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liebe, krebs, mila, studium, berlin

Das Leben zwischen Jetzt und Hier

Cara Mattea
E-Buch Text: 391 Seiten
Erschienen bei books2read, 15.01.2017
ISBN 9783733785857
Genre: Romane

Rezension:

Ich kenne Mila und Leo nun schon eine ganze Weile, quasi von der allerersten Sekunde an und wenn Ich heute auf das zurückschaue, was hinter Mila, Leo und auch Cara steckt, dann kann Ich es manchmal noch gar nicht wirklich glauben 

War Leo zu Anfang nur eine Idee und Schatten eines Charakters, wurde aus ihm mit jeder Zeile, die geschrieben wurde, eine eigene Persönlichkeit, die so realistisch, emotional, mitfühlend und vom Leben gezeichnet ist, dass Ich mich immer wieder fragen musste, ob es Leo tatsächlich nur zwischen Tinte und Papier gibt. Bis heute bedauere Ich diese Tatsache sehr und wenn Ich mir von allen fiktiven Charakteren, die Ich bisher durch ihre Bücher begleitet habe, einen aussuchen müsste, mit dem Ich einen Kaba trinken gehen wollen würde, dann wäre Leo garantiert einer von ihnen.
Leos kantige und verschlossene Art, mit der er seine Wunden zu überdecken versucht, macht ihn zu einer wunderbaren Mischung aus geheimnisvoll und faszinierend, gleichzeitig stehen seine zwischenmenschliche Fähigkeiten in solch einem Kontrast zu seiner Vergangenheit, dass es auch aus fachlicher Sicht unbeschreiblich ist, was er alles aus seinem Leben gemacht hat.

Mila ist … einfach Mila, pure, real and simple, und damit vielleicht Leos größtes Gegenteil in der ganzen Geschichte  sie ist kein weiblicher Leo, sie kann der glitzernd-schimmernden Welt, von der Leo aufgrund seines Studiums ein Teil geworden ist, nicht viel abgewinnen, steht lieber in Crocs stundenlang im OP und rettet hierbei Leben. Ihre schüchterne Art, die vielleicht auch ihrem jungen Alter geschuldet ist, zieht sich durch die Geschichte, bricht nur in den Momenten auf, in der sie Verantwortung für Leo übernehmen muss und wenn ihre Entwicklung in diesem Blickwinkel vielleicht auch stoppt, tut das ihrer Figur keinen Schaden, ganz im Gegenteil. Es spricht viel mehr für die Teile, die Mila ausmachen (pure, real and simple) und Ich bin ziemlich froh darüber, dass Mila diese Eigenschaften beibehalten hat 

Amsterdam ist wahrscheinlich der einzig wahre und richtige Ort, an dem die Geschichte von Mila und Leo hätte eine Rolle spielen können und wenn Leo eine Stadt wäre, dann wäre er Amsterdam 
Den ersten richtigen Kuss auf die Grachten zu legen ist nicht nur romantisch, sondern auch in Bezug auf eines der Aushängeschilder der Geschichte als Stilmittel grandios. Schreibt Cara immer wieder von den „Marmeladenglasmomenten“, dann wage Ich es, die Hypothese und Verknüpfung aufzustellen, dass Amsterdam das Marmeladenglas ist, in dem all diese Momente gesammelt werden, da sie hier ihren Anfang gefunden haben. Amsterdam ist der einzige Ort, der im Buch erwähnt wird, an dem nur gute Dinge passieren, ist damit also das schützende Glas, in das sich Mila und Leo zurückziehen, wenn ihnen Berlin und die Leben um die Ohren fliegen.

Durch das gesamte Werk ziehen sich mehrere rote Fäden, die am Ende zusammenlaufen und einen Sinn ergeben (angefangen beim Prolog, bis hin zur Enthüllung von Leos Vergangenheit und der schattigen, gemeinsamen Zukunft, die Mila und Leo erwartet), oder aber auf Teil II verweisen, in dem sie weiterlaufen werden.
Bezüglich des Schreibstils schließe Ich mich der Meinung der anderen Rezensenten und Lesern an – er ist flüssig, locker und nicht verwinkelt, wenig poetisch, dafür klar und trotz all der Medizin, die sich in den Seiten findet, verständlich und logisch. An manchen Stellen sind mir die Sätze fast schon zu romantisch, allerdings wiegelt die Tatsache, dass Mila und Leo erst Anfang 20 sind und hier ihre erste und richtige Liebe gefunden zu haben scheinen, dies wieder aus.

Grundsätzlich hat sich für mich persönlich relativ zügig gezeigt, dass Leo die Geschichte dominiert, was Ich als sehr angenehm und bemerkenswert empfunden habe, allerdings leitet mich dies nun auch zu meinen zwei kleinen Kritikpunkten über, nämlich zu Cover und Titel.
Bezüglich des Covers kann man nun verschiedene Thesen bilden: Auf der einen Seite erkennt man natürlich Berlin, die Stadt, die Hauptschauplatz der Geschichte ist, allerdings nicht Hauptschauplatz der Charaktere. Denke Ich an Mila und Leo, denke Ich nicht zuerst an Berlin, sondern tatsächlich an Amsterdam, eben weil dort all das passiert ist, was die Beziehung von Mila und Leo zu der macht, die sie ist.
Das skizzierte Profil, das eventuell Mila darstellen kann oder soll, spiegelt natürlich Leos Studiengang wieder, allerdings, wie bereits erwähnt, spielt Mila meiner Ansicht nach nicht die Hauptrolle der Hauptrollen in der Geschichte, weshalb Ich ein weibliches Profil als eher unglücklich gewählt sehe.
Der wasserfarbenähnliche Verlauf, aus dem Skyline und Profil entstehen, steht für mich auch zu sehr im Kontrast zur Geradlinigkeit des Schreibstils, der Genauigkeit der Fakten und der glatten Sätze. Die Geschichte ist geschliffen, man kann sie wie durch Glas betrachten und zu keiner Zeit tauchen größere Geheimnisse auf, die sich erst gegen Ende lüften, weshalb Ich mir auch ein eher geradliniges Cover gewünscht hätte.

Zum Titel möchte Ich sagen, dass er sehr kommerziell wurde und mit den Arbeitstiteln und Ideen von Cara leider nichts mehr zu tun hat und für mich auch nicht wirklich zur Geschichte passt.
Betrachtet man die Bestandteile, die wirklich prägnant sind und die Beziehung von Mila und Leo prägen, dann spielt der Großteil eben nicht im Hier und Jetzt, sondern vielmehr in der Vergangenheit, denn Leos Vergangenheit rutscht an so vielen Stellen auch zwischen den Zeilen hindurch, dass ein reiner Zustand im Hier und Jetzt überhaupt nicht möglich ist. Für mich ist der Anteil der Vergangenheit, der im Buch thematisiert wird, viel zu hoch, um diesen Titel als glücklich und passend gewählt zu bezeichnen.
Zudem erleben Mila und Leo auch aufgrund beider Vergangenheiten ihre schönsten und intimsten Momente (Leos Geständnis, mit dem Mila unendlich viel endlich klar wird, Leos erste Auszeit auf Amrum, was Milas Vergangenheit ist) in aktiven Teilen der Vergangenheit. Diese Tatsachen sind natürlich nur meine Ansichten, aber aus diesen Gründen treffen für mich weder Titel noch Cover wirklich zu.

Zur Geschichte an sich … sie ist faszinierend realistisch und echt, hierbei immer noch einfach und lebendig und sie ist gleichzeitig auch eine Momentaufnahme von zwei Leben, die genau so wie geschildert hätten geschehen, sich verwurzeln und verbinden können.
Über die medizinische Genauigkeit muss man an dieser Stelle nicht mehr reden, außer vielleicht einer kleinen Stilblüte … Man, Cara, Du bist so Arzt … :P auch wenn vermutlich die Hälfte der Leser nicht kritisch hinterfragen, was medizinisch in der Geschichte passiert, beruhigt es mich zu wissen, dass quasi alle medizinischen Punkte der Wahrheit entsprechen.

Anmerken möchte Ich noch meine persönliche Lieblingsstelle, die Ich so sehr vor Augen hatte wie keine andere, und die Ich mir vermutlich als Fotografie an die Wand hängen, wenn es sie geben würde …
Leo, wie er mit Mila gemeinsam auf Amrum steht und genießt, mit geschlossenen Augen das Gesicht in den Wind hält und das Leben spürt, obwohl in diesem Moment der stärkste Partner an seiner Seite vermutlich der Tod ist.
Spart Cara sonst mit Metaphern, empfinde Ich diese Szene als so metaphorisch und wundervoll, dass Ich sie noch immer fühlen kann und die Mischung aus Möwen und Ozean höre, wenn Ich an sie zurückdenke.

Fünf von Fünf Funklern, würde Ich sagen, verbunden mit einer Empfehlung an alle Menschen da draußen, vor allem an die, die Liebe und Tiefgründigkeit nichts abgewinnen können.
Cara, Du Süße, Du hast da ein kleines Meisterwerk geschaffen, und Ich bin stolz auf Dich, auf all das, was Du hiermit erschaffen hast, mit diesem kleinen Kosmos aus Liebe auf Tod und Herz über Verstand.

Liebe.

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