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50 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

hexe, werwolf, medusa, vampir, zeitreise

Die Gilde der Rose

Talira Tal
E-Buch Text: 379 Seiten
Erschienen bei neobooks, 15.01.2016
ISBN 9783738055283
Genre: Fantasy

Rezension:

**R + Z** „Die Gilde der Rose: Dämonenfessel“ – von Talira Tal

Klappentext:
„Durch Intrigen eines abgewiesenen Verehrers wird Freyja Rose im Jahr des Herrn 1616 zum Tode verurteilt. Noch ahnt sie nicht, dass sie tatsächlich eine Hexe ist. In der Nacht zu ihrem achtzehnten Geburtstag träumt sie von ihrer verstorbenen Großmutter. Freyja erfährt, dass ein mächtiger Dämon, Zeratostus, ihre verschwundene Mutter entführt hat und diese nun auf Rettung hofft. Mit Hilfe ihrer beiden magischen Vögel Blitz und Donner und deren Eiern reist Freyja 400 Jahre in die Zukunft, um die Mutter zu retten.“
Meinung:

Mit „Die Gilde der Rose“ hat Talira Tal ein Buch geschaffen, das mich wieder richtig in den Bann ziehen konnte. Es beginnt mit dem Prolog, der wie in einer Sage oder in einem Märchen über die Liebesgeschichte zwischen der reinherzigen Gaia und dem himmlischen Engel, sowie einem Dämon berichtet. Ihre Geschichte führt zu viel Trauer, der Gilde der Rosen und der Abspaltung der Rosenhexen von den Männern, solange es nicht der Erhaltung der reinblütigen Linie dient.

Diese bereits Sagenähnliche Geschichte, unterstreicht die Autorin mit einem passenden märchenhaften Erzählstil, der sich bereits im nächsten Kapitel umwandelt. Plötzlich befindet sich der Leser mit der 17-jährigen Freyja im Jahre 1616 und der Schreibstil nimmt einen leicht altertümlichen Stil an. Genauso durchgeht die Schreibweise weitere Wandlungen, passend zum Geschehen, der Zeit oder der Geschichte, die die Autorin erzählen möchte.

Besonders punkten konnte dieses Buch bei mir, durch den Handlungsverlauf. Bereits der Prolog brachte mich zum Staunen und somit hatte mich die Geschichte mit diesem starken Start ins Geschehen gezogen. Doch spätestens als die junge Hexe ihren Weg in das Jahr 2016 findet, wusste ich, diese Story wird gut.

Freyja ist eine Hexe der Gilde der Rosen und wird damit als sehr gutherziges, reines Mädchen dargestellt. In ihrer Zeit ist sie eine wahre Überlebenskünstlerin. Mit Kräutern hat sie bereits einige Leben gerettet oder Leiden gelindert, auch weiß sie, wie man einen gefällten Stamm in ein Floß umbauen kann. Umso amüsanter ist es, wie herrlich ungeschickt sie sich in der Zukunft anstellt.


„Er wollte seinen Augen nicht trauen, als er beobachten musste, wie sie trotz seiner lautstarken Warnung einfach in die Konservendose biss und schon im nächsten Moment wie ein nasser Sack in sich zusammenfiel.“



All das darf Michael Graf hautnah mit beobachten, der die kleine Hexe aufgesammelt hat. Sehr schnell findet sie einen Helfer in ihm, aber sehr bald gesellen sich auch weitere Personen und sogar Vögel hinzu. Augenblicklich wird dem Leser klar, dass es in dieser Welt nicht nur ein Fabelwesen gibt, auch wenn die Welt noch so sehr unserer eigenen gleicht.

Michael und Freyja sind wirklich ein seltsames Gespann, das ständig in Kabelleien verfällt. Nicht nur ihre Geburtszeiten liegen etwas weit auseinander, auch ihre Wesen sind sehr gegensätzlich. Trotzdem haben sie zusammen immer wieder für ein Lächeln oder Schmunzeln auf meinem Gesicht oder gar für ein Flattern in der Magengegend bei mir gesorgt.

So sehr die Zwei mir zusammen gefallen haben, so hatte ich auch meine Probleme mit ihnen Individuell. Bei Freyja fand ich bereits den Hintergedanken problematisch, dass sie so eine reine Persönlichkeit haben soll. Letztendlich hat das bereits nicht geklappt, da auch sie direkt von Anfang an Trotz, Wut und irgendwann auch Hass verspürt hat und dies gegen ihren „Ich bin so komplett liebenswürdig“-Stempel total widersprochen hat. Auch hakt es bei mir mit der Vorstellung, dass eine Person wirklich so komplett und in ihrem gesamten Wesen NUR gute Gedanken, Gefühle und Handlungen haben oder vollführen kann.

Michael Graf selbst, fand ich sogar ziemlich knuffig. Mit ihm an sich, hatte ich keine großen Probleme. Seine sehr offene Persönlichkeit und seine Art, immer ehrlich zu sich selbst zu sein, hat mir direkt zugesagt. Viel eher, fand ich es sogar etwas „nervend“ (Vorsicht, jetzt wird es richtig subjektiv xD), dass ständig eine Verflossene von ihm auftauchen musste. Ihre hasserfüllten Blicke, die sich beinahe dauerhaft auf Feyjre richteten, hinterhältige Aktionen oder gar Eifersucht, hat mir zu viel Platz im Roman eingenommen.

Fazit:

Mit dieser Geschichte beweist die Autorin ein Geschick in einem wandlungsreichen Schreibstil, sowie einer originellen Handlung. Die Charaktere fand ich sehr süß und auch mal wieder witzig zusammen, nur hat mich das Konzept einer reinen und guten Persönlichkeit etwas gestört. Auch ging mir das Spiel mit den Verflossenen etwas zu Lange. Trotzdem überzeugt die Autorin letztendlich mit einer romantischen, witzigen, fantasievollen und vielfältigen Story, die ich so oder so ähnlich noch nirgends gelesen habe.

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31 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

sabine schulter, vampire, dark diamonds, melody of eden, vorgeschichte

Vampires of Eden: Bluterwachen

Sabine Schulter
E-Buch Text
Erschienen bei Dark Diamonds, 30.11.2017
ISBN 9783646300390
Genre: Sonstiges

Rezension:

**R** "Vampires of Eden: Bluterwachen"

Klappentext:


„**Die Geschichten hinter den beliebten Vampiren der Nachtpolizei** Nach den dramatischen Ereignissen der letzten Monate kehrt ein wenig Ruhe auf den Polizeirevieren ein. Die perfekte Zeit also, um einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Denn wie sind die Rudelmitglieder um Melody und Eden überhaupt zu Vampiren geworden? Während Unruhestifter und Frauenversteher Rich vor seiner Verwandlung mit den Folgen des Krieges zu kämpfen hatte und Karis und Toja ihre Arbeit als Undercover-Agenten genossen, sah Ivys Leben in Paris weniger rosig aus. Und auch die anderen Vampire haben ihre ganz persönliche Lebensgeschichte zu erzählen…

Der Spin-off zur Bestsellerreihe »Melody of Eden«, in dem die Geheimnisse hinter jeder der beliebten Nebenfiguren endlich gelüftet werden.“

Meinung:

Vampires of Eden ist ein Spin-Off zur “Melody of Eden”-Reihe und somit ein Buch, auf das ich fast gar nicht zu hoffen wagte. Auch wenn dieses Buch ein in sich abgeschlossener Einzelband ist, so würde ich empfehlen, zuerst die Hauptreihe zu lesen. In diesem Band sind doch einige Details von Mels und Edens Geschichte aufgeführt, auch wenn man hauptsächlich die Vorgeschichten der einzelnen Vampire kennenlernen darf.

Und wie man diese kennenlernen durfte. Sabine Schulter hat mich mit diesem Band auf eine Gefühlsachterbahn der besonderen Klasse geschickt. Zuerst schafft sie dem Leser eine entspannte, nächtliche Runde zwischen Mel und Eden, die miteinander herumalbern und endlich ihre Sorgen ein wenig fallen lassen können. Dabei hat die Autorin einen Schreibstil, der eine besondere Magie auf mich auswirkt. Denn was die Charaktere empfinden, empfinde ich auch und so überkommt mich ebenfalls eine innerliche Ruhe, als Eden in dieser Nacht dazu ansetzt Mel etwas über die Vergangenheit der anderen Vampire zu berichten.

Dabei war ich erstaunt zu erfahren, was für ein Leben die anderen Vampire aus ihrem Team als Mensch geführt haben. Teilweise führten sie ein glückseliges, teilweise ein Leid geplagtes Leben. Teilweise passte meine Sichtweise auf die Charaktere in ihrer menschlichen Welt nicht mit ihrer vampirischen Form überein. Oft habe ich mich bei der Frage erwischt, was beispielsweise Scarlett wiederfahren sein muss, dass sich ihr Charakter so geändert hat. Es war interessant mein bisheriges Bild von ihnen mit ihrer Vergangenheit in Einklang zu bringen, nach Unterschieden und vielleicht auch nach Gemeinsamkeiten Ausschau zu halten.

Doch waren die Geschichten der einzelnen Nebencharaktere noch etwas spannender, da jede Vergangenheit einen kleinen Gruselfaktor erhielt. Als Leser weiß man, dass sie alle zu Vampiren werden und kennt auch die Möglichkeiten, wie man überhaupt zu einem werden kann. Demnach fürchtet man sich in jedem Kapitel bei jedem raschelnden Busch, jeder bösen Vorahnung der einzelnen Person oder bei jedem Anzeichen auf einen Wilden. Zusätzlich zeigt die Autorin dem Leser, dass Vampire nicht die einzigen Wesen in ihrer Geschichte sind, vor denen man sich fürchten sollte.

Ich bin wieder hin und weg von diesem Band. Es war spannend, beinhaltet einige Horror-Elemente, schafft eine Liebesgeschichte, rührt zu Tränen oder lässt einen um die Charaktere bangen. Es wird ein Alltag geschaffen, der aber auch wieder vollständig umgekrempelt wurde und die Vampire in diesem Buch zeigen uns, dass es unterschiedliche Arten von Stärke gibt und wir auch mit unterschiedlichen Charakterzügen Neuanfänge meistern können.
Ein weiteres Highlight ist definitiv auch, dass dieses Buch auch mit der Vergangenheitsgeschichte des ein oder anderen Vampirs aufwarten konnte, mit der ich nicht gerechnet hätte. Jede weitere Hintergrundgeschichte habe ich dankbar angenommen. Es hat Spaß gemacht jeden von ihnen näher kennenzulernen und somit hat mich jedes Detail von den Vampiren auch brennendst interessiert.

Fazit:

Jeder der „Melody of Eden“ gelesen und verschlungen hat, sollte dieses Buch gelesen haben. Ihr werdet den Charaktere danach mit einem anderen Blick begegnen und vielleicht auch etwas an Stärke gewinnen für euren eigenen Neuanfang im Leben.

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

liebe, musik, goblin king, leidenschaft, fantasy

Wintersong

S. Jae-Jones
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei St Martin's Press, 01.03.2017
ISBN 9781250079213
Genre: Sonstiges

Rezension:

**R** "Wintersong" - von S. Jae-Jones

Klappentext:


„Beware the goblin men and the wares they sell.
All her life, nineteen-year-old Liesl has heard tales of the beautiful, mysterious Goblin King. He is the Lord of Mischief, the Ruler Underground, and the muse around which her music is composed. Yet, as Liesl helps shoulder the burden of running her family’s inn, her dreams of composition and childish fancies about the Goblin King must be set aside in favor of more practical concerns.
But when her sister Käthe is taken by the goblins, Liesl journeys to their realm to rescue her sister and return her to the world above.“

Inhalt in eigenen Worten:

Käthe ist wunderschön und charmant, Josef ist ein hochbegabter Violinspieler, Liesl schreibt ausgezeichnete Kompositionen für ihn und damit wurden die ungewöhnlichen Geschwister vorgestellt. Wenn Käthe in der Stadt verloren geht, muss man nur den Blicken der Menschen folgen, um sie zu finden und hört man Josef spielen, hat man das Gefühl himmlischer Musik zu lauschen. Für ihre beiden Geschwister, würde Liesl alles tun und sogar sich selbst hinten anstellen. Mit ihrem schlichten Äußeren und den Kompositionen eher im Hintergrund, fühlt sich Liesl jedoch immer eher wie der Schatten ihrer zwei Geschwister. Oft behält sie diese Gedanken für sich, versteckt ihre Gefühle und wirkt anderen Menschen gegenüber eher gehemmt. Einzig in der Musik lässt sie sich vollkommen fallen und wird wirklich frei.

Doch alles ändert sich schlagartig, als Liesl die jahrelange Warnung ihrer Großmutter in den Wind schlägt und der König der Goblins diese Chance nutzt, um mit ihr ein Spiel zu spielen. Der Wetteinsatz ist hoch und der König verliert nicht gerne.

Meinung:

Sitzt ihr manchmal vor einer Rezension und fragt euch, wie fängt ihr diese nun an? So geht es mir gerade. Dieses Buch hat mir so viele Augenverdreher, fassungslose Gesichtsausdrücke und Haarrauf-Momente beschert.

Begonnen hat es mit einer wundervollen, zauberhaften Sage im Prolog über den Erlkönig und dem mutigen Mädchen. Dies wurde so magisch, poetisch, verspielt erzählt und man möchte der Geschichte direkt Glauben schenken. Es hat genau eine Sage und vier Seiten auf meinem Kindle gebraucht bis ich diesen Schreibstil liebgewonnen habe. Er zieht sich durch alle Seiten, gibt der ganzen Geschichte einen märchenhaften, verträumten Klang und gleichzeitig ist er düsterer, als man es für ein Märchen möglich hält. Anfangs haben mich die deutschen Wörter, Sätze oder Bezeichnung mitten in diesem ENGLISCHEN Buch etwas irritiert, aber auch daran gewöhnt man sich. Zum Beispiel nennt die Protagonistin den Erlkönig sehr oft „mein Herr“ und ihren Bruder „mein Brüderchen“.

Mit diesem vielversprechenden Anfang, war es nicht leicht für mich auf die Protagonistin Liesl zu treffen. In ihrem Leben stellt sie sich hinter das Glück eines jeden Menschens um sie herum, aber zerfrisst innerlich vor Neid und Eifersucht. Ihre Schwester war ganze zwei Mal verlobt und zwei Mal, war Liesl auf die Ehemannwahl eifersüchtig. Hinzu kommt, dass sie angeblich so untalentiert und überhaupt nicht hübsch ist. Keiner liebt sie, keiner schenkt ihr Aufmerksamkeit, jeder scheint sie zu übersehen, dabei gibt sie am Anfang zu, ihre Musik über alles und jeden zu lieben, also auch lieber als die Menschen in ihrer eigenen Familie. Ihre Einstellung und Lebensansicht haben mich schier in den Wahnsinn getrieben (also dorthin, wo sie sich scheinbar bereits befand).

Ihr wundert euch darüber, warum ich das Buch überhaupt beendet habe? Warum es noch mit dieser Bewertung davonkommt? Nun, erst konnte ich das Buch nicht weglegen, wegen des Schreibstils. Danach wollte ich wissen, wie die Sage am Anfang des Buches über den Erlkönig endet. Am Ende war es die Leidenschaft mit der diese Geschichte geschrieben worden ist. Die Autorin riss mich in das Wechselbad der Gefühle von Liesl und hat es geschafft, mich mit diesem mir unsympathischen Mädchen mitfühlen zu lassen. Je näher ich dem Ende des Buches entgegensteuerte, desto mehr fieberte ich ihm entgegen und dort angekommen, wollte ich nicht, dass es endete.

Letztendlich lag es auch an Liesl selbst. Trotz ihrer Einstellung, trotz ihrer Lebensansicht und besonders trotz ihrer Ansicht über sich selbst, hat sie so eine starke Musikbegabung und Leidenschaft in sich. Sie ist ehrgeizig und Durchhaltevermögend, ein wahres Stehaufweibchen. So schwer ich auch innerlich mit ihr Stritt, so schwer beeindruckt war ich über ihre äußerlichen Taten. Sie packte den Stier bei den Hörnern, verkriechte sich nicht hinter schönen Lügen und durchlebt mit ihrem persönlichen Abenteuer, auch eine persönliche Veränderung.

Eine große Beteiligung an meinem Gefühl, an der Stange bleiben zu wollen, spielte definitiv der Erlkönig oder im Buch auch der Goblin King genannt. Bei ihm hätte ich ja auf eine Persönlichkeitsstörung getippt, aber trotz seiner so verzwickten, widersprüchlichen Art, waren seine Gefühle so unfassbar echt. Zu entschlüsseln, was genau er hinter einem Gefühl verbirgt, hinter einem Gedanken von ihm, hinter seinem ganzen WESEN, das war für mich mein Tropfen Wasser in der Wüste. Wer ist er? Was will er? Was denkt er? Mit diesen Fragen war man bereits mitten im Strudel von Liesls und meinen Gedanken. Er scheint, wie zwei Personen vereint in einem Körper. So repräsentiert er die blaue Farbe eines seiner Augen, indem er kälte zeigt, ein unheilbringendes Grinsen sich auf sein Gesicht stiehlt und dich geschickt in dein eigenes Verderben rennen lässt. Durchschimmernd, wie ein Sonnenstrahl, repräsentiert der Erlkönig die braune Farbe seines anderen Auges, indem er warmherzig ist, Offenheit ausstrahlt und sich wie ein Baum in das Herz hineinwurzelt.

Das Buch basiert auf einem horrorhaften Märchen-Feeling, einer alten Sage über den Untergrund und dem „Land darüber“, Leidenschaft, Musik und Mistery. Den Musik-Anteil sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, der Titel „Wintersong“ spiegelt sich doch entscheidend in der Geschichte wieder. Teilweise waren mir die vielen Gespräche und Gedanken über Musik zu viel, aber andererseits wären die Gefühle sonst nur halb so gut bei mir angekommen. Generell gab es ein gewisses Gefühl des „Zu viel seins“ in diesem Buch. Jede Tatsache, jedes Gefühl, jeder Gedanke wurde durchgekaut, bis es wie ein Kaugummi schmeckt, das man zulange im Mund behalten hat. Fade. Einige Zeilen habe ich dann überflogen, aber auch hier muss ich wieder sagen, dass die Gefühle vielleicht nie in dieser Intensität bei mir angekommen wären, hätte die Autorin es anders geschrieben.

Fazit:

Dies war weniger Rezension, als tatsächlich von der Seele schreiben. „Wintersong“ hatte mich und mein inneres in Aufruhr, weil ich es genauso sehr mochte, wie ich es nicht mochte.

P.S. Dieses Buch erscheint im Dezember 2017 auch auf Deutsch

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

sabine schulter, azur, finale, träume, traumperlen

Azur 3: Behüterin der Träume

Sabine Schulter
E-Buch Text: 272 Seiten
Erschienen bei null, 29.09.2017
ISBN B074SJ5252
Genre: Sonstiges

Rezension:

**R** "Azur 3 - Die Behüterin der Träume" - von Sabine Schulter

(ACHTUNG!! Band 3 der Trilogie! Enthält Spoiler zu den vorherigen Bänden)

Klappentext:

"Nachdem Saphirs Diebesgilde auf so spektakuläre Weise gesprengt wurde und Jess endlich ihre Freiheit zurückerlangt hat, hofft sie auf ein friedliches Leben an Cedrics Seite. Doch als manipulierte Traumperlen auf dem Schwarzmarkt auftauchen, muss sie sich erneut einer Aufgabe stellen, die sie an ihre körperlichen Grenzen bringt. Überraschenderweise reicht ihre Gabe, die so viel stärker ist als der Durchschnitt, nicht aus. Nur Adam, einer ihrer Behüteranwärter, scheint in der Lage zu sein, ihr und Cedric bei dieser neuen Gefahr zu helfen. Genauso wie die neu erwachte Diebesgilde."

Meinung:

Seit dem letzten Band, ist auch innerhalb der Geschichte einiges an Zeit vergangen, wodurch Sabine Schulter die ersten Seiten des Buches geschickt dafür nutzt, um die neuen Lebensumstände der Charaktere zu beschreiben. Damit holt der Leser die letzten Monate und Jahre der Behütertruppe auf und lässt dadurch nochmal einiges der ersten beiden Bände Revue passieren.

Seitdem Jess die Diebesgilde von Saphir zerschlagen hat, hat sie sich sehr gut bei den Behütern eingelebt. Mittlerweile hält sie Vorlesungen über die Gabe des „Traumbeeinflussens“ und mit den ersten Seiten der Geschichte, startet sie als Ausbilderin neuer Behütergruppen. Bereits nach den ersten paar Seiten, wurde mir nur allzu deutlich bewusst, wie sehr ich unsere kleine Traumdiebin vermisst habe. Ihre starke, liebevolle und doch gleichzeitig oft unsichere Art, hat sich von Anfang an einen Weg in mein Herz gebahnt und ihre Geschichte hat ein höheres Suchtpotenzial, als jede Traumperle.

Doch beginnt Jess ihre Ausbilderlaufbahn nicht alleine. Immer mit einem offenen Ohr und ein paar beruhigenden Worten, ist auch Julian wieder mit von der Partie. Die kleinen Chaoten Cedric und Vince, halten auch hier wieder ein paar lässige Sprüche für den Leser bereit, die definitiv zum Schmunzeln oder Lachen einladen. Ohne Leander, der die Beiden und natürlich die ganze Gruppe in Schach hält, müssen wir auch in diesem Band nicht auskommen müssen. Mit ihnen ist die Gruppe komplett.

So viel aber erst Mal zu den bereits bekannten Charakteren. In „Behüterin der Träume“ hat die Autorin auch einige neue Charaktere entworfen und zwar die Behüteranwärter Adam, Olive, John, Ida und Leyla. Die Frischlinge starten direkt mit einem Kampftraining gegen die berühmte Azur. In ihrer Diebeslaufbahn, hat sich Azur wahrlich einen Namen gemacht und dementsprechend hoch sind die Erwartungen der Jungbehüter an sie. Während des Kampftrainings entsteht schnell Action und Spannung in der Geschichte, wobei gleichzeitig die Fähigkeiten der einzelnen Jungbehüter analysiert, erklärt und mit Verbesserungstipps versehen werden. Der spannende Start, sorgt für einen guten Einstieg in die Geschichte und gleichzeitig wird dem Leser bewusst, wie vielversprechend die neuen Charaktere sind.

Am Ende hatten Adam und Olive jedoch einen häufigeren Auftritt im Roman, als der Rest der neuen Gruppe. Bei Adam hatte ich häufig das Gefühl, dass uns ein Cedric Junior gegenübersteht. Er ist sehr selbstbewusst, definitiv einer von der Bad-Guy-Sorte, aber noch etwas naiv und aufmüpfig. Olive hingegen, hat kaum Selbstbewusstsein, ist total schüchtern und versteckt sich auch mal hinter Adam, dabei ist sie bereits eine sehr talentierte Kämpferin. Die Zwei haben eine starke freundschaftliche Bindung zueinander, sorgen für ein wenig Abwechslung im altbekannten Behüterkreis und natürlich für einige unvorhersehbare Wendungen.

Bisher wirkt es so, als wäre dieser Band nun der endgültige Abschluss der Azur-Reihe. Dementsprechend gut hat es mir gefallen, dass man als Leser nochmal auf alle Charaktere trifft, aber gleichzeitig neue kennenlernen darf. So begegnet man nochmal den Dieben, Mister Twist, Bürgermeister Marsch oder gar Val in ihrem Traumperlen-Entzugsheim.

Auch dreht sich nun der Abschlussband weniger um Romantik oder einzelne Beziehungen, sondern mehr um die Welt der Traumperlen. (Wobei selbst die Romantiker unter den Lesern, immer noch nicht zu kurz kommen dürften.) Einzelne Begriffe, wie die Gabe „Traumbeeinflussen“ werden nochmal genauer definiert oder die gesellschaftliche Situation mit dem Traumperlhandel wird viel mehr beschrieben. Gleichzeitig zeigt dieser Band, wie grenzenlos die Welt der Träume ist.

Bisher hatte ich auch immer das Gefühl, dass die „Azur“-Reihe ein wenig verdeutlichen soll, wie schwer es ist nur in Schwarz und Weiß zu denken. Unsere Welt besteht aus einem einzigen „Dazwischen“ und besonders dieser Band setzt nochmal ein i-Tüpfelchen auf diesen Gedanken. Nichts und niemand ist, wie es scheint und jede Person weiß einen zu überraschen, wenn man sie nur lässt.

Fazit:

Ein absolut würdiger Abschluss. Alle liebgewonnenen (oder weniger liebgewonnenen) Charaktere, durfte man nochmal treffen und sich auch letztendlich von ihnen verabschieden. Selbst nachdem bereits der „Endboss“ Saphir aus Band 2 niedergerungen wurde, wartet dieser Band nochmal mit einem völlig neuen und grandiosen Handlungsverlauf auf. Die Welt, die Träume und der illegale Perlenmarkt, werden genauer beleuchtet, wodurch jeder Leser mit spannenden Informationen gespeist wird. Ein mysteriöses, humorvolles, spannendes, actionreiches, liebevolles Buch mit der Botschaft, euch ja nicht eure Träume stehlen zu lassen.

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125 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

red, cinder, märchenadaption, aschenputtel, pan

Aschenputtel und die Erbsen-Phobie

Nina MacKay
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 31.08.2017
ISBN 9783959919906
Genre: Fantasy

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59 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

hacker, jugendliche, naiv und unerfahren, 4 sterne, hetzjagd

Soul Hunters - Mit der Liebe kommt der Tod

Gerd Ruebenstrunk
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Planet! ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 19.09.2017
ISBN 9783522505499
Genre: Jugendbuch

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515 Bibliotheken, 17 Leser, 1 Gruppe, 131 Rezensionen

seelenwächter, dämonen, nicole böhm, fantasy, magie

Die Chroniken der Seelenwächter - Die Suche beginnt

Nicole Böhm
E-Buch Text: 141 Seiten
Erschienen bei Greenlight Press, 20.08.2014
ISBN 9783958340008
Genre: Fantasy

Rezension:

**KR** „Die Chroniken der Seelenwächter: Die Suche beginnt“ – von Nicole Böhm

Klappentext:

„Ein Vermächtnis aus tiefster Vergangenheit stürzt das Leben von Jess ins Chaos. Als ein magisches Ritual anders endet, als erwartet, wird sie nicht nur mit den gefährlichen Schattendämonen konfrontiert, auch die geheime Loge der Seelenwächter greift in ihr Leben ein. Als wäre das nicht genug, scheint ihre Familiengeschichte direkt mit dem ewigen Kampf zwischen Licht und Schatten verknüpft.“

Meinung:

„Die Suche beginnt“ stellt den ersten Band der monatlich erscheinenden Buchserie „Die Chroniken der Seelenwächter“ dar. Mit knapp 150 Seiten, liest sich die Urban-Geschichte auch in einem schnellen Tempo durch. In bereits wenigen Seiten hat es die Autorin geschafft, mich mit ihrem spannenden Schreibstil an die Seiten zu fesseln. Die Geschichte nimmt einen leicht gruseligen Stil an, indem gekonnt Horror-Akzente gesetzt werden, die nicht selten blutig oder gewalttätig enden.

Nicole Böhm hat eine Welt erschaffen, in der Menschen, Schattendämonen, Seelenwächter und weitere Wesen Seite an Seite leben, doch Leben die Menschen meist in Unwissenheit. Hierbei findet man Elemente, die an die Geisterwelt erinnern. Jedoch werden viele neue Fantasy-Ideen aufgegriffen, die sehr viel Potenzial bieten, auf die ich bei dem dünnen Buch aber doch nicht weiter eingehen möchte, sonst würde ich vermutlich zu viel vorwegnehmen.

Der erste Serienband, wirkte wie ein erstes Kennenlernen der Charaktere. Bisher konnte man abwechselnd aus der Sichtweise von Jessamine, Jaydee oder Ariadne lesen. Jeder einzelne von ihnen besteht aus einer Menge Mysterien, die es zu ergründen gilt.

Jessamine bietet als Protagonistin eine gute Besetzung. Mit einer Mischung aus naiv, mutig und abenteuerlustig, setzt sie die wage mutigsten Ideen um und setzt sich damit schnell selbst in Gefahr, die sie aber auch nie bekämpfend verlässt. Trotzdem bin ich ihrem Charakter noch nicht allzu nahegekommen, eher war es wie ein erstes Beschnuppern ihrer Persönlichkeit. Auf alle Fälle stärkt der Ersteindruck meine Neugier auf die nächsten Bände.

Auch die Nebencharaktere, die bisher ihren Auftritt hatten, waren eher ein kurzes Aufeinandertreffen. So lernt man beispielsweise Violet kennen, die eine beschützende Fylgjas von Jessamine ist, Schattenjäger, wie Akil, Will oder Anna, die kurze Kostproben ihrer Kräfte vorgeführt haben oder auch einen Schattendämon.

Am Ende des Buches, kann man auch Bilder der Hauptcharaktere und eine kurze Zusammenfassung zu ihrer Person nachlesen. Ein gesamtes Charakterverzeichnis schließt sich diesem schönen Extra an, sowie ein Glossar zu den wichtigsten Fantasy-Elementen und Begriffen.

Fazit:


Ein spannender Auftakt, der mit ein wenig Horror, einer interessant aufgebauten Fantasy-Welt und neuen Ideen aufwarten kann. Hierbei kann man die Charaktere bereits ein wenig kennenlernen und schnell feststellen, dass Alle von ihnen mit spannende Geschichten, vielleicht sogar Geheimnisse aufwarten können.

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294 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 65 Rezensionen

fantasy, bücher, akram el-bahay, fabelwesen, bücherstadt

Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt

Akram El-Bahay
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 25.08.2017
ISBN 9783404208838
Genre: Fantasy

Rezension:

**R** "Bücherstadt" - von Akram El-Bahay

Klappentext:

„Sam ist ein Dieb - aber mit einer List gelingt es ihm trotzdem, in die Palastwache von Mythia aufgenommen zu werden. Er träumt von einem neuen Leben, von großen Aufgaben. Vielleicht wird er gar als Wache des Weißen Königs eingesetzt? Doch statt des Königs soll er nur alte, staubige Bücher bewachen, in der riesigen Bibliothek unterhalb der Stadt. Wie langweilig! Sam kann nicht mal lesen. Bald jedoch erfährt er am eigenen Leib, dass die hallenden Bücherschluchten ebenso gefährliche wie fantastische Geheimnisse bergen“

Meinung:


Paramythia ist der wahrgewordene Traum eines jeden leidenschaftlichen Lesers. Es ist die Stadt der Bücher. Wie ein unterirdisches Labyrinth, ist die Bücherstadt angelegt und gleichzeitig so groß, dass man sich schnell darin verlaufen könnte. Selbst die größten Büchernarren, die Bibliothekare, die beinahe ihr ganzes Leben zwischen den verworrenen Wegen verbringen, haben die ganze Bücherstadt noch nicht durchwandert.

„Paramythia. Bücherstadt. Sam hatte das Gefühl, er würde sich im Inneren eines gewaltigen Tieres mit einem Herz aus Papier befinden. Ein Herz, dessen Schlag aus dem Rascheln von Buchseiten bestand.“

Diese unglaubliche Welt, sowie die Geschichte des Diebes Samir, beschreibt der Autor mit einem sehr bildreichen und mystisch angehauchten Schreibstil. Akram El-Bahay versteht sich darin, mit Worten Bilder zu malen. Nicht selten hatte ich das Gefühl, an einem kalten Wintertag auf dem kuscheligen Teppich vor dem warmen Kamin zu sitzen und einem alten Geschichtenerzähler über längst vergessene Wesen, ein Märchen weben zu hören. Als würde Samir über das Abenteuer seiner Jugendtage – mit den geflügelten Albtraumwesen Asfuras, den Kriegern Iblis mit ihrer blutroten Haut und weiteren fantasievollen Wesen – berichten, das keiner mehr für wahr hält, es sei denn, sie sind selbst dabei gewesen.

Am Anfang seines Abenteuers, ist Samir noch ein Dieb hohen Ranges. Auf Kindesbeinen hat er bereits seinen ersten Raub begangen und dadurch hat sich sein Geschick stark ausgefeilt. Dennoch besitzt er noch Werte, stiehlt nicht von den Armen, tötet bei Diebstählen möglichst nicht und trägt Schuldgefühle im Herzen, wenn er jemandem Unrecht angetan hat. Sein Abenteuer berichtet von einem Dieb, der zur königlichen Wache dazu stoß und letztendlich bei staubigen Büchern landete. Dass Bücher nicht so langweilig sind, wie manch einer vielleicht denkt, zeigt seine Geschichte.

In der alten Bücherstadt, trifft er als erstes auf den alten Greiß und Bibliothekar Jacobus, der alles als Verschwendung sieht, solange es nichts mit Büchern zu tun hat. Aber auch auf die zeitlose Schönheit und Beraterin des Weißen Königs Sabah, den Herrn der Wache Assasil, der nie seine Maske abnimmt oder aber auch auf die mysteriöse Dienerin Kani, die mehr zu wissen scheint, als sie preisgibt. Sie alle stehen mal mehr, mal weniger in Verbindung mit dem mysteriösen Bücherherz, das Samir zu bewachen hat. Es soll die speziellste Sammlung von Büchern beinhalten, die zu beschützen, Samir und seine Kameraden auf einen Weg voller Gefahren, Verluste, aber auch Gewinn an Wissen und einer magischen Welt schicken.

Akram El-Bahay entwirft viele unterschiedliche Charaktere mit Herz und Seele. Teilweise wirken die Buchfiguren alten Märchen entsprungen und das Rätsel der Personen, der Namen und ihrer Natur, sind die größten Spannungsträger dieser Geschichte. Somit setzt der Autor seinen Fokus auf die Bücherwelt, ihre verschiedenen Mysterien, auf Fantasy und ein wenig Romantik.

Fazit:

Ein Weltenentwurf, der jedes Leserherz ein paar Takte höherschlagen lässt. Diese ist voll von magischen, märchenhaften Wesen, gelehrten Büchernarren, traumhaft beschriebenen Kulissen und im Fokus davon, steht ein junger Dieb. Mit Samir, bekommt der Leser einen sympathischen Zeitgenossen zur Seite gestellt und wandelt mit ihm auf einem Grad der Unwissenheit und der Neugier. All dies wird verpackt in einem wundervollen und bildhaften Schreibstil mit besonderem Flair.

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762 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 55 Rezensionen

lux, daemon, oblivion, katy, liebe

Oblivion - Lichtflüstern

Jennifer L. Armentrout , Anja Malich
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 10.01.2017
ISBN 9783551583581
Genre: Jugendbuch

Rezension:


**KR** "Oblivion - Lichtflüstern" - von Jennifer L. Armentrout

Klappentext:

„Als Katy nebenan einzieht, weiß Daemon sofort: Das gibt Schwierigkeiten. Er darf keinen Menschen an sich heranlassen, denn das würde Fragen aufwerfen. Warum bist du so stark? Wie kannst du dich so schnell bewegen? Was BIST du? Die Antwort darauf ist ein Geheimnis, das niemals gelüftet werden darf. Doch Katy bringt Daemon vom ersten Tag an aus der Fassung. Er will ihr nahe sein, aber diese Schwäche kann er sich nicht erlauben. Sich in Katy zu verlieben würde nicht nur sie in Gefahr bringen – es könnte auch das Ende der Lux bedeuten.“

Meinung:

Bei der „Oblivion“-Reihe handelt es sich um die „Obsidian“-Reihe aus der Sichtweise von Daemon, statt von Katy. Ich habe zuerst die „Obsidian“-Reihe aus Katys Sichtweise gelesen und würde auch Neueinsteigern auch empfehlen, zuerst mit ihrer Perspektive zu starten. Bereits im ersten Oblivion Band wird sehr viel über die Lux, ihre Geschichte oder die Arum beschrieben, wodurch man wiederum teilweise Informationen erhält, die man erst im zweiten oder dritten Obsidian-Band erfährt. Somit könnten darin Spoiler enthalten sein, sollte man nicht bereits die komplette (ich nenne es jetzt einfach mal) Hauptreihe gelesen haben.

Daemons Sichtweise fand ich ziemlich spannend. Bereits in der Hauptreihe wirkt er sehr humorvoll, sarkastisch und beschützend, was seine Familie angeht. Seine Sichtweise und besonders seine Gedanken zu lesen, unterstreichen diesen Eindruck nur noch mehr. Positiv an der Oblivion-Reihe ist es außerdem, dass dieses Buch keine reine Aneinanderreihung aus Wiederholungen der Hauptreihe war. Es gibt einige Gespräche und Handlungen, die neu sind, da Daemon sie in Abwesenheit von Katy führt und durchführt. Beinahe fühlte es sich an, wie ein Blick hinter die Kulissen.

Trotz allem sollte man sich aber bewusst sein, dass es die gleiche Geschichte ist und dadurch keine neuen, bahnbrechenden Geschehnisse stattfinden. Dort erfährt man eher oft das >Warum?< hinter vielen Handlungen Daemons. Auf mich wirkte es so, als würden die Erklärungen für sein Verhalten im Vordergrund stehen, statt Handlung oder Charaktere, wie in "Obsidian".

Einzig zwei Dinge waren etwas ungewohnt. Zum einen natürlich Daemons Sichtweise. Wenn er sich mit Katy im Gespräch befand, musste ich oft innehalten, da ich kurz dachte, ihre Gedanken zu lesen. Das war jedoch ziemlich amüsant, wie ich zugeben muss. Und zum anderen natürlich, dass Ash teilweise… wirklich nett war. Hatte man sie doch eher als Ekel in Erinnerung, als man Katys Sichtweise gelesen hat, so benimmt sie sich gegenüber Daemon ganz anders. Auf jeden Fall eine eigene Erfahrung.

Fazit:

Es ist definitiv interessant gewesen, Daemons Perspektive auf die Geschichte zu erblicken. Viele Handlungen von ihm ergeben nun mehr Sinn und haben Hintergrund bekommen. Trotzdem ist natürlich die Spannung ein wenig draußen und ist dann natürlich kein Vergleich zur Pageturner-Reihe „Obsidian“. Allen, die noch nicht mit der Lux-Reihe in Berührung geraten sind, würde ich trotzdem die Obsidian-Reihe zuerst empfehlen und „Oblivion“ eher den Lux-Hardcore Fans.

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121 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

gabe, dystopie, superio, drachenmond verlag, liebe

Superior

Anne-Marie Jungwirth
Flexibler Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 08.07.2017
ISBN 9783959912112
Genre: Science-Fiction

Rezension:

**R** "Superior - Das dunkle Licht der Gaben" - von Anne-Marie Jungwirth

Klappentext:


„Ein privilegiertes Leben und schier unbegrenzte Möglichkeiten – das bietet die Superior Human Society ihren Mitgliedern. Zumindest denen, die es wert sind …„Du bist eine Superia, aber deine Gaben sind minderwertig.“ Unzählige Male hat die 20-jährige Amelia diesen Satz schon gehört. Und jedes Mal war sie froh darüber. Sie wollte nicht dazugehören. Sie wollte nicht die Pflichten. Sie wollte nicht, dass man ihr vorschrieb, mit wem sie sich paaren sollte. Doch was Amelia will, ist für eine Andere bestimmt. Und was man von ihr will, ist schlimmer als eine Zwangsheirat.“

Meinung:

Mit „Superior“ hat die Autorin bewiesen, dass sie ihren Büchern unterschiedliche Flairs geben kann. Ich durfte von Anne-Marie Jungwirth bereits das Debüt „Engelsstaub“ lesen und habe damals eine lockerleichte, humorvolle Geschichte erhalten. In diesem Werk wurde jedoch ein ganz anderer Ton angeschlagen. Dieses Buch ist etwas düsterer, reifer und grausamer.

In der Welt der Superior Human Society – kurz SHS – werden Menschen mittels ihres Scorings untereinander aufgeteilt. Je nachdem, wie wertvoll deine Gabe für die Gesellschaft ist, desto höher wirst du eingestuft. Superia sehen sich gerne selbst als perfekt an, sie sind perfekt, ihre Gesellschaft ist perfekt und das SHS sowieso. Doch am Ende sind sie doch alle irgendwo Menschen und welcher Mensch ist schon perfekt?

Amelia ist es auf alle Fälle nicht. Sie ist definitiv anders, als typische Protagonistinnen. In ihr steckt ein grundtief schwarzer Humor, viel Sarkasmus und eine unheimlich amüsante Zeitgenossin. Mit ihr trifft man auf kein zurückgezogenes Prinzesschen, auf keine Heldin mit weißer Blütenweste, viel eher ist Amelia eine sehr exzessive Frau, die weiß was sie will und sich auch genau das holt. Ihre Männer Errungenschaften, kann man sicherlich nicht mehr an einer Hand abzählen, Regeln sind dazu da von ihr gebrochen zu werden und wenn es möglich ist, geht sie Problemen aus den Weg. Sehr oft handelt sie impulsiv, also definitiv nicht durchdacht, wodurch sie in meinen Augen etwas unreif dargestellt wurde. Ansonsten ist gerade dies ihre Eigenschaft, die sie auf neue Abenteuer stoßen lässt und damit ist sie definitiv kein Musterbeispiel der SHS. 

Die SHS bietet viele neue Ideen für den Leser. Es beinhaltet eigene Regeln, Verpflichtungen, Traditionen oder auch Feste. Wobei allein die Menschen, den Ideenreichtum der Autorin bereits deutlich machen. Superia können durch die Kraft ihrer Gedanken Menschen verletzen, sogar töten, andere können in dein Emotionsbild eintauchen oder durch eine Berührung allein, deine Vergangenheit vor Augen haben. Bisher hat mir der Ansatz dieser Welt sehr gut gefallen und ich hoffe sehr, dass wir Leser in den nächsten Bänden noch tiefer in das System blicken dürfen.

Nicht nur Amelias Sichtweise dürfen wir in diesem Band genießen. Als Leser dürfen wir auch durch die Augen von Nathan, Simone und Erika blicken.

Nathan ist oft ein sehr undurchdringlicher Charakter. Erst mit seiner Perspektive und seinen Gedanken wurde er greifbarer. Er arbeitet im medizinischen Bereich der SHS und wirkt mit seiner Gabe, Zusammenhänge in einer Rekordgeschwindigkeit zu erschließen, oft sehr rational. Bei Simone handelt es sich um die Mutter von Amelia. Definitiv ist auch sie kein Beispiel für die perfekte Mutter, jedoch merkt man sofort, dass ihre Liebe gegenüber ihrer Tochter echt ist. Am Ende bleibt natürlich noch der mysteriöse Charakter Erika. Wie sie ins Gesamtbild passt, ist nicht direkt klar, sondern vermittelt eher das Gefühl geheimer Machenschaften. Ihre Sichtweise hat von Anfang an Fragen aufgeworfen und bis jetzt betrachte ich sie mit neugierigen Augen.

In diesem Buch trifft man auf viele Charaktere, Nebencharaktere oder sogar gänzlich Randcharaktere. Der Autorin ist es gelungen, ihnen Leben und vor allem eine eigene Persönlichkeit einzuhauchen. Gerade die mehreren und unterschiedlichen Sichtweisen, haben unterschiedliche Portraits und eine authentische Umgebung erschaffen.

Viel interessanter fand ich es jedoch, dass man als Leser all diese Perspektiven erhalten hat und trotzdem durchgehend am Rätseln war, wer auf wessen Seite steht oder gar nur so tut. Vertrauen, Misstrauen und Intrigen geben sich durchweg die Hand. In mitten dieser scheinheiligen Welt eine Liebesgeschichte zu entwerfen, die auch noch authentisch wirken soll, ist aus meiner Sicht kein Zuckerschlecken. Frau Jungwirth ist dies ausgezeichnet gelungen und das, obwohl die Liebe immer eher den Subplot erhalten hat, Hut ab!

Fazit:

Ohne verschönernde Worte zu benutzen, entwickelt sich in „Superior“ eine erotische, ideenreiche Geschichte, die an die Seiten zu fesseln weiß. Die Handlung strotzt vor Spannung, doch die Charaktere zu entschlüsseln, hält fast noch mehr an der Stange. Letztendlich hätte ich mir bei Amelia etwas mehr Reife gewünscht, da dies zum restlichen Konzept der Geschichte sicherlich gut gepasst hätte, jedoch bin ich auch ein großer Fan ihrer perfekten Art in ihrer Unperfektheit. Eine Geschichte mit viel Flair, Spannung und unerwarteten Entwicklung. Große Empfehlung für Fantasy-, Erotik-, Superhelden- oder Sarkasmus-Liebhaber.

Zitat:

"Man durfte die Menschen nicht nur bloß ansehen, man musste in sie hineinsehen. Und genau das tat kaum jemand."
"Sein Leben so zu leben, dass man damit jedem gerecht wurde, war nicht nur unmöglich, es war schädlich."

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285 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 94 Rezensionen

aladdin, dschinny, jessica khoury, liebe, ein kuss aus sternenstaub

Ein Kuss aus Sternenstaub

Jessica Khoury , Gabriele Haefs
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei cbj, 10.07.2017
ISBN 9783570403532
Genre: Jugendbuch

Rezension:


**R** "Ein Kuss aus Sternenstaub" - von Jessica Khoury

Klappentext:

„»Er ist die Sonne und ich bin der Mond.«
SIE ist die mächtigste aller Dschinnys. ER ist ein gewitzter Dieb. Gemeinsam sind sie unschlagbar. Doch zunächst sind sie ein Dreamteam wider Willen, denn ER möchte alles aus seinen drei Wünschen rausholen, SIE schnellstmöglich ihre Freiheit zurückgewinnen. Aber nach und nach erkennen die beiden, dass alles Glück dieser Welt bereits an ihrer Seite ist. Doch wenn eine Dschinny und ein Mensch sich verlieben, erwartet sie beide der Tod. Also müssen die beiden, um ihr Glück UND die Freiheit zu gewinnen, alle Regeln brechen.“

Meinung:

Wie schnell man sich in einen Schreibstil verlieben kann, habe ich erst in „Ein Kuss aus Sternenstaub“ herausgefunden. Mit unglaublicher Liebe und Bildgewalt, hat Jessica Khoury einen märchenhaften, magischen Schreibstil mit einem leichten Hauch an Poesie entstehen lassen, der perfekt zum Setting aus 1001 Nacht passt. Damit ist es ihr ein leichtes gewesen, ein klares Bild dieser fantasievollen Welt vor dem Auge des Lesers entstehen zu lassen.

Schnell befindet sich der Leser mitten in einer Wanderung durch die tückische, endlos erscheinende Wüste oder in einem mit Intrigen getränkten Palast. Unter einem Feigen- oder Zitronenbaum mitten im Garten, der kaum zu vergleichen ist mit den sonstigen auf dieser Welt oder in der Welt der Götter, außerhalb der Geschehnisse und der Zeit.

Mitten in dieser Welt, befindet sich das Königreich Parthenien, dessen Volk unterdrückt wird vom Wesir. Der König ist schwach, krank und befindet sich am Rande seines Lebens, während seine Tochter mit dem Sohn des Wesirs verlobt ist. Für diese Menschen ist die Existenz mächtiger Dschinny, sowie Ghulen und ähnlichen Rauchwesen nichts Ungewöhnliches. So beten einige Menschen sie an, während andere sie fürchten. Nicht weit entfernt von diesem Königreich, versteckt in der weiten Wüste, befindet sich ein magischer Garten, dessen Schätze von unmessbaren Wert sind. Doch ist es die bronzene Lampe, die mehr Wert verspricht, als es zehn dieser Gärten könnten.

Der Weltenaufbau ist vielversprechend, sowie atemberaubend beschrieben und bietet das geeignete Setting für die Geschichte mit dem Flair aus 1001 Nacht. Es umfässt viele exotische Orte, Völker und dadurch auch verschiedene Bräuche, Traditionen, alte Lieder, Tänze und Feste. Als begeisterte Leserin von orientalisch angehauchten Geschichten, war ich begeistert und habe in dieser Sparte, all meine Herzenswünsche erfüllt bekommen. Gerne hätte ich mehr über jedes Volk und all ihren eigenen Sagen und Legenden gelesen. Doch ist das Leben der mächtigen Dschinny und dem gewitzten Dieb bereits mit mehr Sagen, Legenden und der tatsächlichen Geschichte verwoben, als es für eine andere Person möglich gewesen wäre.

Die Dschinny ist eine mysteriöse Zeitgenossin, deren Vergangenheit schwer auf ihren Schultern lasten. Sie hat bereits einige Jahrhunderte erlebt und vieles aus ihnen gelernt. Man liest ausschließlich aus ihrer Sicht und sie erzählt die Geschichte, als würde sie ihr Erlebtes ihrer einzigen, aber besten Freundin aus der Vergangenheit erzählen. Oft richtet sie das Wort direkt an sie, was bei dem Leser den Effekt erzeugt, eine Legende erzählt zu bekommen, die man für bare Münze nehmen kann. Abschnittsweise erhält der Leser Einblicke in die „Lieder zum Fall der Königin Roshana“, die aus weit entfernter Zeit zu sein scheinen. Im Laufe des Buches wird der Zusammenhang zwischen den Liedern und der Geschichte deutlich.

Mit dieser Protagonistin hat die Autorin eine gewitzte, mächtige und gelehrte Persönlichkeit geschaffen. Die Dschinny kann allerhand Gestalten annehmen, bewegt sich fort als Mensch, Tiger, Pfau oder sogar einfacher Rauch. Ihre Persönlichkeit hatte eine angenehme Mischung zwischen weise, gelehrt, stolz, sowie erhaben und vorsichtig, liebevoll, sowie ein wenig schüchtern. All die Lebensjahre haben sie weder perfekt oder unfehlbar gemacht, noch abweisend gegenüber menschlicher Gefühle. Als Leserin war es mir eine Freude, sie durch ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft begleiten zu können.

Auf diese starke Persönlichkeit, stoßt ausgerechnet ein gewitzter Dieb auf Rachekurs. Das Königshaus und er besitzen ihre eigene Vergangenheit und mit dem Dschinny an seiner Seite, sieht er seine Chance gekommen. Als Dieb ist er geübt, stiehlt dir selbst geknebelt, geschickt den Dolch aus deiner Seitentasche. Er steht niemals still, ist sehr offen und direkt, aber besonders der Vergangenheitsgetränken Dschinny gegenüber sehr wissbegierig. Sein Leben auf der Straße und in Armut, haben ihn zu einem geschickten Lügner gemacht und auch die mächtige Dschinny hatte viele Jahre Zeit, sich in der Kunst des Lügens einzuüben. Deren Beziehung zueinander war ein reines Katz und Maus Spiel im Wechselmodus und es war spannend zu beobachten, wem welche Rolle als nächstes zugeschrieben wird. Auch der Dieb war mir eine sehr sympathische Person. Ständig hatte er einen Spruch auf den Lippen, war bereit abenteuerliche Geschichten zu erzählen oder geduldig deiner eigenen zu lauschen.

Fazit:

So wartet in diesem Buch eine orientalische Geschichte, voller Liebe, Freundschaft und Göttlichkeit. Voller Dschinns, Ghule, Völker und Orte zum Erkunden. Ein Märchen, schon tausendfach gehört und nun doch ganz anders erzählt. Etwas, das dich an die Seiten fesseln wird, ob wegen einer Intrige im Palast, Kämpfe mit Wesen aus einer anderen Welt oder einer Flucht aus zusammenstürzenden Höhlen. Ausnahmslose Empfehlung an alle Leser, die sich auch nur für eines der eben genannten Dinge interessiert. Und wenn nicht, lest dieses Buch trotzdem. Es wird ein Buch sein, das euch nicht aus seinem Sog entlässt.

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134 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

taub, liebe, autorin, viking moon, buchverfilmung

Among the Stars

Samantha Joyce , Nicole Hölsken
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.06.2017
ISBN 9783442486236
Genre: Liebesromane

Rezension:


**R** "Among the Stars" - von Samantha Joyce

Klappentext:


„Elise Jameson hat die weltberühmte Bestsellerserie „Viking Moon“ geschrieben – aber keiner weiß es. Denn nach einem schrecklichen Unfall ist Elise taub, unglaublich schüchtern und bleibt lieber inkognito. Doch dann werden ihre Bücher mit Hollywoodstar Gavin Hartley verfilmt, und man besteht auf die Anwesenheit der Autorin am Set. Kurzerhand beauftragt Elise die wunderschöne Unbekannte Veronica Wilde damit, ihren Platz einzunehmen, während sie selbst sich als Assistentin ausgibt. Als sie neue Freunde findet und Gavin näherkommt, fällt es ihr jedoch zunehmend schwer, sich hinter ihren Lügen zu verstecken. Ist es Zeit, der Welt zu zeigen, wer sie wirklich ist?”

Meinung:

Der Schreibstil der Autorin ermöglicht es einem, das Buch in einem Rutsch durchzulesen. Mit einem angenehmen zu lesenden Stil, führt sie den Leser zielsicher durch ihre Geschichte. Allein bei den Dialogen kam ich manchmal ins Stocken. Samantha Joyce nutzte die Gespräche ihrer Charaktere häufig dazu, um Informationen darin zu verpacken und an den Leser zu übermitteln. Auf der einen Seite wirkte es so, als würde sie die Informationen – wie zum Beispiel das Aussehen einer Person – nebenbei einfließen lassen, aber auf der anderen Seite hatte ich das Gefühl, dass kein lebendiger Mensch so reden würde. Die Gespräche wirkten dadurch hin und wieder etwas gestellt.

Mit Elise hat die Autorin eine interessante Buchfigur erschaffen. Ihre liebe zu Büchern, der Schriftstellerei und auch ihre Ehrfurcht anderen Autoren gegenüber, haben sie zu einem eindeutigen Bücherwurm klassifiziert. Somit wird sie bei jedem Buchliebhaber gleich ein paar Pluspunkte einkassieren können. Dennoch muss ich zugeben, dass ich einige Probleme damit hatte, sie in meinen Gedanken als sympathisch zu behalten.

Seit einem Unfall besitzt sie eine Narbe im Gesicht, von der Schläfe bis zum Kinn und auch ihr restlicher Körper ist mit einigen davon geziert. Die Erinnerungen an den Unfall sind bei Elise wie ein dunkles, schwarzes Loch der Vergangenheit vor dem sie sich zurückzieht. Zurückzieht, wie auch vor Menschenmassen, fremden Personen, Menschen, die ihr nahestehen und eigentlich jedem, außer den Protagonisten ihrer eigenen Geschichte. Ihre Schüchternheit ist total legitim. Einige schmerzhafte Erfahrungen, haben sie vorsichtiger gemacht und das ist nachvollziehbar. Auch hätte ich es verstanden, wenn die Narben ihr Selbstwertgefühl ein wenig an geschrammt hätten. (Meiner Meinung nach, nichts wofür man sich schämen müsste, aber man muss sicherlich auch in ihrer Haut stecken, um das beurteilen zu können) Dennoch kann und werde ich es nicht nachvollziehen, dass dieses Mädchen wirklich null und nada an Selbstgefühl hatte. Nicht nur, versucht sie ständig ihre Narben mit allem möglichen zu verstecken oder nimmt lieber das Foto eines fremden Mädchens, als Autorenfoto für ihre Bücher, sondern möchte sie auch überhaupt nicht verstehen, wenn jemand etwas für sie empfinden oder mehr in ihr sehen könnte. Menschen KÖNNEN sie gar nicht mögen, immerhin hat sie Narben…

Doch übertroffen, wird sie in jeder Linie noch von Veronica. Als Elises Buch VikingMoons verfilmt werden soll und sie auf dem Set erwartet wird, besser gesagt, das Mädchen, dessen Foto in all ihren Büchern prangt, versucht Elise diese ausfindig zu machen und trifft auf Veronica. Das Mädchen hilft ihr allerdings nicht aus Nächstenliebe, so wie ich mir das vorgestellt hätte, sondern aus purer Ruhm- und Geldgier. So einen oberflächlichen, zickigen und miesen Charakter, hatte ich schon ewig nicht mehr angetroffen. Doch leider war Veronica auch unglaublich Eindimensional und hat in der Geschichte nicht mehr getan, als eine böse B*itch zu sein und eine gehörige Stange Geld von Elise abzuluchsen, damit sie so tut, als wäre sie die tatsächliche Autorin.

Beim männlichen Gegenpart der Geschichte, habe ich dann letztendlich aufgeseufzt. Ein absolut sympathischer Charakter von Hinten bis Vorne. Er ist unglaublich freundlich, blickt hinter die Schale und verurteilt nicht eine Person. Selbst mit Veronica versucht er sich anzufreunden. Immerhin dachte er, sie hätte die wunderbare Geschichte geschrieben, in der so viel Herzblut und komplexe Charaktere drinstecken, dass irgendwo in ihr auch ein weicher Kern stecken muss. Bei Elises Narben hat er nicht mal mit der Wimper gezuckt, sondern eine Kämpferin in ihr entdeckt. Wie authentisch diese Persönlichkeit bei einem weltgefeierten Schauspieler, der täglich mit zig verschiedenen Menschen zu tun hat, ist, sei mal dahingestellt.

Die ganze Geschichte wird wohl ein wenig an Authentizität einbüßen, dennoch lädt sie definitiv zum Träumen und Abschalten ein. Genau wie einige der Dialoge, wirkten auch einige Szenen sehr konstruiert. Einige Klischees sind in der Geschichte auf jeden Fall auffindbar und einige Male wirkten die Charaktere, als würden sie einfach da sein, um ihre Rolle zu spielen. Dafür sind einzelne Details der Geschichte, einfach wunderbar ausgearbeitet. Zum Beispiel Elises Taubheit, habe ich ihr komplett abgenommen. Es war interessant zu lesen, wie sie von Lippen abliest, welche Probleme sie damit manchmal hat oder auch, wie andere Menschen darauf reagieren. Oder auch ihre Liebe zu Büchern, habe ich in jeder Zeile gefühlt. Man konnte praktisch ihre Augen aufleuchten sehen, sobald jemand einen Autorennamen fallen gelassen hat oder sie auf dem Set zu ihrer Buchverfilmung aufgetaucht ist. Details wie diese, haben mich letztendlich mitfühlen lassen.

Auch hat es mir gut gefallen, dass die Nebencharaktere ihren Raum bekommen haben. So gab die Autorin uns Zeit, Elises besten Freund Jin kennenzulernen, der seit extra für sie die Gebärdensprache erlernt hat. Doch auch Elises Zimmerpartnerin am College Reggie, war eine freundliche und offene Person. Sie ist eine wahre Quasselstrippe und ein unglaublicher Fan der VikingMoons-Reihe. Wenn sie nur wüsste mit wem sie sich da das Zimmer teilt, was? Doch mein absoluter Favorit war der Möchtegern-Cowboy Clint, der ständig mit seinem Cowboy-Hut durch die Gegend läuft, sich nichts aus den verwunderten Blicke anderer Menschen macht und total mit sich selbst im Reinen ist. Gleichzeitig ist er ein Hobby-Dichter und kann wunderbar mit Worten umgehen, auch wenn ich zugeben muss, dass ich das erst etwas später erkannt habe.

Fazit:

Ob so eine Geschichte im wahren Leben geschehen könnte, wage ich zu bezweifeln. Doch soll das Buch wohl eher die Realität vergessen lassen und den Leser zum Träumen verführen. Mit der Protagonistin hatte ich so einige Schwierigkeiten, was mir viel an der Lesefreude genommen hat und ihr Gegenstück Veronica hat dabei nicht wirklich geholfen. Dies wird von Gavin und den Nebencharakteren jedoch ein wenig wettgemacht. Es dauert jedoch bis die anderen Charaktere überhaupt auftauchen und bis ich mit dem Buch warm wurde somit ebenfalls. Einige Dialoge und Szenen wirken etwas konstruiert, jedoch sind es die Details, die den Charme des Buches ausmachen.

Auf jeden Fall liest sich das Buch durch den Schreibstil der Autorin schnell weg und wer auf der Suche nach einer träumerischen Romanze ist, findet hier sicherlich ein schönes Buch für Zwischendurch.

Zitat:

„Wir bekommen nicht allzu viele Chancen, unser Leben zu leben. Sorg dafür, dass das Leben, das du führst, dein eigenes ist.“ (S. 315)

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4.452 Bibliotheken, 62 Leser, 13 Gruppen, 263 Rezensionen

götter, liebe, griechische mythologie, fantasy, halbgötter

Göttlich verdammt

Josephine Angelini , Hanna Hörl , Simone Wiemken
Buch: 496 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.10.2013
ISBN 9783841501370
Genre: Jugendbuch

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

freundschaft, liebe, liebesgeschichte, fantasy, amor

Verflixt, diese Flirts

Rhonda Stapleton , Johanna Ellsworth
Flexibler Einband: 219 Seiten
Erschienen bei Baumhaus Verlag, 22.11.2011
ISBN 9783843200509
Genre: Kinderbuch

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(1.755)

3.187 Bibliotheken, 49 Leser, 14 Gruppen, 251 Rezensionen

dystopie, liebe, flucht, ky, cassia

Die Flucht

Ally Condie , Stefanie Schäfer
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 20.01.2012
ISBN 9783841421449
Genre: Jugendbuch

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262 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

liebe, los angeles, musik, kim karr, erotik

Crazy in Love - Gefährlich schön

Kim Karr ,
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.02.2014
ISBN 9783548286204
Genre: Liebesromane

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1.149 Bibliotheken, 29 Leser, 1 Gruppe, 180 Rezensionen

mona kasten, liebe, feel again, again-reihe, feelagain

Feel Again

Mona Kasten
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.05.2017
ISBN 9783736304451
Genre: Liebesromane

Rezension:


Band 3 der Trilogie!

**R** "feel again" - von Mona Kasten

Klappentext:

„Unter normalen Umständen würde Sawyer einen Typ wie Isaac keines zweiten Blickes würdigen. Er ist zu nett, zu höflich, zu schüchtern - und damit das genaue Gegenteil von ihrem üblichen Beuteschema. Doch als sie mitbekommt, wie sich ein paar Mädchen über ihn lustig machen, kann sie nicht tatenlos zusehen. Kurzerhand tut sie so, als wäre sie sein Date, und küsst ihn leidenschaftlich. Isaac, der ziemlich überrumpelt ist, bittet sie daraufhin um Hilfe: Er will dringend seinen Ruf als Nerd loswerden. Die beiden schließen einen Deal: Sawyer macht aus Isaac einen Bad Boy und darf dafür seine Entwicklung als Fotoprojekt für ihr Studium festhalten. Doch aus dem Deal wird schnell mehr …“

Meinung:

Dieses Buch hat mich emotional zermürbt und mitgerissen. Hier wurde eine wundervolle Familiengeschichte, eine liebevolle Romanze und Protagonisten mit so viel Gefühl in einem Buch vereint. Dabei hat es die Autorin geschafft, dass ich teilweise wie eine lachende und klatschende Seerobbe vor dem Buch saß und mich nicht mehr eingekriegt habe. Im Gegensatz dazu, aber auch mit einem Tränenschleier gekämpft habe und die Protagonisten am liebsten in den Arm genommen hätte. Mit einem flüssigen und fesselnden Schreibstil mit dem ich mich bereits in den vorherigen Bänden stark angefreundet habe, holt Mona Kasten den Leser emotional total ab.

Sawyer. Von ihr wurde ich so überrascht. Bereits nachdem sie sich langsam mit Dawn im vorherigen Band angefreundet hat, wurde ich neugierig auf ihren Charakter. Man konnte spüren, dass sich mehr hinter ihrer „rauen“ Schale verbirgt, doch am Ende hat mich diese Person umgehauen. In ihr bündelt sich eine gesammelte Flut an verschiedenen Gefühlen mit denen sie Tag für Tag kämpft, an denen sie stärker wird oder auch reift. Diese Gefühle lässt sie selten an die Oberfläche blitzen und häufig hält man sie deswegen für kalt oder abweisend. Doch wenn man sich der Fassade nähert und kleine Löcher darin entdeckt, so entdeckt man liebevolle Gedanken in jeder ihrer Handlungen.
In ihrer Vergangenheit hat sie viel durchgemacht, wodurch die Meinung anderer Personen an ihr vorbei zischt, wie eine lästige Fliege. Gleichzeitig gibt sie sich jedoch Mühe für die Menschen, die ihr wichtig sind und ihr nahestehen. Da ist natürlich klar, dass nicht jeder diesen wundervollen, irren, lebendigen, verzwickten und komplexen Charakter nachvollziehen kann. Doch Sawyer kommt es nicht darauf an. Der Welt begegnet sie mit ihrem schwarzen und trockenen Humor, in dessen ihre Engsten auch den freundlichen Klang entnehmen können.

Die Geschichte in „feel again“ schließt direkt an „trust again“ an und alle gesammelten Charaktere befinden sich in der Disko, um Dawns Verlagsvertrag zu feiern. Dabei fühlen sich Isaac und Sawyer in der Pärchengruppe etwas fehl am Platz, doch verwickelt Sawyer ihn schnell in ein Gespräch. Als sie dann zufälligerweise mitbekommt, wie er sich blöde Kommentare von anderen Kommilitoninnen anhören muss, beschließt sie kurzerhand sein Image aufzubessern. Dabei stößt man schnell auf die Fragen, wie weit man sich verändern muss, um sich dabei trotzdem noch nicht zu verstellen oder ob sich eine Person auch wirklich verändert hat, nur weil das Äußere anders ist. Viele Dinge, die auch den Leser zum Nachdenken bringen sollten.

Dem ganzen wird jedoch ein wenig die Schärfe genommen, da Isaac sich auch unbedingt verändern MÖCHTE. Zusammen mit Sawyer, lernen wir ihn als Computer Freak, geschniegelten Jungen und Nerd kennen. Er strahlt eine total schüchterne Aura aus, aber gleichzeitig erhält man bei ihm auch ein beruhigendes Gefühl, bei dem man sich wohlfühlt. Seine aufmerksame und freundliche Art, findet sich schnell einen Weg ins Herz. Solange man ihm die Möglichkeit gewährt, langsam aufzutauen. Es war schön zu beobachten, wie sich zwischen ihm und der unnahbaren Sawyer langsam eine Freundschaft entwickelt hat. Dabei gewann er nicht nur sein eigenes Selbstvertrauen, sondern Stück für Stück auch ihres.

Die Geschichte dieser zwei Menschen zeigt so deutlich, dass die Gesellschaft nicht unbedingt alles in dir erkennt. Man mehr ist, als nur der Stempel „Nerd“ oder „Schlampe“, den man aufgedrückt bekommt. Letztendlich muss man sich nicht unbedingt verändern, eher die Perspektive auf andere Personen verändern und tiefer blicken.

Natürlich trifft man im 3. Band auch wieder auf alte Charaktere. Dawn ist eine gute Freundin für Sawyer und steht ihr soweit zur Seite, wie es Sawyer nun mal zulässt. Mit Allie ist die Situation erst eher angespannt, wegen ihrer Vorgeschichte. Doch selbst Kaden, Scott, Spencer und sogar Nolan erhalten ihren Auftritt in „feel again“. Die Charaktere tauchen aber nicht alleine auf. Auch neue Gesichter – wie Al, Sawyers Chef, der zwar angsteinflößend wirken kann, innerlich eher an einen Teddybären erinnert oder Gain, Isaacs Mitbewohner, der auch mal mit seinem T-Shirt als Turban mitten auf dem Tisch tanzt und dabei italienische Balladen schmettert - begrüßen den Leser.

Doch besonders schön, fand ich es, Isaacs und Sawyers Familie näher kennenzulernen. Sawyers Familie ist ihre Schwester Riley und Isaac hat eine grandiose Großfamilie. Sie alle waren so herzliche Menschen, so dass man sie ganz schnell liebgewinnt. Gerade dieser weitere Blick in die Welt der Charaktere und zu sehen welche Menschen Sawyer und Isaac zu dem gemacht haben, was sie heute sind, hat der ganzen Geschichte einen so authentischen Flair gegeben. Ich bin froh, jede einzelne Person kennengelernt haben zu dürfen.

Fazit:

Dieser Abschluss ist grandios, gelungen und krönend für die Reihe. Er enthält so viele wichtige Aussagen für die Gesellschaft oder einfach für den Leser. Ich bin stark berührt, von diesen vielschichtigen Charakteren und deren schönen Geschichte. Die Charaktere sind komplex, vielschichtig und gehen mehrere Entwicklungen durch. So viel sei gesagt, lass dir keinen Stempel aufdrücken und zeige auch anderen Menschen, dass sie nicht immer das sind, wofür andere sie halten. Dass sie mehr sind.

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164 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

sarah j. maas, fantasy, mae, schöne sprache, familie

A Court of Wings and Ruin

Sarah J. Maas
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bloomsbury Childrens, 02.05.2017
ISBN 9781408857908
Genre: Fantasy

Rezension:  
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557 Bibliotheken, 14 Leser, 0 Gruppen, 127 Rezensionen

anne freytag, liebe, den mund voll ungesagter dinge, homosexualität, jugendbuch

Den Mund voll ungesagter Dinge

Anne Freytag
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 06.03.2017
ISBN 9783453271036
Genre: Jugendbuch

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224 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

atlantis, fantasy, tränen, liebe, wasser

Teardrop

Lauren Kate , Michaela Link
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.03.2016
ISBN 9783453317147
Genre: Fantasy

Rezension:


**R** "Teardrop" - von Lauren Kate

Klappentext:

„Ein uraltes Medaillon, ein geheimnisvolles Buch und ein Brief, das ist alles, was der siebzehnjährigen Eureka Boudreaux noch von ihrer Mutter geblieben ist, nachdem diese bei einem schrecklichen Unfall ums Leben kam. Und die eindringliche Warnung 'Vergieße niemals eine einzige Träne!'. Was das alles zu bedeuten hat, erfährt Eureka erst, als sie dem ebenso attraktiven wie rätselhaften Ander begegnet, der mehr über Eurekas Vergangenheit zu wissen scheint als sie selbst.“

Meinung:

Die Handlung dieser Geschichte bietet Unmengen an Potenzial. Eine Protagonistin, die niemals eine Träne vergießen kann beziehungsweise darf? Allein dieses Detail, lädt schon zum Rätseln ein. Als Leser fragt man sich schnell, wie es dazu kam und lässt sich dadurch schnell in diese mystische, undurchsichtige und fantasievolle Geschichte hineinziehen.

Was dies ein wenig schwierig gemacht hat, war der Schreibstil. Er war überhaupt nicht flüssig und riss mich mehrere Male aus dem Geschehen. Teilweise begannen 5 Sätze hintereinander mit dem gleichen Wort oder die Autorin verlor sich in Aufzählungen und unnötigen Beschreibungen. Dadurch schweift sie schnell mal von der Geschichte ab und wirkt, als würde sie eine Liste mit Dingen abarbeiten, die sie unbedingt noch erwähnen „muss“.

Auch die Charaktere haben es einem nicht leichter gemacht. Das Buch ist aufgeteilt in einen Prolog, aus der Sichtweise von Ander, die Hauptgeschichte, aus der Sicht von der Protagonistin Eureka und einen Epilog, der eine weitere Sichtweise für uns Leser bereithält (auf die ich aus Spoiler-Gründen nicht weiter eingehen werde).

Nachdem mir der Einstieg mit Ander so gut gefallen hat mit seiner mystisch-romantischen Grundlage, verliefen die Seiten mit Eureka sehr zäh. Sie durchlebt einen schweren Verlust und auch ab da, geht es in ihrem Leben nicht wirklich bergauf. Das macht sie zu einem sehr traurigen und sehr verbitterten Charakter. Soweit ist das für mich nachvollziehbar gewesen, allerdings haben sonst keine ihrer Reaktionen einen großen Sinn ergeben. Keine Aktion war durchdacht und über die Gefahren, in die sie sich begibt, wurden auch keine Gedanken verschwendet. So folgt sie beispielsweise einen Jungen, den sie überhaupt nicht kennt, an einen abgeschiedenen Ort.  Auch bemerkt sie, dass mit ihrem besten und engsten Freund etwas nicht stimmt, aber sie bohrt überhaupt nicht nach. Stattdessen läuft sie von Falle zu Falle.

Weder zur Protagonistin noch zu den Nebencharakteren, habe ich einen Draht gefunden. Nachdem ich knapp 500 Seiten über jeden einzelnen von ihnen gelesen habe, kann ich immer noch nicht viel darüber aussagen, was sie tatsächlich ausmacht. Wir hätten beispielsweise Eurekas beste Freundin und Männerverrückte Cat, die nervige Stiefhexe Rhoda oder Eurekas Vater, der als Koch arbeitet. (Ich beziehe mich auf einen Beruf als Charakterbezeichnung... warum? Ich weiß nicht mehr über ihn) Viel Interaktion ist da nicht wirklich, es sei denn, es bringt die „Großhandlung“ weiter. Auch über die gefährliche, „böse“ Seite hat man nicht viel erfahren, es wurden höchstens ein paar Namen genannt und vor denen soll ich mich als Leser nun fürchten? Warum gleich nochmal?

Fazit:

So gut mir die Grundidee gefällt und so viel Potenzial ich in der Geschichte auch erkannt habe und immer noch sehe, so wurde davon in diesem Band überhaupt nichts ausgeschöpft. Nicht nur, werden Grundregeln, wie unterschiedliche Satzanfänge für einen flüssigen Lesefluss missachtet, auch die Charaktere wandeln ohne viel Tiefe durch die Geschichte. Ich konnte weder in den romantischen (eher kitschigen und nicht nachvollziehbaren) Szenen, noch sonst irgendwelche Emotionen mitempfinden, die diese Geschichte mir übermitteln wollte (oder auch nicht?).

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260 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 57 Rezensionen

fantasy, nemesis, liebe, romantasy, anna banks

Nemesis - Geliebter Feind

Anna Banks , Michaela Link
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei cbt, 13.06.2017
ISBN 9783570311424
Genre: Jugendbuch

Rezension:


**R** "Nemesis - Geliebter Feind" - von Anna Banks

Klappentext:

„Verliebt in den Feind Prinzessin Sepora ist auf der Flucht: Ihr Vater will sich mithilfe ihrer einzigartigen Gabe zum Herrscher über alle fünf Königreiche aufschwingen. Um das zu verhindern, taucht sie im verfeindeten Theoria unter, wo sie unfreiwillig als Dienerin am Königshof landet. Prompt verliebt sie sich in den jungen, smarten König Tarik – und steht schon bald vor einer folgenschweren Entscheidung: Ist sie bereit, ihren Gefühlen nachzugeben und Tarik die Wahrheit über ihre Herkunft zu verraten?“

Meinung:
Mit einem bildgewaltigen Schreibstil, entführt die Autorin in eine liebevoll beschriebene und fantasievolle Welt. Es werden wie nebenbei weite, trockene Wüsten oder geräumige Paläste vor dem inneren Auge des Lesers aufgeworfen. Genauso wird dem Leser die komplexe Welt mit ihren fünf Königreichen, ihren Beziehungen untereinander und Eigenheiten locker leicht näher gebracht. Die Welt in diesem Buch ist einfach atemberaubend und wirkt mit vielen einzelnen Details gut durchdacht.

Begonnen wird die Reise mit Prinzessin Sepora, die in einem Dienergewand durch eine weite Wüste wandert, um im Nachbarkönigreich unterzutauchen. Sie flieht vor ihrem grausamen Vater und König Serubels und der Ausnutzung ihrer Fähigkeit mit der ihr Vater einen Krieg gewinnen könnte. Während ihrer Wanderung durch die Wüste erlebt sie bereits zahlreiche Abenteuer, die weit über Hungersnot und Wasserknappheit hinausreichen. Vom aufeinander Treffen mit menschenfressenden Paranis, die Meermenschen sicherlich ähnlich sind bis über Entführungen, zahlreichen Fluchtversuchen und vielem Weiteren. Durch mehrere Umwege landet sie letztendlich im Königreich Theoria und im Hofe des neuen, jungen Königs.

Sepora war durchgehend eine sehr sympathische Protagonistin, die sehr eigenständig und intelligent ist. Besonders bewundere ich ihren Mut, der definitiv vorhanden ist, jedoch nicht immer so überspitzt dargestellt wird, wie bei vielen sonstigen Fantasy-/Dystopie-Protagonisten. Oft spiegelt sich Furcht in ihren Handlungen wieder, auf andere Handlungen verzichtet sie sogar ganz, bei denen ihr der Mut fehlt. Es wirkte authentisch und gleichzeitig durchdacht, da sie dabei viel abwägt, womit auch der Leser ihre Handlungen nachvollziehen kann. Gleichzeitig ist sie aber auch ein kleiner Wildfang, der nie stillsitzen kann und dem König die Meinung geigt. Mit ihrer intelligenten, leicht draufgängerischen und sarkastischen Art, zieht sie einen schnell in den Bann und damit nicht nur den Leser.

Nach jedem Kapitel wechselt die Sichtweise entweder zu Sepora oder Tarik, wodurch häufig die Spannung an Kernpunkten gesteigert werden, man als Leser aber auch beide Protagonisten näher kennenlernen kann.

So blickt man auch durch die Augen des noch relativ jungen Tariks, der durch den Tod seines Vaters verführt die Regentschaft übernehmen musste. Die Herrschaft über ein Königreich bringt viel Verantwortung, unzählige Aufgaben und eine Menge an Verpflichtung mit sich, die in meinen Augen sehr gut und ausführlich beschrieben worden sind. Der Einblick ins Königsleben, wirkte sehr interessant und gut ausgearbeitet. Gemeinsam mit Tarik verfällt man schnell in Gedanken über eine Möglichkeit, wie man den Handel besser antreiben kann, welche Auswirkung eine Umleitung der Wasserströme oder sogar welche Wirkungen die Zurschaustellung von zu viel Güte als König haben könnte. Es wird zu einer Mischung von Alltagsleben und einem dezenten politischen Eindruck.

Seine Position hat er sich definitiv verdient. Tarik ist ein ruhiger und durchdachter Mensch, der für sein Volk denkt und lebt. Mit seiner Fähigkeit als Lingot, alle Sprachen zu beherrschen und eine Lüge immer von der Wahrheit unterscheiden zu können, bietet sich ihm die Möglichkeit gerecht zu handeln. Er war ein aufmerksamer, geduldiger, gütiger und sehr interessanter Charakter. Dass er so aufmerksam ist, führt auch schnell dazu, dass er ein intelligentes Wesen in Sepora entdeckt. Beide sind in ihrer Denkweise sehr ähnlich, vom Wesenzug ist Sepora jedoch die etwas wildere, offenere, während Tarik eher mit einer ruhigen Art glänzt. Ihnen wurde Leben eingehaucht und eine eigene Persönlichkeit.

Es sind einige Nebencharaktere vorhanden, wie der grausame Vater von Sepora oder ihre Mutter, an die sie oft denkt und überlegt, wie sie wohl in ihrer Situation handeln würde. Auch am Hofe, lernt man einige Diener, Krieger oder Prinzen kennen. Doch die Nebencharaktere stehen eindeutig eher im Hintergrund der Geschichte. Fast am Meisten, wurden die tierischen Begleiter erwähnt. So schließt man die schlangenähnliche Serpen Nuna mit der Sepora wie auf einem Pferd reitend, durch die Lüfte fliegt oder die riesen Wächterkatze Patra, die kaum von der Seite Tariks weicht schnell ins Herz. Sie werden liebevoll beschrieben, wirken sehr loyal und haben die Zuneigung ihrer Halter garantiert.

Fazit:
Letztendlich besitzt Nemesis eine sehr fantasievolle Welt mit verschiedenen Königreichen, die detailverliebt beschrieben werden, eigenen Traditionen, fantasievollen Wesen und eine Menge an Abenteuern. Fast auf jeder Seite trifft man auf eine neue spannende Begebenheit und auch die Charaktere werden durch ihre Eigenheiten liebgewonnen. Einzig dieses abrupte und überstürzte Ende hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack, auch wäre eine Weltkarte, ein Glossar oder ein Familienstammbaum für einen besseren Überblick wünschenswert gewesen.

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mederia, kampf, fantasie, lana, irrlicht

Mederia - Kampf um Tetra

Sabine Schulter
E-Buch Text: 416 Seiten
Erschienen bei Selfpublisher, 02.06.2017
ISBN B0711NZ9QR
Genre: Fantasy

Rezension:


**R** "Mederia 2 - Kampf um Tetra" - von Sabine Schulter

ACHTUNG!! Band 2 einer Reihe!

Klappentext:

„Das beschwerliche Abenteuer durch das Himmelsgebirge liegt hinter Lana und ihren Gefährten. Der Weg hat ihnen viel abverlangt, doch ihr Ziel, die Menschenstadt Tetra, liegt nun direkt vor ihnen. Dort wollen sie die dunklen Mächte davon abhalten, in den Norden einzudringen und alles Leben zu zerstören. Daher werden Lanas Fähigkeiten in den kommenden Schlachten gebraucht, um den verteidigenden Völkern einen Lichtblick in der beinahe ausweglosen Situation zu geben. Sie soll zur Botin der Götter werden. Aber ist sie dafür schon bereit?“

Meinung:

Ich bin vollkommen baff von diesem Meisterwerk. Sabine Schulters Werke wissen bereits seit einer Weile, wie sie mich verzaubern können, aber wie schafft es die Autorin auch jedes Mal wieder eine Schippe oben drauf zu legen? Der 2. Band der Mederia-Trilogie erfreut sich einer gelungenen Einleitung. Die Autorin wiederholt in kurzen Sätzen, die bisherigen Geschehnisse und frischt kleine Details, wie zum Beispiel, dass Kimrie eine Spionin ist, auf, indem sie ihre schwarze Kleidung, die sich an die Umgebung anpasst, beschreibt.

Doch nicht nur anhand der Einleitung, erkennt man das schreibtechnische Talent der Autorin. Ihr Schreibstil reicht bereits weit über bildgewaltig hinaus. Kleine Szenen - in denen sich die Dämonen wie Raben auf den Dächern niederlassen, um der Musik einer Ignis zu lauschen, man einen Sonnenuntergang vom Königssaal betrachten kann oder die Mamorfeste - werden liebevoll beschrieben und lassen einen unaufhörlichen Streifen an Bildern im Kopfe des Lesers erscheinen. Doch sobald man mit den Charakteren durch die Lüfte segelt, spürt man den Lufthauch im Gesicht, wenn sich die Protagonisten in die Sonne legen, hat man als Leser den typischen Sommergeruch in der Nase. Dieses Buch habe ich mit all meinen Sinnen erlebt.

Nachdem ich durch die ersten Seiten des Buches geblättert habe, ist mir schnell aufgefallen, wie sehr ich die Charaktere der Geschichte bereits in mein Herz geschlossen hatte. Auf all die bekannten Gesichter zu treffen, hat eine unglaubliche Wiedersehensfreude in mir ausgelöst. So schön war der Gedanke mit Marie wieder eine starke Verbündete und Freundin neben Lana zu wissen oder den Elbenkönig Tesha wieder in den Reihen der Gruppe begrüßen zu dürfen. Selbst auf die oft übellaunige Mihana habe ich mich unglaublich gefreut. Doch war es auch eine tolle Erfahrung, Personen näher kennenzulernen, die in Band 1 bisher nur namentlich erwähnt wurden, wie zum Beispiel Lanas Lehrmeister Talien oder Grays Geschwister Famir und Sharie. Von Seite zu Seite wächst die Gruppe und ich bin mir sicher, dass auch in Zukunft noch weitere tolle Reisegefährten auf sie warten. Auf jeden Fall ist es Sabine Schulter gelungen, all ihren Charakteren eine innere Vielfalt zu gewähren und ihnen eine eigene Persönlichkeit zu geben.

Doch nicht nur im Bereich der Charaktere, erkennt man eine Vielfalt. In der Welt Mederias trifft man immer wieder auf weitere Wesen. Banshees, Drachen, Elementmagier, Priester und Schatten, sind nur ein kleiner Bruchteil der magischen Wesen dieser Geschichte. Auch hier beweist die Autorin wieder ein nicht endendes Maß an Fantasie und mit ihrer Detailliebe, lernt der Leser jedes einzelne Wesen näher kennen. Letztendlich bekommt man ein gewisses Gefühl für die verschiedenen Völker und ihre Sitten, aber kann sich auch viele Details vorstellen, wie die durch Schuppen gepanzerten Drachen, die katzenähnlichen Faeles und vieles weiter.

Während in Band 1 noch viel auf die Welt, die verschiedenen Völker und die Charaktere eingegangen worden ist, so dreht sich der 2. Band doch etwas mehr um Politik, die geregelten Abläufe in einem Krieg, die die Personen vor dem Tod schützen und kleine Wunder. Diesen Aufbau fand ich sehr geschickt gewählt, da man im ersten Band die Chance bekommt, sich in diese wunderbare Welt verlieben zu können, um im Folgeband zu wissen und zu spüren, für welch schöne Welt die Wesen der Geschichte kämpfen. Wofür auch unsere Protagonisten Lana und Gray kämpfen.

Im ersten Band hat sich eine zarte Freundschaft zwischen den Beiden entwickelt, die sich nun zu einer starken Verbundenheit entwickelt, die aber Steine in den Weg gelegt bekommt. Gerade durch den Krieg, müssen die Beiden einiges durchmachen. Gray muss als Kronprinz der Dämonen und baldiger König die komplette Verantwortung für sein ganzes Volk übernehmen. Doch obwohl die Dämonen bereits einige Verluste erlitten haben, muss er sie weiterhin in den Krieg und damit in den Kampf schicken. Lana ist mit ihrer reinen Göttlichkeit im Inneren, zu einer starken Schlüsselfigur in diesem Krieg geworden und zu einer wichtigen Figur der Hoffnung. Die große Verantwortung, die die Zwei ständig mit sich tragen, wiegt schwer, aber man weiß, dass sie alle Hindernisse überwinden können, solange sie zusammen sind. Als Leser erwischt man sich schnell dabei, wie man sich erhofft, dass langsam etwas mehr zwischen ihnen entsteht, als nur Freundschaft und trotzdem ist das Entwicklungstempo ihrer Beziehung einfach nur perfekt, authentisch und glaubwürdig.

Letztendlich gibt es bestimmt noch zig Punkte, die ich in meiner Rezension auflisten und besprechen könnte (alias über die ich schwärmen könnte), allerdings möchte ich meine Lobeshymne nicht so lang wie das Buch werden lassen. Einen Punkt möchte ich aber noch ansprechen und zwar ist mir beim Namen des Bösewichtes Durak etwas aufgefallen. Sein Name, kam mir generell als Wort so bekannt vor, weswegen ich es kurz gegooglet habe und tatsächlich handelt es sich dabei um ein mir bekanntes, russisches Kartenspiel. Letztendlich blieb mein Blick aber auch an der Übersetzung hängen und Durak heißt übersetzt einfach Dummkopf. Was ein genialer Schachzug, den selbst eingebildeten, mächtigen Feind, Dummkopf zu nennen.

Fazit:

Ein Buch, das beim Leser ankommt, wie ein 4D-Kinofilm. Der Schreibstil ist unglaublich bildgewaltig und lässt einen mit allen Sinnen mitfühlen. Nebenbei verliebt man sich in die Welt Mederias mit all ihren unterschiedlichen Völkern, ihren Wesen und all den schönen Orten und Personen. Es war eine unheimliche Wiedersehensfreude all die Freunde aus Band 1 wieder antreffen zu können und die Freundschaft zu vertiefen. Außerdem macht es echt Spaß Gray und Lana zu shippen. =)

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liebe, prosopagnosie, mobbing, übergewicht, jennifer niven

Stell dir vor, dass ich dich liebe

Jennifer Niven , Maren Illinger
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 22.06.2017
ISBN 9783737355100
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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fantasy, gaben, erinnerung, chosen, magie

Chosen - Das Erwachen

Rena Fischer
Fester Einband
Erschienen bei Planet! ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 20.06.2017
ISBN 9783522505567
Genre: Jugendbuch

Rezension:


ACHTUNG!! Band 2 der Dilogie!

**R** "Chosen - Das Erwachen" - von Rena Fischer

Klappentext:

(Band 2 der Dilogie. Rezension könnte Spoiler zum ersten Band enthalten)

„Emmas Vater Jacob ist tot – ermordet von ihrer großen Liebe Aidan. Glaubt Emma. Doch das stimmt nicht. Emmas Erinnerungen wurden nämlich von Farran, dem Schulleiter des Elite-Internats, manipuliert. Jacob ist nicht tot, im Gegenteil, er will Emma aus Farrans Fängen befreien. Wird es ihm gelingen? Kann er Emma, die in die Emotionen anderer eintauchen kann, dazu bringen, die dunklen Machenschaften ihres vermeintlichen Mentors zu durchschauen?“

Meinung:

Im Unterschied zu dem ersten Band, können wir Leser die Fortsetzung aus der Sichtweise von Emma, Aiden und Emmas Dad Jacob lesen. Der Erzählerwechsel gibt dem Leser einen tieferen Einblick darin, was in den verschiedenen Personen vor sich geht. Am Anfang mag es ein wenig verwirren, da man sich zum Beispiel nicht gleich erklären kann, wie es zu vom Ende des ersten Bandes zu diesem Einstieg im zweiten Band kommen konnte. Auch sind die Sichtwechsel nicht Zeit überdeckend, so befindet sich die eine Erzählung im Sommer, während man im nächsten Kapitel plötzlich im Winter ist. Jedoch sind die einzelnen Kapitel mit klaren Verweis auf die jeweilige Sichtweise versehen und sobald man sich an die neue Erzählweise gewöhnt hat, liest sich die Geschichte schnell von der Hand weg.

Der Schreibstil von Rena Fischer zeichnet sich besonders durch kurze, knackige und spannende Kapitel aus. Beim Leser entsteht schnell das Gefühl, dass ein weiterer Abschnitt, ein weiteres Kapitel noch lesbar ist und gerade die kurzen Kapitel bauen eine grundlegende Spannung auf. Letztendlich legt man das Buch einfach gar nicht mehr aus der Hand. Im Vergleich zum Auftakt der Reihe, sind die Kapitel hier jedoch etwas länger geworden und gerade diejenigen, die mit den kurzen Kapiteln ihre Probleme hatten, werden sich hier freuen. Stattdessen hat sich die Autorin die Sichtwechsel zunutze gemacht und vor jedem Sichtwechsel kleine Kliffhänger aufgebaut. Letztendlich konnte man sich gar nicht mehr entscheiden, welche Sichtweise man am liebsten weiterlesen möchte, da sich alle in verzwickten, spannenden Situationen befinden.

Zum einen hätten wir da Emma, die nachdem ihre Erinnerungen manipuliert worden sind, sich wieder an der Raben Schule zusammen mit Fion Ferran befindet. Sie denkt, sie hätte sich damals fälschlicherweise den Falken angeschlossen und wird deswegen auch von allen Klassenkameraden als Verräterin angesehen. Ihr begegnet Hass aus fast allen Richtungen und sie wird Opfer von vielen Mobbingattacken. Doch hat Emma auch in diesem Band wieder ein gutes Gleichgewicht aus impulsiv und gut durchdacht. Ihren Mitschülern gegenüber, begegnet sie kalt und berechnend. Sie versteckt sich nicht hinter den Mauern ihres Zimmers, sondern kalkuliert ihre Handlungsmöglichkeiten durch. Gleichzeitig verdeutlicht sie den Menschen um sich herum, wenn sie zu weit gegangen sind. Jedoch hat sie es dieses Mal schwieriger, da sich ihre Erinnerungen und ihre Gefühle nicht im Einklang befinden und ihre Gabe außer Kontrolle gerät.

Emma ist eine meiner liebsten Protagonistinnen. Ihr innerer Konflikt wird total realistisch dargestellt, sowie ihre splitterhaften Erinnerungen. Dabei hangelt sie sich nicht an dem entlang, was ihre Erinnerungen oder ihr Herz weismachen will, sondern an Fakten und geht so bedacht voran, dass sie einfach eine sympathische Intelligenz erhält. Ich liebe es, wie schlau sie konstruiert worden ist, denn sie entwickelt nie nur eine Theorie, sondern geht alle durch und erst mit tatsächlichen Fakten, kommt sie zu einer Schlussfolgerung. Was nie bedeutet, dass sie sich ewig an einer Schlussfolgerung festhält. Sie hat definitiv Köpfchen, ist nicht auf den Mund gefallen und ist so authentisch. In ihrem Leben macht sie Fehler, sie besitzt Ecken und Kanten, akzeptiert aber auch andere Menschen mit ihren Fehlern und verzeiht. Emma muss man einfach liebhaben.

Sehr verwirrend fand ich Aidens Sichtweise. Durch den Klappentext wissen wir, dass Aiden sein Gedächtnis verloren hat, jedoch konnte ich diese Tatsache nicht mehr mit den Geschehnissen in Band 1 verbinden. Auf jeden Fall stach kein klarer Gedanke in seiner Sichtweise heraus, er wollte nur fliehen und dabei wusste er nicht mal wieso. Letztendlich wusste er nicht was los war, ich wusste nicht was los war und dann wechselte die Sichtweise wieder. An dieser Stelle möchte ich jedoch jeden beruhigen, der gerade vielleicht mitten im Buch steckt und dem es ähnlich ergeht. Die Autorin führt jede einzelne Handlung langsam zusammen und schafft einen flüssigen Verlauf, der vielleicht erst später ans Licht kommt.

Was mir außerordentlich an dieser Reihe gefällt, sind auch die Nebencharaktere, denen sich Rena Fischer mit Liebe widmet. In vielen Büchern wäre der Fokus nur auf Emma und Aiden geblieben, doch bekommt hier Emmas Vater sogar eine eigene Sichtweise. Mehrere einzelne Falken, wie Montgomary bekommen eigene Geschichten und stehen mal mehr oder weniger im Fokus. An Emmas Schule stellt sich nicht jeder gegen sie, sondern auch eine tolle Freundin, wie Faye steht neben ihr. Es gibt nicht nur den einen großen Bösewicht, sondern auch kleine oder mittelmäßige Widersacher, stellen sich den Protagonisten in den Weg. Doch am Begeisterten war ich von Fion. Bei ihm handelt es sich nicht um „DEN Bösewichten“, sondern eine Person mit deren Handlungen man nicht einverstanden sein könnte. Seine Geschichte, sein Charakter und seine Handlungen zeigen schnell, dass ein Stempel schwer aufzudrücken ist und man nicht urteilen sollte, bevor man nicht mehr von der Wahrheit kennt.

Ein weiteres Highlight ist definitiv die Rangliste in der Rabengesellschaft, sowie ein Personenverzeichnis der Charaktere im hinteren Teil des Buches. Im ersten Band hatte ich noch meine Schwierigkeiten, da einen perfekten Durchblick zu erhalten. Auch in diesem Teil habe ich ein bis zwei Mal dahinten reingespickt, was mir auf jeden Fall weitergeholfen hat!

Fazit:

Aus meiner Sicht ist Rena Fischer eine Schreibstil Meisterin. Sie weiß definitiv mit welchen schreibstiltechnischen Mitteln, sie mich an die Seiten fesseln, Situationen mehr Spannung verleihen oder romantischen Szenen Tiefe verleihen kann. Hinzu kommt, dass sie absolut glaubwürdige Charaktere entworfen hat und auch den Nebencharakteren Leben einhaucht. Zwar ist der Einstieg ein wenig verwirrend (besonders für diejenigen, die das Buch nicht gleich im Anschluss zu „Chosen – Die Bestimmte“ lesen), jedoch legt sich auch dies sehr schnell, da die Autorin alle Fäden immer wundervoll zusammenführt. Eine grandiose Fantasy-Dilogie mit viel Spannung, einer tollen Liebesgeschichte und einer Nachricht hinter der Handlung.

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vampire, melody of eden, sabine schulter, dark diamonds, liebe

Melody of Eden - Blutrache

Sabine Schulter
E-Buch Text
Erschienen bei Dark Diamonds, 28.04.2017
ISBN 9783646300093
Genre: Fantasy

Rezension:

**R** "Melody of Eden 3 - Blutrache" - von Sabine Schulter

(ACHTUNG!! Rezension könnte Spoiler zu vorherigen Bänden enthalten!)

Klappentext:

„**Eine Liebe, so unsterblich wie die Hoffnung**

Rufus' Rachedurst ist nicht zu stillen. Das bekommt vor allem Eden zu spüren, der nach Melodys Verschwinden alle Hoffnung aufgegeben hat. Daher zieht er gemeinsam mit seinem Rudel los, um in den unsäglichen Gängen der Kanalisation endlich das Nest der Wilden zu finden. Doch durch die Trauer um seine geliebte Blutgefährtin beginnt Eden mehr und mehr die Kontrolle über seinen Berserker zu verlieren. Sogar sein Rudel kann ihn kaum noch vor sich selbst schützen. Völlig blind vor Hass hat er nur noch eines im Sinn: Rufus endlich zur Strecke zu bringen – koste es, was es wolle. Denn ein Leben ohne Melody ist für Eden einfach unvorstellbar…“

Meinung:

Nach dem Kliffhänger in Band 2 habe ich mich schon stark nach diesem Band gesehnt. Es hat spannend geendet und dieses Spannungslevel, zieht die Autorin hier nur noch mal um ein Doppeltes an. Diesen Abschlussband wird man nicht aus den Händen legen können.

Man wird direkt in das Geschehen geworfen und liest wie gewohnt, abwechselnd aus der Sicht von Melody und Eden. Während Eden sich die schlimmsten Szenarien ausmalt und Mel schon für Tod hält, so kämpft sie sich unter Trümmern hervor, kämpft mit Verwundungen, der ständigen Gefahr von Wilden und einem wissensdurstigen Reporter, der auf keinen Fall herausfinden darf, was sie ist. Dabei ist dieser Teil nur ein Bruchstück der ganzen Action und der Abenteuer, die auf einen warten.

Besonders Edens Seite, fand ich dieses Mal total interessant. Über die Seiten hinweg, spürt man immer deutlicher, dass Mel seine Schwachstelle und gleichzeitig seine größte Stärke und Stütze ist. Sein sonst so undurchsichtiges Verhalten, erhält so viel Farbe und Emotionen. Zum ersten Mal blicken wir als Leser auf die wütende, teils unüberlegte und rachsüchtige Seite dieses sonst so ruhigen Mannes. Auch die anderen Charakterzüge von ihm kennengelernt zu haben, war total spannend. Es zeigt, wie wichtig ihm seine liebsten Personen sind und dass ein Mensch (*hust* Vampir) auch Schwächen besitzt. Dadurch, dass er seine Schwächen gezeigt und seine Emotionen laufen lassen hat, habe ich das Gefühl bekommen, ihm als Charakter noch näher gekommen zu sein.

Auch Melody macht in diesem Band einiges durch und entwickelt sich weiter. Trotz ihres sonst so positiven Wesens, trifft sie auf Situationen, in denen sie niedergeschlagen oder mal pessimistisch ist. Diese Reaktionen sind vollkommen natürlich und dass sie danach immer noch zu sich selbst finden kann, macht sie in meinen Augen so stark. Die Beiden nach diesem Band gehen zu lassen, wird mir richtig schwerfallen. Auch die Beziehung, die die beiden miteinander verbindet, kann man sich nur wünschen.

Zum Abschluss treffen wir auch nochmal auf viele bereits liebgewonnene Charaktere. So verbringt man natürlich auch wieder viel Zeit mit den Vampiren aus den verschiedenen Rudeln. Ivy, der kleine Sonnenschein, Rich, der Charmeur und gute Freund der Protagonisten, Scarlett, die für ihr Rudel alles tut und Scott, der mit seinem Lachen die Situation immer wieder auflockern kann, sind nur ein kleiner Teil der Wegbegleiter in diesem Roman. Sie alle sind nicht nur ein Rudel, sondern eine wundervoll zusammenhaltende Familie mit der man sich nur wohlfühlen kann.

Es ist außerdem faszinierend, was für eine Spannung Sabine Schulter in ihren Büchern erzeugen kann, einen damit an die Seite fesselt und dann wiederum mit unglaublich süßen Szenen einen so beruhigenden Flair ausstrahlen kann. Man taucht vollkommen ins Geschehen und die Gefühlswelt der Charaktere ein. Wenn ein Abenteuer auf sie wartet, dann ist man als Leser genauso nervös, aufgeregt und steht unter Strom. Sobald die Hauskatze auf Mel zu tapst und die Katze wieder unbedingt gekrault werden MUSS, beruhigt sich die komplette Leserseele, man erfährt ein total heimeliges Gefühl und fühlt sich glücklich.

Fazit:

Ein definitiv gelungener Abschluss mit viel Spannung, grandiosen Charakteren und Charakterentwicklungen, sowie auch entspannenden Szenen. Man wird komplett in das Buch gesaugt und taucht erst wieder nach dem letzten Wort, das Sabine Schulter für die Leser geschrieben hat, wieder auf. Das Buch ist ein klares Zeichen dafür, dass wir (ob Mensch oder Vampir) nicht perfekt sind, aber an uns arbeiten und innerlich wachsen können.

Zitat:

"Ich verstehe deine Angst, Mel, aber wenn du dich ihr zu sehr hingibst, wird sie dich nur lähmen und Fehler machen lassen, die genau zu dem führen, wovor du dich fürchtest. Mach dir deine Sorge lieber zunutze und lass sie deinen Willen stärken."

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