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1.001 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 116 Rezensionen

liebe, freundschaft, jessica sorensen, new adult, familie

Das Geheimnis von Ella und Micha

Jessica Sorensen , Sabine Schilasky
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.11.2013
ISBN 9783453417724
Genre: Liebesromane

Rezension:

Hach, Liebesgeschichten sind doch was schönes, findet ihr nicht? Die tun dem Herzen einfach gut mal so zwischendurch im Stress des täglichen Lebens :)

Genauso ist es auch bei der Geschichte um Ella und Micha. Beide sind seit ihrer Kindheit in einer ziemlich heruntergekommenen Gegend mit nicht all zu perfekten Familienverhältnissen die besten Freunde. Tür an Tür lebend geben sie sich gegenseitig Halt, sind füreinander da, haben einfach Spaß miteinander und versuchen, ihr Leben so gut es geht zu genießen.

Doch irgendwann merken beide, dass da mehr ist zwischen ihnen. Doch Liebe, dieses starke Gefühl, ist zu viel für Ella und aus Angst, wie ihre Mutter zu enden, die vor nicht all zu langer Zeit Selbstmord beging, flieht Ella aus ihrem Leben, vor ihren Emotionen und vor allem vor Micha. Doch ein College-Semester geht nicht ewig, und so muss Ella in ihre Heimatstadt zurückkehren und sich ihrer Vergangenheit stellen.

Abwechselnd aus der Sicht von Ella und Micha schreibt Jessica Sorensen sehr einfach und doch mitreißend, sodass man Einblick in das Innenleben beider Protagonisten bekommt.

Ella, einst das "Bad Girl" der Clique mit großer Klappe und äußerst draufgängerisch, ist ruhig und zurückhaltend in ihrem neuen Leben. Doch die wahre Ella schlummert noch immer in ihr und je mehr sie versucht die wieder aukeimenden Gefühle, Erinnerungen und Ängste zu unterdrücken, desto mehr wird sie wieder ihr altes Ich. Nur schwer kann sie die Kontrolle über sich behalten und im typischen Kampf zwischen Herz und Verstand fällt es ihr zusehend schwerer, Micha zu widerstehen. Denn der liebt Ella mit allen Sinnen und zeigt dies auch sehr deutlich. Er will die alte Ella mit frecher Klappe zurück, die er in brenzligen Situationen verteidigen kann und die mit ihm Spaß an riskanten Autorennen hat. Dabei ist er alles andere als der romantische Held. Auch er hat es perfekt drauf, der "Bad Boy" zu sein, jedoch mit einer so charmanten Art, das einem das Herz schmilzt.

Insgesamt ist die Geschichte vielleicht nicht super überraschend und die Autorin hat das Rad in Sachen Liebesgeschichten sicher nicht neu erfunden, aber dennoch sind beide Protagonisten so sympathisch und ihre Liebe so emotional und mitreißend, dass ich nur so durch Seiten geflogen bin und jedem Fan von schönen Young Adult Liebesgeschichten wärmstens empfehlen kann!

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(53)

112 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

fantasy, seelennacht, simon, darkest powers, chloe

Darkest Powers: Seelennacht

Kelley Armstrong , Christine Gaspard
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.11.2013
ISBN 9783426507810
Genre: Fantasy

Rezension:

Ohne große Umwege steigt Seelennacht direkt dort ein, wo "Schattenstunde" endete: nach ihrer Flucht aus dem Lyle House ist Chloe zusammen mit Rachelle ihrer Tante in die Arme gelaufen. Doch sie können sich nur kurz in Sicherheit wiegen, denn Tante Lauren gehört selbst zur Edison Group, die Jugendliche mit übernatürlichen Fähigkeiten für ihre Zwecke missbraucht. So ist Chloe nun zu Beginn wieder in Gefangenschaft und muss erneut einen Weg finden, ihren Entführern zu entkommen und ihre immernoch "flüchtigen" Freunde Simon und Derek zu finden.

Obwohl mir der erste Band der Reihe von Kelley Armstrong wirklich gut gefiel, konnte der Nachfolger das Ganze noch toppen. Fehlte mir bei "Schattenstunde" noch hier und da ein wenig Spannung, kam ich hier aus dem hastigen Seitenumblättern oft nicht raus.

Auf Chloe's Flucht geschehen viele merkwürdige und auch sehr unerwartete Dinge, die mich oft an meinem Wissen, wer Freund und wer Feind ist, zweifeln ließen.

Dabei ist "Seelennacht" auch noch um einiges schauriger und bedrückender in seiner Atmosphäre. werden die wahren Ziele der Edison Group, die vorgeben, Jugendlich psychiatrisch zu therapieren, immer deutlicher, kommt auch Chloe häufiger an ihre Grenzen mit den Dingen, die sie sehen und erleben muss.

 Kelley Armstrong hat dabei wieder einen unglaublich authentischen Schreibstil und schafft, die eigentlich schon aus vielen anderen Büchern bekannten "Superkräfte" der Jugendlichen auf völlig neue und ihre ganz eigene Art darzustellen.

Insgesamt hat mich "Seelennacht" also definitiv überzeugt! Es ist nicht der schnöde füllende Band 2 einer Trilogie, in dem kaum etwas passiert und der nur auf den letzten Band hinleiten soll. Die Autorin hat sich in meinen Augen im Vergleich zu Band 1 noch gesteigert und macht definitiv Lust auf den dritten Band, denn ich will unbedingt wissen, wie es ausgeht mit Chloe und ihren Freunden!

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212 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 22 Rezensionen

schokolade, mafia, dystopie, new york, liebe

Edelherb

Gabrielle Zevin , Andrea Fischer
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 23.10.2013
ISBN 9783841421319
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der erste Band von Gabrielle Zevins Trilogie hat mir persönlich ziemlich gut gefallen. Hat mir auch der spannende Handlungsstrang ein wenig gefehlt und wusste ich auch nicht so recht, wohin das alles führen sollte, hat mich der witzige unterhaltsame Schreibstil der Autorin aus Sicht der Protagonistin definitiv überzeugt.

Nun, im zweiten Band, tauschen diese beiden Aspekte ein wenig die Rollen. Die Geschichte bekommt in "Edelherb" definitiv mehr Handlung, alles macht ein bisschen mehr Sinn, auch wenn dort definitiv noch Luft nach oben ist. Jedoch geällt mir Anya's Erzählweise nicht mehr ganz so gut. Noch immer schreibt sie wie eine Art Tagebuch mit witzigen Ergänzungen hier und da, aber ich kam ihr nicht mehr so nahe, konnte nicht mehr kräftig mitlachen und mitfühlen.

Neben der Erzählweise hat mir auch Anya an sich nicht mehr so gut gefallen. Noch immer ist die selbstbewusst und stark und muss jede Menge Verantwortung übernehmen. Jedoch geschehen auf ihrem Weg, herauszufinden, was sie wirklich im Leben möchte, viele schreckliche Dinge, die sie mir einfach zu leicht wegsteckt. Es fehlen mir ein wenig die tifen Emotionen, die meiner Meinung nach im ersten Band noch da waren. Das dominierenste Gefühl ist wohl Anya's Wut, die vielleicht der Grund ist, aus dem ihre Trauer nie wirklich zur Geldtung kommt. Fast ständig denkt sie an Rache und Vergeltung und achtet meiner Ansicht nach zu wenig auf die guten Dinge um sie herum, für die es sich lohnen würde, ihre Rachegedanken zu vergessen und das Risiko nicht einzugehen.

Jedoch insgesamt kommt wesentlich mehr Handlung in die ganze Sache. Ereignisse überschlagen sich, Menschen sind nicht die, die sie vorgeben zu sein und es fällt schwer herauszufinden, wem man trauen kann und wem nicht. Dabei kommen mir aber wie schon bei Anya allein "Gefühle" insgesamt ein bisschen zu kurz. Alles geht vor allem um das "harte" Geschäft, Liebe und Familie rücken ein wenig in den Hintergrund.

Insgesamt habe ich mir ein bisschen mehr von Edelherb gewünscht. Ich hatte ruhige nette Lesestunden mit dem Buch und es ist auf jeden Fall eine nette Unterhaltung zwischendurch und für "Fans" von Band 1 ein Muss, aber ich finde Gabrielle Zevin hat das Potential, das in der Geschichte steckt, nicht ausgenutzt. Und wird die Spannung im Vergleich zu "Bitterzart" definitiv erhöht, baut Anya als Protagonistin für mich sehr ab und die Gefühle kommen einfach zu kurz.

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92 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 39 Rezensionen

vampire, fantasy, hexen, wicca, hexe

Forever - Das ewige Mädchen

Rebecca Hamilton , Ralph Sander
Flexibler Einband
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 01.11.2013
ISBN 9783862788392
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als ich "Forever - Das ewige Mädchen" anfing zu lesen, war ich doch sehr skeptisch, denn der Einstieg fiel wirklich schwer. Ich bin irgendwie nicht wirklich gut in die Geschichte hinein gekommen und musste mich schon ein wenig zwingen, um weiterzulesen. Aber das wurde glücklicherweise belohnt :)

Denn die Handlung wurde nach ein paar Kapiteln für mich besser und besser und vor allem: spannender!

 

Genauso wie mit der Handlung musste ich auch mit der Protagonistin Sophia erst einmal warm werden. Aber nachdem ich mehr über sie und ihre Vergangenheit erfahren hatte, wurde sie mir immer sympathischer. Da die Handlung aus ihrer Sicht erzählt wird, kommt man ihr als Person am meisten Nahe, erfährt ihre Gedanken und Gefühle, während die der anderen Figuren im Dunkeln bleiben.

Am Anfang scheint sie sehr einsam und nicht sehr selbstbewusst. Sie kann sich gegen Anfeindungen zwar zur Wehr setzen, aber ihre "Andersartigkeit" macht ihr zu schaffen und schottet sie zunehmend von ihren Mitmenschen ab. Schlimmer noch, selbst ihre eigene Mutter will Sophia nicht so akzeptieren, wie sie ist. Aber diese junge Protagonistin wächst mit ihren Aufgaben und auch mit ihrem Leid und zunehmend wird sie mutiger und sich ihrer eigenen Stärken bewusst.

Eine wichtige Rolle dabei spielt Charles. Ihn nachdem er das erste Mal auftaucht einzuschätzen fällt wirklich schwer, denn er hat viele verschiedene Seiten und ist nur sehr schwer zu fassen. Oft legt er völlig widersprüchliches Verhalten an den Tag und weder Sophia noch der Leser wissen, woran man bei ihm ist. Doch trotz dieses Hin und Hers nähern sich die beiden an, denn keiner von ihnen ist gewöhnlich.

Rebecca Hamilton schafft mit ihrem flüssig und einfach zu lesendem Schreibstil eine Welt, die nicht völlig neu ist. Jedoch baut sie Ideen in die Geschichte ein, die ich wirklich interessant fand und von denen ich gern mehr lesen wollte.


Insgesamt ist "Forever - Das ewige Mädchen" also der gelungene Auftakt einer Serie, von der ich gern mehr lesen möchte. Es gibt kein fieses Ende bei dem man denkt, man muss unbedingt sofort wissen wie es weitergeht, aber dennoch macht die Handlung neugierig, wie es weitergehen könnte.Ein schönes Buch also, bei dem der Einstieg schwer fällt, sich das Weiterlesen aber definitiv lohnt :)

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(1.878)

2.588 Bibliotheken, 20 Leser, 4 Gruppen, 341 Rezensionen

liebe, tod, familie, layken, krebs

Weil ich Layken liebe

Colleen Hoover , Katarina Ganslandt
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.11.2013
ISBN 9783423715621
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als ich am allerletzten Tag von der Bloggeraktion vom Deutschen Taschenbuch Verlag hörte und in letzter Minute teilnahm, hätte ich eigentlich nicht damit gerechnet, auch eines der Bücher zu bekommen. Doch ich hatte wirklich Glück und ca. eine Woche später trudelte "Weil ich Layken liebe" bei mir ein :)

Als ich mich dann an einem ruhigen Freitagabend daran machte, das Buch zu lesen, war mir vorher nicht klar, dass ich es so VERSCHLINGEN würde!

Protagonistin Layken, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, war mir von Beginn an sympathisch. Obwohl sie in den letzten Monaten einen ziemlich schlimmen Schicksalsschlag verkraften musste, ist sie unglaublich stark, ohne dabei aber ihre Gefühle zu sehr hinunter zu schlucken. Ihre kämpferische Seite fand ich gernauso toll wie ihre zerbrechliche, das Einzige was mich ein wenig gestört waren ihre "Trotz-Phasen". Aber da sie ja eigentlich auch noch ein Teenie ist, kann man da wohl drüber hinwegsehen ^^

Wie es sich für ein schnulziges Jugendbuch gehört, ist Will natürlich der Traummann schlechthin. Gutaussehend, schlau, durchtrainiert und super süß und liebevoll. Aber das ist alles zum Glück nicht übertrieben, sondern im richtigen Maß, was es unglaublich leicht gemacht hat, ihn tief ins Herz zu schließen.

Sofort hat mich auch der der Schreibstil von Colleen Hover mitgerissen. Er ist so locker und leicht zu lesen, und trotzdem so emotional, ohne dabei zu übertreiben. Das besondere, das mich von Anfang an begeistert hat, sind die vielen kleinen Gedichte, die in die Geschichte eingeflochten sind. Will ist ein großer Fan von Poetry Slams, nimmt selbst daran teil und schreibt unglaublich tolle Lyrik, die wirklich tief berührt und zum Nachdenken anregt.

Was mich auch fasziniert hat ist der Fakt, dass sich die Liebe zwischen Layken und Will zwar unglaublich schnell entwickelt, mich das aber überhaupt nicht gestört hat. Oft wirken diese nach-3-Tagen-große-Liebe Geschichten super unglaubwürdig, aber der Autorin ist es gelungen, genau das zu umgehen.

Auf das erste romantische Drittel des Buches folgt dann auch wie im Klapptentext angekündigt das erste große Drama, das die Welt die beiden auf den Kopf stellt. Und geht es dort schon auf und ab mit den Gefühlen, wird es im weiteren Verlauf noch wesentlich schlimmer, denn es bleibt nicht die letzte Hiobsbotschaft. Und dabei geht es wirklich nicht um belanglose Teeniethemen, sondern um sehr ernste, nachdenklich machende, die bei mir unglaublich tief gegangen sind und mich nicht nur einmal mit den Tränen haben ringen lassen.

Insgesamt hat mich "Weil ich Layken liebe" also durchweg überrascht. Mit keiner der emotionalen Wendungen hätte ich so gerechnet, was die Seiten nur so fliegen ließ, und Colleen Hover hat dabei eine unglaublich tolle Art zu schreiben. Das einzige, was ich kritisieren könnte, ist, dass es vielleicht ein bisschen zu viel der Dramatik und der Schicksalsschläge war. Aber eigentlich hat mich das nicht wirklich gestört und den Gefühlen definitiv keinen Abbruch getan :)

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226 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, kristen simmons, ember, liebe

Gesetz der Rache

Kristen Simmons , Frauke Meier
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.10.2013
ISBN 9783492703055
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wer unseren Blog schon ein bisschen länger liest, weiß vielleicht noch, dass ich von "Artikel 5" hellauf begeistert war! All meine dystopischen Beürfnisse wurden befriedigt ^^ Um so gespannter war ich, wie es weitergeht mit Ember und Chase und ihrem Kampf gegen das Regime.
Relativ schnell und leicht ist der Einstieg in die Handlung. Nahtlos geht die Geschichte von Band 1 weiter, Ember und Chase sind beim Widerstand untergekommen und helfen diesem bei seinen zahlreichen Missionen. Nach und nach erfährt man dort mehr über die einzelnen Charaktere und ihre verschiedensten Gründe, aus denen sie sich der Rebellion angeschlossen haben.
Auch klären sich nun endlich viele Fragen, die in Band 1 offen geblieben sind, aber auch viele neue ergeben sich.

Das Handlung kommt jedoch dieses Mal nur sehr langsam in Schwung. Ember, in Band 1 noch mutig und kraftvoll, ist nun eher ängstlich und zurückhaltend. Sie versteckt sich im Lager des Widerstands und nur wenig passiert. Genrell ist ihre Laune nicht die beste und vor allem Chase hat darunter zu leider. Das eine oder andere Mal hätte ich Ember gern genommen und kräftig geschüttelt, denn manche ihrer Handlungen konnte ich wirklich nicht nachvollziehen, aber irrationales Handeln folgt ja gern mal auf Wut und Trauer. Dennoch tat Chase mir das eine oder andere Mal ziemlich Leid, auch wenn seine Handlungen auch nicht immer einwandfrei sind. Oft hab ich gedacht "Nun nimm sie doch einfach mal in den Arm!", wenn er mal wieder nur dastand oder sich ganz verzog, aber beiden fällt es nun mal schwer, nach all den Geschehnissen normal miteinander umzugehen.

Aber nach und nach kommt immer mehr Leben in die Geschichte und auch Ember's "Trotz- und Trauerphase" wird besser. Zwar hat die Beziehung zu Chase weiterhin mehr Tiefen als Höhen, aber auch dies trägt dazu bei, dass die Spannung sich stetig aufbaut. Vor allem die weitere Flucht der kleinen Gruppe um Ember überzeugt durch zahlreiche unerwartete Wendungen und so mancher ist nicht der, der er zunächst zu sein scheint.
Auch wird nochmal ein völlig neuer Gedanke aufgeworfen, wie es zu dieser "neuen Welt" kam, den ich sehr interessant fand und bei dem ich sehr hoffe, dass er im nächsten Band noch vertieft wird.
Wie im ersten Teil hat mich auch hier der Schreibstil von Kristen Simmons absolut überzeugt. Sehr leicht und einfach gehalten, fällt es nicht schwer, durch die Seiten zu fliegen und trotzdem die vielen verschiedenen Emotionen nachfühlen zu können, die die Protagonisten durchleben.
Insgesamt ist die Fortsetzung durchaus gelungen, auch wenn sie mich nicht so überzeugen konnte wie der erste Band. Die Handlung kommt nicht schnell genug in Fahrt und Ember ist anfangs nicht die Person, die ich in "Artikel 5" zu schätzen gelernt habe. Jedoch nach ca. 1/3 ist es leicht, über diese Schwächen hinwegzusehen, denn die Spannung steigt und Kristen Simmons findet zu ihrem gewohnt gekonnten Schreibstil.

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289 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

80er jahre, virtuelle realität, zukunft, 80er, videospiel

Ready Player One

Ernest Cline , Hannes Riffel
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 20.01.2014
ISBN 9783442380305
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Die Geschichte:

Wie der Klappentext verrät, handelt es sich bei "Ready Player One" um eine Utopie - zumindest scheint es so für den Augenblick. Doch wie schon angedeutet wird, stellt sich später heraus, dass es sich um eine schmale Gratwanderung zwischen Utopie und Dystopie handelt. Die Welt in 30 Jahren: die fossilen Brennstoffe sind so gut wie aufgebraucht, die Welt steckt in einer schweren Energiekriese. Durch Fortschritt sind viele Leute arbeitslos, die Bevölkerung sammelt sich in sogenannten Stacks um die Großstädte. Viele überleben nur dank den von der Regierung verteilten Essensgutscheinen in diesen Siedlungen aus aufeinandergestapelten (daher der Name) Wohnwagen und Containern. Doch dieser Welt aus Armut und Elend wurde Abhilfe geschaffen: der geniale Spieleentwickler James Halliday, der durch seine genialen Spiele- und Technologiekonzepte zum Multimilliardär wurde, erschuf eine perfekte zweite Welt. Ein gigantisches Computerspiel, in das sich jeder Mensch einloggen und in der absolut realitätsechten Welt mit einer speziellen Videobrille und sogenannter haptischer Ausrüstung, die Bewegungen des Körpers direkt ins Spiel überträgt, ein zweites Leben aufbauen kann. Die OASIS. Schon bald entflieht der Großteil der Menschheit in die Oasis, es werden Jobs, beispielsweise in Kundenzentren, in der virtuellen Welt geschaffen, große Marken erstellen Läden, in denen man mit echtem Geld Kleidung für den Spielecharakter kaufen kann und selbst die Regierung stellt sich dem schon bald nicht mehr entgegen: durch die enormen Ballungszentren sind Schulbesuche der Kinder kaum noch möglich und so wird jedem Schüler ermöglicht, eine virtuelle Schule zu besuchen. Dort müssen sich die Schüler zu festen Zeiten einloggen und anwesend sein, während die Lehrer ebenso an einem völlig anderem Ort vor ihrer Konsole sitzen und den Unterricht führen. Doch die Oasis hat weit mehr zu bieten als die Nachbildung einer perfekten Welt. Neben den erwähnten Jobmöglichkeiten, die viele in der echten Welt nie bekommen, gibt es eine Unmenge an verschiedensten Planeten zu erforschen. Von Steinzeitwelten bis hin zu futuristischen Roboterplaneten oder Welten voller Einhörner, Oger, Drachen und allen vorstellbaren Fantasy-Figuren. Wie in gegenwärtigen Online-Spielen kann sich jeder (jeder Mensch hat übrigens genau einen Charakter, bleibt aber dennoch in der realen Welt anonym) Aufgaben und Abenteuer (Quests) bestreiten und sich damit Geld oder Gegenstände (Items), wie Laserschwerter, verzauberte Diamantrüstungen und alles was auch nur im entferntesten vorstellbar ist, verdienen. Um es kurz zu fassen (ich hab das Gefühl dieser Zug ist schon lange abgefahren): Die Oasis ist eine zweite Welt, in der man die Realität vergisst, seinem Job nachgeht, und jeder Erdenklichen Art von Wesen oder Parallelwelt, Gegenstand oder Fähigkeit nachjagen kann. Ich könnte so noch eine Weile weiter machen, aber sagen wir einfach: in der Oasis ist (fast) alles möglich was sich Menschen vorstellen können. 


Zu Beginn des Buches stirbt James Halliday. Das milliardenschwere Genie, das nie aus seiner Kindheitszeit (den 80ern mit allen Filmen, Musik und Spielen) herausgewachsen ist, hatte jedoch in der realen Welt keine engen Freunde oder Verwandte. Und weil er mit Herz und Seele Spiele liebt, hat er selbst aus seinem Erbe eines gemacht: er selbst hat in der Oasis ein Geheimnis (ein sogananntes Easteregg) versteckt und der Spieler, der es zuerst findet, erbt die gesamte Summe. Im Gegenzug dafür verlangt er "nur" eines: um die Rätsel auf dem Weg zu lösen, muss die betreffende Person einfach alles in Erfahrung bringen, was Halliday je wichtig war - er muss die 80er leben. Von jedem Film - Wort für Wort - bis hin zu allen Songs mit Texten, jedes Computerspiel und jedes Fantasy-Brettspiel das es damals gab. Vor seinem Tod zeichnete Halliday dafür ein Video mit versteckten Hinweisen auf, das am Tag seines Todes an jeden Menschen in der Oasis verschickt wurde und so begann die Jagt nach Hallidays Easteregg - einem Vermögen. Die ganze Welt stürzte sich noch tiefer in das Spiel und begann, wie es Hallidays Wunsch war, die 80er wieder ins Leben zu rufen. Doch ganze fünf Jahre lang geschah nichts, keinem Einzigen gelang es, das erste Rätsel auf dem Weg zu lösen und so wurden die Jäger immer weniger. Doch schließlich gelingt es Wade, der sich im Spiel Parzival nennt, das erste Rätsel zu lösen und die ganze Welt kann es auf der Bestenliste sehen. Ein armer Junge aus den Stacks wird weltberühmt - zumindest sein Avatar Parzival, da Niemand seine wahre Identität kennt. So denkt er zumindest, denn ein korrupter Mega-Konzern namens IOI - der unzählige Mitarbeiter dafür rekrutiert hat das Easteregg zu finden und somit die Rechte an der Oasis kaufen zu können - spürt seine wahre Identität aus geheimen Schulakten auf und so  gerät Wade in Lebensgefahr: der Konzern geht über Leichen um an das Geld zu kommen.

Um jetzt nicht zu spoilern sei nur soviel gesagt: bei seinen Versuchen die restlichen Rätsel zu lösen, findet Wade einige wenige Freunde (von denen einer sogar dem Konzern IOI zum Opfer fällt) und bis zum Ende vielleicht sogar seine erste große Liebe (für die weiblichen Nerds :D).

Meine Meinung:

Ich weiß garnicht wo ich anfangen soll. Vielleicht gehe ich am besten chronologisch vor: zunächst finde ich den dystopischen Aspekt, der unsere Welt in realer Weise in 30 Jahren wiederspiegelt, sehr ansprechend, da ich ihn für nicht zu weit her geholt (keine Zombie-Apokalypse :D) halte und somit das Buch gleich zu Beginn realistischer wirkt. Ebenso die Technologie, die in der Welt beschrieben wird, ist nicht zu futuristisch (es gibt schon eine Weile simple Video-Brillen und haptische Handschuhe, Strom stammt zum Großteil aus Sonnenkollektoren usw.), aber dennoch fortschrittlich. Dazu kommt noch der geniale Schreibstil. Beispielsweise zu Beginn des Buches, in dem das Video von Halliday detailliert beschrieben wird, finden sich immer wieder Fußnoten als Anmerkungen zu Bands, Spielen und Filmen der 80er im Stile eines Lexikons oder eines Wissenschaftlichen berichtes.

Als nach der Einleitung die ersten Eindrücke von der Oasis beschrieben werden, wird man beinahe selbst in die perfekte zweite Welt gesaugt. Vor allem wenn man, wie ich, viel für gute Spiele übrig hat, schlägt bei der Schilderung der Welt (siehe auch oben :D) das Zocker-Herz höher. Nicht nur die Idee, dass sich mit dem Fortschritt das reale Leben (zum Beispiel Schule) in eine virtuelle Welt verlegt, sondern auch die schlichtweg unendlichen Möglichkeiten der Fantasiewelt und das Equipment, das die ganze Welt nicht nur auf einem Bildschirm abbildet, ziehen den Leser schnell in einen Bann. Als Wade das erste Rätsel löst und somit die Hetzjagt und die weiteren Rätsel beginnen, hat sich der Leser schon längst mit den untypischen Buchcharakteren identifiziert. In der Oasis kann zwar jeder aussehen wie er will (ob nun perfekter Körperbau oder doch ein Zentaurus), jedoch wird in der realen Welt  Wade als dicker, schüchterner Junge in abgetragener Kleidung beschrieben, was eine Art Anti-Helden-Bild aufbaut. Ebenso seine Freunde, die er zunächst allesamt nur aus dem Spiel kennt, überraschen später im Buch sehr mit ihrem reellen Ich. Aber das Buch bietet noch mehr als eine Geschichte aus einem Video-Spiel: als der Kampf um das Easteregg neu entbrannt ist und so noch eine Hetzjagt in der Realität in die Jagt in der Oasis gemischt wird, wird der Leser komplett an die Seiten gefesselt.

Während dem Lesen fiel mir noch etwas anderes auf: ich, der seine frühesten Erinnerungen an die 90er hat, fing langsam aber sicher an, mich für die sehr detaillreich beschriebenen Filme usw. der 80er zu begeistern - Hallidays letzter Wille greift selbst auf den Leser über. Für diejenigen, die die 80er noch selbst miterlebt haben, muss die Geschichte umso genialer sein. Mit welchem Detailreichtum Ernest Cline seine Geschichte erzählt ist einfach unglaublich. Von beinahe unbekannten Filmen mit unbekannten Schauspielern, über noch unbekanntere Animes der damaligen zeit, bis hin zu Bandmitgliedern und Songs: alles wird bis ins letzte - wahrheitsgetreu - dokumentiert. Ganz wie Halliday es von den Jägern verlangt hat, um das Easteregg finden zu können.

Nicht zuletzt möchte ich hier auch die sehr gute Übersetzung von Hannes und Sara Riffel hervorheben: vor allem für Leute wie mich, die sich doch recht intensiv mit Onlinespielen und allerlei Technik-Zeugs auseinander setzen, war die Übersetzung sehr erfrischend. In jedem zweiten Kinofilm, ebenso in vielen Spielen selbst, genauso in einigen Büchern: alles wird streng ins Deutsche übersetzt. Das mag zwar  für manche Leser nett sein, jedoch geht dadurch so viel verloren und sind wir mal ehrlich: inzwischen spricht doch wohl jeder einige Fetzen Englisch und beherrscht zumindest die Phrasen die er im Laufe des Alltags zu hören bekommt. So wurde - zum Glück - aus "Ready Player One" nicht "Bereit Spieler Eins?" und im Text ist nicht ständig die Rede von Ostereiern oder Aufgaben. Das würde einfach den Kontext zerstören, weil niemand der spielt soetwas sagen würde, und so wollte ich noch einmal anmekren, dass die gute Übersetzung das Leseerlebnis enorm verbessert hat. Wer sich jetzt wundert: ja, ich habe oben selbst erstmal die deutschen Begriffe verwendet, für diejenigen die  auf Anhieb nichts mit Wörtern wie Quest oder Item anfangen können.

Wie jetzt vermutlich auch deutlich wurde: das Buch ist vor allem etwas für die etwas nerdigen Leser (magst du Big-Bang-Theory?), für alle die gerne etwas nostalgisch sind (die Kindheit war schon super oder?) und für alle die sich gern für eine andere Zeit oder eine andere Welt (eine futuristische Welt gemischt mit den 80ern, also bitte) begeistern lassen. Wer mit Spielen so garnichts am Hut hat, nicht an eine düstere Zukunft glauben will oder schon garnicht über eine Zeit lesen will, die er nie erlebt hat, tut hier wohl einen Fehlgriff. Aber mal ehrlich: wer hätte das denn auch nicht erwartet? :D

Für meinen Teil, hat das Buch genau meinen Nerv getroffen. Ich fand das realistische Zukunftssetting klasse und die Welt der Oasis umso mehr. In der Einleitung war ich noch skeptisch bezüglich der 80er, aber Cline schafft es, diese Zeit mit einer Zukunftsvision zu verknüpfen und im Sinne von Halliday (in dem er sich meiner Meinung nach sicherlich selbst ein wenig wiedergespielget hat) diese vergangene Zeit wieder ins Leben zu rufen. Das ganze wird noch in eine sehr spannende Storyline gesteckt mit Rätseln geschmückt und schließlich noch mit vielen Überraschungen und viel Humor als Schleife verpackt. Von mir gibt es herausragende 5/5 Punkte - uuuuuunbedingte Leseempfehlung an oben genannte Gruppe. :)

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113 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 48 Rezensionen

vampire, hexen, liebe, clann, verlust

Herzblut - Stärker als der Tod

Melissa Darnell , Peer Mavek
Flexibler Einband
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 01.08.2013
ISBN 9783862787562
Genre: Fantasy

Rezension:

Band 2 der "Herzblut"-Trilogie von Melissa Darnell macht nahtlos da weiter, wo Band 1 endete: Savannah hat geschworen, sich von ihrer großen Liebe Tristan fernzuhalten, um den Frieden zwischen Clann und Vampiren nicht zu gefährden. Da sie weiß, was auf dem Spiel steht, und eine unglaubliche Tat des Clanns ihr zeigt, was sie bereits für ihre Liebe geopfert hat, trennt sie sich von ihm. Doch sich von ihm fernzuhalten ist leichter gesagt als getan, denn Tristan will nicht akzeptieren, dass Savannah einfach so aufgibt. Und so kämpft er: gegen den Clann, gegen den Vampirrat und vor allem: gegen Savannah selbst und ihre wachsende Vampirseite.
Doch hat mir diese verworene Romeo-und-Julia-Thematik á la wir-lieben-uns-aber-unsere-Familien-stehen-uns-im-Weg im ersten Band wirklich gut gefallen, wurde sie in diesem 2. Band mit der Zeit doch etwas anstrengend. Denn fast ausschließlich darum drehen sich die ersten 2/3 des Buches, Spannung kommt nur sehr langsam auf und viele Seiten lang plätschert die Geschichte nur so vor sich hin, nur hin wieder passiert etwas völlig Unerwartetes, was nicht so recht in die Handlung passen will. Die "spannenden Wendungen" erschienen mir einfach viel zu willkürlich, nichts leitet im geringsten daraufhin, von jetzt auf gleich passieren Dinge, die scheinbar nichts mit der bisherigen Geschichte zu tun haben.
Savannah war mir aber auch in diesem Band eine sympathische Protagonistin. Sie muss viel durchmachen und wegstecken, schafft es aber, auf ihre ganz eigene Weise damit umzugehen. Ihre vampirische Seite entwickelt sich und wird immer stärker. Doch Sav schafft es auch damit umzugehen und sich mit ihrer neuen Lebenssituation abzufinden. Schade fand ich nur, dass sie sich so schnell damit abfindet, sich von Tristan trennen zu müssen und nicht kämpft. Allerdings übertreibt Tristan, aus dessen Sicht wie im ersten Band abwechselnd mit Savannahs erzählt wird, genau in diesem Punkt. Obwohl seine Sturköpfigkeit eigentlich noch ganz süß ist, fand ich seine Gefühlsduselei hier und da doch schon echt anstrengend. Beide schaffen es bei mir aber einfach nicht, aus der Masse an Protagonisten, die durch die vielen Bücher in meinem Kopf herumschwirren, hervorzustechen. Beide sind sympathisch und es ist nett von ihnen zu lesen, doch es fehlt ihnen irgendwie das gewisse Etwas.
Was mir aber auch in diesem Teil wirklich gut gefallen hat, war der Schreibstil Melissa Darnells. Locker und flüssig lesbar schafft es dieser, die vielen kleinen Emotionen und so manche große dem Leser ganz nah zu bringen, sodass ich beim Hineinversetzen in die Figuren das eine oder andere Mal doch Tränchen in den Augen hatte. Unterstützt wird das noch durch die wechselndes Erzählperspektiven, die das Gefühlserleben beider Hauptfiguren beleuchten und so alles verständlicher machen.
Insgesamt hat mir der 2. Band der "Herzblut"-Trilogie leider nicht so gut gefallen wie sein Vorgänger. Spannung wollte nicht recht aufkommen und vor allem das Ende hat mich enttäuscht. Passieren zwar viele unerwartete und überraschende Dinge, geht mir alles viel zu schnell und manches passte für mich einfach nicht in die Handlung bzw. geschah einfach ohne jegliche Hinleitung. Ich bin jedoch auf das endgültige Finale gespannt und freue mich auf Band 3 :)

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(95)

306 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

fantasy, dystopie, gefängnis, science fiction, schlüssel

Incarceron - Fliehen heißt sterben

Catherine Fisher , Marianne Schmidt
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 18.03.2013
ISBN 9783764530808
Genre: Fantasy

Rezension:

Wie schon der Klappentext vermuten lässt, dreht sich die Geschichte um zwei völlig unterschiedliche (oder wie sich später heraus stellt doch nicht so unterschiedliche) Charaktere: den zerlumpten Gefangenen Finn, dessen Gedächtnis nicht weiter als bis zu seinem Erwachen in Incarceron zurück reicht und der unter Anfällen leidet, die ihm immer wieder Visionen Zeigen. Andere Kapitel sind aus Claudias sicht beschrieben, der Tochter des Hüters von Incarceron. In dieser Stellung bekommt sie alles wovon man träumen könnte, da der Hüter Neben dem Königshaus die wichtigste Person im Reich ist. So sollte sie auch den Königssohn Giles heiraten, der jedoch verstarb und so nahm sein Bruder, ein verzogener, unfreundlicher Junge, diesen Platz ein. Doch Claudias Kindheit ist von ihrem angsteinflößendem Vater geprägt und von einer Welt die sich selbst in einer vergangenen Zeit eingeschlossen hat. Nach einem schrecklichen Krieg beschloss der König, dass alle verfügbare Technik (die Menschen im Buch verfügen eigentlich über weit fortschrittlichere Technik als wir besitzen) verboten werden soll und die ganze Welt unter einem Schleier, der unserem 17. Jahrhundert entsprechen könnte, ein Leben ohne jeglichen Fortschritt und Wandel durchleben soll. So soll gewährleistet werden, dass es nie wieder Krieg oder Hunger gibt. Einzig der Orden der Sapienti, eine Gruppe von Gelehrten und Forschern, darf einen Teil der Technik weiter verwenden um altes Wissen zu bewahren. So waren es auch die ersten Sapienti, die nach dem Krieg Incarceron schufen, ein Paradies ohne Leid, und sich selbst mit allen Rebellen und Gegnern des Königshauses dort für immer einsperrten. So lebten die Menschen der Außenwelt mit dem Wissen, dass es an einem versteckten Ort ein riesiges Gefängnis gibt, in dem ebenfalls Menschen wie in einem Paradies leben würden. Doch im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich das Gefängnis. Die wenigen Sapienti, die mit nach innen gingen, konnten die Menschen nicht mehr leiten. Sie begannen Kämpfe gegeneinander und so bildeten sich kleine Gruppen in denen sich niemand vertraut und die sich untereinander bekämpften. Alles ist schmutzig, die Menschen hungern und leben in ständiger Angst vor Incarceron selbst: vor langer Zeit verloren die Hüter die Kontrolle über das Gefängnis und so tötet und manipuliert es die Menschen wie es ihm gefällt. Incarceron lebt. Ursprünglich war dies so geplant, dass alles gestorbene, altes Metall usw. von Incarceron wiederverwertet und wiederverbaut werden sollte, doch nun gibt es kein Entkommen vor der willkürlichen Macht des Gefängnisses. Und doch: seit ewigen Zeiten geht die Geschichte um, dass es einem einzigen Menschen gelungen wäre zu entkommen: Sapphique. Und so begibt sich Finn mit seinem Eidbruder Keiro und einem der wenigen verbliebenen Sapienti auf die Spuren von Sapphique. Doch neben Finns Visionen haben sie noch weitere Hilfe: bei einem Raubzug kam Finn an einen kristallnen Schlüssel, der das gleiche Symbol enthielt, welches Finn am Handgelenk tätowiert hat. Auf ihrem Weg stellt sich heraus: der Schlüssel ist in der Lage Kontakt mit einem Gegenstück in der Außenwelt aufzunehmen und genau dieses Gegenstück stahl Claudia von ihrem Vater.

Insgesamt muss ich vor allem sagen, dass die Gestaltung der Welt in und außerhalb Incarcerons der größte Pluspunkt des gesamten Buches ist. Die kreativen, unterschiedlichsten Welten in Incarceron, aber auch die Außenwelt, die eine Mischung aus 17. Jahrhundert und futuristischer Technik darstellt, sind beeindruckend. So bewegt sich Finn mit seiner Gruppe beispielsweise durch einen Wald aus Metall, in dem Blätter aus Metallfolien von den Bäumen regnen, oder durch eine Eiswüste, in der gigantische Säulen aufragen.

Auch wenn ich an der Erzählweise nichts zu bemängeln habe und die Welt großartig beschrieben ist, musste ich im Verlauf des Buches leider feststellen, dass es keinen Spannungsanstieg gibt. Hin und wieder wird man überrascht, beispielsweise als nach und nach die Funktion des Schlüssels offenbart wird, aber beispielsweise das Finn in wirklichkeit Giles ist und Claudia aus Incarceron stammt, war mir schon weit vorher klar und auch die Intrige um die Königin nahm für mich kein überraschendes Ende. Ich denke dadurch, dass die Geschichte in ein 480-Seitiges Buch zusammengefasst wurde, ging eventuell etwas verloren und eine umfangreichere, geheimnisvollere Erzählung beispielsweise über 2 Bände oder mehr Seiten, hätten die Spannung besser aufrecht erhalten können. Beispielsweise die Geschichte der Stahlwölfe ist eigentlich eine sehr gute Idee, geht aber am Ende völlig unter, da sie abgesehen von Finns Schlüssel keine wirkliche Funktion mehr in der Geschichte erfüllen. Die Gespräche mit Claudia werden fast nebensächlich und das Attentat auf die Königin schlägt fehl.

So habe ich eine Weile überlegt welche Punktzahl ich hier geben soll und mich am Ende für 4 von 5 Sternen entschieden, da die Idee und die Welt des Buches großartig sind und alles in allem auch die Geschichte interessant erzählt wird, aber nicht oft überrascht.

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111 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

geldwäsche, anwalt, thriller, john grisham, komplott

Das Komplott

John Grisham , Bea Reiter , Imke Walsh-Araya
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.08.2013
ISBN 9783453268173
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Malcolm Bannister kann einem von Anfang an ziemlich Leid tun. Einmal einen falschen Auftrag als Anwalt angenommen, und nun sitzt er wegen angeblicher Geldwäscherei für 10 Jahre hinter Gittern, ohne je wirklich eine Straftat begangen zu haben. Sein Frau hat ihn daraufhin verlassen und auch seinen Sohn sieht er nicht mehr. Da man es ja doch von Zeit zu Zeit hört, dass Menschen unschuldig im Gefängnis landen, konnte ich daher sehr mit Malcolm mitfühlen. Es muss schrecklich sein, auf diese Art 10 Jahre seines Lebens zu verlieren und noch dazu mehr oder weniger alle Menschen, die man liebt.
Aber Malcolm bleibt nicht untätig. Fünf Jahre sind vergangen seit dem verhängnisvollen Urteilsspruch, genug Zeit für ihn um einige Freund- und Bekanntschaften aufzubauen. Und genau diese sollen ihm auch von Nutzen sein. Denn als ein Bundesrichter und seine Geliebte ermordet aufgefunden werden, tappt das FBI wochenlang im Dunkeln. Und nur Malcolm kennt die gut verschleierte Identität des Mörders und will sich so seine Freiheit erkaufen...

Trotz der eigentlich gut klinenden Idee kommt die Handlung nur sehr langsam in Schwung kommt. Sehr gemächlich erzählt John Grisham vom Alltag Malcolm Bannisters im Gefängnis. Er ist ein wirklich sympathischer Protagonist, aber zunächst war mir völlog unklar, wohin die Geschichte führen sollte. Es plätscherte so langsam vor sich hin und Spannung kam erst langsam auf, als Bannister anfängt, völlig absurde Wege einzuschlagen, die den Leser grübeln lassen, was dahinter steckt. Auf den letzten 50 Seiten kommt dann wirklich Fahrt auf und einige spannende Wendungen haben mich wirklich überrascht und durch die letzten Seiten fliegen lassen.

Insgesamt muss ich aber leider sagen, dass ich weiß, dass John Grisham es besser kann. Viel zu langsam nahm kommt die Geschichte in Schwung und wird einigermaßen spannend, sodass sich die ersten Seiten sehr zäh hinziehen. Es fehlen die gewohnt bissigen und zugleich intelligenten Wortgefechte und der aufregende Blick hinter die Kulissen des amerikanischen Justizsystems.
Insgesamt war das Buch gut durchdacht und hinter der Geschichte steckt eine wirklich gute Idee, die man vor allem am Ende zu spüren bekommt. Aber die Erwartungen, die ich an das Buch hatte, wurden einfach nicht erfüllt. Grishams Schreibstil ist gewohnt flüssig zu lesen, aber inhaltlich mangelt es einfach an zu vielen Stellen. Vielleicht hätte sich der Autor ein bisschen mehr Zeit lassen sollen und es wie seine früheren Werke langsam reifen lassen, sodass die Geschichte von Anfang bis Ende überzeugen kann.

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298 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

hexen, fantasy, jessica spotswood, töchter des mondes, maura

Töchter des Mondes - Sternenfluch

Jessica Spotswood , Stefanie Lemke
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei INK, 09.08.2013
ISBN 9783863960254
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem der erste Teil der "Töchter des Mondes"-Trilogie damit endete, dass Cate ihre Heimat zum Schutz ihrer beiden Schwestern und ihres geliebten Finn verlassen musste und gezwungen war, der Schwesternschaft beizutreten, konnte ich es kaum abwarten, die Fortsetzung lesen zu dürfen.
Sechs Wochen lebt Cate nun bei dieser Vereinigung von Hexen in New London, und noch immer fällt es ihr schwer, sich mit der neuen Situation abzufinden. Von allen Seiten wird sie bedrängt und sie weiß nicht, wem sie glauben und vertrauen kann. Hinzu kommt ihre Sehnsucht nach Finn und nach ihren Schwestern, die von Tag zu Tag größer wird. Doch auch als diese zu ihr nach New London ziehen, werden die Probleme nicht weniger. Denn hält auch Tess weiterhin zu Cate, versucht Maura alles, um selbst als die "Auserwählte" erkannt zu werden und die Führung der Schwesternschaft zu übernehmen.

Cate, die im ersten Band und auch zu Beginn dieses Buches teilweise sehr zurückhaltend wirkt und eine wahre Ja-Sagerin ist, die es möglichst allen recht machen möchte, wächst in diesem Teil mit ihren Herausforderungen und gewinnt zusehend an Stärke. Ihre zurückhaltende Art bleibt, jedoch wird sie sich mehr und mehr ihrer Ziele bewusst und versucht durch ihr Handeln, das Beste für alle herauszuholen. Auch wenn ich sie hier und da für ihre Unentschlossenheit schütteln wollte, wird mir Cate nun von Seite zu Seite immer sympathischer.
Auch Tess wird in diesem Teil deutlich erwachsener. War sie zunächst das kleine beschützenswerte Mädchen, muss sie zunehmend mehr Verantwortung übernehmen, was ihr aber auch hervorragend gelingt. Cate und sie wachsen noch enger zusammen und werden innige Vertraute.
Maura hingegen splittet sich zunehmend von den beiden ab. Ihr Wunsch, selbst die stärkste Hexe zu sein, treibt sie auf manch üblen Pfad, wobei sie auch keinen Halt vor ihren Schwestern macht. Sie wird immer gefühlskälter und egoistischer und bei so einige Taten hätte ich ihr am liebsten eine kräftige Ohrfeige verpasst.

Der Schreibstil von Jessica Spotswood lässt sich wieder wunderbar leicht und flüssig lesen. Mit bildhaften, aber nicht zu sehr ins Detail gehenden Beschreibungen schafft sie es perfekt, den Leser in die grausige Welt der Bruderschaft zu entführen und alles hautnah mitzuerleben. Dabei kommt definitv auch die Spannung nichts zu kurz, die sich von Seite zu Seite langsam aufbaut und in einem Cliffhanger endet, den man so niemals niemals niemals erwarten würde. Und auch wenn ihr euch jetzt sonstwas ausmalt, kommt euch diese Idee ganz sicher nicht.

Somit konnte mich auch der 2. Teil der "Töchter des Mondes"-Trilogie überzeugen. Spannend von Anfang bis Ende hat Jessica Spotswood eine fantastische Fortsetzung erschaffen, die das Warten auf den 3. Band kaum aushalten lässt.

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418 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 93 Rezensionen

liebe, jugendbuch, farben, sommer, synästhesie

Der Geschmack von Sommerregen

Julie Leuze
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei INK, 11.07.2013
ISBN 9783863960629
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich muss sagen, als ich das Cover von "Der Geschmack von Sommerregen" im Verlagsprogramm entdeckt hatte, war ich sofort hin und weg. Als Fan ein bisschen kitschiger Liebesgeschichte sprach es mich sofort an und ließ auf eine sommerliche Lovestory mit jeder Menge Romantik und Happy End hoffen. Und ich wurde definitiv nicht enttäuscht :)

Okay, Julie Leuze hat hier keine besonders innovative Grundidee erschaffen, denn gutaussehender, unerreichbar scheinender Junge der sich in die unscheinbare graue Maus verliebt hat man wohl inzwischen oft gelesen. Aber die Autorin hat dies in ein so schönes Umfeld gepackt und mit ihrem leichten Schreibstil und tollen Charakteren zu einem wundervollen Leseerlebnis gemacht.

Sophie ist an sich eine äußerst interessante und auch sympathische Protagonistin. Das Besondere an ihr ist, dass sie ihre eigenen Gefühle in Form von Farben wahrnimmt. Doch ihre Eltern sind aufgrund einer dramatischen Vergangenheit und eines verdrängten Familiengeheimnisses alles andere als begeistert von dieser "Gabe". Durch diese "Verteufelung" glaub Sophie selbst, dass mit ihr etwas absolut nicht stimmt und sie irgendwann wohl verrückt werden wird. Krampfhaft muss sie dies vor ihren Freunden verbergen, aus Angst davor, von diesen ausgelacht und verstoßen zu werden. Und gerade wegen dieser Ängstlichkeit wollte ich Sophie das eine oder andere Mal kräftig schütteln. Das Problem ist jedoch, dass ihre Selbstzweifel besonders von ihrer Mutter geschürt werden, was es Sophie nicht leichter macht. Aber sie will Stärke beweisen und geht schließlich sehr tough mit ihren Farben um und versucht trotz ihrer höllischen Angst dem Geheimnis auf die Spur zu gehen.

Auch Mattis war von Anfang an sehr sympathisch. Gutaussehend, ruhig, nicht der typische Macho - all das lässt auch Sophie sofort für ihn schwärmen. Und auch er hat ein Geheimnis, dass ihm genauso wie Sophie eine Menge Tiefgang verleiht und zu einem besonderen Romanhelden macht.

Was mich sehr überraschte, war die schnelle aber authentische Entwicklung der Gefühle der beiden füreinander. Häufig passiert es in Büchern, dass die Figuren von jetzt auf gleich verliebt sind und alles einfach absolut unglaubwürdig erscheint. Aber auch wenn es hier relativ schnell geht, kann man jeden Schritt der beiden absolut nachvollziehen und mit ihnen mitfühlen. Die Autorin umschreibt die Emotionen und deren Entwicklung mit so viel Liebe und Sanftheit, dass man ihrem Schreibstil einfach nur verfallen kann.

Faszinierend und das wirklich Besondere an diesem Buch ist das Thema der Synästhesie, die "Fähigkeit", Emotionen auf besondere Art wahrzunehmen. Sophie's Sehen von Farben lässt den Leser zunächst ein wenig Fantasy erwarten, aber alles ist logisch aufgeklärt und sogar wissenschaftlich bewiesen. Ich hatte vorher noch nie etwas davon gehört und fand es daher super spannend, mehr darüber zu erfahren.

Insgesamt hat Julie Leuze ein rundum gelungenes und sehr emotionales Jugendbuch geschaffen, das eine Menge Tiefgang beweist. Tolle Protagonisten und ein wunderschöner Schreibstil haben es für mich zu einem ganz besonderen Leseerlebnis gemacht. Und auch wenn die Empfehlung bei 14 Jahren liegt, kann es jedem mit einer romantischen Veranlagung empfehlen :)

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37 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

thriller, nikolaj fedorow, maler, profikiller, agententhriller

Kill Order

Andrea Gunschera
Buch: 280 Seiten
Erschienen bei Sieben-Verlag, 01.06.2013
ISBN 9783864432484
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Geschichte eines Ex-Geheimagenten, der in seinem Ruhestand von seiner Vergangenheit eingeholt wird, fand ich als eingefleischter Fan von Serien wie "24" und co sehr reizvoll, weswegen ich das Buch auch ohne zu Zögern lesen wollte als es mir vom Verlag angeboten wurde!
Andrea Gunschera schafft in "Kill Order" eine wirklich spannungsgeladene und mitreißende Atmosphäre. Innerhalb weniger Tage treibt es den Protagonisten an verschiedenste Orte, wobei die Autorin wirklich gut recherchiert haben muss, da alle Beschreibungen, egal ob Orte oder Waffen, immer sehr detailliert sind und man als Leser alles genau vor Augen hat. Da die Reise so ziemlich einmal um die Welt geht, gab es aber auch immer wieder Orte, die bereits bekannt sind, was das Hineinversetzen in die Geschichte ebenfalls erleichtert hat.
Protagonist Nicolaj hat viele verschiedene Seiten. Wirkt er einmal zutiefst menschlich, ist er an anderen Stellen wirklich aggressiv und äußerst skrupellos. Teilweise könnte er einem wirklich Angst machen, aber ich mochte diese verschiedenen Facetten an ihm irgendwie. Auch haben all diese ihre Begründung in früheren Erlebnissen Nicolajs, die ihn wirklich viel Leid haben erfahren lassen.
Auch die weiteren Hauptfiguren sind von der Autorin mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Man erfährt immer wieder interessante Nebeninfos, die helfen, die einzelnen Personen besser zu verstehen.
Auch der Schreibstil von Andrea Gunschera ist leicht und flüssig zu lesen. Er macht es dem Leser leicht, in die Geschichte hinein zu finden und sich in die Figuren hinein zu versetzen, aus deren verschiedenen Sichten erzählt wird. Auch praktisch fand ich das Glossar mit Personen und Orten, da man so eine gute Übersicht hat, falls man mit den vielen Namen doch mal durcheinander kommt.

Insgesamt hat die Autorin eine wirkliche spannende Geschichte geschaffen, bei der Fans von nervenaufreibenden und actiongeladenen Büchern voll auf ihre Kosten kommen. Hier und da fand ich die vielen verschiedenen Namen, die wie im Russischen so üblich immer wieder auf verschiedenste Arten abgekürzt wurden, ein wenig verwirrend, was der Handlung an sich aber keinen Abbruch tut.

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171 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

erotik, oper, liebe, sex, muse

Gib mir deine Seele

Jeanine Krock
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 08.07.2013
ISBN 9783453528369
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

"Gib mir deine Seele" entführt den Leser zunächst in die Welt der bisweilen erfolglosen aber talentieren Opernsängerin Pauline Roth. Durch einen eher unglücklichen Zufall begegnet sie dem genauso schönen wie geheimnisvollen Constantin Dumont, der innerhalb kürzester Zeit dafür sorgt, dass Pauline zu einem gefeierten Star der Szene aufsteigt. Doch mit ihn lässt sich die junge Frau auf ein gefährliches Spiel ein voller Sex und Dominanz, bei dem Constantin nicht der ist der er vorgibt zu sein...

Wenn ich dieses Buch in wenigen Worten beschreiben müsste, würde ich sagen, eine nette Abwandlung von "Shades of Grey" verflochten mit ein paar mythologischen Elementen und einem Hauch Fantasy. Aber zum Glück darf ich ja ein bisschen ausschweifender werden ;)

Man muss erwähnen, dass der erotische den mythologischen Teil dieses Buches ganz klar überwiegt. Geht es auch nicht ganz so "hart" zu, wie in anderen Büchern dieser Art, bekommt man doch eine recht umfassenden Einblick in die Welt der Dominanz, in der Constantin sich geborgen fühlt. Nichts ist für ihn ein größeres Vergnügen als eine Frau, die sich ihm freiwillig unterwirft. Und genau das tut die junge Pauline. Gerettet aus einer unglücklichen Situation kann sie dem schönen Unbekannten trotz Unsicherheit schon bald nicht mehr widerstehen und begibt sich in eine ihr völlig fremde Welt.
Man merkt eigentlich schon nach kurzer Zeit, das beide doch sehr dem gängigen zurzeit vorherrschendem Klischee von dominanten reichen Mann und unsicherer junger Frau entsprechen. Klar, hier und da hebt sich Pauline von den gängigen Protagonistinen durch ihr freches Mundwerk und ihren Mut ab, aber natürlich kann ihr auf einmal kein Mann mehr wiederstehen.
Eigentlich fand ich beide Hauptcharaktere recht interessant und es war schön von ihnen zu lesen, aber leider entsprechen sie so vielen Klischees, das es irgendwann doch ein bisschen nervig war.

Jeanine Krock entführt uns neben dem vielen wilden Sex vor allem in die Welt der Oper. Man erfährt viel über einzelne Stücke und Häuser in Europa, was ganz interessant aber teilweise doch etwas zu raumgreifend war. Für mich als Laien waren es hauptsächlich neue Dinge, die ich gelernt habe, aber es zog sich streckenweise einfach.
Was ich bei der Handlung sehr schade fand, waren die mythologischen bzw. fantastischen Elemente, die sehr rar gestreut waren und erst sehr spät überhaupt in der Geschichte auftauchen. Das Buch hat da vorher mehr versprochen und ich denke da wäre auf jeden Fall mehr rauszuholen gewesen, um den Spannungsbogen noch ein wenig zu erhöhen.

Was mir sehr gut gefallen hat, war der locker leichte Schreibstil der Autorin. Flüssig lebar und mit vielen tollen Details, durch die die Geschichte lebendiger wurde, hat er mir wirklich gut gefallen. Auch der ständige Perspektivenwechsel zwischen Pauline und Constantin war spannend, da so der Einblick in ihrer beider Gefühlsleben gegeben war und sich vieles besser verstehen ließ.

Insgesamt hat mir das Buch eigentlich recht gut gefallen. Jeanine Krocks lockere Art zu schreiben ließen die Seiten nur so fliegen. Jedoch muss man als Leser wirklich offen sein für eine Menge Erotik, und zwar der verschiedensten Art. Wenn einem das jedoch gefällt kann ich das Buch wirklich empfehlen, denn diese Passagen trösten hinweg über die zeitweise doch einwenig drögen Details aus der Welt der Oper.

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108 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

anne rice, werwolf, fantasy, biss, werwölfe

Das Geschenk der Wölfe

Anne Rice , Edith Beleites ,
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.07.2013
ISBN 9783499238604
Genre: Fantasy

Rezension:

Durch das Folgen der Autorin auf Facebook habe ich schon vor einiger Zeit mitbekommen, dass Anne Rice nach ihren legendären Vampirromanen nun eine neue Buchreihe rausbringt, in der es um Werwölfe geht. Da ich sie wirklich für eine der tollsten Fantasy-Autoren unserer Zeit halte, habe ich natürlich nicht lange gezögert, also mir "Das Geschenk der Wölfe" von Rowohlt angeboten wurde. Und ich fand es klasse! :)

Protagonist Reuben ist eine wirklich interessanter Charakter. Ich empfand als so eine typische "alte Seele", denn er ist 23, wirkt aber viiiiel viel älter. Er ist sehr belesen, ist sehr nachdenklich und wirkt so gar nicht, als wäre er erst Anfang 20. Er ist fasziniert von dem alten Herrenhaus "Kap Nideck", über das er einen Zeitungsartikel schreiben soll. Sensibel und aufblühend nur in Lyrik und Poesie träumt er davon, selbst Autor zu werden und das alte Anwesen scheint der perfekte Ort dafür zu sein. Doch in der Nacht nach seiner Besichtigung, die er dort verbringt, wird das Haus überfallen und Reuben von furchtbaren Bestien angeriffen. schon bald wandelt er sich und wird zu einem sogenannten "Wolfsmenschen". Mit dieser heftigen Veränderung in seinem Leben verändert sich auch er. Zwar ist noch immer liebevoll, fürsorglich und sensibel im normalen Leben, jedoch als Wolfsmensch kann er sich komplett gehen lassen und all seine Leidenschaften ausleben. Aus seiner zunächst recht unsicheren Art wird so selbstbewusster junger Mann, der trotz diesen krassen Schnittes (den er erstaunlich gelassen hin nimmt) herausfindet, wo er im Leben steht.
Auch die weiteren Charaktere wurden von der Autorin sehr authentisch und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Jeder hat seine ganz eigene individuelle Persönlichkeit und geben dem Buch so eine bunte Vielfalt. Generell ist die gesamte Geschichte sehr vielschichtig und voller Facetten, die es nach und nach zu entdecken gibt. Mit ihrem detaillierten und sehr bildhaftem Schreibstil schafft es Anne Rice, den Leser komplett in die von ihr geschaffene Welt hineinzuziehen. Sie schafft es auf ihre ganz eigene, bespiellose Art, Emotionen zu schildern und auch die tiefsten Gefühle dem Leser nahezubringen. Ich hatte wirklich zu jeder Sekunde das Gefühl, wirklich dabei zu sein und alles selbst zu erleben. Gleichzeitig ist das Buch aber sehr flüssig zu lesen, es kommt keine Langeweile auf und trotz seiner Dicke ist man schnell am Ende angelangt.
Jedoch ist mir auch das eine oder andere negativ aufgefallen. So geht Reuben bespielsweise super locker mit seiner Wandlung um und hat erstaunlich schnell seinen Spaß daran. Und auch sein Liebesleben ging mir (gerade wegen seiner doch eigentlich so zurückhaltenden Art) ein bisschen schnell: hat er doch eigentlich eine langjährige Freundin, verfällt er gleich bei der ersten Begegnung der charmanten Marchent. Und kurz nach ihrem Tod folgt Laura, die ohne zu zögern einen ausgewachsenen Wolfsmenschen in ihr Haus lässt und sich liebestechnisch auf ihn einlässt.  Und auch das Ende konnte mich leider nicht richtig überzeugen. Die Autorin verfällt zu sehr dem Philosophischen und Theologischen, wodurch sich alles ein wenig hinzieht und trotz der tollen Spannung zuvor ein wenig Langeweile aufkommt.
Doch trotz dieser kleineren Ungereimtheiten finde ich dieses Buch absolut empfehlenswert! Anne Rice hat wieder einmal gezeigt, dass Fantasy einfach ihr Genre ist und sie auch ohne Vampire wundervolle Bücher schreiben kann! Sie bedient sich nicht gängiger Klischees, sondern ihre ganz eigene Sichtweise voller neuer Ideen und Wendungen. Das Buch lässt sich trotz seiner Dicke sehr schnell und zügig lesen und eignet sich hervorragend, wenn es mal etwas "anderes" sein soll :)

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504 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 84 Rezensionen

vampire, dystopie, liebe, vampir, fantasy

Unsterblich - Tor der Dämmerung

Julie Kagawa , Charlotte Lungstrass
Fester Einband: 580 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.06.2013
ISBN 9783453268579
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem mich der erste Band der "Plötzlich Fee"-Reihe mit seiner fantastischen bildreichen Sprache in eine wunderbare Welt entführt hat, war es natürlich keine Frage, dass ich das neue Buch von Julie Kagawa lesen musste. Vor allem die Mischung aus Dystopie und Vampirroman fand ich sofort zu faszinierend, als dass ich daran hätte vorbeikommen können.

"Unsterblich - Tor der Dämmerung" ist jedoch so ganz anders als die Vorgänger der Autorin. In dieser neuen Reihe entführt sie den Leser nicht in eine bunte, fantastische Welt. Nein, die Welt, in der Allison lebt, ist düster, kalt und beängstigend. Und dennoch genauso faszinierend.

Vampire haben sich nach einer furchtbaren Krankheit, die einen großen Teil der Menschheit ausgelöscht hat, über diese erhoben und herrschen nun in abgeschotteten Vampirstädten. Als Gegenleistung für ihr Blut schützen sie sie vor den "Verseuchten", die durch die schlimme Epidemie zu wahren Zombies wurden und außerhalb der Stadtmauern nach Blut lechzen.

Protagonistin Alli gehört in dieser neuen "Gesellschaft" zu den Ärmsten der Armen. Die Suche nach Nahrung ist ein täglicher Kampf, den sie jedoch gerne in Kauf nimmt, um kein Blut an die Vampire abgeben zu müssen. Sie ist ein wirklich starker Charakter, und hat mich gleich in ihren Bann gezogen. Versucht sie auf der einen Seite rücksichtslos zu sein, um ihr eigenes Leben zu schützen, setzt sie dich dennoch auf der anderen Seite für andere ein und versucht das Beste aus der ihr gegebenen Situation zu machen. Für ihr Alter von 17 Jahren ist sie sehr reif, Schicksalsschläge haben sie früh erwachsen werden lassen. Nur auf diese Weise gelingt es ihr, sich in dieser düsteren Welt zu behaupten. Gleichzeitig will sie sich nicht dem dem Gegebenen zufrieden geben und sucht immer wieder nach Wegen, das Leben der Menschheit zu verbessern. Eine unglaublich sympathische und authentische Protagonistin, die mir innerhalb weniger Seiten ans Herz gewachsen ist.

Das Buch lebt vom unglaublich tollen Schreibstil Julie Kagawas. Auf mitreißende Art und Weise schafft sie es, den Leser in diese grausame Welt zu entführen. Trotz der vielen Details, mit denen sie Beschreibungen spickt, ist die Geschichte nie langatmig. Ohne Stocken fliegt man von Seite zu Seite und bekommt gar nicht mit, wie schnell es schon wieder vorbei ist.

Auch die Handlung selbst ist voller spannender unerwarteter Wendungen, die ich so nicht erwartet hätte. Raumgreifende Veränderungen sorgen dafür, dass Alli's Leben eine völlig neue Richtung einschlägt und es zu einem Buch der besonderen Art macht. 

Julie Kagawa schafft es auf unglaublich faszinierende Art, Vampirroman und Dystopie zu verbinden. Tolle Protagonisten (neben Alli gibt es natürlich noch ein paar weitere, über die ich hier aber nicht mehr verraten möchte ;) ) sorgen für eine spannende und auch teilweise sehr grausige Atmosphäre, in der auch die Gefühle nicht zu kurz kommen. Jedoch entpuppt sich dieser Roman nicht wie so viele andere als versteckte Romanze. Auch wenn die Liebe eine Rolle spielt, ist es doch eine minimale, die dem Ganzen noch das gewisse Etwas verleiht und den letzten Schliff gibt.

Dieses Buch konnte mich rundum überzeugen und lässt mich begeistert auf die Folgebände warten.

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125 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

vampire, liebe, vampir, jennifer benkau, kienshi

Stolen Mortality

Jennifer Benkau
Buch: 400 Seiten
Erschienen bei Sieben-Verlag, 01.06.2013
ISBN 9783864431111
Genre: Fantasy

Rezension:

Jennifer Benkau ist ja allseits durch ihre Dilogie "Dark Canopy" und "Dark Destiny" bekannt, die immer reich umjubelt wird. Ich selbst kenne die Bücher noch nicht (die Wunschliste ist einfach zu lang), aber als sich mir die Chance boht, ihren "neuen alten" Roman "Stolen Mortality" zu lesen, habe ich natürlich sofort zugegriffen! "Neu alt" ist er, weil er eigentlich das erste Buch ist, dass die Autorin geschrieben hat, sozusagen ihr Einstieg. Er wurde jedoch erst jetzt veröffentlicht, deswegen ist er trotzdem neu ;)

Die Handlung beginnt unmittelbar. Jamien Byronts muss einer verhängnisvollen Strafe entgegentreten, die er für seinen jüngeren Bruder Junias auf sich nimmt: ihm wird die Sterblichkeit genommen. Von nun an muss er im Körper eines 19-Jährigen leben und wird niemals auf natürlichem Wege sterben. Dass Jamien und Junias keine normalen Brüder sind, dürfte wohl ziemlich klar sein. Sie sind Kienshi, Wächter, die die Menschen im kleinen schottischen Ort Glen Martha vor Vampiren schützen. Doch auch wenn es einfach klingt, ist es das ganz gar nicht. Denn in Jennifer Benkaus geschaffener Welt gibt es nicht einfach nur Gut und Böse, nicht alles ist Schwarz und Weiß, denn genauso wie die Vampire nicht alle abgrundtief böse sind, fordern die Kienshi ihren Tribut von den Menschen.

Die Geschichte ist wirklich sehr gut durchdacht. Während sich die Spannung langsam steigert, lässt die Autorin viele zunächst unzusammenhängend erscheinende Pfade zusammen laufen und erschafft so eine Geschichte, die vollkommen ausgereift ist und kaum eine Frage am Ende offen lässt. Die düstere Atmosphäre der schottischen Highlands passt wunderbar ins Settings und untermalt die Handlung auf ganz wunderbare Art. Das i-Pünktchen dabei sind die unerwarteten Wendungen und das wirklich fassungslos zurücklassende Ende, das Lust auf mehr macht.

Jennifer Benkaus Schreibweise hat mich vom Hocker gehauen. So realistisch und detailliert, dass ich vollkommen in ihre Welt eintauchen konnten. Ich habe die zahlreichen Emotionen gespürt und habe mit den Protagonisten gelacht, geweint und gelitten. Jedoch wurde auch ich Zeuge ihres wirklichen "speziellen" Schreibstils, in den man erst einmal hineinfinden muss. Aber nach ein paar Seiten hatte ich mich daran gewöhnt und war hin und weg. Fast schon ein wenig philosophisch angehaucht entführt sie den Leser und lässt ihn auf so mancher Seite doch ein wenig länger verweilen, um des Gelesene noch ein wenig zu überdenken.

Aufgrund der tollen Schreibweise sind auch die beiden Protagonisten Jamien und Junias für mich wahrhaft zum Leben erwacht. Da Jamien als der Ältere die Verantwortung für sich und seinen Bruder trägt, ist er wohl bis zu einem gewissen Grad der "Besonnere". Er weiß, dass er sich an die Regeln des Senats der Kienshi halten muss, doch da ihm diese natürlich nicht immer wirklich passen, findet er seinen ganz eigenen Weg, mit ihnen umzugehen und mit der ihm gegebenen Situation zurecht zu kommen. Jamian ist körperlich vielleicht nicht der Stärkste, jedoch gleicht er das ganz und gar mit seinem Mut aus. Er kämpft für seine Ideale und würde für seinen Bruder sterben, wenn er sein müsste. Er hat so viel Tiefe und mit jeder Zeile mehr, die man über ihn liest, liebt man ihn auch mehr. Seine nachdenkliche mürrische Art, die oft in starken Sarkasmus gipfelt, war mir unglaublich sympathisch.
Doch auch Junias war für mich ein toller Protagonist. Er ist mit seinen 16 Jahren ein rebellischer Teenager, was er seinen Bruder auch gerne spüren lässt. Seine aufmüpfige Art war mit aber dennoch sympathisch, denn nicht nur einmal endet sie in einem klasse Wortgefecht. Jedoch wird er im Verlauf des Buches immer reifer und wird sich der Liebes seines Bruders zu ihm und der damit einhergehenden Verantwortung immer stärker bewusst.
Und genau diese Liebe macht auch einen ganz besonderen Aspekt dieses Buches aus. Jamien und Junias sind auf ganz besondere Weise miteinander verbunden und ihre Loyalität und Freundschaft zueinander war einfach unglaublich emotional und gleichzeitig wirklich authentisch.

Insgesamt kann man bei "Stolen Mortality" von einem wirklich gelungenen "Erstlingswerk" sprechen. Jennifer Benkau hat eine wirklich fantastische Welt erschaffen und das Thema "Vampire" auf ganz eigene und besondere Art behandelt. Glaubhafte Charaktere und eine actionreiche düstere Atmosphäre machen das Buch zu einem wirklich besonderen Erlebnis, das man nicht verpasst haben sollte.

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(257)

666 Bibliotheken, 6 Leser, 7 Gruppen, 119 Rezensionen

hexen, magie, liebe, cate, bruderschaft

Töchter des Mondes - Cate

Jessica Spotswood , Stefanie Lemke
Fester Einband: 363 Seiten
Erschienen bei INK, 09.08.2012
ISBN 9783863960247
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Frauen haben es Ende des 19. Jahrhunderts im Nordosten Amerikas nichts leicht. Nachdem die Zeit der Hexenverbrennungen nun schon einige Jahrzehnte zurücklegt, setzt die religiöse Bruderschaft dennoch alles daran, ein erneutes Aufleben der Herrschaft starker Frauen mit magischen Kräften zu unterbinden. Jedes noch so kleine Vergehen kann zu einer Verhaftung und Verurteilung als Hexe führen, was lebenslange harte Arbeit auf Gefängnisschiffen oder eine Einweisung in die Psychiatrie bedeutet. Cate und ihren beiden Schwestern Maura und Tess sind als wahrhaftige Hexen dieser Gefahr tagtäglich ausgesetzt und versuchen ein Auffallen tunlichst zu vermeiden. Am Totenbett gab Cate als die Älteste ihrer Mutter das Versprechen, auf ihre Schwester aufzupassen und um jeden Preis zu verhindern, dass ihre Fähigkeiten publik werden. Doch ihr 17. Geburtstag naht, an dem sie bekannt geben muss, ob sie sich entweder verlobt hat oder der Schwesternschaft, dem weiblichen Gegenstück zur Bruderschaft, anschließen wird. Das bedeutet, von ihren Schwestern getrennt zu werden und nicht länger ein Auge auf sie haben zu können. Und natürlich muss auch erst einmal ein geeigneter Kandidat zum Heiraten gefunden werden. Und als sie dann auch noch eine geheimnisvolle Prophezeiung entdeckt, weiß Cate sich kaum noch zu helfen.
Cate, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, empfand ich als eine wunderbare Protagonistin. Sie ist sympathisch von Anfang bis Ende, vor allem durch ihre große Liebe zu ihren kleinen Schwestern. Aufopferungsvoll und mutig setzt sie alles daran, sie zu beschützen, wobei sie sich selbst oft ein wenig vergisst. So manches Mal scheint ihr alles über den Kopf zu wachsen und die Bürde, die die Mutter ihr aufgeladen hat, zu groß zu werden. Man leidet mit ihr, spürt ihr Gefühle am eigenen Leib und möchte sie so manches Mal schütteln, wenn sie das Wohl anderer über ihr eigenes (Liebes)Glück stellt.
Die Geschichte ist insgesamt sehr fesselnd, aber ruhig gehalten. Es folgt nicht Ereignis auf Ereignis, alles entwickelt sich eher gemächlich, was mir sehr gut gefallen hat. Jessica Sportswood schafft es mit ihrem flüssigen, bildhaften Schreibstil, eine ganz eigene Art der Spannung aufzubauen, die mich durch die Seiten fliegen ließ. Gleichzeitig bietet das Buch natürlich eine fantastisch romantische Liebesgeschichte, die natürlich ein wenig kitschig ist, aber jedes Mädchenherz höher schlagen lässt.
"Töchter des Mondes - Cate" ist also wahrlich ein gelungener Auftakt einer vielversprechenden Trilogie, in der es mal nicht um Vampire und Co. geht. Die Autorin schafft in ihrem Debut einen fantastischen Genremix, voller Romantik, Fantasy und Historie. Eine fesselnde Geschichte mit authentischen Protagonisten und einer verzaubernden Liebesgeschichte, die durch einen gemeinen Cliffhanger Lust auf mehr macht.

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72 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

russland, mädchenhändler, thriller, romantic thrill, pyschka

Im Netz des Verbrechens

Olga A. Krouk
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Egmont LYX, 14.03.2013
ISBN 9783802586415
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Im Netz des Verbrechens" ist der 2. Teil der Romantic Thrill Serie von Olga A. Krouk, den man aber auch gut lesen kann ohne den Vorgänger zu kennen.  Da die Geschichte aber doch des öfteren Bezüge zum Vorgänger "Im Visier des Todes" nimmt, ist es doch ganz nett, diesen auch gelesen zu haben, um alles zu verstehen.
Auch dieses Mal hat die Autorin es geschafft, einen packenden Thriller voller Spannung mit einer ordentlichen Portion Romantik und auch einem Hauch Erotik zu erschaffen, der den Leser von Anfang bis Ende mitreißt. Hat mir beim ersten Teil noch das gewisse Etwas gefehlt, so dass es "nur" 4 von 5 Cupcakes gab, konnte mich "Im Netz des Verbrechens" von Anfang bis Ende überzeugen.
Mit ihrem flüssigen Schreibstil erschafft die Autorin über das ganze Buch hinweg eine bedrückende Atmosphäre voller Nervenkitzel, in der die junge Russin Juna in Deutschland versucht, ihre Freundin Pyschka aus den Fängen von Mädchenhändlern zu befreien. Juna ist dabei einer sehr starke Persönlichkeit, die es durch die von ihrem Geheimnis umwobenen Vater gelehrten Tai-Chi Übungen auch in den schlimmsten Situationen schafft, Ruhe zu bewahren. Ihre selbstbewusste Haltung hilft ihr, sich gegen die aus allen Ecken kommenden Feinde zu wehren und nicht in einer oft anscheinend ausweglosen Situation tatenlos festzusitzen. Abwechselnd mit ihrer wird aus der Sicht von Nick geschildet. Er ist geheimnisvoll, düster und sehr schwer zu durchschauen. Scheint er einmal der Ritter zu sein, der Juna in ihrer Not hilft, hat man auf der nächsten Seite schon wieder das Gefühl, dass er nicht der ist, der er vorgibt zu sein. Gerade seine Person hat mich wirklich durch die Seiten fliegen lassen, denn kaum war ein Geheimnis um ihn gelüftet, tauchte schon wieder das nächste auf, was ihn zu einem äußerst komplexen und da mit sehr spannenden Protagonisten gemacht hat.
Obwohl ich eigentlich nur wenig Thriller lese, konnte mich dieser dennoch von Anfang bis Ende überzeugen und bekommt von mir eine dringende Leseempfehlung, auch für alle Leser, die diesem Genre sonst eher fern bleiben! Olga Krouk erschafft in ihrem Buch einen unglaublichen Spannungsbogen, der die gesamte Handlung durchzieht und durch unerwartete Wendungen immer wieder überrascht. Sympathische Charaktere und eine sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte sorgen dafür, dass auch die Gefühle nicht zu kurz kommen und ein jeder auf seine Kosten kommt.

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95 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 9 Rezensionen

liebe, vampire, menschen, verwandlung, ritual

Die Nacht ist dein

Rebecca Maizel , Gertrud Wittich
Flexibler Einband: 383 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 10.02.2011
ISBN 9783442474295
Genre: Fantasy

Rezension:  
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(14)

44 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

recht, rhod, coven, uni, vampir

Und ewig währt der Tag

Rebecca Maizel
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 18.03.2013
ISBN 9783442474301
Genre: Fantasy

Rezension:

Lenah Beaudonte ist eine extrem mächtige und rücksichtslose Vampirkönigin die seit mehr als 500 Jahren lebt. Jedoch unglücklich mit ihrer Existenz als Vampir bringt sie ihren Erschaffer und Geliebten Rhode dazu, ein uraltes und geheimes Ritual zu entschlüsseln, das ihr ihre Menschlichkeit zurückgeben kann. Nach einem 100jährigen Schlaf wacht Lenah im Jahr 2010 wieder auf - als der 16jährige Teenager, der sie damals vor ihrer Verwandlung war. Rhode hat alles für sie getan, um ihr ein neues Leben zu schenken und das größte aller Opfer gebracht: sein eigenes Leben. Trauernd um ihre große Liebe, nimmt Lenah, die nun an der Wickham Schule eingeschrieben ist, ihre zweite Chance wahr: sie läuft im hellsten Sonnenlicht, findet Freunde, erlebt wahre Emotionen und verliebt sich in einen tollen Jungen. Jedoch weiß Lenah, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ihr früherer Coven, ihre eigens erschaffene Vampirfamilie, ihr Grab öffnen und ihr Fehlen bemerken wird. Durch dunkle Magie mit ihr verbunden können diese nicht eher ruhen, bis sie ihre ehemalige Anführerin gefunden und ihre neue menschliche Welt zerstört haben.

Lenahs Rückwandlung und ihre ersten Erfahrungen als Mensch schildert die Autorin im ersten Band der Trilogie "Die Nacht ist dein". Doch auch ohne diesen Teil zu kennen (es gibt ihn leider auch nur noch gebraucht zu kaufen) kann man ohne Probleme in die Geschichte eintauchen.

Ich muss sagen ich fand die Idee hinter dem Buch wirklich spannend: eine der blutrünstigsten Vampire aller Zeiten möchte wieder ein Mensch werden. Und das Überraschenste: es gelingt ihr tatsächlich. Mal eine etwas andere Vampirstory, oder?

Nun im zweiten Band, ein Jahr nach ihrer Rückwandlung, kann Lenah noch immer nicht ruhen, denn weiterhin holen sie die Schatten ihrer Vergangenheit ein. Lenah ist dabei eine einzigartige und komplexe Protagonistin. Ihre tiefe Liebe zu Rhode, der nach einem Jahr geglaubten Totseins wieder auftaucht, ist dabei eines der Hauptthemen, das alle Seiten durchzieht. Doch es scheint, als würde er ihre Gefühle nicht länger erwiedern. Und als ihnen ein erneutes Zusammensein von den größten Mächten der Natur, der Aeris, verboten wird, bricht eine Welt für sie zusammen. Aber sie kann sich nicht ihrem Kummer hingeben. Denn eine neue mächtige Vampirin taucht auf, die nur nach einem strebt: Macht. Und Rache an Lenah, die sie einst erschaffen hat. Lenah muss gegen sie ankämpfen und folgenschwere Entscheidungen treffen. Durch Rückblenden ihr erschreckendes Leben als Vampir sind diese auch ohne den ersten Band zu kennen gut zu verstehen. Nicht immer ist Lenah handeln ganz rational, was vor allem daran liegt, dass sie von den Schatten ihrer Vergangenheit immer wieder eingeholt wird und sich selbst nicht vergeben kann.

Der Schreibstil von Rebecca Maizel ist sehr flüssig und einfach zu lesen. Die Geschichte wird aus Lenahs Sicht geschildert, man bekommt tiefe Einblicke in ihre Emotionen und die Wandlungen, die sie durch macht. Die Sprache ist dabei nicht zu überladen, sondern recht schlicht gehalten, sodass man nur ab und an durch teilweise nicht all zu gelungenen Übersetzungen ins Stocken gerät.

"Und ewig währt der Tag" ist eine gelungene Fortsetzung, die gefüllt ist mit Aktion, Romantik, Sehnsucht, Täuschung und dem Bringen wahrer Opfer. Rebecca Maizel ist es gelungen, mich in die Geschichte einer unendlichen Liebe zu entführen, die voller Spannung steckt und auch die eine oder andere überraschende Wendung bereithält. Es fiel mir hier und da schwer, wirklich komplett in die Geschichte einzutauchen, aber dennoch kann ich dieses Buch wirklich jedem Fan von spannenden Vampirgeschichten empfehlen - vor allem, wenn man mal eine etwas andere Art davon lesen möchte :)

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(75)

226 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 54 Rezensionen

engel, hotel, teufel, liebe, seele

Die Erleuchtete - Das Dunkel der Seele

Aimee Agresti , Sonja Hagemann
Flexibler Einband: 600 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 20.05.2013
ISBN 9783442477548
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich glaube, dieses Buch kann am besten beschreiben als eine hübsch verpackte Wundertüte! Denn ich muss ehrlich gestehen: dieser Roman hat mich vor allem durch sein Äußeres und nicht durch den wenig spektakulären Klappentext angesprochen. Aber die Handlung ist so ganz anders als erwartet und vollkommen überraschend, dass ich einfach nur dasaß und dachte "WOW!".

Aimee Agresti hat mich hier in eine Welt entführt, die vor allem durch ihre düstere Atmosphäre und die vielen kleinen Geheimnisse, die es zu entdecken gilt, besticht. Ihr Schreibstil ist wundervoll zu lesen, durch detaillierte Beschreibungen hat sie es geschafft, dass ich komplett in die Handlung eintauchen konnte und alle Orte genau vor Augen hatte. Eigentlich bin ich ja nicht der Fan von zu ausschweifenden und super genauen Beschreibungen, aber in dieser Geschichte hat es mir wirklich gut gefallen. Es ist Teil des Charmes von diesem wirklich außergewöhnlichem Buch.

Anfangs nicht ganz so außergewöhnlich (bis auf ihren wirklich tollen Namen wie ich finde!) ist Protagonistin Haven. Ein junges Mädchen von 16 Jahren, strebsam, unauffällig, ohne viele Freunde. Eigentlich ganz hübsch, empfindet sich aber als nichts Besonderes und hält auch nichts von Make-Up und Co. Eben das typische untypische Mädchen, das in der hintersten Ecke sitzt und die "Coolen" nur von Weitem anschmachtet. Sie ist aber dennoch sehr sympathisch, ihr zielstrebiges Verhalten hat seine Gründe und führt an anderen Stellen zu manch spannender Wendung. Und genau wie erwartet macht sie natürlich auch eine Wandlung von diesem unscheinbaren Dasein durch, aber in welche Richtung, darauf will ich nicht weiter eingehen. Ich will ja nicht den Spaß verderben ;)
Auch ihre beiden Freunde Dante und Lance, die mit ihr das Praktikum antreten, fügen sich toll in die Geschichte ein und sind super sympathisch. Während Lance der extrovertierte schwule beste Freund ist (ach was würde ich für so einen geben? :D ), ist Lance eher zurückhaltend, mehr ein typischer Nerd. Aber auch sie verändern sich, und vor allem Lance entpuppt sich mehr und mehr als "Clark Kent", wie Dante es so schön umschreibt.

Die Handlung könnte hier und da aufgrund der vielen Umschreibungen als langatmig empfunden werden, denn es dauert schon ein Weilchen, bis die Geschichte Fahrt aufnimmt und richtig spannend wird, aber der Weg lohnt sich. Man bekommt tolle Einblicke in das Leben in diesem sagenumwobenen Hotel, und muss lernen, dass hinter manch schönen Fassade oft wenig steckt. Die Spannung baut sich zwar langsam, aber stetig auf und durch kleine Hinweise hier und da entdeckt man gemeinsam mit Haven ein Geheimnis nach dem anderen. Interessant dabei fand ich, dass das Buch zwar aus der Perspektive von Haven geschrieben ist, man aber als Leser trotzdem nicht all ihre Gedanken kennt. So überrascht auch sie selbst an mancher Stelle, wenn sie Dinge klarstellt und akzeptiert, mit denen man als Leser noch gar nicht gerechnet hatte.

Natürlich gibt es neben Gut und Böse auch Romantik in diesem Buch, ganz wie man sich das wünscht. Aber auch die Liebesgeschichte überrascht vollkommen, denn sie nimmt Wendungen mit denen man nicht wirklich rechnet und die noch auf der letzten Seite überraschen.

Ihr merkt, ich kann nicht all zu verraten, denn dieses Buch überzeugt vor allem durch das Unerwartete. Ein sich langsam aufbauender Spannungsbogen, sympathische und auch beängstigende Charaktere geben der Geschichte einen ganz besonderen Pfiff und lassen sie einem Finale gipfeln, das befriedigt aber dennoch manche Frage offen lässt. Ich bin gespannt, wie es im 2. Band weitergehen wird und hoffe, ganz viele von euch dazu bringen zu können, nach diesem zunächst so normal und unscheinbar wirkenden Buch zu greifen. Ich verspreche euch: ihr werdet es definitv nicht bereuen!

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(322)

635 Bibliotheken, 6 Leser, 4 Gruppen, 140 Rezensionen

dystopie, flucht, artikel 5, ember, chase

Artikel 5

Kristen Simmons , Frauke Meier
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Piper, 16.04.2013
ISBN 9783492702867
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Eine Welt, in der diese 5 Artikel das Leben bestimmen:  Artikel 1: Die Vereinigten Staaten erkennen die Amerikanische Kirche als offizielle Religion an. Artikel 2: Literatur und andere unmoralische Medien sind verboten. Ihr Besitz, Erwerb und Verkauf ist strengstens untersagt. Artikel 3: Eine vollständige Familie besteht aus einem Mann, einer Frau und mindestens einem Kind. Artikel 4: Die traditionellen Geschlechterrollen müssen eingehalten werden. Artikel 5: Als vollwertiger Staatsbürger wird nur anerkannt, wer als Kind eines verheirateten Paares auf die Welt kommt.  Eine grausige Vorstellung, oder? Und genau aus diesem Grund musste ich diese Dystopie unbedingt lesen. Denn was ist gegenteiliger von unseren heutigen Welt als ein Leben in typischen Geschlechterrollen, Moral an jeder Ecke und das Nehmen jeglicher Freiheiten?
In dieser Welt, in der ein Menschenleben nichts mehr zählt und auf Verstöße mit harten Strafen reagiert wird, lebt Ember. Gemeinsam mit ihrer Mutter hat sie sich mit den seit einigen Jahren vorherrschenden Regeln arrangiert, auch wenn sie ihr nicht immer passen. Doch dann werden die Regeln verschärft, und auch wenn Ember lange vor der Einführung der Statuten geboren wurde, wird ihrer Mutter ein Verstoß gegen Artikel 5 vorgeworfen: sie bekam Ember als unverheiratete Frau und lebt auch heute noch ohne Mann. Beide werden aus ihrem Zuhause gerissen und in unterschiedlichen "Heimen" untergebracht. Und für Ember beginnt damit ein knallharter Kampf.
Wirkt Ember am Anfang aufgrund ihres mehr oder weniger recht behüteten Lebens noch ein wenig kindlich und naiv, ändert sich dies von Seite zu Seite. Mehr und mehr bekommt sie mit, wie wirklich mit den Menschen umgegangen wird, die nicht in das von der Regierung geschaffene Bild passen. Am eigenen Körper muss sie die Strafen erfahren, die auf Ungehorsam folgen. Und genau dadurch ändert sich ihre Einstellung, mit jeder Grausamkeit, die sie miterlebt, wächst sie und wird stärker in ihrem Kampf, ihr eigenes und das Leben ihrer Mutter zu retten. Mit ihrem flotten und klaren Schreibstil schaffte es Kristen Simmons, mich von der ersten Seite an mitzureißen. Eine düstere und spannungsladene Atmosphäre durchzieht das Buch von Anfang bis Ende. Ein hilfreiches Element ist da wohl auch, dass die Autorin nicht gerade zimperlich ist, wann es um Strafen und Folter geht. Sie ließ mich knallhart die Kälte und Brutalität dieser neuen Welt spüren und mit den Firguren mitfühlen.
Neben all der Härte wartet die Geschichte aber auch mit einer Liebesgeschichte auf, die ihre Anfänge schon lange vor Beginn der Geschichte hat. Sie durchzieht das gesamte Buch, ist hier und da auch kurz mal im Vordergrund, verdrängt aber nie die eigentliche Handlung und fügt sich so nahtlos ins Geschehen ein.
Mit "Artikel 5" ist der Autorin ein wirklich spannender und atemlos zurücklassender Auftakt gelungen. Ich wurde mitgerissen in diese beängstigende neue Welt, in der Figuren und spannende Handlung von Anfang bis Ende fesseln. Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird, und kann jedem Fan von Dystopien dieses Buch nur wärmstens empfehlen!

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502 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 126 Rezensionen

dystopie, partials, jugendbuch, krieg, kira

Partials - Aufbruch

Dan Wells , Jürgen Langowski
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.03.2013
ISBN 9783492702775
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Auf nahezu jedem Blog konnte man in den letzten Wochen und Monaten begeisterte Rezensionen zu "Aufbruch: Partials I" lesen und als bekennender Dystopien-Fan war es natürlich für mich ein MUSS, dieses Buch auch zu lesen. Und ohne wenn und aber kann ich mich den lobenden Stimmen nur anschließen!
Denn bereits ab Seite 1 konnte mich Dan Wells mit seinem tollen Schreibstil fesseln. Mit detaillierten und auch teilweise sehr wissenschaftlichen aber dennoch gut verständlichen Beschreibungen konnte ich perfekt in die Geschichte eintauchen und nur so durch die Seiten fliegen. Ich bekam ein gutes Bild von Protagonisten, sowohl äußerlich als auch von Stimmungen und Emotionen, bei allem findet der Autor das richtige Maß.

Hauptperson Kira, aus deren Sicht geschildert wird, wird gleich zu Beginn wieder einmal auf eine harte Probe gestellt: ein Baby stirbt vor ihren Augen im Krankenhaus - genau wie jedes andere Baby auch, das geboren wird. Denn die Menschheit wurde bis auf wenige Tausend durch ein furchtbares Virus, das von den künstlich erschaffenen Partials freigesetzt wurde, ausgerottet und bisher konnte kein Neugeborenes die Immunität, die die wenigen Überlebenden schützt, aufweisen und stirbt somit innerhalb von drei Tagen. Kira will das nicht länger hinnehmen und sich auf einen gefährlichen Weg begeben, um ein Heilmittel zu beschaffen. Allein schon diese Tat zeigt wie mutig sie ist. Dabei geht sie stets zielstrebig und entschlossen, aber auch durchdacht vor, und keinesfalls unnötig waghalsig. Sie versucht alles in ihrer Macht stehende, um die Neugeborenen zu retten und wirkt trotz ihrer für das Alter eher untypischen abgeklärten Art sehr authentisch und glaubwürdig. Sie ist eine wirklich sympathische Haupftfigur, die ich schnell ins Herz geschlossen habe.
Und auch die Nebencharaktere wurden von Dan Wells wunderbar in die Geschichte eingebunden und überzeugen durch ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten, die der Handlung eine spannende Dynamik verleigen. Wir oben schon gesagt ist der Schreibstil wirklich packend und beängstigend realistisch. Die gesamte Zerstörung, das Ausmaß der Katastrophe hatte ich vor Augen und immer wieder machte sich ein beklemmendes Gefühl in mir breit, wenn ich mir vorgestellt habe, dass es tatsächlich so kommt. Ein ungutes Empfinden, dass der Geschichte aber auch den gewissen Kick verliehen hat.
"Partials I" ist ein wirklich nachdenklich machendes Buch, das mich einfach nur schlichtweg begeistern konnte. Es ist eine der beste Dystopien, die ich bisher gelesen habe und ich freue mich unglaublig auch die Fortzsetzung!

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(45)

72 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

super buch. sehr zu empfehlen!, london, monster, eifersucht, dämone

Rashen - Einmal Hölle und zurück

Michaela B. Wahl
E-Buch Text: 300 Seiten
Erschienen bei Knaur eBook, 02.04.2013
ISBN B00C3U2QAC
Genre: Fantasy

Rezension:

Als Leser von "Rashen" wird man sofort in die Handlung hinein geworfen: die eigentlich unscheinbare aber professionell strippende Claire hat den Dämon Rashen gebannt, sodass dieser ihr 22 Tage lange dienen und ihr Wünsche erfüllen muss. Eigentlich doch eine ganz nette Situation, zumindest für Claire. Wäre da nicht die Tatsache, dass Rashen aussieht wie Claires verstorbener Verlobter. Und vor allem: wäre da nicht dieser kleine Komplott, dem Rashen Schritt für Schritt auf die Spur kommt...


Die Charaktere überzeugen schon auf den ersten paar Seiten. Rashen, aus dessen Sicht die Handlung geschildert wird, ist vor allem eines: böse. Seine Aufgabe ist bzw. war es, den Menschen das Leben möglichst schwer zu machen und schuldige Seelen in die Hölle zu locken. Aber Claire macht es ihm wirklich nicht leicht. Denn genauso wie er kann sie wunderbar sarkastisch sein. Und auch ihre anscheinend ein wenig gespaltene Persönlichkeit aus harter Stripperin Air und süßer Studentin Claire ist nicht zu verachten. Alles in allem also zwei wirklich schräge Protagonisten, die man nur mögen kann.


Und genau aus diesen Verrücktheiten der beiden entsteht auch der unglaublich tolle Wortwitz und Humor, der die Geschichte so auszeichnet. Es gab kaum eine Seite, bei der ich nicht mit einem Dauergrinsen auf dem Gesicht da saß (was in der Straßenbahn schon mal echt peinlich werden kann). Ich persönlich bin sowieso ein sehr großer Fan von etwas gemeinem und schwarzem Humor und genau damit konnte dieses Buch perfekt punkten. Hinzu kommt noch die prickelnde Erotik, die zwischen Claire und Rashen entsteht. Diese ist jedoch auch nicht so im Vordergrund, dass man als "Gegner" von erotischen Romanen sofort abgeschreckt sein sollte. Es ist wirklich auf einem angenehmen und erträglichen Maß, obwohl man natürlich schon hier und da das eine oder andere etwas "herbere" Wort aushalten können muss ;)


Das Einzige, was die Geschichte noch besser hätte machen können, wären ein paar mehr Wendepunkte. Die Handlung ist zwar spannend und sehr gut durchdacht, aber teilweise noch ein bisschen zu gradlinig, hier und da geht es einfach ein bisschen zu schnell. Aber das wäre wirklich nur die Kirsche auf dem riesen großen und super leckeren Eisbecher gewesen.


Kurz gefasst: "Rashen" ist das perfekte Buch, wenn man mal so richtig ablachen möchte und nichts gegen ein bisschen prickelnde Erotik hat, die umgeben ist von einer spannenden Geschichte.

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