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23 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

fantasy, geheimnisvoll, grusel, kurzgeschichten, kurzgeschichtensammlung, märchen, melancholie, melancholisch, metaphern, miriam schäfer, mystery, mystisch, phantastik, poesie, rezension

Das Fehlen des Flüsterns im Wind … und andere phantastische Kurzgeschichten aus dem Halbdunkel

Miriam Schäfer
Flexibler Einband: 184 Seiten
Erschienen bei Acabus Verlag, 27.02.2018
ISBN 9783862825639
Genre: Fantasy

Rezension:

Dieses Buch fiel mir schon seit längerem bei Amazon oder auch bei Facebook auf. Allein der Titel klang toll und weckte mein Interesse noch mehr. Hinter “Das Fehlen des Flüsterns im Wind” versteckt sich eine wunderschöne Kurzgeschichtensammlung aus der Feder von Miriam Schäfer. Ich lese zwischendurch sehr gerne Kurzgeschichten. Sie bieten viel Interpretationsspielraum und sagen trotz der Kürze oft sehr viel aus.

Miriam Schäfer hat in ihrem Werk, welches übrigens im Acabus Verlag erschienen ist, 21 teils phantastische, teil traurige, teil hoffnungsvolle Geschichten veröffentlicht. Einige laden dazu ein in eine andere Welt einzutauchen. Die anderen Geschichten regen zum Nachdenken an.

Ob Krieger, Faun, oder Engel – jede einzelne Geschichte steht für sich und zieht einen in den Bann. Miriam Schäfer hat einen wunderschönen Schreibstil, der mich wirklich begeistert hat. Sie versteht es mit den Wörtern zu spielen und schafft es ihre Geschichten sehr lebendig zu gestalten. Ich finde es unglaublich, wie abwechlsungsreich ihre Repertoire ist. Es ist egal, ob sie mit ihrer Geschichte dich gruseln, träumen oder dich zum Horizont erweitern anregen will. Jede einzelne Kurzgeschichte ist ein kleiner Schatz und eine beeindruckende und teilweise auch berührende Ansammlung von Wörtern.

In der Kürze liegt die Würze? Hier stimmt diese Aussage ganz klar, denn selten finde ich Autoren, die mich mit ihren (Kurz-) Geschichten so fesseln, berühren und begeistern können. Das Buch liest sich fix und nistet sich trotzdem in die Gedanken ein. Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen, obwohl es schon länger auf meinem Reader war. Die Sichtweisen der anderen Mitleser war anregend und inspirierend zugleich. Es zeigte nämlich, wie unterschiedlich Schäfers Geschichten gelesen und verstanden werden können. Und jede Sicht ist auf ihrer Weise richtig. Das finde ich toll.  Diejenigen, die Kurzgeschichten mögen, lege ich diese Sammlung sehr ans Herz. Wer sich an Kurzgeschichten nicht so herantraut, sollte sich an “Das Fehlen des Flüsterns im Wind” wagen, denn allein der Schreibstil ist schon ein Grund es zu lesen. Ich, für meinen Teil, würde mich jedenfalls freuen, in den Genuss eines Romans von Miriam Schäfer zu kommen. Dieses Buch ist in meinen Augen jedenfalls ganz großes Kino.

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47 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

amy baxter, april 2018, baby, beheartbeat by bastei entertainmen, erotischer roman, highlight, hochzeit, liebe, like, liv, new-adult, olivia, one-night-stand, san francisco, scott

Someone like you: Scott & Olivia

Amy Baxter
E-Buch Text
Erschienen bei beHEARTBEAT by Bastei Entertainment, 10.04.2018
ISBN 9783732557875
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Bereits zum fünften Mal reisen wir gemeinsam mit der Autorin Amy Baxter nach San Francisco und besuchen die Jungs und Mädels von San Francisco Ink. In "Someone like you - Scott & Olivia" lernen wir, wie es der Name schon verrät Scott und Olivia näher kennen. Letzere war mir in den Vorgängerbänden immer etwas unsympathisch, weil sie als eiskalte Geschäftsfrau und "Maneater" auftrat. Umso neugierer war ich jetzt, wie Amy Baxter Olivias Rolle ausbaut. Ob sie es geschafft hat, dass ich mit diesem Charakter Frieden schließe?

Scott & Olivia haben beide Schatten in ihren Vergangenheiten. Aber diese vergessen beide völlig, als sie eine heiße Nacht miteinander verbringen. Sie sind sich einig, dass daraus nicht mehr wird. Doch Scotts vorübergehender Job in Jakes Tattoo-Studio "Skinneedles" führt dazu, dass sich Olivia und er nun öfters begegnen. Mit der Zeit merken die beiden, dass sie nicht voneinander lassen können und Scotts Pläne nach New York zu gehen, werden immer schwammiger. Aber die dunkle Vergangenheit und Geheimnisse, die sie voreinander verbergen, machen es Scott und Olivia nicht leichter, aufeinander zu zu gehen. Ob die beiden es schaffen ihrer Vergangenheit hinter sich zu lassen?

Ja, Olivia hatte es schwer sich in mein Leserherz zu schleichen. Aber sie hat es Dank ihrer Schöperin Amy Baxter geschafft. Ihre ersten Auftritte waren echt arrogant und ihren Fehler gegenüber ihrer besten Freundin, fand ich dermaßen krass, dass sie mir in den anderen Bänden unsympathisch war. Es war also eine schwierige Aufgabe für Amy Baxter, Olivia in diesem Buch so darzustellen, dass ich sie mögen kann. Diese Aufgabe hat sie aber mit Bravour erfüllt.

Sowohl Scott und Olivia hatten beide Erlebnisse in ihren Vergangenheiten, die sie dermaßen geprägt haben, dass ihre Art mit anderen Menschen umzugehen, sehr vorsichtig ist. Gerade im zwischenmenschlichen Bereich dominiert der Sex mehr als die Gefühle. Umso mehr fällt es den beiden schwer ihre Emotionen füreinander zu kontrollieren. Es dauert seine Zeit, bis sie merken, was für beide das Glück bedeutet und Amy Baxter hat jede einzelne Phase toll beschrieben.

Ich mag Amy Baxters Schreibstil sehr, weil er mir immer wieder das Gefühl gibt, als hätte ich eine alte Freundin getroffen. Man trifft auf vertraute Charaktereigenschaften oder auch auf gemeinsamen Klamotten- und Musikgeschmack. Die Musik ist auch etwas, das in Baxters Romanen eine große Rolle spielt. Auch in "Someone like you - Scott & Olivia" lässt die Playlist keine Wünsche offen. Sie führt dazu, dass man diese Geschichte mit allen Sinnen erlebt.

Ich verfolge Amy Baxter bzw. Andrea Bielfeldt seit ihrem ersten Buch von 2012. Und seitdem wachse ich mit ihren Büchern und Amy selbst wächst mit ihren Büchern. Sie wird mit jedem Buch besser. Ihr Schreibstil steigert sich qualitativ immer mehr. Das soll nicht heißen, dass er früher schlecht war. Nein. Er wird einfach immer besser. Und das finde ich toll, denn es zeigt, dass ich damals keine falsche Entscheidung getroffen habe und diese Frau zu einer meiner Lieblingsautoren gekürt habe.

Aber zurück zum Buch:

Diese Buch ist absolut lesenswert. Denn Vergangenheit holt beide Charaktere ein und bedrücken Scott und Olivia sehr. Aber sie lernen doch recht schnell damit fertig zu werden und ihre Entwicklung ist toll zu lesen. Überhaupt ist diese Geschichte sehr schön und sie geht ins Herz. Sie hat mich davon überzeugt, dass Olivia doch nicht der eiskalte Vamp ist, den sie in den ersten Bänden darstellte. Sie ein herzensguter Mensch, die einen Schutzpanzer um sich aufgebaut hat und der einfach vom richtigen Mann niedergerissen werden musste.

Es ist eine schöne Liebesgeschichte über das Loslassen alter Dinge und das Zulassen neuer Gefühle. Große Geheimnisse und schwere Verluste prägten die letzten Jahre von Scott und Olivia.Und die Geschichte zeigt, dass die Zeit viele Wunden heilt. Hier wartet am Ende das große Glück, obwohl es nicht unbedingt gesucht wird. Es sind die leisen und kleinen Dinge, die so viel bedeuten. Denn gerade die ungesagten Worte sind oft die, die am wichtigsten sind, weil sie so viel zu bedeuten haben. Für mich ist dieses Buch, trotz all der Erotik, ein schönes und besonderes Buch, was auch an der Protagonistin liegt, die mir erst so unsympathisch war und die mir am Ende, zu einer Art Freundin geworden ist, weil ich im Nachhinein vieles gut verstehen kann. Neben dem vierten Band ist dieses Buch meiner Meinung nach der beste der San-Francisco-Ink-Reihe und sehr zu empfehlen.

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536 Bibliotheken, 17 Leser, 0 Gruppen, 99 Rezensionen

ava reed, camp, freundschaft, hannah, jugendbuch, jugendroman, katze, liebe, stille, stumm, tod, trauer, verlust, zwillinge, zwillingsschwester

Die Stille meiner Worte

Ava Reed , Alexander Kopainski
Fester Einband
Erschienen bei Ueberreuter Verlag , 09.03.2018
ISBN 9783764170790
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schon mit “Wir fliegen, wenn wir fallen” konnte mich Ava Reed begeistern. Ihre Art zu erzählen nimmt einen mit und berührt das Leserherz. Als ich dann erfuhr, dass jetzt im März ihr neuestes Buch “Die Stille meiner Worte” erscheint, habe ich mich sehr darüber gefreut. Dank Lovelybooks und dem Ueberreuter Verlag, zog das Buch als Überraschung bei mir ein. Da habe ich es mir nicht nehmen lassen, es gleich zu lesen. Und was soll ich sagen? Denn mir fehlen eigentlich die Worte für diese Geschichte, die sich mit voller Wucht ins Herz gebrannt hat.

Hannah hat den Verlust ihrer Zwillingsschwester Izzy nicht überwunden. Seit diesem Tag spricht sie nicht mehr. Alle Versuche ihrer Eltern haben nicht geholfen. Hannah Worte sind mit Izzy verschwunden. Der letzte Ausweg ist ein Jugendprogramm zu dem ihre Eltern Hannah schicken. Dort lernt sie Levi kennen. Auch er trägt sein Päckchen, aber er ist sehr interessiert an Hannah. Die beiden sind zwei Gegenpole mit enormer Anziehungskraft. Die Schatten ihrer Vergangenheiten halten sie voneinander fern und trotzdem sind sie fasziniert voneinander. Levi will Hannah wieder die Worte geben, die ihr fehlen und tut alles dafür, ihr zu helfen.

Von der ersten Seite an war ich gefangen von diesem Buch. Ava Reed hat mit “Die Stille meiner Worte” ein wunderschönes, berührendes und aufwühlendes Buch geschrieben. Ich war mitgerissen von Hannahs Trauer um ihre Schwester und spürte die Last ihrer Schuld, die sie seit dem Tag des Verlusts so tief in sich trägt, dass sie nicht mehr sprechen kann. Ava Reed hat die richtigen Worte gefunden, um Hannahs Gefühle an den Leser zu bringen.

Der Schreibstil hat mich umgehauen. Das hätte ich so nicht erwartet, aber es ist wirklich so. Ich habe kurz vor der Arbeit das erste Kapitel gelesen und hätte am liebsten nicht mehr aufgehört. Dieses Buch ist voller Poesie und schöner Worte. So sehr Hannah die Worte fehlen, so sehr legt Ava Reed diese ihrer Protagonisten in den Kopf und in ihre Gedanken. Man spürt mit jeder Zeile, wie wichtig der Autorin dieses Buch ist. Sie versteht es mit Worten umzugehen und hat mit diesem Buch mein Herz berührt.

Schön fand ich auch den Perspektivwechsel. Denn ein Teil der Kapitel wird aus der Sicht von Levi erzählt. Ich fand es interessant zu lesen, wie Hannah auf ihn wirkt. Seine Gedankengänge waren gut nachzuvollziehen und ich mochte auch ihn sehr. Er geht mit Hannah toll um, auch wenn er selbst mit den Schatten aus seiner Vergangenheit noch zu kämpfen hat.

Für mich ist “Die Stille meiner Worte” ein Highlight, welches so bedrückend und so bezaubernd zugleich ist. Hier stimmt einfach alles: Schreibstil, Handlung und die Protagonisten. Die Geschichte schleicht sich ins Herz und nistet sich dort ein. Sie wird mir lange im Gedächtnis bleiben, weil sie einfach etwas besonderes ist. Das kann ich nicht von vielen Büchern sagen, aber Ava Reed hat es geschafft und sie hat die Lobeshymnen verdient, die sie für dieses Buch bekommt.

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204 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 106 Rezensionen

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Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente

Peter Bognanni , Anja Hansen-Schmidt
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 29.01.2018
ISBN 9783446258631
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Tess und Jonah haben in den letzten sieben Monaten alles miteinander geteilt. Ihre Alltagserlebnisse, ihre Gefühle und ihre Gedanken. Sie liebten sich und haben tagtäglich über Facebook in Kontakt gestanden. Nur gesehen haben sie sich ein einziges Mal und das ganz am Anfang. Doch plötzlich ist Jonah nicht mehr. Er hat sich das Leben genommen und dies reißt Tess den Boden unter den Füßen weg. Was hat Jonah vor ihr verschwiegen? Kannte sie ihren Freund doch nicht so gut, wie sich dachte. Um ihre Trauer zu verarbeiten, schreibt Tess weiterhin Nachrichten an Jonah. Und eines Tages erhält sie auch eine Antwort. "Mein Leben oder ein Haufen unvollkommender Momente" erzählt von der Trauer, dem gehen neuer Wege und das Verstecken in der großen (fröhlichen) Welt von Social Media.

Tess ist eine taffe junge Frau, die aber den Verlust von Jonah noch lange nicht verarbeitet hat. Sieben Monate waren die beiden ein Paar. Trotz dass es "nur" eine Fernbeziehung gewesen ist, waren die Gefühle da und sehr echt. Aber wie es oft so ist, kann man auf die Entfernung dem Menschen nicht ins Gesicht geschweige denn in den Kopf gucken. Tess findet in all ihrer Trauer bei ihrem Vater eine Aufgabe und eine Ablenkung. Dieser ist Bestatter und Tess hilft ihm bei seiner Arbeit. Dadurch kommt sie in Kontakt mit anderen Menschen und deren Trauer. So lernt Tess für sich einen Weg, ihre Gefühle und Gedanken besser zu verarbeiten. Und dann ist da noch Daniel, den Jungen, den sich durch den Verlust von Jonah kennenlernt. Auch er hat am Selbstmord von Jonah zu knabbern.

Dieses Buch verarbeitet viele wichtige Themen und ist in meinen Augen sehr wertvoll. Die schlechten Kritiken auf Amazon kann ich teilweise nicht nachvollziehen. Peter Bognanni hat es in meinen Augen geschafft, ernste Themen so zu verpacken, dass ich gut unterhalten fühlte und mich die Geschichte trotzdem zum Nachdenken anregt. Wie gut kann man einen Menschen kennen, mit dem man täglich Kontakt hat, ihn aber trotzdem nicht sieht? Kann man eine Beziehung in der Social-Media-Welt aufbauen, die funktioniert?

"Mein Leben oder ein Haufen unvollkommender Momente" bearbeitet viele Themen und wirkt trotzdem nicht überladen. Ich mochte Tess sehr, die mir in ihrem Loch voller Trauer auch leid tat. Sie hatte keine Möglichkeit, sich von Jonah zu verabschieden und zerbricht beinahe daran. Aber Dank neuer Bekanntschaften und Daniel findet sich einen Weg faus ihrer Trauer.

Ich mochte den Schreibstil von Peter Bognanni sehr. Er war trotz aller Ernsthaftigkeit locker und leicht. Der Autor hat einen schönen Sinn für Humor. Vielleicht mag es für manche unangebracht sein, bei den Themen Tod, Trauer, Verluste mit Humor eine Geschichte zu schreiben. Aber ich finde, hier passt es ganz toll und Peter Bognanni hat eine gesunde Mischung gefunden. Mir hat dieses Buch super gefallen und ich möchte es euch sehr gerne ans Herz legen, gerade weil es solch ernste Themen behandelt, die mich und vielleicht auch euch zum Nachdenken anregen. Bognanni wirft einen realen, aber auch ehrlichen Blick auf die Trauerbewältigung. In meinen Augen sehr wichtig und auch besonders lesenswert.

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328 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 60 Rezensionen

2. weltkrieg, adolf hitler, berge, berghof, charisma, der junge auf dem berg, deutschland, familie, frankreich, hitler, john boyne, jugendbuch, nationalsozialismus, verrat, zweiter weltkrieg

Der Junge auf dem Berg

John Boyne , Ilse Layer
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 24.08.2017
ISBN 9783737340625
Genre: Romane

Rezension:

Wie beeinflussbar ist ein Kind, welches in den ersten Jahren in einer heilen Welt, mit einer liebenden Familie und einem besten Freund zusammenlebt? Wie sehr kann dieser junge Mensch von nichts geringerem als Adolf Hitler und seinen Ideologien beeinflusst werden? John Boyne versucht diese Fragen in seinem neuesten Roman “Der Junge auf dem Berg” zu beantworten. Es ist dem Autor gelungen, ein spannenden und auch zum Nachdenken anregende Geschichte zu schreiben.

Pierrot wächst in seinen jungen Jahren in Paris auf. Dort hat er liebende Eltern und in Anschel einen besten Freund gefunden, der jüdischer Abstammung ist. Als beide Elternteile innerhalb von kurzer Zeit sterben, kommt er in ein Waisenhaus. Von dort wird er von seiner Tante nach Berchtesgaden geholt. Sie ist die Schwester seines deutschen Vaters und arbeitet als Haushälterin auf dem “Berghof”, das Erholungsdomizil von keinem geringen als Adolf Hitler. Dort gerät Pierrot, der sich ab sofort nur noch Peter nennen darf, schnell unter den Einfluss des charismatischen Führers. Dessen Ideologien gehören bald zu Pierrots Alltag und bestimmen sein Denken von früh bis spät. Es geht sogar so weit, dass er ihm nahe stehenden Menschen des Hochverrats beschuldigt.

Mich hat die Geschichte von Pierrot sehr berührt, aber auch nachdenklich gemacht. Ist es wirklich möglich, dass ein Mensch, ein Kind sich dermaßen verändern kann? Pierrot war ein kleiner Junge, der einen jüdischen Freund hatte. Ich mochte ihn zu diesem Zeitpunkt sehr gerne und hatte als er eine Waise wurde, auch Mitleid mit ihm. Aber die Zeit auf dem Berghof hat ihn verändert. Er fängt an die Uniform zu tragen, spielt sich gegenüber den Hausangestellten auf und spioniert sogar seine Tante und andere Vertraute aus. Die Folge ist ein großer Verrat und den Unmut oder auch Hass vieler Leute, den er sich einhandelt.

John Boynes Buch ist schon sehr beängstigend. Man stellt sich selbst als Leser die Frage, ob man als Kind so beeinflussbar gewesen wäre. Ich behaupte von mir ja immer, dass ich dieses System von vornherein abgelehnt hätte, da es gegen mein Menschen- und Weltbild geht. Aber ist das wirklich so? Muss uns nicht einfach nur der richtige (oder halt falsche) Mensch begegnen und uns ein paar “Flausen” in den Kopf setzen? Damit wir überzeugt sind, dass das System, auch wenn es noch so menschenverachtend ist, so richtig ist.

Ich fand es sehr erschreckend, wie schnell ein Mensch “überzeugt” werden kann. Egal, ob es in Form von Gehirnwäsche passiert oder wie hier, durch einen beeindruckenden Mann und vielleicht auch Vaterersatz. John Boyne hat bei diesem Buch Großartiges geleistet. Denn er hat ein beängstigendes Bild entworfen, und auf literarischem Weg gezeigt, wie beeinflussbar Menschen sind. Diese Geschichte war schön und grausam zugleich. Sie zeigt die Abgründe im menschlichen Sein. Aber Pierrot lernt. Zwar sehr spät, aber er lernt und er muss sich irgendwann mit sich selbst auseinandersetzen. Mit seinen Fehlern und den unverzeihlichen Dingen, die er getan hat.

Ich kann euch dieses Werk nur empfehlen. Es wird euer Herz berühren und euch erschrecken. Es wird euch fesseln und ihr werdet euch wahrscheinlich am Ende die selben Fragen stellen, die ich mir gestellt habe: Wie sehr kann ein junger Mensch von nichts geringerem als Adolf Hitler und seinen Ideologien beeinflusst werden?

Gerade in der heutigen Zeit, wo der Rassismus einen neuen Aufschwung erhält, sollte man sich mit Büchern dieser Art durchaus widmen. Sie regen zum Nachdenken und auch zur Selbstreflexion an. Für mich ist es ein wichtiges Buch, dass ich auch als Schullektüre sehr empfehlen kann.

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115 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

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Der erste Blick, der letzte Kuss und alles dazwischen

Jennifer E. Smith
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 05.02.2018
ISBN 9783959671682
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Clare und Aidan haben ihre letzte Nacht vor sich. Die letzte Nacht bevor beide an verschiedenen Orten studieren gehen. Um ihre letzten gemeinsamen Stunden zu zelebrieren, möchte Clare die wichtigsten Stationen ihrer Beziehung nochmal aufsuchen. Danach soll die Entscheidung fallen: Zusammenbleiben oder sich trennen, weil eine Fernbeziehung einfach nicht funktionieren kann. "Der erste Blick, der letzte Kuss und alles dazwischen" befasst sich mit den letzten Stunden, den schönen Momenten und unausgesprochenen Problemen.

Ich durfte dieses Buch im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks lesen. Es hat mich sehr gefreut, dabei zu sein, da das Buch auf meiner Wunschliste stand. Und ich kann sagen, dass es berechtig war, denn es ist eine schöne Geschichte... aber mit kleinen Makeln.

Zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten mit Clare warm zu werden. Ihre Einstellung zur Liebe und Beziehung fand ich seltsam. Sie denkt sehr rational und ist in ihren Gefühlen eher zurückhaltend. Dies zeigt sich auch im Verlauf der Handlung, als herauskommt, dass sie die drei magischen Worte noch nie ausgesprochen hat.

Aidan hingegen ist mir gleich sehr sympathisch. Zwar ist er auch nicht der hoch emotionale Typ, aber er geht ehrlicher mit seinen Gefühlen um. Er trägt sie nach außen und ist auch eher bereit zu ihnen zu stehen. Ich konnte ihn an vielen Stellen sehr gut verstehen.

Die Handlung an sich ist schnell erzählt und hält wenige Überraschungen bereit. Das Buch liest sich locker weg, was dem Schreibstil der Autorin angerechnet werden kann. Das Buch und die inneren Dialoge sind nicht voll von Geplänkel. Was wohl auch daran liegt, dass aus Clares Sicht erzählt wird, die ja bekanntlich nicht sehr emotional ist.

Dennoch ist dieses Buch nicht kalt. Clare entwickelt sich ein wenig und die Autorin entlässt sie am Schluss in ein offenes Ende. Erst im Epilog erfährt man ein wenig mehr. Diesen Schluss fand ich gelungen und passt zur Gesamtheit des Buches.

Jennifer E. Smith schrieb ein ruhiges Buch, ohne viel Tempo und ohne viel Geplänkel. Das sehe ich positiv und doch fehlte mir die Verbindung zu Clare und das letzte Tüpfelchen auf dem i. Es ist alles in allem eine schöne Geschichte für zwischendurch, die aber wahrscheinlich nicht sehr lange im Gedächtnis bleiben wird. Dies wurde mir im Übrigen erst jetzt beim Schreiben dieser Rezension bewusst. Als ich das Buch frisch beendete, war ich noch begeisterter. Aber mit dem Abstand von ein paar Tagen, klingen die Erinnerungen ab und zurück bleibt der Gedanke, dass nüchtern betrachtet "Der erste Blick, der letzte Kuss und alles dazwischen" zwar gut aber irgendwie auch nur durchschnittlich war.

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447 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 134 Rezensionen

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Stell dir vor, dass ich dich liebe

Jennifer Niven , Maren Illinger
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 22.06.2017
ISBN 9783737355100
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jack und Libby - ein Paar, welches unterschiedlicher nicht sein kann und welches sich schon nach den ersten Seiten in mein Herz geschlichen hat. Jenifer Niven konnte mich mit ihrem deutschen Debüt beim Limes Verlag "All die verdammt perfekten Tage" nahezu begeistern. Es hat paar kleine Kritiken vertragen müssen, aber alles in allem mochte ich die Geschichte sehr. "Stell dir vor, dass ich dich liebe" hat es nun geschafft, mich vollkommen von der Autorin zu überzeugen.

Könnt ihr euch vorstellen, keine Gesichter erkennen oder gar sich merken zu können? Jack hat dieses Problem, auch Prosopagnosie oder Gesichtsblindheit genannt. Er umspielt seine Krankheit mit einer ordentlichen Portion Coolness und weiß sich mit Lügen durch den Alltag zu kämpfen. Libby hätte sich früher vielleicht gewünscht, nicht gesehen oder erkannt zu werden. Sie war sehr stark übergewichtig und hat es geschafft über 150kg abzunehmen. Dennoch ist sie immer noch fettleibig, aber sie hat auch eine Therapie hinter sich und den Mut sich der Welt und den Vorurteilen zu stellen. Als die beiden sich begegnen, mag man zunächst nicht glauben, dass sich zwischen den beiden etwas entwickeln kann. Aber Libby ist der einzige Mensch, der hinter Jacks Fassade schauen kann. Und Libby ist die Einzige, die Jack unter all den Menschen wiedererkennen kann. Aber wie stark und wie mutig kann Jack sein? Schafft er es zu Libby zu stehen?

Ich fand dieses Buch unglaublich berührend, weil ich mich sehr gut in Libby hineinversetzen konnte. Ich habe sie bewundert für ihren Mut und ihr Selbstbewusstsein, welches sie nach ihrer enormen Gewichtsreduktion gewonnen hat. Aber ich konnte es auch nachfühlen, wenn es darum ging, von anderen ausgeschlossen zu werden, nur weil man dem gängigen Schönheitsideal nicht entspricht. Jennifer Niven konnte mir die Person Libby und ihre Rolle in diesem klar und deutlich darstellen. Ich fand sie sehr realistisch und mochte sie sehr.

Jack, der coolste Junge der Schule, der ein krasses Geheimnis mit sich trägt, konnte sich von Beginn an in mein Leserherz schleichen. Er umspielt seine Krankheit sehr gut und man bekommt aus seiner Sicht einen guten Einblick darin, wie er mit der Gesichtsblindheit umgeht und seinen Alltag durchsteht. Kaum zu glauben, dass er wirklich schon so lange, sein Leiden vor allen geheim hält. Nur Libby kann er sich anvertrauen und die beiden bauen ein Verhältnis zueinander auf, dass man vielleicht sonst im Alltag nicht so erwarten würde.

Aber trotzdem konnte Jennifer Niven mich überzeugen. Es ist ein wunderbar ergreifendes Buch. Die Autorin schrieb eine Geschichte über zwei Protagonisten, die beide unglaublich stark sind, obwohl sie in den Augen anderer soviel Schwächen haben. Es ist zwar auch eine High-School-Liebesgeschichte, aber sie hat viel Tiefgang, ist voll von echten Gefühlen und sie ist ein kleines Plädoyer für Akzeptanz und Toleranz. Wenn ihr also Lust auf eine emotionale Geschichte mit lockerem, aber berührendem Erzählstil habt, dann möchte ich euch "Stell dir vor, dass ich dich liebe" aus vollstem Herzen empfehlen.

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Die wundersamen Koffer des Monsieur Perle

Timothée de Fombelle , Sabine Grebing , Tobias Scheffel
Fester Einband
Erschienen bei Gerstenberg Verlag, 30.01.2017
ISBN 9783836958790
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ian und Ilian sind zwei Brüder, die in einer fernen Welt leben und die unterschiedlicher nicht sein können. Ian ist der Böse, der unermüdlich und grausam sein Volk unterdrückt und es nicht ertragen kann, wenn jemand seinen Befehlen nicht folgt. Ilian hingegen ist der Sanfte, der weltoffen und tolerant durchs Leben wandert. Er ist das genaue Gegenteil von Ian. Beide ahnen nicht, dass sie sich in das selbe Mädchen verlieben. In eine Fee… Doch Ian verbannt Ilian aus dem Königreich in die Realität, wo er fortan alles versucht, wieder zurückzukehren. Dabei erleben wir Ilian, der im Paris er Dreißiger Jahre den Namen Joshua Perle annimmt, als stillen Zeitgenossen und der nicht aufhören kann, nach Beweisen für sein Königreich und somit für seine Existenz zu suchen. Mit dabei hat er immer einen Koffer, in dem er alle Dinge sammelt, die ihm während der Zeit über dem Weg laufen. Aber findet er seine große Liebe wieder..?

Timothée de Fombelle hat mit “Die wundersamen Koffer des Monsieur Perle” eine manchmal etwas schwer durchschaubare, aber dennoch wunderschön erzählte Geschichte geschrieben. Für mich war es nicht immer einfach der Handlung zu folgen, was auch dazu führte, dass ich mit den Charakteren nicht richtig warm wurde. Ich musste das Buch zeitweise weglegen, weil es manchmal auch anstrengend war.

Dennoch konnte mich das Buch an vielen Stellen begeistern. Zum einen fand ich die Zeit im Schokoladengeschäft toll, weil ich die Atmosphäre dort wirklich genossen habe. Die Juden, kurz vorm zweiten Weltkrieg, die noch unbeschwert und einigermaßen frei ihr Leben leben konnten.

Der Autor konnte die verschiedenen Fäden in der Geschichte geschickt miteinander verknüpfen. Aber für mich waren es auch etwas zu viele Fäden und ich habe mich manchmal wirklich verstrickt. Zeitweise war es mir zuviel und ich unterbrach das Buch, um mich etwas anderem zu widmen. Das führte dazu, dass ich lange brauchte, um das Buch zu beenden.

Doch jetzt kommt das große ABER: Der Erzählstil ist wirklich einzigartig und fesselnd. Der Autor macht durch seine Art zu schreiben vieles wett und mildert meine Kritik ein wenig ab. Auch wenn mir die Bindung zu den Charakteren fehlte, mochte ich die Geschichte gerne. Sie ist melancholisch, poetisch und auf diese verschrobene Art spannend, die auch Monsieur Perle im Buch ausstrahlt. Dazu kommt noch der wunderschöne Einband, der für mich eine kleine Augenweide ist. Daher möchte ich dieses Buch all denjenigen ans Herz legen, die ein Faible für Geschichten haben, die sich leise ins Gedächtnis und Herz schleichen und bei denen man tief in die Handlung versinken kann, wenn man es zulässt…

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

eigenbrötler, entwicklungsroman, freundschaft, humor, italien, leben, liebe, liebesroman, madrid, manipulation, monotonie, nüchternheit, persönlichkeitsentwicklung, realität, spanien

Dies ist keine Liebesgeschichte

José A. Pérez Ledo , Johanna Schwering
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 20.03.2017
ISBN 9783492060639
Genre: Liebesromane

Rezension:

Daniel Durán ist studierter Journalist, ein ziemlicher Eigenbrötler und möchte aber lieber Autor sein. Sein großer Traum ist es, einen Roman zu schreiben. Bis jetzt ist ihm das noch nicht gelungen und er verdient sein Geld mit dem Schreiben von Biographien reicher Leute. Dabei kommt er ganz gut weg, denn obwohl er jedes Mal ein halbes Jahr zum Arbeiten veranschlagt, braucht er nur ein paar Wochen. Leicht verdientes Geld also. Als sein aktueller Auftrag Daniel mit der Kindergärtnerin Eva bekannt macht, ändert sich sein Leben. Die beiden kommen sich relativ schnell näher, aber leider geht diese Liebesgeschichte keinen geraden Weg. Daniel muss im Laufe der Zeit viele Erfahrungen machen und über sich und sein Leben nachdenken. Dabei kommt er nicht umhin, auch über seinen Schatten springen zu müssen. Ob es am Ende mit der Liebe zu Eva klappt?

Ich mochte "Dies ist keine Liebesgeschichte" sehr, denn Daniel Durán ist ein wundervoller Eigenbrötler, der nur langsam lernt, sich sozial und angepasst zu verhalten. Anfangs sind seine Avancen zu Eva mehr und minder erfolgreich, da er durch seine pessimistische, von grundauf ehrliche und direkte Art, die Frau, die er liebt, oft verletzt. Er macht im Laufe der Handlung eine positive Entwicklung, wird erwachsen und lernt sich auch mal mit seiner Meinung zurückzunehmen. Daniel lernt zudem Verantwortung zu übernehmen, denn im Laufe seiner Arbeit findet er heraus, welche Machenschaften sein aktueller Kunde so treibt.

Ledos Erzählstil ist sehr klug und gefiel mir sehr. Besonders die ironischen, zynischen und sarkastischen Töne erfreuten mein Leserherz. Daniels Geschichte liest sich locker weg, ist leicht und auch witzig. So warm und romantisch diese Geschichte ist, so wenig kitschig ist sie. Das mochte ich sehr. Ich hatte viel Spaß beim Lesen, weil die Handlung auch viel Situationskomik beinhaltet. Dabei habe ich das beim Lesen des Klappentextes so gar nicht erwartet und war positiv überrascht.

"Dies ist keine Liebesgeschichte" ist sehr wohl eine Liebesgeschichte. Keine schnulzige, aber eine sehr intelligente Geschichte, die mich gut unterhalten hat, bei der ich lachen konnte und die ich durchweg empfehlen kann.

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40 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

damaris liest

Piper Perish

Kayla Cagan , Maren Illinger
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 24.08.2017
ISBN 9783737354417
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Für Piper Perish ist die Kunst das wichtigste im Leben. Sie liebt das Malen über alles und kann sich ganz in der Welt von Pinsel und Farben verlieren. Ihre beste Freundin Kit ist künstlerisch ähnlich begabt und gemeinsam mit Enzo, Pipers Freund, wollen sie in New York an einer renommierten Kunsthochschule studieren. Die Pläne sind geschmiedet, aber wie so häufig kommt es anders als man denkt. Erst trennt sich Enzo von Piper und dann erhält Kit auch noch eine Absage vom College. Piper Perish hat das Gefühl, dass ihr Leben den Bach runter geht, denn auch ihr Studium ist in höchster Gefahr und alles um sie herum versinkt im Chaos. Aber Piper wäre nicht Piper, wenn sie nicht für alles eine Lösung parat hat und bereit ist für ihre Träume zu kämpfen.

Piper Perish ist eine Person für sich. Sie ist auf eine Art toll, kreativ und einzigartig. Auf der anderen Seite lebt sie in ihrer eigenen verqueren Welt, trägt Vintage-Klamotten, sticht aus der Masse heraus und mag sich den anderen nicht wirklich anpassen. Ihre Eltern sind finanziell nicht so gut aufgestellt, obwohl es allen nicht schlecht geht. Als Pipers ältere Schwester auch noch zurück nach Hause kommt, weil sie schwanger ist, geht der Ärger erst richtig los. Denn Marli ist gemein zu Piper, zu den Eltern und ätzend zur gesamten Menschheit. Dass sich Piper da in ihre eigene, kreative Welt zurückzieht und um sich einen kleinen Kokon gebaut hat, kann ich sehr gut verstehen.

Pipers Schwester Marli, war auch der Grund, der mir teilweise den Spaß am Lesen verhagelt hat. Sie ist so ein anstrengender, egoistischer, narzisstischer und aggressiver Charakter. Wäre sie meine Schwester, wäre wahrscheinlich öfters Blut geflossen. Mann ey! Nicht auszuhalten. Piper hingegen ist der Sonnenschein der Familie. Mit ihren bunten Klamotten spaltet sie sich innerlich und äußerlich ein wenig von ihren Verwandten ab und ihre Liebe zur Kunst ist ganz besonders sympathisch. Und ehrlich gesagt, kann ich da ihre Eltern nicht verstehen, die ihrer ältesten Tochter den Hintern pudern in vielen Dingen und Piper beinahe die Zukunft verbaut hätten.

Ich mochte die Geschichte von Piper Perish sehr gerne. Der Aufbau als Tagebuch ließ mich durch das Buch fliegen und auch der Erzählstil trug dazu bei. Die Autorin Kayla Cagan hat mir Pipers Worte in den Kopf gepflanzt und dabei eine Menge Kopfkino erzeugt. Besonders die verschiedenen Bilder und ihre allgemeine kreative Ader, die sich auch in ihrer Kleidung wiederspiegelt fand ich sehr erfrischend.

Die Geschichte ist genauso bunt, wie es Piper Perish selbst ist. Es gibt viele Aufs und eine Menge Abs, durch die sich das 18-jährige Mädchen durchboxen muss. New York ruft und dieser Schmelztiegel aus Kunst, Kulturen und verrückten Leuten, will erobert werden. Piper Perish ist bereit und tut alles dafür, ihren Traum zu erfüllen. Die Autorin hat diesen Weg sehr gut darbringen können. Auch wenn Piper über ihren eigenen Schatten springen muss - es ist den Kampf definitiv wert. So wie dieses Buch des Lesens wert ist. Es machte mir viel Spaß Piper Perish ein Stück ihres Lebens zu begleiten und mit ihr gemeinsam zu hoffen, dass ihr Traum endlich wahr wird. Sie hat es einfach verdient und sie wird es genießen!

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61 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

20. jahrhundert, england, jugendbuch, königskinder-verlag, lucy strange, mystery, roman, trauer

Der Gesang der Nachtigall

Lucy Strange , Nadine Püschel
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2017
ISBN 9783551560414
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Im Königskinder Verlag verstecken sich so manche Schätze, die es geschafft haben, ein Lieblingsbuch zu werden. Auch "Der Gesang der Nachtigall" von Lucy Strange kann ich ohne Zweifel in diese Sparte einordnen. Das Buch ist nicht nur von außen eine wunderschöne Augenweide. Zwischen den Buchdeckeln verbirgt sich eine Geschichte die aufwühlt, aber auch zu Herzen geht.

Henry ist ein 12-jähriges Mädchen, dessen Familie gefühlt nach und nach auseinanderbricht. Nachdem sie nach Hope House gezogen sind, ist der gewünschte Zusammenhalt nicht vorhanden. Henrys Dad muss aus beruflichen Gründen ins Ausland reisen und ihre Mutter ist so krank, dass sie von den Kindern ferngehalten wird. Sie hat nur noch ihre Nanny Jane, die sich jedoch um den kleinen Bruder von Henry, Baby Piglet, kümmern muss. Auf sich allein gestellt, verkriecht sich Henry hinter ihren Büchern und deren Geschichten und erkundet die Umgebung. Dabei trifft sie auf ungewöhnliche Menschen und einen Wald, der anscheinend verwunschen ist und voller Geheimnisse steckt. Doch das alles verhindert nicht, dass ihre Familie immer mehr auseinanderbricht. Henry muss all ihren Mut zusammenraufen, um dies zu verhindern.

Bereits vor dem Lesen ahnte ich, dass "Der Gesang der Nachtigall" ein besonderes Buch ist. Von anderen Bloggern und Freunden las ich Lobeshymnen und Begeisterungsstürme, so dass ich mit einigen Erwartungen an die Geschichte ging. Und ich wurde nicht enttäuscht, denn ich kann mich den guten Meinungen nur anschließen.

Die junge Henry habe ich beim Lesen besonders ins Herz geschlossen. Es ist eine Heldin, die sich mit viel Herz und noch mehr Mut für ihre Familie einsetzt und ungewöhnliche Wege eingeht, damit nicht alles verloren geht. Ich mochte das Mädchen, dass verträumt und mit Schuldgefühlen belastet, die Umgebung und die Welt erkundet. Sie ist auch eine kleine Regelbrecherin, aber alles nur, um Gutes zu tun.

Lucy Strange hat mit "Der Gesang der Nachtigall" ein tolles Debüt geschrieben, dass nicht nur zu Herzen geht und jetzt eines meiner Lieblinge aus dem Königskinder Verlag ist. Es ist auch ein mehrfach ausgezeichnetes Werk, dass in der großen Welt der Leser viel mehr Beachtung verdient hat, als es bisher bekommen hat. Stranges Geschichte beginnt sehr geheimnisvoll und man versteht erst nach und nach, was der Familie passiert ist und warum Henry solch Schuldgefühle plagen, dass sie sogar "Geister" sieht und sich mit denen unterhält. Zudem fand ich es schön, wie die Autorin Henrys Liebe zu alten Märchen in die Handlung eingebaut hat.

Die Autorin hat einen schönen Schreibstil. Ich konnte Henrys Energie, ihre Trauer und ihre Wut spüren. Ich fühlte, wie sie manchmal machtlos gegen die sturen Erwachsenen kämpfte und sich dann doch tapfer gegen die Gegebenheiten stellte. Lucy Stranges gelungene und facettenreiche Mischung unterschiedlicher Themen in einer Geschichte, fand ich sehr erfrischend. Es wirkte an keiner Stelle überladen, sondern war richtig dosiert und es machte einfach nur Spaß dieses Buch zu lesen. Es ist so wundervoll, so rund, so perfekt, dass ich mir wünsche, dass dieses Werk noch von vielen Menschen gelesen wird. Ich bin überzeugt, dass es noch viele Leser gibt, die ebenso begeistert sein werden, wie ich.

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84 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

2017, coming-of-age, damaris liest, erste liebe, familienkonzepte, jugendbuch, philosophische erkenntnisse, philosophische freundschaftsbetrachtungen

Das Glück hat vier Farben

Lisa Moore , Maren Illinger
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 27.04.2017
ISBN 9783737354806
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Erwachsen werden ist nicht immer leicht. Auch Flannery aus dem Buch "Das Glück hat vier Farben" muss dies erlernen. Die Autorin Lisa Moore schenkt dem Mädchen keine rosa-rote Glitzerwelt zum Aufwachsen, sondern verfrachtet Flannery in die unterste Schicht der Gesellschaft, in der das Geld regelmäßig knapp ist und man allmonatlich überlegen muss, ob der gewählte Weg der künstlerischen Freiheit richtig ist.

Doch Flannery ist nicht Flannery, wenn sie nicht so ein wunderbarer Charakter wäre. Seit Kindheitstagen ist sie in Tyrone verliebt, den sie eine Zeit lang aus den Augen verlor. Er ist der Schulrowdy, der gerne und oft der Bildungseinrichtung fernbleibt und auch sonst nicht der Fleißigste ist. Aber hinter der "harten" Schale eines Sprayers und Schulschwänzers steckt so viel mehr als Tyrone der Welt da draußen zeigen mag. Die beide jedenfalls müssen sich für ein Schulprojekt zusammenraufen und Flannery macht das beste daraus. Denn sie merkt schnell, dass die meiste Arbeit an ihr hängen bleibt.

Das letzte Schuljahr hat aber nicht nur Gefühlschaos und ein stressiges Schulprojekt zu bieten. Nach und nach gehen langjährige Freundschaften verloren, weil Menschen sich verändern und neue, aber nicht unbedingt die richtigen, Wege gehen. Aber dafür entstehen auch neue Verbindungen und Freundschaften, an die Flannery zunächst nicht gedacht hat.

Lisa Moore beweist mit diesem Buch, welchen super schönen Erzählstil sie hat. Trotz vieler trauriger und auch ernster Themen ist "Das Glück hat vier Farben" die Zeit absolut wert, die man zum Lesen dieses Werkes benötigt. Wir folgen Flannerys Gedanken, die sehr lebendig sind und manchmal auch sehr nahe gehen. Flannery hat einfach ein gutes Herz, was sie zu einem tollen Charakter macht, die es bisher nicht leicht hatte in ihrem Leben.

Mit ihrer Mutter stand ich an manchen Stellen auf Kriegsfuß, da ich es absolut nicht verstanden habe, wie diese ihre Prioritäten setzte. Aber muss man einen gesellschaftskonformen Weg gehen, nur wegen der Kinder und wegen dem Geld? Bedarf es nicht viel mehr dieser Freigeister in unserer Welt? Für Flannery sind diese Fragen vielleicht nicht prägend in dieser Geschichte, aber ich glaube, dass ihr die ab und an gekommen sind. Ich denke, dass diese auch wichtig waren, um sich von ihren Mutter abzunabeln und um erwachsen zu werden.

Für mich ist "Das Glück hat vier Farben" eines dieser Bücher, die nicht mit einem lauten Knall daher kommen. Es schleicht sich mit leisen Schritten ins Herz und verweilt da bis zur letzten Seite und noch ein paar Tage länger. Es ist ein kleines, stilles Highlight zum Jahresende gewesen, welches ich meinen Lesern wärmstens empfehlen möchte.

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56 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

café, café morelli, caffe, gemin, giancarolo gemin, italien, jugendbuch, königskind, königskinder, königskinder-verlag, morelli, walisien, young adult

Café Morelli

G. R. Gemin , Gabriele Haefs
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2017
ISBN 9783551560438
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das "Café Morelli" ist ein alteingesessenes Café in Bryn Mawr, einem Ort in dem die Gesellschaft eher von Arbeitern, Arbeitslosen und Bauern geprägt ist. Joes Mutter gehört dieses Café und sie will das Familiengeschäft verkaufen, weil es einfach nicht mehr so richtig läuft. Geld fehlt nicht nur den Kunden, sondern auch Joes Eltern. Aber Joe hat etwas dagegen. Er will das Café retten und hat einen Plan, wie man es schaffen könnte, nach und nach wieder mehr Kundschaft in den Laden zu locken. Ganz nebenbei lernt Joe auch noch die Familiengeschichte und die Geschichte des Cafés von seinem Grandpa kennen. Das Café, eröffnet von italienischen Einwanderern, war früher ein Treffpunkt für alle. Doch die Zeiten sind vorbei. Joe will es wieder zu alter Blüte verhelfen und bekommt dabei von seiner italienischen Cousine Unterstützung

Giancarlo Gemin hat es in meinen Augen mal wieder geschafft, eine entzückende und Mut machende, walisische Geschichte zu schreiben. Bereits mit "Milchmädchen" durften wir in die Stadt Bryn Mawr reisen und die Menschen, die fern von jeglicher Perfektion sind, kennenlernen. Dieser "Mangel" hat Perfektion ist das, was mir an diesem Buch auch wieder sehr gut gefällt. Es sind die kleinen Helden des Alltags, die hier ihren Auftritt bekommen und ganz besonders Joe entwickelt sich mit der Zeit zu solch einem Held. Anfangs ist Joe noch etwas mutlos und zeigt erst mit der Zeit und den ersten Erfolgen seinen italienischen Kampfgeist.

„Das hier gehört uns – es ist unser Familienbetrieb, Mam. Ich höre mir Nonnos Geschichte an, und die Geschichte seines Papà, und ich liebe das Café nur noch mehr. Ich will nicht dass es stirbt.“

Gemin hat einen kindlichen, leicht verständlichen aber wirklich schönen Schreibstil. Er schrieb mit "Café Morelli" eine lebensechte und gefühlvolle Geschichte, die ans Herz geht und Mut macht, auch mal für seine Träume einzustehen. Man lernt viele wunderbare Menschen kennen und schließt diese auch schnell ins Herz. Joe mochte ich da ganz besonders, weil er mit seinem kindlichen Mut an die Rettung des Familiengeschäfts geht und dabei auch keine ungewöhnlichen Wege scheut. Das er dabei nicht überall auf offene Ohren und Arme trifft, entmutigt Joe nicht. Das mochte ich sehr und zeigt mal wieder die Besonderheit der Bücher aus dem Königskinder Verlag.

Gemin hat italienisches Flair und La Dolce Vita nicht nur nach Bryn Mawr gebracht, sondern auch zu mir nach Hause. Wie gerne würde ich jetzt im "Café Morelli" sitzen, einen Cappuccino oder Espresso genießen und mir dabei die Geschichten vom alten Morelli und Joe anhören. Ich fühlte mich schnell heimisch in diesem Laden und finde, dass der Autor eine ganz tolle Atmosphäre geschaffen hat. Es ist in meinen Augen nicht nur ein Buch für Kinder oder Jugendliche. Es ist eine Geschichte auch für die Erwachsenen. Wer sagt denn, dass man alles nach Schema F machen soll? Keiner! Richtig!

Also, egal ob 8 oder 88 - man ist so jung wie man sich fühlt und dieses Buch passt zu jedem Alter. Besucht Joe im Café Morelli und ihr werdet verstehen, was diese Geschichte so toll macht.

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208 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 60 Rezensionen

54 minuten, action, amok, amoklauf, amoklauf!, drama, highschool, jugendbuch, liebe, marieke nijkamp, ohs, rache, roman, schule, tod

54 Minuten

Marieke Nijkamp , Mo Zuber
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 21.09.2017
ISBN 9783841440167
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Marieke Nijkamps „54 Minuten“ ist das zweite Buch, welches das Thema Amoklauf be- & verarbeitet, und welches ich gelesen habe. Die Geschichte wurde mir bereits auf der Leipziger Buchmesse schmackhaft gemacht und ich war äußerst gespannt, wie die Autorin es schafft, so ein ernstes Thema literarisch umzusetzen ohne in eine Art Sensationsgier zu verfallen. Jedoch ist es Niejkamp gelungen, mich von Beginn an zu fesseln.

Die Handlung beginnt am 1. Schultag des zweiten Halbjahres an der  Opportunity High School. Die Direktorin Mrs. Trenton hält ihre gewohnte Ansprache. Doch als die Versammlung zu Ende ist, sind die Türen der Aula verschlossen. Es gibt kein Entkommen, den der Schüler Tyler hat die gesamte High School in seine Gewalt gebracht. Es beginnt ein nervenaufreibendes Spiel zwischen dem Amokläufer und einigen Schülern, und es gibt Opfer. Viele Opfer!

Wir erleben die Geschichte aus der Sicht von Sylv, Tomás, Autumn und Claire. Alle hatten schon irgendwie Kontakt mit Tyler. Autumn ist seine Schwester, Sylv wurde von ihm bedroht, Tomás hat Tyler gerne fertig gemacht & Claire war eine zeitlang mit Tyler zusammen. Jede Person zeigt eine andere Sicht auf den Amoklauf und den Amokläufer. Sein zwiespältiger Charakter erklärt sich in gedanklichen Rückblenden der einzelnen Protagonisten. Was mir gefehlt hat, ist die Sicht Tylers. Gerne hätte ich seine Gedanken, mögen sie auch noch so böse sein erlebt. Aber kann man aus der Sicht eines Amokläufers schreiben?

Der Autorin ist es gelungen, eine spannende, beklemmende aber auch realistische Handlung aufzubauen. Man spürt die Angst einzelner und die Furcht davor, dass man vielleicht als nächstes eine Kugel abbekommen könnte. Das erzeugt eine bedrückende Stimmung, die sich durch das gesamte Buch trägt. Aber man spürt auch die Hoffnung und die Liebe, die von einzelnen Charakteren ausgeht. Und der Mut sich gegen den Täter zu stellen, auch wenn es vielleicht das Letzte ist, was man tut.

Letztendlich spricht vieles für das Buch. Der Schreibstil ist klasse und bringt einen nah ans Geschehen. Ständig kommt die Frage: Wer überlebt? Wer nicht? Muss man sich von einigen Charakteren verabschieden? Bekommt Tyler seine gerechte Strafe? Besonders gut gefiel mir, der minutiöse Aufbau der Handlung. Er macht die Geschichte spannend und fesselt so sehr, dass man das Buch schnell durch hat. Der einzige Kritikpunkt ist, dass ich gerne auch Tylers Gedanken erfahren hätte. Ich glaube nämlich, dass dies der Handlung noch ein wenig an Spannung und Tiefe gegeben hätte. Dennoch kann ich für „54 Minuten“ meine klare Leseempfehlung aussprechen und hoffe, dass ich viele Menschen dieses Buch schmackhaft machen konnte.

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79 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

adaption, curtis sittenfeld, happy end, hasssex, hat mich nicht überzeugt., heirat, janeausten, jane austen, jane-austen-adaption, kaufsucht, liebe, reality show, romantik, stolz und vorurteil, vermählung

Vermählung

Curtis Sittenfeld , Sabine Schilasky
Flexibler Einband: 600 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 12.06.2017
ISBN 9783959671149
Genre: Liebesromane

Rezension:

Was habe ich mich gefreut, als ich gesehen habe, dass es eine Neuauflage von „Stolz und Vorurteil“ geben soll. Mein absolutes Lieblingsbuch und wie ich finde auch DIE Pflichtlektüre einer jeden Leseratte. Curtis Sittenfeld hat sich der Geschichte angenommen und sie in die heutige Zeit verfrachtet. Ich hatte hohe Erwartungen, die allesamt leider total enttäuscht wurden.

Ob nun Lizzy, Jane, Mr. Darcy, Mr. Bingley…. wir treffen auf viele liebgewonnene Charaktere, die in unserer Zeit ihr Tun haben. Was sie nicht haben, ist die Charme und die Liebenswürdigkeit der originalen Charaktere. Nach und nach gingen mir alle Figuren auf die Nerven. Allen voran die kleinen Schwestern Kitty und Lydia, die hier noch arroganter rüber kamen als in der Originalvorlage.

Jede Figur, jedes Tun, jedes Handeln war hier total überspitzt. Sittenfeld hat in meinen Augen, Austens Roman total verhunzt und der Geschichte das Herz gestohlen. Die damalige Gesellschaftskritik fehlt in diesem Roman ganz. Es ist total schade und mir tut es in der Seele weh, aber dieses Buch hätte man mit Sicherheit besser machen können.

Schon allein, dass es nun der Bachelor sein sollte, verleiht der Handlung eine Oberflächlichkeit sondergleichen, die mich dermaßen störte, dass ich das Buch letztendlich abbrechen musste. Ich wollte es mir einfach nicht mehr antun.

Das einzig Positve:
Der Schreibstil, der leicht ist und mich anfangs gut durch die Seiten kommen lies. Und auch die Gestaltung des Covers ist eine Augenweide. Aber es rettet nicht mehr viel, so dass ich dieses Buch eigentlich niemanden empfehlen mag. Lest lieber das Original!

Nicht jede Neu-Adaption ist gut! Diese hier hätte man sich sparen können. Es ist schade, aber leider musste ich dieses Werk abbrechen, weil ich sowohl mit den Figuren als auch mit der Umsetzung der Handlung meine Probleme hatte. Es strotzt nur so vor Oberflächlichkeiten und alles ist total überspitzt. Für mich eine absolute Enttäuschung! Lediglich zwei Sterne für Erzählstil und Cover.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

18. jhd., benjamin lacombe, eliette abecassis, erzählung, golem, illustriert, literaturklassiker, prag, zelmira

Der Schatten des Golem

Benjamin Lacombe , Éliette Abécassis , Anja Kootz
Fester Einband
Erschienen bei Knesebeck, 30.06.2017
ISBN 9783957280466
Genre: Comics

Rezension:

Ich bin ein Fan des französischen Zeichners und Autors Benjamin Lacombe, seit mich meine Freundin Ina auf ihn aufmerksam gemacht hat. Daher freute es mich besonders, dass ich dieses Buch lesen durfte. Die Werke von Lacombe sind immer was besonderes. Gemeinsam mit der Autorin Éliette Abécassis wurde nun diese wunderbare Geschichte geschaffen, die einer alten Legende entspricht. Aber lest selbst...

Zelmira wächst in den Straßen von Prag auf. Als sie ein heimliches Ritual des Rabbi Löw beobachtet und sieht wie ein Golem erschaffen wird, ist sie neugierig. Der Golem soll die jüdische Gemeinde im Ghetto von Prag beschützen. Zelmira ist ganz angetan von dem Wesen und versucht sich ihm anzunähern. Sie ahnt nicht, dass dies kein gutes Ende haben wird. Die Geschichte der kleinen Zelmira wurde in einer mystischen und auch sehr spannenden Weise erzählt. Das Mädchen wächst in einer Alchimistenfamilie auf. Dort wird nicht besonders liebevoll mit ihr umgegangen, weshalb sie irgendwann viel mehr Zeit beim Rabbi und seiner Frau verbringt. Der Golem fasziniert das kleine Mädchen von Beginn an, weshalb sie auch immer wieder versucht, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Ihre kindliche Neugierde ist es, was dieses Buch durchweg erhellt.

Das der Rabbi Löw im 16. Jahrhundert in Prag den Golem erschuf, entspringt einer alten Legende, die von der Autorin Éliette Abécassis wunderschön wiedergegeben wird. Obwohl der König Maximillian II. und später auch sein Sohn Rudolf einen "Schutz auf ewige Zeiten" für die Juden aussprach, werden diese trotzdem verfolgt. Auch die katholische Kirche beteiligt sich daran. Aus dieser Not heraus und weil immer mehr Juden gejagt oder gar getötet werden, schuf der Rabbi Löw den Golem.

Dieses künstliche Wesen lässt im Leser die Frage aufkommen, was es wohl heißen mag, wenn ein solches in der Welt umherwandelt. Denn es ist Fluch und Segen zugleich. Gerade als der Golem ein Bewusstsein erlangt, zeigt sich, wie gefährlich diese Form der "Schöpfung" sein kann. Daher kann man diese Parabel auch als Kritik an den Menschen sehen, der vielleicht aus einem gutem Grunde heraus, seine Macht zur Erschaffung neuer Wesen nutzt. Aber irgendwann muss er machtlos zusehen, weil sich diese Wesen nicht mehr lenken lassen und eine Gefahr für Schöpfer und andere sind. Vielleicht etwas weit hergeholt, aber durchaus plausibel.

Ich würde "Der Schatten des Golem" nicht als Kinderbuch per se einordnen. Es ist auch kein Buch nur für Erwachsene. Es ist ein Buch für alle Altersstufen und jeder sollte sich das aus der Geschichte herausziehen, was ihm wichtig ist. Mir lag sehr viel an den Illustrationen von Benjamin Lacombe, welche die Handlung auf einzigartige Weise unterstreichen. Die "Handschrift" des Zeichners ist unverkennbar und immer wieder eine Augenweide. Egal wie oft man sich die Bilder anschaut, man entdeckt immer wieder ein neues Detail. Es ist jedesmal ein Erlebnis. Von daher kann ich den Fans und den Neuentdeckern gleichermaßen, dieses Buch ans Herz legen.

Fazit

"Der Schatten des Golem" besticht durch herrliche Illustrationen des Benjamin Lacombe, welche die alte jüdische Legende unterstreichen. Die Autorin Éliette Abécassis hat dieser Legende auf wunderschöner Art und Weise neues Leben eingehaucht. Es ist kein Buch nur für Kinder, aber auch nicht nur für Erwachsene. Es ist ein Werk für alle Altersklassen und sollte auch so betrachtet werden. Ich werde diesen Schatz öfters in die Hand nehmen, denn mit jedem neuen Blick entdeckt man neue Fein- und Schönheiten an der Geschichte und ihren Zeichnungen.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

einfach köstlich!!!, humor

Zwei Küsse für Himmelreich: Liebesroman - Amors Four (Band 2)

Andrea Bielfeldt
E-Buch Text
Erschienen bei null, 01.07.2017
ISBN B073NLJ1LQ
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ach, was war es schön endlich mal wieder was von der lieben Andrea zu lesen. Unter den Self-Publishern ist sie meine Lieblingsautorin. Ihr Geschichten haben immer einen gewissen Unterhaltungs- und Wiedererkennungswert. Das mag ich einfach an ihren Büchern und es irgendwie immer, als wenn man eine alte Freundin wiedertrifft.
 
Mit "Zwei Küsse für Himmelreich" bringt Andrea Bieldfeldt den 2. Band der schon in der zweiten Staffel erscheinenden Himmelreich-Reihe heraus. Alle Bände sind übrigens in sich abgeschlossen. Falls ihr also auf die Idee kommt, mittendrin anzufangen, tut es einfach. Denn locker-leichte Liebesgeschichten kann doch jeder einmal zwischendurch gebrauchen, oder?
 
In diesem Band treffen wir auf Ronja, die in Himmelreich Fuß fassen konnte und als Köchin im McLoads arbeitet. Sie liebt ihre Arbeit und als sie die Aufgabe bekommt für das Archäologen-Team zu arbeiten, freut sie sich auf ihre neue Aufgabe. Niemand hätte damit gerechnet, dass sie dort tagtäglich mit einer arroganten Schnepfe und dem wortkargen, griesgrämigen aber unglaublich attraktiven Norweger Tjark zusammenarbeiten muss. Aber wir sind im Himmelreich und da taucht ja bekanntlich auch mal so manches kleines Wunder auf.
 
Mir hat diese Geschichte wirklich sehr gut gefallen. Sie hat alles, was eine lockere, romantische Geschichte beinhalten muss. Sympathische Protagonisten, lustige Nebenfiguren und ein schönes Dörfchen als Setting (oder doch Städtchen?) . Ich fühlte mich mit den Mädels in Himmelreich sehr wohl und auch der wortkarge Tjark kam ja irgendwann aus sich heraus. Seine Qualitäten sind jedenfalls nicht von schlechten Eltern. Andrea Bielfeldt konnte mich total begeistern und ihr wunderbarer Humor trägt sich durch die ganze Handlung. An vielen Stellen musste ich lachen und besonders das Ende fand ich klasse. Was hätte dafür gegeben, die Gesichter zu sehen... Wenn ihr etwas für Zwischendurch sucht, dann habt ihr mit diesem Buch die richtige Wahl getroffen.

Es war schön in Himmelreich! Andrea Bielfeldt verteilt gute Laune und romantische Stimmung. Sie hat mich mit "Zwei Küsse für Himmelreich" neugierig auf die (verrückten) Bewohner dieses Dorfes gemacht und ich werde sie auf jeden Fall später nochmal besuchen. Diese Geschichte brachte mir eine willkommende Abwechslung und war wie ein Wiedersehen mit einer alten Freundin, die man sehr ins Herz geschlossen hat.

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buchhändler, handtasche, katzen, koma, laure, laurent, liebe, notizbuch, paris, persönliche dinge, raub, roman, schlüssel, suche, suchen und finden

Liebe mit zwei Unbekannten

Antoine Laurain
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.12.2016
ISBN 9783426517451
Genre: Romane

Rezension:

Mein allererstes Buch vom Autor Antoine Laurain und ich bin gleich begeistert von seiner Erzählweise. Diese Geschichte geht ans Herz und nimmt den Leser mit auf eine Reise durch Paris. Gemeinsam mit Laurent entdecken wir die Stadt und die Liebe.


Als dieser nämlich auf dem Weg zu seiner Buchhandlung eine lila Handtasche entdeckt, wird seine Neugier schon ein klein wenig geweckt, und er begibt sich auf die Suche nach der unbekannten Besitzerin. Diese bewahrt in ihrer Handtasche viele persönliche Dinge auf und anhand dieser will Laurent versuchen, die Frau ausfindig zu machen. Es entspinnt sich eine romantische und liebevoll ausgearbeitete Schnitzeljagd, auf der mir sowohl Laurent als auch Laure, die Besitzerin der Handtasche, sehr ans Herz gewachsen sind.

Antoine Laurains Bücher sind mir schon öfters begegnet, aber bisher ergab es sich einfach nicht, eines zu lesen. Nun habe ich aber die Chance ergriffen, mir das Hörbuch anzuhören. Die Sprecherin macht ihren Job gut. Sie hat eine angenehme Stimme, an manchen Passagen vielleicht etwas zu monoton. Aber ich bin ihr nie überdrüssig geworden.

Laurains wählt seine Worte mit bedacht und haucht seiner Geschichte den französischen Flair ein. Diese Liebesgeschichte ist ganz zart, ohne viel Kitsch. Sie ist nicht sonderlich aufregend, sondern ganz still und leise, reif, erwachsen und sehr charmant. Das macht das Buch zu etwas besonderen und auch ein klein wenig poetisch. Mir hat dieser Roman so gut gefallen, dass ich mich auch gleich den anderen Werken des Autors verschrieben habe. So gesehen, werde ich mich jetzt wohl länger in Frankreich aufhalten.

"Liebe mit zwei Unbekannten" verfrachtet dich mitten ins romantische Paris. Antoine Laurain versprüht den charmanten französischen Flair und hat mich mit seinem Buch begeistern können. Ohne viel Aufregung und Kitsch schaffte es der Autor mich zu fesseln. Es ist eine leichte Geschichte, die still und leise ins Leserherz kriecht. Ganz wunderbar.

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22 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

bienen, china, hörbuch, imkerei, roman, usa

Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein , Bibiana Beglau , Markus Fennert
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 20.03.2017
ISBN 9783844524963
Genre: Romane

Rezension:

"Rettet die Bienen!", dieser Schlachtruf ist dieser Tage in aller Munde, vor allen Dingen bei den Umweltschützern. Die Autorin Maja Lunde hat um die fleißigen Tierchen eine Geschichte gesponnen, die aktueller nicht sein kann.

Tao, William und George drei Menschen, deren Schicksal enger verwoben ist als es zunächst scheint, müssen in ihrer jeweiligen Zeit mit vielerlei Problemen klar kommen. Dabei ist ihre Lebensgeschichte mit der der Bienen sehr verbunden. Alle drei sind sehr lebendig gezeichnete Charaktere, die in ihrer Zeit sich einem Kampf stellen müssen.

Während William seine wissenschaftliche Karriere der Liebe wegen aufgegeben hat, zieht ihn sein Scheitern in eine schwere Depression herein, die ihn monatelang ans Bett fesselt. Allein seine Kinder, allen voran seine Tochter Charlotte, zeigt ihm einen Weg und neue Pläne, wieder an seine alten Leistungen in der Bienenforschung anzuknüpfen.

George, ein Imker, erlebt das  große Bienensterben und strebt gleichzeitig danach, dass sein Sohn mal das Familiengeschäft übernimmt. Verzweifelt versucht er seinen Betrieb zu retten, aber auch gleichzeitig die Beziehung zu seinem Sohn, nicht ganz zu zerstören.

Tao bestäubt im China der Zukunft die Bäume. Bienen sind schon längst ausgestorben und die Arbeiter auf den Plantagen müssen nun deren Arbeit tun. Ein mysteriöser Vorfall mit ihrem Sohn, lässt viele Fragen offen und hinterlässt Rätsel, die gelöst werden wollen. Die Menschheit steht mal wieder vor einem neuen Umbruch.

Das Schicksal/die Geschichte der Bienen ist hochaktuell und zeigt, wie weit wir mit unserem Verhalten der Umwelt schädigen. Pestizide vernichten nicht nur unliebsame Pflanzen und Tierchen, sondern auch die nützlichen Insekten. Wie eine Zukunft ohne diese fleißigen Bienchen aussehen kann, spinnt Maja Lunde in diesem Roman zurecht. Und diese Zukunft kommt so real herüber, dass es erschreckend ist.

Jedem einzelnen der drei Sprecher ist es gelungen, seiner Rolle Leben einzuhauchen. Ich finde, sie passen bei den Charakteren wie die Faust aufs Auge. Die Handlung wird nicht von überschwenglichen Emotionen getragen. Sie ist aber auch nicht ein stur erzählter und kühler Roman. Den drei Sprechern ist dieser Spagat wunderbar gelungen.

Die Norwegerin Maja Lunde hat einen intelligenten und auch spannenden Weg gefunden sowohl die Vergangenheit mit der Gegenwart als auch mit der Zukunft zu verbinden. Dabei trägt sie jedes einzelne Schicksal auf  klare und deutliche Weise an den Leser ran. Das klingt jetzt sehr nüchtern, soll so aber gar nicht rüberkommen. Geschickt verwebt sie die einzelnen Zeitebenen miteinander, so dass sich ein unscheinbarer Faden durch die ganze Handlung schlängelt. Ein spannender Roman, der nicht nur mit den Zukunftsängsten einzelner spielt, sondern auch zeigt, dass es nie zu spät sein kann, mit der Natur in Einklang zu leben. Wir Menschen, müssen unsere Umwelt nicht ausbeuten, um den meisten Profit herauszuholen. Es geht auch anders. Das propagiert und zeigt uns "Die Geschichte der Bienen".

Klug, spannend und eindringlich erzählt uns Maja Lunde "Die Geschichte der Bienen". Indem sie drei Zeitebenen geschickt miteinander verwebt, gelingt der norwegischen Autorin ein fesselnder Roman, der zum Nachdenken anregt und an manchen Stellen auch sein eigenes Handeln in Frage stellt. Die Menschheit ist von der Umwelt abhängiger als umgekehrt und das wird hier propagiert. Dieser Roman ist dabei weit weg von einer wissenschaftlichen Arbeit. Es ist eine spannende Erzählung, die ich unbedingt zu Ende hören musste und die ich euch einfach nur ans (Leser-)Herz legen möchte.

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dtv-junior, familie, jugendbuch, jugendbücher, krebs, leben, mutter, pusteblumentage, sterben, tod, trauer, traurig, verlust

Pusteblumentage

Rebecca Westcott , Barbara Lehnerer
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.02.2017
ISBN 9783423761659
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Dieses Buch ist mehr als es vielleicht zunächst scheint. "Pusteblumentage" ist ein besonderes Buch und hat mich sehr berührt.

Liv ist 12 Jahre alt, als sie merkwürdige Anwandlungen bei ihrer Mutter bemerkt. BH kaufen? Sie darf sich Ohrlöcher stechen lassen? Was hat das alles auf sich? Warum ist ihre Mutter ständig müde? Liv spürt schnell, dass etwas nicht stimmt und muss bald erfahren, dass das Leben nicht immer in geraden Bahnen läuft. Sie fühlt, dass sie stark bleiben muss und versteckt sich hinter ihrer Trauer und Wut und lässt niemanden mehr an sich ran. Aber ist es das, was die Mutter wollte? Findet Liv einen anderen Weg mit den Dingen fertig zu werden?

"Pusteblumentage" ist für mich schon allein wegen dem Cover auffällig. Ich mag die Farben und mit der Kamera im Vordergrund wurde ein wichtiges Merkmal von Liv hervor gehoben. Rebecca Westcott hat mit dem Thema vielleicht das Rad der Jugendbücher nicht neu erfunden. Aber sie hat ein Händchen bewiesen und mich mit Livs Geschichte überrascht.

Liv muss mit ihren 12 Jahren eine schwere Zeit durchmachen und einen traurigen Verlust hinnehmen. Das Anfangs lebenslustige Mädchen verändert sich im Laufe der Handlung total. Die quirlige 12-jährige versteht zunächst nicht, warum ihre Mutter so auffällig müde ist und warum sie unbedingt "wichtige" Dinge mit ihrer Tochter erledigen muss. Kann ja keiner ahnen, dass die gemeinsame Zeit anscheinend so begrenzt ist.

Der Verlust haut Liv dermaßen aus der Bahn, dass selbst ihr Umfeld nicht mehr mit dem Mädchen klar kommt. Aber Liv schottet sich auch selber ab und gibt ihr Leben und ihre Freundschaften auf. Sie fällt in ein tiefes Loch und schafft es nur mit Hilfe, wieder daraus zu kommen. Aber ist es das was ihre Mutter wollte? Nein! Livs Mutter wollte das ihre Tochter lebt und versteht, dass ihre Zeit noch nicht vorbei ist.

Obwohl es ziemlich schnell klar ist, worauf die Geschichte hinausläuft, ist es der Autorin doch gelungen, der Handlung viel Gefühl und berührende Szenen zu verleihen. Besonders weil Liv aus ihrer Sicht erzählt, geht der Roman ans Herz und zeigt wie sehr es einem Kind schwer fallen kann mit einer alles überschattenden Trauer fertig zu werden. Westcott hat auf einfühlsamer Weise Livs Weg in die Wut und Trauer, und ihren Kampf da wieder hinauszukommen, beschrieben. Für mich ein überaus berührendes und starkes Buch, über das Leben, die Trauer und den Kampf daraus zu kommen.

In meinen Augen hat "Pusteblumentage" viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Rebecca Westcott hat ein berührendes, aber auch starkes Buch geschrieben und lässt ihre Protagonistin Liv durch eine enorme Welle der Trauer und  dem Verlust waten, um sie  verstehen zu lassen, dass das Leben lebenswert ist. Diese Geschichte geht ganz tief ins Herz, macht es kaputt und lässt es von innen heraus wieder heilen.Absolute Leseempfehlung!

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Des Teufels Gebetbuch

Markus Heitz
E-Buch Text: 672 Seiten
Erschienen bei Knaur eBook, 27.02.2017
ISBN 9783426434529
Genre: Fantasy

Rezension:

Des Teufels Gebetbuch - ein Kartenspiel, das nur Böses will. Ein Kartenspiel, hergestellt im 18. Jhd., dass dich Dinge tun lässt, an die du sonst nicht gedacht hättest. Es lässt dich Menschen opfern und zerstört Leben. Es ist das pure Böse und wenn du das Pik-Ass ziehst: bist du tot!

Tadeus Boch ist ein ehemaliger Spieler mit einem hohen Schuldenberg, der nun in einem Casino als Sicherheitsmitarbeiter seinen Lohn verdient. Es scheint ein Zufall zu sein, als er eines Abends in den Besitz einer alten, mysteriösen Spielkarte kommt. Aber bei diesen Karten und besonders bei dem Teufels Gebetbuch ist nichts Zufall. Es sucht sich seinen Weg durch die Menschheit, damit es wieder vereint ist. Eine gefährliche Macht geht von dem Kartenspiel aus und viele Leichen pflastern dessen Weg. Gemeinsam mit der Ärztin Hyun Poe, die den Tod ihres Verlobten rächen will, macht er sich auf die Jagd nach dem Kartenspiel und den Ursprüngen. Dabei setzen beide ihr Leben auf dem Spiel. Denn Des Teufels Gebetbuch kennt keine Gnade!

Mein allererster Heitz und dann gleich so ein krasses Thema. Ich hatte das neue Werk des Autors schon in der Vorschau entdeckt und mir war schnell klar, dass ich das Buch unbedingt lesen muss. Ein Kartenspiel in Verbindung mit dem Teufel und Tod - klingt doch gut, oder?

In der Tat hatte ich viel Spaß beim Lesen und Hören dieses Buches. Heitz hat einen tollen Erzählstil, teilweise sehr weitschweifend, dennoch spannend und durchaus in der Lage, mich gebannt der Handlung folgen zu lassen. Dank zwei Haupterzählstränge lässt uns Heitz in die Gegenwart als auch ins alte Leipzig des 18. Jhd. eintauchen. Im alten Leipzig, wo das Kartenspiel seine Entstehung hat, begegnen wir auch dem jungen Goethe, dessen Idee zu seinem "Faust", mit dieser Geschichte wunderbar und durchaus logisch verwoben wird.

Trotzdem ist die Handlung an manchen Stellen auch sehr verwirrend. Markus Heitz führt sehr viele verschiedene Charaktere ein, die alle einen mehr oder weniger kurzen Auftritt haben und auch ziemlich schnell dahingerafft werden. Manchmal war es einfach zu viel und der Handlung hätten ein paar Seiten durchaus gutgetan. Was mir besonders fehlte, war ein gewisser Witz, eine Ironie, wie ich diese z. B. auch bei Tarantino gerne habe und von Heitz, bei den ganz Lobhudeleien auch so erwartet habe.

Stattdessen bekommt man hier subtilen Horror mit vielen (kranken) Figuren serviert, der ins Hirn geht und dich nicht so einfach loslässt. Ausgerechnet am Ende schenkt mir der Autor den Humor, den ich gerne im ganzen Buch verpackt bekommen hätte. Wenn ihr es also gerne blutig, spannend und mysteriös mögt, kann ich euch "Des Teufels Gebetbuch" nur als Herz legen.

Mein erstes Buch von Markus Heitz war gleich mal ein guter Einstieg in des Autors Werke. "Des Teufels Gebetbuch" ist ein spannender Pageturner, in dem man dem blutigen Pfad eines Kartenspiels folgt. Ein paar Seiten hätten der Handlung sicherlich gutgetan und auch einen gewissen Humor vermisste ich an vielen Stellen. Dennoch kann ich klar sagen, dass mir dieses Buch viel Spaß gemacht hat und ich es allen Heitz-Anhängern wärmstens empfehlen kann.


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40 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

adoleszenz, liebe, mobbing in der schule, teamgeist

Winger

Andrew Smith , Hans-Ulrich Möhring
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2016
ISBN 9783551560278
Genre: Jugendbuch

Rezension:

 Wenn man die ersten Seiten dieses Buches liest, dann vermutet man anfangs so eine Art lockere Feel-Good-Geschichte für Jugendliche. Das strahlen die ersten Seiten auch definitiv aus. Ryan Dean West, der von den älteren Schülern gerne gemobbt wird, aber auch schnell Freunde findet, erzählt locker und frei nach Schnauze.

Ryan Dean ist in meinen Augen eine dufte Type. Ich mochte ihn von der ersten Seite an. Der lockere Schreibstil und die jugendlichen Dialoge brachten Leben ins Buch und ich glaube, ich habe selten das Wort "fuck" außerhalb eines Erotikromanes so oft lesen müssen. Ob's mich gestört hat? Nein. Denn es gehörte für mich zu den Charakteren und besonders zu Ryan Dean, dem Winger im Rugby-Team des Internats.

Anfang des neuen Schuljahres muss Ryan aufgrund eines Vorfalls das Haus wechseln. Er muss mit anderen auffälligen Schülern zusammen leben und auf ein Teil der Annehmlichkeiten, die so ein Privatinternat mit sich trägt, verzichten. Das er sich mit dem Schulrowdy ein Zimmer teilen muss, ist das geringere übel. Viel schwerer wiegt die Tatsache, dass Ryan von seinen besten Freunden und seinem heimlichen Schwarm Annie getrennt wird. Aber er schlägt sich durch. Dabei hilft ihm auch Joey: sehr beliebt und zu jedem nett und freundlich. Doch was dann passiert, damit hätte nie einer gerechnet.

Es war mein erstes Buch des Autors, aber das zweite vom ihm im Königskinder Verlag. Andrew Smith hat einen tollen Schreibstil und konnte mich mit der Handlung mitreißen. Ich fand es mal zur Abwechlung klasse, dass diese Coming-of-Age-Geschichte aus der Sicht eines Jungen erzählt wird. Findet man ja selten und die Umsetzung ist dem Autor sehr gut gelungen.

Aber irgendwann kommt eine krasse Wendung und die Story wandelt sich von der lockeren Feel-Good-Atmosphäre zu einem erwachsenen und ernsten Stück Literatur. Auf den letzten Seiten kippt die Stimmung um 180 Grad. Im Nachhinein fand ich das sehr beeindruckend und ich kann dem Autor dafür nur mein Lob aussprechen. Selten war ich so überrascht. Jetzt freue ich mich darauf "Auf Umwegen" zu lesen, seine anderes Buch, welches im Königskinder Verlag veröffentlicht wurde.

"Winger" von Andrew Smith ist kein Buch, welches durch oberflächliches Geplänkel "glänzt". Anfangs könnte man das noch denken, aber irgendwann kommt die Wendung. Dem Autor ist hier eine locker-leichte, am Ende aber überraschend ernste Geschichte gelungen, die mich doch sehr beeindruckt hat. Coming-of-Age mal aus der "männlichen" Sicht. Ganz toll und absolute Leseempfehlung!

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

barbara leciejewski, hellseherei, hellseherin, hellseherinnen, humor, liebe, liebe auf den ersten blick, liebeskummer, liebesroman, müchen, münchen, musik, musiker, roman, schicksal

Die Nächte, die Tage und das ganze Leben

Barbara Leciejewski
E-Buch Text
Erschienen bei Montlake Romance, 14.02.2017
ISBN 9781477848050
Genre: Liebesromane

Rezension:

"Ja, ja... Hellseherei! Von wegen. Alles nur Humbug und Geldschneiderei." Ungefähr so schimpt Fanni auf dem Tollwood in München, als sie mit ihren Freundinnen über den Markt schlendert. Um dies endlich beweisen zu können, schnappt sie sich den erstbesten Typen und geht mit ihm zur Wahrsagerin. Danach ist nichts mehr wie es war.
Nat, der eigentlich auf den unmöglichen Namen Horst hört, und Fanni sind Schicksalszwillinge und verlieben sich Hals über Kopf ineinander. Aber das Leben kommt den beiden dazwischen und die beiden verlieren sich aus den Augen. Die nächsten Monate sind geprägt von Liebeskummer und einer Menge Selbsterkenntnis. Aber das Schicksal hat mit Fanni und Horst auch noch nicht so schnell abgeschlossen.

Ich hatte mal wieder so richtig Lust auf eine Liebesschmonzette, da kam die Leserunde bei Lovelybooks zu diesem Buch gerade richtig. Ich gewann, ich tauchte in die Geschichte ein, aber leider auch genauso schnell wieder auf. Trotz viel Romantik und Wortwitz, muss sich die Autorin auch Kritik gefallen lassen.

Fanni ist eine realitische Frau, die nicht an Magie, Hellseherei und anderen Schnabernack glauben will. Sie steht da im krassen Gegensatz zu ihrer besten Freundin, die oft die kleinste Entscheidung nicht ohne Tarot-Karten treffen kann. Ihr spontanes Vorhaben, endlich mal die Schalatanerie hinter dem Ganzen aufzudecken, entpuppt sich als lebensveränderndes Ereignis. Sie findet in Nat die große Liebe.

So schnell die Gefühle zwischen den Beiden aufkeimen, so schnell geben sich die beiden auf. Eine Krise, ein Streit und plötzlich soll wieder Schluss sein mit der Romantik? Die junge Liebe und die frischen, aber heftigen Gefühlen, sind dem Kampf noch nicht gewachsen. Beide ziehen sich schnell wieder zurück. Fanni und Nat nehmen sich da beide nichts. So durchlebt der Leser gemeinsam mit Fanni ein ganzes Jahr voller Auf und Ab der Gefühle. Mit der Zeit wächst bei Fanni die Selbsterkenntnis und sie kommt mit sich in Reinen.

Horst, oder doch lieber Nat, war ein netter Typ und begabter Pianist. Mir war er an vielen Stellen zu weich, zu lasch und zu blass. Er zieht sich schnell zurück  und gibt sich wenig kämpferisch. Das gefiel mir so gar nicht und hier hätte ich vielleicht doch etwas mehr einen Bad Boy erwartet, als dieses sensible männliche Wesen. Aber naja...

Der Schreibstil von Barbara Leciejewski ist locker und auch sehr gefühlvoll. Aber sie schaffte es dennoch nicht, dass ich mich mit den Charakteren verbunden fühlte. An vielen Stellen war ich genervt von Fanni, weil sie ihren Gedanken zu oft Luft gab. Und auch der Horst war mir einfach nicht existent genug. Seinen Rückzug fand ich blöd, trotz das er durch seine Liebe zur Musik einige Pluspunkte bei mir sammeln konnte. Ich kann mich eigentlich immer noch nicht für ein abschließendes Fazit entscheiden, muss aber sagen, dass ich doch etwas mehr erwartet hätte.

Eigentlich ist "Die Nächte, die Tage und das ganze Leben" eine tolle Geschichte, aber leider konnte sie mich nicht 100%ig begeistern. Barbara Leciejewski hat einen tollen und gefühlvollen Schreibstil. Dennoch half dieser nicht, dass ich mit den Charakteren warm wurde. Zu wenig kämpferisch und zu wenig mitreißend. Nicht jede Geschichte muss einen Bad Guy haben, aber hier hätte gerade dem männlichen Protagonisten etwas mehr Rückgrat gut getan.

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95 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

der koffer, drama, familie, freundschaft, jugend, jugendamt, jugendbuch, julian, koffer, königskinder, königskinder verlag, liebe, missbrauc, missbrauch, robin roe

Der Koffer

Robin Roe , Sonja Finck
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.03.2017
ISBN 9783551560292
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Julian hatte es in seinem Leben nicht leicht. Nachdem er seine Eltern verloren hat, muss der Junge bei seinem Onkel leben, der alles andere als liebevoll mit ihm umgeht. Kurz gehalten und total eingeschüchtert plagt Julian sich durch den Alltag. Als er Adam wieder begegnet, dauert es lange, bis er in irgendeiner Weise Vertrauen zu ihm aufbauen kann. Aber Adam ist ein guter Mensch und schafft es, dass Julian sich immer mehr öffnet. Auf seine Weise zwar, aber es klappt. Doch hat Julians Onkel entschieden was dagegen.


Dieses Buch machte mich echt fertig. Das Schicksal von Julian ging mir so nahe, dass mir zeitweise die Tränen und auch blanke Wut in mir aufkam. Teilweise konnte ich mich in den Jungen und in sein Schicksal hineinversetzen und regelrecht mitleiden. Diese extreme Schüchternheit, die Julian gegenüber anderen Menschen an den Tag legte, kam mir bekannt vor. Diese Angst, etwas falsch zu machen oder einfach etwas falsches zu sagen. Nur dass ich nicht mit so schlimmen Konsequenzen rechnen musste, wie Julian. Und auch wenn Julian so ein stiller Junge ist, hört man die stummen Schreie seiner Angst deutlich heraus. Mir tat dieser Junge leid. Seinen Onkel hätte ich am liebsten auf den ersten Seiten schon das Leben zur Hölle gemacht. Wie kann man nur so grausam zu einem Kind sein?

Aber Julian macht auch eine Entwicklung durch. Seine Freundschaft mit Adam ist die Kraft, die der Junge braucht, um irgendwann den Schrecken zu überleben. Ich fand es toll zu sehen, wie dieser stille Junge von der "lauten" Clique Adams herzlich aufgenommen wurde. Wie sie ihn unterstützten und sogar verteidigen. Adam ist dabei ein besonderer und starker Begleiter, der mich an vielen Stellen an eine Art Engel erinnert hat. Adam ist mutig, rastlos und ruhelos. Ein junger Mann, der nicht still stehen kann und immer auf Draht ist. Aber der so viel Ruhe ausstrahlt, dass sich Julian bei ihm geborgen fühlen kann.

Robin Roe hat mit "Der Koffer" ein so schönes, wunderbar erzähltes aber auch stilles Buch geschrieben. Es ist eine besondere Geschichte, die sich in dein Herz und Kopf brennt. Von der Erzählweise kommt das Buch ein wenig kindlich daher. Das ist der Entwicklung Julians geschuldet aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Aber ich würde das Buch keineswegs als Kinderbuch einordnen, denn dafür ist die Thematik einfach zu komplex und zu ernst. Der Schreibstil der Autorin ist einfühlsam und sie schafft es, dass man sich Julian gleich verbunden fühlt. In diesem Buch begegnen einem beim Lesen viele besondere Menschen und die unterschiedlichsten Emotionen. Ein Jahreshighlight, dass ich einfach jedem ans Herz legen möchte. Lest es und ihr wisst warum.

Robin Roe hat mit ihrem Debüt "Der Koffer" ein besonderes Buch über einen besonderen Jungen geschrieben. Seine Geschichte brannte sich ins Herz und ins Hirn. Dieser Junge, dessen stumme Schreie so laut aus diesem Buch krochen, findet den Mut und das Leben. Für mich ist dieses Buch schon jetzt ein Jahreshighlight. Es ist ein wunderschönes, einfühlsames Werk über die Stärke der Freundschaft und das Über-Sich-Hinaus-Wachsen.

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clay, freundschaft, hörbuch, jay asher, jugendliche, kassetten, liebe, lügen, mädchen, mobbing, schule, selbstmord, suizid, tod, trauer

Tote Mädchen lügen nicht

Jay Asher , ,
Audio CD
Erschienen bei cbj audio, 20.07.2009
ISBN 9783837101980
Genre: Jugendbuch

Rezension:


 Wenn tote Menschen zu einem sprechen...

Ich stelle es mir persönlich ganz schön gruselig vor, wenn ich eines Tages Musikkassetten vor meiner Haustür fände, die auch noch von einem toten Mädchen besprochen wurden. Ich glaube, so erging es auch Clay Jensen, der aus der Schule kommend, ein Päckchen mit besagtem Inhalt vorfindet. Die Stimme gehört Hannah Baker, die vor 14 Tagen Selbstmord beging. Auf den Kassetten erzählt sie nun ihre Geschichte und nennt 13 Personen bzw. Gründe, warum sie sich schlussendlich für den Freitod entschieden hat. Clay Jensen ist einer davon, denn auch ihm hat Hannah eine Geschichte gewidmet. Mit einem beklemmenden Gefühl hört sich Clay alle Kassetten an und wird dabei von der Toten zu allen Schauplätzen geschickt.

Hanna Baker ist neu in der Stadt und freundet sich vermeintlich schnell mit einigen an. Das sie viele Monate später zu einem der größten Außenseiter der Schule wird, ahnte sie bis dato nicht. Anhand vielen kleinen Ereignissen erfährt Hannah, was Mobbing und falsche Gerüchte anrichten können. Ob es nun eine falsch verstandene Hot or Not-Liste ist oder Gerüchte darüber, sie sei eine Schlampe. Es sind die kleinen Dinge, die für Hannah ganz groß sind und schlussendlich in eine Katastophe enden.

Hannah bekommt ihre Stimme in diesem Hörbuch von Shandra Schadt, die der Protagonisten eine beängstigende aber auch fesselnde Ausstrahlung verleiht. Shandra schafft es, dass die Wut, die Trauer und die Hilflosigkeit des Mädchen vollends in mein Ohr dringt und eine teilweise auch sehr bedrückende Atmosphäre schafft. Ich finde die Umsetzung sehr gelungen und muss die Sprecherin hier mal außerordentlich loben. Da wo kein Leben mehr vorhanden ist, schafft es Shandra Schadt, durch die verschiedenen Emotionen Leben einzuhauchen.

Clay Jensen war heimlich in Hannah Baker verliebt und muss sich nun mit anhören, was dieses Mädchen in den Tod getrieben hat.Hannah schickt ihn mit Hilfe der Kassetten und einer Karte durch die Stadt und lässt ihn sämtliche Orte aufsuchen, an denen Hannahs Entscheidung immer mehr Gewicht verliehen wird. Für Clay ist es eine Tortur ohne Gleichen, den er weiß nicht, was er getan haben soll, dass Hannah ihm eine Kassette widmete.

Robert Stadlober kenne ich aus dem Film "Crazy" und er macht seine Sache als Clay Jensen sehr gut. Seine Rolle in dieser Geschichte ist sehr gruselig, nicht weil Clay ein übler Kerl ist. Nein. Es ist die Situation, in die Clay hineingeschleudert wird. Stadlober versteht es sehr gut diese befremdliche Atmosphäre zu erzeugen. Man spürt Clays Ängste und Trauer, aber an manchen Stellen hätte ich mir von Stadlober mehr Emotionalität in der Stimme gewünscht. Manchmal war es mir einfach zu monoton.

Jay Asher wurde mir schon öfters ans Herz gelegt, weshalb ich dieses Hörbuch endlich mal in Angriff nahm. Zumal ja auch bald eine Serienverfilmung auf Netflix erscheinen wird. Daher war ich nun sehr gespannt auf die Story, die dem Autor sehr gut gelungen ist. Die gesamte Stimmung und Atmosphäre ist sehr bedrückend aber auch bemerkenswert bizarr, dass ich bis zur Mitte des Hörbuchs noch gar nicht richtig wusste, ob ich das Buch mag oder nicht. Aber dadurch, dass die Geschichte so fesselnd ist, konnte ich nicht aufhören und musste einfach dran bleiben. Man erfährt hier, wie schnell Neid, Missgunst und ganz einfach die Arroganz von anderen Leuten, manche Menschen so sehr zusetzen, dass diese keinen anderen Ausweg mehr finden. Außenseiter gibt es überall und man sollte stets ein Auge auf sie haben. Aufmerksam durch die Welt gehen... Das lernt Clay aus dieser Geschichte und ich denke, dass sollte jeder von uns lernen.


Dieses Hörbuch ist von der Geschichte her sehr gewöhungsbedürftig und beklemmend. Andersrum aber auch wieder sehr spannend und lässt einen nicht mehr los. Jay Ashers "Tote Mädchen lügen nicht" ist bizarr, befremdlich und regt auch zum Nachdenken an. Einzig die zeitweise mir zu montone Stimmlage des Sprechers ist Schuld am Punktabzug. Ansonsten kann ich dieses Hörbuch jedem empfehlen, der spannende Jugendbücher lesen/hören mag und auch vor ernsteren Themen nicht zurückschreckt.

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