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selbstmord, bojangles, glück, debüt, musik

Warten auf Bojangles

Olivier Bourdeaut , Norma Cassau
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2017
ISBN 9783492057820
Genre: Romane

Rezension:

Olivier Bourdeaut - Warten auf Bojangles

Ein Debütroman, der an einen kleinen Verlag in Frankreich ging und sofort die Bestsellerlisten erklomm.

Dieses Buch wurde in 20 Sprachen übersetzt und gewann in Frankreich schon etliche renommierte Preise. Bourdeaut (37) war Immobilienmakler, Hausmeister, Erntehelfer und zum Schluss arbeitslos und dann schrieb er in 7 Wochen dieses Buch.

Als ich mich auf eine Buchvorstellung vorbereitet habe, musste ich feststellen, dass ich gar nicht weiß, wie ich diese ganzen großartigen Sätze, Absätze, Situationen und Anekdoten filtern soll und einen repräsentablen Teil finden soll, der einigermaßen den Zauber dieser Geschichte ausdrückt.

Es fängt schon mit dem Vorwort an:

"Das ist meine wahre Geschichte, richtig herum und falsch herum gelogen, weil das Leben häufig so ist."

Ich habe die ersten Seiten gelesen und war sofort gefangen in dieser glücklichen und auch völlig verrückten Familie aus Mutter, Vater und Sohn.

Beim vorbereiten wollte ich die ganze Geschichte nochmal lesen, um nochmal eintauchen zu können in dieses rauschende Fest vom Leben voller Originalität, Leichtigkeit und wahnwitziger Ideen.

Die Geschichte wird erzählt aus der Sicht des Vaters George, der seine Frau vergöttert und aus Sicht des Sohnes, der seine Maman liebt, weil sie so anders ist als andere Mütter und ihm immerzu das Gefühl gibt besonders und geliebt zu sein.

Sie mixen sich Cocktails, sie tanzen zu Nina Simones ‚Mr. Bojangles‘, das dem Buch den Titel gegeben hat. Sie feiern zu dritt und mit vielen Freunden.

Sie siezen sich, weil es viel vornehmer ist und erzählen sich die tollsten Phantasiegeschichten um das Leben interessant zu machen.

Man verspürt eine Sehnsucht sein Leben so zu leben, wie diese Familie. Ohne sich um die Meinung anderer zu scheren, einfach weil es glücklich macht.

Und das ganze in einer wunderschöne Sprache verpackt.

Natürlich kann diese Seifenblase aus Glück, die diese Familie umgibt nicht ewig bestehen und man ahnt schon recht bald, dass sie platzen wird und so kommt die Katastrophe.

Allerdings muss man sich nicht vor ihr fürchten, weil diese Familie so wunderbar mit der Tragödie umgeht.

„Weil Maman ihren abendlichen Aperitif nicht mehr trinken sollte, nahm Papa seinen Cocktail und ging zur Kiefer. Und während er trank, goss er am Fuße des Baumes ein giftiges, explosives Gebräu in die Erde, und der Baum nahm es ahnungslos auf. Als ich Papa fragte, wozu er seinen Aperitif mit dem Baum teile, erzählte er mir eine Geschichte, wie nur er sie sich ausdenken konnte. Er sagte mir, dass er den Aperitif mit dem Baum trinke, um dessen Weggang zu feiern, denn bald werde der Baum frei sein, man erwarte ihn, anderswo. ... Ich fragte mich, woher er all diese Geschichten schöpfte. Ich wusste sehr gut, dass er den Aperitif bei seinem Baum trank, damit Maman nicht noch verrückter wurde, die Kiefer sollte ganz einfach verschwinden. Aber wenn ich mir vorstellte, wie der Baum auf seinem Schiff in der Karibik kreuzte, an Bord Piraten auf Entdeckungsfahrt zu geheimen Inseln, beschloss ich, seine Geschichten zu glauben. Es war wie immer, er log zu schön, aus Liebe." (S. 134ff.)

Und ganz zum Schluss schließt sich der Kreis und die Geschichte bekommt nochmal einen ganz anderen Zauber.

 

Ganz klar jetzt schon mein Buch des Jahres!

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