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Im Land des ewigen Frühlings: Guatemala-Roman

Christiane Lind
Flexibler Einband: 408 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 29.11.2016
ISBN 9781539826743
Genre: Sonstiges

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katzen, katzenroman, herz, liebesroman, tierliebe

Verliebt, verlobt, verkatert

Caroline Messingfeld
E-Buch Text: 230 Seiten
Erschienen bei Forever, 18.11.2016
ISBN 9783958181502
Genre: Liebesromane

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katzen, katzenvilla, liebesroman, snowbell, felidae

Pfote fürs Leben

Caroline Messingfeld
E-Buch Text: 112 Seiten
Erschienen bei Mondschein Corona Verlag, 19.01.2016
ISBN 9783960680048
Genre: Sonstiges

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krisenintervention, schock, trauer, kriseninterventionsteam (kit), notfallseelsorge

Erste Hilfe für die Seele

Angélique Mundt
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei btb, 11.10.2016
ISBN 9783442714742
Genre: Sachbücher

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

trauer, katze, liebe, freundschaft, tod

Phillips letztes Geschenk

Christiane Lind
E-Buch Text: 186 Seiten
Erschienen bei Amazon Publishing, 08.11.2016
ISBN 9781503997493
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

„Was hat er sich nur dabei gedacht?“ flüsterte Carolin, als ein schwarzes Kätzchen aus dem Transportkorb herauslugte …
Seit ihr Mann gestorben ist, verkriecht sich Carolin in ihrer Trauer und meidet alle Menschen. Überraschend erhält sie eines Tages ein Geschenk, das Phillip noch vor seinem Tod für sie ausgesucht hatte: ein Katzenjunges. Auf Samtpfoten schleicht es sich in ihr Leben und in ihr Herz - obwohl sein Freiheitsdrang sie gehörig auf Trab hält. Beim Suchen lernt Carolin ihre Nachbarn besser kennen und gewinnt langsam neuen Lebensmut. Bis zu dem Tag, als ihr Kätzchen verschwindet, und das, wo der Winter vor der Tür steht!
Ein berührender Roman über Trauer, Liebe und die Kraft der Freundschaft.


Zum Inhalt:

Carolin war schon immer ein Einzelgänger und daher legte sie nie viel Wert auf den Umgang mit anderen Menschen. Auch tiefgehende Beziehungen mit Männern gab es nicht. Phillip war die große Ausnahme. Er akzeptierte Carolin so wie sie war und er verstand es, ihr das Gefühl von Unabhängigkeit zu lassen, das sie offensichtlich brauchte. Er sah Dinge in ihr, die andere nicht sahen und er mochte es, seine junge Frau ganz vorsichtig aus ihrem Schneckenhaus herauszulocken. Phillip und Carolin verband eine Liebe, die auch nach fünf Jahren Ehe unverändert stark war. Dann erkrankt Phillip an Krebs, und beide bangen und hoffen monatelang um sein Leben. Selbst als ihm klar wird, dass er den Kampf nicht gewinnen kann, kämpft Carolin weiter. Bis zum bitteren Ende.

Als Phillip verstirbt, verliert Carolin den Boden unter ihren Füßen und verfällt wieder in die alten eigenbrötlerischen Muster. Sie geht allen Menschen möglichst aus dem Weg, auch denen, die es gut mit ihr meinen. Dann steht eines Tages Anka vor ihrer Tür, eine gute Freundin ihres Mannes. Sie hat ein Geschenk für Carolin, ein Geschenk von Phillip. „Was hat er sich nur dabei gedacht?“ fragt sich Carolin als erstes, als sie das kleine schwarze Kätzchen sieht. Im Laufe der Zeit soll Carolin klar werden, wie wohlüberlegt ihr Mann an dieses letzte Geschenk herangegangen ist. Als das Kätzchen durch ein Versehen entwischt, keimen die tief verwurzelten Verlustängste allerdings sofort wieder auf. Nun ist es ein Kampf gegen sich selbst, den Carolin gewinnen muss, wenn sie dem Katerchen helfen will. …


Mein Fazit:

Mit „Phillips letztes Geschenk“ ist der Autorin eine hinreißende und herzerwärmende Weihnachtsgeschichte gelungen. Durch die Einteilung in vierundzwanzig Kapitel hat man mit diesem Buch sogar einen literarischen Adventskalender. Wobei es den meisten Lesern vermutlich schwerfallen wird, die nötige Geduld aufzubringen. Denn der kleine Roman ist nicht nur sehr berührend, sondern auch spannend, und daher fällt es schwer, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen.

Es ist wunderbar zu lesen, wie das Katerchen nicht nur sein Frauchen, sondern die gesamte Nachbarschaft um seine kleinen Pfoten wickelt. Die Tierliebe der Autorin ist deutlich spürbar, insbesondere zu Katzen. Daher wurden auch immer wieder mal Themen und Problematiken aus dem Tierschutz eingeflochten. Doch vor allem menschelt es in diesem Roman. Es geht um Freundschaft und den Zusammenhalt in der Gemeinschaft, um Hilfsbereitschaft und Empathie, um Liebe und Loslassen, und auch darum, dass niemand allein sein sollte. Das gilt für Jung und Alt, für Mensch und Tier.

Kurz und gut: In diesem Roman findet sich alles, was eine schöne Weihnachtsgeschichte ausmachen sollte, einschließlich einer kleinen Prise Weihnachtszauber. Daher ist dieses Buch mit seinem harmonischen Cover auch ein prima Geschenktipp. Sehr gerne vergebe ich hier fünf funkelnde Sterne! 

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kinderbuch, tiere, norden, kunst, sachbuch

Die Welt der wilden Tiere - Im Norden

Dieter Braun
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Knesebeck, 12.10.2015
ISBN 9783868738223
Genre: Kinderbuch

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tiere, bilderbuch, süden, kunst, sachbuch

Die Welt der wilden Tiere

Dieter Braun
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Knesebeck, 11.09.2014
ISBN 9783868737349
Genre: Kinderbuch

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37 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

engel, krieg, apocalypsia, gott, luzifer

Apocalypsia

Andreas Izquierdo
Flexibler Einband: 620 Seiten
Erschienen bei OPEN DOOR PUBLISHING, 31.05.2016
ISBN 9783000532337
Genre: Fantasy

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49 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

liebe, schwangerschaft, geheimnisse, leukämie, selbstmord

Tage mit dir

Kate Dakota
E-Buch Text: 298 Seiten
Erschienen bei Forever, 12.08.2016
ISBN 9783958181328
Genre: Liebesromane

Rezension:

Buchbeschreibung / Klappentext:

Eine Geschichte, die tief im Herzen berührt – über Schicksalsschläge und die Liebe zum Leben.
Falk hat sich seinen Traum erfüllt: Er arbeitet als erfolgreicher Broker an der Börse. An seinem 30. Geburtstag muss er jedoch mit ansehen, wie sich sein Kollege das Leben nimmt. Daraufhin beginnt er, nicht nur seine Arbeit, sondern auch sein ganzes Leben zu hinterfragen. Als Falk die 25-jährige Dänin Minje kennenlernt, ist er vom ersten Moment an von ihr fasziniert. Minje stellt sein Leben gehörig auf den Kopf, ist aufbrausend und widerspenstig, dann wirkt sie wieder zerbrechlich und schutzbedürftig. Sie bringt eine Seite an Falk zum Vorschein, die er selbst nicht von sich kannte. Was er jedoch nicht ahnt: Minje hat ein Geheimnis, welches ihrer beider Leben für immer verändern wird.


Zum Inhalt:

Eigentlich war Falk Oppenheimer mit seinem bisherigen Leben recht zufrieden. Der Selbstmord seines Arbeitskollegen verändert allerdings alles. Der Schock sitzt tief und die Bilder dieses furchtbaren Erlebnisses gehen Falk nicht mehr aus dem Kopf, aber vor allem kommt er ins Grübeln. Soll das wirklich alles sein? Sollte die Anhäufung von Geld für andere der einzige Sinn seines Lebens sein? Gewiss, er hat Erfolg in seinem Beruf und verdient gut, gepaart mit seinem guten Aussehen hat er auch etliche Chancen in der Damenwelt. Dennoch nimmt Falk sich eine berufliche Auszeit, in der er über einiges nachdenken und mit sich ins Reine kommen will.

Er entschließt sich zu einer mehrtägigen Wanderung entlang der Mosel. Bereits am ersten Tag begegnet er Minje. So außergewöhnlich wie Minje selbst ist auch dieses erste Zusammentreffen. Die widersprüchliche junge Frau reizt Falk mitunter bis zur Weißglut und dann wieder weckt sie seinen Beschützerinstinkt. Das ist neu für Falk, der sich bisher nur sich selbst gegenüber verantwortlich fühlte. Schnell spürt er, dass Minje ein Geheimnis mit sich herumträgt, welches sie sehr belastet. Aus dem ersten Zusammentreffen wird ganz schnell Liebe und Falk erfährt schließlich den traurigen Hintergrund von Minjes Geheimnis. Er ist erschüttert! Wird er bei Minje bleiben? Ist seine Liebe zu Minje wirklich stark genug, dem allem standzuhalten und ihr in den folgenden schweren Zeiten beizustehen? ...


Mein Fazit:

Eigentlich lese ich eher selten einen Liebesroman, aber da ich von der Autorin Kate Dakota schon so viel positives gehört hatte, ließ ich mich gerne auf „Tage mit dir“ ein. Zu meiner großen Freude wurde ich nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil. Die Geschichte von Minje und Falk ist derart berührend, dass man schon ein Herz aus Stein haben müsste, wenn man sich nicht von ihr beeindrucken ließe. Mit einem schönen und flüssigen Schreibstil führt die Autorin den Leser durch ihren mitreißenden Roman und versteht es geschickt, jedes Kapitel mit einem Spannungsmoment abzuschließen, so dass man das Buch gar nicht an die Seite legen möchte.

Abgesehen von der ergreifenden Geschichte birgt das Buch auch viele Botschaften. Geld allein macht eben wirklich nicht glücklich und das Schicksal ist nun mal nicht käuflich. Auf der anderen Seite ist Glück keine Frage von Dauer, sondern eine Frage der Intensität. Und im Grunde darf sich ein Jeder überaus glücklich schätzen, der die wahre Liebe in seinem Leben einmal erfahren durfte. All das und einiges mehr lässt sich aus der Geschichte über Minje und Falk herauslesen, und nebenbei über das eigene Leben nachdenken. Manch ein Problemchen, welches einem mitunter auf der Seele liegt, bekommt in Anbetracht von Minjes Schicksal eine ganz andere, viel kleinere, Dimension.

Bei all den Vorzügen, die das Buch vorzuweisen hat, vergebe ich hier sehr gerne fünf Sterne. Eine Leseempfehlung für alle, die schöne und bewegende Liebesromane mögen, und für all jene, die gerne zwischen den Zeilen lesen.

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

tsunami, sri lanka, flutlicht, sri lank, niederlande

Flutlicht

Gideon Samson , Rolf Erdorf , Julius 't Hart
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Gerstenberg Verlag, 27.06.2016
ISBN 9783836958967
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:

„Elin Andersson möchte mit dir auf Facebook befreundet sein.“
Pieter sieht sich gerade in Amsterdam das Endspiel der Fußball-WM an, als die Freundschaftsanfrage hereinkommt. Und plötzlich sind die Bilder wieder da. ...
Sri Lanka, Dezember 2004: Pieter und John verbringen entspannte Urlaubstage am Meer, wo sie zwei schwedische Backpackerinnen kennenlernen. Für Pieter und Elin ist es Liebe auf den ersten Blick. Sie wollen die Nacht zusammen am Strand verbringen. …
Ein packender Roman über einen Jugendlichen, der dem Tsunami entkommt und alles vergessen will. Doch die Flutwelle holt ihn ein.


Zum Inhalt:

„Ich hörte eine Menschenmasse, die sich mit aller Kraft ans Leben zu klammern suchte. Eine Masse, die flehte, doch bitte noch etwas länger auf dieser Welt bleiben zu dürfen. Es gibt Schreie und es gibt Schreie. Und dann gibt es noch so etwas wie Todesangst. Es waren die Urschreie aus dem Mark des Menschen. Es war das Ende.“ (Buchzitat, Seite 52/53)

2004: Der fast achtzehnjährige Pieter und der nur wenig ältere John haben sich durch einen mehrmonatigen Freiwilligeneinsatz auf Sri Lanka kennengelernt. Nach dieser Zeit entspannen sich die beiden Freunde während ein paar Urlaubstagen am Meer, und treffen dort auf die schwedischen Rucksacktouristinnen Elin und Isabelle. Pieter und Elin verlieben sich sofort ineinander und verbringen einen romantischen Abend am Strand, wollen auch die Nacht an diesem traumhaften Ort genießen. Am darauffolgenden Morgen bricht eine gewaltige Flutwelle über das Land herein, eine schreckliche Katastrophe von ungeheurem Ausmaß. Es handelt sich um den Tsunami vom 26. Dezember 2004, der damals verheerende Schäden anrichtete und unglaublich viele Menschen in den Tod riss. Auch der Inselstaat Sri Lanka war von der Naturkatastrophe sehr stark betroffen.

2010: Pieter überlebte dieses furchtbare Unglück, doch die traumatischen Erlebnisse haben tiefe seelische Wunden bei dem jungen Mann hinterlassen. Auch wenn er wusste, dass er niemals vergessen kann, setzte er stets alles daran das Erlebte zu verdrängen, hüllte sich fortan darüber in Schweigen, meidet Menschenansammlungen, zieht sich immer mehr von allem und jedem zurück. Inzwischen sind fünfeinhalb Jahre vergangen und Pieter sieht sich gerade das WM-Finale im Fernseher an. Dann geschieht es: Völlig überraschend erhält er von Elin eine Freundschaftsanfrage über Facebook. Pieter ist regelrecht geschockt und weiß nicht, wie er auf die Anfrage reagieren soll. Elin nimmt noch immer einen großen Platz in seinem Herzen ein, aber mit ihr kehren auch die Geschehnisse von damals wieder zurück. Wie eine erneute Flutwelle brechen sie über Pieter herein, die lange verdrängten grauenvollen Bilder aus der Vergangenheit. Währenddessen mischt das Schicksal seine Lebenskarten vielleicht noch mal ganz neu. Für welche Karte wird Pieter sich entscheiden? ...


Mein Fazit:

Das Buch ist eine Zusammenarbeit von Autor Gideon Samson und Julius 'T Hart, einem Betroffenen, der das tragische Tsunami-Unglück seinerzeit überlebte und im Roman den Namen Pieter bekommen hat. Die vorliegende Geschichte beruht also auf einer wahren Begebenheit und ist nur in Anteilen fiktiv. Umso mehr geht das Erzählte ans Herz. 

Während der Lektüre stellt sich immer wieder die Frage: Wie würde man selbst in so einem Katastrophenfall reagieren und wie verarbeitet man eigentlich die daraus resultierenden traumatischen Erfahrungen? Ein derart dramatisches Erlebnis hinterlässt Spuren in der Psyche eines Überlebenden, die nicht nur ihn selbst belasten, sondern auch das soziale Umfeld zu Hause. Pieters Schicksal steht hier als Beispiel für viele tausend andere Betroffene und vermutlich gibt es einige, die ihr normales Leben nie wieder aufnehmen konnten. Diese Fäden könnte man unendlich weiterverfolgen. Doch ganz oben auf der Liste steht vor allem die unfassbare Dimension der ganzen Tragödie von 2004. Durch Pieters Erinnerungen bekommt der Leser eine Ahnung davon.

Ein großartiger Roman mit einem leicht offenen, aber hoffnungsvollen Ende. Eindringlich, mitreißend und berührend entwickelt er eine starke Sogwirkung, die Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen packt. Für mich war dies die zweite sehr überzeugende Leseerfahrung von Gideon Samson. Ein Autor, der es hervorragend versteht, ganz tief in die Menschen hineinzublicken. Sehr gerne vergebe ich für dieses beeindruckende und unbedingt empfehlenswerte Jugendbuch fünf Sterne! Die Übersetzung ins Deutsche wurde übrigens von Rolf Erdorf vorgenommen. Gideon Samson und auch Rolf Erdorf wurden bereits mehrfach für ihre Arbeiten ausgezeichnet. 

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

australien, liebe, familie, schwestern, frauenwahlrecht

Im Schatten der goldenen Akazie


E-Buch Text
Erschienen bei null, 21.08.2016
ISBN B01K0ATCE4
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

Erinnerungen bleiben, aber der Schmerz verweht mit dem Wind …
Australien, Ende des 19. Jahrhunderts. Nach dem tragischen Tod ihrer Mutter haben die besonnene Victoria und die leidenschaftliche Catherine nur einander. Nichts scheint die Schwestern trennen zu können, bis der Opalschürfer Luke in ihr Leben tritt.
Gut hundert Jahre später: Nach einer tiefen Enttäuschung folgt Franziska kurz entschlossen einem Brief ihrer Großtante Ella und reist nach Australien. Gemeinsam forschen die beiden nach ihren Wurzeln und begegnen starken Frauen, weisen Aborigines und dem entbehrungsreichen Leben deutscher Einwanderer.
Vor der traumhaften Kulisse Queenslands entfaltet sich eine dramatische Familiengeschichte über mehrere Generationen.


Zum Inhalt:

Franziska kann es nicht fassen. Sie ist schwer enttäuscht von ihrer Schwester Alina. Wie konnte diese ihr so etwas antun und sie derart verletzen?! Hinter ihrem Rücken hatte Alina eine heimliche Liebelei mit ihrem Freund Julian. Dabei war Franziska immer für ihre jüngere Schwester da. Vor allem seit dem Tod der Eltern, die vor vier Jahren durch einen Unfall ums Leben kamen. Franziska braucht Abstand, und zwar möglichst schnell und möglichst weit entfernt von den beiden. Doch wohin? Franziska erinnert sich an einen Brief ihrer Großtante Ella, die sie nie kennenlernen konnte und kommt schnell zu einem Entschluss: Sie wird nach Australien reisen und ihre Großtante aufsuchen. Die sympathische junge Frau ahnt nicht, dass diese Reise ihr ganzes Leben verändern wird. Gleichzeitig stößt sie durch Nachforschungen auf ein bewegendes Familiendrama voller Geheimnisse, welches sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts abspielte.

Die eher ruhige Victoria und die temperamentvolle Catherine sind der Hauptteil dieser Reise in die Vergangenheit. Sie waren noch Kinder, als sie ihre Mutter durch ein tragisches Unglück verloren. Ihr Vater Joseph hatte stets seiner älteren Tochter Victoria die Schuld daran gegeben und ließ sie ihr Leben lang dafür büßen. Doch war Victoria wirklich schuld am Tod der Mutter, oder brauchte der Vater nur einen Sündenbock für seinen Kummer? Den Tod seiner Frau konnte Joseph nie verwinden. Er flüchtete sich in den Alkohol und in die Spielsucht, trieb die Plantage immer mehr in den Ruin. Seine spätere Krankheit machte alles noch schlimmer. Victoria und Catherine jedoch hielten stets zusammen. Der Verlust der Mutter hatte sie noch enger zusammengeschweißt. Durch die ablehnende Haltung ihres Vaters ist Catherine für Victoria der rettende Anker, der sie hält. Alles ändert sich, als der gutaussehende Luke in das Leben der beiden Schwestern tritt. Leider führt er nichts Gutes im Schilde und versteht sich sehr gut darin, mit seinem Charme alle zu blenden, auch Joseph. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf. ...


Mein Fazit:

„Im Schatten der goldenen Akazie“ war für mich ein wunderbarer und abwechslungsreicher Unterhaltungsroman, der mich bei seinen Rückblenden in die Vergangenheit an den Stil großer Familiensagas erinnerte und die angesprochene Zeit hervorragend zum Leben erweckte. Eine spannende Handlung, berührende Schicksale, schön herausgearbeitete Charaktere, sowie die zu Australien gehörenden geheimnisumwobenen Aborigines sorgen für aufregende und kurzweilige Lesestunden. Besonders das Schicksal der beiden Schwestern Victoria und Catherine hatte es mir angetan. Ich muss zugeben, dass ich mir ein wenig mehr von den Aborigines gewünscht hätte. Auch den kurz angeführten Suffragetten hätte für meinen Geschmack etwas mehr Platz eingeräumt werden dürfen. Allerdings zielte der Roman auf ein anderes Thema ab, und zwar ging es der Autorin in erster Linie um die Beziehung unter Geschwistern und dabei speziell um das ganz besondere Band, welches unter Schwestern zu finden ist. Liebe und Hass liegen hier oftmals dicht beieinander.

Auch in diesen aktuellen Roman hat die Autorin Christiane Lind wieder viel Herz und Sorgfalt hineingelegt. Das ist deutlich spürbar, und macht gemeinsam mit dem mitreißenden und lebendigen Schreibstil viel Freude beim Lesen. Die Romanfiguren sind hervorragend gelungen und glaubwürdig dargestellt. Das gilt nicht nur für die Sympathieträger in der Geschichte, sondern auch für den zwielichtigen Luke und den unnachgiebigen Vater Joseph. Und natürlich bekamen auch diverse Katzen, quasi als Markenzeichen der Autorin, kleine Nebenrollen zugeordnet, die mitunter ganz nebenbei für humorvolle Auflockerungen sorgten. Ein informativer Anhang rundet das positive Gesamtbild ab.

Liebe, Herz und Schmerz unter der heißen Sonne Australiens. Sehr gerne vergebe ich für diese generationsübergreifende gefühlvolle Lektüre, die garantiert keine Langeweile aufkommen lässt, fünf Sterne.

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254 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 105 Rezensionen

theater, romeo und julia, shakespeare, sachsen, liebe

Romeo und Romy

Andreas Izquierdo
Flexibler Einband: 491 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.04.2016
ISBN 9783458361411
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

Keinen Job, keinen Freund, keine Perspektive - das ist die nicht gerade erfreuliche Bilanz, als Romy in ihr winziges Dorf im schönsten Nirgendwo heimkehrt. Als Schauspielerin gescheitert, umgeben von schrulligen Alten, fasst sie einen tollkühnen Plan: Sie wird aus ihrer Scheune ein elisabethanisches Theater bauen, und Romeo & Julia aufführen. Mit den Alten aus ihrem Dorf. Sie haben kein Geld, keine Erfahrung, aber einen Star: Ben, Herzensbrecher und liebenswerter Dilettant, dessen größter Erfolg ein Waschmittelspot war. ...


Zum Inhalt:

„Sie atmete ein. Sie atmete aus. Es war nicht nur die klare frische Luft, die so vertraut die Haut streichelte, es war, als spürte sie neben den Häuschen, Sträßchen und Gärten auch die, die hier schon immer gewohnt hatten. Sie hörte ihre Stimmen, ihr Gelächter, ihr Gemecker und ihr Seufzen wie ein immerwährendes Flüstern alter Geschichten, die das Laub rascheln ließen oder wie Pollen im Sonnenlicht tanzten. Erinnerungen. …
Heimat war nicht das, was man sah, sondern das, was andere niemals sehen würden.“ (Seite 35)


Manchmal kommt eben alles zusammen. Erst erfährt Romy, dass ihre Großmutter plötzlich und unerwartet verstorben ist, und dann verliert sie auch noch ihren Job beim Theater. Romy kehrt daraufhin in ihr kleines Heimatdorf zurück und zieht in das Haus ihrer Großmutter. Die Trauer sitzt tief, denn schließlich war es Oma Lene, die sie nach dem Tod der Mutter mit viel Liebe großgezogen hatte. Den Vater hatte sie nie gesehen, über ihn hüllt man sich im Dorf in Schweigen. Im Grunde war seinerzeit die ganze Dorfgemeinschaft für Romy wie eine große Familie, in der sie wohlbehütet aufgewachsen ist.

All das ist lange her und als Romy in ihr Dorf zurückkehrt, sind alle ein Stückchen älter geworden. Sie erkennt die ehemals so starken Menschen kaum wieder. Jeglicher Lebenswille scheint in eine gewisse Apathie übergegangen zu sein. Das einzige Interesse besteht eigentlich nur noch darin, wer wohl die letzten beiden Plätze auf dem Dorffriedhof bekommen wird, da keiner der Dörfler auf dem Friedhof im Nachbarort begraben sein möchte. Um genau diese Plätze wird allerdings teilweise mit harten Bandagen gekämpft, soll heißen, zur Not versucht man halt dem natürlichen Verlauf der Dinge ein wenig nachzuhelfen. Als Romy dies erkennt, ist sie entsetzt. Sie muss ihre geliebten Alten unbedingt aus dieser Lethargie herausholen und von diesem aberwitzigen Vorhaben abhalten, dem Schicksal zuvorkommen zu wollen.

Geboren aus dem Wunsch eine berühmte Schauspielerin zu werden, fasst Romy einen wagemutigen Plan. Sie will aus ihrer Hofscheune ein elisabethanisches Theater bauen, und die Dorfbewohner sollen nach der Fertigstellung die Darsteller sein. Der gutaussehende Ben, ein Schauspieler mit wenig Talent und dafür umso mehr Starallüren, soll das Zugpferd sein, welches hoffentlich das nötige Publikum anlocken wird. Es gibt allerdings ein recht spezielles Problem bei der Sache: Ben war eigentlich schuld daran, dass Romy ihren Job als Souffleuse verlor. Außerdem glauben die Dorfbewohner, dass die junge Frau bereits eine vielgefragte Schauspielerin ist. Das Bauamt hat zum Theaterbau dann leider auch noch ein Wörtchen mitzureden, und, und, und. Probleme über Probleme. Nun heißt es zusammenhalten, denn bei Romys Projekt sind nicht nur Köpfchen und kräftige Arme, sondern auch das Herz gefragt. …


Mein Fazit:

Dieses Buch ist wirklich Balsam für Herz und Seele. Vordergründig liest man einen locker geschriebenen und humorvollen Unterhaltungsroman mit einer Liebesgeschichte. Doch im Hintergrund birgt „Romeo und Romy“ viele Botschaften, die zum Nachdenken anregen, auch in Bezug auf das eigene Älterwerden. Alt werden oder alt sein muss eben nicht zwangsläufig bedeuten, dass man sich auf ein Abstellgleis begibt und das Leben an sich vorbeiziehen lässt. Manchmal braucht es zwar einen Anstubser von außen, aber vor allem braucht es den eigenen Willen, um Dinge zu ändern oder neue Aufgaben anzupacken. Und in echter Gemeinschaft fällt zudem vieles leichter.

Die herzerwärmende Handlung und die vom Autor liebevoll gezeichneten Protagonisten machen während der Lektüre viel Freude. Ich habe mich beispielsweise köstlich amüsiert, wenn die alten Damen regelrecht um Bens Gunst buhlten, und es war wunderbar zu verfolgen, wie Romy nach und nach wieder Leben in das Dorf und seine Bewohner einhauchte. Freundschaft und Zusammenhalt sind die großen Themen im Buch, ebenso wie die Bedeutung von Heimat, Familie und Geborgenheit. Aber es gibt auch traurige Momente im Handlungsverlauf, denn ein hoher Einsatz fordert mitunter seinen Preis. Und wenn es um einen besonders guten Freund geht, müssen in Ausnahmefällen sogar mal dorfeigene Grundregeln auf den Kopf gestellt werden.

Für mich war dieser erfrischende und vielseitige Roman von Andreas Izquierdo eine Leseerfahrung, die mich absolut überzeugt und begeistert hat. Wenn man am Ende einer Geschichte das Gefühl hat, man hätte die Menschen darin gerne noch ein Stück begleitet, hat ein Autor wohl alles richtig gemacht. Im Endergebnis gibt es von mir eine klare Leseempfehlung und volle fünf Sterne!

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

finnland, erwachsen werden, coming-of-age, provinz, roman

Von Männern und Menschen

Olli Jalonen , Stefan Moster
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Mare Verlag, 05.07.2016
ISBN 9783866482418
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

Sommer 1972 in der finnischen Provinz: Als sein Vater erkrankt, muss der 17-jährige Erzähler von einem Tag auf den anderen die Kindheit hinter sich lassen und die Ferienmonate auf dem Bau verbringen. Zwischen den erwachsenen und nicht selten verschrobenen Männern taucht er ein in eine völlig neue Welt. Und in den langen und hellen skandinavischen Nächten erscheinen bald auch die Frauen in einem ganz anderen Licht. 


Zum Inhalt:

Die Erlebnisse des jungen Erzählers, im Roman bleibt er ohne Namen, wurden vom Autor aus der Ich-Perspektive erzählt. Dabei lässt er den Leser tief in die Gedankengänge seines liebenswerten Hauptprotagonisten eintauchen und die Zeit der Siebziger Jahre wieder aufleben. Die Zeit der Schlaghosen und Hotpants, lange Haare bei Männern und Frauen, Farben und Muster in den mutigsten Kombinationen, und, und, und... Der Drang der Jugend nach Veränderung war in den Siebzigern so groß wie nie zuvor, auch wenn das den wenigsten Eltern gefiel. Es war die Zeit, in der sich eine Jugend emanzipierte, die sich gegen auferlegte Regeln zur Wehr setzte und die ihre Ideen ausleben wollte im buntesten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. 

Für all diese Dinge hat der siebzehnjährige Erzähler allerdings kaum Sinn und Zeit. Als sein Vater im Sommer 1972 schwer herzkrank und arbeitslos wird, sieht er sich gezwungen seine Eltern finanziell zu unterstützen. Kurzentschlossen nimmt er einen Ferienjob an, um die Schulden seines Vaters abzuarbeiten. Dort lernt er auch Rekku kennen, einen geistig behinderten jungen Mann, dem nicht nur die Arbeitskollegen, sondern auch der eigene Vater das Leben sehr schwer machen. Dem Erzähler aus dem Buch geht Rekkus Schicksal sehr nah und deshalb hilft und unterstützt er ihn, wo er nur kann. 

Auf den Schultern des Siebzehnjährigen lastet mit alledem viel Verantwortung und er begreift sehr schnell, dass für ihn die Zeit der Kindheit mit diesem Sommer vorüber ist. Aus dem Jugendlichen wird ein Mann. Der Arbeitsalltag in der Firma und die neue Rolle innerhalb seiner Familie machen ihn selbstbewusster, eigenständiger und er lernt sich durchzusetzen. Gleichzeitig macht er in diesem Sommer der großen Veränderungen seine ersten Erfahrungen mit den Frauen. Doch nur eine ist es, die sein Herz erobern kann. Und ausgerechnet ihr gegenüber begeht er einen folgenschweren Fehler. … 


Mein Fazit:

„Von Männern und Menschen“ war für mich wie eine gedankliche Zeitreise, die mir große Freude machte und eigene Jugenderinnerungen weckte. Der Erzähler und Hauptprotagonist, der im Buch nur „O“ genannt wird, wurde vom Autor Olli Jalonen sehr schön herausgearbeitet. Der Siebzehnjährige gewinnt mit seinem starken Charakter und seiner großherzigen Art sehr schnell die Sympathie des Lesers, auch wenn er manchmal beinahe schon zu perfekt erscheint. Gleichzeitig weht stets ein Hauch von Melancholie durch den Roman, verursacht durch die nachdenkliche und fast schon philosophische Art des Jugendlichen. Am Ende des Buches bleiben zwar ein paar Fragen offen, aber so ist es nun mal, nicht alle Angelegenheiten des Lebens klären sich für gewöhnlich im Laufe eines Sommers. 

Obwohl ich die Geschichte ansich und vor allem den Hauptprotagonisten sehr mochte, gelang es mir während der Lektüre nicht immer beim Inhalt zu bleiben. Das Buch hat für meinen Geschmack doch einige Längen, und so manche sehr detailreiche Schilderung hätte vielleicht gekürzt werden oder sogar wegfallen können. Weniger ist eben manchmal mehr. Hinzu kommt, dass der vom Autor geschaffene Romanheld durch seinen pragmatischen Charakterzug eine überaus ruhige Erzählform hat. Das kann für den Leser mitunter etwas ermüdend sein. Demzufolge hätte dem immerhin 544 Seiten starken Roman ein etwas größerer Spannungsaufbau vielleicht gut getan, oder aber etwas mehr Emotionalität.

Trotz der von mir empfundenen Kritikpunkte möchte ich dennoch nur einen Stern abziehen, weil ich mit diesem Buch viele herzerwärmende Lesemomente hatte. Die Themen Freundschaft, Zusammenhalt und Menschlichkeit wurden in diesem vielschichtigen Roman sehr schön zusammengebracht, und deshalb legt man das Buch am Ende mit einem guten Gefühl zufrieden zur Seite. Neben der eigentlichen Handlung erhält der Leser außerdem einen Eindruck von der politischen Situation Finnlands in 1972. Ein informativer Anhang stellt Wissenswertes zur Verfügung und macht das eine oder andere Gelesene verständlicher. Die Vorzüge überwiegen hier also insgesamt gesehen bei Weitem, und deshalb vergebe ich letztendlich sehr gerne vier Sterne. Die einfühlsame Übersetzung aus dem Finnischen und die Erläuterungen im Anhang stammen übrigens vom Autor Stefan Moster. 



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110 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 57 Rezensionen

weingut, spanien, frauen, familie, mord

Die Frauen von La Principal

Lluís Llach , Petra Zickmann
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 07.03.2016
ISBN 9783458176725
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

Maria weiß, die Entscheidung ist längst gefallen: Ihr Vater geht mit den vier Brüdern nach Barcelona, sie selbst muss bleiben. Als einzige Tochter soll sie das verwalten, was vom Weingut La Principal übrig ist. Für sie die Enttäuschung ihres Lebens, für alle anderen im Dorf der Beginn einer neuen Zeit.


Zum Inhalt:

Im Jahr 1893 ist Maria Roderich noch nicht einmal zwanzig Jahre alt, als eine Katastrophe über die Familie hereinbricht. Das katalanische Weingut La Principal, der stolze Familienbesitz der Roderichs, wurde von der Reblaus befallen. Der Vater hatte das Unheil kommen sehen und bereits seit längerem entsprechende Vorkehrungen getroffen. Er selbst geht mit den vier Söhnen nach Barcelona. Dort haben sie viel mehr Optionen, als auf dem der Vernichtung preisgegebenen Weingut. Nur Maria soll zurückbleiben und sich um die verbleibenden geschäftlichen Angelegenheiten kümmern. Maria hasst ihren Vater dafür und kann nicht begreifen, wie er ihr das antun kann. Und dennoch, mit Durchsetzungsvermögen und eisernem Willen übernimmt Maria diese Aufgabe, und verschafft sich dabei Respekt und hohes Ansehen in der gesamten Umgebung. Ihre Macht und ihr Vermögen schüren allerdings auch Neid und Eifersucht in dieser von Männern dominierten Zeit. 

Viele Jahre später ist Marias Tochter die Herrin auf La Principal und ihre Lebensgeschichte ist mit Sicherheit nicht weniger aufregend als die der Mutter. Sie hat zwar die Willenskraft, aber nicht die Härte ihrer Mutter geerbt, und führt das Weingut mit etwas leichterer Hand zu weiterem Erfolg. Auch für Marias Tochter hat das Leben so manche Hürde vorgesehen. Und auch die Tochter muss manchmal Grenzen überschreiten, ganz besonders dann, wenn es das Herz befiehlt. Am Ende setzt sie für diese Liebe alles auf eine Karte, riskiert ihre eigene Zukunft und die von La Principal. 

Da hat es die Enkelin von Maria Roderich wesentlich leichter. Aufgewachsen in einer Zeit, in der sich die Frauen emanzipierten, eröffnen sich ihr von vornherein ganz andere Möglichkeiten. Sie führt sehr gerne das Leben einer modernen und erfolgreichen Geschäftsfrau, und genießt ihre Selbständigkeit ebenso wie ihre Freiheit. Bei Gesprächen mit dem inzwischen einundneunzigjährigen Vater taucht Marias Enkelin tief in die Vergangenheit ihrer Familie ein, und erfährt dabei Einzelheiten, die sie aus dem Staunen nicht mehr herauskommen lassen. Die letzten Geheimnisse werden gelüftet. ...


Mein Fazit:

Diese mitreißende Familiensaga hat mich mit ihrem ereignisreichen Inhalt und den spannenden Protagonisten schwer beeindruckt. Die drei zielorientierten und couragierten Frauen führen trotz aller Widerstände ein Leben abseits der gesellschaftlichen Regeln ihrer Zeit, selbstbestimmt und wenn nötig gegen alle geltenden Konventionen. Bei solch starken Frauen bekommt auch der Mann hier und da eine ungewohnte Rolle auf der Bühne des Lebens. Die der jeweiligen Zeit angepasste stilvolle Sprache ist während der Lektüre ein wahrer Genuss. Eine einfühlsame und intensive Erzählform lässt die angesprochenen Zeiten wieder aufleben und erzeugt Bilder im Kopf. Der Autor scheut sich zudem auch nicht, polarisierende Themen wie gleichgeschlechtliche Liebe und Bisexualität in seinem Roman unterzubringen. Ein ungeklärter Mord im Handlungsverlauf, an dem ein junger und sehr engagierter Polizeiinspektor arbeitet, ist dann noch das sogenannte i-Tüpfelchen auf das Ganze. Seine Ermittlungen sorgen für viel Wirbel und decken einen abscheulichen Skandal auf.

„Die Frauen von La Principal“ steht für pure Lesefreude! Ein großartiges Werk mit überraschenden Elementen, welches aufgrund seiner Vielseitigkeit auch anspruchsvollen Lesern zusagen dürfte. Die facettenreiche und liebenswerte Romanfigur Llorenc Costa, der Vater der Enkelin, hat mir nebenbei bemerkt besonders gut gefallen. Das Buch ist übrigens der erste Roman von Lluís Llach in deutscher Übersetzung. Ein Autor, den man sich nach meiner Ansicht unbedingt merken sollte. Sehr gerne vergebe ich für diese herausragende Leseperle begeisterte fünf Sterne! 

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

zeppelin, hindenburg, geschichte, zeppeline, technik

Mit dem Zeppelin nach New York

Stephan Martin Meyer , Thorwald Spangenberg
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Gerstenberg Verlag, 27.06.2016
ISBN 9783836958844
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Klappentext:

Einmal nach Amerika - für den 14-jährigen Werner Franz geht ein Traum in Erfüllung, als er als Kabinenjunge auf der „Hindenburg“ anheuert. Mehrmals überquert er mit dem berühmten Zeppelin den Atlantik und erlebt eine aufregende Zeit. Doch auf der Fahrt nach New York findet der Traum ein jähes Ende ...
In diesem spannenden Sachbilderbuch nach einer wahren Geschichte lernst du die faszinierende Technik der Zeppeline kennen und begibst dich auf eine Reise in die Vergangenheit - an Bord des berühmtesten Luftschiffes der Welt.


Zum Inhalt:

Dies ist die Geschichte über einen mutigen Jungen, der eine schreckliche Katastrophe miterleben musste. Ein tragisches Unglück, welches die Menschen bis zum heutigen Tage beschäftigt.
Alles begann im Jahr 1936. Eine schwierige Zeit, die geprägt war vom Nationalsozialismus. Mit seinen erst vierzehn Jahren hat Werner Franz gerade die Schule beendet und ist auf Arbeitssuche. Bei einem heimlichen Kinobesuch sieht er Bilder und Nachrichten von New York, und fortan träumt er davon dort viel Geld zu verdienen, um seine Familie zu unterstützen. Da kommt es wie gerufen, dass auf der berühmten „Hindenburg“ ein Kabinenjunge gesucht wird. Werner bewirbt sich und kann es kaum glauben, als er tatsächlich angenommen wird. Die Arbeit an Bord gefällt ihm sehr gut und der Junge ist stolz darauf ein echter Zeppeliner, ein Teil der Mannschaft zu sein. Werner genießt die Fahrten mit dem Luftschiff und all die Eindrücke, bis zu diesem denkwürdigen Tag …


Mein Fazit:

Dieses Buch ist ein kleines Gesamtkunstwerk. Ein sehr vielseitiges und hervorragend durchdachtes Sachbilderbuch für Kinder und Jugendliche, die abenteuerliche Erzählungen mögen und interessiert sind am Thema Luftfahrzeuge. Der Autor Stephan Martin Meyer hat hier eine gelungene Mischung geschaffen aus spannender und berührender Geschichte, gepaart mit jeder Menge Sachkenntnis und technischen Details zur „Hindenburg“. Durch geschickt eingestreute Einzelheiten aus jener Zeit ist dieses Buch auch gleichzeitig eine Reise in die Vergangenheit, die besonders die Dreißiger Jahre ein stückweit aufleben lässt.

Die wunderbaren Illustrationen von Thorwald Spangenberg sind ein wahrer Augenschmaus. Beeindruckende und teilweise großzügige Zeichnungen in verschiedenen Techniken sorgen für viel Abwechslung und veranschaulichen das Gelesene. Der geschickte Aufbau von Wort und Bild ergibt insgesamt eine gute Übersichtlichkeit, somit wird der junge Leser nicht überfordert. Sogar mir als Erwachsene hat dieses Buch viel Neues vermitteln können, und die Geschichte über Werner Franz und seine aufregenden Reisen mit dem Luftschiff haben mich mit dem Jungen mitfiebern lassen.

Zu guter Letzt gibt es am Ende sogar noch ein paar Andeutungen über den weiteren Werdegang von Werner Franz. Das hat mir besonders gut gefallen, da die Handlung im Buch auf dessen wahrer Geschichte basiert. Außerdem gibt es als Anhang eine kurze Erläuterung über die Zeppelin-Stiftung und das Zeppelin-Museum in Friedrichshafen. Das erwähnte Museum ist zudem an der Entstehung dieses Buches beteiligt. Sehr gerne vergebe ich hier überzeugte fünf Sterne und spreche eine unbedingte Leseempfehlung aus.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Davina

Silvia Viktoria Leitner
Fester Einband: 152 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 02.10.2015
ISBN 9783738649932
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:

Ein magisches Wesen in Gestalt eines Pferdes landet auf der Erde. Es hat die Farben in seiner Mähne und damit auch seine Zauberkräfte verloren, weshalb es nicht in seine Welt zurück kann. Das kleine Mädchen Maren entdeckt die hilflose Stute Davina und bietet ihr Hilfe und Unterstützung an. Gemeinsam machen sich die beiden also auf die Suche nach den verlorengegangenen Farben und müssen bald feststellen, dass sie damit nicht alleine sind:
Ein dunkles Pferd, dessen Herz voller Hass und Wut zu sein scheint, trachtet ebenfalls danach. Wie gehen Maren und Davina mit dieser Konkurrenz um? Sind die Freunde dadurch in Gefahr? Wird Davina nach Hause zurückkehren können?


Zum Inhalt:

Maren ist anders als die meisten ihrer Schulkameraden. Schon immer fühlte sie sich der Natur und den Tieren ganz besonders verbunden. Während viele andere Mädchen ihres Alters bereits an Jungs, die neuesten Klamotten und Handys denken, ist Maren bereits glücklich, wenn sie mit ihren Freundinnen im Wald spielen kann. Die schönsten Momente für Maren sind jene, wenn sie die Natur mit allen Sinnen aufnehmen und auf sich wirken lassen kann. Ja, die empfindsame junge Maren ist mit ihrer ausgeprägten Naturliebe und ihrem großen Herzen sicherlich ein außergewöhnliches Mädchen.

Da ist es bestimmt kein Zufall, dass ausgerechnet sie das Zauberwesen Davina treffen sollte. Davina ist ein Regenbogenpferd, das all seine Farben verloren hat, und mit diesen auch die Zauberkräfte und den Rückweg in die eigene Welt. Für Maren steht ganz schnell fest, dass sie der schönen Stute unbedingt helfen muss. Aber wie? Und woher kommt eigentlich das geheimnisvolle schwarze Pferd, welches so voller Zorn ist und den beiden nachstellt? Maren und Davina verbindet auf ihrem gemeinsamen Weg recht bald eine tiefe Zuneigung und Freundschaft. Die Suche nach Davinas Farben wird für das mutige Mädchen zu einem wunderbaren Abenteuer, bei dem sich Zeit und Raum aufzulösen scheinen. Aber es gibt auch Gefahren, die überstanden werden müssen. Die größte Bedrohung geht dabei von dem furchteinflößenden schwarzen Pferd aus, welches auch vor Gewalt leider nicht zurückschreckt. ...


Mein Fazit:

Mit „Davina - Das Regenbogenpferd“ ist der Autorin Silvia Viktoria Leitner ein ganz bezaubernder Kinderroman gelungen, in den spürbar viel Herz und Sorgfalt hineingelegt wurde. Bereits der äußere Eindruck ist wie eine Einladung zum Lesen. Das kunstvolle Cover und die Illustrationen im Buchinneren wurden von der Debütautorin selbst gestaltet. Sie geben dem Inhalt einen sehr schönen und passenden Rahmen. Ein fester Bucheinband und ein Lesebändchen runden den positiven Gesamteindruck dann ab. Die Protagonisten wurden fein herausgearbeitet und nehmen den Leser schnell für sich ein. Zu Beginn der Erzählung gab es für mich zwar ein kleines Detail, für das ich mir eine Auflösung gewünscht hätte, allerdings war dies für den weiteren Handlungsverlauf ohne Bedeutung und störte keinesfalls das Lesevergnügen. Es kann somit also getrost vernachlässigt werden.

Die Autorin führt den Leser mit einem sehr ansprechenden und dennoch kindgerechten Schreibstil durch ihren spannenden Roman voller märchenhafter Fantasie und magischer Momente. Eine Geschichte, die gleichzeitig ein Plädoyer für mehr Achtsamkeit in sich birgt. In erster Linie richtet sich das Buch sicherlich an Kinder und Jugendliche. Doch auch eine ältere Leserschaft, die das Träumen noch nicht verlernt hat, wird bestimmt Gefallen am Erzählten finden. Für mich persönlich war diese kurzweilige Lektüre jedenfalls eine unterhaltsame und herzerwärmende Leseerfahrung, an der ich viel Freude hatte. Sehr gerne bin ich der Autorin ins Reich der Fantasie gefolgt und vergebe hiermit fünf Sterne.

„Ein Verlust von etwas Wichtigem verändert einen im Herzen und in der Seele.“ (Buchzitat, Seite 51)

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26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

wolf, tierschutz, freundschaft, kinderbuch, mobbing

Viktor und der Wolf

Hannes Klug , Barbara Korthues
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.05.2016
ISBN 9783499217463
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Klappentext:

Viktor wünscht sich oft, er wäre ein starkes, wildes Tier, das sich gegen alles wehren kann. Gegen Tom und Ronnie in der Schule, zum Beispiel. Oder gegen die Trauer nach dem Tod seines Vaters. Vielleicht ist es darum kein Zufall, dass Viktor eines Tages am Bahndamm einem verletzten Wolf begegnet. Viktor spürt sofort eine tiefe Verbundenheit mit dem wilden Tier. Aber dann wird der Wolf gefangen und in einen Wildpark gebracht. Viktor weiß eines ganz genau: Er muss dem Wolf helfen!

***

Inhalt und Fazit:

„Er spürte die Anwesenheit des Wolfes im ganzen Körper. Als ob Strom durch seine Nerven floss. Seine Hände kribbelten, und auf den Armen und dem ganzen Rücken bekam er Gänsehaut. Er hatte das Gefühl, dass der Wolf in ihn hineinsah, als schaute er direkt in seine Seele. Beinahe ein wenig unheimlich.“ (Buchzitat)

Mit „Viktor und der Wolf“ ist dem Autor Hannes Klug ein ganz wunderbarer Kinderroman gelungen. Mit einer sehr spannenden und äußerst berührenden Geschichte, sowie jeder Menge Sachkenntnis wird dem jungen Leser die Welt der Wölfe nahegebracht. Wobei das Erzählte nach meiner Ansicht nicht nur Kindern und Jugendlichen gefallen dürfte. Durch die geschickt eingestreuten und gut recherchierten Hintergrundinformationen ist dieses Buch durchaus auch für die erwachsene Leserschaft lohnenswert.

Für mich persönlich war dieses Buch eine echte Überraschung, da ich nicht gedacht hätte, dass mich als Erwachsene ein Kinderbuch noch derart mitreißen könnte. Somit hatte ich ein paar sehr schöne Lesestunden mit der Erzählung über einen Jungen und einen Wolf, die das Schicksal zusammenführte, um auf beiden Seiten dem Leben eine neue Richtung zu geben. Eine Geschichte über Vertrauen und Freundschaft, Kampfbereitschaft und Mut, aber ebenso darüber, dass auch die Tiere Gefühle und ein Recht auf Leben haben. Ein Kinderbuch mit ganz viel Herz und vielen ermutigenden und aufrüttelnden Botschaften.

Die vom Autor geschaffenen Romanfiguren überzeugen auf ganzer Linie. Allen voran der kluge und liebenswerte Viktor, der im Laufe der Handlung eine erstaunliche Entwicklung durchmacht. Der Buchinhalt selbst ist zwar für jede Altersgruppe geeignet, doch durch die leicht verständliche und einfühlsame Sprache ist der Roman auf jeden Fall kindgerecht geschrieben. Kurze Kapitel sorgen für Abwechslung und die ansprechenden Illustrationen lockern das Gelesene zudem sehr schön auf. Immer wieder ermöglicht der Autor den Blick in die Welt durch Wolfsaugen betrachtet, und schafft dabei Verständnis für diese faszinierenden Beutegreifer. Besonders hervorheben möchte ich hierbei die naturgetreue und anschauliche Darstellung der Tiere, bzw. des Wolfes in der vorliegenden Geschichte.

Es freut mich sehr, dass mit diesem großartigen Buch den Wölfen eine Stimme gegeben wird. Eine Tierart, die von der Öffentlichkeit leider immer noch vielfach falsch eingeschätzt wird. Irreführende Berichterstattungen in den Medien tragen dabei einiges und zu Unrecht zum schlechten Ruf der Wölfe bei. Daher hoffe ich, dass dieses rundum gelungene Buch ganz viele Leser findet, und insgeheim wünsche ich mir zwecks Erreichung eines breiteren Publikums die Verfilmung der Geschichte. Entsprechend gerne vergebe ich für diese empfehlenswerte Neuerscheinung begeisterte fünf Sterne mit einem ganz großen Plus!

„Er sah die Sonne, er spürte den Wind, und er roch die Wolken. Er folgte dem Mond, und er hörte seinen Atem.“ (Buchzitat)

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

korea, der sinn des lebens, natur, leben, lyrik

Der Fisch, der zu den Sternen schwimmen wollte

Ahn Do-Hyun , Hyuk Sook Kim , Manfred Selzer , Dieter Braun
Fester Einband: 96 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 07.03.2016
ISBN 9783458176756
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

Sanft wiegt der Grüne Fluss die Lachse auf ihrem Weg zum Oberlauf. Doch Silberlachs will frei sein – der Sinn seines Daseins muss doch aus mehr bestehen, als blind dem Schwarm zu folgen? Immer wieder streckt er den Kopf aus dem Wasser und blickt sehnsüchtig in die Welt da draußen, gar bis zu den Sternen hinauf.
Warum bin ich auf der Welt? Was braucht es zum Glück? Die Geschichte des Fisches, der zu träumen wagte, hat Millionen von Lesern verzaubert. Denn im weiten Universum ist jeder nur ein kleiner Fisch – und doch ist jedes Leben einzigartig und wunderbar.


Zum Inhalt:

„Die Zeit fließt dahin wie ein Fluss.“ (Buchzitat, Seite 25)

Silberlachs ist durch seine silbrigen Schuppen nicht nur äußerlich anders als all die anderen Lachse. Er fühlt sich gefangen im Schwarm der Fische und will frei sein, träumt manchmal sogar von einem Leben außerhalb des Wassers. Silberlachs mag sich mit seinem Dasein nicht abfinden, grübelt über den Sinn seines Lebens nach und dabei gehen ihm tausend Fragen durch den Kopf.

Alles ändert sich, als Silberlachs Klarauge begegnet. Durch sie lernt er die Liebe kennen, aber auch die Schmerzen der Sehnsucht. Durch Klarauge bekommen viele Dinge für Silberlachs eine völlig neue Bedeutung und seine Sichtweisen verändern sich, auch wenn ihn noch immer viele Fragen beschäftigen. Ein weiser Berater und guter Freund in dieser Zeit ist der Grüne Fluss, der schon viel erlebt hat und so manch lehrreiche und überraschende Antwort für Silberlachs bereithält.

Silberlachs hat auf dem langen Weg zum Oberlauf, das eigentliche Ziel des Schwarms, noch viele Abenteuer zu bestehen. Während dieser Zeit wird aus dem jungen Fisch ein erwachsener Lachs, auf den noch wichtige Aufgaben und seine Bestimmung warten.

„Wenn man mit dem Herzen sieht, ist die ganze Welt wunderschön.“ (Klarauge, Seite 31)


Mein Fazit:

Ein feines kleines Büchlein mit vielen verstecken Botschaften, welches sich durch die bezaubernden Illustrationen auch hervorragend als Geschenkidee anbietet. Ich mag sie einfach, die Bücher, die ganz im Stil des berühmten Kleinen Prinzen gehalten sind: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Deshalb hat mich auch die herzerwärmende Geschichte von Silberlachs berühren können, und mir eine schöne und besinnliche Lesezeit beschert.

Während der Lektüre wird der eine oder andere Leser vielleicht feststellen, dass es schon einige Erzählungen dieser Art gibt. Auf der anderen Seite ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Originalfassung im Jahr 1996 geschrieben wurde. Ein Lachs als Hauptprotagonist mag außerdem zunächst etwas ungewöhnlich erscheinen. Aus dem recht umfangreichen Nachwort des Autors ist dann aber ersichtlich, dass ihm der Schutz der Lachse sehr am Herzen liegt. Daher lag eine fantasievolle Geschichte über einen ganz besonderen Lachs für ihn recht nah, und diese ist ihm nach meiner Ansicht hervorragend gelungen.

Insgesamt gesehen vergebe ich für diese zarte und poetische Leseerfahrung also gerne fünf Sterne.

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18 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

erzählungen, prosa, glück, freude, brüche

Kameraübung

Synke Köhler
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Kremayr & Scheriau, 01.02.2016
ISBN 9783218010245
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

Der Alltag ist ein Schmetterling. Beinahe reglos sitzt er einem Einkaufszentrum gegenüber. Man muss sich ihm behutsam nähern, der Alltag ist kamerascheu, er flattert davon.

Erzählungen über die Besonderheiten des Alltags, über kritische Momente zwischen zwei Menschen, die so leise sind, dass sie beinahe unbemerkt bleiben.


Inhalt und Fazit:

„Kameraübung“ ist der Titel zum Buch. Mit einer Kamera werden Momentaufnahmen gemacht, und hinter solchen Momentaufnahmen können sich mitunter ganze Geschichten verbergen, auch im gewöhnlichen Alltag. Hinter den Menschen, denen wir tagtäglich begegnen, verbirgt sich hinter jedem Einzelnen eine oft lange Geschichte. Und manchmal, wenn man im Leben einen Augenblick innehält, erfährt man ein wenig darüber. Von derartigen Geschichten erzählt dieses kleine Büchlein in neun eindrucksvollen und tiefsinnigen Erzählungen, geschrieben von der Autorin Synke Köhler.

Die Autorin hat einen ganz eigenen Schreibstil, an den man sich vielleicht erst etwas gewöhnen muss. Zumeist nüchtern und distanziert, aber manchmal auch mit spannenden Wort- und Satzspielereien. Doch eines haben alle Geschichten gemeinsam: Sie wollen langsam und aufmerksam gelesen werden, auch zwischen den Zeilen. Denn erst dann entfalten die Erzählungen ihre volle Wirkung, die ganze Intensität und einen starken Nachhall. Die großartige Fähigkeit der Autorin, den Leser auf wenigen Seiten dermaßen in den Bann ziehen zu können, ist wirklich beeindruckend.

Momentaufnahmen wie aus dem Leben gegriffen, erzählt mit einer Distanz zu den Geschehnissen, wie sie vielleicht auch ein Fotograf einnehmen würde. Kunstvoll umgesetzt von einer Autorin, die man sich auf jeden Fall merken sollte. Bemerkenswert ist außerdem, dass es sich bei dieser Lektüre um ein Debüt handelt. Sehr gerne vergebe ich für dieses kleine Buchjuwel fünf Sterne.

„...Der Alltag ist der Ozean, in dem die Fische des Besonderen schwimmen. Das Besondere lebt im Alltag.“ (Seite 68)


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119 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 64 Rezensionen

liebe, korsika, paris, england, verlust

Die Stunde der Liebenden

Lucy Foley , ,
Flexibler Einband: 460 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 24.10.2015
ISBN 9783458361077
Genre: Liebesromane

Rezension:

Auszug aus dem Klappentext:

„Die Stunde der Liebenden“ ist ein ergreifender Roman über die Macht der wahren Liebe, deren Magie über Jahrzehnte, Kontinente und Generationen hinweg wirkt - und Herzen und Familien gerade dann miteinander vereint, wenn sie für immer verloren scheinen.


Zum Inhalt:

England 1928: Alice und Tom begegneten sich das erste Mal in Kindertagen. Alice, die Tochter aus gutem Hause, und Tom, der Junge aus einfachen bürgerlichen Verhältnissen. Bereits in der Kinderzeit gab es zwischen ihnen ein ganz besonderes Band. Eine Verbindung, die vor allem von Alice Mutter vom ersten Moment an nicht toleriert wurde. Die Jahre vergehen und Alice und Tom verlieren sich aus den Augen. Per Zufall treffen sie sich im Jahr 1928 auf einer Party wieder. Beide sind inzwischen erwachsen und Tom ist ein talentierter Künstler, der aber noch in seinen Anfängen steht. Diese Begegnung ist der Beginn einer großartigen Liebesgeschichte. Eine wunderbare Liebe, tief, echt, grenzenlos. Eine unerschütterliche Liebe, der vom Schicksal und von Menschenhand so mancher Stein in den Weg gelegt werden sollte.

„Und dann sieht er sie. So wie sie tanzt, muss er an die Bewegung eines Schwans denken, an die energische Kraft unter dem Wasser und das sanfte Dahingleiten darüber. Sie geht mit der Musik, sie bewegt sich darin, schwebt über ihr.“
(Seite 16)


London 1986: Die junge Kate ist Fotografin. Vor einem Jahr hat sie ihre Mutter verloren, die als Baby vor einem Waisenhaus ausgesetzt und später adoptiert wurde. Kate selbst ist ohne Vater aufgewachsen, deshalb hatte sie eine besonders innige Verbindung zu ihrer Mutter, aus der letztendlich eine berühmte und begnadete Balletttänzerin wurde. Der Tod der Mutter macht Kate schwer zu schaffen und sie zieht sich immer mehr zurück. Familienangehörige gibt es nicht, und Kate droht nach und nach zu vereinsamen. Doch als sie eines Tages auf eine rätselhafte Zeichnung aus den Zwanziger Jahren stößt, soll dies ihr Leben von Grund auf verändern. Die Zeichnung zeigt eine Frau, die Kates Mutter zum Verwechseln ähnlich sieht. Kate nimmt all ihren Mut zusammen, begibt sich auf Spurensuche, findet dabei zu sich selbst ... und noch einiges mehr.

„Wie auch immer, ich mochte mit niemandem drüber sprechen. Es wäre mir allzu sehr wie der Versuch vorgekommen, dem Ganzen einen Sinn zu verleihen, wieder vorwärtszuschauen, und dazu war ich noch nicht bereit. Es ging mir besser, wenn ich genau dort verharrte wo ich war, in dem traurigen Zwischenreich, das ich mir geschaffen hatte.“
(Kate, Seite 38)



Mein Fazit:

„Die Stunde der Liebenden“ hat einen ganz eigenen Zauber, der einen regelrecht gefangen nimmt. Als erstes sollte ich an dieser Stelle vielleicht vorausschicken, dass Liebesromane sonst eher selten mein Thema sind. Doch die Inhaltsbeschreibung zu diesem Buch machte mich irgendwie neugierig und zu meiner großen Freude wurde ich nicht enttäuscht. Es erwartete mich eine wunderbare und mitreißende Liebesgeschichte voller Romantik und Zartheit, die sehr berührend erzählt wurde und dennoch ohne jeglichen Kitsch daherkommt. Von Beginn an wurde ich in ihren Bann gezogen und bedauerte am Ende nur, dass mit der letzten Seite alles vorbei war.

Der Roman spielt an verschiedenen Orten, in wechselnden Zeitebenen, und es wurden von der Autorin unterschiedliche Blickwinkel eingenommen. Das klingt zunächst verwirrend, wurde aber im Buch hervorragend umgesetzt, so dass der Leser stets den Überblick behält und nicht den Faden verliert. Die Handlungsorte sind sehr anschaulich beschrieben und lassen fast greifbare Bilder im Kopf entstehen. So wird diese Lektüre für den Leser lebendig. Das gilt auch für die Protagonisten, die fein herausgearbeitet wurden und Sympathie vermitteln. Ganz besonders Thomas (Tom) Stafford hat mir als Charakter außerordentlich gefallen.

Durch die Rückblenden wird der Leser in verschiedene Zeiträume geführt. Äußerst charmant fängt die Autorin beispielsweise die Galanterie der Zwanziger Jahre ein. An den Schrecken des Zweiten Weltkrieges kommen auch die Hauptprotagonisten nicht vorbei, und der Leser leidet und fürchtet in diesen Passagen mit den Romanfiguren. Die reichhaltige und elitäre Künstlerszene ist aufgrund der Handlung immer wieder mal ein Bestandteil im Erzählten, und wurde an diesen Stellen ganz großartig herausgestellt. Derart ansprechend, dass bei mir Neugierde geweckt wurde für Stilrichtungen der Malerei und andere Themen aus der Kunstwelt. Am Ende war dieses Buch für mich also nicht nur ein sehr schönes Leseerlebnis, sondern sogar eine Inspiration für ein neues Interessengebiet. Was will man mehr?!

Ein wohltuender und stimmungsvoller Roman mit einer Liebesgeschichte, die außergewöhnlich ist. Die Geschichte von Alice und Tom geht nicht nur zu Herzen, sondern sie zeigt auch die unglaubliche Kraft und die Grenzenlosigkeit einer echten und wahren Liebe, die es nur ohne jeglichen Egoismus geben kann, und die nicht immer nach dem klassischen Muster ablaufen muss. Sehr gerne vergebe ich hier fünf Sterne und würde sogar noch einen mehr vergeben, wenn es denn ginge. So kann ich zum guten Schluss nur den Tipp geben: Lesen, sich fallen lassen und genießen!

(Titel der Originalausgabe: „The Book of Lost and Found“)

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

seele, naturverbundenheit, natur, geschichten, träume

Federtanz

Dr. Henrike Staudte
Flexibler Einband: 132 Seiten
Erschienen bei epubli, 25.12.2015
ISBN 9783737578134
Genre: Romane

Rezension:

Auszug aus dem Klappentext:

Manchmal braucht es ein Buch, mit dem man sich zurückziehen und träumen kann. „Federtanz“ ist ein ebensolches Buch. Es enthält siebzehn Geschichten, welche in die Welt der Träume, der Magie und der Liebe entführen. Sie tauchen in die Tiefen der menschlichen Seele hinab und heben den wertvollen Schatz. Mal heiter oder traurig, beängstigend oder ermutigend – aber immer voller Herz und erfüllt vom Glauben an die innere Freiheit, das Leben und die Liebe.


Auszug aus dem Vorwort:

Eine Rabenfeder. Geheimnisvoll schimmerte das Schwarz in der Sonne. Ich hob sie auf und steckte das Ende des Federkiels in meinen Zopfgummi. Sollten die Leute doch denken, was sie wollten. Seit einiger Zeit hatte ich aufgehört die Federn zu zählen, doch nie ließ ich sie achtlos auf dem Weg liegen. Sie waren ein Geschenk. Mit ihrer Hilfe schwang sich mein Geist in die unendliche Weite der Fantasie auf. … (Henrike Staudte)


Inhalt und Fazit:

Siebzehn wunderbare, kluge und sehr abwechslungsreiche Geschichten entführen den Leser in die Welt der Träume, in Bereiche aus der Wirklichkeit und manchmal auch in eine Welt dazwischen. Die Leidenschaft für das Schreiben ist bei der Autorin Henrike Staudte in jeder Zeile spürbar. Ganz viel Herz und jede Menge Fantasie geben ihren Kurzgeschichten eine besondere Note und tragen während der Lektüre einiges zur Lesefreude bei. Ein ansprechendes Vor- und Nachwort, ein einleitendes Zitat vor jeder Erzählung, sowie ein angehängtes Quellenverzeichnis runden den positiven Gesamteindruck sehr schön ab.

Bei aller Fantasie werden im Hintergrund allerdings auch ernsthafte Themen aufgegriffen, wenn beispielsweise der oftmals fragwürdige Umgang des Menschen mit den Tieren und der Natur hervorgehoben wird. In solchen Passagen werden das Umweltbewusstsein und die Naturliebe der Autorin sehr deutlich. Andere Erzählungen führen vor Augen, dass wir das echte Glück weniger im Außen, sondern vor allem in uns selbst finden müssen. Und dann gibt es noch die Geschichten voller Geheimnisse und Magie, deren Auslegung jedem Leser selbst überlassen bleibt, und auf die man sich vielleicht auch ein stückweit einlassen muss.

Am Ende des Buches hatte ich den Eindruck, dass die einfallsreiche Autorin ihre „Schatzkiste der Erzählungen“ noch lange nicht geleert hat. Ich persönlich würde mich daher sehr freuen, wenn es recht bald zu einer weiteren Anthologie dieser Art kommen würde. Doch zunächst einmal wünsche ich Frau Staudte für ihre Geschichten mit den darin enthaltenen Botschaften eine recht große Leserschaft, egal ob mutige Träumer oder neugierige Realisten. Sehr gerne vergebe ich für diese vielseitige Leseerfahrung fünf Sterne.

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55 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

zweiter weltkrieg, ornithologie, roman, maine, vögel

Schmale Pfade

Alice Greenway , Klaus Modick
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Mare Verlag, 09.02.2016
ISBN 9783866482326
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

Der Besuch ist alles andere als eine willkommene Überraschung: Endlich war es Jim Kennoway gelungen, sich nach einer Reihe von Schicksalsschlägen in die Einsamkeit einer Insel vor Maine zurückzuziehen, da taucht ein ungewöhnliches Mädchen bei ihm auf. Der einst angesehene Ornithologe ahnt, woher sie kommt und welche Fragen sie ihm stellen könnte – doch wünscht er sich um keinen Preis, an den Krieg, seine Jugend oder gar seine große Liebe erinnert zu werden …


Zum Inhalt:

Jim Kennoway, 1903 geboren, ist ein gebrochener und verbitterter Mann, als er sich im Jahr 1973 in das Sommerhaus seiner Kindheit zurückzieht. Er will allein sein, und von nichts und niemandem gestört werden. Doch dann erhält er ungewollt überraschenden Besuch: Die junge Salomonerin Cadillac Baketi. Sie soll den Sommer bei Jim verbringen, um sich in den USA einzuleben, bevor sie ihr Medizinstudium in der Yale University antritt. Durch ihre Herkunft werden bei Jim jahrzehntelang verdrängte Erinnerungen geweckt. Erst recht, als die ungezwungene Cadillac Fragen stellt, zu denen sich bisher niemand getraut hätte. Durch ihre ehrliche und behutsame Art findet sie nach und nach Zugang zu Jim, und bei dem ehemaligen Ornithologen öffnet sich ein Ventil. Die Erinnerungen überfluten ihn förmlich, während er Rückschau auf sein bisheriges Leben hält und vieles bereut. Reue über Fehler, die von ihm gemacht wurden, und vor allem Reue darüber, dass er einst die Vogelkunde über die Liebe stellte.

Bereits in Kindertagen fühlte sich der schon immer introvertierte Jim am wohlsten, wenn er sich in die Natur zurückziehen konnte. Einschneidende Erlebnisse in seiner Jugend sollten ihn allerdings für immer prägen. Der Junge liebte die Natur und vor allem die Welt der Vögel, und wurde somit zu einem leidenschaftlichen Vogelkundler und zu einem anerkannten Ornithologen. Die traumatisierenden Erfahrungen während der Dienstzeit im zweiten Weltkrieg, sowie einige falsch getroffene Entscheidungen, trieben Jim dann später in die Alkoholabhängigkeit und zur Nikotinsucht. Als im Jahr vor seinem Rückzug in das Sommerhaus eine Beinamputation erforderlich wurde, brach für Jim endgültig alles zusammen. Er fühlte sich abgeschnitten von der Welt und seinen bisherigen Möglichkeiten. Eine Katastrophe für einen Mann, der bisher ein derart selbstbestimmtes Leben führte.


Mein Fazit:

Mit „Schmale Pfade“ ist der Autorin Alice Greenway ein äußerst beeindruckendes und sehr bewegendes Werk gelungen. Das Leichtigkeit vermittelnde Cover lässt allerdings nicht die inhaltliche und emotionale Wucht vermuten, die in dieser Lektüre steckt. Durch gekonnt eingesetzte Sprache werden für den Leser die Gefühle der Protagonisten spürbar gemacht und Handlungsorte vor dem inneren Auge lebendig. Die zeitlichen Rückblenden, die Sprünge zu den unterschiedlichen Schauplätzen, sowie die wechselnd eingenommen Blickwinkel erfordern Aufmerksamkeit, können durchaus anstrengend sein und brauchen eventuell eine Eingewöhnungsphase. Auf der anderen Seite ergibt sich dabei ein immer klareres Bild von der Hauptfigur Jim Kennoway. Überhaupt wurden sämtliche Charaktere sehr fein und glaubwürdig herausgearbeitet, wobei mir Cadillac Baketi ganz besonders gefallen hat.

Bildhafte Naturbeschreibungen lockern den oftmals recht bedrückenden Lesestoff auf und sorgen für Entspannung, und ganz nebenbei wird der Leser in die Welt der Ornithologie eingeführt. Hier und da wurden mir die naturkundlichen Ausführungen allerdings etwas zuviel. An dieser Stelle hätte ich mir mehr über die Personen gewünscht, die im Buch nach meiner Ansicht etwas zu kurz kamen, obwohl sie eine wichtige Rolle in Jims Leben spielten.

Doch insgesamt gesehen ist dieser Roman unbedingt empfehlenswert und dürfte auch der anspruchsvollen Leserschaft zusagen. Eine eindringliche und aufwühlende Lektüre mit starken Charakteren, einer mitreißenden Lebensgeschichte und einem Hauptprotagonisten, der polarisiert. Die Autorin wahrt eine gewisse Distanz zu den Handlungsgeschehnissen und ihren Romanfiguren, bewertet nichts, und lässt dem Leser damit freien Raum für eigene Gedanken und Auslegungen. Nach einem berührenden und versöhnlichen Ende des Buches bleibt viel Stoff zum Nachdenken, und ich empfand tiefes Mitgefühl für den vom Leben gezeichneten Jim Kennoway.

Zunächst tendierte ich aufgrund meines oben genannten Kritikpunktes, der allerdings Ansichtssache ist, zu vier Sternen. Die großartige Erzählkunst und das hervorragende Einfühlungsvermögen der Autorin verdienen in meinen Augen dann aber einen Extrapunkt. Deshalb vergebe ich für diese herausragende Leseerfahrung sehr gerne fünf Sterne.

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kelten, 201, historisches, mythen, mystisches

Die Kelten

Birgit Fricke , Anne Bernhardi , Anne Bernhardi
Fester Einband: 127 Seiten
Erschienen bei Gerstenberg Verlag, 30.06.2010
ISBN 9783836953238
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Klappentext:

Die Erhabenen, die Tapferen, die Verborgenen - die Bezeichnung „Keltoi“ sagt viel aus über die fremden Stämme im Westen. Dieses reich illustrierte Buch zeichnet mit grandioser Bildsprache und seinem kenntnisreichen, anschaulichen Text, in den die schönsten keltischen Mythen eingeflochten sind, die geheimnisvolle Lebenswelt der Kelten nach. Die Welt der Barden, Feen und Druiden, die großartige Handwerkskunst oder das Leben in den Dörfern und am Fürstenhof.
So wird die versunkene Zeit der Kelten wieder lebendig.


Inhalt und Fazit:

Bei diesem großformatigen Buch fällt als erstes die rundum sehr hochwertige und aufwendige Verarbeitung auf. Der strapazierfähige Bucheinband und die kräftigen Papierseiten halten auch Kinderhänden stand, und das mystische Cover lädt geradezu zum Lesen ein. Auch innerhalb des Buches finden sich zahlreiche kunstvoll gestaltete Illustrationen, die mich regelrecht begeistert haben. Nach diesen ersten hervorragenden Eindrücken über Optik und Haptik war ich gespannt auf den Inhalt, und wurde nicht enttäuscht.

Die Autorin vermittelt sehr abwechslungsreich und spannend die Kultur und die Lebensweise der Kelten. Wer waren die Kelten? Wie und wo haben sie gelebt, welche Spuren haben sie dabei hinterlassen? Und welche Rolle genau spielten eigentlich die Druiden? All das und vieles mehr wird in gut verständlicher Sprache erklärt. Es war eine wunderbare Idee, neben den Sachkenntnissen über die Kelten auch ein paar schöne Erzählungen aus der keltischen Mythologie einzubringen. Das sorgt nicht nur für Entspannung nach dem angelesenen Wissen, sondern bringt dem Leser die Welt der Kelten noch ein Stückchen näher.

Die Lektüre von Sachbüchern kann Spaß machen, genau das macht diese gelungene Ausgabe des Gerstenberg-Verlages deutlich. Obendrein wurde hier nach meiner Ansicht der perfekte goldene Mittelweg gefunden, um Jung und Alt gleichermaßen anzusprechen. Für mich als Neuling auf dem Gebiet der Kelten war dieses Buch auf jeden Fall lehrreich, oftmals überraschend, und mit den eingebundenen Mythen und den ansprechenden Illustrationen ein absoluter Lesegenuss. Ein umfangreicher Anhang rundet das Gesamtbild ab.

Die Hingabe, mit der an dem Buch gearbeitet wurde, ist spürbar und gibt ihm eine besondere Note. Das erlebt man bei einem Sachbuch eher selten. Es würde mich wirklich freuen, wenn die Autorin Birgit Fricke und die Illustratorin Anne Bernhardi die geheimnisvolle Welt der Kelten in einem weiteren Werk noch einmal aufleben lassen würden. Sehr gerne empfehle ich diese herausragende Leseerfahrung weiter und vergebe fünf Sterne.

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holocaust, biographie, vater-tochter-beziehung, zweiter weltkrieg

Und du bist nicht zurückgekommen

Marceline Loridan-Ivens , Judith Perrignon ,
Fester Einband: 111 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 06.09.2015
ISBN 9783458176602
Genre: Biografien

Rezension:

Klappentext:

Marceline ist fünfzehn, als sie zusammen mit ihrem Vater deportiert wird. Sie nach Birkenau, er nach Auschwitz. Sie überlebt, er nicht. Siebzig Jahre später schreibt sie ihm einen Brief, den er niemals lesen wird.


Zum Inhalt:

„Die Wörter hatten uns verlassen. Wir hatten Hunger. Das Massaker war in vollem Gange. Ich hatte sogar Mamas Gesicht vergessen. Und da war deine Botschaft vielleicht plötzlich zu viel Wärme, zu viel Liebe, ich habe sie nach dem Lesen sofort geschluckt, wie eine Maschine, die Hunger und Durst hat. Und dann habe ich sie ausgelöscht. Zu viel daran denken hieß, den Mangel zuzulassen, es macht verwundbar, es weckt die Erinnerungen, es schwächt und es tötet. Im Leben, dem richtigen, vergisst man auch, man geht darüber hinweg, man siebt, man verlässt sich auf die Gefühle. Dort ist es das Gegenteil, zuerst verliert man die Bezugspunkte der Liebe und der Sensibilität. Man erfriert von innen her, um nicht zu sterben.“ (Zitat, Seite 18/19)

Marceline war fünfzehn Jahre alt, als sie 1944 gemeinsam mit ihrem Vater in Bollène festgenommen und anschließend deportiert wurde. Sie selbst verschleppte man nach Birkenau und den geliebten Vater nach Auschwitz. Ein einziges Mal gelang es ihrem Vater damals, seiner Tochter heimlich eine Nachricht im Lager zukommen zu lassen. Marceline erinnert sich allerdings nur noch an die Anrede „Mein liebes kleines Mädchen“ und an die Unterschrift ihres Vaters. Der weitere Inhalt geriet in Vergessenheit. Eine Lücke, die Marceline ihr Leben lang nicht ruhen lassen sollte, weil diese Botschaft das letzte Lebenszeichen ihres Vater war.

Sie überlebte den Holocaust, der europaweit ca. sechs Millionen Juden das Leben gekostet hat, und kehrte zu ihrer Familie zurück. Die traumatischen Erlebnisse haben für immer tiefe Spuren bei Marceline hinterlassen, doch niemand wollte ihr seinerzeit zuhören und etwas davon wissen. Doch am schlimmsten war für das junge Mädchen der spürbare Vorwurf hinter all diesem Schweigen: Warum bist du zurückgekommen und nicht er, der Vater, den die Familie viel nötiger gebraucht hätte. Und tatsächlich hatte der Verlust des Vaters letztendlich für die gesamte Familie tragische Folgen.

Marceline Loridan-Ivens, geborene Rozenberg, ist eine alte Dame von sechsundachtzig Jahren, als sie einen Brief an ihren Vater schreibt, auch wenn dieser ihn nicht mehr lesen kann. Der Brief ist eine Liebeserklärung an ihren Vater und gleichzeitig ein vielleicht letzter Versuch, die furchtbaren Geschehnisse aus der Vergangenheit zu verarbeiten. Grauenvolle und unmenschliche Ereignisse, die das normale Vorstellungsvermögen übersteigen, und die Marceline für ihr ganzes Leben prägen sollten. Dieser in klaren Worten und ohne Bitterkeit formulierte Brief ist der Inhalt dieses bewegenden Buches.

„Wenn sie wüssten, alle, wie sie da sind, dass das Lager ständig in uns ist. Wir alle haben es im Kopf bis in den Tod.“ (Zitat, Seite 106)


Mein Fazit:


„Und du bist nicht zurückgekommen“ ist ein erschütterndes Zeitdokument, das unter die Haut geht. Es beschreibt die entsetzlichen Erlebnisse in der Gefangenschaft und den nachfolgenden Lebensweg der Autorin. Die junge Marceline überstand zwar die Zeit im Lager, doch innerlich zerbrach sie fast daran. Die Hoffnung, den Vater wiederzusehen, gab ihr vermutlich den nötigen Überlebenswillen. In ihrem späteren Leben wurde sie zu einer engagierten Frau, die beispielsweise mit Ehemann Joris Ivens Dokumentarfilme in Kriegsgebieten drehte.

Das Schicksal und die Biografie von Marceline Loridan-Ivens haben mich unglaublich berührt und beeindruckt. Der Buchinhalt erzeugt ein Gefühl von Dankbarkeit und Demut in dieser heutigen Zeit des Überflusses, in der Rechtsradikalismus und Fremdenhass leider noch immer ein großes Thema ist. Eine bemerkenswerte Lektüre mit viel Stoff zum Nachdenken, die sich tief im Herzen des Lesers verankert und noch lange darin nachklingen wird.

Unzählige Male habe ich mit dieser Rezension angefangen und den Text immer wieder verworfen. Es erschien mir beinahe anmaßend, ein derart persönliches Buch auf irgendeine Art und Weise zu bewerten. Aber weil ich diese Lektüre jedem ans Herz legen möchte, spreche ich hiermit eine unbedingte Leseempfehlung aus und vergebe selbstredend fünf Sterne.

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Die schönsten Weihnachtsgeschichten zum Vorlesen

Gesine Dammel
Flexibler Einband: 179 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 17.09.2012
ISBN 9783458358800
Genre: Sonstiges

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