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Mit Herz und Hufen - Chaostage

Janita Pauliks
Fester Einband: 218 Seiten
Erschienen bei Francke-Buchhandlung, 01.01.2019
ISBN 9783963620621
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ein tierischer Vaterschaftstest mit Folgen

"Wenn jemand dir eine Ohrfeige gibt, dann halte die andere Wange auch noch hin. Wenn dir einer den Mantel wegnimmt, dann weigere dich nicht, ihm auch noch das Hemd zu geben." - Meinst du, das gilt auch für Ziegen?"

Die Ankunft eines merkwürdigen Trios sorgt auf dem Reiterhof für Aufregung. Anstatt drei kürzlich erworbene Schafe werden ein Lama namens Hedwig, das Hängebauchschwein Julius und Ziege Leopoldine aus dem Transporter geladen. Die beiden Freundinnen Emma und Nele stehen diesen drei seltsamen tierischen Exemplaren etwas ratlos gegenüber. Das Lama spuckt, sobald es Nele mit ihrem typischen grünen Försterhut auf dem Kopf erblickt, und die Ziege hat es definitiv auf diesen Hut abgesehen. Auch „Windhauch“, Emmas wunderschöner roter Fuchs, löst ebenfalls Turbulenzen aus, als sich herausstellt, dass er trotz attestierter Zeugungsunfähigkeit bald Vater wird. Die Besitzerin der Stute „La Belle“ ist außer sich vor Wut und droht mit Konsequenzen, Emma und Nele versuchen zu vermitteln. Auf dem Dressurwettbewerb „Balve Optimum“ begegnen die beiden Mädchen dem wunderschönen Rappen Olymp, und Emma beginnt für den eleganten Reiter Michael Rost zu schwärmen. Die Einladung zu einem geheimnisvollen Treffen mit einem Unbekannten lässt Emmas und Neles Herz höherschlagen, sie rätseln, was und wer hinter dieser Botschaft stecken könnte. Den Mädchen stehen aufregende Tage bevor, die durch das Wunder der Geburt eines kleinen Fohlens ihren Höhepunkt finden. Und letztendlich stellen Emma und Nele fest, dass es keinen „spannenderen und wunderschöneren Ort“ als den Reiterhof gibt.

Mit „Chaostage“ präsentiert Janita Pauliks den dritten Band der Buchreihe „Mit Herz und Hufen“ mit Emma und Nele als Protagonisten und dem Reiterhof als Schauplatz der Handlung. Auch als Neueinsteiger findet man sich dank kleiner Hinweise auf Ereignisse in der Vergangenheit gut zurecht. Das ehemalige Stadtmädchen Emma wuchs in einem liebevollen und gläubigen Elternhaus auf und hat in ihrem kurzen Leben bereits die Erfahrung gemacht, dass Gott Dinge möglich machte, die für sie kaum vorstellbar waren. Ihre Sorgen und Ängste bringt sie im Gebet vor ihren himmlischen Vater und lebt mit der felsenfesten Überzeugung, sich immer auf ihn verlassen zu können. Emma ist es auch, die ihrer Freundin Nele eine Bibel schenkt und mit ihr über den Glauben spricht. Emmas verrückte Freundin mit dem verrückten grünen Försterhut bringt ihr Umfeld mit ihrer direkten, unverblümten Art zum Lachen. Sie zeigt Emma, was eine echte Freundschaft ausmacht, wie toll das Leben mit Tieren, und wie wunderschön es auf dem Reiterhof ist. Neles dickköpfiger Dackel mit dem ungewöhnlichen Namen „Der kleine Wolf“ hängt wie eine Klette an seinem Frauchen und wirbelt mit Nele und Emma durch das gesamte Buch.

Die Autorin besitzt einen locker-leichten, durch humorvolle Passagen bereicherten Schreibstil, bringt in ihre Handlung jedoch auch wichtige Themen ein. Sie lädt ihre jugendlichen Leser nämlich nicht nur zu einem Abenteuer auf dem Reiterhof ein, sondern vermittelt zugleich auch christliche Werte. Die lesefreundliche Schriftgröße und der großzügige Zeilenabstand sorgten darüber hinaus für ungetrübtes Lesevergnügen.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und ich empfehle es gerne weiter!

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19 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Die Lady von Bolton Hill

Elizabeth Camden , Julian Müller
Flexibler Einband: 234 Seiten
Erschienen bei Francke-Buchhandlung, 01.02.2019
ISBN 9783963620447
Genre: Historische Romane

Rezension:

Lass nicht zu, dass dieser Junge dich von deinen Lebenszielen abbringt.

„Damals waren wir zu jung, um zu begreifen, dass sich manche Träume einfach nicht erfüllen. Und trotzdem haben wir sie geträumt, und sie haben uns die Jahre damals versüßt. Das war die schönste Zeit meines Lebens.“

Reverend Lloyd Endicott ist Herausgeber der Wochenzeitung „The Christian Crusade“ in Baltimore und ein allseits geschätzter und geachteter Mann. Für seine beiden Kinder Clyde und Clara hat er nach dem frühen Tod seiner Ehefrau nur das Beste im Sinn. Er ermöglicht ihnen eine hervorragende Ausbildung und erzieht sie im christlichen Glauben. Doch die aus der gemeinsamen Leidenschaft für die Musik entstandene enge Freundschaft der hoch begabten Clara mit dem armen Sohn eines Bergarbeiters ist ihm ein Dorn im Auge. Kurzerhand schickt er seine Tochter zu ihrer Tante Helen nach London, wo Clara sich mit den Jahren einen Namen als mutige und ehrgeizige Journalistin macht. Clara kämpft für die Rechte der Armen und gegen die Kinderarbeit. Sie opfert dafür den Traum, mit ihrer Musik Karriere zu machen. Als sie zwölf Jahre später London aufgrund ihrer kontroversen Artikel verlassen muss und nach Baltimore zurückkehrt, stellt Clara fest, dass sich ihre Gefühle für Daniel Tremain nicht verändert haben. Doch aus dem mitfühlenden, musikalisch hochbegabten und intelligenten Jungen mit den großen Träumen ist inzwischen ein einflussreicher und mächtiger Mann geworden. Er verfolgte seine Ziele mit großer Hartnäckigkeit und befindet sich auf einem unerbittlichen Rachefeldzug gegen jenen Mann, der den Tod seines Vaters verschuldet hat. Daniel ist verbittert und hat sich darüber hinaus vom Glauben seiner Kindheit abgewandt. Werden Clara und Daniel es schaffen, zur Vertrautheit ihrer Jugendzeit zurückzufinden und die schier unüberwindlichen Hindernisse aus dem Weg zu räumen?

Elizabeth Camden beschreibt im vorliegenden Buch den Weg eines armen Bergarbeitersohnes zu einem brillanten Erfinder, der durch seine Intelligenz und seine genialen Ideen zu einem der mächtigsten Industriellen Amerikas avanciert. Schuld und Vergebung sind zentrale Themen in diesem Roman, der auch die Bemühungen der Gewerkschaft um bessere Arbeitsbedingungen anspricht. Mit der weiblichen Hauptfigur Clara Endicott skizziert Elizabeth Camden eine ungewöhnliche junge Frau, die große Courage aufbrachte, um ihren Traum vom Schreiben wahr zu machen. Obgleich Clara in einem imposanten Herrenhaus im privilegierten Bolton Hill lebte, fand sie in Daniel Tremain einen Seelenverwandten, der ihre Leidenschaft für die Musik teilte. Daniel wird als ehemals wichtigster Mensch in Claras Leben große Aufmerksamkeit zuteil. Die Veränderung seiner Person betrifft nicht nur Äußerlichkeiten und sein Lebensumfeld, sondern vielmehr auch sein bewegtes Innenleben. Daniels Seele ist von Hass und Rache zerfressen, er gilt bei seinen Geschäftspartnern und den Mitgliedern der Gesellschaft als gefährlich und unnahbar. Elizabeth Camden versteht es hervorragend, die Emotionen und Glaubenskämpfe ihrer Charaktere darzustellen. Ihr einnehmender Schreibstil und ihre Fähigkeit, den Figuren der Handlung Leben einzuhauchen, begeistern mich bei jedem einzelnen ihrer Romane. Der Glaube spielt in diesem Buch eine tragende Rolle und wird von der Familie Endicott in jeder Hinsicht gelebt. Clara fungiert als Verkünderin des Evangeliums und setzt sich dafür ein, dass zwei ganz besondere Menschen in diesem Buch ihren Weg zu Gott finden.

„Die Lady von Bolton Hill“ aus der Feder einer meiner favorisierten christlichen Autorinnen wartet mit viel Herz, einer Fülle der widersprüchlichsten Emotionen, einem kleinen Spannungsmoment und christlichen Werten auf. Es handelt sich um eine Lektüre, die mir ausgezeichnet gefallen hat und die ich sehr gerne weiterempfehle.


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Rückkehr nach Chestnut Hill

J. C. Philipp
E-Buch Text: 242 Seiten
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 14.02.2019
ISBN 9783960875871
Genre: Sonstiges

Rezension:

Chestnut Hill – Zuflucht und Zuhause einer unabhängigen starken Frau

Als Janet Roberts im Jahre 1823 nach zweijähriger Abwesenheit wieder in das walisische Manor House „Gwernen Court“ zurückkehrt, ist aus dem ungestümen Wildfang eine bildhübsche und elegante junge Dame geworden. Nach der herzlichen Begrüßung ihrer älteren Schwester Dorothy und ihres Vaters Jonathan begegnet Janet auch Paul Darford, dem attraktiven Sohn des Stallmeisters und besten Freund aus Kindheitstagen. Die beiden verbindet eine starke Anziehungskraft, und schon bald kann Janet sich ein Leben ohne Paul nicht mehr vorstellen. Doch die Heiratspläne ihres Vaters und ein reicher Erbe, der mit allen Mitteln versucht, Janet für sich zu gewinnen, lösen eine Tragödie aus. Nach einem handfesten gesellschaftlichen Skandal sucht Janet in Chestnut Hill, ein romantisches Herrenhaus, das ihre verstorbene Mutter ihr hinterlassen hatte, Zuflucht. Die junge Frau konzentriert sich auf die Verwaltung ihres Erbes und hat mit ihrer Zucht von Jagdpferdezucht großen Erfolg. Als sie während einer Schiffsreise einen ehemaligen Offizier der Royal Navy kennenlernt, öffnet die junge Frau nach langer Zeit ihr Herz wieder für eine neue Liebe. Doch Janets Glück wird erneut von Schatten bedroht…

J. C. Philipps entdeckt in einem von alten Kastanienbäumen umgebenen romantischen Herrenhaus in Wales ein Portrait einer jungen Familie. Die faszinierende Ausstrahlung des Paares, das mit seinen Kindern posiert, veranlasste die Autorin zu eingehenden Recherchen. Das Ergebnis ist ein faszinierender Roman, angesiedelt in der malerischen Landschaft von Wales, inmitten beeindruckender Herrenhäuser. Mit Janet Roberts präsentiert J. C. Philipps eine Protagonistin, die durchaus bemüht ist, den herrschenden Konventionen zu entsprechen, sich jedoch stets ihre Unabhängigkeit und Freiheitsliebe bewahrt. Die handelnden Personen wurden liebevoll charakterisiert, der Protagonistin sympathische, aber auch rachsüchtige und bedrohliche Nebenfiguren zur Seite gestellt. Die bereits erwähnte Tragödie sorgt für Aufregung und bringt einen gewissen Spannungsfaktor ins Buch, die sprachlich-stilistische Gestaltung hat mir sehr gut gefallen. J. C. Philipp führt ihre Leser durch geschichtliche Fakten an die politische Situation heran, die Schlacht von Navarino am 20.10.1827 bildet einen der gefährlichen Höhepunkte dieses Buches. Im Zentrum der Aufmerksamkeit befindet sich jedoch stets die eigenwillige Protagonistin, deren Gefühls- und Gedankenwelt überzeugend Ausdruck verliehen wird.

Fazit: „Rückkehr nach Chestnut Hill“ ist eine Lektüre, die zum Träumen verleitet, gute Unterhaltung, aber auch einige Überraschungen bietet. Die Autorin vermochte mich durch die Atmosphäre, den einnehmenden Sprachstil und eine abwechslungsreiche Handlung rasch in den Bann dieser Geschichte zu ziehen. Dieser bezaubernde Roman aus der Zeit des Regency hat mir ausgezeichnet gefallen und ich kann ihn wärmstens weiterempfehlen!


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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

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Die Spionin der Charité

Christian Hardinghaus
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Europa Verlag, 08.02.2019
ISBN 9783958902374
Genre: Romane

Rezension:

Das stille Heldentum

Die aus Danzig stammende Lily Kolbe ist bereits seit drei Jahren Witwe, als ein amerikanischer Journalist namens Edward Bauer Kontakt zu ihr aufnimmt. Als Lily ihm ein umfangreiches Interview über ihren verstorbenen Ehemann Fritz Kolbe und die Aktivitäten ihrer Widerstandsgruppe, den sogenannten „Donnerstagsclub“ zusagt, fliegt er kurzerhand zu ihr nach Bern. Dem Leser offenbart sich in Folge die Lebensgeschichte eines deutschen Beamten, der als Widerstandskämpfer in der Zeit des Nationalsozialismus und als unbezahlter Agent im Auswärtigen Amt arbeitete. Christian Hardinghaus gewährt darüber hinaus Einblicke in das Leben und Wirken eines der bedeutendsten und einflussreichsten Chirurgen des 20. Jahrhunderts, Dr. Ferdinand Sauerbruch. Historische Fakten werden zu einem eindrucksvollen und fesselnden Roman verwoben und man erfährt von Sauerbruchs Ablehnung des Antisemitismus und des Nationalsozialismus, seiner Mitgliedschaft an der regimegegnerischen „Mittwochsgesellschaft“ und seinen einflussreichen Bekannten, Freunden und Gönnern, dank derer es Sauerbruch mehrfach gelang, sich einer Verhaftung zu entziehen. Im Zuge des Interviews erzählt die Protagonistin Lily Hartmann von ihrer Anstellung als Sekretärin bei diesem berühmten Arzt, dem Alltag in der Charité sowie ihren eigenen Aktivitäten im Widerstand. Der Autor thematisiert die „Aktion Gnadentod“ – eine Auslöschung unwerten Lebens, angeordnet von Adolf Hitler. Ganz besondere Aufmerksamkeit ist jenen Menschen gewidmet, die sich unter der Leitung von Dr. Sauerbruch gegen die Nazis stellen und sich wöchentlich als „Donnerstagsclub“ treffen. Fritz Kolbes Hass auf den Krieg und seine Aversion gegen das Naziregime machen ihn zu einem äußerst willkommenen Mitglied, dem sie hoch brisantes Geheimmaterial zu verdanken haben. Das oberste Ziel des Donnerstagsclub ist es, die Niederlage der Nationalsozialisten zu beschleunigen. Und so spielen sie den Alliierten wichtige Dokumente in die Hände und riskieren dabei mutig das Leben aller Beteiligten.

Christian Hardinghaus versteht es hervorragend, historische Fakten auf spannende, unterhaltsame und emotional berührende Art und Weise zu vermitteln. Der vorliegende Roman ist in einnehmendem und flüssigem Schreibstil verfasst, die Charakterzeichnung der handelnden Personen weist hohe Authentizität auf und bezieht den Leser emotional tief ins Geschehen ein. Der an sich bereits zutiefst erschütternde historische Part wird durch eine Handlung im Juli 1974 ergänzt, in der Fritz Kolbes Witwe sich ohne zu wissen in große Gefahr begibt. Ihr ist es ein Anliegen, den Donnerstagsclub unter der Leitung von Dr. Sauerbruch bekannt zu machen, und so liefert sie dem Journalisten der New York Times freimütig Daten und Fakten.

Man taucht als Leser dieses Buches unweigerlich tief in die Zeit des Zweiten Weltkrieges ein, erlebt das Grauen der Naziherrschaft und dessen furchtbare Auswirkungen. Zugleich aber wird jenen Menschen ein Denkmal gesetzt, die sich unter Einsatz – und meist auch unter dem Verwirken - ihres eigenen Lebens gegen Adolf Hitler und seine Schergen auflehnten und alles dafür gaben, diesem Krieg endlich ein Ende zu bereiten.

Für mich persönlich stellte „Die Spionin der Charité“ ein höchst emotionales und bewegendes Leseerlebnis dar, ein Mahnmal, das an eine dunkle Epoche unserer Geschichte erinnert, eine Lektüre, die ich uneingeschränkt weiterempfehle.

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Am Tatort bleibt man ungern liegen

Jörg Maurer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 22.05.2019
ISBN 9783651025745
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es gibt keine Zufälle – jedenfalls nicht aus polizeilicher Sicht!

Im zwölften Alpenkrimi um Kriminalkommissar Hubertus Jennerwein wird ein gutgekleideter Mann mit einem auffälligen Panamahut auf dem Kopf leblos in einem Lokal aufgefunden. Der Tote hatte keine Papiere bei sich, die Plastiktüte, die er bei sich hatte, ist verschwunden. Die Kellnerin Karin Fronitzer vergreift sich am Eigentum des nicht identifizierten Toten, ein Fehler, der ihr leider viel zu spät bewusstwird.

Alina Emilia Rusche, ihres Zeichens Putzfrau – oder besser ausgedrückt „Lurchkatz“ – erlangte Kenntnis von Dingen, die eindeutig nicht für ihre Augen und Ohren bestimmt sind. Kurz darauf ist auch sie tot.

Suivo „Swiff“ Muggenthalers Hang zum Schrauben und Tüfteln führt den linkischen und unsicheren Nerd mit seiner Vorliebe für Nanobots und die schmutzigen Geheimnisse seiner Mitmenschen auf direktem Wege in die Kriminalität.

Ein skurriles spanisch sprechendes Duo ist im Kurort unterwegs – sie schwingen seltsame Reden und scheinen stets fehl am Platz zu sein.

In Jörg Maurers aktueller Neuerscheinung werden dem Leser erneut mehrere Handlungsstränge präsentiert, deren Zusammenhang sich erst im Verlauf der Geschichte abzeichnet. Der Autor besitzt einen einnehmenden und flüssigen Schreibstil und bringt auch diesmal wieder bayrische Dialektausdrücke und humorvollen Szenen in die Handlung ein. Gespannt darf man die Ermittlungen der Kriminalpolizei verfolgen, welche in diesem Kurort bereits seit langer Zeit mit ungewöhnlich vielen und spektakulären Todesfällen konfrontiert wird. Im vorliegenden zwölften Band glänzt der eigentliche Protagonist Kommissar Hubertus Jennerwein jedoch oft durch Abwesenheit, und auch der Rest seines Teams hat sich vom buchstäblich explosiven Finale des Vorgängerbandes noch nicht vollständig erholt und erhält nur kleine Gastauftritte. Nun darf Polizeiobermeister Franz Hölleisen zeigen, was in ihm steckt und ich finde, er hat seine Sache wirklich gut gemacht.

Durch den stets wechselnden Fokus auf die verschiedenen Handlungsstränge gestaltet sich die Handlung abwechslungsreich und interessant. Die Spannung wird durch die Neugier auf die unbekannten Täter aufrecht gehalten. Der Autor hat mich ein wenig in die Irre geführt und meinen Verdacht kurzfristig erfolgreich auf verschiedene Personen gelenkt. Zu meiner großen Freude hat das Bestatter-Ehepaar Ursel und Ignaz Grasegger nach zehnjährigem Berufsverbot seine Tätigkeit wieder aufgenommen und wird sogleich mit einem ungewöhnlichen Bestattungswunsch konfrontiert. Den österreichischen Problemlöser und Mafia-Kontaktmann Karl Swoboda und einige weitere wohlbekannte Einheimische aus dem Kurort vermisste ich in diesem Band. Der Einfallsreichtum des Autors scheint jedoch keine Grenzen zu kennen – amüsiert las ich vom großen Onlineversand-Riesen, mit dem einer der Protagonisten dieses Buches sich besser nicht hätte anlegen sollen. In einer der letzten Szenen dieses Buches geht Jennerwein auf Tuchfühlung mit einem ungewöhnlichen Wesen, und einige Resultate einer Spionage sind darüber hinaus etwas delikat.

Fazit: Auch der zwölfte Band dieser Krimireihe aus der Feder von Jörg Maurer hat mir durch den locker-leichten Schreibstil, die Einbindung bayrischer Dialektausdrücke, den herrlichen Humor und einige überraschende Wendungen großen Lesegenuss bereitet. Ich freue mich bereits jetzt auf die Fortsetzung!

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181 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 106 Rezensionen

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Die Festung am Rhein

Maria W. Peter
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783404175192
Genre: Historische Romane

Rezension:

Eine verlorene Heimat, eine verlorene Vergangenheit, eine verlorene Familie.

Die Halbfranzösin Franziska Berger muss nach einer liebevollen und behüteten Kindheit ihre Heimat Cöln verlassen. Nach dem Tod ihres Vaters in der Schlacht von Belle-Alliance am 18. Juni 1815 kann Luise Berger ihre Kinder nicht mehr alleine versorgen und übergibt die beiden in die Obhut ihres in Coblenz lebenden Bruders Hubert Kannegießer. Der herzlose und harte Mann lässt sowohl Franziska, als auch ihren Bruder Christian hart für Verpflegung und Unterkunft arbeiten, den nachdenklichen und sensiblen Jungen schickt er als Rekrut zur preußischen Armee. Für Christian beginnt die schlimmste Zeit seines Lebens – und schließlich wird er sogar als Landesverräter der Spionage bezichtigt und ins Militärarresthaus gebracht. Franziska ist außer sich und setzt sich leidenschaftlich dafür ein, Christians Leben zu retten. Sie versucht auf eigene Faust, die Wahrheit ans Licht zu bringen und kommt dabei immer wieder einem preußischen Offizier namens Rudolph Harten in die Quere, der sie schließlich der Mittäterschaft verdächtigt. Der zielstrebige und distanzierte Premierleutnant des preußischen Ingenieur-Corps ist zwar von seinem Mitwirken am Bau der Festung Ehrenbreitstein besessen, besitzt zugleich aber gute Menschenkenntnis und einen messerscharfen Verstand. Schon bald fallen auch ihm einige Ungereimtheiten bei den angeblichen Beweisen gegen Christian Berger auf. Und letztendlich beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit – denn die Gerichtsverhandlung und die drohende standesrechtliche Erschießung des Beschuldigten stehen kurz bevor.

Maria W. Peter thematisiert in diesem mehr als sechshundert Seiten umfassenden, hervorragend recherchierten Roman die Geschichte des Rheinlands und der Festung Ehrenbreitstein. Die Handlung wird in zwei Zeitebenen erzählt, beginnend mit einem kurzen Prolog während der Schlacht von Belle-Alliance im Jahre 1815, die heute als Schlacht bei Waterloo bekannt ist. Der zweite Erzählstrang startet in Coblenz im Jahr 1822 mit der Verhaftung des Bruders der Protagonistin.

In einem äußerst einnehmenden Schreibstil und mit bildhaften Beschreibungen des wunderschönen Rhein- und Moseltals richtet sich der Fokus immer wieder auf den Bau der preußischen Feste Ehrenbreitstein als Symbol dieser neuen Zeit. Die Autorin versteht es zudem vortrefflich, die Konflikte und die Unruhe in der Bevölkerung darzustellen, als die Preußen nach zwei Jahrzehnten der französischen Besatzung die Herrschaft im Rheinland übernahmen. Glaubenskonflikte und die Sehnsucht vieler Rheinländer nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit auf Grundlage der Parole der Französischen Revolution sorgen für zusätzliche Unstimmigkeiten. Der Spionagefall und die drohende Verurteilung von Christian Berger bringen einen großen Spannungsbogen ins Buch, der bis zur finalen Aufklärung konstant aufrecht bleibt.

Die Charakterzeichnung der handelnden Figuren hat mir sehr gut gefallen. Sowohl Protagonisten, als auch Nebenfiguren werden vielschichtig dargestellt und punkten mit Authentizität. Franziska Berger weist für ein junges Mädchen gutbürgerlicher Herkunft erstaunliche Courage auf, die drohenden Konsequenzen einer Entdeckung halten sie jedoch nicht von ihrem oftmals wagemutigen Vorgehen ab. Im Armee-Ingenieur Rudolph Harten findet sie einen erbitterten Gegner, der ihrer Person und ihren Absichten zunächst tiefstes Misstrauen entgegenbringt. Die langsame Annäherung der beiden Protagonisten und die Beschreibung ihrer Gefühls- und Gedankenwelt ist Maria W. Peter vortrefflich gelungen. Man erlebt die persönliche Wandlung eines Offiziers, der seit jener Schicksalsschlacht im Jahr 1815 ein an Leib und Seele gebrochener Mann ist. Durch Franziska lernt Rudolph letztendlich, die Welt mit anderen Augen zu betrachten. Der hochrangige adelige Offizier Capitain von Rülow und seine Ehefrau Henriette sind ebenso wichtige Nebenfiguren wie der skrupellose Feldwebel Bäske und der schottische Künstler Alasdair McBaird. Während mir der warmherzige Maler mit dem rollenden Akzent auf Anhieb sympathisch war, fungierten der überhebliche und kaltblütige Bäske sowie Franziskas herzloser und cholerischer Onkel Hubert als Antagonisten. Und obgleich der französische Revolutionsoffizier und Franziskas Vater Lucien Berger bereits im Prolog sein Leben verwirkte, wuchs mir seine Person durch etliche Rückblenden noch nachträglich ans Herz. Einen nicht unerheblichen Beitrag für eine glaubwürdige Darstellung der handelnden Figuren bereitet auch die Einbindung der Dialekte –hervorheben möchte ich hierbei neben dem schottischen Maler Alasdair auch Onkel Hubert Kannegießer, sowie Rudolph Hartens frechen und direkten Burschen Fritz.

Die optische Aufmachung dieses Buches macht es zu einem richtigen Blickfang. Vor dem malerischen Panorama der beeindruckenden Feste Ehrenbreitstein steht eine elegant gekleidete junge Frau, deren Gesicht nur teilweise zu erkennen ist. Die farbliche Gestaltung und der elegante Schriftzug mit dem Buchtitel ziehen die Aufmerksamkeit des Betrachters automatisch auf die junge Protagonistin und diesen historischen Schauplatz. Eine Karte von Coblenz aus den 1820er Jahren mit den wichtigsten Schauplätzen der Handlung, das aus meiner Sicht unerlässliche Glossar sowie die beiden Personenregister (Figuren der Handlung und historische Persönlichkeiten) vervollständigen den herausragenden Gesamteindruck.

„Die Festung am Rhein“ ist eine Lektüre, die aus meiner Sicht keine Wünsche offenlässt. Akribisch recherchierte historische Fakten, überzeugende und vielschichtige Charaktere mit einer spannungsgeladenen Handlung sorgten für ein grandioses Abenteuer im Kopf. Dieses Buch hat mir ausgezeichnet gefallen und ich kann es jedem ans Herz legen, der tief in die Vergangenheit des Rheinlandes eintauchen und Geschichte hautnah erleben möchte.

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29 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Das geheime Turmzimmer

Laura Andersen , Susanne Keller
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.04.2019
ISBN 9783492313759
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die Dunkle Braut von Deeprath

Seine Recherchen zur keltischen Legende über die Dunkle Braut von Deeprath führten den viktorianischen Schriftsteller Evan Chase im Jahre 1879 nach Deeprath Castle. Die von den Normannen erbaute Burg in einem flachen Tal der Wicklow Mountains südlich von Dublin befand sich seit Jahrhunderten im Besitz der Familie Gallagher. Evan verliebt sich in Jenny, die Tochter des Burgherrn, kehrt jedoch knapp zwei Jahre später nach dem tragischen Tod seiner jungen Ehefrau als gebrochener Mann nach England zurück. Im Jahr 1991 wurden Cillian, der sechzehnte Viscount Gallagher und seine Ehefrau Lily tot aufgefunden. Ihre beiden Kinder Aidan und Kyla wuchsen bei ihrer Großtante Lady Nessa Gallagher auf. Nachdem die Burg zwanzig Jahre lang unbewohnt war, versammelt sich die Familie anlässlich einer bevorstehenden Übergabe des alten Gemäuers und engagiert die Amerikanerin Carragh Ryan als Archivarin. Carraghs lebhaftes Interesse gilt den umfangreichen und kostbaren literarischen Werken der Bibliothek, in erster Linie jedoch möchte sie alles über ihren favorisierten viktorianischen Schriftsteller Evan Chase in Erfahrung bringen. Carraghs Neugier, ihre direkte und unverblümte Art und ihre sprichwörtliche Hartnäckigkeit bringen die junge Frau jedoch in große Gefahr. Denn die Burg hütet Geheimisse, die um keinen Preis enthüllt werden sollen. Die anfangs angespannte Atmosphäre verschärft sich durch ungewöhnliche Vorfälle, die letztendlich in ein atemberaubendes Finale münden.

Laura Andersens Roman entführte mich in die wunderschöne Gegen der irischen Wicklow Mountains, wobei sie mich mit der bildhaften Beschreibung der rauen Schönheit dieser Landschaft und den außergewöhnlichen Schauplätzen rasch in ihren Bann zog. Auch das Innere der Burg, welches Merkmale verschiedener Epochen wie beispielsweise der Tudorzeit oder des Regency aufweist, wurde liebevoll und in allen Einzelheiten beschrieben. Eine besondere Faszination geht vom alten Brautturm aus, dem unheimlichen Aufenthaltsort der unglücklichen Jenny Gallagher. Die ehemals wohlhabende Klosterstadt Glendalough und die Kirche Saint Kevin übten ebenfalls großen Reiz auf mich aus. Das Geheimnis um die Dunkle Braut und die tragischen Schicksale der Gallaghers sind zentrale Themen dieser Handlung. In Form von Rückblenden und durch Tagebucheinträge taucht man tief in längst vergangene Zeiten ein und kommt dem Rätsel nach und nach auf die Spur.

Die handelnden Figuren dieses Buches wirken authentisch, ihre Charakterzeichnung ist von liebevollen Details geprägt, die Spannung zwischen den Familienmitgliedern sorgt für emotionsgeladene Szenen. Lady Nessa Gallagher wird als gefühlskaltes, matriarchalisches Familienoberhaupt dargestellt, eine stolze, distinguierte alte Dame, die sich ihrer vornehmen Herkunft bewusst ist. Ihr attraktiver Großneffe Viscount Aidan Gallagher scheint selbstbeherrscht und weist tadellose Manieren auf. Lediglich im Umgang mit seiner schwierigen Schwester Kyla sowie seiner Großtante Lady Nessa Gallagher wandelt sich Aidans umgängliche Fassade in kalte Arroganz, es herrscht ein frostiges Klima.

Durch zahlreiche Rückblenden erfährt man Einzelheiten über die seelisch unausgeglichene Schönheit Jenny Gallagher und ihren Ehemann Evan Chase. Sibéal McKenna wird als Inspector der Garda in Dublin, Abteilung für ungeklärte Verbrechen, mit dem rätselhaften Todesfall von Aidans und Kylas Eltern Lily und Cillian Gallagher betraut. Die attraktive Irin besitzt einen guten Instinkt und eine ausgezeichnete Menschenkenntnis, ihr obliegt es, nach beinahe zwei Jahrzehnten diesen Mordfall neu aufzurollen. In Carragh Ryan findet man eine hübsche junge Halbchinesin, deren große Liebe der englischen Literatur gehört. Mit ihrer unverblümten, dickköpfigen und neugierigen Art lässt sie sich nicht von ihren Nachforschungen inmitten der feindseligen Atmosphäre auf der Burg abschrecken. Durch zahlreiche und zum Teil sehr sympathische Nebenfiguren versteht Laura Andersen es, die Handlung darüber hinaus zu bereichern. Sibéals Vorgesetzter, Superintendent O’Neill, die freundliche und herzliche Haushälterin Mrs. Bell und der fröhliche Ryan-Clan waren mir auf Anhieb sympathisch. Kyla Gallaghers Ehemann Philip Grant hingegen würde ich als meinen ganz persönlichen Antagonisten bezeichnen.

Die Autorin besitzt einen flüssigen und einnehmenden Schreibstil. Durch die ungelösten Todesfälle der Familie Gallagher und die unerklärlichen Vorfälle entstand ein Spannungsbogen, der bis zur letzten Seite aufrechterhalten wurde. Die mit detaillierten Zeitangaben versehenen wichtigsten Fakten über Jenny Gallagher und Evan Chase vom Mai 1879 bis zum März 1882, sowie jene über Cillian und Lily Gallagher im Jahr 1992 sind aus meiner Sicht ein unerlässlicher Einstieg in diese Geschichte, deren Lektüre mit den Sprüngen in den verschiedenen Jahrhunderten und den zahlreichen handelnden Figuren Konzentration und Aufmerksamkeit erfordert. Laura Andersen vermochte ihren Spannungsbogen stets hoch zu halten, was den Leser unweigerlich dazu bringt, in atemloser Erwartungshaltung immer weiter zu lesen und das Buch nicht mehr aus der Hand zu legen.

„Das geheime Turmzimmer“ ist eine imposante und geheimnisumwobene Familiengeschichte, die mich sehr gut unterhalten und mir ausgezeichnet gefallen hat. In diesem Buch werden Einblicke in verschiedene Generationen der Gallaghers gewährt, lange zurückliegende Todesfälle endlich aufgeklärt und die atemberaubende irische Landschaft mit ihren Sehenswürdigkeiten in die Handlung verwoben. Liebevoll gezeichnete Charaktere und ein Hauch Mystik vervollständigen diese Lektüre, die ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Sommerzauber auf der kleinen Insel

Barbara Erlenkamp
Sonstige Formate: 283 Seiten
Erschienen bei beHEARTBEAT, 29.04.2019
ISBN 9783732558926
Genre: Liebesromane

Rezension:

Familie ist die Heimat des Herzens

Britta Hoffmann lebt in Frankfurt und arbeitet für eine Consulting-Agentur. Ihr Vorgesetzter betraut seine fähigste Angestellte nicht zuletzt aufgrund ihrer perfekten Dänisch Kenntnisse mit einem Projekt auf der Insel Læsø. Für Recherchen vor Ort und ein Treffen mit den Zuständigen reist Britta mit ihrem Kollegen Daniel Bitterfeld nach Dänemark. Kurz nach ihrer Ankunft steht Britta in der hübschen Dänin Ida Rasmussen plötzlich ihrem Ebenbild gegenüber. Ida weist nicht nur optisch, sondern auch in ihrer Mimik und Gestik unglaubliche Ähnlichkeit mit der jungen Deutschen auf. Idas Vater Mads Rasmussen bringt schließlich Licht ins Dunkel und ist außer sich vor Freude über diese Tochter, von der er bislang nichts geahnt hatte. Auch Britta ist fassungslos. Sie kann die Beweggründe ihrer Mutter nicht nachvollziehen, die sie dreißig Jahre lang in dem Glauben ließ, ihr dänischer Vater sei bereits vor ihrer Geburt ums Leben gekommen. Britta wird von ihrer Schwester Ida und dem Rest der dänischen Verwandtschaft mit offenen Armen und großer Herzlichkeit aufgenommen. Doch ihre neu entdeckten Familienangehörigen ahnen nicht, dass sie jene Firma vertritt, welche die Idylle und die Ruhe auf der Insel durch ein groß angelegtes Ferienpark-Projekt zu zerstören droht.

Das malerische Coverfoto dieser Neuerscheinung aus der Feder des Ehepaares Christine und Andreas J. Schulte, das unter dem Pseudonym Barbara Erlenkamp schreibt, verspricht eine romantische Geschichte vor einer malerischen Kulisse. Der einnehmende und locker-leichte Schreibstil mit der kleinen Prise Humor hat mir ebenso gefallen wie die liebenswerten Charaktere dieses Buches. Die Protagonistin Britta wird als ehrgeizige Karrierefrau beschrieben, der durch ihre Kompetenz und ihren großen Einsatz für die Firma ein Platz in der Führungsetage winkt. Ihre unerfüllte Sehnsucht nach einem Vater und die Veränderung ihrer persönlichen Prioritäten während ihres Aufenthalts in Læsø wurden überzeugend dargestellt. Brittas dänische Verwandtschaft ist fröhlich, überschwänglich und liebenswert. Besonders Oma Anne hat große Sympathiepunkte bei mir gesammelt. Die rüstige und vor Elan sprühende Seniorin mit ihrer herzlichen Art und dem unerschütterlichen Optimismus avancierte rasch zu meiner favorisierten Nebenfigur dieser Handlung. Daniel, der faule und intrigante Kollege Brittas sowie der windige Geschäftspartner Andy Wilson waren meine ganz persönlichen Antagonisten in diesem Buch, zu Brittas Mutter Charlotte Hoffmann und zum attraktiven Tischler Jan Ole Kramer fand ich hingegen keinen richtigen Zugang.

„Sommerzauber auf der kleinen Insel“ war mein erstes Buch von Barbara Erlenkamp und sowohl Klappentext, als auch Leseprobe haben nicht zu viel versprochen. Diese charmante und locker-leichte Sommerlektüre mit der überraschenden Familienzusammenführung und einer gefühlvollen Liebesgeschichte hat mir sehr gut gefallen und mich ausgezeichnet unterhalten. Es ist ein Roman zum Träumen, der dazu anregt, die eigenen Prioritäten neu zu überdenken und sich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu besinnen.

Ich kann diesen wunderschönen Wohlfühlroman jedem ans Herz legen, der sich gedanklich zu einer kleinen Auszeit auf die dänische Insel Læsø begeben und in die Geschichte der Familie Rasmussen eintauchen möchte.


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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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FONTANE to go

Theodor Fontane , Till Reichardt
Flexibler Einband: 96 Seiten
Erschienen bei Neues Leben, 05.04.2019
ISBN 9783355018784
Genre: Sachbücher

Rezension:

Fontane im handlichen Kleinformat

In der aktuellen „to-go-Reihe“ präsentiert die Eulenspiegel Verlagsgruppe kleine, wenige Seiten zählende Wissensschätze im handlichen Format von etwa 10 x 15 cm. Diese kleinen Reisebegleiter beinhalten Zitate und Auszüge aus Werken bekannter Persönlichkeiten, wie beispielsweise Johann Wolfgang von Goethe, Sigmund Freud, Martin Luther, Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Karl Marx, Kurt Tucholsky, Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, Alexander von Humboldt, Ernesto Che Guevara, Bertolt Brecht, Willy Brandt, Heinrich Heine – und Theodor Fontane.

Das vorliegende Buch erhielt den treffenden Untertitel „Heitere Worte von Theodor Fontane“ und bietet dem interessierten Leser eine Fülle von Zitaten, Gedichten, Auszüge aus Reiseberichten der Wanderungen durch die Mark Brandenburg sowie aus seinem Roman Effi Briest und auch aus Fontanes schriftlicher Korrespondenz. Man liest Passagen aus Briefen, die unter anderem an Emilie Fontane, Fontanes Tochter Mete, Frau Jenny Treibel, Bernhard von Lepel, Paul Heyse, Karl Bleibtreu, Georg Friedlaender sowie viele weitere Personen gerichtet sind.

Zwar wurde der Inhalt vorwiegend in sehr kleinen Lettern dargestellt, viele einseitige und in Großdruck abgebildete Aussagen des Dichters sorgen jedoch für eine gefällige Abwechslung. Zu jedem Zitat und zu jedem aus einem Werk oder aus einem Briefwechsel stammenden Auszug wurde die Quelle bzw. der entsprechenden Namen der Korrespondenzpartner genannt. Die optische Aufmachung dieses Buches hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Sämtliche Ausgaben der „to-go-Reihe“ weisen eine einheitliche Gestaltung des Covers auf, wobei auf jeweils einem einfärbigen Hintergrund ein Portrait sowie der Nachname des Autors in sehr großen Lettern abgebildet wurde. Ein kleiner roter Stempel mit den Worten „to go“ vervollständigt das ansprechende Gesamtbild. Ich bedauerte es lediglich, keinen Auszug aus dem Lebenslauf oder eine kleine Lebensbeschreibung zum Autor in diesem Buch gefunden zu haben.

Fazit: „Fontane to go“ stellt sowohl für Einsteiger, als auch für Menschen, die Fontanes Werke bereits kennen und schätzen, einen praktischen Begleiter dar, der bequem auch in kleinen Handtaschen Platz findet. Fontane starb am 20. September 1898 in Berlin, doch seine Gedanken zu den Themen Familie, Ehe, Glück und vielen anderen Dingen, die Menschen beschäftigen, sind nach wie vor aktuell.

„Fontane to go“ hat mir sehr gut gefallen und wird auch meine eigene Korrespondenz zukünftig bereichern – bestimmte Zitate und Auszüge bieten sich perfekt für die Verwendung in handgeschriebenen Glückwunschkarten an.

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99 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

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Mein Leben als Sonntagskind

Judith Visser
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 02.05.2019
ISBN 9783959673198
Genre: Romane

Rezension:

Sie ist nun mal, wie sie ist.

„Ich war das stille Wesen mit dem durchdringenden Blick, das Kind, das lieber mit einem Hund zusammen war, als mit anderen Menschen.“

Jasmijn Vink ist an einem Sonntag geboren und anders als die Kinder in ihrem Alter. Obgleich sie bereits mit drei Jahren nichts lieber tat, als in Büchern zu schmökern, ist sie hinsichtlich sozialer Kontakte unbeholfen. Sie spricht ausschließlich mit ihren Eltern, ihrem Bruder Emiel und ihren Großeltern. So lange sie sich in ihrem geschützten Umfeld zu Hause befindet, ist Jasmijn glücklich. Doch mit dem Eintritt in die Vorschule begannen die Schwierigkeiten, sich in einer schier erdrückenden Welt der Reize – Licht, Lärm, und Gerüche – zurechtzufinden. Lehrerschaft und Mitschüler reagieren überwiegend mit Unverständnis auf dieses stille Mädchen, das sich im Unterricht wie ein Vogel im Käfig fühlt, so gut wie niemals spricht und die Pausen lieber an einem abgeschiedenen stillen Ort mit einem Buch verbringt.

„Ich bin kein Schaf. Ich gehöre nicht in eine Herde. Warum darf ich nicht ein einziges Mal meinen eigenen Weg gehen?“

Dieser autobiographische Roman von Judith Visser ist in den Niederlanden bereits ein prämierter Bestseller. Das Buch thematisiert die Kindheit und Jugend eines Mädchens mit dem Asperger-Syndrom. Die tiefen Einblicke, die sie in die Gefühls- und Gedankenwelt ihrer Protagonistin gewährt, sind faszinierend und werden eindrucksvoll und mit einer unglaublichen Authentizität vermittelt. Man merkt, dass die Autorin ganz genau weiß, wovon sie schreibt.

Die Handlung dieses über sechshundert Seiten zählenden Werkes umfasst zwar lediglich den Zeitraum von 1997 – 1999, die Rückblenden erzählen jedoch die Lebensgeschichte des jungen Mädchens von ihrem vierten bis zum neunzehnten Lebensjahr. Ein Mädchen, das erst mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter zu einer Diagnose fand und ihre Einzigartigkeit fortan auch erstmals benennen kann.

Als Hauptfigur dieses Romans fungiert die Ich-Erzählerin Jasmijn, die stets im Zentrum des Geschehens steht. In einem wundervollen Schreibstil und mit beinahe akribischen Beschreibungen von Emotionen und Handlungen darf man Jasmijns Sicht auf die Welt sowie ihr gesamtes soziales Umfeld hautnah miterleben. Man erfährt, weshalb sie bestimmte Dinge nicht ertragen kann, und wie sie lernt, eine drohende Reizüberflutung rechtzeitig abzuwenden. Sie erzählt von ihrem Festhalten an der Logik, den komplexen Gedankengängen und ihrer Beschäftigung mit Dingen, an die andere nicht einmal denken, während sie zugleich unfähig scheint, verbal mit anderen Menschen zu kommunizieren. Mit fortschreitendem Alter bemüht Jasmijn sich immer mehr, ihr Verhalten an jenes der anderen anzupassen, muss dabei aber auch so manches Scheitern in Kauf nehmen. Von ihren Eltern Paulien und Wim Vink sowie ihren Großeltern erfährt sie liebevolle und vorbehaltslose Annahme. Das Elternhaus ist Jasmijns Rückzugsort, wo sie Erlebtes gedanklich und emotional verarbeitet kann und wo niemand ihr Verhalten in Frage stellt. Im Zuge ihres Heranwachsens tauchen verschiedene Mitschüler, Lehrkräfte und Verwandte als Nebenfiguren auf, die für Jasmijn eine große Herausforderung darstellen. Im Umgang mit ihnen muss sie sich sozialen Kontakten mit anderen Menschen stellen, aus sich herausgehen und letztendlich über sich selbst hinauswachsen. Es fiel mir ehrlich gesagt sehr schwer, mich nach der letzten Buchseite von dieser außergewöhnlichen jungen Frau verabschieden zu müssen, ich hätte gerne noch viel mehr über Jasmijn gelesen.

Fazit: „Mein Leben als Sonntagskind“ überzeugt durch ein hoch interessantes Thema und eine außergewöhnliche und hervorragend gezeichnete Protagonistin. Ich empfand die Einblicke in die Welt eines Menschen mit Asperger-Syndrom sowie die Darstellung ihrer Gefühls- und Gedankenwelt als unglaublich bereichernd. Dieses Buch stellte ein sehr intensives Lesehighlight der ganz besonderen Art dar und ist für mich die bislang beste und faszinierendste Lektüre zum Thema Autismus. Ich kann dieses beeindruckende Werk jedem ans Herz legen, der sich mit dieser Thematik auseinandersetzen und die Welt aus der Sicht einer Betroffenen erleben möchte.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Das Wispern der Schmetterlinge

Susanna Ernst
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.08.2019
ISBN 9783426523902
Genre: Liebesromane

Rezension:

Bei manchen Dingen gibt es kein Zurück mehr

Ava Barret, die große Liebe des Protagonisten Pacey Morgan, ist tot, gestorben durch seine Schuld. Bereits der Prolog dieser Neuerscheinung konfrontiert den Leser mit diesem tragischen Schicksal, das Pacey mit einer schier unerträglichen Last und immer wiederkehrenden Albträumen zurückgelassen hat. Pacey vermisst die Liebe seines Lebens schmerzhaft, er schafft es nur mit großer Mühe, die Tage ohne sie durchzustehen. Auf Anraten seiner Therapeutin entschließt sich der Journalist zu einem kurzen Ortswechsel. Auf der Insel Madeira angekommen stellt er jedoch rasch fest, dass es ihm dabei nicht gelungen ist, seinen Kummer und seine Schuldgefühle in Amerika zurückzulassen. Unvermutet blickt er beim Besuch des hoteleigenen Frisiersalons schockiert und vollkommen aus der Fassung gebracht in Avas wunderschöne dunkle Augen.

Maria Medina Alves ist Ava wie aus dem Gesicht geschnitten, sie spricht mit derselben Stimme, zeigt die gleiche Mimik und hat dasselbe markante Lachen. Einzig ein winziges Muttermal auf dem rechten Augenlid überzeugt Pacey davon, dass er keinen Wunschträumen erlegen ist oder gar Avas Geist vor sich hat. Maria indes ist verunsichert durch das eigenartige Verhalten ihres Kunden. Die alleinerziehende Mutter eines aufgeweckten kleinen Jungen erklärt sich jedoch nach anfänglichem Zögern bereit, einige Fragen des amerikanischen Berichterstatters zu beantworten. Pacey ist sich rasch sicher, durch einen unglaublichen Zufall die eineiige Zwillingsschwester Avas gefunden zu haben. Eine Nachricht aus Amerika versetzt ihn jedoch erneut in einen Schockzustand…

Susanna Ernst schafft es immer wieder, mich mit ihren emotionsgeladenen Romanen tief zu berühren. Die vorliegende Geschichte erzählt von einer großen Liebe, die tragisch endete. Und sie erzählt von Schuldgefühlen, die weit über den Tod des geliebten Partners hinaus reichen. In Pacey präsentiert die Autorin einen sympathischen Protagonisten. Durch Rückblenden in die Vergangenheit in Form von Avas Hörtagebücher erhält man die Möglichkeit, Ava Barret ebenfalls näher kennenzulernen. Freimütig sprach sie von Kindheitstagen an ihre Gedanken und Gefühle auf Band – nach ihrem Unfall ein kostbares Geschenk für Pacey. Maria ist neben Pacey und Ava die dritte Hauptfigur dieses Buches. Auch ihre Vergangenheit wird im Zuge der Gespräche mit Pacey nach und nach aufgerollt. Die Autorin beschränkt sich auf einige wenige Nebenfiguren aus Paceys, Avas und Marias Umfeld. Einzig die Figur von Paceys bestem Freund Ryan Barret enttäuschte mich durch eine derbe, unflätige Sprache und zahlreiche Kraftausdrücke – ein Faktor, den ich von den bisher gelesenen Büchern der Autorin nicht gewohnt bin.

Dem flüssigen und einnehmenden Schreibstil der Autorin ist es geschuldet, dass man sich vom ersten Augenblick an in die Handlung hineinversetzen kann. Susanna Ernst ist eine Autorin, die den unliebsamen Schreibstil „Präsens“ favorisiert. Dennoch schafft sie es mit ihren zutiefst berührenden Geschichten immer wieder aufs Neue, mich mit den großen Emotionen ihrer Bücher zu überzeugen.

Fazit: Mit „Das Wispern der Schmetterlinge“ hat Susanna Ernst es durch liebevoll gezeichnete Protagonisten und einem gefühlvollen Plot erneut geschafft, sich direkt in mein Herz zu schreiben. Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen wurde zu einem pageturner, den ich schlichtweg nicht mehr aus der Hand zu legen vermochte. Die Worte der Autorin haben mich bewegt, betroffen gemacht, und letztendlich zu Tränen gerührt – und ich empfand besonders die letzten Seiten als einen bittersüßen Abschluss.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Der Duft von Gras nach dem Regen

Patrick Jacquemin , Anne Braun
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 02.05.2019
ISBN 9783959672795
Genre: Romane

Rezension:

Wie habe ich vergessen können, dass das Paradies so nah ist?

Annabelle Dumas ist eine erfolgreiche, von ihrer Arbeit besessene Karrierefrau. Als Gründerin einer Bank vernachlässigte sie zugunsten ihres fordernden Berufes sowohl ihren Ehemann Francois, als auch ihre achtjährige Tochter Léna. Eine Scheidung und ein geteiltes Sorgerecht sind die Folgen ihres leistungsorientierten Lebens. Annabelle leidet an Schlafstörungen, fühlt sich verloren und stellt ihr Leben infrage. Kurz vor dem drohenden Burn-out beschließt sie, einige Tage auf dem Land zu verbringen. Sie trifft auf einen siebzigjährigen archaisch lebenden Einzelgänger namens Georges Lesage, der ein ungewöhnliches Leben führt. Anabelle fühlt sich mehr und mehr zu diesem einfachen und stillen Dasein hingezogen und beneidet den alten Mann um seinen Seelenfrieden. Die Natur ist das Lebenselixier von George, ebenso wie die Welt der Bücher, in die er sich leidenschaftlich vertieft. Obgleich er sehr gebildet, einfühlsam und galant ist, zieht er das Leben abseits anderer Menschen vor. Doch Georges besitzt eine außergewöhnliche Gabe, die – wie sich nach und nach herausstellt – auch in Annabelle schlummert. Die faszinierende Zufallsbekanntschaft mit George stellt Annabelles Leben völlig auf den Kopf. Sie hinterfragt ihre bisherigen Lebensziele und führt sich endlich die wirklich wichtigen Dinge vor Augen.

Patrick Jacquemin stellt im vorliegenden Roman zwei völlig konträre Welten gegenüber. Seine lebhafte, charmante und äußerst zielstrebige Protagonistin Annabelle versinnbildlicht das hektische, nach finanzieller Sicherheit, Geld und Macht strebende Denken und Handeln der modernen Zeit. Im Gegensatz dazu lebt George in ruhigem Einklang mit der Natur, verzichtet gerne auf die neuen technischen Errungenschaften und geht achtsam mit seinem Land, der Tier- und Pflanzenwelt um.

Der Autor wartet mit sehr gut charakterisierten handelnden Figuren auf, beschränkt sich hierbei jedoch auf die beiden Protagonisten. Etwaige Nebenfiguren tauchen lediglich in Form von kurzen Erwähnungen auf und spielen kaum eine Rolle in diesem Buch. Dialoge mit der Natur und die Gedankenwelt der beiden Hauptfiguren wurde kursiv dargestellt, viele Lebensweisheiten in die Handlung eingebaut. Dennoch vermochte der Autor mich nicht ganz von seiner Geschichte zu überzeugen. Der atemberaubenden Schönheit der Natur wurde beispielsweise durch die akribische und bildhafte Beschreibung von Blumenwiesen oder ruhigen, meditativen Begegnungen mit Bäumen Ausdruck verliehen.

Trotzdem fehlte mir bei diesem Buch etwas, das ich nicht wirklich zu benennen vermag. Ich konnte keine richtige Sympathie für Annabelle und George aufbringen, sie bezogen mich emotional nicht genügend ein. Dies könnte vielleicht auch der Kürze dieser Geschichte von nur etwas über einhundert Seiten (E-Book) geschuldet sein. Auch das Ende, auf das ich aufgrund etwaiger Spoiler nicht näher eingehen möchte, empfand ich als zu rasch herbeigeführt und wenig zufriedenstellend, es war für mich ebenfalls nicht ganz zufriedenstellen.

„Der Duft von Gras nach dem Regen“ ist eine durchaus lesenswerte Geschichte, die den Fokus auf die Verbundenheit mit der Natur lenkt. In einem einnehmenden Sprachstil lässt Patrick Jacquemin das Leben und das Umfeld seines Protagonisten Georges Lesage bildhaft vor den Augen des Lesers erscheinen, auch die eingebauten Lebensweisheiten fand ich zum Teil bereichernd.

Mit gemischten Gefühlen möchte ich daher eine etwas eingeschränkte Leseempfehlung und drei Bewertungspunkte für dieses Buch vergeben.

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55 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Als Grace verschwand

Kathryn Croft , Eva Riekert
Fester Einband: 362 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 12.04.2019
ISBN 9783352009303
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wo bist du, Grace? Und wer bist du?

„Sie müssen mir helfen, Simone. Ich glaube, dass ich Ihre Tochter bin, und Sie müssen mir helfen herauszufinden, was mit mir passiert ist.“

Das Auftauchen einer jungen Frau mit langem schwarzem Haar lässt in Simone Porter alte Wunden aufreißen. Vor achtzehn Jahren wurde ihre sechs Monate alte Tochter Helena während einer Spazierfahrt im Park entführt und blieb fortan spurlos verschwunden. Simones Bemühungen, diesen unfassbaren Schicksalsschlag zu verarbeiten und irgendwie weitermachen zu können, scheinen auf einem Schlag zunichte gemacht. Denn die junge Frau übergibt Simone einen Beweis für ihre Identität, den sie nicht so einfach ignorieren kann. Doch kurze Zeit später erscheint Grace nicht wie vereinbart bei Simone – ihre vermeintliche Tochter ist erneut verschwunden. Simone wendet ihre ganze Energie auf, um endlich die Wahrheit herauszufinden. Dabei stößt sie jedoch auf unvorstellbar grausame Tatsachen, die sie selber in Lebensgefahr bringen.
Diese Neuerscheinung aus der Feder von Kathryn Croft weckte aufgrund der interessanten Thematik mein Interesse. Ein lange zurückliegender Entführungsfall, und die Hoffnung, die vermisste Tochter wieder in die Arme zu schließen, erzeugten große Erwartungshaltung. Mein Wunsch, an der Seite der Protagonistin die Wahrheit über Helenas Verbleib herauszufinden, ließ mich sogar die Tatsache akzeptieren, dass die Autorin ihre Geschichte im Präsens erzählt, ein Schreibstil, den ich ansonsten ablehne. Dennoch gestaltete sich bereits der Einstieg ins Buch als äußerst spannend. Die Autorin baut rasch einen Spannungsbogen auf, der schließlich in einem rasanten Finale endet. Das Buch besteht aus zwei Handlungssträngen. Während der erste sich mit dem Entführungsfall und der Geschichte von Simone und Matthew Porter befasst, liegt der Fokus im zweiten Teil auf die zum Teil sehr detaillierte Beschreibung sadistischer Störungen und sexuell motivierter Morde. Es folgen grauenhafte Szenen brutaler Vergewaltigungen wehrloser Frauen mit tödlichem Ausgang, die dieses Buch zu einer deprimierenden und erschütternden Lektüre machen.

Die handelnden Figuren sind zwar gut ausgearbeitet, vermochten es jedoch nicht ganz, mich zu überzeugen. Simone Porter wird als eine aktive und erfolgreiche TV-Producerin dargestellt, die ihren Mann Matthew, einen praktischen Arzt mit eigener Praxis, sehr zugetan ist. Sowohl für Matthew, als auch für Simone steht nach dem Verschwinden ihres Babys die berufliche Pflicht an erster Stelle. Von Grace Rhodes, der eigentlichen Protagonistin dieses Buches, hätte ich gerne mehr erfahren. Sie wird nur oberflächlich gezeichnet und ich hatte bis zuletzt das Gefühl, sie trotz einiger Rückblenden gar nicht wirklich kennengelernt zu haben. Als interessante Nebenfiguren würde ich auf jeden Fall Virginia „Ginny“ Rhodes und Simones Arbeitskollegen Abbot Jackson bezeichnen. Die beiden werden in Simones Ermittlungstätigkeit involviert und waren für mich Sympathieträger. Die hübsche Charlotte Bray blieb mir lange ein Rätsel, und hinsichtlich Miriam Porter bedauerte ich es ganz besonders, dass sie lediglich eine winzige Nebenrolle im Geschehen innehatte.

Fazit: „Als Grace verschwand“ war eine Lektüre, die sehr widersprüchliche Emotionen in mir erzeugte. Einerseits hat mir der Entführungsfall um Helena Porter mit dem großen Spannungsfaktor und dem völlig überraschenden Ausgang sehr gut gefallen. Den zweiten Handlungsstrang mit den perversen sexuell motivierten Gräueltaten und den derben Ausdrücken hätte ich mir jedoch gerne erspart. Da es zu meinem Bedauern nicht möglich ist, diese beiden Teile unabhängig voneinander zu beurteilen, kann ich für dieses Buch nur eine eingeschränkte Leseempfehlung aussprechen.

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22 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Wo der Tag beginnt

Sarah Lark , Tina Dreher
Fester Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.04.2019
ISBN 9783785726433
Genre: Historische Romane

Rezension:

Wo du hingehst, da will auch ich hingehen

Die tatkräftige und hübsche Bäckerstochter Ruth Helwig fällt aus allen Wolken, als sie von den Plänen ihres Freundes David Mühlen erfährt. Anstatt Ruth endlich den ersehnten Heiratsantrag zu machen und die elterliche Schmiede zu übernehmen, schloss der tief gläubige junge Mann sich einigen Gleichgesinnten an, die im Zuge der Goßner-Mission ausziehen und das Evangelium unter den Maori und Moriori verkünden möchten. Die vier enthusiastischen jungen Deutschen werden jedoch rasch mit der grausamen Realität konfrontiert, als es auf den Chatham-Inseln zu einer blutigen Invasion kommt. Ein Großteil der ansässigen Moriori wird brutal ermordet, die Überlebenden von kriegerischen Maori versklavt. Auch die zierliche Häuptlingstochter der Moriori namens Kimi te Whangaroa wird gefangengenommen. Ihre exzellenten Sprachkenntnisse sind für die Maori unentbehrlich, und ihre Ausbildung als „tohunga ahurewa“ macht Kimi zu einer Hoffnungsträgerin für ihre unterdrückten Stammesgeschwister. Erst als Ruth beschließt, ihrem geliebten David zu folgen und mit zwei weiteren Krankenschwestern auf Chatham Island eintrifft, verändert sich das Leben auf der eroberten Insel zum Besseren. Ruths Diplomatie und das unerschrockene Vorgehen ihrer beiden Begleiterinnen beeindrucken nicht nur die fünf Brüder im Glauben, sondern auch die kampfeslustigen Maorikrieger. Doch die Unruhe unter den Maori-Stämmen verheißt nichts Gutes. Eine Provokation des Maori-Häuptlings Hone Heke führt zu einer Eskalation mit schrecklichen Folgen, und niemand ist sich seines Lebens mehr sicher.

Sarah Lark erzählt in diesem imposanten Roman die Geschichte der Moriori, die auf den Chatham-Inseln im Südpazifik lebten. Ihr Aussehen und ihre spezielle Kultur unterschieden sie von den Maori, sie lebten im Einklang mit der Natur und ihren Göttern, waren gastfreundlich und sehr friedliebend. „Nunukus Gesetz“ untersagte dem Stamm zu töten und gebietet, Frieden um jeden Preis zu halten.

Die Autorin beschreibt in eindringlichen Worten die Invasion durch die Maori, das grauenhafte Massaker an den friedlichen Moriori und das elende Sklavendasein der wenigen Überlebenden. Durch hervorragend charakterisierte handelnde Figuren erhält man einen facettenreichen Einblick in das Leben dieses Volkes, erfährt von ihrem Alltag und ihren Bräuchen. Die Tochter des Moriori-Häuptlings namens Kimi te Whangaroa ist eine der Protagonistinnen dieses Buches. Gespannt darf man das Schicksal des Moriori-Mädchens von ihrem vierzehnten Lebensjahr beginnend verfolgen, erlebt hautnah die Auslöschung ihres Stammes und die Ankunft der weißen Missionare mit. In Ruth Helwig findet man die zweite Protagonistin dieses Buches, die Kimi mit ihrem starken Charakter und stillen Würde in nichts nachsteht. Ruth kämpft um die Liebe eines Mannes, und weiß dabei genau, dass der Weg zu seinem Herzen ausschließlich über den Glauben führt. Ihr Aufbruch in eine völlig ungewisse Zukunft zeugt von Ruths Stärke, das Schicksal formt sie im Verlauf dieser Geschichte zu einer unerschütterlichen und mutigen Frau, die ihr Leben selbst in die Hand nimmt. David Mühlen und Brandon Halloran, die Männer an der Seite dieser imponierenden Frauen, könnten jedoch charakterlich nicht unterschiedlicher sein. Während Brandon alles versucht, um Kimi zu beschützen, bleibt David ein lebensuntüchtiger Träumer. Er stellt seine Liebe zu Gott über alles andere, verliert jedoch dabei die Realität völlig aus den Augen.

Sarah Lark hat ihre Hauptfiguren mit einer beeindruckenden Authentizität ausgestattet. Die gleiche Aufmerksamkeit wird jedoch auch den zahlreichen Nebenfiguren dieses Buches zuteil, die ich allesamt hervorragend charakterisiert empfand. Liebenswürdige Unterstützer und Helfer, aber auch harte und grausame Figuren machen dieses Buch zu einem faszinierenden Abenteuer, das dem Leser an einigen Stellen regelrecht den Atem anhalten lässt. Die Autorin beschönigt das tragische Schicksal des Moriori-Stammes in keiner Weise, und schreckt auch nicht vor bildhaften Beschreibungen im Zuge der Invasion zurück. Das harte Leben der Menschen in dieser unwirtlichen Gegend, die Konflikte zwischen den Weißen – „pakeha“ und den verschiedenen Maori-Stämmen sowie die Geschichte der Goßner-Mission sind zentrale Themen dieses Buches.

Die Autorin präsentiert mit „Wo der Tag beginnt“ einen Roman mit großer Sogwirkung, der durch einen wundervollen und sehr flüssigen Schreibstil, eine interessante Thematik und große Emotionen besticht. Ich möchte dieses Buch jedem ans Herz legen, der historische Fakten in Romanform lesen und Geschichte hautnah miterleben möchte. Die Moriori als Ureinwohner der Chatham-Inseln waren mir bis zu dieser Lektüre gänzlich unbekannt. Sarah Lark hat dies jedoch geändert. Ich wurde nicht nur ausgezeichnet unterhalten, sondern erfuhr – ganz nebenbei – eine Menge über die deutschen Laien-Missionare, die im Zuge der protestantischen Gossner Mission auf die Chatham Inseln kamen, über die Invasion der kriegerischen Maori im Jahr 1835, die beinahe zur Auslöschung der Moriori führte, sowie den neuseeländischen Maori-Häuptling und Auslöser des Fahnenmast-Krieges Hone Heke.

Genauso sollte man Geschichte erleben dürfen – interessant, unterhaltsam, mit Abenteuer und großen Emotionen verbunden. Fünf Bewertungssterne für dieses beeindruckende und fesselnde Buch!

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56 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

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Dunmor Castle - Das Licht im Dunkeln

Kathryn Taylor
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.04.2019
ISBN 9783404178148
Genre: Liebesromane

Rezension:

Das Geheimnis um Dunmor Castle

Alexandra „Lexie“ Cavendish arbeitet als Innenarchitektin bei Howard Enterprises und wird von ihrem Vorgesetzten Andrew Howard nach Dunmor Castle beordert. Der Immobilienspekulant plant, die Burg nach dem Kauf zu einem Luxushotel umzubauen und gewinnbringend weiterzuverkaufen. Als Lexie im Zuge eines ihrer schrecklichen Albträume wieder einmal schlafwandelt, wird sie beinahe von einem schwarzen BMW überrollt. Der attraktive Fahrer mit dem schwarzen Haar und den intensiven blauen Augen stellt sich jedoch als schärfster Konkurrent von Lexies Vorgesetztem heraus. Grayson Fitzgerald ist erfolgreicher New Yorker Immobilienspekulant sowie Chef und Gründer der Fitzgerald Holding. Lexies Auftauchen stört seine eigenen Interessen und seine anfangs fürsorgliche und charmante Art wandelt sich rasch zu Abneigung und kaum verhohlenen Groll. Grayson möchte als Sohn des Burgbesitzers mit aller Macht verhindern, dass der Familienbesitz in fremde Hände gelangt. Darüber hinaus scheint der gesamte Ort Kenntnisse über Lexies Mutter zu besitzen, von denen sie selber bislang nichts ahnte. Nach und nach erfährt sie Einzelheiten, begegnet aber in erster Linie Misstrauen und Ablehnung. Dunmor Castle umgibt ein großes Geheimnis, welches zu wahren sich die gesamte Bevölkerung scheinbar verschworen hat.

Kathryn Taylor erzählt im vorliegenden Roman die Geschichte eines jungen Mädchens, das in Pflegefamilien und Heimen aufgewachsen ist und so gut wie nichts über ihre Herkunft weiß. Erst Lexies Ankunft in Cerigh lässt nach und nach Erinnerungsfragmente an die Oberfläche kommen, doch die Einwohner sind nur widerwillig bereit, Einzelheiten preiszugeben. Durch das große Geheimnis um die Vergangenheit von Lexie und ihrer Mutter entsteht im Buch ein gewisser Spannungsbogen, der bis zuletzt aufrecht gehalten wird und in einen brandgefährlichen und adrenalingeladenen Cliffhanger mündet.

Kathryn Taylors einnehmender Schreibstil und die lebendige Charakterzeichnung ihrer handelnden Figuren haben mir ausnehmend gut gefallen. Durch Anmerkungen und geschickte Hinweise weckt die Autorin immer wieder die Neugier des Lesers, die Personen der Handlung sind teilweise undurchschaubar und verschlossen. In Lexie Cavendish findet man eine einfühlsame junge Frau, der sich nach einer schweren Kindheit und einer gescheiterten Ehe die unerwartete Gelegenheit bietet, endlich etwas über ihre leibliche Familie in Erfahrung zu bringen. Grayson Fitzgerald wird als charakterstarker und liebevoller Mann dargestellt. Seine anfangs abweisende und zornige Haltung Lexie gegenüber wird nach und nach von einer wachsenden gegenseitigen Anziehungskraft abgelöst. Dieses Buch wird mit interessanten und teilweise sogar sehr liebenswürdigen Nebenfiguren bereichert, die jedoch nur zögernd dazu beitragen, Licht in Lexies Dunkelheit zu bringen. Besonders durch die Erzählungen von Eileen Kelly, der ehemals besten Freundin ihrer Mutter, erfährt sie wichtige Details. In Sheila Murphy, der Wirtin des Castle Inn in Cerigh, begegnet der jungen Frau jedoch eine bösartig agierende Persönlichkeit, die sie vom ersten Moment an aus tiefstem Herzen hasst. Father Peter Flaherty und seine resolute Haushälterin Mary Ward, der allseits beliebte pensionierte Arzt Dr. Clark Turner, der faule und nachlässige Ortspolizist Sergeant Eddie Sumner und Sheilas Ehemann Fred Murphy scheinen jedoch eindeutig mehr zu wissen, als sie zugeben oder Lexie gegenüber äußern möchten. Die Autorin verstand es wunderbar, die eingeschworene Gemeinschaft des kleinen irischen Städtchens Cerigh authentisch darzustellen.

Fazit: „Dunmor Castle – Licht im Dunkeln“ hat mich bereits nach wenigen Seiten gefesselt. Der Roman versprüht den Charme einer wunderschönen irischen Landschaft und seiner Einwohner, vermittelt das Gefühl der Spannung angesichts des Geheimnisses um die Burg und den Verbleib von Lexies verschwundener Mutter, und endet mit einem beinahe unerträglichen Cliffhanger, der meine Vorfreude auf die Fortsetzung ins Unermessliche steigert.

Dieser Roman aus der Feder Kathryn Taylors hat mir ausgezeichnet gefallen und ich empfehle ihn sehr gerne weiter!


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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Die Schwestern aus der Steeple Street

Donna Douglas
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.04.2019
ISBN 9783404178179
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ein Neuanfang in Leeds

Die examinierte Krankenschwester Agnes Sheridan aus London wagt nach einem dunklen Kapitel ihres jungen Lebens einen Neuanfang und beginnt eine Ausbildung als Gemeindeschwester in Leeds. Sie verdankt dem Nightingale Hospital in Bethnal Green ein umfangreiches Fachwissen, auf ihre neue Tätigkeit in Quarry Hill ist sie jedoch nicht vorbereitet. Die Menschen in diesem heruntergekommenen und bitterarmen Viertel akzeptieren die hochnäsig wirkende junge Schwester nicht, zu alledem bringt ihr die stellvertretende Gemeindepflegeleiterin Bess Bradshaw nichts als Ablehnung und Kritik entgegen. Doch das Cedar House in der Steeple Street in Leeds ist die einzige Alternative, die Agnes geblieben ist. Während sie Tag für Tag um die Anerkennung der Ausbildner und Patienten ringt, versucht sie, auch ihr Privatleben wieder in den Griff zu bekommen.

Donna Douglas thematisiert im vorliegenden ersten Band ihrer neuen Buchreihe die Gemeindepflege im England der 1920er Jahre und das Alltagsleben der Gemeindeschwestern. In sehr einnehmendem und flüssigem Schreibstil erzählt sie von Agnes Sheridans Aufnahme in die Gemeinschaft der Gemeindeschwestern und ihren Bemühungen, sich zu integrieren. Die handelnden Figuren dieses Buches wurden sehr gut charakterisiert, ihre Motive, Gedanken und Emotionen überzeugend zum Ausdruck gebracht. Die Autorin verstand es, mich vom ersten Moment an in die Geschichte einzubeziehen und ich durfte an der Seite von Agnes Sheridan fasziniert den Alltag einer Gemeindeschwester mitverfolgen. Agnes Sheridan wird als Protagonistin große Aufmerksamkeit zuteil, ihr stehen jedoch starke Nebenfiguren zur Seite. Besonders ihre Zimmernachbarin Polly Malone, die stets mit Mrs. Bradshaw aneinander gerät, würde ich daher als zweite Hauptfigur benennen. Großes Augenmerk wird demzufolge auch auf die allseits gefürchtete Bess Bradshaw gelegt, die ihre Auszubildenden provoziert und sie mit Härte und scharfer Kritik in Angst und Schrecken versetzt. Die zahlreichen Nebenfiguren der Handlung sind einerseits die teils skurrilen Patienten der rührigen Gemeindeschwestern, andererseits ihr eigenes privates Umfeld, das ebenfalls beleuchtet wird. In Form von Rückblenden erfährt man nach und nach den Grund für den Neubeginn der Agnes Sheridan sowie dem angespannten Verhältnis zwischen Bess Bradshaw und Polly Malone. Durch kritische Situationen bei der Arbeit mit den Patienten wird ein wenig Spannung ins Buch eingebracht, eine kleine Liebesgeschichte sorgt für Romantik. Meine ganze Sympathie galt dem vom Leben enttäuschten Friedhofsgärtner Finn Slater, seinem Großvater Henry und ihrem tierischen Begleiter Job (Hiob). Besonders Finns Geschichte hat mich tief berührt. Als interessanteste Nebenfiguren würde ich die beiden Patienten Norman Willis und Isaiah Shapcott anführen, und zu meinen persönlichen Antagonisten zählen der attraktive Referendar Oliver Umansky, der scheinheilige Hilfspriester Matthew Elliott sowie die Mitglieder von Agnes‘ Familie.

FAZIT: „Die Schwestern aus der Steeple Street – Ein neuer Anfang“ war mein erstes Buch der Autorin Donna Douglas. Der Roman hat mich sehr gut unterhalten und mir höchst interessante Einblicke in die Arbeit einer Gemeindeschwester im England der zwanziger Jahre gewährt. Der einnehmende Schreibstil und die überzeugenden handelnden Figuren machten dieses Buch zu einer Lektüre, die ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Es hat mir ausgezeichnet gefallen und ich freue mich bereits jetzt auf den Nachfolgeband.

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23 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

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Wo die wilden Nützlinge wohnen

Sonja Schwingesbauer
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Löwenzahn Verlag, 01.04.2019
ISBN 9783706626453
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ein grandioser Wissensschatz und eine Perle für jeden Naturgärtner

Sonja Schwingesbauer veröffentlicht im vorliegenden Buch ihre Erfahrungen und Erlebnisse zum Thema Wildtiere im Garten. Grundlage dafür ist nicht nur ihre fundierte fachliche Ausbildung, sondern vielmehr auch ihr ganz persönliches Interesse an diesem Thema. In einigen Worten zur Person der Autorin im Anhang wird von ihren Experimenten mit Wild- und Nutzpflanzen in ihrem eigenen wilden Nützlingsgarten berichtet. So gesehen ist dieses Buch also nicht nur eine wertvolle und hochwertige Sammlung von theoretischem Wissen, sondern vielmehr auch ein Fundus praktischer Erfahrungen einer Expertin in diesem Bereich.

Bereits die hochwertige Aufmachung und die anziehende Optik verleiten dazu, dieses Buch zur Hand zu nehmen. Das Cover ziert die Makroaufnahme einer wunderschönen orangefarbenen Wildblume, die von dezenten Zeichnungen der kleinen Protagonisten dieses Buches – Vogel, Schmetterling, Libelle und weiteren Insektenarten - umrahmt wird. Rechts oben findet man den Namen der Autorin, nachfolgend in großen, geprägten weißen Lettern den Buchtitel, und schließlich Untertitel und Verlag.

Auch die inhaltliche Gestaltung des Buches ist bemerkenswert. Eine ausführliche und sehr detaillierte Auflistung des Inhalts in Schlagworten erleichtert eine gezielte Suche nach bestimmten Themenbereichen, im gesamten Buch werden Überschriften und wichtige Schlagworte farblich und durch kleine Symbole hervorgehoben. Die Einleitung berichtet von der Motivation der Autorin, sich diesem Thema zu widmen sowie ihrer Begeisterung für Flora und Fauna.

Dieser ansprechende Bildband ist in drei Teile gegliedert, die wiederum in viele Unterthemen aufgeteilt sind. Während im ersten Abschnitt der Charakter eines wilden Nützlingsgartens beschrieben und eine Anregung für die Einbindung natürlicher Lebenskreisläufe im eigenen Garten geboten wird, befasst der zweite Teil sich mit den Nützlingen im Garten. Eine Vielzahl von kleinen tierischen Bewohnern wird dem Leser vorgestellt. Die Autorin beschränkt sich hierbei nicht auf eine detaillierte Aufzählung und Benennung, sondern liefert darüber hinaus ein richtiges kleines Portrait mit relevanten Informationen. Sonja Schwingesbauer nennt die wissenschaftliche Bezeichnung und Zugehörigkeit der Arten, schreibt über deren Lebensraum und Bedürfnisse, und gibt wertvolle Anregungen, dem jeweiligen Nützling den Aufenthalt im Garten schmackhaft zu machen. Farbaufnahmen erleichtern dem Laien die Bestimmung der kleinen Nützlinge. Der dritte Teil dieses Buches konzentriert sich vor allem auf die praktische Umsetzung in Form konkreter Vorschläge und Anleitungen zur Gestaltung von Gärten, Balkonen, Terrassen und Fensterbänken in wilde, lebenswerte und nützlingsfreundliche Lebensräume. Mein ganz besonderes Interesse galt der Anlage und Pflege einer Wildblumenwiese, den Informationen über Vogelfutterstationen, den Bau von Nistkästen für Vögel, Nützlingsunterkünften, Wildbienenpensionen und Insektenhotels sowie Igelhäuser. Exakte Bauanleitung und Informationen zu Standort und Anbringung sind wertvolle und unerlässliche Hilfen zur praktischen Umsetzung. Ich empfand auch die Informationen zum Schnitt und zur Pflege von Wildsträuchern und Bäumen sehr hilfreich, da hierbei nicht nur allgemeine Erfordernisse anfgeührt, sondern ganz gezielte Anleitungen und Begründungen dafür geliefert werden. Da es in jedem Garten sowohl Sonnen- als auch Schattenplätze gibt, nimmt Sonja Schwingesbauer auch darauf Rücksicht. In kleinen, farblich gestalteten Auflistungen findet man tolle Übersichten zu den vorgeschlagenen Pflanzen, deren Blütezeit, Farbe, Wuchshöhe, und unter der Rubrik „Besonderheiten“ sogar Informationen dazu, welchen Insekten sie Nahrung und Lebensraum bieten. Ein wichtiger Aspekt waren die Hinweise auf Gefahren in einem Garten, wie beispielsweise eine nächtliche Gartenbeleuchtung, Spiegel und Glasflächen, oder aber offene Schächte und Regenwassertonnen, die allesamt zu tödlichen Fallen für Wildtiere werden können. In den Ausführungen zur Anlage und Pflege eines natürlichen Kräuterrasens findet man neben tollen Tipps und Anleitungen sogar ein Rezept für Löwenzahnhonig. Das gesamte Buch punktet mit wunderschönen, zum Teil sogar großflächigen Fotografien und faszinierenden Makroaufnahmen von Wildtieren und Wildpflanzen, die diese Lektüre zu einem atemberaubenden Erlebnis machen. In einem umfangreichen, mit Seitenangaben versehenen Stichwortverzeichnis im Anhang kann man und gezielt konkrete Themen nachschlagen.

Fazit: „Wo die wilden Nützlinge wohnen“ ist ein höchst informativer und sehr praxisorientierter Bildband, ein Ratgeber für Menschen, deren Interesse der Natur, ihrem Kreislauf und der Vielfalt der Arten gilt. Er stellt eine Bereicherung für Naturfreunde dar, die ihren Garten zu einer Heimat für Wildpflanzen und Wildtiere machen und sich an ihrer Beobachtung erfreuen möchten. Sonja Schwingesbauer ist es vortrefflich gelungen, ihrer Liebe für die Natur und ihren Nützlingsgarten Ausdruck zu verleihen. Ihre Begeisterung wirkt hochgradig ansteckend und regt dazu an, sich unverzüglich ans Werk zu machen und die praktischen Inhalte dieses Buches im eigenen Garten umzusetzen. Beeindruckende Fotografien runden den tollen Gesamteindruck dieses Buches ab und machen es zu einem faszinierenden und überaus bereichernden Leseerlebnis.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Johannisglut

Karin Joachim
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 17.04.2019
ISBN 9783839223895
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Tote am Aremberg

Eine Wandergruppe, bestehend aus ehemaligen Kommilitonen einer universitären Theatergruppe, macht sich auf den Weg zum AhrSteig. Jana Vogt wird als Fotografin für Erinnerungsfotos engagiert. Der Jubiläumsausflug der ehemaligen Studenten findet ein vorzeitiges Ende, als ein Mitglied der Gruppe tot aufgefunden wird. Jana, von Beruf Tatortfotografin bei der Kriminalpolizei Koblenz, erkennt Zusammenhänge mit einem dreißig Jahre alten unaufgeklärten Vermisstenfall. Die Verunsicherung der Wanderer ist groß, und letztendlich könnte jeder von ihnen der Täter sein.

Karin Joachim präsentiert im vorliegenden Kriminalroman „Johannisglut“ den dritten Ermittlungsfall mit Jana Vogt als Protagonistin. Als Schauplatz der Handlung wählt sie den anspruchsvollen, aber wunderschönen Wanderweg „AhrSteig“, dessen idyllische Wald- und Wiesenpfade und einsame Hochplateaus sie in eindrucksvollen Worten beschreibt und dem Leser dadurch bildhaft vor Augen führt.

Die Charaktere sind interessant, teils etwas undurchsichtig dargestellt, was den Leser dazu verleitet, Mutmaßungen hinsichtlich der Identität des Täters anzustellen. Man rätselt über Rainer Großmanns Motivation als Organisator für dieses Treffen, exakt drei Jahrzehnte nach dem mysteriösen Vermisstenfalls. Der passive und jegliche Konversation vermeidende Ralf Kuhn zeigt eine zurückhaltende Fassade, während Jörg Orlowski als Lebenskünstler und Gastronom die Provokation sucht. Mit Ulrike Daus wird die Gruppe um eine über den Dingen stehende Fernsehschauspielerin ergänzt, die bodenständig wirkende Antje Haak zeigt sich kommunikativ und ausdauernd. Die sportliche Kordula Lück, die ausgeglichene Englischlehrerin Dorothee Pflüger, Christoph Würtz und die mit ihrem Leben unzufriedene Ruth vervollständigen die Wandergruppe.

Die Autorin erlaubt jeweils kurze Einblicke in den Charakter und hinter die Fassaden ihrer Figuren, legt dabei geschickt falsche Fährten und erzeugt dadurch einen gewissen Spannungsbogen im Buch. Zwischenmenschliche Beziehungen, aber auch die Arbeit der Polizei stehen im Zentrum des Geschehens. Der Leser darf gespannt die Ermittlungen von Jana Vogt und ihrem Vorgesetzten, dem Hauptkommissar der Kripo Koblenz namens Clemens Wieland, verfolgen. Der kleine tierische Protagonist „Usti“ begleitet in Gestalt eines Airedale Terriers sein Frauchen Jana Vogt und bereichert mit seiner vorwitzigen und lebensfrohen Art die Handlung. Ein Aspekt dieser Geschichte widmet sich auch den zwischenmenschlichen Beziehungen, allen voran der privaten Liaison von Jana Vogt und Clemens Wieland.

Obgleich es sich um den dritten Band einer Krimireihe handelt, fand ich mich auch ohne Kenntnisse der Vorgängerbände sofort in der Geschichte zurecht. Einige kurze Hinweise auf vergangene Ereignisse weckten in mir sofort den Wunsch, „Krähenzeit“ und „Bittertrauben“ ebenfalls zu lesen. Der äußerst gelungene Schreibstil der Autorin und ein komplexer, gut ausgefeilter Kriminalfall machten dieses Buch zu einem ganz besonderen Lesevergnügen. Ich freue mich, die Werke von Karin Joachim durch ihre Neuerscheinung „Johannisglut“ entdeckt zu haben und werde zukünftig keine Neuerscheinung aus der Feder dieser vielversprechenden Krimiautorin verpassen.

Fazit: „Johannisglut“ hat meinem Lesegeschmack voll und ganz entsprochen, ich fühlte mich durch den vorliegenden Kriminalfall und die detaillierten Beschreibungen von Personen und Landschaft sehr gut unterhalten.

Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen!


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53 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

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Juli verteilt das Glück und findet die Liebe

Tanja Kokoska
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.11.2018
ISBN 9783453422537
Genre: Liebesromane

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Eine perfekte Wahl

Irene Hannon
Flexibler Einband: 312 Seiten
Erschienen bei cap-Verlag Andreas Claus e.K., 18.01.2016
ISBN 9783867732451
Genre: Romane

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Der Held von nebenan

Irene Hannon
Flexibler Einband: 310 Seiten
Erschienen bei cap-Verlag Andreas Claus e.K., 28.08.2015
ISBN 9783867732444
Genre: Romane

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Gezeiten der Hoffnung

Irene Hannon
Flexibler Einband: 314 Seiten
Erschienen bei cap-Verlag Andreas Claus e.K., 13.07.2015
ISBN 9783867732437
Genre: Romane

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24 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Hill House

Annis Bell
Flexibler Einband: 367 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 09.04.2019
ISBN 9782919807345
Genre: Romane

Rezension:

Drei Schwestern im Geiste: Alice, Rose und Vera

„Es gibt nichts Grauenvolleres und nichts Dümmeres als den Krieg. Am Ende bleiben nur Verlierer. Aber die Zeichen stehen nicht gut.“

Das Jahr 1912 ist von der wachsenden Konfliktsituation in Europa geprägt, es herrscht eine aufgeheizte Stimmung. Die liberal erzogene Alice Buxton lebt mit ihrem Vater Geoffrey auf ihrem Wohnsitz „Hill House“ in Südengland. Der frühe Tod von Alices Mutter und Geoffreys über alles geliebte Ehefrau, seine Muse und sein ganzer Halt warfen den sensiblen Künstler völlig aus der Bahn. Alice brach daraufhin ihre Schulausbildung ab und kümmert sich nun liebevoll um ihren Vater und den Haushalt. Ihre große Leidenschaft gilt dem Garten und der Arbeit darin.

Rose Mandeville gehört als Tochter des Duke of Mandeville zum englischen Hochadel, sie lebt auf dem Anwesen „Mandeville Park“ und ist Alices beste Freundin. Die elegante Aristokratin rebelliert gegen die Heiratspläne ihrer Eltern, sie träumt davon, ebenso wie ihr Bruder Spencer Rechtswissenschaften zu studieren. Doch Frauen ist das Studium untersagt. Roses Begeisterung für die Frauenrechtsbewegung bringt sie bald in gefährliche Situationen, der intensive Kontakt der jungen Adeligen zu den Sufragetten ist dem Duke und der Duchess of Mandeville ein Dorn im Auge.

Vera Lyttleton ist ein Jahr jünger als Alice und Rose, wurde jedoch warmherzig in dem Bund der Freundinnen aufgenommen. Als Tochter des jähzornigen religiösen Eiferers Oswald Lyttleton hat sie kein leichtes Leben, das Zusammensein mit Alice und Rose bedeutet dem schlaksigen und unscheinbaren Mädchen viel.

Annis Bell siedelt ihren Roman in politisch kritischen Zeiten an und wählt als Schauplatz das Anwesen Hill House im Südengland des Jahres 1912. Durch Rose Mandeville thematisiert sie unter anderem auch die Suffragettenbewegung, das Buch endet schließlich zwei Jahre später mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Im vorliegenden ersten Band ihrer Trilogie konzentriert die Autorin sich auf Alice Buxton, sie wird als aufgeklärte und weltoffene Persönlichkeit dargestellt. Ihre mitfühlende und umsichtige Art und ihre praktische Veranlagung brachten der Protagonistin auf der Stelle große Sympathiewerte ein. Alice zeichnet zudem ein liebevoller Umgang mit ihrem verwitweten Vater und ihrer kränklichen Tante Charlotte aus. Ihrer Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Ansichten wird unter anderem auch bei einer Begegnung mit der bekannten Ärztin und Pädagogin Maria Montessori zum Ausdruck gebracht. Das Boehemeleben der Eltern und die unkonventionellen und illustren Gäste auf Hill House erweiterten ihren Horizont.

Zu meiner Freude erstreckt sich die glaubwürdige Darstellung der handelnden Personen nicht allein auf die Protagonistin, sondern auch auf die Nebenfiguren dieses Buches, wobei ich Alices Tante Lady Charlotte Beresford als meine persönliche Favoritin anführen möchte. Durch den Besuch in der Villa Carlotta wird das Leben in dem kleinen Fischerort an der toskanischen Küste namens Castiglioncello beschrieben. Die zierliche und humorvolle Tante Charlie legt trotz ihrer ernsten Lungenerkrankung große Lebensfreude an den Tag, sie ist feinfühlig und großzügig.

Sebastian Fitzroy und Lorenzo Ranieri sind zwei völlig unterschiedliche Männer, beide lassen jedoch Alices Herz höherschlagen. Letztendlich muss sie sich zwischen dem intelligenten Historiker und zweitem Sohn des Earl of Ravenor, und dem charismatischen Korrespondenten in Krisengebieten entscheiden.

Die sprachlich-stilistische Gestaltung dieser Geschichte hat mir gefallen, ich fühlte mich sehr gut unterhalten und wurde rasch in die Handlung einbezogen. Das Ende des Buches verheißt eine interessante Fortsetzung – zweifellos mit Rose oder Vera als Protagonistin.

Fazit: Dieser Roman aus der Feder von Annis Bell hat mir großes Lesevergnügen bereitet und mich ausgezeichnet unterhalten - gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung. Meine Erwartungshaltung und Vorfreude auf die Fortsetzung sind entsprechend hoch.

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29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

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Dreizehn Gäste

J. Jefferson Farjeon
Fester Einband: 348 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 23.03.2019
ISBN 9783608963922
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Beobachter sieht vom Spiel das meiste

John Foss bricht aufgrund eines aufwühlenden Briefes völlig unverhofft zu einer Reise mit unbekanntem Ziel auf. Als er sich auf dem Bahnsteig eine Fußverletzung zuzieht, wird er kurzerhand von der reizenden Witwe Nadine Leveridge mitgenommen. Sie ist unterwegs nach Bragley Court, dem Sitz der Familie Aveling. Lord und Lady Aveling haben zu ihrer Hausparty zwölf Gäste geladen – mit dem unverhofft eintreffenden John Foss sind es jedoch auf einmal dreizehn Gäste. Als eine Leiche entdeckt wird, ist es mit der Ruhe auf dem friedvollen und atmosphärischen Landsitz vorbei. Der Täter könnte im Grunde jeder gewesen sein, und als der clevere Detective-Inspector Kendall die Ermittlungen aufnimmt, muss er mürrisch feststellen, dass einige der anwesenden Gäste bereits auf eigene Faust Untersuchungen angestellt haben.

Mit dem Buch „Dreizehn Gäste“ durfte ich mein erstes Werk des erfolgreichen Krimiautors Joseph Jefferson Farjeon aus dem Jahre 1936 kennenlernen. Die gewählte Ausdrucksweise hat mich sofort in den Bann gezogen, und ich schätzte den ruhigen, auf die handelnden Figuren und auf die Ermittlungen fokussierten Schreibstil des Autors. Die Personen dieses Buches wurden detailliert beschrieben, sowohl Charakterzeichnung als auch Handlung punktete mit Authentizität. Der unerwartete Gast John Foss ist stiller Beobachter, er verfolgt die Aktivitäten von Lord und Lady Aveling, ihrer Tochter, der Ehrenwerten Anne, deren Verehrer, den Cricketspieler Harold Taverley und den restlichen Gästen. Die betörend schöne Witwe Nadine Leveridge fühlt sich zum freundlichen und empfindsamen John Foss hingezogen, der linkische Portraitmaler Leicester Pratt scheint den berühmten Klatschreporter Lionel Bultin ausnehmend gut zu kennen. Sir James Earnshaw ist liberaler Abgeordneter, aufgrund seiner Empfehlung wurde auch das Ehepaar Chater eingeladen, von dem im Grunde keiner der Anwesenden etwas weiß. Die ehrgeizige Schriftstellerin Edyth Fermoy-Jones präsentiert den Ermittlern nach dem Mord ihre eigene Theorie, während die lebhafte und aufgeweckte Schauspielerin Zena Wilding eine seltsame Unruhe an den Tag legt. Von der Familie Rowe hört man nur wenig, und schließlich ziehen auch das hübsche Hausmädchen Bessie Hill, der Butler Thomas Newson und der chinesische Koch Leng gewisse Aufmerksamkeit auf sich. Letztendlich mischt auch ein Unbekannter in diesem Spiel mit, dessen Identität bis zuletzt nicht preisgegeben wird – und Inspector Kendall hat alle Hände voll zu tun, um Licht ins Dunkel zu bringen.

Mit großer Liebe zum Detail wird dem Leser zu Beginn des Buches ein ausführlicher Einblick in die einzelnen Charaktere gegeben, während die eigentliche Kriminalhandlung erst nach und nach ins Laufen kommt. Kleine Beobachtungen stellten sich am Ende als wichtige Hinweise heraus, und der Autor verstand es, ein Gefühl für seine Figuren und die Atmosphäre auf Bragley Court zu vermitteln. Eine leichte Spannung setzt mit der Entdeckung eines Toten ein und bleibt bis zum Ende des Buches konstant aufrecht.


FAZIT: „Dreizehn Gäste“ war eine sehr interessante und anregende Lektüre – ein Kriminalfall, der mich sehr gut unterhalten hat. Ich kann dieses Buch Krimiliebhabern und insbesondere Fans von Agatha Christie wirklich ans Herz legen. Eine komplexe Handlung, das gemächliche Erzähltempo und interessante Figuren vor der Atmosphäre des Landsitzes der Avelings machen den Reiz dieses beschaulichen Kriminalfalles aus.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Funken in der Dunkelheit

Eoin Dempsey , Marina Ignatjuk
Flexibler Einband: 332 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 09.04.2019
ISBN 9782919805884
Genre: Historische Romane

Rezension:

Vertraue niemandem!

„Weshalb tun Sie das alles für mich?“

„Weil ich wieder von Wert sein möchte. Ich muss etwas Nützliches tun, etwas Gutes.“

Franka Gerber hat sich in die kleine Berghütte ihres Vaters im Schwarzwald, in Südwestdeutschland, zurückgezogen. Der Schrecken der Naziherrschaft schwebt über dem Land, Franka gilt als Verräterin an der deutschen Sache. Aufgrund ihrer Aktivitäten gegen das Regime verbüßte sie eine Gefängnisstrafe, die Nationalsozialisten löschten zudem jeden Menschen aus, den sie geliebt hatte. In einem Waldstück findet sie einen bewusstlosen Soldaten mit gebrochenen Beinen. Seine Papiere weisen den Mann als deutschen Luftwaffenpiloten aus, doch Franka hat so ihre Zweifel hinsichtlich seiner Identität. Als ausgebildete Krankenschwester reagiert sie jedoch instinktiv – sie versorgt den Mann und bietet ihm Schutz und Unterschlupf in der Hütte. Doch die Nazis haben ein scharfes Auge auf die Abtrünnige – und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie den Mann entdecken.

Eoin Dempseys Geschichte beginnt mit dem Fund des verletzten Soldaten im Dezember 1943. In vielen Rückblenden berichtet er zugleich auch über die vergangenen Jahre, als ein so genannter „böhmischer Gefreiter“, ein Emporkömmling namens Hitler, im Zuge der nationalsozialistischen Revolution in Deutschland die Macht ergriff. Er thematisiert das Grauen, das damit im Land Einzug hielt und beschreibt die Auswirkungen des Regimes auf die Bevölkerung. In anschaulichen Worten berichtet er von der Grausamkeit und der Propaganda, erzählt von Willkür und der rücksichtslosen Auslöschung eines jeden Menschen, der sich dem Führer in den Weg zu stellen wagte. Ihre Mitwirkung an der Verbreitung der Wahrheit über die Gräueltaten der Nazis durch die Organisation „Die weiße Rose“ brachte Franka in allergrößte Gefahr, doch auch für ihre Unterstützung des verletzten Soldaten droht ihr die Todesstrafe. Franka wird als zutiefst verzweifelte Protagonistin dargestellt, die beinahe schon resigniert hatte. Die Chance, an der brandgefährlichen Mission dieses Soldaten aktiv teilzunehmen und womöglich damit zum Untergang des deutschen Reiches beizutragen, mobilisiert alle Kräfte in ihr. Mit großem Mut und unglaublichem Einsatz stürzen sich Franka und der Soldat in ein brandgefährliches Abenteuer, welches sie letztendlich ihr Leben kosten kann.

Abgesehen von einer grandiosen Umsetzung und einem Gespür für Situationen glänzt der Autor auch in der Darstellung seiner handelnden Figuren. Er konzentriert sich hierbei in erster Linie auf die beiden Protagonisten. In Form von Rückblicken erfährt der Leser etwas über Frankas Eltern und ihren Bruder Fredi. Gestapo-Kriminalkommissar Daniel Berkel sorgt als böser Antagonist für einen hohen Spannungsfaktor im letzten Drittel des Buches, der in ein atemloses Finale mündet.

„Funken in der Dunkelheit“ war für mich eine wertvolle Lektüre, ein in Romanform verfasster Einblick in eine sehr dunkle Epoche der Geschichte. Thematik und der bereits erwähnte Spannungsbogen sorgen dafür, dass man als Leser regelrecht ans Buch gefesselt wird und es nicht mehr aus der Hand zu legen vermag.

Dieses Buch hat mir ausgezeichnet gefallen und ich kann es uneingeschränkt weiterempfehlen.

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