Leserpreis 2018

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Federnlesen

Johanna Romberg , Florian Frick
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 23.02.2018
ISBN 9783431040883
Genre: Biografien

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Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei btb, 20.03.2017
ISBN 9783442756841
Genre: Romane

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Padre Padrone

Gavino Ledda , Heinz Riedt
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.10.2003
ISBN 9783423131216
Genre: Romane

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Als ich ein kleiner Junge war

Erich Kästner
E-Buch Text: 189 Seiten
Erschienen bei Dressler Verlag, 31.10.2013
ISBN 9783862724246
Genre: Romane

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3 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Bei Durchsicht meiner Bücher

Erich Kästner
E-Buch Text: 175 Seiten
Erschienen bei Atrium Verlag AG Zürich, 25.04.2012
ISBN 9783037920169
Genre: Romane

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Bei Durchsicht meiner Bücher : eine Auswahl aus vier Versbänden.

Erich - Trier, Walter Kästner
Fester Einband
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.01.1978
ISBN B002CKXGCU
Genre: Sonstiges

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107 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

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Veilchens Winter

Joe Fischler
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 09.03.2017
ISBN 9783852189673
Genre: Krimi und Thriller

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Tee? Kaffee? Mord! - Der doppelte Monet (Nathalie Ames ermittelt 1)

Ellen Barksdale
E-Buch Text: 157 Seiten
Erschienen bei beTHRILLED by Bastei Entertainment, 12.12.2017
ISBN 9783732547654
Genre: Krimi und Thriller

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91 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 6 Rezensionen

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Stadt, Land, Mord

Ann Granger , Axel Merz
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.05.2010
ISBN 9783404163922
Genre: Krimi und Thriller

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235 Bibliotheken, 2 Leser, 4 Gruppen, 17 Rezensionen

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Mord ist aller Laster Anfang

Ann Granger , Edith Walter
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.06.1999
ISBN 9783404129669
Genre: Krimi und Thriller

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52 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

adoption, amerika, autismus, autist, babypuppe, blick auf die welt, callmeabookaholic, entführung, familie, ginny, ginny moon, ginny moon hat einen plan, pflegeeltern, roman, spannend

Ginny Moon hat einen Plan

Benjamin Ludwig , Edith Beleites
Fester Einband: 380 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 11.09.2017
ISBN 9783959670999
Genre: Jugendbuch

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Unsere unbekannte Familie

Jürgen Teipel
Fester Einband: 285 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.03.2018
ISBN 9783518468609
Genre: Sachbücher

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Brot

Walter Mayer , Alexandra Klobouk
Fester Einband: 277 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.09.2017
ISBN 9783458177258
Genre: Sachbücher

Rezension:

Klappentext:

„Brot riecht nach Heimkommen, Erwartetwerden. Brot riecht nach Liebe und Familie.“

Was findet man, wenn man dem Duft des Brotes folgt? Was erzählt Brot über die Menschen, die es essen, und über die Verhältnisse, in denen es gebacken wird?
Das verrät uns der Journalist Walter Mayer in dieser fein abgewogenen Mischung aus Reportage, Kulturgeschichte und Familienmemoir, die reich ist an erlesenen Fakten, Lieblingsrezepten, außergewöhnlichen Interviews und vorzüglichen Illustrationen von Alexandra Klobouk.


Inhalt und Fazit:

Brot gehört bis zum heutigen Tag zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln, doch Brot ist so viel mehr als nur ein Lebensmittel. Genau das macht der Autor Walter Mayer in seinem Buch mehr als deutlich. Brot hat eine lange Geschichte, die weit zurückreicht. Es duftet nach Geborgenheit und Wärme, weckt Heimatgefühle und Kindheitserinnerungen. Wer von uns hat nicht als Kind heimlich von der frischen und knusprigen Kruste genascht? Brot steht aber auch für Brauchtum und Tradition. Beispielsweise schenkt man neuen Nachbarn gerne Brot und Salz. Das symbolische Geschenk soll im neuen Heim vor Schaden bewahren und für Wohlstand und Wohlergehen sorgen.

Auch in der Religion kommt dem Brot immer wieder eine wichtige Bedeutung zu. Brot war in früheren Zeiten ein Symbol der Götter. So huldigten die Griechen Demeter, der Göttin für die Fruchtbarkeit der Erde und des Getreides. Wie in den meisten Ackerbaukulturen bildete das Brot auch in biblischen Zeiten das wichtigste Nahrungsmittel. Eine gute Getreideernte sicherte bei Sumerern, Ägyptern, Israeliten, Persern, Griechen und Römern das Überleben. Eine schlechte Ernte führte zu Hungersnot und Tod. In der Bibel wird Brot zudem als symbolische Nahrung verstanden, die nicht nur den Leib, sondern auch die Seele nährt und stärkt.

Heutzutage ist das industriell hergestellte Brot zu einer preiswerten und jederzeit verfügbaren Massenware geworden. Doch die Faszination des Brotbackens, sowie die Qualität und der Duft eines frisch gebackenen Brotes sind damit nicht zu ersetzen. Von den ganzen Zusatzstoffen, die bei industriell hergestellter Backware eingesetzt wird, ganz zu schweigen. Nichts ist so natürlich und gesund wie ein selbstgebackenes Brot, welches im Grunde mit ganz wenigen Zutaten auskommen kann. Doch trotz einfacher Rezeptur ist das Brotbacken eine hohe Kunst, die erst mal erlernt sein will. Und vor allem braucht man Geduld und Zeit, wie Sarah Wiener dem Autor erklärt. Die bekannte Fernsehköchin ist eine leidenschaftliche Verfechterin für eine gesunde Lebensweise. Mit ihr führte der Autor sein erstes Interview für dieses Buch und wurde prompt für eine Nachtschicht in der eigenen Bäckerei eingeladen.

Für die Suche nach dem Duft des Brotes begibt sich der Autor auf eine lange und lehrreiche Reise. Er interviewte Bäcker aus Österreich, Albanien, Marokko und Schottland. Aber er sprach auch mit dem Inhaber der umsatzstärksten Bäckereikette Deutschlands und sogar mit einem Ernährungsminister. Wie es überhaupt zu diesem Buch kam und wo ihn seine Suche nach dem Duft des Lebens letztendlich hinführte, all das und so viel mehr erfährt man in diesem wunderbaren Buch auf äußerst abwechslungsreiche Art und Weise. Der sehr lebendige Schreibstil sorgt dabei für viel Lesefreude und Kurzweil. Die Begeisterung des Autors spiegelt sich in seinen Texten komplett wider und das macht dieses Buch zu einem leidenschaftlichen Plädoyer, ja fast zu einer Liebeserklärung für ein Lebensmittel, dem gar nicht genug Wertschätzung entgegengebracht werden kann. Die äußerst gelungenen Illustrationen von Alexandra Klobouk machen ebenfalls Spaß und runden das Gesamtbild sehr schön ab. Und der hochwertige Leineneinband ist beinahe so, als wolle man dem wichtigen Inhalt des Buches und dem Brot ansich Respekt zollen.

„Brot“ ist ein hervorragend recherchiertes Sachbuch und unterhaltsamer Erfahrungsbericht zugleich. So macht die Erwerbung von neuem Wissen große Freude und prägt sich vielleicht sogar besser ein. Ich denke, ich kann versprechen: Selbst wer noch nie ein Brot gebacken hat, bekommt spätestens am Ende des Buches große Lust dazu. Sehr gerne empfehle ich diese Lektüre weiter und vergebe bei so vielen Vorzügen die wohlverdienten fünf Sterne.

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68 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

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Fräulein Hedy träumt vom Fliegen

Andreas Izquierdo
Flexibler Einband: 524 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 15.01.2018
ISBN 9783458363095
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

„Dame in den besten Jahren sucht Kavalier, der sie zum Nacktbadestrand fährt. Entgeltung garantiert.“

Hedy von Pyritz, 88 Jahre, diszipliniert, scharfzüngig, eitel, sorgt mit einer Annonce in der örtlichen Tageszeitung für einen handfesten Skandal in ihrem beschaulichen Städtchen im Münsterland. Aber Fräulein Hedy bleibt unbeirrt: Sie wird ihren Willen durchsetzten! Basta!
Kurzerhand bestimmt sie ihren schüchternen Physiotherapeuten Jan zu ihrem Fahrer. Hedy hat einen herrlichen Oldtimer, Jan keinen Führerschein, dafür aber ein offenes Ohr für Hedys wilde Lebensgeschichten. Und je mehr Geheimnisse sie ihm aus ihrer schillernden Vergangenheit anvertraut, desto stärker verändert sie damit seine Zukunft …


Zum Inhalt:

„ … Eine Weile starrte sie noch durch das Fenster in den Nachthimmel. Da dachte sie ebenso wirr wie schelmisch: Die Königin war erwacht, ein Spatz hatte an ihrem Haar gezupft. Lass ihn ein in den großen Irrgarten der unerzählten Geschichten. Öffne das Fenster und biete ihm die Welt.“ (Seite 11)

Die 88-jährige Hedy von Pyritz ist eine alte Dame, die beeindruckt und Respekt einflößt. Mit einem Verstand, der mindestens ebenso scharf ist wie ihre Zunge hält sie das Zepter fest in der Hand und hat auch nicht vor, es loszulassen. Das gilt insbesondere für die Von-Pyritz-Stiftung, die sie einst für hochbegabte Kinder gründete. Fräulein Hedy ist sehr vermögend und hat dadurch und durch ihre Position als Stiftungsvorsitzende viel Einfluss in der Stadt bis hin zum Bürgermeister. Doch eines Tages hat Fräulein Hedy genug von all ihrer selbstauferlegten Disziplin. Sie gibt eine Anzeige in der Tageszeitung auf, die für viel Aufsehen in ihrem münsterländischen Heimatort sorgt und ihre Tochter Hannah in Rage versetzt. Doch Fräulein Hedy lässt sich nicht beirren, nach langer Zeit träumt sie wieder vom Fliegen.

Der sympathische und schüchterne Jan Kramer ist Physiotherapeut. Er hat eine Lese-Rechtschreib-Schwäche, die er bisher allerdings gut verheimlichen konnte. Sein selbstbewusster Bruder Nick ist der derjenige, zu dem er aufsieht. Und außerdem ist Nick der einzige, der ihm von seiner Familie geblieben ist. Eines Tages sprach Fräulein Hedy, der Jan nie zuvor begegnet ist, den jungen Mann im Park einfach an. Nach einem recht ungewöhnlichen Einstellungsgespräch wurde er sofort engagiert, um Fräulein Hedys Beweglichkeit durch therapeutische Maßnahmen zu unterstützen. Jan war zwar ziemlich irritiert über diese seltsame Vorgehensweise, sagte aber dennoch zu. Auch wenn er sich lange Zeit fragen sollte, wie Frau von Pyritz eigentlich ausgerechnet auf ihn gekommen war. Warum sie ihn, den völlig Fremden, einfach so einstellte und in ihn somit in ihr stattliches Haus ließ.

Doch Fräulein Hedy ist eine sehr kluge Frau mit viel Lebenserfahrung. Sie war sich von Anfang an sicher, in Jan viel Potential zu erkennen und hat bei dem jungen Mann natürlich mehr im Sinn, als nur seine Dienste als Physiotherapeut in Anspruch zu nehmen. Beide können zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen, wie nah sie sich noch kommen sollen, welche Verbundenheit zwischen ihnen entstehen wird. Zwei Menschen, die ein schweres Paket aus der Vergangenheit mit sich herumtragen. Zwei einsame Herzen, die sich einiges von der Seele zu reden haben. Allerdings gibt es auch immer wieder Stolpersteine, die es zu überwinden gilt. Mehr als einmal wird diese außergewöhnliche Freundschaft von Fräulein Hedy und Jan auf eine harte Probe gestellt. Doch letztendlich lernen beide voneinander und das wiederum gibt ihrem bisherigen Leben eine neue Richtung...


Mein Fazit:

„Fräulein Hedy träumt vom Fliegen“ ist ein ganz wunderbarer und herzerwärmender Roman, der einen von der ersten bis zur letzten Seite voll in seinen Bann zieht. Der Autor Andreas Izquierdo versteht es hervorragend, mit viel Feingefühl Stimmungen zu erzeugen und seinen Romanfiguren Leben einzuhauchen. Sehr schnell wünscht man sich als Leser, diese beiden besonderen Menschen, die als Hauptprotagonisten in diesem Roman gezeichnet wurden, im wahren Leben kennenzulernen.

Im Laufe der Handlung vertraut Fräulein Hedy dem jungen Physiotherapeuten ihre bewegende und atemberaubende Lebensgeschichte an. Somit ergeben sich zwei Handlungsstränge, die zum einen in der Gegenwart und zum anderen in der Vergangenheit verankert sind. Beide Zeitebenen verfolgt man mit Spannung und außerdem zeigt sich auch hier ständig die große Empathie des Autors. Die Galanterie und das Zeitgefühl der Zwanziger Jahre wurden im Buch mit opulenten, sehr lebendigen Beschreibungen eingefangen. Diese Abschnitte sind ein wahrer Lesegenuss. Auf der anderen Seite werden die Schrecken des Zweiten Weltkrieges in all ihrer Härte wiedergegeben. An diesen Stellen ist man entsetzt und traurig über soviel Leid, den dieser Krieg über die Menschen gebracht hat. Aber auch die Gegenwart hält hochemotionale Momente für den Leser bereit und zwischendurch lockert eine fein dosierte Prise Humor den Lesestoff angenehm auf.

Dieses gut recherchierte, mitreißende und mit vielen Botschaften angereicherte Werk bleibt auf jeden Fall lange in Erinnerung. Eine zutiefst berührende Geschichte über Liebe und Freundschaft, Verzweiflung und Hoffnung, Willenskraft und Mut, und über das, was eine Familie ausmachen sollte. Es geht aber auch um Grenzen, deren Überwindung einen Menschen mitunter über sich selbst hinauswachsen lässt. Und es geht um Ziele und Träume, die man niemals aufgeben sollte. Des weiteren zeigt der Roman sehr schön, dass hinter der gealterten Fassade eines Menschen eine zwar unvermutete, aber dennoch abenteuerliche Vergangenheit mit großartigen Leistungen stehen kann. Allzu schnell vergisst man dies im Alltag beim Umgang mit älteren Menschen. Obendrein wird durch die Geschehnisse im Buch deutlich, dass Richtig und Falsch nicht immer eindeutig trennbar sind, und deshalb einmal getroffene Entscheidungen das ganze Leben belasten können.

Kurz und gut: Bei dieser abwechslungsreichen Lektüre bleiben garantiert keine Lesewünsche offen. Nur am Ende ertappt man sich bei dem Wunsch, dass man den Lebensweg der beiden Hauptfiguren sehr gerne noch weiterverfolgt hätte, weil sie einem so ans Herz gewachsen sind. Mit großer Freude und voller Überzeugung vergebe ich schlussendlich begeisterte fünf Sterne, und freue mich nebenbei bemerkt jetzt schon auf die nächste Neuerscheinung des Autors.

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Was man von hier aus sehen kann

Mariana Leky
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 15.08.2018
ISBN 9783832198398
Genre: Romane

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398 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 92 Rezensionen

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Die Vegetarierin

Han Kang , Ki-Hyang Lee
Fester Einband: 190 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 15.08.2016
ISBN 9783351036539
Genre: Romane

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

alltagsgeschichten, am meer, burnout, familienprobleme, gedichte, gesprächsbedarf, kurzgeschichten, reisepläne

Alltagsperlen

Antonia Löschner
Flexibler Einband: 122 Seiten
Erschienen bei lulu.com, 21.06.2017
ISBN 9781365999932
Genre: Sonstiges

Rezension:

*** KLAPPENTEXT:

Häufig geht es im Alltagstrubel unter: Das eigene Ich. Dabei ist es, als Kenner unserer Bedürfnisse und Stärken, der beste persönliche Berater.
Die hier versammelten Geschichten und Gedichte laden zur Wiederentdeckung des Ich im Alltag ein. Mit so vielfältigen Themen und Charakteren wie im wahren Leben.
Zur Autorin: Dr. Antonia Löschner ist Ethnologin und Mediatorin. Sie arbeitet als internationale Beraterin von Menschen in schwierigen Lebenssituationen.


*** INHALT UND FAZIT:

In dem vorliegenden Büchlein finden sich vierzig Kurzgeschichten und Gedichte, die zu einer ganz besonderen Reise einladen. Es geht um das Finden und die Wiederentdeckung des eigenen Ich, welches im allgemeinen Alltagstrubel oftmals verlorengeht. Schlimmstenfalls wurde es sogar zeitlebens unterdrückt. Beispielsweise durch Einflüsse von außen, die eine Selbstentfaltung gar nicht erst zuließen. Aber viel häufiger stehen wir uns einfach nur selbst im Weg. Von Selbstzweifeln geplagt fehlt uns in solchen Situationen der Mut zur Veränderung und wir verharren untätig im Nest der Gewohnheit. Wie dem auch sei. Wenn wir es zulassen, dass das eigene Ich aus seinem Schattendasein heraustreten darf, geschieht manchmal Unglaubliches. Wir spüren eine Energie, die uns vielleicht sogar zu neuen Ufern führen kann. Je mehr wir auf unser Inneres hören, umso mehr Kraft kann es uns verleihen. Wir werden achtsam mit uns selbst und allem was uns umgibt, erlangen Ruhe und Zufriedenheit, geraten immer mehr in Balance. Wir werden eins mit uns selbst und unserem Leben.

Die Erzählungen im Buch zeigen sehr schön, die Entdeckung des eigenen Ich ist ein ziemlich breitgefächertes Thema. Dies gilt für das Offensichtliche und das was im Verborgenen liegt, wobei manches auch eine Frage der Wahrnehmung oder der Perspektive ist. Kurz und gut: Eine solche Entdeckungsreise ist eine auf jeden Fall spannende Angelegenheit, die bei einem selbst anfängt und dabei weitreichende Wirkungen auf das äußere Umfeld haben kann. Es geht hierbei aber nicht um selbstsüchtigen Egoismus ohne Rücksicht auf Wünsche und Ansprüche anderer, auch das wird von der Autorin ausgezeichnet vermittelt. Außerdem soll und kann das Büchlein natürlich kein Allheilmittel zur Selbstfindung sein, sondern es ist als inspirierender und hilfreicher Wegweiser zu verstehen. Und zwar ohne belehrenden Zeigefinger, sondern mit liebevoll und sorgsam gestalteten Texten, die mit Fantasie und Feingefühl geschrieben wurden, und somit beim Lesen viel Freude machen. Eine kluge und abwechslungsreiche Lektüre, die auf unterhaltsame Art zum Nachdenken anregt. Mit Geschichten von lebensnah bis märchenhaft, und Gedichten, die zum Träumen und Verweilen einladen. Durch ihre Vielseitigkeit ist diese Anthologie übrigens auch eine sehr schöne Geschenkidee.

Ein kleines Buch mit ganz vielen Botschaften. Alltagsperlen, für die sich viel Mühe gegeben wurde und die mit Bedacht gelesen werden wollen. Erst dann können sie ihre volle Wirkung entfalten. Sehr gerne vergebe ich hier abschließend fünf Sterne.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

»Schlimmstenfalls wird alles gut«

Clara Paul
Fester Einband: 80 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 07.03.2016
ISBN 9783458205104
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:  
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44 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Ein Haus voller Träume

Fanny Blake , Katharina Förs , Sonja Schuhmacher
Flexibler Einband: 475 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 10.07.2017
ISBN 9783458362845
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

In ihrem Haus in den andalusischen Bergen wartet Lucy auf ihre Geschwister Jo und Tom. An diesem Wochenende müssen sie sich von ihrem »Haus der Träume« verabschieden, dem Haus, in dem sie ihre Kindheit verbrachten und das nach dem Tod der Mutter nun verkauft werden soll.
Die drei Geschwister erwarten ein paar Tage voller Entdeckungen, denn ihre Mutter hat jedem der drei etwas sehr Besonderes hinterlassen. …


Zum Inhalt:

Hope war eine unkonventionelle Frau, die vor Lebensfreude nur so sprühte und mit ihrer Unberechenbarkeit gerne für Überraschungen sorgte. Daher wundern sich ihre Kinder nicht allzu sehr, dass ihre Mutter eine ganz spezielle Trauerzeremonie für den Fall ihres Todes festgelegt hatte: Hope liebte rauschende Feste, und somit wünschte sie sich zum Abschied anstelle einer obligatorischen Trauerfeier eine Party in ihrem Haus in den andalusischen Bergen. Ihrem geliebten Zuhause, dem sie einst in spanischer Sprache den Namen „Haus der Träume“ gab. All ihre Freunde sollten sich gemeinsam mit der Familie in fröhlicher Stimmung an sie erinnern, bevor ihre Asche an einem von ihr vorbestimmten Platz verstreut würde.

Als Hope nach kurzer Krankheit verstirbt, treffen sich ihre Kinder im Haus ihrer Kindheit, um den letzten Willen der Mutter zu erfüllen. Jo ist die Älteste, sie ist alleinerziehend und reist mit ihrer vierjährigen Tochter Ivy an. Tom erscheint mit seiner anstrengenden Familie, bestehend aus seiner Frau Belle und den beiden halbwüchsigen Söhnen Alex und Ethan. Lucy ist die jüngste der drei Geschwister. Sie ist mit dem Schauspieler Art verheiratet, leider blieb ihre Ehe trotz aller Bemühungen bisher kinderlos. Nervös erwartet Lucy das kommende Wochenende, an dem es nicht nur um die Beisetzung der Mutter gehen soll, sondern auch um den Verkauf des Hauses. Lucy hängt sehr an diesem Haus und sucht nach einem Ausweg, den Verkauf zu vermeiden.

Jedes der drei Geschwister hat einen anderen Vater. Tom und Jo wissen noch nicht einmal, wer ihr Vater eigentlich ist. Während Tom sich mit diesem Umstand im Laufe der Jahre abgefunden hatte, ist Jo nie darüber hinwegkommen. Sie konnte und wollte nicht verstehen, dass ihre Mutter ein derartiges Geheimnis daraus machte und dieses sogar mit in den Tod nahm. So mischt sich bei aller Liebe zur Mutter doch auch Groll.

Es wird ein erlebnisreiches Wochenende voller Erinnerungen, Rätsel und starker Emotionen. Hope legte nicht nur genau fest, wie ihre Trauerzeremonie aussehen soll, sondern sie hat für die Gäste der großen Party sogar ein Abschiedsgeschenk vorbereitet. Und für ihre Kinder hat sie sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen. ...


Mein Fazit:

„Ein Haus voller Träume“ ist ein ganz wunderbarer Roman über das, was eine Familie ausmacht oder ausmachen sollte. Den folgenden Ausdruck gebrauche ich eigentlich selten, aber in diesem Fall passt es einfach, wenn man von einem Wohlfühlroman spricht. Die drei Geschwister wachsen einem mit jedem Kapitel mehr ans Herz und am Ende des Buches hätte ich ihren Lebensweg gerne weiterverfolgt. Die Autorin geht sehr detailliert auf ihre Hauptprotagonisten und deren Gefühle ein, und somit lebt, lacht und leidet man mit ihnen, und teilt deren Hoffnungen, Wünsche und Träume. Es ist ein klein wenig so, als wäre man selbst ein Teil dieser außergewöhnlichen Familie.

Die Charakterstudie der drei Geschwister hat mir besonders viel Freude gemacht. 'Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm' besagt schon ein berühmtes Sprichwort. Das Buch zeigt sehr schön, dass man sich auch beim besten Willen nicht immer dagegen wehren kann. Obendrein hält der Roman im Hintergrund einige Botschaften bereit und regt zum Nachdenken an. Es wird beispielsweise vermittelt, wie Prägungen und Enttäuschungen aus Kindertagen das ganze Leben beeinflussen können. Worte können sehr verletzend sein, aber auch Ungesagtes kann ein Leben lang belasten. Auf der anderen Seite vergessen Kinder allzu gerne, dass auch Eltern nicht als Eltern geboren wurden, sondern ebenfalls eine Kindheit und Jugend hatten, die sie zu dem machten was sie heute sind. Je tiefer der Nachwuchs in die Vergangenheit der Eltern eintaucht, umso mehr wird er das verstehen und erhält vielleicht völlig neue Sichtweisen auf manche Dinge.

Sehr gerne vergebe ich für diese warmherzige und kluge Familiengeschichte vier Sterne. In der Mitte des Buches gab es leider ein paar Längen und das Lesen wurde an diesen Stellen etwas mühsam. Vielleicht wäre es besser gewesen, hier etwas zu kürzen. Dennoch ist das ansonsten sehr schöne Buch auf jeden Fall eine Leseempfehlung wert!

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

alter, baden- baden, berlin, briefträger als retter, eine reise, familie, husum, kratzbürstige berlinerin, kur, reha, usedom, witwentröster, zwei ältere damen

Weit weg ist anders

Sarah Schmidt
E-Buch Text: 261 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 06.03.2017
ISBN 9783458752042
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

Kratzbürstige Berlinerin die eine, norddeutsche Kleinstädterin mit einer Vorliebe für Yoga und Handarbeiten die andere: Außer einer gegenseitigen tiefen Abneigung haben Edith Scholz und Christel Jacobi nichts miteinander am Hut. Dennoch lassen sich die beiden 70-Jährigen auf ein Abenteuer ein, das sie gemeinsam quer durch Deutschland führt.


Zum Inhalt:

Die beiden Rentnerinnen Edith Scholz und Christel Jacobi verbringen einen Reha-Aufenthalt auf Usedom. Frau Scholz ist eine waschechte Berlinerin, die für gewöhnlich kein Blatt vor den Mund nimmt und ihren Mitmenschen unverblümt zeigt, was sie von ihnen hält. Eigentlich ist Edith am liebsten allein, und daher möchte sie mit nichts und niemand mehr zu tun haben als unbedingt nötig. Christel Jacobi ist von ganz anderer Art, interessiert sich für Esoterik und Yoga, und ist ansich die Liebenswürdigkeit in Person. Allerdings ist sie auch recht unselbständig, arg empfindlich und des öfteren ziemlich anstrengend. Da Frau Jacobi eine eher kontaktfreudige Person ist, hängt sie sich sogleich an ihre Zimmernachbarin Frau Scholz, die davon zunehmend genervt ist.

Frau Jacobi ist sehr krank. Deshalb möchte die besorgte Tochter, dass ihre Mutter zukünftig in einem Pflegeheim versorgt und betreut wird. Das entspricht aber nicht Christels Vorstellungen, die ganz verzweifelt einen Ausweg aus dieser Misere sucht und leider nicht den Mut aufbringt, ganz offen mit ihrer Tochter über dieses Thema zu sprechen. Recht bald kommt Christel auf die Idee, ihre Reha-Bekanntschaft Frau Scholz ins Vertrauen zu ziehen und möchte diese zu einem aberwitzigen Plan überreden. Frau Scholz hat nun die Wahl des für sie kleineren Übels: Entweder nimmt sie die Einladung von Frau Jacobi an, oder aber sie muss zu Hause den grässlichen Baulärm der momentanen Renovierungsarbeiten ertragen. Sie entscheidet sich für Christel Jacobi, nichtsahnend, auf was für ein Abenteuer sie sich da einlässt.

Frau Scholz ist zwar eine ziemlich harte Nuss, aber sie hat kein Herz aus Stein. Während der gemeinsamen Reise durch Deutschland entsteht sogar eine zarte Freundschaft zwischen den beiden Frauen. Sie schütten sich gegenseitig ihr Herz aus und Frau Scholz wundert sich mitunter selbst über ihre eigene Zugänglichkeit. In solchen Momenten zieht sie allerdings öfters die Notbremse, man muss schließlich nichts übertreiben. Nichtsdestotrotz fühlt sie sich für Frau Jacobi verantwortlich, der es im Laufe der Zeit immer schlechter geht. ...


Mein Fazit:

Der vorliegende Roman („Weit weg ist anders“ von Sarah Schmidt) hat es mir zu Anfang nicht ganz leicht gemacht. In den ersten Kapiteln wurde ich mit den beiden Hauptprotagonistinnen einfach nicht richtig warm. Frau Scholz war mir mitunter zu derb und rücksichtslos, und Frau Jacobi war nicht nur für ihre Kurbekanntschaft, sondern auch für mich als Leserin stellenweise ziemlich anstrengend. Gleichzeitig trübten diverse Längen das Lesevergnügen. Zu meiner großen Freude gerieten die nachfolgenden Kapitel wesentlich schwungvoller. Und die beiden Damen, deren Vergangenheit nun etwas mehr aufgerollt wurde, lernte man ständig besser kennen und schließlich auch mögen. Es hat sich eben niemand selbst gemacht und der Mensch ist immer die Summe seines gelebten Lebens. Vor allem Frau Scholz hat mich oft überrascht und stellte sich als besonders facettenreich heraus.

Die Geschichte im Buch hält einige Botschaften bereit: Auch der ältere Mensch hat noch Wünsche und Träume, und vor allem hat er ein Recht darauf, selbst über sein Leben zu entscheiden. Fürsorge von Kindern ist eine lobenswerte Angelegenheit, aber sie sollte nicht in Bevormundung ausarten. In diesem Zusammenhang wird gezeigt, wie wichtig es ist, dass miteinander gesprochen wird. Im Hintergrund des Romans wird außerdem vermittelt, dass Alleinsein nicht Einsamkeit bedeuten muss, der ständig Umsorgte aber durchaus einsam sein kann.

Eine insgesamt unterhaltsame und mit viel Humor gespickte Lektüre, die zum Nachdenken anregt. Und ob man will oder nicht, die beiden Hauptakteurinnen werden einem immer sympathischer, sogar die sperrige Frau Scholz. Sehr gerne vergebe ich hier vier Sterne und eine Leseempfehlung!

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Wenn nachts der Ozean erzählt

Zana Fraillon , Claudia Max
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei cbj, 27.02.2017
ISBN 9783570164761
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Buchbeschreibung:

Ein Buch über Freiheit, Hoffnung und die heilende Kraft von Geschichten.
Subhi ist ein Flüchtlingskind, geboren in einem Auffanglager. Seine Welt beschränkt sich auf einen staubigen Flecken Erde hinter einem Maschendrahtzaun. Aber wenn alle schlafen, dann träumt Subhi vom Nachtmeer, das zu seinem Zelt kommt und ihm Schätze bringt. Eines Tages bringt es ihm Jimmie. Das Mädchen Jimmie lebt auf der anderen Seite des Zauns, fühlt sich jedoch genauso verloren und einsam wie Subhi. Zwischen den beiden entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft, die auf eine harte Probe gestellt wird. Am Ende müssen beide mutiger sein als je zuvor, um sich und der Welt neue Hoffnung zu geben.


Zum Inhalt:

Der neunjährige Subhi lebt mit seiner Mutter und seiner Schwester Queeny im Familienzelt eines Auffanglagers, in dem verdorbenes Essen und Gewalt an der Tagesordnung sind. Und damit sind nur zwei der Schrecken genannt, die Subhis Leben im Flüchtlingslager ausmachen. Seine Schwester brachte ihm einst das Lesen und Schreiben bei, und seitdem liest der empfindsame Junge alles, was ihm zwischen die Finger kommt. Dadurch erhält er zumindest eine vage Vorstellung von der Welt hinter dem Stacheldrahtzaun. Außerdem liebt Subhi die Geschichten und Erzählungen der Alten, denn sie sind voller Erinnerungen an ein Leben außerhalb des Lagers. Erinnerungen, die er nicht haben kann, denn Subhi wurde in diesem Auffanglager geboren.

Eines Nachts steht das Mädchen Jimmie vor ihm, ganz urplötzlich, wie eine aus dem Boden gewachsene Erscheinung. Aber das taffe Mädchen ist kein Geschöpf seiner ausgeprägten Phantasie, sondern Realität, und: Sie kommt von draußen! Jimmie kann trotz ihrer zehn Jahre noch immer nicht lesen. Die Mutter ist vor drei Jahren verstorben, und dem Vater und ihrem Bruder verheimlichte sie bisher ihre Leseschwäche. Jimmie hat ein Buch von ihrer Mutter, welches sie wie einen Schatz hütet. Aus diesem Buch lässt sie sich von Subhi vorlesen. Bei jedem ihrer geheimen Treffen gelingt es den beiden Kindern, ihre Einsamkeit für kurze Zeit zu vergessen und es entsteht eine innige Freundschaft.

Aber dann überschlagen sich die Ereignisse: Subhis geliebte Mutter will eines Tages gar nicht mehr aufwachen, sein bester Freund fasst einen gefährlichen Plan, und obendrein wird Jimmie sehr krank. Subhis bisherige Welt gerät völlig aus den Fugen und er steht vor schweren Entscheidungen...


Mein Fazit:


In „Wenn nachts der Ozean erzählt“ hat die australische Autorin Zana Fraillon das hochaktuelle und brisante Thema Flüchtlinge in ein Jugendbuch gepackt. Eine sicherlich schwierige Aufgabe, die ihr aber hervorragend gelungen ist, und dieses wertvolle Buch nicht nur für junge Leser, sondern auch für Erwachsene sehr lohnenswert macht. Darüber hinaus ist der anspruchsvolle Roman sicherlich eine Bereicherung für jede Schulbibliothek, mit viel Diskussionsstoff für einen lebhaften Unterricht.

Auch wenn das Erzählte im Buch frei erfunden ist, entspricht leider vieles einer traurigen Realität. Im Vordergrund steht die Geschichte von Subhi, sein Leben in diesem furchtbaren Flüchtlingslager, und die Bedeutung von Freundschaft, Freiheit und Menschlichkeit. Beiher wird aber auch das harte Leid der Rohingya angesprochen. Die Rohingya sind eine muslimische Volksgruppe in Myanmar. Eine unterdrückte Minderheit, die in der eigenen Heimat verfolgt wird und auch woanders unerwünscht ist. Ein Konflikt, von dem die Welt wenig mitbekommt.

Der tapfere und liebenswerte Hauptprotagonist Subhi ist mir schnell ans Herz gewachsen, ebenso wie die kleine kesse Jimmie. Das Tun und die Gedankengänge der Kinder beschreibt die Autorin sehr einfühlsam, dadurch sind deren Emotionen für den Leser verständlich und nachspürbar. Die Geschehnisse im Lager werden zwar schonungslos und wirklichkeitsnah vermittelt, auf der anderen Seite gibt es wunderschöne Passagen im Buch, die poetisch und märchenhaft anmuten. Diese Stellen lockern den schwer verdaulichen Lesestoff auf und machen viel Freude.

Insgesamt gesehen war dieser Roman für mich ein äußerst beeindruckendes Leseerlebnis, welches mich zutiefst berührt und erschüttert hat. Die Autorin selbst sagt über ihr Buch, sie wünschte, dass sie es nie hätte schreiben müssen. Nach der Lektüre kann man ihr nur zustimmen und ich persönlich empfinde Hochachtung für ihr aufrüttelndes Werk. Sehr gerne vergebe ich hier voller Überzeugung fünf Sterne und spreche eine unbedingte Leseempfehlung aus!

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Die letzten Tage der Nacht

Graham Moore , Kirsten Riesselmann
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Eichborn, 16.02.2017
ISBN 9783847906247
Genre: Historische Romane

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Raumpatrouille

Matthias Brandt
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.09.2016
ISBN 9783462045673
Genre: Romane

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Das Haus der verlorenen Kinder

Linda Winterberg
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 18.04.2016
ISBN 9783746632209
Genre: Romane

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Rotwein für drei alte Damen oder Warum starb der junge Koch?

Minna Lindgren , Jan Costin Wagner , Niina Wagner
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 10.03.2016
ISBN 9783462047240
Genre: Romane

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