LaLectures Bibliothek

797 Bücher, 470 Rezensionen

Zu LaLectures Profil
Filtern nach
818 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

"assassine":w=1

Nevernight

Jay Kristoff
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Thomas Dunne Books, 09.08.2016
ISBN 9781250073020
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

Mia Corvere war zehn Jahre alt, als ihr Vater vor ihren Augen ermordet wurde. Als die Männer von Konsul Scaeva versuchten, auch sie zu ermorden. Als sie schwor, ihre Familie zu rächen.
Jahrelang wurde das Mädchen von ihrem Shahiid Mercurio ausgebildet, um nun in der Roten Kirche zu einer Auftragsmörderin zu werden. Hinter den Mauern des geheimnisvollen Gebäudes warten die gefährlichsten Menschen des Kontinents, harte Prüfungen, tödliche Geheimnisse sowieso Freundschaften und neue Feinde auf Mia.


Meinung

Alleine die wunderschönen und düsteren Cover hätten gereicht, um mich für das Buch zu begeistern. Als ich dann auch noch mitbekam, dass die Hauptfigur eine jugendliche Auftragsmörderin ist, war es um mich, mit meiner Liebe für starke, ungewöhnliche weibliche Hauptfiguren, geschehen.
Und obwohl „Nevernight“ in gewisser Weise doch anders war als erwartet und definitiv ein ungewöhnliches Buch ist, hat es mich absolut in seinen Bann gezogen.

Ich muss zugeben, der Einstieg in das Buch fiel mir ziemlich schwer.
Der Erzähler des Buches, über dessen Identität ich schnell eine Vermutung hatte und der scheinbar selbst Teil der Geschichte ist, hat eine sehr ungewöhnliche Art zu erzählen. Bereits im Vorwort nimmt er einige große Entwicklungen der Reihe vorweg und kommentiert das ganze Buch über das Geschehen äußerst ironisch und mit sehr bösem Humor. Nach einer Weile gewöhnte ich mich jedoch an diesen Stil und empfand ihn als erfrischend.

Auf den ersten Seiten musste ich mich zunächst auch an die Erzählweise gewöhnen, in der Gegenwart und Flashbacks sich regelmäßig abwechseln, wobei letztere durch kursive Schrift gekennzeichnet sind.
Am gewöhnungsbedürftigsten waren für mich jedoch die häufig verwendeten Fußnoten, die teilweise über eine halbe Seite gehen und Informationen über Itreya, die dortige Kultur, Religion und Geschichte geben, ebenfalls durchsetzt von zynischen Kommentaren des Erzählers. So interessant und unterhaltsam diese Informationen auch waren, so sehr haben sie zum Teil auch meinen Lesefluss gestört. Ich vermute, dass man das Buch im Zweifelsfall auch ohne die Fußnoten lesen könnte.

Es dauerte jedoch nicht lange, und „Nevernight“ hatte mich vollkommen in seinen Bann gezogen. Die vom alten Rom inspiriertere Fantasywelt mit der Religion rund um den Lichtgott Aa und seine vier Töchter faszinierte mich und ich wurde das Gefühl nicht los, dass Kristoff mit Itreya den Aufstieg und Untergang der Römischen Republik parodierte. Es ist beeindruckend, wieviele Gedanken der Autor sich auch um die Geschichte und politische Details seiner Welt gemacht hat, die für die Handlung direkt keine Rolle spielen, und ich freue mich schon darauf, in den nächsten beiden Büchern mehr über Itreya zu lernen.

Auch Mias Geschichte riss mich mit, so altbekannt das Motiv des Kindes, das den Tod seiner Eltern rächen will, auch ist. Ich habe, wie gesagt, eine Schwäche für starke weibliche Hauptfiguren und war ein großer Fan des mutigen, klugen, teilweise kaltblütigen Mädchens, das in „Nevernight“ für ihre Rache kämpft. Obwohl Mia in der Roten Kirche auch Freunde findet und Gefühle für eine Figur entwickelt, bleibt der Roman seiner Linie treu und driftet nie Richtung Kitsch ab. Der Fokus liegt immer auf Mias Ausbildung zur Mörderin und der Erinnerung an all das, was sie verloren hat und was sie rächen will.
Das Setting der geheimnisvollen Schule mit den ungewöhnlichen Methoden und dem Wettbewerb zwischen Jugendlichen, die sich mitunter auch gegenseitig ausschalten, ist zwar ebenfalls keineswegs neu, konnte mich aber dennoch packen. Die Handlung und die Enthüllungen überraschten mich immer wieder und das Ende ließ mich mit dem Wunsch zurück, sofort zu Band zwei zu greifen, und das, obwohl viele Handlungselemente mir aus anderen Büchern bekannt vorkamen. Jay Kristoff versteht es, altbekanntem Stoff seine ganz persönliche Note zu verleihen und ihn überzeugend als etwas spannendes Neues zu verkaufen.

Teilweise sind Mia und ihre Kräfte das typische Klischee der Jugendbuch-Actionheldin, denn sie ist trotz ihrer jungen Jahre furchtlos, extrem gut im Kämpfen und durch ihre darkin-Kräfte etwas Besonderes, in den Augen mancher sogar von der Göttin Niah auserwählt. So oder so ähnlich hat man das alles schon mal gelesen.
Angenehmerweise erklären ihre Kräfte als darkin und Mr. Kindly jedoch zumindest die für einen Menschen schon unrealistische Furchtlosigkeit. Und obwohl Mia einige „Ein Einzelnes Mädchen kann schaffen, was bisher niemand geschafft hat“-Momente hat, zeigt sie auch immer wieder Unsicherheit, Mitleid und Schwächen. Sie ist als Figur nicht unbedingt menschlich sympathisch, doch man kann gut mit ihr mitfiebern und ihre interessante Entwicklung nachvollziehen.

Die meisten anderen Figuren lernt man eher oberflächlich kennen, so zum Beispiel die Shahiids (Lehrer) in der Roten Kirche oder Jessamine, eine Mitschülerin von Mia, die sich bereits an ihrem ersten Tag zu ihrer Feindin erklärt. Viele dieser Charaktere sind dennoch faszinierend und haben Potential, in den kommenden Büchern eine größere, interessante Rolle zu spielen. Andere Figuren haben, obwohl die Erzählung eindeutig auf Mia fokussiert ist, erstaunlich viel Tiefe und ich habe um sie getrauert oder freue mich auf eine erneute Begegnung mit Ihnen im nächsten Band.

Auf eine Sache möchte ich noch hinweisen, sollte euch die Geschichte von „Nevernight“ ansprechen: Dieses Buch ist trotz des Alters der Hauptfigur nicht zwingend ein Jugendbuch. Es wird viel geflucht, es gibt sehr explizite, aber gut geschrieben Sexszenen (in denen Verhütung allerdings keine Rolle spielt - insofern nur etwas für die aufgeklärten Leser*innen unter uns ;)) und vor allem ist es extrem brutal. Leute werden in Stücke gerissen, ersticken an ihrem eigenen Blut oder werden gefoltert und das nicht selten auch von der Hauptfigur. Eine gewisse Reife und einen starken Magen sollte man meiner Meinung nach besitzen, um dieses Buch lesen und sich von einigen Elementen distanzieren zu können. Wer nicht auf Blutbäder steht, ist hier eher an der falschen Adresse.


Fazit

„Nevernight“ überzeugt trotz der gewöhnungsbedürftigen Erzählweise durch ein faszinierendes Setting, eine starke Hauptfigur, mit deren Schicksal man mitfiebert und die eine tolle Entwicklung durchmacht, und eine spannende Handlung und bösen Humor. Aber Achtung: Es fließt wirklich viel Blut.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(160)

286 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

"liebe":w=6,"jenny han":w=5,"freundschaft":w=3,"liebesbriefe":w=3,"familie":w=2,"jugendbuch":w=2,"young adult":w=2,"jennyhan":w=2,"to all the boys i´ve loved before":w=2,"geheimnis":w=1,"schule":w=1,"romantik":w=1,"mädchen":w=1,"liebesgeschichte":w=1,"rezension":w=1

To All the Boys I've Loved Before

Jenny Han
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Simon & Schuster US, 01.03.2014
ISBN 9781481417754
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Immer, wenn Lara Jean (unglücklich) verliebt war, hat sie einen Brief an den betreffenden Jungen geschrieben, um mit der Sache abzuschließen. Diese Briefe waren nur für sie gedacht und an einem geheimen Ort aufbewahrt, doch dann werden sie verschickt und plötzlich steht Lara Jeans Leben Kopf. Um zu verhindern, dass der Ex-Freund ihrer Schwester erfährt, dass sie noch immer Gefühle für ihn hat, beginnt sie mit ihrem Schulkameraden Peter eine Scheinbeziehung und sorgt so für eine Menge Chaos.


Meinung

Die Reihe um Lara Jean war vor einer Weile sehr beliebt unter Jugendbuchleser*innen und obwohl ich das Gefühl nicht loswurde, mittlerweile ein wenig zu alt dafür zu sein, hat mich „To All the Boys I‘ve Loved Before“ gut unterhalten.

Lara Jean und ihre Familie sind eine äußerst liebenswerte Truppe, allen voran ihre freche, kleine Schwester Kitty, die mit ihrer vorlauten und bestimmten Art mein Highlight des Buches war. Doch auch die Beziehung zu ihrem liebevollen, aber etwas verpeilten Vater und ihrer mütterlichen Schwester Margot haben mich zwischenzeitlich sehr berührt und mir die Figuren sympathisch gemacht. Toll fand ich, dass die Familie nicht nur schmückendes Beiwerk hinter der Liebesgeschichte war, sondern auch kleinere und größere Konflikte unter den Coveys/Songs eine Rolle spielten und ihr Familienleben sehr präsent war.

Die Idee mit den Liebesbriefen, die Lara Jean mehr als eine Art Tagebuch als als wirkliche Briefe benutzt, fand ich lustig und erfrischend, wenn auch die Umstände, unter denen sie doch zu ihren Empfängern kamen, etwas gezwungen wirkten. Die Fettnäpfchen und peinlichen Begegnungen, die dadurch für Lara Jean entstehen, waren ziemlich unterhaltsam.
Mitzuerleben, wie Lara Jean und Peter, die seit Jahren nichts mehr mit einander zu tun hatten, gezwungenermaßen Zeit miteinander verbringen und einander näherkommen, war ziemlich süß. Einige Entwicklungen gingen mir hier aber auch zu schnell und der Roman kommt um einige klassische Jugendbuchklisches leider nicht herum.

Sowohl Peter als auch Josh wuchsen mir im Laufe des Buches beide ans Herz und ich fand es toll, dass es auch viele Szenen mit den beiden Jungs und Lara Jeans Familie, besonders Kitty, gab. Die Jungs sind sehr unterschiedlich - Josh mit seiner ruhigen und Peter mit seiner spielerisch selbstverliebten, aber sehr lustigen Art -, aber auch beide sehr sympathisch.

Leider löste das Ende meiner Ansicht nach nicht alle Konflikte zwischen den Figuren verständlich auf und das Verhalten einer Figur erschloss sich mir bis zum Ende nicht. In Bezug auf eine andere Figur gefiel mir jedoch dass halb offene Ende und ich bin fast ein wenig traurig, dass es einen zweiten und dritten Teil gibt.

Was mich sehr gestört hat, war das Verhältnis, das die Figuren zum Thema Sex bei Teenagern haben und das im Roman meiner Ansicht nach nicht angemessen problematisiert wird. Während eine Nebenfigur dafür bekannt ist, bereits in der 9. Klasse mit ihrem Freund geschlafen zu haben und das niemanden besonders interessiert, wird eine andere als Schlampe bezeichnet und ihr Vater erzählt ihr, sie sei zu jung für Sex, als das Gerücht umgeht, sie hätte mit ihrem Freund geschlafen. Diese Doppelmoral hat sich mir nicht nur nicht erschlossen; ich finde sie auch schwierig für die Zielgruppe des Buches. Weder das Mobbing noch die Tatsache, dass es alleine Entscheidung des 16-jährigen Mädchens und ihres Freundes ist, ob und wann sie Sex haben, solange sie es verantwortungsbewusst tun, kam meiner Meinung nach ausreichend zur Sprache.


Fazit

„To All the Boys I‘ve Loved Before“ basiert auf einer süßen Idee und kann mit einigen sympathischen Figuren und unterhaltsamen Dialogen und Momenten aufwarten. Einige Klischees sind jedoch auch vorhanden, weshalb der Roman mehr eine gute Lektüre für zwischendurch ist.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

"roman":w=1,"tod":w=1,"belletristik":w=1,"serie":w=1,"schule":w=1,"dystopie":w=1,"21. jahrhundert":w=1,"english books":w=1,"teil 1":w=1,"unsterblichkeit":w=1

Scythe

Neal Shusterman
E-Buch Text: 449 Seiten
Erschienen bei Walker Books, 01.02.2018
ISBN 9781406382129
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Inhalt

In einer scheinbar perfekten Welt, in der Menschen keines natürlichen Todes mehr sterben, werden sogenannte Scythes ausgebildet. Ihre Aufgabe ist es, systematisch eine bestimmte Anzahl von Menschen pro Jahr zu töten, um eine Überbevölkerung zu verhindern. Doch das System ist alles andere als perfekt.

Die beiden Jugendlichen Citra und Rowan werden beide von Scythe Faraday auserwählt, bei ihm ausgebildet zu werden. Eine*r von ihnen soll nach einem Jahr zum Scythe werden. Doch dann geraten die beiden zwischen die Fronten.


Meinung

Das Szenario von "Scythe" ist mehr als faszinierend. Die weiter entwickelte Technik und neue politische Systeme, auch die Idee einer alles sehenden und kontrollierenden künstlichen Intelligenz kennt man schon aus anderen Dystopien, auch wenn ich Neal Shustermans Umsetzung davon durchaus gelungen fand. Doch was mich wirklich begeistern konnte war die Idee der Scythes und die vielen philosophischen Fragen über den Wert und den Sinn des Lebens, die sich indirekt daraus ergeben. Wenn alle Menschen nicht mehr nur theoretisch das Recht auf unversehrtes Leben sondern auch die Möglichkeit dazu haben, aber dennoch einige von ihnen sterben müssen, wie entscheidet man dann, wer sterben muss? Wie sorgt man dafür, dass Scythes nach "objektiven Kriterien" töten? Wie stellt man sicher, dass sie keine Lust am Töten finden?
Ein wenig wurde ich auch das Gefühl nicht los, dass schwarzer Humor und ein Hang zum Makaberen bei der Entwicklung des Buches eine Rolle spielten.

Aus der wunderbar durchdachten Idee entwickelt sich eine packende Handlung, denn wie man schon früh erahnen konnte, ist das System der Scythes nicht so erhaben und neutral, wie sie es gerne hätten. Auch in einer scheinbar perfekten Welt sind die Menschen es nicht und es bilden sich politische Intrigen und finstere Pläne, in die die beiden Hauptfiguren hineingeraten. Durch den tödlichen Beruf der Scythes und die Möglichkeit des Wiederbelebens enthält das Buch jede Menge, teils ziemlich gewalttätige Actionszenen und einige coole Twists bereit, die nur durch das gelungene Szenario möglich sind.

Die Figuren entsprechen fast alle gewissen Stereotypen, konnten mich aber dennoch überzeugen. Rowan und Citra werden beide von Faraday aufgrund ihres aufgeweckten, mitfühlenden und rebellischen Charakters ausgewählt, der sie mir schnell sympathisch machte. Im Laufe des Buches entwickeln beide sich jedoch authentischerweise sehr unterschiedlich und überzeugend.
Faraday hat mit seiner weisen und wohlwollenden Art ein wenig etwas von Dumbledore und sowohl er als auch Scythe Curie faszinnierten mich.

Der einzige Punkt, der mich etwas irritierte, war der Tonist Cult, eine Religion zu ehren der heiligen Stimmgabel. Diese "Kirche" wirkte für mich nicht albern genug, um eine Parodie zu sein, da sie im Buch eher ernste Auftritte hat, die Grundidee aber wiederum zu albern, um ernst gemeint zu sein. Was Shusterman damit bezwecken wollte, hat sich mir nicht erschlossen.


Fazit

"Scythe" basiert auf einem faszinierenden und gut durchdachten Szenario und kann mit interessanten Figuren und jeder Menge Action aufwarten.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Dumplin'

Julie Murphy
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Balzer + Bray, 15.09.2015
ISBN 9780062327185
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Willowdean „Will“ Dixon ist - nach eigener Aussage - fett. Und meistens hat sie kein großes Problem mit ihrem Körper. Doch dann kommt der Sommer, in dem ihre beste Freundin Ellen plötzlich eine neue, dünne, hübsche beste Freundin hat und Will zum ersten Mal geküsst wird. Und plötzlich ist sie gar nicht mehr so selbstsicher. Umso schlimmer, dass ihre Mutter den jährlichen Miss Teen Blue Bonnett-Wettbewerb organisiert und ihr ständig Druck wegen ihres Körpers macht. Doch Will findet: Sie sollte sich für andere nicht verbiegen müssen. Kurzerhand meldet sie sich für den Wettbewerb an. Und löst eine Menge Chaos aus.


Meinung

Langsam aber sicher bahnt sich Diversität ihren Weg ins Jugendbuchgenre. In den letzten Jahren habe ich einige Bücher mit People of Colour als Hauptfiguren, Figuren mit anderen sexuellen Orientierungen oder psychischen Erkrankungen gelesen. Nun freue ich mich, dass - gerade angesichts der vielen negativen Körperbilder, die Protagonist*innen oft verbreiten - auch der unterschiedliche Körperbau verschiedener Menschen und das Thema Body Positivity (positive Einstellung gegenüber dem eigenen Körper und dem anderer) Einzug finden.

Von Anfang an mochte ich die Art, wie Will mit ihrem Körper umgeht. Sie nennt sich selbst ganz salopp „fett“, aber nicht so, wie einige durchschnittlich gewichtige Protagonistinnen das tun, die ein unrealistisches, toxisches Körperbild von sich haben,  sondern einfach als Fakt. Sie steht dazu übergewichtig zu sein und fühlt sich meistens auch wohl damit, unter anderem, weil sie mit ihrer verstorbenen Tante Lucie einen wertvollen und liebenswerten Menschen kannte, der ebenfalls übergewichtig war. Von Anfang an ist klar, dass Will nicht vorhat, sich durch Diäten, Sportprogramme oder ähnliches, die ihre Mutter ihr gerne andrehen will, den gängigen Schönheitsidealen anzupassen. Ein tolles Vorbild für junge Leser*innen, die lernen sollten, ihren Körper als schön und richtig zu akzeptieren, so wie er ist.

Gewünscht hätte ich mir manchmal jedoch eine Differenzierung zwischen dem Wunsch aufgrund von Schönheitsidealen abzunehmen und dem, aus gesundheitlichen Gründen anzunehmen. Über ihren eigenen Gesundheitszustand sagt Will selbst nichts, doch ihre Tante ist unter anderem aufgrund ihres extremen Übergewichts sehr früh gestorben. Es hätte sicherlich nicht schaden können, diese Tatsache noch mehr zu thematisieren, um klarzumachen, dass man sich in seinem Körper zwar wohlfühlen, ihn aber dennoch gut behandeln sollte - Was sowohl für über- als auch für untergewichtige Menschen gilt.

Ständig provoziert durch den Schönheitsköniginnenwettbewerb, den ihre Mutter mit anleitet, und gehässige Kommentare anderer entscheidet Will schließlich, dass sie sich für ihren Körper nicht verstecken oder schämen muss und meldet sich für besagten Wettbewerb an. Sie löst eine Kettenreaktion aus, die auch andere Mädchen, die aufgrund ihres Äußeren gehänselt werden, dazu ermutigt, sich ins Rampenlicht zu stellen und zu beweisen, dass sie schön sind wie sie sind. Auch am Beispiel von Millie, Amanda und Hannah wird klar, dass die Menschen, die viele bisher für „Freaks“ gehalten haben, wunderbare und liebenswerte Menschen sind, die näher kennenzulernen sich lohnt. Eine tolle Botschaft!

Dennoch ist Will nicht immer das perfekte, selbstbewusste Vorbild für andere. Zwar steht sie meist zu ihrem Körper, doch auch sie hat ihre „schwachen Momente“ in denen sie sich wünscht, einfach zu sein wie alle anderen. Besonders als der gutaussehende Bo sich für sie interessiert, wird auch sie verunsichert. Nicht, weil sie nicht glauben könnte, dass er etwas an ihr findet (Ein weiterer Teil der tollen Botschaft: Du bist liebenswert und Menschen können sich zu dir hingezogen fühlen, egal wie deine Figur aussieht!), sondern weil sie Angst vor den Kommentaren anderer hat. So traurig es auch war, diesen negativen Einfluss der Gesellschaft zu sehen, so authentisch machen diese Momente Will auch.

Das wohl beste und positivste an dem Buch in Bezug auf die Thematik ist allerdings, dass sich nicht alles in „Dumplin‘“ um Wills Körperbau dreht und sie damit als Figur nicht nur auf ihr Gewicht reduziert wird.
Will ist ein normaler Teenager und hat mit völlig alltäglichen Problemen zu kämpfen wie dem Auseinanderleben mit der besten Freundin, einer konfliktreichen Beziehung zu ihrer Mutter und romantischen Gefühlen. Sie zeigt sich eifersüchtig auf eine neue Freundin ihrer besten Freundin und hat Schwierigkeiten sich ihrer Mutter nahe zu fühlen, die scheinbar so anders ist als sie und ihre Tante und kein Verständnis für sie hat. Gerade ihre Beziehung zu Ellen und ihrer Mutter fand ich angenehm authentisch und emotional und es hat mir gut gefallen, dass diesen mehr Raum gegeben wurde als der Liebesgeschichte.
Auch in diesen Aspekten der Geschichte beweist Will, dass sie alles andere als perfekt ist, ist eifersüchtig und zickig, zeigt aber auch ein gutes Herz und Kompromissbereitschaft.

Zwei kleine Kritikpunkte habe ich jedoch: Zum einen zieht sich die Geschichte in meinen Augen manchmal ein wenig, da sie keinen klassischen Spannungsbogen hat und hauptsächlich Wills Leben beschreibt. Zum anderen war mir gerade angesichts von Will, ihrer Mutter und ihren Freundinnen Bo als Figur zu perfekt und zu langweilig. Es wird zwar gezeigt, dass Will als eine der wenigen hinter seine stille, geheimnisvolle Fassade blickt, doch er kam mir immer noch sehr distanziert vor.


Fazit

„Dumplin‘“ ist ein tolles, positives Jugendbuch, nicht nur über Schönheitsideale und die Tatsache, dass Menschen schön sind, wie sie sind, sondern auch über Freundschaft, Liebe und eine komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung. Authentisch, jugendlich und mit einer wichtigen Aussage.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(51)

84 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

"j. vellguth":w=4,"liebesroman":w=3,"päckchen":w=3,"das päckchen":w=3,"kinderbibliothek":w=2,"roman":w=1,"romantik":w=1,"liebesgeschichte":w=1,"rezension":w=1,"bücher":w=1,"autor":w=1,"2017":w=1,"liebesgeschichten":w=1,"5":w=1,"indie":w=1

Das Päckchen

J. Vellguth
E-Buch Text
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 19.04.2017
ISBN B06ZYV6KKP
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt

Emma ist am Boden zerstört, als die Kinderbibliothek, in der sie arbeitet, wegen eines Wasserschadens geschlossen wird. Als sie auf ihrem kleinen YouTube-Kanal eine Spendenaktion startet, erhält sie unerwartet Unterstützung von einem geheimnisvollen Unbekannten. Lukas schickt Emma Päckchen zur Unterstützung und bald kommen die beiden sich über die Planung der Spendenaktion näher. Doch wieso will Lukas Emma sein Gesicht nicht zeigen?


Meinung

„Das Päckchen“ kann man wohl kaum anders beschreiben als mit dem Wort „süß“. Das fängt schon bei dem äußerst kitschigen Schreibstil voller blumiger, enthusiastischer und teils etwas übertriebener Beschreibungen an. Einerseits sind Emmas Emotionen auf diese Art ansteckend, andererseits verdreht man über so manche Formulierung auch mal die Augen, die etwas zu viel des Guten ist.

Weiter geht es mit der Protagonistin Emma, einer herzensguten, freundlichen und liebenswerten Person, der man einfach nur das Beste wünschen muss. Manchmal wünscht man sich allerdings auch, sie wäre ein bisschen weniger emotional und ein wenig rationaler und in der Lage, einen kühlen Kopf zu bewahren und ihre Emotionen nicht mit sich durchgehen zu lassen. Für eine erwachsene Frau verhält sie sich manchmal doch etwas naiv und kindlich.

Inhaltlich dreht sich das Buch natürlich um Bücher und die Liebe zur Literatur sprüht aus jeder Seite. Es ist richtig süß mitzuerleben, wie die Kinder, die Emmas Bücherei besuchen, und natürlich sie selbst sich von Büchern begeistern lassen.
Wenig überraschend war dafür leider die „große Auflösung“ am Ende, die ich schon ziemlich früh erraten habe. So ganz logisch erscheint es mir auch immer noch nicht, dass Emma nicht selbst darauf gekommen ist.

Fazit

Süße, aber auch sehr kitschig und nicht hundertprozentig realistische Liebesgeschichte

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(135)

194 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 90 Rezensionen

"liebe":w=6,"deutschland":w=6,"arktis":w=5,"roman":w=3,"sehnsucht":w=3,"briefe":w=3,"lebensgeschichte":w=3,"diogenes verlag":w=3,"bernhard schlink":w=3,"leben":w=2,"20. jahrhundert":w=2,"drama":w=2,"zweiter weltkrieg":w=2,"emanzipation":w=2,"deutsche geschichte":w=2

Olga

Bernhard Schlink
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 12.01.2018
ISBN 9783257070156
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

„Olga“ erzählt die Geschichte einer gleichnamigen Frau, die Ende des 19. Jahrhunderts geboren wird und über die folgenden Jahrzehnte hinweg viel erlebt. Sie findet ihre große Liebe, der gesellschaftliche Konventionen im Weg stehen, erlebt zwei Weltkriege mit, eckt mit ihrer selbstbewussten und unabhängigen Art an und prägt das Leben ihrer Mitmenschen.


Meinung

„Olga“ wurde mir von meiner besten Freundin empfohlen und von mir aus hätte ich vermutlich auch nie zu dem Buch gegriffen, allein deswegen, weil von einem Klappentext alleine her nicht verständlich ist, worum es überhaupt geht, was dieses Buch eigentlich ist. Um den Roman vollends zu verstehen, muss man es vermutlich einfach lesen.

Tatsächlich fällt mir noch immer zur Beschreibung dieses Buches kaum ein anderer Satz ein als „‚Olga‘ erzählt die Lebensgeschichte von Olga“.
Die Geschichte ist dabei in drei Abschnitte eingeteilt. Der erste fasst Olgas Leben von ihrer Kindheit bis zum späten Erwachsenenalter zusammen. Dabei verweilt der Erzähler viel in ihrer Kindheit und Jugend und überspringt andere Abschnitte ihres Lebens eher. Der zweite Abschnitt wechselt, obwohl vermutlich vom selben Erzähler erzählt, die Perspektive ein wenig und konzentriert sich auf einen ganz bestimmten Abschnitt von Olgas Leben und den Einfluss, den sie auf das Leben eines ganz bestimmten Menschen hatte. Der letzte Abschnitt besteht nur aus Briefen, die ebenfalls wieder einen neuen Blick auf die Figur eröffnen.

Durch diesen Aufbau enthält das Buch natürlich keinen klassischen Spannungsbogen und wirkt auch nicht, als würde es auf ein bestimmtes Ereignis, eine bestimmte Botschaft hinarbeiten. Auch der Schreibstil ist manchmal etwas hochgestochen (als hätte Schlink so schreiben wollen, wie man zum Zeitpunkt, an dem das Buch spielt, gesprochen hat) und der Einstieg daher etwas mühsam.
Dennoch unterhält der Roman, wenn man erstmal reingefunden hat, erstaunlich gut und es lohnt sich auf jeden Fall, ihn bis zum Ende zu lesen. Denn man lernt Olga mit jeder Seite, jeder Perspektive und jedem Abschnitt besser kennen und ist immer wieder überrascht von Facetten, die man von ihr noch nicht kannte.

Olga ist eine faszinierende Figur, die trotz der eher distanzierten Einstellung des Erzählers sympathisch ist. Sie ist intelligent und kämpft für das, was sie will. Gleichzeitig ist sie angenehm und fast schon ironisch unpolitisch in einer Zeit, in der es so viele politische Unruhen gibt. Ihre bodenständige Einstellung und ihr Misstrauen allen abstrakten „großen Zielen“ gegenüber macht sie sehr sympathisch.
Spannend ist auch zu lesen, wie sie mit ihrer speziellen Art auf die Menschen in ihrem Leben, vor allem Männer, Einfluss genommen hat.
Probleme hatte ich lediglich mit ihrer Beziehung zu Herbert, die ich leider überhaupt nicht nachvollziehen konnte.


Fazit

„Olga“ ist durch den ungewöhnlichen Aufbau und die Tatsache, dass es lediglich das Leben einer einigen Figur beschreibt, mit Sicherheit ein ungewöhnliches Buch, doch wenn man sich für fiktive Biografien und starke Frauenfiguren erwärmen kann, wird man Gefallen daran finden.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(18)

23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

"svenja lassen":w=1,"romantisch & witzig & voller liebe":w=1,"zwischen tüll und kartoffeln wächst manchmal liebe":w=1

Zwischen Tüll & Kartoffeln wächst manchmal Liebe

Svenja Lassen
E-Buch Text
Erschienen bei null, 03.05.2018
ISBN B07CVQ8WTC
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt

Lenes Leben scheint ein einziges Chaos zu sein: Ihr Freund hat sie betrogen und ist nun ausgerechnet mit einer ihrer besten Freundinnen zusammen, sie wohnt wieder bei ihren Eltern und hat zu allem Überfluss auch noch ihren Job verloren.
Da kommt ihr die Erbschaft eines kleinen Hauses in Nordfriesland gerade recht. Kurzerhand zieht Lene mit Sack und Pack gen Norden, um dort ihren Traum von einem eigenen Brautmodengeschäft zu erfüllen. In Akenbüll wird sie herzlich aufgenommen, doch es gibt da noch ihren Nachbarn Tobi, ausgerechnet einen Bauern, mit dem sie wohl nie auf einen grünen Zweig kommen wird - oder?


Meinung

„Zwischen Tüll und Kartoffeln wächst manchmal Liebe“ war ein Spontankauf, da ich mich in den niedlichen Titel und das süße Cover sofort verliebt habe. Und das Buch hat genau das gehalten, was ich mir davon versprochen habe: Es ist eine süße, unterhaltsame Liebesgeschichte, die sich leicht wegliest.

Es ist nicht zu leugnen: Der Roman wirft mit einer Menge Klischees um sich. Die Trennung von einem Mann, der eigentlich sowieso ein Idiot war, bringt die Hauptfigur dazu, etwas aus ihrem Leben zu machen. Ein doch seeehr großer Zufall sorgt schließlich für eine unverhoffte Begegnung mit einem Mann, den die Hauptfigur eigentlich nicht leiden kann, zu dem sie sich aber doch irgendwie hingezogen fühlt. Auch einige der Figuren (Arne) und Missverständnisse (Lizzy) sind eher klischeehaft.

Das bedeutet aber keinesfalls, dass der Roman nicht trotzdem wunderbar unterhält.
Zum einen erwartet man genau diese Klischees auch, hat Spaß damit und hofft beispielsweise darauf, dass Lene und Tobi sich näherkommen.
Zum anderen ist das Buch auch extrem komisch, denn Lene begegnet so einigen Figuren mit wunderbarem Humor und tritt in mehrere lustige Fettnäpfchen.
Mein absoluter Favorit war das Thema Vegetarismus, das die Autorin hier auf so humorvolle und verständnisvoll Weise behandelt, wie es wohl nur eine Person kann, die selbst Vegetarierin ist. Lene begegnet mit ihrer Einstellung dabei einer Menge Unverständnis, zeigt aber genauso eine vorurteilsbehaftete Einstellung gegenüber Tobi, der als Landwirt natürlich auch mit tierischen Produkten in Berührung kommt. Dabei kommt es zu einigen sehr unterhaltsamen Dialogen, auch wenn sich sowohl Lene als auch ihre Mitmenschen manchmal etwas überspitzt verhalten.

Generell ist das Buch eine absolut unterhaltsame Lektüre, nicht zuletzt wegen Lene und ihrer lustigen, wenn auch manchmal recht naiven Art. Auch die anderen Figuren des Buches, besonders die Bevölkerung von Akenbüll, sind eine quirlige und größtenteils liebenswerte Bande. Gemeinsam mit Lene lernt man das Landleben und die Menschen dort kennen und lieben und hat am Ende selbst Sehnsucht nach dem Norden.
Lene selbst ist manchmal zwar ziemlich zickig und überdramatisch, an sich aber auch sehr sympathisch mit ihrem Dickschädel und ihrem Herz für Tiere. Tobi mag ein wenig zu perfekt sein, erobert so mit deiner sanftmütigen und geduldigen Art aber auch das Herz der Leser*innen.


Fazit

Wie bereits der Titel verspricht ist „Zwischen Tüll und Kartoffeln wächst manchmal Liebe“ ein absolut niedlicher Liebesroman, der trotz einiger Klischees gut unterhält und sich leicht nebenbei lesen lässt.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(27)

31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

"ninahirschlehner":w=3,"darkspells":w=3,"darkspellsvonrosenundjägern":w=2,"vonrosenundjägern":w=2,"fantasy":w=1,"rezension":w=1,"hexen":w=1,"urbanfantasy":w=1,"buchserie":w=1,"episodenroman":w=1,"darkspellsii":w=1

Dark Spells: Von Rosen und Jägern

Nina Hirschlehner
E-Buch Text: 114 Seiten
Erschienen bei null, 30.05.2018
ISBN B07CR52RWL
Genre: Sonstiges

Rezension:

In Spruch 2 steigt definitiv die Spannung, denn man lernt mehr über die Vergangenheit verschiedener Figuren und sie geraten zum Teil in brenzlige Situationen. Besonders die Geschichten von Shadow und Savannah interessierten mich immer mehr und ich bin gespannt, wie es mit ihnen weitergeht.

Mit den anderen Figuren werde ich dennoch noch immer nicht warm. Dhana verhält sich beispielsweise sehr klischeehaft, indem sie aufwändigen Firlefanz betreibt, um Savannah zu töten, statt es einfach direkt zu erledigen.
Zoey dagegen verhält sich nicht wirklich altersgemessen und ziemlich oberflächlich, als sie auf einmal zwei jungen Männern begegnet und sich darüber auslässt, wie attraktiv sie seien.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(43)

57 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

"fantasy":w=4,"hexen":w=3,"darkspells":w=2,"ninahirschlehner":w=2,"magie":w=1,"serie":w=1,"rezension":w=1,"fantasie":w=1,"band 1":w=1,"magisch":w=1,"rezensionsexemplar":w=1,"fantastisch":w=1,"hexerei":w=1,"auftakt":w=1,"urbanfantasy":w=1

Dark Spells: Die Königin der Stadt

Nina Hirschlehner
E-Buch Text: 122 Seiten
Erschienen bei null, 30.04.2018
ISBN B07BK5XQK5
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt

Die mächtige Hexe Dhana versetzt London in Angst und Schrecken und tötet alle magischen Wesen, die sich ihr in den Weg stellen. Auch den Hexenzirkel der zehnjährigen Zoey vernichtet sie. Doch das kleine Mädchen überlebt auf wundersame Weise den Angriff. Um sich vor Dhana zu schützen und eines Tages Rache üben zu können, sucht sie Unterschlupf bei der mächtigen Hexe Savannah. Doch die hat ihre ganz eigene Vergangenheit mit Dhana.


Meinung

„Die Königin der Stadt“ ist der kurzweilige Auftakt zu einer neuen Fantasy-eBook-Serie. Die Geschichte verbindet die Perspektiven von Zoey, Dhana, Savannah und Shadow, der Dhana dient, jedoch auch eine Vergangenheit mit Dhana hat.
Wie die Geschichten der einzelnen Figuren sich verbinden ist durchaus vielversprechend, zumal es auch einige geheimnisvolle Andeutungen über die Vergangenheit der Figuren gibt.

Andere Aspekte überzeugen mich jedoch noch nicht so ganz. Zoeys wundersames Überleben erinnert an Harry Potter und auch die Antagonistin mit Allmachtsfantasien oder Zoeys Racheplan sind nicht neu.
Noch erscheinen mir Zoey und Dhana auch noch zu flach und stereotyp. Dhana hat für all ihre Taten scheinbar keinen Grund außer den Wunsch nach Macht und Zoey hat angeblich durch Dhana ihre gesamte Familie verloren, erinnert sich aber nicht ein einziges Mal an eine spezielle Person oder einen Namen.

So ganz hat sich mir auch noch nicht erschlossen, wieso alle Perspektiven aus der dritten Person erzählt werden, nur Savannahs aus der Ich-Perspektive. Ein wenig verwirren diese Sprünge beim Lesen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(106)

165 Bibliotheken, 12 Leser, 2 Gruppen, 21 Rezensionen

"homosexualität":w=5,"liebe":w=3,"becky albertalli":w=3,"freundschaft":w=2,"familie":w=2,"jugendbuch":w=2,"englisch":w=2,"love":w=2,"theater":w=2,"highschool":w=2,"gay":w=2,"contemporary":w=2,"coming out":w=2,"lgbt":w=2,"comingout":w=2

Simon vs. the Homo Sapiens Agenda

Becky Albertalli
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Balzer & Bray/Harperteen, 07.06.2016
ISBN 9780062348685
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Seit einigen Wochen kommuniziert Simon per Mail mit Blue. Er weiß nicht, wer Blue ist - nur, dass er auf dieselbe Highschool geht und ebenfalls schwul, aber nicht geoutet ist. Gerade weil die beiden die Identität des anderen nicht kennen, öffnen sie sich einander und kommen einander so nah wie keiner anderen Person. Doch kann man sich über E-Mails in jemanden verlieben?
Als Simons Mitschüler Martin von der E-Mail-Freundschaft Wind bekommt und droht, Simons Geheimnis ausfliegen zu lassen, wenn er Martin nicht mit seiner besten Freundin Abby verkuppelt, wird es so richtig chaotisch.


Meinung

Auf „Simon vs. the Homo Sapiens Agenda“ (dt. „Nur drei Worte“ bzw. "Love, Simon") wurden schon zahlreiche Loblieder gesungen und bereits in diesem Jahr kommt der dazugehörige Film mit dem Titel „Love, Simon“ in die Kinos. Da ich für Bücher aus dem LGBTQ+-Bereich immer zu haben bin, war ich natürlich neugierig und wurde von diesem süßen Buch gut unterhalten.

Simon ist eine unglaublich sympathische und vor allem authentische Hauptfigur. Viele Protagonist*innen aus Jugendbüchern sind in ihrer Highschool eine Art Außenseiter*in, sind mit einer Person gut befreundet und das wars. Teilweise sind sie dann noch mit der Schulqueen verfeindet oder von den Supersportlern genervt. „Simon“ umgeht diese Klischees geschickt. Er hat einen recht großen und vielfältigen Freundeskreis und mehrere, sehr verschiedene gute Freund*innen. Er ist nicht er auffälligste Schüler der Schule aber doch recht beliebt. Auch andere Gruppenklischees, die man aus Highschool-Settings kennt, fehlen hier angenehmerweise.
Zudem hat Simon, was vielen anderen Protagonist*innen des Genres fehlt: Er hat Charakter, eine richtige Persönlichkeit. Er hat Hobbys, Freunde, Lieblingssüßigkeiten, Musik, die er gerne hört, und mag Harry Potter. Im Laufe des Buches sieht man die Figur des Simon bildlich vor sich und er wächst einem ans Herz, wie es nur gut ausgearbeitete Figuren können.

Ähnlich ging es mir mit Blue, auch wenn man den erstmal nur über E-Mails mitbekommt. Simon und er schreiben über die verschiedensten Themen, von Diskussionen über Oreo-Kekse zu relativ philosophischen Überlegungen, was interessant und gleichzeitig authentisch ist, weil es den Figuren Vielfältigkeit und Tiefe verleiht. Und man kann es kaum anders ausdrücken: Die beiden sind einfach unglaublich süß.

Auch Simons Freund*innen und seine Familie sind, auch wenn sie nicht ganz so ausführlich vorgestellt werden, ein quirliger Haufen Figuren, die einem so vermutlich auch im echten Leben begegnen könnten.
Die Szenen mit seiner Familie waren unterhaltsam und, trotz einiger Peinlichkeiten, angenehm, weil man mitbekommt, wieviel Liebe in dieser Familie steckt. Gleichzeitig sind seine Eltern natürlich auch streng und besorgt um ihn, was bei einem Teenager auch Sinn ergibt. Besonders toll fand ich Simons Schwester Nora, die so ganz anders ist als er, aber dennoch eine liebevolle Beziehung zu ihm hat, wie das bei Geschwistern nun mal oft der Fall ist.

Dass Becky Albertalli mit diesem Roman zeigt, wie nah man sich auch kommen und wie gut man sich kennenlernen kann, ohne einander persönlich zu treffen, hat mir gut gefallen. Für Menschen, die nicht mit sozialen Netzwerken und Smartphones aufgewachsen sind, mag diese Vorstellung ungewohnt erscheinen, doch als junger Mensch kann ich sagen, dass sie nicht unrealistisch ist. „Simon...“ zeigt die positiven Seiten und neuen Möglichkeiten von Technik, aber auch, dass man sie mit Vorsicht genießen sollte.

Abgesehen davon, dass „Simon“ eine niedliche und authentische Geschichte über verschiedene Themen ist, die für die Zielgruppe relevant sind (Freundschaft, Vertrauen, Familie, erste Liebe), bringt der Roman natürlich durch den Aspekt Homosexualität auch ein Thema ein, das im Jugendbuchbereich nach und nach endlich stärker repräsentiert wird. Simon und Blue setzen sich mit verschiedenen Aspekten ihrer sexuellen Orientierung auseinander, unter anderem damit, dass Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung nicht zwingend etwas miteinander zu tun haben (und homosexuell zu sein beispielsweise nicht heißt, dass man sich „weiblich“ verhält).

Gleichzeitig begegnen sie im Buch auch vielen Klischees, die leider nicht alle so besprochen werden, wie ich es mir gewünscht hätte. Simons Eltern beispielsweise wollen seinen besten Freund seit Kindertagen nicht mehr bei ihm übernachten lassen, als sie rausfinden, dass er schwul ist, und eine Freundin beobachtet jedes seiner Gespräche mit einem Jungen interessiert, als würde man automatisch jede Person des Geschlechtes, zu dem man sich hingezogen fühlt, anfallen. Eine andere Figur will Simon seinen Bruder vorstellen, weil der auch schwul sei, als müssten Menschen sich automatisch deshalb verstehen, weil sie die gleiche sexuelle Orientierung habe. Leider reagiert Simon darauf gar nicht, obwohl das eine gute Chance gewesen wäre, über weitere Klischees aufzuklären.
Ich war auch nicht einverstanden mit Simons Ansicht, Heterosexuelle sollten auch ein Coming Out haben müssen, da Heterosexualität kein Standard sei. Ich verstehe die Überlegung und finde es super, dass das Problem der Heteronormativität angesprochen wird, sie geht jedoch meiner Meinung nach in die falsche Richtung. Ich persönlich bin eher der Ansicht, dass niemand sich für die sexuelle Orientierung rechtfertigen müssen sollte und hätte mir gewünscht, dass das im Buch noch deutlicher gemacht wird.

Positiv anzumerken ist auch noch, dass die Figuren auch in Bezug auf ethnische Hintergründe, genauer gesagt Hautfarben, divers sind. Zu Simons besten Freund*innen gehören auch People of Colour, was einfach nebenbei eingeflochten wird. Das mag unaufregend klingen, aber in Anbetracht der Tatsache, dass die meisten Jugendbuchfiguren noch immer weiß sind, was die eigentliche Bevölkerungsverteilung nicht repräsentiert, finde ich es wichtig, das zu erwähnen.


Fazit

„Simon vs. the Homo Sapiens Agenda“ ist ein absolut niedliches Jugendbuch mit sympathischer und authentischer Hauptfigur, die einem sofort ans Herz wächst. Es setzt sich mit dem wichtigen Thema Homosexualität auseinander, erzählt aber gleichzeitig auch die herzerwärmende Geschichte eines ganz normalen Teenagers. Allerdings finde ich, dass in Bezug auf das Thema sexuelle Orientierungen nicht alle Möglichkeiten für wichtige Botschaften ausgenutzt wurden.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(69)

106 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

"terror":w=6,"gesellschaft":w=2,"terrorismus":w=2,"recht":w=2,"deutschland":w=1,"politik":w=1,"drama":w=1,"rezension":w=1,"moral":w=1,"rezensionsexemplar":w=1,"entscheidungen":w=1,"theaterstück":w=1,"gerichtsverhandlung":w=1,"empfehlung":w=1,"würde":w=1

Terror

Ferdinand Schirach
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei btb, 12.09.2016
ISBN 9783442714964
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

Inhalt

Ein Kampfpilot hat ein Passagierflugzeug abgeschossen, um es davon abzuhalten, in ein vollbesetztes Fußballstadion zu fliegen. Er hat 164 Menschenleben auf dem Gewissen, aber höchstwahrscheinlich zehntausende gerettet.
Nun steht er vor Gericht und den Leser*innen bzw. Zuschauer*innen wird die Frage gestellt: Ist Lars Koch ein Held - oder ein Massenmörder?


Meinung

Dieses dünne Büchlein - mein erstes von Schirach - hat mich so fasziniert, dass ich es innerhalb von etwa zwei Stunden durchgelesen und die darin enthaltene Frage mit allen Familienmitgliedern, die das Pech hatten, anwesend zu sein, hitzig diskutiert habe.

Der Aufbau als Theaterstück, bei dem das Publikum letztendlich über die Schuld des Angeklagten entscheidet, ist sehr gelungen, denn so ist man beim Lesen bzw. Zuschauen automatisch gezwungen sich Gedanken über die Argumente von Anklage und Verteidigung zu machen und sein eigenes Urteil zu treffen.
Dieser Prozess ist ungemütlich, aber genau deshalb so faszinierend, denn die Frage, die im Raum steht, ist keine leicht zu beantwortende. Kann man Menschenleben gegen andere aufwiegen, wenn Menschen doch alle dieselbe unantastbare Würde besitzen? Und wenn nicht, hätte Lars Koch dann tatsächlich 70.000 Menschen in einem Fußballstadion sterben lassen sollen, während die 164 Passagier*innen des Flugzeugs ohnehin gestorben wären? Ersteres erscheint uns vermutlich nicht richtig, letztes vermutlich aber auch nicht, und als Richter*innen und Schöffen ist man beim Lesen bzw. Zuschauen in einer unangenehmen, aber rechtsphilosophisch spannenden Zwickmühle.

Dadurch, dass in dem fiktiven Prozess um Lars Koch sowohl der Verteidiger als auch die Staatsanwältin ihre Argumente vortragen, bekommt man auf kreative und gelungene Weise Pro- und Contra-Argumente dargelegt. Am Ende hat man beim Lesen die Möglichkeit, beide Varianten (Schuld- und Freispruch) zu lesen, während bei einer Theaterinszenierung das Votum des Publikums entscheiden würde.

Ebenfalls in dem Büchlein enthalten ist eine thematisch verwandte Rede Schirachs anlässlich eines Preises, der der französischen Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo nach dem Terroranschlag auf deren Redaktion verliehen wurde. Schirach plädiert dafür, demokratische Grundwerte und Freiheiten nicht angesichts des Terrors aufzugeben, da diese genau das seien, was Terroristen anzugreifen versuchen. In gewisser Weise befasst sich auch diese Rede also mit der Frage, inwiefern man die Rechte einiger Menschen einschränken darf.


Fazit

„Terror“ stellt eine komplexe und durchaus nicht leicht zu beantwortende Frage und zwingt die Leser*innen bzw. Zuschauer*innen geschickt zur Auseinandersetzung mit der Thematik.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(807)

1.596 Bibliotheken, 20 Leser, 9 Gruppen, 84 Rezensionen

"fantasy":w=100,"magie":w=95,"sonea":w=39,"magier":w=38,"gilde":w=28,"trudi canavan":w=19,"diebe":w=13,"flucht":w=11,"zauberer":w=11,"die gilde der schwarzen magier":w=11,"freundschaft":w=10,"kyralia":w=8,"liebe":w=7,"trilogie":w=7,"zauberei":w=7

Die Rebellin

Trudi Canavan , Michaela Link (Übersetzer)
Flexibler Einband: 543 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.04.2006
ISBN 9783442243945
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

In der Heimatstadt der 16-jährigen Sonea beherrschen nur eine kleine Auswahl von Menschen die Kunst der Magie. Die Magier, die dem König unterstehen, werden gefürchtet und gelten als unverwundbar - Bis Sonea bei einer Protestaktion einen Stein durch die magische Barriere eines Magiers wirft und ihn verletzt. Das ist eigentlich nur mit magischem Potential möglich, doch normalerweise haben dies nur Menschen aus gutem Hause. Die Magier ahnen, dass Sonea unerwartet starke Kräfte hat, und machen sich auf die Suche nach ihr. Doch Sonea, die die Rache der Gruppe fürchtet, tut alles dafür, um sich vor ihnen zu verstecken. Sie ahnt nicht, dass die Magier sie vor allem vor sich selber schützen wollen, denn unkontrollierte Macht kann gefährlich sein.


Meinung

Von Trudi Canavans Büchern, von denen es bereits eine ganze Menge gibt, habe ich schon sehr viel Gutes gehört. Daher war ich sehr gespannt darauf, mit „Die Rebellin“ den ersten Band ihrer „Klassiker“-Reihe zu starten. Leider konnte ich den Wirbel darum nicht so ganz nachvollziehen.

An sich bilden Kyralia und die umliegenden Länder einen interessante und bislang recht gut ausgebaute Fantasywelt, die Potential hätte. Es gibt ein politisches und soziales System, das durchaus nicht fehlerfrei ist, offizielle und inoffizielle Strukturen, Bräuche, Lebensmittel und vieles mehr, was sich Trudy Canavan erdacht hat.
Die Idee und Anwendung der Magie ist ebenfalls recht interessant und ich bin gespannt darauf, in den weiteren Bänden mehr darüber und über das Leben an der Universität zu lernen.

Die Figuren bilden ebenfalls recht interessante Konstellationen. Es gibt Soneas Familie, ihre Freunde, die Diebe und die Perspektive einiger Magier, die sich in diesem Band recht gut ergänzen. Über einige der Figuren würde ich gerne noch mehr erfahren.
Sonea ist als Hauptfigur mit ihrer sturen, frechen aber auch klugen und herzensguten Art auch recht sympathisch, ebenso wie die beiden Magier Rothen und Danyl.

Trotzdem verpasste das Buch meinem Gefühl nach viele Chancen wirklich spannend und mitreißend zu sein. Die ersten zwei Drittel des Romans ziehen sich durch immer gleiche Motive in die Länge und es gibt erst gegen Ende einen erkennbaren, allerdings recht kurzen Spannungsbogen, sodass mir das Ziel und die Aussage dieses ersten Bandes nicht ganz klar wurden.
Die gesamte Stimmung war trotz der düsteren Elemente von Dieben und Auftragsmördern noch recht kindlich, sodass bei mir selten ein Gefühl der Spannung aufkam.

Fazit

„Die Rebellin“, der Auftakt von Trudy Canavans berühmter „Die Gilde der schwarzen Magier“-Trilogie, konnte mich leider nur mäßig überzeugen. Die Welt und die Figuren haben durchaus Potential, doch die Handlung zieht sich leider bis kurz vor dem Ende stark.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

28 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

"fantasy":w=2,"afrika":w=1,"magic":w=1,"nigeria":w=1,"fight":w=1,"power":w=1,"monarchy":w=1

Children of Blood and Bone - Legacy of Orisha

Tomi Adeyemi
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Macmillan Children's Books, 08.03.2018
ISBN 9781509871353
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

In Orïsha lebten einst die maji - Menschen, die von den Göttern magische Fähigkeiten erhalten hatte,. Doch dann ließ der König sie aus Angst und Hass töten und die Magie verschwand aus dem Land.
Die 16-jährige Zélie ist eine divîner, das Kind einer maji, deren magische Fähigkeiten noch nicht erwacht sind. Als sie durch Zufall auf die Prinzessin Amari trifft, erfährt sie, dass sie auserwählt wurde, die Magie zurück nach Orïsha zu bringen. Gemeinsam mit ihrem Bruder Tzain und Amari macht sie sich auf den Weg, verfolgt von Amaris Bruder Inan, der bereit ist alles zu tun, um sein zukünftiges Königreich ein für alle mal von Magie zu befreien.


Meinung

Für die Idee von „Children of Blood and Bone“ war ich sofort Feuer und Flamme. Viele Menschen denken vermutlich kaum darüber nach, aber Menschen mit anderen Hautfarben als weiß sind in der Jugend(-Fantasy)-Literatur erstaunlich unterrepräsentiert. Umso schöner, dass Tomi Adeyemi sowohl mit ihren Figuren als auch den Einflüssen aus westafrikanischen Kulturen eine Portion Diversität in das Genre bringt.
Wie sehr ich an weiße Figuren gewöhnt bin oder automatisch weiße Figuren vor Augen sah, bemerkte ich beim Lesen erst, als ich zunächst irritiert davon war, wie häufig die Hautfarbe einer Person - von Mahagoni bis Kupfer - beschrieben wird. Es dauerte eine Weile, bis ich merkte, dass diese Irritation daher kam, dass ich an weiße Figuren gewöhnt war, deren Weißsein nicht extra erwähnt werden musste. Ein ziemlich guter Kniff, der einen nebenbei die Augen öffnet, ohne belehrend zu wirken.

Auch sonst enthält „Children of Blood and Bone“ wichtige Botschaften, denn es tut, was guter Fantasy tun sollte: Der Roman vermittelt durch die fantastische Geschichte eine durchaus reale Botschaft. Der Autorin zufolge entstand die Idee durch die Polizeigewalt gegenüber unbewaffneten People of Colour in den USA und das klingt im Text definitiv durch. Allgemein spielt auch die Bezeichnung „maggot“ (Made) für die divîners auf die Mechanismen des Rassismus an, in dem bestimmten Personengruppen die Menschlichkeit genommen wird, indem man sie als weniger wert, mehr als Tiere als als Menschen darstellt. Die Erklärung für den Hass auf die maji - Angst vor dem Unkontrollierbaren, Unbekannten - erinnert mich dagegen an die Art, wie beispielsweise gegen Geflüchtete Stimmung gemacht wird. Welche Erfahrungen mit Diskrimierungen man auch gemacht hat: Aus diesem Buch kann man sicherlich etwas mitnehmen.

Der Grundkonflikt des Buches ist sehr interessant und wirft die Frage auf: Wäre es wirklich gut, wenn die Magie nach Orïsha zurückkäme?
Dadurch, dass man mit divîners wie Zélie mitfühlt und mitbekommt, wie ihre Leute gequält und unterdrückt werden, wünscht man sich genau wie sie die Magie zurück und lernt die Adligen zu hassen. Man weiß, dass viele maji friedlich gelebt haben und dass der König damals viele Unschuldige ermorden ließ und heute Unschuldige zu Tausenden quälen lässt.
Durch Inans Perspektive lernt man jedoch auch die Sicht derjenigen kennen, die wirklich glauben, dass die Welt ohne Magie friedlicher und sicherer ist. Man lernt, wie gefährlich unkontrollierte oder böswillig eingesetzte Magie sein kann, und kann teilweise verstehen, wieso Inan und der König verhindern wollen, dass sie zurückkommt.
Diese Erzählweise macht das Buch sehr interessant, denn auch wenn man als Leser*in klar mit Zélie mitfiebert, versteht man die Motive der Gegenseite, auch wenn die Handlungen einiger Figuren absolut nicht zu entschuldigen sind. Gleichzeitig verhalten sich auch alle „Guten“ nicht immer einwandfrei und beide Seiten begründen ihre Taten damit, das Beste für Orïsha zu wollen.

Angenehmerweise begnügt sich das Buch auch nicht mit der Aussage, dass die Magie zurückgebracht werden soll, denn die Figuren machen sich auch Gedanken darum, in welcher Form das geschehen und welche Maßnahmen getroffen werden müssten, damit es nicht einfach nur zu einem grausamen Krieg zwischen maji und kosidán (Nicht-magischen Menschen) käme. Magie wird nicht nur als Waffe zur Verteidigung gesehen - ein Eindruck, den man zunächst bekommt - sondern auch als Weg zu einem friedlichen Zusammenleben. In anderen Momenten erwecken die Figuren jedoch wieder lediglich den Eindruck, Macht und Rache zu wollen, was angesichts ihres Schicksals zwar verständlich, meiner Meinung nach aber keine gute Botschaft für ein Buch ist. Ich bin gespannt, wie sich dieser „politische“ Aspekt der Reihe in den Folgebänden entwickelt.

In Bezug auf andere Elemente konnte mich „Children of Blood and Bone“ dagegen leider nicht ganz überzeugen.
Das Motiv der auserwählten Außenseiterin aus sozial schwächeren Kreisen, die die Welt retten soll, ist durchaus nicht neu, auch wenn die interessante Figurenkonstellation mit Inan und Amari das wieder ein wenig wettmacht.
Zélies aufbrausenden, unvorsichtigen Charakter und den Wunsch, anderen zu helfen, der ihr das ein oder andere Mal selbst zum Verhängnis wird, kennt man ebenfalls bereits von Figuren anderer Bücher. Immerhin ist ihre Art auch authentisch und sie keinesfalls perfekt.
Auch die angedeuteten Liebesgeschichten waren sehr vorhersehbar und gingen für mich viel zu schnell und unverständlich vonstatten.

Von der Figur des Inan war ich gleichzeitig an meisten fasziniert und genervt. Zum einen ist er wohl die interessanteste und tragischste Figur, von der ich je gelesen habe. Von seinem Vater wurde er gelehrt, die maji zu hassen, doch in diesem Buch muss er plötzlich seine eigenen Erfahrungen sammeln und mit seinem Weltbild in Einklang bringen.
Oftmals verhält Inan sich aber auch extrem widersprüchlich und sprunghaft und nicht immer waren diese Sprünge für mich nachvollziehbar.

Ein abschließendes Kompliment gibt es für den spannenden Showdown und das wirklich fiese Ende, das dafür sorgt, dass ich es kaum erwarten kann, dass im März 2019 der zweite Band der geplanten Trilogie erscheint.


Fazit

„Children of Blood and Bone“ bringt mit der Idee und den dahinterliegenden wichtigen Botschaften frischen Wind in das Fantasy- und Jugendbuch-Genre und bildet den vielversprechenden Auftakt einer neuen Trilogie. Leider enthält das Buch auch recht bekannte und vorhersehbare Elemente, insbesondere was die Figuren betrifft.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(13)

26 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

alt, americana, american gods, amerikanisch, anbetung, anbieten, aufmerksamkeit, aussage, autounfall, bedauernswert, bedeutung, beerdigung, fantasy, götter, usa

American Gods

Neil Gaiman
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Harpercollins, 01.01.2013
ISBN 9780062080233
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

Shadow wird nach einigen Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen. Doch statt der lange erwarteten Rückkehr zu seiner Frau Laura trifft er auf einen seltsamen Mann namens Wednesday, der alles über ihn zu wissen scheint und möchte, dass Shadow für ihn arbeitet. Bald schon bemerkt Shadow, dass nicht alles in Wednesdays Umgebung mit rechten Dingen zugeht und er zum Spielball eines riesigen Konfliktes geworden ist.


Meinung

Ich hatte ehrlich gesagt überhaupt keine Vorstellung davon, worum es in „American Gods“ gehen könnte und ehrlich gesagt kann ich auch nach dem Lesen noch nicht hundertprozentig sagen, in welches (Sub)Genre ich das Buch einordnen würde. Es enthält Fantasy- aber auch Science Fiction-Elemente, es spielt auf Mythen und Legenden an und erzählt doch seine ganz eigene Geschichte.
Doch trotz der tollen Ideen, die Neil Gaiman hier auffährt, konnte mich der Roman nicht vollständig überzeugen.

Die Idee, die hinter „American Gods“ steckt und erst dann richtig klar wird, als man schon einige Zeit gelesen hat und mitten in der Handlung steckt, finde ich sehr originell und gelungen.
Wie der Titel schon verrät, hat sich Gaiman von Göttern inspirieren lassen, interessanterweise jedoch nicht nur von den mittlerweile altbekannten griechischen und nordischen. Auch die Götter und Legenden afrikanischer, germanischer, asiatischer und Native American Kulturen werden vorgestellt und spielen eine Rolle. Das hat zwar zur Folge, dass man viele davon beim Lesen nicht erkennt, da ihre Namen oft nicht direkt genannt und/oder ihre Herkunft nicht erklärt wird, ist jedoch auch sehr interessant und bringt eine tolle Portion Diversität in das Buch.

Der Aufbau des Buches ist zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig, denn neben der Handlung um Shadow, die alleine schon zunächst sehr verwirrend ist, werden auch häufig Kapitel eingestreut, die mit „Coming to America“ oder „Somewhere in America“ überschrieben sind. Nach einer Weile wird klar, dass die Idee dahinter recht faszinierend ist: Letztere beschreiben die Situation diverser Götter im heutigen Amerika, erstere wiederum erzählen die Geschichten von Menschen, die ihre Religion und ihre Legenden mit in die USA brachten. Diese Beispiele umspannen viele Jahrhunderte von den Wikingern bis zu einem Händler in der Gegenwart.

Nicht so ganz warmgeworden bin ich mit dem doch sehr gemächlichen Einstieg in die Handlung rund um Shadow. Möglicherweise lag es an der Verwirrung, die die ersten Kapitel vermutlich absichtlich auslösen, doch ich hatte das Gefühl, dass es sehr lange dauerte, bis die Handlung in Fahrt kam. Auch zwischendurch gab es immer wieder Passagen, die ich als eher langatmig empfunden habe, während ich lange darauf warten musste zu verstehen, worauf das Buch eigentlich hinauswill. Dafür war der Twist gegen Ende des Buches in meinen Augen ziemlich überraschend und gelungen.

Die Figuren in „American Gods“ kann man wohl am ehesten als schräg bezeichnen. Da er die Hauptfigur ist, bekommen wir hauptsächlich die Gedanken und Gefühle von Shadow mit. Dieser verwirrte mich häufig, da er zwar eine Menge Dinge fühlt und denkt, nach außen hin aber oft sehr unberührt und abgehalftert wirkt. Seine pragmatische, unbeeindruckte Art machte ihn jedoch auch cool und sympathisch und hatte eine gewisse Komik in sich, besonders angesichts der vielen exzentrischen Personen, denen er im Laufe des Buches begegnet.
Dass Wednesday eine ungewöhnliche Person ist, bemerkt man schnell, und obwohl man ihn bis zum Ende nicht durchschaut, unterhält er mit seiner scheinbar sorglosen, unverschämten Art und den vielen Betrügereien ziemlich gut. Wednesday ist definitiv für einen großen Teil des bösem Humors im Buch verantwortlich.
Auch einige der Nebenfiguren sind, selbst wenn sie nur kurze Auftritte haben, erstaunlich gut ausgearbeitet. Sam beispielsweise war mit ihren frechen Sprüchen auch immer einen Lacher wert.

Während ich Neil Gaimans humorvolle Art zu schreiben ansonsten sehr schätze, gab es einen Aspekt seines Schreibstils, der mich irritierte, fast sein störte. Aus für mich unerfindlichen Gründen konzentrieren sich erstaunlich viele der Beschreibungen in „American Gods“ auf das Urinieren oder die Penisse von Figuren, auch in absolut nicht sexuellen Situationen. Abgesehen davon, dass ich diese Beschreibungen teilweise unschön und vulgär fand, habe ich nicht verstanden, wieso es beispielsweise relevant ist, den Penis eines Mannes zu beschreiben, der gerade gehängt wird.


Fazit

„American Gods“ basiert auf einer faszinierenden Idee und unterhält durch den bösen Humor, die schrägen Figuren und die interessanten eingewobenen Mythen und Legenden. Allerdings brauchte ich auch lange, um in das Buch reinzufinden und zu verstehen, worum es geht, und empfand es zwischenzeitlich als langatmig.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(20)

38 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

"breakfast club":w=2,"krimi":w=1,"mord":w=1,"spannung":w=1,"thriller":w=1,"jugendbuch":w=1,"englisch":w=1,"jugendliche":w=1,"ermittlungen":w=1,"young adult":w=1,"jugenbuch":w=1,"überraschung":w=1,"gossip girl":w=1,"penguin":w=1,"pretty little liars":w=1

One Of Us Is Lying

Karen M. McManus
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Penguin, 01.06.2017
ISBN 9780141375632
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Addy, die zur beliebtesten Clique der Schule gehört, Musterschülerin Bronwyn, Supersportler Cooper und Drogendealer Nate. Vier sehr unterschiedliche Personen müssen gemeinsam mit Simon nachsitzen. Simon, der die Gossip-App „About That“ betreibt, in der er die Geheimnisse seiner Mitschüler*innen ausplaudert. Simon, der über alle vier etwas wusste, das diese lieber geheimhalten wollten. Simon, der das Nachsitzen nicht überleben wird.
Alle vier hätten ein Motiv gehabt, Simon zu töten. Alle behaupten sie, es nicht gewesen zu sein. Wer von den Vieren lügt?


Meinung

„One Of Us Is Lying“ klang für mich wie eine Mischung aus „Breakfast Club“, „Gossip Girl“ und „Pretty Little Liars“ - einerseits wie ein typisches Jugendbuch, andererseits wie eine vielversprechende Mischung. Vier sehr unterschiedliche Figuren, eine App, die Geheimnisse lüftet - Geheimnisse, die die Figuren lieber geheimhalten hätten. Das klang brisant und nach spannenden Enthüllungen.
Als das Buch dann auch noch viele positive Kritiken bekam, entschied ich mich schließlich, es auch zu lesen. Und schon lange hat ein hochgelobtes Buch meine Erwartungen nicht mehr so gut erfüllt.


Das Konzept des Buches ist geschickt durchdacht und umgesetzt. Als Simon beim Nachsitzen an einem allergischen Schock stirbt und offenbar vergiftet wurde, geraten die vier anderen, die mit ihm im Raum waren, unter Verdacht. Aus ihren Perspektiven wird auch die Geschichte erzählt und je besser man die Figuren kennenlernt, desto klarer wird: Sie alle hatten ein Geheimnis, mit dem Simon, sollte er es öffentlich machen, ihr Leben hätte ruinieren können. Somit hatten alle vier ein Motiv und die Gelegenheit.
Doch je besser man die Figuren kennenlernt, desto mehr lernt man auch über ihre Lebensumstände, ihre Gründe für die Dinge, die sie geheimhalten wollen, und desto sympathischer werden sie einem, sodass man es eigentlich keinem von ihnen zutraut. Während sich jede der Figuren mal mehr, mal weniger verdächtig macht, tappt man beim Lesen lange Zeit im Dunkeln. Wenn man meint, einen Verdacht zu haben, wird plötzlich wieder etwas anderes aufgedeckt, sodass die Krimihandlung stets spannend bleibt.

Die Auflösung war dann nicht nur gut durchdacht, sondern auch sehr geschickt umgesetzt und eingefädelt. Zwar hatte ich als krimierfahrene Person schon etwa ab der Hälfte des Buches eine Vermutung, doch ganz sicher war ich mir bis zum Ende nicht. Toll finde ich vor allem, dass die Auflösung zwar eventuell überraschend kommt, jedoch keinesfalls an den Haaren herbeigezogen wirkt. Die Erklärungen wirken alle nachvollziehbar und passen zu der entsprechenden Figur.


In „One Of Us Is Lying“ hat Karen McManus ihren Figuren wohlmöglich die besten Persönlichkeiten und Entwicklungen gegeben, die ich seit langem in einem Jugendbuch gefunden habe. Obwohl das Buch nicht außergewöhnlich lang ist und von vier Figuren gleichzeitig erzählt wird, wird jede der Personen sehr ausführlich charakterisiert. Man erfährt, was hinter ihrer jeweiligen klischeehaften Fassade steckt, mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben und wie die Situationen entstanden sind, die Simon etwas gegen sie in die Hand gegeben haben. Nicht jede Figur ist auf Anhieb sympathisch, da sie keinesfalls perfekt sind, doch je mehr man über sie erfährt, desto mehr Verständnis kann man für sie aufbringen.

Mit den vier sehr unterschiedlichen Personen kommen auch sehr unterschiedliche Problematiken ins Spiel, die jedoch alle gut in ein Jugendbuch passen und für die Zielgruppe relevant sein könnten: Leistungsdruck von Seiten der Eltern, ungesunde Beziehungen, der Wunsch, zu den „Coolen“ zu gehören, Konflikte mit den Eltern, soziale und finanzielle Schwierigkeiten. Einige der Themen wirken vielleicht etwas sehr auf Teenager ausgelegt und die Geheimnisse der Figuren etwas aufgebauscht, doch für die Zielgruppe sind sie durch aus interessant und es wird stets nachvollziehbar erklärt, wieso sie für die Figuren wichtig sind.
Angenehmerweise werden, ohne dass es zum Hauptthema gemacht wird, auch Personen anderer ethnischer Hintergründe und anderer sexueller Orientierungen repräsentiert.

Durch die Mordverdächtigungen und ihre Geheimnisse, die nach und nach ans Licht kommen, gerät das Leben der vier Protagonist*innen aus den Fugen. Sie alle haben nun mit Veränderungen, Konflikten und Stigmatisierungen zu kämpfen und es ist interessant zu verfolgen, wie sie damit umgehen. Alle vier, vor allem jedoch die Figur, von der ich persönlich es am wenigsten erwartet hätte, machen daher im Buch eine tolle Entwicklung durch, die zu verfolgen wirklich Spaß macht, auch wenn mindestens eine davon recht erwartbar und klischeehaft ist.
Was die Leben der Figuren betrifft, ist dass Ende nicht komplett abgeschlossen, was durchaus realistisch ist, aber abgeschlossen genug, um befriedigend, vielleicht sogar ein bisschen zu „Friede, Freude, Eierkuchen“ zu sein.


Eine spannende Rolle im Buch spielen auch die Arbeit der Polizei und die Einmischung der Medien. Erstere verhält sich häufig sehr unprofessionell, setzt die vier Hauptfiguren unter Druck und bricht grundlegende Ermittlungsregeln, was im Laufe des Buches auch kritisiert und womit geschickt gespielt wird.
Anhand der medialen Berichterstattung über den Fall wird währenddessen gezeigt, welchen Einfluss - positiven wie negativen - voreilige Berichte über laufende Ermittlung haben können, was sehr interessant ist.



Fazit

„One Of Us Is Lying“ ist ein rundum gelungener Jugendthriller mit spannendem, geschickt umgesetzten Konzept und tollen Figuren.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(12)

18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

"jugendbuch":w=1:wq=10639,"frankreich":w=1:wq=4655,"sommer":w=1:wq=1650,"urlaub":w=1:wq=1580,"young adult":w=1:wq=1111,"lovestory":w=1:wq=538,"fernweh":w=1:wq=132,"mustread":w=1:wq=13,"kolibriherz":w=1:wq=7,"cote d´ azur":w=1:wq=3,"kim leopold":w=1:wq=3,"lovestory on the road":w=1:wq=2,"roaftrip":w=1:wq=1

Bleiben einzig und allein wir

Kim Leopold
E-Buch Text: 211 Seiten
Erschienen bei null, 05.05.2018
ISBN B07BN1GMKW
Genre: Sonstiges

Rezension:


Inhalt

Lorraines Leben sah bisher sehr behütet aus. Abenteuer, Wagnisse und verrückte, spontane Entscheidungen sind nicht so ihr Ding, glaubt sie. Doch als sie an ihrem 18. Geburtstag einen fliederfarbenen Citroën namens Hedwig bekommt und zufällig auf Faisal trifft, hat sie den perfekten Moment und den perfekten Gefährten für ihr erstes richtiges Abenteuer gefunden.


Meinung


Kim Leopolds Bücher sind bei mir mittlerweile eine Pflichtlektüre geworden, da ich die Mischung aus Romantik, liebenswerten Figuren und ernsthaften Themen, die sie in ihren Romanen unterbringt, sehr schätze. Daher wundert es kaum, dass mich auch ihr persönliches Herzensbuch „Bleiben einzig und allein wir“ wieder überzeugen, unterhalten und berühren konnte.

Lorraine ist eine wunderbare Protagonistin, die ich von der ersten Seite an ins Herz geschlossen habe. Sie ist etwas schüchtern und unbeholfen, nicht zuletzt aufgrund ihrer übervorsichtigen Mutter, und lebt mehr in ihren Büchern als in der realen Welt. Dass in ihr jedoch auch ein Fünkchen Abenteuerlust schlummert, kommt während des Buches nach und nach zum Vorschein. In einer Protagonistin wie ihr, die sich zunächst nicht viel zutraut, aber schließlich über sich hinauswächst und entdeckt, wie aufregend das Leben sein kann, wenn man sich etwas traut, finden sich sicher viele Leser*innen wieder.

Faisal ist da ganz anders, selbstbewusster und kontaktfreudiger, doch auch er hat zu kämpfen. Nicht direkt mit Ängsten, aber mit einer Krankheit, die ihn einschränkt, und mit dem Erwartungsdruck seiner Familie bezüglich seiner beruflichen Zukunft. Auch das ist ein Thema, mit dem sich sicherlich einige Menschen identifizieren können, die gerne von Kunst leben würden und sich immer wieder anhören müssen, dass sie doch etwas „Vernünftiges“ machen sollen. Im Vergleich zu Lorraine hätte Faisal meiner Meinung nach jedoch noch ein klein wenig mehr Persönlichkeit mit Ecken und Kanten und liebenswerten, schrulligen Eigenschaften gebrauchen können.

Lorraines Bücherliebe, für die Faisal so gar kein Verständnis hat, und ihre zunächst unbeholfene Art sorgen für absolut wunderbare Momente zwischen den beiden, insbesondere als sie sich kennenlernen. Faisal zieht das schüchterne Mädchen oft mit Absicht auf und die kleinen Sticheleien zwischen ihnen machten die zwei für mich lebendig und liebenswert.
Man kann die Gefühle, die beide für einander entwickeln, gut nachvollziehen, doch angenehmerweise wird der Roman dennoch nicht dominiert von schwülstigen Liebesbekundungen oder dem für Jugendbücher sonst leider typischem „Er will doch sowieso nichts von mir“-Drama. „Bleiben einzig und allein wir“ ist einfach eine schöne, unterhaltsame und inspirierende Sommergeschichte - über die Liebe aber auch über viel mehr.

Da Lorraine und Faisal beide ihr Päckchen zu tragen haben, setzt sich der Roman auch mit verschiedenen anderen Themen auseinander. Mit Lorraine lernen wir, Neues zu wagen und Unbekanntes zu entdecken und uns selbst dabei besser kennenzulernen. Faisal lehrt uns, für unsere Träume zu kämpfen und an uns zu glauben, auch wenn andere es nicht tun. Mit beiden lernen wir, wie leicht einem vieles plötzlich fällt, wenn es Menschen gibt, die einen lieben und unterstützen.
Gerade in Hinblick auf die Entwicklung der beiden und die Botschaft des Buches hätte ich mir für das Buch noch einige Seiten mehr gewünscht, die Lorraines und Faisals Verhältnis zu ihren jeweiligen Familien nach dem Roadtrip beleuchten, da beide Familien für die jeweiligen Konflikte prägend waren, im Roman selbst jedoch selten auftauchen.

Neben der Handlung und den Figuren ist natürlich auch das Setting unschlagbar. Die Côte d’Azur ist einer der wundervollsten Orte, an denen ich je Urlaub gemacht habe, und wie auch bei den Schauplätzen ihrer anderen Romane gelingt es Kim Leopold wunderbar, ihre Magie einzufangen. Die Stopps auf Lorraines und Faisals Reise wecken Fernweh und die Lust darauf, sich selbst einfach mal ein Auto zu schnappen und einen Roadtrip zu starten.


Fazit

„Bleiben einzig und allein wir“ ist die perfekte Sommerlektüre für Nerds, Romantiker*innen und Menschen mit großen Träumen. Kim Leopold entführt uns darin an wundervolle Orte, macht uns mit liebenswerten Figuren vertraut, von denen wir vieles lernen können, und vermittelt vor allem einer: Träume sind es wert, für sie zu kämpfen, auch wenn das ein kleines Abenteuer erfordert ;).

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

berlin, contemporary romance, film, jugendroman, liebe, schweden, weihnacht, young adult

Flying Moon - Premiere

Katrin Bongard
Flexibler Einband: 342 Seiten
Erschienen bei Red Bug Books, 05.11.2017
ISBN 9783946494034
Genre: Sonstiges

Rezension:


Inhalt

Nach dem letzten Drehtag von „Heimweh“ sind Lasse und Moon ohne Abschied auseinandergegangen und haben sich seitdem nicht wiedergesehen. Nun steht die Premiere des Films an und damit auch eine Begegnung, die Herzklopfen garantiert.


Meinung

Die ersten beiden Bände der „Flying Moon“-Reihe habe ich wirklich gerne gelesen. Die Kombination aus jugendlicher Liebesgeschichte und Einblicken in die Arbeit an einem Filmset war etwas Neues und auch den Blick auf Lasses Leben im zweiten Band fand ich durchaus interessant. Leider hat „Premiere“ in meinen Augen weder der Geschichte noch den Figuren etwas Neues hinzuzufügen.

Die Grundidee des Buches - die erneute Begegnung von Lasse und Moon nach einer nicht wirklich günstig gelaufenen Trennung - fand ich durchaus interessant. Immerhin war zwischen den beiden noch lange nicht alles geklärt. Ein wenig spannender wäre das wohl gewesen, wenn man nicht schon am Ende von „Flying Moon“ mitbekommen hätte, wie das erste Treffen der beiden nach dem Dreh abläuft. Dass sich die beiden am diesem Treffen häufiger über den Weg laufen, ist auch nicht überraschend und hätte die Möglichkeit sein können, die Beziehung der beiden endlich auf ein neueres, intimeres Level zu bringen.
Leider ist das in meinen Augen nicht passiert. Stattdessen sind sowohl Moon als auch Lasse stets damit beschäftigt, ihre Gefühle für die andere Person kleinzureden und zwanghaft Gründe dafür zu finden, wieso es zwischen den beiden nicht klappen kann („Sie ist zu jung.“, „Er ist zu berühmt.“). Dabei treten sie ewig auf der Stelle, statt einmal vernünftig Argumente abzuwägen oder miteinander zu sprechen. Dass jeder Versuch eines klärenden Gesprächs durch doofe Zufälle unterbrochen wird, wirkt teilweise schon fast zu gezwungen.
Das Ende ist in diese Hinsicht leider auch überhaupt nicht befriedigend, denn nachdem die Beziehung der beiden ewig festgesteckt hat, kommt es auch am Ende nicht zu dem klärenden Gespräch über ihr Verhältnis zueinander, auf das ich gehofft hatte.

Extrem nervig sind auch die Menschen in Moons und Lasses Umfeld, die es offenbar als ihre Aufgabe und ihr Recht sehen, sich andauernd in ihre Beziehung und ihre Leben einzumischen. So will Karl beispielsweise die ganze Zeit Moon mit seinem Bruder Johann verkuppeln, als wäre das nicht allein Moons Entscheidung, und sie wehrt sich nicht einmal gegen dieses übergriffige Verhalten, indem sie z.B. klarmacht, dass das allein Johanns und ihre Sache ist.

Lasse ist in dieser Hinsicht aber auch nervig, denn er betrachtet das ganze Buch über Johann als Konkurrenten und führt mit ihm eine Art unausgesprochenen Wettkampf um Moon, als könnte diese nicht selbst entscheiden, welcher Mann besser zu ihr passt, und als hätte überhaupt einer von ihnen einen „Anspruch“ auf sie.

Allgemein ist das Verhalten vieler Figuren oft unverständlich, beispielsweise das von Sophia und Karl, die ihre Trennung anscheinend einfach kommentarlos wegstecken, oder Moons Mutter, die mit ihrem Vater wieder ganz dicke zu sein scheint, obwohl der sie vor höchstens zwei Jahren betrogen hat.
Die einzige (positive) Entwicklung einer Figur konnte ich bei Moon ausmachen, die sich in diesem Buch, nach ihrem Abi, viel mit ihrer Zukunft und damit befasst, ob sie die Schauspielerei professionell machen will. Auch Karl spielt mit dem Gedanken, sehr zum Missfallen seiner Familie, was ein interessanter Konflikt hätte werden können, wenn es etwas mehr Handlung neben der Liebesgeschichte gegeben hätte.

Auch ein paar Aspekte der Form des Buches haben mich gestört, beispielsweise dass der vom Verlag gestellte Klappentext etwas verrät, das erst auf den letzten 40 Seiten des Buches passiert, und dass das Buch zahlreiche Rechtschreib-, Grammatik- Logik- und Zeichensetzungsfehler enthält.


Fazit


So gerne ich die „Film.Love.Story“-Reihe und ihre Figuren auch mochte: „Premiere“ hat mich durch die eher stillstehende Handlung und das viele Hin und Her zwischen Moon und Lasse leider enttäuscht.


  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Affections 2: Zwischen Meer und Sternen

Katie Kling
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Amrun Verlag, 25.03.2018
ISBN 9783958693289
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt


Nachdem Connor Rachel betrogen hat, hat diese ihn aus ihrem Leben verbannt und ein neues Leben mit neuem Job, neuer Wohnung und neuem Freund begonnen. Doch da sie in einer WG mit Yuki und Tattoo wohnt, die sie über Connor kennengelernt hat, kann sie es natürlich nicht vermeiden, ihrem Ex-Freund über den Weg zu laufen. Und Connor will Rachel zurück.


Meinung

„Barfuß durch die Nacht“, der erste Band dieser zweiteiligen Reihe, hat mich im letzten Jahr sehr positiv überrascht. Zwar handelte es sich zunächst scheinbar um die typische „Good Girl, Bad Boy“-Geschichte, doch Rachel war eine sehr angenehme Hauptfigur, witzig, ließ sich nicht unterkriegen und vor allem wurden neben der Liebesgeschichte auch noch andere Aspekte ihres Lebens behandelt, sodass sie nicht wirkte, als wäre sie komplett abhängig von dieser Beziehung.

Diesem Trend folgt „Zwischen Meer und Sternen“ leider nur teilweise. Angenehm fand ich, dass es auch in diesem Buch viel um Rachels Arbeitsleben und ihre berufliche Entwicklung geht, wobei unter anderem Themen wie Sexismus oder Verantwortung für andere angeschnitten werden. Dieser Aspekt macht den Roman auch zu einem tollen Vertreter des „New Adult“-Genres, da sich davon sicher auch ältere Leser*innen angesprochen fühlen, denen Jugendbücher nicht mehr lebensnah genug sind.
Nach Rachels Auszug am Ende des ersten Bandes ist das Thema familiäre Konflikte jedoch etwas weiter in den Hintergrund gerückt und vor allem Rachels zuvor äußerst schwierige Mutter scheint mittlerweile sehr zahm zu sein. Nicht, dass ich Rachel weiterhin schwierige Familienverhältnisse gewünscht hätte, doch mir fehlte ein wenig ihre persönliche Entwicklung, die sie im ersten Buch anhand dieser Konflikte durchgemacht hat.

Als Hauptfigur fand ich Rachel weiterhin sympathisch und vor allem unterhaltsam, nicht zuletzt aufgrund ihrer gesunden Portion Selbstironie. Gerade ihre Einstellung zum Thema Essen sorgt nicht nur für den ein oder anderen lustigen Kommentar ihrerseits sondern ist auch absolut angenehm im Meer von Protagonistinnen, die ein negatives Bild ihres Körpers haben und sich kaum erlauben, Essen zu genießen.
Sie ist eine selbstbewusste und unabhängige Frau und in der Lage deutlich zu machen, was sie will und was ihr passt oder nicht, was ebenfalls nicht selbstverständlich für Hauptfiguren aber ein gutes Vorbild für die Leser*innen ist.

Die Entwicklungen in Rachels Liebesleben fand ich allerdings häufig nicht nachvollziehbar. Zu Beginn des Buches, der einige Monate nach dem Ende von „Barfuß durch die Nacht“ einsetzt, ist sie in einer Beziehung mit Nick, einem Kollegen ihres Bruders Jacob. Nick ist ein lieber und zuvorkommender Kerl, aber auch total langweilig und ich konnte nicht so richtig verstehen, wieso Rachel mit ihm zusammen war. Ich hatte das Gefühl, dass die ganze Figur nur entwickelt wurde, damit ihre Beziehung wegen Rachels noch existierender Gefühle für Connor in Konflikt geraten kann, was leider ein häufiges Klischee in Liebesgeschichten ist.

Auch den erneuten Kontakt zu Connor fand ich nicht mehr so reizvoll und romantisch wie im ersten Band, denn Connor, der Rachel unbedingt zurück will und ihr beweisen will, dass er sich geändert hat, war mir zu aufdringlich. Meiner Meinung nach hat er ihr Privatleben und ihre Zurückweisungen nicht genug akzeptiert und sie sich nicht genug gegen sein Verhalten gewehrt, was ich sehr schade fand. Andererseits fand ich es auch unverständlich, wieso Rachel, wo sie doch Connor nie wiedersehen will, ausgerechnet mit zwei seiner Freundinnen zusammenzieht.
Auch konnte ich nicht mehr nachvollziehen, was Connor eigentlich an Rachel findet und andersrum, da bei ihm außer körperlicher Anziehung, seiner Reue und ein paar neuen Infos über seine Vergangenheit keine außergewöhnlichen Charaktereigenschaften erkennbar sind.
Die meisten ihrer Begegnungen sind nervige Hin und Hers zwischen Ablehnung von Rachels Seite aufgrund ihrer schmerzlichen Erlebnisse und der Erkenntnis, dass sie dennoch noch Gefühle für Connor hat, was auf Dauer repetitiv wird.


Fazit

Rachel ist mit ihrem tollen Humor und ihrer unabhängigen Art weiterhin eine tolle Hauptfigur, doch das viele Hin und Her mit Connor, der mir in diesem Band zu aufdringlich war, hat mich leider etwas genervt.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(13)

24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

anxiety, feminism, friendship, holly bourne, jugendbuch, ya contemporary, young adult

Am I Normal Yet?

Holly Bourne
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Usborne Publishing Ltd, 01.08.2015
ISBN 9781409590309
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt


Alles, was Evie will, ist normal sein. Ein normales 16-jähriges Mädchen mit Freundinnen und einem Freund. Doch das ist gar nicht so leicht, wenn einem sowohl alltägliche Teenie-Probleme als auch eine psychische Erkrankung einen Strich durch die Rechnung machen. Evie tut alles, um ihre Krankheit zu verheimlichen, denn normale Menschen haben sowas nicht - oder?


Meinung

Ich weiß gar nicht, womit ich anfangen soll, denn es gibt so viele Dinge, die mir an diesem Buch gefallen haben und die es in meinen Augen von anderen Büchern des Genres abheben.

Da wäre zum einen das Thema psychische Erkrankungen, das hier sowohl anschaulich als auch sensibel behandelt wird.
Evie selbst leidet an einer Zwangsstörung und einer generalisierten Angststörung, was immer wieder auf verschiedene Weise in den Roman eingebaut wird. So erhält man zum Beispiel Einblick in ihr „Recovery Diary“, in dem ihre Aufgaben für die Woche und ihre Medikation notiert sind, und sie hebt immer wieder negative, durch die Erkrankung bedingte Gedanken als „Schlechter Gedanke“ hervor. Gerade diese Gedankengänge sind für einen oft kaum nachvollziehbar, weil sie auf einen Menschen ohne Zwangsstörung völlig übertrieben wirken, doch man bekommt so das Gefühl, besser zu wissen, wie es ist, mit einer so einschränkenden Erkrankung zu leben.
Zu Beginn des Buches befindet Evie sich gerade auf dem Weg der Besserung, doch man erhält auch immer wieder Einblicke darin, wie ihre schlechten Phasen aussahen, und erfährt, dass man von einer psychischen Erlangung nicht einfach so geheilt werden kann. Gleichzeitig geht es jedoch auch darum, wie man eine solche Erkrankung mit einem Sozialleben in Einklang bringen und wie andere Menschen einen unterstützen können. Gerade der Wunsch normal sein zu wollen, der dem Buch seinen Titel gibt, wird viel thematisiert, allerdings mit einer angenehmen Botschaft: Die richtigen Menschen nehmen einen so, wie man ist, und unterstützen einen. „Normal“ gibt es eigentlich nicht.
Ich hoffe wirklich, dass Bücher wie dieses Menschen mit psychischen Erkrankungen den Mut geben, offen darüber zu sprechen, und anderen Menschen die Augen öffnen und Einblicke in das Thema geben, sodass es in dem Bereich zu weniger Stigmatisierungen kommt.

Neben diesem ernsten und wichtigen Thema behandelt „Am I Normal Yet?“ auch typische Jugendbuchthemen wie Freundschaft und die erste Liebe. Evie macht die Erfahrung, die die meisten jungen Menschen irgendwann machen, dass alte Freund*innen sich verändern, man sich vielleicht auseinanderlebt und dafür andere Kontakte knüpft. Das, ebenso wie ihren Wunsch, cool zu sein und dazuzugehören, empfand ich als sehr authentisch in Bezug auf die Zielgruppe des Romans.
Was das Thema erste Liebe und die ebenfalls typische Frage „Warum hatte ich noch keinen Freund?“ angeht, hebt sich der Roman sehr angenehm von seinen Genrekollegen ab. Denn während viele Jugendbücher sich darum drehen, dass die Hauptfigur unbedingt einen Freund haben will und glücklich ist, wenn es soweit ist, zeigt „Am I Normal Yet?“, dass man in dieser Hinsicht nichts überstürzen sollte, nur weil man meint, endlich einen Freund haben zu müssen. Evie muss zunächst lernen, sich selbst zu akzeptieren, statt Teile ihres Lebens zu verbergen, um Jungs zu gefallen. Auch die Bedeutung einer guten Freundschaft zeigt der Roman anhand des „Spinster Club“.

Zusätzlich nutzt Holly Bourne ihre drei weiblichen Hauptfiguren (Die nächsten beiden Bände sind Evies Freundinnen Amber und Lottie gewidmet.), um Feminismus und sexistische Stereotype zielgruppengerecht vorzustellen und zu behandeln. Dadurch, dass die drei Mädchen sich über Dinge wie den Bechdel-Test oder hohe Steuern auf Hygieneartikel für Frauen* unterhalten, werden diese Inhalte frech und jugendlich statt belehrend rübergebracht.

Der Aufbau des Buches ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, denn neben den Einwürfen über ihre Zwangsgedanken springt Evie auch gerne zu Ereignissen in ihrer Vergangenheit zurück, um diese näher zu beleuchten, wenn sie sie zuvor am Rande erwähnt hat. Dies ist aber in der Regel durch entsprechende Überschriften gekennzeichnet, sodass man nicht den Überblick verliert.
Auch an die verwendete Umgangssprache und die vielen Abkürzungen musste ich mich zunächst gewöhnen, da ich insbesondre britischen Jugendslang nicht gewöhnt war.


Fazit

„Am I Norma Yet?“ ist ein Jugendbuch von der Sorte, von der es mehr geben sollte. Die Hauptfigur ist authentisch und sympathisch und hat einerseits mit normalen Teenie-Themen zu tun, andererseits widmet sich das Buch jedoch auch dem ernsten Thema psychische Erkrankungen. Ich hoffe sehr, dass Bücher wie dieses zur Entstigmatisierung dieses Themas beitragen werden.
Auch dass die weibliche Hauptfigur angenehm selbstständig ist und sich nicht von einem Mann abhängig macht, sich sogar mit dem Thema Feminismus beschäftigt, hat mir gut gefallen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(698)

1.228 Bibliotheken, 25 Leser, 8 Gruppen, 65 Rezensionen

"fantasy":w=33,"kvothe":w=23,"magie":w=22,"universität":w=14,"patrick rothfuss":w=9,"high fantasy":w=7,"liebe":w=6,"abenteuer":w=6,"musik":w=5,"suche":w=5,"zauberei":w=5,"königsmörder":w=5,"denna":w=5,"maer":w=5,"freundschaft":w=4

Die Furcht des Weisen Band 1

Patrick Rothfuss , Jochen Schwarzer , Wolfram Ströle
Fester Einband: 859 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 07.11.2014
ISBN 9783608938166
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt


Das Leben an der Universität geht weiter für Kvothe, ebenso wie seine erbitterte Rivalität mit Ambrose. Gleichzeitig hat er seinen Wunsch, mehr über die Chandrian und den Tod seiner Eltern zu erfahren, noch nicht aufgegeben und immer noch mit Geldproblemen zu kämpfen. Konflikte und Abenteuer stehen an.


Meinung

„Der Name des Windes“, der erste Teil der noch immer unvollendeten Trilogie von Patrick Rothfuss, begeisterte mich vor einigen Jahren vor allem durch die fantastische, komplexe und extrem gut durchdachte Welt, die der Autor einwickelt hat. Dass der zweite Band im Original so dick geworden ist, dass man ihn im deutschen Verlag in „Die Furcht des Weisen 1“ und „Die Furcht des Weisen 2“ aufgeteilt hat, spricht dafür, dass man auch in diesem Roman wieder tief in Kvothes Welt hineingesogen und eine Menge lernen wird.

Die Welt, in der Kvothe und seine Freunde leben, ist in meinen Augen die größte Stärke der Reihe. Die Formen von Magie und vor allem ihre „Wissenschaftlichkeit“ mit den vielen Erklärungen und Feinheiten haben mich bereits im ersten Band begeistert und auch diesmal habe ich die Beschreibungen von Kvothes Seminaren und seinen Sympthie- und Sydralgie-Projekten wieder sehr genossen. Man lernt auch mehr über die Fähigkeiten anderer Leute, nicht nur über Kvothes Können, und mehr über die geheimnisvolle Namenskunde.
Hinzu kommt in „Die Furcht des Weisen“ auch der Aspekt der Kultur, denn Kvothe kommt im Laufe des Buches mit Menschen aus sehr verschiedenen Orten der Welt in Berührung und lernt viel über die Bräuche anderer Menschen und ihre Art zu kommunizieren. Besonders hier bewundere ich Patrick Rothfuss‘ Kreativität und Fantasie, denn eine Kultur zu erfinden, die völlig anders funktioniert als die eigene, sich andere Moralvorstellungen und eine andere Körpersprache auszudenken und diese Informationen nebenbei in eine Geschichte einzuweben, ist in meinen Augen eine Meisterleistung.

Was den Aufbau des Romans betrifft, muss man sich bewusst sein, dass es sich bei der Binnenhandlung um die Lebensgeschichte vom Kvothe handelt, die dieser dem Chronisten erzählt. Er erzählt sie nicht in Bezug auf einen bestimmten Aspekt, ein bestimmtes Abenteuer und ist nicht darauf bedacht, sie besonders spannend klingen zu lassen, sondern möchte die Wahrheit erzählen, die teilweise unspektakulärer ist, als die Legenden sie darstellen.
Dadurch enthält der Roman, besonders in der ersten Hälfte, auch sehr viele Beschreibungen von Kvothes Alltag an der Universität, dem Zwist mit Ambrose, seinen Geldsorgen und seinen Begegnungen mit Denna, die mysteriös und schwer greifbar ist wie immer. In der zweiten Hälfte des Romans tut sich dann etwas mehr in Kvothes Leben, neue Orte und Figuren kommen hinzu und die Handlung wird abwechslungsreicher.
Ich persönlich fand das Leben an der Universität mit den sehr ausführlichen Beschreibungen äußerst spannend und habe mich über die bösen Streiche, die Ambrose und Kvothe einander spielen, gut amüsiert. Kvothe selbst war mir so sympathisch und ich fand seine aufmüpfige Art so unterhaltsam, dass es mich nicht gestört hat, wenn es mal eine Zeit lang an Action fehlte. Der Roman kam mir dennoch sehr kurzweilig vor, auch wegen der vielen tollen Details über die Fantasywelt.

Die Längen, die ich in Band 1 bemängelt habe, waren für mich diesmal also kein Problem. Dafür war ich nicht gänzlich zufrieden mit Kvothe. Er ist ohne Zweifel intelligent, mutig und durch seine freche, gewitzte Art unterhaltsam. Und irgendwie freut man sich auch, wenn er mit seinem extrem starken Kräften seinen Gegnern eins auswischt. Wenn man sich allerdings vor Augen führt, dass er in diesem Band gerade mal 16 wird und noch nicht einmal zwei Jahre studiert, wirken seine enormen Kräfte, denen zum Teil nicht einmal zwei seiner Kommiliton*innen gleichzeitig das Wasser reichen können, das ein oder anders Mal doch etwas übertrieben und zu perfekt.


Fazit

„Die Furcht des Weisen - Teil 1“ hat mich, ähnlich wie sein Vorgänger, trotz der eher gemächlichen Handlung durch die komplexe und faszinierende Welt mit spannenden Formen von Magie und Darstellungen anderer Kulturen begeistern können. Lediglich der sehr unterhaltsame Protagonist erschien mir teilweise zu perfekt.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(65)

108 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

"harry potter":w=4,"hogwarts":w=4,"magie":w=3,"sirius black":w=2,"askaban":w=2,"fantasy":w=1,"familie":w=1,"mord":w=1,"düster":w=1,"zeitreise":w=1,"zauberei":w=1,"englische literatur":w=1,"werwolf":w=1,"haustiere":w=1,"verra":w=1

Harry Potter and the Prisoner of Azkaban

Joanne K. Rowling , Jonny Duddle
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Bloomsbury UK, 01.09.2014
ISBN 9781408855676
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Inhalt

Harrys drittes Jahr in Hogwarts hätte nicht turbulenter beginnen können: Erst verwandelt er seine Tante unabsichtlich in einen menschlichen Luftballon und verlässt den Ligusterweg Hals über Kopf. Und als er dann zurück in der Welt der Hexe und Zauberer ist, erfährt er, dass der gefährliche Sirius Black aus Azkaban ausgebrochen ist und alle zu denken scheinen, dass er es auf ihn abgesehen hat.


Meinung

Ich habe diesen dritten Band der „Harry Potter“-Reihe nicht zum ersten Mal gelesen und doch gab es wieder so viel Neues zu entdecken. Das Buch unterhält sowohl als Einzelband wunderbar als auch als Teil der Reihe, in der es mit seinen Enthüllungen und Entwicklungen eine große Rolle spielt.

Wie immer haben mir die vielen kleinen, humorvollen Details über Hogwarts und die magische Welt, die nebenbei eingestreut werden, wunderbar gefallen. Kleinigkeiten wie den Buchhändler, der verzweifelt vom „Invisible Book of Invisibility“ berichtet, das er nie wiedergefunden hat, gehen in der Erinnerung an die grobe Handlung der Bücher oder in den Filmen verloren und machen das Lesen der Bücher umso mehr zu einer Freude.

Überrascht war ich beim Lesen vor allem davon, wie schnell ich wieder emotional in die Geschichte involviert war, obwohl ich sie schon lange kannte. Gemeinsam mit Harry hasste ich Snape, litt mit ihm, als er mehr über den Tod seiner Eltern erfuhr, lernte Lupin kennen und lieben und regte mich vor allem über Missverständnisse auf, deren Auflösung ich schon kannte. Dass ich schon weiß, wie sich die Dinge am Ende alle wenden, hielt mich nicht davon ab, mit der Geschichte mitzufiebern, was meiner Meinung nach für ihre Qualität spricht.

Für den Handlungsverlauf der gesamten Reihe spielt „Harry Potter and the Prisoner of Azkaban“ eine große Rolle. Mit Lupin und Sirius tauchen neue Figuren auf, die gleichzeitig neue Informationen über den Tod von Harrys Eltern mit sich bringen. Auch die Bedrohung durch Voldemort, die über der gesamten Reihe liegt, wird indirekt vorangebracht.
Auffällig ist, dass die Reihe mit diesem Buch langsam aber sicher einen Schritt ins Düstere macht. Harry ist zwar mutig und wächst erneut über sich hinaus, ist jedoch lange nicht der klischeehafte, strahlende Held, den man aus anderen Büchern kennt. Er braucht die Hilfe seiner Freund*innen und kann selbst mit ihnen gemeinsam nicht alle Aufgaben meistern. Auch der scheinbar allmächtige Dumbledore ist Harry zwar weiterhin wohlgesonnen, kann ihm jedoch nicht immer helfen. Im Vergleich zu den ersten beiden Büchern endet dieses auch halbwegs offen und eher düster in Bezug auf einige Aspekte, wenn auch nicht völlig deprimierend und somit noch immer der Zielgruppe angemessen.

Dieses „Mitwachsen“ der Reihe mit seinen Leser*innen hat mir gut gefallen und zeigt in meinen Augen, wieviele Gedanken J. K. Rowling sich um den gesamten Aufbau ihrer Reihe gemacht hat. Auch innerhalb dieses Einzelbandes beweist die Autorin wieder ihr Talent für Spannungsbögen und Handlungsaufbau, indem sie gekonnt Rätsel vom Beginn des Buches gegen Ende hin auf überraschende Weise auflöst. Andererseits enthält „Harry Potter and the Prisoner of Azkaban“ auch eine der größten Logiklücken der Reihe (Ich sag nur: die Ratte und die Karte) und führt ein heikles Element ein, das früher oder später fast immer zu Logiklücken führt.

Das Beschreiben und Entwicklen von Figuren ist weiterhin eine der größten Stärken der Reihe. Die drei Hauptfiguren Harry, Ron und Hermine sind nicht nur alle einzigartig und sehr verschieden, sondern auch angenehm authentisch und unperfekt. Obwohl sie zusammen ein tolles Trio bilden, streiten sie auch zwischendurch, was bei einer so eigensinnigen Figur wie Hermine wohl nur realistisch ist.
Beeindruckend ist auch, wie es Rowling gelingt, selbst Figuren, die nur am Rande vorkommen (z.B. Lavender Brown), erstaunlich anschaulich zu charakterisieren. Wer nur die Filme kennt, wird auch überrascht sein, dass Figuren wie Cho und Cedric, die erst in Band vier eine größere Rolle spielen, hier bereits auftauchen und vorgestellt werden.


Fazit

Ich bin vermutlich voreingenommen, da ich bereits die ganze Reihe kenne und sie einen besonderen Platz in meinem Herzen hat, doch mir hat „Harry Potter and the Prisonder of Azkaban“ sehr gut gefallen. Als einzelnes Buch ist es aufgrund der tollen Figuren, des Humors und des gelungenen Handlungsaufbaus zu empfehlen. Als Teil der Reihe stellt es eine wichtige Entwicklung dar, da es ein Stück düsterer ist und vor allem endet als die vorherigen beiden Bände und beweist, dass Harry und Hogwarts nicht hundertprozentig sicher sind.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(70)

111 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

"paris":w=11,"terroranschlag":w=6,"tod":w=5,"frankreich":w=5,"trauer":w=4,"verlust":w=4,"bataclan":w=4,"mord":w=3,"terror":w=3,"anschlag":w=3,"familie":w=2,"liebe":w=1,"kinder":w=1,"biographie":w=1,"ehe":w=1

Meinen Hass bekommt ihr nicht

Antoine Leiris , Doris Heinemann
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 09.05.2016
ISBN 9783764506025
Genre: Biografien

Rezension:


Inhalt


Am 13. November 2015 verliert Antoine Leiris seine Frau und die Mutter seines einjährigen Sohnes bei dem Anschlag auf den Pariser Konzertsaal Bataclan. Wenige Tage später veröffentlicht er einen Facebook-Post mit dem Titel „Vous n’aurez pas ma haine“ („Meinen Hass bekommt ihr nicht“), der tausendfach geteilt wurde, auch von internationalen Medien. Bald darauf beginnt er zu schreiben. Ohne besonderes Ziel schreibt er seine Erlebnisse und Gedanken in den Tagen nach dem Anschlag nieder, die er im März 2016 in einem Büchlein, benannt nach seinem berühmt gewordenen „Brief“ auf Facebook, veröffentlicht.



Meinung

Die furchtbaren Terroranschläge, die Ende 2015 Paris erschütterten, dürften wohl weltweit kaum einem Menschen entgangen sein, der zu diesem Zeitpunkt Zugang zu Medien hatte. Der Schock und die Angst waren groß, nicht nur in Frankreich, und Solidaritätsbekundungen wie „Pray for Paris“ oder die Illumnination von Bauwerken in den Farben der französischen Nationalflagge wurden auf der ganzen Welt gezeigt.

Inmitten der Trauer, der Angst und des geschürten Hasses stach Antoine Leiris‘ berührender offener Brief an die Mörder seiner Frau heraus, denn er stellt schon im Titel klar: Er will diese Menschen nicht hassen. In seinem Text geht es darum, dass er sich nicht von Hass blenden und auf Hass mit Hass antworten will, auch für seinen Sohn, der nicht in einem solchen Umfeld aufwachsen soll. Eine, wie ich finde, starke und wunderschöne Botschaft.

Doch sein Buch, das den gleichen Titel trägt wie besagter Brief, ist, obwohl er diesen enthält, mehr als das. Er ist in erster Linie der schonungslose, emotionale aber auch poetische Bericht der ersten Tage nach dem Anschlag, der Leiris‘ Frau Hélène das Leben kostete.
Der Autor beschreibt seine Emotionen, als er von dem Anschlag erfährt und ihm zum ersten Mal der Gedanke kommt, Hélène könnte unter den Opfern sein. Er beschreibt den Weg zur schrecklichen Erkenntnis, das lähmende Gefühl, dass das Leben ohne seine Frau keinen Sinn mehr hat, aber auch den Alltag mit seinem kleinen Sohn, der weitergehen muss, trotz des Schmerzes.

Zum Teil wirkt das Buch wie eine Art Tagebuch, da jeder Eintrag mit dem Datum des Tages und einer Uhrzeit beginnt und Leiris zum Teil so einfache Dinge wie das Abendessen oder das Nägelschneiden beschreibt. Zum Teil ist es aber auch eine Art Gedankenfluss, eine reine Auflistung von Gedankenfetzen, die ihm kommen. Ein anderes Mal schweift er ab in philosophische Überlegungen oder Erinnerungen an die Vergangenheit. Dabei wechselt der Stil oftmals von konkret zu abstrakt und geradezu poetisch.
Leiris legt sich nicht auf einen bestimmten Stil fest, doch bei einem Buch wie diesem ist das auch nicht wichtig. Wichtig ist, dass das kurze Büchlein authentisch und echt rüberkommt, einen die Gefühle des Autors spüren lässt, und das tut es definitiv, gerade weil man richtig spürt, dass er große Teile davon einfsch spontan runtergeschrieben hat, wie ihm die Dinge gerade in den Sinn kamen.

Das Buch ist aufgrund des dramatischen Themas natürlich sehr emotional, traurig und berührend und ich war sehr beeindruckt davon, wie ehrlich der Autor seine Schwäche und Verzweiflung zugibt; gesteht, dass sein nicht einmal zweijähriger Sohn ihm teilweise stärker vorkommt als er sich selbst.
Überhaupt sind die Momente zwischen Leiris und seinem Sohn unglaublich berührend. Er beschreibt, wie er versucht, für Melvil so viel Normalität wie möglich zu schaffen, während er eigentlich manchmal einfach aufgeben und sich dem Schmerz hingeben will. Wie dieser kleine Mensch einem so großen Menschen so viel Kraft und Liebe geben kann, war wirklich berührend zu lesen. Und bei dem Brief, den Leiris im Namen seines Sohnes an Hélène geschrieben hat, kamen mir entgültig die Tränen.
Obwohl Hélène das gesamte Buch nur in den Erzählungen ihres Mannes vorkommt, wirkt sie durch die liebevollen Worte und intimen Erinnerungen, mit denen er sie beschreibt, stets absolut lebendig, was es auch für die Leser*innen umso schmerzhafter macht, dass sie so früh gestorben ist und ihre Familie unvollständig hinterlassen hat.


Fazit

Ein Buch wie dieses zu bewerten ist im Grunde unmöglich, denn es basiert nicht nur auf den wahren Erlebnissen des Autors, sondern steckt auch voller roher, authentischer Emotionen, die einen beim Lesen mitnehmen. Wer einen Einblick in den unglaublichen Schmerz eines Witwers, aber auch die Kraft, die die Liebe zu einem Kind einem geben kann, bekommen will, dem sei diese Lektüre ans Herz gelegt.


  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(20)

27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

"fantasy":w=1,"charisma":w=1,"vollstrecker":w=1

Caitlynn

Angelika Diem
Flexibler Einband: 376 Seiten
Erschienen bei Machandel-Verlag, 12.10.2017
ISBN 9783959590716
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt

„Caitlynn“ ist ein Sammelband mit Kurzgeschichten und Novellen rund um Caitlynn, die zu Beginn des Buches 13-jährige Tochter eines Grafen, die nach einem schrecklichen Erlebnis sehr andere Pläne für ihre Zukunft hegt als ihre adelige Familie. Während ihre Eltern sie am liebsten gut verheiraten würden, wünscht sich Caitlynn als Vollstreckerin für Gerechtigkeit zu sorgen und ihr starkes Charisma (eine Art Magie) für Gutes einzusetzen.


Meinung


Schon als vor einigen Jahren mit „Der Baeldin-Mord“ (in diesem Band nun als „Das Rätsel von Baeldin“ enthalten) die erste Geschichte um Caitlynn erschien, wurde ich zum großen Fan dieser starken, jungen Frau und vor allem der spannenden Welt, die Angelika Diem mit der „Vollstrecker der Königin“-Reihe erfunden hat.

Ich kann all die Gedanken, die sich die Autorin rund um ihre Welt gemacht hat, gar nicht genug loben. Die Idee der Magie, die hier als Lebenskraft (zum Heilen) und als Charisma (z.B. zu. Gefügigmachen anderer Menschen) nach außen getragen werden kann, und die Folgen, die dies für gesellschaftliche Strukturen hat, ist komplex und wirklich faszinierend. Doch auch über Religion, Traditionen, Politik und viele andere Aspekte hat sich Angelika Diem eindeutig extrem viele Gedanken gemacht und es schlummern sicherlich noch viel mehr spannende Informationen über verschiedene Themenbereiche in ihrem Hinterkopf.

Caitlynn kommt einem als Hauptfigur in diesem Buch ein wenig näher als zuvor in „Der Baeldin-Mord“ und „Drei Tropfen Dunkelheit“, da man einige ausführliche Einblicke in ihre Kindheit und Jugend und in Erlebnisse bekommt, die sie geprägt haben. So erfährt man zum Beispiel, wieso sie unbedingt Vollstreckerin werden möchte, warum sie ihr Charisma nicht gerne gegen andere anwendet und wie sie ihre Gabe so stark entwickelt hat, wie sie es später ist. Durch ihren ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und ihre teils feurige, überschwängliche Art, wenn etwas sie emotional berührt, machen sie sehr sympathisch. Zum Teil war sie mir aber immer noch zu perfekt, beispielsweise aufgrund ihrer extrem starken Gabe, mit der sie selbst gut trainierte Erwachsene besiegen kann.

Auch viele andere Figuren spielen in dieser Geschichtensammlung eine mehr oder weniger große Rolle und in vielen Fällen gelingt es der Autorin ziemlich gut, auch die Personen, die nur kurze Auftritte haben, anschaulich zu charakterisieren. Besonders in den beiden Novellen mit den Kriminalfällen werden auch immer spannende Beziehungskonstrukte zwischen den Figuren aufgedeckt. Der größte Fokus des Buches liegt natürlich auf Caitlynn, doch auch einige Nebenfiguren, beispielsweise ihre Großmutter oder auch Alban, der später im den Geschichten auftaucht, sind recht interessant und bieten genug Stoff, um auf Auftritte in möglichen weiteren Romanen hoffen zu lassen.

Da es sich bei „Caitlynn“ um einen Sammelband handelt, gibt es keine durchgehende Handlung, sondern immer nur abschnittsweise Einblicke in ihrer Leben von ihrem 14. bis zum 24. Lebensjahr. Daher existiert kein durchgehender Spannungsbogen über das gesamte Buch, doch einige Motive, zum Beispiel Caitlynns Wunsch, Vollstreckerin zu werden, ziehen sich dennoch durch die Geschichtensammung, ebenso wie einige Figuren sie über ihren Weg begleiten und immer weder eine Rolle spielen.
Die einzelnen Geschichten sind sehr unterschiedlich. Einige bieten mehr Einblicke in ruhige Teile vom Caitlynns Leben und sind eher wegen der Entwicklung der Hauptfigur und der Informationen über ihre Welt von Interesse. Andere erzählen einen kleinen Kriminalfall, in denen die Vollstrecker*innen ermitteln und man beim Lesen miträtseln kann, was wirklich gut gelungen, wenn auch recht kurz gehalten ist. Wer diese Novellen mochte, der*dem kann ich nur die Fortsetzung der Reihe, „Drei Tropfen Dunkelheit“, empfehlen, die sich vollkommen einem etwas komplexeren Kriminalfall widmet.

Da „Caitlynn“ aus mehreren Geschichten besteht und oftmals einige Monate oder sogar Jahre zwischen den Geschichten liegen, gibt es jedoch auch noch einige weiße Flecken, die mich sehr interessieren würden, ebenso wie ich noch viele Fragen zu der Welt habe, in der die Geschichte spielt. Das ist aber nicht unbedingt ein Kritikpunkt des Buches, sondern eher ein Grund, diese Reihe definitiv weiterzuverfolgen.



Fazit

Liebhaber*innen von komplexen und faszinierenden Fantasywelten sowie starken, sympathischen Protagonistinnen kann man „Caitlynn“ nur ans Herz legen. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass es sich bei diesem Buch um einen Sammelband handelt, der mehr auf die Hauptfigur und ihre Welt als auf eine durchgehende Handlung Wert legt. Wer eher letzteres sucht, kann sich auch gleich an die Fortsetzung „Drei Tropfen Dunkelheit“ wagen, die auch einzeln gelesen werden kann.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(30)

39 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

"liebesroman":w=2,"rezension":w=2,"amrun":w=2,"liebe":w=1,"freundschaft":w=1,"deutschland":w=1,"erotik":w=1,"freunde":w=1,"romantik":w=1,"verlust":w=1,"berlin":w=1,"vertrauen":w=1,"romance":w=1,"job":w=1,"heidelberg":w=1

Nachrichten von Mr Dean

Katharina Wolf
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Amrun Verlag, 25.02.2018
ISBN 9783958693456
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt


Rubys SMS mit einer Bitte um Alkohol und Tampons, die eigentlich an ihre beste Freundin gehen sollte, landet bei einem fremden Mann. Was ein wirklich peinliches Erlebnis hätte sein können, wird stattdessen der Beginn eine Chat-Freundschaft, denn „Mr. Dean“, wie er sich nennt, entpuppt sich als wirklich sympathischer Kerl, mit dem Ruby voll auf einer Wellenlänge ist. Doch als sie Gefühle für einander entwickeln, wird es problematisch.


Meinung

Die Idee dieses Romans reizte mich sofort, denn als „Digital Native“, wie man so schön sagt, spielen sich tatsächlich viele meiner Freundschaften unter anderem übers Handy und soziale Medien ab. Ein Liebesroman, in dem die Beziehung der beiden Figuren so beginnt, klang daher originell und erfrischend für mich. In dieser Hinsicht kriegt der Roman auch für die tolle Widmung einen Pluspunkt :D.

Ruby ist zum Teil eine wirklich coole Hauptfigur. Sie ist schlagfertig und witzig und besonders amüsant in Kombination mit ihrer besten Freundin Anna. Szenen mit den beiden zusammen und ihre Freundschaft generell fand ich immer sehr süß und unterhaltsam.
Gleichzeitig hat Ruby auch ihre Fehler, was sie authentisch macht, die sie aber auch meistens erkennt und zu verändern versucht.

In anderer Hinsicht ging mir Ruby leider auch schrecklich auf die Nerven, denn sie ist eine dieser Protagonistinnen, die sich andauernd über ihren Körper beschweren, ohne dass diese negative Sichtweise im Roman irgendwann einmal problematisiert würde und sie zu der Erkenntnis käme, dass sie schön ist, so wie sie ist.
Vor allem irritiert, dass sie sich über ihre Figur beschwert - Sie hält sich offenbar für zu dick. -, gleichzeitig aber mit einer fast schon penetranten Begeisterung ihr fettiges, süßes, ungesundes Essen beschreibt, das sie sich andauernd gönnt. Wie man seine Figur zu so einem Problem machen und gleichzeitig alles dafür tun kann, dass sich nichts ändert, habe ich nicht verstanden, zumal ihre Figur vermutlich völlig normal ist.

Auch ihre Handlungen machten Ruby für mich zum Teil unsympathisch, beispielsweise die Tatsache, dass sie einmal eine Affäre mit einem verheirateten Mann hatte und von diesem nur ausgenutzt wurde, im Roman dann aber selbst auch eine Person ausnutzt, von der sie gar nichts will.
Interessant ist auch, dass Ruby im ganzen Buch keine Hobbys hat, außer sich mit ihrer besten Freundin zu so ziemlich jeder Gelegenheit volllaufen zu lassen.

Das Ende des Romans gefiel mir in einiger Hinsicht recht gut, weil den Figuren und ihren Beziehungen Zeit zur Entwicklung gelassen wird, was sie authentischer machte. Ein wenig arg kitschig war es jedoch auch und der „Showdown“ am Ende wirft leider ein sehr schlichtes, stigmatisierendes Licht auf Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Während ich die Grundidee des Romans wirklich mochte, haperte es an der Umsetzung jedoch meiner Meinung nach leider in sachlicher Hinsicht.
Die ganze Handlung kommt nur in Gang, weil Ruby eine SMS an die falsche Nummer schickt, die sie fälschlicherweise für die neue Nummer ihrer besten Freundin hält. Nur: Anna sagt, sie habe eine neue Nummer, weil ihr Handy ins Wasser gefallen sei und sie eine neue SIM-Karte habe. Allerdings bekommt man keine neue Nummer, nur weil man eine neue SIM bekommt. Das tut man nur, wenn man den Vertrag und/oder den Anbieter wechselt.
Später schreiben Ruby und Anna sich SMS, weil Anna eine Gegnerin von WhatsApp ist, schicken sich dabei aber Bilder - MMS, die auf Dauer sehr teuer werden könnten. Wieso verwendet Anna nicht Telegram oder irgendeinen anderen praktischeren Messenger?
Generell musste sich die Autorin sehr viel Mühe geben, alles so zu drehen, dass eine Handlung wie diese auch in unserem Technik-Zeitalter funktioniert, denn die meisten jungen Menschen würden heute sicher eher über WhatsApp als über SMS kommunizieren und dabei am Profilbild erkennen, ob eine Nummer wirklich zur besten Freundin oder doch zu jemand anderem gehört. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass die Story vor 10, 15 Jahren besser funktioniert hätte.

Häufig bin ich auch über die äußerst verwirrende Formatierung im Buch gestolpert. Dass Bandnamen und andere Eigennamen meistens (leider nicht konsequent) kursiv geschrieben werden, habe ich ja noch verstanden, doch diese Schreibweise wird übertragen auf Personennamen wie zum Beispiel die von Schriftstelle*innen wie Franz Kafka oder Stephanie Meyer, was in meinen Augen überhaupt keinen Sinn ergibt.
In Szenen mit wörtlicher Rede sind die Absätze verwirrend gesetzt, da häufig direkt nach der wörtlichen Rede von Person A die Reaktion von Person B folgt und dann erst der Absatz, sodass man leicht den Überblick verliert, wer gerade spricht.
Zum Teil sind auch Kommata und Anführungszeichen falsch gesetzt und die Getrennt- und Zusammenschreibung falsch, was mich verwunderte, da solche Fehler in einem Korrektorat hätten ausgebügelt werden müssen.


Fazit


„Nachrichten von Mr Dean“ bassiert auf einer coolen und süßen Idee und die Hauptfigur ist zum Teil sehr lustig und schlagfertig. Leider ging sie mir auch häufig auf die Nerven und bleibt dabei trotzdem erstaunlich farblos.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(90)

126 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 74 Rezensionen

"new orleans":w=9,"krimi":w=7,"axeman":w=4,"historischer krimi":w=3,"jazz":w=3,"serienmörder":w=2,"mafia":w=2,"rassentrennung":w=2,"axtmörder":w=2,"roman":w=1,"usa":w=1,"amerika":w=1,"musik":w=1,"mörder":w=1,"briefe":w=1

Höllenjazz in New Orleans

Ray Celestin , Elvira Willems
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2018
ISBN 9783492060868
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:



Inhalt


New Orleans, 1918: Die Stadt, bekannt für ihren Mix aus verschiedenen, dort angesiedelten Kulturen, aber auch ihre Lasterhaftigkeit, wird durch eine Mordserie erschüttert. Ohne Einbruchsspuren zu hinterlassen, dringt der Axeman in die Häuser italienischer Lebensmittelhändler ein und ermordet die Anwesenden grausam mit einer Axt. Während Detective Michael Talbot für die Polizei ermitteln soll und unter großem Druck steht, wird sein Ex-Kollege Andrea de Luca von der Mafia bauftragt, der Sache auf den Grund zu gehen. Auch die junge Ida, Sekretärin einer Detektei, hat ihre Gründe, die Verbrechensserie genauer unter die Lupe zu nehmen, wofür sie die Hilfe ihres Freundes Louis Armstrong in Anspruch nimmt.



Meinung

Ich habe ein Faible für historische Romane, die wahre Begebenheiten mit Fiktion mischen, da ich es stets faszinierend finde, wie reale Ereignisse in die erfundene Handlung eingebaut werden. „Höllenjazz in New Orleans“ tut dies gleich in mehrerer Hinsicht, denn sowohl der Axeman, dessen Identität nie aufgedeckt wurde, als auch Lewis Armstrong, der lange nach dem Jahr, in dem dieser Roman spielt, weltberühmt wurde, existierten wirklich. Gerade weil das Rätsel um den Axeman nie gelöst wurde, war ich gespannt, wie der Autor es in seinem Roman tun würde.

Ein großes Kompliment gilt Ray Celestins Fähigkeit, seine Leser*innen direkt in die faszinierende Atmosphäre von New Orleans des frühen 20. Jahrhunderts zu entführen. Er beschreibt die sehr unterschiedlichen Lebenssituationen der Menschen, die Einflüsse der verschiedenen Kulturen aber auch die Spannungen zwischen ihnen, die Stimmungen und die bunten Straßenbilder so detailliert, dass man sofort hineingesogen wird in diese faszinierende Stadt.

Mit den vielen detaillierten Beschreibungen geht jedoch auch ein eher gemächliches Tempo einher, an das man sich zunächst gegewöhnten muss. Der ersten Teil des Buches wird darauf verwandt, in die Leben und die aktuelle Situation der einzelnen Hauptfiguren einzuführen und sie Stück für Stück weiter in den Axeman-Fall zu verstricken. Auf diese Weise dauert es eine ganze Weile, bis der Roman an Fahrt aufnimmt.

Dann aber zeigt sich, wie komplex und unglaublich gut durchdacht Celestins Ideen zum Axeman-Fall sind und wie alle Handlungsstränge des Buches schließlich zu einem faszinierenden Ganzen zusammenführen. Besonders begeistern konnte mich, dass Michael, Luca und Ida denselben Fall auf sehr verschiedene Arten angehen und im Laufe des Buches verschiedene Aspekte davon aufdecken, die sich für die Leser*innen am Ende dann Puzzlestück für Puzzlestück zu einer Hintergrundgeschichte zusammensetzen, die viel weiter geht, als man zunächst angenommen hätte. Und trotz der vielen Informationen, die man am Ende noch erhält, wird es gerade dann so richtig spannend und kommt nochmal zu mehreren Showdowns.
Ob Celestins Erklärung für die Morde realistisch ist, sei mal dahingestellt, aber kreativ und gut ausgearbeitet ist sie auf jeden Fall.



Fazit

In „Höllenjazz in New Orleans“ beschäftigt sich Ray Celestins auf kreative Weise mit der realen Axeman-Mordserie, wobei er eine sehr komplexe und spannende Handlung entwickelt. Vor allem aber beeindruckt seine Fähigkeit, die Leser*innen durch detaillierte Beschreibungen direkt in die faszinierende Atmosphäre des Handlungsortes hineinzuziehen.

  (0)
Tags:  
 
818 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks

Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.