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Winterchaot: Ebernau 4

Regina Mars
E-Buch Text: 326 Seiten
Erschienen bei null, 17.12.2017
ISBN B078H7LP4P
Genre: Sonstiges

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250 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

wien, sigmund freud, österreich, nationalsozialismus, freud

Der Trafikant

Robert Seethaler
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 04.11.2013
ISBN 9783036959092
Genre: Romane

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gay romance, kurzgeschichten, romantik, weihnachten, anthologie

Schneestürmchen & Glühweinwürmchen: Gay Romance Anthologie

Jona Dreyer , Regina Mars , Tharah Meester , Sara Pearson
E-Buch Text: 181 Seiten
Erschienen bei null, 23.11.2017
ISBN B077KC9MSX
Genre: Sonstiges

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144 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

geister, lockwood & co, london, agenten, geisterjäger

Lockwood & Co. - Das Grauenvolle Grab

Jonathan Stroud , Katharina Orgaß , Gerald Jung
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei cbj, 27.11.2017
ISBN 9783570174623
Genre: Jugendbuch

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3.156 Bibliotheken, 35 Leser, 6 Gruppen, 82 Rezensionen

harry potter, fantasy, magie, hogwarts, zauberei

Harry Potter und die Kammer des Schreckens

Joanne K. Rowling ,
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 23.02.2006
ISBN 9783551354020
Genre: Fantasy

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(3.345)

5.926 Bibliotheken, 65 Leser, 12 Gruppen, 222 Rezensionen

harry potter, fantasy, hogwarts, magie, zauberer

Harry Potter und der Stein der Weisen

Joanne K. Rowling ,
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 23.01.2005
ISBN 9783551354013
Genre: Jugendbuch

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116 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

zwangsstörung, freundschaft, john green, young adult, zwangsgedanken

Turtles All the Way Down

John Green
Fester Einband
Erschienen bei Penguin, 10.10.2017
ISBN 9780241335437
Genre: Jugendbuch

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

schwul, gay

Sein schönster Sommer: Anthologie

J. Walther , Elisa Schwarz , Paul Senftenberg , Dima von Seelenburg
E-Buch Text: 348 Seiten
Erschienen bei HJW, 31.05.2017
ISBN B0723FFX5L
Genre: Sonstiges

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(1.177)

2.012 Bibliotheken, 58 Leser, 3 Gruppen, 235 Rezensionen

harry potter, fantasy, hogwarts, theaterstück, zauberei

Harry Potter und das verwunschene Kind

J.K. Rowling , John Tiffany , Jack Thorne
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.09.2016
ISBN 9783551559159
Genre: Jugendbuch

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189 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 99 Rezensionen

zauberer, magie, fantasy, rainbow rowell, simon snow

Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow

Rainbow Rowell , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 04.08.2017
ISBN 9783423640329
Genre: Jugendbuch

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140 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 8 Rezensionen

vermont, ringen, shakespeare, john irving, aids

In einer Person

John Irving , Hans M. Herzog , Astrid Arz
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 27.11.2013
ISBN 9783257242706
Genre: Romane

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390 Bibliotheken, 19 Leser, 6 Gruppen, 21 Rezensionen

kalter krieg, ddr, ken follett, rassismus, stasi

Kinder der Freiheit

Ken Follett , Dietmar Schmidt , Rainer Schumacher , Tina Dreher
Flexibler Einband: 1.216 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 11.03.2016
ISBN 9783404173204
Genre: Historische Romane

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Wunder

R.J. Palacio , André Mumot
E-Buch Text
Erschienen bei Carl Hanser Verlag GmbH&Co. KG, 28.01.2013
ISBN 9783446242845
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Worum geht's?


August Pullman kam mit einem Gendefekt auf die Welt, der in seinem Gesicht ein furchterregendes Chaos angerichtet hat. Er hat sein ganzes bisheriges Leben lang Operationen über sich ergehen lassen müssen, und trotzdem wird er mit Beschimpfungen wie "Missgeburt" oder "Freddy Krueger" überzogen.


Nachdem er bislang von seiner Mum zuhause unterrichtet worden ist, soll August nun auf eine richtige Schule. Jeder - einschließlich August - kann sich vorstellen, dass das nicht lustig wird. Aber es scheint alles gar nicht so schlimm, August wird von einem Schüler-Trio empfangen, das sich um ihn kümmert und ihm alles zeigt. Aber natürlich bleibt das nicht so sorglos. August muss sich ziemlich durch die fünfte Klasse kämpfen. Dabei hat er nur einen einzigen Freund - aber ist der auch echt?


Und wie war's?
Dieses Buch habe ich schon vor ein paar Tagen ausgelesen und es hat mich erst einmal einigermaßen sprachlos zurückgelassen. Aufmerksam auf "Wunder" wurde ich durch David und sein YouTube-Vlog "BookTown". David hat darin so von dem Buch geschwärmt, dass ich mal reingelesen hatte. Aber es gefiel mir nicht und ich dachte, ich sei vielleicht zu alt für dieses Jugendbuch. Nach nicht einmal zwanzig Seiten hatte ich die Leseprobe wieder gelöscht. Das ist schon einige Zeit her, und auch, wenn ich seitdem nicht jünger geworden bin, habe ich das Buch nun doch noch einmal begonnen. Die Hardcover-Ausgabe fiel mir bei jedem Besuch in unserem örtlichen Buchladen wieder ins Auge.


Und jetzt? Ist es überraschend mein Lesehighlight des Jahres!


Wie Ihr an der Wertung sehen und wie ich später noch kurz erläutern werde, hat mich das Cover nicht ganz überzeugt und nicht die volle Punktzahl erhalten, aber das Buch verdient nicht weniger als die Höchstwertung. Es ist pickepacke voll, wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, es ist lustig, erschreckend und manchmal wunderbar emotional. Ich kann in einem Absatz herzhaft lachen und im nächsten bitterlich weinen. Die Geschichte hat so viele schöne, tief bewegende Momente, so viele Male habe ich Passagen markiert, die mir besonders gut gefallen haben, dass es sich anfühlt, als hätte ich einen kleinen Sturm in der Hand gehalten.


Die Wertung:
Ich wollte mehr als fünf Punkte vergeben, aber mehr habe ich ja nicht.


Bei der Gestaltung habe ich nicht einmal aus dem Vollen geschöpft, weil mir die Covergestaltung unter ästhetischen Gesichtspunkten nicht hundertprozentig gefällt. Das ist ein wenig paradox, wo ich es doch letztlich gekauft habe, weil mir das Cover aufgefallen ist.


Schreibfehler sind mir diesem Buch keine aufgefallen, da haben Übersetzer und / oder Lektorat ganze Arbeit geleistet.


Der Ausdruck war tadellos. Die Sätze sind schön ausformuliert und präzise, der Wortschatz ist bildgewaltig. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive mehrerer beteiligter Personen. Wörtliche und indirekte Rede stehen - so habe ich es empfunden - in einem harmonischen Verhältnis, so dass ich mich als Leser immer sehr nah am Geschehen fühlte, gleichzeitig aber auch Hintergründe und Motive erleben durfte.


"Wunder" ist ein sehr unterhaltsames Buch. Gestützt durch die Erzählform und begünstigt durch die vielen sorgfältig aufgebauten und effektiv entladenen Emotionen, ist dieses Buch zu lesen ein schönes Erlebnis.


Strukturell kann ich nicht klagen. Die Geschichte um August Pullman wird aus der Perspektive verschiedener Charaktere erzählt, auch wenn August selbst im Laufe des Buches den größten Erzählanteil hat. Die Berichte der Figuren überlappen sich an manchen Stellen und ergänzen an anderen. Dadurch verliert man nie den Bezug zur Hauptperson. Überhaupt dreht sich ja schließlich alles um den Jungen mit dem seltsamen Gesicht und darum, wie seine Umwelt ihn wahrnimmt. Auf dem Weg durch die Geschichte konfrontiert uns die Autorin zunächst mit Ablehnung und Angst und führt dann über Widerstand zu Toleranz, Akzeptanz und schließlich Bewunderung und Freundschaft. Durch diesen Prozess wird man als Leser nachvollziehbar hindurchgeleitet. 


Und obwohl ich das Gesicht des Buches nicht hübsch finde, gehört "Wunder" zu den schönsten Büchern und zu den bewegendsten Geschichten, die ich jemals gelesen habe.

 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

gay romance, gay fantasy

Verdammt magisch: Schwule Fantasy-Romantikkomödie

Regina Mars
E-Buch Text: 297 Seiten
Erschienen bei null, 01.07.2017
ISBN B0732WJZ96
Genre: Sonstiges

Rezension:

Worum geht's?

Norman ist ein Draufgänger, ein Raufbold aus einer der mieseren Gegenden von Løbago und stolzer Sohn einer Puffmutter. Er hat ganz klare Ziele: Er will der beste Magier der Welt werden und Feuerbälle, Eisschwerter und noch viel bessere Sachen aus Magie erschaffen. Er will gegen die mächtigen Eismonster kämpfen, heroisch wie sein Vorbild, Gunnar Krafft!

Heimfried stammt nicht aus Løbago, wie Norman, sondern aus dem Nördlichen Flussland. Er ist so behütet aufgewachsen, wie man es sich nur vorstellen kann. Als jüngster Spross seiner Familie war er vorherbestimmt, seiner Mutter bis zu ihrem Lebensende Gesellschaft zu leisten.

Doch auch bei Heimfried wurde magisches Potenzial festgestellt und nun muss er zusammen mit Norman und vielen anderen Achtzehnjährigen eine Ausbildung zum Magier absolvieren. Das kann man sich wie eine Art Wehrpflicht vorstellen. Die Magier werden nämlich gebraucht, um die jährlich wiederkehrenden Angriffe der Eismonster abzuwehren.

Norman und Heimfried teilen sich ein Zimmer im Institut, dabei könnten sie unterschiedlicher gar nicht sein. Heimfried ist klein, schmächtig und piepsig, während Norman laut und offensiv ist. Aber eines haben sie gemeinsam: Sie sind mit Abstand die schlechtesten Magieschüler am ganzen Institut.

Der Leser darf gespannt sein, wie sich hier eine Romanze entwickeln soll und ob aus den beiden Jungs wirklich fertige Magier werden, die auf der Stadtmauer gegen krallenbewehrte Monster kämpfen.

Ich geb's zu: Das klingt alles ziemlich abstrus, aber es ist wirklich witzig zu lesen und die Welt ist bunt und fantasievoll. In diesem Buch erfahren wir ein paar Einzelheiten aus der Geschichte von Løbago und warum manche ihrer Einwohner gerade stinksauer sind. Uns wird ein Magiesystem vorgestellt, das ich zumindest noch nirgends sonst gelesen habe. Wir bekommen es mit korrupten Anführern zu tun, mit Rebellion, mit Betrügern, lauten Antreibern und sanften Hirten. Natürlich auch mit Monstern, Wettkämpfen und viel Liebe. 


Und wie war's?

In diesem Buch tauchen wir mal in eine Fantasy-Welt ein, zu der uns Regina Mars ein Türchen öffnet. Wir halten uns dabei ausschließlich innerhalb der Stadtmauern Løbagos auf, meistens am Institut oder mitten in der Stadt. Obwohl die Autorin von den architektonischen Gegebenheiten nur wenig preisgibt, kann man sich als Leser schnell zurechtfinden und gern ein Weilchen niederlassen. Aufgrund der Namen einzelner Figuren und Orte darf man sich aber alles wohl ein bisschen skandinavisch vorstellen. Tatsächlich hätte sie ihre bunte Welt durch mehr Gestaltung (zum Beispiel beim Institut) noch etwas anfassbarer machen können. Die Autorin reichert ihre wichtigsten Personen mit Hintergrundgeschichten an, die ihnen etwas Tiefe verleihen. Das ist auch wichtig, weil gerade Norman und Heimfried so grundverschieden sind.

Dieses Buch gehört eindeutig zu den lustigeren ihrer mittlerweile 16 Werke - und das will was heißen, denn lachen darf man wohl in jedem ihrer Bücher. Das ungleiche Paar macht Spaß. Es ist toll zu sehen, wie aus einem weinerlichen Hänfling mit der Zeit zwar kein Draufgänger, aber immerhin ein Typ wird, der sich zurechtfindet. Mehr noch: Er wird umso mehr respektiert, je mehr er sich selbst zutraut. Und andersrum genauso: Norman mimt das unfreundliche Trampel, als wir ihn kennen lernen. Doch mit der Zeit und durch Heimfrieds Einfluss wird er fast schon lammfromm. Fast.

Die Annäherung von Norman und Heimfried selbst hätte mehr Raffinesse vertragen als die plötzliche Erkenntnis, dass sie beide schwul sind und ihre miserable magische durch eine zusätzliche körperliche Verbindung stärken könnten. Da fehlte mir eine der von mir letzthin viel zitierten Schleifen, ein Zögern und ein Hadern, bis sie es schließlich nicht mehr verhindern können und wollen.


Die Wertung:

Bei der Gestaltung hat mich die Autorin nicht enttäuscht. Auf dem Cover sehen wir die beiden Romanhelden Norman und Heimfried, umgeben von ihren Netzen aus magischer Energie. Heimi hat sogar einen Feuerball für uns zustande gebracht. Ganz klein natürlich.

Was den Ausdruck angeht, bin ich dahinter gekommen, was mich "stört", wobei "stört" zu hart klingt. Regina Mars gibt sich selbst kaum die Möglichkeit zu einem bemerkenswerten Ausdruck, weil die Geschichte überwiegend aus wörtlicher Rede besteht. Die erzählenden Passagen dienen im Regelfall nur der kurzen Veranschaulichung der Szenerie und der Gedanken der handelnden Personen. Aber ist das schlecht? Ich finde nicht, denn wörtliche Rede verleiht einer Geschichte eine Dynamik, die durch Erzählung allein nur schwer zu erzielen wäre. Und ich nehme bei einem Buch lieber einen Punktabzug beim Ausdruck in Kauf als bei der Unterhaltung (die von mir ohnehin mit einem deutlich höheren Gewicht bewertet wird).

Unterhaltsam ist diese Geschichte allemal, daher volle fünf Punkte in dieser Kategorie. Die bunte, fantasievolle und trotzdem verruchte und schmutzige  Welt macht Spaß, die Figuren sind lustig, liebevoll, tollpatschig, überheblich oder auch ganz anders. Die Grundhandlung ist nachvollziehbar, der Leser wird sicher durch die Geschichte geführt. Am Ende fand ich es schade, dass Frau Mars einen relativ endgültigen Deckel auf das Projekt gesetzt hat. Eine Fortsetzung erscheint recht unwahrscheinlich, dabei wäre doch so viel Potenzial vorhanden, angefangen damit, dass die Ausbildung zum vollwertigen Magier drei Jahre dauert und wir gerade mal das erste Lehrjahr hinter uns haben. Es gab immerhin schon siebenjährige Schulzeiten für Magier, die die Autorin zu Weltruhm und ein paar Milliönchen gebracht haben.

Die Struktur der Geschichte ist nicht weiter herausfordernd und musste keinen Punktabzug befürchten. Sie hat eine meistens geradlinige zeitliche Abfolge mit nur einfachen kurzen Ausflügen in die Vergangenheit. Die auftretenden wichtigen Personen sind überschaubar, ebenso die Schauplätze. Keine Gefahr, aber auch kein Risiko.

"Verdammt magisch" kann ich volljährigen Lesern ruhigen Gewissens empfehlen, weil es Spaß macht, die Geschichte zu lesen, weil einem die Figuren ans Herz wachsen, weil sich das Mit-Verlieben toll anfühlt und weil das Ende so richtig happy ist.

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Tags: gay fantasy, gay romance   (2)
 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

graphic novel, begehren, lust, schwul, beziehung

Vorsicht Nachsicht

A.C. Lelis
E-Buch Text: 521 Seiten
Erschienen bei Cursed Side (GbR), Julia Schwenk, Simone Neblich-Spang, 25.09.2012
ISBN 9783942451376
Genre: Sonstiges

Rezension:

Worum geht's?

In "Vorsicht Nachsicht" geht es um Ruben, einen Studenten mit massiven Minderwertigkeitskomplexen. Ruben gerät an Radiomoderator Kilian, der zwölf Jahre älter ist. Ruben kann nicht fassen, dass sich Kilian der Göttliche tatsächlich für ihn interessiert. Und deshalb ist Ruben äußerst vorsichtig und misstrauisch. Zu recht, wie sich herausstellt.

Zwischen den beiden entwickelt sich eine Beziehung, die Ruben genießen will, solange sie anhält. Aber Kilian -  eigentlich ein lieber Mensch und im Bett eine Granate - ist nicht treu. Ruben lässt es sich gefallen, weil er sich für wertlos hält. Kilian wiederum hält das für Gleichgültigkeit, als wäre er Ruben einfach nicht wichtig genug.


Und wie war's?

Oha, ich bin froh, dass ich die Bücher von A.C. Lelis in chronologisch umgekehrter Reihenfolge lese. Hätte ich mit diesem Buch angefangen, ich hätte es wohl nicht nur abgebrochen, sondern auch nie wieder etwas von der Autorin gelesen.


Das liegt zum Einen an den rund 35 Schreibfehlern, die letztlich alle Wertungspunkte in dieser Kategorie aufgezehrt haben. Zum Anderen daran, dass das Buch schon mit dem ersten Satz mit einer Sexszene beginnt. Und schließlich an den schnell nervenden und nie endenden Selbstzweifeln des Protagonisten.


Am Ende war ich froh, das Buch trotzdem gelesen zu haben.


Irgendwann weiß man als Leser, dass es gerade um Rubens Minderwertigkeitskomplexe geht und um die Denkprozesse, die dadurch ausgelöst werden. Kilian erlebt einen ganz anderen Ruben, als der allwissende Leser. Für ihn ist Ruben ein cooler Student, so cool, dass er emotional beinahe  gleichgültig wirkt. Ruben spricht nur das Nötigste (er hat ständig Angst, etwas Dummes zu sagen oder im fällt einfach nichts ein). Aber die Coolness, die Kilian zu sehen glaubt, ist in Wirklichkeit ein mächtiger, richtig dicker Panzer aus Eis, den Ruben während seines jungen Lebens um sich herum aufgebaut hat. Damit schützt er sich vor verbalen und emotionalen Angriffen, die er sogar von seinen eigenen Eltern kennt. Er hat bisher nur gelernt, dass er nutz- und wertlos ist. Attribute wie "liebenswert" oder auch nur "gutaussehend" würde er im Leben nicht mit seiner Person in Verbindung bringen.


Mit diesen Gedanken wird man als Leser fortwährend konfrontiert, während Ruben versucht, seine Beziehung zu Kilian eben so lange zu genießen, bis der ihn wegwirft. Dass Kilian untreu ist, ist natürlich Wasser auf Rubens Gedankenmühlen. Ab dem ersten Fehltritt hat er nur noch Angst, dass es wieder geschieht, während er behauptet, es mache ihm nichts aus. Er will Kilian nicht verlieren. Aber alles scheint gegen ihre Beziehung zu sprechen, am lautesten Rubens Cousin Torben, seine Freunde und sogar Kilians Freunde.


Die beste Stelle des Buches war für mich der Zeitpunkt, an dem der ganze Knoten platzt, an dem Rubens Mauer wie durch ein Erdbeben einstürzt und all die Emotionen, die unterdrückten und verschwiegenen Ängste gewaltsam hervorbrechen. Ein wahnsinnig emotionaler Moment, der für all die nervigen Momente entschädigt, in denen Ruben nicht sagen konnte, was er wirklich dachte.


Die Wertung:

Das Cover hat mir persönlich leider nicht gefallen. Ein halbnackter Junger in einem Bett sagt mir zu wenig über das Buch und seine Geschichte aus, als dass ich es mir deshalb kaufen würde. Es wird der Geschichte auch tatsächlich nicht gerecht, denn so nackt und unbefangen, wie Ruben hier dargestellt wird, ist er ganz lange nicht.


Die Unterhaltung hat weit über die Hälfte des Buches hinaus unter den wiederkehrenden Selbstzweifeln gelitten, mit denen uns Ruben konfrontiert. Gleichzeitig stieg aber die Spannung, wie sich die Geschichte weiterentwickelt. Zeitweise konnte ich nicht glauben, dass es Ruben und Kilian bis zum Ende schaffen sollten. Dagegen sprachen Rubens verschlossene Art, Kilians Untreue und der Widerstand ihres Umfeldes. Und schließlich interessierte sich auch noch ein anderer Junge ganz offensiv für Ruben. Ich war schon früh überzeugt, dass die Beziehung keine Zukunft hat. Zwischendurch hätte ich Kilian zu gern selbst zum Teufel gejagt und Ruben am liebsten kräftig geschüttelt. Ich kann also nicht behaupten, die Geschichte wäre nicht unterhaltsam gewesen.


Und weil es letztlich hauptsächlich auf die Unterhaltung ankommt, hat das Buch die Punkte durchaus verdient, die es bekommen hat. 

 

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Kaktuskavalier

A.C. Lelis
E-Buch Text: 345 Seiten
Erschienen bei Cursed Verlag, 17.03.2016
ISBN B01CISLQNG
Genre: Sonstiges

Rezension:

Worum geht's?
Liebe auf den ersten Blick mit Hindernissen. Lennard und Cedric begegnen sich auf der Straße, blicken sich im Vorbeigehen tief in die Augen, drehen sich nochmal um und Lennard bekommt Cedrics Nummer. Blöd nur, dass Lennard auf dem Nachhauseweg sein Handy verliert. Er muss Cedric aber unbedingt wiedersehen und setzt alle Hebel in Bewegung, um ihn zu finden.

Details (Spoiler!)
Lennard ist Millionär. Darauf wird er auch ziemlich häufig reduziert. Dass er ein Hutgeschäft betreibt, wird von vielen belächelt. Cedric ist Schauspieler am Theater. Blond und blauäugig entspricht er eigentlich nicht Lennards Beuteschema. Trotzdem sorgt er bei ihm für schlaflose Nächte, zuerst, weil Lennard seine Nummer verloren hat, dann weil er sich ziert und später aus rein körperlichen Gründen. Cedric ist eigentlich schon in einer Beziehung mit Jörg, einem Regisseur am Theater. Aber Lennard ist hartnäckig und übt eine intensive Anziehungskraft auf Cedric aus, so dass dieser die strikten Regeln seiner offenen Partnerschaft mit Jörg bricht. Blöd, dass Jörg ein Choleriker ist, dem gerne mal die Hand ausrutscht.
In der Nebenhandlung lernt Lennard Simon kennen. Er spielt den „Schmusekater“ für einen Arzt namens Arne, der im selben Haus wohnt wie Lennard. Die Beziehung zwischen Simon und Arne ist anfänglich faszinierend merkwürdig. Simon ist ihm sozusagen zugelaufen (dazu später mehr) und kommt jetzt immer wieder zu ihm, zum Schmusen und für mehr. Einen Schlüssel hat er nicht und sitzt deshalb – wie ein Kater – Abend für Abend vor der Haustür und wartet darauf, dass sein „Herrchen“ von der Arbeit heimkommt. Als Lennard ihn an einem Abend vor der Tür sitzend vorfindet, nimmt er ihn mit in seine Wohnung. Die beiden freunden sich an, aber weil beide an jemand anderem interessiert sind, bleibt es bei einer Freundschaft. Simon wartet fortan nicht mehr vor dem Haus auf Arne, sondern in Lennards Wohnung.

Und wie war’s?
„Kakuskavalier“ ist eigentlich der erste Band eines Zweiteilers, der mit „Kaffeekavalier“ endet. Dass ich die beiden Bücher in umgekehrter Reihenfolge gelesen habe, macht aber gar nichts, denn die Handlungen als solche haben nichts miteinander zu tun. Sie berühren sich an der einen oder anderen Stelle und die Figuren des einen Bandes tauchen mal kurz im jeweils anderen auf. Das macht Spaß, weil man als Leser Figuren wiedererkennt und sogar weiß, wie es zu bestimmten Situationen gekommen ist. Das funktioniert in beide Richtungen hervorragend.

Besonders an „Kaktuskavalier“ ist die Kurzgeschichte „Streunerkater“. Für sie muss man ans Ende des Buches blättern, denn sie ist hintenan gestellt. „Streunerkater“ erzählt, wie sich Simon und Arne kennenlernen. Als ich anfing zu lesen, war ich skeptisch, denn es begann sofort mit einer zunächst anonymen und unromantischen Sexszene. Zum Glück habe ich das Buch da nicht gleich abgeschrieben (und zum Glück hatte ich „Kaffeekavalier“ da schon gelesen und wusste daher, dass dieses Buch nicht so schlecht sein kann!). Bemerkenswert war dann ja auch, wie es nach dem Sex weiterging. Toll, dass die beiden Figuren im eigentlichen Roman dann immer wieder auftauchen.

Das Auf und Ab zwischen Lennard und Cedric funktionierte diesmal sogar ohne das sonst regelmäßig auftauchende Empfinden, die Protagonisten würden eine Schleife zu viel drehen, bis sie sich endlich bekommen. In der ersten Phase, als Lennard versucht, Cedric ausfindig zu machen, ist es spaßig zu lesen, dass er bei anderen Männern nicht mehr funktioniert, weil er nur noch Cedric im Kopf hat, den Typen, den er auf der Straße getroffen hat. Als er ihn dann endlich gefunden hat, kommt der ihm mit der 72-Stunden-Regel und lässt ihn erstmal abblitzen. Lennard gibt aber nicht auf und schafft es schließlich, Cedric zu einem Treffen zu bewegen. Danach ist es erst recht um ihn geschehen, aber Cedric hat noch mehr Regeln auf Lager. Eine Regel seiner offenen Beziehung besagt, dass er sich niemals mehr als einmal mit einem Mann treffen darf. Ab jetzt wird es ein Verführungsspiel. Lennard sorgt zunächst mit kleinen Aufmerksamkeiten dafür, dass Cedric ihn nicht vergisst. Als der dann endlich zaghaft anbeißt, sorgt mangelnde Kommunikation dafür, dass sie im Streit auseinandergehen. Na gut, das ist eine Extra-Schleife, aber das war schon OK. Lennard schafft es letztlich, Cedric zu einem großen Gefallen zu überreden. Sein Freund kommt dahinter, dass Cedric ihn betrügt und lässt ihn spüren, was er davon hält. Für Cedric ist diese letzte Prügelattacke Grund genug, die Beziehung zu beenden und sich Lennard endlich voll und ganz hinzugeben.

Dass Lennard absichtlich die Beziehung zwischen Cedric und Jörg torpediert, fand ich gewöhnungsbedürftig. Ich bin zwar kein gläubiger Mensch und komme hier sicher nicht mit dem Verbot des Ehebruchs. Aber jemandem absichtlich den Freund auszuspannen finde ich egoistisch und für das Opfer dieses Raubs sehr verletzend. A.C. Lelis heilt dieses Empfinden ein bisschen dadurch, dass Jörg ein cholerisches Arschloch ist, der seinen Freund verprügelt. Letztlich tut Lennard damit scheinbar etwas Gutes. Allerdings weiß der ganz lange nichts von Jörgs gewalttätigem Temperament.

Die Wertung:
Das Cover hätte mich per se jetzt nicht zum Kauf animiert. Das heißt aber nicht, dass ich es schlecht finde. Wir sehen hier immerhin einen Mann mit Hut auf einer Straße, der möglicherweise jemandem gerade tief in die Augen schaut. Also durchaus nicht unpassend, letztlich aber nicht unbedingt mein Lieblingscover. Einen Pluspunkt verdient die Gestaltung wiederum durch vereinzelte Illustrationen innerhalb des Buches.

Auf den 350 Seiten habe ich sechs Schreibfehler markiert und somit drei Punkte bei der Bewertung der Orthographie abgezogen.

Der Ausdruck ist einfach und unauffällig. Ich habe keine literarisch besonders hervorstechenden Passagen bemerkt, weder positive noch negative. Unauffällig und solide.

„Kaktuskavalier“ ist ähnlich unterhaltsam und fesselnd, wie „Kaffeekavalier". Auch hier ließ mich die Geschichte nicht los, ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Zwischenzeitlich war ich mir nicht mal mehr sicher, ob es am Ende wirklich auf Lennard und Cedric oder vielleicht sogar Lennard und Simon hinausläuft. Die Entwicklungen sind dabei grundsätzlich nachvollziehbar, wirken nicht an den Haaren herbeigezogen und machen ganz oft auch noch Spaß.

Emotional unterscheidet sich dieser erste Band etwas vom zweiten, in dem ich gefühlt noch ständig geheult hatte. Derlei Emotionen bleiben hier etwas oberflächlicher. Dafür gibt es hier deutlich mehr Sex.

Strukturell ist an „Kaktuskavalier“ fast nicht zu meckern. Es tauchen deutlich mehr Namen auf als im zweiten Band und irgendwann habe ich nicht mehr ganz geblickt, wer wer ist. Aber das betraf nur unwichtige Nebenhandlungen, tat der Geschichte keinen Abbruch und war letztlich wohl auch eher meiner Bequemlichkeit geschuldet, mir Namen zu merken.

Ein weiterer Gay-Romance-Roman von A.C. Lelis und wieder fand ich es schade, das Buch am Ende zuklappen zu müssen.

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Kaffeekavalier

A.C. Lelis
E-Buch Text: 368 Seiten
Erschienen bei Cursed Verlag, 09.03.2017
ISBN B06XJ3FNCK
Genre: Sonstiges

Rezension:

Worum geht's?

Timm ist zwanzig Jahre alt, als er sich bei Eike um eine Ausbildungsstelle zum Friseur bewirbt. Im Gepäck hat er eine total verkorkste Vergangenheit, die tiefe Narben auf seiner Seele hinterlassen hat. Eike gibt ihm eine Chance - nicht ganz vorbehaltlos und immer auf der Hut. Er versucht, zu verdrängen, dass da mehr zwischen ihnen entsteht, immerhin ist Timm sein Azubi ...

Details (Spoiler!)

Eike hat einen eigenen Friseurladen in Hamburg. Der Dreißigjährige beschäftigt zwei Angestellte und sein Salon erhält stets Höchstnoten von seinen Kunden. Als die Geschichte beginnt, geht es Eike nicht besonders gut. Sein Freund hat eine Stelle in der Schweiz angenommen und ist kürzlich ausgezogen. Die beiden versuchen es mit einer Fernbeziehung.

Timm hat sich einen Spättermin in Eikes Salon geben lassen. Der Zwanzigjährige scheint zunächst eher nicht in den teuren Laden zu passen, mit seiner gebrochenen Nase, dem kaputten Schneidezahn und den Klamotten, die eher an ein Ghettokid erinnern als an Eikes übliche Klientel. Zumindest für die Frisur kann etwas getan werden. Sie kommen ins Gespräch und Eike erfährt, dass Timm ebenfalls Friseur werden will. Am Ende ist sich Eike sicher, dass Timm nicht nur wegen eines Haarschnitts ausgerechnet in seinem Salon gelandet ist. Obwohl er ein komisches Gefühl bei der Sache hat, bietet er Timm einen Praktikumsplatz an und der Junge macht sich mehr als gut. Eike und seine Angestellten sind begeistert und schließen Timm schnell ins Herz. Eike beschließt, ihn auszubilden. Doch gleich am ersten Tag seiner offiziellen Ausbildung erscheint Timm nicht zur Arbeit. Am nächsten Tag fährt Eike zu ihm nach Hause und findet Timm halbnackt und grün und blau geschlagen an seine Heizung gefesselt vor. Er befreit den Jungen und nimmt ihn mit in seine Wohnung. Was er über Timms Vergangenheit herausfindet, ist haarsträubend. Er ist beeindruckt, was für eine Person trotzdem aus Timm geworden ist und lässt ihn bei sich wohnen - bis er etwas besseres gefunden hat.

Während die Fernbeziehung nicht so richtig funktioniert, steigt die Faszination für Timm, der sich in die Zweier-WG einbringt, sich um Eike kümmert, geheimnisvoll ist und noch dazu unverschämt gut aussieht. Aber weil er zehn Jahre jünger und außerdem sein Azubi ist, verbietet sich Eike, auch nur über mehr nachzudenken.

Es ist klar, dass die Verdrängungstaktik nicht ewig funktioniert. Die Anziehungskraft zwischen den beiden wird unüberwindbar, da kann sich Eike noch so sehr an seine Prinzipien und seine Bedenken klammern. Im Grunde sorgt er sich vorrangig darum, was andere davon halten würden, er ist immerhin Timms Chef und Timms Vergangenheit ist alles andere als glorreich. Außerdem hat er Angst, verletzt zu werden und Timm zu verletzen, der immerhin gerade eine dreijährige Ausbildung in seinem Salon begonnen hat. Seine dreijährige Beziehung zu Holger endet, während Timm schon bei ihm untergekommen ist. Insgesamt also richtig denkbar schlechte Vorzeichen für eine Beziehung.

Wie es am Ende trotzdem dazu kommt und warum sich das Resultat so gut anfühlt, muss man einfach lesen.

 

Und wie war's?

Ich habe lange nicht mehr so viele Tränen beim Lesen vergossen wie bei diesem Buch. Nicht, weil so viele schreckliche Dinge passieren, sondern weil die Emotionen bei mir richtig gut funktioniert haben. Anders als zum Beispiel bei den Gay-Romance-Büchern von Regina Mars, die mich seit geraumer Zeit begeistern, ist "Kaffeekavalier" aber nicht lustig geschrieben, sondern befasst sich mit so ernsthaften Themen wie Prostitution, Drogen, Alkoholismus und Jugendgefängnis. Zum Glück sind das Themen, die in Timms Vergangenheit gehören, denn schon ihre Bewältigung in dieser Geschichte ging mir sehr nah. Ich bin da wohl sehr empfindlich.

Die Mischung aus Vergangenheitsbewältigung, aufkeimender Verliebtheit, aber auch die Arbeit in dem Salon und die Freunde drumherum, all das hat mir richtig gut gefallen. Der Salon war übrigens einer der Gründe, das Buch zu lesen. Ein typischer Coverkauf eigentlich. Vorgestellt habe ich mir einen von den modernen auf klassisch gemachten Barbershops, die gerade wieder aus dem Boden schießen und sich so überdeutlich von den profillosen Friseurketten unterscheiden, die ich bisher so kannte.

 

Die Wertung:

Da es ein Coverkauf war, sind fünf Punkte für die Coverabbildung natürlich ein Muss. Ich habe den Verlag zunächst nicht um Erlaubnis gebeten, das Cover hier abbilden zu dürfen, weil ich bei Gay-Romance-Büchern immer etwas vorsichtig bin. Viele sind so "billig" geschrieben und mit Schreibfehlern durchsetzt, zum Teil so auf Erotik reduziert, dass ich sie zwar lese, es aber keinem erzähle. Ich bin froh, wieder ein Buch gefunden zu haben, bei dem das anders ist. Natürlich bleibt Gay Romance Gay Romance. Das bedeutet für mich  mehr oder weniger schmalzige schwule Liebesgeschichten, die zu Herzen gehen und zuweilen meine Tränendrüsen quetschen. Erotik spielt hier durchaus auch eine Rolle. Wichtig ist für mich nur, dass die Geschichte nicht um die Erotik herumgeschrieben ist und dass ich beim Lesen und am Ende glücklich bin. 😃 Ein Happy End ist mir richtig wichtig.

So viel zum Cover.

Bei der Orthografie habe ich am Anfang nicht aufgepasst, als ich sicherheitshalber erstmal die Leseprobe auf meinem Kindle hatte. Danach habe ich vier Schreibfehler gefunden, was bei rund 400 Seiten keinen Punkt Abzug in der Wertung bedeutet.

Der Ausdruck ist einfach und unauffällig. Ich habe keine literarisch besonders hervorstechenden Passagen bemerkt, weder positive noch negative. Unauffällig und solide.

Über die Unterhaltung kann ich mich ebenfalls nicht beschweren. Im Gegenteil! Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen! Die Autorin hält sich nicht mit seitenlangem Geschwafel auf, das nirgendwohin führt. Wie üblich war bei mir irgendwann der Punkt erreicht, an dem ich es nicht mehr erwarten konnte, dass die Protagonisten endlich von ihren Zweifeln ablassen und ich hoffte, dass sie nicht noch eine Schleife drehen müssen. Aber das gehört wohl einfach dazu. A.C. Lelis verwöhnt den Leser immerhin damit, dass sich die Figuren während des ganzen Prozesses auf andere Weise näherkommen. Das sorgte für die schon erwähnten Emotionen. Die Geschichte und ihre Figuren haben sich so gut angefühlt, dass ich unablässig weiterlesen wollte. Wenn das keine Unterhaltung ist...

Strukturell ist "Kaffeekavalier" nicht herausfordernd. Die Geschichte ist einigermaßen geradlinig, es gibt nur wenige Nebenhandlungen und auch die Handvoll Locations bergen nicht die Gefahr, sich als Leser zu verlaufen. Meistens hatte ich das Gefühl, der Schauplatz wäre vollständig, das bedeutet, mir als Leser reichte es, was ich darüber wusste, um mich gedanklich dort gut einzurichten. Auch die Anzahl an Nebenfiguren ist für den Leser sehr gut beherrschbar. 

Bei den Gay-Romance-Büchern von A.C. Lelis werde ich definitiv am Ball bleiben. Und "Kaffeekavalier" ist ein Schmachtroman, den ich Genrebegeisterten sehr gern weiterempfehle.

 

 

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bienen, bienensterben, roman, natur, maja lunde

Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei btb, 20.03.2017
ISBN 9783442756841
Genre: Romane

Rezension:

"Die Geschichte der Bienen" erzählt Maja Lunde in düsteren Bildern einer Zukunft, in der es keine Bienen mehr gibt. Im Jahr 2098 liegt die Zivilisation am Boden, denn mit dem Verschwinden der Bienen werden die Pflanzen nicht mehr auf natürliche Weise bestäubt. Nutz- und Futterpflanzen gedeihen schon seit vielen Jahren nicht mehr, Früchte bleiben aus, Vieh kann nicht mehr versorgt werden. Die Wirtschaft geht zugrunde, den Menschen fehlt es an Einkommen und an Nahrung. Tao ist die Mutter des kleinen Wei-Wen. Wie viele Frauen arbeitet sie in China als Bestäuberin.

Angereichert wird diese Dystopie durch zwei weitere Zeitlinien. Eine spielt in der Mitte des 19. Jahrhunderts. William leidet an schweren Depressionen. Er kann nicht arbeiten, was seine Familie allmählich in den Ruin treibt. Erst ein Buch über Imkerei weckt seine Leidenschaft.

2007 treffen wir auf George. Er ist bereits seit vielen Jahren Imker und versucht, seinen Sohn Tom für seine Arbeit zu begeistern. Erfolglos. Tom hat ganz andere Pläne, er will studieren. Sein Vater hat dafür kein Verständnis, er will den Fortbestand des Familienunternehmens sichern. In dieser Zeitebene erfahren wir vom Bienensterben, das zu der düsteren Zukunft von Tao führt.

 

Und wie war's?

Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut. Ich habe zwar keinen besonderen Bezug zu Bienen, aber das Cover und die Aufmachung des Buches haben mich angesprochen. Davon, dass die Geschichte in drei Zeitebenen erzählt wird, versprach ich mir abwechslungsreiche Unterhaltung aus verschiedenen Perspektiven.

Aber schon bald folgte die Ernüchterung. Die drei Geschichten, die kapitelweise abwechselnd erzählt werden, langweilten mich. Die von William war geprägt von seiner Depression, der wachsenden Armut seiner Familie, seiner resignierten Frau und seinem desinteressierten Sohn. George versucht verzweifelt, seine konservativen Werte durchzusetzen, um seinen Sohn für den Betrieb zu gewinnen. Aber er stößt ihn damit nur von sich und seine Frau wird dadurch auch nicht gerade zu seiner besten Freundin. Die Stimmung in diesen beiden Zeitebenen ist also ziemlich mies. In der Zukunft spielen Tao, ihr Mann Kuan und ihr gemeinsamer Sohn Wei-Wen die Hauptrollen. Aber es reicht nicht, dass die Menschheit hier ohnehin zugrunde geht, die Drei müssen auch noch eine persönliche Katastrophe erleiden: Bei einem Ausflug stößt dem kleinen Wei-Wen etwas zu.  Was es ist, erfahren wir lange nicht, nur, dass er plötzlich nicht mehr atmen kann und vom Rettungsdienst in eine unbekannte Klinik gebracht wird. Seine Eltern sehen ihn für einige Zeit nicht wieder und wissen nicht, was mit ihm ist. Niemand will ihnen Antworten geben. Schließlich macht sich Tao allein auf den Weg nach Peking, um ihren Sohn dort zu finden.

Insgesamt macht "Die Geschichte der Bienen" leider überhaupt keinen Spaß. Das wäre in Ordnung, wenn sie denn lehrreich wäre. Aber wir lernen erschreckend wenig über Bienen, erfahren gerade mal etwas über verschiedene Modelle der Bienenstöcke, wir wissen, dass es eine Königin gibt und dass alle Bienen spezielle Aufgaben haben. Wir lernen, dass Bienen von Natur aus gern schwärmen und der Imker das gar nicht gern hat. Ich wusste nicht, dass man Bienenvölker anscheinend mit dem Truck über weite Strecken befördert, um sie Obstfelder bestäuben zu lassen. Insgesamt aber blieb das vermittelte Wissen auch nur sehr oberflächlich. Also kaum Unterhaltung, kaum Wissensvermittlung. Das Schicksal des kleinen Wei-Wen scheint zwar bemerkenswert, aber genau wie die Eltern erfährt auch der Leser lange Zeit nicht, was denn eigentlich genau passiert ist. Dass der Ort, an dem "es" geschah, von der Regierung abgesperrt und erforscht wird, hält zumindest die Spannung aufrecht, wenigstens in dieser Zeitebene.

Auch wenn also der Roman nicht auf Spaß aus ist, aber auch kein Lehrbuch sein will, eines ist "Die Geschichte der Bienen" auf jeden Fall: Ein düsteres Plädoyer für einen besseren Umgang der Menschen mit ihrer Umwelt. Für das Bienensterben - das weiß man in der von Maja Lunde erzählten Zukunft - ist der Klimawandel mit seinen zunehmend trockenen und nassen Unwettern ebenso verantwortlich wie der weltweite Einsatz von Insektenvernichtungsmitteln. Das ständige Bestreben des Menschen, die Natur selbst zu kontrollieren und zu zähmen, führt schlussendlich zu ihrer Vernichtung.

Die Autorin verwendet viel Zeit darauf, die Personen und ihre Umgebung genau zu beschreiben, anhand von Gerüchen, Geräuschen und vor allem Farben - insbesondere übrigens der Farbe gelb, die in diesem Buch über zwanzig Mal erwähnt wird. Auffällig fand ich, dass in den Kapiteln der ersten Zeitebene (William) die Farbe gelb am häufigsten auftrat - genau wie die Bienen. In  Georges Zeitlinie, wo das Bienensterben bereits begonnen hat, halbiert sich das Aufkommen der Farbe gelb. Den gleichen Effekt kann der aufmerksame Leser in der zukünftigen Zeitebene von Tao feststellen. Hier kommt die Farbe gelb fast kaum noch vor.

Während der ersten ungefähr drei Viertel des Buches langweilte ich mich also so sehr, dass ich begann, das Auftreten der Farbe gelb mitzuzählen und zu hoffen, dass sie eine Bedeutung hat (was sie dann ja anscheinend auch hat). Erst dann nahm die Geschichte allmählich an Fahrt auf. Taos Suche nach ihrem Sohn wurde interessanter, Williams Anstrengungen schienen sich auszuzahlen und das Bienensterben hatte Georges Bienenfarm erreicht. Ein Umbruch, in jeder der drei Zeitebenen - endlich passierte etwas. Und das ließ dann bis zum Ende auch nicht nach, mehr noch: Die Zeitlinien verbanden sich. Jetzt endlich erfährt der Leser, warum die drei Geschichten erzählt werden. 

 

Die Wertung:

Letzten Endes hat das die Bewertung der Unterhaltung nicht mehr wirklich retten können. Was bleibt, ist das Gefühl, mich während des größten Teils des Buches gelangweilt zu haben. Ich wollte das Buch zwischendurch schon abbrechen. Dass sich das in der Endbewertung nicht ablesen lässt, liegt an den vielen Punkten der übrigen Bewertungsbestandteile. Die Aufmachung hat mich dazu verleitet, das Buch überhaupt zu lesen. Das Cover finde ich ansprechend, der Titel ist schön. Nimmt man den Schutzumschlag der gebundenen Ausgabe ab, erhält man ein rapsgelbes Buch mit einer schwarzen Biene. Selbst das Lesebändchen ist knallgelb. Das Buch ist also gelb, wenn man es aufschlägt und es ist gelb, wenn man es schließlich wieder schließt. Schriftgröße, Schriftart, Seitenränder: Alles in Ordnung.

Orthographisch kann ich nich meckern. Mir sind nur zwei Schreibfehler aufgefallen. Um die Bewertung zu trüben, hätten es bei rund fünfhundert Seiten mindestens fünf Fehler sein müssen.

Der Ausdruck ist zumeist ansprechend. Ich hatte zuweilen das Gefühl, dass er absichtlich in Ansätzen auch literarisch anspruchsvoll sein sollte. Tatsächlich sind die Sätze ünerwiegend ausgefeilt und sprachlich sauber, es ist aber nicht so, dass man sich anstrengen muss, um das Buch zu verstehen. Langer Rede kurzer Sinn: Der Ausdruck erleidet keinen Punktabzug.

Fast besser als der Ausdruck ist die Struktur. Drei Zeitebenen können unter Umständen dafür sorgen, dass man als Leser im Gefüge verloren geht. Das passiert Maja Lunde jedoch nicht. Sie macht es dem Leser schon dadurch etwas einfacher, dass sie jede Buchseite mit dem Namen desjenigen versehen hat, von dessen Zeitebene sie gerade erzählt. Je weiter der Leser voranschreitet, desto mehr holt sie ihn mit knappen Rückblenden wieder ab und ruft damit Dinge wieder auf, die früher passiert sind. Und am Ende schafft sie es, die drei Zeitebenen sauber zu einer logischen Abfolge zu verweben. Das waren dann tatsächlich Momente der Überraschung, als man erfährt, warum sie gerade diese ausgewählt hat.

Und so schafft es "Die Geschichte der Bienen" bei mir leider nur auf insgesamt dreieinhalb Punkte. Für mein Empfinden erfüllt der Roman über weite Strecken einfach nicht, was ein Roman meiner Meinung nach tun sollte: unterhalten. Wer das weiß und sich trotzdem daran macht, die 512 Seiten zu lesen, darf sich immerhin auf ein anständiges Ende freuen.

 

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gay romance, krimi-drama, coming out, coming-of-age

2 Jahre später

Regina Mars
Flexibler Einband: 412 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 11.05.2017
ISBN 9783744819374
Genre: Romane

Rezension:

Worum geht's?

 Achtung, hier wird leider schon gespoilert!

Kai und Arthur sind Teenager mit unterschiedlicher sozialer Herkunft. Während sich Arthurs Eltern im Glanze eines gekauften Adelstitels suhlen, stammt Kai aus armen Verhältnissen. Sein Vater ist der Hausmeister der Villa Blau, dem Feriendomizil von Arthurs Familie. Als Arthur ohne seine Eltern anreist, lernen sich die beiden Jungs kennen. Trotz seiner scheinbar erhabenen Herkunft ist Arthur unsicher und kämpft mit Minderwertigkeitskomplexen: Er ist nicht gerade die sportlichste Erscheinung. Kai ist rank und schlank und mager, seine Minderwertigkeitskomplexe entstammen der Rangordnung des Geldes, von dem er nichts hat. Beide versuchen, cool aufzutreten und lügen sich anfangs die Hucke voll, aber lange halten sie die Scharade nicht durch. Sie mögen sich, verraten einander ihre Geheimnisse. Wenn's nach ihnen ginge, könnten sich Arthurs Eltern noch eine ganze Weile Zeit lassen. Die Fünfzehnjährigen erleben die Zeit ihres jungen Lebens! Aber die endet abrupt, als sie beim Knutschen im elterlichen Pool erwischt werden. Die Katastrophe bricht los und die beiden können sich nicht dagegen wehren, gewaltsam getrennt zu werden.

Erst zwei Jahre später sehen sie sich wieder. Kai ist dank eines Stipendiums inzwischen mit seiner besten Freundin an einem Internat. Gern gesehen ist "der Sozialfall" dort nicht. Den Mobbing-Attacken der privilegierten Mitschüler sind schon andere zum Opfer gefallen. Kai und seine Freundin sind die letzten beiden Stipendiaten und die Jagd auf sie ist eröffnet. Plötzlich taucht Arthur an der Schule auf, nicht mehr moppelig, nicht mehr schüchtern. Als Rugbyspieler schließt er sich automatisch der starken Fraktion an und wird - ob er will oder nicht - in die Angriffe auf Kai hineingezogen...

Und wie war's?

 "2 Jahre später" nimmt den liebesverwöhnten Leser der Regina-Mars-Bücher ganz schön mit - mit niederschmetternden Katastrophen wie in dieser Geschichte sind wir bei ihr sonst nicht konfrontiert.  Was wir ja immer wieder vorfinden, sind die unausgesprochenen Sehnsüchte, durch die sich die Liebesgeschichten in der Regel im Schlingerkurs  befinden und die Protagonisten mehrere Extraschleifen einlegen, bis sie endlich am Ziel ankommen. In diesem Buch wird das Prinzip noch durch  - ja, nennen wir's Fake-News verstärkt. Nachdem die Autorin die erste Katastrophe von der Leine gelassen hat, geht es für die Jungs stetig abwärts. Nicht nur die brutal zerbrochenen Herzen machen ihnen und uns zu schaffen. Mobbing in der Schule ist hier ein ganz zentrales Thema und hat beinahe die Ausmaße organisierter Kriminalität (ähnlich wie in dem empfehlenswerten Mars-Roman "Funkenflut"). Auch hier bekommen wir es mit einem Mord zu tun, der den Leser diesmal aber in ein moralisches Dilemma stürzt und dessen Aufklärung haarsträubend ist. Nebenher versuchen Kai und Arthur irgendwie miteinander umzugehen, beide in der Überzeugung, dass der andere ihn nicht mag.

Auf ein Happy End müssen wir dennoch nicht verzichten. Es dauert lange, bis alles wieder gut wird, aber am Ende dürfen wir das Buch mit einem erleichterten Seufzer zuklappen. Ein bisschen außer Atem vielleicht,  angesichts der sich überschlagenden Ereignisse, Drehungen und Wendungen.

Die Wertung:

Ich fange mit der Einbandgestaltung an und möchte diesmal ein bisschen nörgeln - wenn auch auf hohem Niveau (und in der Gewissheit, dass ich das nicht einmal ansatzweise so hinbekommen könnte). Die Jungs sehen natürlich klasse aus und der Leser kann sie sofort zuordnen. Allerdings gibt es Cover von Regina Mars, die lebendiger und ausdrucksstärker sind, die die Geschichte stärker widerspiegeln und sich nicht nur auf das Liebespaar beschränken. Gerade in diesem Buch, das so viel mehr Inhalt hat, hätte ich mir eine umfassendere Illustration gewünscht. Zum Vergleich seien hier die Illustrationen von "Aufgetaut", "Plötzlich Prinzgemahl" und besonders "Funkenflut" genannt.

Die Bewertung des Ausdrucks fällt mir generell schwer, wie ich festgestellt habe. Um eine hohe Punktzahl zu bekommen, muss der Ausdruck nicht künstlerisch oder literarisch anspruchsvoll sein. Er muss vielmehr der Ziel-Altersgruppe angemessen sein. Das gelingt der Autorin, wenn ich als Zielgruppe junge Erwachsene annehme (auch, wenn ich selbst längst kein junger Erwachsener mehr bin). Ich entscheide mich bei "2 Jahre später" bewusst für keinen Punktabzug beim Ausdruck, weil ich das Leseerlebnis inklusive wörtlicher Rede hier flüssiger empfunden habe, als in anderen ihrer Bücher und weil ich mir viele Stellen markiert habe, die von der Story aber auch der sprachlichen Hinleitung des Lesers bemerkenswert waren. Ich war einige Male sprichwörtlich vom Hocker gerissen.

Zur Unterhaltung muss ich nicht viel sagen. Ganze 412 Seiten hat Regina Mars mit ihrer Geschichte um Kai und Arthur gefüllt, und den Platz braucht sie auch. Mir gefällt der Anfang der Geschichte am besten. Die wunderbare Zeit, die die beiden in der Villa Blau verleben, ist wirklich schön. Ich hatte mich zeitweilig gefragt, warum die Jungs nicht über das Rumknutschen hinausgehen, bis mir einfiel, dass sie am Anfang ja erst 15 sind. Der große Hauptteil ist natürlich belastet durch all die Schwierigkeiten, durch die die Jungs müssen. Angenehm ist das nicht, aber emotional trotzdem kraftvoll und vielfältig. Am Ende überwiegt die Erleichterung - bei Kai und Arthur (endlich) auch in körperlicher Hinsicht.

Strukturell ist die Geschichte gut nachvollziehbar. Selbst der Mord und seine Aufklärung, selbst die zweijährige Funkstille zwischen Kai und Arthur, alles nachvollziehbar. Einzig der Showdown hat meine Phantasie in Bezug auf die örtlichen Gegebenheiten kurzzeitig überstrapaziert (Ausmaße, Lichtverhältnisse).

"2 Jahre später" ist eine klare Kaufempfehlung für alle, die Gay Romance lieben.

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

freundschaft, familie, tod, england, coming-of-age

Luke und Jon

Robert Williams , Brigitte Jakobeit
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag Taschenbuch, 06.11.2010
ISBN 9783833307034
Genre: Romane

Rezension:

Worum geht's?

Luke zieht mit seinem Vater in den kleinen Ort Duerdale, was wohl ein ausgedachter Ort in Schottland ist. Lukes Vater ist ein Spielzeugmacher, aber er ist sehr unglücklich, weil seine Frau, Lukes Mutter, kürzlich bei einem Autounfall ums Leben kam.

Luke lernt Jon kennen, einen Jungen, der genau wie er selbst dreizehn Jahre als ist und in der Nachbarschaft wohnt. Allerdings sieht Jon ein bisschen merkwürdig aus. Er trägt Klamotten wie alte Leute. Überhaupt ist er ein bisschen komisch. In der Schule ist er das Lieblingsopfer der Halbstarken, die ihn traktieren und bedrohen. Jon lässt es stoisch über sich ergehen, aber Luke macht es wütend. Er stellt sich auf die Seite des Nachbarjungen, obwohl er genauso gut auch mit den coolen Kids abhängen könnte. Die beiden freunden sich an. Jon bleibt immer ein bisschen reserviert und bald lernt Luke auch den Grund dafür kennen. Währenddessen versuchen Luke und sein Vater, die Trauer über den Verlust von Ehefrau und Mutter zu verarbeiten und ihr Leben irgendwie wieder auf die Reihe zu bekommen. Das ist ein langer und schwieriger Weg, den Jon über weite Strecken allein zurücklegen muss. Sein Vater ertränkt seinen Kummer in Whiskey und droht, an seinem Unglück zu zerbrechen. Erst ein Projekt hilft dem Spielzeugmacher, langsam wieder aufrecht zu stehen und seinem Leben wieder Energie und Auftrieb zu verleihen.

Und wie war's?

Über weite Strecken beherrschte eine hintergründige Traurigkeit die Geschichte. Eine Traurigkeit, die ein Teenager verspürt, der dieses Gefühl nicht ganz zulassen kann. Der auch stark sein muss, wo sein Vater es nicht kann. Ein Junge, der sich von der neuen Umgebung ablenken lässt, von einer Freundschaft, die für ihn wohl auch so etwas wie ein Projekt ist. Nur, dass er dabei nicht an das Ende denkt, sondern an den Prozess. Er will Jon helfen, und eigentlich hilft er damit auch sich selbst durch eine schwere Zeit. Er schottet sich gegen das Gefühl des Verlustes ab, so gut es geht. Er weiß, dass seine Mum gestorben ist und er weiß, wie es passierte. Aber das tiefe Gefühl der Trauer lässt er nicht zu. Man kann beim Lesen spüren, wie er die bebenden und schrecklichen Ausläufer dieser Emotion herannahen fühlt wie die schwarzen Wolkenfetzen eines Unwetters, sie aber unterbewusst verdrängt. Er behält seine Mum lieber so im Gedächtnis, wie er sie wahrgenommen hat. Die Trauer und was sie anrichten kann, beobachtet er lieber von außen am Verhalten seines Vaters. Aber trotz aller Ablenkung gelingt es Luke nicht, die aufgestauten Emotionen vollständig unter Verschluss zu halten. Sie entschlüpfen, hier und da, manifestieren sich in übermächtiger Wut und Orientierungslosigkeit.

Dieses Buch habe ich nach der Übersetzerin ausgesucht. Brigitte Jakobeit hat Titel übersetzt wie "Der Junge im gestreiften Pyjama", "Die Frau des Zeitreisenden", "Fangirl" und jüngst auch "Carry on", das im Deutschen den sperrigen Titel "Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow" erhält und im August erscheint. All diese Bücher, von deren gemeinsamer Übersetzerin ich bis vor kurzem gar nichts wusste, haben mir sehr gefallen, und so wählte ich "Luke und Jon" aus, ein natürlich nicht besonders fröhlicher und trotzdem empfehlenswerter kurzer Roman.

Die Wertung:

Auf der Coverabbildung sehen wir Luke und Jon. Sie ist ansonsten eher schmucklos und irgendwie fade. Ein Coverkauf wäre das wohl nie geworden. Orthografisch gibt es hier nichts zu meckern. Nur einmal habe ich über einer Schreibweise gebrütet, bin aber zu keinem Ergebnis gekommen. Sei's drum, an der Wertung hätte das nicht gerührt. Der Ausdruck gehört wohl zu den einschlägigen Gründen, aus denen ich ein Buch von gerade dieser Übersetzerin ausgewählt habe. Er ist nicht überzeichnet, um einen literarischen Anspruch auszustrahlen, der gar nicht notwendig ist, gleichzeitig ist der Stil aber wohlgeformt und ausdrucksstark. Mehr wörtliche Rede hätte den Lesefluss etwas begünstigt, aber rückblickend finde ich, dass das der Wahrnehmung der Geschichte eher geschadet hätte. So hat es meiner persönlichen Unterhaltung ein Pünktchen gekostet. Ich habe das Lesen zuweilen als etwas anstrengend und ermüdend empfunden. Glücklicherweise helfen die vielen kurzen Kapitel, sinnvoll zu pausieren und trotzdem am nächsten Tag den Wiedereinstieg zu finden. Und so kommt "Luke und Jon" insgesamt auf vorzeigbare 4,4 Punkte.

 

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Funkenflut: Gay Romance

Regina Mars
E-Buch Text: 281 Seiten
Erschienen bei null, 25.02.2016
ISBN B01C9CVQN6
Genre: Sonstiges

Rezension:

Worum geht's?

Chris ist bei seinen Eltern untendurch. Er kriegt einfach nichts auf die Reihe, seine Schulnoten sind unterirdisch - und schwul ist er anscheinend auch noch. Sein Vater kann es kaum erwarten, den missratenen Sprössling ins Internat abzuschieben, und seine Mutter ist auch keine Hilfe. So findet sich Chris gegen seinen Willen auf Burg Rabenstein wieder. Das Zimmer teilt er sich mit Julien, dem Schulsprecher, einem Superstreber, der unglücklicherweise auch noch sein verhasster Cousin ist. Chris hat noch nicht mal ausgepackt, da wirft er sich in die erste Schlägerei. Ausgerechnet den Internats-King macht er sich zum Feind, als der gerade sein Lieblings-Mobbing-Opfer Benni quält.

Doch Chris beschäftigen nicht nur seine miesen Noten und sein mürrischer Cousin, nicht nur Tim, der Schläger oder Benni, das Opfer, oder seine Eltern, die ihn ignorieren. Nein, Chris hat den Internatsplatz von Marius bekommen! Dem Jungen, der hier gestorben ist. Er schläft in dessen Bett und in jedem Klassenraum sitzt er auf Marius' Platz. Angeblich war es ein Unfall, aber Chris glaubt, dass es Mord war! Und so drängt sich ein detektivisches Interesse an die Oberfläche, mit dem Chris den ganz bestimmt heimtückischen Mord an Marius aufklären will.

Und wie war's?

Wo ist denn da die Liebesgeschichte?! Keine Sorge, die kommt nicht zu kurz. Sie hat Startschwierigkeiten, sie kämpft mit Widrigkeiten, unausgesprochenen Wünschen und Missverständnissen, aber am Ende wird sie siegen.

"Funkenflut" hat mich wirklich gefesselt, das Setting auf Burg Rabenstein ist wunderbar atmosphärisch, die Charaktere lebendig und allesamt herrlich überzeichnet. Wie üblich darf der Leser bei Regina Mars viel lachen - zum Beispiel über Chris' Liste der Verdächtigen. Natürlich steht Tim drauf, aber auch sein Chemielehrer, weil Chris ihn nicht ausstehen kann.

Wer sich auf die Suche nach einem Verbrechen macht, gerät früher oder später in Schwierigkeiten. Chris ist da keine Ausnahme und so wird es im Verlauf der Geschichte noch richtig spannend und dramatisch. Alles scheint sich umzukehren, wenn aus Freunden Feinde und aus Gegnern Verbündete werden.

 

Die Wertung:

An der Unterhaltung gibt es also wirklich nichts zu meckern. Genausowenig wie am Cover,  bei dessen Stil sich die Autorin / Illustratorin treu geblieben ist. Der Ausdruck ist gut und einfach zu lesen, unverschnörkelt, mit gelegentlichen Kraftausdrücken. Am Satzbau muss sich der Leser nicht lange aufhalten und kann sich ganz auf die überwiegend rasante Handlung konzentrieren. Die Handlung als solche ist nicht sehr komplex. Trotzdem sich später einiges ins Gegenteil verkehrt, kann man als Leser problemlos folgen. Das liegt sowohl an der verkraftbaren Anzahl handelnder Figuren als auch am eingegrenzten Schauplatz, wir halten uns nämlich fast das gesamte Buch über am Internat auf.

Ich gebe es zu: Ich bin süchtig nach den Gay Romance-Büchern von Regina Mars. Ich muss meine Bewertungen ein wenig stärker differenzieren, sonst bleibt gar kein Platz mehr nach oben. :D

Daumen hoch für "Funkenflut".

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Seine Narben: Gay Romance

Regina Mars
E-Buch Text: 209 Seiten
Erschienen bei null, 24.03.2016
ISBN B01DFT9XW8
Genre: Sonstiges

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Diagnose: Depp

Regina Mars
E-Buch Text
Erschienen bei null, 11.04.2017
ISBN B071QWDTJP
Genre: Sonstiges

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234 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 92 Rezensionen

glühbirne, stromkrieg, edison, erfinder, westinghouse

Die letzten Tage der Nacht

Graham Moore , Kirsten Riesselmann
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Eichborn , 16.02.2017
ISBN 9783847906247
Genre: Historische Romane

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80 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

magie, fantasy, lehrling, papier, london

Der Papiermagier

Charlie N. Holmberg , Nadja Schuhmacher
Flexibler Einband: 254 Seiten
Erschienen bei 47North, 12.05.2015
ISBN 9781503947276
Genre: Fantasy

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