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32 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

Café Morelli

G. R. Gemin , Gabriele Haefs
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2017
ISBN 9783551560438
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das "Café Morelli" ist ein alteingesessenes Café in Bryn Mawr, einem Ort in dem die Gesellschaft eher von Arbeitern, Arbeitslosen und Bauern geprägt ist. Joes Mutter gehört dieses Café und sie will das Familiengeschäft verkaufen, weil es einfach nicht mehr so richtig läuft. Geld fehlt nicht nur den Kunden, sondern auch Joes Eltern. Aber Joe hat etwas dagegen. Er will das Café retten und hat einen Plan, wie man es schaffen könnte, nach und nach wieder mehr Kundschaft in den Laden zu locken. Ganz nebenbei lernt Joe auch noch die Familiengeschichte und die Geschichte des Cafés von seinem Grandpa kennen. Das Café, eröffnet von italienischen Einwanderern, war früher ein Treffpunkt für alle. Doch die Zeiten sind vorbei. Joe will es wieder zu alter Blüte verhelfen und bekommt dabei von seiner italienischen Cousine Unterstützung

Giancarlo Gemin hat es in meinen Augen mal wieder geschafft, eine entzückende und Mut machende, walisische Geschichte zu schreiben. Bereits mit "Milchmädchen" durften wir in die Stadt Bryn Mawr reisen und die Menschen, die fern von jeglicher Perfektion sind, kennenlernen. Dieser "Mangel" hat Perfektion ist das, was mir an diesem Buch auch wieder sehr gut gefällt. Es sind die kleinen Helden des Alltags, die hier ihren Auftritt bekommen und ganz besonders Joe entwickelt sich mit der Zeit zu solch einem Held. Anfangs ist Joe noch etwas mutlos und zeigt erst mit der Zeit und den ersten Erfolgen seinen italienischen Kampfgeist.

„Das hier gehört uns – es ist unser Familienbetrieb, Mam. Ich höre mir Nonnos Geschichte an, und die Geschichte seines Papà, und ich liebe das Café nur noch mehr. Ich will nicht dass es stirbt.“

Gemin hat einen kindlichen, leicht verständlichen aber wirklich schönen Schreibstil. Er schrieb mit "Café Morelli" eine lebensechte und gefühlvolle Geschichte, die ans Herz geht und Mut macht, auch mal für seine Träume einzustehen. Man lernt viele wunderbare Menschen kennen und schließt diese auch schnell ins Herz. Joe mochte ich da ganz besonders, weil er mit seinem kindlichen Mut an die Rettung des Familiengeschäfts geht und dabei auch keine ungewöhnlichen Wege scheut. Das er dabei nicht überall auf offene Ohren und Arme trifft, entmutigt Joe nicht. Das mochte ich sehr und zeigt mal wieder die Besonderheit der Bücher aus dem Königskinder Verlag.

Gemin hat italienisches Flair und La Dolce Vita nicht nur nach Bryn Mawr gebracht, sondern auch zu mir nach Hause. Wie gerne würde ich jetzt im "Café Morelli" sitzen, einen Cappuccino oder Espresso genießen und mir dabei die Geschichten vom alten Morelli und Joe anhören. Ich fühlte mich schnell heimisch in diesem Laden und finde, dass der Autor eine ganz tolle Atmosphäre geschaffen hat. Es ist in meinen Augen nicht nur ein Buch für Kinder oder Jugendliche. Es ist eine Geschichte auch für die Erwachsenen. Wer sagt denn, dass man alles nach Schema F machen soll? Keiner! Richtig!

Also, egal ob 8 oder 88 - man ist so jung wie man sich fühlt und dieses Buch passt zu jedem Alter. Besucht Joe im Café Morelli und ihr werdet verstehen, was diese Geschichte so toll macht.

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150 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

amoklauf, 54 minuten, schule, jugendbuch, roman

54 Minuten

Marieke Nijkamp , Mo Zuber
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 21.09.2017
ISBN 9783841440167
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Marieke Nijkamps „54 Minuten“ ist das zweite Buch, welches das Thema Amoklauf be- & verarbeitet, und welches ich gelesen habe. Die Geschichte wurde mir bereits auf der Leipziger Buchmesse schmackhaft gemacht und ich war äußerst gespannt, wie die Autorin es schafft, so ein ernstes Thema literarisch umzusetzen ohne in eine Art Sensationsgier zu verfallen. Jedoch ist es Niejkamp gelungen, mich von Beginn an zu fesseln.

Die Handlung beginnt am 1. Schultag des zweiten Halbjahres an der  Opportunity High School. Die Direktorin Mrs. Trenton hält ihre gewohnte Ansprache. Doch als die Versammlung zu Ende ist, sind die Türen der Aula verschlossen. Es gibt kein Entkommen, den der Schüler Tyler hat die gesamte High School in seine Gewalt gebracht. Es beginnt ein nervenaufreibendes Spiel zwischen dem Amokläufer und einigen Schülern, und es gibt Opfer. Viele Opfer!

Wir erleben die Geschichte aus der Sicht von Sylv, Tomás, Autumn und Claire. Alle hatten schon irgendwie Kontakt mit Tyler. Autumn ist seine Schwester, Sylv wurde von ihm bedroht, Tomás hat Tyler gerne fertig gemacht & Claire war eine zeitlang mit Tyler zusammen. Jede Person zeigt eine andere Sicht auf den Amoklauf und den Amokläufer. Sein zwiespältiger Charakter erklärt sich in gedanklichen Rückblenden der einzelnen Protagonisten. Was mir gefehlt hat, ist die Sicht Tylers. Gerne hätte ich seine Gedanken, mögen sie auch noch so böse sein erlebt. Aber kann man aus der Sicht eines Amokläufers schreiben?

Der Autorin ist es gelungen, eine spannende, beklemmende aber auch realistische Handlung aufzubauen. Man spürt die Angst einzelner und die Furcht davor, dass man vielleicht als nächstes eine Kugel abbekommen könnte. Das erzeugt eine bedrückende Stimmung, die sich durch das gesamte Buch trägt. Aber man spürt auch die Hoffnung und die Liebe, die von einzelnen Charakteren ausgeht. Und der Mut sich gegen den Täter zu stellen, auch wenn es vielleicht das Letzte ist, was man tut.

Letztendlich spricht vieles für das Buch. Der Schreibstil ist klasse und bringt einen nah ans Geschehen. Ständig kommt die Frage: Wer überlebt? Wer nicht? Muss man sich von einigen Charakteren verabschieden? Bekommt Tyler seine gerechte Strafe? Besonders gut gefiel mir, der minutiöse Aufbau der Handlung. Er macht die Geschichte spannend und fesselt so sehr, dass man das Buch schnell durch hat. Der einzige Kritikpunkt ist, dass ich gerne auch Tylers Gedanken erfahren hätte. Ich glaube nämlich, dass dies der Handlung noch ein wenig an Spannung und Tiefe gegeben hätte. Dennoch kann ich für „54 Minuten“ meine klare Leseempfehlung aussprechen und hoffe, dass ich viele Menschen dieses Buch schmackhaft machen konnte.

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76 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

curtis sittenfeld, vermählung, stolz und vorurteil, adaption, jane austen

Vermählung

Curtis Sittenfeld , Sabine Schilasky
Flexibler Einband: 600 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 12.06.2017
ISBN 9783959671149
Genre: Liebesromane

Rezension:

Was habe ich mich gefreut, als ich gesehen habe, dass es eine Neuauflage von „Stolz und Vorurteil“ geben soll. Mein absolutes Lieblingsbuch und wie ich finde auch DIE Pflichtlektüre einer jeden Leseratte. Curtis Sittenfeld hat sich der Geschichte angenommen und sie in die heutige Zeit verfrachtet. Ich hatte hohe Erwartungen, die allesamt leider total enttäuscht wurden.

Ob nun Lizzy, Jane, Mr. Darcy, Mr. Bingley…. wir treffen auf viele liebgewonnene Charaktere, die in unserer Zeit ihr Tun haben. Was sie nicht haben, ist die Charme und die Liebenswürdigkeit der originalen Charaktere. Nach und nach gingen mir alle Figuren auf die Nerven. Allen voran die kleinen Schwestern Kitty und Lydia, die hier noch arroganter rüber kamen als in der Originalvorlage.

Jede Figur, jedes Tun, jedes Handeln war hier total überspitzt. Sittenfeld hat in meinen Augen, Austens Roman total verhunzt und der Geschichte das Herz gestohlen. Die damalige Gesellschaftskritik fehlt in diesem Roman ganz. Es ist total schade und mir tut es in der Seele weh, aber dieses Buch hätte man mit Sicherheit besser machen können.

Schon allein, dass es nun der Bachelor sein sollte, verleiht der Handlung eine Oberflächlichkeit sondergleichen, die mich dermaßen störte, dass ich das Buch letztendlich abbrechen musste. Ich wollte es mir einfach nicht mehr antun.

Das einzig Positve:
Der Schreibstil, der leicht ist und mich anfangs gut durch die Seiten kommen lies. Und auch die Gestaltung des Covers ist eine Augenweide. Aber es rettet nicht mehr viel, so dass ich dieses Buch eigentlich niemanden empfehlen mag. Lest lieber das Original!

Nicht jede Neu-Adaption ist gut! Diese hier hätte man sich sparen können. Es ist schade, aber leider musste ich dieses Werk abbrechen, weil ich sowohl mit den Figuren als auch mit der Umsetzung der Handlung meine Probleme hatte. Es strotzt nur so vor Oberflächlichkeiten und alles ist total überspitzt. Für mich eine absolute Enttäuschung! Lediglich zwei Sterne für Erzählstil und Cover.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

benjamin lacombe, illustriert, erzählung, 18. jhd., prag

Der Schatten des Golem

Benjamin Lacombe , Éliette Abécassis , Anja Kootz
Fester Einband
Erschienen bei Knesebeck, 30.06.2017
ISBN 9783957280466
Genre: Comics

Rezension:

Ich bin ein Fan des französischen Zeichners und Autors Benjamin Lacombe, seit mich meine Freundin Ina auf ihn aufmerksam gemacht hat. Daher freute es mich besonders, dass ich dieses Buch lesen durfte. Die Werke von Lacombe sind immer was besonderes. Gemeinsam mit der Autorin Éliette Abécassis wurde nun diese wunderbare Geschichte geschaffen, die einer alten Legende entspricht. Aber lest selbst...

Zelmira wächst in den Straßen von Prag auf. Als sie ein heimliches Ritual des Rabbi Löw beobachtet und sieht wie ein Golem erschaffen wird, ist sie neugierig. Der Golem soll die jüdische Gemeinde im Ghetto von Prag beschützen. Zelmira ist ganz angetan von dem Wesen und versucht sich ihm anzunähern. Sie ahnt nicht, dass dies kein gutes Ende haben wird. Die Geschichte der kleinen Zelmira wurde in einer mystischen und auch sehr spannenden Weise erzählt. Das Mädchen wächst in einer Alchimistenfamilie auf. Dort wird nicht besonders liebevoll mit ihr umgegangen, weshalb sie irgendwann viel mehr Zeit beim Rabbi und seiner Frau verbringt. Der Golem fasziniert das kleine Mädchen von Beginn an, weshalb sie auch immer wieder versucht, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Ihre kindliche Neugierde ist es, was dieses Buch durchweg erhellt.

Das der Rabbi Löw im 16. Jahrhundert in Prag den Golem erschuf, entspringt einer alten Legende, die von der Autorin Éliette Abécassis wunderschön wiedergegeben wird. Obwohl der König Maximillian II. und später auch sein Sohn Rudolf einen "Schutz auf ewige Zeiten" für die Juden aussprach, werden diese trotzdem verfolgt. Auch die katholische Kirche beteiligt sich daran. Aus dieser Not heraus und weil immer mehr Juden gejagt oder gar getötet werden, schuf der Rabbi Löw den Golem.

Dieses künstliche Wesen lässt im Leser die Frage aufkommen, was es wohl heißen mag, wenn ein solches in der Welt umherwandelt. Denn es ist Fluch und Segen zugleich. Gerade als der Golem ein Bewusstsein erlangt, zeigt sich, wie gefährlich diese Form der "Schöpfung" sein kann. Daher kann man diese Parabel auch als Kritik an den Menschen sehen, der vielleicht aus einem gutem Grunde heraus, seine Macht zur Erschaffung neuer Wesen nutzt. Aber irgendwann muss er machtlos zusehen, weil sich diese Wesen nicht mehr lenken lassen und eine Gefahr für Schöpfer und andere sind. Vielleicht etwas weit hergeholt, aber durchaus plausibel.

Ich würde "Der Schatten des Golem" nicht als Kinderbuch per se einordnen. Es ist auch kein Buch nur für Erwachsene. Es ist ein Buch für alle Altersstufen und jeder sollte sich das aus der Geschichte herausziehen, was ihm wichtig ist. Mir lag sehr viel an den Illustrationen von Benjamin Lacombe, welche die Handlung auf einzigartige Weise unterstreichen. Die "Handschrift" des Zeichners ist unverkennbar und immer wieder eine Augenweide. Egal wie oft man sich die Bilder anschaut, man entdeckt immer wieder ein neues Detail. Es ist jedesmal ein Erlebnis. Von daher kann ich den Fans und den Neuentdeckern gleichermaßen, dieses Buch ans Herz legen.

Fazit

"Der Schatten des Golem" besticht durch herrliche Illustrationen des Benjamin Lacombe, welche die alte jüdische Legende unterstreichen. Die Autorin Éliette Abécassis hat dieser Legende auf wunderschöner Art und Weise neues Leben eingehaucht. Es ist kein Buch nur für Kinder, aber auch nicht nur für Erwachsene. Es ist ein Werk für alle Altersklassen und sollte auch so betrachtet werden. Ich werde diesen Schatz öfters in die Hand nehmen, denn mit jedem neuen Blick entdeckt man neue Fein- und Schönheiten an der Geschichte und ihren Zeichnungen.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

einfach köstlich!!!, humor

Zwei Küsse für Himmelreich: Liebesroman - Amors Four (Band 2)

Andrea Bielfeldt
E-Buch Text
Erschienen bei null, 01.07.2017
ISBN B073NLJ1LQ
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ach, was war es schön endlich mal wieder was von der lieben Andrea zu lesen. Unter den Self-Publishern ist sie meine Lieblingsautorin. Ihr Geschichten haben immer einen gewissen Unterhaltungs- und Wiedererkennungswert. Das mag ich einfach an ihren Büchern und es irgendwie immer, als wenn man eine alte Freundin wiedertrifft.
 
Mit "Zwei Küsse für Himmelreich" bringt Andrea Bieldfeldt den 2. Band der schon in der zweiten Staffel erscheinenden Himmelreich-Reihe heraus. Alle Bände sind übrigens in sich abgeschlossen. Falls ihr also auf die Idee kommt, mittendrin anzufangen, tut es einfach. Denn locker-leichte Liebesgeschichten kann doch jeder einmal zwischendurch gebrauchen, oder?
 
In diesem Band treffen wir auf Ronja, die in Himmelreich Fuß fassen konnte und als Köchin im McLoads arbeitet. Sie liebt ihre Arbeit und als sie die Aufgabe bekommt für das Archäologen-Team zu arbeiten, freut sie sich auf ihre neue Aufgabe. Niemand hätte damit gerechnet, dass sie dort tagtäglich mit einer arroganten Schnepfe und dem wortkargen, griesgrämigen aber unglaublich attraktiven Norweger Tjark zusammenarbeiten muss. Aber wir sind im Himmelreich und da taucht ja bekanntlich auch mal so manches kleines Wunder auf.
 
Mir hat diese Geschichte wirklich sehr gut gefallen. Sie hat alles, was eine lockere, romantische Geschichte beinhalten muss. Sympathische Protagonisten, lustige Nebenfiguren und ein schönes Dörfchen als Setting (oder doch Städtchen?) . Ich fühlte mich mit den Mädels in Himmelreich sehr wohl und auch der wortkarge Tjark kam ja irgendwann aus sich heraus. Seine Qualitäten sind jedenfalls nicht von schlechten Eltern. Andrea Bielfeldt konnte mich total begeistern und ihr wunderbarer Humor trägt sich durch die ganze Handlung. An vielen Stellen musste ich lachen und besonders das Ende fand ich klasse. Was hätte dafür gegeben, die Gesichter zu sehen... Wenn ihr etwas für Zwischendurch sucht, dann habt ihr mit diesem Buch die richtige Wahl getroffen.

Es war schön in Himmelreich! Andrea Bielfeldt verteilt gute Laune und romantische Stimmung. Sie hat mich mit "Zwei Küsse für Himmelreich" neugierig auf die (verrückten) Bewohner dieses Dorfes gemacht und ich werde sie auf jeden Fall später nochmal besuchen. Diese Geschichte brachte mir eine willkommende Abwechslung und war wie ein Wiedersehen mit einer alten Freundin, die man sehr ins Herz geschlossen hat.

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80 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

liebe, katzen, paris, verlässlichkeit, raub

Liebe mit zwei Unbekannten

Antoine Laurain
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.12.2016
ISBN 9783426517451
Genre: Romane

Rezension:

Mein allererstes Buch vom Autor Antoine Laurain und ich bin gleich begeistert von seiner Erzählweise. Diese Geschichte geht ans Herz und nimmt den Leser mit auf eine Reise durch Paris. Gemeinsam mit Laurent entdecken wir die Stadt und die Liebe.


Als dieser nämlich auf dem Weg zu seiner Buchhandlung eine lila Handtasche entdeckt, wird seine Neugier schon ein klein wenig geweckt, und er begibt sich auf die Suche nach der unbekannten Besitzerin. Diese bewahrt in ihrer Handtasche viele persönliche Dinge auf und anhand dieser will Laurent versuchen, die Frau ausfindig zu machen. Es entspinnt sich eine romantische und liebevoll ausgearbeitete Schnitzeljagd, auf der mir sowohl Laurent als auch Laure, die Besitzerin der Handtasche, sehr ans Herz gewachsen sind.

Antoine Laurains Bücher sind mir schon öfters begegnet, aber bisher ergab es sich einfach nicht, eines zu lesen. Nun habe ich aber die Chance ergriffen, mir das Hörbuch anzuhören. Die Sprecherin macht ihren Job gut. Sie hat eine angenehme Stimme, an manchen Passagen vielleicht etwas zu monoton. Aber ich bin ihr nie überdrüssig geworden.

Laurains wählt seine Worte mit bedacht und haucht seiner Geschichte den französischen Flair ein. Diese Liebesgeschichte ist ganz zart, ohne viel Kitsch. Sie ist nicht sonderlich aufregend, sondern ganz still und leise, reif, erwachsen und sehr charmant. Das macht das Buch zu etwas besonderen und auch ein klein wenig poetisch. Mir hat dieser Roman so gut gefallen, dass ich mich auch gleich den anderen Werken des Autors verschrieben habe. So gesehen, werde ich mich jetzt wohl länger in Frankreich aufhalten.

"Liebe mit zwei Unbekannten" verfrachtet dich mitten ins romantische Paris. Antoine Laurain versprüht den charmanten französischen Flair und hat mich mit seinem Buch begeistern können. Ohne viel Aufregung und Kitsch schaffte es der Autor mich zu fesseln. Es ist eine leichte Geschichte, die still und leise ins Leserherz kriecht. Ganz wunderbar.

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11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

hörbuch, bienen, roman, imkerei

Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein , Bibiana Beglau , Markus Fennert
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 20.03.2017
ISBN 9783844524963
Genre: Romane

Rezension:

"Rettet die Bienen!", dieser Schlachtruf ist dieser Tage in aller Munde, vor allen Dingen bei den Umweltschützern. Die Autorin Maja Lunde hat um die fleißigen Tierchen eine Geschichte gesponnen, die aktueller nicht sein kann.

Tao, William und George drei Menschen, deren Schicksal enger verwoben ist als es zunächst scheint, müssen in ihrer jeweiligen Zeit mit vielerlei Problemen klar kommen. Dabei ist ihre Lebensgeschichte mit der der Bienen sehr verbunden. Alle drei sind sehr lebendig gezeichnete Charaktere, die in ihrer Zeit sich einem Kampf stellen müssen.

Während William seine wissenschaftliche Karriere der Liebe wegen aufgegeben hat, zieht ihn sein Scheitern in eine schwere Depression herein, die ihn monatelang ans Bett fesselt. Allein seine Kinder, allen voran seine Tochter Charlotte, zeigt ihm einen Weg und neue Pläne, wieder an seine alten Leistungen in der Bienenforschung anzuknüpfen.

George, ein Imker, erlebt das  große Bienensterben und strebt gleichzeitig danach, dass sein Sohn mal das Familiengeschäft übernimmt. Verzweifelt versucht er seinen Betrieb zu retten, aber auch gleichzeitig die Beziehung zu seinem Sohn, nicht ganz zu zerstören.

Tao bestäubt im China der Zukunft die Bäume. Bienen sind schon längst ausgestorben und die Arbeiter auf den Plantagen müssen nun deren Arbeit tun. Ein mysteriöser Vorfall mit ihrem Sohn, lässt viele Fragen offen und hinterlässt Rätsel, die gelöst werden wollen. Die Menschheit steht mal wieder vor einem neuen Umbruch.

Das Schicksal/die Geschichte der Bienen ist hochaktuell und zeigt, wie weit wir mit unserem Verhalten der Umwelt schädigen. Pestizide vernichten nicht nur unliebsame Pflanzen und Tierchen, sondern auch die nützlichen Insekten. Wie eine Zukunft ohne diese fleißigen Bienchen aussehen kann, spinnt Maja Lunde in diesem Roman zurecht. Und diese Zukunft kommt so real herüber, dass es erschreckend ist.

Jedem einzelnen der drei Sprecher ist es gelungen, seiner Rolle Leben einzuhauchen. Ich finde, sie passen bei den Charakteren wie die Faust aufs Auge. Die Handlung wird nicht von überschwenglichen Emotionen getragen. Sie ist aber auch nicht ein stur erzählter und kühler Roman. Den drei Sprechern ist dieser Spagat wunderbar gelungen.

Die Norwegerin Maja Lunde hat einen intelligenten und auch spannenden Weg gefunden sowohl die Vergangenheit mit der Gegenwart als auch mit der Zukunft zu verbinden. Dabei trägt sie jedes einzelne Schicksal auf  klare und deutliche Weise an den Leser ran. Das klingt jetzt sehr nüchtern, soll so aber gar nicht rüberkommen. Geschickt verwebt sie die einzelnen Zeitebenen miteinander, so dass sich ein unscheinbarer Faden durch die ganze Handlung schlängelt. Ein spannender Roman, der nicht nur mit den Zukunftsängsten einzelner spielt, sondern auch zeigt, dass es nie zu spät sein kann, mit der Natur in Einklang zu leben. Wir Menschen, müssen unsere Umwelt nicht ausbeuten, um den meisten Profit herauszuholen. Es geht auch anders. Das propagiert und zeigt uns "Die Geschichte der Bienen".

Klug, spannend und eindringlich erzählt uns Maja Lunde "Die Geschichte der Bienen". Indem sie drei Zeitebenen geschickt miteinander verwebt, gelingt der norwegischen Autorin ein fesselnder Roman, der zum Nachdenken anregt und an manchen Stellen auch sein eigenes Handeln in Frage stellt. Die Menschheit ist von der Umwelt abhängiger als umgekehrt und das wird hier propagiert. Dieser Roman ist dabei weit weg von einer wissenschaftlichen Arbeit. Es ist eine spannende Erzählung, die ich unbedingt zu Ende hören musste und die ich euch einfach nur ans (Leser-)Herz legen möchte.

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43 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

trauer, pusteblumentage, jugendbücher, verlust, familie

Pusteblumentage

Rebecca Westcott , Barbara Lehnerer
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.02.2017
ISBN 9783423761659
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Dieses Buch ist mehr als es vielleicht zunächst scheint. "Pusteblumentage" ist ein besonderes Buch und hat mich sehr berührt.

Liv ist 12 Jahre alt, als sie merkwürdige Anwandlungen bei ihrer Mutter bemerkt. BH kaufen? Sie darf sich Ohrlöcher stechen lassen? Was hat das alles auf sich? Warum ist ihre Mutter ständig müde? Liv spürt schnell, dass etwas nicht stimmt und muss bald erfahren, dass das Leben nicht immer in geraden Bahnen läuft. Sie fühlt, dass sie stark bleiben muss und versteckt sich hinter ihrer Trauer und Wut und lässt niemanden mehr an sich ran. Aber ist es das, was die Mutter wollte? Findet Liv einen anderen Weg mit den Dingen fertig zu werden?

"Pusteblumentage" ist für mich schon allein wegen dem Cover auffällig. Ich mag die Farben und mit der Kamera im Vordergrund wurde ein wichtiges Merkmal von Liv hervor gehoben. Rebecca Westcott hat mit dem Thema vielleicht das Rad der Jugendbücher nicht neu erfunden. Aber sie hat ein Händchen bewiesen und mich mit Livs Geschichte überrascht.

Liv muss mit ihren 12 Jahren eine schwere Zeit durchmachen und einen traurigen Verlust hinnehmen. Das Anfangs lebenslustige Mädchen verändert sich im Laufe der Handlung total. Die quirlige 12-jährige versteht zunächst nicht, warum ihre Mutter so auffällig müde ist und warum sie unbedingt "wichtige" Dinge mit ihrer Tochter erledigen muss. Kann ja keiner ahnen, dass die gemeinsame Zeit anscheinend so begrenzt ist.

Der Verlust haut Liv dermaßen aus der Bahn, dass selbst ihr Umfeld nicht mehr mit dem Mädchen klar kommt. Aber Liv schottet sich auch selber ab und gibt ihr Leben und ihre Freundschaften auf. Sie fällt in ein tiefes Loch und schafft es nur mit Hilfe, wieder daraus zu kommen. Aber ist es das was ihre Mutter wollte? Nein! Livs Mutter wollte das ihre Tochter lebt und versteht, dass ihre Zeit noch nicht vorbei ist.

Obwohl es ziemlich schnell klar ist, worauf die Geschichte hinausläuft, ist es der Autorin doch gelungen, der Handlung viel Gefühl und berührende Szenen zu verleihen. Besonders weil Liv aus ihrer Sicht erzählt, geht der Roman ans Herz und zeigt wie sehr es einem Kind schwer fallen kann mit einer alles überschattenden Trauer fertig zu werden. Westcott hat auf einfühlsamer Weise Livs Weg in die Wut und Trauer, und ihren Kampf da wieder hinauszukommen, beschrieben. Für mich ein überaus berührendes und starkes Buch, über das Leben, die Trauer und den Kampf daraus zu kommen.

In meinen Augen hat "Pusteblumentage" viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Rebecca Westcott hat ein berührendes, aber auch starkes Buch geschrieben und lässt ihre Protagonistin Liv durch eine enorme Welle der Trauer und  dem Verlust waten, um sie  verstehen zu lassen, dass das Leben lebenswert ist. Diese Geschichte geht ganz tief ins Herz, macht es kaputt und lässt es von innen heraus wieder heilen.Absolute Leseempfehlung!

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176 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

markus heitz, spannung, thriller, goethe, kartenspiel

Des Teufels Gebetbuch

Markus Heitz
E-Buch Text: 672 Seiten
Erschienen bei Knaur eBook, 27.02.2017
ISBN 9783426434529
Genre: Fantasy

Rezension:

Des Teufels Gebetbuch - ein Kartenspiel, das nur Böses will. Ein Kartenspiel, hergestellt im 18. Jhd., dass dich Dinge tun lässt, an die du sonst nicht gedacht hättest. Es lässt dich Menschen opfern und zerstört Leben. Es ist das pure Böse und wenn du das Pik-Ass ziehst: bist du tot!

Tadeus Boch ist ein ehemaliger Spieler mit einem hohen Schuldenberg, der nun in einem Casino als Sicherheitsmitarbeiter seinen Lohn verdient. Es scheint ein Zufall zu sein, als er eines Abends in den Besitz einer alten, mysteriösen Spielkarte kommt. Aber bei diesen Karten und besonders bei dem Teufels Gebetbuch ist nichts Zufall. Es sucht sich seinen Weg durch die Menschheit, damit es wieder vereint ist. Eine gefährliche Macht geht von dem Kartenspiel aus und viele Leichen pflastern dessen Weg. Gemeinsam mit der Ärztin Hyun Poe, die den Tod ihres Verlobten rächen will, macht er sich auf die Jagd nach dem Kartenspiel und den Ursprüngen. Dabei setzen beide ihr Leben auf dem Spiel. Denn Des Teufels Gebetbuch kennt keine Gnade!

Mein allererster Heitz und dann gleich so ein krasses Thema. Ich hatte das neue Werk des Autors schon in der Vorschau entdeckt und mir war schnell klar, dass ich das Buch unbedingt lesen muss. Ein Kartenspiel in Verbindung mit dem Teufel und Tod - klingt doch gut, oder?

In der Tat hatte ich viel Spaß beim Lesen und Hören dieses Buches. Heitz hat einen tollen Erzählstil, teilweise sehr weitschweifend, dennoch spannend und durchaus in der Lage, mich gebannt der Handlung folgen zu lassen. Dank zwei Haupterzählstränge lässt uns Heitz in die Gegenwart als auch ins alte Leipzig des 18. Jhd. eintauchen. Im alten Leipzig, wo das Kartenspiel seine Entstehung hat, begegnen wir auch dem jungen Goethe, dessen Idee zu seinem "Faust", mit dieser Geschichte wunderbar und durchaus logisch verwoben wird.

Trotzdem ist die Handlung an manchen Stellen auch sehr verwirrend. Markus Heitz führt sehr viele verschiedene Charaktere ein, die alle einen mehr oder weniger kurzen Auftritt haben und auch ziemlich schnell dahingerafft werden. Manchmal war es einfach zu viel und der Handlung hätten ein paar Seiten durchaus gutgetan. Was mir besonders fehlte, war ein gewisser Witz, eine Ironie, wie ich diese z. B. auch bei Tarantino gerne habe und von Heitz, bei den ganz Lobhudeleien auch so erwartet habe.

Stattdessen bekommt man hier subtilen Horror mit vielen (kranken) Figuren serviert, der ins Hirn geht und dich nicht so einfach loslässt. Ausgerechnet am Ende schenkt mir der Autor den Humor, den ich gerne im ganzen Buch verpackt bekommen hätte. Wenn ihr es also gerne blutig, spannend und mysteriös mögt, kann ich euch "Des Teufels Gebetbuch" nur als Herz legen.

Mein erstes Buch von Markus Heitz war gleich mal ein guter Einstieg in des Autors Werke. "Des Teufels Gebetbuch" ist ein spannender Pageturner, in dem man dem blutigen Pfad eines Kartenspiels folgt. Ein paar Seiten hätten der Handlung sicherlich gutgetan und auch einen gewissen Humor vermisste ich an vielen Stellen. Dennoch kann ich klar sagen, dass mir dieses Buch viel Spaß gemacht hat und ich es allen Heitz-Anhängern wärmstens empfehlen kann.


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34 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

teamgeist, liebe, mobbing in der schule, adoleszenz

Winger

Andrew Smith , Hans-Ulrich Möhring
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2016
ISBN 9783551560278
Genre: Jugendbuch

Rezension:

 Wenn man die ersten Seiten dieses Buches liest, dann vermutet man anfangs so eine Art lockere Feel-Good-Geschichte für Jugendliche. Das strahlen die ersten Seiten auch definitiv aus. Ryan Dean West, der von den älteren Schülern gerne gemobbt wird, aber auch schnell Freunde findet, erzählt locker und frei nach Schnauze.

Ryan Dean ist in meinen Augen eine dufte Type. Ich mochte ihn von der ersten Seite an. Der lockere Schreibstil und die jugendlichen Dialoge brachten Leben ins Buch und ich glaube, ich habe selten das Wort "fuck" außerhalb eines Erotikromanes so oft lesen müssen. Ob's mich gestört hat? Nein. Denn es gehörte für mich zu den Charakteren und besonders zu Ryan Dean, dem Winger im Rugby-Team des Internats.

Anfang des neuen Schuljahres muss Ryan aufgrund eines Vorfalls das Haus wechseln. Er muss mit anderen auffälligen Schülern zusammen leben und auf ein Teil der Annehmlichkeiten, die so ein Privatinternat mit sich trägt, verzichten. Das er sich mit dem Schulrowdy ein Zimmer teilen muss, ist das geringere übel. Viel schwerer wiegt die Tatsache, dass Ryan von seinen besten Freunden und seinem heimlichen Schwarm Annie getrennt wird. Aber er schlägt sich durch. Dabei hilft ihm auch Joey: sehr beliebt und zu jedem nett und freundlich. Doch was dann passiert, damit hätte nie einer gerechnet.

Es war mein erstes Buch des Autors, aber das zweite vom ihm im Königskinder Verlag. Andrew Smith hat einen tollen Schreibstil und konnte mich mit der Handlung mitreißen. Ich fand es mal zur Abwechlung klasse, dass diese Coming-of-Age-Geschichte aus der Sicht eines Jungen erzählt wird. Findet man ja selten und die Umsetzung ist dem Autor sehr gut gelungen.

Aber irgendwann kommt eine krasse Wendung und die Story wandelt sich von der lockeren Feel-Good-Atmosphäre zu einem erwachsenen und ernsten Stück Literatur. Auf den letzten Seiten kippt die Stimmung um 180 Grad. Im Nachhinein fand ich das sehr beeindruckend und ich kann dem Autor dafür nur mein Lob aussprechen. Selten war ich so überrascht. Jetzt freue ich mich darauf "Auf Umwegen" zu lesen, seine anderes Buch, welches im Königskinder Verlag veröffentlicht wurde.

"Winger" von Andrew Smith ist kein Buch, welches durch oberflächliches Geplänkel "glänzt". Anfangs könnte man das noch denken, aber irgendwann kommt die Wendung. Dem Autor ist hier eine locker-leichte, am Ende aber überraschend ernste Geschichte gelungen, die mich doch sehr beeindruckt hat. Coming-of-Age mal aus der "männlichen" Sicht. Ganz toll und absolute Leseempfehlung!

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

liebe, schicksal, liebesroman, hellseherin, barbara leciejewski

Die Nächte, die Tage und das ganze Leben

Barbara Leciejewski
E-Buch Text
Erschienen bei Montlake Romance, 14.02.2017
ISBN 9781477848050
Genre: Liebesromane

Rezension:

"Ja, ja... Hellseherei! Von wegen. Alles nur Humbug und Geldschneiderei." Ungefähr so schimpt Fanni auf dem Tollwood in München, als sie mit ihren Freundinnen über den Markt schlendert. Um dies endlich beweisen zu können, schnappt sie sich den erstbesten Typen und geht mit ihm zur Wahrsagerin. Danach ist nichts mehr wie es war.
Nat, der eigentlich auf den unmöglichen Namen Horst hört, und Fanni sind Schicksalszwillinge und verlieben sich Hals über Kopf ineinander. Aber das Leben kommt den beiden dazwischen und die beiden verlieren sich aus den Augen. Die nächsten Monate sind geprägt von Liebeskummer und einer Menge Selbsterkenntnis. Aber das Schicksal hat mit Fanni und Horst auch noch nicht so schnell abgeschlossen.

Ich hatte mal wieder so richtig Lust auf eine Liebesschmonzette, da kam die Leserunde bei Lovelybooks zu diesem Buch gerade richtig. Ich gewann, ich tauchte in die Geschichte ein, aber leider auch genauso schnell wieder auf. Trotz viel Romantik und Wortwitz, muss sich die Autorin auch Kritik gefallen lassen.

Fanni ist eine realitische Frau, die nicht an Magie, Hellseherei und anderen Schnabernack glauben will. Sie steht da im krassen Gegensatz zu ihrer besten Freundin, die oft die kleinste Entscheidung nicht ohne Tarot-Karten treffen kann. Ihr spontanes Vorhaben, endlich mal die Schalatanerie hinter dem Ganzen aufzudecken, entpuppt sich als lebensveränderndes Ereignis. Sie findet in Nat die große Liebe.

So schnell die Gefühle zwischen den Beiden aufkeimen, so schnell geben sich die beiden auf. Eine Krise, ein Streit und plötzlich soll wieder Schluss sein mit der Romantik? Die junge Liebe und die frischen, aber heftigen Gefühlen, sind dem Kampf noch nicht gewachsen. Beide ziehen sich schnell wieder zurück. Fanni und Nat nehmen sich da beide nichts. So durchlebt der Leser gemeinsam mit Fanni ein ganzes Jahr voller Auf und Ab der Gefühle. Mit der Zeit wächst bei Fanni die Selbsterkenntnis und sie kommt mit sich in Reinen.

Horst, oder doch lieber Nat, war ein netter Typ und begabter Pianist. Mir war er an vielen Stellen zu weich, zu lasch und zu blass. Er zieht sich schnell zurück  und gibt sich wenig kämpferisch. Das gefiel mir so gar nicht und hier hätte ich vielleicht doch etwas mehr einen Bad Boy erwartet, als dieses sensible männliche Wesen. Aber naja...

Der Schreibstil von Barbara Leciejewski ist locker und auch sehr gefühlvoll. Aber sie schaffte es dennoch nicht, dass ich mich mit den Charakteren verbunden fühlte. An vielen Stellen war ich genervt von Fanni, weil sie ihren Gedanken zu oft Luft gab. Und auch der Horst war mir einfach nicht existent genug. Seinen Rückzug fand ich blöd, trotz das er durch seine Liebe zur Musik einige Pluspunkte bei mir sammeln konnte. Ich kann mich eigentlich immer noch nicht für ein abschließendes Fazit entscheiden, muss aber sagen, dass ich doch etwas mehr erwartet hätte.

Eigentlich ist "Die Nächte, die Tage und das ganze Leben" eine tolle Geschichte, aber leider konnte sie mich nicht 100%ig begeistern. Barbara Leciejewski hat einen tollen und gefühlvollen Schreibstil. Dennoch half dieser nicht, dass ich mit den Charakteren warm wurde. Zu wenig kämpferisch und zu wenig mitreißend. Nicht jede Geschichte muss einen Bad Guy haben, aber hier hätte gerade dem männlichen Protagonisten etwas mehr Rückgrat gut getan.

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78 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

freundschaft, jugendbuch, robin roe, königskinder verlag, der koffer

Der Koffer

Robin Roe , Sonja Finck
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.03.2017
ISBN 9783551560292
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Julian hatte es in seinem Leben nicht leicht. Nachdem er seine Eltern verloren hat, muss der Junge bei seinem Onkel leben, der alles andere als liebevoll mit ihm umgeht. Kurz gehalten und total eingeschüchtert plagt Julian sich durch den Alltag. Als er Adam wieder begegnet, dauert es lange, bis er in irgendeiner Weise Vertrauen zu ihm aufbauen kann. Aber Adam ist ein guter Mensch und schafft es, dass Julian sich immer mehr öffnet. Auf seine Weise zwar, aber es klappt. Doch hat Julians Onkel entschieden was dagegen.


Dieses Buch machte mich echt fertig. Das Schicksal von Julian ging mir so nahe, dass mir zeitweise die Tränen und auch blanke Wut in mir aufkam. Teilweise konnte ich mich in den Jungen und in sein Schicksal hineinversetzen und regelrecht mitleiden. Diese extreme Schüchternheit, die Julian gegenüber anderen Menschen an den Tag legte, kam mir bekannt vor. Diese Angst, etwas falsch zu machen oder einfach etwas falsches zu sagen. Nur dass ich nicht mit so schlimmen Konsequenzen rechnen musste, wie Julian. Und auch wenn Julian so ein stiller Junge ist, hört man die stummen Schreie seiner Angst deutlich heraus. Mir tat dieser Junge leid. Seinen Onkel hätte ich am liebsten auf den ersten Seiten schon das Leben zur Hölle gemacht. Wie kann man nur so grausam zu einem Kind sein?

Aber Julian macht auch eine Entwicklung durch. Seine Freundschaft mit Adam ist die Kraft, die der Junge braucht, um irgendwann den Schrecken zu überleben. Ich fand es toll zu sehen, wie dieser stille Junge von der "lauten" Clique Adams herzlich aufgenommen wurde. Wie sie ihn unterstützten und sogar verteidigen. Adam ist dabei ein besonderer und starker Begleiter, der mich an vielen Stellen an eine Art Engel erinnert hat. Adam ist mutig, rastlos und ruhelos. Ein junger Mann, der nicht still stehen kann und immer auf Draht ist. Aber der so viel Ruhe ausstrahlt, dass sich Julian bei ihm geborgen fühlen kann.

Robin Roe hat mit "Der Koffer" ein so schönes, wunderbar erzähltes aber auch stilles Buch geschrieben. Es ist eine besondere Geschichte, die sich in dein Herz und Kopf brennt. Von der Erzählweise kommt das Buch ein wenig kindlich daher. Das ist der Entwicklung Julians geschuldet aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Aber ich würde das Buch keineswegs als Kinderbuch einordnen, denn dafür ist die Thematik einfach zu komplex und zu ernst. Der Schreibstil der Autorin ist einfühlsam und sie schafft es, dass man sich Julian gleich verbunden fühlt. In diesem Buch begegnen einem beim Lesen viele besondere Menschen und die unterschiedlichsten Emotionen. Ein Jahreshighlight, dass ich einfach jedem ans Herz legen möchte. Lest es und ihr wisst warum.

Robin Roe hat mit ihrem Debüt "Der Koffer" ein besonderes Buch über einen besonderen Jungen geschrieben. Seine Geschichte brannte sich ins Herz und ins Hirn. Dieser Junge, dessen stumme Schreie so laut aus diesem Buch krochen, findet den Mut und das Leben. Für mich ist dieses Buch schon jetzt ein Jahreshighlight. Es ist ein wunderschönes, einfühlsames Werk über die Stärke der Freundschaft und das Über-Sich-Hinaus-Wachsen.

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91 Bibliotheken, 2 Leser, 4 Gruppen, 14 Rezensionen

selbstmord, schule, kassetten, lügen, mobbing

Tote Mädchen lügen nicht

Jay Asher , ,
Audio CD
Erschienen bei cbj audio, 20.07.2009
ISBN 9783837101980
Genre: Jugendbuch

Rezension:


 Wenn tote Menschen zu einem sprechen...

Ich stelle es mir persönlich ganz schön gruselig vor, wenn ich eines Tages Musikkassetten vor meiner Haustür fände, die auch noch von einem toten Mädchen besprochen wurden. Ich glaube, so erging es auch Clay Jensen, der aus der Schule kommend, ein Päckchen mit besagtem Inhalt vorfindet. Die Stimme gehört Hannah Baker, die vor 14 Tagen Selbstmord beging. Auf den Kassetten erzählt sie nun ihre Geschichte und nennt 13 Personen bzw. Gründe, warum sie sich schlussendlich für den Freitod entschieden hat. Clay Jensen ist einer davon, denn auch ihm hat Hannah eine Geschichte gewidmet. Mit einem beklemmenden Gefühl hört sich Clay alle Kassetten an und wird dabei von der Toten zu allen Schauplätzen geschickt.

Hanna Baker ist neu in der Stadt und freundet sich vermeintlich schnell mit einigen an. Das sie viele Monate später zu einem der größten Außenseiter der Schule wird, ahnte sie bis dato nicht. Anhand vielen kleinen Ereignissen erfährt Hannah, was Mobbing und falsche Gerüchte anrichten können. Ob es nun eine falsch verstandene Hot or Not-Liste ist oder Gerüchte darüber, sie sei eine Schlampe. Es sind die kleinen Dinge, die für Hannah ganz groß sind und schlussendlich in eine Katastophe enden.

Hannah bekommt ihre Stimme in diesem Hörbuch von Shandra Schadt, die der Protagonisten eine beängstigende aber auch fesselnde Ausstrahlung verleiht. Shandra schafft es, dass die Wut, die Trauer und die Hilflosigkeit des Mädchen vollends in mein Ohr dringt und eine teilweise auch sehr bedrückende Atmosphäre schafft. Ich finde die Umsetzung sehr gelungen und muss die Sprecherin hier mal außerordentlich loben. Da wo kein Leben mehr vorhanden ist, schafft es Shandra Schadt, durch die verschiedenen Emotionen Leben einzuhauchen.

Clay Jensen war heimlich in Hannah Baker verliebt und muss sich nun mit anhören, was dieses Mädchen in den Tod getrieben hat.Hannah schickt ihn mit Hilfe der Kassetten und einer Karte durch die Stadt und lässt ihn sämtliche Orte aufsuchen, an denen Hannahs Entscheidung immer mehr Gewicht verliehen wird. Für Clay ist es eine Tortur ohne Gleichen, den er weiß nicht, was er getan haben soll, dass Hannah ihm eine Kassette widmete.

Robert Stadlober kenne ich aus dem Film "Crazy" und er macht seine Sache als Clay Jensen sehr gut. Seine Rolle in dieser Geschichte ist sehr gruselig, nicht weil Clay ein übler Kerl ist. Nein. Es ist die Situation, in die Clay hineingeschleudert wird. Stadlober versteht es sehr gut diese befremdliche Atmosphäre zu erzeugen. Man spürt Clays Ängste und Trauer, aber an manchen Stellen hätte ich mir von Stadlober mehr Emotionalität in der Stimme gewünscht. Manchmal war es mir einfach zu monoton.

Jay Asher wurde mir schon öfters ans Herz gelegt, weshalb ich dieses Hörbuch endlich mal in Angriff nahm. Zumal ja auch bald eine Serienverfilmung auf Netflix erscheinen wird. Daher war ich nun sehr gespannt auf die Story, die dem Autor sehr gut gelungen ist. Die gesamte Stimmung und Atmosphäre ist sehr bedrückend aber auch bemerkenswert bizarr, dass ich bis zur Mitte des Hörbuchs noch gar nicht richtig wusste, ob ich das Buch mag oder nicht. Aber dadurch, dass die Geschichte so fesselnd ist, konnte ich nicht aufhören und musste einfach dran bleiben. Man erfährt hier, wie schnell Neid, Missgunst und ganz einfach die Arroganz von anderen Leuten, manche Menschen so sehr zusetzen, dass diese keinen anderen Ausweg mehr finden. Außenseiter gibt es überall und man sollte stets ein Auge auf sie haben. Aufmerksam durch die Welt gehen... Das lernt Clay aus dieser Geschichte und ich denke, dass sollte jeder von uns lernen.


Dieses Hörbuch ist von der Geschichte her sehr gewöhungsbedürftig und beklemmend. Andersrum aber auch wieder sehr spannend und lässt einen nicht mehr los. Jay Ashers "Tote Mädchen lügen nicht" ist bizarr, befremdlich und regt auch zum Nachdenken an. Einzig die zeitweise mir zu montone Stimmlage des Sprechers ist Schuld am Punktabzug. Ansonsten kann ich dieses Hörbuch jedem empfehlen, der spannende Jugendbücher lesen/hören mag und auch vor ernsteren Themen nicht zurückschreckt.

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58 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 55 Rezensionen

kochbuch, frühstück, rezepte, kochen, backen

sweet & salty

Andrea Martens , Jo Kirchherr
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei AT Verlag AZ Fachverlage, 15.08.2016
ISBN 9783038009436
Genre: Sachbücher

Rezension:


Frühstück ist ja bekanntlich die wichtigste Mahlzeit. Und ich muss ja gestehen, dass es auch meine Lieblingsmahlzeit am Tag ist. Besonders an freien Tagen liebe ich es ausgiebig zu frühstücken. Da kommt dieses Buch hier "Sweet & Salty" genau richtig, Ich probiere gerne neues aus. Die Kombination von süßen und salzigen esse ich seit meiner Kindheit gerne und da muss ich einfach die Chance bei Vorablesen.de dieses Buch zu gewinnen. Und wie ihr seht, hat es geklappt.

Dieses Buch überrascht allein schon von der Gestaltung. In schlichten dunklen Farben gehalten, sind die Gerichte die Stars dieser Lektüre. Die Bilder sind ansprechend und sehr appetitlich, und machen sofort Lust auf nachkochen. Da die Autoren Food-Stylisten und Fotografen sind, kommt es nicht von ungefähr. Die beiden verstehen ihr Fach und haben es geschafft, tolle und hungrig machende Bilder ins Buch zu bringen.

Aber wie sieht es mit den Rezepten aus? Süß und salzig? Schmeckt das überhaupt?

Viele stehen dieser Kombination ja skeptisch gegenüber. Ich finde sie genial. Schon seit frühester Kindheit, mag ich z. B. süßen Hefezopf mit salzigem Belag. Oder was ist z. B. mit den Kartoffelpuffern (Reiberdatschi etc.), die man liebend gern mit Apfelmus oder Zucker verspeist. In "Sweet & Salty" wird noch tiefer in die Trickkiste gegriffen. Ob nun Omeletts, Smoothies, Pancakes oder Waffeln. Letztere werden einfach mal mit Chili con Carne oder Hähnchen serviert. Klingt komisch? Schmeckt aber lecker.

Der Aufbau der Rezepte ist simpel und leicht nachzuvollziehen. Also, ist dieses Buch auch was für "Koch- und Backmuffel" sehr gut geeignet. Und für die ganz trendigen gibt es auch Rezepte mit Chia-Samen. Obwohl ich diesem Trend etwas skeptisch gegenüber stehe: lange Lieferwege, teuer Preis etc. und ich daher eher Leinsamen bevorzuge, weiß ich auch, welche gesundheitlichen Aspekte hinter den Chia-Samen stehen. Sie schmecken ja auch lecker. Das will ich nicht bestreiten.

Wer also mal was GANZ anderes zum Frühstück essen möchte oder einfach nur mal was neues ausprobieren möchte, ist mit diesem Buch gut beraten und sollte einfach mal den Schrittt wagen und sich inspirieren lassen.

"Sweet & Salty" überrascht mit skurrilen Kombinationen von Lebensmitteln und leistet dadurch einen Beitrag zu einem kreativeren Frühstück und weg von der schlichten Stulle mit Marmelade, Käse oder Wurst. Eine ansprechende Gestaltung überzeugt mich genauso, wie ausgefallene Ideen und einfache Rezepte für den Alltag. Daher kann ich dieses Buch uneingeschränkt empfehlen.

Von mir gibt es 5 Eulen!

©Bücherwanderin

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141 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 76 Rezensionen

romeo und julia, liebe, stefanie hasse, gardasee, impress

Liebe keinen Montague

Stefanie Hasse
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 02.06.2016
ISBN 9783646602258
Genre: Liebesromane

Rezension:


Als sie ein Plakat vom Gardasee sieht, spürt Allegra, dass sie an eben diesen Ort hin muss. Das aus dem Kurztrip ein Urlaub wird, der Allegras Leben von vorne bis hinten umkrempeln wird, hätte diese bis dahin aber nicht gedacht.  Dort angekommen lernt sie Alessandro Capulet kennen, der wie seine Ahnen schon, tief in eine Fehde mit den Montagues steckt. Schon bald muss Allegra Dinge verarbeiten, die sie wohl nie zu träumen gewagt hatte. Sie trifft dort auch auf Luca, der ihr vom ersten Moment an den Kopf verdreht und den sie nicht lieben darf. Er ist nämlich ein Montague und Allegras Schicksal ist unabdingbar mit seinem verbunden. Doch müssen sich die beiden nicht nur mit ihren tiefen Gefühlen, sondern auch mit sehr alter und schicksalsprägender Magie auseinandersetzen. Ob die beiden je glücklich werden können....?

Romeo und Julia im neuen Gewande. Shakespeare lässt grüßen. Aber diesmal muss man sich nicht mit massig Dialogen und alter Sprache rumschlagen. Die Autorin Stefanie Hasse hat ihre Version nicht nur eine neue Aufmachung verpasst, sondern sie gleich mal an den Gardasee verlegt. Auch heißen die Liebenden Luca und Allegra und deren beider Begegnungen werden nicht durch schwülstige Liebesbekundungen begleitet, die das Lesen des über 400 Jahre alten Originals oft etwas schwierig machten. 

Allegra ist ein junge Frau, die nicht auf den Kopf und auch nicht auf den Mund gefallen ist. Gemeinsam mit ihrer Freundin Jen macht sie sich zum Gardasee auf und erlebt dort ein magisches Abenteuer. Ich fand sie sympathisch und mochte, wie sie mit ihrem Schicksal umgeht. Da ist kein Zögern oder Zweifeln. Allegra ist mutig und stellt sich den Dingen. Das hat mir gut gefallen. Anders als die Julia aus Shakespeares berühmten Stück, ist Allegra aber auch in der modernen Zeit aufgewachsen, wo Frauen emanzipiert und eigenständig sind. Aber auch sie wird von Gefühlen überrannt und muss sich mit Fehden auseinandersetzen, deren Hass und Energien sie gleich von Beginn an spürt.

Luca ist ziemlich geheimnisvoll und der Schwarm aller Frauen. Aber auch er spürt, dass er nach der einen Frau suchen muss. Dass er diese in Allegra findet, versteht er schnell. Anfangs noch der böse "Rowdy", öffnet er sein Herz sehr schnell und zeigt seine Gefühle offen gegenüber Allegra. Ich fand ihn manchmal etwas blass und ich hätte gerne mehr von seinen Gedanken erfahren. 

Stefanie Hasse hat den Roman aus Allegras Sicht geschrieben. Ihr Stil ist locker und flockig. Man fliegt durch das Geschehen und vergisst alsbald die Zeit, die man gemeinsam mit Luca & Allegra verbringt. Ich habe mich am Gardasee sehr wohlgefühlt. Die Idee, die hinter dem Buch steckt, finde ich spannend. Eine alte bekannte Fehde, die nach einer gefühlten Ewigkeit noch dermaßen intakt ist und deren Grund man im Laufe der Geschichte erfährt, fand ich als Basis interessant. Die Interpretation ist der Autorin auch super gelungen. Ich war richtig traurig, als die Geschichte zu Ende war, aber kann mich schon auf den zweiten Teil freuen, der Anfang August erscheinen wird.

Romeo & Julia oder doch Luca & Allegra - das ist hier die Frage. Beide Liebespaare prägen diese Geschichte und machen dieses Buch zu einem bezaubernd magischen Lese-Erlebnis. Stefanie Hasse hat den berühmten Klassiker neu interpretiert und haucht der alten Fehde neues Leben und eine neue Idee ein. Für mich ein absolut lesenswerter Roman, der dich die Zeit vergessen lässt.

Von mir gibt es 5 Eulen!

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58 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

kühe, wales, freundschaft, g. r. gemin, milchmädchen

Milchmädchen

G. R. Gemin , Gabriele Haefs
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 18.03.2016
ISBN 9783551560261
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Gemma lebt mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder in einer sozial sehr herunter gekommenen Siedlung. Ihr Vater sitzt im Knast und Gemmas Mutter trägt die ganze Verantwortung, was diese ganz schön fertig macht. Aber auch so ist Gemmas Leben nicht leicht, ihrer Freundinnen gehören eher zur fiesen Sorte, die unter anderen auch gerne andere ärgern. Kate, genannt Cowgirl, ist so ein Opfer. Kate lebt mit ihren Eltern auf einen Bauernhof, sie ist stark und kann sich körperlich stets gut wehren.  Irgendwie freunden sich Kate und Gemma an - wie? Das wissen wohl beide nicht so genau. Schon bald benötigt Kate Gemmas Hilfe. Denn Kates Dad muss die Kühe verkaufen, die dem Familienhof angehören. Beide schmieden einen Geheimplan, um diese zu retten. Aber so geheim ist der Plan bald nicht mehr und sie erhalten Hilfe von ungeahnter Seite...
G. R. Gemin hat viele wunderbare Charaktere in die Geschichte eingebaut, die mit ihren Facetten eine mehr oder weniger große Rolle spielen. Ganz vorne stehen Kate und Gemma, die sich zunächst zögerlich anfreunden, am Ende jedoch füreinander einstehen, wie es Freundinnen nun mal tun.Gemma macht dabei eine tolle Entwicklung, indem sie sich von einer Mitläuferin, die ihren "hippen" Klassenkameradinnen, nach dem Mund redet, zu einer eigenständig denkenden Jugendlichen entwickelt. Auch in anderen zwischenmenschlichen Beziehungen macht Gemma Fortschritte, ob es nun das Verhältnis zu ihrer Mutter oder auch zu ihrem kleinen Bruder ist. 
Kate tritt Anfangs noch sehr verschlossen auf. Sie ist Außenseiterin und kümmert sich am liebsten nur um ihrer Kühe. Sie ist am Boden zerstört, als sie erfährt, dass ihr Vater die Kühe aus finanziellen Gründen verkaufen muss. Im Laufe der Geschichte, wird sie immer offener und findet auch Zugang zu anderen Menschen. Ich fand diese Entwicklung toll, denn Kate ist wirklich ein tolles Mädchen, mit dem Herzen am rechten Fleck. Sie ist mutig und gibt nicht so schnell auf, egal welches Hindernis sich ihr in den Weg stellt.
Der Autor hat einen ganz eigenen Schreibstil, der aber wie die Faust aufs Auge zur Geschichte passt. Es ist ein gelungenes Debüt und hat meiner Meinung nach zurecht schon einige Preise eingeheimst. Ich mochte es, wie er jeder Figur im Buch einen eigenen Charakter verpasste. Die Menschen in Bryn Mawr sind alle irgendwie verschroben und kümmern sich eher wenig um den anderen. Sie haben Angst, leiden unter stetig wachsenden Einbrüchen und verstecken sie in ihren eigenen vier Wänden. Erst im Laufe der Geschichte, bilden sie eine feste Gemeinschaft. Dies und auch die tolle Entwicklung seiner Hauptprotagonisten konnte Gemin glaubwürdig rüberbringen. Er spricht soziale Probleme und Ängste an, ohne in irgendeiner Art belehrend zu sein. Auch die Beschreibung der doch schon sehr sozial schwachen Siedlung war passend. Er hebt nichts positiv hervor, wertet aber auch nichts ab. 
Dieses Buch hat mich wirklich überrascht. Zunächst einmal habe ich mich natürlich gefragt, wer hinter G. R. Gemin steckt. Wenn man der Geschichte folgt, könnte man meinen, dass es von einer Frau verfasst wurde. Die ganze Handlung wird durch eine Feinfühligkeit und jugendliche Süße getragen, die man nicht oft findet. Der Autor hat die Themen Gemeinschaft, Hilfsbereitschaft und Toleranz untereinander super herüber gebracht und mir gezeigt, dass auch Männer wunderschöne Geschichten mit Herz schreiben können. Von "Milchmädchen" bin ich jedenfalls schier begeistert und kann nur sagen, dass es wirklich besonderes Buch ist. 
Gemma und Kate - zwei Mädels, die sich schnell in mein Herz schlichen. G. R. Gemin schuf hier eine schöne Handlung mit viel Charme und Wärme und zeigt den Lesern, dass man nur an das Gute glauben muss, damit auch Gutes passiert. "Milchmädchen" ist eine Geschichte mit Herz und deutlicher Message zugleich. Ein tolles Jugendbuch, welches ich nur jedem empfehlen kann.
Von mir gibt es 5 Eulen!

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69 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

impress, liebe, verlust, trauer, ann-kathrin wolf

Sternschnuppenschauer

Ann-Kathrin Wolf
E-Buch Text: 300 Seiten
Erschienen bei Impress, 02.06.2016
ISBN 9783646602173
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Einen Sommer an dem Ort zu verbringen, an dem man so viele Erinnerungen an eine schmerzlich vermisste Person hat, ist nicht gerade ein Wunschtraum. Auch für Cassie nicht, die vor ein paar Monaten erst ihren Vater bei einem Autounfall verloren hat. Beide verband die Leidenschaft für die Sterne. Bei den Atkins trifft sie nicht nur auf unwillkommende Erinnerungen, die ihr die Trauer immer vor Augen rufen. Sie trifft auch wieder auf  Summer & Logan, beste Freunde aus Kindheitstagen. Doch Logan hat sich verändert, aus dem lieben großen Bruder ist ein ungehobelter Mistkerl geworden, der seiner Familie und auch Cassie den Alltag nicht gerade leicht macht. Genau wie Cassie trägt er eine schwere Last mit sich und öffnet sich nur in ganz besonderen Momenten ihr gegenüber. Dieser Sommer verändert also sehr viel und rettet nicht nur einen Menschen...
Cassie steckt tief in der Trauerphase, da kommt ihr der Sommer bei den Jane Atkins, der besten Freundin von Casseis Mutter, und ihren zwei Kindern nicht gerade recht. Sie hat ihre Freude am Leben verloren und verkriecht sich hinter ihren Physikbüchern. Sie ist frustriert und auch enttäuscht. Ihre Mutter ist aufgrund ihrer Verfassung auch keine große Hilfe und muss sogar selbst in Therapie gehen. Cassie fühlt sich allein gelassen und abgeschoben. Erst ihr Dad und nun auch noch die Mutter. Bei den Atkins erlebt sie jedoch eine Art Familienleben und blüht allmählich auf. Sie findet neue Freunde und findet sogar den Mut sich selbst zu verändern.
Logan hat nicht wirklich viele Auftritte in diesem Buch. Dies fand ich sehr schade, denn irgendwie hatte ich gehofft, dass das Hauptaugenmerk auf die Romanze gelegt wird, aber vielmehr gab es viel Geplänkel nebenher und andere Männer versuchen bei Cassie zu landen. Logans "Schicksal", dass ihn charakterlich so verändert hat, war für mich ein wenig überflüssig, da ich auch die Auflösung nicht gerade gelungen fand. Logan war für mich auch nicht wirklich greifbar und hatte eher eine kleinere Nebenrolle als ich zunächst dachte. Von ihm hätte es ruhig mehr Auftritte geben können.
Der Schreibstil war locker und leicht und passt zur Thematik Sommerroman. Jedoch gab es einige Wiederholungen über die ich gestolpert bin, die mich beim Lesen störten. Aber ansonsten konnte ich flott durch die Handlung wandern und ganz und gar in ihr eintauchen. Wie oben schon erwähnt, hätte ich mir gerne mehr Auftritte von Logan gewünscht und mehr gemeinsame Szenen von Cassie und ihm. Mir fehlte ein wenig die Romantik und das Zwischenmenschliche zwischen den beiden. Dafür mussten immer Cassies Gedankengänge herhalten. Das Ende war schön gemacht, versorgte mich aber leider nicht mit dem richtigen Kribbeln, um das Buch mit einem zufriedenen Seufzer zu schließen. Vielleicht lag es an Cassies erst ganz schön zickigem Verhalten oder vielleicht lag es auch an der Szenerie. Jedenfalls fehlte irgendetwas, damit das Ende für mich komplett rund war. 
Mir gefiel jedoch Cassies Umgang mit der Trauer und vielleicht wollte die Autorin den Schwerpunkt nicht  auf die Romanze sondern auf die Trauerbewältigung legen. Jedenfalls ist es Ann-Kathrin Wolf gelungen, ihre Protagonistin durch die vielen Stadien der Trauer zu begleiten und sie langsam wieder am Leben teilnehmen zu lassen. Cassie macht eine tolle Veränderung durch und findet den Mut sich ihrer Trauer zu stellen. Das fand ich zwar sehr schön, aber auch in diesem Punkt, ging es mir teilweise zu schnell und das Ende lässt mich ein wenig unzufrieden zurück.
"Sternschnuppenschauer" klingt nach einen wunderbar leichten Sommerroman und das ist er auch. Trotz schwierigen Themas konnte mich Ann-Kathrin Wolf mit ihrem Buch überzeugen. Ihr ist es gelungen, den Umgang mit Trauer verständlich rüberzubringen. Kleine Kritikpunkte sind Wiederholungen, die mein Lesefluss störten und auch das Ende ist für mich nicht 100%ig gelungen. Ansonsten kann ich jedem Romantiker dieses Buch nur ans Herz legen.


Von mir gibt es 4 Eulen!

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154 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 75 Rezensionen

liebe, märchenadaption, fluch, märchen, impress

Being Beastly. Der Fluch der Schönheit

Jennifer Alice Jager
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 02.06.2016
ISBN 9783646602562
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Stellt euch vor, ihr werdet euer ganzes Leben darauf vorbereitet eine gute Partie zu machen und einen reichen Mann zu heiraten. Der 16-jähirgen Valeria ist dieses Schicksal vorgeben und sie fügt sich diesem so brav und wohlerzogen sie nun mal ist. Als sie ihren zukünftigen Ehemann und ihr zukünftiges neues Zuhause kennenlernt, kommen ihr schnell Zweifel auf. Denn das einst herrschaftliche Herrenhaus gleicht eher einer ziemlich heruntergekommenden Ruine. Auch der Auserwählte Westwood ist ein schlechtgelaunter Vertreter und erinnert Valeria eher an ein Biest als einen Gutsherren. Doch dank verwunschener Windlichter schafft es Valeria bald hinter die Fassade von Westwood. Sie deckt so manches Geheimnis auf und lernt den Grafen von einer anderen Seite kennen.
"Die Schöne und das Biest" - Viele kennen die Geschichte des verzauberten Wesen, welches hässlich und einsam in seinem Schloss lebt und nur Dank der Liebe einer wunderschönen Frau, zu alter Schönheit gelangt. Die Autorin Jennifer Alice Jager hat sich dieser Geschichte angenommen und sie neu aufgelegt.
Gleich zu Anfang lernen wir die 16-jährige Valeria kennen. Ein Leben lang wurde sie dazu erzogen, angepasst und brav zu leben. Sie ist hübsch und wird von ihrer Mutter streng auf ihre zukünftige Aufgabe vorbereitet. Anfangs ist sie vielleicht noch sehr oberflächlich und verwöhnt, aber je tiefer man in die Geschichte eintaucht, lernt man, welche Güte und Freundlichkeit in dieser jungen Frau steckt. Westwood macht seinen Ruf aller Ehre und tritt gleich von Beginn als unliebsamer Zeitgenosse auf. Er ist distanziert, unfreundlich und wenig gesprächig. Er macht es seiner zukünftigen Braut nicht leicht. Doch irgendwann kommt die Wendung und dann, so könnte man glauben, ist alles wunderbar.
Aber so schnell ist dieses Buch nicht zu Ende. Die Autorin hat viel Magie, Romantik und auch Spannung in die Handlung eingebaut. Es gibt fiese Intrigen, alte Flüche und vieles weitere was das Buch so fesselnd macht. Mit jeder Seite steigt die Spannung. Ich mochte es wie die einzelnen Charaktere aneinander wachsen und miteinander agieren. Es viel mir nicht leicht das Buch aus der Hand zu legen. Ich wollte es auch gar nicht. Es verzaubert mit jedem Kapitel und lässt dich für ein paar Stunden die Welt vergessen.
Auch wenn Jennifer Alice Jager mit "Being Beastly" die Story von die Schöne und das Biest nicht neu erfindet, ist ihr eine hinreißende Geschichte mit sympathischen Charakteren gelungen. Die Spannung steigt langsam und auch die Romantik kommt nicht zu kurz. Die Autorin schafft eine zauberhafte Stimmung mit viel Magie und lässt den Leser für einige Stunden die Zeit und die Welt vergessen.
Von mir gibt es 5 Eulen!

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716 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 217 Rezensionen

erotik, lauren rowe, the club, liebe, sex

The Club – Flirt

Lauren Rowe , Lene Kubis
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.04.2016
ISBN 9783492060417
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Jonas ist der Traummann schlechthin - jedenfalls glaubt er das von sich selber. Er kriegt jede Frau rum und hat es sich zur Aufgabe gemacht, jede Frau ordentlich zu beglücken. "The Club" ist da für ihn die perfekte Plattform, um seinen Tatendrang zu unterstützen. Als eine Mitarbeiterin ihn aufgrund seiner doch recht selbstbewussten Bewerbung, ihre Meinung kundtut, kann Jonas nicht anders: Er muss diese Frau kennenlernen. Denn sie hat ihm ein sehr intimes Geheimnis verraten. Er will es sich zur Aufgabe machen, ihr bei ihrem "Problem" zu helfen. Ob sie will oder nicht...
Auf dieses Buch hatte ich mich eigentlich gefreut. Es klang interessant und ich fand es auch mal was anderes, dass die Geschichte aus der Sicht des Mannes erzählt wird. Der Schreibstil ist einfach, locker und leicht. Die Autorin bzw. Jonas nimmt kein Blatt vor dem Mund und spricht recht freizügig über sich und seine Vorzüge.
Aber leider ging mir Jonas da schon auf die Nerven. Diese extreme Selbstbeweihräucherung war doch recht anstrengend. Das man sich toll findet und selbstbewusst auf die Damenwelt zugeht ist ja das Eine. Aber er stellt sich als der "God of Sex & Orgasm" da, dass ich manchmal schon das Gefühl hatte, ich bin im falschen Film gelandet. Auch seine Bindungängste zu Beginn waren so ein ödes Klischee, dass ich mich selbst schon fragte: Müssen die immer alle seelisch kaputt sein? Das Jonas unendlich reich ist, gehört wohl auch zu den notwendigen Attributen, die ein Mann haben muss, die sexy sein wollen und sollen.
Auch für Sarah, die Studentin,Mitarbeiterin bei "The Club" und Jonas Auserwählte, konnte ich mich leider nicht erwärmen. Sie verfällt mir Jonas zu schnell. Gegenüber den Eindruck, den ich am Anfang von ihr hatte, ist es eine 180-Grad-Wendung. Sarah war zu Beginn noch stärker und hat sich nicht schnell die Butter vom Brot nehmen lassen. Dann steht sie plötzlich Jonas gegenüber und schwubs ist sie ein zahmes Kätzchen. Jonas macht eine ähnlich krasse Wendung, als er von einem unnahbaren Frauensammler, zu einem anhänglichen, treudoofen Schoßhündchen avanciert.
Die Handlung war zu Beginn recht spaßig und auch interessant. Trotz Jonas' Tendenz zur Arroganz, finde ich die Idee, die Lauren Rowe hier anwendet, schon toll. Aber im Buch war sie wenig durchdacht. Zu schnell kommen sich Jonas und Sarah näher, zu schnell sind sie einander verfallen, zu schnell verlieren sie ihre Überzeugungen... Mir ging einfach alles zu schnell. Im Gegensatz dazu, gestaltete sich der Mittelteil als ziemlich zäh. Auch die Sexszenen waren nicht wirklich spannend, so dass ich diese teilweise überflogen habe. Es lief meist auf das Selbe hinaus: Jonas der verzweifelt versucht Sarah zu beglücken, was ihm aber nicht gelingt. Warum Sarah solch Probleme hat, sich fallen zu lassen, weiß ich leider nicht. Nach dem ganzen Hin-und-Her-Geplänkel, kam das Ende dann wieder sehr überraschend und auch abrupt. Es passte so gar nicht zu restlichen Handlung. Es gab zwar ein paar Andeutungen, aber trotzdem war das Ende zu plötzlich. Ich hatte das Gefühl, dass die Autorin noch verzweifelt versucht hat, einen Cliffhanger zum Folgeband einbringen zu wollen. Leider ist dies Lauren Rowe nicht sonderlich gut gelungen. So bleibt das ganze Buch doch weit unter meinen Erwartungen.
"The Club Flirt" von Lauren Rowe konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen. Nervige Protagonisten, die eine wenig überzeugende Entwicklung machen und eine Handlung, die wenig durchdacht und am Ende sehr überstürzt wirkt, trugen dem leider bei. Ein lockerer, leichter Schreibstil trösten darüber wenig hinweg, so dass ich dieses Buch nur eingefleischten Fans dieses Genres empfehlen kann.
Von mir gibt es 2 Sterne bzw. Eulen! 

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

andrea bielfeldt, forgive, liebesroman, freundschaft, liebe

Forgive - Sommerzauber

Andrea Bielfeldt
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 12.05.2016
ISBN 9781533188021
Genre: Liebesromane

Rezension:


Ich kann noch immer nicht in Worte fassen, wie toll ich dieses Buch finde. Ich war verzaubert, vom Sommerzauber. Ich war völlig versunken in die Geschichte von Louisa und Milo. Die beiden, die sich als Teenies in einem Sommercamp kennen lernen und einander nie vergaßen. 
Durch ein Zufall begegnen die beiden sich wieder. Trotz anfänglicher Skepsis probieren sie es miteinander und verbringen eine schöne Zeit zusammen. Aber auch ein Neustart ist nicht immer so einfach. Dies merken die beiden sehr schnell.

"Forgive - Sommerzauber" sprüht einfach vor Liebe und tollen Protagonisten. Ich mochte Louisa, genannt Lulu, und Milo sofort. Andrea Bielfeldt hat mit den beiden zwei sympathische und auch teilweise lustige Protagonisten geschaffen, denen ich durch ihre Liebesgeschichte nur allzu gerne gefolgt bin. Lulu und Milo sind auf dem Teppich geblieben und könnten beide Freunde von mir sein, wenn sie nicht fiktiv wären.
Auch die Nebencharaktere, sind wunderbar herausgearbeitet. Auch wenn mich Pam, Lulus beste Freundin und Mitbewohnerin, zwischen ein wenig verärgerte, aufgrund ihrer Blindheit gegenüber ihrem Lover. Aber das war schnell vergessen.

Ich bin seitdem ich die ersten Zeilen von Andrea Bielfeldt ein Junkie ihrer Geschichten und sauge jedes Wort und jeden Buchstaben mit ganz viel Freude auf. Sie hat einfach einen tollen, lebendigen Schreibstil, der mich jedes Mal aufs Neue mitreißt und mitfühlen lässt. Ihr neuestes Werk hat sich nun besonders in mein Herz geschlichen, da es einfach nur schön ist. Ich konnte die Welt für ein paar Stunden vergessen und einfach nur genießen. Kann es etwas Schöneres geben? 
Ich glaube nicht...
So, taucht ein in dieses Buch und genießt den Zauber des Sommers. 

Auch mit ihrem neuesten Werk hat Andrea Bielfeldt in meinen Augen einen absoluten Volltreffer gelandet. Es avanciert zu meinen Lieblingsbuch von ihr und sprüht einfach nur vor Liebe und romantischer Sommerluft. Ich liebe jedes einzelnes Wort in diesem Buch und bevor ich mich noch weiter in Lobeshymnen versinke, mache ich es mir einfach und schreibe:

Lest dieses Buch und ihr seit verzaubert!

Von mir gibt es 5 Sterne!

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1.796 Bibliotheken, 33 Leser, 0 Gruppen, 217 Rezensionen

liebe, colleen hoover, musik, maybe someday, ridge

Maybe Someday

Colleen Hoover , Kattrin Stier
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 18.03.2016
ISBN 9783423740180
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Alles hätte so schön sein können. Sydney hatte eine tolle Beziehung und eine beste Freundin. Doch von einem Tag auf den anderen, stellt sich heraus, dass beide sie betrogen haben. Plötzlich steht sie auf der Straße und weiß nicht wohin, als Ridge sie zu sich in die WG holt. Sowohl Sydney als auch Ridge teilen die Leidenschaft der Musik. Schon bald machen sie sich daran gemeinsam Songs zu schreiben. Dabei kommen die beiden sich schnell näher. Aber Ridge kann Sydney nicht so nah an sich ranlassen, denn er hat eine Freundin. Aber gegen Gefühle kann man nichts machen, oder?

"Maybe Someday" ist Buch Nr. 4, welches ich von Colleen Hoover gelesen habe. Es hat alles, wofür ihre Bücher stehen. Viel Gefühl, sympathische Protagonisten und Hoovers bekannter Schreibstil. 
Aber hunderprozentig überzeugen, konnte mich die Autorin mit diesem Werk leider nicht. 

Sowohl Sydney und Ridge sind zwei Protas, die mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet wurden. Mir gefiel die langsame Annäherung beider und wie sie mit ihren Gefühlen umgingen. Besonders toll fand ich immer die Szenen, wenn die Musik auf beide gewirkt hat. Diese Momente waren sehr intim und ich konnte richtig mitfühlen, wenn Ridge Sydneys Gesang "hören" wollte.
 Aber leider war ich mit Ridges Gedankengängen oft nicht einverstanden. Mir war es ein zu großes Hin und Her, als er selbst in einem Gefühlsdilemma steckte. Er liebt seine Freundin aber auch Sydney und dieses ständige Wirrwarr war für mich auf Dauer zu anstrengend. Ich hätte mir eine klare Linie von ihm gewünscht. 

Der Schreibstil von Hoover ist toll und mitreißend. Besonders am Anfang flog ich durch die Seiten und konnte gar nicht genug von Syd und Ridge bekommen. Aber als es irgendwann im Mittelteil zu diesem Gefühlswirrwarr kam, empfand ich das Buch als etwas langweilig und wenig spannend. Es zog sich dahin, weil Ridge eigentlich immer die gleichen Gedanken hatte, es aber irgendwie nicht vorwärts ging. Aber auch der Schluss war unbefriedigend, da irgendwie zu überstürzt. Jedoch gefiel mir, wie Ridge versucht hat Sydney wieder für sich zu gewinnen. 

Die Geschichte hat viel Gefühl, aber auch viel Musik intus. Das Thema Gehörlosigkeit wurde ebenfalls gut umgesetzt. Die Autorin konnte verständlich rüberbringen, wie es Ridge ergeht und ich empfand auch seine Art die Musik wahrzunehmen, als etwas besonderes. Auch die Lieder, die man Dank eines QR-Codes hören kann, sind eine tolle Beigabe und ich habe den Songs beim Lesen gerne gelauscht. 

Colleen Hoover hat mich mit "Maybe Someday" einen gefühlvollen Roman geschrieben, der mich jedoch nicht hundertprozentig überzeugen konnte. Besonders bei Ridge fehlte mir eine klare Linie in seiner Gefühlswelt und sein Hin und Her nervte auf Dauer. Ein Pluspunkt waren die Lieder, die mittels eines QR-Codes parallel beim Lesen gehört werden konnten. Man kann so einfach tiefer ins Buch eintauchen und mit den Protagonisten besser mitfühlen.

Von mir gibt es 3 Eulen!

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tod, episoden, lilly lindner, leben, trauer

Da vorne wartet die Zeit

Lilly Lindner
Flexibler Einband: 269 Seiten
Erschienen bei Droemer, 02.09.2013
ISBN 9783426226407
Genre: Romane

Rezension:


Lilly Lindner hat mich im letzten Jahr mit ihrem Buch "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" vollkommen begeistert. Ihre Sprachgewalt hat mich nachhaltig beeindruckt, weshalb ich die Autorin und ihre Werke gerne weiterhin verfolge.  "Da vorne wartet die Zeit" ist nun das dritte Buch, welches ich von Lilly Lindner lese.

Die Stadt am Waldrand ist einer eher unscheinbare Stadt,  in der die Menschen meist nebeneinander her als miteinander leben. Es gibt viele Schicksale, die dem Tod näher sind als dem Leben. Ob es nun der Kriminalpolizist ist, die Mutter, die am hellichten Tag verschwindet oder der beste Freund eines kleinen Jungen, der unschuldig die Folgen einen schwerwiegenden Fehlers "ausbaden" muss. In diesem Ort lernen wir die unterschiedlichsten Menschen kennen. Menschen, die miteinander so gar nichts zu tun haben und doch eines gemeinsam haben: 
den Tod.

In kleinen Episoden erzählt Lilly Lindner von den verschiedenen Vorkommnissen in der Stadt am Waldrand. Mit poetischer Kraft und enormer Sprachgewalt reißt die Autorin den Leser mit. Sie schafft einen Sog aus dem so leicht kein Entkommen ist, genau wie die Protagonisten dem Tod nicht entkommen können. Es sind viele kleine Schicksale, die sich zu einem großen Ganzen verweben. Es sind nur Bruchteile eines Lebens, die wir als Leser miterleben dürfen. Oft mag man gar nicht weiterlesen, weil man nicht wissen will, wie derjenige nun stirbt. Es ist wie ein Puzzle aus Sterbenden, die hier zusammengefügt ein großes Bild des Todes ergeben. Lilly Lindner hat es auch wirklich geschafft. Sie hat ein Gesamtkonstrukt erschaffen, in dem jede Geschichte, jedes Geheimnis, jeder Bewohner, miteinander verwoben ist.

Manche Geschichten gehen zu Herzen, die anderen machen einfach nur wütend. Die Zeit heilt alle wunden, so heißt es. Aber hier wartet die Zeit einfach auf das nächste Opfer. Dieses Buch ist schon sehr negativ und irgendwie auch morbide. Die Autorin hat eine lebhafte Phantasie, die sie in ihren Geschichten gut umzusetzen weiß. Manchmal fiel es mir schwer, den einzelnen Schicksalen zu folgen. Es macht teilweise schon traurig. Besonders wenn kleine Kinder unschuldig ihr Leben verlieren. Andere Menschen scheinbar glücklich leben, aber aus Angst vor Rache Selbstmord begehen. 

Ich denke, man braucht schon starke Nerven, wenn man dieses Buch lesen möchte. Aber dieses Buch ist es auch wert. Man braucht nicht lange, um die Stadt am Waldrand wieder zu verlassen. Und auch sie hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Genau wie der Schreibstil der Autorin, der mich immer noch begeistern kann.

Lilly Linder nimmt uns in "Da vorne wartet die Zeit" mit auf eine morbide Tour durch die Stadt am Waldrand. Viele kleine Episoden, die einzeln betrachtet unbedeutend, aber gemeinsam eine große Sache ergeben. Am meisten begeisterte mich auch hier wieder der Schreibstil der Autorin, der mich auf sog und nicht so einfach wieder los ließ. Es ist die Fähigkeit selbst den Tod in einer wunderschönen poetischen Art zu beschreiben, so dass all das Hässliche schnell wieder vergessen ist.

Von mir gibt es 5 Eulen!

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tabitha suzuma, jugendbuch, liebe, missbrauch, broken

Broken - Der Moment, in dem du fällst

Tabitha Suzuma , Bernadette Ott , Suse Kopp , Frauke Weise
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 22.02.2016
ISBN 9783789147548
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Mathéo hat zwei Leidenschaften: Turmspringen und seine große Liebe Lola. Für beides geht seine gesamte Freizeit drauf. Als er nach einer Siegesfeier mit Verletzungen aufwacht, ist nichts mehr wie es vorher war. Denn er spürt, nein, er weiß, dass etwas Schreckliches passiert ist. Nur langsam kommt er dahinter, denn sein Selbstschutz bewahrt ihn vor der schlimmen Erinnerung. Mathéo versucht auf seine Weise mit dem Überfall fertig zu werden und er hat ein riesiges Problem: Mathéo kennt den Täter. Aber er will dieses Geheimnis bewahren, denn er muss jemanden schützen. 

Ehrlich gesagt, bin ich, obwohl ich das Buch schon vor knapp einer Woche beendet habe, immer noch im Zwiespalt, was meine Meinung angeht. 
Ich war berührt von dem schrecklichen Geschehen, welches Mathéo erleben musste. Eine Vergewaltigung ist ein wirklich belastendes und schwerwiegendes Verbrechen und Mathéo versucht mit aller Macht, dieses Erlebnis für sich zu behalten. Er stürzt in ein Matyrium aus Verdrängen und Verarbeiten und ist innerlich dermaßen zerissen, dass es schon an Selbstzerstörung anreicht.

Es durchaus ein besonderes Buch mit einer sehr schweren und teils auch belastenden Thematik. Es gibt nicht viele Bücher, in dem ein Junge das Opfer einer Vergewaltigung ist. Es war mal interessant zu erfahren, wie sowas aus der Sicht empfunden und erlebt wird. Wie Mathéo daran fast zerbricht und versucht sich selbst zu retten. Seine Hilflosigkeit und die Unfähigkeit,die häufig nach solch einem Ereignis vorkommt, hat die Autorin verständlich und gut dargestellt. 

Aber: 
Tabitha Suzuma konnte mich trotzdem nicht vollends erreichen. Anstatt z. B. das Buch aus der Perspektive Mathéos zu schreiben, nimmt eine Art Erzähler diese Aufgabe ein. Dies nahm mir viel der emotionalen Bindung, die ich sonst vielleicht zu dem Protagonisten hätte aufbauen können.
Ich empfand auch zwischenzeitig die Beschreibungen von Mathéos Gefühlslage als anstrengend und zu viel.
 Ich habe relativ schnell verstanden, wie es dem Jungen erging und konnte dies auch gut nachvollziehen. Aber wenn man immer wieder lesen muss, wie schlecht es dem Opfer doch geht, geht einem beim Lesen die Puste aus. So erging es mir jedenfalls.
 Vielleicht wäre es auch hilfreich gewesen, wenn nicht schon der Klappentext verraten würde, was mit Mathéo geschehen ist. So wäre die Spannung einfach größer gewesen. Aber leider ist dem nicht so und so habe ich vielleicht auch wegen dem Klappentext, einen ganz anderen Handlungsaufbau erwartet. 

Ich möchte "Broken" nicht komplett zerreißen, denn das hat dieses Buch nicht verdient. Ob nun Mathèo oder die anderen Charaktere, sollen die Aufmerksamkeit bekommen, die angemessen ist. Und wer weiß, vielleicht wäre ich bei einem anderen Klappentext, sogar anders ans Buch herangegangen. Aber leider hat er mir schon ein wenig an Spannung genommen und meine Erwartungen ans Buch wurden leider so auch nicht hundertprozentig erfüllt. 

Tabitha Suzuma hat mich mit ihrem neuesten Werk "Broken - Der Moment, in dem du fällst" relativ zwiespältig zurückgelassen. Einerseits von der inneren Zerrissenheit des Protagonisten berührt, konnte mich die Autorin trotzdem nicht vollends erreichen. Ob's nun am Erzählstil lag oder vielleicht doch am verräterischen Klappentext. Beim Lesen ging mir zwischendurch dank fehlender Spannung die Puste aus, so dass mich dieses Buch nicht hunderprozentig erreichen konnte.


Von mir gibt es 3 Eulen!

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jugendbuch, aphasie, liebe, schwester, krankheit

Wie das Licht von einem erloschenen Stern

Nicole Boyle Rodtnes , Gabriele Haefs
Fester Einband: 243 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 29.04.2016
ISBN 9783407821041
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Vega leidet unter Aphasie. Ihr wurde die Möglichkeit der Sprache genommen. Auf einer Feier ist sie in den Swimming Pool gestürzt und wurde von ihrem Freund Johann gerettet. Seitdem hat sich ihr ganzes Leben und ihre ganze Welt verändert. Freunde entfernen sich immer mehr von ihr und auch ihr Freund Johann findet keinen Weg mit Vegas Krankheit klar zu kommen. Bei einem Workshop trifft Vega auf Theo. Er leidet ebenso an Aphasie und die beiden finden einen Weg zu kommunizieren. Sie freunden sich an und mit Theos Hilfe will Vega die Frage klären, die ihr am meisten im Kopf herumschwirrt: Ist sie geschubst worden?

Schon als ich das Cover entdeckt hatte, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen. Ich mag es total und finde, es passt toll zum Inhalt. Dieser ist nicht nur ein Novum unter den Jugendbüchern, sondern auch von der Autorin toll umgesetzt worden. Das Thema Aphasie wird in dieser Geschichte gut erklärt und ich konnte den Frust und den Ärger von Vega über ihre verlorenen Sprache verstehen und auch mitfühlen.

Ich fand es sehr erfrischend, dass die Handlung mal nicht in Amerika oder dergleichen stattfand, sondern in Dänemark. Aber es war für mich genauso erfrischend die dänische Autorin Nicole Boyle Rodtnes dank dieses Debüts kennenzulernen. Sie hat einen tollen, einfühlsamen Schreibstil und ich mochte die Art, wie dieses Buch aufgebaut war.

Zu Beginn jedes Kapitel gibt es einen Rückblick zu Vegas Zeit im Krankenhaus kurz nach dem Sturz und dem Koma. Danach befindet sich der Leser im Hier und Jetzt und lernt den Alltag und Vegas Kampf mit ihrer Krankheit kennen. Dieser wurde toll umgesetzt und ich konnte wirklich Vegas Gefühle verstehen.

Es ist ein sehr berührendes und aber irgendwie auch stilles Buch. Die Handlung wartet nicht mit spannungsgeladenen Szenen auf. Auf ruhiger Art hat die Autorin es geschafft, mich mitzunehmen auf Vegas Reise aus ihrer Krankheit und ihren Kampf für die eigene Sprache. Ich fand es enorm, wie auch Theo gemeinsam mit Vega Schritt für Schritt wieder in die "gesunde Normalität"zurückkehren. Die Zwei nähern sich langsam und Theo hat seine eigene konsequente Art Vega nicht in Ruhe zu lassen, so dass sie sich nicht dem Trübsal blasen hingeben kann.

Es ist schon erstaunlich, welche Gedanken einem beim Lesen aufkommen. Wie ist das, wenn man selbst nicht mehr sprechen kann? Wir, die jeden Tag irgendwelche Wörter, vielleicht auch völlig unbedacht, heraushauen. Von daher kann ich jedem dieses Buch empfehlen, die mal einen Einblick in die Krankheit Aphasie haben und eine besondere und tiefgründige Geschichte lesen wollen.

"Wie das Licht von einem erloschenen Stern" hat das Zeug zum Lieblingsbuch. Dieses Buch sprüht vor wunderbarer Wörter obwohl der Protagonistin diese doch so sehr fehlen. Die Autorin Nicole Boyle Rodtnes beeindruckt durch einen einfühlsamen Schreibstil und kann bei mir mit der Umsetzung des Themas Aphasie und der tiefgründigen Handlung voll punkten.

Von mir gibt es 5 Eulen!

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liebe, new adult, liebesroman, jax, young adult

Forever with You

J. Lynn ,
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.02.2016
ISBN 9783492308236
Genre: Erotische Literatur

Rezension:


Stephanie hat gerade ihren Abschluss am College gemacht und will sich nun als Mädchen für alles im Büro einer Fitnesskette ihre Sporen im Berufsleben verdienen. 
Am Tag ihres Einzugs in ihre neue Wohnung lernt sie Nick kennen. Dass aus dieser Begegnung ein One Night Stand resultiert, merkt Steph schnell. Das aber beide bald öfters miteinander verkehren müssen, ahnen sie dabei noch nicht. Denn das Schicksal funkt dazwischen und hat ganz andere Pläne mit den Beiden.

Bei diesem Buch habe ich eigentlich etwas ganz anderes erwartet. Ich stellte mich auf eine locker-leichte, erotische und romantische Geschichte ein. Aber bekommen habe ich eine zwar lesenswerte, aber an manchen Stellen doch recht langatmig war. 
Stephanie und Nick zwei junge Menschen ohne große Bindung müssen lernen, miteinander klar zu kommen. Dabei spielen tiefe Gefühle eine große Rolle. Beide müssen lernen, den anderen in ihr Leben mit einzubeziehen und machen zwischendrin immer wieder kleine Fehler, die den anderen stören und zum Zweifeln bringen. 

J. Lynn hat ein gutes Gespür dafür Emotionen an den Leser zu bringen. Doch finde ich, dass es ihr in diesem Buch nicht immer gelungen ist, das Gefühlswirrwarr ihrer Protagonisten verständlich zu machen. Zwischendrin fand ich die Handlung auch etwas langatmig und ich musste mir Mühe geben, konzentriert am Ball bzw. am Buch zu bleiben.

Nichtsdestotrotz war die Geschichte mal etwas anderes im NewAduld-Genre. Es war nicht dieses typische BadBoy/GoodGirl-Gehabe. Beide Charaktere waren emanzipiert und mussten niemanden klein bei geben. Das fand ich gut und machte die Geschichte glaubwürdig. Das Ende ist auch kein typischen Happy-End. Dies nimmt dem Buch viel Kitsch und gibt der Handlung ein "erwachsenes Flair". Das mochte ich wiederum und so konnte das Buch einige Pluspunkte bei mir machen. 

Auch der flüssige Schreibstil der Autorin war ein Grund dafür, dass ich das Buch gerne durchgelesen und so manchen Makel vergessen habe. Alles in allem hat J. Lynn mit diesem Buch etwas schönes für zwischendurch geschrieben. 

Auch wenn sich die Handlung zwischendurch etwas zieht, hat J. Lynn in "Forever with you" ein gutes Gespür für Emotionen bewiesen. Mir gefiel die "erwachsene" Handlung und das dieses Buch kein typisches Happy-End hat. Emanzipierte Charaktere und ein toller, flüssiger Schreibstil komplettieren das Paket und machen so manche zähe Handlung wett.

Von mir gibt es 4 Eulen!

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