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Verloren im Leben

Karin Pfolz , Verena Grüneweg , Karin Pfolz
Buch: 220 Seiten
Erschienen bei Karina-Verlag, 15.01.2015
ISBN 9783903056022
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Böse steckt in jedem von uns, es muss nur hervorgelockt werden. Kishara und Pamina finden sich unversehens in einem Irrgarten von Neid, Hass, Überlebenswillen und Rache wider ...

Die Beschreibung ist etwas dürftig, aber man darf gar nicht zu viel vorwegnehmen, sonst funktioniert das Buch nicht mehr. Die beiden Autorinnen Karin Pfolz und Verena Grüneweg haben in ihrem ersten gemeinsamen Thriller Verloren ... im Leben ein Experiment gewagt. Sie kannten sich nicht und haben sich die Kapitel immer hin- und hergeschickt. Daraus entstand ein Thriller, der spannend ist und deutliche Zuordnungen der Protagonistinnen zu beiden Autorinnen zulässt.

Seitens der Autoren ist es eine Herausforderung, auf diese Weise ein Buch zu schreiben, der man sich gerne mal stellt und am Ende schaut, ob eine stringente Geschichte entstanden ist. Das haben Pfolz und Grüneweg geschafft. Aber können sie auch überzeugen? Ja und nein. Zu Beginn muss man sich durchbeißen. Kishara lebt in der Gegenwart, Pamina in der Vergangenheit. Man fragt sich bald, ist es dieselbe Person, die zu unterschiedlichen Zeiten agiert? Sind es zwei Personen, deren Geschichte irgendwann zusammengeführt wird? Der Zusammenhang wird irgendwann, zwischen umständlichen Sätzen und langatmigen Erklärungen deutlich. Die dunklen Seiten des Inneren beider Frauen tritt auch endlich hervor und man wird stellenweise wirklich gefesselt.

Alles in allem sind der Thriller und die Idee dahinter gut. Die Umsetzung würde ich als nicht hundertprozentig gelungen einstufen. Man merkt, dass kein Konzept zugrunde lag und beide einfach drauflos geschrieben haben, was nicht zwingend negativ ist. Allerdings wird manche Szene unnötig aufgebauscht und in die Länge gezogen. Das stört den Lesefluss und ist teilweise sehr anstrengend.

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Tödlicher Bestseller

Karin Pfolz , Verena Grueneweg
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Karina-Verlag, 01.04.2016
ISBN 9783903056732
Genre: Romane

Rezension:

Christine möchte endlich raus aus ihrem spartanischen Leben und mit der Schreiberei Geld verdienen. Doch wie wird das neue Manuskript zum Bestseller? Christine ist bereit, weit zu gehen, um an die Spitze zu gelangen, doch irgendwann überschreitet sie eine Grenze ...

Das Autorinnenduo Karin Pfolz und Verena Grüneweg haben mit Tödlicher Bestseller ein weiteres spannendes Buch geschrieben. Wie bei anderen Zusammenarbeiten, wird auch in diesem Thriller ständig die Perspektive gewechselt. Das soll vielleicht Spannung aufbauen, könnte auch die ein oder andere Szene aus verschiedenen Blickwinkeln beschreiben, wirkt aber manchmal sehr verstörend und sorgt nicht gerade für einen durchgängigen Lesefluss. Die Idee ist gut, aus der hätte man mehr machen können, vielleicht stört mich auch einfach der Perspektivenwechsel, den ich in diesem Fall nicht gerade für das beste Mittel halte. Das entschleunigt, das wirft zu viele Fragen auf, das stoppt hier und da ganz gewaltig die aufgebaute Spannung. Auch läuft manches zu glatt. Dadurch wirkt die Geschichte zu fiktiv, zu konstruiert. Es fehlt die wirkliche Gefahr, die richtig Spannung reinbringt. Alles geht zu einfach, und natürlich steht Christine schnell an der absoluten Spitze der Bestsellerlisten und hat den perfekten Krimi geschrieben und ... gähn. Es gibt keine Entwicklung, kein: Du fängst an, Du hast Schwierigkeiten, Du landest einen Hit und lässt Dich feiern und baust darauf auf. Nein, Christine ist ganz oben, kann sich gar nicht mehr steigern. Das nimmt den Spaß.

Tödlicher Bestseller ist ein Thriller, an dem man dranbleiben muss. Er hat seine Momente, ist durchaus spannend mit einer guten Idee.

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eisenhut-vergiftung, ungarn, hundehandel, krimi, bayernkrimi

Scharfe Hunde

Nicola Förg
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 01.03.2017
ISBN 9783866124189
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine tote Oma, ein toter niederländischer Tourist und ein toter Unternehmer. Was haben diese drei Personen miteinander zu tun? Und warum ist die CoolCard so verhasst, die doch eigentlich nur die Region beleben und Touristen anziehen soll? Irmi Mangold tappt im Dunkeln, bis sie auf einen Tiertransporter stößt und sich plötzlich mit der grausamen Realität des Hundewelpenhandels auseinandersetzen muss.

Nicola Förg liebt Tiere über alles. Das wird nicht nur in jedem ihrer Romane deutlich, das merkt man auch, wenn man sie einmal persönlich auf einer Lesung erlebt. Eine lebensfrohe Frau, die sich den Tieren scheinbar näher fühlt als den Menschen - und ja, das macht sie sympathisch! Ihr neuer Alpenkrimi Scharfe Hunde beschäftigt sich mit einem Thema, das einem wirklich im Herzen wehtut: Hundewelpenhandel. Dabei hat Förg viel Recherche betrieben und sich auch entsprechend mit Tierschützern und Organisationen kurzgeschlossen. Hierbei geht es um mehr als um einen fiktiven Mord und ein Lesevergnügen, hierbei geht es um einen Aufschrei an uns alle: Tiere sind Lebewesen, die genauso fühlen wie wir Menschen! Zugegeben, es gibt Passagen im Buch, da möchte ich gerne mit ihr diskutieren, beispielsweise wenn es um Zoo Zajak in Duisburg geht, der von einigen verhasst, von anderen geliebt ist. Ich sehe ihn nicht als den bösen Tierquäler, als der er dargestellt wird, ganz im Gegenteil. Auch der moralische Zeigefinger nervt irgendwann. Förg hat sich auf "Geiz ist geil" eingeschossen und auf gefühlt jeder zweiten Seite wird das Thema aufgegriffen und verteufelt. Ach ja, und warum denn nicht mal eben über tausend Euro für einen Hund ausgeben? Hier kann und will ich der Autorin nicht folgen, denn das würde ich auch nicht einsehen. Die angebliche Schutzgebühr ist vielfach nichts als Geldmacherei. Es ist egal, ob ich einen Hund für zehn Euro oder für 1.000 Euro kaufe. Es ist nur wichtig, wo er herkommt, ob er gesund ist und es ihm gut geht.  Dass er nicht von Zuchtfarmen aus dem Osten stammt, krank, zu früh von der Mutter weggerissen mit dem einzigen Zweck, Geld zu machen. Sicherlich, und hier stimme ich absolut zu, muss man sich der Verantwortung für ein Tier, das man sich holt, vorher bewusst sein und sich auch fragen, ob man mit den Konsequenzen zurecht kommt: Tierarztkosten, Futter, Auslauf, was ist mit Urlaub etc. Außerdem ist ein Tier nicht perfekt. Es ist ein Lebewesen und liebenswert, weil es ist, wie es ist. Da stört keine Macke, kein kürzeres Bein, kein fehlender Zahn. Das Lebewesen ist kein perfektes Dekostück, das man sofort wieder wegschmeißen kann, wenn es nicht mehr zur Einrichtung passt.

Diesen moralischen Zeigefinger muss man Förg zugestehen und hier spricht sie sicherlich vielen aus der Seele. Es ist das Hauptthema des neuen Buches und man muss sich bitte darauf einlassen. Der Krimiteil kommt aber auch nicht zu kurz, da man erst mal die Toten hat, dann einen Zusammenhang erkennen muss, es kommen noch einige Gefahren und Verwicklungen hinzu, die dann wirklich aus einem Roman einen Krimi machen. Scharfe Hunde ist der typische Förg-Stil, es geht also eigentlich um ein anderes Thema, der Mord ist nur das schmückende Beiwerk. Trotzdem ein wahrer Lesespaß, der einem schon mal Tränchen abringen kann, wenn man von den Tieren liest - auch wenn es für mich nichts Neues war und ich als Reptilienhalterin das Thema mit Schlangen sehr gut kenne.

Scharfe Hunde ist der achte Band der Reihe um Kommissarin Mangold. Wieder ein ernstes Thema, das Nicola Förg hier aufgegriffen hat und im Schutze des Alpenkrimis der breiteren Masse zugänglich machen will. Ein ernstes Lesevergnügen.

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klassiker, glasperlenspiel, hermann hesse, deutsche literatur, roman

Das Glasperlenspiel

Hermann Hesse
Flexibler Einband: 920 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 18.06.2012
ISBN 9783518463574
Genre: Klassiker

Rezension:

Das Leben des Magister Ludi Josef Knecht wird wie eine Biografie recht nüchtern beschrieben. Knecht ist Schüler, dann Gesandter und schließlich Lehrmeister, der sich ganz der Wissenschaft und vor allem dem hochgeistigen Glasperlenspiel hingegeben hat. Obwohl er in Kastalien in klosterähnlichen Verhältnissen aufgewachsen ist und dort bis nach seiner Studienzeit verblieb - später auch dahin zurückkehrte - ist Knecht relativ weltoffen. So wird er auch in ein katholisches Kloster entsandt, um dort für gute Stimmung zu sorgen und den Orden Kastalien gegenüber aufgeschlossener werden zu lassen. Doch Josef Knecht zweifelt immer wieder, diskutiert und versucht letztendlich vergebens, seine Ordensbrüder und den wichtigen Führungskreis davon zu überzeugen, dass man sich der Welt gegenüber öffnen muss, und nicht als kleine Enklave abgeschottet als Elite leben kann. Schließlich verlässt er Kastalien und widmet sich dem Sohn seines alten Widersachers, dem stets weltlichen Plinio Designori. Bei einem Bad in einem Bergsee kommt Knecht ums Leben.

Das Glasperlenspiel. Versuch einer Lebensbeschreibung des Magister Ludi Josef Knecht samt Knechts hinterlassenen Schriften. Ein langer Titel für das letzte Werk Hermann Hesses. Der Autor, daraus kann man keinen Hehl machen, mag ein schwieriger Mensch gewesen sein, aber ein großer Literat, der seine eigenen Jünger hatte, die er vor allem in den 1970er Jahren, nach seinem Tod, begeistern konnte. Hesse ist nicht nur einer der deutschen Autoren, von dem man etwas gehört und bestenfalls gelesen haben muss - meist ist das Der Steppenwolf -, er spaltet seine Leser gerne in zwei Lager: Diejenigen, die ihn nicht verstehen, und diejenigen, die als Hessianer so etwas wie einen geistigen Führer in ihm und seinen Werken sehen.

Das Glasperlenspiel gilt als eines seiner schwersten Werke. So habe ich es auch kennengelernt und mich lange vor der Lektüre gedrückt. Ein Fehler, wie ich nun feststellen musste. In seinem letzten Roman steckt vieles: Wissenschaft, Philosophie, Mathematik, Religion, Gesellschaftskritik, Phantasie. Wer sich mit Hesse beschäftigt, kommt nicht um drei Dinge herum: Philosophie, Religion und Musik. So ist es auch hier. Viele Querverweise zu Weltreligionen und Anschauungen kann man wiederfinden, wer damit nichts anfangen kann, dem hilft heutzutage Google schnell weiter. Beispielsweise stößt man auf das I Ging, das Buch der Wandlungen, dessen grobe Kenntnis bereits weiterhilft.

Wie immer sind zahlreiche Parallelen zu Hesses Leben zu erkennen. Er selbst war Rebell, lehnte sich gegen das Diktat des Elternhauses auf, brach das Studium der Theologie ab und hatte zeitlebens ein eigenwilliges Verhältnis zur Theologie, die er jedoch nie ganz ablehnte. Wer Hesses Werk ein bisschen kennt, findet immer wieder zwischen den einzelnen Romanen Verknüpfungen und Ideologien, die sich durchziehen. Vor allem die Rebellion, die oben schon angesprochen wurde, findet sich immer wieder. Ein bisschen fühlt man sich an Narziß und Goldmund erinnert, wobei man Knecht in beide Rollen pressen kann, das rebellische, suchende Herz jedoch ist eindeutig Goldmund zuzuschreiben. Auch Emil Sinclair kann in die Erinnerung rücken, das Suchende bleibt halt doch immer in den Romanen übrig.

Je mehr ich versuche, das Glasperlenspiel in eine Rezension zu quetschen, desto mehr fällt mir auf, dass es nicht geht. Das Buch ist lesenswert in meinen Augen, verlangt dem Lesenden einiges ab und regt ihn zu eigenen Nachforschungen an, wenn er nicht purer Konsument ist, sondern gerne in die Tiefe geht. Andererseits kann man Hermann Hesse nicht rezensieren, ohne einen Blick auf sein Leben und auf seine Werke zu lenken, ohne Verbindungen zu suchen und immer wieder zu finden. Man kommt nicht an philosophischen Lehren vorbei und springt gleichzeitig immer wieder zu anderen, jüngeren Autoren, bei denen Parallelen zu finden sind. Von daher muss auch ich lernen, mich kurz zu fassen und mich nicht in Details zu verlieren.

Das Glasperlenspiel. Ein wundervolles Buch, eine spannende Geschichte, die tiefer geht und weiterführt. Kratzt man an der Oberfläche, so kann man sich fragen, ob es wirklich realistisch und möglich ist, alle Wissenschaften miteinander zu verbinden, Musik als mathematische Formel darzustellen, Sprache oder Thesen im Glasperlenspiel (sei es der Einfachheit halber einmal als eine Art Abakus gedacht) zu veranschaulichen. Oder bleibt dies eine phantastische Welt, die erschaffen wurde, um den Leser zu fesseln - oder um ihn auf eine ganz andere Spur zu bringen, ihm selbst die Augen zu öffnen und ihn sehen zu lassen? Hesse schreibt: "Die Wahrheit wird gelebt, nicht doziert" - und wenn es nur dies ist, das man aus dem Buch mitnimmt, so kann man bereits hier hinterfragen, was der Nobelpreisträger damit gemeint hat oder ob er gar den biblischen Büchern gleich sein eigenes Evangelium verfasst hat, mit Wahrheiten, mit Lehrsätzen, mit Anfechtungen und der Hoffnung auf das Gute?

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kribbeln, mörder, mädchen, kaputt machen

"Ich musste sie kaputt machen."

Stephan Harbort
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.10.2013
ISBN 9783548374796
Genre: Sachbücher

Rezension:

Joachim Kroll versetzt zwei Jahrzehnte lang den Raum Duisburg in Angst und Schrecken. Seinem unbefriedigten Trieben folgend, tötet er junge Frauen und Mädchen, vergeht sich an ihnen und bleibt jahrelang unerkannt. Dafür werden andere verdächtigt oder sogar verurteilt. Durch einen – aus seiner Sicht – Fehler, wird er schließlich des Mordes überführt – und gesteht noch acht weitere Taten. Viele bleiben jedoch unentdeckt. 
Stephan Harbort hat den Fall unter die Lupe genommen und beschreibt die Morde, den Täter Kroll, sein Denken, sein zerstörtes Inneres, seine Ängste und Sehnsüchte. Bei der Lektüre begleitet man Kroll auf seinem Lebensweg, erlebt die Morde mit, auch wenn grausame Details oftmals nur angedeutet, aber nicht ausgeführt werden. Immer wieder wendet man den Blick aber auch auf die Medien und die Bevölkerung, stellenweise sogar auf die Ermittlungen, die meistens ins Leere laufen. Harbort gibt einen tiefen Einblick in eine dunkle Geschichte und schafft dabei den Spagat zwischen Spannung und Sachlichkeit. „Ich musste sie kaputte machen“ ist kein reißerisches Werk, das um Aufmerksamkeit buhlt. Aber es verliert sich auch nicht in sachlichen Darstellungen, ist nicht gespickt von zig Fachbegriffen, die einem die Lesefreude nehmen. Denn sachliche Berichte über Verbrechen gibt es schon genug. 
Auch wenn es wirklich schwere und schwer verdauliche Kost ist, das Buch liest sich gut und flüssig. Man macht sich die Schrecken durchaus bewusst, aber es ist nicht reißerisch, nicht im BILD-Stil und erspart dem Leser die Details. Mit viel Recherche sind aus Zeitungsberichten und Akten alle Informationen herausgearbeitet worden, die eine zusammenhängende Geschichte erstehen lassen. Der Leser hat vielleicht an manchen Stellen Mitleid mit dem Täter, das dürfte sich aber recht bald legen. Auf jeden Fall aber bekommt er einen guten Einblick in das Seelenleben des Krolls, während der Erzählung seiner Lebensgeschichte nicht namentlich genannt wird.  Diese Anonymisierung zeigt auch, dass es jeder sein kann. Dass ein Verbrechen, ein Täter für viele steht. 
Harbort ist ein erschreckendes aber lesenswertes Buch gelungen, das ein Stück deutsche Kriminalgeschichte aufrollt und für alle zugänglich macht. Besonders empfehlenswert ist die Lektüre für Krimifans – nur ist es keine fiktive Geschichte.

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phantastische literatur

Der Golem

Gustav Meyrink
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.01.2012
ISBN 9783423140744
Genre: Klassiker

Rezension:

Der Erzähler schläft beim Lesen ein und träumt davon, der Gemmenschneider Athanasius Pernath zu sein. Dieser lebt im Prager Ghetto Ende des 19. Jahrhunderts. Ein Fremder taucht bei ihm auf und lässt einen Folianten zurück mit dem Auftrag, das "I" des Kapitels Ibbur (Seelenschwängerung) zu restaurieren. Danach ist nichts mehr wie zuvor, denn Pernath wird in Intrigen verwickelt und kann nicht immer zwischen Halluzination und Wirklichkeit unterscheiden. Schließlich taucht der Golem wieder auf, der früher bereits das Viertel in Angst und Schrecken versetzt hatte. Pernath gerät unter Mordverdacht und verstrickt sich noch weiter in seine unsteuerbaren Traumwelt.

Der Golem ist ein Klassiker der phantastischen Literatur und schwer zusammenzufassen, ohne zu viel zu verraten. Nun kann man sich fragen, ob man bei solch alten und bekannten Werken überhaupt die Spannung nehmen kann, aber auch Rezensionen über diese Bücher sollen ja zur Lektüre ermutigen. Gustav Meyrink hat mit dem Golem ein Genre bedient, das man heutzutage als festen Bestandteil jeder Buchhandlung finden kann, was zu Zeiten der Entstehung, ca. 1913, nicht der Fall gewesen ist. Phantastische Literatur war aber bereits damals ein Begriff und keinesfalls ein Novum. Wer auf den Grusel der neueren Bücher hofft, wird allerdings enttäuscht. Meyrink setzt sich mit anderen Dingen auseinander und macht grandiose Ausflüge in die Philosophie und religiöse Anschauungen. Vielleicht macht das Buch dem ein oder anderen Leser auch Lust, sich ein bisschen mehr mit Ibbur, Kabbala und dem Judentum zu beschäftigen. Wenn man sich alleine auf die Spuren des Golem-Mythos begibt, findet man viel weiterführende Literatur und Hinweise.

Zurück zum Buch. Man muss sich natürlich etwas an die Sprache gewöhnen, die sich von der meisten Literatur des 21. Jahrhunderts unterscheidet. Gleichzeitig hilft sie aber auch, dass man wegkommt von der heutigen Zeit, von Internet und der Vernetzung, und sich viel einfacher in das Prag um 1890 rum einfinden kann. Hat man das aber getan, kann man sich wunderbar von der Geschichte um Pernath und seine Halluzinationen fesseln lassen, hat Phantastik und einen spannenden Krimi in einem.

Man sollte sich auch mal etwas auf ältere Literatur einlassen, die keineswegs überholt ist. Man denke nur an Edward LeeGolem oder auch an andere Literatur, die sich mit dem Wesen aus Lehm befasst. Wer das Buch nicht mag, es wurde auch verfilmt.

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füße, thrille, hände, zwillinge, thriller

Axt

Marcus Sammet
Flexibler Einband: 284 Seiten
Erschienen bei Schindler-Verlag, 09.07.2016
ISBN 9783939571087
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Unter der Donnersberger Brücke in München wird eine fast tote Frau mit abgetrennten Händen und Füßen gefunden. Kommissar Sperber und Bünder nehmen sich der Sache an und bald schon treffen sie auf einen alten Bekannten, den Auftragskiller Max Herrmann. Dieser ist eigentlich nur zur Beerdigung seines Vater nach München gekommen, streitet sich aber mit Freundin Ines, einer ehemaligen Polizistin, die ihn stehenlässt und bald darauf entführt wird. Es beginnt eine hektische Suche, in der jede Minute zählt ...


Marcus Sammet hat im fünften Band seiner Sterbe wohl...-Reihe noch mal alle Register gezogen. Es geht um Mord, Verstümmelung, Bandenkriege und ein Katz und Maus Spiel zwischen der Polizei und dem gesuchten Serienkiller Herrmann. Nun kommt es, wie es kommen muss, der Grat zwischen Serienmörder und Profikiller ist sehr schmal, aber der Leser muss ihn gedanklich beschreiten. Immer wieder versteht er, warum Herrmann entsprechend handelt und kann sich gut in die Situation und den Protagonisten, der um das Leben seiner Freundin kämpft, einfühlen. Das ist gut, aber man stellt sich irgendwann die moralische Frage: Was unterscheidet ihn vom Mörderpaar, das in diesem Krimi Frauen verstümmelt und tötet? Eigentlich nichts. Vielleicht kann man ihm moralisches Handeln unterstellen, weil er ja die Bösen eliminiert, aber misst man dann nicht mit zweierlei Maß? Auch die Kommissare sind immer wieder hin- und hergerissen, stehen schließlich selbst in Herrmanns Schuld, der einen Gefallen einfordert. Das moralische Dilemma wird angesprochen, aber nur sporadisch und halbherzig gelöst. Dennoch schafft es Sammet, dass der Leser dann doch auf der Seite des Profikillers ist und seinen Weg verstehen kann. Würde man nicht selbst auch zum bestialischen Mörder werden, wenn einem das Liebste genommen würde?


Sammet beschreibt ein München anhand von Straßennamen. Die Wege können einfach nachgefahren werden, manchmal fragt man sich, ob das denn wirklich nötig ist, in dieser Ausführlichkeit zu beschreiben, wo wer gerade warum hinfährt. Protagonist A fährt von B nach C, das ist doch auch in anderen Büchern ausreichend, oder? Als Münchner freut man sich natürlich, dass man einiges wiedererkennt und so noch mal viel tiefer in das Geschehen eindringen kann.


Irgendwann geht es gar nicht mehr um die beiden Verstümmler und die Toten, da geht es um asiatische Mafiabosse, die Kronzeugen eliminieren wollen. Man fragt sich, ob das denn wirklich sein muss und der ganze Fall nicht zu sehr konstruiert ist, sollte sich aber durchbeißen, denn diese Kapitel haben im Gesamtzusammenhang dann doch einen Sinn. 


Axt ist ein guter Thriller, der mitreißt und Lust auf mehr macht, wenn man die ersten vier Teile nicht gelesen hat. 

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Perverse Schweine: Festa Extrem

Matt Shaw
E-Buch Text: 180 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 12.12.2016
ISBN B01MRX2FXT
Genre: Sonstiges

Rezension:

Matt Shaw ist ein Englischer Extreme-Horror-Autor, der nun endlich auch in der Festa-Reihe seinen Platz gefunden hat. Mit Perverse Schweine hat er ein gutes Debüt geliefert, das man zwar in drei Sätzen erzählen könnte, das aber von der ersten bis zur allerletzten Seite fesselt.

Man bekommt die Geschichte aus der Sicht des namenlosen Protagonisten erzählt, der das Geschehen gespickt mit Gedanken und Gefühlen schildert. Irgendwann springt die Beklemmung, die er empfinden muss, auf den Leser über. Was ist passiert und wird die ersehnte Rettung wirklich kommen? Die Frage ist schließlich auch: Wenn eine Atombombe gezündet wird, wer überlebt und wie lange wird es dauern, bis diese Überlebenden sich formiert haben und Suchtrupps in die verseuchten Gebiete schicken? Falls sie das tun.

Ein bisschen kommt man ins Überlegen: Draußen ist Wald, es ist alles grün, viele Tiere gibt es nicht, ab und zu mal Insekten, aber mehr sieht die Familie nicht. Ist das denn ein Atomunfall? Was dem Protagonisten seltsam vorkommt, ist die Sonne, die von einem klaren Himmel herab scheint. Kein verseuchter Regen, keine Staubwolke, die über Jahre die Erde bedeckt.

Reden wir nicht lange drumrum: Zwei Frauen, zwei Männer, kein Kontakt zu anderen Menschen, keine Informationen, ob es Überlebende gibt, eine Gemeinschaft, Rettung, die Lebensmittel sind aufgebraucht. Was passiert? Das Unvermeidliche. Man geht auf Nahrungssuche, was reichlich schiefgeht. Vater und Sohn stoßen auf seltsame Wesen, auf Mutanten, die sich brutal ihren Weg freifressen und sich auf den Vater stürzen, der nur mit Glück entkommen kann. Sie sind also nicht alleine, so die Erkenntnis, aber was sie gefunden haben, beruhigt sie überhaupt nicht. Als der Hunger größer wird, will der Sohn dann noch einmal los, schließlich gibt es keinen anderen Ausweg, als irgendwo außerhalb des mittlerweile verbarrikadierten Hauses Nahrung zu suchen. Doch er stößt auf einen anderen Menschen, der genauso hilflos ist wie die Familie und ebenso Hunger hat. Noch ein Maul zu stopfen, wenn man selbst nichts mehr hat, ist schwer, doch den Protagonisten stört das nicht, denn er ist so optimistisch, dass er denkt, einen Ausweg zu finden. Und Wasser ist ohnehin genügend da, da die Wasserversorgung nicht unterbrochen ist.

Es geht um Sex und Kannibalismus, um Menschenfleisch, roh aus den lebenden oder frischtoten Körpern herausgerissen und verzehrt. Die Geschichte ist stimmig, was ich nicht gedacht hätte. Aber selbst brennende Fragen, die sich bei der Lektüre ergeben, beantwortet Shaw. Damit fasziniert er mich als Leserin, denn es hätte mich nichts mehr gestört, als wenn zwei, drei gravierende Fragen unbeantwortet geblieben wären, nur damit die Story irgendwie existieren kann. Sicherlich bleibt das Ende offen und der Phantasie des Lesers überlassen, aber was hinter der Hütte, dem Wald und der Familie steckt, ist eine gut inszenierte Idee, mit der Shaw brillieren kann.

Absolut nichts für schwache Nerven, wie es immer heißt, nichts für Menschen, die ein bisschen paranoid sind – da könnte diese Lektüre echt heftig werden. Ein bisschen klar kommen muss man mit den ständigen Sprüngen zwischen dem Jetzt und dem Damals.

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musik, subkultur, fans, biografie, onkelz

Buch der Erinnerungen

Klaus Farin , Conny Agel
Fester Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Archiv der Jugendkulturen Verlag KG, 01.03.2009
ISBN 9783940213266
Genre: Sachbücher

Rezension:


Klaus Farin, seines Zeichens weder ein unbeschriebenes Blatt noch ein Unbekannter, wenn es um Jugendkultur geht. Nun hat er sich vor einem Jahrzehnt einer der umstrittensten deutschen Bands gewidmet und deren Fans zu Wort kommen lassen.


Wie könnte es anders sein? Auch dieses Buch über die Böhsen Onkelz trägt den Titel eines Songs. Buch der Erinnerung ist vom Album Heilige Lieder von 1992. Nun ist es auch der Titel eines Buches geworden und das hat es in sich. Im Vergleich zur Danke für Nichts Rezension, die mir ein bisschen schwerer gefallen ist und mich persönlich berührt hat, hat dieses Buch Abneigung bei mir ausgelöst. Zuerst wollte ich es gar nicht lesen und es stand als Flohmarktfund unbeachtet im Regal bei all den anderen Musikbüchern. Mich hat die Aufmachung nicht überzeugt und nein, ich wollte die Fans nicht hören. Gekauft wurde später die signierte Ausgabe, nicht auf dem Flohmarkt, sondern First Hand.


Das hat einen ganz bestimmten Grund: Welcher Autor, der ein positives Werk über eine umstrittene Band verfasst, lässt denn die Hater mal zu Wort kommen? Keiner - und Pressestimmen zählen nicht. Natürlich gibt es also ein Buch der Lobhymnen der Fans auf die Onkelz. Die Seiten sind zweigeteilt, links kommen die Fans zu Wort, rechts Farin, der die Geschichte der Gruppe in knappen Worten aufrollt. Die Fans erzählen frei Schnauze, wie sie zu den Onkelz kamen und warum sie blieben, was ihnen die Idole gaben und was sie so verdammt anziehend macht. Es sind schöne Geschichten, unvergessliche Erlebnisse, Erinnerungen, die ein Fremder gar nicht nachvollziehen kann. Fotos von den Fans, mit den Fans, mit den Onkelz - ein Kritiker würde hier böse Zungen sprechen lassen.


Und warum eigentlich auch nicht? Natürlich mag der Schelm sofort denken: Klar, die Mädels stehen auf den Weidner, dessen Sexappeal sogar die Queen umhauen könnte. Außerdem ist Kevin der böse Bube und Frauen bevorzugen immer die Arschlöcher. Gonzo ist einfach knuffig und Pe hat dieses Verschwiegene an sich, das ihn interessant macht. Die männlichen Fans nehmen sich die Saufgelage und Schlägereien als positives Beispiel und wollen den Idolen nacheifern, wenn es um Härte und die Anzahl der flachgelegten Frauen geht. Es ist ganz logisch, dass keiner etwas Negatives über seine Lieblingsband sagt und dieses pseudoromantische Gewäsch von Familie, Zusammenhalt und Aufgehobensein ist irgendwie eine nette Story um eine Band, die - nun ja, die ihren Erfolg in allererster Linie gar nicht mal ihrem musikalischen Können verdankt. (Darüber können wir gerne jederzeit diskutieren!)


Das mag alles gar nicht mal so falsch sein. Richtig ist aber auch, und das steht dann am Ende doch im Vordergrund, dass die Fans eine ganze Menge zu sagen haben und eben nicht nur einen auf heile Welt machen - auch nicht, wenn es um BO geht. Die Familie existiert nun mal und wer das für dummes Gerede und eine Harmonisierung der Band-Fan-Beziehung hält, der muss sich auch mal die Mühe machen, die Band und ihre Fans live zu erleben. Das ist eine Familie und egal, wie groß das Konzert ist, es ist ein Familientreffen. Im Buch der Erinnerung haben die Fans ihre Seelen geöffnet und geschildert, warum die Böhsen Onkelz so eine Anziehungskraft ausüben. Sie fühlen sich verstanden, und genau das sagt auch Jenny, deren Zitat sogar auf dem Backcover abgedruckt wurde:


"[...] das scheiß doofe Leben, ist manchmal so aussichtslos, so einsam, so kalt und hässlich [...] Und dieser Mensch hat die Gabe, Texte darüber zu schreiben."


Genau das ist es wohl, was viele empfinden. Stephan Weidner fühlt, was er schreibt, und Kevin Russell kann es nachempfinden und schreit die Texte dann heraus. Diese Familie fühlt sich verstanden und viele haben ihre Geschichte, die genauso einsam, gewalttätig, grausam und verzweifelt ist, wie die Biographien ihrer Onkelz. Die sind eben anders als andere Bands, ehrlicher, mit ausgeprägter Fannähe, die einen an allem gerne teilhaben lassen. In diesem Werk scheint es einmal umgekehrt zu sein. Andy erzählt, wie gut er nachvollziehen kann, was BO durchmachen. Er hatte es als Aussteiger der rechten Szene immer schwer und kämpfte um Anerkennung. Madeleine und Kerstin finden viele andere Bands wegen der Eintönigkeit der Songtexte zum Kotzen. Joya weiß genau, dass man mit den Onkelz nicht viele Freunde hat, außer eben die Onkelzfamilie. Alle anderen stempeln einen nur ab. Es wird einmal aufgezeigt, dass es hier nicht um Politik geht, was der Band immer wieder vorgeworfen wird, auch 35 Jahre nach zwei Songs, die Weidner wohl lieber nicht geschrieben hätte. Es geht um etwas ganz anderes, was Kritiker einmal anerkennen und begreifen müssen, was sie recherchieren, erfahren und geistig erfassen müssen.


Gleichzeitig zeichnet Farin den Weg der Band nach, abgespeckt und vor allem immer ein Augenmerk auf die dunklen Seiten gelegt, auf die Hater, auf die Indizierungen, auf die "bösen" Texte, auf die Lügenpresse. 


Nun, Buch der Erinnerungen hat durchaus seine Berechtigung und ist eine gute Sammlung von Fanzitaten und Erinnerungen. Ohne einen Zensurstreifen über die Texte zu legen, bringt Farin sowohl die Texte der indizierten Platte Der nette Mann, als auch die Auszüge des Schreibens der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (brachte man nicht in dieser Ausführlichkeit in Danke für Nichts), die begründen, warum die Scheibe überhaupt indiziert wurde. Dabei wird eine gewisse Absurdität deutlich, die weit über das hinausgeht, was man in den meisten Rückblicken auf die Bandgeschichte erfährt. Manchmal muss man sich geradezu fragen, wessen Töchterchen von Stephan Weidner entjungfert wurde, dass der gestrenge Papi bei der BPjS so scharf und grundlagenlos gegen den netten Mann vorging. (Auch das ist eine schöne Diskussion. Eigentlich geht es doch gar nicht um BO, sondern nur um Weidner, denn es sind seine Texte, seine Worte, seine vermeintlichen Verfehlungen - und Achtung, liebe Kritiker, ihr macht ihn hier zum Märtyrer, was ihr gar nicht wollt.) Kurze Interviews werden abgedruckt, die Einstellung zu Politik, der rechten Szene und einigen anderen Themen wird deutlich dargestellt. Farin stellt eben die Meinung der Band noch einmal dar und zeichnet einen guten Überblick über eine doch eigentlich bekannte Bandgeschichte. 


Es ist ein ganz gutes Buch, dennoch kann ich mich nicht ganz den Lobeshymnen auf den Bewertungsportalen anschließen. Vielmehr scheint es von Fans für Fans zu sein, sie zu verstehen und so manchem außerhalb der Familie näher zu bringen, was die Onkelz für ihre Anhänger so wertvoll macht. Mal ein schöner Gegenpol zu den sonstigen medialen Schlägen gegen die Frankfurter, aber mir fehlt etwas, ohne genau greifen zu können, was es ist. Sehr positiv ist der Anhang mit Veröffentlichungen und Konzerten. Sehr gute Arbeit!

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Tags: biografie, musik, onkelz   (3)
 

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37 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

böhse onkelz, musik, biographie, biografie, rock

Böhse Onkelz - Danke für nichts

Edmund Hartsch
Flexibler Einband: 276 Seiten
Erschienen bei 3 R Entertainment AG
ISBN 9783000017438
Genre: Sachbücher

Rezension:


Der erste Gedanke war: Wenn diese Biographie als einzige im BO-Shop verkauft wird, müssen BO damit einverstanden sein - und vielleicht entsprechend "manipuliert" haben. Warum kommt eigentlich sofort ein negativer Gedanke, wenn man an das Quartett denkt? Ist man so weit indoktriniert von den Massenmedien und den "Hatern", dass man an BO kein gutes Haar mehr lassen kann? Vielleicht. Ich jedoch wollte etwas über die vier lesen, noch eine Biographie, noch ein paar Infos, noch ein paar Lügen und Wahrheiten. Wer sich auf die Suche nach der Geschichte der Frankfurter macht, hat entweder das Glück, einen oder alle vier einmal selbst zu treffen und mit ihnen zu sprechen, oder bombt sich voll mit Artikeln, Büchern, Kommentaren, Meinungen und Infos und bildet sich eine eigene Meinung.


"Danke für nichts" beginnt am Anfang, bei Tex Weidner, Stephans Vater, dessen Lebensweg sich gar nicht so sehr von dem seines Sohnes unterscheidet (nein, nicht die Puff- und Knastgeschichten, aber die Ausschweifungen, die Art, die Autorität, die Arroganz). Danach wird man in die Leben von Stephan und Kevin geschmissen, muss sich mit kalten Elternhäusern voller Abneigung, Gewalt und Alkohol konfrontiert sehen, die irgendwann vieles erklären, wenn nicht gar alles. Der Weg von Kevin und Stephan, später auch der von Gonzo, ist vorgezeichnet, das hätte gar nicht viel anders kommen können, so meint man. Pe allerdings ist ein bisschen außen vor, zwar ein Außenseiter, aber kein extrovertierter, saufender Schläger, sondern der stille Beobachter, der erst gar nicht so recht in die Gruppe passen möchte.


Hartsch nimmt wenige Blätter vor den Mund. Er erzählt vom Schmerz, von Tränen, von Enttäuschungen, von Schlägerein, Drogen und Alkoholexzessen. Von der enttäuschten Liebe, von den Gönnern, von den wertlosen Managern. Vom eigenen Versagen der Band, von eigenen Träumen und Hoffnungen - und wieder von den Enttäuschungen. "Danke für nichts" ist gespickt mit vielsagenden Bildern und leeren Promofotos, mit Erinnerungen, die eine Band mit den Lesern teilt, vielleicht in der Hoffnung, endlich verstanden zu werden.
Die Biographie möchte keinen der vier in Schutz nehmen und als Lichtgestalt darstellen - naja, vielleicht doch, aber dazu später -, dieses Buch rotzt dem Leser vier Leben und einen Werdegang hin, den dieser erstmal schlucken muss.


Auffällig und vielleicht auch bezeichnend für BO und den Erfolg der Band ist, dass die Biographie sehr viel von Stephan erzählt, von seinem Vater, seiner Schwester Monica (Carmen bleibt außen vor und wird nur am Rande als geboren erwähnt), seiner ersten Frau Pia, von seinen Gefühlen, seinen Saufgelagen, seinen Schlägerein, seiner Band ... Nun kann man Stephan als arroganten Wich*** betrachten, der sich hier nur noch mehr profilieren möchte. Das steht ja jedem frei. Man kann aber auch ein bisschen weiterlesen und -denken und diesen Weidner von einer anderen Seite kennenlernen (als nicht BO-Fan, als Fan mag das anders sein). Von einer nachdenklichen, sensiblen Seite, von der kämpferischen Seite, von der Seite des kleinen Jungen, der Zuneigung und Anerkennung gesucht hat, der ein Zuhause und Akzeptanz brauchte, mehr nicht. Je weiter man liest, desto mehr versteht man die Texte, versteht manche Aussagen der Band, versteht auch, was die Trennung 2005 bedeutet haben muss.


Ebenso kann man plötzlich Kevin anders betrachten. Seine Geschichte macht nichts ungeschehen oder ungesagt, aber sie verdeutlicht den Menschen Kevin Russell, der auch eine Biographie hat, die stellenweise mehr als deutlich beschreibt und erklärt, warum er geworden ist, wie er ist.
Gonzo und Pe sind die beiden, die ein bisschen zurück und unbeachtet bleiben. Immer wieder gibt es kurze Einwürfe, dass sie auch mal etwas erlebt haben und dabei waren, aber ihre Gedanken und Gefühle treten hinter den starken Persönlichkeiten Stephan Weidner und Kevin Russell weit zurück. Da muss man sich andere Literatur suchen, um sich den beiden ein bisschen zu nähern.


Die Biographie ist aussagekräftig und lässt sich großteils flüssig lesen. Ob die Veröffentlichung im Eigenverlag die beste Idee war, darüber kann man streiten. Ich persönlich möchte hier und da gerne mal den Rotstift zur Hand nehmen, nicht nur wegen der Flüchtigkeitsfehler, auch einfach, um ein bisschen zu strukturieren oder die Sätze flüssiger zu machen. Hier und da werden Fragen aufgeworfen, die einfach nicht beantwortet werden. Trotzdem ist es eine gelungene Biographie, sehr offen und persönlich gestaltet, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen und die dunklen Seiten zu verschweigen. Wenn Stephan jemandem auf die Fresse gehauen hat, dann wird das auch genauso geschrieben. Wenn Kevin sich H reingezogen hat, steht das deutlich auf den Seiten. Diese Blöße muss man sich auch geben, wenn das (neben anderen) Kritikpunkte sind, die der Band immer wieder vorgeworfen werden. Man hätte als offizielle Biographie auch vieles verschweigen können. Aber das haben die vier wohl nicht im Sinn gehabt.
Was fehlt? Wie es weiterging! Es ist definitiv Zeit, die Biographie zu erweitern - bzw. einen zweiten Band herauszubringen und die erste vielleicht noch einmal zu überarbeiten (ein schöner Ghostwriterjob im Übrigen ;) )


Fazit: Eine offene, ehrliche und sehr persönliche Biographie, die gar nicht oder nur ganz wenig geschönt ist, und leider Gonzo und Pe ein bisschen vernachlässigt.

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Waldfrüchtchen

Sophie E. Parker
Flexibler Einband: 112 Seiten
Erschienen bei epubli, 22.01.2014
ISBN 9783844274882
Genre: Romane

Rezension:

Sophie E. Parker hat in einem kleinen Buch Kurzgeschichten und Gedanken zusammengefasst. Dabei beginnt sie mit einem Kurzkrimi, der in einer Schrebergartenkolonie lokalisiert ist. Mit einigen Wendungen, ist am Ende dann aber doch klar, wer der Mörder ist. Auf wenigen Seiten muss man auch ein bisschen damit haushalten, was man geschehen lässt.

Die Titelgeschichte ist da schon länger und spielt an verschiedenen Orten. Eine Liebesgeschichte, die stellenweise ein paar Fragen ob der Handlungen der Protagonisten aufwirft. Vielleicht hätte man hieraus eine längere Story machen sollen, denn Spaß macht sie schon und man möchte hier und da doch etwas mehr erfahren.

Schöne Beobachtungen vom Leben auf dem Campingplatz, die gleichzeitig einen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Autorin geben. Ob man das nun nachempfinden kann, steht auf einem anderen Blatt.

Auch Beobachtungen zum Thema Schneefalls an Weihnachten sind ganz nette, kurze Gedanken.

Zusammengefasst ist Waldfrüchtchen eine Kurzgeschichtensammlung, die man schnell durchgelesen hat. Es stecken viele gute Ansätze und Gedanken drinnen, Minuspunkt ist für mich, dass ich die ersten beiden Geschichten gerne ausführlicher gehabt hätte, denn da steckt Potential drin.

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

hermes, glückskekse, glückskeks, komödie, humo

Der ganz und gar seltsame Glueckskeks, das Taxi und die Nazi-Oma

Christoph Stark
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 15.07.2016
ISBN 9781535288798
Genre: Humor

Rezension:

Klingt das verwirrend? Gut. Denn genauso ist das Buch. Die Geschichte wandelt zwischen unterschiedlichen Schauplätzen und man muss hin und wieder mal ein bisschen springen. Autor Christoph Stark wandelt zwischen Himmel, Erde und Hölle, springt munter in den Zeiten und politischen Ansichten hin und her, macht dabei auch vor religiösen Anschauungen nicht Halt, und versucht, das Ganze mit einer Prise ironischem Witz zu würzen. So ganz gelingt es nicht immer. An manchen Stellen wirken die Amüsements zu übertrieben. An anderen bedarf es vielleicht etwas mehr Worte, damit der Leser das auch witzig findet. Trotzdem ist der Roman ein ganz lustiger Zeitvertreib, auf den man sich einlassen muss - was manchmal echt schwer fällt. Vereinzelt erinnert das Buch an Storys wie Greg Siscos One Night Stan's. Auf jeden Fall: Viel Spaß bei der Lektüre!

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

düsseldorf, peter kürten, susann brenner, deutsch, blut trinken

Der Vampir vom Niederrhein - Peter Kürten

Susann Brennero
Flexibler Einband: 315 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 03.08.2016
ISBN 9783839219379
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Februar 1929: Die kleine Rosalie wird ermordet aufgefunden. Düsseldorf ist geschockt und beginnt eine waghalsige Suche nach dem Mörder. Der Journalist Kron ist ein Nachbar von Rosalies Familie und schwört ihren Eltern, dass er den Mörder finden wird. Bald freundet er sich mit dem ermittelnden Kommissar Bergmann an. Doch es folgen mehr Morde und keiner findet einen Hinweis auf den Mörder.

Der biografische Roman berichtet von der Zeit zwischen Februar 1929 und Mai 1930, in der schreckliche Morde und Überfälle in Düsseldorf geschahen. Dabei folgt der Leser dem Journalisten Kron, der sich selbst ein bisschen als Ermittler betätigt und alles daran setzt, den Mörder zu finden. In den ohnehin unruhigen Zeiten ist die Suche erschwert. Zwischen Bürgerwehren und den aufstrebenden Mächten muss Kron Acht geben, dass er nicht selbst in Verdacht gerät und ein Opfer der Lynchjustiz auf den Straßen wird. Auch seine Beziehung beginnt unter der Besessenheit zu leiden. Aber Kron macht weiter. Wenn man aufmerksam liest, kann man vielleicht hier und da einen Hinweis auf den Täter finden. Es ist spannend, wie die Autorin das Buch aufgebaut hat. Eine Stadt sucht einen Mörder, der ein Phantom ist. Kron gibt ihm den Spitznamen "Vampir von Düsseldorf", dessen Bekanntheit schnell globales Ausmaß erreicht. Man folgt dem Journalisten auf seinen holprigen Wegen, fiebert mit, fragt sich irgendwann, ob der Mörder überhaupt gefunden wird - was verwunderlich ist, da es sich um einen biografischen Roman handelt und man natürlich weiß, dass die Fälle schließlich aufgeklärt werden konnten. Dennoch fesselt einen die Geschichte und man kann das Buch nur sehr schwer aus der Hand legen. Geschockt kann man von den Taten sein, es trifft eben Kinder, die sich nicht wehren können, das nimmt einen bei der Lektüre schon mit.

Ein gutes, lesenswertes Buch für Krimifans und alle, die wahre Geschichten in Romanform mögen. 

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Stirb, du Bastard! Stirb!: Festa Extrem

Jan Kozlowski
E-Buch Text
Erschienen bei Festa, 15.11.2016
ISBN B01MYNABU2
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Krankenschwester Claire ist vor fast zwanzig Jahren von zu Hause weggelaufen und hat alles hinter sich gelassen. Nur der Erinnerung an ihren Vater kann sie nicht entkommen. Der hatte sie und andere Mädchen jahrelang sexuell missbraucht. Nun hat ihre alte Freundin und Leidensgenossin Olivia sie ausfindig gemacht und fleht sie an, zurückzukehren - dabei hat sie einen perfiden Racheplan ausgearbeitet...

Man kann das Buch in wenigen Sätzen komplett erzählen und nimmt damit nicht sonderlich viel weg. Zu Beginn wird Claire in ihrem aktuellen Leben beschrieben und stellt sich als mutige junge Frau heraus. Als sie jedoch zurück in ihr altes Leben kehren soll, merkt der Leser schnell, dass sich hinter dieser Fassade eine zerbrochene Kinderseele versteckt, die zu viel durchleben und ertragen musste. Zuerst wehrt sich Claire, bei Olivias Plan mitzuwirken, was vollkommen nachvollziehbar ist. Aber es ist nicht ganz nachvollziehbar, warum sie doch bleibt und sich auf einen Besuch bei ihrem Vater einlässt. Man fragt sich bald, warum sie für die Suche der Beweise nicht einfach eingebrochen ist, ihr Vater ist schließlich gerade in einer Klinik. Lässt man sich darauf ein, kommt bald das nächste Fragezeichen - und so geht es weiter. Man kann nicht unbedingt die Schritte von Claire nachvollziehen, gerade bei ihrer Vergangenheit. Gespickt sind diese unlogischen Schritte mit wahnsinnigen Längen zwischendurch, kleinen Bäumchen-wechsel-dich-Spielchen und überhaupt ... mir fehlt es ein bisschen an dem typischen Extreme Horror, der sehr kurz kommt und fast nur angeschnitten wird. Das "Schlimmste" sind eine Horde Kakerlaken und das kann keinen Extreme Horror Leser wirklich schocken.

Alles in allem ist das Buch eine nette kleine Rache-Story, bei der mir persönlich der Pfiff und die wirkliche Rache fehlen. Ganz nett sind die unerwarteten Wendungen, die es aber auch nicht rausreißen.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

kurzgeschichten, horror, schwarzer humor, splatter, gewalt

Jacks magische Bohnen

Brian Keene , Markus Mäurer , Mark Freier
Buch: 180 Seiten
Erschienen bei Atlantis Verlag Guido Latz, 01.11.2012
ISBN 9783864020384
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Brian Keene hat genügend Fans, die sich um dieses Büchlein reißen. Fünf Kurzgeschichten des Horrorautors in einem Band, die es in sich haben - und größtenteils vergriffen sind bzw. waren. Dabei geht es um Blut, Brutalität, Mörder und jede Menge Abgründe der menschlichen Seele.

Bereits die erste Novelle Jacks magische Bohnen lässt den Leser in eine brutale Welt eintauchen, aus der es anscheinend kein Entrinnen gibt. Blut spritzt, Gehirnmasse klebt an den Wänden und Gedärme verteilen sich auf dem Fußboden. Ein Lesegenuss für jeden Extreme-Horror-Fan. Nicht nur Fans von Richard Laymon werden hier Parallelen finden, Keene spricht diese auch selbst an. Wer die Novelle mag, sollte sich mal an Laymons Der Regen wagen.

Ohne Dich ist die Eskalation einer Beziehung, die eigentlich schon längst am Ende ist, ohne wirklich beendet zu werden. Den Ausweg des Protagonisten muss man natürlich ein bisschen absonderlicher gestalten.

I am an Exit und This is not an Exit sind zwei zusammenhängende Geschichten. Man wünscht sich schnell einen kompletten Roman mit dem Exitmörder und Keene Fans sind hier auch nicht enttäuscht worden. Die beiden Kurzgeschichten sind Momentaufnahmen, die nicht zu viel verraten und dem ein oder anderen vielleicht etwas zu kurz sein könnten.

Abschluss bildet Der King in: Gelb. Eine gute Idee, die aufgrund der Kürze schnell umgesetzt ist. Ein bisschen erinnert sie an den großen Meister Graham Masterton, der mit Der Horrorspiegel  eine ähnliche Idee niedergeschrieben hat.

Jacks magische Bohnen ist eine tolle Kurzgeschichtensammlung, die schnell durchgelesen ist und Extreme-Horror-Lesern wirklich Spaß machen wird.

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67 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

richard laymon, horror, das ufer, heyne verlag, richardlaymo

Das Ufer

Richard Laymon , Kristof Hahn
Flexibler Einband
Erschienen bei Heyne, 12.09.2016
ISBN 9783453676473
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Leigh wurde vor neunzehn Jahren bei einer tödlichen Sommerromanze schwanger. Mittlerweile ist ihre Tochter achtzehn Jahre alt und das Leben der beiden scheint perfekt zu sein. Bis Deana von einem Wahnsinnigen verfolgt wird und sich auch Leigh in wachsender Gefahr befindet. Wäre da nicht Mace, ein Polizeibeamter, der ihr Sicherheit vermittelt, aber vielleicht doch nicht der ist, der er zu sein vorgibt...

Richard Laymon ist bekannt für spannende Thriller, die einem gerne das Blut in den Adern gefrieren lassen. Das Ufer sollte da keine Ausnahme machen, so denkt man, aber leider wird man enttäuscht. Immer wieder gibt es unstimmige und krasse Brüche in der Geschichte, die einem irgendwann den Spaß verderben. Das wäre vielleicht akzeptabel, wenn ein solcher Bruch zwischen zwei Kapitel stattfände, aber nicht innerhalb ein und desselben. Über weite Strecken passiert leider gar nichts in dem Buch und man langweilt sich. Es müsste doch endlich mal spannend werden! Aber es geht immer nur verworren um Deana und ihre neue Liebe, nachdem die alte getötet wurde. Und manchmal um Leighs Spitzenrestaurant, das einen irgendwann gar nicht mehr interessiert. Krasse Logikfehler scheinen so gar nicht zum eigentlich Horrormeister zu passen, aber er begeht sie, damit die Geschichte fortfahren kann. Plötzlich stehen Tote auch wieder auf, kommen zum Drohen und verschwinden dann irgendwie sofort wieder, wenn sie nicht bekommen, was sie wollen, werden von der Polizei in Gewahrsam genommen und ... Der Leser bleibt mit einem großen Fragezeichen im Kopf zurück. Selbst als es auf den letzten hundert Seiten so etwas wie spannend wird, ist das nur ein schwacher Trost und weitab von dem, was man von Laymon kennt und gewohnt ist. Sind hier mehrere Geschichten ineinander verwoben worden? Oder war das eine Rohfassung, die er nicht mehr nachbearbeitet hat? Leider eines der schlechtesten Bücher von ihm.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

liebe, freunde, mystisch, geheimnisse, teenie roman

Ich träum von dir...

Ellen Sommer
Flexibler Einband: 324 Seiten
Erschienen bei Sommer, Ellen, 01.06.2016
ISBN 9783000523052
Genre: Fantasy

Rezension:

Chris und Lille sind nach einigen Irrungen und Wirrungen endlich ein Paar geworden. Nun könnte alles perfekt sein, würden da nicht grausame Erinnerungen an einen Unfall wie ein Damoklesschwert über den beiden schweben.

Ellen Sommer hat ihrer Reihe Voll erwischt einen lesenswerten zweiten Band hinzugefügt. Zwar ist dieser Band gespickt mit Hinweisen auf den ersten, jedoch kann man ihn ohne weiteres auch lesen und alles nachvollziehen, wenn man Band 1 (noch) nicht kennt.

Die Protagonisten Lille und Chris sind endlich ein Paar geworden. Die Beziehung startet recht gut, wird aber bald überschattet von Alpträumen und einem dunklen Geheimnis, das Chris mit sich herumschleppt. Gemeinsam werden sie auf eine harte Probe gestellt und müssen an ihrer Beziehung und sich selbst arbeiten.

Ellen Sommer kann sich gut in die Teenager einfühlen und vermittelt dem Leser deren Gefühlswelt mit stimmigen Bildern. Die Perspektive wechselt immer zwischen Lille und Chris, so dass man die Gedanken beider recht gut nachvollziehen kann und auch der oder andere Schritt, der gemacht wird, deutlicher erklärt wird. Stellenweise muss man als erwachsener Leser, der lange aus diesem Alter heraus ist, schmunzeln, weil man sich ertappt fühlt. So war man auch mal, oder? 

Alles in allem ein gutes Buch für junge Leser, die ihre erste Liebe und deren Schwierigkeiten erfahren - und die sich in eine romantische Geschichte fallen lassen möchten.

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Bastians Traum

Guido Arnold
Flexibler Einband
Erschienen bei Engelsdorfer Verlag, 01.10.2015
ISBN 9783957447463
Genre: Romane

Rezension:

Bastian ist scheinbar stark depressiv und verlässt seine Wohnung nicht mehr, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Doch eines Tages muss er raus und findet sich unerwartet in einem Traum wieder, der ihm zeigt, wer er wirklich ist und was er kann.

Guido Arnold hat einen Roman geschrieben, der zum einen nachdenklich stimmt, zum anderen aber sicherlich auch viele Leser nicht überzeugen kann. So viel erfährt man von Bastian zu Beginn gar nicht, als dass man wirklich wüsste, was eigentlich mit ihm los ist. Er verlässt so unvermittelt seine Wohnung und landet in einer Traumwelt, dass es beim Lesen schwer fällt, diesen Schritt gedanklich mitzumachen und sich auf den Traum einzulassen. Der Protagonist ist so plötzlich in einer ganz anderen Welt und wird von dieser vereinnahmt, dass man sich noch fragt: Ist das die eigentliche reale Welt, in der er lebt? Immer wieder kommt es zu krassen Brüchen und Sprüngen innerhalb der Geschichte, es fehlen Zusammenhänge, die erst so spät aufgeklärt werden, dass man sie nur mitbekommt, wenn man vorher nicht schon enttäuscht abgebrochen hat. 

Als Leser hätte ich eine andere Geschichte erwartet, auch wenn ich eine Leseprobe kannte. Man denkt eher an eine Mut machende Geschichte, die von einem Depressiven berichtet, der sein Leben in den Griff bekommt. Ganz falsch ist das auch nicht, wenngleich es auf eine andere Weise geschieht als man das vielleicht erwartet hat und ich fast sagen möchte, dass man sich auf ein Mittelalter-Fantasy-Spektakel einlassen muss. Wer darauf keine Lust hat, Finger weg. 

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Der bescheidene König Murphy

Jasmin Weinberger
Flexibler Einband: 180 Seiten
Erschienen bei Edition Paashaas Verlag EPV, 12.03.2013
ISBN 9783942614191
Genre: Comics

Rezension:


Murphy ist ein kleiner Kater, der aus dem fernen Spanien stammt. Dort hat er sein Königreich für eine Futtermagd verlassen und lebt fortan in Hattingen. Hier lernt er zu spielen, zu lieben und das Leben zu genießen.

Jasmin Weinberger ist tierlieb und unterstützt den Tierschutz. Im Vorwort macht sie Werbung für die Katzenhilfe Samtpfötchen. Das ist auch noch in Ordnung, aber schnell kommt man ins Politisieren und fragt sich, warum man Katzen und Hunde aus Spanien und anderen Ländern nach Deutschland schleppen sollte, um sie hier zu adoptieren, wenn deutsche Tierheime überfüllt sind und es hier zahlreiche Hunde, Katzen und andere Tiere gibt, die auf ein liebevolles Herrchen oder auch Frauchen warten. Man könnte darüber lange diskutieren, aber es soll dann doch um das Buch gehen.

Kater Murphy wurde also aus Spanien importiert, ihm folgen fünf weitere Katzen und die Futtermagd Jasmin Weinberger erzählt kurze Begebenheiten mit ihren Stubentigern. Auf jeder Seite ist mindestens ein passendes Foto. Schnell wird deutlich, dass man sich hier zu den Fotos kurze Gedanken gemacht hat und Stichpunkte zu Situationen als ganze Sätze umgeformt als Geschichte und sogar als ganzes Buch deklariert. Natürlich kennt man die Situationen als Katzenbesitzer, wenn die Mieze immer Futter möchte, ein bisschen fremdelt, „helfen“ möchte und dabei noch viel mehr Chaos anrichtet und sich überall dort hinlegt, wo es eben nicht sein soll. Dabei kommen auch nette Erinnerungen zustande, die man sich gerne mal im familiären Kreis erzählt. Ein Buch wird daraus aber nicht – und so ist Der bescheidene König Murphy leider eine Enttäuschung. Man wartet immer auf ein Highlight, auf einen Spannungsbogen und eine richtige Geschichte, die in sich schlüssig ist und nicht nur eine Aneinanderkettung verschiedener Notizen.  Das Buch liest sich zwar schnell, ist aber sehr langweilig, weil einfach nicht wirklich etwas passiert und das Lieblingswort ist „bescheiden“ –  eine ständige und irgendwann nervige Wiederholung.

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Spiel um mein Leben

Ziska von Kalkstein
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei epubli, 20.11.2015
ISBN 9783737576444
Genre: Romane

Rezension:


Ziska von Kalkstein hat sich viele Gedanken gemacht. Der Einstieg in den Krimi ist rasant und beginnt mit einer - namenlosen - Frau, die entführt wird und verzweifelt versucht, sich selbst zu befreien. Als ihr das vermeintlich gelingt, macht die Geschichte einen Sprung. Plötzlich folgt man Gudrun durch ihr Leben, erfährt schnell, dass sie Melanies Mutter ist, Polizistin, vom Dienst suspendiert und auf der Suche nach Ruhe und der Auszeit, die sie entspannt. Zack, schnell geht es weiter - nachdem Gudrun auf vielen Seiten nichts anderes vorhat, als zum Bäcker zu gehen - und man ist mal eben bei Ruth gelandet. Hier verharrt man aber auch nicht lange.

Was rasant klingt, ist beim Leser eher verwirrend und man fragt sich bald, was hat denn A mit B zu tun und warum springt man jetzt in der Geschichte schon wieder an eine andere Ecke und in eine andere Zeit?

Die Ideen, die in dem Buch stecken, würden für zwei reichen. Das eine ist eine nette Familiengeschichte, die für sich genommen gut ist und ohne das Krimielement auch lesenswert wäre. Das andere ist ein Krimi, der noch ein bisschen mehr Pfeffer bräuchte, aber von der Idee her schon ziemlich solide ist.

Wirft man einen Blick auf die Autorenvorstellung bei Amazon, die von der Autorin selbst verfasst wurde, erklärt sich so einiges. Denn auch hier erfährt man eine Familiengeschichte, die man so gar nicht erfahren möchte, dafür wenig über die Autorin selbst. Ihre Familienchronik erscheint fehl am Platz, aber immerhin gibt der Schlusssatz Aufschluss darüber, warum im vorliegenden Krimi eine Freundschaft und familiäre Verknüpfungen so ausführlich dargestellt werden.

Alles in allem braucht man für das Buch Geduld un Durchhaltevermögen. Sicherlich möchte man es immer wieder mal abbrechen und nicht mehr anfassen. Doch es lohnt sich, immer wieder weiterzulesen. Kein Überflieger, aber ein ganz guter Familiengeschichten-Krimi für die langen Abende am Kamin.

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

joachim kroll, serienmörder, serienmörder joachim kroll, innenansicht/täter, ruhrgebiet

Ich musste sie kaputtmachen

Stephan Harbort
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Droste Vlg, 19.02.2004
ISBN 9783770011742
Genre: Sachbücher

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(21)

34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

killer, mord, serienmörder

Killerinstinkt

Stephan Harbort
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.12.2012
ISBN 9783548374772
Genre: Sachbücher

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(30)

34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

horror, splatter, festa extrem, gewalt, kanibalismus

Familienmassaker: Festa Extrem

Tim Miller
E-Buch Text: 113 Seiten
Erschienen bei Festa, 20.05.2015
ISBN B00Y0AIJV8
Genre: Sonstiges

Rezension:


Eddie Mason ist ein guter Vater. Er erzieht seine Kinder und bringt ihnen alles, was sie wissen müssen – über die Kunst des Tötens…

Wieder einmal beweist Miller, dass er vor allem eines kann: Brutalität. In „Familienmassaker“ beschreibt er mit Bedacht auf grausame Feinheiten, wie ein Familienvater das Töten an seine Kinder weitergibt. Die Geschichte beginnt recht ruhig und beschaulich und man muss etwas warten, bis man den eigentlichen Horror entdeckt. Zwar wird es blutig, was bei Millers Geschichten normal ist und zum guten Ton gehört, aber der eigentliche Horror bleibt eher im Hintergrund und wird lange Zeit nur angedeutet.
Ganz überzeugt hat mich das Buch nicht. Es sind 160 gefüllte Seiten, aber Miller rennt auch hier wieder durch. Man wird das Gefühl nicht los, dass er zwar gute Ideen und Ansätze hat, sie aber nicht ganz so ausarbeiten kann, wie er es vielleicht möchte und der Leser es sich wünscht.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

splatter, festa extrem, horror, festa verlag

Auf die Toten: Festa Extrem

Wrath James White
E-Buch Text: 181 Seiten
Erschienen bei Festa, 19.03.2016
ISBN B01B8G90T6
Genre: Sonstiges

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Ein Blick in die Hölle - Buch 2: Festa Extrem

Wade H. Garrett
E-Buch Text: 211 Seiten
Erschienen bei Festa, 08.09.2016
ISBN B01LVTWG99
Genre: Sonstiges

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