Kyoshi

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178 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

liebe, drogen, freundschaft, italien, tod

Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung

Valentina D'Urbano , Constanze Neumann
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.02.2014
ISBN 9783423249997
Genre: Romane

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24 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

portugal, lissabon, historischer roman, jesuiten

Die Jesuitin von Lissabon

Titus Müller
Flexibler Einband: 463 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 12.12.2011
ISBN 9783746627458
Genre: Historische Romane

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131 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

krimi, thriller, deutschland, eifersucht, geschwister

Roberts Schwester

Petra Hammesfahr
Flexibler Einband: 253 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 02.04.2002
ISBN 9783499231568
Genre: Krimi und Thriller

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226 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

liebe, japan, freundschaft, selbstmord, haruki murakami

Naokos Lächeln

Haruki Murakami , Ursula Gräfe
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei btb, 08.10.2012
ISBN 9783442744947
Genre: Liebesromane

Rezension:

Naokos Lächeln war eine lange Erzählung, verhielt sich wie ein langer Fluss, der einen sanft mittreibt. Murakamis Sprache ist weich, fließend, langsam und stockt nirgends. Murakamis Gedankenkonstrukte aber sind überholt und geradezu idiotisch.
In diesem Buch sind Frauen naiv, kindlich, zerbrechlich, möchten nur ihn, den männlichen und ewig selbstmigleidigen Protagonisten Toru, befriedigen und selbst nicht befriedigt werden, es sei denn, sie sehen aus und verhalten sich wie ein Kerl (wie Reiko). Vermutlich ist der Sexismus auch in der japanischen Mentalität stark verankert und Weiblichkeit kann nur getrennt von Sexualität entstehen und wer Sexualität erlebt, wird vermännlicht. Es gibt drei Figuren: Naoko, Midori und Reiko. Naoko ist Torus, bzw. Murakamis, ewiger, unerreichbarer Schwarm und je mehr er versucht, sich ihr zu nähern, desto mehr entfernt er sich von ihr. Naoko ist sehr zebrechlich, ehrfuchtergebend schön, so depressiv, dass es "schön" ist und sehr geheimnisvoll, alles Eigenschaften, die wir schon von "Gefährliche Geliebte" kennen, um ehrlich zu sein ist "Naokos Lächeln" nur eine andere Form von diesem Buch. Jedenfalls liebt Toru Naoko sehr, kommt aber nie an sie ran: Erst verliert er sie an Kizuki, seinem besten Freund und dann verliert er sie an die Depression und letztendlich verliert er sie an den Tod. Fakt ist, Toru kommt nicht an Naoko ran, die weibliche, asexuelle, ja göttliche Naoko, die Murakamis ewige Illusion der "perfekten" Frau ist. Er schreibt: "Naokos Körper war so schön, dass ich ihn nicht begehrte." Er verehrt sie.
Dann gibt es noch die Gegenfigur zu Naoko, nämlich Midori. Sie ist Torus Kommilitonin und spricht Toru einfach mal so in einem Restaurant an und geht sehr locker mit ihrer Sexualität um, fragt sogar, ob er mit ihr nicht einen Porno angucken wolle oder ob er nicht einmal zu ihr masturbieren könnte. Dabei bleibt und redet sie natürlich trotzdem ganz klischeehaft "weiblich" und hilflos, ein Kind, das einen mit großen Augen anguckt und immer gerettet werden muss. Ein ebenso unrealistisches, ein beleidigendes Frauenbild.
Und dann gibt es Reiko, die ältere Dame, die mir mit ihrem gezwungenen Humor und dem gefühlten Dauergrinsen einen Hass in die Adern getrieben hat, wie keine andere. Sie ist die Mitbewohnerin Naokos im Sanatorium und ihre "Depressions" Geschichte ist geradezu herzzerreißend (Achtung Sarkasmus): Sie wurde depressiv (oder manisch, verrückt, was auch immer) weil sie ihren Traum vom Konzertpianisten nicht erfüllen konnte!!!! Ja gibt es sowas! Das ist doch herzallerliebst, ach lasst uns alle eine Runde wenen um die arme arme Pianistin. Mir kommt das Kotzen. Jedenfalls ist Reiko die exakte Mitte von Midori und Naoko: Sie ist reif, etwas durchgeknallt aber offen, herzlich und sexuell offen, wobei sie - weil eine Frau ja keine Sexualität haben kann! - zeitweise als lesbisch bzw. bisexuell bezeichnet wird und männliche Klamotten trägt. Mal wieder ist Sexualität nur mit Männlichkeit verbunden - aha.
Zwischen diesen drei Frauen springt unser Protagonist hin- und her und kann sich nicht entscheiden, für wen in Gottes Namen er sich entscheiden soll. Womit wir auch bei dem charakterschwachen, langweiligen, feigen, selbstmitleidigen Toru wären. In meinem ganzen Leben als Leser habe ich noch nie eine so schwache Person gesehen, es ist geradezu widerlich. Er will keine ersten Schritte machen, sonnt sich im Ruhm des Junggesellen Nagasawa (der natürlich stinkreich ist und alle Mädels abkriegt, die er will!) und trinkt ganz ganz cool Whiskey, als wäre es ein Grundnahrungsmittel bis zum Umfallen und zu jedem Anlass. Wo wir bei einem Nebenpunkt wären: warum zum Teufel die ganze Verwestlichung? Warum so viele westliche Lieder und Drinks und Serien? Oder wurde es nur übersetzt, gerade weil es so westlich war? Ich habe das Gefühl, ich habe einen westlichen Roman gelesen, nur dass die Namen und Orte eben ins japanische geändert wurden. SCHADE! Wenn ich einen JAPANISCHEN Schriftsteller lese, dann doch nur, weil ich daran interessiert bin, was er aus Japan so kennt, nicht weil er den Westen kopieren will. Aber ach, aber es ist ja sinnlos. Wenigstens wurde das Schönheitsideal nicht geändert von dunkelhaarig und hellhäutig zu blond-blau mit großen Brüsten...
Ich könnte mich ewig über die Mentalität des Buches beschweren, die entsetzliche Humorlosgikeit (Murakami ist nicht witzig, so sehr er es auch versucht!), die gesichtslosen, klischeehaften Charaktere und dieses ewige Whiskey-Trinken. ABER, und das ist der Zauber von Murakami, ich habe dieses Buch trotzdem gelesen - warum? Das weiß ich selber nicht so ganz. Ich schätze, ich habe früh akzeptiert und verziehen, dass Murakamis persönliche Mentalität, seine ganz private Welt, hier eine Rolle spielt und habe mir die Geschichte einfach mal durchgelesen, mich treiben lassen. Und am Ende war ich einfach nur gerührt, ich hatte das Gefühl, ich habe jemanden durch sein Leben begleitet. Er hat mir alles erzählt, die langweiligen und die spannenden, die dummen aber auch die klugen Dinge, die er zu sagen hat. Ganz geduldig und sanft. Und wenn ich eines von Murakami gelernt habe, dann die Geduld und vor allem das Gefühlvoll sein. Ich habe noch nie so schöne Sex-Szenen gelesen, sie haben mir Gänsehaut bereitet. Ich schätze Murakami und habe lange gebraucht, um über die Tragik der Geschichte hinwegzukommen. Am Ende ging es nicht mehr um den Kitsch und die Klischees, sondern um eine tragische Geschichte. Und das ist es wohl, was am Ende zählt. Ob die Geschichte einen berührt hat oder nicht. Mich hat sie berührt und ich danke Murakami.

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

militär, israel, gewalt, erwachsenwerden, waffen

Das Volk der Ewigkeit kennt keine Angst

Shani Boianjiu , Maria Hummitzsch , Ulrich Blumenbach
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 11.06.2015
ISBN 9783462047554
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe ein Problem mit diesem Buch. Nämlich meine Ahnungslosigkeit. Ich bin der Überzeugung, dass es ein fantastisches Buch ist, wenn man die ganzen komplizierten Hintergründe des Nah-Ost Konflikts kennt, andernfalls bleibt das Buch dem Leser ein Rätsel. Boianjiu ist nicht hier, um zu lehren und zu erklären, sondern um zu erzählen, was geschehen ist und der Rest ist dem Leser überlassen, er soll alleine damit klarkommen. Dabei spielt sie mit vielen Implikationen und Hinweisen und daher ist es auch wahre Literatur und Erzählkunst: Sie kaut dem Leser nichts vor, sie erklärt nichts. Der Leser soll aus den Fetzen selber interpretieren und verstehen. Ich finde diese Einstellung sehr gut und unterstütze es immer wieder. Voraussetzung wird dabei aber wie schon gesagt, dass man Einzelheiten des Nah-Ost Konfliktes bereits kennt, ja vielleicht selber aus dieser Gegend und Zeit stammt und das Buch liest wie ein altes Tagebuch und vielleicht traurig oder nostalgisch wird, ich weiß es nicht, ich möchte aus Respekt vor den Beteiligten nicht behaupten, wie sie sich wohl fühlen könnten.
Was ich sagen kann, ist, dass Boianjiu sehr intelligent geschrieben hat und Inhalte gekonnt verknüpfen kann. Ihre Sprache ist sehr einfach, beinahe langweilig, die Dialoge sind extrem wirr, aber daher realistisch, teilweise rutscht sie ab in Kitsch. Sie beschreibt viele glänzende Passagen, vor allem in der Mitte des Buches, aber auch viele langweilige und ineffizient geschriebene Passagen, vor allem am Ende des Buches. Der Spannungsverlauf sähe demnach aus wie eine Gaußsche Kurve. Das Konzept der einfachen Sprache kombiniert mit grausamen Inhalten kannte ich schon von Süskind, von Schirach und auch Ani und vielleicht hat mich das Buch deswegen stellenweise mit der Schulter zucken lassen. Letztendlich bleibt mir das Buch ein Rätsel, vielleicht werde ich es später noch einmal lesen und sogar verstehen, nachdem ich mir Einzelheiten einverleibt habe.
Bis dahin sage ich Danke an Boianjiu für ihre Offenheit und den fiktiven, aber authentischen Einblick in den Lebensabschnitt einer israelischen Soldatin.

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

libanonkonlifkt, ungewöhnlicher erzählstil, tiere, perspektiven, krimi

Anima

Wajdi Mouawad , Sonja Finck
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.06.2014
ISBN 9783423260213
Genre: Romane

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810 Bibliotheken, 16 Leser, 6 Gruppen, 32 Rezensionen

mittelalter, kloster, krimi, historischer roman, italien

Der Name der Rose

Umberto Eco , Burkhart Kroeber
Flexibler Einband: 688 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.08.2008
ISBN 9783423210799
Genre: Historische Romane

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Der Glanzrappe

Robert Olmstead , Jürgen Bauer , Edith Nerke
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.10.2011
ISBN 9783423140324
Genre: Historische Romane

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

sterbehilfe, norwegen, liebe, krankheit, roman

Gnade

Linn Ullmann , Ina Kronenberger
Flexibler Einband: 171 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.02.2006
ISBN 9783426631553
Genre: Romane

Rezension:

Ullmann ist zweifellos eine Künstlerin und eine sehr intelligente Schreiberin. Das konnte ich erkennen und schätzen - die Geschichte an sich aber war entsetzlich langweilig, muss ich sagen. Ich kann nicht sagen, dass das Zentrum Sterbehilfe ist, denn nur ca. 5% des Buches beschreiben das. Es ist also kein Buch über Sterbehilfe. Ich kann auch nicht sagen, dass es eine Liebesgeschichte ist; ich kann nichts darüber sagen als dass es der Prozess des Sterbens eines alten Mannes ist mit allem drum und ran: Viele vergangene Erinnerungen, viele alte Abrechnungen und der Versuch, Würde im Angesicht des nahendes Todes zu bewahren. Ach ja, und ein Mamakomplex.
Was, frage ich, ist neu daran? Was soll ich daraus erkennen? Dass man Angst vor dem Tod hat? Dass man Angst hat, sich ins Nichts zu verabschieden, dass man seine Würde behalten will? Dass es schwierig ist, einem Geliebten Menschen den Todeswunsch zu erfüllen?
Das weiß ich alles schon, nichts aus dem Buch ist mir neu. Vielleicht wird es mich in ein paar Jahrzehnten mehr rühren als jetzt, ich weiß es nicht. Morgens wird es hell und abends dunkel, wie Ullmann es schrieb, und im Laufe des Tages dreht man sich um. So einfach ist das.
Der Buchinhalt ist was es ist und er hat mich kalt gelassen.
Ich erkenne, dass es Kunst ist, aber ich erkenne nicht die Kunst an sich. Und deswegen kann ich nur mit der Schulter zucken, so einfach ist das.

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

schulzeit, erwachsen werden, schule, eliteinternat, bruce

Die Unberührten

Pamela Erens ,
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 21.01.2015
ISBN 9783406675430
Genre: Romane

Rezension:

"Wir Anfänger erlebten Sex mehr als Psyche denn als Körper, als Verletzlichkeit und Macht, Ausgesetztheit und Flucht, fühlten uns dadurch gesalbt, gerettet, verklärt."

Pamela Erens, die Unberührten, S. 49, gebundene Ausgabe

In meinem ganzen Leben habe ich nicht ein einziges Mal eine treffendere Beschreibung von Sex gelesen, Sex für Jugendliche. Ich lese Einsamkeit, Angst, Sehnsucht und vor allem - Zerbrechlichkeit. Und das ist das Unschuldige an diesem ganzen Buch... Es ist so wunderbar unschuldig und dabei so entsetzlich, entsetzlich tragisch....

Was für ein wunderbares Buch, das uns Pamela Erens geschenkt hat... So viel Zärlichkeit und Liebe und Unschuld, so viel Schmerz und Enttäuschung und dieses Gefühl der Abweisung... Gott, Gott! das Buch hat mir das Herz gebrochen.
Als ich es zu Ende gelesen habe, war ich tagelang auf der Suche nach Rezensionen, nach Meinungen, nach Interpretationen um das Buch zu erfassen; vielleicht konnten es andere besser beschreiben als ich, aber ich habe nichts gefunden, was meiner Empfindung entsprach. Und jetzt sitzt dieser Drang in mir, über dieses Buch zu schreiben.
In den Rezensionen habe ich immer das gleiche gelesen: Es ist ein Buch über das Erwachsenwerden. Und ja, das ist es, aber es ist nicht nur das. Ich habe lange abgeschlossen mit Büchern über Jugendliche und wenn es nur eine Geschichte über das Erwachsenwerden gewesen wäre, hätte ich es gegen die Wand gedonnert.
Mit dem oberen Abschnitt auf Seite 49 hat mich dieses Buch restlos davon überzeugt und von da an konnte ich keinen der Charaktere mehr als sex- und drogensüchtigen Jugendlichen wahrnehmen, nur als unschuldige junge Menschen, die sich wie verrückt nach Liebe sehnen.

Zum Inhalt möchte ich nicht viel sagen. Es ist eine Erzählung aus Sicht von Bruce Bennett-Jones, der von alltäglichen jugendlichen Ereignissen berichtet; die Peinlichkeiten der Familie, das Geschwister, das besser ist als man selbst, die Eltern, die sich nicht mehr wirklich zu lieben scheinen, wer mit wem im Bett landet, wo man als nächstes trinkt, wie man am besten die strengen Lehrer und Regeln des Internats umgeht. Alles uninteressant.
Im Fokus stehen Aviva und Seung, eine Jüdin und ein Koreaner, eines der tragischsten Liebespaare von dem ich je gelesen habe.
Ein sehr exzentrisches Paar, das zum Interessensobjekt der Schüler wird, da es alles zu haben scheint, was sie wollen: Liebe und Leidenschaft; Erhabenheit.
Aviva (hebärisch: Frühling), die dunkle mit den schwarzen, schweren Locken, die rassige, aber doch blasse und zerbrechliche Aviva, die egozentrische, gierige Aviva, die sich schrecklich nach Liebe sehnt, die Kontrolle wahren will, weil sie sich diese Schwäche nicht eingestehen will und Angst hat, abgewiesen zu werden, die Aviva, die nicht geben kann, die nur will und will und will. Und diese Liebe soll sie auch bekommen von Seung (koreanisch: "Mönch" oder "Erbe"), einem anständigen, bescheidenen Jungen, der beliebte Schülersprecher Seung, der gut gebaute Schwimmer, der Kiffer, der keine Kontrolle will, der den Erwartungen der Familie entkommen will, die ewige Nummer zwei Seung, der sich niemals beschwert und niemals handgreiflich wird, der disziplinierte, liebevolle Seung, der ebenso ein wenig Liebe, ein wenig Frieden will.
Ein unfassbares Paar, eines der tragischsten. In der Geschichte werden sie beneidet, weil sie sich über die Regeln hinwegsetzen und sich heimlich treffen ohne erwischt zu werden. Das ist aber nicht, was mich interessiert hat. Das unglaublich poetische, künstlerische an diesem Paar ist, dass es sich nicht vereinigen kann, und ich schreibe bewusst nicht miteinander schlafen, sondern VEREINIGEN, denn in dieser Geschichte ist Sex wie oben beschrieben mehr als das Rein und Raus, es ist ein heiliges Ritual, eine Erlösung. Aviva, unsere selbstsüchtige kleine Aviva, die doch auch nur geliebt werden will, gibt Seung die Schuld, da er kurz vor dem Eindringen immer erschlafft, egal wie erregt er ist.
Er hat viel für sie getan, damit sie sich wohl fühlt, er hat versucht,
ihr Problem zu lösen, versucht ihr allerlei Ängste zu nehmen, sie
gehalten, für sie gekocht, sie massiert, sie auf Händen getragen, sie
seinen Eltern vorgestellt, hat alles für sie getan. Er hat auch mit
einer anderen geschlafen, um sich zu beweisen, dass es doch möglich ist,
Sex zu haben. UND HIER möchte ich eine besondere Gabe der Autorin
beleuchten. Diese
Dame, Pamela Erens, schafft es auf GRANDIOSE Art, eine Sex/Liebesszene
gleichzeitig erotisch, zerbrechlich und liebevoll zu schreiben! Das ist
eine Gabe, das ist unglaublich, es ist eine Königsdisziplin. Ich habe
endlich gefunden, was ich so lange gesucht habe und habe viel gelernt.
Obwohl
es mich zerrissen hat, als Seung mit einer anderen geschlafen hat; es
hätte mich nicht interessiert, wenn er nur mit ihr geschlafen hätte,
aber er war so zärtlich und liebevoll zu ihr, dass mir das Atmen schwer
gefallen ist. Und am Ende hat es ihm mit Aviva nicht geholfen.
Ach, Erens, Sie haben mir das Herz gebrochen.
Nicht ein einziges Mal sagte Aviva: ist schon gut, dann nächstes Mal, es ist in Ordnung, mach dir keinen Druck. Nein, so jung und selbstbezogen sie ist, fühlt sie sich verstoßen und ungeliebt:
'"Es zerstört mich... [...]. Die Demütigung... dazuliegen... ich bin innerlich tot... du hast mich getötet... ich kann nichts mehr empfinden... [...] Ich möchte nicht, dass du  mich anrufst. Ich möchte nicht, dass du mir schreibst..."
Er ballt die Fäuste; er knirscht mit den Zähnen. Schweiß tritt ihm auf die Schläfen. Er zittert, und dann beginnt er zu weinen.'

S. 249/250, gebundene Ausgabe

Und dann stößt Bennett-Jones ihn mit Gedanken, nur mit Gedanken in den Tod; er erzählt ihm, er habe mit Aviva diese heißen Liebesnächte gehabt (er kannte ja durch einen fehlgeschlagenen sexuellen Übergriff ihren BH) und da wächst Seungs Verzweiflung ins Unendliche; er schwimmt unter Drogeneinfluss in einem See und verunglückt.

"Flüchtig sieht er Avivas Gesicht vor sich, nicht Aviva selbst, sondern ein Bild von ihr, ein Bild, eingefangen von einem Spiegel, einer Glasscherbe, die vorbeischwebt und langsam unter ihm versinkt. Auch er ist eine Scherbe; sie sind beide Scherben, die in einem Meer aus Scherben versinken, ohne jede Bedeutung, glänzend, hübsch anzusehen, gefährlich; so ist die Welt nun einmal, und das akzeptiert er klaglos, während er untergeht."

S. 269, gebundene Ausgabe.

ERENS! Ich kann seine Todesszene nicht vergessen. Diese Verzweiflung, dieser Wahnsinn, diese Sinnlosigkeit, all die Liebe, die zerflossen ist; was für ein grausamer, namenloser Schmerz.
Diese Szene hat mir den Rest gegeben, sie hat mich emotional geradezu vernichtet. Ich konnte Seungs Leiden nicht mehr etragen und ihr Unverständnis darüber, dass er sie doch liebt.
Seung selbst ist eine so tragische Gestalt; seine ganze Liebe perlt am kalten Stein Aviva ab; sie ist gar nicht in der Lage, Liebe zu verstehen.
"Ich spüre gar nichts. [...] Hast du kapiert? Kapiert das irgendjemand? Ich bin kalt. Durch und durch kalt. Es fehlt etwas in mir, genau wie ich immer vermutet habe."
S. 285, gebundene Ausgabe

Was Aviva fehlt, kann ich selber nicht sagen. Vermutlich ist es aber ihre Angst, nicht geliebt zu werden und abgewiesen zu werden. Ich möchte sie nicht als Böse darstellen, sie versteht die Liebe nur nicht und vielleicht trug sie deshalb den violetten BH, die violette Feder im Hut, das violette Kleid...
Violett ist eine so besondere Farbe; zwischen der blauen Unschuld und der roten Erotik stehengeblieben, ganz kalt und verwirrt, kurz davor berührt zu werden, in eines der Stadien zu gelangen. Niemand kann sagen, ob sie unschuldig oder erotisch ist. Alle dachten, sie und Seung hätten heiße Liebesnächte, worum sie beneidet wurden, am Ende aber sieht man die Wahrheit.
"Lieber Gott, Aviva, die große Schlampe von Auburn, war noch Jungfrau gewesen."
S. 290, gebundene Ausgabe

Die Worte, sie sei kalt, sagen, dass sie in diesem Stadium, diesem violetten Stadium steckengeblieben ist; Aviva, unsere rassige, aber so zerbrechliche, unsere violette Aviva, sie ist unberührt geblieben.

Ich wollte diesem Buch eine würdige Rezension schreiben, oder vielmehr meine Gefühle ausdrücken, denn es hat mich zutiefst berührt.
Warum ich dieses Buch interessant fand? In der Literatur habe ich die Kombination aus südöstlicher jungen Frau und asiatischem jungen Mann erstmalig in diesem Buch gefunden und bin aufmerksam geworden. Eine oberflächliche Behandlung der Nationalität fand ich sehr begrüßenswert, alles andere wäre zu politisch gewesen. Und sagen wir es so, das Paar im Buch hatte ein paar, vielleicht zu viele Sachen gemeinsam mit meinem Privatleben... Erens hat viele meiner Nerven getroffen.
Ich liebe Avivas dunkle Locken...
Ach Aviva, ach Seung....


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428 Bibliotheken, 4 Leser, 8 Gruppen, 16 Rezensionen

japan, liebe, haruki murakami, sehnsucht, bar

Gefährliche Geliebte

Haruki Murakami , Giovanni Bandini , Ditte Bandini
Flexibler Einband: 286 Seiten
Erschienen bei btb, 29.09.2008
ISBN 9783442738892
Genre: Romane

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463 Bibliotheken, 4 Leser, 4 Gruppen, 46 Rezensionen

einsamkeit, überleben, natur, isolation, wand

Die Wand

Marlen Haushofer
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.11.2004
ISBN 9783548605715
Genre: Romane

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77 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

physik, krimi, quantenphysik, belletristik, literaturverfilmung

Schilf

Juli Zeh
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei btb Verlag (TB), 13.02.2012
ISBN 9783442744633
Genre: Romane

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Moor

Gunther Geltinger
Flexibler Einband: 440 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 08.12.2014
ISBN 9783518465622
Genre: Romane

Rezension:

Vier einhalb Jahre hat Geltinger an dieser Geschichte geschrieben und es ist unglaublich wie verstörend und erdrückend.
Ich habe es eben erst zuende gelesen und fühle mich - ich kann es gar nicht anders beschreiben - schmutzig. Schmutzig, als hätte ich im Moor gebadet und als klebe mir die braune Masse am ganzen Körper. Zäh fühlt es sich an und schwer.
Zur Sprache:
Es gibt zwei Arten von Schriftstellern: Erzähler und Künstler. Geltinger ist ohne Zweifel zweiteres. Ich habe noch nie im Leben so eine Sprachgewalt erlebt, so viel Beobachtung, noch nie so lange Sätze gelesen (die über Seiten gingen!), die ich bald nicht einmal mehr verstanden habe.
Ich fragte mich ganz oft: Was hat Geltinger gelesen, das er so schreiben kann?! Denn jeder Schreiber entwickelt seinen Stil aus Fetzen von dem was er gelesen hat. Das Buch ist bis zum Rand gefüllt und dicht gepackt mit Wörtern, Beschreibungen, Assoziationen, Ausschweifungen, und Metaphern, ja, unglaublichen Sinnbildern, Geltinger schreibt in Bildern, und doch ist nichts davon fehl am Platz.
Und dann fragte ich mich auch: Was hat Geltinger gesehen und erlebt, das seinen Kopf mit all diesen Beschreibungen gefüllt hat? Unglaublich viel Zeit hat er sich für dieses Monstrum gelassen und das zurecht, ich habe großen Respekt und Ehrfurcht und hege große Sympathie dafür, dass er sich dem Thema mit vollem Einsatz gewidmet hat. So soll es immer sein! Nicht in einem Jahr einen halbherzigen Kommerz Roman hinklatschen für die Massen sondern ein Monstrum schaffen aus den Innereien des Moors und der Menschlichkeit. Er hat sich, wie er sagte, sehr intensiv mit dem Moor beschäftigt, hat 240 Seiten gebraucht um überhaupt darauf zu kommen, die Erzähl Perspektive seiner sogenannten "Seelenlandschaft" zu übergeben. Was für eine Leidenschaft, was für ein Autor! Er schreibt 240 Seiten, schmeißt sie mehr oder weniger weg und ändert die Perspektive, weil er nicht sich und Ruhm im Mittelpunkt sieht, sondern die Geschichte und nur, zum Geier noch mal, die Geschichte. "Ich habe gemerkt, dass ich die Geschichte nicht richtig erfasse", meinte er und tat das einzig richtige, er ließ sich Zeit, er passte sich an die Geschichte an, nicht andersherum und schuf ein Kunstwerk, ein Gemälde aus Worten, ja sogar die Zeitsprünge sind geschichtet wie das Moor; unfassbar.
Und das ist eine weitere Besonderheit: Die Perspektive. Wir, die Leser, werden angesprochen mit "Du", wir sind Dion, und sprengt so alle Grenzen zwischen Leser und Protagonist. Sein Schmutz ist unser Schmutz, sein Elend ist unser Elend, seine Gefühle sind unsere Gefühle. Diese Perspektive ist äußerst selten und war auch einer der wichtigsten Gründe, weshalb ich dieses Buch überhaupt gelesen habe. Ich hatte genug von der auktorialen Sicht und die Ich-Perspektive hasse ich seit einiger Zeit schon über alle Maße. Geltinger macht in "Moor" Schluss mit menschlicher Egozentrik, er stellt die herzlose Natur in den Mittelpunkt und was rauskommt ist roh, das ist authentisch, das ist zerfleischend und erdrückend, niederschlagend und zermalmend und brutal wie die Natur selbst; im letzten Kapitel sagt es zu uns: "Keine Angst, ich werde dir nicht wehtun." und es ist einer der ergreifendsten Momente der Geschichte. Die personifizierte Natur tötet Dion in einem letzten Akt, einem brutalen Akt, der mit solcher Gleichgültigkeit und Sanftmut geschrieben ist, dass es mir den Boden unter den Füßen gerissen hat. Ich habe noch nie so eine wunderbare Beschreibung der Natur gelesen; brutal, herzlos, launisch und am Ende doch das, was uns alle am Leben hält, Mutter Natur, die Nährende, die Brutale, die Fordernde, vielleicht auch Dions Mutter. Es ist schlicht und ergreifend Kunst, was Geltinger uns hier gegeben hat und sein Buch lebt von dieser Sprache. Übersetzer werden vermutlich extreme Schwierigkeiten haben, dieses Sprachmonstrum in eine andere Kleidung, eine andere Sprache zu stecken.

Zum Inhalt kann ich nicht viel sagen, nur, dass Dion mir unendlich leid getan hat und ich mit jeder Seite den innigen Wunsch versprürte, dass Marga qualvoll stirbt.
Es ist die Geschichte eines Jungen, der tatsächlich ohne Vater und praktisch ohne Mutter aufwächst, denn was dieses "Muttertier" an Mütterlichkeit gibt, ist nichts als Verantwortung für ihren schlechten Zustand; Dion lernt, dass er an allem Schuld ist, erlebt eine Kindheit, die keine ist, weil er zu früh erwachsen sein muss um sich um seine elende Mutter zu kümmern. Was sie ihm seelisch und körperlich abverlangt ist kaum zu ertragen, dieser Charakter wiedert mich an und ich wünschte, Geltinger hätte sie qualvoll sterben lassen. Aber das gehört zur Geschichte: Die Verantwortung verfolgt einen überallhin, sie klebt an einem, sie überfällt einen nachts, sie ist gierig und reißt einen aus der Kindheit, sie will und will und will und gibt nichts.
Geltinger schafft sehr realistische Personen, es gibt keine Statisten, es gibt tatsächlich nur Personen und auch das ist bewundernswert.
Und am Ende der Geschichte ertrinkt der Junge in einem Meer, was unheimlich, wiederlich und großartig von der Natur beschrieben wird und das ich leider noch immer nicht richtig interpretieren konnte.

Gesamteindruck: Ein verwirrendes, unheimliches und perfekt umgesetztes Kunstwerk über die Kindheit, Einsamkeit, abgründige Liebe, Schuld, Elend und Schmutz, das mir etwas in die Magengrube geschlagen hat.  Ebenso, wie Geltinger sich die Mühe gemacht hat, das Buch zu schreiben, sollte man sich die Mühe geben, sich damit zu befassen, es ist es wert.
Zarte Gemüter, haltet euch fern!

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

türkei, konflikt, zwangsehe, heute, unterdrückung

Ich wollte nur frei sein

Hülya Kalkan
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.09.2006
ISBN 9783548369051
Genre: Biografien

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Tristan und Isolde

Joseph Bédier , Rudolf G. Binding , Mit Illustrationen von 1484 , Mit Mit Illustrationen von 1484
Flexibler Einband: 195 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 20.03.2000
ISBN 9783458343332
Genre: Romane

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112 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

love, erbe, spannend, jugendbuch, spannend;

Alera - Geliebter Feind

Cayla Kluver , Henriette Zeltner
Flexibler Einband: 555 Seiten
Erschienen bei Piper, 06.10.2011
ISBN 9783492268394
Genre: Fantasy

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136 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

anwalt, gericht, schuld, wahrheit, berlin

Tabu

Ferdinand von Schirach
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Piper, 11.09.2013
ISBN 9783492055697
Genre: Romane

Rezension:

Wie immer ein sehr ruhiges Werk, ja von Schirachs Bücher haben immer einen sehr ruhigen Ton, so will ich es sagen. In "Schuld" und "Verbrechen" verursacht eben dieser ruhige Erzählstil in Kombination mit den grausamen und schwer zu fassenden Inhalten eine sehr starke Kraft, die mich schwer beeindruckt hat. Bis jetzt hatte ich den Eindruck, in den Werken steckt immer eine schwere Melancholie und eine Akzeptanz der Machtlosigkeit; man beobachtet und erfasst unmenschliche Dinge und akzeptiert mit einer einfachen und extrem präzisen Sprache, dass man nichts dagegen tun kann, dass in Wahrheit Gerechtigkeit ganz anders aussieht als in der nüchternen Justiz.
In "Tabu" verwendet von Schirach ebenfalls diesen Stil, der Inhalt aber hat sich deutlich verändert und somit auch die Wirkung: Wir begleiten den Protagonisten durch ein paar Jahre seines Lebens und stellen am Ende fest, dass fast die Hälfte des Buches zu nichts geführt hat. Es geht um ein Verbrechen, das es eigentlich nicht gegeben hat und um einen jungen, erfolgreichen Künstler, der nach dem Suizid seines Vaters wohl ein Trauma erlebt hat. Es bleibt mir schleierhaft, was der Suizid, Sebastians Werdegang und das Scheinverbrechen miteinander zu tun haben. Und vor allem: Was ist denn jetzt das Tabu?
Am Ende scheinen alle (auch Anwalt Biegler) ihren Frieden gefunden zu haben. Kritikpunkt: Die Personenkonstellation ist zu einfach und vorgekaut. Der alte Anwalt findet seinen Frieden, in dem er seinem jüngeren Ich, also Sebastian hilft. Jemand beschäftigt sich mit dem Problem eines anderen, was eigentlich sein ungelöstes Problem war, nur um sich selbst zu helfen. Gäääähn. ... und dämlich...
Dazu kommen (leider sehr oft!) klischeebehaftete Charaktere und Dialoge und eine oberflächlich behandelte Philosophie, die von Schirach in "Schuld" und "Verbrechen" viel deutlicher und gekonnter gezeigt hat: Dass Schuld relativ ist.
Neue Gedankengänge hätten dem Buch nicht geschadet.

Gesamteindruck: Mir bleibt nichts anderes als ein unbeeindrucktes Schulterzucken. Meh.

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495 Bibliotheken, 15 Leser, 3 Gruppen, 30 Rezensionen

peter pan, avalon, fantasy, kinder, horror

Der Kinderdieb

Brom , Jakob Schmidt
Flexibler Einband: 664 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 04.10.2011
ISBN 9783426506882
Genre: Jugendbuch

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(125)

205 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

vatikan, papst, rom, hörbuch, historischer roman

Die Päpstin

Donna W. Cross
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 01.01.2000
ISBN 9783898130691
Genre: Historische Romane

Rezension:

Seufz.... Ich sehe gerade, dass das Buch ein Debütroman ist und genauso hat es sich auch lesen lassen. Die Autorin hat sich an ein regelrechtes Monster herangetraut, was die Thematik und Zeitspanne angeht...

Zur Idee, zum Inhalt und zur Umsetzung:
Es passieren über einen langen Zeitraum (ca. 40 bis 50 Jahre) sehr viele Ereignisse bis Johanna, die Protagonistin zur Päpstin wird. Die Legende, kann man schon nennen, um die Päpstin Johanna regt verständlicherweise die Fantasie an und man ist neugierig darauf, wie diese Frau unter den schwierigen Umständen der Frauenverachtung es so weit bringen konnte.
Eine Version bietet uns Donna Cross an, die mich nur überzeugt, wenn ich ein, zwei Augen zudrücke. Die Geschichte hat einige sehr plötzliche und radikale (!) Wendungen, die mir zu viel waren und an der Authentizität zweifeln lassen. Sicher, die Geschichte ist erfunden, aber ich habe den Eindruck, die Autorin hat sich nicht genug bemüht und schnelle instant-Lösungen für große Probleme hergezaubert, wie zum Beispiel, dass der Protagonistin im Weg stehende Personen einfach niedergemetzelt werden, sodass sie ja keine Schwierigkeiten bekommt. Das gilt nicht so streng für die ersten 100 ziemlich guten Seiten des Buches, aber für die nächsten 456.
Das Buch ist "nur" 556 Seiten lang und viel viel zu kurz für eine so umfassende Geschichte. Ich hatte den Eindruck, dass die Autorin förmlich durch den Inhalt prescht und lieblos und ungeduldig alle Geschehnisse schildert. Dabei gingen viele Emotionen verloren, was ich unglaublich schade fand. Man merkt zwar, dass die Autorin sich doch um die Erhaltung der Emotionen bemüht, aber der schnelle Stil bzw. das schnelle Voranschreiten der Geschichte und die lange Zeit, die Emotionen brauchen, um aufgebaut zu werden, konnten sich hier einfach nicht vereinen lassen. (Das gilt wie gesagt nicht für die ersten 100 Seiten des Buches, die abgesehen von ein paar Kleinigkeiten doch relativ beeindruckend waren). Deshalb hat mich z.B. die Romanze zwischen Gerold und Johanna, die Trauer, die Wut und das Entsetzen der Personen über Morde o.ä. kalt gelassen. Zudem tauchen extrem viele Stilbrüche auf, die mir beim Lesen sehr wehgetan haben: Nicht zeitgemäße Metaphern und Sprichwörter, unangebrachter Sarkasmus, unnötige rhetorische Fragen an den Leser, Ein-Wort-Sätze, unnötige Zu-Tode-Erklärungen von Dingen, die der Leser bereits verstanden hat und und und... In einigen Passagen passiert es der Autorin auch, dass sie sehr ungeschickt wird und einfach irgendwelche Fakten aufzählt, die sie nicht mit der Geschichte verweben konnte und die wohl als Lückenfüller fungieren sollen. Autsch.
Was mich noch schrecklich genervt hat, war die übertriebene und aufdringliche Art, das Geschlecht von Menschen in das Zentrum zu setzen. Wäre das Buch auf der Idee basiert, alle Menschen seien gleich, würde die Argumentation lauten:
Johanna darf Päpstin sein, weil sie ein kluger Mensch ist.
Stattdessen schreit die Autorin mit nerviger Stimme:
Johanna darf Päpstin sein, weil sie eine kluge Frau ist.
Damit macht sie sich genauso lächerlich wie die barbusigen Femen-Anhängerinnen: Indem sie nicht den Menschen, sondern Geschlechtsunterscheidung in den Mittelpunkt stellt.


Zu den Charakteren:
Johanna: Hauptperson, aber leider etwas schwach gezeichnet. Ich konnte sie einfach nicht greifen, sie erschien mir nicht real genug und ich konnte nicht mit ihr mitfühlen. Schade. Beeindruckend ist ihre Willenskraft, ihre Unabhängigkeit, die Ehrlichkeit und ihre Bescheidenheit, aber das alles hat nicht ausgereicht, sie auch menschlich zu machen. Ständig schwärmt die Autorin von: Johanna ist dies, Johanna ist das, Johanna ist perfekt und kann alles. Um Himmels Willen, komm Runter, Cross. Das ist allerdings - mal wieder - etwas, das die Autorin verhunzt hat. Ärgerlich!

Gerold: Dämliche Zecke, 0815-Historischer-Roman-Schönling, abwesender Liebhaber sowie Behinderer, der auf magische Weise alles überlebt, nur weil er eine Hauptperson ist.
Er ist dreißig, sie ist 13, er verliebt sich in sie und will seine Frau und Kinder für sie verlassen. Dämlicher geht's nicht. Er gehört zu den Liebhabern, die von der Autorin als perfekt dargestellt wird: "Wunderschöne rote Locken, indigoblaue Augen, straffe Muskeln, langbeinig und natürlich verständnisvoll und klug." Hergott, steh mir bei, ich kann bei sowas nur die Augen verdrehen! Zudem scheint die "Liebe" zwischen Gerold und Johanna auch nur auf diesen elenden Oberflächlichkeiten zu basieren! Während einer Liebesszene lenkt die Autorin den Fokus KAUM auf die Dinge, die sie beide seelisch verbindet, sondern erstmal auf all die Dinge, die supergeil sind. Würde Johanna ihn auch lieben, wenn er halb so schön wäre? Ich glaube kaum. Das ist KEINE Liebe! Zudem haben sie sich 17 Jahre lang nicht mehr gesehen und "verlieben" sich danach wieder ineinander. Authentizität: BEYOND ZERO.
Gegen Ende des Buches, als Johanna auf dem Höhepunkt ihrer Karriere steht, versucht er sie auch noch dieser Karriere, ihres gesamten Lebenswerks zu berauben und sie zu überzeugen, mit ihm zu fliehen und eine Familie zu gründen. Johanna zeigt eine Reaktion, die ich absolut gefeiert habe - sie verstößt ihn -, die unfähige Autorin allerdings stellt Gerold mal wieder als Unschuldslamm dar, der im Geheimen doch recht hat. Bitte??? Ist die Autorin jetzt FÜR weibliche Unabhängigkeit oder DAGEGEN?
Grauenhaft!

Gesamt: Leicht zu lesende aber schwer zu ertragende Lektüre mit durchaus interessantem Inhalt; mäßig bis schlecht umgesetzt mit guten und extrem schlechten Phasen, 40% guten, 60% nervige Charakteren verpackt in einem unbeholfenen Stil. Sehr knappe 3 Sterne.

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1.157 Bibliotheken, 11 Leser, 3 Gruppen, 64 Rezensionen

australien, cornwall, liebe, england, familie

Der verborgene Garten

Kate Morton , Charlotte Breuer , Norbert Möllemann
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Diana, 06.04.2010
ISBN 9783453354760
Genre: Romane

Rezension:

Bei diesem Buch bin ich wirklich zwiegespalten. Es gibt eine vergangene Zeit und eine gegenwärtige Zeit, zwischen denen die Autorin perspektivisch ständig hin und herwechselt. Ein solcher Stil ist meiner Meinung nach ganz in Ordnung und baut ordentlich Spannung auf, bis die Geheimnisse gelöst werden. Der Grund weswegen ich so zwiegespalten bin, ist der gigantische kreative Unterschied zwischen diesen beiden geschilderten Zeiten. Während von der Vergangenheit wirklich tiefgehende, aufwühlende und - zu meiner Überraschung - komplexe Zusammenhänge und Ereignisse berichtet werden, wo die Charaktere wunderbar gezeichnet werden, wo sogar schön-schaurige Märchen erzählt werden, klatscht uns die Autorin in der Gegenwart eine ziemlich fade Hauptdarstellerin hin, die natürlich nichts besseres zu tun hat als die Geschichte ihrer Familie zu entdecken und die beim besten Willen keinen Bezug zu den ganzen Geschehnissen schafft. Sie kommt mir komplett abgeschottet von dieser Familie vor, ein kleines lästiges Ding, das einfach nicht dazugehört, sondern einfach als graue Erzählerin fungiert. Außer dass sie die Enkelin der Verstorbenen Nell ist, hat sie doch nichts mit der Mutter von Nell (also Eliza) zu tun! Warum kümmert sie sich nicht um ihrer eigentliche Vergangenheit? Nämlich um den Tod ihres Mannes und ihres Sohnes? Hat sie die einfach vergessen? Und am Ende wird wie wie immer ein ach so kostbares Erbstück gefunden und einfach gesagt: Ihre (Cass'!) Vergangenheit bestand aus traurigen, schönen, kostbaren Momenten. Weil sie die Geschichte ihrer vorherigen Generation gelüftet hat? Bitte? Ihre Verganenheit besteht aus einem toten Mann und einem toten Sohn! Ihre Vergangenheit bleibt ihre, die von Eliza und Nell ist eine völlig andere!
Und warum sind alle, wirklich ALLE Charaktere (der Gegenwart) dicke, gackernde Hühner und Cass die einzig Schöne, die (wie in jedem anderen 0815 Buch!) ständig angehimmelt wird? Und natürlich darf auch Prince Charming mit den blonden Löckchen nicht fehlen, der seinen Arztberuf gegen den eines Holzfällers getauscht hat, weil "er es nicht mehr ertragen konnte" und eine fragliche Vorliebe für Kinder-Märchen hat. O Authentizität, O Egozentrik, dein Name ist Morton. Das Buch hätte komplett auf Cass verzichten können und ein anderes, eigenständiges Buch mit nur einer Zeit, nämlich der Vergangenheit, werden können, denn Cass hat meiner Meinung nach nichts, absolut nichts mit Eliza und ihrer hochinteressanten und sehr gut durchdachten Geschichte zu tun. Der Aufbau hätte sich dadurch sehr verändert, aber nicht die Dramatik und die Gefühle, die sie hervorgebracht hat...
Zum Stil der Autorin kann ich nur sagen, dass er zwar flüssig ist, aber an einigen Stellen viel zu aufgeblasen mit Kitsch und unwahrscheinlichen Dialogen. Und so macht sie vermutlich weiter, denn ihre anderen drei Bücher behandeln dasselbe Thema... Gähn.
Fazit: Ohne Cass würde ich dem Buch sogar 4 Sterne geben, aber so kriegt die Story von mir nicht mehr als 2; es war einfach zu viel.

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4.436 Bibliotheken, 63 Leser, 3 Gruppen, 200 Rezensionen

erotik, liebe, sex, christian, ana

Shades of Grey - Befreite Lust

E. L. James , ,
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 24.10.2012
ISBN 9783442478972
Genre: Erotische Literatur

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5.007 Bibliotheken, 68 Leser, 6 Gruppen, 277 Rezensionen

liebe, erotik, sex, ana, bdsm

Shades of Grey - Gefährliche Liebe

E. L. James , ,
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 05.09.2012
ISBN 9783442478965
Genre: Erotische Literatur

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erotik, liebe, sex, bdsm, ana

Shades of Grey - Geheimes Verlangen

E. L. James , Andrea Brandl , Sonja Hauser
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 09.07.2012
ISBN 9783442478958
Genre: Erotische Literatur

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dystopie, klassiker, kommunismus, eines meiner lieblingsbücher!, totalitäres system

1984

George Orwell
Flexibler Einband
Erschienen bei Ullstein, 01.01.1998
ISBN B007R2TFYG
Genre: Sonstiges

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