Leserpreis 2018

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Geboren als Frau - Glücklich als Mann

Niklaus Flütsch , Ursula Eichenberger
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Wörterseh, 31.10.2018
ISBN 9783037633137
Genre: Biografien

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A False Report: A True Story of Rape in America

T Christian Miller Investigative Reporter for La Times' Washington Bureau , Ken Armstrong
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Crown Publishing Group (NY), 06.02.2018
ISBN 9781524759933
Genre: Sonstiges

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NW

Zadie Smith
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hamish Hamilton, 01.09.2012
ISBN 9780241145555
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

Leah, Nathalie, Felix und Nathan - Die vier Mittdreißiger haben eins gemeinsam: dieselbe Schule in einem eher berüchtigten als berühmten Viertel von London. Viele Jahre nach ihrem Abschluss, haben sich ihre Leben sehr unterschiedlich entwickelt. Leah ist glücklich verheiratet mit ihrem Mann, doch der möchte und unbedingt ein Kind, sie jedoch nicht. Felix hat es zu nichts gebracht, doch für seine neue Freundin will er sein Leben ändern. Nathalie ist eine erfolgreiche Anwältin, doch auch die Fassade ihrer scheinbar perfekten Ehe beginnt zu bröckeln. Nathan lebt unter zwielichtigen Gestalten auf der Straße.
Auf schicksalhafte Weise kreuzen sich die Wege der vier ehemaligen Schulkameraden.


Meinung

„NW“ war mein erster Roman der hochgelobten Zadie Smith und ich bin leider ganz und gar nicht begeistert. Tatsächlich war die Lektüre für mich eher eine Qual als Vergnügen. Dabei kann ich nicht einmal behaupten, dass das Buch schlecht wäre. Es war einfach nur überhaupt nichts für mich.

Der Roman ist in vier große Teile aufgeteilt, die aus der Sicht von Leah, Felix und Nathalie (jedoch in der 3. Person) erzählt sind, wobei der letzte Abschnitt die anderen Handlungsstränge zum Teil zusammenbringt. Der Schreibstil passt sich dabei der jeweiligen Perspektive an.

Der Einstieg in Leahs Part fiel mir unglaublich schwer, denn Smith schreibt darin so, wie Leah vermutlich denkt: ziemlich wirr, teilweise in schwülstigen Bildern, manchmal verwirrenderweise aus großer Distanz erzählt („die Frau“ statt „Leah“). Es gibt keine Kennzeichnung von Dialogen durch Anführungszeichen oder Begleitsätze, einige Textpassagen bestehen lediglich aus einer Auflistung an Sinneseindrücken, oft ist der Stil abgehackt. Häufig kommt es zu Zeit- und Themensprüngen, die für mich kaum bis gar nicht nachvollziehbar waren, da sie nicht erklärt und/oder angekündigt werden. Viele der Geschehnisse werden nie explizit genannt, sondern nur kryptisch angedeutet.
Felix‘ und Nathalies Parts lassen sich zwar deutlich flüssiger lesen, doch auch letzterer ist durchzogen von unerwarteten Textbausteinen, beispielsweise Gedichten und Speisekarten, die in meinen Augen nur sehr lose Verbindungen zur Handlung hatten.

Eine greifbare Handlung hat „NW“ nicht. Der Roman beschreibt etwa dieselbe kurze Zeitspanne im Leben von Leah, Felix und Nathalie, wobei Leahs Part dem Ende von Felix‘ bereits vorgreift - ein Stilmittel, dessen Sinn sich mir ebenfalls nicht erschlossen hat. Besonders in Nathalies Part gibt es jedoch einen großen Fokus auf die Biografie der Figur und ihr Leben wird von frühester Kindheit an bis heute aufgearbeitet. Das ist in Teilen zwar durchaus interessant, um die heutige Nathalie zu verstehen, kam mir jedoch auch häufig langatmig und irrelevant vor.

„NW“ ist ein sehr charakterfokussierter Roman und die Figuren und auch einige der Nebenfiguren, beispielsweise Nathalies Mann Frank, sind durchaus anschaulich charakterisiert. Leider konnte ich mich mit keiner davon identifizieren, ja, fand die Hauptfiguren sogar alle drei schrecklich unsympathisch. Ich konnte ihre inkonsequenten Handlungen, mit denen sie vor allem ihre Mitmenschen verletzten, nicht nachvollziehen. Zum Teil bin ich aber vielleicht auch einfach zehn Jahre zu jung, um das Lebensgefühl dieser Menschen nachempfinden zu können, oder man muss, um bestimmte Eigenheiten zu verstehen, in London gelebt haben oder aus einem ähnlichen  Milieu stammen.


Fazit

Ich kann nicht behaupten, Zadie Smith schreibe schlecht, doch dieser erste Roman, den ich von ihr gelesen habe, konnte mich leider so gar nicht überzeugen. Den Schreibstil empfand ich als wirr und anstrengend und viele Stilmittel erschlossen sich mir nicht, die Figuren waren mir furchtbar unsympathisch und es fehlte mir an einer nachvollziehbaren Handlung.

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Still Me: The No. 1 Sunday Times Bestseller

Jojo Moyes
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Michael Joseph, 25.01.2018
ISBN 9780718183189
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt

Für den von Nathan vermittelten Job, bei den sie sich um die Frau eines reichen New Yorkers kommen soll, zieht Louisa um in die Stadt, die niemals schläft. Dort wird sie mit ihrer unerschütterlichen Positivität schnell schockiert von den Intrigen und Lästereien der High Society, den Geheimnissen ihrer Arbeitgeberin und den zum Teil äußerst unfreundlichen Mitmenschen. Auch ihre Beziehung zu Sam wird auf die Probe gestellt, doch Lou wäre nicht Lou, wenn sie sich nicht aus allem das Beste machen würde.


Meinung

Ich war absolut kein Fan davon, an das schöne, traurige, halb offene Ende von „Ein ganzes halbes Jahr“ eine Fortsetzung zu hängen. „Ein ganz neues Leben“ wäre als alleinstehendes Buch dann ganz süß gewesen, doch als Fortsetzung taugte es in meinen Augen wenig und verdarb ein wenig das Bild, das ich von der quirligen Louisa gehabt hatte. Auch, wenn ich EghJ noch immer lieber als Einzelband gesehen hätte, bin ich mit diesem dritten und hoffentlich letzten Teil durchaus zufrieden.

Was mir an dem Buch am besten gefällt, ist Louisas Charakterentwicklung. Zwar gibt es auch hier wieder eine Liebesgeschichte - Louisas Romanze mit Sam, die sie in Band zwei begonnen hatte. Doch der Fokus liegt darauf, dass Louisa lernt, weit weg von ihrer Familie und ihren Lieben alleine klarzukommen, neue Menschen kennen-, mit ihnen umgehen zu lernen und vor allem sich selbst zu finden und herauszufinden, was sie eigentlich mit ihrem Leben anstellen möchte - abseits der Erwartungen aller anderen. In dieser Hinsicht hat mir das Ende wirklich gut gefallen.
Toll ist auch, dass Louisa nach ihrem (verständlichen) Tief im vergangenen Buch endlich wieder die alte ist mir ihren schrillen Outfits, ihrer Gewohnheit, Fettnäpfchen anzuziehen, und ihrer aufgeschlossenen, hilfsbereiten und offenen Art. Sie war mir wieder sehr sympathisch und es machte Spaß, mit ihr New York und seine Bewohner*innen zu entdecken und mit ihr mitzufiebern.

In diesem Band spielen wieder einige Nebenfiguren aus den ersten beiden Büchern eine Rolle, beispielsweise Louisas Schwester Treena, deren Entwicklung in diesem Buch auf mich jedoch leider so wirkte, als habe die Autorin damit eine Quote erfüllen wollen. Auch Lily taucht wieder auf und spielt trotz nur weniger Szenen eine sehr unterhaltsame und wichtige Rolle.
Doch es kommen auch viele Nebenfiguren hinzu, von denen mein absoluter Favorit Louisas miesepetrige Nachbarin Mrs de Witt ist, hinter der, wie zu erwarten, mehr steckt, als man zunächst denkt. Der freundliche Portier Ashkok, die misstrauische, zunächst abweisende Köchin Illaria und natürlich Louisas neue Arbeitgeberin, Mrs Gopnik, ergänzen das Ensemble teils origineller, bunt gemischter Nebenfiguren.
Es ist herzallerliebst mitzuverfolgen, wie Louisa auf alle diese Figuren mit ihrer unverfälschten Art zugeht und sie alle nach und nach mit Freundlichkeit zu knacken weiß. Ihre Beziehungen zu den Nebenfiguren rührten mich am Ende weitaus mehr als die Liebesgeschichte.

Diese dagegen verlief in meinen Augen etwas holprig. Anfangs nervte mich vor allem die übertriebene Eifersucht von Louisa und Sam, die vor allem deshalb unpassend ist, weil beide gleichzeitig selbst etwas tun, was sie bei der anderen Person eifersüchtig machen würde. Zwischenzeitlich entwickelt sich dieser Teil der Geschichte dann zu einem furchtbaren Klischee, das zu Lou überhaupt nicht passt. Zum Glück kriegt Moyes am Ende noch die Kurve und führt die Geschichte zu einem realistischen Ende, das zu den Figuren passt.


Fazit

„Ein ganzes halbes Jahr“ hätte in meinen Augen keine Fortsetzung gebraucht, doch nach einem durchwachsenen zweiten Teil bin ich froh, dass Jojo Moyes Louisas Geschichte nun so stimmig zu Ende gebracht hat und ihrer Hauptfigur gerecht geworden ist.

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118 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 24 Rezensionen

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Nachts ist es leise in Teheran

Shida Bazyar
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 18.02.2016
ISBN 9783462048919
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

Der Roman erzählt die Geschichte einer iranischen Familie, bestehend aus Eltern und zwei Kindern, die in den 80er Jahren aufgrund politischer Verfolgung aus dem Iran nach Deutschland fliehen. Aus den Perspektiven aller vier Personen erzählt er von dem Wunsch, eine politische Veränderung zu bewirken, Verfolgung im eigenen Heimatland, Fremdheit in einem Land, in das man nur unfreiwillig geflüchtet ist, und die Zerrissenheit zwischen zwei Kulturen, die die eigenen sind, irgendwie aber auch nur halb.


Meinung

„Nachts ist es leise in Teheran“ faszinierte mich vor allem durch die komplexe Aufarbeitung einer Fluchterfahrung, angefangen von den Gründen für eine Flucht bis hin zu den Erlebnissen von Kindern, die bereits in einem anderen Land geboren sind.
So wird beispielsweise deutlich gemacht, dass Menschen nicht hierher flüchten, weil sie so gerne in Deutschland leben möchten, sondern weil sie beispielsweise die Inhaftierung oder sogar Hinrichtung in ihrem Heimatland befürchten müssen, und dass die meisten sich wünschen, ihr Aufenthalt in Deutschland müsse nicht von Dauer sein. Interessant sind auch die Beschreibungen, wie Kinder emigrierter Eltern quasi zwischen zwei Kulturen aufwachsen.
Die Verwendung mehrerer Perspektiven ist ein äußerst gelungenes Stilmittel, um möglichst viele Aspekte dieser Erfahrungen zeigen zu können. Dabei bezieht die Autorin die unterschiedlichen Persönlichkeiten ihrer Figuren authentisch mit in die Handlung ein.

Zudem ist der Roman auch sehr informativ, was die jüngste Geschichte des Iran und einige kulturelle Aspekte des dortigen Lebens betrifft. Es gibt einen recht ausführlichen Anhang, der nicht nur persische Begriffe und Redewendungen übersetzt, sondern auch im Text erwähnte Personen aufführt und nützliche Hintergrundinformationen über sie gibt. Die Szenen, die bei der Familie im Iran spielen, stellten für eine Kulturfremde ebenfalls einen interessanten Einblick dar.

Die Figuren des Romans sind nicht zwingend sympathisch, durch ihre Erzählungen und auch durch die Augen der anderen Charaktere jedoch ausführlich und interessant beschrieben. Dass ich kaum eine Verbindung und Sympathie zu ihnen aufbauen konnte, erschwerte mir das Lesen jedoch teilweise.

Als ebenfalls anstrengend habe ich den Schreibstil empfunden, insbesondere die fehlenden Anführungszeichen in wörtlicher Rede, die auch sonst häufig nicht gut gekennzeichnet ist. Generell ist der Roman recht anspruchsvoll geschrieben und enthält viele teils wirre, innere Monologe, durch die mitunter eine ganze Seite nicht einen einzigen erkennbaren Absatz oder Einzug enthält.


Fazit

„Nachts ist es leise in Teheran“ bietet einen interessanten und informativen Einblick in die Geschichte des Iran und die Fluchterfahrungen einer fiktiven iranischen Familie. Zeitweilig lässt sich der Roman durch den anstrengenden Schreibstil jedoch etwas zäh lesen.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Treasure Island - Buch

Robert Louis Stevenson , Christopher Hall
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Langenscheidt ELT GmbH, 28.07.2008
ISBN 9783526525653
Genre: Klassiker

Rezension:

Inhalt

Der Junge Jim Hawkins führt gemeinsam mit seiner Mutter ein Wirtshaus, das sie nur knapp über die Runden bringt. Als eines Tages ein fremder Seemann mit einer mysteriösen Truhe ihr Gast wird, verändert sich alles. Jim gerät durch Zufall an eine Schatzkarte, die das Versteck der Beute des berüchtigten Piratenkapitäns Flint markiert. Gemeinsam mit dem Arzt Dr. Livesey, dem reichen Squire Trelawney und einer zwielichtigen Crew macht er sich auf eine abenteuerliche Reise.



Meinung

„Die Schatzinsel“ habe ich als recht kurzweiligen Klassiker empfunden, der jedoch eher für eine jüngere Zielgruppe wirklich spannend sein kann.

Der Roman ist eine abenteuerliche Geschichte mit viel Action, unheimlichen Bösewichten und mutigen Heldentaten, wie man sie auch gut mit Kindern schon lesen könnte. Gerade auch die noch recht kindlich agierende, aber mutige und intelligente Hauptfigur, die - wie es bei Kinderbuchprotagonisten üblich ist - alle Gefahrensituationen unbeschadet übersteht und als Held hervorgeht, ist für eine jüngere Zielgruppe sicherlich reizvoll.

Jedoch ist die Handlung stellenweise auch für ein Kinderbuch recht brutal und beschreibt dies auch plastisch, was man für Kinder, z.B. beim Vorlesen, eventuell ein wenig abschwächen sollte. Auch die altmodische Sprache und Kindern unbekannte Begriffe sollten möglichst erläutert werden.

Mein persönlicher Favorit war der Antagonisten Long John Silver, Anführer der Piratencrew, die die Expedition übernehmen und den Schatz für sich behalten will. Er wirkte sowohl auf die anderen Figuren als auch auf mich faszinierend, charmant und unterhaltsam, trotz seiner offensichtlichen Skrupellosigkeit. Teilweise schaffte er es, selbst mich mit der Frage zu verwirren, auf wessen Seite er nun steht.


Fazit

„Die Schatzinsel“ ist ein kurzweiliger und spannender, für Erwachsene jedoch vielleicht eher einfach gestrickter Roman mit einem charmanten Antagonisten.

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130 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

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Die Wahrheit über das Lügen

Benedict Wells
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070309
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

Dieses Buch enthält eine Sammlung teilweise sehr verschiedener Kurzgeschichten von Wells. Eine ist eine Kurzgeschichte, die Jules, der Protagonist aus „Vom Ende der Einsamkeit“, als Kind verfasst. Ein anderer Text ist eine Szene, die aus besagtem Roman gestrichen wurde, Wells jedoch sehr am Herzen lag. Wieder andere Texte befassen sich mit zwischenmenschlichen Beziehungen und unausgesprochenen Konflikten. Und dann gibt es noch Geschichten über Kreativität und einige mit fantastischen Elementen.



Meinung

Kurzgeschichten sind für einen Autor stets ein Wagnis, da sie völlig anders funktionieren als ein Roman. Sie müssen in viel weniger Worten dennoch eine große Wirkung entfalten, vergleichsweise kurz und prägnant sein und dennoch berühren, unterhalten oder aufrütteln. Wells selbst bezeichnet dieses Buch als ein literarisches Mixtape, eine bunte Mischung aus Texten, die ihm wichtig waren und die er gerne einmal veröffentlichen wollte. So ist es auch kaum verwunderlich, dass sehr verschiedene Texte dabei herausgekommen sind, die mir unterschiedlich gut gefallen haben.

Mehrere Texte befassen sich mit der Beziehung zweier Menschen, zwischen denen unausgesprochene Dinge stehen. „Die Wanderung“, „Die Fliege“ und „Hunderttausend“ beschreiben jeweils in recht kurzer Zeit die Beziehung von Ehepaaren und Familienangehörigen recht ausführlich, im Falle der ersten beiden Texte sogar geschickt indirekt. Die Konflikte sind recht spannend und werden durch eine gelungene Pointe gelöst oder auch auf die Spitze getrieben. Teilweise wirkt die Handlung jedoch auch ein wenig gezwungen und das Ende unausweichlich. Die Botschaften, die in „Die Wanderung“ und „Hunderttausend“ liegen sind dennoch schön und wichtig. „Die Fliege“ bedient sich zudem einer ungewöhnlichen, gelungenen Metapher.

„Das Franchise“, im alternativen Titel auch die namensgebenden Geschichte „Die Wahrheit über das Lügen“, ist die längste und komplexeste Geschichte des Buches. Sie befasst sich mit der Entstehung des berühmten Star Wars-Franchise und über die wirklich originelle und clever umgesetzte Idee möchte ich noch gar nicht so viel verraten. Wells befasst sich hier auf intelligente Art mit einer spannenden Frage, die sich jede*r Künstler*in sicher schon einmal gestellt hat, sowie mit dem Prozess künstlerischen Schaffens. Und natürlich enthält die Geschichte auch eine Menge nerdiger Fakten über „Star Wars“.

„Die Nacht der Bücher“, der Text, den Jules in „Vom Ende der Einsamkeit“ verfasst, hat mehr etwas von einem Märchen und ist eine eher fröhliche, leichte und süße Geschichte über Literatur.
„Die Entstehung der Angst“ dagegen ergibt mehr oder minder nur im Kontext des Romans Sinn und wirkte auf mich auch sehr abgehackt und aus dem Zusammenhang gerissen, worauf Wells jedoch im Vorwort zum Text bereits hinweist. Ich persönlich hatte, obwohl ich Fan des Romans bin, nicht das Gefühl, dass diese Geschichte für mich relevante neue Informationen enthielt.

Recht persönlich wird es in den Text „Das Grundschulheim“, der sich mit Wells‘ Erfahrung in Internaten befasst. Selbst, wenn man nie in einem Internat oder Heim gewesen ist, kann man sich in den authentischen Beschreibungen kindlicher Gedanken und Gefühle sicherlich wiederfinden. Die Beschreibungen des Heimlebens berühren und man hat das Gefühl, sie nachempfinden zu können.
„Richard“ ist sehr kurz, wirkte auf mich jedoch authentisch und gerade deshalb sehr berührend.

Kleine Probleme hatte ich mit den Texten „Die Muse“ und „Ping Pong“. Beide enthalten spannende Ideen, der eine über Kreativität und Musen, der andere über das Verhalten von Menschen in Extremsituationen. Bei beiden befriedigte mich das Ende jedoch nicht wirklich und ich konnte nicht unbedingt eine Aussage herauslesen, die ich in den anderen Texten finden konnte.


Fazit

„Die Wahrheit über das Lügen“ ist eine vielseitige Kurzgeschichtensammlung über Zwischenmenschliches und künstlerische Kreativität. Einige Geschichten überzeugten mich vollkommen, andere nur halb, doch ich kann die Lektüre dennoch empfehlen.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

[(The Perks of Being a Wallflower)] [Author: Stephen Chbosky] published on (January, 2013)

Stephen Chbosky
Flexibler Einband
Erschienen bei Simon & Schuster Childrens Books, 11.01.2013
ISBN B00GX2GHCY
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

Nach dem Suizid seines besten Freundes und einem Jahr psychologischer Behandlung beginnt Charlie die Highschool. Dem schüchternen, aber intelligenten Jungen fällt es schwer, Anschluss zu finden. Lediglich in dem älteren Geschwisterpaar Sam und Patrick findet er unerwartet Freunde. Er verliebt sich sofort in Sam, steht sich jedoch häufig selber im Weg, nicht zuletzt aufgrund nicht aufgearbeiteter Traumata. Doch auch Sam und Patrick haben ihre Dämonen.


Meinung

„The Perks of Being a Wallflower“ (dt. „Das also ist mein Leben“) ist und bleibt eines meiner Lieblingsbücher, obwohl die Handlung an sich schwer zu greifen ist.

Es handelt sich um einen Briefroman aus der Sicht des 15-jährigen Charlie, der sein erstes Highschool-Jahr beschreibt und dabei verschiedene Themen anspricht.
An Charlies Beispiel wird die Problematik psychischer Traumata, die zum Teil erst gegen Ende des Buches gänzlich offengelegt werden, aufgezeigt und auch Panikattacken und Nervenzusammenbrüche werden authentisch beschrieben, wenn auch nie direkt als solche bezeichnet.
Auch sexuelle Gewalt, Homophobie und unterdrückte Sexualität und Drogenkonsum werden thematisiert, ebenso Familie, Freundschaft und die erste Liebe. Da die Geschichte aus der Sicht des naiven und noch sehr jungen Protagonisten erzählt wird, werden viele dieser Aspekte jedoch nicht genauer ausgeführt und erklärt. Das ist angenehm, da der Roman so an keiner Stelle belehrend wirkt, sorgt jedoch auch dafür, dass man ihn mit jüngeren Jugendlichen eventuell lieber gemeinsam lesen und besprechen sollte.

Einer meiner Lieblingsaspekte des Romans ist Charlies zwar häufig naive, aber auch sensible und intelligente Art, seine Mitmenschen zu beobachten und zu beschreiben. Der Roman enthält einige sehr kluge, in schöne Worte gefasste Passagen über Menschen, ihr Zusammenleben und ihre Beziehungen und das Erwachsenwerden.
Sehr empfehlenswert ist übrigens auch die Verfilmung, in Deutschland erschienen unter dem Titel „Vielleicht lieber morgen“, deren Drehbuch vom Autor selbst verfasst wurde. Viele Dialoge entsprechen dem Roman und der Schlussmonolog ist einer der schönsten überhaupt, angelehnt an eine Überlegung, die Charlie im Roman bereits angestellt hat.
„Und in diesem Moment, ich schwöre es, sind wir unendlich.“


Fazit

Der sensible, vielschichtige und kluge Jugendroman „The Perks of Being a Wallflower“ ist und bleibt eines meiner Lieblingsbücher.

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142 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 80 Rezensionen

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Das weibliche Prinzip

Meg Wolitzer , Henning Ahrens
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 24.07.2018
ISBN 9783832198985
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

Zu Beginn ihrer College-Zeit lernt Greer Kadetsky die berühmte Feministin Faith Frank und ist sofort fasziniert von der charismatischen Frau. Während ihres Studiums wächst in ihr der Wunsch heran, für Faith zu arbeiten und genau wie sie Großes zu erreichen und Frauen zu helfen. Während ihres Werdeganges lernt sie auch eine Menge über sich selbst und wird mit der teilweise harten Realität konfrontiert.


Meinung

„Das weibliche Prinzip“ wurde mir empfohlen und sprach mich wegen des Themas Feminismus zunächst an. Ich weiß nicht, was ich konkret erwartet habe, doch ich wurde von dem Roman leider enttäuscht.

Einige Aspekte des Romans sind durchaus interessant. So befasst sich das letzte Drittel des Buches viel mit der Arbeit in einer feministischen Stiftung, die sich wirtschaftlich irgendwie über Wasser halten muss und dabei auch Abstriche bei der Umsetzung ihrer Ideale machen muss. Dies halte ich für durchaus realistisch und hätte mich gefreut, wäre dies noch mehr problematisiert und Lösungswege durch die Figuren aufgezeigt worden.

Die Charaktere des Romans - nicht nur Greer, sondern auch ihre Studienfreundin Zee, ihr Freund Cory und natürlich Faith - werden recht ausführlich beschrieben, unter anderem durch Blicke auf ihre Kindheit und ihre Entwicklung bis zum Beginn des Buches. Die Erzählperspektive bleibt, obwohl Greer die Hauptfigur ist, keinesfalls nur bei ihr, was gut ist, um auch die Motive und Gefühle der anderen Figuren verstehen zu können.

Leider fokussiert sich der Roman meiner Meinung nach zu stark auf die Charaktere, sodass man am Ende zwar alle möglichen Details über Greers Kindheit kennt, jedoch nicht wirklich eine Handlung des Romans zusammenfassen könnte. Nicht immer habe ich verstanden, wieso bestimmte Details aus dem Leben einer Figur unbedingt breitgetreten werden mussten. Am problematischsten war für mich jedoch das fehlende Identifikationspotential mit den Figuren. Sie bleiben bis auf einige wenige Charakterzüge wie z.B. Ehrgeiz stets eher blass. Besonders Greer fand ich häufig enttäuschend, da sie zwar sehr intelligent ist, Faith jedoch regelrecht verherrlicht und dafür teilweise sich selbst aufgibt. So gibt es beispielsweise eine Szene in dem Roman, in der Greer, obwohl sie Vegetarierin ist, bei einem Abendessen bei Faith Fleisch isst, um dieser nicht von ihren eigentlichen Essgewohnheiten erzählen zu müssen.

Bei der Handlung scheint häufig ein roter Faden zu fehlen, da die Erzählung zwischen Figuren wechselt und dabei teilweise dieselbe Zeitspanne wieder von vorne zu erzählen beginnt. Häufig sind Zeitsprünge in die Vergangenheit verwirrenderweise nicht gekennzeichnet. Obwohl der Erzähler nicht per se auktorial ist, werden häufig Anspielungen auf die Zukunft gemacht, die meiner Meinung nach nicht immer in die Narration passten.


Fazit

„Das weibliche Prinzip“ hat einen durchaus interessanten Ansatz über modernen Feminismus und die wirtschaftlichen Probleme feministischen Aktivismus‘. Die Figuren sind ebenfalls gut ausgearbeitet, häufig nehmen ihre Lebensgeschichten jedoch überhand und verhindern eine durchgängige Handlung mit erkennbarem roten Faden. Leider bieten sie in meinen Augen auch kaum Identifikationspotential.

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555 Bibliotheken, 18 Leser, 1 Gruppe, 134 Rezensionen

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Was man von hier aus sehen kann

Mariana Leky
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 15.08.2018
ISBN 9783832198398
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

„Was man von hier aus sehen kann“ erzählt die Geschichte der schrulligen Dorfgemeinschaft von Westerwald. Dort gibt es zum Beispiel Selma, die immer, wenn sie von einem Okapi träumt, damit den Tod eines Dorfbewohners vorhersagt und Westerwald in einen Ausnahmezustand versetzt. Von ihr, ihrer Enkelin Luise, von Freundschaft, (unerwiderter) Liebe, Verlust, Aberglauben und Zusammenhalt erzählt dieser Roman.


Meinung

„Was man von hier aus sehen kann“ habe ich gekauft, ohne so richtig zu wissen, was mich erwarten würde. Ich habe einfach dem Lob vieler Blogger*innen und einer Buchhändlerin meines Vertrauens vertraut und bin sehr zufrieden damit.

Es ist tatsächlich schwer zu erklären, was für eine Geschichte der Roman erzählt und welchem Genre er konkret angehört. Im Grunde beschreibt er aus Luises Perspektive sowohl deren Leben und Familiengeschichte als auch vereinzelte Anekdoten aus dem Dorf über einen Verlauf von vielen Jahren, von ihrer Kindheit zum Erwachsenenalter. Auch einige kleine fantastische, in Richtung Märchen tendierende Elemente sind enthalten, nehmen jedoch nicht überhand, sodass der Roman größtenteils als realistisch eingestuft werden kann. Dabei kommen viele Themen zur Sprache, unter anderem der Umgang mit dem Tod eines geliebten Menschen, die Angst vor dem Tod, Aberglauben, Liebe, die nicht erwidert wird, mit der Zeit vergeht oder von äußeren Umständen erschwert wird und der Zusammenhalt einer eingeschworenen Dorfgemeinschaft wie der Westerwalds.

Die Handlung selbst ist dabei eher ruhig, das Buch liest sich aufgrund des poetischen, sensiblen und emotionalen Schreibstil dennoch zügig.
„Was man von hieraus sehen kann“ ist einer dieser Romane, in denen Figuren nicht so sprechen, wie Menschen es in der Realität tun würden, sondern eher poetisch und gestelzt, wie in einem Märchen. Dennoch sind die Dialoge zum Teil wunderschön und Beschreibungen sehr treffend, mitunter auch äußerst humorvoll. Man hat das Gefühl, dass besonders Figuren in ihrem Wesen sehr gut und anschaulich erfasst werden. Insbesondere in das stilistische und inhaltliche Zusammenspiel von Anfang und Ende habe ich mich verliebt.
Zunächst ist die Erzählweise jedoch ein wenig verwirrend, da Luise die Geschichte zwar aus der Ich-Perspektive erzählt, teilweise jedoch auch als auktoriale Erzählerin fungiert.

Was den Roman auszeichnet, sind definitiv die Figuren. Die spezielle Selma, die abergläubische Elsbeth, der ewig heimlich verliebte Optiker, die stets miesepetrige Marlies - sie alle sind speziell, aber auf eine schrullige Art liebenswert. Die Dynamik zwischen diesen Personen, die so verschieden sind und einander dennoch Halt und Unterstützung bieten, ist interessant zu verfolgen. Mal belächelt man ihr seltsames Verhalten, doch am Ende des Romans war ich vor allem gerührt von dieser schönen Geschichte.



Fazit

„Was man von hieraus sehen kann“ ist eine berührende, teils poetisch und humorvoll erzählte Geschichte über ein liebenswertes Dorf, Liebe, Aberglaube und Zusammenhalt.

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128 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 68 Rezensionen

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Liebe ist so scheißkompliziert

Sabine Schoder
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 22.08.2018
ISBN 9783733504069
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Auf einer Party schießt Nele sich ab und schläft ausgerechnet neben Schulschwarm und Basketballstar Jerome ein. Das sorgt nicht nur für Stress mit ihrer Schwester, die in Jerome verliebt ist, sondern auch für andere unangenehme Konsequenzen. Am nächsten Tag taucht ein Video der halbnackten Nele im Internet auf - gepostet von Jeromes Handy. Doch warum verhält er sich Nele gegenüber dann so freundlich, wenn er ihr so etwas angetan hat?


Meinung

Nele ist auf den ersten Blick eine sehr erfrischende Protagonistin. Sie ist mit 1,90m ungewöhnlich groß und hat eine sehr unterhaltsame Art. Beispielsweise nennt sie ihre Nase Lord Voldemort, weil sie so flach ist.
Angenehmerweise ist sie sich der Schönheitsideale bewusst, die jungen Mädchen ein toxisches Bild ihres Körpers vermitteln, realistischerweise aber dennoch nicht dagegen gefeit, sich in ihrem eigenen Körper manchmal unwohl zu fühlen und mit anderen zu vergleichen.

Ein wenig schade fand ich, dass sie sich dann genau in den einen Jungen verliebt, der größer ist als sie, sodass die beiden dann doch ein „normales“ Paar sind. Es wäre schön gewesen, wenn das Buch stattdessen gezeigt hätte, dass auch eine überdurchschnittlich große Frau von einem durchschnittlich großen Mann geliebt werden kann.


Teilweise enthält das Buch durchaus amüsante Dialoge, zum Beispiel zwischen Nele und ihrem Vater oder ihrem besten Freund Tom.


Allerdings läuft in Neles Familie auch so einiges falsch. Dass sich zwei Teenie-Schwestern miteinander streiten, ist durchaus normal, doch Nele ist zu ihrer kleinen Schwester teilweise wirklich fies, ohne sich jemals dafür zu entschuldigen. Beispielsweise beleidigt sie sie absichtlich in Hörweite ihres großen Schwarms.
Neles Mutter ohrfeigt sie bei einem unglücklichen Missverständnis, ebenfalls ohne sich dafür zu entschuldigen.


Immerhin macht Nele sich auch häufig Sorgen um ihre kleine Schwester und ihre Familie spielt neben der Liebesgeschichte eine große Rolle in dem Buch, was mir gut gefallen hat.


Der Roman ist durchaus unterhaltsam, arbeitet jedoch auch mit ziemlich vielen Klischees. Es gibt eine Schulzicke, die einen Lästerblog führt („Gossip Girl“ lässt grüßen) und irgendwann kommt auch die Liebesgeschichte zu dem Punkt, an dem Nele jammert, der Junge, auf den sie steht, würde sie bestimmt nicht mögen und sie sei ja sowieso nicht liebenswert, obwohl das Gegenteil offenkundig ist.
Völlig schleierhaft war mir auch, wieso Nele nach dem Video auf einmal in der Schule und online als Schlampe bezeichnet wird. Immerhin waren Jerome und sie beide nicht mit jemand anderem in einer Beziehung und er an der Sache genauso beteiligt wie sie, wird aber in Ruhe gelassen.
Noch absurder wird es, als an der Schule gleichzeitig eine Hetzjagd auf die Person angezettelt wird, die das Video von Nele hochgeladen hat. Was für eine Doppelmoral, anderseits vielleicht auch realistisch für die Mediennutzung heutzutage.


Der Schreibstil ist die meiste Zeit recht angenehm, doch an einigen Stellen wirkt er hölzern und unrealistisch. So spricht Neles Schwester beispielsweise häufig im Präteritum, obwohl, vor allem in der Umgangssprache von Jugendlichen, eher im Perfekt gesprochen wird und ersteres sehr unnatürlich klingt.


Fazit

Der Roman enthält einige erfrischende Elemente, bedient jedoch auch einige Klischees und ist nicht immer ganz schlüssig.

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33 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

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Arkadien fällt

Kai Meyer , Andreas Fröhlich
Audio CD
Erschienen bei Silberfisch, 29.09.2011
ISBN 9783867420921
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Im dritten Band der Arkadien-Trilogie finden die Fäden aller Handlungsstränge in einem wie gewohnt actionreichen Showdown ihren Abschluss.

Rosa und Alessandro haben mit den politischen Intrigen innerhalb der Mafia-Familien zu kämpfen, doch auch von außen gibt es mit dem Hungrigen Mann eine Bedrohung. Zudem will Rosa noch immer die Wahrheit über ihre Vergewaltigung herausfinden und ihre Familie, die scheinbar mit in der Sache drinsteckt.

Obwohl es ziemlich viele Informationen auf einmal sind, bin ich beeindruckt davon, wie Kai Meyer schließlich alle Handlungsstränge der Reihe spannend und faszinierend auflöst und in einem beeindruckenden Showdown zusammengeführt hat. Einige Dinge, die in diesem Band noch eine größere Bedeutung bekommen, hatte ich zuvor noch gar nicht auf dem Schirm gehabt. Besonders die Erklärung über die „Löcher in der Menge“ fand ich zwar spannend, doch zum Teil war sie mir auch ein wenig zu abgespacet.

Die Beziehung von Rosa und Alessandro ist mir immer noch ein wenig zu kitschig, aber auch angenehm unaufgeregt ohne viel Beziehungsdrama. Einige Nebenfiguren entwickeln sich in diesem Band durchaus interessant und wachsen über sich hinaus.

Insgesamt ein gelungener Abschluss!

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27 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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P.S. I Still Love You

Jenny Han
Fester Einband
Erschienen bei Simon & Schuster Books for Young Readers, 26.05.2015
ISBN B01K2VDRY2
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Eigentlich hat Lara Jean nur vorgegeben, mit Peter eine Beziehung zu führen, doch dann haben beide festgestellt, dass sie Gefühle für einander haben. Ihre frische Beziehung steht jedoch noch immer im Schatten von Gens Eifersucht und Gerüchten, die über Lara Jean verbreitet werden.


Meinung

„To All the Boys I’ve Loved Before“, der erste Teil der Reihe um Lara Jean, hat mir wirklich gut gefallen. Die Idee war ungewöhnlich und süß und die Figuren zum Großteil liebenswert. Das Ende war zwar ein wenig offen, in meinen Augen aber genau richtig.
Wie schön wäre es, hätte es diesen zweiten Teil nie gegeben.


Wie in diesem Jugendbuch mit dem Thema Sex unter Jugendlichen umgegangen wird, ist eine absolute Katastrophe.

Nach den von Gen verbreiteten Gerüchten, Lara Jean und Peter hätten in der Nacht, in der sie sich im Whirlpool geküsst haben, miteinander geschlafen, ist Lara Jean das Gesprächsthema der Schule rum. Alleine die Tatsache, dass sich die Leute so sehr für einen Kuss zwischen zwei Personen, die (angeblich) eine Beziehung führen, interessieren, erschien mir unrealistisch.
Noch absurder wird es, als Lara Jean plötzlich von vielen Leuten an der Schule und im Internet als Schlampe beschimpft wird. Idioten gibt es überall, aber: 1. Wieso wird ihr vorgeworfen, angeblich mit Peter geschlafen zu haben, ihm aber nicht? 2. Wieso ist es in irgendeiner Form verwerflich, wenn eine 16-Jährige mit ihrem Freund schläft? Vor allem dann, wenn Gen dafür bekannt ist, schon in der 9. Klasse mit Peter Sex gehabt zu haben.
Als selbst eine Lehrkraft zu Lara Jean sagt, sie habe gedacht, sie sei „besser als das“ und ihr Vater ihr ebenfalls Vorwürfe macht, wurde es mir wirklich zu bunt.

Leider wurde fast alles, was an dieser Darstellung problematisch ist, im Buch kaum angesprochen. Die Sache „klärt sich“, als Peter sich für Lara Jean einsetzt, und nicht etwa, weil irgendjemand einsehen würde, wie absolut verstörend und falsch das Verhalten all dieser Leute ist.
Ich frage mich, was Jenny Han mit einer solchen Darstellung erreichen wollte. Jungen Mädchen Angst vor den ersten sexuellen Erfahrungen machen, indem sie zeigt, dass man dafür offensichtlich verachtet wird?


Leider ist auch die Beziehung von Lara Jean und Peter in meinen Augen sehr problematisch.
Was die beiden aneinander jemals gefunden haben, war mir das ganze Buch über schleiferhaft. In diesem Band besteht Ihre Beziehung hauptsächlich aus Eifersucht und Streit.
Während Peter in TAtBILB noch süß war, wird er selbst von Lara Jean in diesem Buch vor allem als arrogant und selbstverliebt beschrieben. Wieso sie es beispielsweise offenbar attraktiv findet, dass Peter sich in jedem Spiegel anschaut und sein Aussehen kontrolliert, wurde mir nie klar.

Die größte Belastung für die Beziehung der beiden ist natürlich Genevieve, allerdings nicht nur ihre Gerüchte, sondern vor allem die enge Beziehung, die sie noch immer zu Peter hat.
Letzterer nimmt überhaupt keine Rücksicht auf Lara Jeans Gefühle und verbringt weiterhin viel Zeit mit seiner Ex, auch bei ihr Zuhause und auch, als er schon recht sicher weiß, dass sie seine aktuelle Freundin (Lara Jean) cybermobbt und dass Lara Jean dieses Verhältnis wehtut. Als Lara Jean sich dagegen einmal mit einem alten Schulfreund trifft, wirft er ihr das direkt vor. Außerdem beschwert er sich bei Lara Jean, wenn sie nicht zu jedem seiner Lacrosse-Spiele kommt, obwohl er sich selbst wenig für ihr Leben und ihre Hobbys interessiert.
Kurz: Peter verhält sich unmöglich und Lara Jean lässt das ziemlich lange mit sich machen. Die meisten seiner problematischen Verhaltensweisen wirft sie ihm das ganze Buch über nicht vor und er selbst hat für sie auch nur Vorwürfe übrig, statt einmal etwas einzugestehen.

Selbst ist sie aber nicht viel besser, denn sie bringt Genevieve selbst ständig ins Gespräch und vergleicht sich andauernd mit ihr, was ebenfalls nicht zu einem guten Beziehungsklima beiträgt.
Obwohl sie an Peter hängt, verbringt sie später viel Zeit mit einem anderen Jungen, von dem ein Blinder sehen würde, dass er auf sie steht (wieso auch immer), und macht ihm Hoffnungen.
Generell verhält sie sich das ganze Buch über sehr naiv und kindisch, was zum Teil wohl auch realistisch ist, sie aber nicht zwangsläufig sympathisch macht.

Noch trauriger wird das Ganze, als John Ambrose McClaren, ein weiterer Empfänger von Lara Jeans Briefen, auftaucht und eine klischeehafte Dreiecksgeschichte entsteht.
Im Grunde wird die ganze Zeit gezeigt, wieviel besser John zu ihr passen würde. Er ist rücksichtsvoll, nimmt sich Zeit für sie, interessiert sich wirklich für sie und mag sie. Lara Jean hängt jedoch weiter aus unerfindlichen Gründen an Peter und bis zum Ende klären die beiden nie die Dinge, die zwischen ihnen falsch laufen.


Die Figur der Genevieve wird in diesem Buch auch ein wenig genauer beleuchtet, doch was man über sie erfährt entschuldigt oder erklärt immer noch in keinster Weise ihr biestiges Verhalten Lara Jean gegenüber.
Die Entwicklung von Kitty hat mich ebenfalls enttäuscht. Im ersten Teil war sie noch frech, klug und auf ihre Art charmant. In diesem Buch ist sie vor allem selbstbezogen, unverschämt und nimmt keinerlei Rücksicht auf die Gefühle anderer. Zudem hängt sie erschreckend viel vor dem Fernseher und scheint kaum andere Hobbys zu haben.

Zum Glück gibt es auch noch einige sympathische und niedliche Nebenfiguren, beispielsweise Lucas, der mittlerweile ein guter Freund für Lara Jean wird, die beiden Rentnerinnen Stormy und Alicia oder, wenn es nicht gerade um Sex geht, auch der Vater der Song Girls.


Fazit

Insgesamt hat mich der zweite Teil der Reihe um Lara Jean und Peter leider schwer enttäuscht. Mit dem Thema Sex unter Jugendlichen wird unmöglich prüde, unrealistisch und sexistisch umgegangen und die Beziehung der beiden ist absolut ungesund, wobei die meisten unmöglichen Verhaltensweisen leider nie problematisiert werden. Für junge Leser*innen ist eine solche Geschichte in meinen Augen leider ein sehr schlechtes Vorbild.

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Nevernight

Jay Kristoff
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Thomas Dunne Books, 09.08.2016
ISBN 9781250073020
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

Mia Corvere war zehn Jahre alt, als ihr Vater vor ihren Augen ermordet wurde. Als die Männer von Konsul Scaeva versuchten, auch sie zu ermorden. Als sie schwor, ihre Familie zu rächen.
Jahrelang wurde das Mädchen von ihrem Shahiid Mercurio ausgebildet, um nun in der Roten Kirche zu einer Auftragsmörderin zu werden. Hinter den Mauern des geheimnisvollen Gebäudes warten die gefährlichsten Menschen des Kontinents, harte Prüfungen, tödliche Geheimnisse sowieso Freundschaften und neue Feinde auf Mia.


Meinung

Alleine die wunderschönen und düsteren Cover hätten gereicht, um mich für das Buch zu begeistern. Als ich dann auch noch mitbekam, dass die Hauptfigur eine jugendliche Auftragsmörderin ist, war es um mich, mit meiner Liebe für starke, ungewöhnliche weibliche Hauptfiguren, geschehen.
Und obwohl „Nevernight“ in gewisser Weise doch anders war als erwartet und definitiv ein ungewöhnliches Buch ist, hat es mich absolut in seinen Bann gezogen.

Ich muss zugeben, der Einstieg in das Buch fiel mir ziemlich schwer.
Der Erzähler des Buches, über dessen Identität ich schnell eine Vermutung hatte und der scheinbar selbst Teil der Geschichte ist, hat eine sehr ungewöhnliche Art zu erzählen. Bereits im Vorwort nimmt er einige große Entwicklungen der Reihe vorweg und kommentiert das ganze Buch über das Geschehen äußerst ironisch und mit sehr bösem Humor. Nach einer Weile gewöhnte ich mich jedoch an diesen Stil und empfand ihn als erfrischend.

Auf den ersten Seiten musste ich mich zunächst auch an die Erzählweise gewöhnen, in der Gegenwart und Flashbacks sich regelmäßig abwechseln, wobei letztere durch kursive Schrift gekennzeichnet sind.
Am gewöhnungsbedürftigsten waren für mich jedoch die häufig verwendeten Fußnoten, die teilweise über eine halbe Seite gehen und Informationen über Itreya, die dortige Kultur, Religion und Geschichte geben, ebenfalls durchsetzt von zynischen Kommentaren des Erzählers. So interessant und unterhaltsam diese Informationen auch waren, so sehr haben sie zum Teil auch meinen Lesefluss gestört. Ich vermute, dass man das Buch im Zweifelsfall auch ohne die Fußnoten lesen könnte.

Es dauerte jedoch nicht lange, und „Nevernight“ hatte mich vollkommen in seinen Bann gezogen. Die vom alten Rom inspiriertere Fantasywelt mit der Religion rund um den Lichtgott Aa und seine vier Töchter faszinierte mich und ich wurde das Gefühl nicht los, dass Kristoff mit Itreya den Aufstieg und Untergang der Römischen Republik parodierte. Es ist beeindruckend, wieviele Gedanken der Autor sich auch um die Geschichte und politische Details seiner Welt gemacht hat, die für die Handlung direkt keine Rolle spielen, und ich freue mich schon darauf, in den nächsten beiden Büchern mehr über Itreya zu lernen.

Auch Mias Geschichte riss mich mit, so altbekannt das Motiv des Kindes, das den Tod seiner Eltern rächen will, auch ist. Ich habe, wie gesagt, eine Schwäche für starke weibliche Hauptfiguren und war ein großer Fan des mutigen, klugen, teilweise kaltblütigen Mädchens, das in „Nevernight“ für ihre Rache kämpft. Obwohl Mia in der Roten Kirche auch Freunde findet und Gefühle für eine Figur entwickelt, bleibt der Roman seiner Linie treu und driftet nie Richtung Kitsch ab. Der Fokus liegt immer auf Mias Ausbildung zur Mörderin und der Erinnerung an all das, was sie verloren hat und was sie rächen will.
Das Setting der geheimnisvollen Schule mit den ungewöhnlichen Methoden und dem Wettbewerb zwischen Jugendlichen, die sich mitunter auch gegenseitig ausschalten, ist zwar ebenfalls keineswegs neu, konnte mich aber dennoch packen. Die Handlung und die Enthüllungen überraschten mich immer wieder und das Ende ließ mich mit dem Wunsch zurück, sofort zu Band zwei zu greifen, und das, obwohl viele Handlungselemente mir aus anderen Büchern bekannt vorkamen. Jay Kristoff versteht es, altbekanntem Stoff seine ganz persönliche Note zu verleihen und ihn überzeugend als etwas spannendes Neues zu verkaufen.

Teilweise sind Mia und ihre Kräfte das typische Klischee der Jugendbuch-Actionheldin, denn sie ist trotz ihrer jungen Jahre furchtlos, extrem gut im Kämpfen und durch ihre darkin-Kräfte etwas Besonderes, in den Augen mancher sogar von der Göttin Niah auserwählt. So oder so ähnlich hat man das alles schon mal gelesen.
Angenehmerweise erklären ihre Kräfte als darkin und Mr. Kindly jedoch zumindest die für einen Menschen schon unrealistische Furchtlosigkeit. Und obwohl Mia einige „Ein Einzelnes Mädchen kann schaffen, was bisher niemand geschafft hat“-Momente hat, zeigt sie auch immer wieder Unsicherheit, Mitleid und Schwächen. Sie ist als Figur nicht unbedingt menschlich sympathisch, doch man kann gut mit ihr mitfiebern und ihre interessante Entwicklung nachvollziehen.

Die meisten anderen Figuren lernt man eher oberflächlich kennen, so zum Beispiel die Shahiids (Lehrer) in der Roten Kirche oder Jessamine, eine Mitschülerin von Mia, die sich bereits an ihrem ersten Tag zu ihrer Feindin erklärt. Viele dieser Charaktere sind dennoch faszinierend und haben Potential, in den kommenden Büchern eine größere, interessante Rolle zu spielen. Andere Figuren haben, obwohl die Erzählung eindeutig auf Mia fokussiert ist, erstaunlich viel Tiefe und ich habe um sie getrauert oder freue mich auf eine erneute Begegnung mit Ihnen im nächsten Band.

Auf eine Sache möchte ich noch hinweisen, sollte euch die Geschichte von „Nevernight“ ansprechen: Dieses Buch ist trotz des Alters der Hauptfigur nicht zwingend ein Jugendbuch. Es wird viel geflucht, es gibt sehr explizite, aber gut geschrieben Sexszenen (in denen Verhütung allerdings keine Rolle spielt - insofern nur etwas für die aufgeklärten Leser*innen unter uns ;)) und vor allem ist es extrem brutal. Leute werden in Stücke gerissen, ersticken an ihrem eigenen Blut oder werden gefoltert und das nicht selten auch von der Hauptfigur. Eine gewisse Reife und einen starken Magen sollte man meiner Meinung nach besitzen, um dieses Buch lesen und sich von einigen Elementen distanzieren zu können. Wer nicht auf Blutbäder steht, ist hier eher an der falschen Adresse.


Fazit

„Nevernight“ überzeugt trotz der gewöhnungsbedürftigen Erzählweise durch ein faszinierendes Setting, eine starke Hauptfigur, mit deren Schicksal man mitfiebert und die eine tolle Entwicklung durchmacht, und eine spannende Handlung und bösen Humor. Aber Achtung: Es fließt wirklich viel Blut.

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313 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

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To All the Boys I've Loved Before

Jenny Han
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Simon & Schuster US, 01.03.2014
ISBN 9781481417754
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Immer, wenn Lara Jean (unglücklich) verliebt war, hat sie einen Brief an den betreffenden Jungen geschrieben, um mit der Sache abzuschließen. Diese Briefe waren nur für sie gedacht und an einem geheimen Ort aufbewahrt, doch dann werden sie verschickt und plötzlich steht Lara Jeans Leben Kopf. Um zu verhindern, dass der Ex-Freund ihrer Schwester erfährt, dass sie noch immer Gefühle für ihn hat, beginnt sie mit ihrem Schulkameraden Peter eine Scheinbeziehung und sorgt so für eine Menge Chaos.


Meinung

Die Reihe um Lara Jean war vor einer Weile sehr beliebt unter Jugendbuchleser*innen und obwohl ich das Gefühl nicht loswurde, mittlerweile ein wenig zu alt dafür zu sein, hat mich „To All the Boys I‘ve Loved Before“ gut unterhalten.

Lara Jean und ihre Familie sind eine äußerst liebenswerte Truppe, allen voran ihre freche, kleine Schwester Kitty, die mit ihrer vorlauten und bestimmten Art mein Highlight des Buches war. Doch auch die Beziehung zu ihrem liebevollen, aber etwas verpeilten Vater und ihrer mütterlichen Schwester Margot haben mich zwischenzeitlich sehr berührt und mir die Figuren sympathisch gemacht. Toll fand ich, dass die Familie nicht nur schmückendes Beiwerk hinter der Liebesgeschichte war, sondern auch kleinere und größere Konflikte unter den Coveys/Songs eine Rolle spielten und ihr Familienleben sehr präsent war.

Die Idee mit den Liebesbriefen, die Lara Jean mehr als eine Art Tagebuch als als wirkliche Briefe benutzt, fand ich lustig und erfrischend, wenn auch die Umstände, unter denen sie doch zu ihren Empfängern kamen, etwas gezwungen wirkten. Die Fettnäpfchen und peinlichen Begegnungen, die dadurch für Lara Jean entstehen, waren ziemlich unterhaltsam.
Mitzuerleben, wie Lara Jean und Peter, die seit Jahren nichts mehr mit einander zu tun hatten, gezwungenermaßen Zeit miteinander verbringen und einander näherkommen, war ziemlich süß. Einige Entwicklungen gingen mir hier aber auch zu schnell und der Roman kommt um einige klassische Jugendbuchklisches leider nicht herum.

Sowohl Peter als auch Josh wuchsen mir im Laufe des Buches beide ans Herz und ich fand es toll, dass es auch viele Szenen mit den beiden Jungs und Lara Jeans Familie, besonders Kitty, gab. Die Jungs sind sehr unterschiedlich - Josh mit seiner ruhigen und Peter mit seiner spielerisch selbstverliebten, aber sehr lustigen Art -, aber auch beide sehr sympathisch.

Leider löste das Ende meiner Ansicht nach nicht alle Konflikte zwischen den Figuren verständlich auf und das Verhalten einer Figur erschloss sich mir bis zum Ende nicht. In Bezug auf eine andere Figur gefiel mir jedoch dass halb offene Ende und ich bin fast ein wenig traurig, dass es einen zweiten und dritten Teil gibt.

Was mich sehr gestört hat, war das Verhältnis, das die Figuren zum Thema Sex bei Teenagern haben und das im Roman meiner Ansicht nach nicht angemessen problematisiert wird. Während eine Nebenfigur dafür bekannt ist, bereits in der 9. Klasse mit ihrem Freund geschlafen zu haben und das niemanden besonders interessiert, wird eine andere als Schlampe bezeichnet und ihr Vater erzählt ihr, sie sei zu jung für Sex, als das Gerücht umgeht, sie hätte mit ihrem Freund geschlafen. Diese Doppelmoral hat sich mir nicht nur nicht erschlossen; ich finde sie auch schwierig für die Zielgruppe des Buches. Weder das Mobbing noch die Tatsache, dass es alleine Entscheidung des 16-jährigen Mädchens und ihres Freundes ist, ob und wann sie Sex haben, solange sie es verantwortungsbewusst tun, kam meiner Meinung nach ausreichend zur Sprache.


Fazit

„To All the Boys I‘ve Loved Before“ basiert auf einer süßen Idee und kann mit einigen sympathischen Figuren und unterhaltsamen Dialogen und Momenten aufwarten. Einige Klischees sind jedoch auch vorhanden, weshalb der Roman mehr eine gute Lektüre für zwischendurch ist.

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14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Scythe

Neal Shusterman
E-Buch Text: 449 Seiten
Erschienen bei Walker Books, 01.02.2018
ISBN 9781406382129
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Inhalt

In einer scheinbar perfekten Welt, in der Menschen keines natürlichen Todes mehr sterben, werden sogenannte Scythes ausgebildet. Ihre Aufgabe ist es, systematisch eine bestimmte Anzahl von Menschen pro Jahr zu töten, um eine Überbevölkerung zu verhindern. Doch das System ist alles andere als perfekt.

Die beiden Jugendlichen Citra und Rowan werden beide von Scythe Faraday auserwählt, bei ihm ausgebildet zu werden. Eine*r von ihnen soll nach einem Jahr zum Scythe werden. Doch dann geraten die beiden zwischen die Fronten.


Meinung

Das Szenario von "Scythe" ist mehr als faszinierend. Die weiter entwickelte Technik und neue politische Systeme, auch die Idee einer alles sehenden und kontrollierenden künstlichen Intelligenz kennt man schon aus anderen Dystopien, auch wenn ich Neal Shustermans Umsetzung davon durchaus gelungen fand. Doch was mich wirklich begeistern konnte war die Idee der Scythes und die vielen philosophischen Fragen über den Wert und den Sinn des Lebens, die sich indirekt daraus ergeben. Wenn alle Menschen nicht mehr nur theoretisch das Recht auf unversehrtes Leben sondern auch die Möglichkeit dazu haben, aber dennoch einige von ihnen sterben müssen, wie entscheidet man dann, wer sterben muss? Wie sorgt man dafür, dass Scythes nach "objektiven Kriterien" töten? Wie stellt man sicher, dass sie keine Lust am Töten finden?
Ein wenig wurde ich auch das Gefühl nicht los, dass schwarzer Humor und ein Hang zum Makaberen bei der Entwicklung des Buches eine Rolle spielten.

Aus der wunderbar durchdachten Idee entwickelt sich eine packende Handlung, denn wie man schon früh erahnen konnte, ist das System der Scythes nicht so erhaben und neutral, wie sie es gerne hätten. Auch in einer scheinbar perfekten Welt sind die Menschen es nicht und es bilden sich politische Intrigen und finstere Pläne, in die die beiden Hauptfiguren hineingeraten. Durch den tödlichen Beruf der Scythes und die Möglichkeit des Wiederbelebens enthält das Buch jede Menge, teils ziemlich gewalttätige Actionszenen und einige coole Twists bereit, die nur durch das gelungene Szenario möglich sind.

Die Figuren entsprechen fast alle gewissen Stereotypen, konnten mich aber dennoch überzeugen. Rowan und Citra werden beide von Faraday aufgrund ihres aufgeweckten, mitfühlenden und rebellischen Charakters ausgewählt, der sie mir schnell sympathisch machte. Im Laufe des Buches entwickeln beide sich jedoch authentischerweise sehr unterschiedlich und überzeugend.
Faraday hat mit seiner weisen und wohlwollenden Art ein wenig etwas von Dumbledore und sowohl er als auch Scythe Curie faszinnierten mich.

Der einzige Punkt, der mich etwas irritierte, war der Tonist Cult, eine Religion zu ehren der heiligen Stimmgabel. Diese "Kirche" wirkte für mich nicht albern genug, um eine Parodie zu sein, da sie im Buch eher ernste Auftritte hat, die Grundidee aber wiederum zu albern, um ernst gemeint zu sein. Was Shusterman damit bezwecken wollte, hat sich mir nicht erschlossen.


Fazit

"Scythe" basiert auf einem faszinierenden und gut durchdachten Szenario und kann mit interessanten Figuren und jeder Menge Action aufwarten.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Dumplin'

Julie Murphy
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Balzer + Bray, 15.09.2015
ISBN 9780062327185
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Willowdean „Will“ Dixon ist - nach eigener Aussage - fett. Und meistens hat sie kein großes Problem mit ihrem Körper. Doch dann kommt der Sommer, in dem ihre beste Freundin Ellen plötzlich eine neue, dünne, hübsche beste Freundin hat und Will zum ersten Mal geküsst wird. Und plötzlich ist sie gar nicht mehr so selbstsicher. Umso schlimmer, dass ihre Mutter den jährlichen Miss Teen Blue Bonnett-Wettbewerb organisiert und ihr ständig Druck wegen ihres Körpers macht. Doch Will findet: Sie sollte sich für andere nicht verbiegen müssen. Kurzerhand meldet sie sich für den Wettbewerb an. Und löst eine Menge Chaos aus.


Meinung

Langsam aber sicher bahnt sich Diversität ihren Weg ins Jugendbuchgenre. In den letzten Jahren habe ich einige Bücher mit People of Colour als Hauptfiguren, Figuren mit anderen sexuellen Orientierungen oder psychischen Erkrankungen gelesen. Nun freue ich mich, dass - gerade angesichts der vielen negativen Körperbilder, die Protagonist*innen oft verbreiten - auch der unterschiedliche Körperbau verschiedener Menschen und das Thema Body Positivity (positive Einstellung gegenüber dem eigenen Körper und dem anderer) Einzug finden.

Von Anfang an mochte ich die Art, wie Will mit ihrem Körper umgeht. Sie nennt sich selbst ganz salopp „fett“, aber nicht so, wie einige durchschnittlich gewichtige Protagonistinnen das tun, die ein unrealistisches, toxisches Körperbild von sich haben,  sondern einfach als Fakt. Sie steht dazu übergewichtig zu sein und fühlt sich meistens auch wohl damit, unter anderem, weil sie mit ihrer verstorbenen Tante Lucie einen wertvollen und liebenswerten Menschen kannte, der ebenfalls übergewichtig war. Von Anfang an ist klar, dass Will nicht vorhat, sich durch Diäten, Sportprogramme oder ähnliches, die ihre Mutter ihr gerne andrehen will, den gängigen Schönheitsidealen anzupassen. Ein tolles Vorbild für junge Leser*innen, die lernen sollten, ihren Körper als schön und richtig zu akzeptieren, so wie er ist.

Gewünscht hätte ich mir manchmal jedoch eine Differenzierung zwischen dem Wunsch aufgrund von Schönheitsidealen abzunehmen und dem, aus gesundheitlichen Gründen anzunehmen. Über ihren eigenen Gesundheitszustand sagt Will selbst nichts, doch ihre Tante ist unter anderem aufgrund ihres extremen Übergewichts sehr früh gestorben. Es hätte sicherlich nicht schaden können, diese Tatsache noch mehr zu thematisieren, um klarzumachen, dass man sich in seinem Körper zwar wohlfühlen, ihn aber dennoch gut behandeln sollte - Was sowohl für über- als auch für untergewichtige Menschen gilt.

Ständig provoziert durch den Schönheitsköniginnenwettbewerb, den ihre Mutter mit anleitet, und gehässige Kommentare anderer entscheidet Will schließlich, dass sie sich für ihren Körper nicht verstecken oder schämen muss und meldet sich für besagten Wettbewerb an. Sie löst eine Kettenreaktion aus, die auch andere Mädchen, die aufgrund ihres Äußeren gehänselt werden, dazu ermutigt, sich ins Rampenlicht zu stellen und zu beweisen, dass sie schön sind wie sie sind. Auch am Beispiel von Millie, Amanda und Hannah wird klar, dass die Menschen, die viele bisher für „Freaks“ gehalten haben, wunderbare und liebenswerte Menschen sind, die näher kennenzulernen sich lohnt. Eine tolle Botschaft!

Dennoch ist Will nicht immer das perfekte, selbstbewusste Vorbild für andere. Zwar steht sie meist zu ihrem Körper, doch auch sie hat ihre „schwachen Momente“ in denen sie sich wünscht, einfach zu sein wie alle anderen. Besonders als der gutaussehende Bo sich für sie interessiert, wird auch sie verunsichert. Nicht, weil sie nicht glauben könnte, dass er etwas an ihr findet (Ein weiterer Teil der tollen Botschaft: Du bist liebenswert und Menschen können sich zu dir hingezogen fühlen, egal wie deine Figur aussieht!), sondern weil sie Angst vor den Kommentaren anderer hat. So traurig es auch war, diesen negativen Einfluss der Gesellschaft zu sehen, so authentisch machen diese Momente Will auch.

Das wohl beste und positivste an dem Buch in Bezug auf die Thematik ist allerdings, dass sich nicht alles in „Dumplin‘“ um Wills Körperbau dreht und sie damit als Figur nicht nur auf ihr Gewicht reduziert wird.
Will ist ein normaler Teenager und hat mit völlig alltäglichen Problemen zu kämpfen wie dem Auseinanderleben mit der besten Freundin, einer konfliktreichen Beziehung zu ihrer Mutter und romantischen Gefühlen. Sie zeigt sich eifersüchtig auf eine neue Freundin ihrer besten Freundin und hat Schwierigkeiten sich ihrer Mutter nahe zu fühlen, die scheinbar so anders ist als sie und ihre Tante und kein Verständnis für sie hat. Gerade ihre Beziehung zu Ellen und ihrer Mutter fand ich angenehm authentisch und emotional und es hat mir gut gefallen, dass diesen mehr Raum gegeben wurde als der Liebesgeschichte.
Auch in diesen Aspekten der Geschichte beweist Will, dass sie alles andere als perfekt ist, ist eifersüchtig und zickig, zeigt aber auch ein gutes Herz und Kompromissbereitschaft.

Zwei kleine Kritikpunkte habe ich jedoch: Zum einen zieht sich die Geschichte in meinen Augen manchmal ein wenig, da sie keinen klassischen Spannungsbogen hat und hauptsächlich Wills Leben beschreibt. Zum anderen war mir gerade angesichts von Will, ihrer Mutter und ihren Freundinnen Bo als Figur zu perfekt und zu langweilig. Es wird zwar gezeigt, dass Will als eine der wenigen hinter seine stille, geheimnisvolle Fassade blickt, doch er kam mir immer noch sehr distanziert vor.


Fazit

„Dumplin‘“ ist ein tolles, positives Jugendbuch, nicht nur über Schönheitsideale und die Tatsache, dass Menschen schön sind, wie sie sind, sondern auch über Freundschaft, Liebe und eine komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung. Authentisch, jugendlich und mit einer wichtigen Aussage.

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85 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

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Das Päckchen

J. Vellguth
E-Buch Text
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 19.04.2017
ISBN B06ZYV6KKP
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt

Emma ist am Boden zerstört, als die Kinderbibliothek, in der sie arbeitet, wegen eines Wasserschadens geschlossen wird. Als sie auf ihrem kleinen YouTube-Kanal eine Spendenaktion startet, erhält sie unerwartet Unterstützung von einem geheimnisvollen Unbekannten. Lukas schickt Emma Päckchen zur Unterstützung und bald kommen die beiden sich über die Planung der Spendenaktion näher. Doch wieso will Lukas Emma sein Gesicht nicht zeigen?


Meinung

„Das Päckchen“ kann man wohl kaum anders beschreiben als mit dem Wort „süß“. Das fängt schon bei dem äußerst kitschigen Schreibstil voller blumiger, enthusiastischer und teils etwas übertriebener Beschreibungen an. Einerseits sind Emmas Emotionen auf diese Art ansteckend, andererseits verdreht man über so manche Formulierung auch mal die Augen, die etwas zu viel des Guten ist.

Weiter geht es mit der Protagonistin Emma, einer herzensguten, freundlichen und liebenswerten Person, der man einfach nur das Beste wünschen muss. Manchmal wünscht man sich allerdings auch, sie wäre ein bisschen weniger emotional und ein wenig rationaler und in der Lage, einen kühlen Kopf zu bewahren und ihre Emotionen nicht mit sich durchgehen zu lassen. Für eine erwachsene Frau verhält sie sich manchmal doch etwas naiv und kindlich.

Inhaltlich dreht sich das Buch natürlich um Bücher und die Liebe zur Literatur sprüht aus jeder Seite. Es ist richtig süß mitzuerleben, wie die Kinder, die Emmas Bücherei besuchen, und natürlich sie selbst sich von Büchern begeistern lassen.
Wenig überraschend war dafür leider die „große Auflösung“ am Ende, die ich schon ziemlich früh erraten habe. So ganz logisch erscheint es mir auch immer noch nicht, dass Emma nicht selbst darauf gekommen ist.

Fazit

Süße, aber auch sehr kitschig und nicht hundertprozentig realistische Liebesgeschichte

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203 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 92 Rezensionen

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Olga

Bernhard Schlink
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 12.01.2018
ISBN 9783257070156
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

„Olga“ erzählt die Geschichte einer gleichnamigen Frau, die Ende des 19. Jahrhunderts geboren wird und über die folgenden Jahrzehnte hinweg viel erlebt. Sie findet ihre große Liebe, der gesellschaftliche Konventionen im Weg stehen, erlebt zwei Weltkriege mit, eckt mit ihrer selbstbewussten und unabhängigen Art an und prägt das Leben ihrer Mitmenschen.


Meinung

„Olga“ wurde mir von meiner besten Freundin empfohlen und von mir aus hätte ich vermutlich auch nie zu dem Buch gegriffen, allein deswegen, weil von einem Klappentext alleine her nicht verständlich ist, worum es überhaupt geht, was dieses Buch eigentlich ist. Um den Roman vollends zu verstehen, muss man es vermutlich einfach lesen.

Tatsächlich fällt mir noch immer zur Beschreibung dieses Buches kaum ein anderer Satz ein als „‚Olga‘ erzählt die Lebensgeschichte von Olga“.
Die Geschichte ist dabei in drei Abschnitte eingeteilt. Der erste fasst Olgas Leben von ihrer Kindheit bis zum späten Erwachsenenalter zusammen. Dabei verweilt der Erzähler viel in ihrer Kindheit und Jugend und überspringt andere Abschnitte ihres Lebens eher. Der zweite Abschnitt wechselt, obwohl vermutlich vom selben Erzähler erzählt, die Perspektive ein wenig und konzentriert sich auf einen ganz bestimmten Abschnitt von Olgas Leben und den Einfluss, den sie auf das Leben eines ganz bestimmten Menschen hatte. Der letzte Abschnitt besteht nur aus Briefen, die ebenfalls wieder einen neuen Blick auf die Figur eröffnen.

Durch diesen Aufbau enthält das Buch natürlich keinen klassischen Spannungsbogen und wirkt auch nicht, als würde es auf ein bestimmtes Ereignis, eine bestimmte Botschaft hinarbeiten. Auch der Schreibstil ist manchmal etwas hochgestochen (als hätte Schlink so schreiben wollen, wie man zum Zeitpunkt, an dem das Buch spielt, gesprochen hat) und der Einstieg daher etwas mühsam.
Dennoch unterhält der Roman, wenn man erstmal reingefunden hat, erstaunlich gut und es lohnt sich auf jeden Fall, ihn bis zum Ende zu lesen. Denn man lernt Olga mit jeder Seite, jeder Perspektive und jedem Abschnitt besser kennen und ist immer wieder überrascht von Facetten, die man von ihr noch nicht kannte.

Olga ist eine faszinierende Figur, die trotz der eher distanzierten Einstellung des Erzählers sympathisch ist. Sie ist intelligent und kämpft für das, was sie will. Gleichzeitig ist sie angenehm und fast schon ironisch unpolitisch in einer Zeit, in der es so viele politische Unruhen gibt. Ihre bodenständige Einstellung und ihr Misstrauen allen abstrakten „großen Zielen“ gegenüber macht sie sehr sympathisch.
Spannend ist auch zu lesen, wie sie mit ihrer speziellen Art auf die Menschen in ihrem Leben, vor allem Männer, Einfluss genommen hat.
Probleme hatte ich lediglich mit ihrer Beziehung zu Herbert, die ich leider überhaupt nicht nachvollziehen konnte.


Fazit

„Olga“ ist durch den ungewöhnlichen Aufbau und die Tatsache, dass es lediglich das Leben einer einigen Figur beschreibt, mit Sicherheit ein ungewöhnliches Buch, doch wenn man sich für fiktive Biografien und starke Frauenfiguren erwärmen kann, wird man Gefallen daran finden.

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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Zwischen Tüll & Kartoffeln wächst manchmal Liebe

Svenja Lassen
E-Buch Text
Erschienen bei null, 03.05.2018
ISBN B07CVQ8WTC
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt

Lenes Leben scheint ein einziges Chaos zu sein: Ihr Freund hat sie betrogen und ist nun ausgerechnet mit einer ihrer besten Freundinnen zusammen, sie wohnt wieder bei ihren Eltern und hat zu allem Überfluss auch noch ihren Job verloren.
Da kommt ihr die Erbschaft eines kleinen Hauses in Nordfriesland gerade recht. Kurzerhand zieht Lene mit Sack und Pack gen Norden, um dort ihren Traum von einem eigenen Brautmodengeschäft zu erfüllen. In Akenbüll wird sie herzlich aufgenommen, doch es gibt da noch ihren Nachbarn Tobi, ausgerechnet einen Bauern, mit dem sie wohl nie auf einen grünen Zweig kommen wird - oder?


Meinung

„Zwischen Tüll und Kartoffeln wächst manchmal Liebe“ war ein Spontankauf, da ich mich in den niedlichen Titel und das süße Cover sofort verliebt habe. Und das Buch hat genau das gehalten, was ich mir davon versprochen habe: Es ist eine süße, unterhaltsame Liebesgeschichte, die sich leicht wegliest.

Es ist nicht zu leugnen: Der Roman wirft mit einer Menge Klischees um sich. Die Trennung von einem Mann, der eigentlich sowieso ein Idiot war, bringt die Hauptfigur dazu, etwas aus ihrem Leben zu machen. Ein doch seeehr großer Zufall sorgt schließlich für eine unverhoffte Begegnung mit einem Mann, den die Hauptfigur eigentlich nicht leiden kann, zu dem sie sich aber doch irgendwie hingezogen fühlt. Auch einige der Figuren (Arne) und Missverständnisse (Lizzy) sind eher klischeehaft.

Das bedeutet aber keinesfalls, dass der Roman nicht trotzdem wunderbar unterhält.
Zum einen erwartet man genau diese Klischees auch, hat Spaß damit und hofft beispielsweise darauf, dass Lene und Tobi sich näherkommen.
Zum anderen ist das Buch auch extrem komisch, denn Lene begegnet so einigen Figuren mit wunderbarem Humor und tritt in mehrere lustige Fettnäpfchen.
Mein absoluter Favorit war das Thema Vegetarismus, das die Autorin hier auf so humorvolle und verständnisvoll Weise behandelt, wie es wohl nur eine Person kann, die selbst Vegetarierin ist. Lene begegnet mit ihrer Einstellung dabei einer Menge Unverständnis, zeigt aber genauso eine vorurteilsbehaftete Einstellung gegenüber Tobi, der als Landwirt natürlich auch mit tierischen Produkten in Berührung kommt. Dabei kommt es zu einigen sehr unterhaltsamen Dialogen, auch wenn sich sowohl Lene als auch ihre Mitmenschen manchmal etwas überspitzt verhalten.

Generell ist das Buch eine absolut unterhaltsame Lektüre, nicht zuletzt wegen Lene und ihrer lustigen, wenn auch manchmal recht naiven Art. Auch die anderen Figuren des Buches, besonders die Bevölkerung von Akenbüll, sind eine quirlige und größtenteils liebenswerte Bande. Gemeinsam mit Lene lernt man das Landleben und die Menschen dort kennen und lieben und hat am Ende selbst Sehnsucht nach dem Norden.
Lene selbst ist manchmal zwar ziemlich zickig und überdramatisch, an sich aber auch sehr sympathisch mit ihrem Dickschädel und ihrem Herz für Tiere. Tobi mag ein wenig zu perfekt sein, erobert so mit deiner sanftmütigen und geduldigen Art aber auch das Herz der Leser*innen.


Fazit

Wie bereits der Titel verspricht ist „Zwischen Tüll und Kartoffeln wächst manchmal Liebe“ ein absolut niedlicher Liebesroman, der trotz einiger Klischees gut unterhält und sich leicht nebenbei lesen lässt.

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Dark Spells: Von Rosen und Jägern

Nina Hirschlehner
E-Buch Text: 114 Seiten
Erschienen bei null, 30.05.2018
ISBN B07CR52RWL
Genre: Sonstiges

Rezension:

In Spruch 2 steigt definitiv die Spannung, denn man lernt mehr über die Vergangenheit verschiedener Figuren und sie geraten zum Teil in brenzlige Situationen. Besonders die Geschichten von Shadow und Savannah interessierten mich immer mehr und ich bin gespannt, wie es mit ihnen weitergeht.

Mit den anderen Figuren werde ich dennoch noch immer nicht warm. Dhana verhält sich beispielsweise sehr klischeehaft, indem sie aufwändigen Firlefanz betreibt, um Savannah zu töten, statt es einfach direkt zu erledigen.
Zoey dagegen verhält sich nicht wirklich altersgemessen und ziemlich oberflächlich, als sie auf einmal zwei jungen Männern begegnet und sich darüber auslässt, wie attraktiv sie seien.

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Dark Spells: Die Königin der Stadt

Nina Hirschlehner
E-Buch Text: 122 Seiten
Erschienen bei null, 30.04.2018
ISBN B07BK5XQK5
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt

Die mächtige Hexe Dhana versetzt London in Angst und Schrecken und tötet alle magischen Wesen, die sich ihr in den Weg stellen. Auch den Hexenzirkel der zehnjährigen Zoey vernichtet sie. Doch das kleine Mädchen überlebt auf wundersame Weise den Angriff. Um sich vor Dhana zu schützen und eines Tages Rache üben zu können, sucht sie Unterschlupf bei der mächtigen Hexe Savannah. Doch die hat ihre ganz eigene Vergangenheit mit Dhana.


Meinung

„Die Königin der Stadt“ ist der kurzweilige Auftakt zu einer neuen Fantasy-eBook-Serie. Die Geschichte verbindet die Perspektiven von Zoey, Dhana, Savannah und Shadow, der Dhana dient, jedoch auch eine Vergangenheit mit Dhana hat.
Wie die Geschichten der einzelnen Figuren sich verbinden ist durchaus vielversprechend, zumal es auch einige geheimnisvolle Andeutungen über die Vergangenheit der Figuren gibt.

Andere Aspekte überzeugen mich jedoch noch nicht so ganz. Zoeys wundersames Überleben erinnert an Harry Potter und auch die Antagonistin mit Allmachtsfantasien oder Zoeys Racheplan sind nicht neu.
Noch erscheinen mir Zoey und Dhana auch noch zu flach und stereotyp. Dhana hat für all ihre Taten scheinbar keinen Grund außer den Wunsch nach Macht und Zoey hat angeblich durch Dhana ihre gesamte Familie verloren, erinnert sich aber nicht ein einziges Mal an eine spezielle Person oder einen Namen.

So ganz hat sich mir auch noch nicht erschlossen, wieso alle Perspektiven aus der dritten Person erzählt werden, nur Savannahs aus der Ich-Perspektive. Ein wenig verwirren diese Sprünge beim Lesen.

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Simon vs. the Homo Sapiens Agenda

Becky Albertalli
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Balzer & Bray/Harperteen, 07.06.2016
ISBN 9780062348685
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Seit einigen Wochen kommuniziert Simon per Mail mit Blue. Er weiß nicht, wer Blue ist - nur, dass er auf dieselbe Highschool geht und ebenfalls schwul, aber nicht geoutet ist. Gerade weil die beiden die Identität des anderen nicht kennen, öffnen sie sich einander und kommen einander so nah wie keiner anderen Person. Doch kann man sich über E-Mails in jemanden verlieben?
Als Simons Mitschüler Martin von der E-Mail-Freundschaft Wind bekommt und droht, Simons Geheimnis ausfliegen zu lassen, wenn er Martin nicht mit seiner besten Freundin Abby verkuppelt, wird es so richtig chaotisch.


Meinung

Auf „Simon vs. the Homo Sapiens Agenda“ (dt. „Nur drei Worte“ bzw. "Love, Simon") wurden schon zahlreiche Loblieder gesungen und bereits in diesem Jahr kommt der dazugehörige Film mit dem Titel „Love, Simon“ in die Kinos. Da ich für Bücher aus dem LGBTQ+-Bereich immer zu haben bin, war ich natürlich neugierig und wurde von diesem süßen Buch gut unterhalten.

Simon ist eine unglaublich sympathische und vor allem authentische Hauptfigur. Viele Protagonist*innen aus Jugendbüchern sind in ihrer Highschool eine Art Außenseiter*in, sind mit einer Person gut befreundet und das wars. Teilweise sind sie dann noch mit der Schulqueen verfeindet oder von den Supersportlern genervt. „Simon“ umgeht diese Klischees geschickt. Er hat einen recht großen und vielfältigen Freundeskreis und mehrere, sehr verschiedene gute Freund*innen. Er ist nicht er auffälligste Schüler der Schule aber doch recht beliebt. Auch andere Gruppenklischees, die man aus Highschool-Settings kennt, fehlen hier angenehmerweise.
Zudem hat Simon, was vielen anderen Protagonist*innen des Genres fehlt: Er hat Charakter, eine richtige Persönlichkeit. Er hat Hobbys, Freunde, Lieblingssüßigkeiten, Musik, die er gerne hört, und mag Harry Potter. Im Laufe des Buches sieht man die Figur des Simon bildlich vor sich und er wächst einem ans Herz, wie es nur gut ausgearbeitete Figuren können.

Ähnlich ging es mir mit Blue, auch wenn man den erstmal nur über E-Mails mitbekommt. Simon und er schreiben über die verschiedensten Themen, von Diskussionen über Oreo-Kekse zu relativ philosophischen Überlegungen, was interessant und gleichzeitig authentisch ist, weil es den Figuren Vielfältigkeit und Tiefe verleiht. Und man kann es kaum anders ausdrücken: Die beiden sind einfach unglaublich süß.

Auch Simons Freund*innen und seine Familie sind, auch wenn sie nicht ganz so ausführlich vorgestellt werden, ein quirliger Haufen Figuren, die einem so vermutlich auch im echten Leben begegnen könnten.
Die Szenen mit seiner Familie waren unterhaltsam und, trotz einiger Peinlichkeiten, angenehm, weil man mitbekommt, wieviel Liebe in dieser Familie steckt. Gleichzeitig sind seine Eltern natürlich auch streng und besorgt um ihn, was bei einem Teenager auch Sinn ergibt. Besonders toll fand ich Simons Schwester Nora, die so ganz anders ist als er, aber dennoch eine liebevolle Beziehung zu ihm hat, wie das bei Geschwistern nun mal oft der Fall ist.

Dass Becky Albertalli mit diesem Roman zeigt, wie nah man sich auch kommen und wie gut man sich kennenlernen kann, ohne einander persönlich zu treffen, hat mir gut gefallen. Für Menschen, die nicht mit sozialen Netzwerken und Smartphones aufgewachsen sind, mag diese Vorstellung ungewohnt erscheinen, doch als junger Mensch kann ich sagen, dass sie nicht unrealistisch ist. „Simon...“ zeigt die positiven Seiten und neuen Möglichkeiten von Technik, aber auch, dass man sie mit Vorsicht genießen sollte.

Abgesehen davon, dass „Simon“ eine niedliche und authentische Geschichte über verschiedene Themen ist, die für die Zielgruppe relevant sind (Freundschaft, Vertrauen, Familie, erste Liebe), bringt der Roman natürlich durch den Aspekt Homosexualität auch ein Thema ein, das im Jugendbuchbereich nach und nach endlich stärker repräsentiert wird. Simon und Blue setzen sich mit verschiedenen Aspekten ihrer sexuellen Orientierung auseinander, unter anderem damit, dass Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung nicht zwingend etwas miteinander zu tun haben (und homosexuell zu sein beispielsweise nicht heißt, dass man sich „weiblich“ verhält).

Gleichzeitig begegnen sie im Buch auch vielen Klischees, die leider nicht alle so besprochen werden, wie ich es mir gewünscht hätte. Simons Eltern beispielsweise wollen seinen besten Freund seit Kindertagen nicht mehr bei ihm übernachten lassen, als sie rausfinden, dass er schwul ist, und eine Freundin beobachtet jedes seiner Gespräche mit einem Jungen interessiert, als würde man automatisch jede Person des Geschlechtes, zu dem man sich hingezogen fühlt, anfallen. Eine andere Figur will Simon seinen Bruder vorstellen, weil der auch schwul sei, als müssten Menschen sich automatisch deshalb verstehen, weil sie die gleiche sexuelle Orientierung habe. Leider reagiert Simon darauf gar nicht, obwohl das eine gute Chance gewesen wäre, über weitere Klischees aufzuklären.
Ich war auch nicht einverstanden mit Simons Ansicht, Heterosexuelle sollten auch ein Coming Out haben müssen, da Heterosexualität kein Standard sei. Ich verstehe die Überlegung und finde es super, dass das Problem der Heteronormativität angesprochen wird, sie geht jedoch meiner Meinung nach in die falsche Richtung. Ich persönlich bin eher der Ansicht, dass niemand sich für die sexuelle Orientierung rechtfertigen müssen sollte und hätte mir gewünscht, dass das im Buch noch deutlicher gemacht wird.

Positiv anzumerken ist auch noch, dass die Figuren auch in Bezug auf ethnische Hintergründe, genauer gesagt Hautfarben, divers sind. Zu Simons besten Freund*innen gehören auch People of Colour, was einfach nebenbei eingeflochten wird. Das mag unaufregend klingen, aber in Anbetracht der Tatsache, dass die meisten Jugendbuchfiguren noch immer weiß sind, was die eigentliche Bevölkerungsverteilung nicht repräsentiert, finde ich es wichtig, das zu erwähnen.


Fazit

„Simon vs. the Homo Sapiens Agenda“ ist ein absolut niedliches Jugendbuch mit sympathischer und authentischer Hauptfigur, die einem sofort ans Herz wächst. Es setzt sich mit dem wichtigen Thema Homosexualität auseinander, erzählt aber gleichzeitig auch die herzerwärmende Geschichte eines ganz normalen Teenagers. Allerdings finde ich, dass in Bezug auf das Thema sexuelle Orientierungen nicht alle Möglichkeiten für wichtige Botschaften ausgenutzt wurden.

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116 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

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Terror

Ferdinand Schirach
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei btb, 12.09.2016
ISBN 9783442714964
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

Inhalt

Ein Kampfpilot hat ein Passagierflugzeug abgeschossen, um es davon abzuhalten, in ein vollbesetztes Fußballstadion zu fliegen. Er hat 164 Menschenleben auf dem Gewissen, aber höchstwahrscheinlich zehntausende gerettet.
Nun steht er vor Gericht und den Leser*innen bzw. Zuschauer*innen wird die Frage gestellt: Ist Lars Koch ein Held - oder ein Massenmörder?


Meinung

Dieses dünne Büchlein - mein erstes von Schirach - hat mich so fasziniert, dass ich es innerhalb von etwa zwei Stunden durchgelesen und die darin enthaltene Frage mit allen Familienmitgliedern, die das Pech hatten, anwesend zu sein, hitzig diskutiert habe.

Der Aufbau als Theaterstück, bei dem das Publikum letztendlich über die Schuld des Angeklagten entscheidet, ist sehr gelungen, denn so ist man beim Lesen bzw. Zuschauen automatisch gezwungen sich Gedanken über die Argumente von Anklage und Verteidigung zu machen und sein eigenes Urteil zu treffen.
Dieser Prozess ist ungemütlich, aber genau deshalb so faszinierend, denn die Frage, die im Raum steht, ist keine leicht zu beantwortende. Kann man Menschenleben gegen andere aufwiegen, wenn Menschen doch alle dieselbe unantastbare Würde besitzen? Und wenn nicht, hätte Lars Koch dann tatsächlich 70.000 Menschen in einem Fußballstadion sterben lassen sollen, während die 164 Passagier*innen des Flugzeugs ohnehin gestorben wären? Ersteres erscheint uns vermutlich nicht richtig, letztes vermutlich aber auch nicht, und als Richter*innen und Schöffen ist man beim Lesen bzw. Zuschauen in einer unangenehmen, aber rechtsphilosophisch spannenden Zwickmühle.

Dadurch, dass in dem fiktiven Prozess um Lars Koch sowohl der Verteidiger als auch die Staatsanwältin ihre Argumente vortragen, bekommt man auf kreative und gelungene Weise Pro- und Contra-Argumente dargelegt. Am Ende hat man beim Lesen die Möglichkeit, beide Varianten (Schuld- und Freispruch) zu lesen, während bei einer Theaterinszenierung das Votum des Publikums entscheiden würde.

Ebenfalls in dem Büchlein enthalten ist eine thematisch verwandte Rede Schirachs anlässlich eines Preises, der der französischen Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo nach dem Terroranschlag auf deren Redaktion verliehen wurde. Schirach plädiert dafür, demokratische Grundwerte und Freiheiten nicht angesichts des Terrors aufzugeben, da diese genau das seien, was Terroristen anzugreifen versuchen. In gewisser Weise befasst sich auch diese Rede also mit der Frage, inwiefern man die Rechte einiger Menschen einschränken darf.


Fazit

„Terror“ stellt eine komplexe und durchaus nicht leicht zu beantwortende Frage und zwingt die Leser*innen bzw. Zuschauer*innen geschickt zur Auseinandersetzung mit der Thematik.

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1.630 Bibliotheken, 23 Leser, 9 Gruppen, 85 Rezensionen

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Die Rebellin

Trudi Canavan , Michaela Link (Übersetzer)
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.04.2006
ISBN 9783442243945
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

In der Heimatstadt der 16-jährigen Sonea beherrschen nur eine kleine Auswahl von Menschen die Kunst der Magie. Die Magier, die dem König unterstehen, werden gefürchtet und gelten als unverwundbar - Bis Sonea bei einer Protestaktion einen Stein durch die magische Barriere eines Magiers wirft und ihn verletzt. Das ist eigentlich nur mit magischem Potential möglich, doch normalerweise haben dies nur Menschen aus gutem Hause. Die Magier ahnen, dass Sonea unerwartet starke Kräfte hat, und machen sich auf die Suche nach ihr. Doch Sonea, die die Rache der Gruppe fürchtet, tut alles dafür, um sich vor ihnen zu verstecken. Sie ahnt nicht, dass die Magier sie vor allem vor sich selber schützen wollen, denn unkontrollierte Macht kann gefährlich sein.


Meinung

Von Trudi Canavans Büchern, von denen es bereits eine ganze Menge gibt, habe ich schon sehr viel Gutes gehört. Daher war ich sehr gespannt darauf, mit „Die Rebellin“ den ersten Band ihrer „Klassiker“-Reihe zu starten. Leider konnte ich den Wirbel darum nicht so ganz nachvollziehen.

An sich bilden Kyralia und die umliegenden Länder einen interessante und bislang recht gut ausgebaute Fantasywelt, die Potential hätte. Es gibt ein politisches und soziales System, das durchaus nicht fehlerfrei ist, offizielle und inoffizielle Strukturen, Bräuche, Lebensmittel und vieles mehr, was sich Trudy Canavan erdacht hat.
Die Idee und Anwendung der Magie ist ebenfalls recht interessant und ich bin gespannt darauf, in den weiteren Bänden mehr darüber und über das Leben an der Universität zu lernen.

Die Figuren bilden ebenfalls recht interessante Konstellationen. Es gibt Soneas Familie, ihre Freunde, die Diebe und die Perspektive einiger Magier, die sich in diesem Band recht gut ergänzen. Über einige der Figuren würde ich gerne noch mehr erfahren.
Sonea ist als Hauptfigur mit ihrer sturen, frechen aber auch klugen und herzensguten Art auch recht sympathisch, ebenso wie die beiden Magier Rothen und Danyl.

Trotzdem verpasste das Buch meinem Gefühl nach viele Chancen wirklich spannend und mitreißend zu sein. Die ersten zwei Drittel des Romans ziehen sich durch immer gleiche Motive in die Länge und es gibt erst gegen Ende einen erkennbaren, allerdings recht kurzen Spannungsbogen, sodass mir das Ziel und die Aussage dieses ersten Bandes nicht ganz klar wurden.
Die gesamte Stimmung war trotz der düsteren Elemente von Dieben und Auftragsmördern noch recht kindlich, sodass bei mir selten ein Gefühl der Spannung aufkam.

Fazit

„Die Rebellin“, der Auftakt von Trudy Canavans berühmter „Die Gilde der schwarzen Magier“-Trilogie, konnte mich leider nur mäßig überzeugen. Die Welt und die Figuren haben durchaus Potential, doch die Handlung zieht sich leider bis kurz vor dem Ende stark.

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