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454 Bibliotheken, 18 Leser, 1 Gruppe, 139 Rezensionen

zukunft, geheimnisse, liebe, lügen, freundschaft

Beautiful Liars - Verbotene Gefühle

Katharine McGee , Franziska Jaekel
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 23.08.2017
ISBN 9783473401536
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zwischen den Seiten

Der Tower, in New York, ist ein Gebäude mit 1000 Etagen, der Mittelpunkt von „Beautiful Liars – Verbotene Gefühle“, in ihm spielt sich der Großteil der Handlung ab. Er ist eine wie eine eigene Stadt in einem Gebäudekomplex mit Wohnflächen, Geschäften, Restaurants, Bars, Cafés, Hotels, und diverse andere Freizeitmöglichkeiten. Hätte ich nicht schon TV Dokumentationen über Wohnhäuser, die einer eigenen Stadt gleichen, gesehen, hätte ich so etwas für unmöglich gehalten.

Die Etage sagt etwas über Einkommen und sozialen Stand der Bewohner aus, je höher, desto weniger spielt Geld eine Rolle, Luxus dagegen gehört zur Grundausstattung. Die Welt im Jahr 2118 hat sich stark verändert, die Technologie hat immer mehr an Bedeutung gewonnen und das Leben mit Annehmlichkeiten vereinfacht. Autos, die man noch selbst steuern muss, gibt es längst nicht mehr, das geschieht nun alles vollautomatisch oder man nutzt gleich einen der vielen Lufttaxis. Die Apartments, die es sich leisten können, nutzen Raumcomputer, welche die Vitalfunktionen der Bewohner überwachen, Haushaltsroboter beaufsichtigen. Das Internet ist mehr zu einem visuellen Erlebnis geworden, jedenfalls für jene, die es sich leisten können.

Diese Zukunft fand ich interessant und manchmal wusste ich auch nicht, ist der Park in denen sich die Figuren aufhalten jetzt im Tower oder doch außerhalb. Die Grenzen waren mir nicht immer klar, da man einfach alles im Tower erleben und erledigen kann. Die Welt außerhalb bleibt blass und ich hatte das Gefühl nicht unbedingt auf der Erde oder in New York zu sein, sondern innerhalb einer Blase. Über die Entwicklung von unserem 2017 bis 2118 erfährt man recht wenig, einerseits schade, andererseits glaube ich nicht, dass es vorab zu Katastrophen und Zerwürfnissen gekommen ist, was ja auch mal ganz angenehm ist.

Die Handlung setzt sich aus fünf Perspektiven und Personen zusammen, die in unterschiedlichen Etagen wohnen und somit einer bestimmten Gesellschaft angehören.

Avery bewohnt mit ihrer Familie das Penthouse in der 1000. Etage. Für ihre Eltern gilt nur das feinste und beste, selbst bei ihrer Tochter. Für die sie keine Kosten gespart haben, um nur die allerbesten DNA Komponenten verwenden zu lassen. Das erklärt Averys Schönheit, sie ist perfekt und Everybodys Darling. Allerdings wirkt das bei ihr nicht aufgesetzt, sie ist wirklich freundlich und liebreizend. Dass ihr der Luxus um sie herum nicht wichtig ist, so lang sie nur ihre unerfüllte Liebe leben darf, kauf ich ihr ab. Bis auf wenige Situationen, in denen sie zickig reagiert, bleibt sie im Vergleich mit den anderen Figuren eher langweilig, wobei ihre Entwicklung am Ende für Band 2 stärker und interessanter zu werden verspricht, weil ich eine kämpferische, starke Avery vermute, die weniger Prinzessin ist.

Eris zu lebt anfangs ebenfalls in den 100 obersten Etagen. Sie ist eine der besten Freunde von Avery und lebt ebenfalls schon immer in den höchsten Etagen. Ihr liegt der luxuriöse Lebensstil im Blut. Sie ist schön, selbstbewusst und genießt ihr Leben in vollen Zügen, nimmt sich, was sie möchte, und geht damit ebenfalls ehrlich um, sodass ihre Art nicht unbedingt unsympathisch wirkt, weil sie keine Maske aufsetzt. Bis ein Fehltritt ihrer Mutter, ihr dieses Leben von einer Sekunde auf die nächste nimmt und sie in die Etage 103. ziehen muss. Eris befürchtet nach und nach ebenfalls einen gesellschaftlichen Abstieg. Eris bleibt bei allem trotzdem immer noch ein bisschen die Luxus-Eris und am Ende hat mir ihreEntwicklung am Meisten gefallen. Von allen reichen Kids ist mir Eris die Liebste.

Leda, ist die streitbarste Figur in „Beautiful Liars – Verbotene Gefühle“ und diejenige, an der der Vergleich zu TV Serien am besten aufgegangen ist. Sie hat die komplette Bandbreite meiner Gefühle bekommen. Anfängliche Sympathie, weil sie versucht, ihr Leben zu ändern. Ich habe ihr die nötige Kraft gewünscht. Mitleid hatte ich mit ihr, weil sie unglücklich in den Bruder ihrer besten Freundin verliebt ist. Ich wollte, dass sie ein Happy End bekommt. Außerdem wird Leda unfreiwillig zum Spielball unausgesprochener Gefühle und Geheimnisse und das hatte sie nicht verdient. Auf der anderen Seite strapaziert sie mit ihrer Kontrollsucht und ihren ich bin ein reiches Mädchen Allüren die Nerven. Als sie das Miststück herauslässt, hätte ich sie am liebsten kräftig geschüttelt.

Watt, steht für mich, für die Mittelschicht des Towers und für die geniale Weiterentwicklung der Technik. Ohne seine besonderen Fähigkeiten und Fertigkeiten wäre er unauffällig, so aber kann er sein Wissen zu seinem Vorteil nutzen. Durch einen lukrativen Auftrag kommt er mit der Welt der Reichen in Berührung und droht sein Herz zu verlieren.

Rilyn, wohnt im Tower ganz weit unten und ist quasi von Avery und ihrer Welt kilometerweit entfernt. Wenn man Watt noch zur Mittelschicht zählen könnte, so steht Rilyn für die Unterschicht. Seit dem Tod ihrer Mutter kümmert sich Rilyn um sich und ihre kleine Schwester. Nicht leicht, wo Geld knapp und die Schulden erdrückend sind. Sie ist eine Löwin, die zu viel an andere und zu selten mal an sich denkt. Rilyn erhält die Möglichkeit, als Reinigungskraft bei dem reichen Cord zu arbeiten. Ein Gewinn für sie, zumal auch Cord mit der Zeit immer interessanter wird, allerdings ist auch das mit Hindernissen verbunden.

Mit jedem von den fünf durchlebt man Höhepunkte und Tiefschläge, man lacht, leidet und liebt mit ihnen. Der Fokus ist schon stark auf die fünf Figuren gelegt, andere Figuren, wie Familienmitglieder wirken dagegen recht farblos, allerdings fand ich das auch nicht weiter schlimm. Noch mehr Figuren, Dramen und Wendungen und ich hätte den Überblick verloren.

Mich erinnert nicht nur die Umsetzung des ganzen Gefühl- und Liebeschaos stark an Serien. Vor allem anfangs gab es noch Kapitel, die hatten ein befriedigendes Ende und ich konnte das Buch auch mal beiseitelegen, um mich um andere Dinge zu kümmern. Doch dieser Zustand hält nicht lang, schnell laufen Avery, Eris, Leda, Watt und Rilyn zur Höchstform auf, entdecken Geheimnisse, die lebensverändernd sind oder erleben Erfolge in Herzensdinge und ich konnte das Buch nicht mehr zur Seite legen. Oder war gedanklich immer daran gefesselt, begierig getrieben, zu wissen, wie es weitergeht.

Zwischenzeitlich ist mir sogar der Prolog total abhandengekommen, erst einige Kapitel vor dem Ende ist er mir wieder eingefallen. Ab da steigerte sich meine Spannung und das unbedingt weiterlesen müssen ins Unermessliche. Ich wollte und konnte den Prolog nicht akzeptieren und am Ende des Buches, als dann alles einen Sinn ergibt, wollte ich nicht akzeptieren, dass der zweite Band erst im Herbst 2018 erscheinen wird. So ein Buchfinale macht es aber auch nicht leicht.

Fazit

„Beautiful Liars – Verbotene Gefühle“ ist eine, zwischen Buchdeckeln gepackte Drama Serie. Sie bietet ausreichend Stoff an schönen Menschen, verschiedenen Leben, Liebe, Sehnsüchten, Gefühle, Lügen und Intrigen und eine neue kreative, fortschrittliche Welt. Der Handlungsort bleibt allerdings überwiegend an einem Ort, den Tower das höchste Gebäude New Yorks. Durch einen ständigen Perspektivwechsel lernt man die fünf Protagonisten kennen. Mir hat es sehr gut gefallen und zwischenzeitlich war immer ein Teil von meiner aktuellen Figur, bis sich hier irgendwann die wahren Seiten zeigen und ich ihr Handeln weiterhin toleriert oder ihnen am Liebsten ordentlich den Kopf gewaschen hätte. Aber das hat Seriencharakter und das macht die Spannung aus, wenn Geheimnisse oder falsche Interpretationen zu weitreichenden Missverständnissen führen. Selbst wenn ich eine Pause machen musste, war ich gedanklich immer im Jahr 2118 und im Tower. Auch ich als Leserin habe eine Sucht verpasst bekommen und muss nun noch eine Weile im Ungewissen aushalten, da Staffel 2, ähm Pardon ich meinte natürlich Band 2 im Herbst, 2018 erscheint. 5 Sterne.
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12 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

ebook, harz, magie, fantastische literatur

Magie und Schokolade

Juli Stern
E-Buch Text: 247 Seiten
Erschienen bei null, 22.09.2017
ISBN B075VV3THZ
Genre: Sonstiges

Rezension:

Zwischen den Seiten

Als Kind habe ich viele Sagen und Mythen gelesen, über Zwerge, Wald und Berggeister aus dem Harz, welche Schätze hüten oder arglose Wanderer in die Irre führten. Details dieser Geschichten weiß ich heute nicht mehr, kann mich allerdings gut an mein Staunen und an das Verzaubertsein erinnern. Obwohl ich noch nie im Harz gewesen bin, stell ich ihn mir wegen dieser und anderen Hexengeschichten immer ein Stück weit geheimnisvoll und magisch vor.

"Magie und Schokolade" macht den Harz hier Blomberg zum Schauplatz und beinhaltet viel Magie, allerdings weniger Schokolade als gedacht oder Schokolade in ganz anderer Form. Im Vorfeld hatte ich erwartet, dass Nu vielleicht das eine oder andere süße Dessert Rezept parat hat und weniger, das sie gerne zur Tafelschokolade greift.

Nu ist eine Weltenbummlerin, der es nicht lange an einem Ort hält. Sie fühlt sich eng mit der Natur und deren Tierwelt verbunden. Nu weiß zunächst selbst nicht, weshalb sie eine so gute Beziehung zu Tieren aufbauen kann, wie sie mit ihnen kommunizieren kann. Es gibt einiges, das ihr selbst merkwürdig erscheint, weshalb Nu ihre Fähigkeiten eher im Stillen wirken lässt, allerdings nimmt sie diese und sich selbst intuitiv an.

Ihr Drang nach Unabhängigkeit ist groß, dass sie nun etwas länger im Harz ist, liegt an ihrer hochschwangeren besten Freundin Anna. Anna hat sich in Blomberg mit einem Café und einer kleinen Pension selbstständig gemacht. Weil ihr Ehemann viel unterwegs ist, ist Nu nun nicht nur beste Freundin, sondern auch Aufpasserin, damit sich Energiebündel Anna nicht übernimmt. Ich muss gestehen, dass mir Anna unheimlich sympathisch gewesen ist und mich ein Tick mehr interessiert hat als Nu und das, obwohl Anna zwar Schokoladen Leckereien erschafft und trotzdem ihre Rezepte mir nicht verraten hat. :)
Dass Nu eine besondere Beziehung zu Tieren besitzt, erwähnte ich, auf einen ihrer Ausflüge entdeckt sie einen Hund, der sich in einer Fangfalle verstrickt hat. Nu befreit die Hündin und sorgt für sie. Von da an hat sie in Gretchen eine ganz besondere Begleiterin, die ihr unmissverständlich klarmacht, dass es Magie gibt und dass Nu ein Teil davon ist.

Gretchen sieht Nu genau, sie spürt ihre Gedanken und bringt die das eine oder andere Mal dazu, sich mit sich auseinanderzusetzen. Gretchen besitzt ein feines Gespür und ist in der nächsten Sekunde wieder ganz und gar Hündin. Auch die Männer dürfen in "Magie und Schokolade" nicht fehlen, Nu hat die Wahl zwischen Florian, die Handwerker Version von Thor Chris Hemsworth und dem Geologen Mika, mit den anziehenden Augen.

Lese Spaß

"Magie und Schokolade" ist ein Buch fürs Herz und gefiel mir vor allem wegen der ruhigen sanften Atmosphäre. Es zeichnet sich eher weniger durch Action aus, Spannungselemente sind zwar vorhanden, allerdings haben sie mich nicht umgehauen oder überrascht, aber das ist okay.

Denn "Magie und Schokolade" glänzt dank Charakteren wie Nu, Anna und Gretchen und einer Magie, die sich ganz selbstverständlich in den Alltag einfügt. Ich war entspannt beim Lesen, habe mich wohlgefühlt, heimelig und gut aufgehoben. Vor allem Gretchen hat mich zum Lachen gebracht und Anna hat mich mit ihrem Selbstverständnis begeistert.

An dieser Stelle interessant waren die Fragen, wer Nu denn nun wirklich sei und wie es weitergeht, denn es muss weitergehen, da bin ich mir sicher. Das Buch ist zwar abgeschlossen, allerdings sind noch nicht alle Fragen geklärt, außerdem möchte ich gerne wissen, wie es mit Annas Nachwuchs weitergeht. Dabei darf sie von mir aus gerne in den Mittelpunkt rücken, ihr Mann Tom bleibt hier nämlich nur am Rand und ich habe mich gefragt, wie die beiden überhaupt zusammenpassen.

Passen tut es auch mit Nu und ihrem Loveinterest, dabei überrascht mich auch hier die Wahl eher weniger, umso mehr habe ich mir Schmetterlinge im Bauch gewünscht. Etwas schade, dass die Autorin Juli Stern hier am Kribbeln gespart hat. Nicht das ich es detailliert brauche, aber zu merken, wie sich das Feuer zu einer Flamme ausbaut und dann überschwappt, wäre toll gewesen. Dieser intime Moment und die Hochstimmung wurden mit dem ersten Satz des neuen Kapitels heruntergefahren.

Fazit

Mit "Magie und Schokolade" holt Autorin Juli Stern die Magie in den Harz eine wundervolle Kulisse. Die Atmosphäre ist warm, herzlich und steckt voller Magie. Actionreiche Spannung zwischen den Seiten findet man eher weniger, auch sind Überraschungen und Wendungen überschaubar. Allerdings macht das wenig, da "Magie und Schokolade" in erster Linie dank den Charakteren Nu, Anna und Gretchen funktioniert. Alle drei sind herzlich lustig und einfach zum Gernhaben, vor allem die vorlaute Hündin Gretchen brachte mich oft zum Lachen. Einen kleinen Dämpfer hat die Romantik verursacht, ich weiß es muss nicht immer detailliert beschrieben werden, das ist nicht nötig, aber bitte nicht die gute Hochgefühlstimmung dieser Szene am Kapitelende mit dem ersten Satz des neuen Kapitels dämpfen, das hat mir mein Hochgefühl genommen. Wer bodenständige Magie mit Wärme und Herz mag, wird sich mit "Magie und Schokolade" gut unterhalten fühlen. Ich bin fest davon überzeugt, dass es ein Wiedersehen mit Nu, Gretchen und Anna gibt. 4 Sterne.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

helgoland, einhorn, büsum, ostfriesland, nordsee

Die Weiße Libelle

Alexander Ruth
Flexibler Einband: 284 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 03.06.2017
ISBN 9781546797494
Genre: Sonstiges

Rezension:

Zwischen den Seiten

"Die weiße Libelle" ist ein Piratenschiff geführt von Wesen der Märchenwelt wie Schmetterlingen, Weihnachtselfen, Osterhasen, Einhörner und weiteren Wesen. "Die weiße Libelle" schippert in der Nordsee umher und verfolgt dabei Umweltverschmutzer, immer wieder fischen Kapitän Wild Wild Sonja und ihre fantastische Crew Plastiktüten aus dem Meer. Es dauert nicht lang und schon bald muss die Besatzung verschiedene Abenteuer bestehen, wie zum Beispiel verschwundene Schiffe und Menschen finden.

Immer wieder werden die Themen der Umweltverschmutzung und deren Folgen in der Geschichte aufgegriffen und informativ umgesetzt.

Dieser Aspekt hat mir gut gefallen. "Die weiße Libelle" ist ein durch und durch magisches Schiff, es muss riesig sein bei dem Fassungsvermögen der gesamten Besatzung und den vielen Aktivitäten, die die einzelnen Elfen den lieben langen Tag übermachen. Einige der Weihnachtselfen denken sie seien nach der anstehenden Weihnachtszeit auf einem erholsamen Luxusschiff Ausflug quer durch die Karibik. An Board der "weißen Libelle" geht es oft sehr lebhaft, wuselig und chaotisch zu. Nur Kapitän Wild Wild Sonja und ihr engster Beratungskreis gelingt es gelegentlich, nicht den Überblick zu verlieren.

Lese Spaß

Ich habe mich sehr auf dieses Kinderabenteurbuch gefreut, als es mir vom Autor Alexander Ruth vorgestellt wurde. Die Idee einer Piraten Crew, die sich in der Nordsee gegen Umweltverschmutzung stark macht, war besonders interessant und reizvoll.

Der Punkt ist auch gut umgesetzt, es werden Anreize geweckt, sich mehr mit dem Umweltschutz in den Weltmeeren auseinanderzusetzen.

Leider bin ich mit "Die weiße Libelle" an meine Grenzen gestoßen, da die gesamte Crew äußerst lebhaft und hibbelig gewesen ist, kam mir die Geschichte nicht selten zu sprunghaft vor, ich habe oft den Überblick und auch den roten Faden verloren. Vielleicht stand die Besatzung unter einem andauernden Zuckerschock hervorgerufen, durch das Grundnahrungsmittel Zuckerwatte an Board.

Wie das bei Kindern ankommt, kann ich leider nicht beurteilen, mir persönlich war es zu wuselig und das hat mein Lesefluss beeinträchtigt.

Die häufige Verwendung von lautmalerischen Wörtern (hust, hust, quietsch oder blubb, blubb...) hat noch dazu beigetragen, dass mir die Sprache in vielen Momenten unruhig wurde.

Wohingegen mir aber die Verwendung der friesischen Sprache wieder gefallen hat, ganz am Ende des Buches finden sich kleine Übersetzungen.

Ich habe gemerkt, wie viel Liebe der Autor Alexander Ruth in seine Figuren und seine Geschichte steckt, zumal recht schnell klar wird, dass "Die weiße Libelle" nicht die erste Schmetterlingsgeschichte ist, eine kleine Erklärung, hilft allerdings die Wissenslücken zu schließen.

Fazit

"Die weiße Libelle" ist ein Buch für Kinder, das sich mit dem Umweltschutz in der Nordsee befasst. Mit Hilfe einer Märchen- und Fantasiewesen Besatzung. Diese Idee fand ich toll. Nur waren mir die verschiedenen Crewmitglieder viel zu chaotisch, ich habe oft den Überblick verloren, weil alles scheinbar gleichzeitig und nacheinander geschieht, nicht selten begleitet von lautmalerischen sich wiederholenden Worten. Da wurde ich leider auch irgendwann unruhig und musste Seiten noch einmal lesen. Ich kann nicht einschätzen, ob gerade das für Kinder lustig und spannend ist. Die friesische Sprache hat mir gut gefallen und das ich gemerkt habe, wie sehr den Autoren seine Figuren und die Botschaft am Herzen liegen. 3 Sterne.

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96 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

So was passiert nur Idioten. Wie uns.

Sabine Schoder
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 21.09.2017
ISBN 9783733504281
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zwischen den Seiten

Es gibt ein Wiedersehen mit Jay und Viki, den beiden Protagonisten aus "Liebe ist was für Idioten. Wie mich" von Sabine Schoder. Ich habe die beiden geliebt und gefeiert, ihren Charakter und ihre authentische Art. Als ich von "So was passiert nur Idioten. Wie uns", war meine Freude riesig, allerdings war da auch die Angst, dass ich zu hohe Erwartungen habe, die sich nicht erfüllen lassen. Was das betrifft, bin ich sonst gelassener, nur nicht bei diesem Buch.

Es sind etwa 3 Jahre seit dem ersten Buch vergangenen und "So was passiert nur Idioten. Wie uns" beginnt nach einem Prolog mit einem überraschenden Geständnis, Viki hat Jay quasi aus ihrer Wohnung geworfen, weil er etwas mit einer anderen Frau hat, da ist sie sicher. Denn Jay verhält sich seit ca. 2 Monaten ganz merkwürdig, er duscht sofort, nach dem er zu Hause ist, und wechselt ständig die Klamotten. Er verheimlicht etwas und das kann nur eine Frauengeschichte sein. Das saß.

Jay, ein fremdgehender Mistkerl? Das erstaunt auch Mel, die eigens ihr Auslandspraktikum abbricht, um ihrer besten Freundin beizustehen. Zeitgleich wechselt die Szene zu Dave, dem besten Freund von Jay, bei dem dieser auftaucht, um eine vorübergehende Bleibe zu suchen.

Ungewöhnlicher Auftakt für mein absolutes Traumpaar und dennoch entwickelt sich schlagartig der "Idioten Sog" den es sind vor allem Mel, Dave und auch Kid (das Fellmonster) die dafür sorgen, dass ich wieder zu Hause bin und in einer U-Bahn lauthals anfange zu lachen, weil sie so entwaffnend ehrlich und direkt sind oder einfach nur Kidmäßig agieren. Es kommt zu einer Vier-Personen Perspektive und das hat mir richtig gut gefallen. Jeder der Vier ist eine Type für sich.

Viki und Jay verfolgen viele Seiten erfolgreich das Motto "Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht". Das war schon arg und bei anderen Paaren hätte mich das sehr gestört, weil es meistens unnötig dramatisch wirkt und mit einem Gespräch schnell aus der Welt zu schaffen ist. Das gilt auch für meine Lieblingsidioten, die dieser Bezeichnung gerecht wurden. Allerdings trumpfen dadurch Mel und Dave als Freunde unheimlich überzeugend auf. Es geht nicht nur um Liebe, es geht auch um Freundschaft.

Derart besänftigt habe ich auch die weiteren Herausforderungen zugelassen, eines davon fand ich großartig, auch wenn es nicht überraschend kam und vielleicht nicht jedem gefallen wird, aber es passt zu Jay und Viki ganz gut, denn Langeweile gibt es bei den Beiden nicht.

Jay und Viki haben nichts von ihrer Intensität und ihren Emotionen eingebüßt. Vor allem den beiden bin ich verfallen.

Die letzten Seiten haben alles noch einmal über den Haufen geworfen, mich total irritiert, so schnell, so plötzlich ohne jegliche Vorwarnung oder Zeit die letzten Seiten noch mal zu verarbeiten, ist es da, das Ende.

Lese Spaß

Der Humor, alle Charaktere machen "So was passiert nur Idioten wie uns" so unglaublich echt und gut. Ich habe drei Tage für das Buch benötigt, es wären bestimmt weniger gewesen, wenn ich nicht noch arbeiten hätte gehen müssen.

In jeder Sekunde, die ich nicht aktiv mit Lesen beschäftigt gewesen bin, war ich gedanklich trotzdem immer bei Viki, Mel, Jay und Dave.

Beim Einschlafen bin ich auf den Gedanken gekommen, was Jay verheimlichen könnte und deshalb Viki zweifeln lässt und tatsächlich hat sich dieser Geistesblitz bewahrheitet. Auch in anderer Hinsicht konnte ich etwas vorausahnen, weil nur das alles erklärt, was zu dieser Zeit alles vorangegangene der Handlung erklärt.

Keine Frage alle Protagonisten vom Hund bis zu den Bandmitgliedern haben mich erneut restlos begeistern können.

Fazit

Der Vorhang ist gefallen, der Abspann ist längst gelaufen und dem Traumpaar begegnet nun der Alltag und dadurch neue Herausforderungen. Das Jay seiner Viki dabei tatsächlich fremdgeht, wie sie es vermutet, konnte ich mir nicht vorstellen. Lange beherrscht diese Frage das Buch. Wären da nicht die Freunde, die dadurch erst richtig in Stimmung kommen und damit beweisen, in "So was passiert nur Idioten. Wie uns." geht es längst nicht nur um Liebe, sondern auch um Freundschaft.

Es sind diese Figuren mit ihrer unübertrefflichen ehrlichen, direkten Art, die diesen "Idiotensog" auf mich ausüben, dass ich ihnen auch Schwächen im Handlungsverlauf verzeihen kann. Ich kann mir zwei Sachen nur schwer vorstellen: 1. Dass Viki, Jay und Co. nur der Fantasie entsprungen sind. Die müssen irgendwo in Österreich in echt herumlaufen und 2. dass ich mich von Jay und Viki verabschieden kann. Ich möchte nämlich gerne noch mehr Viki und Jay. 4 Sterne.
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bianca iosivoni, soulmates, romantasy, romance-fantasy, soul mates - flüstern des lichts

Soul Mates - Flüstern des Lichts

Bianca Iosivoni
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 23.08.2017
ISBN 9783473585144
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zwischen den Seiten

„Soul Mates Flüstern des Lichts von Bianca“ Iosivoni ist der Auftakt einer Romantik Fantasy Reihe und ein Kampf von Licht und Schatten.

Rayne hat die Highschool abgeschlossen und arbeitet nun in einer kleinen gemütlichen Buchhandlung in ihrer beschaulichen Kleinstadt Divine Creek. Raynes Leben verläuft in ruhigen Bahnen und ist recht überschaubar, wären da nicht die gelegentlichen Stimmen, die nur sie hört oder die schrecklichen Dinge, die sie in der Zeit vor ihrer liebevollen Adoptivmutter Nora, erleben musste.

Auf der Suche nach ihrer kleinen Schwester Emma wird Rayne von einem Fremden angegriffen. Dieser Fremde zeigt übernatürliche Fähigkeiten, Rayne hat keine Chancen, bis ihr zwei weitere Männer zur Hilfe kommen.

Dass einer ihrer Retter, Colt, anziehend gut ausschaut und wenig freundlich auf Rayne reagiert, gehört schon irgendwie zu diesem Genre auch die augenblickliche Anziehungskraft zwischen ihm und Rayne.

Rayne ist zwischen den Fronten der Lichtseelen und der Dunkelseelen geraten, wenig überraschend, zeigen sich bei ihr ebenfalls Kräfte, die sie zu einem möglichen Mitglied einer Seite machen. Sie muss sich nur entscheiden, auf welche Seite sie stehen möchte. Zunächst lernt sie allerdings die Lichtseelen genauer kennen und auch auf die Anziehungskraft zwischen ihr und Colt wird eingegangen.

Rayne ist treu und würde alles für ihre Familie und die wenigen Freunde tun, sie ist eher ruhig und steht nicht gerne im Mittelpunkt. Ihr reicht ein ruhiges friedliches Leben vollkommen aus. Die Erlebnisse ihrer eigenen Vergangenheit haben sie vorsichtig und skeptisch gemacht. Allerdings ist sie nicht schwach, sie kann sich verteidigen, auch in Bezug auf Colt bleibt sie sich treu. Colt ist auf dem ersten Blick genauso wie erwartet, er ist geheimnisvoll und anfänglich nicht gerade begeistert, dass er Rayne begegnet ist. Doch ich konnte mich nicht lange wehren, und bin Colts Charme recht schnell erlegen. Auch auf die weiteren Lichtseelen wird eingegangen, man lernt die Truppe also ganz gut kennen und schließt sie schnell ins Herz.

Die Welt der Lichtseelen und ihren Gegnern, den Dunkelseelen wird gut erklärt, für welche Seite sich Rayne entscheiden wird, keine Überraschung, eigentlich, denn Rayne hinterfragt die Dinge, die ihr erzählt werden, und macht eigene Erfahrungen. Nicht selten lassen sich die Menschen einfach in Weiß und Schwarz einteilen, es gibt so viel dazwischen.

Während der Anfang dem Kennenlernen der Figuren und der Welt neben unserer gewidmet ist, trat die Handlung und somit sie Spannung auf der Stelle, weil sich Rayne zu stark auf nur eine Erklärung für das warum sie kann, was sie kann, einschießt. Gegen Ende allerdings nimmt Soul Mates überraschend an Fahrt auf. Es gipfelt in ein wiederholtes Aufeinandertreffen von Dunkel- und Lichtseelen. Dabei überrascht mich Autorin Bianca Iosivoni vor allem mit ihrer Konsequenz und einem Cliffhanger verdächtigen Schluss, der so spannend und unvollständig ist, dass ich den zweiten Band sehnsüchtig erwarte.

Lese Spaß

Wesen mit übernatürlichen Kräften, der ewige Kampf von Gut und Böse und dann noch eine knisternde Beziehung zwischen Rayne und Colt, „Soul Mates Flüstern des Lichts“ von Bianca Iosivoni bietet gute Romantasy.

Die anfängliche starke Anziehung zwischen Rayne und Colt wird schnell geklärt, denn die beiden sind Seelengefährten und das müssen nicht zwangsläufig Liebespaare sein, sondern können zum Beispiel Freunde, Geschwister oder sogar Feinde sein.

Zwischen den beiden knistert es heftig und es bleibt nicht aus, dass sie Hürden haben, trotzdem hatte ich nie das Gefühl, das diese Momente zu schnulzig oder dramatisch gehalten ist. Vor allem Rayne bleibt sie selbst, sie steht sich ihre Gefühle ein und sucht das klärende Gespräch. Hat mir gut gefallen, auch mal wieder einer Protagonistin zu begegnen in diesem Genre die trotz viel Gefühl nicht total blauäugig verliebt agiert, sondern immer noch sie selbst ist.

Dieser erste Band dient der Erklärung und Einführung in die Welt der Dunkelseelen und Lichtseelen, anfangs fand ich das noch nicht richtig spannend und ich glaubte zu wissen, wo es für Rayne hingeht, allerdings konnte mich die Bianca Iosivoni zum Ende hin überraschen und mich immer mehr an die Geschichte fesseln, die auf jeden Fall mit Band 2 rasant, weiterhin konsequent und spannend zu werden verspricht.


Fazit

„Soul Mates Flüstern des Lichts“ ist der erste Teil einer neuen Fantasy Reihe mit Herz von Autorin Bianca Iosivoni. Rayne, eine Unentschlossene und Colt, eine Lichtseele, stehen hier im Mittelpunkt des Konflikts zwischen Licht- und Dunkelseelen. Die beiden funktionieren gut miteinander, es wird kribbelig und die Luft knistert, ohne das Geigen in der Luft hängen und diese Szenen verkitscht wirken. Mir hat das gefallen, dass die Protagonisten sich treu bleiben und dass sie Probleme ansprechen.
Man gewinnt einen ausführlichen Einblick in das Leben der Lichtseelen, allerdings werden auch kleine Zweifel an ein starres Festhalten von Gut und Böse gestreut, was ich ebenfalls richtig fand, weil es die Spannung steigert und gegen Ende des Buches konnte mich Bianca Iosivoni nicht nur mit ihrem kompromisslosen Verlauf überraschen, sondern mich auch mit einem Cliffhanger fesseln. 5 Sterne.

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fantasy, jugendbuch, aditi khorana, märchen, amrita am ende beginnt der anfang

Amrita. Am Ende beginnt der Anfang

Aditi Khorana , Peter Klöss
Fester Einband
Erschienen bei Dressler, 21.08.2017
ISBN 9783791500560
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zwischen den Seiten

Amrita, die junge Prinzessin von Shalingar wächst aus einer sorgenfreien Kindheit heran. Anders schaut ihre Gegenwart aus, denn der machthungrige Kaiser Sikander, des Nachrbarreiches Makedon, will sich das kleine Königreich untertan machen.

Eine Verstrickung von Ereignissen knüpft ganz eng aneinander und an dem Schicksal von Amrita an.

Auf der Flucht vor der aussichtslosen Zukunft durch Sikander reift Amrita heran. Sie enträtselt Legenden und beim Versuch an ihrer Lage etwas zu verändern, erkennt sie den Weg, den sie gehen muss.

Lese Spaß

Amrita ist eine behütete, frisch verliebte Prinzessin in heiklen Situationen zeigt sie diplomatisches Geschick und die Fähigkeit, weitreichende Entscheidungen zu bedenken. Als sich ihr bekanntes Leben auflöst, ist sie verzweifelt, doch sie lernt während des Verlaufs dazu und entwickelt sich weiter. Vor allem aber vertieft sie ihre anfänglichen Fähigkeiten. Ich mochte sie, nur gelegentlich hatte ich das Gefühl, das sie während einiger Prüfungen zu schnell auf die Lösungen kommt, einfach, weil sie überraschend dazu mal etwas in ihrer Kindheit gehört hat.

Amrita steht vor großen Veränderungen, die weitreichende Folgen haben werden, so zum Beispiel findet sie heraus, warum sie in glücklichen Zeiten, selten den Palast verlassen durfte, allerdings steckt sie das erstaunlich schnell weg.

Während des Lesens habe ich mich oft gefragt, ob Amrita Am Ende beginnt der Anfang" ein der Auftakt einer mehrteiligen Reihe ist, da ich mir für 334 Seiten nicht vorstellen konnte, wie die Prinzessin flüchtet und anschließend ihr Königreich retten kann, vielleicht ihre Liebe rettet. Zu verworren werden da nämlich einige Ereignisse, erschienen mir zu endgültig, um in nur einem Buch wieder geändert werden zu können.

Aber "Amrita Am Ende beginnt der Anfang" ist wirklich ein in sich abgeschlossener Einzelband. Und ich muss, sagen das Ende erstaunt mich, es vermittelt eine Botschaft, die zunächst leicht spirituell wirkt.

Fazit

"Amrita Am Ende beginnt der Anfang" ist ein orientalisches, opulentes Abenteuer von einem Königreich, welches kurz vor seinem Untergang steht, einer Prinzessin, die mit ihrem geliebten, jungen Helden fliehen muss und von Verlust und Schmerz. Zu wenig Seiten, um nur ein Einzelband zu werden und doch ist es eines. Denn die Geschichte liest sich weiterhin spannend, die Vielzahl der Figuren wird jedoch schnell überschaubar. Aus dem von mir opulent gedachten Abenteuer wird eine Reise mit überraschend kleinen Hindernissen und einer Suche nach der eigenen Wahrheit und rundet in einem Ende, dass sich mit den Mythen und Fabeln mit denen Amrita aufgewachsen ist, messen kann, ab. 4 Sterne.
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täuschung, kaugummi, schüler, leherin, verwandlung

Der Zauberkaugummi

Kristina Dunker , Pascal Nöldner
Fester Einband
Erschienen bei Coppenrath, 04.07.2017
ISBN 9783649669968
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Zwischen den Seiten

Beim Durchblättern des Verlagskatalogs bin ich optisch an "Der Zauberkaugummi, Hilfe ich bin meine Lehrerin" hängen geblieben. Mir haben die Illustrationen von Mia und Frau Sterup sofort gefallen. Außerdem mag ich Verwechslungszauber Geschichten und ist die Idee sich plötzlich als Schülerin im Körper der Lehrerin wieder zu finden, nicht lustig? Ich finde schon.

Autorin Kristina Dunker schickt Mia und Jenny Sterup unmittelbar in ihr Abenteuer, dabei bleiben wir als Leser stets an der Seite von Mia. Die ganz klar, überhaupt nicht begeistert davon ist plötzlich im Körper einer erwachsenen Frau zu stecken, denn im Kopf und in ihrem Herzen bleibt Mia eben ein Kind.

Vor allem für Mia sorgt diese Verwechslung für einige peinlich unangenehme Situationen, so muss sie plötzlich liebestolle Hausmeister abwehren, unterrichten oder als Streitschlichter funktionieren. Das alles geschieht mit ihrem kindlichen Charme und wird von herzlichen, liebevollen Illustrationen von Pascal Nöldner begleitet.

Mia lernt jedoch auch ihre Klassenlehrerin Jenny Sterup besser kennen, dabei stellt sie fest, dass auch Lehrerinnen in Schwierigkeiten stecken können oder sich vor Dingen fürchten können.

Diese Eindrücke sind gut für Mia, die daraus den notwendigen Mut bezieht, sich ihren eigenen Ängsten zu stellen.

Das Charakter-Design ist äußerst detailliert und teilweise mit Humor ausgearbeitet, gerade das Lehrerkollegium wird jüngeren Lesern im Gedächtnis bleiben.

Lese Spaß

In letzter Zeit greife ich gerne zu Kinderbücher, weil ich mich nicht in komplexen Welten verlieren, auf stimmige Handlungsstränge konzentrieren oder meine Figur analysieren möchte. Nein ich möchte einfach unbeschwert Abenteuer erleben und dafür sind viele Kinderbücher die perfekten Begleiter.


Mia jedenfalls analysiert nicht jedes Detail bis ins Kleinste durch. Sie agiert vielmehr aus dem Herzen heraus und das hat mir gefallen. Insgesamt habe ich oft geschmunzelt, weil Mia und Frau Sterup doch in so einigen Momenten ganz schön ins Schlingern gekommen sind.

Für mich eine lustige Geschichte, die mir ein paar tolle Lesemomente geschenkt hat.

Fazit

"Der Zauberkaugummi, Hilfe ich bin meine Lehrerin" ist eine Verwechslungsgeschichte, welche sich an jüngere Leser richtet, den großen aber dank den knuffigen Illustrationen auch Spaß machen dürfte. Von mir aus darf Mia gemeinsam mit ihren Freunden weitere Abenteuer erleben. 5 Sterne.
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81 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

liebe, gestaltwandler, ex, sue-ellen pashley, gefühle

Am Abgrund des Himmels

Sue-Ellen Pashley , Claudia Max
Fester Einband
Erschienen bei Beltz, J, 10.07.2017
ISBN 9783407749239
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zwischen den Seiten

Romeo und Julia treffen auf Gestaltwandler vor australischer Kulisse.

Grace ist eine junge Frau, die in ihrem Leben schon viele dramatische Dinge erlebt hat. Ihre Familie ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Einzig ihre Großmutter Lilie ist ihr geblieben, bei der sie aufgewachsen ist.

Lilie hat aus ihrer Enkelin eine lebenslustige starke Frau gemacht, bis zu der Beziehung mit Ben. Ben hat Grace geschlagen und misshandelt, hat ihr das Selbstbewusstsein genommen und ihre sozialen Kontakte in Sidney kaputtgemacht. Deshalb auch der Umzug nach Bruny Island, der ein Neuanfang werden soll.

Das erklärt auch zunächst Grace ablehnendes Verhalten Nick gegenüber.

Nick ist auf Bruny Island aufgewachsen, fröhlich und hilfsbereit. Kaum das er Grace gesehen hat, weiß er sie ist die eine.

Trotz aller Zweifel und Befürchtungen von Grace aus, entwickelt sich sehr schnell eine sehr starke Beziehung zwischen den Beiden. Der Faktor Gestaltwandler und Grace Vergangenheit, die überraschend auf Bruny Island auftaucht und sie zurück haben möchte, gefährden das junge Glück.

Grace und Nick sind in „Ab Abgrund des Himmels“ die Ich-Erzähler und die einzelnen Kapitel sind kurz, wodurch sich das Buch schnell lesen lässt. Es macht eigentlich auch Spaß den beiden zu folgen, vor allem Nick ist mir anfangs ans Herz gewachsen, denn seine Unsicherheiten waren niedlich. Zum ersten Mal hat ihn die Liebe vollerwischt und am liebsten möchte er Grace nur noch umarmen.

Doch sie reagiert oft wie ein scheues Tier, mit so viel spontanen Gefühlen kommt sie nicht zurecht. Kein Wunder bedenkt man die traumatischen Erlebnisse in ihrer vorherigen Beziehung. Immer wieder betont Grace, dass diese Erlebnisse Monate zurück liegen. Trotzdem wird sie die ganze Zeit von ihren Unsicherheiten beherrscht.

Die Idee mit dem Gestaltwandler ist großartig und ich fand die Erklärungen auch schön ausgearbeitet. Es hätte mir gefallen, wenn die Gestaltwandlerthematik nicht so sehr von der dramatischen Liebesgeschichte überdeckt worden wäre.

Denn einem Drama folgt dem nächsten und das hat für mich die Spannung arg beeinflusst.

Lese Spaß

„Am Abgrund des Himmels“ bot mir zu nächst ein gutes Lesevergnügen mit kleineren Mängeln.

Zum Beispiel in Gestalt von Grace, der wohl widersprüchlichsten Figur des ganzen Buches.

Einerseits macht sie deutlich, dass sie von Nick nichts möchte, weil sie die schrecklichen Erlebnisse mit ihrem Exfreund noch nicht ganz verarbeitet hat, was ich absolut verstehen kann. Allerdings schwärmt sie nur Sekunden später davon, wie gut Nick ausschaut. Das wiederholt sich oft. Dann haben mir ihre Unsicherheiten sehr zu schaffen gemacht. Es vergeht kaum einen Augenblick, in dem sie nicht in Zweifel verfällt. Sie lässt sich zusätzlich auch schnell einschüchtern und mir fällt es schwer zu glauben, dass das alles ein Ergebnis durch Bens Einfluss ist, zumal Lillie ihr oft in den Hintern tritt und ihr klar macht, dass sie Dauertrübsal nicht duldet. Schwer vorstellbar, dass Grace mal unbeschwert und selbstbewusst gewesen ist.

Bei den ganzen Grace Päckchen schreiten sie und Nick in ihrer Beziehung zu schnell voran.

Spannung kommt auf, als Grace Besuch aus Sidney bekommt und er ihr Leben mit Nick beeinflussen möchte. Wie stark der Einfluss gewesen ist, macht Grace damit deutlich, dass sie tatsächlich gefühlstechnisch verwirrt ist. Ein guter Aufhänger für Konflikte.

Leider wurde ich das Gefühl nicht los, dass die Autorin immer noch einen draufsetzen wollte, allerdings diese Handlungen nicht zu Ende, geführt hat. Denn in diesem Zusammenhang kommt es zu einer Straftat, bei deren Ende der Täter in der Versenkung verschwindet und allenfalls als Randnotiz auftaucht.

Doch wie bereits erwähnt, das waren Mängel, die mir aufgefallen sind, mir aber nicht meinen Lesespaß verderben konnten. Erst als der Konflikt in Sachen Liebe zwischen Gestaltwandler Nick und normale Grace ihren Höhepunkt erreichte, bin ich schwer enttäuscht worden.

Denn Nick den ich bis dahin für einen klugen jungen 18-Jährigen gehalten habe, lässt sich wirklich zu einer kopflosen unüberlegten Trotzreaktion hinreißen, die von vornherein nur gefährlich und dumm sein kann.

Hier zeigt sich für mich ganz deutlich, dass die Autorin zu viel gewollt hat und nicht zu Ende gedacht hat. Drama pur und ich finde die Botschaft, auch wenn sich hinterher alles auflöst, äußerst bedenklich.

Fazit

„Am Abgrund des Himmels“ bietet eine tolle Idee mit dem Gestaltwandlerthema und mit der Liebesgeschichte, die viel von der Dramatik von Romeo und Julia mit sich bringt. Vielleicht schon etwas zu viel, da sie viel Platz einnimmt und den Gestaltwandler zur Nebenfigur macht. Der stetige Perspektiv Wechsel zwischen Nick und Grace hat mir gefallen, denn dadurch lernt man die Charaktere gut kennen, außerdem las sich das Buch recht schnell. Schade, das vor allem bei Grace die Unsicherheiten alles von ihr dirigieren, das machte sie oft anstrengend und zu einer kleinen Drama-Queen. Einer Szene in der viel passiert, folgt der nächsten, wirkt allerdings auch oft nicht durchdacht und gerade der Schlussakt hat mich aufgeregt, da darin zu viel Leichtsinniges und unüberlegtes aus einer Trotzreaktion heraus geschieht, die ich sehr bedenklich fand. Deshalb gebe ich 3 Sterne.


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samenspende, familie, suche, spermaspender, gefühlschaos

No. 9677 oder Wie mein Vater an fünf Kinder von sechs Frauen kam

Natasha Friend , Jessika Komina , Sandra Knuffinke
Fester Einband
Erschienen bei Magellan, 13.07.2017
ISBN 9783734850295
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zwischen den Seiten

"No. 9677 oder wie mein Vater an Fünf Kindern von Sechs Frauen kam" hat mich während der Präsentation auf der Leipziger Buchmesse neugierig gemacht, denn ich habe noch nie darüber nachgedacht, wie es wohl ist, wenn man ein "Reagenzglas Baby" ist.

Für Hollis, aus deren Perspektive ein Teil der Handlung erzählt wird, ist die Antwort eindeutig: sie findet es bescheuert. Sie hat eine große Wut auf ihren "Vater", aber auch auf ihre Mutter. In Hollis schwellen viele Emotionen, die alle glaubwürdig sind und die im Verlauf eine Entwicklung erleben, von der wohl Hollis am meisten überrascht wird.

Milo, der die zweite Perspektive innehat, aus der die Handlung erzählt wird, möchte seinen Vater kennenlernen, um mehr über dessen Krankengeschichte zu erfahren, weil Milo leider viele Allergien hat, die ihn sehr einschränken. Ihm ist das Buch zu verdanken, da er sich zunächst auf die Suche nach weiteren Geschwistern macht. Bei Hollis fängt er an.

Milo ist der Grund, weshalb Hollis oft über ihren Schatten springt und dabei ganz neue Seiten an sich entdeckt, beziehungsweise sich mit ihren eigenen Problemen auseinandersetzt.

Hollis und Milo sind die Hauptfiguren von "No. 9677". Neben den beiden werden auch ihre Mütter dargestellt. Die beiden Halbgeschwister teilen sich nicht nur zur Hälfte die DNA, auch ihr Familienmodel ähnelt sich sehr.

Milo bringt seinen besten Freund JJ mit in die Runde, für mich wurde JJ unverzichtbar, da er mit seiner Art Schwung in die Handlung brachte und sowohl Milo als auch Hollis gelegentlich zum Umdenken bewegt.

Ich fand es gut, dass die Autorin Natasha Friend sich nur auf Hollis und Milo als Erzählperspektive festgelegt hat und nicht auch den restlichen "No 9677" Kindern Kapitel eingeräumt hat, so habe ich nie den Überblick verloren und habe trotzdem alle Figuren ausreichend kennenlernt.

Die Frage, wer denn nun Samenspender "No. 9677" ist und vor allem was er für ein Mensch ist, war mein roter Faden und erst hat mich der Schluss vollkommen überrumpelt und beinahe unzufrieden zurück gelassen. Allerdings mit etwas Abstand betrachtet, ist dieses Ende vollkommen in Ordnung, denn es spiegelt die Entwicklung der Figuren wieder und macht deutlich, dass Familie das ist, was man daraus macht.

Lese Spaß

Mein Einstieg in "No. 9677" war etwas schwierig und holprig, was aber zum großen Teil an mir lag, weil ich zu unruhig gewesen bin. Ich habe mich auch von Milos Mum Frankie reizen und ärgern lassen. Denn Frankie ist überhaupt nicht begeistert, dass Milo seinen Samenspender ausfindig machen möchte. Sie motzt deshalb oft herum und ja ich verstehe ihre Ängste und Sorgen vollkommen. Trotzdem hat sie mich als Helikopter Mum auch genervt.

Erst durch JJ, Milos total unkomplizierter und lustiger bester Freund habe ich einen Zugang zu "No. 9677“... aufbauen können und konnte flüssig lesen.

Fazit

Mit "No 9677 oder wie mein Vater an fünf Kinder von sechs Frauen kam“, erlebte ich ein für mich komplett neues Thema – Babys aus dem Reagenzglas. Milo und Hollis sind zwei davon, und während die eine zunächst kategorisch alles ablehnt, was mit ihrem Vater zu tun hat, ist Milo total neugierig und euphorisch. Das Leben der beiden ändert sich Stück für Stück. Mir hat vor allem gefallen, dass es mit Hollis und Milo nur zwei Erzählperspektiven gibt, denn das hält den Überblick konstant und wirkt sich auch positiv auf den Lesefluss aus. Nach kleinen Startschwierigkeiten und anecken mit Mum Frankie habe ich gut in die Geschichte gefunden und wurde am Ende sogar unerwartet überrascht. 4 Sterne.


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182 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 53 Rezensionen

siamesische zwillinge, zwillinge, familie, jugendbuch, usa

Eins

Sarah Crossan , Cordula Setsman
Fester Einband: 424 Seiten
Erschienen bei mixtvision, 29.01.2016
ISBN 9783958540576
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zwischen den Seiten

"Eins" von Sarah Crossan, ist mein bislang außergewöhnlichstes Buch und wurde mir von meiner Buchhändlerin ans Herz gelegt.

Tippi und Grace sind 16 Jahre alt und siamesische Zwillinge, die von der Hüfte abwärts miteinander verbunden sind.

Das bestimmt die Richtung, in die das Buch gehen wird und ist doch so viel mehr, denn ganz schnell vergaß ich die Behinderung der beiden. Sah sie als eigenständige Persönlichkeiten und doch wieder als Ganzes.
Der Alltag der beiden Mädchen ist stellenweise so normal, was natürlich ist, denn die beiden ticken wie andere Teenager auch. Tippi und Grace haben noch eine weitere Schwester (jünger), die alle nur liebevoll Dragon rufen.

Bislang wurden die Zwillinge zuhause unterrichtet, weil ihre Eltern ihnen einen sicheren Ort schaffen wollten. Denn sobald sie unterwegs sind, werden Grace und Tippi angestarrt, ungewollt gefilmt oder beschimpft.

Dieses menschliche Verhalten ist beschämend und verletzend. Ihre Einzigartigkeit wird irgendwann immer ein Thema.

Aktuell ändert sich die Schulsituation, da die Schwestern nun auf eine Schule gehen sollen.

Hier erleben sie das was sie schon kennen und was, für unsensible Menschen wohl normal ist. Sie finden jedoch auch Freundschaft, Abenteuerlust und Schmetterlinge im Bauch.

„Unsere Gespräche sind absolut schwachsinnig und als es schließlich klingelt, beginne ich mich zu fragen: Haben wir da etwa zwei Freunde gefunden?“ Seite 69 Grace

Grace übernimmt die Erzählung und legt so viel Wünsche, Träume und Emotionen hinein, das Tränen oder Gänsehaut bei mir nie zu kurz kamen.

Lese Spaß

Die Autorin Sarah Crossan hat eine besondere Form für den Text gewählt, denn es ist kein Fließtext, sondern in der optischen Form eines Gedichts, nur dass es sich nicht reimt.

Zuerst dachte ich, dass durch diese doch oft kurze Form es mir nicht gelingen wird, ganz tief in die Geschichte einzudringen.

Ich wurde eines Besseren belehrt, jetzt am Schluss, diese Form ist perfekt gewählt. Die Handlung traf mich intensiv.

Mir sind Tippi und Grace ans Herz gewachsen und fast bin ich traurig, dass ich durch die Seiten gerast bin. Doch es ging auch zum Teil nicht anders.

Fazit

"Eins" besticht durch eine sehr gut gewählte kurze Erzählung, die einem intensiv mitreißt. Bei mir wechselten sich Gänsehaut und Tränen mit einer starken Lebensfreude ab. Denn so einzigartig Tippi und Grace auch sind, so besonders und normal sind sie auch. Junge Mädchen mit ganz bekannten Wünschen und Träume. "Eins" zeigt, es gibt kein Anders, sondern nur ein Besonders. 5 Sterne.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Im Zweifel tue nichts

Fleur Ferris , Michael Koseler , INIT - Büro für Gestaltung
Flexibler Einband
Erschienen bei Beltz, J, 10.07.2017
ISBN 9783407822956
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zwischen den Seiten

Gefährliche Internetbekanntschaften

Sierra gehört zu den Mädchen, die der Mittelpunkt von allem sind: präsent, aktiv, lebenslustig und sorglos.

Eventuelle Konsequenzen für sich oder ihre Freunde wägt sie vorab nicht ab, deshalb sind Taylor und die anderen zunächst auch sauer auf Sierra, als sie nach einer heimlichen Verabredung nicht wie abgemacht auftaucht.

Sierra hat im Internet einen Jungen kennengelernt, der die gleichen Interessen teilt, an denselben Tagen auf denselben Events wie Sierra gewesen ist. Das ist perfekt und Sierra, sie verliebt sich Hals über Kopf in ihn.

Die Emotionen spielen in "Im Zweifel tue nichts" eine zentrale Rolle. Es ist nur verständlich, dass Taylor genervt und eifersüchtig auf ihre beste Freundin ist, denn ein bisschen wird sie von ihr überstrahlt.

Doch schnell lösen Angst, Hilflosigkeit, Hoffnung, Wut und Trauer dieses Gefühl ab.

Als nämlich Sierras nicht auftauchen zu einem Fall für die Polizei wird, wird Taylor schlagartig bewusst, dass die Lage ernst ist. Sie macht sich große Vorwürfe und verspürt eine ganz schreckliche Angst um Sierra, die sich sofort auch bei mir ausgebreitet hat. Rasend schnell und kaum bewusst stellt man sich den Fragen der Ermittler, beinahe hilflos schaut man dabei zu, wie jedes Geständnis, die Mama von Sierra immer mehr zerstört. Während man immer die Hoffnung hat, dass Sierra wieder auftaucht.

Lese Spaß

Das Hoffen, Bangen, die eigenen Vorwürfe und die Anklage von Sierras Mutter haben nicht nur Taylor zugesetzt, sondern auch mir.

"Im Zweifel tue nichts" ist von seiner Seitenzahl recht dünn und als Vielleserin hätte ich das Buch schnell geschafft, aber ich konnte und wollte nicht. Denn alles, was darin passiert war, mir zu jeder Zeit präsent, so dass ich das Buch bewusst in Portionen gelesen habe.

Nicht nur einmal hatte ich Tränen in den Augen, mein eigener Wunsch, dass Sierra mit einem Lächeln und einem lockeren Spruch zurückkommt, übermächtig.

"Ich habe mir gewünscht, sie zu sein, und jetzt bin ich froh, es nicht zu sein." - Taylor Seite 113

Auch diese Gefühle und Gedanken gehören dazu.

Ich habe mich bewusst dafür entschieden, nur auf die Gefühle einzugehen und nicht auf den weiteren Handlungsverlauf, denn das geht nicht, ohne zu viel zu verraten.

Ich finde das Buch absolut lesenswert, weil es helfen kann, gerade im Internet mit Bedacht unterwegs zu sein.

Fazit

"Im Zweifel tue nichts" war für mich als emotionaler Mensch nicht einfach zu lesen, die Stimmungen habe ich in mir aufgenommen und mich mitreißen lassen. Ganz oft fühlte ich mich schrecklich und fassungslos, Tränen während des Lesens in der Öffentlichkeit inklusive. Dennoch ist "Im Zweifel tue nichts" auch ein wichtiges Buch, dass vielleicht jüngeren Lesern als Rat dient, im Internet vorsichtig zu sein, denn es ist so leicht, jemanden zu täuschen. 5 Sterne.
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134 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 42 Rezensionen

gefühle, fantasy, liebe, kelsey sutton, fear

Winterseele - Kissed by Fear

Kelsey Sutton , Ursula Held
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 19.04.2017
ISBN 9783473585083
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zwischen den Seiten

Unsere Emotionen wie Schuld, Angst, Wut oder Freude in Menschengestalt, das fand ich schon ziemlich spannend und genau darum geht es in Winterseele. Die 17-jährige Elizabeth hat diese Gabe und einige der Emotionen reden mit Elizabeth, zum Beispiel Fear, der die Angst symbolisiert und hier als Mann auftritt.

Im Englischen ist es mit dem Artikel „the“ egal ob es sich um ein weibliches oder männliches Objekt handelt, im Deutschen wäre Angst mit "die" weiblich. Ich vermute, weil Fear bewusst als Mann gilt, ist er die einzige Emotion die seinen englischen Namen in der Übersetzung behalten hat.

Fear besucht Elizabeth regelmäßig, denn sie fasziniert ihn, da sie ihn und die anderen sehen kann, selbst aber keine Gefühle zeigen kann.

Um ihr doch noch Angst einzujagen, erschafft er Illusionen, nur bleiben diese wirkungslos. Denn wo Gefühle sein sollten, spürt Elizabeth eine Leere in sich.

Leider macht der Mangel an Gefühlen Elizabeth zur Außenseiterin, denn die Menschen spüren und sehen das sie anders ist, obwohl Elizabeth versucht sich anzupassen.

Es gibt nur wenige Menschen, die Elizabeth trotzdem als Menschen wahrnehmen und ihr freundlich gegenübertreten, der Rest grenzt sie äußerst heftig aus.

"Joshua ist einfach und kompliziert, direkt und nachdenklich, eifrig und geduldig." - Elizabeth Seite 127

Genau wie Fear möchte Joshua ihr helfen, ihre Gefühle zurückzubekommen. Dabei muss der arme Kerl einiges aushalten. Mir hat er total gefallen.

Elizabeth mochte ich, auch wenn ihr das schwer fällt zu glauben, dass jemand sie um ihretwillen mögen, kann.

"Aber ich habe immer gewusst, dass du anders bist. Und es war mir egal. Verstehst du? Es ist mir egal. Du bist Elizabeth. Und du bist jemand, egal was du denkst oder sagst." – Joshua Seite 198

Es ist erstaunlich, wie sich die Gefühllosigkeit einer Ich-Erzählerin auf den Ton der Geschichte auswirkt. Die Handlung steigt sofort in einer Szene mit Fear und Elizabeth ein. Die Hintergründe werden Stück für Stück preisgegeben.

Genau von diesem distanzierten, knappen Ton wurde ich angezogen, er macht Elizabeths Geschichte zu einem Suchtmittel.

Die Antworten, die sie gemeinsam mit Fear sucht, bringen sie in Gefahr und es bleibt bis zum Schluss spannend.

Lese Spaß

Obwohl von "Winterseele" eine so starke Anziehungskraft ausging und ich das Buch schnell auslesen hätte können, habe ich es nicht getan, denn die Geschichte ist teilweise krass.

Elizabeth wächst in einer komplizierten Familie heran. Von der Mutter gefürchtet, immer wieder geistern Sätze wie "Du bist nicht meine Tochter" (dabei sieht Elisabeth ihr ähnlich: groß, schlank, blond und blauäugig) durch die Seiten und vom Vater gehasst. Außerdem verprügelt der Vater, Mutter und Tochter regelmäßig.

Diese Szenen vor allem direkt bei Elizabeth zu erleben ging mir an die Substanz, Elizabeth beschreibt sie als würde sie nur zur Zuschauerin degradiert werden. Doch bei mir kamen Zorn und Wut an.

Selbst in der Schule gehen diese harten Behandlungen durch Mitschüler weiter.

Warum tut keiner was? Warum bleibt Elizabeth nur so stur, ja schon beinahe beratungsresistent und wehrt sich nicht?

Wo bei ihr zu wenig Gefühle sind, prasselten meine auf mich ein. Deshalb auch die kleinen Lesepausen zwischen drin. Ich wäre sonst an "Winterseele" kaputtgegangen.

Von der Umsetzung und der Idee war ich begeistert, nur die Auflösung und die Erklärung gegen Ende haben mich dann doch etwas verwirrt, für meinen Geschmack war es zu fantastisch. Doch das nur am Rande, ansonsten ist dieser Einzelband von der erzeugten Stimmung große Klasse.

Fazit

Emotionen in Menschengestalt ein spannendes Thema und sehr gut umgesetzt. Zumal Protagonistin Elizabeth die Stimmungen sieht, selbst aber nichts fühlen kann. Das unterscheidet sie spürbar von ihren Mitmenschen, grenzt sie aus und macht sie angreifbar für Übergriffe. Diese Distanz setzt sich auch im Schreibstil um, dadurch wurde die Geschichte nur anziehender und eindringlicher. Vor allem wegen der Gewaltszenen rate ich dazu kleine Pausen zu machen. Denn wo Elizabeth zu wenig Gefühle zeigen kann, können es bei den Lesern zu viele werden. Die Spannung bleibt überwiegend konstant, da das Buch seine Geheimnisse lange für sich behält. Gegen Ende strauchelt die Handlung etwas, wirkt verwirrend und zu fantastisch für meinen Geschmack. Trotzdem eine klare Leseempfehlung 4 Sterne.


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188 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

liebe, liebesroman, hamburg, liebeskummer, petra hülsmann

Hummeln im Herzen

Petra Hülsmann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 23.09.2016
ISBN 9783404175840
Genre: Romane

Rezension:

Zwischen den Seiten

Lena ist 29 Jahre kurz vor ihrem 30. Geburtstag, hat alles erreicht einen soliden Job, in wenigen Tagen bald Ehefrau von Simon, einen aufstrebenden Rechtsanwalt und dann wusch alles weg, Job und Mann. Einfach abserviert, ausrangiert. Plötzlich steht Lena gestrandet in der WG ihres großen Bruders, Michel seiner Freundin Juli (auch beste Freundin von Lena) und seinen besten Freund Ben.

Damit wird es mega turbulent und lustig um Superchaot Tollpatsch Lena, die nämlich scheinbar nichts auf die Reihe bekommt und kein Fettnäpfchen auslässt.

Von nun möchte Lena das komplette Gegenteil aus sich machen: Beruflich erfolgreich, sexy und den neuen perfekten Traummann finden.

Dabei sind es vor allem ihre Macken und Schwächen, die Lena so liebenswert machen. Zum Beispiel: Lenas stark ausgeprägter Putzfimmel hat auch bei mir nicht haltgemacht, nach dem ich mit dem Lesen fertig gewesen bin, musste ich erst mal meine Wohnung putzen.

In den nächsten Wochen und Monaten erlebt Lena so einiges, lernt einen brummigen Buchhändler kennen, einen übereifrigen Schriftsteller, bei dem sich Lena total verbiegt und sie entdeckt an dem besten Freund vom großen Bruder ganz neue Seiten.

Autorin Petra Hülsmann kreiert mit ihren Figuren zusammen eine heile, gute Laune Welt und siedelt diese in Hamburg an. Es gibt auch keine großen Dramen, aber das brauche ich nicht immer. Es sind auch keine überraschenden Wendungen zu erwarten, was vollkommen in Ordnung ist.

Ich habe mich auf Anhieb in die Figuren verliebt und konnte nicht mehr aufhören zu lesen, sodass ich mit "Hummeln im Herzen" schnell fertig. Ein richtiger Page Turner.

Da ich zuerst "Glück ist, wenn man trotzdem liebt" gelesen habe, kannte ich Taxifahrer und Hamburger Original Knut bereits, hat mich sehr gefreut, ihn wieder zu treffen.

Vielleicht taucht er ja dann auch in anderen Büchern auf und verbindet, die sonst in sich abgeschlossenen Geschichten miteinander.

Lena trägt ihr Herz auf der Zunge und neigt zu Kurzschluss Aktionen, die für sie selbst nicht immer lustig sind, dafür für mich als Leserin im Sinne von Schadenfreude ist die schönste Freude, immer lesenswerter waren. Sie ist nicht auf den Kopf gefallen, manchmal hat sie nur tellergroße Tomaten auf den Augen, anders kann ich mir die Sache mit ihrem Schriftsteller nicht erklären oder war das geringe Selbstvertrauen daran maßgeblich beteiligt?

Schöner und ehrlicher fühlen sich dagegen, die Szenen an wo es nur um Ben und Lena geht. Da knistert die Luft und fliegen die Fetzen, alles wohl dosiert, dass es manchmal zum Zähneknirschen war. Einfach, weil ich nach mehr lechzte, aber es nicht immer bekam.

"Hummeln im Herzen" gehört zu den Büchern bei denen ich schon beim Klappentext weiß, wie das Ende sein wird, denn genau das möchte ich haben. Daher bin ich natürlich mit dem Ausgang der Geschichte mehr als nur zufrieden.


Lese Spaß

"Glück ist, wenn man trotzdem liebt" mit Isabelle und Jens im vergangenen Sommer, hat mich ja schon begeistert, weil da einfach gute Laune und ein Happy End drinsteckte und nun auch "Hummeln im Herzen" wo das gleiche Konzept funktioniert. „Hummeln im Herzen“ ist hier eigentlich der erste Roman von Autorin Petra Hülsmann.

Ich liebe es, wenn Liebesgeschichten, mit Humor und einen nur kleine Prise Drama am Ende das Happyend beinhalten. Oder wenn, die Figuren anfänglich sich noch in die Wolle bekommen und ich als Leserin dem großen Finale entgegenfiebere.

In diesem Sinne haben mich Lena und Ben bestens unterhalten und alles richtiggemacht.

Für mich zählt auch "Hummeln im Herzen" zu den gute Laune-Romance Bücher die den Sommer noch sommerlicher machen.

Fazit

"Hummeln im Herzen" bringt mich zum Strahlen und bescherte mir mit einen chaotisch, tollpatschigen Lena viele Lacher und im Zusammenspiel mit Ben einige Kribblige romantische Seufzer. Hamburg als Setting kommt gut rüber, so dass ich mich nach dem zweiten Petra Hülsmann Roman schon sehr auf meinen ersten Hamburg Besuch freue. Für mich gibt es für diesen kurzweiligen Roman 5 Sterne.


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sommer, leserunde, drachenmond, ewig, 5

Ewig und ein Sommer

Kerstin Arbogast
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 06.03.2017
ISBN 9783959911177
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zwischen den Seiten

Der Sommer steht vor der Tür, in „Ewig und ein Sommer“, ist er die Materie, die alles umgibt und durchdringt. Da kommen beim Lesen Sonne und gute Laune auf, für ein weiteres Summerfeeling liefert Autorin Kerstin Arbogast eine Playlist mit, die zum Teil richtig schräge Lieder beinhaltet, die ich so nie erwartet hätte. Die meisten Lieder passen gut zu der 18-jährigen Sophie, die ebenfalls außergewöhnlich ist.
Sophie ist immer gut gelaunt, mega sympathisch, eben auch weil ich ihre crazy liebenswerte Art nie unnatürlich oder aufgesetzt fand. Für mich betritt Sophie ein Raum und fällt auf jeden Fall auf, sie ist jemand, mit goldenen Herzen, der andere super gerne zum Lachen bringt und dazu, dass sie aus sich heraus kommen. Ihr Kleidungsstil ist ebenfalls auffällig, kreuz und quer, bunt gemischt.
"Als ob sich Doris Day und Ernie und Bert in der Grabbelkiste auf dem Flohmarkt in die Haare gekriegt hätten." - Konrad S. 16

Sophie hat für mich ganz viel von Pippi Langstrumpf und macht sich die Welt ganz so, wie es ihr gefällt. Ihre positive Art ist ansteckend, vor allem für Konrad, der zunächst wie das komplette Sophie Gegenteil wirkt: verschlossen, skeptisch und zurückhaltend. Dadurch, dass sowohl Sophie als auch Konrad die Ich-Erzähler sind, erfährt man als Leser schnell, was die Gründe für Konrads Verhalten sind. Konrads Probleme leiten ihn zwar, bestimmen zum Glück aber nicht weitesgehend die Handlung. Manchmal habe ich sie sogar vergessen, weil einfach so viel Tolles und Aufregendes geschieht und ich in dem Moment gelebt habe.

Anfangs stellt sich Konrad gegenüber Sophie quer, sie ist ihm lässig und er wünscht sich nur, dass das gemeinsame Schulprojekt schnell vorübergeht. Sophie anschließend aus seinem Leben verschwindet und ihn sich selbst überlässt. Sich, seinen Problemen, der Lustlosigkeit und allem, was Konrad gerade sonst so plagt. Augenscheinlich ein richtiger Miesepeter, der gegen gute Laune immun zu sein scheint. Doch Sophie ist eine Supermacht, gegen die Konrad nicht lange standhalten wird. Und das ist auch gut so, denn Super-Sophie, tut ihm gut und er zeigt, dass ein wundervoller junger Mann in ihm schlummert, der es sogar gelegentlich mit Sophies Überraschungsmomenten aufnehmen kann.

Konrad und Sophie passen perfekt zueinander, auch wenn hier die Liebe gar nicht im Vordergrund steht, da Sophie glaubt, auf ihrer Familie läge ein Fluch; der es ihr nicht erlaubt, das Glück in der Liebe zu einem Jungen zu finden. Weil ihre Oma Ursel und ihre Mutter Sanne, ebenfalls kein glückliches Händchen mit den Männern hatten. Dass einzige männliche Wesen, das im Arendt Haushalt lebt, ist Sophies heiß und innig geliebter Rauhaardackel Whisky. Auch Konrad glaubt nicht mehr an die große Liebe. Aber das müssen beide auch nicht, denn ihre Sommerferien funktionieren auch ganz gut mit der Freundschaft.
Einfach zu machen, wozu man Lust hat, ohne sich dabei nach der Meinung anderer zu richten, ist das Herzstück von "Ewig und ein Sommer". Nie geschieht etwas Gefährliches oder mit böser Absicht das anderen schaden kann.
Was ist schon dabei, wenn man in der Öffentlichkeit lauthals Schlager singt oder ausländische Telenovela kurzerhand in Eigenregie synchronisiert? Erlaubt ist was gefällt und so wird jeder Ferientag auch immer zur guten Laune.
Lese Spaß

Bunt, herzlich, warm, aktiv, Sommer und pastellene Farben das sind die Worte, die mir einfallen, wenn ich an "Ewig und ein Sommer" denke. Gute Laune und ein gemütliches Wohlfühlgefühl führen die Emotionen während des Lesens an. Es sind die Figuren und die transportierte Stimmung, die das Buch zu einem absoluten schönen sommerlichen Jugendroman machen. Die Arendt Frauen sind zum Lachen und viel zu oft zum Knutschen, der einzige "Mann" im Arendt Haushalt, Rauhaardackel Whisky einfach nur zum Knuddeln.

Diese Natürlichkeit im Schreibstil und in den Stimmen der Erzählstimmen von Sophie und Konrad habe ich vor allem in dem einen besonderen Moment zwischen Sophie und Konrad sehr genossen, vor allem auch, weil dieser Moment aus Konrads Perspektive geschildert wurde. Eine unverkrampfte, gelöste Stimmung, die den Moment bestimmt ganz ohne Perfektion einfängt.

Außerdem hat es mich riesig gefreut, dass Kerstin Arbogast mit Konrad eine Figur entwickelt hat, die ganz und gar ohne Bad Boy Image funktioniert und beweist, dass auch die lieben, netten Jungs Brausepulverbauchgefühle bei den Mädels hervorrufen können. Ich bin verknallt in Konrad, den Jungen mit dem Wuschelhaar und der Nerdbrille.
Einen kleinen Kritikpunkt habe ich trotzdem: Dass Konrad ein paar Schwierigkeiten hat, erfährt man recht schnell und ich dachte mir, dass diese Probleme noch einmal zum Thema werden. Was an sich nicht der Punkt gewesen ist. Ich finde nur, dass dieser Konflikt viel zu spät rangekommen ist, da waren nicht mehr viele Seiten von dem Buch übrig, dementsprechend schnell wurde mir das Ende (mit dem ich leben konnte) herbeigeführt.

Fazit

"Ewig und ein Sommer" ist ein großartiger Jugendroman, der Lust auf den Sommer macht, vor allem auf einen unbeschwerten Sommer so, wie ihn viele in der Kindheit hatten. Die Protagonisten sind herzallerliebst, ganz vorne dabei die verrückte Art von Sophie, die für mich immer etwas von Pippi Langstrumpf hatte und sich die Welt so macht, wie sie ihr gefällt. Oder auch Konrad, der zeigt, dass auch die lieben Jungs garantiert Brausepulverglücksmomente erzeugen können. Also schnappt euch dieses Buch und genießt einen wundervollen Sommer, aber bitte mit viel Sahne. 4 Sterne

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liebe, affäre, contemporary, freundschaft, amerika

Liebe ist wie Drachensteigen

Ashley Herring Blake , Birgit Salzmann
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Magellan, 18.01.2017
ISBN 9783734850240
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zwischen den Seiten

Wenn die Fehler der Eltern das Leben der Kinder bestimmen, wird es kompliziert, vor allem wenn eines der Kinder mehr darüber weiß, als das andere. Es ist eine vertrackte Situation in der sich Sam und Hadley befinden, als sie sich kennenlernen und sich erste Gefühle entwickeln.
"Liebe ist wie Drachensteigen" ist ein Meer der Emotionen und ein Sehnen nach Normalität und Liebe. Sam und Hadley, beide sind abwechselnd Ich-Erzähler, bringen ihre eigenen Gefühle und den ganzen Schmerz rüber. Es ist herzerwärmend wie beide eigentlich nicht wollen, jedoch nicht anders können, als miteinander Zeit zu verbringen. Zu lächeln, zu Herzpochend und sich einfach nur gut zu tun. Auch wenn das Wissen, welches Sam auf sich genommen hat, ihn zusehends erdrückt.

Unterstützt werden die beiden von wundervollen Begleitern, Livy, Sams jüngere Schwester, Kat, Hadleys beste Freundin und Ajay, Sams bester Freund. Die Drei tragen ebenfalls etwas zur Entwicklung von Sam und Hadley bei.

Nur die Rollen der Eltern habe ich nicht ganz nachvollziehen können, da sind mir zu viele Anschuldigungen und Zurechtweisungen im Spiel gewesen, die wenn ich auch ein wenig Verständnis für sie hatte, sie im Großen und Ganzen nicht nachvollziehen konnte. Denn bei all dem Stress und Streit vergaßen sie, für mich ihre eigenen Kinder.

Lesespaß

Eine bessere Gemeinsamkeit als Shakespeare hätte Autorin Ashley Herring Blake für Hadley und Sam nicht wählen können, denn vom Drama haben beide einiges mit einigen seiner Werke gemeinsam. Wie die scheinbar ausweglose Liebe zweier Kinder verfeindeter (zerstrittener) Familien zueinander.

Ob nun Sam oder Hadley an der Reihe waren, ich habe mit jedem von ihnen mitgefühlt. Wie viel angestaute Emotionen in ihnen köcheln und wie viel Verantwortungsbewusstsein gerade in Sam gegenüber Livy steckte.

Eigentlich war ich während des Lesens hin und her gerissen, zwischen der kribbligen Kernlernphase zwischen Sam und Hadley und dem großen Knall, der unweigerlich folgen musste, sobald Hadley die ganze Wahrheit erfährt. Dass die Wahrheit am Schluss doch eine etwas andere gewesen ist, hat mich überrascht und mir ergriffene Seufzer eingebracht.


Fazit

"Liebe ist wie Drachensteigen" ist eine berührende Liebesgeschichte zweier Teenager, deren gesamtes bisheriges Familienleben aufgrund einer Entdeckung zur Lüge wandelte. Hadley und Sam haben sich unabhängig voneinander, von ihren Eltern entfremdet und jeder von ihnen hat einen eigenen Weg gefunden, damit umzugehen. Bis sie einander zufällig über den Weg laufen und sich selbst ineinander verlieben. "Liebe ist wie Drachensteigen" ist eine ganz wunderbare Geschichte über Liebe, Familie, Schuld und Wut, die am Ende mit einer kleinen Hoffnung belohnt. 5 Sterne.

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

humor, liebe, rezension, freundschaft, highschool

Überlieben in 10 Schritten

Rachel McIntyre , Jessika Komina , Sandra Knuffinke
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Magellan, 18.01.2017
ISBN 9783734850141
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der zufällige Satz

„So viel hatte ich jedenfalls gelernt: Alter, Geschlecht, IQ, Persönlichkeit – alles es gab kein typisches Muster. Wenn so was jemanden wie Ayeshas Mum passieren konnte, dann konnte es jeden treffen.“ – Daisy Seite 42

Zwischen den Seiten

Freundschaft, die erste Liebe, Trennung und Neuanfang so in etwa sieht das Leben von Daisy im Moment aus. Nachdem sich Daisy von Matt ihrem ersten Freund getrennt hat, möchte sie gerne neu anfangen und wechselt dafür aufs College. Wo sie Toby kennenlernt. Toby ist supercharmant, Sorte "Warum sollte, sich ausgerechnet, ein solcher Beauty für mich interessieren" Junge. Daisy kann ihr Glück kaum fassen, allerdings weist ihr neuer Traumprinz, ernst zu nehmende Schönheitsmängel auf. "Überlieben in 10 Schritten" zeigt wie schnell, aus Zuneigung, Besessenheit werden kann.

Leseapaß

Die bunte, fröhliche, manchmal überdrehte Daisy macht "Überlieben in 10 Schritten" lebendig und Daisy vom Fleck weg sympathisch. Sie ist eine tolle Ich-Erzählerin. Mit ihren Freundinnen Alesha und Beth hat sie, dank einer langjährigen, erprobten 10 Regeln Liste ein genaues Bild von Liebe und Freundschaft. Diese 10 Regeln ziehen sich wie ein rotes Band durch die Handlung. Eine Übersicht dieser 10 Regeln findet sich am Buchende und rückblickend, meine ich die Handlung richtet sich tatsächlich an diese Regeln aus.

Alesha, Beth und Daisy sind das ABC der Freundschaften, sie halten immer zusammen, auch wenn sie unterschiedlicher Meinungen sind, vor allem wenn es um Jungs geht, getreu ihrer 7. Regel:

"Jungen mögen das Sahnehäubchen sein, aber Freundinnen sind der Kuchen."

Daisy ist selbstbewusst und unabhängig, hat eine Vorliebe für Vintage Mode, Prints und bunte, knallige Farbkombinationen. Toby hingegen ist ein gemeißelter, göttlicher Mädchentraum, wo er auftaucht, schlagen entzückte Mädchenherzen einige Oktaven höher. Dass er ausgerechnet Daisy ins Auge fasst und nicht etwa der schönen, zickigen Britany, lässt Daisy staunen, sie fühlt sie sich zu ihm hingezogen.

Alles ist perfekt, nur verhält sich Toby zunehmend merkwürdig. Möchte ständig wissen, wo sie ist oder wird schnell eifersüchtig. Dass so ein andauerndes Verhalten nicht normal sein kann, begreift Daisy schnell, auch wenn sie ihn oft noch vor anderen verteidigt.

Alles ist perfekt, nur verhält sich Toby zunehmend merkwürdig. Möchte ständig wissen, wo sie ist oder wird schnell eifersüchtig. Dass so ein andauerndes Verhalten nicht normal sein kann, begreift Daisy schnell, auch wenn sie ihn oft noch vor anderen verteidigt.

Von den drei Freundinnen wird am meisten auf Daisys Beziehung eingegangen, doch zusammengenommen steht jedes der drei Mädchen für einen Beziehungstyp, zum Beispiel die solide, die Beziehung die natürlich zum Scheitern verurteilt sein muss, weil sie ein Händchen für merkwürdige Männertypen hat und dann die "Aschenputtel trifft ihren Traumprinzen" Beziehung. Doch Achtung mit den Vorurteilen, nicht jedes muss sich bewahrheiten.

Fazit

Was am Anfang noch als aufmerksam und liebenswert gehalten werden kann, kann sich schnell belastend und kontrollierend anfühlen. In einer Beziehung sollten sich beide Partner wohlfühlen und entfalten können. Rachel McIntry greift dieses Thema in "Überlieben in 10 Schritten auf. Lässt ihrer Protagonistin Daisy genug Raum für Entscheidungen und lässt sie zum Glück sie auch weiterhin ihrem Charakter treu bleiben und das war mir ganz wichtig, dass sie trotz rosaroter Brille auch auf ihren Bauch und Verstand hören kann. 5 Sterne

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81 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 50 Rezensionen

teenager, familie, freunde, schule, zwei mütter

Mein Leben, mal eben

Nikola Huppertz
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 12.01.2017
ISBN 9783649669906
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Wenn Schreiben nämlich bedeutet, dass man etwas versteht, obwohl man es nicht versteht, weil man den Dingen Wörter gibt, UM sie zu verstehen, und wenn Verstehen bedeutet, dass alles immer noch mehr wehtut, als vorher, dann kann ich auch gut darauf verzichten.“ - Anouk Seite 129

Zwischen den Seiten

Von außen betrachtet hat Anouk ihren Platz im Leben gefunden, sie hat ihre Familie und sie hat ihre Hobbys, nur sind beides außergewöhnlich, denn welches 13-jährige Mädchen hört gerne Heavy Metal, wo das doch was für alte Männer ist und Pop doch so viel angesagter und leichter?

Anouk ist mal eben anders, sie nennt das das Unnormal Gen haben, ich nenne das aus der Masse hervorstechen und Persönlichkeit haben. Doch wie jeder Mensch sehnt sie sich nach Freundschaften und nach Akzeptanz. Anouk glaubt ganz fest daran, diesen Zielen näherzukommen, wenn sie sich den anderen anpasst, aber normal sein ist so eine Sache, wenn man ist, wie man ist und das lernt Anouk in "Mein Leben mal eben" auf besonderem Wege.

Lese Spaß

Auf den ersten Seiten habe ich mich mit Anouk schwergetan, denn ihre Gedanken sind alles andere als gradlinig. Sie hopst von der Gegenwart in ihren Memoiren in die Vergangenheit, zurück und dann manchmal komplett wo anders hin. Anouk nutzt dabei viele Klammern und ist einfallsreich, denn es gibt nicht nur diese Klammern () sondern auch diese [].

Nachdem ich mich an die Flunmi-Anouk gewöhnt hatte, konnte ich mit dem Lesen nicht mehr aufhören. Anouk ist nämlich mit 13 Jahren schon gefestigt. Natürlich hat die Pubertät sie ebenfalls im Griff und sie macht sich Gedanken um ihre Familienverhältnisse, darüber wie toll es wäre eine Freundin zu haben und wie gut die neue Mitschülerin Lore darein passen würde.

Anouk entwirft Pläne, alles soll sich nun ändern, sie wird eine neue Anouk und macht die Pläne ganz ohne ihre Mitmenschen, von denen einige noch ein Wörtchen mitreden werden.

Mir hat die Botschaft in "Mein Leben mal eben" richtig gut gefallen und ich finde sie wichtig, nicht nur für junge Leserinnen und Leser, sondern auch für uns älteren.

Fazit

Wenn man noch in die Schule geht und entweder aus keinem klassischen Familienmodell stammt oder ein ungewöhnliches Hobby hat, zu dick oder zu dünn ist oder, oder sehnt man sich danach wie die anderen zu sein. So geht es auch Anouk, obwohl sie bislang zufrieden mit allem gewesen ist, tritt sie nun in eine Phase in ihrem Leben ein, wo sie sich darüber ihre Gedanken macht, Pläne entwirft, die vielleicht funktionieren oder nach hinten losgehen. Man möchte Anouk einfach nur herzen und freut sich mit ihr, sobald sie die wichtigste Botschaft von "Mein Leben mal eben" begreift, und zwar ...

Nein bitte selber lesen. 5 Sterne.

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

manga, zwillinge, spiel, verrat, schule

Arisa, Band 1

Natsumi Ando , Cordelia von Teichman , Cordelia von Teichman
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 22.11.2010
ISBN 9783551782151
Genre: Comics

Rezension:

Zwischen den Bildern

Das doppelte Lottchen trifft auf Mystery.

Damit Tsubasa Arisa helfen kann, nimmt sie ihre Identität an. Sie macht sich auf die Suche nach dem Auslöser und wird mit der Macht des Glaubens und der Gemeinschaft konfrontiert.

Artwork

Die Zeichnerin Natsumi Ando setzt auf Schwarz und Glanzeffekte, um die Spannung dazustellen. Außerdem betont sie für die Emotionen die Augen der Charaktere stark. Lange oder auch kurze Haare zu zeichnen scheint ihr Spaß zu machen, solange die Strähnen einzeln detailliert herausgearbeitet werden. Mir gefällt das Artwork, denn es spiegelt die Spannung der Handlung gut wieder.

Lesespaß

Mich hat das Zwillingsthema gereizt, dass der einen Schwester etwas zustößt und die andere nun versucht herauszufinden, was es damit auf sich hat. Für eineiige Zwillinge kein Problem. Tsubasa ist eine tolle Heldin, die fast schon etwas burschikos, offen und temperamentvoll wirkt. Während ihre Schwester Arisa, mädchenhaft, zart, aber auch zurückhaltend und geheimnisvoll ist. Da ist es für Tsubasa nicht immer einfach ihre Schwester zu sein.

Allerdings erschrak mich diese bedingungslose Leichtgläubigkeit einer Gruppe an die Macht eines Einzelnen sehr. Ich bin gespannt, wie das noch weiter gehen wird und ob es Tsubasa gelingen wird, diese Sache aufzuhalten.

Fazit

"Arisa" ist mir damals wegen der spannenden Zwillingsthematik, in der der einen etwas zustößt und die andere Schwester die Identität tauscht, um eigene Nachforschungen zu betreiben, in die Finger gekommen. Die Reihe ist auf 12 Bänden angelegt und bereits im ersten Band gibt es erschreckende Hinweise, die zudem führen, was Arisa zugestoßen sind. Ein wunderschönes Artwork vereint sich mit einer spannenden Handlung 5 Sterne.

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verlust, gedächtnisverlust, autounfall, ich habe geweint, amnesie

Alles, was ich von mir weiß

Adele Griffin ,
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Magellan, 17.07.2015
ISBN 9783734850127
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Der erste Satz...



"Als ich vom Mittagessen zurückkam, hatten sie mein Zimmer leer geräumt." - Ember


Seite 7

"Alles was ich von mir weiß" ist Embers Spurensuche nach Erinnerungen. Nachdem sie nach einem schweren Verkehrsunfall nach Monaten Rehaklinik, endlich wieder nach Hause darf, beginnt die komplizierte Aufarbeitung. Denn Ember hat keine Erinnerungen an den Tag des Unfalls und an die Wochen davor.

Es ist zum Teil schwer für Ember ihren Alltag aufzunehmen, da ihr Körper nicht mehr derselbe ist, alte Träume müssen begraben werden, und die Eltern die sie gelegentlich wie ein rohes Ei behandeln.

Es sind Kleinigkeiten wie ein Satz, ein Gesicht oder ein Zeichen auf der Straße, die kleine Blitze in Ember auslösen und eine Erinnerung zurückbringen. Nicht immer leicht zu verarbeiten oder zu verstehen ist der Weg zurück auch eine Reise der Freundschaft, der Veränderung und dem Wandel.

Lese Spaß

Zum Thema des Autounfalls und dessen Folgen für Ember habe ich einen persönlicheren Bezug. Ich kenne jemanden, der so etwas selbst erleben musste und sich auch nicht mehr erinnern konnte. Die Gefühle die Ember in Bezug auf ihren mitgenommenen Körper beschreibt, haben mich deshalb noch mehr mitgenommen, weil es ähnliche Aussagen von meinem Bekannten gab.

Bei allem Mitgefühl für Ember, war sie mir aber oft zu anstrengend. Ember und ihr Exfreund Holden kommen sich wieder näher, Holden ist die Sorte Freund, die ihr Herzmädchen auf Händen tragen, immer zur Stelle ist, etwas romantisch verklärt und trotzdem sexy. Zeitgleich lernt Ember aber auch Kai kennen und auch hier sind Gefühle im Spiel. Sehr schnell intensiv und überzeugend. Es ist schon nachvollziehbar, dass Ember selbst nicht weiß, was sie möchte. Zumal da immer noch der junge Mann ist der mit Ember im Auto saß und dessen Präsenz ihr immer wieder begegnet.

Ember hat mich herausgefordert, da ich für klare Verhältnisse bin und nicht immer derselben Meinung mit ihr gewesen bin, war es zwischenzeitlich schwierig weiter zu lesen. Ich mochte es gar nicht, als sie wiederholt ihre beste Freundin und ihre Eltern vor den Kopf stößt und nicht versteht, dass sie sich auch nur um sie sorgen.

Immer stellt sich Ember in den Mittelpunkt, möchte das die anderen ihr den Freiraum geben, versteht aber selbst nicht, dass der Unfall an ihrer Umgebung selbst nicht spurlos vorbeigegangen ist.

Als dann das Beziehungsdreieck Holden-Ember-Kai seinen Höhepunkt erreichte, musste ich mich zum Weiterlesen zwingen, es waren schließlich nur noch ca. 100 Seiten, aber es war schwer mit Ember klar zu kommen.

Und dann kam der Schluss und die widersprechenden Gefühle in mir verpufften, denn alles wird übern Haufen geworfen und die Dinge die mich gestört haben und stehen plötzlich in einem anderen Licht da.

Fazit

"Alles, was ich von mir weiß", ist emotional und nicht immer einfach, weil Protagonistin Ember mit ihren Autounfall zu kämpfen hat, sie macht sich Vorwürfe, sie weiß, wer sie lange davor war, doch nicht mehr wer sie wenige Monate davor gewesen ist oder wer sie nun sein soll. Nicht immer war ich einer Meinung mit ihr und gerade Beziehungsdreiecke sind nicht mein Fall. Ich kann da nicht aus meiner Haut und bin für klare Verhältnisse. Ember windet sich da lieber länger und lässt leiden. Wegen der unterschiedlichen Meinungen, habe ich die Lust am Lesen verloren, ich habe schleppend weitergemacht. Zum Glück, denn der Schluss dreht alles in eine andere Richtung und hat mir den Wind den Segeln genommen, dass ich für diese gelungene Wendung 4 Sterne geben muss.

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56 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

jufendbuch, s.j. kincaid, arena verlag, diabolic, gebundenes buch, hardcover, liebe, neuerscheinung, rezension, s. j. kincaid, science fiction, vom zorn geküsst, jugendbuc, science fiction, arena verlag

Diabolic: Vom Zorn geküsst:

S.J. Kincaid
E-Buch Text: 488 Seiten
Erschienen bei Arena Verlag, 05.01.2017
ISBN 9783401806587
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der erste Satz...

„Es war die Kreatur, die den Exalt um ein Haar getötet hätte, die wie ich einzig und allein fürs Morden geschaffen worden war und gegen allen inneren Widerstände dazu gezwungen werden sollte.““ - Nemesis


Seite 175


Zwischen den Seiten

Eine weit entfernte Zukunft, ein einziges Leben auf dem Planeten Erde gibt es nicht mehr. Die Menschen haben sich in den verschiedenen Sonnensystemen angesiedelt. Streng geteilt in herrschende und weniger wertvollen Klassen. Das Recht des Stärkeren, in dem Fall der Kaiser, wird intrigant und brutal durchgesetzt. Mit Nemesis hat „Diabolic – Vom Zorn geküsst“ eine Protagonistin,

Startseite vom Arena Verlag
die dem gewachsen ist und zu dem sich unerwartet auf der Gefühlsebene weiterentwickelt, durch Erfahrungen, Klugheit und Liebe, allerdings zwei Varianten der Liebe.

Lese Spaß

Die ersten 100 Seiten lasen sich für mich krampfig, zu viel Universum Theorie und Einführung in die Welt von „Diabolic“. Ich hatte schon befürchtet, dass das Buch nicht meinen Geschmack treffen wird, da SciFi nichts für mich ist. Als Nemesis dann am Kaiserhof ankommt, ändert sich die Atmosphäre schlagartig durch Randevald zeigt sich wo „Diabolic - Vom Zorn geküsst“ hingeht. Das Leben an seinem Hof steckt voller Gewalt und Intrigen und das war unheimlich nah und detailliert beschrieben, dass es spannend und fesselnd zu lesen gewesen ist. Ab diesem Zeitpunkt hat mich „Diabolic - Vom Zorn geküsst“ verschlungen.

Nemesis zeigt, was für eine ungewöhnliche großartige Protagonistin sie ist. Sie ist eine Diabolic geschaffen, um auf die geprägte Person, bis aufs Blut zu beschützen und mit Verstand ausgestattet, eigenständig zu denken. Das ist ihr am Kaiserhof eine große prägnante Hilfe.

Nemesis ist anstelle ihrer Herrin Sidonia (Donia) getreten und Donia ist sanft und sehr mitfühlend, also alles das, was im krassen Gegensatz zu Nemesis steht. Und doch ist gerade das für Nemesis Entwicklung und für das Vorankommen der Handlung entscheidend.

Nemesis muss sich stellenweise in Donia hineinversetzen und wie diese handeln, was schrittweise Nemesis verändert.

Eine Liebesgeschichte kommt in „Diabolic - Vom Zorn geküsst“ ebenfalls zustande und für mich war diese absolut überzeugend und mitreißend. Denn Nemesis bleibt sich trotzdem immer treu. Sie bleibt eine Figur mit Ecken und Kanten, sie ist gefährlich.

Sie und ihr Gegenpart begegnen sich auf gleicher Höhe und sind sich ebenbürtig. Dabei fügt sich diese Liebesgeschichte nahtlos in die Handlung ein, sie bleibt diskret und dominiert nicht die Geschichte. Dominant bleibt immer noch der Kampf um die Macht und eine bessere Zukunft.

Fazit

„Diabolic - Vom Zorn geküsst“ ein Weihnachtsgeschenk des Arena Verlages, alleine hätte ich wohl nie zu dem Buch gegriffen und dabei wäre mir definitiv ein gelungenes Abenteuer mit einer kantigen, eigenständigen, starken Protagonistin entgangen. Nach den ersten 100 Seiten gab es für mich kein Halten mehr, der Kampf ums Überleben, Wahrheiten für eine bessere Zukunft hat mich gepackt. Auch in Sachen Liebe hat „Diabolic - Vom Zorn geküsst“ für mich alles richtig gemacht. Zwei so starke Charaktere die sich auf der gleichen Stufe befinden, sind mir selten begegnet. Außerdem dominiert die Liebesgeschichte nicht die Handlung. Alles richtig gemacht und ich hoffe es geht weiter. 5 Sterne.

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33 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

teamgeist, liebe, mobbing in der schule, adoleszenz

Winger

Andrew Smith , Hans-Ulrich Möhring
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2016
ISBN 9783551560278
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der erste Satz...

„“Ich sprach ein stilles Gebet. Sagen wir so, ich möchte niemanden raten, anders als still zu beten, wenn er mit dem Kopf in der Kloschüssel steckt.““ -

Ryan Dean


Seite 7


Zwischen den Seiten

"Winger" ist die Geschichte von Ryan Dean West, 14-jähriger Mickerarsch, schulisches Ausnahme Genie, in der 11. Klasse, die Winger Position im Rugby Team spielend und durch und durch in der Pubertät.

Ryan Dean ist der Ich-Erzähler und hat ein lockeres Mundwerk. Er scheut sich

Startseite der Königskinder
nicht permanent an Sex zu denken, bei jeder Gelegenheit zu erwähnen, dass er ein Loser ist und beinahe alles mit dem F-Wort zu würzen. Ach und Eier hat er auch noch.

„Winger“ liest sich zunächst leicht, flüssig, sofern man sich nicht an Ryan Deans Sprache stört, wie ich es tat. Aber eigentlich macht gerade das die Sympathie von „Winger“ aus. Ryan Dean präsentiert sich zunächst als kleiner, dünner Knilch, den man schnell unterschätzt und hat es doch faustdick hinter den Ohren.

Immerhin ist er gerade mal 14 Jahre alt und seine Mitschüler sind mindestens 16 Jahre alt. Er ist der jüngste Spieler in seinem Team und verliebt zu sein in die beste, ebenfalls 16-jährige, Freundin, Annie Altmann. Ryan Dean hat es also nicht gerade einfach.

Nicht selten manövriert er sich sehenden Auges gehörig in die Scheiße, nimmt dabei seine Freunde mit und kommt doch wieder raus. Zugegeben mit blauen Augen, Wunden oder geschundene Weichteile. Zu Ryan Deans Freunden gehört auch der Rugby Team Kapitän Joey, welcher offen zu seiner Homosexualität steht und der auf Ryan Dean als Gewissen einwirkt. Mit Joeys Homosexualität gewinnt „Winger“ an Ernsthaftigkeit und riss mich am Buch Ende um und wirkt so in mir nach.

Lese Spaß

Zugegeben ich mag ehrliche Sprache, doch wenn der Protagonist an nichts Anderes denken kann, als an Sex mit der persönlichen Traumfrau, der heißen Mitschülerin, der Lehrerin oder der anderen Mitschülerin mit Damenbart, dann ist das für mich eine Schippe zu viel. Anstrengend war auch die Wiederholung vom Loser sein, ja Ryan Dean ich habe es kapiert.

Manchmal musste ich mich deshalb richtig zum Weiterlesen zwingen und das obwohl Ryan Dean ansonsten schnell packen kann und die Seiten nur so dahinfliegen. Es ist doch lustig. Ich wollte schon abbrechen, obwohl es wie gesagt, mehr mit mir als mit dem Buch oder den Figuren zu tun hatte.

Zum Glück habe ich durchgehalten und ich glaube, ich bin dann doch dem Schlitzohr Charme von Ryan Dean erliegen.

Ihm sind seine Schwächen bewusst und er am Ende beweist er, um es mit seinen Worten zu sagen, genug Eier, dazu zustehen und zu machen was richtig ist.

Und dem Charme der anderen Rugby Jungs, der O Hall und allen voran Joey dessen persönliche Geschichte in mir eine 180 Grad Wendung hervorrief und mich am Ende dann doch das Buch gut finden lässt

Fazit

„Winger“ die schonungslos ehrliche Geschichte von Ryan Dean der als 14-jähriges Genie in der Schule und dem Rugby seinen Mann steht. Ryan Dean steckt mitten in der Pubertät, eigentlich dreht sich alles um Sex, Loser sein und seinen Sport und um Mädels. Der Schreibstil ist locker, für mich zwischen durch einfach zu locker. Wörter wie "Eier", "Loser", "schwul" "F-Wort" kommen nicht selten vor und machten mir das Lesen schwer. Auf der anderen Seite ist Ryan Dean ein Schlitzohr und hat sich immer wieder in meine Gedanken geschlichen, denn einmal gelesen, konnte ich schwer aufhören. Außerdem verzeiht man ihn schnell. Es liegt auch an den anderen Jungs um Ryan Dean, das ich schlussendlich am Buch geblieben bin. Denn es ist authentisch und gefühltechnisch vollzieht es am Ende eine komplette Wandlung, die mich immer noch fest im Griff hat und weil „Winger“ das gelang tendiere ich mehr zu 4 Sternen als zu 3 Sternen.

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70 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

wesley king, zwangsstörung, daniel is different, zwangsstörungen, krankheit

Daniel is different

Wesley King , Claudia Max
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Magellan, 18.01.2017
ISBN 9783734847103
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zwischen den Seiten


"Daniel is different" wurde mir auf der Frankfurter Buchmesse vom Verlag vorgestellt und es ist das Thema "Zwangsstörungen" das mich seit Kira Gembris "Wenn du dich traust" interessiert, dass mich für Daniels Geschichte öffnete. 


Auf dem ersten Blick ist Daniel ein 13-jähriger Junge, wie viele andere. Er mag keinen Football, ist allerdings in der Mannschaft, dem eigenen Vater und dem besten Freund zuliebe, sitzt jedoch meist auf der Bank. Für Daniel nicht schlimm, er kümmert sich sowieso lieber um die Getränke.

Daniel steht in den meisten Fächern auf einem A (entspricht einer 1 bei uns) nur in Mathe nicht, da steht er mit den Zahlen auf Kriegsfuß. Es gibt Gute und es gibt schlechte Zahlen für Daniels Empfindungen und dann die gefühlten schlechten Ziffern schreiben zu müssen, kostet ihn körperliche und seelische Überwindung.


Als Daniel überraschend einen Spieler seines Football Teams ersetzen muss, ist der Druck auf ihn enorm groß, denn er möchte nicht spielen, aber noch weniger möchte er von den anderen Jungen ausgelacht werden. Zeitgleich spricht ihn die stumme, von den anderen nur Pyscho-Sara genannt, an. Ausgerechnet er soll ihr helfen einen Krimninalfall zu lösen.

Daniel völlig überrumpelt stimmt zu und damit beginnen seine Herausforderungen: Footballspiel und ein Verbrechen aufklären. Der Druck wächst und damit auch die Zaps, so nennt Daniel, was auch als Tick bezeichnet wird.

Daniel muss bestimmte Abläufe immer wieder machen und wehe etwas läuft dabei nicht so, wie es soll oder es fühlt sich nicht gut an. Schon seit Langem ein Teil von Daniel, den er peinlich genau vor anderen zu verheimlichen versucht, werden die Zaps immer schlimmer. Nur Sara scheint genau zu wissen, wie er sich fühlt, denn auch sie ist different und so werden Sarah und Daniel zu einer Stütze füreinander.

Lese Spaß

Manchmal gibt es Gedanken oder Ängste die mich nicht mehr los lassen, dann geht es mir schlecht. Mir hilft Schlafen oder anders ablenken und dann sind schlechte Gedanken meist wieder weg.

Bei Daniel ist das nicht so einfach, bei ihm ist dieser Filter störanfällig. Das heißt, er kann schlechte Gedanken wie zum Beispiel: "Wenn ich nicht den Weg von der Zimmertür zum Bett mit 10 Schritten schaffe, passiert etwas Schlimmes", schlecht kontrollieren.

Sind es in dem Beispiel entweder 9 oder 11 Schritten ist Daniel überzeugt, das etwas passiert, es sei denn er wiederholt den Ablauf so lange, bis es klappt. Wenn Daniel von seinem Abendprogramm spricht, macht er das nicht zum Spaß. Er kann nicht anders, obwohl ihm mit der Zeit selbst klar wird, wie verrückt dieses Fremdsteuern ist.

Er leidet dabei körperlich, seelisch und stumm. Schwitzt und heult.

Mir kommen schon wieder Tränen, weil es der Autor Wesley King geschafft hat, mich voll und ganz mit Daniel zu identifizieren.

Daniel ist eine sympathische Figur. Er ist schüchtern, läuft rot an, sobald er mit der hübschen Raya spricht. Ist aber nicht auf dem Mund gefallen. Ich fand das er charmant und gelegentlich schlagfertig reagiert, wenn er mit Raya spricht. Raya, Max und Daniels Geschwister waren weitere tolle Figuren. Manchmal etwas am Sticheln, aber im Großen und Ganzen Menschen, die gut für Daniel sind.

Ich mochte Sara am Anfang überhaupt nicht, weil sie bestimmt und überrumpelt. Für Daniel ist sie allerdings wichtig, denn sie sieht hinter dem Sichtschutz den er versucht aufzubauen. Die ist ihm ähnlich und deshalb versteht sie ihn. Sara ist die Erste, die ihm sagt, dass er sich Hilfe mit seinen Zaps suchen kann. Auf der anderen Seite, ist Daniels logische, ruhige und loyale Art genau das was Sara benötigt, um sich selbst zu entwickeln.

Leider kann ich immer noch nicht nachvollziehen, warum Daniels Eltern von seinem Problem nichts wissen. Schon klar, er versucht die Zaps zu kontrollieren und nur gelegentlich kommen sie im Beisein anderer durch jedenfalls am Anfang, aber das sie kaum was von dem Zubettgehen Programm mitbekommen? Schwierig.

Ansonsten fand ich "Daniel is different" aber ganz gut. Es ist toll geschrieben, Daniel ist eine Figur zum Anfassen, Begleiten und gernhaben. Er hat Humor und Fantasie. Seine Geschichte, an der er schreibt bildet einen zweiten Handlungsstrang und spiegelt die Entwicklung der Geschichte wieder.

Das Krimi Element, das Sara mitbringt, bringt etwas Spannung rein, sorgt für die Weiterentwicklung der Beiden, ist aber für Hobby Detektive leicht zu lösen. Dieser Ausgang passt für mich zu "Daniel is different".

Fazit

"Daniel is different" ist ein tolles Buch über einen (außer)gewöhnlichen Jungen, der sich anders fühlt, es manchmal auch ist, aber im Grunde doch wieder so normal wie andere Kinder ist. Das Buch hat viele lustige, schöne und starke emotionale Momente. Besonders Daniels Zubettgehzeiten sind mir im Gedächtnis geblieben, sie zeigen nämlich die wie stark die Zaps wirken und einschränken können. Für mich daher schwer vorstellbar, dass es den eigenen Eltern kaum auffällt. Vielleicht liegt es auch daran das Daniel und Sara für ihr Alter zu eigenverantwortlich und unabhängig skizziert wurden. Denn den Krimieinfluss scheinen die Beiden ebenfalls im Alleingang zu lösen, dessen Ausgang für mich nicht überraschend kam, aber sehr gut reingepasst hat. 4 Sterne.

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© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

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götter, götterfunke, marah woolf, liebe, jugendbuch

GötterFunke - Liebe mich nicht

Marah Woolf
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Dressler, 20.02.2017
ISBN 9783791500294
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Der erste Satz...



„Prometheus hatte sich diesen lächerlichen menschlichen Namen gegeben. Cayden - angeblich bedeutete es Kampfgeist, und eins musste man dem Jungen lassen: Kampfgeist hatte er.“ - Hermes


Seite 9


Zwischen den Seiten

Ein Jahrhundert alter Wettstreit des Göttervaters Zeus mit dem Titanensohn Prometheus befördert die griechische Götterwelt ins 21. Jahrhundert in ein Feriencamp in den Rockys (USA). Mit den vielen jungen Mädchen, wie geschaffen für den Wettstreit, den Prometheus bislang immer verlor und dessen Gewinn ihn seinen sehnlichsten Wunsch erfüllen kann.

Prometheus hat mittlerweile den Namen Cayden angenommen und sorgt mit Hilfe seines Charmes und seinem blendend schönem Aussehen für jede Menge Wirbel unter den Mädchen im Camp, auch den beiden Freundinnen Jess und Robyn gelingt es kaum, Cayden zu widerstehen.

Und hier greift eine große Ladung Kitsch und liebes verrückter Klischees in die Handlung ein und besetzt den größten Teil von ihr.

Erst weit nach der Hälfte lässt das ein wenig nach und der Handlung die Möglichkeit auch noch etwas Spannung und einen gefährlichen Gegenspieler in die Geschichte einzufließen.

Lese Spaß

Jess, die Protagonistin, hat nach einem unschönen familiären Erlebnis, von Männern die Nase gestrichen voll. Liebe? Kommt ihr nicht ins Haus, sie sieht ja täglich, was das aus ihrer Mutter macht.

Jess plant den letzten Sommer vorm College mit ihren Freunden Robyn, Cameron und Josh im Camp Mount in den Rockys zu verbringen, ohne Flirten und Interesse an männlichen Kontakten. Soweit der Plan, nur ist Jess nicht gerade konsequent, denn nur Sekunden später, möchte sie sich in Caydens Arme werfen, welchen sie erst einige Sekunden kennt. Mit ihrer eigentlichen Einstellung nur schwer nachzuvollziehen. Gott hin oder her, schließlich weiß sie das am Anfang gar nicht.

Mit diesem Wunsch steht sie in Camp Mount nicht alleine, es gibt nur wenige Mädchen, die kein großes Interesse an ihm haben. Sogar Robyn vergisst scheinbar, dass sie mit Cameron zusammen ist.

Dass die Mädchen überschnappen und kaum zurechnungsfähig sind, war nur bedingt lustig. Je mehr Seiten ich gelesen hatte, umso anstrengender wurde das permanente Schwärmen für den blendend aussehenden Cayden. Ich musste sogar eine Lese Pause einlegen, weil es mir zu viel wurde.

Dabei hat der Grundgedanke durchaus Potential und auch wie die Autorin Marah Woolf die griechischen Götter für "Götterfunke Liebe mich nicht" interpretiert hat, hat mir ganz gut gefallen. So zeichnet sie ein sympathisches Bild von Hera, welche sonst eher weniger gut wegkommt. Oder ist mit Hermes, Götterboten und Kommentator des Wettstreits lustig. Es gab also einige Götter, die mir angenehm waren, weil sie nicht Hormone verrücktspielen ließen. Trotzdem wurde ich auch bei den Göttern das Gefühl nicht los, das hier ebenfalls ein Glanzfilter drauf ist. Weichgezeichnet und nicht stark beängstigend in brenzligen Situationen.

Die Figurengestaltung ist mir in "Götterfunke Liebe mich nicht" aufgefallen, weil es einerseits starke und hier meine ich die Persönlichkeit, Figuren gibt und auf der anderen Seite sind einige Charaktere oberflächlich und blass gezeichnet, stecken voller Klischees.

Jess, gehörte zu den Figuren, wo mir der Widerspruch, mit dem was sie sagt und dann macht, am stärksten auffällt. Es fällt mir immer noch schwer nachzuvollziehen, warum Cayden eine so große Anziehung auf sie ausüben kann. Wo er sich doch selbst nicht entscheiden kann, ob er den Ignoranten oder den Eifersüchtigen mimen möchte. Seine Sprünge dahingehend sind oft viel zu schnell.

Mit Leah ist der Autorin eine Figur gelungen, die mir von der ersten Szene bis zur letzten Szene sympathisch gewesen ist, weil sie Haltung hatte und weil sie Jess oft ins Gewissen geredet hat. Für mich war Leah der Beweis, das ein Junge anhimmeln, sich aber selbst treu bleiben, doch möglich ist. Vor allem wenn dieser Junge selbst nicht weiß, was er möchte.

Einer anderen Figur konnte ich jedoch niemals etwas Positives abgewinnen, da sie es am Ende sogar noch auf die Spitze treiben wird. Nur ist es diesem Umstand eigentlich noch mit zu verdanken, dass ich schon neugierig auf den zweiten Band geworden bin.

Für mich war dir persönliche Beziehung zwischen Jess und Cayden kompliziert. Einzeln waren sie mir beide doch sympathisch, zusammen aber leider oft nur anstrengend. Fast am Ende gab es eine Szene zwischen den Beiden in der Jess Stärke bewiesen hat und in der für mich ein Knistern entstand, dass mich gepackt hat. Jess hat mich mit ihrer letzten Emotion überrascht und es wird interessant, wie viel davon im Band 2 "Götterfunke - Hasse mich nicht" transportiert wird. Der Titel passt schon mal.

Fazit

Wer sich nicht an einer Geschichte stört, die viel augenrollendes Schmachten und einiges an Klischees bietet, wird gefallen an "Götterfunke Liebe mich nicht" haben, wem das stört, sollte vielleicht lieber die Finger davon lassen.

Dieser hohe Anteil an Romantik hat viel mit dem Wettstreit, zwischen Cayden und Zeus zu tun, allerdings fiel es mir schwer zu glauben, dass so viele Mädchen sich ihm an den Hals werfen. Hatte irgendwie mehr von Bachelor Format, als von einem Feriencamp.

Davon einmal abgesehen, hat mir der Entwurf der Götter gefallen und es gibt eben auch nicht nur Figuren, die ich am liebsten durchgeschüttelt hätte, sondern einige, die mir ans Herz gewachsen sind und von denen ich hoffe, sie in Band 2 wieder dabei zu haben. Lange meinte ich auf Band 2 zu verzichten, allerdings konnte mich dieser Band gegen Ende mit einer Szene packen und ich bin schon neugierig, ob Jess etwas von ihrer gewonnenen Haltung mit nehmen konnte und wie Cayden mit ihr seinen Wettstreit gewinnen möchte. 3 Sterne.

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freundschaft, wels, see, ferien, sommerferien

Ins Blaue hinein

Kristina Dunker
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 12.01.2017
ISBN 9783649669883
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt

"Eigentlich hat Merle keine Lust auf Urlaub bei den Großeltern. Im Feriendorf trifft sie jedoch auf Felix, mit dem sie so herrlich den Waldsee erkunden und fantastische Geschichten erfinden kann. Auch mit Dana ist sie gern unterwegs, obwohl diese alle Jungs einschließlich Felix für »Kinder« hält. Eines Tages wird die Urlaubsstimmung am Waldsee gestört – muss Merle sich nun zwischen ihren Freunden entscheiden?" - Quelle Klappentext


Der erste Satz...

„Eine Schnecke 🐌 kann wenigstens nicht stolpern und sich die Beine brechen.“ - Felix Seite 32


Zwischen den Seiten

Ein Sommer der Veränderungen und der Freundschaften wartet auf die 13-jährige Merle und sie sträubt sich vor allem gegen die Veränderungen. Ihre Eltern bauen ein Haus, weshalb Merle nach den Ferien aus dem Mehrparteien Mietshaus ausziehen wird und nicht mehr in direkter Nähe zu ihren Freundinnen wohnen kann. Dass sie die Ferien bei ihren Großeltern verbringt, fühlt sich nicht richtig an, eher wie abschieben, obwohl Merle Oma und Opa eigentlich ganz gerne hat.

So können die Ferien niemals gut werden. Oder vielleicht ja doch? Oft sind es die Dinge, die man vorab nicht kommen lassen möchte, die einem hinterher die schönsten Erinnerungen schenken. Felix der Nachbarsjunge kümmert es nicht, was Merle möchte. Er zieht sie sofort mit sich und gemeinsam erleben sie Abenteuer, lauschen den Geschichten von Opa Merle, schmieden Pläne und haben einen tollen Sommer.

Lese Spaß

"Ins Blaue hinein" von Kristina Dunker, richtet sich vordergründig an Mädchen ab 12 Jahren und das merkt man dem Buch auf wunderbarerweise auch an. Merle ist 13 Jahre alt, sie steckt irgendwo zwischen Kind und Teenager, hat allerdings für sich selbst noch nicht ausgemacht, wie viel Kind oder wie viel Teen in ihr stecken darf. Ein paar Jahre zurück gedacht, kann ich mich mit Merles Gefühlen identifizieren, während einige Mädchen in diesem Alter, bereits auf Jungs, Mode oder Kosmetik aufmerksam wurden, wollte ich Kind sein und weiterhin mit meinem Spielzeug spielen.

Merle und ich haben eine weitere Gemeinsamkeit und der liegt in der Familie. Merles Papa ist nicht, ihr biologischer Papa, doch er hat sie bis jetzt großgezogen, einen anderen kennt sie nicht. Sie liebt ihn, hat bisher nie Unterschiede gemacht. Jetzt kommt sie aber auch in eine Veränderung, in der leichte Zweifel aufkommen. Worüber sie sich dabei Gedanken macht, darüber hab ich mir in ihrem Alter auch den Kopf zerbrochen. Zum Glück unbegründet, wie ich als Erwachsene weiß, aber damals war das wichtig für mich, herauszufinden wo in meiner Familie mein Platz ist. So fühlt Merle auch.

"Ins Blaue hinein" hat eine tolle Erzählerstimme, es fühlt sich nach Kinderbuchgeschichte an, hat zwischenzeitlich etwas liebevolles märchenhaftes an sich, das mich während des Lesens glücklich gemacht hat. Es fühlt sich auch geborgen und abenteuerlustig an, wenn Merle und Felix den See erkunden und gelegentlich sickern Merles Ängste durch, die ich vollkommen nachvollziehen konnte.

Merles Großeltern haben ein Häuschen am See und an dem Fleckchen verbringen viele Familien mit ihren Kindern die Ferien. Es gibt Kinder im selben Alter wie Merle und Felix, wie zum Beispiel die Zwillinge Tim und Piet, die blaue Flecken, Schrammen und Beulen magisch anziehen oder Dana, die sich schon entschieden hat, lieber erwachsen zu werden. All das macht aus "Ins Blaue hinein" ein Sommerferienroman mit Ferienlager Feeling.

Die Sprache von Merle und Felix ist bildlich, so zum Beispiel werde ich den Satz mit der Schnecke niemals mehr vergessen oder das Glück oben schwimmt. Auch habe ich gerne den Geschichten von Merles Opa gelauscht, denn eines zeigt sich. Für Erzählungen ist niemand zu alt und sie verbinden.

Fazit

Mir wurde "Ins Blaue hinein" auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt und ich bin ganz glücklich, dass ich es lesen durfte, denn es ist ein warmer herzlicher Roman. Merle stehen große Veränderungen bevor und sie weiß noch nicht, ob sie das gut finden darf. Am Anfang findet sie alles doof. Dann erlebt sie diesen Sommer mit neuen Freunden, erlebt Abenteuer, entdeckt sich selbst. All, das bekommt eine bildliche Sprache und hat etwas von der Atmosphäre eines Kinderbuches, ist warm, und macht glücklich. 5 Sterne.


Vielen Dank für das Rezensionsexemplar

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liebe, abschiebung, new york, schicksal, familie

The Sun is also a Star.

Nicola Yoon , Susanne Klein , Dominique Falla
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Dressler, 20.03.2017
ISBN 9783791500324
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

“Schicksalsfäden einer großen Liebe! Wie viele Dinge müssen geschehen, welche Zufälle passieren, damit sich die Wege zweier Menschen kreuzen? Als Daniel und Natasha in New York aufeinander treffen, verguckt er sich sofort in das jamaikanische Mädchen. Die zwei teilen einen Tag voller Gespräche über das Leben, ihren Platz darin und die Frage: Ist das zwischen uns Liebe? Doch ihr Schicksal scheint bereits festzustehen, denn Natasha soll noch am selben Abend abgeschoben werden.” – Quelle Klappentext



Der zufällige Satz... 

 
 
Manchmal wird deine Welt so sehr erschüttert, dass du dir kaum vorstellen kannst, dass alle anderen es nicht auch spüren.“ - Natasha

 
Seite 280


Zwischen den Seiten

Die Eltern von Daniel sind koreanische Immigranten, Daniel und sein großer Bruder Charlie wurden im Amerika geboren. Nach dem Wunsch der Eltern sollen die Kinder eine gute Ausbildung durchlaufen, um es finanziell eines Tages besser und leichter zu haben. An dem Tag, an den "The Sun is also a Star" beginnt, macht sich Daniel auf den Weg durch New York, um sich um seine Zukunft zu kümmern.

Für Natasha geht es auch um ihre Zukunft in Amerika, denn sie wurde auf Jamaika geboren und befindet sich seit ihrer Kindheit illegal in Amerika und nun droht ihnen die Abschiebung.
Durch eine Aneinanderreihung verschiedener zufälliger Ereignisse laufen sich die beiden über den Weg. Daniel ist auf Anhieb von Natasha angetan und spürt eine 
Starseite vom Dressler VerlagVerbindung zu ihr. Natasha gibt sich vorsichtig und zurückhaltend, ihr steht absolut nicht der Sinn nach neuen Begegnungen, nicht an diesem Tag und nicht so, wie es sich Daniel wünscht.

Daniel ist emotional, poetisch, trägt sein Herz auf der Zunge und geht damit offen um. Er glaubt zum Beispiel an die Liebe auf den ersten Blick. Natasha ist da aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen, anders, sie hält nichts von Träumereien, sie liebt Fakten so wie wissenschaftlich fundierte Studien. Also das komplette Gegenteil von Daniel. Trotz aller Bemühungen es abzustreiten, ist Natasha trotzdem emotional, denn sie kämpft wie eine Löwin, um ihre Zukunft selbst bestimmen zu können.

Natasha und Daniel sind erfrischend, ehrlich, witzig und authentisch. Ich mochte alle beide sehr gerne. Abwechselnd geben sie Einblicke in ihre Gedanken und Gefühlswelt. Doch das Besondere an diesem Aufbau ist die dritte Erzählstruktur und die kommt von Autorin Nicola Yoon, hier gibt sie ausführliches Hintergrundwissen zu Kulturellem der beiden Familien oder zu anderen Figuren oder anderen interessanten Fakten und das ist so fantastisch genial, weil dieser kleine Kniff das gesamte Buch rund herum abschließt. Es bleibt keine Frage offen, alles wird für mich erklärt.

"The Sun is also a Star" liest sich schnell flüssig. Der Schreibstil ist dicht gewebt, ohne Längen und sehr spannend denn zum einen steht die Frage im Raum, ob aus Daniel und Natasha ein Paar werden kann und ob es Natasha gelingt, ihr Schicksal abzuwenden. Es ist etwa ein ganzer Tag den Natasha und Daniel miteinander verbringen, aber es fühlt sich nach einer angenehmen Ewigkeit an, weil die beiden einen so nahe kommen und es am Ende keine Geheimnisse gibt.

Lesespaß

Ich bin absolut in "The Sun is also a Star" verliebt, mich hat Autorin Nicola Yoon mit ihrer Geschichte gefesselt, weil ihre Protagonisten so ehrlich sind. Daniel und Natasha haben ihre Stärken und Schwächen, machen Fehler und verändern das Leben des anderen. Ob sie am Ende glücklich werden, ließ mich mitfiebern bis zum Schluss habe ich mir ein Happy End für die Beiden gewünscht und am Ende hatte ich Tränen in den Augen. Dieses Buch ist so berührend wie genial, denn Nicola Yoon liefert ein ausführliches Rundum Paket. Jede einzelne Begegnung geschieht nicht ohne Grund und endet nicht einfach sobald die Protagonisten weg sind. Bisher habe ich in keiner anderen Geschichte, eine bis in kleinste Detail ausgeführte Erklärung zu allem, erlebt.

Fazit

Mein erstes gelesenes Buch von Autorin Nicola Yoon "The Sun is also a Star" war ein voller Erfolg. Ein einziger Tag in 400 Seiten berührt neben den Leben der Protagonisten Natasha und Daniel auch das Leben anderer Menschen und mein Leserherz. Für Daniel ist es Liebe auf dem ersten Blick, nur Natasha hat ganz andere Sorgen im Kopf, daraus entstehen gefühlvolle, ernste und humorvolle Dialoge zwischen den beiden. Es bleibt bis zum Schluss spannend, ob die beiden ihre Ziele erreichen können und ob es ein Happy End geben kann. Ein besonderer Trumpf sind die zusätzlichen Kapitel, die gelegentlichen den Daniel Natasha Wechsel unterbrechen und einen ausführlichen Blick auf weitere Fakten oder Figuren, damit bleiben keine Fragen offen. Ein genialer Clou. 5 Sterne


Vielen Dank für das Rezensionsexemplar_____________________________________________________
© Cover- und Zitatrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren© http://kumosbuchwolke.blogspot.de

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