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34 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Stern des Nordens

D.B. John , Sabine Längsfeld , Karen Witthuhn
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 25.09.2018
ISBN 9783805200325
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die amerikanische Studentin Soo-min verschwindet eines Tages spurlos zusammen mit ihrem Freund von einem Strand in Südkorea. Ihre Zwillingsschwester Jenna will sich auch zwölf Jahre nach ihrem Verschwinden nicht mit der offiziellen Version zufrieden geben, wonach die beiden ertrunken sind.
Jenna ist inzwischen Universitätsdozentin und Nordkoreaspezialistin. Als sie vom CIA angeworben werden soll, reagiert sie zunächst ablehnend, doch dann erfährt sie von einem nordkoreanischen Geheimprogramm, das über Jahre hinweg Ausländer mit koreanischen Wurzeln entführen und nach Nordkorea verschleppen ließ. War ihre Schwester Opfer dieses Programms? Ist Soo-min am Leben und in Nordkorea gefangen? Jenna beginnt mit der Ausbildung beim CIA und bekommt bald die Chance auf ein Treffen mit einer nordkoreanischen Delegation unter Leitung des linientreuen Diplomaten Cho.
In einem zweiten Handlungsstrang erleben wir die Nordkoreanerin Moon, die verzweifelt versucht, durch Handel sich und ihren Mann am Leben zu halten. Anhand ihrer Lebensumstände erfährt der Leser von den bitter armen Verhältnissen der einfachen Menschen in Nordkorea, die am Verhungern sind, während der „geliebte Führer“ Kim il Sun ein Leben in unvorstellbarem Luxus lebt.
Cho, der zunächst nach seiner erfolgreichen diplomatischen Mission in seinem Heimatland gefeiert wird, fällt in Ungnade und wird in ein Arbeitslager geschickt, jedoch schafft er es zuvor, Jenna wichtige Informationen zukommen zu lassen.
D.B. John, dessen spannender Roman all diese Handlungsstränge geschickt miteinander verknüpft, hat selbst Nordkorea bereist und ein Großteil der im Roman beschriebenen Umstände basiert auf wahren Tatsachen. „Stern des Nordens“ ist spannender Thriller, der unter die Haut geht. Normalerweise bin ich äußerst skeptisch, wenn ein bekannter Autor, in diesem Fall Lee Childs, ein Buch in höchsten Tönen anpreist, doch in diesem Fall gebe ich ihm recht. Absolute Leseempfehlung!

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47 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

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Sieben Tage Wir

Francesca Hornak , Tanja Handels
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.10.2018
ISBN 9783548290898
Genre: Romane

Rezension:

Die Familie Birch verbringt zum ersten Mal seit Jahren Weihnachten zusammen in ihrem Landhaus in Norfolk. Das Wiedersehen ist nicht ganz unbelastet, da Olivia, die ältere Tochter, gerade von einem Einsatz in Liberia zurückgekehrt ist, wo sie Patienten versorgt hat, die mit dem tödlichen Haag-Virus infiziert waren. Dies bedeutet, dass die gesamte Familie Birch sich einer 7tägigen Quarantäne unterziehen muss. Dass dies nicht ganz einfach ist, versteht sich von selbst, zumal jedes Familienmitglied Geheimnisse hat, die es vor den anderen zu verbergen gilt.
Der Vater, Andrew Birch, hat erst vor kurzem erfahren, dass er einen unehelichen erwachsenen Sohn in Amerika hat, der über Weihnachten in England ist und ihn gerne kennenlernen möchte. Andrew glaubt das Problem aus der Welt schaffen zu können, indem er nicht auf Jesses Emails reagiert, doch da hat er sich getäuscht.
Seine Frau Emma ist an Krebs erkrankt, doch weil sie ihrer Familie Weihnachten nicht verderben will, hat sie die Diagnose bisher nur ihrer Freundin anvertraut. Phoebe, die jüngere Schwester, ist frisch verlobt, doch so ein richtiges Glücksgefühl will sich nicht bei ihr einstellen. Ihr Verlobter lernt ausgerechnet am Weihnachtsabend im Pub den unehelichen Sohn von Andrew Birch kennen und der Abend entwickelt sich anders als gedacht. Olivia wiederum hat große Probleme damit, sich nach dem Leid und der Armut in Liberia wieder in England zurechtzufinden, wo das größte Problem mancher Leute ist, nicht das richtige Weihnachtsgeschenk bekommen zu haben...
Sieben Tage wir ist ein Buch, das mir ganz hervorragend gefallen hat. Es ist teilweise urkomisch, aber auch spannend und ein echter Pageturner. Eines jener Bücher, bei denen es mir schwerfiel, es aus der Hand zu legen, weil ich zu gerne gewusst hätte, wie die Geschichte für die einzelnen Mitglieder der Familie Birch weitergeht.

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84 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 72 Rezensionen

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Der Schmetterling

Gabriella Ullberg Westin , Stefanie Werner
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.09.2018
ISBN 9783959672054
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Ehefrau des beliebten schwedischen Fußballspielers Måns Sandin, Henna, wird ausgerechnet an Heiligabend im Beisein ihrer beiden kleinen Kinder ermordet. Die Familie ist noch nicht lange in Schweden zurück und hat nicht allzu viele soziale Kontakte. Liegt der Schlüssel zu dem Mord in Florenz, wo sie bis vor kurzem gelebt haben? Galt der Mord womöglich gar nicht der Ehefrau sondern ihm selbst? Und warum war Henna mit Rohypnol vollgepumpt?
Kriminalinspektor Johan Rokka, der gerade erst aus Stockholm in seine Heimatstadt Hudiksvall zurückgekehrt ist, wird mit dem Fall betraut. Måns ist ein ehemaliger Klassenkamerad, sie spielten als Jugendliche in derselben Mannschaft.
Dann geschieht ein weiterer Mord. Einem Besucher der Trabrennbahn, der gerade viel Geld bei der Pferdewette gewonnen hatte, wird die Kehle durchgeschnitten. Hängen die beiden Fälle irgendwie zusammen?
Gabriella Ullberg Westin kann gut schreiben, aber die Story ist ziemlich lahm. Was mich außerdem genervt hat, ist Rokkas Vorgesetzte. Anscheinend sitzen in schwedischen Polizeidienststellen ausschließlich ältere, arrogante und machthungrige Chefinnen, die trotz geringer Personalausstattung ihre Mitarbeiter so schnell wie möglich wieder vergraulen wollen. Auch Rokkas Affaire mit einer jungen Frau, die seine Tochter sein könnte (im übrigen die Tochter eines früheren Klassenkameraden) fand ich total daneben. Der ganze Handlungsstrang rund um den namensgebenden Schmetterling ist total irrelevant.
Alles in allem ein Krimi, den man zwischendurch lesen kann, der aber kein besonderes Highlight darstellt. Ich hatte mir mehr davon versprochen.

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64 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

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Redemption Point

Candice Fox , Thomas Wörtche , Andrea O'Brien
Flexibler Einband: 439 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 02.10.2018
ISBN 9783518468982
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Von einem Tag auf den anderen ist nichts mehr, wie es war: Der Polizist Ted Conkaffey hat das Pech, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Dutzende Zeugen haben ihn gesehen, wie er an einer Bushaltestelle anhielt, von der wenig später die 13jährige Claire verschleppt und vergewaltigt wurde. Seine Frau und seine Kollegen wenden sich von ihm ab, er wird inhaftiert. Mangels Beweisen wird Conkaffey freigelassen, doch sein Leben ist ein Spießrutenlauf, er ist der meistgehasste Mann Australiens. Er verzieht sich in das Kaff Crimson Lake, wo er die skurrile Amanda kennenlernt, die dort als Privatdetektivin arbeitet. Als Partner in ihrer Detektei findet er ein Stück weit zu einem normalen Leben zurück, bis der Vater des damaligen Vergewaltigungsopfers eines Tages bei ihm auftaucht und ihn bedroht.
Conkaffey liegen von Amanda gesammelte Unterlagen vor, die Hinweise auf den wahren Vergewaltiger enthalten. Claires Vater bekommt Zweifel, ob Conkaffey der Täter ist. Doch dann werden neue Vorwürfe gegen den Ex-Cop erhoben und Conkaffey bleibt nichts anderes übrig als sich endlich auf die Suche nach Claires Vergewaltiger zu machen.
Zur gleichen Zeit geschieht in einer zwielichtigen Kneipe in Crimson Lake ein Doppelmord. Der Vater des einen Mordopfers bittet Ted und Amanda zu ermitteln.
„Redemption Point“ ist die äußerst gelungene und im übrigen hervorragend übersetzte Fortsetzung von „Crimson Lake“. Einer der besten Krimis, die ich in diesem Jahr gelesen habe.

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123 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 72 Rezensionen

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Ein Winter in Paris

Jean-Philippe Blondel , Anne Braun
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 24.09.2018
ISBN 9783552063778
Genre: Romane

Rezension:

Der junge Victor hat es geschafft, der Enge der Provinz zu entkommen und in Paris an einer Elitevorbereitungsschule angenommen zu werden. Von Anfang an ist er ein Außenseiter. Seine Mitschüler kommen aus reichen Elternhäusern und wohnen in den nobelsten Wohngegenden von Paris, während er täglich vom Wohnheim in der Vorstadt zum Unterricht pendelt. Das gesamte erste Jahr ist er isoliert, im zweiten Jahr lernt er Matthieu kennen, dessen Geschichte seiner eigenen ähnlich ist. Auch er stammt aus der Provinz und einem bildungsfernen Elternhaus. Die beiden kennen sich nur flüchtig, doch Victor beschließt, sich mit ihm anzufreunden. Aber dazu kommt es nicht mehr. Matthieu erträgt den Druck und die Sticheleien eines Lehrers nicht mehr und begeht Selbstmord.
Von diesem Moment an ändert sich alles für Victor. Er gilt als engster Freund des Toten und das macht ihn interessant.
Einerseits genießt Victor seine plötzliche Popularität, andererseits fühlt er sich wie ein Hochstapler. Er gewinnt Freunde und Selbstbewusstsein, doch gleichzeitig ist er sich nicht mehr sicher, den richtigen Weg gewählt zu haben.
„Ein Winter in Paris“ ist ein sehr eindringliches Buch, das nachdenklich macht. Blondel versteht es, in präzisen Worten Gefühle und Situationen zu beschreiben. Mich haben sein Schreibstil und Victors Geschichte gefesselt.

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235 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 131 Rezensionen

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Vier.Zwei.Eins.

Erin Kelly , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 22.08.2018
ISBN 9783651025714
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

1999: Bei einer Sonnenfinsternis in Cornwall kommt Laura zu einer Vergewaltigung hinzu, zumindest stellt es sich für sie so dar. Es kommt zum Prozess, bei dem der Vergewaltiger, Jamie, nicht zuletzt aufgrund von Lauras Aussage verurteilt wird. Das Opfer, Beth, sucht nach dem Prozess Laura und ihren Freund Kit in London auf. Für sie sind Laura und Kit die einzigen verbliebenen Freunde, denn in ihrem Heimatort herrschen Zweifel an Beths Integrität.
Kit ist von Beths Eindringen in ihre Zweierbeziehung nicht begeistert, und auch Laura wird die Beziehung zu Beth bald zu eng. Dann passieren bedrohliche Dinge, für die sie Beth verantwortlich machen. Ist Beth psychisch gestört? Laura und Kit ändern ihre Identität und tauchen ab. Die Angst vor Beth macht beiden das Leben zur Hölle. Laura schafft es kaum, die Wohnung zu verlassen. Kit, der sich rührend um sie kümmert, verliert seinen Job.
15 Jahre später: Laura ist mit Zwillingen schwanger, Kit fährt ohne sie zu einer Sonnenfinsternis. Obwohl so viel Zeit vergangen ist, haben beide immer noch Angst, dass Beth sie aufspüren könnte. Dann passiert genau das, doch plötzlich erscheint alles, was sich damals zugetragen hat, in einem völlig anderen Licht...
„Vier. Zwei. Eins“ ist einer der besten Krimis, die ich in langer Zeit gelesen habe. Immer wieder kommt es zu überraschenden Wendungen und die Handlung bleibt spannend und glaubhaft bis zum Schluss. Unbedingte Leseempfehlung!

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202 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 123 Rezensionen

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Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren

Ali Benjamin , Petra Koob-Pawis , Violeta Topalova
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 23.07.2018
ISBN 9783446260498
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Welt der 12jährigen Suzy gerät aus den Fugen, als sie erfährt, dass ihre ehemals beste Freundin Franny bei einem Badeunfall ums Leben gekommen ist. Sie kann nicht verstehen, wie das „einfach passieren konnte“, zumal Franny eine hervorragende Schwimmerin war. Eine bessere Erklärung scheint ihr zu sein, dass Franny an einem giftigen Quallenstich gestorben ist. Um dies zu beweisen, liest sie alles über Quallen und informiert sich über die besten Quallenforscher der Welt. Einen davon, Jamie aus Australien, möchte sie am liebsten persönlich kennenlernen, denn sie ist sicher, er würde ihre Theorie unterstützen.
Was Suzy am meisten zu schaffen macht, ist die Tatsache, dass sie sich mit Franny im Streit getrennt hat und die Dinge nun nie wieder ins rechte Lot bringen kann. Gefangen in ihrer Trauer und ihren Gedanken hört Suzy auf zu sprechen, da ihr Smalltalk schlimmer erscheint als nicht zu sprechen.
In der Schule ist die offensichtlich hochbegabte Suzy eine Außenseiterin, denn im Gegensatz zu ihren Altersgenossinnen interessiert sie sich weder für Jungs, noch für Haarpflegeprodukte oder coole Outfits. Viel interessanter erscheinen ihr wissenschaftliche Fakten und Zusammenhänge. So gefällt ihr beispielsweise der Gedanke, dass in einem einzigen Sommermonat drei Millionen Käfer über sie hinwegfliegen und sie errechnet, dass in jeder einzigen Sekunde vier bis fünf Menschen auf der Welt von einer Qualle gestochen werden.
„Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren“ ist ein sehr berührendes und gleichzeitig höchst informatives und unterhaltsames Buch. Wir erleben, wie Suzy mit ihrer Trauer umgeht und ganz langsam akzeptiert, dass nicht alles auf der Welt wissenschaftlich erklärbar ist. Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist, dass einige der im Buch genannten Personen wirklich existieren und die beschriebenen Experimente tatsächlich so stattgefunden haben. Dieser außergewöhnliche Debütroman ist zwar ein Jugendbuch, doch ist er auch für Erwachsene ausgesprochen lesenswert.



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69 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

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Ich muss mit auf Klassenfahrt - meine Tochter kann sonst nicht schlafen!

Lena Greiner , Carola Padtberg
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 07.09.2018
ISBN 9783548377940
Genre: Humor

Rezension:

Helikoptereltern und ihre Premiumsprösslinge sind natürlich ein sehr ergiebiges Thema. Die beiden Autorinnen haben Dutzende von Anekdoten zu diesem Thema gesammelt, die witzig, absurd, haarsträubend und teilweise erschreckend sind. Das Buch beginnt mit Anekdoten, die sich mit werdenden Eltern und Hebammen befassen und behandelt die einzelnen Lebensabschnitte der Kinder und deren überbeschützenden Eltern über Kindergarten, Schule, Freizeitaktivitäten bis hin zu Ausbildung und Studium. Was sie dem Baby im Mutterleib vorlesen solle, fragt eine werdende Mutter. Die schlagfertige Antwort der Hebamme: „Gedichte von Schiller. Oder das Telefonbuch, Hauptsache das Kind hört ihre Stimme“. Im Kindergarten bitten die Eltern die Erzieherin, doch bitte die Clobrille vorzuwärmen, indem sie sich zuerst draufsetzt. Das Kind ist es von zuhause so gewöhnt.
Bei manchen der beschriebenen Vorkommnisse bleibt einem allerdings das Lachen im Hals stecken, wenn Eltern beispielsweise wegen einer Lappalie den Notarzt samt Hubschrauber anfordern! Oder in die Ambulanz fahren, weil das Kind einen Eiswürfel verschluckt hat...
Mit hat das Buch sehr gut gefallen und ich könnte die Sammlung ohne weiteres mit etlichen Anekdoten aus meinem eigenen Berufsleben erweitern.

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161 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 107 Rezensionen

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Der Abgrund in dir

Dennis Lehane , Steffen Jacobs , Peter Torberg
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070392
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Moment sind ja Storys sehr in, in denen sich der Ehepartner als jemand ganz anderes entpuppt, als man dachte. Auch in „Der Abgund in dir“ geht es um einen solchen Fall. 


Das Leben der Journalistin Rachel Childs ist nach einem traumatischen Arbeitsaufenthalt auf Haiti von Angstattacken geprägt. Ihr Ehemann hat Verständnis für ihre Situation und ist ihr eine große Stütze. Leider muss er beruflich bedingt viel ins Ausland reisen. Eines Tages bekommt Rachel Zweifel an diesen Auslandsaufenthalten und sie folgt ihm. Von diesem Tag an ist nichts mehr wie es war...
Das Buch ist unglaublich spannend geschrieben und voller überraschender Wendungen, ein echter Pageturner. Die ersten zwei Drittel sind auch sehr realistisch, alles hätte sich tatsächlich so zutragen können und ich konnte mich gut in Rachel hineinversetzen. Im letzten Drittel hatte ich allerdings das Gefühl, nicht mehr über Rachel Childs, sondern über Superwoman zu lesen. Die eben noch von Angstattacken geplagte Rachel, die nicht in der Lage war, die Wohnung zu verlassen, entwickelt plötzlich die Fähigkeiten einer Superspionin. Die Handlung ist ausgesprochen packend, aber es fehlte mir am Schluss doch ein wenig der Realitätsbezug. Trotzdem habe ich die Lektüre genossen und kann sie Krimifans empfehlen.

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90 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 66 Rezensionen

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Als die Tage nach Zimt schmeckten

Donia Bijan , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 06.07.2018
ISBN 9783548290393
Genre: Romane

Rezension:

Die achtzehnjährige Noor und ihr Bruder werden vom verwitweten Vater zum Studium in die USA geschickt, weil er für sie in ihrem Heimatland Iran keine Zukunft sieht. Obwohl es am Anfang sehr schwer für sie ist, lebt Noor sich gut ein, heiratet und bekommt eine Tochter. Jahre später findet Noor ausgerechnet an ihrem Hochzeitstag heraus, dass ihr Mann sie betrügt. Daraufhin beschließt sie, mit ihrer Tochter Lily, inzwischen ein Teenager, für einen Besuch nach Teheran zurückzukehren, wo ihr Vater Zod immer noch ein Restaurant, das Café Leila, betreibt.
Lily ist alles andere als begeistert von dem Gedanken, Kalifornien für den Sommer zu verlassen und will zunächst nichts von der fremden Kultur und den ihr unbekannten Menschen wissen. Für Noor tauchen Kindheitserinnerungen auf, schöne und weniger schöne. In diesem zweiten Teil des Romans schwelgt die Autorin seitenweise in Rezepten, Gewürzen und Gerüchen und manche des Szenen gleiten ein wenig ins Kitschige ab. Hier wäre definitiv weniger mehr gewesen. Ich habe mich durch diese Seiten gequält und war kurz davor, das Buch wegzulegen.
Doch dann wird die Handlung wieder interessanter. Wir erfahren die schlimmen Umstände von Noors Mutters Tod und dass es um die Gesundheit des Vaters nicht zum Besten steht. Zum Ende des Romans nimmt die Geschichte eine unerwartete Wendung. Alles in allem ein Roman, den man lesen kann, aber nicht unbedingt lesen muss. Ich hatte mir jedenfalls mehr davon versprochen.

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(26)

40 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 24 Rezensionen

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Summer

Monica Sabolo , Christian Kolb
Fester Einband: 253 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 13.08.2018
ISBN 9783458177654
Genre: Romane

Rezension:

Benjamin Wassner ist vierzehn, als seine neunzehnjährige Schwester Summer eines Tages spurlos vom Ufer des Genfer Sees verschwindet. Für Familie Wassner, einer glamouröse Familie, deren Partys legendär sind, ist fortan nichts mehr wie zuvor. Die Freunde ziehen sich zurück als ob das Unglück ansteckend wäre. Am härtesten trifft es Benjamin, dessen Leben völlig aus den Fugen gerät.
Auch 24 Jahre später scheint das Verschwinden der Schwester, von der es nach wie vor keine Spur gibt, immer noch das beherrschende Thema in seinem Leben zu sein. Er hat Albträume, in denen ihm Summer erscheint und Wasser eine große Rolle spielt, er riecht unangenehme Gerüche und ist nicht mehr in der Lage zu arbeiten.
Endlich stellt er sich der Vergangenheit und beginnt auf eigene Faust herauszufinden, wer Summer war und was mit ihr geschah. Viel zu lange hat er die Augen verschlossen vor Dingen, die sich vor seinen Augen abspielten. Dabei muss er feststellen, dass seine Eltern ihm vieles verschwiegen haben. Das Bild des heilen Familienlebens vor Summers Verschwinden bekommt Risse.
Monica Sabolo versteht es sehr gut, atmosphärisch dichte Stimmungen zu beschreiben. Was mich allerdings kolossal gestört hat, sind die unzähligen ungewöhnlichen, teilweise absurden Metaphern und Vergleiche, mit denen der Roman regelrecht überfrachtet ist. Es kommt mir vor, als wollte die Autorin um jeden Preis originell sein. Weniger wäre hier mehr gewesen.
Das Ende des Romans kam für mich überraschend, doch konnte ich die Auflösung, was mit Summer wirklich geschah, nicht wirklich nachvollziehen.

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(10)

12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

Todeskäfig

Ellison Cooper , Sybille Uplegger , Peter Lontzek
Audio CD
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 10.08.2018
ISBN 9783957131379
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sayer Altair ist eine außergewöhnliche Frau: sie ist nicht nur Neurowissenschaftlerin, sondern auch FBI-Agentin. Den Tod ihres Verlobten im Einsatz verdrängt sie durch Arbeiten bis zum Umfallen. Ihr neuester Fall lässt ihr allerdings auch keine Zeit für Verschnaufpausen. In einem leerstehenden Haus wird die Leiche eines jungen Mädchens gefunden, das in einem Käfig gefangengehalten wurde und jämmerlich verdurstete. Da es sich um die verschwundene Tochter eines Politikers handelt, stehen Sayer und ihr Team unter besonderem Druck, den Fall schnellstmöglich aufzuklären. Dann wird bekannt, dass der Mörder ein weiteres Mädchen in seiner Gewalt hat. Die Uhr tickt. Kann das Mädchen noch rechtzeitig gefunden und gerettet werden?
Bald finden die Ermittler heraus, dass der Killer besessen von Zwillingen ist und seine Opfer unter bewusstseinserweiternde Drogen setzt. Außerdem scheint er viel von Medizin zu verstehen. Als DNA-Spuren gefunden werden, scheint der Fall klar...
„Der Todeskäfig“ ist ein ausgesprochen spannendes (Hör-)Buch, das im Übrigen hervorragend von Peter Lontzek gesprochen wird.
Ellison Cooper schafft es, die Spannung bis zuletzt auf einem hohen Niveau zu halten und sorgt immer wieder für überraschende Wendungen. Nur gegen Ende wurde es mir dann ein wenig zu viel: Sayer Altair isst und schläft nicht, wird angeschossen und schafft es trotzdem, praktisch einhändig den Täter zur Strecke zu bringen. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Bezug zur Realität gewünscht. Trotzdem gute Unterhaltung für Krimifans.

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(99)

144 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 90 Rezensionen

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Königskinder

Alex Capus
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 20.08.2018
ISBN 9783446260092
Genre: Romane

Rezension:

„Königskinder“ erzählt eine Geschichte innerhalb der Geschichte. In der Rahmenhandlung beschließen Max und Tina, ein Schweizer Ehepaar, die landschaftlich schönere, aber gesperrte Route über einen Alpenpass zu befahren. Aufgrund eines plötzlichen Wintereinbruchs bleiben sie im Schnee stecken und müssen die Nacht im Auto verbringen. Um die Zeit zu verkürzen, beginnt Max, eine Geschichte zu erzählen. Sie handelt vom armen Waisenjungen Jakob, der sich in der Schweiz des 18. Jahrhunderts in die Bauerntochter Marie verliebt. Da Jakob kein standesgemäßer Bewerber ist, versteht es Maries Vater zunächst, die beiden zu trennen, doch das Schicksal führt sie nach einigen Irrungen und Wirrungen wieder zusammen.
Jakob arbeitet mittlerweile als Kuhhirte in der Nähe von Versailles, wo sich die Schwester des französischen Königs einen idyllischen Bauernhof hat bauen lassen. Da die bisherigen Kuhhirten mit den Schweizer Kühen nicht zurecht kamen, fordert sie Jakob an. Doch Jakob kann seine Marie nicht vergessen und würde lieber heute als morgen in die Heimat zurückkehren.
Interessant an diesem Erzählstrang sind die geschichtlichen Bezüge. So erfährt man von dem Ausbruch des Vulkans Laki auf Island im Jahr 1783, in dessen Folge Europa eine Eiszeit erlebte, vom Flug der ersten Montgolfiere sowie den Anfängen der französischen Revolution. Die Sprache dieser Geschichte von Jakob und Marie erinnert an ein Märchen, ist opulent und ausschweifend und manchmal ein wenig kitschig, wie Tina ganz richtig anmerkt. Stellenweise gerät die Erzählung auch ein wenig langatmig. Nichtsdestotrotz empfinde ich „Königskinder“ als intelligenten, unterhaltsamen und virtuos erzählten Roman. 

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(60)

94 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 57 Rezensionen

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Der Blumensammler

David Whitehouse , Dorothee Merkel
Fester Einband: 346 Seiten
Erschienen bei Tropen, 30.08.2018
ISBN 9783608503739
Genre: Romane

Rezension:

David Whitehouse ist mit „Der Blumensammler“ wirklich ein ganz besonderer Roman gelungen.
Als erstes lernen wir Professor Cole kennen, einen Meeresforscher, der um ein Haar in seinem U-Boot den Tod gefunden hätte, wäre ihm nicht das Schicksal in Form eines Wals zu Hilfe geeilt.
Danach treffen wir Dove, einen jungen Mann, der im London der Gegenwart lebt. Dove wird als Einzelgänger beschrieben, der in einem Notruf-Callcenter arbeitet. Als Kind wurde er von dem älteren Ehepaar Len und Maud adoptiert, wer seine leiblichen Eltern sind, weiß er nicht. Seine oft schwer kontrollierbaren Wutanfälle führt er auf seine Gene zurück. Dove leidet an starken Kopfschmerzen und erinnert sich an Dinge, die er gar nicht selbst erlebt hat.
Im nächsten Handlungsstrang geht es um Peter Manyweathers, der in Brooklyn im Jahre 1983 eine Reinigungsfirma betreibt. Bei der Reinigung der Wohnung einer Verstorbenen entdeckt Peter eine seltene Blume, was sein Interesse an Botanik weckt. Fortan verbringt er jede freie Minute in der Bücherei, um sein Wissen über seltene Pflanzen zu erweitern. In einem Buch findet er einen Liebesbrief, in dem von sechs extrem seltenen Pflanzen die Rede ist. Peter beschließt, auf die Suche nach diesen Pflanzen zu gehen. Er lernt einen anderen Botanikinteressierten, den Dänen Hens Berg, kennen, und gemeinsam brechen sie zu abenteuerlichen Reisen auf, auf denen es mehr als einmal zu gefährlichen Situationen kommt. Peter stellt außerdem fest, dass Hens nicht der gute Freund ist, für den er ihn gehalten hat...
Erst ganz am Schluss werden die Handlungsstränge miteinander verknüpft und die Zusammenhänge werden klar.
„Der Blumensammler“ ist ein spannender, kurzweiliger und interessanter Roman von überbordender Fantasie, der im übrigen hervorragend ins Deutsche übersetzt ist. Ich habe ihn an einem Wochenende verschlungen. Absolute Leseempfehlung!

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205 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 133 Rezensionen

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Ins Dunkel

Jane Harper , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.07.2018
ISBN 9783499274732
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als Teambuilding-Maßnahme werden 5 Frauen und 5 Männer einer australischen Firma übers Wochenende nur mit Kompass und Taschenlampe bewaffnet in die Wildnis geschickt. Die Männer- und Frauengruppen sind getrennt unterwegs. Die Männer kommen nach ein paar Tagen pünktlich zum Treffpunkt zurück, von den Frauen fehlt zunächst jede Spur. Als sie endlich eintreffen, fehlt eine von ihnen, Alice Russell.
Wie sich herausstellt, ist Alice Informantin der Polizei, die der Firma wegen Geldwäschegeschäften auf der Schliche ist. Alice soll den Ermittlern Kopien von Verträgen liefern, mit denen sie die Firma überführen könnten.
Akribisch wird die Wanderung der Frauen durch den Dschungel erzählt. Bald kommen die fünf vom Weg ab und der Leser erfährt, dass es gewaltige Spannungen untereinander gibt, die zum Teil schon Jahrzehnte alt sind. Es bleibt nicht bei verbalen Auseinandersetzungen, die Aggressionen entladen sich sogar in Handgreiflichkeiten.
Alice, die aus privaten Gründen so schnell wie möglich zurück nach Melbourne will, hält es in der Gruppe nicht mehr aus und bricht allein auf.
Trotz umfangreicher Suchmaßnahmen wird sie tagelang nicht gefunden. Die Presse stürzt sich auf den Fall, denn Alice verschwand in einem Gebiet, in dem vor Jahren mehrere junge Frauen ermordet wurden. Zwar ist der damalige Täter nicht mehr am Leben, doch sein Sohn gilt als verschollen. Hat er womöglich Alice auf dem Gewissen?
Eigentlich ist das Thema durchaus spannend, doch dass jeder noch so kleine Schritt der Frauen im Detail beschrieben wird, zieht den Roman unnötig in die Länge, so dass streckenweise die Spannung verloren geht. Auch die vielen Nebenschauplätze haben mich gestört. Insgesamt kein schlechter Krimi, aber ich hatte mir mehr davon versprochen.

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36 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

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Ida

Katharina Adler , Petra Morzé
Audio CD
Erschienen bei Argon, 25.07.2018
ISBN 9783839816523
Genre: Romane

Rezension:

Bereits als junges Mädchen leidet Ida an allerlei Krankheiten: Husten bis hin zur Sprachlosigkeit, Magenbeschwerden, ein taubes Bein. Krankheiten scheinen in der Familie Bauer einen großen Stellenwert einzunehmen, auch Mutter und Vater sind ständig krank. Als Ida dann von einem Bekannten der Familie belästigt wird und sie sich der Mutter anvertraut, glauben die Eltern Ida nicht und schicken sie zur Behandlung ihrer physischen und psychischen Leiden zu Dr. Freud.
Die Sitzungen bei Freud haben meine Geduld auf eine harte Probe gestellt. Egal, was Ida ihm erzählt, alles interpretiert er in Richtung Sexualität. Wenn sie einige der absurden Auslegungen Freuds vehement ablehnt, so erklärt er dies damit, dass sie sich des Sachverhalts lediglich nicht bewusst ist. Gottseidank bricht Ida die „Kur“ ab.
Zu Beginn des (Hör-)Buchs kommt Ida im Alter von 58 Jahren nach ihrer Flucht aus dem von Nazis besetzten Europa in den USA an, wo ihr Sohn schon seit längerem lebt. Ida hat kein gutes Wort für ihn und seine Frau, sie mäkelt an allem herum und ist mir äußerst unsympathisch.
Im Laufe des Buchs wird anhand von Rückblenden Idas Leben erzählt und ich habe mehr Verständnis dafür entwickelt, warum sie so geworden ist.
Die Geschichte springt von einer Zeit zur nächsten und da ich das Buch als Hörbuch gehört habe, war dies nicht immer einfach zu verfolgen. Auch war mir zunächst die Stimme der Sprecherin nicht angenehm, doch bereits bei der 2. CD hatte ich mich an die österreichische Färbung gewöhnt.
Alles in allem fand ich Idas Geschichte sehr interessant, vor allem hat es mir gut gefallen, dass die Autorin den politischen Ereignisse der damaligen Zeit einen hohen Stellenwert eingeräumt hat. Das Buch ist keine leichte Kost und Freuds Therapie hat mich zur Weißglut getrieben, trotzdem würde ich die Lektüre empfehlen.

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152 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 95 Rezensionen

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Ein unvergänglicher Sommer

Isabel Allende , Svenja Becker
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 13.08.2018
ISBN 9783518428306
Genre: Romane

Rezension:

Wintereinbruch in Brooklyn. Die Menschen sind gehalten, ihre Wohnungen nicht zu verlassen, doch Richards Katze muss dringend zum Tierarzt. Auf dem Rückweg gerät sein Wagen ins Rutschen und beschädigt das vor ihm fahrende Fahrzeug. Der Fahrerin, einer jungen Latina, kann er gerade noch seine Visitenkarte überreichen, bevor sie davonfährt. Später am Abend steht sie vor seiner Tür. Ursprünglich hatte sie nur Angst vor ihren Arbeitgebern, weil sie das Auto ohne Erlaubnis ausgeliehen hatte, doch jetzt hat sie festgestellt, dass eine Leiche im Kofferraum liegt.
Richard ist mit der Situation überfordert und wendet sich an seine chilenische Untermieterin Lucia. Gemeinsam beschließen sie, die Leiche und den Wagen loszuwerden. Der Plan ist, beide in einem See zu versenken.
Trotz Schneegestöbers brechen sie zu dritt Richtung Norden auf. Unterwegs beginnen sie damit, sich gegenseitig ihre Lebensgeschichte zu erzählen und sich dabei näherzukommen...
Die vordergründige Geschichte von der Leiche im Kofferraum ist der schwächste Teil der Geschichte. Viel interessanter sind die Schilderungen der bitteren Armut in Guatemala, wo Evelyn, die junge Latina, aufgewachsen ist, die Macht der Narcos und Gangs, die Machenschaften der Menschenhändler. Lucia berichtet von der Gräueln der Militärdikatatur mit den vielen Verschwundenen und auch Richard hat in seinem Leben schon manches erlebt.
Allendes Sprache ist bildhaft und eindrücklich, allerdings finde ich, dass sie in dieses Buch ein bisschen zu viel an Informationen gepackt hat. Die sich entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Lucia und Richard hat mir gefallen, die Odyssee mit der Leiche im Kofferraum und die Lösung dieses Problems weniger.
Ein unvergänglicher Sommer ist ein durchaus lesenswertes Buch, aber restlos begeistern konnte es mich nicht.

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214 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 123 Rezensionen

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Das rote Adressbuch

Sofia Lundberg , Kerstin Schöps
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.08.2018
ISBN 9783442314997
Genre: Romane

Rezension:

Die 96jährige Doris ist geistig noch voll auf der Höhe, doch aufgrund ihrer körperlichen Gebrechen ans Haus gefesselt. Sie lebt ein sehr einsames Leben, hat nur Kontakt zu ihren Pflegerinnen und der einzigen lebenden Verwandten, der Großnichte Jenny, die mit ihrer Familie in den USA lebt. Mit ihr skypt sie einmal pro Woche. Nach diesen Gesprächen, in denen sie Einblick in das laute, lebhafte Familienleben von Jenny erhält, ist ihr die Stille in ihren eigenen vier Wänden noch mehr bewusst.
In ihrer Kindheit bekam Doris von ihrem Vater ein rotes Adressbuch geschenkt, das sie wie einen Schatz ihr ganzes Leben aufbewahrt hat. Die darin enthaltenen Namen sind fast alle durchgestrichen mit dem Vermerk „tot“. Sie beschließt, ihr Leben und ihre Verbindung zu diesen Menschen für Jenny aufzuschreiben. Der Leser erfährt von ihrem harten und abenteuerlichen Leben, das sie von ihrer Heimat Stockholm nach Frankreich, Amerika, England und wieder zurück nach Schweden führt.
Dabei wechselt die Perspektive von Doris als junger Frau zurück zu der gebrechlichen Doris der Jetztzeit, die eigentlich nur noch auf den Tod wartet. Doris’ Lebensgeschichte ist spannend und geprägt von der Begegnung mit Allan, der Liebe ihres Lebens, den sie in den Wirren des zweiten Weltkriegs aus den Augen verloren, doch nie vergessen hat.
„Das rote Adressbuch“ ist ein melancholischer und sehr berührender Roman, dessen Ende für meine Begriffe zwar ein bisschen dick aufgetragen ist, was dem Lesegenuss aber keinen Abbruch tut. Ich habe ihn jedenfalls verschlungen.

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

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Nichts ist verziehen

Ninni Schulman , Susanne Dahmann
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 27.07.2018
ISBN 9783404176977
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Klassentreffen nach 30 Jahren und alle kommen. Die Starken, die die anderen schikanierten, deren Opfer und alle anderen. Wie damals bei ihrem Abschlussfest findet das Treffen in der Hütte ihres ehemaligen Lehrers Sune statt. Sogar eine Gespensterwanderung wie damals ist vorgesehen.
Zu vorgerückter Stunde, als sie zu der Wanderung aufbrechen, sind alle schon ziemlich betrunken. Dann wird eine übel zugerichtete Leiche gefunden. Es handelt sich um Jack, einen der Anführer aus der Schulzeit, der mittlerweile eine bescheidene Karriere als Teilnehmer in einer Realityshow gemacht und von dem Plan gesprochen hat, demnächst seine Memoiren zu veröffentlichen. Wer hat ihn genug gehasst, um ihn zu ermorden? War das geplante Buch der Grund, weshalb er sterben musste? Der Kreis der Verdächtigen ist groß, da Jack keine sehr nette Person war. Doch dann geschehen weitere Todesfälle...
Die Idee des Buchs fand ich spannend, doch die Umsetzung war für meine Begriffe nicht sehr gelungen. Der Anfang des Buchs liest sich wie ein Telefonbuch, unzählige Namen, die es auseinanderzuhalten gilt. Neben den Ermittlungen zu den Mordfällen gibt es jede Menge Nebenschauplätze: untreue Ehepartner, Eifersucht, unerfüllter Kinderwunsch, Alkoholprobleme und damit einhergehende Gedächtnislücken, um nur ein paar zu nennen. Die Autorin streut jede Menge falsche Spuren, was in einem Krimi ja nichts Ungewöhnliches ist, doch manche davon sind wirklich absurd.
Was mir das Lesen dieses Krimis zusätzlich erschwert hat, ist, dass immer wieder ohne irgendwelche Erklärungen auf Personen und alte Geschehnisse Bezug genommen wird, was ziemlich nervt, wenn man, wie ich, die Vorgängerbände nicht kennt.
Für mich war dieses Buch ziemlich mühsam zu lesen, auf keinen Fall der spannende Krimi, den ich erwartet hatte.

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(69)

90 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 63 Rezensionen

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Kampfsterne

Alexa Hennig von Lange
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 09.10.2018
ISBN 9783832197742
Genre: Romane

Rezension:

Das Buch handelt vor allem von zwei Familien, die in den 1980er Jahren in einer Vorortsiedlung in ihren kleinen, schön eingerichteten Häusern mit hübschen Gärten irgendwo in Deutschland leben. Allen geht es materiell gut, die Männer arbeiten, die Frauen sind zuhause und widmen sich ihren Kindern und Hobbies. Nach außen die absolute Idylle, doch wenn man hinter die Kulissen blickt, sieht es ganz anders aus.
Jedes Kapitel wird von einem anderen Familienmitglied erzählt, oft werden dieselben Szenen aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert. Rita, eine durch und durch verbitterte und berechnende Frau vergleicht sich und ihr Leben ständig mit anderen. Sie hat einen erfolgreichen Mann (zu schwach, kein Rückgrat, langweilig in seinen Cordanzügen) und zwei Kinder. Das Mädchen ist nicht so hübsch wie die Nachbarstochter Lexchen, weshalb Rita Lexchen regelrecht hasst. Der Sohn ist in sich gekehrt und Rita weiß nichts mit ihm anzufangen. Mutterliebe scheint Rita fremd. Ganz anders Ulla, die mit ihren beiden Töchtern Lexchen und Cotsch ein beinahe symbiotisches Verhältnis hat. Ihr Mann Rainer neigt dazu auszurasten und schlägt sie sogar vor den Töchtern. Da sie um nichts in der Welt so schwach und unterwürfig wie ihre Mutter sein möchte, schläft sich Cotsch durch die Reihen ihrer Verehrer, nur um sie danach schnellstmöglich wieder loszuwerden. Lexchen wiederum ist der reinste Sonnenschein, ein immer gutgelauntes kleines Mädchen, das mit seinen acht Jahren noch aussieht wie fünf.
Die Interaktion zwischen all diesen Menschen ist äußerst spannend. Im Laufe des Romans entdeckt man neue Seiten an ihnen, sie entwickeln sich weiter, oft in eine andere ganz Richtung als gedacht. Für mich ein Lesehighlight dieses Sommers!

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(216)

313 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 186 Rezensionen

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Der Kreidemann

C.J. Tudor , Werner Schmitz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 29.05.2018
ISBN 9783442314645
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Alter von 12 Jahren erlebt Eddie einen Albtraum. Auf dem Jahrmarkt erlebt er hautnah einen schrecklichen Unfall mit, bei dem ein junges Mädchen verstümmelt wird. Zusammen mit Mr. Halloran, der, wie sich herausstellt, im nächsten Schuljahr an seiner Schule unterrichten wird, leistet Eddie erste Hilfe.
Mr. Halloran erzählt ihm von Kreidezeichen, die er mit seinen Freunden in der Kindheit als Kommunikationsmittel verwendete. Eddie gefällt die Idee und er beginnt, mit seinen Freunden ebenfalls auf diese Weise zu kommunizieren. Eines Tages tauchen Kreidezeichen auf, die die Jungen direkt in den Wald zu einer Leiche führen...
Schnell gerät Mr. Halloran als Verdächtiger ins Visier der Leute, doch Eddie weiß etwas, was die anderen nicht wissen, nur traut er sich nicht, darüber zu reden.
30 Jahre später, Eddie lebt inzwischen mit einer Untermieterin immer noch im Haus seiner Kindheit, tauchen wieder mysteriöse Kreidezeichen auf...
Die Sunday Times lobte diesen Debütroman über den grünen Klee („Wenn Sie dieses Jahr nur ein Buch lesen – lesen Sie dieses!“), dieser Lobeshymne kann ich mich nicht ganz anschließen. Die Story liest sich flüssig und ist trotz einiger Längen spannend und auch durchaus humorvoll. Was ich nicht so mag, ist, wenn sich im Nachhinein vieles anders herausstellt, als es ursprünglich dargestellt wurde. Das Ende ist allerdings richtig gut gelungen. Auf jeden Fall ein unterhaltsamer Roman!

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128 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 92 Rezensionen

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Ans Meer

René Freund
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 14.05.2018
ISBN 9783552063631
Genre: Romane

Rezension:

Anton wollte schon als Kind Busfahrer werden und hat sich diesen Traum erfüllt. Nur dass ihm sein Beruf inzwischen nicht mehr wie ein Traumberuf vorkommt. Tagein, tagaus, fährt er dieselbe Route mit denselben Leuten. Immerhin hat er den Schülern beigebracht zu grüßen.
Doch eines Tages äußert die krebskranke Carla den Wunsch, noch einmal nach Italien ans Meer zu fahren, an den Ort ihrer Kindheit. Anton, der gerade Liebeskummer hat, weil er auf dem Balkon seiner Nachbarin Doris, in die er verliebt ist, ein Männerhusten gehört hat, und darüber hinaus davon ausgeht, dass er sowieso bald gekündigt wird, beschließt kurzerhand, über seinen eigenen Schatten zu springen und mit dem Linienbus nach Italien zu fahren. An Bord alle Passagiere, die Lust haben mitzukommen.
Dabei ist unter anderem auch die senile Frau Prenosil, die sich während der Fahrt einnässt und beim ersten Halt auf einer Raststätte beschließt, auf der Autobahn spazieren zu gehen. Lustig? Na ja.
Der Vater von zwei Kindern, die ebenfalls mit von der Partie sind, ortet das Handy der Kinder und schaltet die Polizei ein, die prompt mit einem Großeinsatz Jagd auf den Bus macht. Doch Anton und seine Passagiere schaffen es mit Hilfe von Doris, die – den modernen Ortungsdiensten sei Dank – inzwischen auch zu der Gruppe gestoßen ist, Carlas letzten Wunsch zu erfüllen und das Meer zu erreichen.
Die Geschichte dieses 140 Seiten langen Märchens für Erwachsene hört sich ganz amüsant an, doch leider hält sie nicht, was sie verspricht. Ich zumindest bin von der Lektüre enttäuscht. Das Buch ist nicht schlecht, aber die Idee nicht wirklich neu: ein Roadtrip, bei dem nicht nur Anton, der Busfahrer, über sich hinauswächst und sich verändert, sondern auch seine Passagiere ein Gefühl des Miteinanders entwickeln. Ich hätte mir allerdings ein bisschen mehr Tiefgang gewünscht.

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(67)

82 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

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Helle Tage, helle Nächte

Hiltrud Baier
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 25.07.2018
ISBN 9783810530387
Genre: Romane

Rezension:

Die über 70jährige Anna, die nach ihrer Pensionierung an den beschaulichen Ort ihrer Kindheit auf der schwäbischen Alb zurückgezogen ist, erfährt, dass sie Krebs hat. Da sie die Behandlungen schlecht verträgt, beschließt sie, diese abzubrechen und sich in das Unvermeidliche zu fügen. Doch vor ihrem Tod will sie noch reinen Tisch machen. Viel zu lange trägt sie schon ein Geheimnis mit sich herum. Deshalb tritt sie mit einer ungewöhnlichen Bitte an ihre Nicht Frederike heran: Diese soll einen Brief nach Lappland bringen und ihn dort persönlich einem gewissen Petter übergeben.
Frederike, die sich nach der Scheidung von ihrem Mann erst einmal eine Auszeit genommen hat, findet die Bitte im Zeitalter moderner Kommunikation zwar seltsam, da sie aber merkt, wie wichtig es ihrer Tante ist, sagt sie schließlich zu.
Frederike hat keine Ahnung, wer Petter ist, und Anna will sich nicht näher dazu äußern. Schon auf der Fahrt in den Norden wundert sich Frederike darüber, wie gut sie Schwedisch versteht. Erinnerungen an einen Sommer während ihrer Kindheit steigen in ihr hoch.
In Lappland angekommen, überreicht sie den Brief in der Absicht, sich so schnell wie möglich wieder auf die Heimreise zu machen. Am nächsten Morgen ist Petter ohne Erklärung verschwunden und Frederike sitzt mitten in der Einsamkeit Lapplands fest. Schlechtes Wetter und unpassende Ausrüstung machen die erste Zeit zur Herausforderung, doch dann beginnt Frederike immer mehr, sich mit der Situation abzufinden und die wunderschöne Gegend zu erkunden und zu genießen. Ohne Ablenkungen der modernen Zivilisation beginnt sie, sich mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Als Petter schließlich zurückkommt, ist sie eine andere als zuvor.
Hiltrud Baier, die selbst aus Süddeutschland stammt und in Lappland verheiratet ist, hat mit „Helle Tage, helle Nächte“ einen sehr schönen, entschleunigten Roman geschrieben, in dem sie dem Leser die Stille und menschenleere Schönheit Lapplands nahebringt. Auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und die Frage „Was zählt im Leben?“ sind wichtige Themen. Ein berührender Roman, der mir gut gefallen hat.

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(151)

228 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 133 Rezensionen

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Miss Gladys und ihr Astronaut

David M. Barnett , Wibke Kuhn
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 28.05.2018
ISBN 9783548289540
Genre: Romane

Rezension:

Zuerst hat mich der Titel des Buchs ein wenig abgeschreckt, und auch das Coverbild: ein kleiner Astronaut in einer großen Teetasse. Es ist zwar ein echter Hingucker, aber beides kam mir ein wenig albern vor. Doch dann fing ich an zu lesen und war sofort begeistert.
Tom Major ist ein alter Griesgram, der sich nur deshalb ins All schießen lässt, weil er niemanden auf der Welt hat. Von seiner Familie lebt keiner mehr, und als sich seine Frau von ihm scheiden lassen will, ist das der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Die Medien sind begeistert, dass sich am Todestag von David Bowie ein „Major Tom“ für die Marsmission meldet.
Durch Zufall lernt Major am (Satelliten-)Telefon die alte Dame Miss Gladys kennen, die Alzheimer hat. Als sie ihren Enkelkindern James und Ellie von dem Telefonat mit dem Astronauten erzählt, glauben diese ihr natürlich nicht. Nach und nach lernt man die Lebensgeschichten von Tom und Miss Gladys und ihrer Familie kennen. Obwohl vieles tragisch ist, was sie erlebt haben, ist die Geschichte auch teilweise urkomisch und herzerwärmend.
Durch die Bekanntschaft mit Miss Gladys und ihren Enkeln entwickelt Tom Major plötzlich Empathie mit anderen Menschen, ein Gefühl, das ihm, zumindest in den letzten Jahren, fremd war. Er wächst über sich selbst hinaus, wagt sich sogar an die Reparatur einer Satellitenschüssel, für die ein Weltraumspaziergang erforderlich ist. Nicht, weil sein Arbeitgeber, die britische Space Agency, nur so mit ihm in Kontakt bleiben kann, sondern weil Miss Gladys’ Enkel James dringend seine Hilfe benötigt...
Ein Buch, das mich ein wenig an "Ein Mann namens Ove" erinnert und mir von der ersten bis zur letzten Seite großen Spaß gemacht hat.

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287 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 133 Rezensionen

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Das Haus der Mädchen

Andreas Winkelmann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 26.06.2018
ISBN 9783499275166
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

An ihrem ersten Abend in Hamburg lernt Leni ihre Zimmernachbarin Vivien kennen, die wie sie ein Zimmer über die Internetplattform BedtoBed.com gemietet hat. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein, Leni, ein schüchternes Mädchen aus der Kleinstadt, und die aufgetakelte Vivien, deren Ziel es ist, sich in Hamburg einen reichen Mann zu angeln. Trotzdem freunden sie sich an. Als Vivien plötzlich verschwindet, schrillen bei Leni alle Alarmglocken, da sie für den Abend mit Vivien verabredet war.
Sie geht zur Polizei, wo sie zunächst nicht ernst genommen wird, doch dann stellt sich heraus, dass Vivien nicht die erste junge Frau auf Besuch in Hamburg ist, die spurlos verschwindet.
Ein Obdachloser war Zeuge eines Mordes, die Polizei glaubt, dass es einen Zusammenhang zwischen den vermissten Mädchen und diesem Mordfall gibt. Obwohl der Mann im Visier des Mörders ist, beteiligt er sich an der Suche nach Vivien, nachdem er Leni kennengelernt hat. Hat der Chef des Verlags, in dem Leni ein Praktikum macht, etwas mit der Sache zu tun? Immerhin besitzt er einen weißen Kastenwagen wie ihn der Mörder gefahren ist. Oder der wohlhabende Hausbootbesitzer ten Damme, mit dem Vivien sich am Abend vor ihrem Verschwinden getroffen hatte?
Das Haus der Mädchen ist ein spannender und richtig gut konstruierter Krimi, der bis zum Schluss für Überraschungen sorgt. Nichts frustriert mich mehr als ein Krimi, dessen Ende so absurd und unglaubwürdig ist, dass es mir das gesamte Buch vergällt. Dies ist hier ganz und gar nicht der Fall. Für mich war das der erste Krimi von Andreas Winkelmann, aber sicher nicht der letzte.

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