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72 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 58 Rezensionen

irland, krimi, ira, todesengel, emma vaughan

Schweigegelübde

Barbara Bierach
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.03.2018
ISBN 9783548290232
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Darum geht's:

Emma ist Polizistin im irischen Sligo, in dem es nicht mal eine richtige Mordkommission gibt, so wenig passiert hier. Doch ein befreundeter Arzt des örtlichen Krankenhauses hat den Verdacht, dass in letzter Zeit dort bei manchen Sterbefällen nachgeholfen wurde. Emma nimmt sich der Sache an, obwohl sie außerdem noch mehrere andere Problemfelder zu beackern hat.

So fand ich's:

Emmas Leben ist alles andere als leicht. Sie ist alleinerziehende, geschiedene Mutter eines Teenagersohnes, was im katholischen Irland nicht gut ankommt. Ihr Exmann wird verdächtigt, für die IRA zu arbeiten und sitzt deswegen in Untersuchungshaft. Emma selbst ist auch viele Jahre nach einem schweren Verkehrsunfall noch abhängig von zu vielen Schmerztabletten. Und eine menschliche Geste in der Vergangenheit könnte sich für sie als riesengroßer Fehler erweisen.

Das wäre genug Stoff für gleich mehrere Bücher und doch sind diese Handlungsstränge um die verschiedenen Morde auf 270 Seiten fertig erzählt. Besonders undurchsichtig und verschachtelt sind deshalb weder die Problematik der Krankenhausmorde noch die Geschichte aus Emmas Vergangenheit, die erneut zum Problem wird. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Handlung zu oberflächlich erzählt wurde, sondern dass die Geschichten einfach nicht mehr hergaben, denn sie waren nicht wirklich komplex und sogar ich hatte schnell einen Verdächtigen, obwohl man mich relativ schnell und lange verwirren kann. Den Figuren sieht man nicht wirklich tief in die Seele.

"Schweigegelübde" ist der zweite Band der Emma-Vaughan-Serie und obwohl ich den ersten Teil "Lügenmauer" nicht gelesen habe, werde ich das auch nicht mehr nachholen, denn einer der Handlungsstränge aus "Schweigegelübde" greift die Geschehnisse des ersten Bandes auf. Dadurch erfährt man so viel, dass die Geschichte von "Lügenmauer" gleich miterzählt wird. Wer also beide Teile lesen möchte, dem empfehle ich dringend, die Reihenfolge einzuhalten. Mir hat es gereicht, diesen aktuellen Band zu lesen und zu erfahren, wie die Geschichte aus dem Vorgängerband weiter geht.

Was mich als regelmäßige Krimileserin durchgängig geärgert hat, waren die häufigen Durchsuchungsbefehle. Dass es sich dabei um einen richterlichen Beschluss und nicht etwa um einen Befehl handelt, sollte sich in Autorenkreisen inzwischen herumgesprochen haben.

Das Buch besticht eher durch viel "typisch irische" Atmosphäre, die immer wieder mal in Richtung Klischee umkippt. Die Auseinandersetzung der Katholiken und Protestanten, das Wetter, notorisch prügelnde Ehemänner, die IRA und die weit verbreitete Fremdenfeindlichkeit bestimmen das Bild, als gäbe es nichts anderes in der Republik Irland. Besonders große Spannung kam nicht auf, doch das Buch lässt sich aufgrund der flotten und lockeren Schreibweise leicht weglesen und hat mich ganz gut unterhalten. Einen nachhaltigen Eindruck hat das Buch aber nicht hinterlassen. Ich empfehle es für ein ausführliches Schaumbad oder einen Leseabend nach einem anstrengenden Arbeitstag zur Entspannung.

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72 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 57 Rezensionen

thriller, brutal, callmeabookaholic, düster, böseschwester

Böse Schwestern

Mikaela Bley , Katrin Frey
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.02.2018
ISBN 9783548288611
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Darum geht’s:

Ellen geht es psychisch nicht gut und deshalb sucht sie Zuflucht in ihrem alten Kinderzimmer. Doch auch in der ländlichen Idylle ihres Elternhauses kommt sie nicht zur Ruhe. Alles erinnert sie an ihre Zwillingsschwester, die als Kind unter ungeklärten Umständen ums Leben kam. Und obwohl sie krankgeschrieben ist, lässt Ellen der Fall der ermordeten Frau, die man in der Nähe gefunden hat, nicht los.

So fand ich’s:

Ich habe mir schwer getan, in das Buch hineinzukommen. Zum einen dümpelte es in ruhiger Erzählweise nicht wirklich spannend und eher handlungsarm vor sich hin. Zum anderen wird aus der Sicht dreier Frauen erzählt, von denen man über zwei, Alexandra und Hanna, so wenig erfuhr, dass ich sie und ihre Lebenssituation kaum in ein Gesamtbild einfügen konnte. Die dritte, Ellen, kennt man schon aus dem ersten Band “Glücksmädchen”, sie ist die Haupterzählerin und hat offensichtlich schwere psychische Probleme. Sie wirkt in vielen Dingen zu passiv und konfliktscheu, gibt aber andererseits auch die taffe Fernsehreporterin, die knallhart ermittelt, was ihren Charakter nicht immer schlüssig und rund erscheinen lässt, sondern ganz gut ihre Zerrissenheit widerspiegelt. Im ersten Band empfand ich sie sympathischer als in dieser Fortsetzung.

Irgendwie waren Alexandra und Hanna in vielen Dingen gleich, nämlich beides Frauen mit problematischen Kindern und einem viel zu selten präsenten Ehemann, der vielleicht fremd ging oder auch nicht, so dass ich die beiden auch manchmal direkt miteinander verwechselte. Mir fehlte der rote Faden, oder wenigstens ein paar mehr Informationen, um einordnen zu können, was da vor sich ging. Ich hatte ständig das Gefühl, etwas überlesen zu haben, das wichtig war und gab meiner eigenen Unkonzentriertheit die Schuld daran, dass ich nicht durchblickte.

Es dauerte fast die erste Hälfte des Buches, bis sich der Nebel so langsam lichtete und im Nachhinein musste ich feststellen, dass das wohl genau so gewollt war. Es war nur nicht unbedingt nach meinem Geschmack. Wer sich gerne darauf einlässt, sich treiben und führen zu lassen und Stück für Stück ein weiteres Teilchen präsentiert zu bekommen, aus dem sich dann erst mit der Zeit ein schlüssiges Bild zusammensetzt, dem wird dieses Buch gut gefallen.

Die zweite Hälfte des Buches konnte mich mehr packen, die Bezeichnung Thriller würde ich aber auch hier nicht verwenden. Der Handlungsstrang des Frauenmordes hielt zwar einige echte Überraschungen für mich bereit, aber manche Dinge verliefen auch im Sande. Die Auflösung habe ich so nicht kommen sehen, und ich war nicht wirklich glücklich damit, aber das ist natürlich immer Geschmackssache. Zusätzlich arbeitet Ellen die Geschehnisse ihrer Kindheit auf, als ihre Zwillingsschwester ums Leben kam. Auch das wird aufgeklärt, allerdings endet das Buch zwar nicht mit einem Cliffhanger, aber doch sehr abrupt.

Ich empfehle, die Reihenfolge einzuhalten und zuerst “Glücksmädchen” zu lesen, denn dann erfährt man zumindest schon einiges über Ellen und ihre Situation. Das könnte die anfängliche Verwirrung mindern. Für einen Abbruch hat es nicht gereicht, denn Unterhaltungswert hatte das Buch sehr wohl. Über einen durchschnittlichen Lesegenuss hinaus konnte mich das Buch allerdings nicht begeistern, da es zu verwirrend, zu ruhig und langatmig war und meinen persönlichen Geschmack nicht ganz getroffen hat.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Herzfrequenz Vol. 3

Elisa Schwarz , Lena M. Brand
Flexibler Einband: 476 Seiten
Erschienen bei Dead Soft Verlag, 15.03.2018
ISBN 9783960891994
Genre: Romane

Rezension:

Darum geht’s:

Kilian lebt in finanziell gesicherten Verhältnissen und der Familienkonzern ist ihm mehr oder weniger in den Schoß gefallen. Dass sein Vater sich aus gesundheitlichen Gründen immer rarer macht und Kilian immer mehr Pflichten überlässt, gefällt dem Sohn weniger. Denn er will am liebsten Partys feiern, sich die Nächte im Stamm-Club um die Ohren schlagen und das Leben genießen.

Ausgerechnet Nico, dem Sohn ihres Steuerberaters, muss er in einer Notsituation beistehen. Nico lässt sich treiben und ist selbst in Kilians Augen viel zu leichtsinnig. Das bringt Kilian in eine ziemliche Zwickmühle, denn er möchte Nico ganz gerne beschützen und hätte auch nichts gegen eine Affäre mit dem viel jüngeren Mann einzuwenden. Doch Nicos Vater ist wichtig für die Firma, nötigt Kilian Respekt und manchmal auch ein bisschen Bammel vor ihm ab, und hat sehr deutlich gemacht, dass er es am liebsten sehen würde, wenn Kilian und Nico überhaupt keinen Kontakt mehr hätten.

So fand ich’s:

Nachdem der reiche Unternehmerssohn Kilian besonders im zweiten Band der Herzfrequenz-Reihe bei mir nicht wirklich gut weggekommen ist, war ich sehr gespannt darauf, auch ihm mal in den Kopf und ins Herz schauen zu dürfen. Ich hatte ihm gewünscht, dass er auf jemanden trifft, der seinen Eskapaden Einhalt gebieten kann und der ihn dazu bringt, endlich erwachsen zu werden und seine gedankenlosen Egotrips bleiben zu lassen. Und dann soll er sein Herz an einen bockigen, impulsiven Teenager verlieren?

Obwohl ich zuerst dachte, dass die beiden so gar nicht zueinander passen, musste ich mein Urteil schnell revidieren, denn es funktioniert mit ihnen tatsächlich sehr gut. Kilian ist plötzlich nicht nur in der Firma gezwungen, Verantwortung zu übernehmen, sondern er erkennt auch bei Nico, dass dieser manchmal jemanden braucht, der auf ihn aufpasst. Denn Nico passt selbst nicht besonders gut auf sich auf. Kilian ist so gar nicht der väterliche Typ und mag es auch sehr gerne, dass Nico impulsiv, provokant und begeisterungsfähig ist – und auch dass Nico einen fast unstillbaren Hunger auf Sex hat – und deshalb kann Nico sich auch auf Kilian einlassen. Denn ernst genommen und begehrt werden will Nico natürlich schon.

Nicos Temperament macht es nicht immer leicht, ihn im Zaum zu halten. Und auch der unterschiedliche Hintergrund – Nico mit abgebrochener Lehre und ohne Ziele, Kilian als reicher Erbe, der Erwartungen gerecht werden muss – schafft genauso wie der Altersunterschied zusätzliche Komplikationen. So bleibt es von Anfang bis Ende spannend mit den beiden und ich habe ihre Liebesgeschichte sehr genossen.

Natürlich habe ich mich auch darüber gefreut, dass die übliche Clique aus Philipp, Liam, David und Henry ihre Auftritte hatte. Stefan, Nicos Vater und Steuerberater des Stürmer-Konzerns, hat in seiner Rolle als Vater eine zwar strenge, aber doch eine gute Figur abgegeben und ich wurde neugierig darauf, ein bisschen mehr über ihn als Mensch zu erfahren. Und auch über das Wiedersehen mit dem Physiotherapeuten Kay, der für Nico tatsächlich ein guter, väterlicher Freund geworden ist, habe ich mich gefreut.

Der Schwerpunkt lag aber eindeutig bei dem Pärchen Nico und Kilian und das fand ich sehr angenehm, denn ich konnte mich voll und ganz auf die beiden und ihre interessante Geschichte konzentrieren. Dieser dritte Band führt die Herzfrequenz-Reihe konsequent weiter und hat mir mindestens so gut gefallen wie die ersten beiden. Vielleicht sogar noch ein bisschen besser. Nun drücke ich die Daumen, dass den beiden Autorinnen noch viele weitere Geschichten für diese Reihe einfallen und wir auch in Zukunft miterleben dürfen, wie sich in Düsseldorf weitere schwule Paare finden. Ich hab da schon den einen oder anderen im Auge 🙂

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142 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 97 Rezensionen

sauerland, krimi, spieluhr, journalisten, verfassungsschutz

Das Lied der toten Mädchen

Linus Geschke
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.01.2018
ISBN 9783548289311
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Darum geht’s:

Der Journalist Jan Römer und seine Kollegin Stefanie, von allen nur Mütze genannt, sind auf der Suche nach alten, ungelösten Kriminalfällen, die sie in der beliebten Rubrik ihrer Zeitung vorstellen können. Der ungeklärte Mord an der jungen Sonja Risse aus dem Jahr 1997 scheint Potenzial zu haben, denn ihre Leiche wurde, in ein rotes Kleid gehüllt, neben sich eine Spieluhr mit einem Kinderlied, auf einem einsamen Berg im Sauerland gefunden. Der Exfreund hat ein bombensicheres Alibi und weitere Verdächtige gab es nicht.

So fand ich’s:

Jan Römer war mir sofort sympathisch und seine pfiffige Kollegin mit dem Spitznamen Mütze ebenso. Auch wenn der „cold case“ Kriminalfall in der Erzählung Vorrang hat, bekommen wir doch einen guten Einblick in Jans momentan schwieriges Privatleben, denn seine Exfrau will nach Bayern ziehen und den gemeinsamen Sohn mitnehmen. Jans Meinung und sein Bedürfnis, Zeit mit seinem Sohn zu verbringen, zählen da wenig und diese Hilflosigkeit lässt ihn regelmäßig wütend werden. Mütze scheint auch ein paar Dinge mit sich herumzutragen, doch sie ist hier eher als gute Freundin Jans, fleißige Faktenbeschafferin und mutige Ermittlerin tätig und ich habe sie nicht so gut kennengelernt, wie ich es gerne hätte. Unterstützt werden die beiden von Jans bestem Freund Arslan, einem ehemaligen Profiboxer, der Probleme lieber handgreiflich löst, als sie auszudiskutieren und der mir mit seiner erfrischend bodenständigen Art ebenfalls sehr gut gefallen hat.

Der Fall scheint zuerst recht überschaubar. Eine junge Frau wird in der Provinz erstochen und auch die beiden Journalisten vermuten den Mörder in ihrem persönlichen Umfeld. Was sie dann aber nach und nach ausgraben, nimmt Dimensionen und eine Komplexität an, mit denen weder die zwei Presseleute noch ich gerechnet haben. Dabei wird es niemals verwirrend oder zu komplex, was ich sehr begrüßt habe, denn dadurch lässt sich dieser Krimi durchgehend flott und flüssig lesen, ganz ohne „wie war das gleich nochmal“-Momente. Die Polizei spielt in diesem Buch kaum eine Rolle, denn die beiden Journalisten übernehmen Befragungen und Recherchen und öffnen Türen, die für lange Zeit oder schon immer verschlossen geblieben waren.

Die Story hatte mich von Anfang an am Haken und hat mich bis zum Schluss nicht losgelassen. Es gibt Verdächtige, die durch ihr Verhalten meine Vermutung bestätigten, dann aber widerlegten, und sich später neu verdächtig machten. Die Auflösung war glaubhaft und schlüssig, aber ich habe sie überhaupt nicht kommen sehen.

Dank eines bei Vorablesen gewonnenen Exemplars des Buches bin ich mit diesem dritten Band in die Jan Römer Reihe eingestiegen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass man die vorhergehenden Bände unbedingt zuerst hätte lesen müssen, aber ich habe vor, das jetzt doch noch zu tun, denn „Das Lied der toten Mädchen“ fand ich richtig klasse.

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(62)

67 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 58 Rezensionen

altersunterschied, liebe, ehrlichkeit, freunde, frech

Wenn Funken über Wolken tanzen

Sandra Binder
E-Buch Text: 254 Seiten
Erschienen bei beHEARTBEAT by Bastei Entertainment, 01.01.2018
ISBN 9783732542185
Genre: Sonstiges

Rezension:

Darum geht’s:

Mit 33 Jahren ist Nico nach einer katastrophalen Ehe dabei, sich zu vergraben und zum Einsiedler zu werden. Ihre Freundin Tina zwingt sie dazu, mit ihr auszugehen – und prompt trinkt Nico zu viel und wird von einem freundlichen Fremden nach hause gebracht. Kosta bleibt nach ihrem One Night Stand noch zum Frühstück und obwohl Nico eigentlich nicht auf eine Wiederholung aus ist, gibt sie ihm ihre Telefonnummer. Die beiden mögen sich auf Anhieb und sogar die desillusionierte Nico fängt an, wieder Gefühle zu entwickeln – bis sie entdeckt, dass Kosta erst 19 Jahre alt ist.

So fand ich’s:

Durch das ganze Buch hat es mich irritiert, dass Nico für mich ausschließlich ein Männername ist. Da es die Abkürzung für den ungeliebten Namen Nicolette ist, liegt es nahe, dass sie von allen so genannt wird. Trotzdem hatte ich große Probleme damit, den Namen Nico einer Frau zuzuordnen.

Kosta wirkt durch seine gelassene, ruhige und charakterlich gefestigte Art und seine Körpergröße von stattlichen 1,90 m älter als 19, Nico hält ihn eher für Mitte 20. Und auch Kosta irrt sich, was Nicos Alter angeht, denn er schätzt sie ein paar Jahre jünger als sie ist. Dass sie stolze 14 Jahre trennen, wird ihnen erst klar, als beide schon Gefühle für den anderen haben. Nico tritt auf die Bremse, doch sie vermisst Kosta schon viel zu sehr, um den Kontakt tatsächlich abzubrechen. Aber was werden seine und ihre Freunde sagen, wenn sie es miteinander versuchen und ein Paar werden?

Dadurch, dass Nico ziemlich unreif und nach einer krachend gescheiterten Beziehung mit einem Partner, der sie immer klein gehalten hat, auch verunsichert ist, wirkt sie nicht wirklich um 14 Jahre reifer als der gelassene Kosta. Eigentlich gleichen ihre Charaktere den Altersunterschied perfekt aus, denn Nico wirkt oft zu unvernünftig und kindisch und Kostas Verhalten viel zu empathisch und alt für seine jugendlichen 19. Dadurch wirkten beide leider nicht immer unbedingt authentisch auf mich, doch offensichtlich scheint für diese beiden Menschen in ihrer Beziehung zueinander dieser Altersunterschied kein Problem zu sein.

Ihre Umgebung findet allerdings überhaupt nicht, dass sie zusammenpassen. Nicos beste Freundin Tina benimmt sich wie eine konservativ-festgefahrene Ignorantin und der restliche Freundeskreis Nicos schließt sich mit Bedenken und Lästereien gegen einen so viel jüngeren Partner an. Auch Kostas Kumpels sind nicht wirklich gewillt, die ältere Frau in ihrer Clique aufzunehmen. Nicos Exfreundin und seine Mutter schießen ebenfalls gegen Nico. Bis auf Nicos Vater gibt es nur negative Reaktionen und deutliche Worte gegen die Beziehung. Was sind das alles für Leute, mit denen sich Nico und Kosta umgeben? Diese Unmenge an teilweise übertrieben negativen Reaktionen haben mich mehr als einmal den Kopf schütteln lassen. Meine Freunde wären das alle nicht (mehr).

Dass eine Beziehung zwischen zwei Menschen, die auf den ersten Blick nicht zueinander passen, auch mal belächelt oder nicht ernst genommen wird, ist nachvollziehbar. Doch sobald man merkt, dass die Chemie zwischen ihnen perfekt stimmt, sollte man als Freund oder Familie doch ein bisschen Vertrauen haben und überholte Konventionen über Bord werfen.

Leider ist das hier nicht so und ausgerechnet bei Nico sitzt der Drang, zu gefallen, es allen recht zu machen und bloß nicht negativ aufzufallen, sehr tief. Deshalb brauchen sie und Kosta ein ganzes Stück bis zu ihrem Happy End. Dieser Weg war für mich gepflastert mit ärgerlichen Begegnungen mit schrecklichen Freunden und es machte nicht immer Spaß, das zu lesen.

Dafür, dass keine spannende oder außergewöhnliche Handlung die Geschichte tragen könnte, sondern der Focus auf den Charakteren, ihrer Situation und ihrem Innenleben liegt, war mir die Geschichte besonders in der ersten Hälfte zu gemächlich erzählt. Es dauerte lange, bis mich die Story überhaupt ein bisschen packen konnte. Tiefer emotional berührt hat sie mich bis zum Ende nicht, sondern ich habe sie eher mit distanziertem Interesse (und manchmal Ärger) verfolgt.

Die Lehre, die alle Beteiligten ziehen sollen und es dann auch getan haben, liegt auf der Hand. Passende Eckdaten sind kein Garant für eine gute Beziehung und nur weil diese eben nicht perfekt aufeinander abgestimmt sind, kann es zwischen zwei ungleichen Menschen trotzdem klappen. Die Geschichte, mit der uns diese Erkenntnis nahegebracht wurde, hat mir durch die Vielzahl eher unsympatischer Charaktere und der zu ruhigen Erzählweise nur bedingt gefallen.

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224 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 133 Rezensionen

thriller, hangman, daniel cole, london, köder

Hangman - Das Spiel des Mörders

Daniel Cole , Conny Lösch
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 02.01.2018
ISBN 9783548289212
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Wertung liegt irgendwo zwischen 4 und 5 Sternen und am Ende habe ich eben optimistisch aufgerundet.

Darum geht's:

In New York hängt ein Toter von der Brooklyn Bridge. Die Umstände lassen auf eine Verbindung zu den "Ragdoll-Morden" in London schließen und deshalb soll die britische Chief Inspector Emily Baxter die amerikanischen Kollegen unterstützen. Es dauert nicht lange, bis die zweite Leiche auftaucht und die Morde auch nach London übergreifen.

So fand ich's:

Schon im erster Band "Ragdoll" hat mir die knallharte britische Polizistin Emily Baxter gefallen. Sie ist kein einfacher, gefälliger Charakter, denn sie hat Ecken und Kanten, aber auch eine Persönlichkeit, die ich interessant finde. Nun muss sie sich mit den amerikanischen Kollegen Curtis vom FBI und Rouche von der CIA zusammenraufen, und auch wenn ihr Diplomatie und medienwirksame Glattheit total fehlen, bilden sie ein gutes internationales Team.

Man trifft ein paar Personen aus dem ersten Band wieder - wie meinen Favoriten Edmunds, der zurück beim Betrugsdezernat ist und Emily nach Kräften unter der Hand unterstützt - und lernt auch Neue kennen. Sicherlich waren die Figuren wieder manchmal etwas überzeichnet, aber ich fand sie lebendig und total unterhaltsam, genauso wie die oftmals düstere, actionreiche Handlung.

Man kann sich die Story wunderbar als Film vorstellen, denn das Kopfkino läuft heiß und eine bildhafte Actionszene reiht sich an die nächste. Subtile, langwierige Überlegungen und tiefgreifende Charakterstudien sucht man genauso vergeblich wie detailliert geschilderte, akribische Polizeiarbeit, in diesem Buch dominieren Verfolgungsjagden und Schockmomente. Die nicht allzu komplexe Sprache passt perfekt dazu und sorgt dafür, dass man das Buch flott und flüssig wegliest. Auch der Humor kam wieder nicht zu kurz, schön sarkastisch, schwarz und genau nach meinem Geschmack.

Es gibt ein paar unerwartete Wendungen und Überraschungen und obwohl das Buch fast 500 Seiten hat, bin ich durchgehend dabei geblieben, ohne Längen zu spüren. Besonders im letzten Drittel hat mich die Spannung gefangen gehalten und doch dreht es sich nicht nur um die Aufklärung der Morde und die Jagd nach dem Täter, sondern auch die Personen der Ermittler sind hier wichtig und stehen im Mittelpunkt der Erzählung.

Auch wenn die Geschichte in sich abgeschlossen ist, empfehle ich, die Reihenfolge einzuhalten und zuerst "Ragdoll" zu lesen, denn dort werden die Personen ausführlicher vorgestellt und man versteht die Anspielungen auf den ersten Band definitiv besser, wenn man ihn selbst gelesen hat. Bei Goodreads ist schon ein Platzhalter für einen noch namenlosen dritter Band in 2019 vorhanden, der mit "Cole 3 of 33" bezeichnet ist. Ob es insgesamt tatsächlich 33 Bände werden? Ich hätte nichts dagegen.

Die Kombination von viel flotter Action, bildhafter, leicht lesbarer Sprache und einem ironischen Humor hat mir wieder sehr gut gefallen.

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(53)

55 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

selbstmord, totengrab, krimi, zusammenhang von morden, vermisster sohn

Totengrab

Keith Nixon
E-Buch Text
Erschienen bei beTHRILLED by Bastei Entertainment, 01.12.2017
ISBN 9783732541812
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Wertung bewegt sich irgendwo zwischen drei und vier Sternen und ich habe aufgerundet.

Darum geht’s:

Detective Sergeant Solomon Gray wird beauftragt, den Tod des jungen Nick Buckingham aufzuklären. Nick stürzte vom Balkon eines Hochhauses und es ist nicht klar, ob er gesprungen ist oder gestoßen wurde. Verzwickt wird die Sache, als man auf Nicks Handy die Telefonnummer von Gray findet und der Polizist wenig Lust hat zu erklären, wie sie dorthin kam. Könnte Nick etwas mit Tom, dem vor 10 Jahren verschwundenen Sohn Grays zu tun haben? Die beiden wären jetzt etwa im selben Alter gewesen.

So fand ich’s:

Solomon Gray ist der Inbegriff eines „abgestürzten Ermittlers“, der unter Angstzuständen und Depressionen leidet, viel zu gerne und zu viel trinkt und sein persönliches Schicksal keine Sekunde aus dem Kopf bekommt. Das ist auch tatsächlich ziemlich deprimierend, denn 10 Jahre zuvor ist sein Sohn Tom bei einem Besuch auf dem Jahrmarkt verschwunden und Sol gibt sich die Schuld daran, weil er damals mit Tom unterwegs war und ihn alleine in die Geisterbahn hat gehen lassen. Fünf Jahre später brachte sich Sols Frau um und seine Tochter wurde von den Großeltern mitgenommen, weil Sol schon damals nicht mehr in der Lage war, sich um sie zu kümmern. Kein Wunder, dass Sol ein Zyniker ist, der nicht gerade wohlwollend mit Menschen umgeht. Einzig Dinge, die ihn auf Toms Spur bringen könnten, interessieren ihn.

Anfangs wird recht wenig erklärt und man muss sich mit Bruchstücken zufrieden geben und warten, bis sich der Nebel lichtet. Das gefällt mir zwar gundsätzlich als Stilmittel nicht wirklich gut, allerdings muss ich zugeben, dass es in diesem Buch sehr gut zu Sol und der ganzen Stimmung des Buches passt. Die Sprache ist ungeschliffen und direkt, es fehlt jede Andeutung von Poesie oder Freude, die Stimmung ist bedrückend.

Solomon Gray tritt regelmäßig den Leuten auf die Füße und wird manchmal mehr, manchmal weniger freundlich gebeten, zu verschwinden. Oft klingelt auch sein Telefon, was ihn dazu zwingt, ein Gespräch abzubrechen und davonzurasen. Alternativ wird er immer wieder in das Büro des Chefs gebeten, der macht es dringend, doch dann verpufft das Gespräch inhaltslos in allgemeinen Warnungen, Drohungen oder Äußerungen von Sorge. Das führt dazu, dass es in diesem Buch keine Dialoge zu geben scheint, die über 10 Sätze hinausgehen. Auch das passt zur Atmosphäre, die durchgehend im Buch herrscht.

Da dieser Roman im kleinen Küstenstädtchen Margate spielt, in dem jeder jeden zu kennen scheint und wo auch Sols persönliches Schicksal bekannt ist, vermischen sich seine Ermittlungen und sein Privatleben untrennbar. Und trotz all der Schicksalsschläge und Selbstvorwürfe, die ihn wie eine Aura umgeben, macht Sol seinen Job und ermittelt in dem Fall des toten Nick, der bald nicht mehr der einzige Tote ist.

Der Kriminalfall steht nicht unbedingt im Mittelpunkt der Erzählung, sondern das ist der Protagonist Solomon Gray. Ich hatte meinen Spaß an der Charakterstudie dieses Zynikers am Rande des Zusammenbruchs, auch wenn die Stimmung bis auf wenige winzige Momente, die ansatzweise hoffnungsvoll erscheinen, düster ist. Und Sol legt durchaus Selbstironie an den Tag, was mir auch gut gefallen hat.

„Totengrab“ ist der Start in eine Reihe mit Solomon Gray im Mittelpunkt und Band 2, im englischen Original unter dem Titel „Burn The Evidence“ gerade frisch erschienen, ist schon mal auf meine Leseliste gewandert. Vielleicht geht es da etwas optimistischer zu.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

blind, reihe, thriller, spannung

Niemals

Andreas Pflüger , Nina Kunzendorf
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Random House Audio, 09.10.2017
ISBN 9783837135749
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ungekürzte Lesung

Laufzeit 11 Stunden 11 Minuten

gesprochen von Nina Kunzendorf

Darum geht’s:


Die blinde Profilerin Jenny Aaron macht ein überraschendes Erbe –
zwei Milliarden Dollar auf einem Konto in Marrakesch und versteckte
Hinweise auf den „Broker“, einen der berüchtigsten Verbrecher der Welt.
Eigentlich wollte sie sich in Behandlung begeben, denn es besteht die
Möglichkeit dass sie wieder einen Teil ihrer Sehfähigkeit zurückerlangt.
Doch diese brisante Ermittlung geht vor und sie riskiert dabei wieder
mal eine Menge.


So fand ich’s:


Jenny Aaron ist eine Ausnahmeerscheinung. Schon als Kind wurde sie
von ihrem Vater spielerisch darauf vorbereitet, als Elitepolizistin zu
brillieren. Und auch nachdem sie erblindet ist, hat sie ihren Mut, ihre
Körperbeherrschung und den Ideenreichtum nicht eingebüßt. Das was sie
kann, geht weit über das hinaus, was üblicherweise ein Blinder – oder
auch so gut wie alle Sehenden – zustande bringen. Dabei hat Jenny nicht
nur Mut und Verstand, sondern auch ein großes Herz. Und das macht sie zu
einer Protagonistin ganz nach meinem Geschmack.


Die Jagd nach dem Broker verlangt Jenny und der ganzen Sondereinheit
des BKA, die nur „die Abteilung“ genannt wird, alles ab. Es gibt mehr
als eine furiose Actionszene, aber auch ruhige, fast schon
philosophische Momente. Wir bekommen nicht nur einen geradlinigen
Handlungsstrang serviert, sondern es gibt ausführliche Rückblicke auf
frühere Einsätze und die Zeit, als Jenny noch sehendes Mitglied in der
Abteilung war. Dadurch, dass wir erleben, was sie damals alles drauf
hatte, schätzt man auch das anders ein, was sie als Blinde demonstriert.
Sie geht bis zum Extrem, damals wie heute. Und einige Dinge aus den
vergangenen Einsätzen bekommen auch aktuell eine wichtige Bedeutung.


Um sie herum ist das Team aus der Abteilung. Menschen, die wir im
ersten Band schon kennengelernt haben, und die Jenny teilweise zu ihren
engsten Freunden zählt. Besonders Pavlik, der Mann von Jennys bester
Freundin Sandra, ist ihr engster Vertrauter und verlässlicher Partner
bei ihrem Einsatz.


Die Sprache ist nicht unbedingt typisch für einen Thriller, denn
Pflüger verwendet Vergleiche und Bilder, die absolut einzigartig sind
und die Emotionen und Dynamik einer Szene so lebendig werden lassen, als
wäre man dabei. Die Erzählung ist sehr dicht und man darf keinen Moment
unkonzentriert sein, um nichts von dem zu verpassen, was Pflüger in die
Geschichte gepackt hat – es wäre schade um jedes Detail, was man
überhört. Eigentlich ist diese Geschichte deshalb nicht wirklich perfekt
für eine Hörbuchversion geeignet, bei der ich normalerweise dazu neige,
immer mal gedanklich abzudriften. Ich fand aber schon im ersten Band
und genauso in dieser Fortsetzung, dass Nina Kunzendorf mit einer
Mischung aus Coolness und Emotionen die Hörversionen so gelungen
spricht, dass ich sie mir nicht entgehen lassen wollte.


„Niemals“  hat mich genau wie Band 1 „Endgültig“ wieder absolut
überzeugt und nun warte ich gespannt auf den dritten Band dieser
Trilogie.

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(199)

353 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 144 Rezensionen

sklaverei, flucht, amerika, underground railroad, usa

Underground Railroad

Colson Whitehead , Nikolaus Stingl
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 21.08.2017
ISBN 9783446256552
Genre: Romane

Rezension:

Darum geht’s:

Cora lebt als Sklavin der dritten Generation auf der Plantage der Randalls. Seit ihre Mutter geflüchtet ist, muss sich das junge Mädchen alleine durchschlagen und obwohl Cora eine starke Persönlichkeit ist, bleibt auch sie von Gewalt und Willkür nicht verschont. Als der Sklave Caesar sie bittet, mit ihm zusammen zu fliehen, zögert sie erst. Doch dann macht sie sich doch mit ihm auf den Weg durch die Underground Railroad auf der Suche nach Freiheit.

So fand ich’s:

Das Leben, das Cora und die anderen Sklaven auf der Plantage der Randalls führen, ist hart und brutal. Nicht nur die weißen Herren leben ihren Sadismus willkürlich an den Sklaven aus, sondern auch unter ihnen herrscht eine gewisse Hierarchie, und Gewalt kommt auch unter Sklaven vor. Man versteht, wieso immer wieder Sklaven ihr Leben riskieren und lieber einen grausamen Foltertod in Kauf nehmen, wenn ihre Flucht misslingt, als auszuharrren und das Leben auf der Plantage zu ertragen. Doch auch als Cora sich zur Flucht entschlossen hat, ist sie immer wieder abhängig von anderen und muss auf Großherzigkeit hoffen – wohl wissend, dass die Hilfsbereitschaft auch den Helfern das Leben kosten könnte.

Weitestgehend beschreibt das Buch die Erlebnisse Coras in nüchternem Erzählstil. Manchmal fast schon lakonisch wird das schreckliche Leben auf der Plantage geschildert, genauso wie die Grausamkeiten, die Cora auf ihrer Flucht begegnen. Wahrscheinlich ist so eine undramatische Erzählweise genau richtig, denn wenn man sich zu emotional in die Geschichte fallen lässt, könnte man verzweifeln bei dem Gedanken, was Menschen anderen Menschen antun, nur weil sie eine andere Hautfarbe haben. Sie werden ja nicht einmal als Menschen gesehen, sondern erscheinen in den Augen ihrer Besitzer oft genug als so etwas wie Halbaffen ohne Gefühle und Verstand.

Hauptsächlich erzählt uns Cora ihre Geschichte selbst, aber es werden auch immer wieder kurze Kapitel eingeschoben, die die Hintergründe der Menschen beleuchten, mit denen Cora zu tun hat. Das macht auch scheinbar gleichgültige oder bösartige Leute menschlich und rundet das Bild über das hinaus ab, was Cora selbst weiß.

Im Vorspann zu diesem Roman wird erläutert, dass die „Underground Railroad“ nicht tatsächlich als unterirdische Bahnlinien existiert hat, sondern ein Synonym für ein Netzwerk von Helfern und Unterschlupfen war und auch als Codierung in Unterhaltungen diente. Leider scheint dieses wichtige Vorwort nur in den Leseexemplaren vorhanden zu sein und in der Ausgabe für den Buchhandel zu fehlen, wie ich der Rezension von Jemima auf dem Blog Hochhorst entnehmen kann. Das finde ich sehr schade.

Wieso sich der Autor entschlossen hat, diese unterirdische Eisenbahn im Buch als Tatsache darzustellen, weiß ich nicht. Ich fand es zwar schon glaubhaft erzählt, aber da man weiß, dass es nicht wirklich so war, bietet genau dieser Kniff ein Schlupfloch für alle Zweifler, die einwenden könnten, dass auch andere glaubhaft geschilderte Passagen historisch nicht korrekt sind. Und ich habe mich auch wirklich gefragt, was nun historisch verbürgte Tatsachen sind und was der Fantasie des Autors entsprungen ist. Gab es den Plan, Schwarze durch Tricks oder Lügen zu einer Sterilisation zu bringen, um zu verhindern, dass die schwarze Bevölkerung überhand nahm? Bestand diese Möglichkeit einer überwiegend schwarzen Bevölkerung tatsächlich in manchen Staaten? Waren die genannten Bevölkerungszahlen echt oder nur eine ausgedachte Ergänzung wie die Underground Railroad selbst?  Existierten diese Ausstellungen, in denen lebende Personen Szenen aus Afrika oder der Reise in die USA nachstellten, wirklich? Durch die Möglichkeit, dass Teile seiner Erzählung nur erfunden waren wie die Railroad, hat Whitehead seiner Erzählung ein bisschen den Schrecken genommen, was ich schade fand. Die Tatsachen sprechen für sich und eine fiktive Lebensgeschichte in historisch korrekter Umgebung hätte mir besser gefallen und mich wahrscheinlich noch viel mehr ergriffen.

Während des Lesens drängten sich mir gewisse Parallelen auf zur Zeit des dritten Reiches, als Juden unter ähnlichen Umständen wie Cora versteckt wurden. Oder man ihnen unter Einsatz des eigenen Lebens zur Flucht verholfen hat. Aber auch zur Problematik der vielen Zuwanderer, die sich auch äußerlich vom Durchschnittsdeutschen unterscheiden und die nicht wenigen Leuten Angst davor machen, dass sie das Erscheinungsbild zu sehr prägen und das Althergebrachte verdrängen – genau wie die Vielzahl der geflüchteten Sklaven manche Städte und Landstriche prägten.

Denn leider ist das geschilderte menschliche Verhalten zeitlos und nicht nur auf den Zusammenhang der Rassenproblematik und Versklavung der schwarzen Bevölkerung beschränkt. Quer durch alle Zeiten und Nationen wird immer wieder die Gelegenheit genutzt, auf dem Rücken der Schwachen und ihrer Helfer die eigenen Interessen durchzusetzen, bereitwillig bösartige Gerüchte weiterzuerzählen und unliebsame Nachbarn und Konkurrenten loszuwerden. Man stellt das eigene Wohlergehen an oberste Stelle und überall werden die Schwächen der menschlichen Natur deutlich. Es gibt aber damals wie heute Menschen, die selbstlos ihr Leben riskieren, um zu helfen und das Unrecht wieder ein bisschen auszugleichen.

Insofern ist „Underground Railroad“ nicht nur ein bedrückend realistisches Zeugnis und eine Erinnerung an die Sklaverei in den US-Amerikanischen Südstaaten, sondern das Thema hat durchaus darüber hinaus Bedeutung. Deshalb wird mich das Buch so schnell nicht loslassen.

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281 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 123 Rezensionen

harry hole, norwegen, oslo, thriller, krimi

Durst

Jo Nesbø , Günther Frauenlob
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 15.09.2017
ISBN 9783550081729
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Darum geht’s:

Ein Tinder-Date endet in einem Blutbad und die Polizei hat nicht viele Anhaltspunkte, mit denen sie arbeiten kann. Polizeichef Bellmann weiß, wer seine Stadt wieder sicher machen und seinen guten Ruf als oberster Polizist am schnellsten wiederherstellen kann und deshalb bringt er Harry Hole, inzwischen Dozent an der Polizeihochschule, dazu, bei den Ermittlungen mitzumischen. Harry hat auch irgendwann den Verdacht, dass er den Mörder bereits kennt.

So fand ich’s:

Es gibt Bücher, durch die fliegt man förmlich, weil es einem die rasante Handlung unmöglich macht, langsam zu lesen. Solche Bücher liebe ich. Und dann gibt es Jo Nesbø, dessen Bücher man genießen muss, weil sie trotz aller Spannung mit Bildern und Emotionen voll gepackt sind, die man besser langsam wirken lässt. Er lässt einen immer wieder glauben, man wüsste, wie sich die Geschichte entwickelt, doch dann geht die Handlung in eine ganz andere Richtung. Nesbø beherrscht es, einen mit geschickten Wendungen bei der Stange zu halten und einer Handlung, die einen von Anfang packt und die Spannung Stück für Stück weiter steigert. Genauso fesselt einen seine Erzählkunst, die einen regelmäßig verblüfft, aber trotz ihrer Komplexität nie verwirrt.

Und dann gibt es seinen Serienhelden Harry Hole, der inzwischen in seinem elften Fall ermittelt. Er hat zwei Leidenschaften, nämlich Mordfälle und Alkohol, und obwohl er beides hasst, kann er von beidem nicht lassen. Auch wenn er inzwischen glücklich mit Rakel verheiratet ist und zu seinem Stiefsohn Oleg ein sehr herzliches Verhältnis hat, bewegt er sich immer am Rande eines Absturzes.

Einige der Figuren dieses Romans kennen wir schon aus früheren Bänden, allen voran Polizeichef Bellmann und dessen Bluthund Truls Berntsen, die beide nicht gerade zu Harry Holes Freunden gehören. Doch damit Harry überhaupt bereit ist, wieder zu ermitteln, wird er damit gelockt, dass er sich sein Team selbst zusammenstellen darf. Und da kommen altbekannte wie auch neue Nebencharaktere dazu, die Harrys kleine Spezialeinheit bilden. Gerade weil hier regelmäßig auftauchende Personen wieder eine Rolle spielen, empfehle ich diesen Band nicht als Einstieg in die Reihe, denn auch wenn die eigentliche Mordermittlung in sich abgeschlossen ist, so hat sich über einige Bände hinweg doch ein Pool von Personen in Sympathie oder Abneigung miteinander verbunden, deren Entwicklung man sich gönnen sollte. Deshalb empfehle ich, die ganze Reihe zu lesen, auch wenn die ersten zwei oder drei Bände nicht an die Genialität der aktuellen Bände heranreichen.

Die Auflösung war zwar wie immer logisch und nachvollziehbar, der Showdown am Schluss aber nicht ganz nach meinem persönlichen Geschmack, auch wenn er spannend gechrieben war. Insgesamt hat mich „Durst“ wieder begeistert, sehr gut unterhalten und voll und ganz überzeugt. Ich hoffe, es wird noch viele Bände mit Harry Hole geben.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Verliebt in den Rancher (BELOVED 10)

Nicki Bennett
E-Buch Text
Erschienen bei Cursed Verlag, 28.09.2017
ISBN B0761ZYKSZ
Genre: Sonstiges

Rezension:

Darum geht's:

Jonah hat früher als geplant seinen kleinen, schwulenfeindlichen Heimatort verlassen, weil er es dort nicht mehr ausgehalten hat, und ist nach Dallas gezogen. Mit Glück hat er den Job als persönlicher Assistent für den wohlhabenden Rancher Lincoln Courtwright bekommen. Für den gutaussehenden Boss schwärmt Jonah immer mehr, je näher sie sich kennenlernen, aber er weiß auch, dass es hoffnungslos ist, denn Lincoln ist mit der schönen Melissa zusammen. Als Melissa den Laufpass bekommt und sein Boss immer mehr Zeit mit Jonah verbringt, kann er nicht anders als sich Hoffnung zu machen. Oder ist das Ganze nur eine Masche Lincolns, um Melissa einfersüchtig zu machen?

So fand ich's:

Jonah ist ein liebenswerter Kerl, der zu seiner Homosexualität steht, der aber auf den Richtigen warten will. Schnelle One Night Stands sind nicht seine Sache. Er ist jung und unerfahren, aber er lässt sich nicht herumschubsen. Ich mochte den netten, intelligenten Mann und auch seine etwas durchgeknallten Freunde. Da ausschließlich er aus seiner Perspektive erzählt, kann auch der Leser nur raten, was im gutaussehenden, superreichen und obendrein noch sympathischen Boss Lincoln vorgeht. Eigentlich scheint mir ziemlich klar, dass er wirklich Interesse an Jonah hat, aber ein kleiner Restzweifel bleibt doch. Und der führt dazu, dass ein paar Komplikationen zu überwinden sind, bevor die beiden ihr Happy End bekommen.

Leider kommen die Frauenfiguren in diesem Buch alle nicht wirklich gut weg. Sie sind verbittert, selbstsüchtig, ignorant, verständnislos oder wenn sie grundsätzlich sympthisch sind, dann fallen sie auf das größte Arschloch weit und breit herein und merken es nicht. Das passte zu der etwas stereotypen Darstellung der Charaktere insgesamt, was aber zum Glück nicht allzu übertrieben war und mich deshalb nicht wirklich störte. Unterstützung bekommt Jonah dafür umso mehr von der bunten und lustigen Truppe an Freunden und Mitbewohnern in der Schwulen-WG.

Ich brauchte eine Weile, bis ich mit der Geschichte warm wurde, denn sie startet sehr langsam mit Jonahs Arbeitsalltag als Lincolns Assistent und harmlosen Situationen, die die Handlung nur gemächlich voran bringen. Mir liegen actionreichere Bücher mit höherer Schlagzahl offensichtlich mehr. Der Ton ist hier eher romantisch und süß, und man kann sich mit dieser Geschichte einfach mal ein bisschen wegträumen in eine Welt, in der ein toller Mann seinen Assistenten umwirbt und das männliche Aschenputtel doch eine Chance auf seinen Traumprinzen bekommt.

Für mich ein bisschen zu harmlos, für Fans romantischer und süßer gay Liebesgeschichten sicher ein Volltreffer.

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185 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 104 Rezensionen

island, thriller, mord, sog, missbrauch

SOG

Yrsa Sigurdardottir , Tina Flecken
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei btb, 18.09.2017
ISBN 9783442756643
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Darum geht’s:

Im Rahmen eines Schülerprojektes hat jemand eine Liste von künftigen Mordopfern erstellt, sie aber nur mit einem Buchstaben oder Initialen bezeichnet. Eine Strafarbeit für den degradierten Kommissar Huldar, sich damit zu beschäftigen. Doch als diese Namensliste und der vermutliche Verfasser plötzlich Verbindungen zu aktuellen Mordopfern haben, darf er endlich wieder ernsthaft ermitteln.

So fand ich’s:

Huldar ist in der Polizei-Hierarchie weit nach unten abgesackt, doch er ist gar nicht so unglücklich darüber, den Chefposten nicht mehr zu haben. Er ist nicht erpicht auf den vielen Papierkram und darüber, dass sich der Leiter der Ermittlungen nach oben rechtfertigen und den Kopf hinhalten muss. Er versucht, die neue Chefin Erla zu unterstützen, ohne ihre Autorität zu untergraben, denn er will doch wieder mitmischen, aber nicht unbedingt an vorderster Front. Das macht ihn sehr sympathisch, auch wenn er seine menschlichen Schwächen hat, über die er sich nicht hinweg setzen kann und die ihn immer wieder in Schwierigkeiten bringen.

Auch die Psychologin Freija wurde wegen der Ereignisse in „DNA“ degradiert und muss sich mit langweiligen Jobs im Kinderhaus herumschlagen. Doch Huldars privates Interesse an ihr bringt ihr wieder eine Beteiligung am aktuellen Fall, als er speziell sie als psychologische Unterstützung anfordert. Freijas Privatleben ist mehr oder weniger nicht vorhanden, doch dafür hat ihr Bruder, der im Gefängnis sitzt, erstaunlicher Weise ein viel regeres Liebesleben als sie. Freija liebt ihren Bruder und unterstützt ihn, wo es nur geht und so bekommt dieser private Aspekt einen nicht ganz kleinen Anteil an der Erzählung, was mir gut gefallen hat.

Das Verhältnis zwischen Huldar und Freija ist nach wie vor kompliziert. Es zieht sie zueinander hin, aber leider selten genug gleichzeitig, so dass die beiden ein lustiges Hin und Her veranstalten, das von Sprachlosigkeit, Interesse aneinander und dummen Entscheidungen geprägt ist. In der Zusammenarbeit bei der Mordermittlung harmonieren sie allerdings gut.

Wie schon der erste Band ist auch „SOG“ in ruhigem Ton mit sehr genauem Blick auf die Menschen erzählt, die mit all ihren Schwächen und Macken entlarvt werden. Diese menschlichen und oft genug allzu menschlichen Aspekte präzise einzufangen und auch die negativen Eigenschaften nicht auszulassen, dabei aber nicht menschenverachtend zu werden, das beherrscht Yrsa Sigurðardóttir wirklich hervorrgend. Man ist sich immer bewusst, dass die Geschichte im kleinen Island mit seiner relativ geringen Bevölkerung spielt, bei der man sich auf den Vornamen beschränken kann und jeder jeden irgendwie zu kennen scheint.

Grausame, zum Teil skurrile Morde werden nicht zu detailverliebt geschildert, sondern man befasst sich eher mit den Folgen und Konsequenzen davon. Es wird recht schnell klar, dass viele Leute etwas zu wissen scheinen, aber konsequent den Mund halten. Man hat eine Ahnung, worum es geht, aber wer wie wo mit drinhängt, war mir bis zur Erklärung am Ende nicht klar. Es gibt viele Beteiligte, die aber gut auseinanderzuhalten sind. Die überraschenden Wendungen bis zum Schluss haben mich in Atem gehalten und sie führten auch konsequent zur schlüssigen Auflösung hin.

Dieser 2. Band der „Children’s House“-Reihe ist bis auf die privaten Verwicklungen von Huldar und Freija unabhängig vom ersten Band „DNA“ und kann auch als Einzelband gelesen werden. Da  mich aber der erste Teil auch schon wunderbar spannend unterhalten hat, empfehle ich „DNA“ nicht auszulassen, sondern beide Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, denn sie sind beide absolut lesenswert.

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298 Bibliotheken, 12 Leser, 2 Gruppen, 58 Rezensionen

thriller, todesreigen, sabine nemez, andreas gruber, maarten s. sneijder

Todesreigen

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.08.2017
ISBN 9783442483136
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Darum geht’s:

Ein BKA-Ermittler stirbt als Geisterfahrer auf der Autobahn, seine letzte mysteriöse SMS gilt Maarten S. Sneijder. Die Schwester einer BKA-Beamtin erleidet einen tödlichen Treppensturz, der möglicherweise ein getarnter Mord war. Als die Kolleginnen Tina Martinelli und Sabine Nemez mit den jeweiligen Ermittlungen betraut werden, haben sie schnell den Verdacht, dass diese beiden Todesfälle zusammenhängen könnten. Und es bleibt nicht bei diesen Toten. Die Ursache scheint in der Vergangenheit der BKA-Beamten zu liegen, doch die beiden jungen Frauen stoßen auf eine Mauer des Schweigens. Und auch Sneijder, der etwas zu wissen scheint, gibt sich wortkarg und rät Sabine nur, die Finger von dem Fall zu lassen. Da kennt er Sabine aber schlecht, denn die wird nun erst recht neugierig.

So fand ich’s:

Sneijder ist suspendiert und darf nicht mehr ermitteln. Aber nachdem ich ihn nach dem Ende des letzten Bandes schon im Knast gesehen habe, war es eine positive Überraschung, dass er überhaupt in Freiheit und nun eben als Dozent an der juristischen Fakultät der Uni tätig ist. Da er aber nicht mehr der Partner von Sabine ist, behält er sein Wissen über das, was vor 20 Jahren vorgefallen ist, erst einmal für sich.

Sabine und Tina Martinelli bilden stattdessen ein schlagkräftiges Duo, das mir gut gefallen hat. Doch so schnell sie auch ohne Sneijders Hilfe erste Erfolge aufweisen, so schnell werden sie wieder zurückgepfiffen. Außer dem jenigen, der eine Spur aus Morden hinter sich herzieht, scheint niemand interessiert daran zu sein, die Vergangenheit wieder aufzurollen und die jungen Frauen kommen nicht weiter.

Die Geschichte ist komplex aber nicht unübersichtlich kompliziert, sie spielt auf zwei Zeitebenen, die durch ihre Überschneidungen immer wieder kleine Überraschungen und Aha-Effekte bereithalten. Wir treffen eine Reihe bekannter Personen wieder, es kommen aber auch neue hinzu, die alle wunderbar charakterisiert sind. Mit dem einen oder anderen habe ich mich so angefreundet, dass ich ihnen gerne in künftigen Bänden wieder begegnen würde.

Sneijder lässt sich sehr lange bitten, bis er sich irgendwann doch einmischt. Für die Wartezeit werden wir dann auch mit einem actionreichen zweiten Teil und einem furiosen Showdown belohnt. Überhaupt fängt das Buch mit einem Paukenschlag an, hält die Spannung durchgehend und steigert sich dann zum Schluss in Richtung Actionkino. Der Lesesog war die ganze Zeit vorhanden und hat mich immer weiter schmökern lassen. Auch Andreas Grubers Art zu erzählen ist und bleibt ein Garant für gute Unterhaltung.

Als Einstieg in die Reihe ist „Todesreigen“ nicht geeingnet, da viele Personen eine wichtige Rolle spielen, die in den vorhergehenden Bänden bereits vorgestellt wurden. Weil nicht nur dieser aktuelle, sondern alle Bände dieser Reihe absolut lesenswert sind, empfehle ich, bei Band 1 „Todesfrist“ zu beginnen und Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder von Anfang an zu begleiten.

„Todesreigen“ ist nicht nur Band 4 dieser Reihe sondern der Beginn der „zweiten Trilogie“, wonach wir dann also noch mindestens zwei Bücher um den skurrilen Profiler mit dem scharfen Verstand erwarten dürfen. Denn auch hier gilt wieder mal „nach dem Buch ist vor dem Buch“.

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222 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 132 Rezensionen

thriller, spannung, serienkiller, berlin, targa

Targa - Der Moment, bevor du stirbst

B. C. Schiller
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 10.07.2017
ISBN 9783328101512
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf zwei Sterne wollte ich dann doch nicht rungtergehen, aber das Gesamturteil ist schon in der unteren Region der Drei-Sterne-Wertung angesiedelt.

Darum geht’s:

Die Polizei ist sich ziemlich sicher, dass Falk Sandmann mehrere Frauen auf dem Gewissen hat, doch man kann ihm nichts nachweisen. Die letzte Möglichkeit ist, Targa Hendricks einzusetzen, die sich in Falks Nähe begibt und ihn glauben lässt, sie könne so skrupellos morden wie er. Kann sie den Psychopathen überzeugen, dass sie auf seiner Seite ist und er gefahrlos die Maske fallen lassen kann?

So fand ich’s:

Die beiden Kontrahenten sind uns von Anfang an bekannt. Targa Hendricks ist Undercover-Ermittlerin und dass Falk Sandman der Frauenmörder ist, wissen wir auch sicher – wir begleiten ihn bei seinen Morden. Sogar sein Motiv liegt von vorne herein auf der Hand, denn er betreibt einen Blog, auf dem er die letzten Worte Sterbender verewigt und er scheint besessen von dem Augenblick des Sterbens zu sein.

Dieser Thriller lebt also nicht wie die meisten anderen davon, herauszufinden, wer der Mörder ist und was ihn zu seinen Taten bewegt, sondern die Inhaltsangabe verspricht ein Psychoduell darum, ob Targa die eiskalte Killerin glaubhaft vorspielen kann oder ob Falk sie durchschaut. Ich habe mir ein gegenseitiges Abtasten, Versteckspiele, Taktieren und Schauspieleinlagen erhofft, aber nicht in dem Ausmaß bekommen, wie ich mir das vorgestellt habe.

Leider konnte ich niemals die Distanz zur Erzählung überbrücken. Die Schilderungen packten mich zu keiner Zeit emotional. Ich habe nur mäßig neugierig weitergelesen in der Hoffnung, dass sich das doch noch ändert.

Für meinen Geschmack erzählt das Buch auf eine viel zu nüchterne und distanzerte Weise über schlimme Dinge. Es handelt von einem besessenen Mann und einer Frau, die ihre innere Mitte noch nicht gefunden hat. Dabei versucht uns das Buch einzureden, diese Personen wären emotionslos, doch sie sind es nicht, nur die Erzählung über sie ist es. Sandman ist gefangen in seiner fixen Idee, die letzten Worte Sterbender hören und dokumentieren zu müssen, wobei ich das einfach mal als Tatsache hinnehmen musste, denn es wurde mir nicht nahegebracht, wie es zu dieser merkwürdigen Fixierung kam. Targa ist verbissen, traurig, irritiert, liebt ihren Hund, ihren Freund und dessen Sohn und ist voller Rachegelüste, aber nicht im Entferntesten enotionslos. Dieses Buch kokettiert zwar damit, dass Targa keine Emotionen empfinden könnte, doch auch wenn mir das regelmäßig erzählt wurde, konnte ich es an ihr nicht feststellen, es bestätigt sich in Targas Verhalten und Gedanken überhaupt nicht. Sowohl Sandman als auch Targa blieben mir fremd und damit wurden die Möglichkeiten, die sich durch die an und für sich spannende Auswahl der Haupt-Charaktere eröffneten, in meinen Augen verschenkt.

Und am Ende bleiben wir auch etwas ratlos mit einem Cliffhanger, offenem Mund und den Schlussworten „Fortsetzung folgt“ zurück.

Insgesamt fand ich die Story zu lauwarm, zu konstruiert und nicht packend genug erzählt. Die Figuren waren zwar exotisch, aber die Charaktere waren für mich nicht greifbar, schlüssig und nachvollziehbar, deshalb blieb eine emotionale Distanz zum Buch. So ganz hat mich der Start in eine neue Serie trotz routinierten Schreibstils nicht überzeugt.

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100 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

island, dna, mord, adoption, spannend

DNA

Yrsa Sigurdardottir , Anika Wolff
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei btb, 09.10.2017
ISBN 9783442715756
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Darum geht’s:

Eine junge Mutter wird in ihrem eigenen Haus zu Tode gefoltert, die kleine Tochter bleibt unterm Bett unentdeckt. Eine Nachricht des Täters, die nur aus Zahlen besteht, können die Polizisten nicht entschlüsseln. Umso wichtiger ist, was das Kind gesehen hat. Als das Mädchen unter Aufsicht der Psychologin Freyja befragt werden soll, erlebt Kommissar Huldar eine unangenehme Überraschung, denn er kennt die Psychologin schon – er hat sich nach einem One Night Stand heimlich aus ihrem Schlafzimmer geschlichen und nie wieder gemeldet, nachdem er ihr eine falsche Identität vorgelogen hatte. Nun muss er mit ihr zusammenarbeiten.

So fand ich’s:

Ein actiongeladener Thriller mit hohem Tempo und Helden a la James Bond ist „DNA“ nun wirklich nicht. Dafür sind die beiden Hauptpersonen, der Polizist Huldar und die Psychologin Freyja, auch gar nicht geeignet. Huldar ist eher Ermittler-Nachwuchs, der nur dadurch in die erste Reihe gespült wurde, weil die erfahreneren Kollegen in Misskredit geraten sind. Da er noch nie eine Mordermittlung geleitet hat, ist seine Weste weiß, aber die Verantwortung ist neu für ihn und er muss sich erst in die Rolle hineinfinden. Freyja hat sich erst kürzlich von ihrem Lebensgefährten getrennt und hütet erst einmal Wohnung und den Hund ihres Bruders, so lange er im Gefängnis ist. Ihren Platz im Leben scheint sie noch nicht gefunden zu haben, allerdings wirkt sie in ihrem Job sehr engagiert und kompetent. Und zwischen den beiden Protagonisten hängt dieser One Night Stand, bei dem Huldar eine falsche Identität vorgegeben hat und sich Freija mehr erhoffte, immer noch in der Luft.

Die Autorin schafft es, die handelnden Personen lebendig werden zu lassen, nicht nur in dem, was sie tun, sondern auch ihr Gefühlsleben wird nachvollziehbar und greifbar gemacht. Das führt zu einem eher ruhigen Erzählton, aber ihre sehr genaue Beobachtung der Menschen und ihre Fähigkeit, sie alle individuell und allzu menschlich vor dem inneren Auge der Leser erscheinen zu lassen, hat mir sehr gut gefallen. Für manche Fans von eher actionreicheren Thrillern mag besonders der erste Teil vielleicht etwas zu ruhig sein, doch mich hat die Geschichte mit den menschlichen Aspekten richtig gut unterhalten. Und im Laufe der Erzählung zieht die Spannung auch weiter an.

Das Thema Eltern / Kinder taucht in Varianten immer wieder im Buch auf und mehr als eine Person erzählt ihre Familiengeschichte, die selten genug harmonisch perfekt verlaufen ist.

Die Morde sind grausam und skurril, aber nicht blutig. Man tappt lange im Dunkeln und obwohl ich mich die ganze Zeit gefragt habe, wie die Personen wohl zusammenhängen, wer der Täter ist und was ihn motiviert, bin ich nicht annähernd drauf gekommen. Die Auflösung hat mir vor Überraschung den Mund offen stehen lassen, weil ich damit nun wirklich nicht gerechnet hatte, obwohl sie schlüssig und auch glaubwürdig war.

Ganz besonders hat mir gefallen, wie deutlich man merkte, dass das Buch in Island spielt. Die Besonderheiten einer so kleinen Gemeinschaft, die insgesamt nur aus ca. 340.000 Menschen besteht und in der man üblicher Weise mit dem Vornamen auskommt, wurden immer wieder eingestreut und erzeugten eine besondere Atmosphäre.

Der nächster Band „Sog“ erscheint am 18. September und auch diesen zweiten gemeinsamen Fall für Huldar und Freija werde ich sicher schnellstens lesen, denn sowohl die beiden Personen als auch die Art und Weise, wie die Autorin sie lebendig werden lässt und einen packen kann, hat mich komplett überzeugt.

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173 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

amisch, thriller, undercover, ohio, usa

Böse Seelen

Linda Castillo , Helga Augustin
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.07.2017
ISBN 9783596298013
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Darum geht’s:

Ein junges Mädchen wird erfroren im Wald gefunden. Sie war Amish und sowohl ihre Familie als auch die ganze Gemeinde hat der „englischen“ Polizei nichts zu sagen, denn wie üblich vertrauen sie der Gerichtsbarkeit außerhalb ihrer Glaubensgemeinschaft nicht. Polizeichefin Kate Burkholder wird gebeten, sich under cover in die Amishgemeinde einzuschleichen, um mehr herauszufinden. Denn sie als ehemalige Amish kennt sich mit den Sitten und Gebräuchen aus und wird hoffentlich genug Vertrauen aufbauen, um jemanden zum reden zu bringen.

So fand ich’s:

In diesem Band spielen die Kollegen von Kate, die Bewohner von Painters Mill und Umgebung und auch ihr Freund John Tomasetti so gut wie keine Rolle. Kate ist ganz auf sich alleine gestellt, einige hundert Kilometer von ihrer Heimat entfernt und in einen Fall verwickelt, der zusehends brisanter wird.

Der Bischof der Gemeinde steht im Ruf, nicht besonders modern und nachsichtig zu sein, sondern ein strenges Regime zu führen. Auf das vermeintlich neue Gemeindemitglied Kate macht er einen charismatischen Eindruck und auch die anderen Bewohner des Ortes scheinen große Stücke auf ihn zu halten.

Während Kate versucht, hinter die Kulissen zu schauen, lebt sie das Leben einer amishen Witwe. Kindheitserinnerungen kommen zurück und sie beginnt, sich in der liebevollen Gemeinschaft der Amish wohlzufühlen. Dieser Aspekt hat mir sehr gut gefallen, denn er zeigt sehr gut das Zusammenleben in der Amish-Gemeinde. Doch die wohlwollende Freundlichkeit existiert nur an der Oberfläche. Sehr schnell bekommt man ein mulmiges Gefühl, denn viele Leute scheinen etwas zu verbergen und nicht frei reden zu wollen, nicht einmal in der vermeintlich sicheren Umgebung ihrer Gemeinde.

„Böse Seelen“ hat mich relativ schnell gepackt und mit der ungewöhnlichen under cover-Situation und der geheimnisvollen Spannung richtig mitgerissen. Natürlich legt Kate auch in diesem Band ihr grenzenloses Selbstvertrauen nicht ab und begibt sich alleine in grenzwertige Situationen. Dass sie aus den Erfahrungen früherer Bände nichts lernt, liegt einfach daran, dass diese Eigenschaft zwingend zu ihrem Charakter gehört und inzwischen habe ich mich damit angefreundet, dass man sie nicht zurückhalten kann, auch wenn es dumm ist, immer mitten ins Geschehen zu rennen. Für die Leser ist das natürlich sehr spannend zu lesen. Außerdem gab es ein paar Überraschungen, mit denen ich so nicht gerechnet hatte.

Wunderbar spannende Unterhaltung und eine klasse Fortsetzung einer meiner Lieblingsreihen. Nun heißt es warten auf Episode Nummer 9.

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88 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

schweden, segelcamp, krimi, prozess, mobbing

Mörderisches Ufer

Viveca Sten , Dagmar Lendt
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 06.04.2017
ISBN 9783462047370
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Darum geht’s:

Es ist Urlaubszeit und der 11jährige Benjamin Dufva wird von seinem Vater ins Segelcamp geschickt. Dort hat er aber nicht besonders viel Spaß, denn er gehört zu den kleinsten und wird gehänselt. Als ein Mädchen aus seiner Gruppe verschwindet, wird Polizist Thomas Andreasson ins Camp geschickt, um bei der Suche zu helfen. Doch das bleibt nicht das einzige, was in diesem Sommercamp schief läuft.
Benjamins Vater hat seine eigenen Probleme. Er muss gegen seinen ehemaligen Geschäftspartner Winnermann vor Gericht aussagen, der die gemeinsame Firma in den Konkurs getrieben und auch Dufvas wirtschaftliche Existenz zerstört hat. Deshalb hat sich Dufva der Staatsanwältin Nora Linde als Hauptbelastungszeuge angeboten.

So fand ich’s:

Benjamin ist klein und ängstlich und hat nicht viel Ahnung vom Segeln. Deshalb kommt für ihn der Spaß am Sommercamp auch zu kurz. Im Gegenteil, er wird zum perfekten Opfer jugendlicher Mobber, denn Isak, der zuständige Betreuer, kämpft mit seinen eigenen Problemen und bemerkt nicht, wie es um Benjamin steht. Zudem treibt sich noch ein erwachsener Segler in der Gegend herum, der Ausschau hält nach Kindern, denen er sich unbemerkt nähern kann.

Die Atmosphäre im Segelcamp fand ich greifbar und sehr realistisch beschrieben. Auch die Gruppendynamik zwischen den Kindern, die Tonangeber, die Wegschauer und die Mitläufer und ganz besonders die beiden Jugendlichen, die den schüchternen Benjamin ständig piesacken, sind mitten aus dem Leben gegriffen. Dabei gibt es keinen ausgesprochenen Bösewicht, sondern nur junge Menschen mit ihren vielen Facetten, Stärken und auch Unzulänglichkeiten. Besonders dieser Handlungsstrang sorgt für eine nachdenkliche und manchmal bedrückende Stimmung.

Aber auch die Erwachsenen haben keinen entspannten Sommer. Benjamins Vater Christian und sein ehemaliger Geschäftspartner und bester Freund hassen sich inzwischen abgrundtief, denn Niklas Winnermann hat eine riesige Geldsumme unterschlagen und damit ihre Firma in den Ruin getrieben. Gerade jetzt startet die Gerichtsverhandlung, in der sich Nora als Staatsanwältin profilieren und für eine Beförderung empfehlen soll. Die Szenen aus dem Gerichtssaal haben mir sehr gut gefallen, denn sie zeigen Nora bei ihrer spannenden Arbeit und gerade dieser Fall ist verzwickter als man auf den ersten Blick glaubt.

Polizist Thomas Andreasson übernimmt die Suche nach Benjamin. Dass ein Kind verschwunden ist, lässt ihn sich ganz besonders engagieren. Auch wenn es privat mit seiner Frau Pernilla im Moment nicht besonders harmonisch läuft, bereut er offensichtlich nicht, wieder in den Polizeidienst zurückgekehrt zu sein, denn diese Arbeit hält er für wichtig und macht sie mit ganzem Herzen.

Auf 451 Seiten verteilen sich 144 kurze Kapitel. Entsprechend oft schwenkt die Erzählperspektive zwischen den Hauptakteuren hin und her. Gestört hat mich das nicht, im Gegenteil, denn wir bekommen gleichzeitig die verschiedenen Handlungsstränge präsentiert, die alle gleich wichtig sind und zwingend zusammen gehören. Von anfangs gemächlicher Sommeratmospähre kurz vor Mittsommer spitzt sich die Spannung sowohl auf der Seglerinsel als auch im Gerichtsverfahren allmählich immer mehr zu und ehe man sich versieht, ist man gefangen von der Geschichte.

Besonders der menschliche Faktor hat hier großes Gewicht. Es gibt keinen übermächtigen, allwissenden Bösewicht, sondern nur Menschen, die sich allzu menschlich verhalten, die Fehler machen und mit den Konsequenzen zu kämpfen haben. Und das gilt nicht nur für den Kriminalfall, sondern auch für die Geschehnisse im Privatleben der befreundeten Hauptpersonen Nora und Thomas und ebenso für die Nebencharaktere.

Und wieder schafft es Viveca Sten, die Schärengärten um Stockholm so einladend zu beschreiben, dass man sofort dorthin reisen und sich selbst einen Eindruck machen möchte. In diese malerische Inselwelt wird eine vielschichtige Geschichte aus Verbrechen und menschlichen Schwächen gesetzt, untermalt vom ebenso wichtigen Privatleben der Hauptpersonen Nora und Thomas, die wieder einmal genau meinen Lesegeschmack getroffen hat.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

leo tops aries, erotik, short story, m/m, leo loves aries

Leo Tops Aries

Anyta Sunday
E-Buch Text: 27 Seiten
Erschienen bei null, 22.12.2016
ISBN B01NBNNI67
Genre: Sonstiges

Rezension:

„Leo loves Aries“ hat mich komplett überzeugt und prima unterhalten und wem die sexuelle Spannung wegen Theos langer Ahnungslosigkeit zu kurz kommt, der kann sich über die kostenlose Kurzgeschichte „Leo Tops Aries“ freuen, die vor sexueller Spannung nur so sprüht.

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Tags: anyta sunday, leo loves aries, leo tops aries   (3)
 

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

lgbtqia, anyta suna, young adult, reihenauftakt, m/m

Leo Loves Aries

Anyta Sunday
E-Buch Text: 278 Seiten
Erschienen bei Anyta Sunday, 04.12.2016
ISBN 9783000550430
Genre: Sonstiges

Rezension:

Darum geht’s:

Theo und seine blinde Zwillingsschwester Leone wohnen zusammen. Und sie befinden sich auch der gleichen Situation, denn sie wurden beide von ihren Partnern verlassen, weil die sich ausgerechnet ineinander verliebt haben. Ihre Mutter schickt ihnen regelmäßig das Horoskop für ihr Sternzeichen Löwe. Das kündigt eine neue Person in ihrem Leben an und möglicherweise eine wunderbare neue Freundschaft. Also fassen sie den Entschluss, die Vergangenheit hinter sich zu lassen, nach vorne zu schauen und für die Hochzeit ihrer beiden ehemaligen Partner neue eigene Dates zu finden.

So fand ich’s:

Die erste Person, die neu in das Leben der Zwillinge tritt, ist Jamie. Theos Tutor in Wirtschaftswissenschaften aus dem letzten Semster soll ihm auch dieses Jahr helfen und als sich zufällig herausstellt, dass Jamie ein Zimmer sucht und die Zwillinge eines zu vergeben haben, sind sie sich schnell einig.

Theo erzählt uns diese Geschichte und ich mochte ihn von Anfang an. Er hat einen respektlosen Humor und lässt viele Dinge schleifen, aber für seine blinde Schwester Leone tut er alles. Er liebt es, sich mit Jamie zu kabbeln, der gut dagegenhalten kann. In Theos Vorstellung wird aus Jamie und Leone ein Paar und er und Jamie werden beste Freunde.

Jamie ist  zielstrebig und gut organisiert. Er scheint alles zu können und jede Menge Prinzipien zu haben, und doch steigt er regelmäßig auf Theos Neckereien ein und offenbart viel Humor, was ihn nicht ganz so verbissen wirken lässt. Außerdem ist er fürsorglich und rücksichtsvoll und nimmt Theos Macken gelassen hin. Er war eindeutig mein Lieblingscharakter in dieser Erzählung.

Diese Liebesgeschichte köchelt auf ganz kleiner Flamme sehr lange vor sich hin, ohne dass es einem langweilig wird. Ganz behutsam aber zielstrebig schleicht sich Jamie in Theos Herz. Zuerst als jemand mit dem man sich gegenseitig aufziehen kann, dann als guter Freund und irgendwann, nach ganz langer Zeit, merkt Theo und letztlich auch der Leser, dass da die ganze Zeit schon was anderes war. Obwohl die beiden zusammen wohnen und eigentlich Leone nicht sehen kann, ist Theo der Blindeste in der ganzen Geschichte, weil er viele Dinge nicht wahrnimmt. Bisher hat er sich nur für Frauen interssiert und deshalb erklärt er sich seine Reaktionen auf Jamie immer irgendwie anders – oder ignoriert sie gleich ganz. Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – kommt die Entwicklung zu Jamie hin glaubhaft rüber, denn sie braucht ihre Zeit.

Leone hat einen großen Part an der Geschichte und ist ebenso liebenswert wie Theo und Jamie. Ganz nebenbei bekommen wir mit, wie sie darum kämpft, auch ohne Augenlicht selbständig zu bleiben. Sie meistert ihr Leben hervorragend und mit viel Herz und sensibler Wahrnehmung. Und natürlich kümmert sie sich auch um ihr eigenes Happy End.

Ich mochte die Personen, ich mochte den Erzählton mit Humor und doch viel Gefühl, und ich mochte die realistische Handlung aus dem Leben ganz normaler Menschen, die mich doch die ganze Zeit bei der Stange gehalten hat. Zusätzlich gefielen mir die liebevollen Details wie z. B. die Kapitelanfänge mit einer tollen Grafik und einem Zitat von einer der Personen aus dem Roman.

„Leo loves Aries“ hat mich komplett überzeugt und prima unterhalten und wem die sexuelle Spannung wegen Theos langer Ahnungslosigkeit zu kurz kommt, der kann sich über die kostenlose Kurzgeschichte „Leo Tops Aries“ freuen, die vor sexueller Spannung nur so sprüht.

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332 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 151 Rezensionen

thriller, jonas winner, murder park, vergnügungspark, freizeitpark

Murder Park

Jonas Winner
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2017
ISBN 9783453421769
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Darum geht’s:

Nachdem dort drei Frauen ermordet wurden, ist der Vergnügungspark auf Zodiac Island vor 20 Jahren geschlossen worden. Nun soll er wieder eröffnet werden und ausgewählte Personen dürfen zu einem Pressewochenende vorab auf die Insel, um den neu konzipierten „Murder Park“ kennenzulernen. Aber wieder scheint einiges schief zu laufen – und dann gibt es einen Toten. Da die Telefone im Sturm ausgefallen sind und die Fähre erst am Montag wieder die Insel anläuft, sind die Besucher für das Wochenende auf sich alleine gestellt, mitten unter ihnen ein Mörder.

So fand ich’s:

Selten ist mir die Bewertung eines Buches so schwer gefallen wie in diesem Fall. Es gab Dinge, die mir gut gefallen haben, anderes hat mich gestört und das Buch war auch nicht so, wie ich es erwartet habe. Dieser Mix löst sich nur schwer in ein griffiges Fazit auf. Deshalb betrachte ich mir am besten die einzelnen Komponenten.

Der Erzähler Paul
Der Journalist Paul Greenblatt erzählt uns aus seiner Sicht die aktuellen Geschehnisse auf der Insel. Er scheint mutig, intelligent und ein guter Beobachter – und damit ein perfekter Erzähler – zu sein, aber trotzdem konnte ich mir manche Dinge, die er erlebt oder die Umgebung, in der eine Szene spielt, oft nur sehr schlecht bildlich vorstellen. Außerdem hat Paul Charakterzüge, die ihn nicht durchweg sympathisch machen.

Aktuelle Ereignisse und Gesprächsaufzeichnungen
Abwechselnd zu den Episoden auf der Insel sind Interviews des Psychiaters Sheldon Lazarus mit allen Teilnehmern dieses Wochenendtrips eingestreut. Diese Kombination aus Handlung im Jetzt und näheres Kennenlernen einer einzelnen Person durch die Interviews fand ich eigentlich eine tolle Idee. Denn was wir in den Interviews erfahren, ist wichtig und lässt das, was im Murder Park aktuell passiert, teilweise in ganz neuem Licht erscheinen. Nur führten die eher trockenen Gesprächsaufzeichnungen zu Unterbrechung der Handlung auf der Insel und damit zu keiner Steigerung der Spannung, sondern ließen sie eher sinken.

Kennenlernen der einzelnen Teilnehmer
Die 12 Personen, die das Wochenende im halb fertigen neuen Vergnügungsresort verbringen, treffen alle ziemlich gleichzeitig aufeinander und auch auf den Leser. Sie werden nur kurz vorgestellt, denn wesentlich mehr Informationen bekommen wir in den einzelnen Interviews. Dass erst im Laufe der Erzählung wichtige Zusammenhänge sichtbar werden, ergibt so machen Aha-Effekt. Weil die Interviews aber erst nach und nach eingestreut waren, fiel es mir lange schwer, manchen Namen einen Charakter zuzuordnen. Ich musste regelmäßig zum Personenverzeichnis am Ende des Buches blättern und das Stichwort „Hauswart“ oder „Tontechniker“ reichte zwar dann schon zur Orientierung, doch das Lesen wurde immer wieder unterbrochen, besonders wenn mehrere Personen miteinander agierten.

Viele neue Erklärungsversuche
Je nachdem, von wem wir die Dinge erfuhren, wurde vieles unterschiedlich dargestellt. Das gehörte zum Konzept der Verwirrung dazu, doch weil ich z. B. nicht einmal festnageln konnte, was dieser neu errichtete Themenpark bezwecken sollte, war das eher frustrierend. Eine gruselig/historische Aufarbeitung der Verbrechen Jeff Bohners? Kulisse für einen skurrilen Themen-Freizeitpark? Ein Krimi-Spiel auf einer einsamen Insel? Action-Partnerbörse für abenteuerlustige Singles? Aufarbeitung der Vergangenheit? Alles zusammen? Nichts davon? Jede dieser Ideen wäre für sich schon alleine ausreichend gewesen, doch weil sie alle im Raum standen, war das Ganze für mich überladen und wirkte tatsächlich ein bisschen unausgegoren.

Andere Erwartungen
Ich hatte eine gewisse Vorstellung davon, wie die Ereignisse auf der Insel ablaufen würden, die nur teilweise erfüllt wurde. Statt der erwarteten actionreichen Versteckspiele und Verfolgungsjagden bekam ich eher grüblerische Überlegungen, zwar schon gespickt mit überraschender Handlung, aber bei weitem nicht in dem Ausmaß, das ich erwartet hatte. Die früheren Erlebnisse der einzelnen Teilnehmer schienen eine weit größere Rolle zu spielen als das, was im Murder Park gegenwärtig passiert, denn das war für meinen Geschmack manchmal schon recht knapp gefasst oder zu bedächtig erzählt. Die Vergangenheit hatte zwar mehr zu bieten, als man ursprünglich glaubte, denn jeder brachte so seine Geheimnisse mit auf die Insel, aber die Aufdeckung passierte für meinen Geschmack zu unspektakulär.

Die Frage danach, wer auf der Insel des Murder Park die neuen Morde begeht und aus welchem Grund und die Art und Weise, wie die Story langsam aufgerollt wurde, hat mich insgesamt aber doch gut unterhalten.

Die Auflösung
Und schließlich konnte mich das Ende trotz ausführlicher (und schon fast ein bisschen zu langatmiger) Erläuterung nicht überzeugen. Zwar wurde alles aufgelöst und begründet, die Motivation der Personen war für mich aber nicht unbedingt nachvollziehbar. Und genau hingeschaut blieben auch ein paar Zufälle zuviel übrig, z. B. wie die Zusammensetzung des Teilnehmerkreises so perfekt passte (ohne zu spoilern kann ich hier leider nicht mehr erklären).

Nun doch ein Fazit
Die Idee hinter dem Buch gefiel mir sehr gut, genauso wie der Aufbau, neben einer aktuellen Handlung auch wichtige Hintergundinformationen für den Leser in Form von Interviws einzusteuen. Auch wenn ich mehr Action und Katz- und Maus-Spiel erwartet hätte, war die Geschichte solide erzählt und rätselhaft genug, um dranzubleiben. Leider ist bei mir der Funke nicht wirklich übergesprungen und das Buch hat es nicht geschafft, mich über schön lesbare Unterhaltung hinaus wirklich zu packen und zu faszinieren.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

serie, schwul, schrott, new york, liebe

Wenn Dich der Falsche richtig liebt

Annette Czerny
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 14.06.2013
ISBN 9783732247608
Genre: Romane

Rezension:

Darum geht’s:

Alice ist PR-Agentin in Berlin. Als ihre beste Freundin Jenny sie heimlich zum Casting für eine US-Serie anmeldet, wird ihr Kindheitstraum wahr, denn sie bekommt die Rolle und zieht nach New York. Schon aus der Ferne hat sie für Neal Black, den Star der Serie, geschwärmt und aus der Nähe sieht er noch besser aus und ist noch charmanter. Leider halten sich hartnäckig die Gerüchte, er wäre schwul und hätte kein Interesse an der Damenwelt.

So fand ich’s:

Ich nehme mal gleich das Fazit vorweg: Ich war entsetzt und enttäuscht darüber, was ich für mein Geld bekommen habe – und weil ich das Gefühl hatte, die Autorin hat dieses Projekt nicht ernst genommen, habe auch ich mich öffentlich (auf Twitter unter dem Hashtag #BBFliest) darüber lustig gemacht. Meine nachfolgend geäußerte Meinung zum Buch meine ich aber durchaus ernst.

Rechtschreibung und Grammatik

Vermutlich hatte ich noch kein einziges fehlerfreies Buch in der Hand. Selbst nach mehrmaligem Lesen durch hoch qualifizierte Personen und auch in der x-ten Auflage findet sich irgendwo noch ein vergessener Buchstabe oder ein fehlendes Komma. Das ist nicht weiter schlimm und ich lebe gut damit. Wahrscheinlich kann man auch in jedem meiner Blogartikel noch Fehler finden. Es sollte jeder doch Eindruck entstanden sein, man habe sich redlich bemüht, Fehler zu vermeiden.

Bei „Wenn dich der Falsche richtig liebt!“ sieht die Sache ganz anders aus. Mir scheint, dieser Text wurde runtergetippt und veröffentlicht, ohne ihn auch nur ein zweites Mal durchzulesen. Ich fand wohl gefühlt in jedem zweiten Satz einen oder auch mal mehrere Fehler. Ich habe immer mal passagenweise in der eBook-Version die Fehler gezählt und dann hochgerechnet und kam auf eine Zahl von 1.500 bis 2.000 Fehlern in diesem 194 Druckseiten dünnen Büchlein. Akzeptabel? Finde ich nicht. Wenn auf jeder der 194 Seiten nur ein Fehler gewesen wäre, dann wären das für mein Empfinden schon zu viele. So war es ein Vielfaches davon und das hat es deutlich schwieriger gemacht, den Text zu lesen. Ums mal deutlich zu sagen: Es war eine Qual.

Die Kommasetzung ist katastrophal, denn an den Stellen, an denen welche sein müssten, sind selten welche. Dafür finden sie sich völlig willkürlich an unpassenden Stellen mitten im Satz, was mich zu spontanen Lachanfällen veranlasst hat. Die Einleitung eines Nebensatzes mit einem Komma und „dass“ klappt in den wenigsten Fällen. Meistens fehlt das Komma und ein s.

Groß- und Kleinschreibung passiert scheinbar aus dem Bauch heraus. Es fehlen manchmal Worte mitten im Satz, Bezüge stimmen nicht, es wird immer mal an unpassenden Stellen aus der Vergangenheits- in die Gegenwartsform gewechselt, und es gibt Wortverwechslungen, die mich teilweise haben schallend Lachen lassen.

Übrigens wurde die große Fehlerdichte bereits 2013 in mehreren Amazon-Rezensionen kritisiert. Ich habe die Autorin angeschrieben und sie gefragt, wieso sie das in den letzten 4 Jahren nicht schon mal angepackt und behoben hat. Denn solche rein handwerklichen Fehler sind ein Ärgernis für den Leser, der schließlich gutes Geld für das Buch bezahlt hat und eine minderwertig ausgeführte Arbeit bekommt. Leider bisher ohne Antwort. Vielleicht wäre jetzt die Gelegenheit zu einer bereinigten Neuauflage?

Ausdruck und Stil

Es wird eine eher einfache Sprache verwendet, was für einen Liebesroman nicht ungewöhnlich ist. Leider ergibt das aber in Kombination mit hölzernen Formulierungen und steifen Dialogen eine Mischung, die sich nur sehr zäh und ohne großes Vergnügen lesen lässt. Ein Spiel mit Worten findet nicht statt. Die Erzählung wechselt abrupt von unnötigerweise detailverliebt zu harschen Zeitsprüngen. Insgesamt wirkt der Text nüchtern und laienhaft formuliert. Auch hier hätte eine Überarbeitung bzw. ein Lektorat gut getan. Für meinen persönlichen Geschmack zeigt die Autorin zu wenig erzählerisches Talent, um in dieser Branche bestehen zu können. Positiv hervorstechen kann sie schon gar nicht.

Die Charaktere

Die Hauptperson Alice bleibt einem die ganze Zeit über fremd. Sie hat so wenig Individualität, dass man weder Sympathie noch Abneigung entwickelt, sondern sie ist beliebig und austauschbar. Und bei den anderen Personen ist das sogar noch ausgeprägter, denn die haben noch weniger Präsenz als Alice.

Als z. B. Alice das Land verlässt, um in eine aufregende neue Zukunft zu starten, erfahren wir die Flugnummer, die Uhrzeit und mit welcher Wartezeit bei der Zwischenlandung sie nach New York kommt. Dass sie sich über das Einreiseformular von der Stewardess aufklären lässt wird ebenso erwähnt wie die Tatsache, dass 15 Einreiseschalter bei der Immigration geöffnet waren. Wie es Alice damit geht, dass sie Freundeskreis, Wohnung und ihr Heimatland für unbestimmte Zeit aufgegeben hat und mutterseelenallein in einem fremden Land künftig einen Beruf ausübt, der für sie völliges Neuland ist – tja, davon erfährt man leider nichts. Ängstlich? Unsicher? Oder rotzfrech, abenteuerlustig und voller Vorfreude? Irgendetwas dazwischen? Weiß man nicht, aber zum Glück bekommen wir folgende Info über das Rockefeller Center, in dem ihr neuer Arbeitgeber sein Büro hat:

Mal abgesehen davon, dass das Rockefeller Center sicher nicht zum zwölfthöchsten Gebäude zählt, sondern es IST, klingt das Ganze doch sehr seelenlos und verdächtig wie aus einem Reiseführer abgeschrieben.

Das Gefühlsleben von Alice bleibt insgesamt im Dunkeln und sie auf so großer Distanz zum Leser, dass man sie sofort wieder vergessen hat, sobald man das Buch zuschlägt.

Die Handlung (Vorsicht Inhalts-Spoiler)

Alice verliebt sich in Neal und er sich in sie. Fertig. Da das natürlich nicht mal ein schmales Bändchen mit weniger als 200 Seiten füllt, braucht es irgendwelche Gefahren oder Probleme, die ein Happy End der beiden zu verhindern drohen. Vorgesehen dafür ist in diesem Fall die Tatsache, dass Neal das Gerücht, er sei schwul, nie dementiert hat. Außerdem wohnt ein tatsächlich schwuler Freund in Neals Wohnung in Kalifornien, weil Neal sowieso die meiste Zeit in New York dreht. Daraus schließt Alice, dass Neal für sie nicht zu haben ist.

Freundin Jenny hat schon im Vorfeld von Deutschland aus den Verdacht, dass Neal dieses Gerücht ganz recht kommt, um die weiblichen Fans in Schach zu halten und er eigentlich gar nicht schwul ist. Neal selbst lässt einfach das Gerücht stehen, unterstützt den Eindruck, er sei schwul, aber auch aktiv überhaupt nicht. Im Gegenteil, er flirtet nach allen Regeln der Kunst mit Alice und als die beiden Gefühle für einander entwickelt haben, sagt er ihr auch ganz direkt, dass er nicht schwul ist. Doch Alice macht trotzdem Schluss und sucht sich einen anderen Begleiter, weil … ja, wieso eigentlich? Erst eine Presseerklärung und ein dramatisches Ereignis öffnen ihr die Augen. Mir leider nicht. Ich hab das ganze Drama komplett als unnötig empfunden und verstehe bis jetzt nicht, wo das Problem lag. Am Ende klärt sich auch alles in Minutenschnelle auf. Eine eigentliche Handlung gibt es nach meinem Dafürhalten nicht.

Außerdem kommt die ganze Geschichte, wie es Alice nach New York verschlägt, ebenfalls nicht besonders realistisch rüber.

Soweit ich weiß, gibt es Schauspielagenturen, die deutsche Künstler in den USA vertreten und die bei Interesse einige Kandidaten in die Staaten zum Casting reisen lassen. Dass eine US-Produktionsfirma ein völlig offenes Casting für jedermann in Berlin veranstaltet, halte ich für nicht sehr wahrscheinlich. Entweder sucht man Statisten, dann ist der Aufwand eines Auslandscastings zu groß. Oder man braucht jemanden für eine größere Rolle, dann wird man niemanden von der Straße nehmen, sondern man hat sich in Deutschland schon etablierte Schauspieler in verschiedenen Rollen angesehen und spricht die gezielt an. Alice dagegen bekommt völlig ohne Erfahrung eine Rolle, die ihr sofort einen Zweijahresvertrag bringt mit einem Gehalt, das ihr bisheriges Einkommen verdreifacht und einer 90 Quadratmeter großen Wohnung direkt am Central Park, an deren Miete die Produktionsfirma sich auch beteiligt. Dieser rosarote Kleinmädchenwunschtraum wird einem ganz platt als Tatsache serviert.

Fazit

Eine Handlung war kaum vorhanden, die Figuren hölzern und unrealistisch und weder die erzählerische Kunst noch die handwerkliche sprachliche Umsetzung haben mir gefallen. Nachdem mich kein Aspekt dieses Buches überzeugen konnte, war es für mich ein kompletter Reinfall.

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

scheidung, familie, liebe, lüneburger heide, hotel

Die Herzensammlerin

Brigitte Kanitz
Flexibler Einband
Erschienen bei Blanvalet, 19.06.2017
ISBN 9783734102929
Genre: Liebesromane

Rezension:

Darum geht’s:

Laura betreibt ein kleines Hotel und ihr Mann Ralf ist erfolgreicher Scheidungsanwalt, deshalb haben sie das Hotel unter das Motto „Happy Scheidung“ gestellt. Doch am liebsten möchte Laura, dass alle glücklich sind und Harmonie herrscht. Deshalb schafft sie es mit ihrer sonnigen Art und ihrem Optimismus, so manches scheidungswillige Paar wieder zusammenzubringen. Bis ihre Harmonieblase platzt, als ihr Mann still und heimlich abhaut.

So fand ich’s:

Die Gästezimmer im familieneigenen Jagdschlösschen vermietet Laura an Scheidungswillige. Ihrer Schwiegermutter steht sie im Hofladen zur Seite. Oma Theodora kommt auch im hohen Alter noch auf seltsame Ideen. Lauras Schwester Nina braucht ihre finanzielle Hilfe, denn sie studiert noch. Und Lauras Teenager-Tochter Merle ist gerade in einer ganz schwierigen Phase. Und obwohl Laura wenig Zeit für ihren Mann Ralf hat, ist sie der Meinung, eine glückliche Ehe zu führen und alles um sie herum im Griff zu haben. Bis sich Ralf eines Tages ohne Abschied ins Ausland absetzt und das Lauras ganzes Weltbild ins Wanken bringt.

Wieder mal spielt sich die Handlung in der Lüneburger Heide ab und die handfesten, trinkfreudigen Heidjer blitzen auch trotz einem „von“ im Namen Oma Theodoras durch. Diese Region und ihre herzlichen, aber auch direkten Menschen spielen bei Brigitte Kanitz immer eine große Rolle und sie stellt sie so liebevoll vor, dass ich am liebsten sofort meine Koffer packen und einen Kurzurlaub in der Lüneburger Heide machen möchte. Das hat sie auch diesmal wieder geschafft.

Laura ist herzlich, fleissig und sorgt für alle, aber für sich selbst zuletzt. Das macht sie in ihrer Familie und Umgebung sehr beliebt, aber ihr eigenes Glück bleibt ein bisschen auf der Strecke. Ich fand sie oft zu geduldig und nachsichtig und sie hätte ihre eigenen Bedürfnisse gerne selbst mehr und früher in den Vordergrund stellen können. Schließlich hat sie sich etwas mehr Romantik in ihrem Leben redlich verdient. Zum Glück dauert es auch nicht lange, bis sich Verehrer für sie einfinden.

Auch wenn dieses Buch wieder mit leichter Hand geschrieben scheint und locker erzählt wird, gibt es doch einen ernsten Kern. Es ist nicht ganz so humorvoll wie die anderen Bücher von Brigitte Kanitz, auch wenn wieder skurrile Nebendarsteller immer mal für ein Schmunzeln sorgen. Dieser nachdenkliche Aspekt hat mir einerseits gut gefallen, denn er wirkte harmonisch in die Handlung eingewoben, sehr realistisch und hat die Stimmung nicht wirklich gedrückt. Andererseits nahm er etwas von dem gewohnt humorvollen Schwung aus der Handlung und ließ sie für meinen persönlichen Geschmack zu ruhig werden. Trotz dieses manchmal etwas ernsteren Touches überwiegt doch die fluffig-leichte Unterhaltung, die für Strandkorb oder Liegewiese perfekt geeignet ist.

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nordsee, thriller, serienmörder, meer, serienkiller

Der Jungfrauenmacher

Derek Meister
Flexibler Einband: 413 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.06.2015
ISBN 9783734100604
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Darum geht’s:

Mit der angespülten Frauenleiche am Strand ist Knut Jansen, der Leiter der örtlichen Polizeidienststelle, erst einmal überfordert und muss seine Kollegin über Funk bitten, das Handbuch mit den einschlägigen Verfahrensweisen herauszukramen und zum Tatort zu bringen. Doch von dem LKA-Schnösel will Knut sich den Fall auch nicht aus der Hand nehmen lassen. Da kommt ihm die fesche Profilerin aus den USA gerade recht, die in die Provinzstadt an der Nordsee zurückgekehrt ist, um das Erbe ihres verstorbenen Vaters anzutreten. Sie soll ihm helfen und ihr Spezialwissen einbringen. Zögernd stimmt Helen Henning zu.

So fand ich’s:

Knut Jansen ist kein alleskönnender Superheld und das fand ich sehr erfrischend. Er wurde von seinem Vater und Vorgänger auf den Posten des Dienststellenleiters gehoben und musste sich bisher mit Strafzetteln und Taschendieben beschäftigen. Dass er beim Anblick seiner ersten Leiche erst einmal nicht das Prozedere parat hat, ist da nur allzu verständlich. Doch als das LKA seinen kleinen Ort überrollt und ihm den Fall aus der Hand nehmen will, erwacht sein Ehrgeiz. Nach leichten Anlaufschwierigkeiten stürzt er sich aber mit viel Eifer in die Ermittlungen.

Helen Henning ist die beste Ermittlerin, die man sich für diesen Fall vorstellen kann, denn sie hat in den USA schon mehrere Serienmörder zur Strecke gebracht. Dass sie nicht ganz unbelastet ist und eigentlich genug private Probleme hat, denn auf das Erbe des Vaters haben auch Helens Mutter und Schwester ein Auge geworfen, macht Helen menschlich. Und doch bleibt sie ein bisschen blass, denn man kann kaum hinter ihre Fasade schauen. Das fand ich schade, denn sie scheint mir eine sehr spannende Figur zu sein.

Die weltgewandte und bestens geschulte Verbrecherjägerin und der Dorfpolizist mit genauem Wissen um die Bevölkerung und die örtlichen Besonderheiten bilden nicht unbedingt ein harmonisches Team, aber ein interessantes. Sie ergänzen sich, reiben sich aber auch aneinander, und arbeiten zusammen, weil beide den Mädchenmörder fassen wollen.

Drum herum finden sich Knuts Kollegen, der pensionierte Polizeichef Thor und gleichzeitig Knuts Vater, der LKA-Schnösel Maas, der zu Knuts Ärger viel besser mit Helen harmoniert und auf dessen Flirtversuche sie viel wohlwollender reagiert als auf Knuts Bemühungen, es gibt die Bewohner des kleinen Ortes und nicht zuletzt die Familien der verschwundenen Mädchen, die einen Kreis von gelungenen Nebenfiguren bilden und das Geschehen verdichten und bereichern. Selbst der Täter darf ab und zu seine Perspektive beisteuern.

Der Krimi wirkt mit leichter Hand geschrieben und lässt sich enstprechend flüssig weglesen. Derek Meister bringt die Nordseeatmosphäre mit Strand, Meer und Touristen genauso gut rüber wie die Stimmung nach dem heftigen Sturm, der gleich zu Beginn des Buches wütet. Die Handlung ist gut konstruiert und die Auflösung hat mich absolut überzeugt.

Mich nervte nur wieder mal der Klappentext. Wahrscheinlich bin ich inzwischen zu empfindlich bei dem, was auf der Buchrückseite steht. Aber dass da eine Info  enthüllt wird, die im Buch selbst erst auf Seite 287 (von 413) von den Ermittlern erkannt wird, finde ich nicht gut. Okay, es war keine extrem wichtige Info. Aber der Autor hat sich sicher etwas dabei gedacht, das erst so weit hinten im Buch aufzudecken. Wie gut, dass ich inzwischen die Buchrücken und Klappentexte erst lese, nachdem ich das Buch beendet habe.

Abgesehen davon hat mich dieser Krimi mit seinen interessanten Figuren und der gut durchdachten Handlung prima unterhalten und ich freue mich schon auf den zweiten Teil mit Knut Jansen und Helen Henning.

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52 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

dystopie, krimi, drogen, junktown, heyne

Junktown

Matthias Oden
E-Buch Text: 450 Seiten
Erschienen bei Heyne Verlag, 09.05.2017
ISBN 9783641197179
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Ich hätte gerne mehr über diese "schöne neue Welt" erfahren, das kam ein bisschen zu kurz für meinen Geschmack - sonst wären das 5 Punkte geworden.

Darum geht’s:

Für die Bewohner von Junktown ist es Pflicht, ständig Drogen zu konsumieren. Umso wichtiger sind Maschinen, die die Arbeit erledigen. Diese Maschinenwesen sind gleichberechtigte Einwohner und deshalb wird es auch als Mord angesehen, als eine maschinelle „Brutmutter“ getötet wird und ihre 800 ungeborenen Kinder damit ebenfalls nicht überleben können. Solomon Cain, Inspektor der Geheimen Maschinenpolizei, wird mit den Ermittlungen beauftragt.

So fand ich’s:

Was für eine Welt, die Matthias Oden erschaffen hat. Auf den ersten Blick eine scheinbar traumhafte Zukunftsvision, in der es nicht nur legal ist, sämtliche Drogen zu konsumieren, sondern in der es sogar erwartet wird. Doch bei näherem Hinsehen erscheint das gar nicht mehr so paradiesisch und nicht umsonst sind alle scharf auf einen ABS, einen Abstinenzberechtigungsschein, der es einem erlaubt, mal für einen Tag auf Drogenkonsum zu verzichten. Neben den „Weichen“, den Menschen aus Fleisch und Blut, gibt es auch HMWs, die höheren Maschinenwesen, denen ein Sozialleben und eine Persönlichkeit zugesprochen werden. Und eine dieser HMWs, die mit 800 Föten schwangere Brutmutter BM17, wurde ermordet.

Mit ganz viel Liebe zum Detail und gespickt mit Anspielungen auf Begriffe (früher) real existierender Gesellschaftssysteme (z. B. das Auto namens Tripbant) hat mich die dystopische Zukunftsvision von Matthias Oden begeistert. Es wurden ganz viele neue Begriffe erfunden, die zum Teil deutlich aussagten, was dahinter steckte, bei denen man aber auch teilweise mit seiner Fantasie alleingelassen wurde. Obwohl ich als Krimifan natürlich den Mordfall grundsätzlich für am wichtigsten halte, hätte ich doch noch gerne viel mehr über diese Welt erfahren. Man wird hineingeworfen und muss sich nach und nach die Informationen zusammen sammeln, während Solomon Cain versucht, den Mordfall aufzuklären. Und am Ende bekommt man doch nur einen oberflächlichen Einblick, der nicht alle meine Fragen zu dieser neuen Gesellschaftsform und wie es dazu kam, beantwortet hat.

Cain ist ein alter Hase bei den Ermittlern, nach außen hin ein hoch angesehenes Mitglied der Gesellschaft, ein „Alter Kämpfer“ und Witwer einer „Goldenen Schützin“, die sich zur Ehre des Staates den goldenen Schuss gesetzt hat. Doch den Tod seiner Frau hat er nie verkraftet und rettet sich in einen Zynismus, der immer besser zu dem System passt, in dem er lebt, je mehr man hinter die Kulissen schaut. Cain fühlt sich zu alt und ist verbittert – und doch kann er es nicht lassen, den Mordfall ernst zu nehmen und sich mit all seinem Wissen und seiner Erfahrung zu engagieren. Der anfangs ganz eindeutige Mordfall wird immer undurchsichtiger, und je mehr Cain gräbt, desto mehr Widerstand wird ihm entgegengebracht.

Matthias Oden schafft eine sehr ungewöhnliche Welt, die dicht gewebt und in sich schlüssig ist und setzt einen spannenden und intelligenten Kriminalfall hinein. In düsteren Bildern wird ein menschenverachtendes System gezeigt, in dem Cain versucht, über die Runden zu kommen und diesen Mordfall zu lösen. Manches wirkt auf den ersten Blick skurril, und doch bleibt einem oft genug das Schmunzeln im Hals stecken, wenn man Zeit hat, ein bisschen darüber nachzudenken, welches Zukunftsbild Oden da zeigt.

Wer abseits vom 08/15 Krimi etwas durch und durch Ungewöhnliches lesen möchte und nicht vor einer düsteren Welt zurückschreckt, dem kann ich „Junktown“ nur wärmstens empfehlen.

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50 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 14 Rezensionen

cornwall, erbe, england, cousine rachel, cousine

Meine Cousine Rachel

Daphne du Maurier , Brigitte Heinrich , Christel Dormagen
Flexibler Einband: 415 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 15.01.2017
ISBN 9783458361978
Genre: Klassiker

Rezension:

Darum geht’s:

Sein Vetter Ambrose ist für den jungen Philipp wie ein Vater, denn der Waise wurde von Ambrose großgezogen. Als Ambrose aus gesundheitlichen Gründen den Winter in Italien verbringt, vermisst ihn Philipp zwar, freut sich aber doch, dass er dort auf ihre gemeinsame Cousine Rachel getroffen ist und sich mit ihr gut versteht. Doch die Nachrichten aus Italien werden immer verstörender und als sich Philipp besorgt auf die Reise zu Ambrose macht, trifft er ihn nicht mehr lebend an.

So fand ich’s:

Wann genau die Handlung des Buches spielt, wird nicht genannt. Es scheint irgendwann im 19. Jahrhundert zu sein, in einer Zeit, in der man mit Kutschen unterwegs ist und Kaminfeuer und Kerzen benutzt werden. Nachdem eine Verfilmung in diesem Sommer in die deutschen Kinos kommt, habe ich die Gelegenheit genutzt, um diesen Klassiker zu lesen.

Philipp ist wie eine jüngere Kopie seines Vetters Ambrose. Sowohl äußerlich als auch in den etwas verschrobenen aber liebenswerten Ansichten ähneln sich die beiden Männer, die wohlhabend auf einem Gutshof in Cornwall leben. Als Ambrose in Italien auf die entfernte Cousine Rachel trifft, kann Philipp nur aus den seltenen Briefen erraten, was sich dort wohl abspielt. Als er sich beunruhigt auf den Weg nach Florenz macht, ist es schon zu spät. Er findet nur eine leere Villa und ein Grab seines Vetters vor. Und er hat einen Verdacht gegen Rachel.

Daphne Du Maurier lässt sich Zeit mit ihrer Geschichte. Die Atmosphäre darf sich in aller Ruhe entfalten. Philipp ist zwar schon fast 25, aber er hat sein Dorf nie verlassen. Weltgewandtheit und Menschenkenntnis sucht man bei ihm vergeblich, er ist naiv und ein verwöhntes Kind.

Cousine Rachel dagegen ist und bleibt undurchschaubar. Man erwischt sie nie dabei, direkt zu manipulieren oder etwas zu fordern. Die Reaktionen auf sie scheinen von den anderen Menschen selbst zu kommen, denn Rachel fordert nie etwas, auch wenn sie davon profitiert. Sie wickelt Philipp um den Finger – oder ist sie tatsächlich so sympathisch, wie der junge Mann es glauben möchte und nur ein Opfer dummer Zufälle? Oder hat Philipps Jugendfreundin Louise Recht und Rachel ist eine Mörderin? Rachel kann durch ihr bodenständiges und vernünftiges Verhalten alle Zweifel zerstreuen, bevor sie wieder neuen Anlass bekommen, um an anderer Stelle wieder aufzuflammen.

Die Stimmung ist geheimnisvoll und eher ruhig, aber diese subtile Spannung hat mich gepackt und auf ihre leise Art und Weise sehr gut unterhalten.

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