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2 Bücher, 1 Rezension

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250 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 88 Rezensionen

fasten, dienstagsfrauen, heilfasten, freundinnen, entschlacken

Sieben Tage ohne

Monika Peetz
Flexibler Einband: 332 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 14.05.2012
ISBN 9783462044102
Genre: Romane

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446 Bibliotheken, 13 Leser, 5 Gruppen, 45 Rezensionen

liebe, frankreich, provence, bücher, paris

Das Lavendelzimmer

Nina George
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.04.2014
ISBN 9783426509777
Genre: Romane

Rezension:

Ein hervorragender feinsinniger Roman über das Leben.

Monsieur Perdu, ein außergewöhnlicher Buchhändler mit einer wundervollen Gabe, den Menschen zur passenden Zeit das passende Buch zu geben. Zu ihm gehört ein ebenso außergewöhnlicher Buchladen, sein Bücherschiff „La pharmacie literaire- die literarische Apotheke, von ihm „Lulu“ genannt.

Dazu eine vergangene Liebe auf dem Nebengleis, Manon, und eine neue zarte Blüte zu Catherine. Bei Manon war er nur der Geliebte, toleriert durch dessen Ehemann Luc: „Wir haben nur dieses Leben. Ich will meines mit Dir erleben, dich aber bei Deinem nicht stören.“

Gespickt mit verschiedenen Bekannten, die zu Freunden oder fast Verwandten werden, so wie Sanary oder Max Jordan. Alle zusammen begeben sich auf die Reise durch ihr Leben, auf den wunderschönen Wasserläufen Frankreichs, hinaus ins Weite und Unbekannte, raus in die Kraft und Schönheit – ans Meer!

So wie die Wellen der Flüsse schaukeln auch die Gefühle und Erlebnisse, Träume, Wünsche und Erinnerungen der Passagiere von Lulu. So wie die Flüsse ins große Meer münden, fallen die Hauptpersonen Perdu, Max und Catherine wieder ins richtige Leben.

Die Geschichte des Herrn Perdu erzählt vom Loslassen, vom alten Vertrauten und ehemals Geliebten, ohne dass das wahre Objekt der Liebe noch vorhanden ist. „Ich lese Bücher, zwanzig gleichzeitig. Überall auf dem WC, in der Küche, im Bistro, in der Metro. Ich lege Puzzles so groß wie Zimmerböden, zerstöre sie, wenn ich fertig bin, und fange noch einmal an. … Ich versteinere. Ich mache weiter. Jeden Tag dasselbe. Nur so überlebe ich. Aber sonst, nein, sonst mache ich nichts.“.

Die Geschichte von Max erzählt ebenso vom Loslassen. Vom Loslassen der Angst und der inneren Leere. „Ich kann nämlich nicht mehr. Ich kann nicht mehr schreiben.“

Bei Herrn Perdu war der Auslöser ein 21 Jahre alter Brief seiner großen Liebe Manon. Dieser brach alles in ihm auf. Darauf folgte die Handlung, die den selbst errichteten inneren Staudamm der Gefühle endlich brach, sozusagen, der Brief war das Dynamit und der tisch für Catherine war der Zünder. „Wo wollen Sie denn hin? brüllte Jordan panisch. Weg von hier, brüllte Perdu zurück. Großartig, da will ich auch hin.“

Und so begann die Reise zurück ins Leben, nach 21 Jahren. Voller Pleiten, Pech, Pannen. Aber auch voller Freundschaft, Leichtigkeit und neuer Wörter für die Enzyklopädie über Allerweltsgefühle, die Perdu gerne schreiben würde. Wörter wie Bsp. „Zehenschüchterneheit – oder die Sorge, dass die Füße die Verliebtheit des anderen sofort vernichten können.“

Herr Perdu verlässt nicht nur Paris und sein altes Leben dort, er verlässt auch Lulu und arbeitet später als Angestellter in einer Buchhandlung. Man könnte meinen er wäre verrückt, eine tolle funktionierende rentable Geschäftsidee einfach aufzugeben. Das ist doch eigentlich der schnellste Weg in den Ruin. Doch dies ist nur die materielle Seite, die viele von uns aus Angst an ungesunde Umstände festhalten lässt. Doch das wichtigste behält Perdu – seine Gabe auf Leute eingehen zu können, und ihnen das richtige Buch ans Herz zu legen. Die Gabe begleitet ihn später wieder beim Handel mit seltenen Büchern und beim schreiben seiner Großen Enzyklopädie der kleinen Gefühle.

Nina George hat im ganzen Buch sehr sehr schöne Sätze verewigt, sehr schön zu lesen oder sehr tiefgründig: „Er sah, dass Anna einen Resonanzboden in sich entdeckte, der auf Worte reagierte. Sie war die Geige, die lernte, sich selbst zu spielen.“

Manchmal könnte man denken, sie ist die Buchhändlerin, so genau sind die Beobachtungen: „Im Prinzip konnte ihn kein  Wunsch, keine Schimpferei und keine Merkwürdigkeit seiner Kunden erschüttern. Er ordnete sie in 3 Kategorien. Die ersten waren jene, denen die Bücher die einzig frische Luft in der Stickigkeit ihres Alltags bedeuteten. Seine liebsten Kunden….“

Herr Perdu hat losgelassen und hat sich dafür sehr viel Zeit gelassen. Mich wird dieses Buch nicht so schnell loslassen, dafür sind die Sätze viel zu schön. Der letzte von mir zitierte Satz könnte den wahren Wert von Büchern nicht besser beschreiben:

„Das sie sich der Unendlichkeit bewusst wurde, die Bücher boten. Es würden immer genug da sein. Sie würden nie aufhören, einen Leser, eine Leserin zu lieben. Sie waren das Verlässliche in allem, was unberechenbar war. Im Leben. In der Liebe. Nach dem Tod.“

 

Es lohnt sich!!!

 

 

 

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