern nach
661 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(48)

132 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

kunst, zwillinge, jugendbuch, familie, liebe

Ich gebe dir die Sonne

Jandy Nelson , Catrin Frischer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei cbt, 21.11.2016
ISBN 9783570164594
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Der ehrenwerte Dieb

James Buchanan , Stefanie Zurek
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Dead Soft Verlag, 16.01.2017
ISBN 9783960890683
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Das andere Ende der Brücke

Elisa Schwarz
Flexibler Einband: 568 Seiten
Erschienen bei Dead Soft Verlag, 06.10.2016
ISBN 9783960890379
Genre: Romane

Rezension:

Story:
Seit Patricks Ehemann bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, besteht das Leben des Fotografen aus Tristesse, Traurigkeit und Einsamkeit. Statt sich helfen zu lassen, verkriecht er sich oder versucht auf unorthodoxe Art und Weise mit dem Schmerz in seinem Innern klar zu kommen. Erst als er zufällig Zeuge eines Angriffs betrunkener Rechtsradikaler auf einen Fahrradfahrer wird, reißt Patrick aus seiner Lethargie und zwingt ihn dazu sich mit dem Tod seines geliebten Mannes auseinander zu setzen. Dabei stehen ihm nicht nur neue und alte Freunde zur Seite, nach und nach ist er auch wieder in der Lage sein Herz zu öffnen und einer neuen Liebe Platz zu machen – auch wenn ein steiniger Weg vor ihm liegt …

Eigene Meinung:
Mit „Das andere Ende der Brücke“ legt Elisa Schwarz nach „Eigentlich …“ ihren zweiten Roman bei deadsoft vor. Dabei schlägt sie dieses Mal eher ernste Töne an, denn es geht um Trauerbewältigung und die damit einhergehenden Verlustängste und psychischen Probleme. Daher ist „Das andere Ende der Brücke“ wesentlich dramatischer als ihr Debüt.

Die Geschichte setzt über ein Jahr nach dem Unglücksfall ein und man lernt Patrick als in sich gekehrten, verzweifelten Mann kennen, der von seiner Umwelt kaum etwas mitbekommt und über den Tod seines Ehemanns nicht hinwegkommt. Die Autorin lässt sich viel Zeit seinen desolaten und trauernden Zustand zu beschreiben, der sich mitunter auch selbstzerstörerisch auswirkt. Erst nach und nach taucht Patrick aus seines Isolation auf – teils durch Freunde, die ihn aus den Tiefen seiner Trauer ziehen, teils durch einen Psychologen, der sich seinen Problemen widmet und ihn dabei unterstützt den Tod seines Mannes zu verarbeiten. Auch das Finden einer neuen Liebe wird für Patrick im Laufe des Buches möglich, wenngleich er dafür einige Hürden zu überwinden hat. Dabei ist es angenehm, dass der Leser nicht weiß, wer Patrick letztendlich für sich gewinnen kann, auch wenn man natürlich einige Vermutungen hat.
Elisa Schwarz lässt sich Zeit mit ihrer Geschichte und erzählt Patricks Wandlung vom Eigenbrötler zu einem Mann, der neuen Mut gefasst hat auf fast 600 Seiten. Dadurch gelingt es ihr sehr umfassend und eingehend auf Patricks Gefühlswelt einzugehen und seine unterschiedlichen Stadien genau zu beschreiben. Man kann sich gut in ihn hineindenken und lernt seine Vergangenheit erst nach und nach kennen – zumeist dann, wenn er sich dieser selbst stellen muss. Dadurch gelingt der Autorin ein sehr tiefgründiges, berührendes Buch, das nicht nur gut umgesetzt, sondern auch gut recherchiert ist. Einzig die Längen am Anfang sind ein wenig störend, da sie ein schnelles Eintauchen ins Buch ein wenig hemmen und man das Gefühl hat, dass zum Ende hin viele Punkte übersprungen werden, die durchaus so ausführlich hätten beschrieben werden können, wie am Anfang.

Die Charaktere sind passend und authentisch in Szene gesetzt und können durchweg überzeugen. Sei es Patrick, der einen weiten Weg aus der Trauer und Dunkelheit zurücklegen muss, um ins Leben zurückzufinden, oder seine Freunde und Familie, die bedingungslos zu ihm halten und alles daran setzen ihn dabei zu unterstützen. Alle werden eingehend beleuchtet, wenngleich der Schwerpunkt natürlich auf Patrick liegt und man ihm als Leser ganz besonders nahe kommt.

Stilistisch ist „Das andere Ende der Brücke“ gut umgesetzt und verspricht angenehme, sehr emotionale Lesestunden. Elisa Schwarz hat einen sehr feinfühligen, manchmal aber auch recht ausschweifenden Stil, über den man ganz zu Beginn immer wieder stolpert. Hin und wieder verliert sie sich in ausufernden Beschreibungen, die den Lesefluss hemmen und dem Buch den Schwung nehmen. Das ist natürlich Geschmackssache, doch an einigen Stellen wäre weniger mehr gewesen. Nichtsdestotrotz schafft sie es die Gefühle und Gedanken ihres Protagonisten sehr eingehend und mitreißend darzulegen und den Leser zu fesseln.

Fazit:
„Das andere Ende der Brücke“ ist ein gelungenes Drama, in dem es um Verlust, Tod und Trauer geht. Die emotionale, tiefgründige Geschichte wartet mit sehr authentischen, gut nachvollziehbaren Charakteren und einem einfühlsamen Schreibstil auf, der die Gefühls- und Gedankenwelt des Hauptcharakters gut portraitiert. Bis auf einige Längen am Anfang ein wundervolles Buch, das den Leser berührt und nachdenklich zurücklässt. Wer dramatische, tiefgründige Romane mag, sollte einen Blick in Elisa Schwarz‘ Buch werfen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(19)

65 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

anthony ryan, vaelin al sorna, rabenschatten, epische schlachten, high fantasy

Die Königin der Flammen

Anthony Ryan , Sara Riffel , Birgit Pfaffinger
Fester Einband: 879 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 14.10.2016
ISBN 9783608960198
Genre: Fantasy

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Beach Café

Jeremy Reed , Pociao
Fester Einband
Erschienen bei Bilger, R, 01.08.2016
ISBN 9783037620571
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

gay romance, pferde, bisexualität, liebe, fehmarn

Die stille Seite der Musik

Svea Lundberg
E-Buch Text
Erschienen bei Traumtänzer-Verlag Lysander Schretzlmeier, 29.01.2017
ISBN 9783947031016
Genre: Sonstiges

Rezension:

Story:
Ein schrecklicher Autounfall bereitet Valentins Träumen schlagartig ein Ende – mit den steifen Fingern seiner linken Hand ist es dem jungen Mann nicht mehr möglich Starpianist zu werden. Nach Wochen des Verkriechens beschließt er sich frischen Wind um die Nase wehen zu lassen und seilt sich auf den Pferdehof seiner Tante ab. Dort trifft er auf den gehörlosen Florian, der eine Ausbildung zum Pferdewirt absolviert und ein besonderes Händchen für Pferde hat. Die beiden lernen sich trotz Sprachbarriere schnell näher kennen und Valentin beginnt sogar damit Gebärdensprache zu lernen. Als es zwischen den beiden richtig funkt, wird Zeit zu einem maßgeblichen Problem, denn Valentins Zeit auf dem Pferdehof neigt sich dem Ende entgegen …

Eigene Meinung:
Mit „Die stille Seite der Musik“ bietet Svea Lundberg dem Leser ein ungewöhnliches Setting und überraschend eigenwillige Charaktere, die nur bedingt dem gängigen Klischee entsprechen. Wer ihre bisherigen Werke („Kristallschnee“, „Inbetween“) kennt, bekommt mit dem im Traumtänzer Verlag erschienen Roman etwas vollkommen Anderes präsentiert, denn „Die stille Seite der Musik“ lässt sich nur schwer mit ihren bisherigen Veröffentlichungen vergleichen.

Der Leser begleitet den jungen Valentin, dessen linke Hand bei einem Autounfall so stark verletzt wird, dass eine dauerhafte Schädigung der Nerven jegliches Klavierspiel unmöglich macht. Seine Zukunft als Starpianist ist vorbei und es dauert, bis er sich aus dem dunklen Loch befreien kann, in das er stürzt. Am hilfreichsten ist für ihn das Aufeinandertreffen mit Florian, der sich freiwillig in eine stumme Welt begeben hat, denn im Grunde könnte er mit entsprechenden Hilfsmitteln hören. Für Valentin unverständlich, doch mit der Zeit lernt er den angehenden Pferdewirt besser kennen und lieben. Zwischen den beiden vollkommen unterschiedlichen jungen Männern entspinnt sich schnell mehr, was natürlich zu einigen Problemen führt. Zudem haben sowohl Florian, als auch Valentin an kleineren Baustellen zu kämpfen, was dem Buch ein wenig mehr Tiefe verleiht.
Svea Lundberg versteht es geschickt die beiden unterschiedlichen Männer zusammen zu bringen und ihre persönlichen Probleme zu erläutern, denn nicht nur Valentin hat mit einigen Dingen zu kämpfen, auch Florian hat es nicht immer leicht. Dabei gibt sie den Figuren genügend Raum sich zu entwickeln und näher zu kommen, ohne dass es in irgendeiner Form gehetzt wirkt. Die Tatsache, dass Florian weder spricht, noch hört, wurde sehr angenehm umgesetzt, das Thema mit der notwendigen Sorgfalt abgehandelt. Man kann sich sehr gut mit den beiden Männern identifizieren, versteht ihre Sorgen und Probleme und begleitet sie gerne auf ihrem Weg. Beide sind sehr gut beschrieben, wenngleich man Valentin besser kennenlernt, dass das Buch aus seiner Sicht geschrieben wurde. Sehr schön wurde auch das Thema Bisexualität aufgegriffen und eingearbeitet, denn Valentin ist an beiden Geschlechtern interessiert. Es ist toll, das Svea Lundberg sich nicht davor gescheut hat, diesen Punkt ebenso offen zu behandeln, wie Florians Gehörlosigkeit. Das macht Valentin nur noch greifbarer und besser verständlich.

Insgesamt sind die Figuren sehr authentisch und gut nachvollziehbar in Szene gesetzt. Sowohl Valentin, als auch Florian schließt man ins Herz, ebenso die vielen Nebenfiguren. Sei es Valentins Mutter oder seine Tante, Florians Freund Yannick oder seine Sportkollegen – sie sind allesamt realistisch und sehr gut nachvollziehbar. Man hat sogar Lust auf mehr, denn einige Punkte bleiben am Ende doch noch offen und bieten Raum für eine Fortsetzung.

Stilistisch legt Svea Lundberg mit „Die stille Seite der Musik“ einen sehr schönen Roman vor, den man nicht so schnell aus der Hand legen kann. Man merkt, dass sie sich über Florians Gehörlosigkeit ebenso informiert hat, wie über Pferde, Gebärdensprache und Klaviermusik. Alles wirkt sehr authentisch, ganz besonders die Dialoge zwischen Florian und Valentin. Die Beschreibungen sind in sich stimmig und passend. Auch die Liebesgeschichte ist sehr sinnlich erzählt, ohne zu viel Gewicht auf Erotik zu legen. So ist es wirklich angenehm, dass nicht alles ausführlich dargelegt wird, sondern an passender Stelle ausgeblendet wird.

Fazit:
„Die stille Seite der Musik“ ist ein wundervolles Buch mit ungewöhnlichen Protagonisten und einer ganz eigenen, stimmungsvollen Atmosphäre. Dank des schönen Schreibstils und der gut recherchierten Geschichte, legt man Svea Lundbergs Roman nicht so schnell aus der Hand. Wer stille Geschichten mit neuen Ideen mag, sollte zugreifen – es lohnt sich. Zu empfehlen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(88)

178 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

geister, london, fantasy, lockwood, jonathan stroud

Lockwood & Co. - Das Flammende Phantom

Jonathan Stroud , Katharina Orgaß , Gerald Jung
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei cbj, 28.11.2016
ISBN 9783570159644
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

historischer roman

Verschwörung der Templer

Jutta Ahrens
Flexibler Einband: 578 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 03.07.2014
ISBN 9781500402716
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Berlingtons Geisterjäger 1 - Anderswelt

Amalia Zeichnerin
E-Buch Text: 273 Seiten
Erschienen bei null, 12.12.2016
ISBN B01N5BZPJK
Genre: Sonstiges

Rezension:

Story:
Für die irische Hexe Fiona O’Reilly und ihre Kollegin Giselle Butler von der Gesellschaft Friends of the Departed ist das kleine Geisterproblem des jungen Adeligen Victor Berlington keine große Sache – im Gegensatz zu der Angelegenheit, in die sie ungewollt hineingezogen werden, als zwei junge, adelige Gentlemen aus London verschwinden. Einer der Vermissten ist ein Bekannter Victors, der andere ein guter Freund des amerikanischen Privatdetektives Eliott Breeches. Gemeinsam stoßen sie auf einen Ritualkreis und einen Übergang in die mysteriöse Anderswelt, in der grausem Geschöpfe herrschen und nichts ist wie es scheint. Während sich die junge Künstlerin Nica der Gruppe ebenfalls anschließt, um Fiona näher zu kommen, gerät Victor in die Fänge des exzentrischen Dandys Damian Quinn, der nicht ganz menschlich ist und seine eigenen Pläne schmiedet …

Eigene Meinung:
Mit „Anderswelt“ legt die Autorin Amalia Zeichnerin den ersten Teil ihrer „Berlingtons Geisterjäger“ – Reihe vor. Der Roman wartet mit einer Mischung aus Horror, Steampunk, Urban Fantasy und Gay/Lesbian Romance auf und bietet daher eine facettenreiche und sehr abwechslungsreiche Geschichte, teils wirkt die Mischung jedoch zu konfus, da viele verschiedene Handlungsstränge und Ideen miteinander vermischt werden.

Inhaltlich bekommt der Leser einen wahren Genre-Mix, der in dieser Form nur selten auf dem deutschen Markt zu finden ist. Rollenspieler wird das Setting ein wenig an das Pen&Paper-RPG „Castle Falkenstein“ erinnern, da sowohl die Zeit, als auch die Anderswelt stark an die Welt des Spiels denken lassen, ebenso die sprunghafte Erzählstruktur. Die Handlung wird aus sechs verschiedenen Perspektiven erzählt, als hätten alle Spielercharaktere einmal zu Wort kommen sollen. Dieser Stil ist sehr gewöhnungsbedürftig und dürfte nicht jedem liegen, da man auf diesem Weg kaum in der Lage ist für die Charaktere Sympathien aufzubauen. Man lernt sie leider nur oberflächlich kennen, fühlt sich zwischen den vielen Perspektiven hin- und hergerissen und hat mitunter Probleme von einer weiblichen Erzählerstimme zu einer männlichen zu wechseln.
Auch sonst schreitet die Geschichte mitunter zu schnell und zu hektisch voran. Die Lösungen werden mitunter zu überstürzt präsentiert – kaum ist das Problem bekannt, wird auch schon eine Lösung gefunden. Da wird viel Potenzial und Spannung verschenkt, denn man hätte da wesentlich mehr aus seinem Geheimnis herausholen können – ganz besonders, da man die Leser ums Miträtseln bringt. Auch in der Anderswelt wirkt alles stark runtererzählt. Es wirkt wie eine Aneinanderreihung von Ereignissen und Kämpfen, die aber nicht wirklich mitreißen und fesseln können. Das Buch hätte locker 100 Seiten mehr vertragen können, wenn dafür einige Szenen ausführlicher beschrieben und die Lösungen nicht sofort präsentiert worden wären. Auch die historischen Szenerien und Beschreibungen hätten ausführlicher sein können, um sich in das London des 19. Jahrhunderts hineinversetzen können. Sicherlich sind gerade die Modebeschreibungen und etliche historische Begebenheiten sehr schön eingewoben worden, doch auch die Stadt und die Umgebung macht die Atmosphäre des Buches aus.

Die Charaktere lernt man leider nur oberflächlich kennen, da man mit sehr vielen Charakteren konfrontiert wird. In Victor hat man den reichen Adeligen, der mit den Geistern seiner verstorbenen Eltern zu kämpfen hat und unseligerweise an Quinn Interesse findet, ansonsten aber nur wenig zur Handlung beiträgt und fast ein wenig überflüssig wirkt. Leider kann auch Eliott Breeches nur bedingt überzeugen – der Amerikaner ist zumeist laut, unwirsch und von den Ereignissen überfordert. Im Gegensatz dazu nimmt Fiona O’Reilly den Platz der Handlungsträgerin ein, da sie für alle Probleme einen passenden Zauber hat – sei es Kampfmagie oder einen Verteidigungszauber, einen Suchzauber oder tierische Unterstützung in Form einer Elster. Sie kann einfach alles und wirkt daher fast wie eine Mary Sue, was die Sympathien für sie im Laufe der Zeit doch ziemlich dämpft. Dass sie sich in Nica verliebt und mit der Künstlerin zusammenkommt scheint fast obligatorisch. Giselle Butler nimmt ebenfalls eine große Rolle ein, da auch sie über gewisse Fähigkeiten verfügt und die Gruppe auf ihre Art und Weise anführt.
Im Grunde sind die Frauen die starken Geschlechter und treiben die Handlung voran, während die Männer eher unsicher hinterherlaufen und versuchen mit ihren bescheidenen Mitteln zu unterstützen. Hoffentlich wird das im zweiten Teil ein bisschen ausgewogener – so gern ich Geschichten mit starken weiblichen Charakteren lese, es sollte nicht zu aufgesetzt wirken.

Stilistisch ist „Anderswelt“ Geschmackssache – die vielen Perspektivsprünge erschweren das Lesen und reißen einen immer wieder aus der Handlung, kaum dass man sich in eine Figur hineingedacht hat. Hin und wieder sorgen auch die Satzkonstruktionen dafür, dass man aus dem geschehen fliegt, denn einige Formulierungen muten etwas seltsam an. Schade ist auch, dass der Steampunk-Anteil verhältnismäßig klein ist – bis auf einige kleine Randbemerkungen auf Luftschiffe oder andere dampfbetriebene Apparate findet man nur wenig genretypisches in Amalia Zeichnerins Roman. Dafür kommt der Urban Fantasy Aspekt stark zum Tragen, ebenso die Liebesgeschichte zwischen Fiona und Nica, bzw. Victor und Quinn. In beiden Fällen scheut sich die Autorin nicht expliziter zu schreiben, als es zwischen den Pärchen knistert, sprich Fans von Gay und Lesbian Romance kommen durchaus auf ihre Kosten.

Fazit:
„Berlingtons Geisterjäger – Anderswelt“ ist ein interessanter Auftakt einer Reihe, die durchaus Neues zu bieten hat und abseits des üblichen Genre-Einheitsbreis bleibt. Trotz aller Kritikpunkte besticht der Roman durch eine schöne Grundidee und macht durchaus Lust auf mehr, denn die Charaktere haben Potenzial nach oben. Wer mit dem sprunghaften Stil der Autorin keine Probleme hat und auf der Suche nach einer ungewöhnlichen Geschichte ist, sollte „Berlingtons Geisterjäger“ eine Chance geben und zumindest einen Blick in die Leseprobe werfen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(44)

74 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

mord, freundschaft, krimi, buch: schattengesicht, psychothriller

Schattengesicht

Antje Wagner
Flexibler Einband: 206 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag Taschenbuch, 21.04.2012
ISBN 9783833350894
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Zur Strafe: Krippe!: Lots of Love

Kaye Alden , Eli Berg
E-Buch Text: 230 Seiten
Erschienen bei null, 17.12.2016
ISBN B01NCKQCOG
Genre: Sonstiges

Rezension:


Story:
Etliche Missverständnisse und falsche Verdächtigungen sorgen dafür, dass Jonte, sein bester Freund Niki, der punkige Piet und dessen ruhiger Zimmergenosse Simon bei einer Auseinandersetzung die schuleigene Krippe zerstören. Um den Schaden wieder gut zu machen, schlägt Jonte vor, die Krippe bis Weihnachten zusammen neu aufzubauen, was zu Beginn niemandem gefällt. Da Piet weiß, dass Simon schon seit einer Weile in Jonte verliebt ist, stimmt er dem Vorschlag dennoch zu. Während sich Simon und Jonte näherkommen und schon bald eine geheime Beziehung miteinander führen, finden Piet und Nikki Gefallen an einer harmlosen Sexbeziehung. Doch schon bald gehen bei beiden die Gefühle füreinander tiefer, was für einigen Trubel sorgt. Zu allem Überfluss werden auch Jonte und Simon geoutet, die ihre Liebe zueinander eigentlich geheim halten wollten, da Simons Vater extrem konservativ ist und im Nachhinein für eine Menge Ärger sorgt …

Eigene Meinung:
Der weihnachtliche Roman „Zur Strafe: Krippe“ stammt von Kaye Alden und Eli Berg. Es handelt sich um die erste Zusammenarbeit der Autoren, doch es sollen weitere Teile der „lots of love“-Reihe folgen. Neben der vorliegenden Weihnachtsgeschichte hat Kaye Alden weitere Gay Romance Romane im Selbstverlag veröffentlicht, darunter die „NuR“-Kurzromanreihe und den Gay Fantasy „Der Feuervogel“.

Die Geschichte ist von Inhalt her recht stereotyp gehalten und läuft in den üblichen Bahnen – beide Pärchen finden recht schnell zusammen und haben anschließend mit dem ein oder anderen Problem zu kämpfen. Fans von romantischen Geschichten kommen dabei auf jeden Fall auf ihre Kosten, denn die beiden Pärchen stehen die ganze Zeit hindurch im Vordergrund. Andere Handlungsstränge werden nur kurz angerissen und zusammengefasst (darunter auch der Krippenbau an sich oder auch die weihnachtliche Komponente, die im Grunde fast gar nicht zum Tragen kommt), oder werden kaum zur Sprache gebracht. So gibt es für Vielleser des Genres keinerlei Überraschungen, denn die Handlung hangelt sich an den üblichen Ereignissen und Problemen entlang, nur um im Happy-End zu münden. Das ist keineswegs verkehrt – eine Weihnachts-Liebesgeschichte sollte nicht unbedingt traurig enden – doch es ermüdet ein wenig, da man selbst die kleinen offenen Punkte schnell herausfindet und das ein oder andere Geheimnis zu schnell durchschaut.

Die Charaktere sind liebenswert, aber auch recht klischeehaft – Simon ist der stille, unsichere Junge, der nur schwer aus sich herauskann, Jonte der Bauernbursche, naiv und gutmütig, Piet herrlich durchgeknallt und angenehm aus dem Rahmen fallend und Nikki der lockere Frauenschwarm, der am liebsten in den Tag hineinlebt. Eine wirkliche Weiterentwicklung ihrer Persönlichkeiten erlebt der Leser nicht – einzig Simon taut ein wenig auf. Das liegt vor allem daran, dass viele Probleme nicht wirklich zum Tragen kommen (mit Ausnahme einiger gewählter und selbst da wird der Konflikt zugunsten des Happy-Ends sehr schnell beigelegt): So bekommt Simon ordentliche Probleme mit seinem Vater; während Jontes Familie dessen sexuelle Orientierung plötzlich sehr locker nimmt, obwohl zu Anfang angesprochen wird, dass dessen Vater ebenfalls eher der konservativen Schiene angehört. Jontes Outing läuft dennoch so unproblematisch ab, dass man sich irgendwie um einen Teil der Geschichte betrogen fühlt. So ungern ich ein weiteres Klischee in „Zur Strafe: Krippe“ ich gelesen hätte, es wirkt doch irgendwie „out-of-character“ wie die Bauernfamilie reagiert.

Stilistisch ist „Zur Strafe: Krippe“ Geschmackssache – Kaye Alden und Eli Berg haben einen sehr lockeren, leichten Stil, der sich im Grunde schnell weg liest. Allerdings schleichen sich immer wieder Fehler ein – sei es ein seltsamer Satzbau oder auch mal fehlende Worte, die den Lesefluss hemmen. Das ist schade, denn es sorgt zusätzlich für Verwirrung. Ein wenig gewöhnungsbedürftig sind auch die vielen Perspektivsprünge zwischen den Charakteren, aber das mag jeder Leser anders sehen. Ich persönlich mag es nicht, wenn innerhalb weniger Sätze die Sichtweise hin- und herspringt, da ich mich lieber auf die Gedanken und Gefühle einer Person konzentriere.

Fazit:
„Zur Strafe: Krippe“ ist eine nette, romantische Weihnachtsgeschichte für Zwischendurch, die Gay Romance Fans gleich zwei Pärchen bietet und mit einer Menge Irrungen und Wirrungen daherkommt. Neue Ideen und ungewöhnliche Charaktere wird man als Vielleiser hier nicht finden – Kaye Alden und Eli Berg legen eine typische, mitunter klischeehafte Liebesgeschichte vor, in der die üblichen Probleme abgehandelt werden. Wer auf der Suche nach romantischer Gay Romance Lektüre ist und kein Problem mit leicht stereotypen Charakteren hat, ist bei „Zur Strafe: Krippe“ an der richtigen Adresse. Im Zweifelsfall reinlesen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

11 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

liebe, bären, schwul, bürgermeister, ich bleiben

Joscha und Mischa, diese zwei

Hans Gärtner , Christel Kaspar
Fester Einband: 48 Seiten
Erschienen bei edition tingeltangel, 04.10.2016
ISBN 9783944936192
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Story:
In Kukuschkan haben Bären und Bärinnen braunes, graues oder schwarzes Fell – mit Ausnahme von Joscha, der mit seinem strohblondem Äußeren aus dem Rahmen fällt. Die anderen Bären können über diese Laune Mutter Naturs hinwegsehen, allerdings nicht über Joschas Gefühle zu Mischa, der mit rotbraunem Fell gesegnet ist. Die Liebe der beiden Bären ist den meisten Kukuschkanern ein Dorn im Auge, denn nur Bär und Bärin gehören zusammen. So setzen sie alles daran, das junge Glück zu stören, wovon sich Joscha und Mischa gar nicht beeindrucken lassen wollen. Schließlich schalten drei besorgte Bären den Bürgermeister ein, um der Sache endlich ein Ende zu setzen …

Eigene Meinung:
Kinderbücher, die sich mit queeren Charakteren auseinandersetzen sind schwer zu finden – umso schöner ist es, dass Edition tingeltangel im Oktober 2016 das voll illustrierte Kinderbuch „Joscha und Mischa, diese zwei“ herausgebracht hat, in dem es um die Liebe zwischen den Bären Joscha und Mischa geht.

Inhaltlich legt Hans Gärtner eine schöne Fabel über Toleranz, Akzeptanz und Respekt vor, die auch für junge Leser geeignet ist, denn das Thema ist (leider) noch immer aktuell und sollte häufiger in Kinderbüchern angesprochen werden. Es empfiehlt sich natürlich, Kinder beim Entdecken des Buches zu begleiten, denn einige Sätze sind ein wenig kompliziert aufgebaut und daher für jüngere Leser mitunter schwer zu verstehen – hier wäre es toll gewesen, einige Sätze einfacher zu gestalten, denn das Buch ist in erster Linie ein Kinderbuch und sollte die Botschaft stilistisch kindgerecht verpacken. Darüber hinaus sollten Eltern für Fragen zur Verfügung stehen, denn es empfiehlt sich, über das Buch und den Inhalt zu sprechen.
Positiv ist, dass die Beziehung zwischen Joscha und Mischa sehr direkt gezeigt wird und auch die Probleme, mit denen die beiden Bären konfrontiert werden. Die vielen Vorurteile (die man 1:1 in unsere Gesellschaft übertragen kann) werden im Laufe der Geschichte aufgegriffen und als das entlarvt was sie sind: dumm und unsinnig.

Für die bildliche Gestaltung zeigt sich die Münchner Künstlerin Christel Kaspar verantwortlich, die Hans Gärtners Geschichte mit passenden Illustrationen begleitet. Ihre Bilder sind an einigen Stellen recht grob und wirken fast wie Skizzen, die mit Acryl eingefärbt wurden. Für Erwachsene wirkt das Buch daher ein wenig unfertig – Kinder dürften sich mit den Zeichnungen jedoch identifizieren, gerade was Joscha und Mischa anbelangt. Ihr Glück ist sehr lebendig und farbenfroh dargestellt, während die anderen Bären und Bärinnen durch die dunklen Erdtöne fast bedrohlich wirken. Sehr gut gelungen ist auch die Gestaltung der Doppelseiten – während eine Seite vollfarbig ist, sind die Textseiten in grau gehalten, was insgesamt sehr stimmig ist.

Das knapp 50 Seiten starke Buch kommt im schönen Hardcover daher und ist von der Aufmachung her sehr gut gelungen – die farbigen Seiten kommen gut zur Geltung, ebenso die eingebauten Texte, die die Geschichte erzählen. Für 16,90€ bekommt man ein wundervolles Kinderbuch geboten, von denen es in Deutschland ruhig mehr geben könnte.

Fazit:
„Joscha und Mischa, diese zwei: Die andere Bärengeschichte“ ist ein gelungenes Kinderbuch, das die Themen Toleranz, Akzeptanz und Respekt für schwule Partnerschaften kindgerecht verpackt und sowohl für Kinder, als auch Erwachsene geeignet ist. Die Geschichte mag manchmal ein wenig zu kompliziert geschrieben sein, doch wenn Kinder das Buch gemeinsam mit ihren Eltern lesen, sollte dem Verständnis nichts im Wege stehen. Hans Gärtner und Christel Kaspar haben ein wundervolles Kinderbuch geschaffen, das sich mit einem Thema beschäftigt, das gerade im deutschsprachigen Raum zu wenig Beachtung erfährt. Bleibt zu hoffen, dass es bald mehr Bücher in dieser Richtung gibt und dass „Joscha und Mischa, diese zwei“ weitere Veröffentlichung mit queerer Thematik nach sich zieht. Zu empfehlen.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Kianusch der Perser - Historischer Kriminalroman

Jutta Ahrens
E-Buch Text: 430 Seiten
Erschienen bei null, 12.09.2015
ISBN 9781311904560
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

kleiner adventskalender, spannend, lesbisch, weihnachten, lesbische literatur

Lesbisch für Anfängerinnen

Celia Martin
Flexibler Einband: 44 Seiten
Erschienen bei Butze Verlag, 02.08.2016
ISBN 9783940611536
Genre: Romane

Rezension:

Story:
Tina, ihre Stiefschwester Julia und ihre Freundinnen aus der WG fiebern dem Weihnachtsfest entgegen. Da in der heißen Vorweihnachtsphase die Heizung in der WG ausfällt beschließen die Frauen kurzerhand die Feierlichkeiten in eine Skihütte in den Bergen zu verlegen. Tina und Julia wollen später nachkommen, da zunächst Weihnachten mit der neuen Familie ansteht – zumindest dachten sie das, denn kurz vor dem Heiligabend werden all ihre Pläne über den Haufen geworfen. Ihre Eltern beschließen eine Überraschungsreise und Julia und Tina können doch schon früher zu ihren WG-Freundinnen stoßen. Allerdings geht bei der Reise in die Berge alles schief, was schief gehen kann …

Eigene Meinung:
Das Adventsbüchlein „Lesbisch für Anfängerinnen: Acht Frauen im Schnee“ erschien im November 2016 im Butze Verlag und ist eine schöne Alternative zum üblichen Adventskalender. Das vollfarbige Büchlein ist eine sehr schöne Idee, die auf jeden Fall kurzweiliges Vergnügen schenkt. Aufgebaut ist das Buch wie ein Adventskalender – auf dem bunten Cover findet man die Zahlen neben jedem weihnachtlichen Element – mit dem die 24 kurzen Kapitel gekennzeichnet sind. Daher muss man erst das passende Symbolbild im Buch finden, bevor man weiterlesen kann. So toll die Idee ist, es hapert ein wenig an der Ausführung, denn die Zahlen sind mitunter nur schwer lesbar (man hätte sie nicht hinter die Bilder setzen sollen) und einige Symbole einander zu ähnlich. Dennoch kommt man mit der Zeit mit dem ungewöhnlichen Adventskalender zurecht.

Die Geschichte wiederum ist Geschmackssache – man muss die Trilogie „Lesbisch für Anfängerinnen“ schon kennen, um sich wirklich in der Handlung zurecht zu finden. Gerade die vielen Figuren machen es dem Leser ansonsten schwer den Überblick zu behalten, ebenso wenn es darum geht herauszufinden, wer mit wem liiert ist. Daher ist das Büchlein eine schöne Ergänzung für Fans der Reihe. Ansonsten wirkt die Geschichte an einigen Stellen stark an den Haaren herbeigezogen – sei es die Sache mit dem Zug (welcher Zugbegleiter lässt zwei Frauen mitten in der Nacht in der Kälte zurück?) oder auch der Banküberfall, der Tina und Julia in Schwierigkeiten bringt. So witzig einige der Dinge sind, die den beiden Frauen auf ihrer Reise widerfahren, sie sind doch reichlich übertrieben. So ganz ernst kann man die chaotische Weihnachtsreise daher nicht nehmen, aber irgendwie musste die Autorin ja 24 kurze Kapitel inkl. Cliffhanger füllen.

Die Figuren lernt man anhand der kurzen Adventsgeschichte kaum kennen – dafür muss man dann doch die Trilogie gelesen haben. Allerdings verhalten sich Tina und Julia an einigen Stellen reichlich unlogisch und unbedarft, gerade als sie nach einer wahren Odyssee endlich in Salzburg ankommen und weiterhin an ihrer Überraschung festhalten – jeder andere hätte wahrscheinlich zum Handy gegriffen und sich von seinen Freunden einsammeln lassen.

Stilistisch ist „Lesbisch für Anfängerinnen: Acht Frauen im Schnee“ sehr lockerleicht geschrieben. Celia Martin hat einen eingängigen Stil, der mitunter ein wenig zu alltäglich daherkommt und nicht jedermanns Geschmack ist. Wer Gefallen an der „Lesbisch für Anfängerinnen“- Trilogie gefunden hat, dem wird gewiss auch dieses kleine Büchlein gefallen, alle anderen sollten im Vorfeld den ersten Band der Reihe anlesen, um herauszufinden, ob die Autorin den jeweiligen Geschmack trifft. Insgesamt sollte man sowieso die Reihe kennen, bevor man sich an diesen ungewöhnlichen Adventskalender wagt.

Fazit:
„Lesbisch für Anfängerinnen: Acht Frauen im Schnee“ bietet kurzweilige Unterhaltung, für die man jedoch die Reihe von Celia Martin kennen sollte. Inhaltlich wirkt die Geschichte an vielen Stellen arg überzogen und unlogisch, auch die Figuren kann man nur schwer auseinander halten, wenn man ihnen zum ersten Mal begegnet. Die Grundidee wiederum ist toll – ein Adventskalender in der Form ist wirklich eine tolle Sache, wenngleich man noch ein wenig an der optischen Ausfertigung feilen kann. Wer lockerleichte, lesbische Geschichten mag und nach einem passenden vorweihnachtlichen Buch ist, sollte „Lesbisch für Anfängerinnen: Acht Frauen im Schnee“ einen Chance geben – gerade wenn man die Frauen der WG kennt und liebgewonnen hat. Alle anderen sollten vorab die Trilogie lesen …


Insgesamt vergebe ich 4 Sterne für die Idee und 2 Sterne für den Inhalt bzw. die Geschichte, was im Mittel drei Sternchen ergibt.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Eine Randbemerkung

Isabelle Rowan
E-Buch Text: 289 Seiten
Erschienen bei Dreamspinner Press, 21.12.2015
ISBN 9781634771221
Genre: Sonstiges

Rezension:

Story:
Einem ärztlichen Rat folgend nimmt sich der Geschäftsmann John McCann ein Jahr Auszeit und erwirbt den kleinen Buchladen „Margins“, um zur Ruhe zu kommen und seine Energie in eine einfachere Arbeit zu stecken. Zu Beginn ist er skeptisch und nimmt sich vor den verwinkelten Laden auf Vordermann zu bringen, doch er nimmt schnell Abstand davon – einerseits wegen Jamie, dem Sohn der ehemaligen Besitzerin und wegen Davids, einem Obdachlosen, der jeden Tag zum Lesen ins Margin kommt. Mit der Zeit lernt John den stillen David nicht nur besser kennen, er verliebt sich auch in ihn und setzt alles daran ihm zu helfen. Doch Davids Gründe, auf der Straße zu leben, sind vielseitig und seine Probleme nicht so einfach zu bezwingen …

Eigene Meinung:
Der Roman „Eine Randbemerkung“ stammt aus der Feder Isabelle Rowans und erschien 2015 in deutscher Übersetzung bei Dreamspinner Press. Neben etlichen weiteren Gay Romance Romanen hat die Autorin auch die Weihnachtsnovelle „Twelve Days“ geschrieben, in der „A Note in the Margin“ fortgesetzt wird.

Die Geschichte spielt in Australien und braucht ein wenig, um anzulaufen, was vor allem an der recht gestelzt wirkenden Grundidee liegt. Ein Geschäftsmann, der sich einfach so einen Buchladen kauft und dort arbeitet, wirkt ein wenig übertrieben und nicht ganz stimmig. Auch die Tatsache, dass er sich so schnell an sein neues Leben gewöhnt und binnen eines Tages all seine Pläne für das Geschäft über den Haufen wirft, will nicht so recht zur Beschreibung passen, mit der John dem Leser zu Beginn präsentiert wird. Auch sonst gibt es immer wieder kleine Unstimmigkeiten und offene Punkte, die den Lesefluss hemmen und mitunter wenig Sinn machen. Nichtsdestotrotz liegt der Schwerpunkt auf der dramatischen Liebesgeschichte zwischen John und David, die recht langsam Fahrt aufnimmt. Spätestens ab der Hälfte des Romas geht es dann um Davids Vergangenheit und seine Gründe, auf der Straße zu leben. So dramatisch die Ereignisse sind, mit der Zeit geht dem Leser David und sein Verhalten auf die Nerven – er wirkt überlabil und lässt sich so oft wegen Kleinigkeiten aus der Bahn werfen. Da bewundert man schon die Geduld, die John aufbringt, um seine Liebe zu beschützen und auf den rechten Weg zu bringen.

Die Charaktere sind sympathisch und können größtenteils überzeugen. Dennoch bleibt John ein wenig blass, da das Hauptaugenmerk auf David liegt und fast nur dessen Probleme größere Erwähnung finden. Zwar wird auch Johns Kindheit beleuchtet, doch sein Leben als wohlhabender Geschäftsmann kommt kaum zum Tragen – auch zum Ende hin, als sich das Jahr zum Ende neigt, wird das Thema mit wenigen Sätzen abgehandelt. David wiederum entwickelt sich mit der Zeit zu einer Figur, die man nur schwer annehmen kann. Dazu wirkt er zu labil und seine Probleme auf Dauer überdramatisiert. Auch reißt er einige Dinge, die absolut unnötig sind und fast nur dazu dienen, der Handlung mehr Dramatik zu verleihen.

Am sympathischsten ist daher Jamie, der jedoch nur einige kleinere Auftritte hat und als Nebenfigur am Rande auftaucht. Dennoch bleibt seine fröhliche, offene Art im Gedächtnis und man wünscht sich fast ein Buch über ihn.

Stilistisch kann man das Buch nur schwer einschätzen, denn die deutsche Übersetzung bietet die größten Schwierigkeiten. Es mangelt an einer gründlichen Korrektur, denn die Sätze sind vom Aufbau her nicht nur im englischen Stil erhalten worden (sprich man weiß genau, wie der Satzbau im englischen Original war), zum Ende hin häufen sich Rechtschreibfehler bis hin zu fehlenden Buchstaben und Wörtern. Das erschwert das Lesen enorm und sorgt dafür, dass man das Buch frustriert zur Seite legt. Auch die Autorin hat einen nicht so glücklichen Stil, Isabelle Rowans Roman besticht durch unheimlich viele Perspektivsprünge– mitunter mehrfach binnen eines Absatzes. Das sorgt dafür, dass man kaum noch nachvollziehen kann, aus welcher Sicht die Handlung erzählt wird. Gerade bei den erotischen Szenen ist das ein Problem, da man bei den Beschreibungen fast immer durcheinanderkommt. Auktoriale Erzählweisen schön und gut, doch man sollte sie auch beherrschen, damit der Leser nicht bei den Dialogen und Erklärungen den roten Faden verliert.

Fazit:
Insgesamt ist „Eine Randbemerkung“ Geschmackssache und nur bedingt zu empfehlen, da es sowohl inhaltlich, als auch stilistisch größere Mängel gibt. Wer dramatische Geschichten mag, die sich vorwiegend um das (teil übertrieben) traurige Schicksal eines Charakters drehen, der kann gerne zugreifen – jedoch empfiehlt sich vorab ein Blick in die Leseprobe oder der Griff zum englischen Original. Von der deutsche Fassung kann ich in der Form leider nur abraten, denn meiner Meinung nach fehlte es an einer guten Überarbeitung, um das Buch leserfreundlich zu machen.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Blechdose

Kim Fielding
E-Buch Text: 229 Seiten
Erschienen bei Dreamspinner Press, 08.09.2014
ISBN 9781632166746
Genre: Sonstiges

Rezension:

Story:
Nach der Scheidung von seiner Frau hält William nichts mehr in der Großstadt. Daher nimmt er das Angebot an, während der Arbeit an seiner Dissertation in einer alten, verlassenen Irrenanstalt in der Nähe der dörflichen Gemeinde Jelley‘s Valley als Hausmeister zu arbeiten. Als er während seiner Streifzüge durch das alte Gebäude zufällig auf eine Blechdose stößt, die in einer Wand versteckt ist, findet er Briefe des ehemaligen Anstaltsinsassen Bill, der wegen sexueller Perversion und Homosexualität Ende der 30er Jahre eingeliefert wurde. William erfährt schreckliches, findet aber zeitgleich durch Bills Briefe den Mut zu sich selbst und seiner eigenen Sexualität zu stehen. Dabei hilft ihm auch der junge Colby, den er in Jelley’s Valley kennenlernt und für den er bald mehr als Freundschaft empfindet …

Eigene Meinung:
Der Roman „Die Blechdose“ stammt aus der Feder Kim Fieldings, die bereits etliche Gay Romane in den Staaten bei Dreamspinner Press veröffentlicht hat. Bereits 2014 erschien ihr sensibler und eindringlicher Roman „Die Blechdose“ in deutscher Übersetzung bei Dreamspinner, weitere Romane sind u.a. beim Cursed Verlag erhältlich („Bones“-Reihe).

Die Geschichte ist sehr eindringlich und stimmungsvoll, was vor allem an Bills Briefen liegt, die auf erschreckende Weise das Leben in der Irrenanstalt wiederspiegeln. Es steht außer Frage, dass viele der dort beschriebenen Behandlungsmethoden wirklich bei Homosexuellen angewandt wurden und vorab von der Autorin recherchiert wurden, was den Leser natürlich trifft und zum Nachdenken bringt. Nicht nur William geben die Briefe zu denken, auch dem Leser macht es zu schaffen, was Bill passiert ist und wie schrecklich noch vor wenigen Jahrzehnten mit schwulen Männern oder anderen psychisch kranken Menschen umgegangen wurde. Neben dem relativ harten Stoff rund um Bill, bekommt der Leser aber auch eine schöne Liebesgeschichte präsentiert, denn mit Colby bringt Kim Fielding einen sympathischen Gute-Laune-Charakter ins Spiel, der einen guten Konterpart zu Bills Briefen und der allgemein eher düsteren Grundstimmung bildet (denn auch William hat an einigen Dingen zu knabbern, die dem Schicksal von Bill nicht unähnlich sind). Diese gelungene Mischung sorgt dafür, dass das Buch nicht nur eine negative Grundstimmung hat, sondern vermittelt auch ein positives Feeling, insbesondere, wenn man vergleicht, wie sehr sich die Zeiten geändert haben und welch große Schritte in den letzten Jahrzehnten im Hinblick auf Akzeptanz und Gleichberechtigung unternommen wurden.

Die Figuren sind sehr sympathisch und überzeugend in Szene gesetzt. Man schließt sowohl den etwas reservierten, unsicheren William als auch den fröhlichen, offenen Colby ins Herz, die ein wenig länger brauchen, um sich aufeinander einzulassen. Ganz besonders berührt den Leser jedoch Bill, den man nur aus einigen wenigen Briefen kennt, der jedoch einen tiefen Eindruck hinterlässt. Insgesamt hätte man gerne mehr über ihn und seinen Freund Johnny erfahren (sprich die Passagen aus der Zeit Ende30/Anfang 40 hätten umfangreicher sein können), doch das hätte man nur schwer umzusetzen können – von daher hat Kim Fielding mit den Briefen einen passenden Weg gewählt, um Bills Geschichte zu erzählen.

Stilistisch ist „Die Blechdose“ sehr gelungen – die Autorin hat einen sehr schön, stimmungsvollen Stil, der dafür sorgt, dass man als Leser immer nah bei William ist, aus dessen Sicht erzählt wird. Man kann sich gut in ihn hineinversetzen und seine Ängste und Sorgen nachvollziehen. Ganz besonders gelungen sind Bills Briefe, die einem unter die Haut gehen, ebenso die Dialoge und die Umschreibungen der alten Anstalt. Letztere hätten gerne noch ein wenig ausführlicher sein können, damit man sich die Umgebung noch besser hätte vorstellen können.

Fazit:
Kim Fielding legt mit „Die Blechdose“ eine wundervolle, zutiefst berührende Geschichte vor, die unter die Haut geht und zum Nachdenken anregt. Dank der sympathischen Charaktere und dem gekonnten Wechsel zwischen Vergangenheit und heutiger Zeit, kann man das Buch nur schwer aus der Hand legen und kommt nicht umhin am Ende eine Weile über die Geschichte nachzudenken. Wer ernste Romane mit historischem Hintergrund mag, sollte sich „Die Blechdose“ nicht entgehen lassen – im Grunde sollte man sie jedem zum Lesen geben, der noch heute der Meinung ist, Homosexualität sei eine Krankheit und heilbar.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Heldinnen küssen besser

Serena C. Evans
Flexibler Einband
Erschienen bei Main Verlag, 15.02.2016
ISBN 9783959490788
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

10 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Like a Dream: Benefizanthologie


E-Buch Text: 439 Seiten
Erschienen bei null, 22.10.2016
ISBN 9781539536727
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Anamarnas Prophezeiung

Jutta Ahrens
E-Buch Text: 896 Seiten
Erschienen bei null, 01.08.2015
ISBN 9781310500756
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

prostitution, drogen, musical, drogensucht, liebesroman

Inbetween - Zwischen Bühne und Bordell

Svea Lundberg
Flexibler Einband: 364 Seiten
Erschienen bei Dead Soft Verlag, 26.08.2016
ISBN 9783960890218
Genre: Liebesromane

Rezension:

Story:
Für Jerik ist es Liebe auf den ersten Blick als er in einem Musical den Tänzer Alexej sieht und sich in den Bachstage-Bereich schleicht, um ein Date mit dem jungen Mann auszumachen. Auch dabei läuft alles bestens – die beiden kommen sich näher und Alexej scheint Jeriks Gefühle zu erwidern. Recht schnell kommen jedoch auch erste Probleme ans Licht – Alexej verdient nicht nur mit dem Tanzen sein Geld, hin und wieder verkauft er sich auch an andere Männer. Jerik ist entsetzt, hält er doch an einer rein monogamen Beziehung fest. Richtig problematisch wird es jedoch erst, als er bemerkt, dass Alexej ihm einen weiteren wichtigen Punkt verschwiegen hat: er verkauft sich nicht nur an andere Männer, er konsumiert auch Drogen, um den Akt mit Fremden erträglich zu machen. Und zwischen Kontrolle und Sucht verläuft eine dünne Grenze, die Alexej schon längst nicht mehr erkennen kann. Für Jerik, der seiner großen Liebe helfen will, überschlagen sich nach und nach die Ereignisse, da ihn Alexejs Probleme selbst immer tiefer hinabziehen …

Eigene Meinung:
Mit dem Gay Drama „Inbetween – Zwischen Bühne und Bordell“ legt Svea Lundberg ihren zweiten Roman bei deadsoft vor, der im kommenden Jahr mit einem Spin-Off fortgesetzt werden soll. Im Gegensatz zu ihrem Krimi „Kristallschnee“ handelt es sich bei „Inbetween“ um ein waschechtes Drama, bei dem sowohl Alexej als auch Jerik einiges zu bewältigen haben.

Die Geschichte wird komplett aus Jeriks Sicht erzählt, der als Student ein halbwegs solides Leben führt. Durch Alexej Auftauchen gerät Jerik ziemlich aus dem Gleichgewicht, was an dem unsteten Leben des Tänzers liegt und den vielen Geheimnissen, die er vor dem jungen Studenten zu verbergen versucht. Das Thema Drogen und die Auswirkungen regelmäßigen Konsums finden spätestens am der Hälfte Erwähnung und nehmen einen großen Teil der Handlung ein. Dabei zeigt Svea Lundberg sehr authentisch, was Kokain und Heroin mit einem Menschen macht und welche Konsequenzen sie haben können. Schön ist dabei, dass auch auf Jerik eingegangen wird, an den die Sucht seines Freundes nicht spurlos vorbei geht und die dafür sorgt, dass die Beziehung der beiden mehrfach auf der Kippe steht. Hier entwickelt sich natürlich sehr viel Drama, da beide Charaktere an ihre Grenzen getrieben werden. Svea Lundberg nimmt dabei kein Blatt vor den Mund, zeigt ungeschönt, wie Alexej abbaut und welche unschönen Höhen sein Drogenkonsum erreicht.
Hin und wieder wird zu viel Wert auf Erotik gelegt, denn „Inbetween – Zwischen Bühne und Bordell“ enthält mehrere explizite Szenen. Hier wäre weniger mehr gewesen, zumal Svea Lundberg einige Passagen überspringt (z.B. die Reise nach Russland zu Alexejs Familie), die eigentlich wichtig gewesen wären, um Alexej näher zu beleuchten und ihm mehr Tiefe zu geben. Es ist schade, dass gerade dieser wichtige Handlungsbogen nur grob in einer Rückblende erzählt wird.
nichtsdestotrotz ist die Geschichte in sich stimmig und realistisch, da Svea Lundberg darauf achtet die Beziehung und die Entwicklung der Charaktere authentisch darzustellen.

Die Charaktere sind in sich schlüssig und handeln logisch, wenngleich sie dem Leser ein wenig fremd bleiben. Sicherlich lernt man sie gut kennen, doch gerade die Nebenfiguren können unerwartet viele Punkte sammeln. Allen voran Max und Ilian, die beide mit Jerik befreundet sind. Sie sind lebendig und bleiben dem Leser in Erinnerung. Jerik als Ich-Erzähler bleibt ebenfalls im Gedächtnis, doch mitunter handelt er unlogisch, was jedoch an den Ereignissen und dem großen emotionalem Stress liegen könnte, dem er ausgesetzt ist.
Einzig Alexej bleibt recht blass, da man nur wenig über ihn erfährt und ihn kaum näher kennenlernt. Das ist schade, da es (wie erwähnt) durchaus Möglichkeiten gegeben hätte, um ihm mehr Tiefe zu verleihen.

Stilistisch legt Svea Lundberg einen gelungen Roman vor, der durch schöne Beschreibungen, tolle Dialoge und gelungene erotische Szenen besticht. Gerade die Beschreibungen von Jeriks Heimat Schweden ist sehr gut gelungen und wirkt wunderbar authentisch, ebenso die vom Hamburger Leben. Sie hat sich seit ihrem Debüt „Kristallschnee“ spürbar gesteigert, so dass man das Buch nur schwer aus der Hand legen kann und mit den Figuren mitfiebert.

Fazit:
„Inbetween – Zwischen Bühne und Bordell“ ist ein gelungenes Gay Drama, das durch eine solide, authentische Handlung und einen schönen Schreibstil besticht. Die Charaktere mögen dem Leser ein wenig fremd bleiben, doch man kommt mit ihnen klar und schließt den die Nebencharaktere ins Herz. Hin und wieder wäre weniger Erotik mehr gewesen, doch wer sich daran nicht stört und sich für das Thema Drogen und Sucht interessiert, sollte Svea Lundbergs Roman eine Chance geben. Er kann überzeugen und macht Lust auf mehr.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Die Favoritin

Matthias Lehmann
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 26.04.2016
ISBN 9783551728166
Genre: Comics

Rezension:

Story:
Constances Leben wird durch ihre strenge Großmutter bestimmt, die jeden ihrer Schritte überwacht. Spielen mit Gleichaltrigen ist ebenso verboten, wie das alte Herrenhaus zu verlassen, das sich abseits einer französischen Kleinstadt befindet. Für Constanze bleibt lediglich ihre Fantasie um die öden Tage zu überstehen und ihre Umwelt auf ihre Art für sich zu entdecken. Als das alte Ehepaar eine neue Verwalterfamilie anstellt, die sich fortan um das Anwesen kümmern soll, lernt Constance erstmals Kinder in ihrem Alter kennen und beginnt sich mehr und mehr gegen die Regeln ihrer Großmutter zu stellen. Doch ihre stille Rebellion und ihre steigende Aggressivität gegen die herrische Frau haben ungeahnte Folgen und sorgen dafür, dass ein schreckliches Geheimnis ans Licht kommt …

Eigene Meinung:
Mit der Graphic Novel „Die Favoritin“ legt der Carlsen Verlag das Debüt des französischen Zeichners Matthias Lehmann vor, der mehrere Jahre an der Umsetzung der Geschichte arbeitete. Der Comic wurde u.a. 2016 für den Comicpreis Angoulême nominiert, einer der wichtigsten europäischen Comicpreise.

Matthias Lehmann erzählt die Geschichte der jungen Constance, die wahrlich kein leichtes Leben hat. Sie steht unter der herrischen Fuchtel ihrer Großmutter, die den Haushalt wie ein General führt und auch vor drakonischen Strafen nicht zurückschreckt. Das wahre Ausmaß wird erst nach und nach ersichtlich, denn der Autor versteht es zunächst dezent darauf hinzuweisen und erst im Laufe der Zeit zu zeigen, wie schwer Constances Leben eigentlich ist. Auch die Tatsache, dass es sich bei der jungen Heldin in Wahrheit um einen Jungen handelt, der von dem alten Ehepaar als Mädchen aufgezogen wird, kommt erst relativ spät ans Licht. Den Leser erwartet eine tieftraurige Geschichte, in der es um Geschlechtsidentität, Kindesmissbrauch und psychischen Krankheiten geht, um Angst und Trauer, aber auch um Fantasie und Hoffnung. Dabei spielt natürlich auch die Zeit, in der die Geschichte spielt, eine große Rolle, denn nicht nur Constances Leben ist davon geprägt (Frankreich der 70er Jahre), auch die Persönlichkeiten ihrer Großeltern sind durch die Vorkriegsjahre geprägt, in denen man alles getan hat, um „geistige“ Krankheiten zu verschweigen oder ganz zu ignorieren. Nahezu alle Figuren sind Opfer ihrer Zeit und nur wenige gehen am Ende des Buches als Gewinner hervor – selbst Constance nicht.

Die Figuren hinterlassen einen tiefen Eindruck beim Leser. Gerade der kleine Junge, der so lange als Mädchen leben musste und nicht einmal seinen richtigen Namen kannte, bleibt im Gedächtnis. Man fragt sich, wie es mit ihm weitergeht, denn Matthias Lehmann lässt sein Werk recht offen enden und regt zum Nachdenken an. Auch stellt man sich zwangsläufig die Frage, wie die Sache ausgegangen wäre, wenn Constances Großvater eher den Mut gefunden hat, die Wahrheit ans Licht zu bringen oder die Familie der alten Frau auf ihre psychischen Probleme anders reagiert hätte, anstatt sie einfach zu verheiraten.

Die Zeichnungen sind gewöhnungsbedürftig, da Matthias Lehmann einen sehr groben Strich hat, der ein wenig an alte Holzschnitte erinnert. Man braucht ein wenig, um sich mit den manchmal etwas starren schwarz/weiß-Zeichnungen anzufreunden. Die dicken Linien und die groben Schraffuren strahlen eine gewisse Düsterheit aus, die sehr gut zum Inhalt des Buches passt und die gedrückte Atmosphäre passend widerspiegelt. Sie vermitteln die richtige Stimmung und sorgen dafür, dass man auch bei den fantasievolleren Szenen, in denen Constance einfach nur Kind sein kann, nicht vergisst, wie schrecklich und deprimierend die Hintergrundgeschichte ist und welch furchtbare Dinge in dem alten Herrenhaus passieren.

Fazit:
„Die Favoritin“ ist ein ungewöhnlicher Comic, der durch eine sehr traurige Geschichte und einen recht eigenwilligen Zeichenstil besticht. Matthias Lehmann legt ein sehr düsteres Debüt vor, das zum Nachdenken anregt und Kindesmissbrauch und Geschlechtsidentität thematisiert. Wer schwere Kost mag und kein Problem mit einigen verstörenden Szenen hat, sollte der Graphic Novel eine Chance geben und einen Blick in „Die Favoritin“ werfen. Allein aufgrund des Endes und der Aufdeckung der Geheimnisse lohnt sich die Geschichte um den kleinen Jungen, der fast sein gesamtes Leben als Mädchen gelebt hat.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Vancouver Hope

Corinna Bach
E-Buch Text: 293 Seiten
Erschienen bei Forever, 09.09.2016
ISBN 9783958181083
Genre: Liebesromane

Rezension:

Story:
Nach dem gewaltsamen Tod seines Freundes verlässt Oliver Vancouver und versucht in einer kleinen Stadt an der Küste sein Leben wieder unter Kontrolle zu bringen. Unerwartet lernt er dort den jungen Ethan während einer Walewatching-Bootstour kennen, der zufälligerweise auch sein neuer Nachbar ist. Nach einigem Hin und Her kommen sich die beiden näher und werden ein Paar. Olivers Leben könnte nicht glücklicher sein, bis ihn seine Vergangenheit einholt und ihm sein Unterbewusstsein Erinnerungen zurückgibt, die mit dem Tod seines ehemaligen Partners zu tun haben, der während eines Banküberfalls erschossen wurde. Ausgerechnet Ethan trägt an seiner Hand ein Tattoo, das Oliver während des Überfalls ebenfalls gesehen hat – beim Mörder seines Freundes. Plötzlich ist nichts mehr wie es war und Oliver schwört sich, Ethan zur Strecke zu bringen, um den Mord an seinem Partner zu rächen, während Ethan ebenfalls alles daransetzt, den wahren Täter zur Strecke zu bringen …

Eigene Meinung:
Mit „Vancouver Hope“ veröffentlicht Corinna Bach ihren ersten Gay Romance bei Ullstein Forever. Weitere Romane von ihr liegen beim Sieben Verlag vor, u.a. „Vancouver Dreams“, der ebenfalls in der kanadischen Stadt spielt, jedoch nichts mit dem vorliegenden Buch zu tun hat. Ansonsten gibt es Dutzende Romane der Autorin, die unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlicht hat. Zu ihren bekanntesten Reihen gehören die Romane um den französischen Privatdetektiv „Claude Bocquillon“, die im Gmünder Verlag erschienen sind.

Die Geschichte beginnt zunächst ein wenig schleppend, da sich die Autorin darauf konzentriert Oliver und Ethan zusammen zu bringen, um die Basis für die kommenden Ereignisse zu schaffen. Erst danach entwickelt sich aus der recht seichten Gay Romance ein spannungsgeladener Krimi, was in gewisser Weise eine Spezialität der Autorin ist. Es geht auf und ab, da nicht nur Oliver nach und nach die Hintergründe zu dem Raubüberfall und dem Tod seines Partners herausfindet, sondern auch Ethan bei seinen Brüdern nach der Wahrheit suchen muss. Den Leser erwartet daher ein beständiges Auf und Ab – sowohl gefühlstechnisch, denn natürlich können Oliver und Ethan nicht voneinander lassen, als auch hinsichtlich des Überfalls, der zum Tod von Olivers Partner führte. Leider kommt es zum Ende hin zu einigen Logiklücken, ganz besonders da der ermittelnde Polizist die Tatverdächtigen ziehen lässt, obwohl er sie eigentlich dingfest machen müsste. Auch sonst scheint die Polizei ein paar Mal nicht wirklich realistisch zu agieren, was wohl daran liegt, dass die Handlung ansonsten nicht mehr aufgegangen wäre.

Sieht man von den Logiklücken ab, bietet Corinna Bach eine spannende, actiongeladene Lektüre, die den Leser schnell in den Bann zieht. Man ist immer hautnah bei den Charakteren, da sowohl aus Olivers, als auch aus Ethans Sicht erzählt wird. Im Vergleich zu den bisherigen Werken der Autorin ist „Vancouver Hope“ erotischer und expliziter geraten, was an einigen Stellen fast ein wenig störend auffällt. So sinnlich die Szenen sind, an einigen Stellen stören sie die Handlung ein wenig, da gerade Ethan den Eindruck vermittelt nur an Sex interessiert zu sein.

Die Charaktere sind durchaus liebenswert, haben jedoch ihre Ecken und Kanten. So fällt es schwer, sich auf Oliver einzulassen, da er am Anfang sehr abweisend und arrogant daherkommt, gerade wenn es um Ethan geht. Das gibt sich zwar mit der Zeit, doch seine Reaktionen stoßen mitunter sauer auf. Auch Ethan verhält sich manchmal wie ein Trampel, ist insgesamt jedoch ein lieber Kerl, der alles unternimmt, um seine Unschuld zu beweisen und gleichzeitig seine Brüder zu schützen.
Ganz besonders positiv fallen die Nebenfiguren auf, über die man gerne mehr erfahren hätte: Peter, der die Ermittlungen bei der Polizei leitet, Jeremiah, ein Indianer, der sowohl Ethan, als auch Oliver als Freund unterstützt, und Ethans Brüder, die man rasch ins Herz schließt. Sie wirken alle authentisch und realistisch, ihre Motive sind stets gut nachvollziehbar.

Stilistisch gibt es wenig zu bemängeln – Corinna Bach legt einen spannenden, gut geschriebenen Thriller vor, der durch tolle Beschreibungen (man hat das Gefühl auf Vancouver Island zu sein), gut aufgebaute Dialoge und schöne, spannungsgeladene Actionszenen besticht. Man merkt, dass die Autorin ein „alter Hase“ ist, die ihr Handwerk versteht und weiß, wie sie eine Handlung aufzubauen hat. Es macht Spaß Ethan und Oliver zu begleiten und Stück für Stück die Wahrheit zu entdecken.

Fazit:
„Vancouver Hope“ ist ein spannender, gut geschriebener Krimi, der trotz einiger Unstimmigkeiten und Logiklücken überzeugen kann. Corinna Bach entführt den Leser nach Vancouver Island und baut eine Geschichte voller Doppelbödigkeiten, Wendungen und Spannung auf, die man nur schwer aus der Hand legen kann. Der Roman mag zwar nicht an die Krimireihe um „Claude Bocqiullon“ heranreichen, doch er unterhält und macht Lust auf mehr. Zu empfehlen.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(63)

192 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

david levithan, letztendlich geht es nur um dich, letztendlich sind wir dem universum egal, zweiter band, körper

Letztendlich geht es nur um dich

David Levithan , Martina Tichy
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 25.08.2016
ISBN 9783841422408
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Story:
Rhiannons Leben ist simpel und überschaubar – sie geht zur Schule, hat einen festen Freundeskreis und in dem Mitschüler Justin ihre große Liebe gefunden. Dass dieser sie mitunter ignoriert und nur selten wirklich auf sie eingeht, nimmt sie in Kauf, da sie sich sicher ist, dass Justin sie im Inneren wirklich liebt, auch wenn er dies nicht zeigen kann. Alles ändert sich, als Justin eines Tages vollkommen anders ist – er ist aufmerksam, hört ihr zu und nimmt sie mit ans Meer, wo die beiden über Gott und die Welt reden. Rhiannon glaubt endlich am Ziel zu sein, hofft auf eine glückliche Zukunft mit ihrem Freund – doch dieser kann sich an diesen besonderen Tag nicht erinnern. Als plötzlich ein Junge/Mädchen namens A auftaucht und ihr erzählt, dass er/sie jeden Tag im Körper eines anderen Jungen/Mädchen aufwacht, glaubt Rhiannon an einen Scherz. Schnell muss sie jedoch erkennen, dass A recht hat, da er/sie jeden Tag in einer anderen Form auftaucht und vor einiger Zeit in Justins Körper steckte. Und dass er/sie sich in Rhiannon verliebt hat – Gefühle die diese mit der Zeit erwidert, so schwer es ihr auch fällt, sich auf jemanden einzulassen, der keine feste Form haben kann …

Eigene Meinung:
David Levithan ist einer der bekanntesten amerikanischen Jugendbuchautoren der heutigen Zeit. Seine Romane wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet und finden sich immer wieder in den Bestsellerlisten. Da er selbst schwul ist, findet man häufig queere Elemente in seinen Romanen (z.B. „Will & Will“, „Noahs Kuss“ oder „Two Boys kissing“). Auch „Letztendlich geht es nur um dich“ greift das Thema Homosexualität (in einer ungewöhnlichen Form) auf und passt dich damit dem „ersten“ Band der Reihe „Every Day“ an, in dem die Geschichte aus A’s Sicht erzählt wird. Daher ist der vorliegende Roman keine Fortsetzung von „Letztendlich sind wir dem Universum egal“, sondern vielmehr eine Ergänzung – es ist dieselbe Geschichte aus einer anderen Perspektive.

Die Grundidee der Geschichte ist sehr interessant und bietet eine Menge Stoff zum Nachdenken und Diskutieren. Allein Levithans Idee, dass eine Seele jeden Tag in einen anderen Körper schlüpft und einen Tag lang das Leben der jeweiligen Person führt ist wahnsinnig spannend und originell. Die Tatsache, dass A sowohl in weibliche als auch männliche Körper fährt, sorgt dafür, dass er mit den üblichen Vorurteilen nur wenig im Sinn hat – Gefühle sind für ihn/sie wesentlich elementarer und haben nichts mit der körperlichen Erscheinung zu tun. Dies sorgt auch dafür, dass sich Rhiannon über viele Dinge klarwerden muss und viele Sachen in Frage stellt. Die Vergleiche, die Levithan an diesen Stellen anbringt, sind sehr gut nachvollziehbar und regen zum Nachdenken an, so dass sich beide Bücher der Reihe hervorragend als Schullektüre eignen würden. Auch sind die Gedanken und Gefühle der jungen Heldin glaubwürdig dargestellt, so dass man sich gut mit Rhiannon identifizieren kann (auch wenn man ihr manchmal Vernunft eintrichtern möchte).
Dennoch muss man sagen, dass das Buch nur schwer gegen „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ ankommen kann – für sich allein stehend funktioniert Rhiannons Geschichte durchaus, da sie interessante Aspekte liefert und durch eine gute Handlung überzeugen kann. Kennt man jedoch den Roman um A, so fällt es schwer die beiden Bücher miteinander in Einklang zu bringen. Das liegt natürlich daran, dass Fans des ersten Bandes keine wirkliche Fortsetzung in den Händen halten, sondern dieselbe Geschichte aus einer anderen Perspektive präsentiert bekommen. Das macht das Buch mitunter langweilig, da A’s Sicht wesentlich spannender ist und mehr Drama bietet – Rhiannon bleibt ein wenig blass (gerade im ersten Drittel) und da man die Geschichte schon kennt, erfährt man nur wenig Neues. So sind Leser von „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ zu recht enttäuscht, da man keinerlei Auflösung präsentiert bekommt und die Geschichte um Rhiannon an derselben Stelle endet, wie zuvor. Das frustriert ein wenig, da man doch gehofft hat, dass David Levithan die Handlung weiterführt und ein paar Erklärungen liefert.

Nichtsdestotrotz sind die Charaktere und ihre Aktionen gut nachvollziehbar – man mag mit Rhiannon und ihrer unterwürfigen Art am Anfang seine Probleme haben, aber man kann sie gut nachvollziehen und versteht, warum sie tut, was sie tut. Ihre Gedanken sind auf jeden Fall interessant und ihre Sicht auf die Ereignisse sorgt dafür, dass man „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ auf eine ungewohnt dreidimensionale Art und Weise begreift.
Dennoch stellt A sie mühelos in den Schatten, da er/sie eine solch schillernde und außergewöhnliche Figur ist, dass Rhiannon in seiner Gegenwart fast immer untergeht. Er/sie ist etwas Besonderes und es ist toll, ihm/ihr in diesem Buch wieder zu begegnen und ihn/sie durch Rhiannons Augen zu betrachten.
Auch die übrigen Charaktere sind toll – seien es Justin, Rhiannons Freunde oder deren Familie. Man merkt, dass authentische, jugendliche Charaktere zu David Levithans Stärken gehören, die seine Bücher erst zu dem machen, was sie sind. Er kann sich hervorragend in die Gedanken junger Menschen hineinversetzen und bringt diese sehr überzeugend zu Papier.

Stilistisch legt der Autor ein wundervolles, gut geschriebenes Jugendbuch vor, das in vielfacher Hinsicht überzeugen kann. David Levithan trifft den Nerv der Zeit und die Sprache der Jugend. Es macht einfach Spaß seine Bücher zu lesen und mit den verschiedenen Figuren mitzufiebern, auch wenn „Letztendlich geht es nur um dich“ die ein oder andere Länge enthält und nicht ganz so mitreißend ist wie seine anderen Werke.

Fazit:
„Letztendlich geht es nur um dich“ ist ein schönes Jugendbuch, das durch eine tolle Thematik und eine gut nachvollziehbare Heldin besticht. Wer den Vorgänger „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ kennt, wird von der Geschichte aus Rhiannons Sicht enttäuscht sein, wartet David Levithan doch nicht mit einer Fortsetzung auf, sondern wärmt die Ereignisse aus Rhiannons Sicht noch einmal auf. Daher ist das vorliegende Buch bei weitem nicht so gut, wie „Letztendlich sind wir dem Universum egal“, für sich allein stehend kann es aber dennoch überzeugen. Wer A’s Geschichte schon kennt, sollte sich überlegen, ob er die Geschichte wirklich noch einmal aus Rhiannons Perspektive lesen muss (denn es gibt leider keine neuen Antworten), wer David Levithans ungewöhnliche Liebesgeschichte noch nicht kennt, kann sich überlegen, welche erzählende Figur ihm mehr zusagt – ich persönlich rate eher zu „Letztendlich sind wir dem Universum egal“, da dieses Buch wesentlich spannender und fesselnder ist.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Das falsche Geschlecht

Chloé Cruchaudet , Johann Ulrich , Chloé Cruchaudet
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei avant-verlag, 01.08.2014
ISBN 9783945034088
Genre: Historische Romane

Rezension:

Story:
Für die naive Luise und den großmäuligen Paul könnte das Leben in Frankreich zu Beginn des ersten Weltkriegs perfekt sein, würde auf Paul kurz nach ihrer Hochzeit nicht Frontdienst warten. Die Grauen, die er dort erlebt sorgen zunächst dafür, dass er sich einen Finger abschneidet, um abgezogen zu werden und schließlich zu desertieren, als man ihn trotzdem zurückschicken will. Luise unterstützt ihren Mann und versteckt ihn in einem kleinen Zimmer, kann jedoch mit ihrem mageren Gehalt als Schneiderin kaum mehr für ihn tun. Als die Langeweile unerträglich wird, schlüpft Paul in Frauenkleidung, um sich unerkannt auf den Straßen bewegen zu können. Mit der Zeit wird ihm sein neues Alter-Ego immer wichtiger, gerade in den zügellosen goldenen 20er, in denen er als Frau seine Leidenschaften hemmungslos ausleben kann und zu einer Ikone innerhalb der Trans-Szene aufsteigt. So wird es für Paul immer schwieriger zu sich als Mann zurückzufinden, als er endlich seine Verkleidung ablegen kann und ein gemeinsames Leben mit Luise auf ihn wartet …

Eigene Meinung:

„Das falsche Geschlecht“ basiert auf einer wahren Begebenheit und stammt von der französischen Comiczeichnerin Chloé Cruchaudet. Im Jahr 2014 wurde der Comic mit dem Publikumspreis auf dem Comicfestival von Angoulême ausgezeichnet, für die deutsche Fassung zeigt sich der Avant Verlag verantwortlich.

Die Geschichte ist sehr fesselnd und spannend umgesetzt – bereits nach wenigen Seiten ist man in der Handlung und kann die Graphic Novel nur schwer aus der Hand legen. Chloé Cruchaudet hat sich ein interessantes Thema ausgesucht, das eine Menge Potenzial bietet. Die Tatsache, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, macht „Das falsche Geschlecht“ doppelt spannend, wenngleich man am Ende (in Form eines Nachworts beispielsweise) gerne mehr über die Originale erfahren hätte, die die Künstlerin zu diesem Werk inspiriert haben. Dennoch ist Chloé Cruchaudets Werk lohnenswert, da es ihr sehr gut gelingt Pauls inneren Kampf mit seiner wirklichen Persönlichkeit und die Auswirkungen auf seine Beziehung zu Luise sehr glaubhaft und mitreißend zu gestalten. Man fiebert mit dem jungen Deserteur mit, entdeckt mit seinem Alter-Ego Suzanne die dunklen Ecken und Parks von Paris, in den nichts unmöglich scheint und jede noch so schrille Obsession erfüllt werden kann. Der Leser ist dabei immer hautnah bei Paul oder Luise, je nachdem wer von den beiden die Handlung vorantreibt.

Die Figuren sind sehr gut in Szene gesetzt, in sich stimmig und nachvollziehbar. Man kann sich mit Paul identifizieren, versteht warum er desertiert und wie sehr ihm seine Frontzeit nachhängt, denn schreckliche Albträume suchen Paul immer wieder heim. Auch seine Wandlung zu einer Frau (inkl. Ausbrennen des Bartes, Lackieren der Fingernägel, Wachsen des Haars) wird sehr gut dargestellt, denn sie geht langsam vonstatten, da Paul sich erst in diese Rolle hineinfinden muss. Eine ganz besonders starke Persönlichkeit ist Luise, die ihren Mann in allen Punkten unterstützt – sei es darin, ihn vor der Polizei zu verstecken, oder ihn später dabei zu helfen, als Frau nach draußen zu gehen. Sie hält zu ihm, ganz egal in welche Richtung er sich entwickelt und welche Probleme sein Alter Ego mit sich bringt. Das macht Luise sehr sympathisch – sie ist fast mehr der Held der Geschichte, als Paul. Die übrigen Charaktere kommen nur am Rande vor, da sich Chloé Cruchaudet vollkommen auf die Geschichten von Luise und Paul/Suzanne konzentriert,

Die Zeichnungen von Chloé Cruchaudet passen perfekt zu der Geschichte – gänzlich in schwarz-weiß-rot gehalten, bestechen sie durch einen sehr dynamischen Stil, der sowohl die Schrecken des Krieges, als auch das Pariser Nachtleben einfängt. Hin und wieder mögen die Figuren ein wenig kantig wirken, doch das passt gut zur Geschichte und der Entwicklung die Paul und Claude durchleben. Dank des spärlichen Einsatzes von Rot oder Orange unterstreicht Chloé Cruchaudet bei die besondere Atmosphäre, die einzelne Szenen umgibt und hebt diese hervor. So ist „Das falsche Geschlecht“ auch optisch ein Hingucker und bietet eine qualitativ hochwertige Umsetzung. Dem wird auch die Aufmachung des 160 Seiten starken Buches gerecht, das in großformatigem Hardcover daherkommt.

Fazit:
„Das falsche Geschlecht“ ist eine wunderbare Graphic Novel, die sowohl durch eine fesselnde, interessante Handlung und authentische, gut nachvollziehbare Charaktere, als auch durch sehr stimmige, einnehmende Zeichnungen besticht. Chloé Cruchaudet gelingt ein mitreißendes Werk über eine auf wahren Begebenheit beruhende Transgender-Beziehung, die lange nachklingt und zum Nachdenken anregt. Wer auf der Suche nach guten Büchern im Trans-Genre ist, sollte sich dieses Werk nicht entgehen lassen. Es ist vielschichtig, spannend und kann voll und ganz überzeugen. Zu empfehlen.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

schwul, liebe, homosexualität, gay

Großstadtgefühle

Jannis Plastargias
Buch: 200 Seiten
Erschienen bei Michason & May, 05.05.2014
ISBN 9783862860357
Genre: Romane

Rezension:

Story:
Zurück in Berlin beginnt für Jonas ein neuer Lebensabschnitt. Neue alte Freunde, das pulsierende Großstadtleben und die Fernbeziehung mit Paul, sorgen dafür, dass kaum Langeweile aufkommt. Auch die Freundschaft zu Carl, der zusammen mit Jonas einer Theatergruppe angehört, bringt ein im Laufe der Zeit immer mehr Chaos mit sich, denn Jonas kann sich dem charismatischen, jungen Mann nur schwer etwas entgegen setzen. Dennoch will er Paul treu bleiben, rechnet aber nicht mit Carls Gefühlen, die schnell in Besessenheit umschlagen und sowohl Jonas als auch Paul in ernsthafte Schwierigkeiten bringen …

Eigene Meinung:
Mit dem Jugendroman „Großstadtgefühle“ legt der Frankfurter Autor Jannis Plastargias die Fortsetzung seines Debüts „Plattenbaugefühle“ vor. Der Roman erschien 2014 bei Michason & May und umfasst 200 Seiten. Er führt die Geschichte von Jonas und seinen Freunden weiter, daher ist es ratsam vorab den im Größenwahn Verlag erschienen ersten Teil der „Jonas“-Reihe zu lesen. Eine Fortsetzung findet die Geschichte in „Rauschgefühle“, das 2016 herausgekommen ist.

Die Geschichte setzt grob da an, wo „Plattenbaugefühle“ endete – Jonas ist wieder in Berlin und mit Paul, den er während der Flucht seines Exfreundes Afyon kennengelernt hat, sehr glücklich. Lediglich die Tatsache, dass Paul noch in München lebt, trübt die Beziehung zwischen den beiden Jungen ein wenig, doch Jonas findet in seinem besten Freund Fabian und dessen Freundin, ebenso in seiner Familie Unterstützung.
Thematisch geht es in „Großstadtgefühle“ um Freundschaft, Liebe und Vertrauen. Jannis Plastargias legt einen typischen Entwicklungsroman vor, in dem die Charaktere erwachsen werden müssen. Im Zentrum steht natürlich Jonas mit seinen Problemen, aber auch Paul, Carl und Afyon (der aber nur am Rande vorkommt) werden beleuchtet. Da das Thema Ausländer und Integration nicht so sehr vorkommen, wie im ersten Teil der Reihe, ist „Großstadtgefühle“ lockerer und nicht ganz so problembehaftet. Natürlich haben Jonas und Paul gegen einige Schwierigkeiten anzukämpfen, gerade Carl entpuppt sich als größeres Ärgernis, als es den Anschein hat. Dafür gibt der Autor einen sehr guten Einblick in die schwule Szene, die in Berlin entsprechend gut etabliert ist. So finden reale Orte Erwähnung und auch die Art und Weise, wie sich die Hauptcharaktere verhalten wirkt sehr authentisch und realistisch.

Jonas ist ein liebenswerter Charakter, den man auch im zweiten Teil schnell ins Herz schließt und gern begleitet. Die Tatsache, dass er sich recht schnell von anderen jungen Männern einwickeln lässt, passt zu einem Teenager in seinem Alter, immerhin ist jeder 16-jährige experimentierfreudig und neugierig. Dass Jannis Plastargias seine Helden nicht zu den typischen Gay Romance-Charaktere stilisiert ist angenehm, denn auf diesem Weg wirken sie nachvollziehbar und realistisch. So sind auch Paul und Afyon sehr gut dargestellt, selbst Carl kann man bis zu einem gewissen Grad gut verstehen.

Stilistisch hat sich Jannis Plastargias stark verbessert – die langen Schachtelsätze gibt es kaum noch, ebenso sind die Dialoge wesentlich stimmiger und in sich schlüssiger. Das Buch lässt sich wesentlich besser lesen als „Plattenbaugefühle“. Der Autor hat ein gutes Gespür für jugendliche Charaktere und eine passende Darstellung ihrer Probleme – es macht Spaß den Roman zu lesen und mit Jonas, Paul und den anderen Berlin zu entdecken. Auch Erotik scheut Jannis Plastargias nicht, jedoch kommen entsprechende Szenen eher am Rande vor und nehmen nur einen kleinen Teil der Handlung ein. Wenn dann sind die Szenen aber sehr ansprechend geschrieben und wirken vollkommen natürlich.

Fazit:
„Großstadtgefühle“ ist eine gelungene Fortsetzung von Jannis Plastargias‘ Debüt und kann durch eine in sich schlüssige Handlung und authentische Charaktere überzeugen. Stilistisch ist das vorliegende Jugendbuch wesentlich stimmiger, als der erste Teil der „Jonas“-Reihe, so dass man den Roman Lesern von „Plattenbaugefühle“ empfehlen kann. Wer mit diesem Roman in Jannis Plastargias „Jonas“-Reihe einsteigen möchte, kann dies problemfrei machen, dennoch empfehle ich zum besseren Verständnis vorher den ersten Teil zu lesen. Es lohnt sich.

  (1)
Tags:  
 
661 Ergebnisse