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Perverse Schweine: Festa Extrem

Matt Shaw
E-Buch Text: 180 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 12.12.2016
ISBN B01MRX2FXT
Genre: Sonstiges

Rezension:

Matt Shaw ist ein Englischer Extreme-Horror-Autor, der nun endlich auch in der Festa-Reihe seinen Platz gefunden hat. Mit Perverse Schweine hat er ein gutes Debüt geliefert, das man zwar in drei Sätzen erzählen könnte, das aber von der ersten bis zur allerletzten Seite fesselt.

Man bekommt die Geschichte aus der Sicht des namenlosen Protagonisten erzählt, der das Geschehen gespickt mit Gedanken und Gefühlen schildert. Irgendwann springt die Beklemmung, die er empfinden muss, auf den Leser über. Was ist passiert und wird die ersehnte Rettung wirklich kommen? Die Frage ist schließlich auch: Wenn eine Atombombe gezündet wird, wer überlebt und wie lange wird es dauern, bis diese Überlebenden sich formiert haben und Suchtrupps in die verseuchten Gebiete schicken? Falls sie das tun.

Ein bisschen kommt man ins Überlegen: Draußen ist Wald, es ist alles grün, viele Tiere gibt es nicht, ab und zu mal Insekten, aber mehr sieht die Familie nicht. Ist das denn ein Atomunfall? Was dem Protagonisten seltsam vorkommt, ist die Sonne, die von einem klaren Himmel herab scheint. Kein verseuchter Regen, keine Staubwolke, die über Jahre die Erde bedeckt.

Reden wir nicht lange drumrum: Zwei Frauen, zwei Männer, kein Kontakt zu anderen Menschen, keine Informationen, ob es Überlebende gibt, eine Gemeinschaft, Rettung, die Lebensmittel sind aufgebraucht. Was passiert? Das Unvermeidliche. Man geht auf Nahrungssuche, was reichlich schiefgeht. Vater und Sohn stoßen auf seltsame Wesen, auf Mutanten, die sich brutal ihren Weg freifressen und sich auf den Vater stürzen, der nur mit Glück entkommen kann. Sie sind also nicht alleine, so die Erkenntnis, aber was sie gefunden haben, beruhigt sie überhaupt nicht. Als der Hunger größer wird, will der Sohn dann noch einmal los, schließlich gibt es keinen anderen Ausweg, als irgendwo außerhalb des mittlerweile verbarrikadierten Hauses Nahrung zu suchen. Doch er stößt auf einen anderen Menschen, der genauso hilflos ist wie die Familie und ebenso Hunger hat. Noch ein Maul zu stopfen, wenn man selbst nichts mehr hat, ist schwer, doch den Protagonisten stört das nicht, denn er ist so optimistisch, dass er denkt, einen Ausweg zu finden. Und Wasser ist ohnehin genügend da, da die Wasserversorgung nicht unterbrochen ist.

Es geht um Sex und Kannibalismus, um Menschenfleisch, roh aus den lebenden oder frischtoten Körpern herausgerissen und verzehrt. Die Geschichte ist stimmig, was ich nicht gedacht hätte. Aber selbst brennende Fragen, die sich bei der Lektüre ergeben, beantwortet Shaw. Damit fasziniert er mich als Leserin, denn es hätte mich nichts mehr gestört, als wenn zwei, drei gravierende Fragen unbeantwortet geblieben wären, nur damit die Story irgendwie existieren kann. Sicherlich bleibt das Ende offen und der Phantasie des Lesers überlassen, aber was hinter der Hütte, dem Wald und der Familie steckt, ist eine gut inszenierte Idee, mit der Shaw brillieren kann.

Absolut nichts für schwache Nerven, wie es immer heißt, nichts für Menschen, die ein bisschen paranoid sind – da könnte diese Lektüre echt heftig werden. Ein bisschen klar kommen muss man mit den ständigen Sprüngen zwischen dem Jetzt und dem Damals.

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musik, subkultur, fans, biografie, onkelz

Buch der Erinnerungen

Klaus Farin , Conny Agel
Fester Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Archiv der Jugendkulturen Verlag KG, 01.03.2009
ISBN 9783940213266
Genre: Sachbücher

Rezension:


Klaus Farin, seines Zeichens weder ein unbeschriebenes Blatt noch ein Unbekannter, wenn es um Jugendkultur geht. Nun hat er sich vor einem Jahrzehnt einer der umstrittensten deutschen Bands gewidmet und deren Fans zu Wort kommen lassen.


Wie könnte es anders sein? Auch dieses Buch über die Böhsen Onkelz trägt den Titel eines Songs. Buch der Erinnerung ist vom Album Heilige Lieder von 1992. Nun ist es auch der Titel eines Buches geworden und das hat es in sich. Im Vergleich zur Danke für Nichts Rezension, die mir ein bisschen schwerer gefallen ist und mich persönlich berührt hat, hat dieses Buch Abneigung bei mir ausgelöst. Zuerst wollte ich es gar nicht lesen und es stand als Flohmarktfund unbeachtet im Regal bei all den anderen Musikbüchern. Mich hat die Aufmachung nicht überzeugt und nein, ich wollte die Fans nicht hören. Gekauft wurde später die signierte Ausgabe, nicht auf dem Flohmarkt, sondern First Hand.


Das hat einen ganz bestimmten Grund: Welcher Autor, der ein positives Werk über eine umstrittene Band verfasst, lässt denn die Hater mal zu Wort kommen? Keiner - und Pressestimmen zählen nicht. Natürlich gibt es also ein Buch der Lobhymnen der Fans auf die Onkelz. Die Seiten sind zweigeteilt, links kommen die Fans zu Wort, rechts Farin, der die Geschichte der Gruppe in knappen Worten aufrollt. Die Fans erzählen frei Schnauze, wie sie zu den Onkelz kamen und warum sie blieben, was ihnen die Idole gaben und was sie so verdammt anziehend macht. Es sind schöne Geschichten, unvergessliche Erlebnisse, Erinnerungen, die ein Fremder gar nicht nachvollziehen kann. Fotos von den Fans, mit den Fans, mit den Onkelz - ein Kritiker würde hier böse Zungen sprechen lassen.


Und warum eigentlich auch nicht? Natürlich mag der Schelm sofort denken: Klar, die Mädels stehen auf den Weidner, dessen Sexappeal sogar die Queen umhauen könnte. Außerdem ist Kevin der böse Bube und Frauen bevorzugen immer die Arschlöcher. Gonzo ist einfach knuffig und Pe hat dieses Verschwiegene an sich, das ihn interessant macht. Die männlichen Fans nehmen sich die Saufgelage und Schlägereien als positives Beispiel und wollen den Idolen nacheifern, wenn es um Härte und die Anzahl der flachgelegten Frauen geht. Es ist ganz logisch, dass keiner etwas Negatives über seine Lieblingsband sagt und dieses pseudoromantische Gewäsch von Familie, Zusammenhalt und Aufgehobensein ist irgendwie eine nette Story um eine Band, die - nun ja, die ihren Erfolg in allererster Linie gar nicht mal ihrem musikalischen Können verdankt. (Darüber können wir gerne jederzeit diskutieren!)


Das mag alles gar nicht mal so falsch sein. Richtig ist aber auch, und das steht dann am Ende doch im Vordergrund, dass die Fans eine ganze Menge zu sagen haben und eben nicht nur einen auf heile Welt machen - auch nicht, wenn es um BO geht. Die Familie existiert nun mal und wer das für dummes Gerede und eine Harmonisierung der Band-Fan-Beziehung hält, der muss sich auch mal die Mühe machen, die Band und ihre Fans live zu erleben. Das ist eine Familie und egal, wie groß das Konzert ist, es ist ein Familientreffen. Im Buch der Erinnerung haben die Fans ihre Seelen geöffnet und geschildert, warum die Böhsen Onkelz so eine Anziehungskraft ausüben. Sie fühlen sich verstanden, und genau das sagt auch Jenny, deren Zitat sogar auf dem Backcover abgedruckt wurde:


"[...] das scheiß doofe Leben, ist manchmal so aussichtslos, so einsam, so kalt und hässlich [...] Und dieser Mensch hat die Gabe, Texte darüber zu schreiben."


Genau das ist es wohl, was viele empfinden. Stephan Weidner fühlt, was er schreibt, und Kevin Russell kann es nachempfinden und schreit die Texte dann heraus. Diese Familie fühlt sich verstanden und viele haben ihre Geschichte, die genauso einsam, gewalttätig, grausam und verzweifelt ist, wie die Biographien ihrer Onkelz. Die sind eben anders als andere Bands, ehrlicher, mit ausgeprägter Fannähe, die einen an allem gerne teilhaben lassen. In diesem Werk scheint es einmal umgekehrt zu sein. Andy erzählt, wie gut er nachvollziehen kann, was BO durchmachen. Er hatte es als Aussteiger der rechten Szene immer schwer und kämpfte um Anerkennung. Madeleine und Kerstin finden viele andere Bands wegen der Eintönigkeit der Songtexte zum Kotzen. Joya weiß genau, dass man mit den Onkelz nicht viele Freunde hat, außer eben die Onkelzfamilie. Alle anderen stempeln einen nur ab. Es wird einmal aufgezeigt, dass es hier nicht um Politik geht, was der Band immer wieder vorgeworfen wird, auch 35 Jahre nach zwei Songs, die Weidner wohl lieber nicht geschrieben hätte. Es geht um etwas ganz anderes, was Kritiker einmal anerkennen und begreifen müssen, was sie recherchieren, erfahren und geistig erfassen müssen.


Gleichzeitig zeichnet Farin den Weg der Band nach, abgespeckt und vor allem immer ein Augenmerk auf die dunklen Seiten gelegt, auf die Hater, auf die Indizierungen, auf die "bösen" Texte, auf die Lügenpresse. 


Nun, Buch der Erinnerungen hat durchaus seine Berechtigung und ist eine gute Sammlung von Fanzitaten und Erinnerungen. Ohne einen Zensurstreifen über die Texte zu legen, bringt Farin sowohl die Texte der indizierten Platte Der nette Mann, als auch die Auszüge des Schreibens der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (brachte man nicht in dieser Ausführlichkeit in Danke für Nichts), die begründen, warum die Scheibe überhaupt indiziert wurde. Dabei wird eine gewisse Absurdität deutlich, die weit über das hinausgeht, was man in den meisten Rückblicken auf die Bandgeschichte erfährt. Manchmal muss man sich geradezu fragen, wessen Töchterchen von Stephan Weidner entjungfert wurde, dass der gestrenge Papi bei der BPjS so scharf und grundlagenlos gegen den netten Mann vorging. (Auch das ist eine schöne Diskussion. Eigentlich geht es doch gar nicht um BO, sondern nur um Weidner, denn es sind seine Texte, seine Worte, seine vermeintlichen Verfehlungen - und Achtung, liebe Kritiker, ihr macht ihn hier zum Märtyrer, was ihr gar nicht wollt.) Kurze Interviews werden abgedruckt, die Einstellung zu Politik, der rechten Szene und einigen anderen Themen wird deutlich dargestellt. Farin stellt eben die Meinung der Band noch einmal dar und zeichnet einen guten Überblick über eine doch eigentlich bekannte Bandgeschichte. 


Es ist ein ganz gutes Buch, dennoch kann ich mich nicht ganz den Lobeshymnen auf den Bewertungsportalen anschließen. Vielmehr scheint es von Fans für Fans zu sein, sie zu verstehen und so manchem außerhalb der Familie näher zu bringen, was die Onkelz für ihre Anhänger so wertvoll macht. Mal ein schöner Gegenpol zu den sonstigen medialen Schlägen gegen die Frankfurter, aber mir fehlt etwas, ohne genau greifen zu können, was es ist. Sehr positiv ist der Anhang mit Veröffentlichungen und Konzerten. Sehr gute Arbeit!

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Tags: biografie, musik, onkelz   (3)
 

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böhse onkelz, musik, biographie, biografie, rock

Böhse Onkelz - Danke für nichts

Edmund Hartsch
Flexibler Einband: 276 Seiten
Erschienen bei 3 R Entertainment AG
ISBN 9783000017438
Genre: Sachbücher

Rezension:


Der erste Gedanke war: Wenn diese Biographie als einzige im BO-Shop verkauft wird, müssen BO damit einverstanden sein - und vielleicht entsprechend "manipuliert" haben. Warum kommt eigentlich sofort ein negativer Gedanke, wenn man an das Quartett denkt? Ist man so weit indoktriniert von den Massenmedien und den "Hatern", dass man an BO kein gutes Haar mehr lassen kann? Vielleicht. Ich jedoch wollte etwas über die vier lesen, noch eine Biographie, noch ein paar Infos, noch ein paar Lügen und Wahrheiten. Wer sich auf die Suche nach der Geschichte der Frankfurter macht, hat entweder das Glück, einen oder alle vier einmal selbst zu treffen und mit ihnen zu sprechen, oder bombt sich voll mit Artikeln, Büchern, Kommentaren, Meinungen und Infos und bildet sich eine eigene Meinung.


"Danke für nichts" beginnt am Anfang, bei Tex Weidner, Stephans Vater, dessen Lebensweg sich gar nicht so sehr von dem seines Sohnes unterscheidet (nein, nicht die Puff- und Knastgeschichten, aber die Ausschweifungen, die Art, die Autorität, die Arroganz). Danach wird man in die Leben von Stephan und Kevin geschmissen, muss sich mit kalten Elternhäusern voller Abneigung, Gewalt und Alkohol konfrontiert sehen, die irgendwann vieles erklären, wenn nicht gar alles. Der Weg von Kevin und Stephan, später auch der von Gonzo, ist vorgezeichnet, das hätte gar nicht viel anders kommen können, so meint man. Pe allerdings ist ein bisschen außen vor, zwar ein Außenseiter, aber kein extrovertierter, saufender Schläger, sondern der stille Beobachter, der erst gar nicht so recht in die Gruppe passen möchte.


Hartsch nimmt wenige Blätter vor den Mund. Er erzählt vom Schmerz, von Tränen, von Enttäuschungen, von Schlägerein, Drogen und Alkoholexzessen. Von der enttäuschten Liebe, von den Gönnern, von den wertlosen Managern. Vom eigenen Versagen der Band, von eigenen Träumen und Hoffnungen - und wieder von den Enttäuschungen. "Danke für nichts" ist gespickt mit vielsagenden Bildern und leeren Promofotos, mit Erinnerungen, die eine Band mit den Lesern teilt, vielleicht in der Hoffnung, endlich verstanden zu werden.
Die Biographie möchte keinen der vier in Schutz nehmen und als Lichtgestalt darstellen - naja, vielleicht doch, aber dazu später -, dieses Buch rotzt dem Leser vier Leben und einen Werdegang hin, den dieser erstmal schlucken muss.


Auffällig und vielleicht auch bezeichnend für BO und den Erfolg der Band ist, dass die Biographie sehr viel von Stephan erzählt, von seinem Vater, seiner Schwester Monica (Carmen bleibt außen vor und wird nur am Rande als geboren erwähnt), seiner ersten Frau Pia, von seinen Gefühlen, seinen Saufgelagen, seinen Schlägerein, seiner Band ... Nun kann man Stephan als arroganten Wich*** betrachten, der sich hier nur noch mehr profilieren möchte. Das steht ja jedem frei. Man kann aber auch ein bisschen weiterlesen und -denken und diesen Weidner von einer anderen Seite kennenlernen (als nicht BO-Fan, als Fan mag das anders sein). Von einer nachdenklichen, sensiblen Seite, von der kämpferischen Seite, von der Seite des kleinen Jungen, der Zuneigung und Anerkennung gesucht hat, der ein Zuhause und Akzeptanz brauchte, mehr nicht. Je weiter man liest, desto mehr versteht man die Texte, versteht manche Aussagen der Band, versteht auch, was die Trennung 2005 bedeutet haben muss.


Ebenso kann man plötzlich Kevin anders betrachten. Seine Geschichte macht nichts ungeschehen oder ungesagt, aber sie verdeutlicht den Menschen Kevin Russell, der auch eine Biographie hat, die stellenweise mehr als deutlich beschreibt und erklärt, warum er geworden ist, wie er ist.
Gonzo und Pe sind die beiden, die ein bisschen zurück und unbeachtet bleiben. Immer wieder gibt es kurze Einwürfe, dass sie auch mal etwas erlebt haben und dabei waren, aber ihre Gedanken und Gefühle treten hinter den starken Persönlichkeiten Stephan Weidner und Kevin Russell weit zurück. Da muss man sich andere Literatur suchen, um sich den beiden ein bisschen zu nähern.


Die Biographie ist aussagekräftig und lässt sich großteils flüssig lesen. Ob die Veröffentlichung im Eigenverlag die beste Idee war, darüber kann man streiten. Ich persönlich möchte hier und da gerne mal den Rotstift zur Hand nehmen, nicht nur wegen der Flüchtigkeitsfehler, auch einfach, um ein bisschen zu strukturieren oder die Sätze flüssiger zu machen. Hier und da werden Fragen aufgeworfen, die einfach nicht beantwortet werden. Trotzdem ist es eine gelungene Biographie, sehr offen und persönlich gestaltet, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen und die dunklen Seiten zu verschweigen. Wenn Stephan jemandem auf die Fresse gehauen hat, dann wird das auch genauso geschrieben. Wenn Kevin sich H reingezogen hat, steht das deutlich auf den Seiten. Diese Blöße muss man sich auch geben, wenn das (neben anderen) Kritikpunkte sind, die der Band immer wieder vorgeworfen werden. Man hätte als offizielle Biographie auch vieles verschweigen können. Aber das haben die vier wohl nicht im Sinn gehabt.
Was fehlt? Wie es weiterging! Es ist definitiv Zeit, die Biographie zu erweitern - bzw. einen zweiten Band herauszubringen und die erste vielleicht noch einmal zu überarbeiten (ein schöner Ghostwriterjob im Übrigen ;) )


Fazit: Eine offene, ehrliche und sehr persönliche Biographie, die gar nicht oder nur ganz wenig geschönt ist, und leider Gonzo und Pe ein bisschen vernachlässigt.

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Waldfrüchtchen

Sophie E. Parker
Flexibler Einband: 112 Seiten
Erschienen bei epubli, 22.01.2014
ISBN 9783844274882
Genre: Romane

Rezension:

Sophie E. Parker hat in einem kleinen Buch Kurzgeschichten und Gedanken zusammengefasst. Dabei beginnt sie mit einem Kurzkrimi, der in einer Schrebergartenkolonie lokalisiert ist. Mit einigen Wendungen, ist am Ende dann aber doch klar, wer der Mörder ist. Auf wenigen Seiten muss man auch ein bisschen damit haushalten, was man geschehen lässt.

Die Titelgeschichte ist da schon länger und spielt an verschiedenen Orten. Eine Liebesgeschichte, die stellenweise ein paar Fragen ob der Handlungen der Protagonisten aufwirft. Vielleicht hätte man hieraus eine längere Story machen sollen, denn Spaß macht sie schon und man möchte hier und da doch etwas mehr erfahren.

Schöne Beobachtungen vom Leben auf dem Campingplatz, die gleichzeitig einen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Autorin geben. Ob man das nun nachempfinden kann, steht auf einem anderen Blatt.

Auch Beobachtungen zum Thema Schneefalls an Weihnachten sind ganz nette, kurze Gedanken.

Zusammengefasst ist Waldfrüchtchen eine Kurzgeschichtensammlung, die man schnell durchgelesen hat. Es stecken viele gute Ansätze und Gedanken drinnen, Minuspunkt ist für mich, dass ich die ersten beiden Geschichten gerne ausführlicher gehabt hätte, denn da steckt Potential drin.

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hermes, glückskekse, glückskeks, komödie, humo

Der ganz und gar seltsame Glueckskeks, das Taxi und die Nazi-Oma

Christoph Stark
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 15.07.2016
ISBN 9781535288798
Genre: Humor

Rezension:

Klingt das verwirrend? Gut. Denn genauso ist das Buch. Die Geschichte wandelt zwischen unterschiedlichen Schauplätzen und man muss hin und wieder mal ein bisschen springen. Autor Christoph Stark wandelt zwischen Himmel, Erde und Hölle, springt munter in den Zeiten und politischen Ansichten hin und her, macht dabei auch vor religiösen Anschauungen nicht Halt, und versucht, das Ganze mit einer Prise ironischem Witz zu würzen. So ganz gelingt es nicht immer. An manchen Stellen wirken die Amüsements zu übertrieben. An anderen bedarf es vielleicht etwas mehr Worte, damit der Leser das auch witzig findet. Trotzdem ist der Roman ein ganz lustiger Zeitvertreib, auf den man sich einlassen muss - was manchmal echt schwer fällt. Vereinzelt erinnert das Buch an Storys wie Greg Siscos One Night Stan's. Auf jeden Fall: Viel Spaß bei der Lektüre!

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düsseldorf, peter kürten, susann brenner, deutsch, blut trinken

Der Vampir vom Niederrhein - Peter Kürten

Susann Brennero
Flexibler Einband: 315 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 03.08.2016
ISBN 9783839219379
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Februar 1929: Die kleine Rosalie wird ermordet aufgefunden. Düsseldorf ist geschockt und beginnt eine waghalsige Suche nach dem Mörder. Der Journalist Kron ist ein Nachbar von Rosalies Familie und schwört ihren Eltern, dass er den Mörder finden wird. Bald freundet er sich mit dem ermittelnden Kommissar Bergmann an. Doch es folgen mehr Morde und keiner findet einen Hinweis auf den Mörder.

Der biografische Roman berichtet von der Zeit zwischen Februar 1929 und Mai 1930, in der schreckliche Morde und Überfälle in Düsseldorf geschahen. Dabei folgt der Leser dem Journalisten Kron, der sich selbst ein bisschen als Ermittler betätigt und alles daran setzt, den Mörder zu finden. In den ohnehin unruhigen Zeiten ist die Suche erschwert. Zwischen Bürgerwehren und den aufstrebenden Mächten muss Kron Acht geben, dass er nicht selbst in Verdacht gerät und ein Opfer der Lynchjustiz auf den Straßen wird. Auch seine Beziehung beginnt unter der Besessenheit zu leiden. Aber Kron macht weiter. Wenn man aufmerksam liest, kann man vielleicht hier und da einen Hinweis auf den Täter finden. Es ist spannend, wie die Autorin das Buch aufgebaut hat. Eine Stadt sucht einen Mörder, der ein Phantom ist. Kron gibt ihm den Spitznamen "Vampir von Düsseldorf", dessen Bekanntheit schnell globales Ausmaß erreicht. Man folgt dem Journalisten auf seinen holprigen Wegen, fiebert mit, fragt sich irgendwann, ob der Mörder überhaupt gefunden wird - was verwunderlich ist, da es sich um einen biografischen Roman handelt und man natürlich weiß, dass die Fälle schließlich aufgeklärt werden konnten. Dennoch fesselt einen die Geschichte und man kann das Buch nur sehr schwer aus der Hand legen. Geschockt kann man von den Taten sein, es trifft eben Kinder, die sich nicht wehren können, das nimmt einen bei der Lektüre schon mit.

Ein gutes, lesenswertes Buch für Krimifans und alle, die wahre Geschichten in Romanform mögen. 

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Stirb, du Bastard! Stirb!: Festa Extrem

Jan Kozlowski
E-Buch Text
Erschienen bei Festa, 15.11.2016
ISBN B01MYNABU2
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Krankenschwester Claire ist vor fast zwanzig Jahren von zu Hause weggelaufen und hat alles hinter sich gelassen. Nur der Erinnerung an ihren Vater kann sie nicht entkommen. Der hatte sie und andere Mädchen jahrelang sexuell missbraucht. Nun hat ihre alte Freundin und Leidensgenossin Olivia sie ausfindig gemacht und fleht sie an, zurückzukehren - dabei hat sie einen perfiden Racheplan ausgearbeitet...

Man kann das Buch in wenigen Sätzen komplett erzählen und nimmt damit nicht sonderlich viel weg. Zu Beginn wird Claire in ihrem aktuellen Leben beschrieben und stellt sich als mutige junge Frau heraus. Als sie jedoch zurück in ihr altes Leben kehren soll, merkt der Leser schnell, dass sich hinter dieser Fassade eine zerbrochene Kinderseele versteckt, die zu viel durchleben und ertragen musste. Zuerst wehrt sich Claire, bei Olivias Plan mitzuwirken, was vollkommen nachvollziehbar ist. Aber es ist nicht ganz nachvollziehbar, warum sie doch bleibt und sich auf einen Besuch bei ihrem Vater einlässt. Man fragt sich bald, warum sie für die Suche der Beweise nicht einfach eingebrochen ist, ihr Vater ist schließlich gerade in einer Klinik. Lässt man sich darauf ein, kommt bald das nächste Fragezeichen - und so geht es weiter. Man kann nicht unbedingt die Schritte von Claire nachvollziehen, gerade bei ihrer Vergangenheit. Gespickt sind diese unlogischen Schritte mit wahnsinnigen Längen zwischendurch, kleinen Bäumchen-wechsel-dich-Spielchen und überhaupt ... mir fehlt es ein bisschen an dem typischen Extreme Horror, der sehr kurz kommt und fast nur angeschnitten wird. Das "Schlimmste" sind eine Horde Kakerlaken und das kann keinen Extreme Horror Leser wirklich schocken.

Alles in allem ist das Buch eine nette kleine Rache-Story, bei der mir persönlich der Pfiff und die wirkliche Rache fehlen. Ganz nett sind die unerwarteten Wendungen, die es aber auch nicht rausreißen.

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kurzgeschichten, horror, schwarzer humor, splatter, gewalt

Jacks magische Bohnen

Brian Keene , Markus Mäurer , Mark Freier
Buch: 180 Seiten
Erschienen bei Atlantis Verlag Guido Latz, 01.11.2012
ISBN 9783864020384
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Brian Keene hat genügend Fans, die sich um dieses Büchlein reißen. Fünf Kurzgeschichten des Horrorautors in einem Band, die es in sich haben - und größtenteils vergriffen sind bzw. waren. Dabei geht es um Blut, Brutalität, Mörder und jede Menge Abgründe der menschlichen Seele.

Bereits die erste Novelle Jacks magische Bohnen lässt den Leser in eine brutale Welt eintauchen, aus der es anscheinend kein Entrinnen gibt. Blut spritzt, Gehirnmasse klebt an den Wänden und Gedärme verteilen sich auf dem Fußboden. Ein Lesegenuss für jeden Extreme-Horror-Fan. Nicht nur Fans von Richard Laymon werden hier Parallelen finden, Keene spricht diese auch selbst an. Wer die Novelle mag, sollte sich mal an Laymons Der Regen wagen.

Ohne Dich ist die Eskalation einer Beziehung, die eigentlich schon längst am Ende ist, ohne wirklich beendet zu werden. Den Ausweg des Protagonisten muss man natürlich ein bisschen absonderlicher gestalten.

I am an Exit und This is not an Exit sind zwei zusammenhängende Geschichten. Man wünscht sich schnell einen kompletten Roman mit dem Exitmörder und Keene Fans sind hier auch nicht enttäuscht worden. Die beiden Kurzgeschichten sind Momentaufnahmen, die nicht zu viel verraten und dem ein oder anderen vielleicht etwas zu kurz sein könnten.

Abschluss bildet Der King in: Gelb. Eine gute Idee, die aufgrund der Kürze schnell umgesetzt ist. Ein bisschen erinnert sie an den großen Meister Graham Masterton, der mit Der Horrorspiegel  eine ähnliche Idee niedergeschrieben hat.

Jacks magische Bohnen ist eine tolle Kurzgeschichtensammlung, die schnell durchgelesen ist und Extreme-Horror-Lesern wirklich Spaß machen wird.

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richard laymon, horror, heyne verlag, richardlaymo, dasufer

Das Ufer

Richard Laymon , Kristof Hahn
Flexibler Einband
Erschienen bei Heyne, 12.09.2016
ISBN 9783453676473
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Leigh wurde vor neunzehn Jahren bei einer tödlichen Sommerromanze schwanger. Mittlerweile ist ihre Tochter achtzehn Jahre alt und das Leben der beiden scheint perfekt zu sein. Bis Deana von einem Wahnsinnigen verfolgt wird und sich auch Leigh in wachsender Gefahr befindet. Wäre da nicht Mace, ein Polizeibeamter, der ihr Sicherheit vermittelt, aber vielleicht doch nicht der ist, der er zu sein vorgibt...

Richard Laymon ist bekannt für spannende Thriller, die einem gerne das Blut in den Adern gefrieren lassen. Das Ufer sollte da keine Ausnahme machen, so denkt man, aber leider wird man enttäuscht. Immer wieder gibt es unstimmige und krasse Brüche in der Geschichte, die einem irgendwann den Spaß verderben. Das wäre vielleicht akzeptabel, wenn ein solcher Bruch zwischen zwei Kapitel stattfände, aber nicht innerhalb ein und desselben. Über weite Strecken passiert leider gar nichts in dem Buch und man langweilt sich. Es müsste doch endlich mal spannend werden! Aber es geht immer nur verworren um Deana und ihre neue Liebe, nachdem die alte getötet wurde. Und manchmal um Leighs Spitzenrestaurant, das einen irgendwann gar nicht mehr interessiert. Krasse Logikfehler scheinen so gar nicht zum eigentlich Horrormeister zu passen, aber er begeht sie, damit die Geschichte fortfahren kann. Plötzlich stehen Tote auch wieder auf, kommen zum Drohen und verschwinden dann irgendwie sofort wieder, wenn sie nicht bekommen, was sie wollen, werden von der Polizei in Gewahrsam genommen und ... Der Leser bleibt mit einem großen Fragezeichen im Kopf zurück. Selbst als es auf den letzten hundert Seiten so etwas wie spannend wird, ist das nur ein schwacher Trost und weitab von dem, was man von Laymon kennt und gewohnt ist. Sind hier mehrere Geschichten ineinander verwoben worden? Oder war das eine Rohfassung, die er nicht mehr nachbearbeitet hat? Leider eines der schlechtesten Bücher von ihm.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

liebe, freunde, mystisch, geheimnisse, teenie roman

Ich träum von dir...

Ellen Sommer
Flexibler Einband: 324 Seiten
Erschienen bei Sommer, Ellen, 01.06.2016
ISBN 9783000523052
Genre: Fantasy

Rezension:

Chris und Lille sind nach einigen Irrungen und Wirrungen endlich ein Paar geworden. Nun könnte alles perfekt sein, würden da nicht grausame Erinnerungen an einen Unfall wie ein Damoklesschwert über den beiden schweben.

Ellen Sommer hat ihrer Reihe Voll erwischt einen lesenswerten zweiten Band hinzugefügt. Zwar ist dieser Band gespickt mit Hinweisen auf den ersten, jedoch kann man ihn ohne weiteres auch lesen und alles nachvollziehen, wenn man Band 1 (noch) nicht kennt.

Die Protagonisten Lille und Chris sind endlich ein Paar geworden. Die Beziehung startet recht gut, wird aber bald überschattet von Alpträumen und einem dunklen Geheimnis, das Chris mit sich herumschleppt. Gemeinsam werden sie auf eine harte Probe gestellt und müssen an ihrer Beziehung und sich selbst arbeiten.

Ellen Sommer kann sich gut in die Teenager einfühlen und vermittelt dem Leser deren Gefühlswelt mit stimmigen Bildern. Die Perspektive wechselt immer zwischen Lille und Chris, so dass man die Gedanken beider recht gut nachvollziehen kann und auch der oder andere Schritt, der gemacht wird, deutlicher erklärt wird. Stellenweise muss man als erwachsener Leser, der lange aus diesem Alter heraus ist, schmunzeln, weil man sich ertappt fühlt. So war man auch mal, oder? 

Alles in allem ein gutes Buch für junge Leser, die ihre erste Liebe und deren Schwierigkeiten erfahren - und die sich in eine romantische Geschichte fallen lassen möchten.

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Bastians Traum

Guido Arnold
Flexibler Einband
Erschienen bei Engelsdorfer Verlag, 01.10.2015
ISBN 9783957447463
Genre: Romane

Rezension:

Bastian ist scheinbar stark depressiv und verlässt seine Wohnung nicht mehr, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Doch eines Tages muss er raus und findet sich unerwartet in einem Traum wieder, der ihm zeigt, wer er wirklich ist und was er kann.

Guido Arnold hat einen Roman geschrieben, der zum einen nachdenklich stimmt, zum anderen aber sicherlich auch viele Leser nicht überzeugen kann. So viel erfährt man von Bastian zu Beginn gar nicht, als dass man wirklich wüsste, was eigentlich mit ihm los ist. Er verlässt so unvermittelt seine Wohnung und landet in einer Traumwelt, dass es beim Lesen schwer fällt, diesen Schritt gedanklich mitzumachen und sich auf den Traum einzulassen. Der Protagonist ist so plötzlich in einer ganz anderen Welt und wird von dieser vereinnahmt, dass man sich noch fragt: Ist das die eigentliche reale Welt, in der er lebt? Immer wieder kommt es zu krassen Brüchen und Sprüngen innerhalb der Geschichte, es fehlen Zusammenhänge, die erst so spät aufgeklärt werden, dass man sie nur mitbekommt, wenn man vorher nicht schon enttäuscht abgebrochen hat. 

Als Leser hätte ich eine andere Geschichte erwartet, auch wenn ich eine Leseprobe kannte. Man denkt eher an eine Mut machende Geschichte, die von einem Depressiven berichtet, der sein Leben in den Griff bekommt. Ganz falsch ist das auch nicht, wenngleich es auf eine andere Weise geschieht als man das vielleicht erwartet hat und ich fast sagen möchte, dass man sich auf ein Mittelalter-Fantasy-Spektakel einlassen muss. Wer darauf keine Lust hat, Finger weg. 

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Der bescheidene König Murphy

Jasmin Weinberger
Flexibler Einband: 180 Seiten
Erschienen bei Edition Paashaas Verlag EPV, 12.03.2013
ISBN 9783942614191
Genre: Comics

Rezension:


Murphy ist ein kleiner Kater, der aus dem fernen Spanien stammt. Dort hat er sein Königreich für eine Futtermagd verlassen und lebt fortan in Hattingen. Hier lernt er zu spielen, zu lieben und das Leben zu genießen.

Jasmin Weinberger ist tierlieb und unterstützt den Tierschutz. Im Vorwort macht sie Werbung für die Katzenhilfe Samtpfötchen. Das ist auch noch in Ordnung, aber schnell kommt man ins Politisieren und fragt sich, warum man Katzen und Hunde aus Spanien und anderen Ländern nach Deutschland schleppen sollte, um sie hier zu adoptieren, wenn deutsche Tierheime überfüllt sind und es hier zahlreiche Hunde, Katzen und andere Tiere gibt, die auf ein liebevolles Herrchen oder auch Frauchen warten. Man könnte darüber lange diskutieren, aber es soll dann doch um das Buch gehen.

Kater Murphy wurde also aus Spanien importiert, ihm folgen fünf weitere Katzen und die Futtermagd Jasmin Weinberger erzählt kurze Begebenheiten mit ihren Stubentigern. Auf jeder Seite ist mindestens ein passendes Foto. Schnell wird deutlich, dass man sich hier zu den Fotos kurze Gedanken gemacht hat und Stichpunkte zu Situationen als ganze Sätze umgeformt als Geschichte und sogar als ganzes Buch deklariert. Natürlich kennt man die Situationen als Katzenbesitzer, wenn die Mieze immer Futter möchte, ein bisschen fremdelt, „helfen“ möchte und dabei noch viel mehr Chaos anrichtet und sich überall dort hinlegt, wo es eben nicht sein soll. Dabei kommen auch nette Erinnerungen zustande, die man sich gerne mal im familiären Kreis erzählt. Ein Buch wird daraus aber nicht – und so ist Der bescheidene König Murphy leider eine Enttäuschung. Man wartet immer auf ein Highlight, auf einen Spannungsbogen und eine richtige Geschichte, die in sich schlüssig ist und nicht nur eine Aneinanderkettung verschiedener Notizen.  Das Buch liest sich zwar schnell, ist aber sehr langweilig, weil einfach nicht wirklich etwas passiert und das Lieblingswort ist „bescheiden“ –  eine ständige und irgendwann nervige Wiederholung.

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Spiel um mein Leben

Ziska von Kalkstein
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei epubli, 20.11.2015
ISBN 9783737576444
Genre: Romane

Rezension:


Ziska von Kalkstein hat sich viele Gedanken gemacht. Der Einstieg in den Krimi ist rasant und beginnt mit einer - namenlosen - Frau, die entführt wird und verzweifelt versucht, sich selbst zu befreien. Als ihr das vermeintlich gelingt, macht die Geschichte einen Sprung. Plötzlich folgt man Gudrun durch ihr Leben, erfährt schnell, dass sie Melanies Mutter ist, Polizistin, vom Dienst suspendiert und auf der Suche nach Ruhe und der Auszeit, die sie entspannt. Zack, schnell geht es weiter - nachdem Gudrun auf vielen Seiten nichts anderes vorhat, als zum Bäcker zu gehen - und man ist mal eben bei Ruth gelandet. Hier verharrt man aber auch nicht lange.

Was rasant klingt, ist beim Leser eher verwirrend und man fragt sich bald, was hat denn A mit B zu tun und warum springt man jetzt in der Geschichte schon wieder an eine andere Ecke und in eine andere Zeit?

Die Ideen, die in dem Buch stecken, würden für zwei reichen. Das eine ist eine nette Familiengeschichte, die für sich genommen gut ist und ohne das Krimielement auch lesenswert wäre. Das andere ist ein Krimi, der noch ein bisschen mehr Pfeffer bräuchte, aber von der Idee her schon ziemlich solide ist.

Wirft man einen Blick auf die Autorenvorstellung bei Amazon, die von der Autorin selbst verfasst wurde, erklärt sich so einiges. Denn auch hier erfährt man eine Familiengeschichte, die man so gar nicht erfahren möchte, dafür wenig über die Autorin selbst. Ihre Familienchronik erscheint fehl am Platz, aber immerhin gibt der Schlusssatz Aufschluss darüber, warum im vorliegenden Krimi eine Freundschaft und familiäre Verknüpfungen so ausführlich dargestellt werden.

Alles in allem braucht man für das Buch Geduld un Durchhaltevermögen. Sicherlich möchte man es immer wieder mal abbrechen und nicht mehr anfassen. Doch es lohnt sich, immer wieder weiterzulesen. Kein Überflieger, aber ein ganz guter Familiengeschichten-Krimi für die langen Abende am Kamin.

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

joachim kroll, serienmörder, serienmörder joachim kroll, innenansicht/täter, ruhrgebiet

Ich musste sie kaputtmachen

Stephan Harbort
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Droste Vlg, 19.02.2004
ISBN 9783770011742
Genre: Sachbücher

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

killer, mord, serienmörder

Killerinstinkt

Stephan Harbort
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.12.2012
ISBN 9783548374772
Genre: Sachbücher

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horror, splatter, festa extrem, gewalt, kanibalismus

Familienmassaker: Festa Extrem

Tim Miller
E-Buch Text: 113 Seiten
Erschienen bei Festa, 20.05.2015
ISBN B00Y0AIJV8
Genre: Sonstiges

Rezension:


Eddie Mason ist ein guter Vater. Er erzieht seine Kinder und bringt ihnen alles, was sie wissen müssen – über die Kunst des Tötens…

Wieder einmal beweist Miller, dass er vor allem eines kann: Brutalität. In „Familienmassaker“ beschreibt er mit Bedacht auf grausame Feinheiten, wie ein Familienvater das Töten an seine Kinder weitergibt. Die Geschichte beginnt recht ruhig und beschaulich und man muss etwas warten, bis man den eigentlichen Horror entdeckt. Zwar wird es blutig, was bei Millers Geschichten normal ist und zum guten Ton gehört, aber der eigentliche Horror bleibt eher im Hintergrund und wird lange Zeit nur angedeutet.
Ganz überzeugt hat mich das Buch nicht. Es sind 160 gefüllte Seiten, aber Miller rennt auch hier wieder durch. Man wird das Gefühl nicht los, dass er zwar gute Ideen und Ansätze hat, sie aber nicht ganz so ausarbeiten kann, wie er es vielleicht möchte und der Leser es sich wünscht.

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splatter, festa extrem, horror, festa verlag

Auf die Toten: Festa Extrem

Wrath James White
E-Buch Text: 181 Seiten
Erschienen bei Festa, 19.03.2016
ISBN B01B8G90T6
Genre: Sonstiges

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Ein Blick in die Hölle - Buch 2: Festa Extrem

Wade H. Garrett
E-Buch Text: 211 Seiten
Erschienen bei Festa, 08.09.2016
ISBN B01LVTWG99
Genre: Sonstiges

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festa extrem, shane mckenzie, splatter, erotik, dämonen

Geil auf Sex und Tod: Festa Extrem

Shane McKenzie
E-Buch Text: 136 Seiten
Erschienen bei Festa, 20.04.2015
ISBN B00WFSDJ26
Genre: Sonstiges

Rezension:


Gary ist ein Loser, der viel einstecken muss. Im Wald begegnet er einem seltsamen Mädchen, das zu ihm aufsieht und ihm zwei Dinge verspricht: Sex und Rache. Doch Gary weiß nicht, welchen Preis er dafür zahlen muss….

Sex? Ja. Derber Sex? Auch, gerne als Orgie, jeder mit jedem. Shane McKenzie kennt keine sexuellen Tabus und das Buch trieft vor Körpersäften, Gelüsten und intensiven Beschreibungen jedweder Art des Geschlechtsverkehrs. Da werden auch sehr gerne Tabus gebrochen. Eklig ist es auf jeden Fall, was da beschrieben wird. Man kann sich zu Beginn sehr gut in Gary hineinversetzen, ein Protagonist, der auf der Verliererseite steht und sich viel gefallen lassen muss. Dass der Einzelgänger natürlich seine Träume und Sehnsüchte hat, ist verständlich. So folgt der Leser dem tragischen Helden auf eine Lichtung im Wald zu seinem Lieblingsplatz. Während dem Leser allerdings recht schnell bewusst wird, was die geheimnisvolle Fremde im Schilde führt und verursacht, braucht Gary ein bisschen länger. Denn viel schöner ist es, die versprochene Rache an seinen Feinden auszukosten.
Wenn man sich von den Sexszenen nicht einschüchtern lässt, kann man das Buch gut und schnell lesen. Ein echter Hammer ist es zwar nicht, aber ein netter, kleiner Zeitvertreib der Kategorie „Extrem“.

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thriller, mord, feuer, hilfebus, container

Der Schlepper - Thriller

René Junge
E-Buch Text: 195 Seiten
Erschienen bei Musketeer Publishing, 12.12.2015
ISBN B019BGIF8M
Genre: Sonstiges

Rezension:


Nachdem Simon Stark den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat und nun eigentlich seine Aufträge selbst aussuchen möchte, ist der erste Fall nicht ganz selbst gewählt. Doch Stark und sein Team lassen sich davon nicht stören, erkennen sie schnell die Brisanz des Auftrags. Nach Drohungen kommt es zu einem Mordfall und Stark findet sich bald selbst in einer gefährlichen Situation wieder…

René Junge lässt nichts anbrennen. Seine Thriller lassen nicht allzu lange auf sich warten und somit verliert der Leser nicht das Interesse. Einmal mehr wird der Protagonist in einen verzwickten Fall geschickt, den er mit viel Geschick lösen muss. Junge baut seine Handlung gezielt auf, verwebt immer wieder aktuelle Politik und Ereignisse in seine Geschichten und beleuchtet diese von mehreren Seiten. Die Spannung wird gekonnt aufgebaut und bis zuletzt gehalten. Immer wieder gibt es kleine Ereignisse, die die Spannung noch weiter vorantreiben und man fragt sich, wie kann der Autor diese Situation auflösen? Man liest immer weiter, weil man unbedingt wissen möchte, wie die Geschichte ausgeht und kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Manchmal werden Verbindungen zu den vorangehenden Büchern aufgezeigt, aber man muss diese nicht gelesen haben, um Der Schlepper zu verstehen.

Junges Bücher sind für alle Liebhaber anspruchsvoller Thriller, die auch Sinn für Sozial- und Gesellschaftskritik haben.

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 1 Rezension

horror

Der Horrorspiegel

Graham Masterton
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe, 01.09.1993
ISBN 9783404133628
Genre: Sonstiges

Rezension:


Drehbuchautor Martin Williams ist besessen vom einstigen Kinderstar Boolful, der vor Jahrzehnten von seiner Großmutter grausam zerstückelt wurde. Doch niemand will das Drehbuch für ein Musical über den talentierten Jungen umsetzen. Eines Tages bekommt Martin mehrere alte Möbel aus dem Haus Boolfuls angeboten, doch er kann sie sich nicht leisten. Ein Spiegel, der im Wohnzimmer des Getöteten hing und den Mord mitangesehen hat, lässt ihn jedoch nicht los und er plündert seine Ersparnisse, um das Monstrum zu erwerben und in seiner Wohnung aufzuhängen. Damit nimmt das Grauen unaufhaltsam seinen Lauf und Martin kommt Boolfuls und der Wahrheit über seinen Tod näher, als er es sich gewünscht hat…

Graham Masterton ist ein Meister der Horrorliteratur und hat auch mit dem „Horror Spiegel“ voll ins Schwarze getroffen. Gekonnt beschreibt er die Macht eines Idols über seinen Anhänger und wozu diese Leidenschaft führen kann. Vor allem aber baut Masterton Horror auf und man fragt sich recht schnell, was man sehen wird, wenn man in den nächsten Spiegel sieht. Ist es wirklich das eigene Gesicht oder taucht plötzlich etwas anderes auf? Man ertappt sich dabei, dass man selbst die kalte Fläche eines Spiegels berührt und die Gedanken Mastertons mit in den Alltag nimmt.

Warum ist das so faszinierend? Weil man sich als Erwachsener plötzlich an seine Kindheit erinnert fühlt. An die fantastischen Gedanken über eine Welt hinter dem Spiegel, eine andere Welt – oder vielleicht auch einfach nur die selbe Welt, die lediglich spiegelverkehrt ist? Masterton geht stark auf Alice hinter den Spiegeln ein und nimmt Motive aus Carrolls Werk und flechtet sie gekonnt in seine Geschichte ein. Vermischt mit zahlreichen Hinweisen auf biblische Texte, entdeckt man schnell, dass hinter dem Buch mehr steckt, als nur eine weitere Horrorgeschichte. Mit fundierten Kenntnissen beider Werke hat Masterton einen intelligenten Plot erschaffen, der dem Leser viel Stoff zum Nachdenken gibt. Wer sich in den Vorlagen nicht ganz auskennt, kann durchaus mal zur Parallellektüre greifen und nachlesen.

„Der Horror Spiegel“ ist ein gelungenes Stück Horror und ein wahres Lesevergnügen. Nicht ganz geeignet für schwache Nerven, aber eine Pflichtlektüre für Masterton-Fans und Leser, die auf intelligenten Horror und eine durchdachte Story stehen.

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horror, splatter, hinterwäldler, extrem-horror, erotik

Willkommen in Hell, Texas: Festa Extrem

Tim Miller
E-Buch Text: 111 Seiten
Erschienen bei Festa, 24.01.2015
ISBN B00SQJ8RIY
Genre: Sonstiges

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hunger, das camp, ekel, thriller, scout

Das Camp

Nick Cutter ,
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.09.2014
ISBN 9783453437791
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine Pfadfindergruppe ist übers Wochenende auf einer kleinen unbewohnten Insel gestrandet. Mitten in der Nacht taucht ein merkwürdiger Fremder auf, der einen unmenschlichen Hunger hat. Die Jungen sollen in ihrem Schlafsaal bleiben, während sich ihr Gruppenleiter - ein Arzt - um den Fremden kümmert. Doch bald schon wird auch er auffällig durch ein seltsames Verhalten und seinen wachsenden Hunger ...

Nick Cutter beschreibt in seinem Thriller den Wurmbefall einer Pfadfindergruppe, die schon bald auf sich alleine gestellt ist und abgeschnitten von allen Erwachsenen. Diese schicken zwar hin und wieder mal einen Militärhubschrauber auf die Insel, nehmen aber keinen Kontakt zu den Jugendlichen auf und überlassen sie sich selbst. Bald schon verändert sich die Gruppe und was an negativen Charaktereigenschaften bisher im Verborgenen geblieben war, kommt schnell ans Licht. Schon bald stellen nicht mehr allein die hungrigen und sich rasch vermehrenden Würmer die einzige Gefahr für die Gruppe dar.

Manches erinnert stark an Vernes "Zwei Jahre Ferien" oder Goldings "Der Herr der Fliegen". Es scheint, als habe der Autor sich hier einige Inspiration geholt und am Ende noch eine kleine Prise Horror in die Geschichte gestreut. Zwischen der eigentlichen Erzählung von der Insel finden sich immer wieder Zeitungsberichte und Vernehmungsprotokolle, die zwischenzeitlich beschreiben sollen, was eigentlich gerade mit den Jungen passiert und warum keiner der Erwachsenen auf die Insel kommt und Nahrung sowie ärztliche Versorgung dorthin bringt. Ab und zu verwirren diese Einschübe mehr, als dass sie wirklich erklären, was denn nun los ist. Am Ende bleibt man vielleicht sogar mit einem etwas unbefriedigendem Gefühl zurück, denn das Ende ist anders, als erwartet und man könnte nun spekulieren, ob alles so stimmt, was da angegeben wird.

Das Buch lässt sich unterschiedlich gut lesen. Es sind eben genau diese Einschübe, die der Geschichte das Tempo rauben und auch leider die Spannung nehmen. Man kann den Plot auch mit leichten Veränderungen zigmal anders erzählen und hat eine gleichsam spannende Erzählung, die einem nur vielleicht irgendwann zum Hals heraushängen dürfte - man denke an Vernes und Golding! Zwar wird der Thriller hochgelobt, für mich jedoch war er eher langweilig. Die Idee dahinter ist - wenngleich nicht neu - gut und hätte wirklich spannend und absolut mitreißend verarbeitet werden können, wenn da nicht ... Da hilft auch nicht, dass Horror-Papst Stephen King total begeistert zu sein schien.

Wenn man auf etwas schalen Horror steht, aber gerne mal eine blutige Szene vor Augen hat, dann ist "Das Camp" ein absolutes Must-Have. Ansonsten eher nur eine zähe Geschichte, für die man sich mehr wünscht: Mehr Pep, mehr Spannung, mehr durchdachten und zusammenhängenden Plot.

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Cupid in Bondage

Wrath James White
Flexibler Einband: 132 Seiten
Erschienen bei Deadite Press, 01.12.2014
ISBN 9781621051695
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das kleine Büchlein ist ursprünglich ein Dankeschön des Autors gewesen. Dieser hatte zu Spenden aufgerufen, um seiner Frau die Hochzeit ihrer Träume zu ermöglichen. Auch wenn das angestrebte Ziel leider nicht erreicht wurde, konnten sich doch einige über das besondere Buch freuen. Dieses ist signiert und derzeit nicht auf dem deutschen Markt erhältlich.

"Cupid in Bondage" ist keine Geschichte, sondern eher ein Gedicht- und Gedankenbank von Horror-Autor Wrath James White. Die Vorliebe für Bondage und die besondere Liebe und Zuneigung eines Bondagepaares zueinander sind das Thema. Der Autor beschreibt in liebevoll brutalen Worten seine Frau, ihre Beziehung, ihre Liebe, das Innenleben und genau das, was so viele nicht verstehen - auch wenn "50 Shades" ja nun angeblich alles erklärt hat. Im Grunde hält White mit dem Buch gegen den wahnwitzigen "50 Shades"-Hype und zeigt, wie lächerlich diese Reihe und die nun stolzen Hausfrauen sind, die allen erzählen, dass es nun auch in ihrem Schlafzimmer SM und Bondage gibt. Einen Sch... gibt es! Aber das gehört nicht hierher.

Es geht um Sex, um Blut und um Liebe, die nur wenige Menschen verstehen können. Denn wie kann man lieben, wenn man sich schlagen lässt, angebunden wird und blutet? Hier geht es nicht um häusliche Gewalt! Es geht um Liebe und Zuneigung, um tiefes Vertrauen und beiderseitiges Einvernehmen. Es geht um Grenzen und die Überschreitung derselben. Ganz klar wird aber gezeigt, dass so etwas nur möglich ist, wenn beides es wollen und aufeinander hören - und eben Schluss ist, wenn Schluss ist!

Beim Lesen des Buches tut man sich zuweilen schwer, weil man das Gefühl bekommt, in die intimsten Bereiche der Privatsphäre und Liebe eines Paares einzudringen. Manchmal legt man das Buch weg, ist zwar begeistert, hat aber doch seine Bedenken, ob man überhaupt das Recht hat, weiterzulesen.

White nimmt kein Blatt vor den Mund. Es ist ein gewagtes Buch, manche wird es verstören, anderen wird es aus dem Herzen sprechen. Für wieder andere ist es aber auch nur die Komplettierung der White-Sammlung im Bücherregal - mit Originalautogramm.

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horror, inzest, seelen, vergewaltigung, menschenjagd

Die Bestien

Brett McBean
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 01.07.2011
ISBN 9783865521323
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Jim kommt frisch aus dem Gefängnis und fährt auf dem Motorrad durch's Land. Dabei kommt er nach Billings und kehrt auf der Suche nach einer Erfrischung und einer Bleibe für die Nacht in der dortigen Bar ein. Die Ablehnung der Bewohner des Städtchen dem Fremden gegenüber ist deutlich zu spüren. Doch dann wird er Zeuge, wie ein junges Mädchen geschlagen wird und geht dazwischen. Eine Hetzjagd beginnt, bei der es kaum Überlebende geben wird...

Eigentlich geht es bei Brett McBean gar nicht um die Jagd an sich und den lieben Jim, den das ist im Grunde nur der Rahmen für die eigentliche Geschichte. Hauptdarsteller ist eine alte Blechdose mit stinkendem Inhalt, die irgendwann jeder haben möchte - und doch jeder fürchtet. Scheint zu Beginn alles noch recht durchsichtig zu sein, kommt es im Laufe des Buches zu immer mehr seltsames Zusammenhängen, die nicht mehr einwandfrei erklärt werden, so dass der Leser mit einem kleinen - oder auch etwas größerem - Fragezeichen zurückbleibt. Da McBean eigentlich für unerwartete Ausgänge seiner Geschichten bekannt ist, erwartet man auch hier etwas, mit dem man nicht gerechnet hat. Zum Teil wird der Leser da auch nicht ganz enttäuscht. Andererseits sind da eben die Erklärungslücken, die einen fragend zurücklassen und schließlich auch den Spaß am Buch nehmen. Man erwartet sich eine Begründung für gewisse Handlungen und Wendungen, die man jedoch nie erhält. Das macht das Buch auch zu einem nicht ganz gelungenen Horrorstreifen.

Wer sich eine spannende Erzählung über die angedeutete erhofft, wird recht bald enttäuscht. Man erfährt zwar einiges über Billings und auch über eine Hütte im Wald, die als Kommandozentrale für Jagden und andere unschöne Machenschaften gilt. Was fehlt ist aber der Ausbau genau dieser Berichte und der Jagd selbst. Nur kurzzeitig flammt immer wieder Spannung auf und die Hoffnung, dass jetzt diese schönen beklemmenden Beschreibungen kommen. Stattdessen geht es weniger um die Jagd auf Menschen, vielmehr um die Jagd nach der Dose, die irgendwie immer dabei ist und doch nie da, wo sie eigentlich sein sollte.

Man darf sich von "Die Bestien" nicht zu viel erwarten. Es ist nicht das Glanzstück von McBean, der sonst als ganz passabler Horrorautor bekannt ist. Vielmehr hat man das Gefühl, dass er entweder zwei Plot miteinander verbunden hat, oder irgendwann keine rechte Lust mehr zur Ausarbeitung eines kompletten Plots hatte. Beides ist sehr schade, denn so wird der Geschichte viel genommen. Leider wird auch nicht stark genug ausgearbeitet, wie Menschen zu Bestien mutieren, wie abscheulich sie agieren können und wie psychopatisch sie veranlagt sind.

Für Einsteiger in das Horrorgenre und in McBeans Schreibe ist das Buch ein guter Start. Für richtige Fans jedoch weniger ein Lesevergnügen, die Langeweile holt einen zu schnell ein und die Unstimmigkeiten lassen einen sehr unbefriedigt zurück.

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