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101 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

tod, trauer, verlust, roman, 70er jahre

Ein fauler Gott

Stephan Lohse
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 06.03.2017
ISBN 9783518425879
Genre: Romane

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Rätselhafte Natur

Dr. Rainer Köthe
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Frederking & Thaler, 01.03.2015
ISBN 9783954161652
Genre: Sonstiges

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26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

flüchtling, flüchtlinge, ozean, australien, flüchtlingslager

Wenn nachts der Ozean erzählt

Zana Fraillon , Claudia Max
Fester Einband
Erschienen bei cbt, 27.02.2017
ISBN 9783570164761
Genre: Jugendbuch

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

tier, fachbuch, leben in der natur, nachahmen, wald

Der Geschmack von Laub und Erde

Charles Foster , Gerlinde Schermer-Rauwolf , Robert A. Weiß
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei MALIK, 12.01.2017
ISBN 9783890292625
Genre: Sachbücher

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92 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

alter, liebe, tod, frankreich, liebe im alter

Und jetzt lass uns tanzen

Karine Lambert , Pauline Kurbasik
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Diana, 06.03.2017
ISBN 9783453291911
Genre: Liebesromane

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8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands

Salvatore Basile , Elvira Bittner
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 13.03.2017
ISBN 9783764506001
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

Ein junger Mann, der vergessen hat, was es heißt, geliebt zu werden.
Eine junge Frau, die einen Pakt mit dem Schicksal geschlossen hat.
Gemeinsam überwinden sie alle Hindernisse und holen sich die Hoffnung zurück.


Zum Inhalt:

„... Michele schlug das rote Heft zu, nachdem er es immer wieder gelesen hatte. Seine Kinderschrift, die kleinen, längst vergessenen Episoden, hatten ihn in eine von Nebeln verhangene Zeit zurückversetzt. Er hatte sich nicht wiedererkannt in diesen Seiten, die er vor mehr als zwanzig Jahren geschrieben hatte. Als hätte dieser Junge, der genauso hieß wie er selbst und im selben Haus gewohnt hatte, nie existiert. Dieser Junge hatte eine Mutter an seiner Seite gehabt. Michele hingegen hatte fast nur noch Erinnerungen an die Tage, Monate und Jahre nach ihrem Verschwinden. Er schwieg, und der Gedanke, welch vollkommenes Glück das Tagebuch ausstrahlte, grub sich als tiefer Schmerz in ihn ein.“ 
(Buchzitat, Seite 49/50)

Als Michele sieben Jahre alt war, verschwand seine Mutter aus seinem Leben. Vor seinen Augen stieg sie eines Tages in einen Zug und kehrte nie wieder zurück. Warum nur, wie konnte sie ihm so etwas antun? Diese und ähnliche Fragen beschäftigen Michele sein ganzes Leben lang und die tiefe Wunde, die er im Herzen erlitt, wurde immer größer. Der Vater flüchtete sich in den Alkohol. Statt den Jungen in seinem Kummer aufzufangen, entfernte er sich immer mehr von ihm. Michele blieb allein mit seinem Schmerz, den offenen Fragen und seiner Sehnsucht nach der Mutter.

In der Gegenwart ist Michele dreißig Jahre alt und lebt noch immer an dem Ort seiner Kindheit, in einem kleinen Dorf in Italien. Sein Vater ist inzwischen verstorben. Die früheren Erfahrungen haben dafür gesorgt, dass Michele niemals wieder Vertrauen zu Menschen fassen konnte. Er igelte sich in seinem Elternhaus ein und baute um sich herum einen Schutzwall aus verlorenen Gegenständen, die er im Laufe der Jahre im Zug gefunden hatte. Gegenstände können nicht lügen und verletzen, Gegenstände sind verlässlich und bleiben an dem Ort, den man für sie erwählt hat. Sie sind Micheles Burg gegen die Welt da draußen.

Alles ändert sich, als die fünfundzwanzigjährige Elena in sein Leben tritt. Wie ein Wirbelwind fegt sie durch sein Haus und sein Leben, und bringt alles durcheinander. Michele spürt, wie nach und nach Zuneigung für diese Frau in sein Herz schleicht. Doch sein bisheriges Misstrauen richtet sich nicht nur gegen Andere, sondern auch gegen sich selbst. Er spürt, dass er sein Leben ändern muss, sieht sich aber nicht dazu in der Lage. Kurz nach der ersten Begegnung mit Elena taucht völlig überraschend sein Tagebuch aus Kindertagen wieder auf. Dieser Umstand ist Micheles Schlüsselerlebnis für den ersten Schritt, der ihn hinausführt in das Leben außerhalb seiner Schutzmauer der verlorenen Gegenstände. Er weiß, dass Elena recht hat. Michele muss seine Mutter finden, damit er endlich Frieden mit sich machen kann, und sein betäubtes Herz frei wird für andere Menschen und vielleicht auch für die Liebe.

Auch Elena hat in ihrem jungen Leben bereits eine sehr schmerzvolle Erfahrung machen müssen und ist dadurch sehr verletzlich. Obwohl sie sich von Beginn an zu Michele hingezogen fühlt, ist sie doch manches Mal überfordert mit seinen Ängsten und Kümmernissen. Hier haben sich zwei verletzte Seelen gefunden, die einander eine Kraft geben müssen, die sie mitunter nicht aufbringen können. Werden sie es dennoch schaffen? ...

„... Als sie dem wartenden Gast jetzt seinen Kaffee mit Milchschaum servierte, lächelte Elena. Vielleicht war genau dies der Grund für die Liebe, die sie für Michele empfand: Zwei mit derselben Traurigkeit, die sich begegnen, sich erkennen und gemeinsam versuchen, das Traurige in Hoffnung zu verwandeln. Zwei Spatzen mit gebrochenen Flügeln, die zum Himmel fliegen.“ 
(Buchzitat, Seite 115/116)


Mein Fazit:

„Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands“ von Salvatore Basile ist ein äußerst berührender und herzerwärmender Roman über Vertrauen, Hoffnung und die Kraft der Liebe. Das Handlungsgeschehen und auch die Schauplätze sind sehr detailliert beschrieben, und somit entstehen während der Lektüre jede Menge Bilder im Kopf. Die fein ausgearbeiteten Hauptprotagonisten wachsen einem schnell ans Herz und man möchte am liebsten eine schützende Hand über sie legen. Die ruhige Erzählweise mit der wunderbaren Sprache zaubert eine ganz eigene Atmosphäre beim Lesen, die noch lange nachwirkt. Der Autor versteht es ganz ausgezeichnet, die Stimmungen und Emotionen seiner Romanfiguren einzufangen und für den Leser nachspürbar zu machen. Seine feinfühligen Zeilen sind voller Melancholie und Poesie, und unterstreichen die Geschichte noch. Ich liebe es einfach, wenn Autoren derart mit Worten malen können, so wie in diesem Buch.

Neben all diesen Vorzügen gab es für mich allerdings doch einen Kritikpunkt: Der Zufall wurde allzu häufig als Hilfsmittel eingesetzt. Das gilt besonders für den Schluss, der dadurch leider etwas konstruiert daherkommt. Das fand ich sehr schade, weil die so schön aufgebaute Geschichte das eigentlich gar nicht nötig hatte. Ansonsten hatte ich mit diesem Roman auf jeden Fall eine schöne Lesezeit und wäre ziemlich neugierig auf ein weiteres Werk des Autors. Sehr gerne vergebe ich für dieses Debüt vier Sterne! 

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38 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

valparaíso, hamburg, südamerika, schiff, ch: niveau 2016

Der Hydrograf

Allard Schröder , Andreas Gressmann
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Mare Verlag, 04.10.2016
ISBN 9783866482623
Genre: Romane

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

glück, familie, dankbarkeit, hier und jetzt, elamr rassi

Schweineglück

Elmar Rassi
Fester Einband
Erschienen bei Kailash, 27.02.2017
ISBN 9783424631357
Genre: Sachbücher

Rezension:

Klappentext:

Wo bitte geht’s zum Glück? Zur sprudelnden Lebensenergie, zum positiven Grundgefühl, zum Schweineglück? Aus der Hirnforschung wissen wir: Glück ist kein Zufall. Wir selbst können wesentlich dazu beitragen, dass das Glück uns einholt und dauerhaft Einzug in unser Leben hält.
Elmar Rassi musste als Junge aus seiner Heimat Aserbaidschan fliehen. Nachdem ihm in Deutschland ein zweites Leben geschenkt worden war, beschäftigte er sich jahrelang mit den Gesetzmäßigkeiten des Glücks. Aus diesen Forschungen und eigenen Erfahrungen stellt er zehn universelle Glücksregeln auf, die uns helfen, Lebensfreude, Liebe und innere Zufriedenheit zu finden.


Inhalt und Fazit:

Der Autor Elmar Rassi war zwölf Jahre alt, als seine Familie aus seinem Heimatland fliehen und in Deutschland eine neue Zukunft aufbauen musste. Die erste Zeit in Deutschland war alles andere als leicht für den Jungen. Das Land ansich, die Sprache, die Menschen, die Schule, alles war neu und fremd. Aber die Familie fand hier etwas, was die eigene Heimat nicht mehr bieten konnte: Sicherheit. Dessen war sich der junge Elmar Rassi sehr bewusst und der neuen Heimat unglaublich dankbar. So kam es zu der Idee für dieses Buch. Mit „Schweineglück“ möchte der Autor, der im späteren Leben Glückscoach und Motivationstrainer wurde, den Menschen in Deutschland etwas zurückgeben.

Viel zu schnell hetzen wir heutzutage durch unser Leben, getrieben vom Alltag mit seinen Aufgaben und Problemen. Sogar nach Feierabend geht es oft um Ziele und Leistung. Wenn man so manchen ambitionierten Freizeitsportler beobachtet, kann man das direkt beobachten. Ein altes chinesisches Sprichwort besagt „Je stiller du bist, desto mehr kannst du hören.” Die meisten von uns haben verlernt, einfach mal innezuhalten und dabei nicht nur nach außen, sondern auch in sich selbst hineinzuhorchen. Einfach mal nur im Augenblick verweilen und den kleinen Moment der inneren Stille genießen. Und damit wären wir schon bei der ersten von zehn universellen Glückszutaten, auf die der Autor in seinem Buch noch genauer eingeht.

Während der Lektüre wird schnell klar, dass die eine oder andere vermittelte Botschaft eigentlich nicht neu ist. Allerdings schlummert manches arg tief in uns drin und wartet förmlich darauf geweckt zu werden, wie hier durch die Ausführungen des Autors. Beispielsweise erinnert er uns daran, dass Glück absolut nichts mit Besitztum zu tun hat, sehr wohl aber mit innerem Reichtum. Er erklärt außerdem den Zusammenhang von Glück und Dankbarkeit. Denn leider vergessen wir allzu gerne, wofür wir alles dankbar sein müssten, nehmen viel zu viel als selbstverständlich hin und beklagen uns obendrein noch. Dabei müssen wir nur über den eigenen Tellerrand schauen um zu sehen, wie gut es uns eigentlich geht. Aber das sollen nun genug Beispiele gewesen sein.

Elmar Rassi führt den Leser ohne erhobenen Zeigefinger durch sein Buch. Er tut dies mit seinem beruflichen und persönlichen Erfahrungsschatz, bezieht aber auch wissenschaftliche Untersuchungen mit ein. Kleine Geschichten, die teilweise auf eigenen Erlebnissen beruhen, sowie sehr schön ausgewählte Zitate verdeutlichen den Lesestoff und lockern diesen zudem auf. Normalerweise mache ich um Glücksratgeber und ähnliche literarische Angebote einen Bogen. Dieses Buch allerdings machte mich aufgrund der Vergangenheit des Autors neugierig. Der damals zwölfjährige Junge verarbeitete die Flucht aus Aserbaidschan und das Einleben in der neuen Heimat, und obendrein fand er später den Weg zum Glückscoach. Das weckte mein Interesse nicht nur am Buchthema, sondern auch an dem Menschen dahinter. Am Ende des Buches hatte ich einen sympathischen Autor kennengelernt, der seine Thesen mit viel Leidenschaft vertritt und absolut glaubwürdig daherkommt.

„Schweineglück“ kann wirklich ein Wegweiser zum Glück sein, wenn man sich auf die angebotenen Hilfestellungen, Übungen und Tipps einlässt. Die Dosierung der empfohlenen Glückszutaten ist dabei jedem selbst überlassen. Der inhaltlich und optisch sehr gelungene Ratgeber ist für jeden geeignet, der seinem persönlichen Glück einen kleinen oder größeren Anschubser geben möchte. Darüber hinaus ist das Buch auch eine empfehlenswerte Geschenkidee für diejenigen, die vielleicht gerade auf der Schattenseite des Lebens stehen. Ausgesprochen gerne vergebe ich für diese inspirierende Leseerfahrung fünf Sterne!

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

guatemala, liebe, bremen, guatemal, valentina tereschkova

Im Land des ewigen Frühlings: Guatemala-Roman

Christiane Lind
Flexibler Einband: 408 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 29.11.2016
ISBN 9781539826743
Genre: Romane

Rezension:

Auszug aus dem Klappentext:

Guatemala 1902: Verzweifelt erkennt Margarete, dass ihre Liebe zu Juan keine Zukunft hat. Die eigensinnige Tochter eines deutschen Kaffeebauern steht nach ihrer Rückkehr aus Bremen vor dem Ruin. Muss sie die Kaffeefinca durch die Hochzeit mit einem reichen Kaufmann retten?
Zur gleichen Zeit begibt sich Elise widerwillig auf die Reise nach Guatemala. Misstrauisch beäugt sie die ehrgeizigen Pläne ihrer Eltern, einen verborgenen Maya-Tempel zu entdecken. Wie befürchtet nimmt die Expedition durch den mittelamerikanischen Dschungel einen dramatischen Verlauf.
Bremen 2016: „Meine Urgroßmutter hat Ihre Urgroßmutter gerettet.“ Mit diesen Worten stürmt Isabell ins Büro von Fabian, Chef einer Kaffeerösterei. Gemeinsam tauchen sie ein in staubige Archivordner, bewegende Tagebücher und abenteuerliche Reiseberichte. Dabei erfahren sie nicht nur viel über zwei starke Frauen, auch sie selbst finden ihr Schicksal.


Zum Inhalt:

Margarete und Elise sind zwei junge Mädchen von siebzehn und sechzehn Jahren, als sie sich im Jahr 1902 auf der Überfahrt von Deutschland nach Guatemala unter ziemlich außergewöhnlichen Umständen kennenlernen. Margarete war ein Jahr nach Deutschland geschickt worden, weil man sie von ihrer großen Liebe, dem Indio-Jungen Juan, trennen wollte. Eine Liebe, die aufgrund Juans Herkunft nicht sein durfte. Wird der junge Mann, so wie versprochen, auf Margarete warten? Auf keinen ihrer Briefe hatte er geantwortet. Außerdem hat ihr Vater Margarete einem Mann versprochen, den sie niemals akzeptieren kann. Durch diese Hochzeit soll die Finca vor dem drohenden Ruin gerettet werden. Margarete ist verzweifelt und zornig zugleich. Was soll sie nur tun?

Auch Elise ist verzweifelt, wenn auch aus anderen Gründen. Ihre Eltern sind Forscher und waren stets viel auf Reisen, deshalb ist sie bei ihren Großeltern in Bremen aufgewachsen. In ihrem bisherigen Leben hat Elise ihre Eltern kaum zu Gesicht bekommen. Nun aber soll sie Vater und Mutter das erste Mal auf einer Expedition begleiten, gegen ihren Willen. Sie wurde gar nicht gefragt und hat außerdem große Angst vor dieser Reise. Vor dem Dschungel und den wilden Tieren, vor Schlangenbissen, vor Krankheiten und, und, und. Dabei hat das junge Mädchen ein eher verzagtes Wesen, Mut war bisher so gar nicht ihre Stärke. Elise kann nicht verstehen, warum die Eltern sie zu dieser Reise zwingen. Als sie merkt, dass Vater und Mutter in ihrem Forscherdrang falsche Wege einschlagen, kann sie sich nicht mehr zurückhalten.

Über hundert Jahre später, in 2016, hat Isabell gerade eine gescheiterte Ehe hinter sich, als ihre Großmutter Lina sie um Hilfe bittet. Die resolute Lina möchte die Vergangenheit ihrer Großmutter Elise aufarbeiten und vielleicht ein Buch über diese herausbringen. Isabell ist das nur recht, so ist sie zumindest etwas abgelenkt von der Trennung, denn ihr Mann hatte sie bitter enttäuscht. In alten Tagebüchern stoßen sie auf die Verbindung zwischen Elise und Margarete und kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sie tauchen tief ein in die aufregende und bewegende Vergangenheit von zwei jungen Mädchen, die früh erwachsen werden mussten und dabei über sich selbst hinausgewachsen sind. Zwei starke Frauen, die so gar nicht dem klassischen Frauenbild der damaligen Zeit entsprachen. Aber auch Isabells Leben soll sich durch die Nachforschungen von Grund auf verändern. …


Mein Fazit:

In meinen Augen ist dieses neue Buch der Autorin Christiane Lind ein wahrer Geniestreich. Es ist ein rundum gelungenes Werk mit großen Gefühlen, einer glaubwürdigen Handlung, sowie überzeugenden Charakteren, die den Leser sofort für sich einnehmen. In dem immerhin rund vierhundert Seiten starken Buch gibt es keine Längen, die man einfach überblättern möchte, sondern Kapitel um Kapitel ist man an den Inhalt gefesselt und möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Die Schauplätze sind wunderbar und sehr anschaulich dargestellt, so dass während der Lektüre jede Menge Kopfkino gegeben ist. Trotz der vorrangigen Themen Liebe, Leid und Leidenschaft schafft es die Autorin, dass ihr Roman in keinster Weise ins Kitschige verfällt. Ganz im Gegenteil.

Im Vordergrund steht zwar eine emotionale Familiengeschichte, dieser wurde allerdings eine gehörige Portion Abenteuer zugegeben. Es weht quasi ein kräftiger Hauch Indiana Jones durch die Seiten. Auch wenn der Roman fiktiv ist, stützt sich die Autorin auf Fakten und Hintergrundwissen aus der Geschichte Guatemalas, der Maya-Kultur und der Problematik des Kaffeehandels. Obendrein finden in diesem Zusammenhang die Ausbeutung der indigenen Bevölkerung und das Thema Fairtrade Erwähnung. Das hat mir besonders gut gefallen und beweist wieder einmal, wie gründlich und bedacht die Autorin an jedes Buch herangeht. Darüber hinaus gibt es einen informativen Anhang.

Sämtliche Romanfiguren wurden hervorragend ausgearbeitet, doch besonders Margarete und Elise konnten mein Herz gewinnen. Ganz einfach deshalb, weil ich Erzählungen liebe, in denen sich Frauen gegen gesellschaftliche Normen auflehnen. Die Geschichte im Roman umfasst zwei verschiedene Epochen, die immer wieder gewechselt werden. Die Sprünge in die verschiedenen Zeitebenen gestalten sich für den Leser allerdings völlig mühelos und lassen ihn weder den Faden der Handlung, noch die Übersicht verlieren. Kurz und gut: „Im Land es ewigen Frühlings“ ist ein äußerst vielseitiger Roman, der keine Lesewünsche offen lässt. Mit Freude und Begeisterung empfehle ich das Buch weiter und vergebe liebend gern fünf Sterne! 

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

katzen, perserkater, liebesroman, katze, liebe

Verliebt, verlobt, verkatert

Caroline Messingfeld
E-Buch Text: 230 Seiten
Erschienen bei Forever, 18.11.2016
ISBN 9783958181502
Genre: Liebesromane

Rezension:

Buchbeschreibung / Klappentext:

Eigentlich dachte Kater Snowbell, sein Werk wäre getan: Frauchen Joline ist mit ihrem Freund Ben überglücklich und es herrscht Frieden in der Villa Katzenglück. Doch der Schein trügt, denn Jolines beste Freundinnen Jana und Melissa sind auch auf der Suche nach der großen Liebe. Die beiden nerven den Perserkater gewaltig mit ihren amourösen Abenteuern. Und dann kriegen sich Joline und Ben richtig in die Haare, Snowbell wird entführt und muss um sein Leben bangen. Doch Snowbell wäre nicht Snowbell, wenn er nicht auch dieses Chaos wieder in die Pfote bekäme. Immer unterstützt von seiner leicht versnobten Katzenpartnerin Bluebell macht er sich daran, die Harmonie in der Villa Katzenglück wieder herzustellen …

 ***

Inhalt und Fazit:

Nachdem ich bereits „Pfote fürs Leben“ gelesen hatte, war ich gespannt auf diesen neuen Roman von der Autorin Caroline Messingfeld. Ich wurde nicht enttäuscht. Auch in „Verliebt, verlobt, verkatert“ wickelt Kater Snowbell den Leser schnell um seine Pfoten und erobert dessen Herz im Sturm. Der kluge Perserkater ist der eigentliche Hauptprotagonist im Roman, doch auch seine Partnerin, die stolze Bluebell, bereitet viel Lesefreude und hat es faustdick hinter den fellbesetzten Katzenohren.

Allerdings laufen die beiden Samtpfoten den durchaus sympathischen Zweibeinern den Rang ab. Während ich den Erlebnissen und Abenteuern von Snowbell und Bluebell mit Begeisterung folgte, und mich über deren Auseinandersetzungen köstlich amüsierte, blieben die menschlichen Protagonisten für mich ziemlich blass und erschienen mir mitunter zu oberflächlich. Außerdem ließen die Handlungsstränge um die menschlichen Romanfiguren manchmal ein paar Fragen offen, und hätten nach meiner Ansicht hier und da gerne etwas mehr ausgeschmückt werden können.

Doch in erster Linie geht es in diesem Katzenroman um den selbstbewussten Snowbell und seine hochnäsige Lebensgefährtin Bluebell. Sie können zwar nicht ohne einander, aber manchmal fliegen zwischen ihnen auch ganz schön die Fetzen. Jedenfalls sind die beiden Perserkatzen ohne Zweifel die eigentlichen Hausherren in der Villa Katzenglück. Mit viel Witz und kätzischer Raffinesse nutzen sie die ihnen gegebenen Möglichkeiten, um die Geschicke ihrer Lieblingsmenschen Joline und Ben zu lenken. Selbstverständlich verlieren sie dabei ihre eigenen Vorteile nicht aus den Augen, eben ganz nach Katzenart.

Ein kurzweiliges, humorvolles und entspanntes Lesevergnügen, welches Lust auf mehr macht. Denn wer Katzen mag, wird Snowbell und Bluebell lieben. Mehr als einmal habe ich meine eigenen Fellnasen in den beiden wiedererkannt und hatte viel Freude daran, wenn die Autorin sich so wunderbar in die Gedankenwelt ihrer tierischen Protagonisten einfühlte. Insgesamt gesehen vergebe ich hier sehr gerne vier Sterne!

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29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

liebesroman, katzen, katzenvilla, snowbell, felidae

Pfote fürs Leben

Caroline Messingfeld
E-Buch Text: 112 Seiten
Erschienen bei Mondschein Corona Verlag, 19.01.2016
ISBN 9783960680048
Genre: Sonstiges

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

krisenintervention, tod, kriseninterventionsteam (kit), schock, krise

Erste Hilfe für die Seele

Angélique Mundt
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei btb, 11.10.2016
ISBN 9783442714742
Genre: Sachbücher

Rezension:

Klappentext:

Wer hilft, wenn das Leben plötzlich auseinanderbricht? Wenn man gerade den liebsten Menschen verloren hat? Oder bei einem Unfall Schreckliches mitansehen musste?
Angélique Mundt ist Psychologin und arbeitet für das Kriseninterventionsteam Hamburg. Sie steht Menschen unmittelbar nach einer Katastrophe zur Seite, spendet Ruhe, Kraft und Orientierung. Sie leistet erste Hilfe für die Seele. Und vor allem macht sie vor, wie Hilfe in den schlimmsten Momenten unseres Lebens möglich ist.
„Es sind Menschen wie Angélique Mundt, die nicht nur ihren Job machen, sondern mehr geben. Menschlichkeit. Mitgefühl. Ein Stück von sich selbst.“ (Hamburger Abendblatt)


Aus dem Buch:

… Ich versuche, den Menschen in den schwärzesten Stunden ihres Lebens beizustehen. Ich leiste „Erste Hilfe für die Seele“, das ist die Aufgabe der Menschen, die für das KIT, das Kriseninterventionsteam, arbeiten. (Seite 11)

… Oft wünsche ich mir, zu erfahren, was aus ihnen geworden ist. Aus den Menschen, deren Welt wir in tausend Stücke geschlagen haben, als wir ihre Klingel drückten. Aus den Menschen, die ich im Arm gehalten habe. (Seite 39)

… Stumm drückt sie meine Hand. Wir haben wenig über seinen Tod geredet. Dafür über sein Leben. Auch das ist ein Ausdruck von Trauer. Von Dankbarkeit und Wehmut. Und von Liebe. (Seite 77)

… Ich ertrage das Schweigen und die nicht versiegenden Tränen. Es ist auszuhalten. Man kann helfen, die Last zu tragen. Ohne die „richtigen“ Worte. Mit dem Herzen und der Hand. (Seite 128)

… Ich habe erfahren, wie viel schöner das Leben ist, wie viel intensiver die guten Gefühle, wenn ich den Unterschied spüren kann. Wenn ich auch das Negative, Belastende zulasse und als Teil des Lebens respektiere. (Seite 256)



Inhalt und Fazit:

„Erste Hilfe für die Seele“ ist ein zutiefst berührendes Buch voller Herzenswärme und Menschlichkeit. In ihrem beeindruckenden Werk erzählt die Autorin Angélique Mundt über ihre jahrelangen Erfahrungen als KIT-Helferin. Anhand von erlebten Einzelfällen zeichnet sie ein hervorragendes Bild über ihre Tätigkeit, in der sie zahlreichen Menschen mit all ihrem fachlichen Wissen, aber vor allem mit ganz viel Herz zur Seite steht. Sie versucht, das Unbegreifliche begreifbar zu machen und erste Wege aus der empfundenen Dunkelheit aufzuzeigen. Sehr einfühlsam berichtet die Autorin von ihren Einsätzen und macht ihre Erlebnisse für den Leser nachspürbar. Durch das große Einfühlungsvermögen der Autorin liest man ihr Buch trotz des traurigen Themas sehr gerne, und ihre Ehrlichkeit, was die eigene Person angeht, weckt zudem Sympathie.

Wenn der Tod ein Gesicht bekommt, kommen die ehrenamtlichen Kit-Mitarbeiter zum Einsatz. So schnell wie möglich, Tag und Nacht, solange wie nötig, und mit unglaublich viel Fingerspitzengefühl. Eine physisch und psychisch anspruchsvolle Aufgabe, die ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft, Belastbarkeit und Empathie erfordert. Von Kapitel zu Kapitel wird der Respekt vor dieser eindrucksvollen Leistung immer größer und kann letztendlich gar nicht hoch genug geschätzt werden. Das machen die Ausführungen von Frau Mundt sehr deutlich. Eine derartige Aufgabe geht nicht spurlos am eigenen Leben vorbei, öffnet den Blick für die wesentlichen Dinge im Leben und weckt Demut. Auch darauf geht die Autorin mit wunderbaren und nachdenklich stimmenden Worten ein.

Sterben und Tod sind Themen, die unbequem sind und gerne tabuisiert werden. Doch so einfach ist das nicht. Das Leben ist endlich und der Tod klopft irgendwann an jede Tür. Es ist für betroffene Angehörige sehr wichtig, dass sie ihre Trauer ausleben und dem gefühlten Schmerz Raum geben dürfen. Jeder Mensch reagiert anders auf den Tod eines geliebten Menschen und jede Reaktion ist richtig. Durch diese und noch viele andere ratgebende Hinweise kann dieses Buch eine wertvolle Hilfestellung sein für Betroffene, aber auch für diejenigen, die unsicher sind im Umgang mit trauernden Menschen.

Für mich persönlich war diese bewegende und eindringliche Lektüre eine bereichernde Leseerfahrung, die ich nicht missen und die ich jedem unbedingt ans Herz legen möchte. Ein informativer Anhang rundet das großartige Gesamtbild ab. Sehr gerne vergebe ich hiermit überzeugte, respektvolle und dankbare fünf Sterne! 

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57 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

trauer, freundschaft, katze, liebe, tod

Phillips letztes Geschenk

Christiane Lind
E-Buch Text: 186 Seiten
Erschienen bei Amazon Publishing, 08.11.2016
ISBN 9781503997493
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

„Was hat er sich nur dabei gedacht?“ flüsterte Carolin, als ein schwarzes Kätzchen aus dem Transportkorb herauslugte …
Seit ihr Mann gestorben ist, verkriecht sich Carolin in ihrer Trauer und meidet alle Menschen. Überraschend erhält sie eines Tages ein Geschenk, das Phillip noch vor seinem Tod für sie ausgesucht hatte: ein Katzenjunges. Auf Samtpfoten schleicht es sich in ihr Leben und in ihr Herz - obwohl sein Freiheitsdrang sie gehörig auf Trab hält. Beim Suchen lernt Carolin ihre Nachbarn besser kennen und gewinnt langsam neuen Lebensmut. Bis zu dem Tag, als ihr Kätzchen verschwindet, und das, wo der Winter vor der Tür steht!
Ein berührender Roman über Trauer, Liebe und die Kraft der Freundschaft.


Zum Inhalt:

Carolin war schon immer ein Einzelgänger und daher legte sie nie viel Wert auf den Umgang mit anderen Menschen. Auch tiefgehende Beziehungen mit Männern gab es nicht. Phillip war die große Ausnahme. Er akzeptierte Carolin so wie sie war und er verstand es, ihr das Gefühl von Unabhängigkeit zu lassen, das sie offensichtlich brauchte. Er sah Dinge in ihr, die andere nicht sahen und er mochte es, seine junge Frau ganz vorsichtig aus ihrem Schneckenhaus herauszulocken. Phillip und Carolin verband eine Liebe, die auch nach fünf Jahren Ehe unverändert stark war. Dann erkrankt Phillip an Krebs, und beide bangen und hoffen monatelang um sein Leben. Selbst als ihm klar wird, dass er den Kampf nicht gewinnen kann, kämpft Carolin weiter. Bis zum bitteren Ende.

Als Phillip verstirbt, verliert Carolin den Boden unter ihren Füßen und verfällt wieder in die alten eigenbrötlerischen Muster. Sie geht allen Menschen möglichst aus dem Weg, auch denen, die es gut mit ihr meinen. Dann steht eines Tages Anka vor ihrer Tür, eine gute Freundin ihres Mannes. Sie hat ein Geschenk für Carolin, ein Geschenk von Phillip. „Was hat er sich nur dabei gedacht?“ fragt sich Carolin als erstes, als sie das kleine schwarze Kätzchen sieht. Im Laufe der Zeit soll Carolin klar werden, wie wohlüberlegt ihr Mann an dieses letzte Geschenk herangegangen ist. Als das Kätzchen durch ein Versehen entwischt, keimen die tief verwurzelten Verlustängste allerdings sofort wieder auf. Nun ist es ein Kampf gegen sich selbst, den Carolin gewinnen muss, wenn sie dem Katerchen helfen will. …


Mein Fazit:

Mit „Phillips letztes Geschenk“ ist der Autorin eine hinreißende und herzerwärmende Weihnachtsgeschichte gelungen. Durch die Einteilung in vierundzwanzig Kapitel hat man mit diesem Buch sogar einen literarischen Adventskalender. Wobei es den meisten Lesern vermutlich schwerfallen wird, die nötige Geduld aufzubringen. Denn der kleine Roman ist nicht nur sehr berührend, sondern auch spannend, und daher fällt es schwer, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen.

Es ist wunderbar zu lesen, wie das Katerchen nicht nur sein Frauchen, sondern die gesamte Nachbarschaft um seine kleinen Pfoten wickelt. Die Tierliebe der Autorin ist deutlich spürbar, insbesondere zu Katzen. Daher wurden auch immer wieder mal Themen und Problematiken aus dem Tierschutz eingeflochten. Doch vor allem menschelt es in diesem Roman. Es geht um Freundschaft und den Zusammenhalt in der Gemeinschaft, um Hilfsbereitschaft und Empathie, um Liebe und Loslassen, und auch darum, dass niemand allein sein sollte. Das gilt für Jung und Alt, für Mensch und Tier.

Kurz und gut: In diesem Roman findet sich alles, was eine schöne Weihnachtsgeschichte ausmachen sollte, einschließlich einer kleinen Prise Weihnachtszauber. Daher ist dieses Buch mit seinem harmonischen Cover auch ein prima Geschenktipp. Sehr gerne vergebe ich hier fünf funkelnde Sterne! 

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

kinderbuch, tiere, norden, kunst, sachbuch

Die Welt der wilden Tiere - Im Norden

Dieter Braun
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Knesebeck, 12.10.2015
ISBN 9783868738223
Genre: Kinderbuch

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

tiere, bilderbuch, süden, kunst, sachbuch

Die Welt der wilden Tiere

Dieter Braun
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Knesebeck, 11.09.2014
ISBN 9783868737349
Genre: Kinderbuch

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40 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

engel, krieg, apocalypsia, gott, luzifer

Apocalypsia

Andreas Izquierdo
Flexibler Einband: 620 Seiten
Erschienen bei OPEN DOOR PUBLISHING, 31.05.2016
ISBN 9783000532337
Genre: Fantasy

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55 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 39 Rezensionen

liebe, schwangerschaft, geheimnisse, leukämie, selbstmord

Tage mit dir

Kate Dakota
E-Buch Text: 298 Seiten
Erschienen bei Forever, 12.08.2016
ISBN 9783958181328
Genre: Liebesromane

Rezension:

Buchbeschreibung / Klappentext:

Eine Geschichte, die tief im Herzen berührt – über Schicksalsschläge und die Liebe zum Leben.
Falk hat sich seinen Traum erfüllt: Er arbeitet als erfolgreicher Broker an der Börse. An seinem 30. Geburtstag muss er jedoch mit ansehen, wie sich sein Kollege das Leben nimmt. Daraufhin beginnt er, nicht nur seine Arbeit, sondern auch sein ganzes Leben zu hinterfragen. Als Falk die 25-jährige Dänin Minje kennenlernt, ist er vom ersten Moment an von ihr fasziniert. Minje stellt sein Leben gehörig auf den Kopf, ist aufbrausend und widerspenstig, dann wirkt sie wieder zerbrechlich und schutzbedürftig. Sie bringt eine Seite an Falk zum Vorschein, die er selbst nicht von sich kannte. Was er jedoch nicht ahnt: Minje hat ein Geheimnis, welches ihrer beider Leben für immer verändern wird.


Zum Inhalt:

Eigentlich war Falk Oppenheimer mit seinem bisherigen Leben recht zufrieden. Der Selbstmord seines Arbeitskollegen verändert allerdings alles. Der Schock sitzt tief und die Bilder dieses furchtbaren Erlebnisses gehen Falk nicht mehr aus dem Kopf, aber vor allem kommt er ins Grübeln. Soll das wirklich alles sein? Sollte die Anhäufung von Geld für andere der einzige Sinn seines Lebens sein? Gewiss, er hat Erfolg in seinem Beruf und verdient gut, gepaart mit seinem guten Aussehen hat er auch etliche Chancen in der Damenwelt. Dennoch nimmt Falk sich eine berufliche Auszeit, in der er über einiges nachdenken und mit sich ins Reine kommen will.

Er entschließt sich zu einer mehrtägigen Wanderung entlang der Mosel. Bereits am ersten Tag begegnet er Minje. So außergewöhnlich wie Minje selbst ist auch dieses erste Zusammentreffen. Die widersprüchliche junge Frau reizt Falk mitunter bis zur Weißglut und dann wieder weckt sie seinen Beschützerinstinkt. Das ist neu für Falk, der sich bisher nur sich selbst gegenüber verantwortlich fühlte. Schnell spürt er, dass Minje ein Geheimnis mit sich herumträgt, welches sie sehr belastet. Aus dem ersten Zusammentreffen wird ganz schnell Liebe und Falk erfährt schließlich den traurigen Hintergrund von Minjes Geheimnis. Er ist erschüttert! Wird er bei Minje bleiben? Ist seine Liebe zu Minje wirklich stark genug, dem allem standzuhalten und ihr in den folgenden schweren Zeiten beizustehen? ...


Mein Fazit:

Eigentlich lese ich eher selten einen Liebesroman, aber da ich von der Autorin Kate Dakota schon so viel positives gehört hatte, ließ ich mich gerne auf „Tage mit dir“ ein. Zu meiner großen Freude wurde ich nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil. Die Geschichte von Minje und Falk ist derart berührend, dass man schon ein Herz aus Stein haben müsste, wenn man sich nicht von ihr beeindrucken ließe. Mit einem schönen und flüssigen Schreibstil führt die Autorin den Leser durch ihren mitreißenden Roman und versteht es geschickt, jedes Kapitel mit einem Spannungsmoment abzuschließen, so dass man das Buch gar nicht an die Seite legen möchte.

Abgesehen von der ergreifenden Geschichte birgt das Buch auch viele Botschaften. Geld allein macht eben wirklich nicht glücklich und das Schicksal ist nun mal nicht käuflich. Auf der anderen Seite ist Glück keine Frage von Dauer, sondern eine Frage der Intensität. Und im Grunde darf sich ein Jeder überaus glücklich schätzen, der die wahre Liebe in seinem Leben einmal erfahren durfte. All das und einiges mehr lässt sich aus der Geschichte über Minje und Falk herauslesen, und nebenbei über das eigene Leben nachdenken. Manch ein Problemchen, welches einem mitunter auf der Seele liegt, bekommt in Anbetracht von Minjes Schicksal eine ganz andere, viel kleinere, Dimension.

Bei all den Vorzügen, die das Buch vorzuweisen hat, vergebe ich hier sehr gerne fünf Sterne. Eine Leseempfehlung für alle, die schöne und bewegende Liebesromane mögen, und für all jene, die gerne zwischen den Zeilen lesen.

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

tsunami, sri lanka, flutlicht, sri lank, niederlande

Flutlicht

Gideon Samson , Rolf Erdorf , Julius 't Hart
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Gerstenberg Verlag, 27.06.2016
ISBN 9783836958967
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:

„Elin Andersson möchte mit dir auf Facebook befreundet sein.“
Pieter sieht sich gerade in Amsterdam das Endspiel der Fußball-WM an, als die Freundschaftsanfrage hereinkommt. Und plötzlich sind die Bilder wieder da. ...
Sri Lanka, Dezember 2004: Pieter und John verbringen entspannte Urlaubstage am Meer, wo sie zwei schwedische Backpackerinnen kennenlernen. Für Pieter und Elin ist es Liebe auf den ersten Blick. Sie wollen die Nacht zusammen am Strand verbringen. …
Ein packender Roman über einen Jugendlichen, der dem Tsunami entkommt und alles vergessen will. Doch die Flutwelle holt ihn ein.


Zum Inhalt:

„Ich hörte eine Menschenmasse, die sich mit aller Kraft ans Leben zu klammern suchte. Eine Masse, die flehte, doch bitte noch etwas länger auf dieser Welt bleiben zu dürfen. Es gibt Schreie und es gibt Schreie. Und dann gibt es noch so etwas wie Todesangst. Es waren die Urschreie aus dem Mark des Menschen. Es war das Ende.“ (Buchzitat, Seite 52/53)

2004: Der fast achtzehnjährige Pieter und der nur wenig ältere John haben sich durch einen mehrmonatigen Freiwilligeneinsatz auf Sri Lanka kennengelernt. Nach dieser Zeit entspannen sich die beiden Freunde während ein paar Urlaubstagen am Meer, und treffen dort auf die schwedischen Rucksacktouristinnen Elin und Isabelle. Pieter und Elin verlieben sich sofort ineinander und verbringen einen romantischen Abend am Strand, wollen auch die Nacht an diesem traumhaften Ort genießen. Am darauffolgenden Morgen bricht eine gewaltige Flutwelle über das Land herein, eine schreckliche Katastrophe von ungeheurem Ausmaß. Es handelt sich um den Tsunami vom 26. Dezember 2004, der damals verheerende Schäden anrichtete und unglaublich viele Menschen in den Tod riss. Auch der Inselstaat Sri Lanka war von der Naturkatastrophe sehr stark betroffen.

2010: Pieter überlebte dieses furchtbare Unglück, doch die traumatischen Erlebnisse haben tiefe seelische Wunden bei dem jungen Mann hinterlassen. Auch wenn er wusste, dass er niemals vergessen kann, setzte er stets alles daran das Erlebte zu verdrängen, hüllte sich fortan darüber in Schweigen, meidet Menschenansammlungen, zieht sich immer mehr von allem und jedem zurück. Inzwischen sind fünfeinhalb Jahre vergangen und Pieter sieht sich gerade das WM-Finale im Fernseher an. Dann geschieht es: Völlig überraschend erhält er von Elin eine Freundschaftsanfrage über Facebook. Pieter ist regelrecht geschockt und weiß nicht, wie er auf die Anfrage reagieren soll. Elin nimmt noch immer einen großen Platz in seinem Herzen ein, aber mit ihr kehren auch die Geschehnisse von damals wieder zurück. Wie eine erneute Flutwelle brechen sie über Pieter herein, die lange verdrängten grauenvollen Bilder aus der Vergangenheit. Währenddessen mischt das Schicksal seine Lebenskarten vielleicht noch mal ganz neu. Für welche Karte wird Pieter sich entscheiden? ...


Mein Fazit:

Das Buch ist eine Zusammenarbeit von Autor Gideon Samson und Julius 'T Hart, einem Betroffenen, der das tragische Tsunami-Unglück seinerzeit überlebte und im Roman den Namen Pieter bekommen hat. Die vorliegende Geschichte beruht also auf einer wahren Begebenheit und ist nur in Anteilen fiktiv. Umso mehr geht das Erzählte ans Herz. 

Während der Lektüre stellt sich immer wieder die Frage: Wie würde man selbst in so einem Katastrophenfall reagieren und wie verarbeitet man eigentlich die daraus resultierenden traumatischen Erfahrungen? Ein derart dramatisches Erlebnis hinterlässt Spuren in der Psyche eines Überlebenden, die nicht nur ihn selbst belasten, sondern auch das soziale Umfeld zu Hause. Pieters Schicksal steht hier als Beispiel für viele tausend andere Betroffene und vermutlich gibt es einige, die ihr normales Leben nie wieder aufnehmen konnten. Diese Fäden könnte man unendlich weiterverfolgen. Doch ganz oben auf der Liste steht vor allem die unfassbare Dimension der ganzen Tragödie von 2004. Durch Pieters Erinnerungen bekommt der Leser eine Ahnung davon.

Ein großartiger Roman mit einem leicht offenen, aber hoffnungsvollen Ende. Eindringlich, mitreißend und berührend entwickelt er eine starke Sogwirkung, die Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen packt. Für mich war dies die zweite sehr überzeugende Leseerfahrung von Gideon Samson. Ein Autor, der es hervorragend versteht, ganz tief in die Menschen hineinzublicken. Sehr gerne vergebe ich für dieses beeindruckende und unbedingt empfehlenswerte Jugendbuch fünf Sterne! Die Übersetzung ins Deutsche wurde übrigens von Rolf Erdorf vorgenommen. Gideon Samson und auch Rolf Erdorf wurden bereits mehrfach für ihre Arbeiten ausgezeichnet. 

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

australien, liebe, familie, schwestern, frauenwahlrecht

Im Schatten der goldenen Akazie

Christiane Lind
E-Buch Text
Erschienen bei null, 21.08.2016
ISBN B01K0ATCE4
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

Erinnerungen bleiben, aber der Schmerz verweht mit dem Wind …
Australien, Ende des 19. Jahrhunderts. Nach dem tragischen Tod ihrer Mutter haben die besonnene Victoria und die leidenschaftliche Catherine nur einander. Nichts scheint die Schwestern trennen zu können, bis der Opalschürfer Luke in ihr Leben tritt.
Gut hundert Jahre später: Nach einer tiefen Enttäuschung folgt Franziska kurz entschlossen einem Brief ihrer Großtante Ella und reist nach Australien. Gemeinsam forschen die beiden nach ihren Wurzeln und begegnen starken Frauen, weisen Aborigines und dem entbehrungsreichen Leben deutscher Einwanderer.
Vor der traumhaften Kulisse Queenslands entfaltet sich eine dramatische Familiengeschichte über mehrere Generationen.


Zum Inhalt:

Franziska kann es nicht fassen. Sie ist schwer enttäuscht von ihrer Schwester Alina. Wie konnte diese ihr so etwas antun und sie derart verletzen?! Hinter ihrem Rücken hatte Alina eine heimliche Liebelei mit ihrem Freund Julian. Dabei war Franziska immer für ihre jüngere Schwester da. Vor allem seit dem Tod der Eltern, die vor vier Jahren durch einen Unfall ums Leben kamen. Franziska braucht Abstand, und zwar möglichst schnell und möglichst weit entfernt von den beiden. Doch wohin? Franziska erinnert sich an einen Brief ihrer Großtante Ella, die sie nie kennenlernen konnte und kommt schnell zu einem Entschluss: Sie wird nach Australien reisen und ihre Großtante aufsuchen. Die sympathische junge Frau ahnt nicht, dass diese Reise ihr ganzes Leben verändern wird. Gleichzeitig stößt sie durch Nachforschungen auf ein bewegendes Familiendrama voller Geheimnisse, welches sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts abspielte.

Die eher ruhige Victoria und die temperamentvolle Catherine sind der Hauptteil dieser Reise in die Vergangenheit. Sie waren noch Kinder, als sie ihre Mutter durch ein tragisches Unglück verloren. Ihr Vater Joseph hatte stets seiner älteren Tochter Victoria die Schuld daran gegeben und ließ sie ihr Leben lang dafür büßen. Doch war Victoria wirklich schuld am Tod der Mutter, oder brauchte der Vater nur einen Sündenbock für seinen Kummer? Den Tod seiner Frau konnte Joseph nie verwinden. Er flüchtete sich in den Alkohol und in die Spielsucht, trieb die Plantage immer mehr in den Ruin. Seine spätere Krankheit machte alles noch schlimmer. Victoria und Catherine jedoch hielten stets zusammen. Der Verlust der Mutter hatte sie noch enger zusammengeschweißt. Durch die ablehnende Haltung ihres Vaters ist Catherine für Victoria der rettende Anker, der sie hält. Alles ändert sich, als der gutaussehende Luke in das Leben der beiden Schwestern tritt. Leider führt er nichts Gutes im Schilde und versteht sich sehr gut darin, mit seinem Charme alle zu blenden, auch Joseph. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf. ...


Mein Fazit:

„Im Schatten der goldenen Akazie“ war für mich ein wunderbarer und abwechslungsreicher Unterhaltungsroman, der mich bei seinen Rückblenden in die Vergangenheit an den Stil großer Familiensagas erinnerte und die angesprochene Zeit hervorragend zum Leben erweckte. Eine spannende Handlung, berührende Schicksale, schön herausgearbeitete Charaktere, sowie die zu Australien gehörenden geheimnisumwobenen Aborigines sorgen für aufregende und kurzweilige Lesestunden. Besonders das Schicksal der beiden Schwestern Victoria und Catherine hatte es mir angetan. Ich muss zugeben, dass ich mir ein wenig mehr von den Aborigines gewünscht hätte. Auch den kurz angeführten Suffragetten hätte für meinen Geschmack etwas mehr Platz eingeräumt werden dürfen. Allerdings zielte der Roman auf ein anderes Thema ab, und zwar ging es der Autorin in erster Linie um die Beziehung unter Geschwistern und dabei speziell um das ganz besondere Band, welches unter Schwestern zu finden ist. Liebe und Hass liegen hier oftmals dicht beieinander.

Auch in diesen aktuellen Roman hat die Autorin Christiane Lind wieder viel Herz und Sorgfalt hineingelegt. Das ist deutlich spürbar, und macht gemeinsam mit dem mitreißenden und lebendigen Schreibstil viel Freude beim Lesen. Die Romanfiguren sind hervorragend gelungen und glaubwürdig dargestellt. Das gilt nicht nur für die Sympathieträger in der Geschichte, sondern auch für den zwielichtigen Luke und den unnachgiebigen Vater Joseph. Und natürlich bekamen auch diverse Katzen, quasi als Markenzeichen der Autorin, kleine Nebenrollen zugeordnet, die mitunter ganz nebenbei für humorvolle Auflockerungen sorgten. Ein informativer Anhang rundet das positive Gesamtbild ab.

Liebe, Herz und Schmerz unter der heißen Sonne Australiens. Sehr gerne vergebe ich für diese generationsübergreifende gefühlvolle Lektüre, die garantiert keine Langeweile aufkommen lässt, fünf Sterne.

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260 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 110 Rezensionen

theater, romeo und julia, shakespeare, sachsen, liebe

Romeo und Romy

Andreas Izquierdo
Flexibler Einband: 491 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.04.2016
ISBN 9783458361411
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

Keinen Job, keinen Freund, keine Perspektive - das ist die nicht gerade erfreuliche Bilanz, als Romy in ihr winziges Dorf im schönsten Nirgendwo heimkehrt. Als Schauspielerin gescheitert, umgeben von schrulligen Alten, fasst sie einen tollkühnen Plan: Sie wird aus ihrer Scheune ein elisabethanisches Theater bauen, und Romeo & Julia aufführen. Mit den Alten aus ihrem Dorf. Sie haben kein Geld, keine Erfahrung, aber einen Star: Ben, Herzensbrecher und liebenswerter Dilettant, dessen größter Erfolg ein Waschmittelspot war. ...


Zum Inhalt:

„Sie atmete ein. Sie atmete aus. Es war nicht nur die klare frische Luft, die so vertraut die Haut streichelte, es war, als spürte sie neben den Häuschen, Sträßchen und Gärten auch die, die hier schon immer gewohnt hatten. Sie hörte ihre Stimmen, ihr Gelächter, ihr Gemecker und ihr Seufzen wie ein immerwährendes Flüstern alter Geschichten, die das Laub rascheln ließen oder wie Pollen im Sonnenlicht tanzten. Erinnerungen. …
Heimat war nicht das, was man sah, sondern das, was andere niemals sehen würden.“ (Seite 35)


Manchmal kommt eben alles zusammen. Erst erfährt Romy, dass ihre Großmutter plötzlich und unerwartet verstorben ist, und dann verliert sie auch noch ihren Job beim Theater. Romy kehrt daraufhin in ihr kleines Heimatdorf zurück und zieht in das Haus ihrer Großmutter. Die Trauer sitzt tief, denn schließlich war es Oma Lene, die sie nach dem Tod der Mutter mit viel Liebe großgezogen hatte. Den Vater hatte sie nie gesehen, über ihn hüllt man sich im Dorf in Schweigen. Im Grunde war seinerzeit die ganze Dorfgemeinschaft für Romy wie eine große Familie, in der sie wohlbehütet aufgewachsen ist.

All das ist lange her und als Romy in ihr Dorf zurückkehrt, sind alle ein Stückchen älter geworden. Sie erkennt die ehemals so starken Menschen kaum wieder. Jeglicher Lebenswille scheint in eine gewisse Apathie übergegangen zu sein. Das einzige Interesse besteht eigentlich nur noch darin, wer wohl die letzten beiden Plätze auf dem Dorffriedhof bekommen wird, da keiner der Dörfler auf dem Friedhof im Nachbarort begraben sein möchte. Um genau diese Plätze wird allerdings teilweise mit harten Bandagen gekämpft, soll heißen, zur Not versucht man halt dem natürlichen Verlauf der Dinge ein wenig nachzuhelfen. Als Romy dies erkennt, ist sie entsetzt. Sie muss ihre geliebten Alten unbedingt aus dieser Lethargie herausholen und von diesem aberwitzigen Vorhaben abhalten, dem Schicksal zuvorkommen zu wollen.

Geboren aus dem Wunsch eine berühmte Schauspielerin zu werden, fasst Romy einen wagemutigen Plan. Sie will aus ihrer Hofscheune ein elisabethanisches Theater bauen, und die Dorfbewohner sollen nach der Fertigstellung die Darsteller sein. Der gutaussehende Ben, ein Schauspieler mit wenig Talent und dafür umso mehr Starallüren, soll das Zugpferd sein, welches hoffentlich das nötige Publikum anlocken wird. Es gibt allerdings ein recht spezielles Problem bei der Sache: Ben war eigentlich schuld daran, dass Romy ihren Job als Souffleuse verlor. Außerdem glauben die Dorfbewohner, dass die junge Frau bereits eine vielgefragte Schauspielerin ist. Das Bauamt hat zum Theaterbau dann leider auch noch ein Wörtchen mitzureden, und, und, und. Probleme über Probleme. Nun heißt es zusammenhalten, denn bei Romys Projekt sind nicht nur Köpfchen und kräftige Arme, sondern auch das Herz gefragt. …


Mein Fazit:

Dieses Buch ist wirklich Balsam für Herz und Seele. Vordergründig liest man einen locker geschriebenen und humorvollen Unterhaltungsroman mit einer Liebesgeschichte. Doch im Hintergrund birgt „Romeo und Romy“ viele Botschaften, die zum Nachdenken anregen, auch in Bezug auf das eigene Älterwerden. Alt werden oder alt sein muss eben nicht zwangsläufig bedeuten, dass man sich auf ein Abstellgleis begibt und das Leben an sich vorbeiziehen lässt. Manchmal braucht es zwar einen Anstubser von außen, aber vor allem braucht es den eigenen Willen, um Dinge zu ändern oder neue Aufgaben anzupacken. Und in echter Gemeinschaft fällt zudem vieles leichter.

Die herzerwärmende Handlung und die vom Autor liebevoll gezeichneten Protagonisten machen während der Lektüre viel Freude. Ich habe mich beispielsweise köstlich amüsiert, wenn die alten Damen regelrecht um Bens Gunst buhlten, und es war wunderbar zu verfolgen, wie Romy nach und nach wieder Leben in das Dorf und seine Bewohner einhauchte. Freundschaft und Zusammenhalt sind die großen Themen im Buch, ebenso wie die Bedeutung von Heimat, Familie und Geborgenheit. Aber es gibt auch traurige Momente im Handlungsverlauf, denn ein hoher Einsatz fordert mitunter seinen Preis. Und wenn es um einen besonders guten Freund geht, müssen in Ausnahmefällen sogar mal dorfeigene Grundregeln auf den Kopf gestellt werden.

Für mich war dieser erfrischende und vielseitige Roman von Andreas Izquierdo eine Leseerfahrung, die mich absolut überzeugt und begeistert hat. Wenn man am Ende einer Geschichte das Gefühl hat, man hätte die Menschen darin gerne noch ein Stück begleitet, hat ein Autor wohl alles richtig gemacht. Im Endergebnis gibt es von mir eine klare Leseempfehlung und volle fünf Sterne!

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33 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

finnland, erwachsen werden, coming-of-age, provinz, roman

Von Männern und Menschen

Olli Jalonen , Stefan Moster
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Mare Verlag, 05.07.2016
ISBN 9783866482418
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

Sommer 1972 in der finnischen Provinz: Als sein Vater erkrankt, muss der 17-jährige Erzähler von einem Tag auf den anderen die Kindheit hinter sich lassen und die Ferienmonate auf dem Bau verbringen. Zwischen den erwachsenen und nicht selten verschrobenen Männern taucht er ein in eine völlig neue Welt. Und in den langen und hellen skandinavischen Nächten erscheinen bald auch die Frauen in einem ganz anderen Licht. 


Zum Inhalt:

Die Erlebnisse des jungen Erzählers, im Roman bleibt er ohne Namen, wurden vom Autor aus der Ich-Perspektive erzählt. Dabei lässt er den Leser tief in die Gedankengänge seines liebenswerten Hauptprotagonisten eintauchen und die Zeit der Siebziger Jahre wieder aufleben. Die Zeit der Schlaghosen und Hotpants, lange Haare bei Männern und Frauen, Farben und Muster in den mutigsten Kombinationen, und, und, und... Der Drang der Jugend nach Veränderung war in den Siebzigern so groß wie nie zuvor, auch wenn das den wenigsten Eltern gefiel. Es war die Zeit, in der sich eine Jugend emanzipierte, die sich gegen auferlegte Regeln zur Wehr setzte und die ihre Ideen ausleben wollte im buntesten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. 

Für all diese Dinge hat der siebzehnjährige Erzähler allerdings kaum Sinn und Zeit. Als sein Vater im Sommer 1972 schwer herzkrank und arbeitslos wird, sieht er sich gezwungen seine Eltern finanziell zu unterstützen. Kurzentschlossen nimmt er einen Ferienjob an, um die Schulden seines Vaters abzuarbeiten. Dort lernt er auch Rekku kennen, einen geistig behinderten jungen Mann, dem nicht nur die Arbeitskollegen, sondern auch der eigene Vater das Leben sehr schwer machen. Dem Erzähler aus dem Buch geht Rekkus Schicksal sehr nah und deshalb hilft und unterstützt er ihn, wo er nur kann. 

Auf den Schultern des Siebzehnjährigen lastet mit alledem viel Verantwortung und er begreift sehr schnell, dass für ihn die Zeit der Kindheit mit diesem Sommer vorüber ist. Aus dem Jugendlichen wird ein Mann. Der Arbeitsalltag in der Firma und die neue Rolle innerhalb seiner Familie machen ihn selbstbewusster, eigenständiger und er lernt sich durchzusetzen. Gleichzeitig macht er in diesem Sommer der großen Veränderungen seine ersten Erfahrungen mit den Frauen. Doch nur eine ist es, die sein Herz erobern kann. Und ausgerechnet ihr gegenüber begeht er einen folgenschweren Fehler. … 


Mein Fazit:

„Von Männern und Menschen“ war für mich wie eine gedankliche Zeitreise, die mir große Freude machte und eigene Jugenderinnerungen weckte. Der Erzähler und Hauptprotagonist, der im Buch nur „O“ genannt wird, wurde vom Autor Olli Jalonen sehr schön herausgearbeitet. Der Siebzehnjährige gewinnt mit seinem starken Charakter und seiner großherzigen Art sehr schnell die Sympathie des Lesers, auch wenn er manchmal beinahe schon zu perfekt erscheint. Gleichzeitig weht stets ein Hauch von Melancholie durch den Roman, verursacht durch die nachdenkliche und fast schon philosophische Art des Jugendlichen. Am Ende des Buches bleiben zwar ein paar Fragen offen, aber so ist es nun mal, nicht alle Angelegenheiten des Lebens klären sich für gewöhnlich im Laufe eines Sommers. 

Obwohl ich die Geschichte ansich und vor allem den Hauptprotagonisten sehr mochte, gelang es mir während der Lektüre nicht immer beim Inhalt zu bleiben. Das Buch hat für meinen Geschmack doch einige Längen, und so manche sehr detailreiche Schilderung hätte vielleicht gekürzt werden oder sogar wegfallen können. Weniger ist eben manchmal mehr. Hinzu kommt, dass der vom Autor geschaffene Romanheld durch seinen pragmatischen Charakterzug eine überaus ruhige Erzählform hat. Das kann für den Leser mitunter etwas ermüdend sein. Demzufolge hätte dem immerhin 544 Seiten starken Roman ein etwas größerer Spannungsaufbau vielleicht gut getan, oder aber etwas mehr Emotionalität.

Trotz der von mir empfundenen Kritikpunkte möchte ich dennoch nur einen Stern abziehen, weil ich mit diesem Buch viele herzerwärmende Lesemomente hatte. Die Themen Freundschaft, Zusammenhalt und Menschlichkeit wurden in diesem vielschichtigen Roman sehr schön zusammengebracht, und deshalb legt man das Buch am Ende mit einem guten Gefühl zufrieden zur Seite. Neben der eigentlichen Handlung erhält der Leser außerdem einen Eindruck von der politischen Situation Finnlands in 1972. Ein informativer Anhang stellt Wissenswertes zur Verfügung und macht das eine oder andere Gelesene verständlicher. Die Vorzüge überwiegen hier also insgesamt gesehen bei Weitem, und deshalb vergebe ich letztendlich sehr gerne vier Sterne. Die einfühlsame Übersetzung aus dem Finnischen und die Erläuterungen im Anhang stammen übrigens vom Autor Stefan Moster. 



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123 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

weingut, spanien, frauen, familie, mord

Die Frauen von La Principal

Lluís Llach , Petra Zickmann
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 07.03.2016
ISBN 9783458176725
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

Maria weiß, die Entscheidung ist längst gefallen: Ihr Vater geht mit den vier Brüdern nach Barcelona, sie selbst muss bleiben. Als einzige Tochter soll sie das verwalten, was vom Weingut La Principal übrig ist. Für sie die Enttäuschung ihres Lebens, für alle anderen im Dorf der Beginn einer neuen Zeit.


Zum Inhalt:

Im Jahr 1893 ist Maria Roderich noch nicht einmal zwanzig Jahre alt, als eine Katastrophe über die Familie hereinbricht. Das katalanische Weingut La Principal, der stolze Familienbesitz der Roderichs, wurde von der Reblaus befallen. Der Vater hatte das Unheil kommen sehen und bereits seit längerem entsprechende Vorkehrungen getroffen. Er selbst geht mit den vier Söhnen nach Barcelona. Dort haben sie viel mehr Optionen, als auf dem der Vernichtung preisgegebenen Weingut. Nur Maria soll zurückbleiben und sich um die verbleibenden geschäftlichen Angelegenheiten kümmern. Maria hasst ihren Vater dafür und kann nicht begreifen, wie er ihr das antun kann. Und dennoch, mit Durchsetzungsvermögen und eisernem Willen übernimmt Maria diese Aufgabe, und verschafft sich dabei Respekt und hohes Ansehen in der gesamten Umgebung. Ihre Macht und ihr Vermögen schüren allerdings auch Neid und Eifersucht in dieser von Männern dominierten Zeit. 

Viele Jahre später ist Marias Tochter die Herrin auf La Principal und ihre Lebensgeschichte ist mit Sicherheit nicht weniger aufregend als die der Mutter. Sie hat zwar die Willenskraft, aber nicht die Härte ihrer Mutter geerbt, und führt das Weingut mit etwas leichterer Hand zu weiterem Erfolg. Auch für Marias Tochter hat das Leben so manche Hürde vorgesehen. Und auch die Tochter muss manchmal Grenzen überschreiten, ganz besonders dann, wenn es das Herz befiehlt. Am Ende setzt sie für diese Liebe alles auf eine Karte, riskiert ihre eigene Zukunft und die von La Principal. 

Da hat es die Enkelin von Maria Roderich wesentlich leichter. Aufgewachsen in einer Zeit, in der sich die Frauen emanzipierten, eröffnen sich ihr von vornherein ganz andere Möglichkeiten. Sie führt sehr gerne das Leben einer modernen und erfolgreichen Geschäftsfrau, und genießt ihre Selbständigkeit ebenso wie ihre Freiheit. Bei Gesprächen mit dem inzwischen einundneunzigjährigen Vater taucht Marias Enkelin tief in die Vergangenheit ihrer Familie ein, und erfährt dabei Einzelheiten, die sie aus dem Staunen nicht mehr herauskommen lassen. Die letzten Geheimnisse werden gelüftet. ...


Mein Fazit:

Diese mitreißende Familiensaga hat mich mit ihrem ereignisreichen Inhalt und den spannenden Protagonisten schwer beeindruckt. Die drei zielorientierten und couragierten Frauen führen trotz aller Widerstände ein Leben abseits der gesellschaftlichen Regeln ihrer Zeit, selbstbestimmt und wenn nötig gegen alle geltenden Konventionen. Bei solch starken Frauen bekommt auch der Mann hier und da eine ungewohnte Rolle auf der Bühne des Lebens. Die der jeweiligen Zeit angepasste stilvolle Sprache ist während der Lektüre ein wahrer Genuss. Eine einfühlsame und intensive Erzählform lässt die angesprochenen Zeiten wieder aufleben und erzeugt Bilder im Kopf. Der Autor scheut sich zudem auch nicht, polarisierende Themen wie gleichgeschlechtliche Liebe und Bisexualität in seinem Roman unterzubringen. Ein ungeklärter Mord im Handlungsverlauf, an dem ein junger und sehr engagierter Polizeiinspektor arbeitet, ist dann noch das sogenannte i-Tüpfelchen auf das Ganze. Seine Ermittlungen sorgen für viel Wirbel und decken einen abscheulichen Skandal auf.

„Die Frauen von La Principal“ steht für pure Lesefreude! Ein großartiges Werk mit überraschenden Elementen, welches aufgrund seiner Vielseitigkeit auch anspruchsvollen Lesern zusagen dürfte. Die facettenreiche und liebenswerte Romanfigur Llorenc Costa, der Vater der Enkelin, hat mir nebenbei bemerkt besonders gut gefallen. Das Buch ist übrigens der erste Roman von Lluís Llach in deutscher Übersetzung. Ein Autor, den man sich nach meiner Ansicht unbedingt merken sollte. Sehr gerne vergebe ich für diese herausragende Leseperle begeisterte fünf Sterne! 

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

zeppelin, hindenburg, geschichte, zeppeline, technik

Mit dem Zeppelin nach New York

Stephan Martin Meyer , Thorwald Spangenberg
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Gerstenberg Verlag, 27.06.2016
ISBN 9783836958844
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Klappentext:

Einmal nach Amerika - für den 14-jährigen Werner Franz geht ein Traum in Erfüllung, als er als Kabinenjunge auf der „Hindenburg“ anheuert. Mehrmals überquert er mit dem berühmten Zeppelin den Atlantik und erlebt eine aufregende Zeit. Doch auf der Fahrt nach New York findet der Traum ein jähes Ende ...
In diesem spannenden Sachbilderbuch nach einer wahren Geschichte lernst du die faszinierende Technik der Zeppeline kennen und begibst dich auf eine Reise in die Vergangenheit - an Bord des berühmtesten Luftschiffes der Welt.


Zum Inhalt:

Dies ist die Geschichte über einen mutigen Jungen, der eine schreckliche Katastrophe miterleben musste. Ein tragisches Unglück, welches die Menschen bis zum heutigen Tage beschäftigt.
Alles begann im Jahr 1936. Eine schwierige Zeit, die geprägt war vom Nationalsozialismus. Mit seinen erst vierzehn Jahren hat Werner Franz gerade die Schule beendet und ist auf Arbeitssuche. Bei einem heimlichen Kinobesuch sieht er Bilder und Nachrichten von New York, und fortan träumt er davon dort viel Geld zu verdienen, um seine Familie zu unterstützen. Da kommt es wie gerufen, dass auf der berühmten „Hindenburg“ ein Kabinenjunge gesucht wird. Werner bewirbt sich und kann es kaum glauben, als er tatsächlich angenommen wird. Die Arbeit an Bord gefällt ihm sehr gut und der Junge ist stolz darauf ein echter Zeppeliner, ein Teil der Mannschaft zu sein. Werner genießt die Fahrten mit dem Luftschiff und all die Eindrücke, bis zu diesem denkwürdigen Tag …


Mein Fazit:

Dieses Buch ist ein kleines Gesamtkunstwerk. Ein sehr vielseitiges und hervorragend durchdachtes Sachbilderbuch für Kinder und Jugendliche, die abenteuerliche Erzählungen mögen und interessiert sind am Thema Luftfahrzeuge. Der Autor Stephan Martin Meyer hat hier eine gelungene Mischung geschaffen aus spannender und berührender Geschichte, gepaart mit jeder Menge Sachkenntnis und technischen Details zur „Hindenburg“. Durch geschickt eingestreute Einzelheiten aus jener Zeit ist dieses Buch auch gleichzeitig eine Reise in die Vergangenheit, die besonders die Dreißiger Jahre ein stückweit aufleben lässt.

Die wunderbaren Illustrationen von Thorwald Spangenberg sind ein wahrer Augenschmaus. Beeindruckende und teilweise großzügige Zeichnungen in verschiedenen Techniken sorgen für viel Abwechslung und veranschaulichen das Gelesene. Der geschickte Aufbau von Wort und Bild ergibt insgesamt eine gute Übersichtlichkeit, somit wird der junge Leser nicht überfordert. Sogar mir als Erwachsene hat dieses Buch viel Neues vermitteln können, und die Geschichte über Werner Franz und seine aufregenden Reisen mit dem Luftschiff haben mich mit dem Jungen mitfiebern lassen.

Zu guter Letzt gibt es am Ende sogar noch ein paar Andeutungen über den weiteren Werdegang von Werner Franz. Das hat mir besonders gut gefallen, da die Handlung im Buch auf dessen wahrer Geschichte basiert. Außerdem gibt es als Anhang eine kurze Erläuterung über die Zeppelin-Stiftung und das Zeppelin-Museum in Friedrichshafen. Das erwähnte Museum ist zudem an der Entstehung dieses Buches beteiligt. Sehr gerne vergebe ich hier überzeugte fünf Sterne und spreche eine unbedingte Leseempfehlung aus.

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(3)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Davina

Silvia Viktoria Leitner
Fester Einband: 152 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 02.10.2015
ISBN 9783738649932
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:

Ein magisches Wesen in Gestalt eines Pferdes landet auf der Erde. Es hat die Farben in seiner Mähne und damit auch seine Zauberkräfte verloren, weshalb es nicht in seine Welt zurück kann. Das kleine Mädchen Maren entdeckt die hilflose Stute Davina und bietet ihr Hilfe und Unterstützung an. Gemeinsam machen sich die beiden also auf die Suche nach den verlorengegangenen Farben und müssen bald feststellen, dass sie damit nicht alleine sind:
Ein dunkles Pferd, dessen Herz voller Hass und Wut zu sein scheint, trachtet ebenfalls danach. Wie gehen Maren und Davina mit dieser Konkurrenz um? Sind die Freunde dadurch in Gefahr? Wird Davina nach Hause zurückkehren können?


Zum Inhalt:

Maren ist anders als die meisten ihrer Schulkameraden. Schon immer fühlte sie sich der Natur und den Tieren ganz besonders verbunden. Während viele andere Mädchen ihres Alters bereits an Jungs, die neuesten Klamotten und Handys denken, ist Maren bereits glücklich, wenn sie mit ihren Freundinnen im Wald spielen kann. Die schönsten Momente für Maren sind jene, wenn sie die Natur mit allen Sinnen aufnehmen und auf sich wirken lassen kann. Ja, die empfindsame junge Maren ist mit ihrer ausgeprägten Naturliebe und ihrem großen Herzen sicherlich ein außergewöhnliches Mädchen.

Da ist es bestimmt kein Zufall, dass ausgerechnet sie das Zauberwesen Davina treffen sollte. Davina ist ein Regenbogenpferd, das all seine Farben verloren hat, und mit diesen auch die Zauberkräfte und den Rückweg in die eigene Welt. Für Maren steht ganz schnell fest, dass sie der schönen Stute unbedingt helfen muss. Aber wie? Und woher kommt eigentlich das geheimnisvolle schwarze Pferd, welches so voller Zorn ist und den beiden nachstellt? Maren und Davina verbindet auf ihrem gemeinsamen Weg recht bald eine tiefe Zuneigung und Freundschaft. Die Suche nach Davinas Farben wird für das mutige Mädchen zu einem wunderbaren Abenteuer, bei dem sich Zeit und Raum aufzulösen scheinen. Aber es gibt auch Gefahren, die überstanden werden müssen. Die größte Bedrohung geht dabei von dem furchteinflößenden schwarzen Pferd aus, welches auch vor Gewalt leider nicht zurückschreckt. ...


Mein Fazit:

Mit „Davina - Das Regenbogenpferd“ ist der Autorin Silvia Viktoria Leitner ein ganz bezaubernder Kinderroman gelungen, in den spürbar viel Herz und Sorgfalt hineingelegt wurde. Bereits der äußere Eindruck ist wie eine Einladung zum Lesen. Das kunstvolle Cover und die Illustrationen im Buchinneren wurden von der Debütautorin selbst gestaltet. Sie geben dem Inhalt einen sehr schönen und passenden Rahmen. Ein fester Bucheinband und ein Lesebändchen runden den positiven Gesamteindruck dann ab. Die Protagonisten wurden fein herausgearbeitet und nehmen den Leser schnell für sich ein. Zu Beginn der Erzählung gab es für mich zwar ein kleines Detail, für das ich mir eine Auflösung gewünscht hätte, allerdings war dies für den weiteren Handlungsverlauf ohne Bedeutung und störte keinesfalls das Lesevergnügen. Es kann somit also getrost vernachlässigt werden.

Die Autorin führt den Leser mit einem sehr ansprechenden und dennoch kindgerechten Schreibstil durch ihren spannenden Roman voller märchenhafter Fantasie und magischer Momente. Eine Geschichte, die gleichzeitig ein Plädoyer für mehr Achtsamkeit in sich birgt. In erster Linie richtet sich das Buch sicherlich an Kinder und Jugendliche. Doch auch eine ältere Leserschaft, die das Träumen noch nicht verlernt hat, wird bestimmt Gefallen am Erzählten finden. Für mich persönlich war diese kurzweilige Lektüre jedenfalls eine unterhaltsame und herzerwärmende Leseerfahrung, an der ich viel Freude hatte. Sehr gerne bin ich der Autorin ins Reich der Fantasie gefolgt und vergebe hiermit fünf Sterne.

„Ein Verlust von etwas Wichtigem verändert einen im Herzen und in der Seele.“ (Buchzitat, Seite 51)

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wolf, tierschutz, freundschaft, kinderbuch, mobbing

Viktor und der Wolf

Hannes Klug , Barbara Korthues , ,
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.05.2016
ISBN 9783499217463
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Klappentext:

Viktor wünscht sich oft, er wäre ein starkes, wildes Tier, das sich gegen alles wehren kann. Gegen Tom und Ronnie in der Schule, zum Beispiel. Oder gegen die Trauer nach dem Tod seines Vaters. Vielleicht ist es darum kein Zufall, dass Viktor eines Tages am Bahndamm einem verletzten Wolf begegnet. Viktor spürt sofort eine tiefe Verbundenheit mit dem wilden Tier. Aber dann wird der Wolf gefangen und in einen Wildpark gebracht. Viktor weiß eines ganz genau: Er muss dem Wolf helfen!

***

Inhalt und Fazit:

„Er spürte die Anwesenheit des Wolfes im ganzen Körper. Als ob Strom durch seine Nerven floss. Seine Hände kribbelten, und auf den Armen und dem ganzen Rücken bekam er Gänsehaut. Er hatte das Gefühl, dass der Wolf in ihn hineinsah, als schaute er direkt in seine Seele. Beinahe ein wenig unheimlich.“ (Buchzitat)

Mit „Viktor und der Wolf“ ist dem Autor Hannes Klug ein ganz wunderbarer Kinderroman gelungen. Mit einer sehr spannenden und äußerst berührenden Geschichte, sowie jeder Menge Sachkenntnis wird dem jungen Leser die Welt der Wölfe nahegebracht. Wobei das Erzählte nach meiner Ansicht nicht nur Kindern und Jugendlichen gefallen dürfte. Durch die geschickt eingestreuten und gut recherchierten Hintergrundinformationen ist dieses Buch durchaus auch für die erwachsene Leserschaft lohnenswert.

Für mich persönlich war dieses Buch eine echte Überraschung, da ich nicht gedacht hätte, dass mich als Erwachsene ein Kinderbuch noch derart mitreißen könnte. Somit hatte ich ein paar sehr schöne Lesestunden mit der Erzählung über einen Jungen und einen Wolf, die das Schicksal zusammenführte, um auf beiden Seiten dem Leben eine neue Richtung zu geben. Eine Geschichte über Vertrauen und Freundschaft, Kampfbereitschaft und Mut, aber ebenso darüber, dass auch die Tiere Gefühle und ein Recht auf Leben haben. Ein Kinderbuch mit ganz viel Herz und vielen ermutigenden und aufrüttelnden Botschaften.

Die vom Autor geschaffenen Romanfiguren überzeugen auf ganzer Linie. Allen voran der kluge und liebenswerte Viktor, der im Laufe der Handlung eine erstaunliche Entwicklung durchmacht. Der Buchinhalt selbst ist zwar für jede Altersgruppe geeignet, doch durch die leicht verständliche und einfühlsame Sprache ist der Roman auf jeden Fall kindgerecht geschrieben. Kurze Kapitel sorgen für Abwechslung und die ansprechenden Illustrationen lockern das Gelesene zudem sehr schön auf. Immer wieder ermöglicht der Autor den Blick in die Welt durch Wolfsaugen betrachtet, und schafft dabei Verständnis für diese faszinierenden Beutegreifer. Besonders hervorheben möchte ich hierbei die naturgetreue und anschauliche Darstellung der Tiere, bzw. des Wolfes in der vorliegenden Geschichte.

Es freut mich sehr, dass mit diesem großartigen Buch den Wölfen eine Stimme gegeben wird. Eine Tierart, die von der Öffentlichkeit leider immer noch vielfach falsch eingeschätzt wird. Irreführende Berichterstattungen in den Medien tragen dabei einiges und zu Unrecht zum schlechten Ruf der Wölfe bei. Daher hoffe ich, dass dieses rundum gelungene Buch ganz viele Leser findet, und insgeheim wünsche ich mir zwecks Erreichung eines breiteren Publikums die Verfilmung der Geschichte. Entsprechend gerne vergebe ich für diese empfehlenswerte Neuerscheinung begeisterte fünf Sterne mit einem ganz großen Plus!

„Er sah die Sonne, er spürte den Wind, und er roch die Wolken. Er folgte dem Mond, und er hörte seinen Atem.“ (Buchzitat)

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