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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

fernweh, frankreich, jugendbuch, kim leopold, cote d´ azur

Bleiben einzig und allein wir

Kim Leopold
E-Buch Text: 211 Seiten
Erschienen bei null, 05.05.2018
ISBN B07BN1GMKW
Genre: Sonstiges

Rezension:


Inhalt

Lorraines Leben sah bisher sehr behütet aus. Abenteuer, Wagnisse und verrückte, spontane Entscheidungen sind nicht so ihr Ding, glaubt sie. Doch als sie an ihrem 18. Geburtstag einen fliederfarbenen Citroën namens Hedwig bekommt und zufällig auf Faisal trifft, hat sie den perfekten Moment und den perfekten Gefährten für ihr erstes richtiges Abenteuer gefunden.


Meinung


Kim Leopolds Bücher sind bei mir mittlerweile eine Pflichtlektüre geworden, da ich die Mischung aus Romantik, liebenswerten Figuren und ernsthaften Themen, die sie in ihren Romanen unterbringt, sehr schätze. Daher wundert es kaum, dass mich auch ihr persönliches Herzensbuch „Bleiben einzig und allein wir“ wieder überzeugen, unterhalten und berühren konnte.

Lorraine ist eine wunderbare Protagonistin, die ich von der ersten Seite an ins Herz geschlossen habe. Sie ist etwas schüchtern und unbeholfen, nicht zuletzt aufgrund ihrer übervorsichtigen Mutter, und lebt mehr in ihren Büchern als in der realen Welt. Dass in ihr jedoch auch ein Fünkchen Abenteuerlust schlummert, kommt während des Buches nach und nach zum Vorschein. In einer Protagonistin wie ihr, die sich zunächst nicht viel zutraut, aber schließlich über sich hinauswächst und entdeckt, wie aufregend das Leben sein kann, wenn man sich etwas traut, finden sich sicher viele Leser*innen wieder.

Faisal ist da ganz anders, selbstbewusster und kontaktfreudiger, doch auch er hat zu kämpfen. Nicht direkt mit Ängsten, aber mit einer Krankheit, die ihn einschränkt, und mit dem Erwartungsdruck seiner Familie bezüglich seiner beruflichen Zukunft. Auch das ist ein Thema, mit dem sich sicherlich einige Menschen identifizieren können, die gerne von Kunst leben würden und sich immer wieder anhören müssen, dass sie doch etwas „Vernünftiges“ machen sollen. Im Vergleich zu Lorraine hätte Faisal meiner Meinung nach jedoch noch ein klein wenig mehr Persönlichkeit mit Ecken und Kanten und liebenswerten, schrulligen Eigenschaften gebrauchen können.

Lorraines Bücherliebe, für die Faisal so gar kein Verständnis hat, und ihre zunächst unbeholfene Art sorgen für absolut wunderbare Momente zwischen den beiden, insbesondere als sie sich kennenlernen. Faisal zieht das schüchterne Mädchen oft mit Absicht auf und die kleinen Sticheleien zwischen ihnen machten die zwei für mich lebendig und liebenswert.
Man kann die Gefühle, die beide für einander entwickeln, gut nachvollziehen, doch angenehmerweise wird der Roman dennoch nicht dominiert von schwülstigen Liebesbekundungen oder dem für Jugendbücher sonst leider typischem „Er will doch sowieso nichts von mir“-Drama. „Bleiben einzig und allein wir“ ist einfach eine schöne, unterhaltsame und inspirierende Sommergeschichte - über die Liebe aber auch über viel mehr.

Da Lorraine und Faisal beide ihr Päckchen zu tragen haben, setzt sich der Roman auch mit verschiedenen anderen Themen auseinander. Mit Lorraine lernen wir, Neues zu wagen und Unbekanntes zu entdecken und uns selbst dabei besser kennenzulernen. Faisal lehrt uns, für unsere Träume zu kämpfen und an uns zu glauben, auch wenn andere es nicht tun. Mit beiden lernen wir, wie leicht einem vieles plötzlich fällt, wenn es Menschen gibt, die einen lieben und unterstützen.
Gerade in Hinblick auf die Entwicklung der beiden und die Botschaft des Buches hätte ich mir für das Buch noch einige Seiten mehr gewünscht, die Lorraines und Faisals Verhältnis zu ihren jeweiligen Familien nach dem Roadtrip beleuchten, da beide Familien für die jeweiligen Konflikte prägend waren, im Roman selbst jedoch selten auftauchen.

Neben der Handlung und den Figuren ist natürlich auch das Setting unschlagbar. Die Côte d’Azur ist einer der wundervollsten Orte, an denen ich je Urlaub gemacht habe, und wie auch bei den Schauplätzen ihrer anderen Romane gelingt es Kim Leopold wunderbar, ihre Magie einzufangen. Die Stopps auf Lorraines und Faisals Reise wecken Fernweh und die Lust darauf, sich selbst einfach mal ein Auto zu schnappen und einen Roadtrip zu starten.


Fazit

„Bleiben einzig und allein wir“ ist die perfekte Sommerlektüre für Nerds, Romantiker*innen und Menschen mit großen Träumen. Kim Leopold entführt uns darin an wundervolle Orte, macht uns mit liebenswerten Figuren vertraut, von denen wir vieles lernen können, und vermittelt vor allem einer: Träume sind es wert, für sie zu kämpfen, auch wenn das ein kleines Abenteuer erfordert ;).

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berlin, contemporary romance, film, jugendroman, liebe

Flying Moon - Premiere

Katrin Bongard
Flexibler Einband: 342 Seiten
Erschienen bei Red Bug Books, 05.11.2017
ISBN 9783946494034
Genre: Sonstiges

Rezension:


Inhalt

Nach dem letzten Drehtag von „Heimweh“ sind Lasse und Moon ohne Abschied auseinandergegangen und haben sich seitdem nicht wiedergesehen. Nun steht die Premiere des Films an und damit auch eine Begegnung, die Herzklopfen garantiert.


Meinung

Die ersten beiden Bände der „Flying Moon“-Reihe habe ich wirklich gerne gelesen. Die Kombination aus jugendlicher Liebesgeschichte und Einblicken in die Arbeit an einem Filmset war etwas Neues und auch den Blick auf Lasses Leben im zweiten Band fand ich durchaus interessant. Leider hat „Premiere“ in meinen Augen weder der Geschichte noch den Figuren etwas Neues hinzuzufügen.

Die Grundidee des Buches - die erneute Begegnung von Lasse und Moon nach einer nicht wirklich günstig gelaufenen Trennung - fand ich durchaus interessant. Immerhin war zwischen den beiden noch lange nicht alles geklärt. Ein wenig spannender wäre das wohl gewesen, wenn man nicht schon am Ende von „Flying Moon“ mitbekommen hätte, wie das erste Treffen der beiden nach dem Dreh abläuft. Dass sich die beiden am diesem Treffen häufiger über den Weg laufen, ist auch nicht überraschend und hätte die Möglichkeit sein können, die Beziehung der beiden endlich auf ein neueres, intimeres Level zu bringen.
Leider ist das in meinen Augen nicht passiert. Stattdessen sind sowohl Moon als auch Lasse stets damit beschäftigt, ihre Gefühle für die andere Person kleinzureden und zwanghaft Gründe dafür zu finden, wieso es zwischen den beiden nicht klappen kann („Sie ist zu jung.“, „Er ist zu berühmt.“). Dabei treten sie ewig auf der Stelle, statt einmal vernünftig Argumente abzuwägen oder miteinander zu sprechen. Dass jeder Versuch eines klärenden Gesprächs durch doofe Zufälle unterbrochen wird, wirkt teilweise schon fast zu gezwungen.
Das Ende ist in diese Hinsicht leider auch überhaupt nicht befriedigend, denn nachdem die Beziehung der beiden ewig festgesteckt hat, kommt es auch am Ende nicht zu dem klärenden Gespräch über ihr Verhältnis zueinander, auf das ich gehofft hatte.

Extrem nervig sind auch die Menschen in Moons und Lasses Umfeld, die es offenbar als ihre Aufgabe und ihr Recht sehen, sich andauernd in ihre Beziehung und ihre Leben einzumischen. So will Karl beispielsweise die ganze Zeit Moon mit seinem Bruder Johann verkuppeln, als wäre das nicht allein Moons Entscheidung, und sie wehrt sich nicht einmal gegen dieses übergriffige Verhalten, indem sie z.B. klarmacht, dass das allein Johanns und ihre Sache ist.

Lasse ist in dieser Hinsicht aber auch nervig, denn er betrachtet das ganze Buch über Johann als Konkurrenten und führt mit ihm eine Art unausgesprochenen Wettkampf um Moon, als könnte diese nicht selbst entscheiden, welcher Mann besser zu ihr passt, und als hätte überhaupt einer von ihnen einen „Anspruch“ auf sie.

Allgemein ist das Verhalten vieler Figuren oft unverständlich, beispielsweise das von Sophia und Karl, die ihre Trennung anscheinend einfach kommentarlos wegstecken, oder Moons Mutter, die mit ihrem Vater wieder ganz dicke zu sein scheint, obwohl der sie vor höchstens zwei Jahren betrogen hat.
Die einzige (positive) Entwicklung einer Figur konnte ich bei Moon ausmachen, die sich in diesem Buch, nach ihrem Abi, viel mit ihrer Zukunft und damit befasst, ob sie die Schauspielerei professionell machen will. Auch Karl spielt mit dem Gedanken, sehr zum Missfallen seiner Familie, was ein interessanter Konflikt hätte werden können, wenn es etwas mehr Handlung neben der Liebesgeschichte gegeben hätte.

Auch ein paar Aspekte der Form des Buches haben mich gestört, beispielsweise dass der vom Verlag gestellte Klappentext etwas verrät, das erst auf den letzten 40 Seiten des Buches passiert, und dass das Buch zahlreiche Rechtschreib-, Grammatik- Logik- und Zeichensetzungsfehler enthält.


Fazit


So gerne ich die „Film.Love.Story“-Reihe und ihre Figuren auch mochte: „Premiere“ hat mich durch die eher stillstehende Handlung und das viele Hin und Her zwischen Moon und Lasse leider enttäuscht.


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Affections 2: Zwischen Meer und Sternen

Katie Kling
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Amrun Verlag, 25.03.2018
ISBN 9783958693289
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt


Nachdem Connor Rachel betrogen hat, hat diese ihn aus ihrem Leben verbannt und ein neues Leben mit neuem Job, neuer Wohnung und neuem Freund begonnen. Doch da sie in einer WG mit Yuki und Tattoo wohnt, die sie über Connor kennengelernt hat, kann sie es natürlich nicht vermeiden, ihrem Ex-Freund über den Weg zu laufen. Und Connor will Rachel zurück.


Meinung

„Barfuß durch die Nacht“, der erste Band dieser zweiteiligen Reihe, hat mich im letzten Jahr sehr positiv überrascht. Zwar handelte es sich zunächst scheinbar um die typische „Good Girl, Bad Boy“-Geschichte, doch Rachel war eine sehr angenehme Hauptfigur, witzig, ließ sich nicht unterkriegen und vor allem wurden neben der Liebesgeschichte auch noch andere Aspekte ihres Lebens behandelt, sodass sie nicht wirkte, als wäre sie komplett abhängig von dieser Beziehung.

Diesem Trend folgt „Zwischen Meer und Sternen“ leider nur teilweise. Angenehm fand ich, dass es auch in diesem Buch viel um Rachels Arbeitsleben und ihre berufliche Entwicklung geht, wobei unter anderem Themen wie Sexismus oder Verantwortung für andere angeschnitten werden. Dieser Aspekt macht den Roman auch zu einem tollen Vertreter des „New Adult“-Genres, da sich davon sicher auch ältere Leser*innen angesprochen fühlen, denen Jugendbücher nicht mehr lebensnah genug sind.
Nach Rachels Auszug am Ende des ersten Bandes ist das Thema familiäre Konflikte jedoch etwas weiter in den Hintergrund gerückt und vor allem Rachels zuvor äußerst schwierige Mutter scheint mittlerweile sehr zahm zu sein. Nicht, dass ich Rachel weiterhin schwierige Familienverhältnisse gewünscht hätte, doch mir fehlte ein wenig ihre persönliche Entwicklung, die sie im ersten Buch anhand dieser Konflikte durchgemacht hat.

Als Hauptfigur fand ich Rachel weiterhin sympathisch und vor allem unterhaltsam, nicht zuletzt aufgrund ihrer gesunden Portion Selbstironie. Gerade ihre Einstellung zum Thema Essen sorgt nicht nur für den ein oder anderen lustigen Kommentar ihrerseits sondern ist auch absolut angenehm im Meer von Protagonistinnen, die ein negatives Bild ihres Körpers haben und sich kaum erlauben, Essen zu genießen.
Sie ist eine selbstbewusste und unabhängige Frau und in der Lage deutlich zu machen, was sie will und was ihr passt oder nicht, was ebenfalls nicht selbstverständlich für Hauptfiguren aber ein gutes Vorbild für die Leser*innen ist.

Die Entwicklungen in Rachels Liebesleben fand ich allerdings häufig nicht nachvollziehbar. Zu Beginn des Buches, der einige Monate nach dem Ende von „Barfuß durch die Nacht“ einsetzt, ist sie in einer Beziehung mit Nick, einem Kollegen ihres Bruders Jacob. Nick ist ein lieber und zuvorkommender Kerl, aber auch total langweilig und ich konnte nicht so richtig verstehen, wieso Rachel mit ihm zusammen war. Ich hatte das Gefühl, dass die ganze Figur nur entwickelt wurde, damit ihre Beziehung wegen Rachels noch existierender Gefühle für Connor in Konflikt geraten kann, was leider ein häufiges Klischee in Liebesgeschichten ist.

Auch den erneuten Kontakt zu Connor fand ich nicht mehr so reizvoll und romantisch wie im ersten Band, denn Connor, der Rachel unbedingt zurück will und ihr beweisen will, dass er sich geändert hat, war mir zu aufdringlich. Meiner Meinung nach hat er ihr Privatleben und ihre Zurückweisungen nicht genug akzeptiert und sie sich nicht genug gegen sein Verhalten gewehrt, was ich sehr schade fand. Andererseits fand ich es auch unverständlich, wieso Rachel, wo sie doch Connor nie wiedersehen will, ausgerechnet mit zwei seiner Freundinnen zusammenzieht.
Auch konnte ich nicht mehr nachvollziehen, was Connor eigentlich an Rachel findet und andersrum, da bei ihm außer körperlicher Anziehung, seiner Reue und ein paar neuen Infos über seine Vergangenheit keine außergewöhnlichen Charaktereigenschaften erkennbar sind.
Die meisten ihrer Begegnungen sind nervige Hin und Hers zwischen Ablehnung von Rachels Seite aufgrund ihrer schmerzlichen Erlebnisse und der Erkenntnis, dass sie dennoch noch Gefühle für Connor hat, was auf Dauer repetitiv wird.


Fazit

Rachel ist mit ihrem tollen Humor und ihrer unabhängigen Art weiterhin eine tolle Hauptfigur, doch das viele Hin und Her mit Connor, der mir in diesem Band zu aufdringlich war, hat mich leider etwas genervt.

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24 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

am i normal yet?, anxiety, feminism, friendship, holly bourne

Am I Normal Yet?

Holly Bourne
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Usborne Publishing Ltd, 01.08.2015
ISBN 9781409590309
Genre: Jugendbuch

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1.201 Bibliotheken, 23 Leser, 8 Gruppen, 65 Rezensionen

fantasy, kvothe, magie, universität, patrick rothfuss

Die Furcht des Weisen Band 1

Patrick Rothfuss , Jochen Schwarzer , Wolfram Ströle
Fester Einband: 859 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 07.11.2014
ISBN 9783608938166
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt


Das Leben an der Universität geht weiter für Kvothe, ebenso wie seine erbitterte Rivalität mit Ambrose. Gleichzeitig hat er seinen Wunsch, mehr über die Chandrian und den Tod seiner Eltern zu erfahren, noch nicht aufgegeben und immer noch mit Geldproblemen zu kämpfen. Konflikte und Abenteuer stehen an.


Meinung

„Der Name des Windes“, der erste Teil der noch immer unvollendeten Trilogie von Patrick Rothfuss, begeisterte mich vor einigen Jahren vor allem durch die fantastische, komplexe und extrem gut durchdachte Welt, die der Autor einwickelt hat. Dass der zweite Band im Original so dick geworden ist, dass man ihn im deutschen Verlag in „Die Furcht des Weisen 1“ und „Die Furcht des Weisen 2“ aufgeteilt hat, spricht dafür, dass man auch in diesem Roman wieder tief in Kvothes Welt hineingesogen und eine Menge lernen wird.

Die Welt, in der Kvothe und seine Freunde leben, ist in meinen Augen die größte Stärke der Reihe. Die Formen von Magie und vor allem ihre „Wissenschaftlichkeit“ mit den vielen Erklärungen und Feinheiten haben mich bereits im ersten Band begeistert und auch diesmal habe ich die Beschreibungen von Kvothes Seminaren und seinen Sympthie- und Sydralgie-Projekten wieder sehr genossen. Man lernt auch mehr über die Fähigkeiten anderer Leute, nicht nur über Kvothes Können, und mehr über die geheimnisvolle Namenskunde.
Hinzu kommt in „Die Furcht des Weisen“ auch der Aspekt der Kultur, denn Kvothe kommt im Laufe des Buches mit Menschen aus sehr verschiedenen Orten der Welt in Berührung und lernt viel über die Bräuche anderer Menschen und ihre Art zu kommunizieren. Besonders hier bewundere ich Patrick Rothfuss‘ Kreativität und Fantasie, denn eine Kultur zu erfinden, die völlig anders funktioniert als die eigene, sich andere Moralvorstellungen und eine andere Körpersprache auszudenken und diese Informationen nebenbei in eine Geschichte einzuweben, ist in meinen Augen eine Meisterleistung.

Was den Aufbau des Romans betrifft, muss man sich bewusst sein, dass es sich bei der Binnenhandlung um die Lebensgeschichte vom Kvothe handelt, die dieser dem Chronisten erzählt. Er erzählt sie nicht in Bezug auf einen bestimmten Aspekt, ein bestimmtes Abenteuer und ist nicht darauf bedacht, sie besonders spannend klingen zu lassen, sondern möchte die Wahrheit erzählen, die teilweise unspektakulärer ist, als die Legenden sie darstellen.
Dadurch enthält der Roman, besonders in der ersten Hälfte, auch sehr viele Beschreibungen von Kvothes Alltag an der Universität, dem Zwist mit Ambrose, seinen Geldsorgen und seinen Begegnungen mit Denna, die mysteriös und schwer greifbar ist wie immer. In der zweiten Hälfte des Romans tut sich dann etwas mehr in Kvothes Leben, neue Orte und Figuren kommen hinzu und die Handlung wird abwechslungsreicher.
Ich persönlich fand das Leben an der Universität mit den sehr ausführlichen Beschreibungen äußerst spannend und habe mich über die bösen Streiche, die Ambrose und Kvothe einander spielen, gut amüsiert. Kvothe selbst war mir so sympathisch und ich fand seine aufmüpfige Art so unterhaltsam, dass es mich nicht gestört hat, wenn es mal eine Zeit lang an Action fehlte. Der Roman kam mir dennoch sehr kurzweilig vor, auch wegen der vielen tollen Details über die Fantasywelt.

Die Längen, die ich in Band 1 bemängelt habe, waren für mich diesmal also kein Problem. Dafür war ich nicht gänzlich zufrieden mit Kvothe. Er ist ohne Zweifel intelligent, mutig und durch seine freche, gewitzte Art unterhaltsam. Und irgendwie freut man sich auch, wenn er mit seinem extrem starken Kräften seinen Gegnern eins auswischt. Wenn man sich allerdings vor Augen führt, dass er in diesem Band gerade mal 16 wird und noch nicht einmal zwei Jahre studiert, wirken seine enormen Kräfte, denen zum Teil nicht einmal zwei seiner Kommiliton*innen gleichzeitig das Wasser reichen können, das ein oder anders Mal doch etwas übertrieben und zu perfekt.


Fazit

„Die Furcht des Weisen - Teil 1“ hat mich, ähnlich wie sein Vorgänger, trotz der eher gemächlichen Handlung durch die komplexe und faszinierende Welt mit spannenden Formen von Magie und Darstellungen anderer Kulturen begeistern können. Lediglich der sehr unterhaltsame Protagonist erschien mir teilweise zu perfekt.

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105 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

harry potter, hogwarts, magie, askaban, sirius black

Harry Potter and the Prisoner of Azkaban

Joanne K. Rowling , Jonny Duddle
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Bloomsbury UK, 01.09.2014
ISBN 9781408855676
Genre: Kinderbuch

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106 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

paris, terroranschlag, frankreich, tod, bataclan

Meinen Hass bekommt ihr nicht

Antoine Leiris , Doris Heinemann
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 09.05.2016
ISBN 9783764506025
Genre: Biografien

Rezension:


Inhalt


Am 13. November 2015 verliert Antoine Leiris seine Frau und die Mutter seines einjährigen Sohnes bei dem Anschlag auf den Pariser Konzertsaal Bataclan. Wenige Tage später veröffentlicht er einen Facebook-Post mit dem Titel „Vous n’aurez pas ma haine“ („Meinen Hass bekommt ihr nicht“), der tausendfach geteilt wurde, auch von internationalen Medien. Bald darauf beginnt er zu schreiben. Ohne besonderes Ziel schreibt er seine Erlebnisse und Gedanken in den Tagen nach dem Anschlag nieder, die er im März 2016 in einem Büchlein, benannt nach seinem berühmt gewordenen „Brief“ auf Facebook, veröffentlicht.



Meinung

Die furchtbaren Terroranschläge, die Ende 2015 Paris erschütterten, dürften wohl weltweit kaum einem Menschen entgangen sein, der zu diesem Zeitpunkt Zugang zu Medien hatte. Der Schock und die Angst waren groß, nicht nur in Frankreich, und Solidaritätsbekundungen wie „Pray for Paris“ oder die Illumnination von Bauwerken in den Farben der französischen Nationalflagge wurden auf der ganzen Welt gezeigt.

Inmitten der Trauer, der Angst und des geschürten Hasses stach Antoine Leiris‘ berührender offener Brief an die Mörder seiner Frau heraus, denn er stellt schon im Titel klar: Er will diese Menschen nicht hassen. In seinem Text geht es darum, dass er sich nicht von Hass blenden und auf Hass mit Hass antworten will, auch für seinen Sohn, der nicht in einem solchen Umfeld aufwachsen soll. Eine, wie ich finde, starke und wunderschöne Botschaft.

Doch sein Buch, das den gleichen Titel trägt wie besagter Brief, ist, obwohl er diesen enthält, mehr als das. Er ist in erster Linie der schonungslose, emotionale aber auch poetische Bericht der ersten Tage nach dem Anschlag, der Leiris‘ Frau Hélène das Leben kostete.
Der Autor beschreibt seine Emotionen, als er von dem Anschlag erfährt und ihm zum ersten Mal der Gedanke kommt, Hélène könnte unter den Opfern sein. Er beschreibt den Weg zur schrecklichen Erkenntnis, das lähmende Gefühl, dass das Leben ohne seine Frau keinen Sinn mehr hat, aber auch den Alltag mit seinem kleinen Sohn, der weitergehen muss, trotz des Schmerzes.

Zum Teil wirkt das Buch wie eine Art Tagebuch, da jeder Eintrag mit dem Datum des Tages und einer Uhrzeit beginnt und Leiris zum Teil so einfache Dinge wie das Abendessen oder das Nägelschneiden beschreibt. Zum Teil ist es aber auch eine Art Gedankenfluss, eine reine Auflistung von Gedankenfetzen, die ihm kommen. Ein anderes Mal schweift er ab in philosophische Überlegungen oder Erinnerungen an die Vergangenheit. Dabei wechselt der Stil oftmals von konkret zu abstrakt und geradezu poetisch.
Leiris legt sich nicht auf einen bestimmten Stil fest, doch bei einem Buch wie diesem ist das auch nicht wichtig. Wichtig ist, dass das kurze Büchlein authentisch und echt rüberkommt, einen die Gefühle des Autors spüren lässt, und das tut es definitiv, gerade weil man richtig spürt, dass er große Teile davon einfsch spontan runtergeschrieben hat, wie ihm die Dinge gerade in den Sinn kamen.

Das Buch ist aufgrund des dramatischen Themas natürlich sehr emotional, traurig und berührend und ich war sehr beeindruckt davon, wie ehrlich der Autor seine Schwäche und Verzweiflung zugibt; gesteht, dass sein nicht einmal zweijähriger Sohn ihm teilweise stärker vorkommt als er sich selbst.
Überhaupt sind die Momente zwischen Leiris und seinem Sohn unglaublich berührend. Er beschreibt, wie er versucht, für Melvil so viel Normalität wie möglich zu schaffen, während er eigentlich manchmal einfach aufgeben und sich dem Schmerz hingeben will. Wie dieser kleine Mensch einem so großen Menschen so viel Kraft und Liebe geben kann, war wirklich berührend zu lesen. Und bei dem Brief, den Leiris im Namen seines Sohnes an Hélène geschrieben hat, kamen mir entgültig die Tränen.
Obwohl Hélène das gesamte Buch nur in den Erzählungen ihres Mannes vorkommt, wirkt sie durch die liebevollen Worte und intimen Erinnerungen, mit denen er sie beschreibt, stets absolut lebendig, was es auch für die Leser*innen umso schmerzhafter macht, dass sie so früh gestorben ist und ihre Familie unvollständig hinterlassen hat.


Fazit

Ein Buch wie dieses zu bewerten ist im Grunde unmöglich, denn es basiert nicht nur auf den wahren Erlebnissen des Autors, sondern steckt auch voller roher, authentischer Emotionen, die einen beim Lesen mitnehmen. Wer einen Einblick in den unglaublichen Schmerz eines Witwers, aber auch die Kraft, die die Liebe zu einem Kind einem geben kann, bekommen will, dem sei diese Lektüre ans Herz gelegt.


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24 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

charisma, fantasy, vollstrecker

Caitlynn

Angelika Diem
Flexibler Einband: 376 Seiten
Erschienen bei Machandel-Verlag, 12.10.2017
ISBN 9783959590716
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt

„Caitlynn“ ist ein Sammelband mit Kurzgeschichten und Novellen rund um Caitlynn, die zu Beginn des Buches 13-jährige Tochter eines Grafen, die nach einem schrecklichen Erlebnis sehr andere Pläne für ihre Zukunft hegt als ihre adelige Familie. Während ihre Eltern sie am liebsten gut verheiraten würden, wünscht sich Caitlynn als Vollstreckerin für Gerechtigkeit zu sorgen und ihr starkes Charisma (eine Art Magie) für Gutes einzusetzen.


Meinung


Schon als vor einigen Jahren mit „Der Baeldin-Mord“ (in diesem Band nun als „Das Rätsel von Baeldin“ enthalten) die erste Geschichte um Caitlynn erschien, wurde ich zum großen Fan dieser starken, jungen Frau und vor allem der spannenden Welt, die Angelika Diem mit der „Vollstrecker der Königin“-Reihe erfunden hat.

Ich kann all die Gedanken, die sich die Autorin rund um ihre Welt gemacht hat, gar nicht genug loben. Die Idee der Magie, die hier als Lebenskraft (zum Heilen) und als Charisma (z.B. zu. Gefügigmachen anderer Menschen) nach außen getragen werden kann, und die Folgen, die dies für gesellschaftliche Strukturen hat, ist komplex und wirklich faszinierend. Doch auch über Religion, Traditionen, Politik und viele andere Aspekte hat sich Angelika Diem eindeutig extrem viele Gedanken gemacht und es schlummern sicherlich noch viel mehr spannende Informationen über verschiedene Themenbereiche in ihrem Hinterkopf.

Caitlynn kommt einem als Hauptfigur in diesem Buch ein wenig näher als zuvor in „Der Baeldin-Mord“ und „Drei Tropfen Dunkelheit“, da man einige ausführliche Einblicke in ihre Kindheit und Jugend und in Erlebnisse bekommt, die sie geprägt haben. So erfährt man zum Beispiel, wieso sie unbedingt Vollstreckerin werden möchte, warum sie ihr Charisma nicht gerne gegen andere anwendet und wie sie ihre Gabe so stark entwickelt hat, wie sie es später ist. Durch ihren ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und ihre teils feurige, überschwängliche Art, wenn etwas sie emotional berührt, machen sie sehr sympathisch. Zum Teil war sie mir aber immer noch zu perfekt, beispielsweise aufgrund ihrer extrem starken Gabe, mit der sie selbst gut trainierte Erwachsene besiegen kann.

Auch viele andere Figuren spielen in dieser Geschichtensammlung eine mehr oder weniger große Rolle und in vielen Fällen gelingt es der Autorin ziemlich gut, auch die Personen, die nur kurze Auftritte haben, anschaulich zu charakterisieren. Besonders in den beiden Novellen mit den Kriminalfällen werden auch immer spannende Beziehungskonstrukte zwischen den Figuren aufgedeckt. Der größte Fokus des Buches liegt natürlich auf Caitlynn, doch auch einige Nebenfiguren, beispielsweise ihre Großmutter oder auch Alban, der später im den Geschichten auftaucht, sind recht interessant und bieten genug Stoff, um auf Auftritte in möglichen weiteren Romanen hoffen zu lassen.

Da es sich bei „Caitlynn“ um einen Sammelband handelt, gibt es keine durchgehende Handlung, sondern immer nur abschnittsweise Einblicke in ihrer Leben von ihrem 14. bis zum 24. Lebensjahr. Daher existiert kein durchgehender Spannungsbogen über das gesamte Buch, doch einige Motive, zum Beispiel Caitlynns Wunsch, Vollstreckerin zu werden, ziehen sich dennoch durch die Geschichtensammung, ebenso wie einige Figuren sie über ihren Weg begleiten und immer weder eine Rolle spielen.
Die einzelnen Geschichten sind sehr unterschiedlich. Einige bieten mehr Einblicke in ruhige Teile vom Caitlynns Leben und sind eher wegen der Entwicklung der Hauptfigur und der Informationen über ihre Welt von Interesse. Andere erzählen einen kleinen Kriminalfall, in denen die Vollstrecker*innen ermitteln und man beim Lesen miträtseln kann, was wirklich gut gelungen, wenn auch recht kurz gehalten ist. Wer diese Novellen mochte, der*dem kann ich nur die Fortsetzung der Reihe, „Drei Tropfen Dunkelheit“, empfehlen, die sich vollkommen einem etwas komplexeren Kriminalfall widmet.

Da „Caitlynn“ aus mehreren Geschichten besteht und oftmals einige Monate oder sogar Jahre zwischen den Geschichten liegen, gibt es jedoch auch noch einige weiße Flecken, die mich sehr interessieren würden, ebenso wie ich noch viele Fragen zu der Welt habe, in der die Geschichte spielt. Das ist aber nicht unbedingt ein Kritikpunkt des Buches, sondern eher ein Grund, diese Reihe definitiv weiterzuverfolgen.



Fazit

Liebhaber*innen von komplexen und faszinierenden Fantasywelten sowie starken, sympathischen Protagonistinnen kann man „Caitlynn“ nur ans Herz legen. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass es sich bei diesem Buch um einen Sammelband handelt, der mehr auf die Hauptfigur und ihre Welt als auf eine durchgehende Handlung Wert legt. Wer eher letzteres sucht, kann sich auch gleich an die Fortsetzung „Drei Tropfen Dunkelheit“ wagen, die auch einzeln gelesen werden kann.

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34 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

rezension, liebesroman, amrun, amrun verlag, deutschland

Nachrichten von Mr Dean

Katharina Wolf
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Amrun Verlag, 25.02.2018
ISBN 9783958693456
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt


Rubys SMS mit einer Bitte um Alkohol und Tampons, die eigentlich an ihre beste Freundin gehen sollte, landet bei einem fremden Mann. Was ein wirklich peinliches Erlebnis hätte sein können, wird stattdessen der Beginn eine Chat-Freundschaft, denn „Mr. Dean“, wie er sich nennt, entpuppt sich als wirklich sympathischer Kerl, mit dem Ruby voll auf einer Wellenlänge ist. Doch als sie Gefühle für einander entwickeln, wird es problematisch.


Meinung

Die Idee dieses Romans reizte mich sofort, denn als „Digital Native“, wie man so schön sagt, spielen sich tatsächlich viele meiner Freundschaften unter anderem übers Handy und soziale Medien ab. Ein Liebesroman, in dem die Beziehung der beiden Figuren so beginnt, klang daher originell und erfrischend für mich. In dieser Hinsicht kriegt der Roman auch für die tolle Widmung einen Pluspunkt :D.

Ruby ist zum Teil eine wirklich coole Hauptfigur. Sie ist schlagfertig und witzig und besonders amüsant in Kombination mit ihrer besten Freundin Anna. Szenen mit den beiden zusammen und ihre Freundschaft generell fand ich immer sehr süß und unterhaltsam.
Gleichzeitig hat Ruby auch ihre Fehler, was sie authentisch macht, die sie aber auch meistens erkennt und zu verändern versucht.

In anderer Hinsicht ging mir Ruby leider auch schrecklich auf die Nerven, denn sie ist eine dieser Protagonistinnen, die sich andauernd über ihren Körper beschweren, ohne dass diese negative Sichtweise im Roman irgendwann einmal problematisiert würde und sie zu der Erkenntnis käme, dass sie schön ist, so wie sie ist.
Vor allem irritiert, dass sie sich über ihre Figur beschwert - Sie hält sich offenbar für zu dick. -, gleichzeitig aber mit einer fast schon penetranten Begeisterung ihr fettiges, süßes, ungesundes Essen beschreibt, das sie sich andauernd gönnt. Wie man seine Figur zu so einem Problem machen und gleichzeitig alles dafür tun kann, dass sich nichts ändert, habe ich nicht verstanden, zumal ihre Figur vermutlich völlig normal ist.

Auch ihre Handlungen machten Ruby für mich zum Teil unsympathisch, beispielsweise die Tatsache, dass sie einmal eine Affäre mit einem verheirateten Mann hatte und von diesem nur ausgenutzt wurde, im Roman dann aber selbst auch eine Person ausnutzt, von der sie gar nichts will.
Interessant ist auch, dass Ruby im ganzen Buch keine Hobbys hat, außer sich mit ihrer besten Freundin zu so ziemlich jeder Gelegenheit volllaufen zu lassen.

Das Ende des Romans gefiel mir in einiger Hinsicht recht gut, weil den Figuren und ihren Beziehungen Zeit zur Entwicklung gelassen wird, was sie authentischer machte. Ein wenig arg kitschig war es jedoch auch und der „Showdown“ am Ende wirft leider ein sehr schlichtes, stigmatisierendes Licht auf Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Während ich die Grundidee des Romans wirklich mochte, haperte es an der Umsetzung jedoch meiner Meinung nach leider in sachlicher Hinsicht.
Die ganze Handlung kommt nur in Gang, weil Ruby eine SMS an die falsche Nummer schickt, die sie fälschlicherweise für die neue Nummer ihrer besten Freundin hält. Nur: Anna sagt, sie habe eine neue Nummer, weil ihr Handy ins Wasser gefallen sei und sie eine neue SIM-Karte habe. Allerdings bekommt man keine neue Nummer, nur weil man eine neue SIM bekommt. Das tut man nur, wenn man den Vertrag und/oder den Anbieter wechselt.
Später schreiben Ruby und Anna sich SMS, weil Anna eine Gegnerin von WhatsApp ist, schicken sich dabei aber Bilder - MMS, die auf Dauer sehr teuer werden könnten. Wieso verwendet Anna nicht Telegram oder irgendeinen anderen praktischeren Messenger?
Generell musste sich die Autorin sehr viel Mühe geben, alles so zu drehen, dass eine Handlung wie diese auch in unserem Technik-Zeitalter funktioniert, denn die meisten jungen Menschen würden heute sicher eher über WhatsApp als über SMS kommunizieren und dabei am Profilbild erkennen, ob eine Nummer wirklich zur besten Freundin oder doch zu jemand anderem gehört. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass die Story vor 10, 15 Jahren besser funktioniert hätte.

Häufig bin ich auch über die äußerst verwirrende Formatierung im Buch gestolpert. Dass Bandnamen und andere Eigennamen meistens (leider nicht konsequent) kursiv geschrieben werden, habe ich ja noch verstanden, doch diese Schreibweise wird übertragen auf Personennamen wie zum Beispiel die von Schriftstelle*innen wie Franz Kafka oder Stephanie Meyer, was in meinen Augen überhaupt keinen Sinn ergibt.
In Szenen mit wörtlicher Rede sind die Absätze verwirrend gesetzt, da häufig direkt nach der wörtlichen Rede von Person A die Reaktion von Person B folgt und dann erst der Absatz, sodass man leicht den Überblick verliert, wer gerade spricht.
Zum Teil sind auch Kommata und Anführungszeichen falsch gesetzt und die Getrennt- und Zusammenschreibung falsch, was mich verwunderte, da solche Fehler in einem Korrektorat hätten ausgebügelt werden müssen.


Fazit


„Nachrichten von Mr Dean“ bassiert auf einer coolen und süßen Idee und die Hauptfigur ist zum Teil sehr lustig und schlagfertig. Leider ging sie mir auch häufig auf die Nerven und bleibt dabei trotzdem erstaunlich farblos.

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117 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 63 Rezensionen

new orleans, krimi, axeman, historischer krimi, jazz

Höllenjazz in New Orleans

Ray Celestin , Elvira Willems
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2018
ISBN 9783492060868
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:



Inhalt


New Orleans, 1918: Die Stadt, bekannt für ihren Mix aus verschiedenen, dort angesiedelten Kulturen, aber auch ihre Lasterhaftigkeit, wird durch eine Mordserie erschüttert. Ohne Einbruchsspuren zu hinterlassen, dringt der Axeman in die Häuser italienischer Lebensmittelhändler ein und ermordet die Anwesenden grausam mit einer Axt. Während Detective Michael Talbot für die Polizei ermitteln soll und unter großem Druck steht, wird sein Ex-Kollege Andrea de Luca von der Mafia bauftragt, der Sache auf den Grund zu gehen. Auch die junge Ida, Sekretärin einer Detektei, hat ihre Gründe, die Verbrechensserie genauer unter die Lupe zu nehmen, wofür sie die Hilfe ihres Freundes Louis Armstrong in Anspruch nimmt.



Meinung

Ich habe ein Faible für historische Romane, die wahre Begebenheiten mit Fiktion mischen, da ich es stets faszinierend finde, wie reale Ereignisse in die erfundene Handlung eingebaut werden. „Höllenjazz in New Orleans“ tut dies gleich in mehrerer Hinsicht, denn sowohl der Axeman, dessen Identität nie aufgedeckt wurde, als auch Lewis Armstrong, der lange nach dem Jahr, in dem dieser Roman spielt, weltberühmt wurde, existierten wirklich. Gerade weil das Rätsel um den Axeman nie gelöst wurde, war ich gespannt, wie der Autor es in seinem Roman tun würde.

Ein großes Kompliment gilt Ray Celestins Fähigkeit, seine Leser*innen direkt in die faszinierende Atmosphäre von New Orleans des frühen 20. Jahrhunderts zu entführen. Er beschreibt die sehr unterschiedlichen Lebenssituationen der Menschen, die Einflüsse der verschiedenen Kulturen aber auch die Spannungen zwischen ihnen, die Stimmungen und die bunten Straßenbilder so detailliert, dass man sofort hineingesogen wird in diese faszinierende Stadt.

Mit den vielen detaillierten Beschreibungen geht jedoch auch ein eher gemächliches Tempo einher, an das man sich zunächst gegewöhnten muss. Der ersten Teil des Buches wird darauf verwandt, in die Leben und die aktuelle Situation der einzelnen Hauptfiguren einzuführen und sie Stück für Stück weiter in den Axeman-Fall zu verstricken. Auf diese Weise dauert es eine ganze Weile, bis der Roman an Fahrt aufnimmt.

Dann aber zeigt sich, wie komplex und unglaublich gut durchdacht Celestins Ideen zum Axeman-Fall sind und wie alle Handlungsstränge des Buches schließlich zu einem faszinierenden Ganzen zusammenführen. Besonders begeistern konnte mich, dass Michael, Luca und Ida denselben Fall auf sehr verschiedene Arten angehen und im Laufe des Buches verschiedene Aspekte davon aufdecken, die sich für die Leser*innen am Ende dann Puzzlestück für Puzzlestück zu einer Hintergrundgeschichte zusammensetzen, die viel weiter geht, als man zunächst angenommen hätte. Und trotz der vielen Informationen, die man am Ende noch erhält, wird es gerade dann so richtig spannend und kommt nochmal zu mehreren Showdowns.
Ob Celestins Erklärung für die Morde realistisch ist, sei mal dahingestellt, aber kreativ und gut ausgearbeitet ist sie auf jeden Fall.



Fazit

In „Höllenjazz in New Orleans“ beschäftigt sich Ray Celestins auf kreative Weise mit der realen Axeman-Mordserie, wobei er eine sehr komplexe und spannende Handlung entwickelt. Vor allem aber beeindruckt seine Fähigkeit, die Leser*innen durch detaillierte Beschreibungen direkt in die faszinierende Atmosphäre des Handlungsortes hineinzuziehen.

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Josh & Emma - Soundtrack einer Liebe

Sina Müller
Flexibler Einband: 338 Seiten
Erschienen bei Amrun Verlag, 25.10.2014
ISBN 9783944729657
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt


Als Emma auf einer Party Joshua kennenlernt, ist sie von Anfang an fasziniert von ihm. Stundenlang spazieren sie gemeinsam durch die Stadt und merken, dass sie einander auf jeden Fall wiedersehen wollen. Was Musikbanause Emma nicht ahnt: Joshua ist Josh Meyer, Leadsänger der aufstrebenden Newcomerband Amblish, und wird von Mädchen auf aller Welt umschwärmt. Hat ihre Liebe unter diesen Bedingungen dennoch eine Chance?


Meinung

Das nette Mädchen von nebenan verliebt sich in einen Superstar - Wer hat nicht schon heimlich von so einer aufregenden Beziehung geträumt? „Josh & Emma“ widmet sich diesem Teenie-Traum in Form eines Jugendromans mit zwei wirklich süßen Hauptfiguren.
Von der ersten Begegnung an harmonieren Josh und Emma wunderbar miteinander und man kann kaum anders, als sie niedlich zu finden und ihrer Beziehung alles Gute zu wünschen. Wie vertraut sie miteinander umgehen, wie sie sich gegenseitig necken - solche authentischen Momente einer Beziehung fängt Sina Müller wunderbar ein.

Auch die Liebe zur Musik, die ich bereits in „Herz über Board“ bewundert habe, kommt in diesem Roman wieder wunderbar rüber, da Josh viele seiner Emotionen und Erfahrungen in den Songs verarbeitet, die er für seine Band Amblish schreibt. Einige dieser Songtexte finden sich im Roman wieder und auch die Wirkung, die die Musik auf Emma hat, wird wunderbar beschrieben.

Doch es gibt leider auch ein paar „Abers“, die mir den Spaß am Buch etwas verdorben haben.
Da wäre zum einen die endlose Menge an Kitsch, die Josh und Emmas Beziehung bietet. Es ist quasi Liebe auf den ersten Blick bei Emma, weil Josh angeblich so anders wirkt als andere Jungs, obwohl sie ihn genauso beschreibt, wie klischeehafte „heiße Typen“ aussehen. Und ab dem ersten Blick läuft alles super zwischen den beiden und Emma beschreibt ihre Gefühle stets extrem intensiv und kitschig, auch als sie sich grad mal ein paar Tage kennen. Das gipfelt in Beschreibungen wir denen seiner Augen als „ein dunkler See aus samtener Lava. Tief, schwarz, glühend.“ Kein Kommentar.
Alles zwischen den beiden entwickelt sich extrem schnell und fast schon zu reibungslos und schon nach extrem kurzer Zeit sagen sie einander, dass sie sich lieben, während man als Leser*in kaum etwas über die Figuren und das, was sie aneinander finden, gelernt hat. Josh gibt Emma alberne Kosenamen wie „Engelchen“, was meiner Meinung eher wie etwas klingt, was eine Oma zu ihrem Enkelkind sagen würde.
Kurz: Die Romantik zwischen den beiden driftete mir zu oft in viel zu dick aufgetragenen Kitsch ab.

Das wäre ja an sich vielleicht noch aushaltbar, wenn die ersten 75% des Buches eine nennenswerte Handlung abseits von kitschigen Josh&Emma-Szenen hätte, aber das ist leider nicht der Fall. Für meinen Geschmack passiert beinahe das ganze Buch über überhaupt nichts, außer dass die Beziehung der beiden gut läuft und so viel Zeit wie möglich miteinander verbringen.

Hinzu kommt, dass es Emma meiner Meinung nach leider an Persönlichkeit fehlt. Einen Großteil des Buches verbringt sie damit fürs Abi zu lernen und - deutlich häufiger - Josh anzuhimmeln und zu vermissen. Dass sie auch Hobbys hat, erfährt man lange nur am Rande, bis sie im letzten Viertel des Buches dann z.B. ihre angeblich so große Leidenschaft fürs Zeichnen mehr auslebt und wieder öfter klettern geht. Nennenswerte besondere Eigenschaften, Kindheitserinnerungen, Vorlieben und Abneigungen oder sonst irgendwas, das sie zu einer authentischen Figur und nicht nur zum Teil eines literarischen Pärchens macht, hat sie leider nicht. Positiv anzumerken ist lediglich ihre Entwicklung in Bezug auf ihre wahre Leidenschaft, das Zeichnen, und ihre Zukunftspläne, die bisher eher immer fremdbestimmt waren.

Die wenigen nicht-kitschigen Momente des Romans sind dafür gefüllt mit extrem unnötigen Eifersuchtsdramen. Emma ist eifersüchtig auf die vielen hübschen Mädchen, die Josh durch seinen Job trifft, und Josh ist eifersüchtig auf Emmas Exfreund, dem sie aber nun mal schlecht aus dem Weg gehen kann, wenn er in ihrem Abijahrgang ist. Dafür, dass beide sich dauernd kitschig ihre Liebe gestehen, scheinen sie sich erstaunlich wenig zu vertrauen. Besonders nervig ist, dass Emma immer betont, dass Josh mit so vielen hübschen Mädchen zu tun hat, womit sie ihm ja indirekt Oberflächlichkeit unterstellt, wenn sie auf sowas eifersüchtig ist.

In Sachen unnötiges Drama toppt das Ende jedoch alles, denn es kommt viel zu plötzlich und sorgt bei beiden für so viel Schmerz, obwohl jeder logisch denkende Mensch auf die Idee gekommen wäre, dass man den Konflikt durch ein einfaches Gespräch hätte lösen können. Hier wurde ich das Gefühl nicht los, dass die Geschichte der beiden einfach nochmal ein bisschen gestreckt werden sollte, obwohl schon im ersten Buch kaum etwas passiert ist.



Fazit

„Josh & Emma“ hat eine wirklich süße Grundidee, aus der man viel hätte machen können, doch für meinen Geschmack ist das Buch leider zu kitschig, die Hauptfigur zu farblos und das Ende zu gezwungen, während zwischendurch zu wenig passiert.

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163 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

frauen, biografie, feminismus, heldinnen, illustrationen

Good Night Stories for Rebel Girls

Elena Favilli , Francesca Cavallo , Birgitt Kollmann
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 25.09.2017
ISBN 9783446256903
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt

Die „Good Night Stories for Rebel Girls“ versammeln „Gutenachtgeschichten“ in Form von Kurzbiografien von 100 Frauen, die in Politik, Kunst, Gesellschaft oder Wissenschaft Großes erreicht und für ihre Ziele und Unabhängigkeit gekämpft haben.



Meinung

Schon als ich vor einer halben Ewigkeit von der Idee zu „Good Night Stories for Rebel Girls“ hörte, das damals noch ein Crowdfundingprojekt war, war ich begeistert. Die beiden Autorinnen waren nicht zufrieden damit, dass Literatur für Mädchen oft von lieben, braven Prinzessinnen erzählt, und möchten, dass Kinder mit einem Buch wie diesem von mutigen, intelligenten und starken Frauen hören, die für etwas gekämpft und etwas erreicht haben - als Inspiration vor allem für Mädchen, nicht immer nur lieb und brav zu sein, sondern auch mal über vermeintliche Grenzen hinauszudenken und etwas zu wagen, was ihnen vielleicht niemand zutraut. Die Idee und die Botschaft hinter diesem Buch finde ich einsame Spitze, nicht nur für Mädchen sondern für Menschen aller Altersklassen und Geschlechter.

Jeder der 100 Frauen ist in dem Buch eine Doppelseite gewidmet. Auf der rechten Seite gibt es einen kurzen Abriss über ihr Leben beziehungsweise das, womit die Frauen bekannt geworden sind und was sie erreicht haben, während eine farbige Zeichnung der Person die komplette linke Seite ziert.
Die Texte sind in recht einfacher Sprache verfasst und auf Kinder ausgelegt, was sich zum Beispiel darin zeigt, dass gewalttätige Episoden im Leben der Frauen ein wenig beschönigt oder kurzgehalten werden, jedoch ohne dass wichtige Details verschwiegen werden.

An der Auswahl der 100 Frauen fällt positiv auf, dass die Autorinnen sich offenbar bemüht haben, Frauen mit den verschiedensten Nationalitäten und aus den verschiedensten Bereichen (Kunst und gesellschaftliche Themen ebenso wie politische und wissenschaftliche) zusammenzutragen. So wird den Leser*innen vermittelt, dass nicht nur weiße Frauen es zu etwas bringen können und dass Erfolge im Bereich Balett oder Malerei ebenso bewundernswert sind wie ein Nobelpreis in einer Naturwissenschaft. Kurz: Die Botschaft des Buches, dass frau für die eigenen Träume, Ziele und Freiheiten kämpfen sollte, ist super umgesetzt.

Noch dazu ist das Buch auch wundervoll aufgemacht: eine gebundene Ausgabe in einem größeren Format, wie man es von anderen Sachbüchern für Kinder kennt, mit toller Papierqualität und vor allem wundervollen Illustrationen. Denn nicht nur die Autorinnen und die Personen, um die es geht, sind Frauen, auch die wundervollen Zeichnungen der 100 Frauen, die jeweils eine Seite einnehmen, stammen von Künstlerinnen. Dabei macht es großen Spaß, nicht nur über die verschiedenen Frauen zu lesen, sondern auch die sehr unterschiedlichen künstlerischen Stile zu betrachten. Etwas irritiert war ich jedoch davon, dass einige People of Colour auf den Zeichnungen eher weiß aussahen.

Gerade wenn man das Buch mit Kindern liest, sind einige der Biografien meiner Meinung nach jedoch mit Vorsicht zu genießen. Jede der 100 Frauen hat zweifellos Großes erreicht in ihrem Leben, doch ob ihre Handlungen immer moralisch vertretbar waren, ist eine andere Frage. Über eine japanische Kaiserin wird beispielsweise gesagt, sie habe den Plan gehabt, Korea einzunehmen. Damals mag es normal gewesen sein, andere Länder zu unterwerfen, doch heute wäre dies ein Verbrechen - ein Umstand, den man einem Kind eventuell nebenbei erklären sollte, wenn man das Buch gemeinsam liest.

Auch enthalten einige der Biografien sachliche Fehler. Sophie Scholl, heißt es beispielsweise, habe Berichte über KZs gelesen und dadurch ihre Meinung über Hitler geändert, was wohl doch eher unwahrscheinlich ist. Virginia Wolfs psychische Erkrankung wird aufgegriffen, was an sich lobenswert ist, jedoch wäre es schön, wenn dabei nicht nur von Depressionen sondern entweder von manischen und depressiven Phasen oder einer bipolaren Störung die Rede gewesen wäre, da dies einen Unterschied macht.



Fazit


Die „Good Night Stories for Rebel Girls“ sind eine wunderbare Inspiration für Menschen jeden Alters, an die eigenen Träume zu glauben, etwas zu wagen und es auch durchzusetzen, sei es Kunst, gesellschaftliche Veränderungen oder wegweisende Forschung. Hinzu kommen die liebevolle Aufmachung und kunstgerechte Gestaltung, die das Buch zu einem echten Schmuckstück machen.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Tage zum Sternepflücken

Kyra Groh
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Erschienen bei Audible GmbH, 14.03.2016
ISBN B01C7AAGUO
Genre: Sonstiges

Rezension:


Inhalt


Ausgerechnet in einen Gitaristen muss Layla sich vergucken, dabei hatte sie dieser Spezies doch eigentlich abgeschworen. Aber Julius sieht nicht nur unglaublich gut aus, er ist auch intelligent und witzig und - vergeben. Das offenbart er ihr nach einer gemeinsamen Nacht und bringt Laylas Leben damit gehörig durcheinander.



Meinung

„Tage zum Sternepflücken“ sprach mich besonders wegen des musikalischen Settings an, das die Autorin wirklich wunderbar umsetzt. Die Liebe zur Musik, ob zur klassischen, zum Jazz oder zur Popmusik, zur Ensemblemusik oder zum Sologesang, spricht aus jeder Zeile des Buches und manifestiert sich in den Figuren auf verschiedenste, liebenswürdige Art, was wirklich ansteckend ist.

Überhaupt sind die Figuren des Romans alle sehr schrullig und liebenswürdig, von der tollpatschigen Protagonistin Layla, die lernt, für sich einzustehen, über ihre Hippie-Mutter, ihren pubertären Bruder, ihren zerstreuten Professor/Chef und natürlich Julius, den Traumtyp mit dem großen Manko.

Der Roman ist leicht und absolut unterhaltsam geschrieben, denn Layla hat einen sehr humorvollen, oft unfreiwillig komischen Blick auf die Dinge und eine witzige Art, ihre Erlebnisse zu beschreiben. Selbst wenn sie frustriert und deprimiert ist, unterhält sie auf diese Art die Leser*innen wunderbar.
Manchmal „verquatscht“ sie sich beim Erzählen jedoch auch und holt zu weit aus, besonders am Anfang, wenn sie zum Beispiel ihre Familie und sich selbst vorstellt oder auf einmal in recht lange Rückblicke verfällt.

Layla ist an sich eine tolle Hauptfigur, die vor allem eine tolle Entwicklung durchmacht. Sie wirkt zunächst schüchtern und tollpatschig, zeigt aber auch oft genug, dass sie durchaus ihre Meinung sagen und für etwas einstehen kann, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlt. Im Laufe des Buches gewinnt sie einige tolle Erkenntnisse in dieser Hinsicht, die auch für die Leser*innen eine tolle Botschaft darstellen.

Gerade in Bezug auf ihre Beziehung zu Julius verhält Layla sich zunächst jedoch auch problematisch, was an der insgesamt problematischen Grundidee liegt. Julius hat seine Freundin mit Layla betrogen - eine unverzeihliche Handlung, nach der Layla ihn zunächst zu Recht abweisend behandelt. Doch obwohl er zugibt, sich nicht von seiner Freundin trennen zu wollen, macht er sich weiter offensichtlich an Layla heran und die spielt mit und scheint es oft genug gar nicht problematisch zu finden, dass sie etwas mit einem vergebenen Mann hat - und das, obwohl sie selbst schon einmal quasi betrogen wurde und sie das sehr verletzt hat. Zwischendurch, besonders gegen Ende hin, wird Julius‘ Verhalten zum Glück problematisiert, doch zwischendurch verhält Layla sich absolut nicht ihren eigenen moralischen Maßstäben entsprechend und sieht das noch nicht mal als Problem, was ich sehr inkonsequent und in Bezug auf die Aussage des Buches nicht sehr gelungen fand.
Hinzu kommt das ewige Hin und Her zwischen den beiden aus den immer gleichen Gründen, das man sicher um gut 100 Seiten hätte kürzen können, ohne dass es zu großen inhaltlichen Verlusten gekommen wäre, denn das Layla nicht Julius‘ Affäre sein will, aber trotzdem auf ihn steht, hat man irgendwann verstanden.

Abgesehen von der moralisch fragwürdigen Grundlage ist die Liebesgeschichte von Layla und Julius eigentlich extrem süß, besonders durch die Rolle, die der Musik dabei zukommt, und man fiebert den ganzen Roman über mit, ob sie endlich zusammenkommen werden.

Ein weiteres großes Manko des Romans ist Laylas Einstellung zu ihrem Körper und dem von anderen bzw. das Thema Gewicht generell. Layla trägt Kleidergröße 40, eine völlig normale Größe also, und ich hätte mich eigentlich drüber gefreut, dass mit einer Protagonistin wie ihr einmal gezeigt wird, dass Frauen mit Vorbildfunktion nicht immer superdünn sein müssen und auch gerne essen dürfen, wie Layla es tut. Allerdings meckert Layla auch bei jeder Gelegenheit an sich und ihrem Essverhalten rum - ohne ernsthaft etwas daran zu ändern, wohlgemerkt - und betont, dass sie zu dick sei und abnehmen müsse. Und nicht nur das, auch anderen Figuren legt die Autorin immer mal wieder Bemerkungen über Laylas Figur in den Mund, obwohl die für die Handlung völlig unerheblich sind. Damit ist ihre Vorbildfunktion als Frau mit Kurven gleich wieder dahin, denn es wird das Bild vermittelt, Größe 40 sei eine ungesunde und zu große Größe, da keine Figur im Buch dem je widerspricht.
Gleichzeitig hat Layla aber auch an dünnen Frauen etwas auszusetzen und lästert beispielsweise über eine ihrer Kommilitoninnen, was die Frage aufwirft, was für sie denn bitte ein normaler, erstrebenswerter Körper wäre und wieso sie sich überhaupt anmaßt, über das Gewicht anderer zu urteilen. Dieser Aspekt hat sie leider unglaublich unsympathisch gemacht und für mich im Buch einen schalen Beigeschmack hinterlassen.


Fazit


„Tage zum Sternepflücken“ ist eine unterhaltsame Liebesgeschichte mit schrulligen Figuren, aus der die Liebe zur Musik nur so sprüht. Leider haben mir einige Aspekte moralischer Art und das betriebene Bodyshaming nicht gefallen.

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51 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

liebe, film, familie, freundschaft, deutschland

Lasse (Film.Love.Story 2) (Flying Moon)

Katrin Bongard
E-Buch Text: 259 Seiten
Erschienen bei Red Bug Books, 24.07.2013
ISBN 9783943799309
Genre: Sonstiges

Rezension:


Inhalt

Lasse Paulsen ist ein aufstrebender Stern am Himmel der Jungschauspieler, hat aber nicht unbedingt den besten Ruf. Da trifft er ein ihm unbekanntes Mädchen auf einer Party, die sein Leben völlig auf den Kopf stellt.



Meinung

Vor vielen Jahren habe ich den ersten Band der Film.Love.Story-Reihe, „Flying Moon“, sehr gerne gelesen. Eine süße Liebesgeschichte in Kombination mit einem spannenden Einblick ins Filmgeschäft - romantische Unterhaltung garantiert!

„Lasse“ erzählt diese Geschichte nun noch einmal, allerdings, wie der Titel schon sagt, aus der Sicht von Lasse. Dabei umgeht der Roman jedoch zum Glück die Gefahr, die Leser*innen mit Wiederholungen zu langweilen, denn er widmet sich nur den Szenen aus „Flying Moon“ ausführlicher, zu denen Lasses Perspektive etwas wirklich Neues beitragen kann.
Dafür gibt es viele neue Informationen über Lasses Familie und seine Freundschaft zu Gerion, die im Nachhinein einige Dinge aus dem ersten Band noch einmal erklären. Man lernt nicht nur den Filmstar Lasse kennen sondern auch den liebenden Bruder und guten Freund und lernt eine Menge über sein unstetes Leben vor Moon. Die Frage danach, was man mit dem eigenen Leben machen möchte und was wirklich wichtig ist, stellt sich nicht nur eine Figur.
Ich fand es sehr schön, auf diese Weise mehr über Lasse und auch einige Nebenfiguren zu erfahren.

Obwohl ich Lasse und Moon immer noch für ein sehr süßes Paar halte, war ich erstaunt davon, wie kitschig ihre Liebesgeschichte aus Lasses Sicht wirkt. Moon ist ein tolles Mädchen, ohne Zweifel, aber wie sie gleich bei der ersten Begegnung Lasses Leben komplett verändert und ihn dazu bewegt haben soll, sein Leben umzukrempeln, habe ich nicht verstanden. Ein wenig übertrieben kamen mir Lasses teilweise sehr kitschige Liebesbekundungen leider doch vor.
Gleichzeitig betont Lasse vom ersten Moment an ständig, wie gerne er mit Moon schlafen würde, was den romantischen Eindruck wieder eher zunichtegemacht hat.


Fazit

„Lasse“ bietet einen schönen Einblick in Lasses Leben und das einiger Nebenfiguren und wirft somit einen schönen zweiten Blick auf die Ereignisse aus „Flying Moon“, wenn auch mit etwas sehr viel Kitsch.

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Arkadien-Reihe 2: Arkadien brennt

Kai Meyer , Andreas Fröhlich
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Erschienen bei Silberfisch, 28.09.2010
ISBN 9783844900965
Genre: Fantasy

Rezension:



Inhalt


Rosa und Alessandro sind nun jeweils die Capi ihrer Clans und ihren Leuten passt es so gar nicht, dass ausgerechnet eine Alcantara und ein Carnevare eine Beziehung führen. Rosa hat jedoch Wichtigeres zu tun, als sich darum zu kümmern, was ihre Berater denken: Sie reist nach New York, um mehr über die Beziehung ihres Vaters zu der Organisation TABULA herauszufinden. Doch dann erhält sie eine überraschende Nachricht ihres Anwaltes, die neues Licht auf die Nacht ihrer Vergewaltigung wirft.



Meinung


In Sachen Qualität kann der zweite Band der Arkadien-Trilogie problemlos mit dem Auftakt mithalten. Auch die Handlung von „Arkadien brennt“ ist wieder eine super Mischung aus spannungsgeladenem Szenen und neuen Enthüllungen und Rätseln, die die Geschichte der Reihe immer komplexer werden lassen. So erfährt man in diesem Band mehr über die Nacht, die Rosa so traumstisiert hat, und auch über ihren verstorbenen Vater und ihre Großmutter, die so einige Leichen im Keller hatte. Auch die Geschichte mit den Statuen aus Band 1 wird weitergeführt und Rosa hat mit Machtkämpfen innerhalb ihres Clans zu tun. Insgesamt werden so einige Fragen beantwortet, es werden aber auch viele neue aufgeworfen, die auf den finalen Band neugierig machen.
Gleichzeitig wird das Buch jedoch nie langweilig, denn es kommt immer wieder zu extrem spannenden und auch wieder einigen brutalen Momenten.

Rosa ist weiterhin eine wunderbare Hauptfigur mit ihrer weiterhin tief sarkastischen Art und ihrem starken Willen. Besonders erfrischend fand ich, dass sie trotz ihrer Liebe zu Alessandro nicht zur kitschigen Romantikerin wird, was auch überhaupt nicht zu ihrem Charakter gepasst hätte. Sie bleibt sich in ihrer Art treu. Alessandro wirkt dagegen leider eher farblos und zeichnet sich hauptsächlich durch Rachsucht allen gegenüber aus, die Rosa wehtun.
Ein wenig hatte ich jedoch das Gefühl, dass die Beziehung der beiden etwas zu unkompliziert abläuft, dafür dass sie sich vor gerade einmal vier Monaten kennengelernt haben und das unter eher widrigen Umständen.



Fazit

„Arkadien brennt“ bringt die Handlung weiterhin rasant voran, beantwortet einige Fragen und wirft viele neue auf, was die Komplexität der tollen Idee beweist. Rosa ist weiterhin eine tolle Hauptfigur und die Spannung wird super gehalten.

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193 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

jugendbuch, jugendthriller, mord, coppenrath verlag, dorf

Dark Village 4: Zurück von den Toten

Kjetil Johnsen
E-Buch Text: 272 Seiten
Erschienen bei Coppenrath Verlag, 01.03.2014
ISBN 9783649617648
Genre: Sonstiges

Rezension:



Inhalt


Nora trauert Nick hinterher, der sich seiner Vergangenheit stellen will. Derweil führen diverse Spuren die Polizei zu ihm. Benedicte ist sich unsicher, was sie von ihrem Vater halten soll, der in der Nacht eines Mordes mit blutiger Kleidung nach Hause gekommen ist. Und der Mörder hat noch nicht genug.


Meinung


Im vierten Band geht die Reihe weiter ihren gewohnten Gang.

Man erfährt einige überraschende Dinge über die Vergangenheit, die zum Teil jedoch auch etwas sehr an den Haaren herbeigezogen wirken. Immerhin klären sich dadurch einige Dinge auf und ergeben einen Sinn und bauen zudem Spannung für den finalen Band auf.

Lucas scheint plötzlich in alles in diesem Buch verwickelt zu sein, was mehr als übertrieben wirkt. Dafür bringt dies Benedicte in einen wirklich interesssnten Konflikt.

Nora ist immer noch die mit Abstand nervigste Figur der ganzen Reihe. Sie ist weiterhin unglaublich oberflächlich, nur auf ihren Körper, Jungs und Sex fixiert, wobei man sich wirklich fragt, wer einer 15-Jährige sowas beigebracht hat.
Auch ihre „Liebesgeschichte“ mit Nick wirkt völlig übertrieben in Anbetracht der Tatsache, dass beide sich gerade mal zwei Monate kennen.


Fazit

Die Spannung wird weiterhin durch Enthüllungen über die Vergangenheit und die Verwicklung einiger Figuren in die Dramen gesteigert, doch Nora nervt auch weiterhin tierisch und vieles wirkt ziemlich übertrieben.

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660 Bibliotheken, 23 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

mord, parfum, frankreich, geruch, paris

Das Parfum

Patrick Süskind
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 25.03.2015
ISBN 9783257069334
Genre: Romane

Rezension:



Inhalt


Inmitten des stinkenden Paris des 18. Jahrhunderts wird Jean-Baptiste Grenouille geboren, der eigentlich nie hätte leben sollen und sich gerade deshalb so fest an das Leben klammert. Schon früh zeigt sich, dass der Junge etwas Besonderes ist: Er verfügt über einen übernatürlichen Geruchssinn und damit einhergehend über ein beachtliches Talent darin, Gerüche zu konservieren. Und schon früh gibt er sich nicht mehr mit einfachen Parfüms zufrieden.



Meinung

„Das Parfüm“ ist einer dieser Klassiker, über deren genaue Handlung ich vor dem Lesen kaum etwas wusste, und ich habe es definitiv mit falschen Erwartungen gelesen. Denn trotz des Untertitels „Die Geschichte eines Mörders“ handelt es sich nicht um einen Krimi, sondern um einen viel vielschichtigeren Roman, dem ich auch eine Weile nach dem Lesen noch keine einzige, klare Aussage, kein spezielles Genre zuordnen kann.

Eines der wohl herausragendsten Merkmale des Buches sind die unglaublich detaillierten Beschreibungen, die das Paris des 18. Jahrhunderts, die skurrile Figur des Grenouille und vor allem die Feinheiten der Parfümherstellung vor den Augen der Leser*innen entstehen lassen. Besonders das unglaublich detaillierte Wissen über die Parfümherstellung, das hier zur Geltung kommt, ist äußerst faszinierend.

Einhergehend damit ist auch die Grundidee des Buches faszinierend. Süskind zieht einen von der ersten Seite an mit hinein in Grenouilles Welt: die Welt der Gerüche. Einen großen Teil der Handlung erlebt man nicht mit dem inneren Auge sondern eher der inneren Nase mit und es ist bemerkenswert, wie beeindruckend es Süskind gelingt, zu beschreiben, wie Grenouille seine gesamte Umgebung nur durch seinen Geruchssinn wahrnimmt.

Eine zweite Qualität des Buches ist der ironische, intelligente Blick, mit dem Süskind bzw. der Erzähler die Figuren des Buches betrachten. In teils wenigen Sätzen werden die Personen sehr anschaulich charakterisiert und fast jede der Figuren ereilt früher oder später ein äußere ironisches Schicksal, das einen gewissen Zynismus des Autors vermuten lässt.

Die wohl bemerkenswerteste Figur ist natürlich Grenouille selbst, der interessanterweise mehr durch den Erzähler als durch seine eigenen Handlungen charakterisiert wird. Der Erzähler schreibt ihm ein boshaftes Wesen und eine parasitäre Art zu, doch durch sein Verhalten wirkt Grenouille das Buch über eher neugierig, mit einem gewissen wissenschaftlichen Interesse. Gerade weil er trotz allem nach moralischen Maßstäben oft grausam und unangemessen handelt, ohne jedoch an der Grausamkeit selbst interessiert zu sein, macht ihn das ziemlich interessant.

Doch Süskinds ausführliches Wissen über Parfümherstellung und seine schriftstellerischen Fähigkeiten in allen Ehren: Das Buch hat leider auch unglaublich viele Längen. Im Grunde springt der Roman von einem Abschnitt von Grenouilles Leben zum nächsten und verweilt in jedem beimindestens einem endlosen Detail, sei es die Beschreibung einer Figur mit ihrer kompletten Biografie, eines Hauses, Grenouilles Gefühlsleben oder eines Details der Parfümherstellung. Mitunter kann das ziemlich ermüdend sein und nicht immer wird klar, wozu man diese Ausführlichkeiten brauchte, auch wenn wieder andere Ausführungen zum Ende hin dann auf einmal auf intelligente Art viel Sinn ergeben.



Fazit


„Das Parfüm“ basiert auf einer faszinierenden Grundidee und beeindruckt durch interessante Details über die Parfümherstellung und eine ungewöhnliche Hauptfigur. Leider hat der Roman auch extrem viele anstrengende Längen.

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136 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

liebe, musik, sommer, jugendbuch, tour

Der eine Kuss von dir

Patrycja Spychalski
Flexibler Einband: 250 Seiten
Erschienen bei cbt, 13.01.2014
ISBN 9783570308950
Genre: Jugendbuch

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Inhalt

Frieda ist aufgeregt. Sie darf die Rockband Black Birds auf Tour begleiten und soll eine Dokumentation über sie drehen. Doch sie hat nicht mit der Faszination gerechnet, die der Sänger Milo auf sie ausübt. Und mit den Komplikationen, die das mit sich bringt.


Meinung

So klischeehaft die Inhaltsangabe auch klingt, so erfrischend anders ist „Der eine Kuss von dir“ dennoch. Wie bereits im ersten Teil, „Ich würde dich so gerne küssen“, an den dieses Buch nur lose anknüpft, gelingt es Patrycja Spychalski wunderbar, eine authentische, jugendliche Atmosphäre zu schaffen und gekonnt alle Klischees zu umgehen.

Frieda ist eine tolle Hauptfigur, die genau die richtige Mischung aus jugendlicher Authentizität und Stärke beweist. Einerseits ist sie noch unsicher, planlos im Leben und naiv im Umgang mit ihren Gefühlen, wie es für eine 17-jährige wohl realistisch ist. Andererseits beweist sie aber auch Stärke, lässt nicht alles mit sich machen, spricht Probleme an und lernt aus ihren Fehlern, was sie sehr sympathisch macht. Auf diese Weise nervt sie nur selten mit pubertären Anwandlungen, wie andere Teenager-Protagonistinnen.

Einen ähnlich erfrischenden Blick hat das Buch auf das Thema Liebe und Beziehung. Während viele andere Jugendbücher gerne so tun, als würde man schon mit 17 die Liebe des Lebens finden, zeigt dieser Roman, dass nicht immer aus Anziehung und Interesse aneinander die große Liebe wird oder werden kann. Er wirft einen Blick auf die Komplikationen, die entstehen, wenn Personen mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen von Beziehungen und körperlicher Nähe aneinander Interesse finden, ohne übermäßig kitschig oder dramatisch zu sein. Auf gewisse Weise spielt das Buch so auch mit gängigen Klischees.

Ein besonderes Extra ist die Stimmung auf der Tour der Black Birds, die die Autorin im Roman vermittelt. Sie bringt sowohl die Liebe zur Musik als auch den abgewrackten Charme, die Konflikte innerhalb der Band und die trostlosen Moment des Tourlebens so rüber, dass man das Gefühl hat, dass sie selbst schon mit auf Tour war.


Fazit

„Der eine Kuss von dir“ ist ein erfrischend anderes Jugendbuch mit einer authentischen, starken Hauptfigur, dass sich gekonnt gängigen Liebesromanklischees widersetzt und nebenbei noch einen spannenden Einblick in das Tourleben einer Band vermittelt.


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151 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

dystopie, tod, jugendbuch, apokalypse, hetzer

Rage Inside

Jeyn Roberts , Bea Reiter
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Loewe, 15.08.2013
ISBN 9783785573976
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Inhalt

Drei Monate sind vergangen seit dem Erdbeben und dem Beginn der seltsamen Epidemie, die die meisten Menschen befallen und zu blutrünstigen Mördern gemacht zu haben scheint. Micheal und Clementine erkunden die Universität in der Hoffnung, Clementines Bruder Heath zu finden, Daniel und Mason spionieren die Hetzer aus und Aries hat mit den Herausforderungen des Daseins als Anführerin zu kämpfen.



Meinung

Vorweg ein kleiner Hinweis: Entgegen der ursprünglichen Ankündigung des deutschen Verlags handelt es sich bei „Rage Inside“ nicht um den letzten Band der Reihe. 2016 erschien ein weiteres Buch unter dem Titel „Fury Rising“, welches jedoch offenbar nicht ins Deutsche übersetzt wurde.


„Dark Inside“ faszinierte mich damals durch die seltsame, noch undurchschaubare Idee, den gekonnten Spannungsaufbau und die schonungslose Brutalität. Allerdings fehlten mir Erklärungen für das ungewöhnliche Szenario und das ist leider auch mein größer Kritikpunkt an „Rage Inside“, das sich etwas zieht, wie ein typischer Mittelband.

Das Buch beginnt mit kurzen Kapiteln über einige Figuren in der Zeit vor dem Erdbeben, deren Sinn sich mir nicht ganz erschlossen hat. Anschließend folgt man mehreren Handlungssträngen, die zeitgleich verlaufen, und eher behäbig anfangen. Ein wenig frustriert es, dass das Buch in der ersten Hälfte genauso abläuft wie das erste - alle Figuren werden von einander getrennt, obwohl sie sich doch gerade erst gefunden haben -, ohne dass etwas spürbar neues passiert.
Es gibt viele Beschreibungen des alltäglichen Lebens im Versteck, der Gemütszustände der Figuren, ihrer Beziehungen untereinander und eine kurze Zusammenfassung wichtiger Entwicklungen, die zwischen den Büchern passiert sind. Auch bahnen sich unter den Figuren gleich drei zarte Liebesgeschichten (eine sogar mit nervigen Dreieck) an, die ich persönlich in einem postapokalyptischen Szenario nicht unbedingt gebraucht hätte.
Ebenso sinnlos fand ich die Auszüge aus der Sicht von „Nichts“, die absolut nichts (haha) zur Handlung beitragen.


Richtig spannend wird es erst in der zweiten Hälfte, als es zu vielen spannenden Entwicklungen und Enthüllungen auf einmal und einem tollen Showdown kommt. Langsam deutet sich auch ein inhaltliches Vorankommen der Handlung in Bezug auf das Szenario an, von dem ich hoffe, dass es in Band 3 dann zu Ende geführt wird. Bisher fehlt es noch an einigen Erklärungen und vor allem einem Lösungsansatz, was das Ende auch noch etwas unbefriedigend wirken lässt, wenn es wohl auch realistisch ist, dass eine Gruppe Jugendlicher nicht sofort die Lösung für ein Aufhalten der Apokalpyse findet.

Gut gefallen haben mir die Entwicklungen der Figuren angesichts der Herausforderungen und Katastrophen. Sie wachsen an ihren Erlebnissen und haben interessante Konflikte untereinander.


Fazit

„Rage Inside“ fasziniert vor allem durch die spannenden Entwicklungen er Figuren und einen interessanten, vielversprechenden Showdown. Lange Zeit passiert aber leider auch nicht viel und in Bezug auf das postapokalyptische Szenario fehlt es noch immer an vielen Erklärungen.

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klassiker, frankenstein, horror, mary shelley, experiment

Frankenstein

Mary Shelley , Elisabeth Lacroix
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.10.2009
ISBN 9783596901876
Genre: Fantasy

Rezension:



Inhalt


Ein Polarforscher fischt einen schwer kranken Mann aus dem Meer, der ihm eine fantastische Geschichte erzählt. Er, Viktor Frankenstein, war einst ein junger, ambitionierter Wissenschaftler, der einen ganz speziellen Traum hatte: Er wollte künstliches Leben erschaffen. Doch sein Projekt ging gründlich schief und brachte Unheil über sein Leben und das der Menschen, die ihm nahestanden.



Meinung


„Frankenstein“ ist einer dieser Klassiker, von denen ich unglaublich viel gehört hatte, ohne sie gelesen zu haben oder auch nur Genaueres über die Handlung zu wissen.

Daher überraschte mich bereits der Anfang, da das Buch nicht mit der namensgebenden Figur beginnt, sondern mit dem Polarforscher Robert Walton, der zunächst keine Verbindung zu Frankenstein hat. Seine Rolle im Buch besteht daraus, ähnlich wie der junge Frankenstein ein ambitionierter Wissenschaftler mit großen Träumen zu sein, weshalb Frankenstein ihm als Warnung, nicht zu größenwahnsinnig zu werden, seine Geschichte erzählt. Ein interessanter Ansatz, auch wenn sich daran zweifeln lässt, dass es realistisch ist, dass Walton seiner Schwester die gesamte Geschichte in Briefform mitteilt. Aus erzählerischen Gründen ist dieser Ansatz dennoch notwendig.

Als Frankenstein dann endlich beginnt, die Geschichte zu erzählen, die man erwartet hat, zieht diese sich leider von Anfang an ewig hin, im ersten Abschnitt beispielsweise mit der Geschichte, wie seine Eltern sich kennengelernt haben, die ich wirklich nicht so ausführlich gebraucht hätte. Das gesamte Buch besteht aus Momenten, in denen ziemlich viel passiert und die Handlung recht spannend wird, und gefühlt endlosen Abschnitten, in denen bestimmte Details (Landschaften) und Gefühlszustände (Verzweiflung) oder scheinbar weniger wichtige Handlungen (die DeLaceys) endlos breitgetreten werden. Ich habe mich selten bei einem Buch so oft so sehr gelangweilt und lediglich die spannende Grundidee und der Wunsch, zu erfahren, wie es ausgeht, haben mich bei Stangr gehalten.

Viktor Frankenstein ist ein extrem emotionaler Mensch, der viel Wert darauf legt, seine Gefühle in verschiedenen Situationen - besonders den dramatischen - ausführlich zu beschreiben. Das lässt einen beim Lesen einerseits sehr mit ihm mitfühlen, andererseits gingen mir die vielen dramatischen Andeutungen, die er bereits zu der Zeit macht, als er noch seine Kindheit beschreibt, schnell auf die Nerven. Zwischenzeitlich ist er auch viel am Jammern, scheint jedoch auch hauptsächlich in Selbstmitleid zu versinken, statt aktiv zu versuchen, seine Situation zu verbessern. Man versteht, wieso Frankenstein sich selbst bemitleidet und dass er die dramatischen Aspekte seines Lebens immer wieder betont, doch zum Lesen ist das ziemlich anstrengend.
Das fand ich schade, denn eigentlich sind Frankenstein als Figur und seine Entwicklung vom ambitionierten Wissenschaftler zum gebrochenen Mann sehr interessant.

Ein wenig enttäuscht war ich auch davon, dass Frankenstein keine wissenschaftlichen Details seiner Arbeit erklärt. Einerseits ergibt das Sinn, da er ja auf keinen Fall will, dass jemals jemand seine Versuche wiederholt, andererseits wirkte das auch wie eine etwas zu leichte Ausrede für die Autorin, sich keine Details ausdenken zu müssen.


Nach anfänglichen großen Startschwierigkeiten mit dem Buch wurde es dann endlich interessant, als das „Monster“ geboren war und selbst zu Wort kam. Denn die Grundidee des Buches ist extrem interessant. Der Roman wirft Fragen auf wie „Was macht ein Monster aus?“, „Wird man böse geboren oder machen einen die Umstände böse?“, „Ist an jemandes schlechten Taten nur die Person selbst oder auch indirekt ihr Umfeld schuld?“ und „Kann und sollte man Mitleid mit jemandem haben, der einen Mord begangen hat?“ und das anhand sehr dramatischer und emotionaler Beispiele, die einen beim Lesen mitnehmen.
Dabei ist besonders spannend, dass man mit Frankenstein und seinem „Monster“ zwei sehr verschiedene Perspektiven auf die Dinge hat und am Ende für sich selbst entscheiden muss, wem man Glauben schenkt und wie man zu dem Konflikt steht.

Mary Shelley hat sich auch enorm viel Mühe mit der Ausarbeitung der Figur des „Monsters“ gegeben und beschreibt in vielen Details, wie dieses zunächst völlig unbescholtene Wesen lernt, sich überhaupt in der Welt zurechtzufinden, wie es Feuer machen, sprechen und lesen lernt und wie es beginnt, abstrakte Konzepte der Menschheit zu verstehen und sich nach Zuneigung zu sehnen. Die Entwicklung von einem quasi unbeschriebenen Blatt zu dem Monster, von dem man gehört hat, und die Idee, dass gerade das neuerworbene Wissen über Menschen und ihre Grausamkeit das Wesen traurig macht, ist wirklich spannend.
Generell lassen sich viele von Shelleys Ideen auch auf reale Menschen übertragen, was die Fragen, die das Buch aufwirft, umso interessanter macht.


Doch leider hat auch das „Monster“ eine unglaublich langatmige Art, seine Geschichte zu erzählen, und harrt für mein Gefühl viel zu lange bei Details aus, die nicht nötig gewesen wären, um seine Geschichte zu verstehen. Dabei fällt vor allem der Konflikt mit der Erzählweise auf, da es eigentlich zu Frankenstein sagt, dass es nicht viel Zeit hätte, seine Geschichte zu erzählen, und ihm außerdem viele Dinge erzählt, die er schon weiß.

Auch mit der Umsetzung der interessanten Grundidee hatte ich meine Probleme, denn während die Entwicklung zum Monster interessant ist, wird man doch irgendwann das Gefühl nicht los, dass es nur Mitleid wecken will, um anschließend Morde und Morddrohungen zu entschuldigen. Seine Begründungen für seine Taten und Einstellungen sind meiner Meinung nach etwas zu kurz und einfach gedacht und gegen Ende wirken seine Handlungen auch bei allem Mitleid und Verständnis nicht mehr nachvollziehbar. Bezogen auf die Übertragbarkeit der Ideen auf das echte Leben kommt dadurch auch die Frage auf, was genau Shelley einem mit dem Roman jetzt sagen wollte.



Fazit

„Frankenstein“ basiert auf einer extrem faszinierenden Grundidee, die spannende Fragen zu den Themen Schuld, Mitleid und Toleranz aufwirft und anhand eines sehr emotionalen Beispiels anschaulich zeigt. Leider sind die Figuren eher unsympathisch und der Roman hat viele unnötige Längen, durch die ich mich zeitweise ziemlich quälen musste.

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mord, liebe, krimi, jugendbuch, freundschaft

Dark Village - Niemand ist ohne Schuld

Kjetil Johnsen , Anne Bubenzer , Dagmar Lendt
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, F, 01.11.2013
ISBN 9783649613039
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Achtung: Bei diesem Buch handelt es sich um Band 3 einer Reihe. Sowohl meine Inhaltsangabe als auch meine Rezension können daher Informationen über die Handlung der ersten beiden Bände enthalten.


Inhalt

Die Leiche einer der vier Freundinnen wurde im See gefunden - nackt und in Plastikfolie eingewickelt. Die ganze Stadt ist in Aufruhr, während Benedicte schon einen Verdacht hat, wer der Mörder sein könnte. Doch an Beweise zu kommen, könnte gefährlich sein.
Die Polizei hat unterdessen noch eine andere Spur: Eine Pistole, die sie aus dem See gefischt haben, und die mit Nicks dunkler Vergangenheit zu tun hat.



Meinung

„Dark Village“ und mich verbindet eine Art Hassliebe. Einerseits möchte ich die Reihe unbedingt beenden, weil es dem Autor wunderbar gelingt, Spannung aufzubauen und zu halten, indem er es zu immer neuen Enthüllungen kommen lässt und immer neue Figuren verdächtig werden lässt. Andererseits nerven mich die Figuren, viele Handlungselemente wirken einfach zu gezwungen, es wird zu viel Drama auf einmal ausgegraben und gleichzeitig kommt die Geschichte nicht zu Potte.

So ähnlich geht es auch im Band 3 weiter. Die Handlung geht hier zum Teil ziemlich schnell voran und es kommt unter anderem zu spannenden Momenten mit Wolfman, den Benedicte nach seiner Drohung in Band 2 verdächtigt, der Mörder ihrer Freundin zu sein, und der sich überraschend verhält.
Gleichzeitig erfährt man viel Interessantes über Nicks Vergangenheit, eine neue Perspektive kommt hinzu und man erfährt etwas über eine bisher unauffällige Figur, das sie nun mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit stellt.

Ansonsten widmet sich das Buch, gerade in der ersten Hälfte, vor allem dem Umgang der Figuren mit dem Tod ihrer Freundin. Diese Momente sind sehr emotional, zum Teil aber auch dahingehend realistisch, dass die Figuren sich dennoch Gedanken über ihr anderen, im Vergleich dazu unwichtigeren Probleme machen und sich deshalb wiederum schlecht fühlen.


Teilweise zieht sich das Buch, auch wegen der vielen Perspektiven, die sich mit demselben Thema auseinandersetzen, dadurch aber auch sehr, da die Thriller-Handlung und die polizeilichen Ermittlungen kaum vorankommen. Besonders der letze Teil des Buches war für mich eher langweilig, da darin ohne erkennbaren Grund ein und derselbe Tag aus mehreren Perspektiven erzählt wird.

Generell wirkt die Erzählweise in diesem Buch nicht so ganz durchdacht. Während die ersten beiden Bände zeitlich relativ gut dadurch strukturiert wurden, dass die Abschnitte mit „.. Tage vor dem Mord“ betitelt waren, wechselt dieser Band zu Beginn zwischen Momenten vor und nach dem Fund der Leiche, ohne dies wirklich kenntlich und somit verständlich zu machen.

Teilweise gibt es in diesem Band auch „Enthüllungen“, die mehr aufgebauscht wurden, als es nötig gewesen wäre, beispielsweise die Identität von Wolfman, die man schon in Band 2 ziemlich schnell erraten konnte.

Auch mit den Figuren werde ich weiterhin einfach nicht warm.
Nora ist weiterhin enorm oberflächlich und denkt gefühlt nur an Nick, wobei sie sich enorm kindisch verhält und alles, was er tut, auf sich bezieht, als gäbe es keine anderen Probleme in seinem Leben.
Vilde dagegen macht immer noch ein Drama aus ihrer sexuellen Orientierung und verliebt sich direkt nach Trines Tod sofort in die nächste, was nicht wirklich realistisch wirkt, dafür, dass sie Trine angeblich so geliebt hat.
Generell gibt es zu viel privates Drama in diesem Buch und zu wenig richtigen Inhalt. Warum fragt sich beispielsweise keine der Freundinnen, wie und warum Trine gestorben ist?



Fazit

Kjetil Johnsen hält auch in Band 3 seiner „Dark Village“-Reihe durch geschickt eingeführte Enthüllungen und Andeutungen über seine Figuren die Spannung aufrecht. Leider sind die Figuren noch immer schrecklich nervig und die Handlung wird zu sehr von privaten Dramen aufgehalten.

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mystery, neuzugang, sara shephard

The Lying Game

Sara Shepard
Flexibler Einband: 14 Seiten
Erschienen bei Harpercollins Childrens Books, 05.12.2011
ISBN 9780061869716
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Inhalt


Als Emma Paxton ein Video sieht, in dem ein Mädchen, das ihr aufs Haar gleicht, beinahe zu Tode gewürgt wird, erfährt sie etwas Unglaubliches: Sie hat eine Zwillingsschwester, von der sie bisher nichts wusste. Voller Freude verabredet sie sich mit Sutton, nur um in deren Heimatstadt eine schreckliche Botschaft zu erhalten: Sutton ist tot und Emma muss ihr Leben übernehmen, wenn sie nicht ebenfalls sterben will.



Meinung

Die Idee dieser Jugendthriller-Reihe von Sara Shepard basiert, ähnlich wie ihre erste Erfolgsreihe „Pretty Little Liars“, auf vielen Geheimnissen, Intrigen und Erpressung. Als Leser*in wird man über Vieles zunächst im Unklaren gelassen und rätselt und fiebert mit Emma mit, was auch der Grund ist, dass ich die Reihe trotz einiger Schwächen weiterverfolgen möchte.

Spannend ist auch, dass man die Figur der Sutton, die bereits zu Beginn des Buches tot ist, jedoch als eine Art Geist Emmas Erlebnisse mitverfolgt, erst nach und nach kennenlernt, während Emma sich in ihr Leben einfindet. Man merkt, dass die Tote ihre Geheimnisse hatte, und je mehr davon man erfährt, desto mehr Gründe kann man sich vorstellen, aus denen sie ermordet worden sein könnte, und desto mehr Verdächtige gibt es.

Der Stil des Romans ist der eines typischen, leicht zu lesenden Jugendbuches, weshalb man ihn gut an einem Tag verschlingen kann. Dabei hilft auch, dass er neben der Thrillerhandlung auch die üblichen Jugendbuchhandlungselemente (Freundschaft, erste Liebe, ...) enthält, welche aber nicht sonderlich aufregend sind.

Ähnlich wie bei „Pretty Little Liars“ funktioniert die Handlung von „The Lying Game“ jedoch nur, weil einige der Elemente doch sehr gezwungen wirken. Beispielsweise wäre alles schnell vorbei, wenn Emma in einer anderen Stadt zu einer Behörde gegangen wäre oder ihre letzte Pflegemutter gebeten hätte, vorbeizukommen und zu bestätigen, dass sie Emma und nicht Sutton ist (ggf. mit entsprechenden Akten, denn sie muss ja irgendwo im System sein). Auch die Grundidee von Zwillingsschwestern, die früh von einander getrennt wurden und nie von einander wussten, ist doch etwas sehr ausgelutscht und an den Haaren herbeigezogen.

Auch arbeitet die Reihe mit extrem vielen Highschoolklischees wie z.B. der Clique aus reichen Zicken, der rivalisierenden Schulzicke, dem geheimnisvollen Außenseiter, etc., die langsam alle etwas langweilig geworden sind.


Fazit

Sara Shepard beweist mit dem ersten Band der „The Lying Game“-Reihe, dass sie weiß, wie man Spannung aufbaut und Leser*innen gekonnt in die Irre führt und im Dunkeln lässt. Leider langweilt die Geschichte auf der anderen Seite jedoch auch durch viele Klischees und Elemente, die etwas zu gezwungen wirken.


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fantasy, christiania, dasflüsterndervergangenheit, black heart, blackheart

Black Heart 05: Das Flüstern der Vergangenheit

Kim Leopold
E-Buch Text: 87 Seiten
Erschienen bei null, 28.02.2018
ISBN B079BRCNTZ
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt

Louisa wird von ihrer Vergangenheit eingeholt.
Freya und Mikael sind auf der Flucht.
Tyros jagt die Mörder seiner Freunde.


Meinung

“Black Heart” war schon immer eine vielseitige Reihe mit den verschiedensten Figuren und ihren Schicksalen und in dieser 5. Episode legt Kim Leopold mit einer spannenden heuen Storyline und vielversprechenden Figuren nochmal eins drauf.

Tyros’ Geschichte verspricht bereits großes Potential für die nächsten Episoden, sowohl aufgrund seiner Vergangenheit als auch aufgrund des Auftauchens einer weiteren Partei, die für die Hexen gefährlich und momentan noch sehr undurchschaubar ist.
Außerdem ist es spannend, durch die neue Perspektive nun einmal in seinen Kopf blicken zu können und sein Verhalten so aus einer anderen Sichtweise kennenzulernen.
Einmal ganz abgesehen vom Setting Marokko, das durch die wunderbaren Beschreibungen die Reiselust weckt.

Währenddessen stagnieren die anderen Handlungsstränge ein wenig, beispielsweise der von Louisa, die noch immer nicht auf dem Weg in den Palast ist, weil sie ihre Kräfte immer noch nicht unter Kontrolle hat. Auch wie sich die Geschichte und Mikael und Freya entwickeln soll, kann man momentan noch nicht so richtig erahnen. Es wäre sicherlich spannend, wenn die einzelnen Handlungsstränge und Perspektiven etwas mehr zusammengeführt würden.


Fazit

Tolle neue Storyline, aber der Rest der Geschichte scheint etwas festzuhängen.

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rechtsmedizin, gerichtsmedizin, sachbuch, mord, suizid

Der Totenleser

Michael Tsokos
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.09.2010
ISBN 9783548373423
Genre: Sachbücher

Rezension:


Inhalt


In seinem zweiten Sachbuch berichtet der Rechtsmediziner Michael Tsokos von weiteren Fällen, die ihm im Laufe seines Berufslebens begegnet sind.



Meinung


Ich bin Fan von Micheal Tsokos‘ informativen Büchern, in denen er realistische Einblicke in den Berufsalltag von Rechesmediziner*innen gibt und mit so machem Fernsehklischee aufräumt, und dieses Buch bildet da keine Ausnahme.

In vielen Kapiteln widmet Tsokos sich sehr verschiedenen Gebieten seines Berufsalltags von autoerotischen Unfällen bis hin zum Suizid aufgrund einer drogeninduzierten Psychose. Gelungen finde ich, dass er sich hier nicht nur mit blutigen Morden beschäftigt, die man bei der Erwähnung von Rechtsmediziner*innen vielleicht erwartet, sondern auch mit anderen Aspekten des Berufes, z.B. der Untersuchung tödlicher Unfälle oder der Arbeit als Gutachter*innen vor Gericht.

Dabei beschränkt er sich nicht nur auf die reine Beschreibung der Fälle, sondern liefert zusätzlich ausführliche Hintergrundinformationen über die jeweilige Todesart und ihre Formen - erklärt z.B. bei Suizid den Unterschied zwischen erweitertem und Doppelsuizid und erklärt deren Hintergründe.

Auch Fachbegriffe und ihre Herkunft erklärt er und liefert für die wissenschaftlichen Grundlagen seiner Arbeit Erklärungen, die auch für Laien verständlich sind, beispielsweise über die verschiedenen Arten, einen Todeszeitpunkt zu bestimmen.

Bemerkenswert ist auch, wie respektvoll er mit den heiklen Fällen des Buches und den Menschen umgeht, deren Leben auf tragische Weise ihr Ende gefunden hat. Tsokos mag Wissenschaftler sein, aber er zeigt in dieser Hinsicht auch eine angenehme, menschliche Seite.



Fazit

Informativ und gut geschrieben bietet auch dieses Buch wieder einen vielseitigen Einblick in die Arbeit in der Rechtsmedizin.

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mord, krimi, flavia de luce, england, alan bradley

Flavia de Luce - Schlussakkord für einen Mord

Alan Bradley , Katharina Orgaß , Gerald Jung
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.10.2014
ISBN 9783442379026
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Inhalt

In Bishop‘s Lacey herrscht großer Aufruhr, denn dort sollen die Gebeine des Heiligen St. Tankred, Namensgeber der Ortskirche, ausgegraben werden. Doch statt einer fünfhundert Jahre alten findet Flavia in der Krypta eine verhältnismäßig frische Leiche: den vor wenigen Wochen verschwundenen Organisten Mr. Collicut.



Meinung

Nachdem sich die Handlung von „Vorhang auf für eine Leiche“ stärker auf die Bewohner Buckshaws und neue Figuren konzentrierte, nimmt einen Band 5 der Flavia-Reihe wieder mit auf Ausflüge in das Dörfchen Bishop‘s Lacey und zu seinen skurrilen Gesellen.
Die schrägen und originellen Figuren und ihre Verwandtschaftsgrade und Bekanntschaften untereinander haben mich auch diesmal wieder sehr gut unterhalten. Man lernt neue seltsame Gestalten kennen wie die rüstige Opernsängerin Miss Tanty oder den Richter Ridley-Smith und trifft natürlich auch alte Bekannte wie den Vikar und seine Frau wieder, über die man in diesem Buch neues erfährt.
Während einen die ungewöhnliche Dorfgemeinschaft zum Teil sehr amüsiert, so bekommen einige Figuren auch mehr Tiefe, während man sie besser kennenlernt.

Auch Flavia und ihrer Familie sind wieder einige Szenen gewidmet, die Aufschluss über die Bewohner Buckshaws und ihre Beziehungen untereinander geben, inklusive einiger emotionaler und eines schockierenden Momentes. Besonders liebenswert finde ich nach wie vor die Beziehung von Flavia und Dogger, dem vom Krieg traumatisierten Angestellten ihres Vaters, der Flavias Marotten kennt und akzeptiert wie kein anderer.

Flavia ist natürlich weiterhin eine skurrile und absolut einzigartige Figur. Einerseits wirkt sie noch wie ein richtiges Kind, wenn sie sich beispielsweise unbewusst nach Liebe und Geborgenheit sehnt oder ihrem Fahrrad einen Namen gibt und ihr eine Persönlichkeit und Emotionen zuschreibt. Anderseits ätzt sie urkomisch über Menschen, die sie herablassend behandeln, und stellt sich gerne vor, wie sie sie vergiftet, und der Anblick von Leichen fasziniert sie stets. Auch wie frech und unerschrocken sie ihre eigenen Ermittlungen anstellt und sich Inspector Hewitt überlegen fühlt, ist wieder sehr amüsant.

Der Fall in diesem Buch gefiel mir besser als in Band 4, denn es wurde ihm mehr Zeit gewidmet und man konnte gemeinsam mit Flavia die Geheimnisse einiger Menschen ergründen und ähnlich wie in einigen der vorherigen Bände gab es eher zwei Fälle zu lösen, die auf unerwartete Weise zusammentreffen und aufgelöst werden.
Irritiert hat mich nur, dass Flavia, die vom Anblick von Leichen so fasziniert ist, sich nie nach der Todesursache gefragt hat, die doch Aufschluss über den Tathergang hätte geben können.


Fazit


„Schlussakkord für einen Mord“ ist ein weiterer gelungener Band der Flavia-Reihe, der wieder mit skurrilen Figuren, unterhaltsamen Begegnungen zwischen ihnen und einigen Überraschungen bezüglich der Handlung aufwarten kann.

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