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Berlin - Hauptstadt des Verbrechens

Nathalie Boegel
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei DVA, 17.09.2018
ISBN 9783421048325
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Idee an sich ist gut: Ein Sachbuch über die Verbrechen im Berlin der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts zu schreiben. So trägt das bei DVA erschienene Buch den programmatischen Titel „Berlin – Hauptstadt des Verbrechens“. Die Journalistin Nathalie Boegel entfaltet darin ein beinahe beliebig-eklektisch anmutendes Panorama berühmter Verbrechen in der deutschen Hauptstadt. Vorneweg: Leider fehlt dem Buch eine durchdachte, stringente Konzeption, weshalb sich der Eindruck aufdrängt, dass es mit heißer Nadel gestrickt wurde, um schnell Kasse zu machen, solange die Popularitätswelle in der Folge von Kutschers Berlin-Krimis und der Netflix-Serie „Babylon Berlin“ anhält. Dies wäre an sich legitim, wenn die Qualität stimmen würde. Aber das Buch changiert beinahe beliebig ohne Struktur von berühmten Einzelfallverbrechen zu exzellenten Kriminalisten (Gennat) und allgemeinhistorischen Betrachtungen über die Weimarer Republik. Heraus kommt ein lieblos zubereiteter Einheitsbrei, der keinem Leser schmecken dürfte, zumal die Sprache sich nicht selten auf dem Niveau einschlägiger Boulevard-Blätter befindet und sich etliche ärgerliche Fehler finden, die auch die Qualität des Lektorats in Frage stellen.
Zum Inhalt: Behandelt werden Fälle eines selbsternannten Volksbeglückers, der Berliner um ihr Vermögen bringt, der erste Massenmörder der Weimarer Republik und der sagenumwobene Kommissar Gennat. Hinzu kommen wie gesagt inhaltlich-konzeptionell nicht zu rechtfertigende Exkurse über den gesellschaftspolitischen Zustand der Weimarer Republik.
Wäre das Buch sorgfältiger konzipiert und fokussierter geschrieben worden, hätte durchaus etwas draus werden können. So bleibt die Lektüre wenig bis gar nicht erquicklich und wer es bis zur letzten Seite schafft, fragt sich danach umsonst, welchen Mehrwert er aus dem Buch ziehen kann, zumal viele der darin behandelten Sachverhalte schneller auf Wikipedia o.ä. hätten recherchiert werden können. Insofern in diesem Fall leider eine klare Empfehlung, das Buch weder zu kaufen noch zu lesen.

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Wannseekonferenz

Peter Longerich
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Pantheon, 14.11.2016
ISBN 9783570553442
Genre: Sachbücher

Rezension:

Peter Longerich ist unbestritten einer der besten und kenntnisreichsten deutschen Historiker auf dem Gebiet des Nationalsozialismus. Nun hat er mit der im Pantheon Verlag erschienenen Studie die "Wannseekonferenz" ein kurzes Buch herausgebracht, das eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte beleuchtet. Dabei handelt es sich nicht um den großen narrativen Wurf, den er zuvor mit seinen Büchern über Himmler oder Hitler vorgelegt hat. Vielmehr handelt es sich um eine mikroskopisch veranlagte Einzel-Studie über eine Konferenz, die sich mit der verhängnisvollen Endlösung der Judenfrage beschäftigt. Detailliert legt Longerich offen, wer an der Konferenz teilnahm und wer welchen Standpunkt vertrat. Dabei legt er das für den Nationalsozialismus übliche Kompetenzgerangel zwischen den unterschiedlichen Institutionen und Parteien offen. Der Nationalsozialismus war weniger ein monolitischer Block als eher ein Konkurrenz- und Durchsetzungsgerangel unterschiedlicher Karrieristen und Einrichtungen. Vielmehr und wichtiger als das skizziert er mit gebotener historischer Distanz das ungeheuerliche Schicksal, das allen Juden im deutschen Herrschaftsbereich drohte. Und das lautete ungeachtet aller organisatorischer und planerischer Differenzen Vernichtung. Wer arbeiten konnte, der sollte dies bis zum qualvollen Tod tun und wer nicht für den kapitalistisch-militärischen Verwertungsprozess instrumentalisiert werden konnte, der wurde erschossen oder vergast. Longerichs "Wannseekonferenz" ist eine wichtige Einzel-Studie über eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte. Nicht in der gewohnt erzählerischen epischen Brillanz des Ausnahme-Historikers, aber immer noch eine solide und sehr lesenswerte Studie!    

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Höllensturz

Ian Kershaw , Klaus Binder , Bernd Leineweber , Britta Schröder
Fester Einband: 800 Seiten
Erschienen bei DVA, 12.09.2016
ISBN 9783421047229
Genre: Sachbücher

Rezension:

Eigentlich zählt Ian Kershaw zum Besten, was die internationale Historiker-Zunft zu bieten hat. Seine Hitler-Biographie war bahnbrechend und "Der Untergang" ein veritables Meisterwerk der modernen Geschichtsschreibung, da das erzählerische Narratiiv so brillant war, dass die Beklemmungen in den letzten Tagen des 3. Reichs für den Leser wirklich spürbar wurden. Leider kann das jüngst bei DVA erschienene "Höllensturz - Europa 1914 bis 1949" da keineswegs mithalten. Kershaw erzählt die blutrünstige Geschichte Europas von Beginn des 1. Weltkriegs bis zu den Nachwehen des 2. Weltkriegs. Dies geschieht völlig ohne Fußnoten. Doch was eigentlich den Anlass für noch größere erzählerische Brillanz als bisher bieten könnte, scheint für Kershaw ein Hemmschuh zu sein. Das Werk stockt hin und wieder, es ist redundant und die Gliederung ist nicht immer plausibel. Viel schlimmer aber wiegt noch, dass Kershaw, der sonst die Fähigkeit zu objektivem, multiperspektivisch veranlagtem Erzählen besitzt, hier eindeutig Partei ergreift. Nicht nur, dass verständlicherweise das 3. Reich auf höchste verdammt wird, darüber hinaus verurteilt er pauschal das Wirken der Sowjetunion in beinahe jeglicher Hinsicht. Gewinner dieser unausgewogenen Darstellung ist das britische Empire, in politischer, ökonomischer, militärischer und humanistischer Hinsicht. So weit kann der Leser den Ansatz noch nachvollziehen, aber die Verdienste und Errungenschaften der USA werden beinahe komplett unter den Teppich gekehrt. Sowohl im 1. als auch im 2. Weltkrieg vernachlässigt Kershaw die entscheidende Rolle der Vereinigten Staaten von Amerika, welche diese bezüglich der Kriegsausgänge gespielt haben. Und die Franzosen kriegen ohnehin nur ihr Fett weg. Solch eine Geschichtsschreibung ist einseitig, voreingenommen und würde selbst im Master-Studium moniert werden. Bei allen positiven Aspekten, die das Vereinigte Königsreich in dieser Epoche gespielt hat, gibt es keinen Grund, Frankreich und die USA dermaßen klein zu reden oder gar anzufeinden. Das ist eines Kershaws nicht würdig. Bleibt zu hoffen, dass dies ein Ausrutscher bleibt.

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Der Spieler

Hubert Michelis
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Spica Verlag GmbH, 01.09.2015
ISBN 9783943168839
Genre: Romane

Rezension:

Der im SPICA Verlag erschienene Roman „Der Spieler – Rien ne va plus“ von Hubert Michelis ist für mich eine der Neuentdeckungen des letzten Jahres. Michelis beschreibt in seinen eindrücklichen Werken hauptsächlich die Entfremdung des Menschen von sich selbst. Dies betrifft sowohl die individuelle Ebene als auch gesellschaftliche Tendenzen. Schicksale gnadenloser Selbstentfremdung begegnen uns in seinen Kurzgeschichten und Romanen in Form von Obdachlosen, Drogenabhängigen oder Häftlingen. Mit „Der Spieler – Rien ne va plus“ legt er solch einen Entwurf der Frage existenzialistischen Scheiterns mustergültig vor, wenn auch der Protagonist ein ganz anderer ist.
Der Schauplatz der Handlung ist Köln. Es geht um einen Unternehmers-Sohn, einen späteren Spieler wie er im Buche steht. Der Roman startet fulminant mit dem mysteriösen Tod der Mutter. Jahre später sprechen sich Vater und Sohn aus. Zwar bringt der Vater dem nicht in allen Belangen wohl geratenen Sohn materielle Sicherheit, Freiheit, Vertrauen und Stolz entgegen, aber der Spross entwickelt sich dennoch zum Frauenheld, Trinker und Zocker. Die Obsession des Sohnes reißt ihn langsam aber sicher in den Abgrund. Er verliert hohe Summen in den Casinos dieser Welt und an der Börse. Seine ihn vorantreibende Charaktereigenschaft ist die Gier. Nach Geld, Sex und Macht, wobei die Begriffe aufgrund ihrer strukturellen Ähnlichkeit beinahe beliebig austauschbar sind. Aber mit 50 hat er das Ende der Fahnenstange erreicht und empfindet nicht nur Ekel vor sich selbst, sondern ist auch des Lebens überdrüssig. Obwohl er weiß, dass sprichwörtlich nichts mehr geht, plant er einen letzten Coup. Er will in Paris eine letzte glanzvolle Woche verbringen, um sich dann in seinem Zimmer zu erschießen … Aber auch hier ist nichts gewiss …
Michelis ist ein begnadeter Autor, der es beispielhaft versteht, das Innenleben der Charaktere ebenso wie die soziopolitischen Gesellschaftszustände scharfsinnig und gnadenlos zu sezieren. Das Grandiose darin besteht in der Symbiose, die Innenwelten der Charaktere mit der Außenwelt der Gesellschaft eingehen. Beide befinden sich in einem maroden, ethisch-moralisch kaputten Zustand und interagieren auf eine verhängnisvolle Art und Weise. Hinzu kommt aber eine feinsinnige Prise Humor, welche die Nordrhein-Westfalen auszeichnet. Nur dadurch macht Michelis die Beschreibungen seiner Protagonisten und deren Welt erträglich. Es ist eben doch nicht alles nur zum Verzweifeln. Eine unbedingte Lese-Empfehlung!

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Die Feuerschreiber

Claudia Schmid
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Fontis, 14.09.2016
ISBN 9783038480907
Genre: Historische Romane

Rezension:

Claudia Schmids Roman „Die Feuerschreiber“ hat es in sich. Der im Fontis Verlag erschienene historische Roman beschäftigt sich mit der Reformation und sucht seinesgleichen in diesem Genre. Die renommierte Autorin Claudia Schmid versteht es meisterhaft, historische Fakten zu vermitteln und dabei die damalige Epoche vor dem inneren Auge der Leserinnen und Leser zum Leben zu erwecken. Ihre Charaktere sind durchweg lebensnah und authentisch gezeichnet und verleihen dem Roman Lebendigkeit und Anschaulichkeit. Der Inhalt dreht sich um die wichtigsten Ereignisse, die zur Reformation führten. Philipp Melanchthon wurde als Professor an die Wittenberger Universität Leucorea berufen. In Wittenberg entwickelte er eine enge Zusammenarbeit und Freundschaft mit Martin Luther, wobei die beiden ein ungleiches Gespann bildeten. Dennoch wirkten sie auf kongeniale Weise zusammen und ermöglichten die dringend nötige Erneuerung der Kirche – sehr zum Missfallen des Papstes und seiner weltlichen Verbündeten. Während Melanchthon besonnen, scharf formulierend und auf ein konstruktives Miteinander bedacht war, so zeigte sich der körperlich deutlich überlegene Luther des Öfteren laut polternd. Gemeinsam gelang den Beiden die Übersetzung des Neuen Testaments in die deutsche Sprache, um den Gläubigen ein tieferes und vor allem eigenes Verständnis von Gottes Wort zu ermöglichen.
In jedem Satz ist zu spüren, wie umfassend die Autorin recherchiert hat. Sie zeichnet detailliert und mit großer Kenntnis der Materie die aufregenden Ereignisse der Reformationszeit nach. Der Roman ist vor allem dann spannend, wenn es um die brutalen Geschehnisse des Bauernkriegs geht. Zugleich entwirft die Autorin einfühlsam das lebendige Bild einer gesellschaftspolitischen Transformationsepoche, die alle Lebensbereiche erfasst. Ein eloquent geschriebenes Buch mit großem künstlerischem Anspruch, das weibliche Leserinnen und männliche Leser gleichermaßen in den Bann zieht. Ein größeres Lob kann man wohl kaum aussprechen: Das Buch ist auch für Katholiken lehrreich und interessant. Eine unbedingte Leseempfehlung!

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Ritter und die PKK

Stefan Schweizer.
Buch: 300 Seiten
Erschienen bei SWB Media Publishing, 15.11.2014
ISBN 9783944264219
Genre: Krimi und Thriller

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Goldener Schuss

Stefan Schweizer.
Flexibler Einband: 312 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 04.02.2015
ISBN 9783839216880
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Endlich geht mal was im betulichen Oberschwaben. Enzo rockt die Bude! OK. Der „goldene Schuss“ der schönen Canan kommt nicht gerade überraschend, aber der Privatdetektiv Enzo Denz ist eine packend gezeichnete Figur im Stil eines „lonely wolf“ der klassischen hard boiled Thriller nach James Ellroy. Stefan Schweizer liefert mit dem „Goldenen Schuss“ eine recht spannende Story. Die eigentliche Innovation an dem Thriller ist der Erzählstil. Zwar ist Ravensburg nicht L.A. und Stefan Schweizer legt (noch?) nicht das atemberaubende Erzähltempo besagten Vorbildes vor. „Der Goldene Schuss“ bringt trotzdem frischen Wind in die Krimi-Literaturszene. Das ist neu und vor allem: das hat was. Mehr davon, bitte!

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