Le_Kira

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Airport

Arthur Hailey
Flexibler Einband
Erschienen bei München, Pavillon, 2003, 01.01.2003
ISBN 9783453870888
Genre: Romane

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paris, gaisanow, camus, weiße emigration, psychologismus camus

Das Phantom des Alexander Wolf

Gaito Gasdanow , Rosemarie Tietze
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.09.2014
ISBN 9783423143356
Genre: Romane

Rezension:

In der letzten Zeit musste ich viel über die Zufälle nachdenken. Manchmal passiert so etwas, dass man sich wundert, wie ein Mensch, ein Ort oder eine Situation alles auf einmal verändern kann. Dieses Thema ist ja nicht neu. Aber ich teile dabei eher die Meinung der französischen Existenzialisten wie Sartre und Camus, dass nicht der Zufall an sich, sondern eine bewusste Entscheidung an dem Moment ein Schicksal ändert. Diese existenzielle Wahl verändert die Person und ruft bestimme Ereignisse hervor. Diesen Gedanken fand ich auch bei Gaito Gasdanow wieder, dem Schriftsteller, der „russischer Camus“ genannt wird. Sein Buch „Phantom des Alexander Wolf“ erschien in der deutschen Übersetzung erst vor einigen Jahren und war eine große Entdeckung. Denn der russischer Emigrant in Paris der 20er/30er schrieb nicht nur über die alles verändernde Wahl (in dem Fall ein Mord), sondern auch über die Zwiespältigkeit einer Persönlichkeit. Der Protagonist gibt zum Beispiel zu, dass seine Liebe zu solch unterschiedlichen Dingen wie einer brutalen Schlägerei mit irgendwelchen Gaunern und der Poesie von Baudelaire gleich groß ist. Die zu einander nicht passenden Gesichtszüge und Beschäftigungen, Gefühle und ihre Ausdrucksweisen beobachtet er auch ständig in seiner Umgebung. Diese Disharmonie quellt ihn und er findet, ganz in der existenzialistischen Tradition, dass sein Leben in dieser absurden Welt eigentlich keinen Wert hat. Am Ende trifft er seine existenzielle Wahl und tötet jemanden, der seine eigene dunkle Seite widerspiegelt. Er tötet ihn diesmal, beim zweiten Versuch nach vielen Jahren, ohne nachzudenken, für die Liebe zu seiner nicht weniger widerspruchsvollen Geliebten.

Ein ganz tolles Buch für Psychologismus-Fans, das russische Metaphysik mit französischem Existenzialismus verbindet. Eine Lektüre, um um sich herum zu schauen, den Absurd der Welt zu merken und zu entdecken, dass jeder sein zweites Gesicht tief in seiner Seele versteckt. Und nichts ist schwarz oder weiß und das Leben dauert zu kurz, um sich über das Verhältnis zu ärgern. Am schlausten erscheint es einfach zu versuchen, die eigene „gute Seite“ zu zeigen, indem man die für sich richtige Entscheidungen trifft, egal wie absurd die Welt auf sie reagiert.

Da das Leben ja so kurz ist, habe ich das Buch in Russisch gelesen, was in meinem Fall Zeit spart. Deswegen keine Garantie für die deutsche Übersetzung.

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Tags: camus, existenzialismus, gaisanow, paris, psychologismus camus, russland, weiße emigration   (7)
 
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