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645 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 93 Rezensionen

liebe, royal, prinzessin, prinz, auswahl

Royal - Ein Leben aus Glas

Valentina Fast
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 06.08.2015
ISBN 9783646601602
Genre: Jugendbuch

Rezension:

In dem dystopischen Land Viterra herrscht ein König über die Bevölkerung, der natürlich als Staatsoberhaupt auch eine Königin an seiner Seite braucht. Damit sich der zukünftige König seine Königin aussuchen kann, wird eine "Königinnenwahl" veranstaltet, die landesweit auch im Fernsehen ausgestrahlt wird. Bei der Wahl können sich junge Mädchen bewerben und der Prinz kann am Ende der Show seine Prinzessin erwählen. 

In diesem Jahr ist jedoch einiges anders denn der Prinz ist öffentlich nicht bekannt und es treten 4 "Prinzen" an, um zu gewährleisten, dass am Ende eine junge Frau übrig bleibt, die sich wirklich in den zukünftigen König verliebt hat. Niemand weiß, wer der Prinz ist, so auch nicht unsere Protagonistin Tatyana.

Tatyana will eigentlich auch gar nicht an der Königinnenwahl teilnehmen sondern nur in Ruhe mit ihrer Schwester und deren Mann in einer Wohnung zusammen leben und eine Ausbildung beginnen. Doch ihre Tante, bei der sie noch lebt, knüpft an den Umzug die Bedingung, an der Wahl teilzunehmen soweit Tatyana auch kommen mag. 

Also ergibt sie sich ihrem Schicksal und wird auch tatsächlich in die Show gewählt - und lernt dort nicht nur die 4 potentiellen Prinzen sehr gut kennen, sondern auch sich selbst.


Zugegeben - "Royal" erinnert auf den ersten Blick doch sehr an Ciera Kass' "Selection"-Reihe. Und auch wenn das ein harter Vergleich ist, da "Selection" ja jegliche Bestsellerlisten gesprengt hat, so kann "Royal" doch auf jeden Fall sehr gut mithalten und sich absolut gegen seinen Genre-Kollegen behaupten.

Tatyana ist eine wahnsinnig sympathische, normale, junge Frau, die einfache Ziele und Pläne hat und die sich überhaupt nicht für die Show interessiert. Man kann sich gut in sie hineinversetzen, dass sie zu ihrer Schwester ziehen will und dafür diesen ihr nicht ganz passenden Weg einschlägt. Natürlich ist klar, dass sie weiterkommt. Wie es dann aber weitergeht ist nicht immer absehbar und wie ich finde sehr authentisch aufgebaut. 

Die potentiellen Prinzen sind alle sehr unterschiedlich aber jeder auf seine eigene Art irgendwie sympathisch und interessant. Während des Lesens entwickelt man schon die ein oder andere Vermutung, wer der Prinz ist, ob ich mit meinen Ideen dann am Ende richtig liege? Wer weiß. Ich lass mich überraschen! 

Ich hab "Royal - Ein Leben aus Glas" sehr gerne gelesen, auch wenn ich jetzt im Umzugsstress wesentlich länger dafür gebraucht habe als gedacht. Ich freu mich schon auf Teil 2, der sicherlich noch dieses Jahr von mir gelesen werden wird. 

Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

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(31)

83 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

freundschaft, irland, mystery, familie, missbrauch

Wenn der Sommer endet

Moira Fowley-Doyle , Karen Gerwig
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei cbt, 27.06.2016
ISBN 9783570164075
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Cara und Bea sind seit Jahren beste Freundinnen und sie teilen nicht nur den Schulalltag miteinander sondern auch ihr Außenseiter-Dasein. Tarot-Karten zu legen sorgt bei ihrem Umfeld für Unverständnis und so bleiben die beiden meist für sich. Aber auch Caras Stiefbruder Sam und ihre Schwester Alice sind mit den beiden eng befreundet und so verbringen die 4 die meiste Zeit zusammen. 

Als Cara ihre alten Fotos durchsieht fällt ihr aber eine längst vergessene Freundin aus Kindheitstagen auf, Elsie. Elsie scheint auf jedem ihrer Fotos zu sein, auch in Situationen die Elsie gar nicht miterlebt haben kann. Und das Mädchen ist in der Schule nicht mehr auffindbar, niemand scheint sich so richtig an sie zu erinnern. Cara beginnt mit ihren Freunden nach Elsie zu suchen und stößt dabei auf Mysterien, Familiengeheimnisse und ihre eigene geheim gehaltene Gefühlswelt.

"Wenn der Sommer endet" ist ein Buch, welches mich stark an Antonia Michaelis' Jugendroman "Niemand liebt November" erinnert hat. Wer mich kennt weiß, dass das ein riesiges Kompliment ist, denn "Niemand liebt November" gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. 

Moira Fowley-Doyle hat hier eine mystische Geschichte zum Leben erweckt, die mich oft hat zweifeln lassen, was Realität ist und was nicht. Auch Cara steht zwischenzeitlich vor der selben Frage und so lernt man als Leser mit Cara gemeinsam die Zusammenhänge kennen. 

Ich will nicht zu viel verraten weil das den Zauber des Buchs vorwegnimmt aber ich kann euch sagen, dass ich "Wenn der Sommer endet" wirklich sehr gerne gelesen habe. Die Seiten blätterten sich beinahe von selber um. 

Die Jugendlichen haben alle ihre eigenen Probleme, sind alle wunderbar verschroben und gleichzeitig so typische Jugendliche, dass man sich kaum entscheiden kann ob man schmunzeln oder Angst um sie haben soll. 

Das Buch sorgt für Überraschungen, erfüllt aber auch Erwartungen, schlussendlich sind einige Wendungen wahrscheinlich für die meisten Leser nicht unvorhersehbar. Trotzdem riss mich die Story absolut mit und ich hab die Protagonisten in mein Herz geschlossen und würde glatt noch eine Fortsetzung lesen. 

"Wenn der Sommer endet" ist für mich ein kleines Stück Urlaub von der Realität gewesen.

Ich kann hier 5 von 5 Sternen vergeben und eine klare Leseempfehlung für Jugendbuch-Liebhaber aussprechen, die es beim lesen mögen wenn Realität und Einbildung nah beieinander liegen.

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(1.211)

2.331 Bibliotheken, 60 Leser, 9 Gruppen, 302 Rezensionen

dystopie, fantasy, blut, silber, rot

Die rote Königin

Victoria Aveyard , Birgit Schmitz
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.05.2015
ISBN 9783551583260
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Mare lebt in einer Welt, die klare Strukturen aufweist und in der Mare und ihre Familie unterdrückt wird. Es gibt auf der einen Seite die Menschen, die rotes Blut haben und keine besonderen Fähigkeiten vorweisen können - so wie Mares Familie und Freunde - und auf der anderen Seite die Silbernen. Diese Menschen haben silbernes Blut und können außergewöhnliche Dinge, wie zB Elemente wie Feuer oder Wasser beherrschen oder sich unsichtbar machen, aber auch Gedanken zu kontrollieren ist eine dieser Fähigkeiten.

Durch dieses Ungleichgewicht entstand eine brutale Hierarchie, bei der die Roten keine Chance haben, sich gegen die Silbernen zu wehren und somit ein tristes Leben nahe dem Tod führen müssen. 

Durch eine Aneinanderreihung von Zufällen wendet sich das Blatt jedoch für Mare. Denn durch mysteriöse Umstände landet sie im Königshaus - als Rote, die trotz der Farbe ihres Blutes übernatürliche Fähigkeiten besitzt. 

"Die rote Königin" ist der erste Teil dieser Reihe und gleich ein Highlight. Die Roten und die Silbernen sind zwei Arten von Menschen, wie sie uns heute schwer vorstellbar sind - die Hierarchie und Machtverhältnisse sind dafür umso realistischer und sehr gut von Victoria Aveyard ausgearbeitet. 

Wäre unsere Welt so, würden auch hier die Silbernen regieren und vermutlich würde sich die Königsfamilie ähnlich autoritär und brutal verhalten. Auch Mare fand ich sehr glaubwürdig und konnte mich gut in sie hineinversetzen. Ihre innere Zerrissenheit in Bezug auf ihr neues Leben und die Königssöhne Maven und Cal fand ich spannend und authentisch. 

Die Fantasy-Elemente im Buch muss man natürlich mögen um einen Zugang zur Story zu finden. Auch wenn ich eigentlich wenig Fantasy lese und meist nicht so viel damit anfangen kann, hab ich hier einen schnellen Zugang gefunden und war gefesselt von "Die rote Königin". 

Das Buch hatte zwar in der Mitte ein paar Längen und auch die meisten Wendungen waren für mich nicht so unvorhersehbar, trotzdem konnte das Buch mich aber überzeugen. Besonders gegen Ende wurde die Spannung noch mal enorm und ich hab die ca. letzten 100 Seiten noch mal verschlungen. 

Auf den zweiten Teil der Reihe freue ich mich schon sehr und vergebe 4 von 5 Sternen.

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(1.329)

2.069 Bibliotheken, 32 Leser, 0 Gruppen, 192 Rezensionen

obsidian, liebe, fantasy, lux, aliens

Obsidian - Schattendunkel

Jennifer L. Armentrout , Anja Malich
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.04.2016
ISBN 9783551315199
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nach dem Tod ihres Vaters muss Katy mit ihrer Mutter in eine ihr völlig unbekannte Stadt ziehen und sich dort ganz neu einfinden. Der Tod hat Katys Leben auf den Kopf gestellt und auch die neue Umgebung zerrt an ihren Nerven denn kaum ist sie in West Virginia angekommen, muss sie sich schon mit dem schlecht gelaunten Daemon von nebenan rumärgern. 

Soviel Ärger wie Daemon ihr bereitet, so viel Freude hat Katy allerdings mit Daemons quirliger Schwester Dee, die sofort zu Katys bester Freundin wird. 

Katy versucht Daemon aus dem Weg zu gehen doch er macht es ihr nicht leicht und immer wenn Katy gerade das Gefühl hat, er könnte doch ein netter Kerl sein, zerstört er dies wieder mit irgendeiner fiesen Aktion. 

Zudem häufen sich die seltsamen Ereignisse in der Kleinstadt und auch Katy gerät in Gefahr.


Katy und Daemon haben eine Hassliebe, die ich sehr unterhaltsam fand. "Obsidian" ist ja schon ganz schön gehypt worden und ich bin mal wieder recht spät dran. Den Hype kann ich aber durchaus nachvollziehen, wenn auch nicht vollkommen bestätigen. Ich wurde von dem Hin und Her der beiden Protagonisten wie viele andere Leser magisch angezogen und konnte das Buch schwer aus der Hand legen, habe aber doch noch ein paar Zweifel ob es die richtige Reihe für mich ist.

Irgendwann wurde es mir mit dem Hin und Her ein bisschen viel denn machen wir uns nichts vor: Es ist ja klar, dass sich eine Anziehungskraft zwischen Katy und Daemon entwickelt. Immerhin sprechen wir von einem Jugendbuch und von einer weiblichen und einem männlichen Hauptcharakter. Diese Entwicklung fand ich aber überhaupt nicht kitschig und nervig, ganz im Gegenteil hab ich mit den beiden mitgefiebert.

Jennifer L. Armentrout konnte mich mit vielen Wendungen im Buch sehr positiv überraschen, ich will hier aber nicht zu viel spoilern.

Allerdings gibt es für mich auch Kritikpunkte.
Die Idee hinter der Familie Black finde ich in Band 1 dieser Reihe noch nicht so ganz überzeugend und ausgereift. Ich hoffe, da kommt noch ein bisschen mehr Hintergrundwissen in den Folgebänden dazu. denn so richtig rund erscheint mir da das ein oder andere noch nicht. 

Ich fand Armentrouts Schreibstil sehr angenehm und mochte auch fast alle Charaktere sehr gerne. Bei Daemon bin ich noch sehr zwiegespalten aber auch hier lasse ich mich gerne in den Folgebänden überraschen.

Zu 100% überzeugen konnte mich "Obsidian" leider nicht aber dennoch fand ich schön zu lesen und werde auch weiterlesen. Ich hoffe ich kann der Hype noch so richtig packen denn es gibt schon einige wirklich gute Ansätze. Aber was soll ich sagen, völlig in seinen Bann gezogen hat mich das Buch leider noch nicht. 

Ich vergebe 3 von 5 Sternen und freue mich schon auf Teil 2, der mich bestimmt noch etwas mehr packen kann als Teil 1.

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97 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

jugendbuch, freundschaft, lebe, götter, jugen

Das Morgen ist immer schon jetzt

Patrick Ness , Petra Koob-Pawis
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbj, 27.06.2016
ISBN 9783570172667
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Mike und seine Freunde sind ein eingeschworenes Team. Seine gute Freundin Mel ist ebenso eine seiner zwei Schwestern und die beiden stehen sich sehr nahe. Kurz vor ihrem Schulabschluss müssen Mike, Mel, Henna und Jared einige seltsame Vorkommnisse verarbeiten und mehr denn je zusammen halten. Dabei sind sie völlig auf sich gestellt weil die Erwachsenen ihre eigenen Probleme haben und sich aus dem Leben der Jugendlichen weitestgehend zurückhalten. 

Die Charaktere in "Das Morgen ist immer schon jetzt" sind so angelegt wie die Nebencharaktere einer anderen Geschichte. Sie spielen nicht die Hauptrolle, sind keine Helden und sorgen nicht für die Bekämpfung irgendwelcher Ungeheuer ohne ähnliches. Sie versuchen nur zu überleben und mit ihren eigenen Problemen zurecht zu kommen. 

Dieser Ansatz gefällt mir gut, allerdings fand ich ihn auch ziemlich verwirrend. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mit dem doch nicht unerheblichen Fantasy-Anteil des Buchs nicht gerechnet hatte. Der Fantasy-Teil ist für mich auch einfach nur albern und unpassend. Ich verstehe nicht, wieso man untote Hirsche oder sterbende Jugendliche, die man die Indie-Kids nennt, für diese Geschichte braucht. Der ganze Fantasy-Einschlag zieht das Buch in meinen Augen leider sehr ins Lächerliche. Also jetzt mal ehrlich: Ein schwuler Jugendlicher, der der Gott der Katzen ist und heilende Kräfte hat und nur seine Freunde wissen es? Sowas hab ich bei einem Buch, das vom Verlag als "Realistischer Roman" eingestuft wird, wirklich nicht erwartet.

Viele Vorkommnisse im Buch werden leider auch gar nicht aufgeklärt, auch wenn sie für die Persönlichkeitsentwicklung der Protagonisten von Bedeutung gewesen sind. Sowas finde ich ärgerlich und das hat für mich den Anschein die Leser für eine Fortsetzung warm halten zu wollen. Mich kriegt aber keiner dazu, hier eine eventuelle Fortsetzung zu lesen.

Die Protagonisten selber fand ich zum größten Teil sympathisch, vor allem Mike, der mit großen Selbstzweifeln und Zwangsstörungen zu kämpfen hat. Die größten Teile des Buchs waren mir aber zu unrealistisch, zu wirr und zu unstrukturiert.

Die einzige Aussage, die man in das Buch hineininterpretieren kann ist, dass echte Freundschaft alles überwindet und Freunde immer zusammen halten. Für diese Aussage hätte man aber das ganze nervige Drum herum wirklich nicht gebraucht.

Für mich war dieses Buch leider leider Zeitverschwendung und ich kann nur 1 von 5 Sternen vergeben.

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370 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 131 Rezensionen

dystopie, zwillinge, francesca haig, das feuerzeichen, omega

Das Feuerzeichen

Francesca Haig ,
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 26.10.2015
ISBN 9783453270138
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Cass ist eine Omega - das bedeutet, sie ist der verstoßene Zwilling und ihr Zwillingsbruder ist der Alpha, dem eine rosige Zukunft bevorsteht. Omegas haben meist körperliche Einschränkungen oder sie können Dinge, die die Alphas nicht können und sind deswegen eine Bedrohung. Cass ist eine Seherin, man sieht ihr äußerlich nicht an, dass sie anders ist als ihr Bruder Zach. Deswegen wird Cass nicht wie andere Omegas schon im Kleinkindalter gebrandmarkt und aus der Gesellschaft verstoßen. Sie hat "Glück" und darf bis sie eine Jugendliche ist in ihrer Familie verbleiben. 

Doch trotzdem ist allen klar, dass entweder Cass oder Zach verbannt werden muss denn so ist es immer. Es gibt einen Zwilling, der bleiben darf und einen, der als Omega gebrandmarkt wird. Dennoch sind die beiden auf extreme Weise miteinander verbunden, auch wenn sie sich den Rest ihres Lebens nie wieder sehen. Geschieht dem einen Zwilling etwas ernsthaftes, so ergeht es dem anderen Zwilling gleichermaßen. Stirbt der eine Zwilling, sterben beide. 

Das ist die Welt, die Francesca Haig hier erschaffen hat und womit sie eine grandiosen Idee umgesetzt hat, wie ich finde. Die Idee, dass jeder Mensch einen Zwilling hat und man mit diesem für immer verbunden ist, finde ich wirklich gut. Auch die Welt, wie sie sich unter diesen Umständen sehr wahrscheinlich entwickeln würde, finde ich in "Das Feuerzeichen" wirklich sehr gut umgesetzt. 

Leider weist das Buch aber auch einige Längen auf, vor allem im 2. und 3. Drittel. Für meinen Geschmack wurden hier viele Sätze zu oft wiederholt (ich kann das Wort Beichtmutter echt nicht mehr "hören"!), ganz offensichtliche Dinge ausgesprochen obwohl sie auch der Fantasie des Lesers hätten überlassen werden können und die Handlung wurde künstlich in die Länge gezogen. 

Das finde ich wirklich schade denn ich denke das Buch wäre eine echte Spannungkanone gewesen, wenn es 200 Seiten kürzer gewesen wäre. So hab ich mich leider durch einige Längen durchgequält, die unnötig waren. Die Spannung kam aber immer wieder durch, sodass ich doch dran geblieben bin und auch Teil 2 lesen werde. 

Die Protagonistin Cass finde ich sympathisch und sehr erwachsen. Sie macht einen authentischen Eindruck auf mich und ich konnte mich in vielen Situationen in sie hineinfühlen. Gerade die Art, wie sie die Zwillinge sieht, konnte ich gut nachvollziehen. 

Dafür fand ich leider den Protagonisten Kip sehr farblos und langweilig. Er hat für mich einfach viel zu wenig Charakter und läuft Cass nur blind hinterher. Ich verstehe nicht ganz wieso alle anderen Protagonisten so stark ausgearbeitet wurden, nur Kip nicht. Und das, obwohl er eine zentrale Rolle in diesem ersten Teil spielt. Kip hat mich teilweise doch etwas geärgert, hauptsächlich aber gelangweilt.

Ich habe für diesen ersten Teil wirklich lange gebraucht, habe zwar fast täglich darin gelesen aber doch verging ca. ein Monat, bis ich es durch hatte. Die schon erwähnten Längen bringen mich leider dazu Sterne abzuziehen aber dennoch kann ich dem Feuerzeichen 3 von 5 Sternen geben. 

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100 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 13 Rezensionen

zeit, beständigkeit, poesie, tod, empfehlung

Die Autobiographie der Zeit

Lilly Lindner , Lisa Wöhling
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 02.05.2016
ISBN 9783426305409
Genre: Romane

Rezension:

"Die Autobiographie der Zeit" ist genau das was der Titel verspricht: Eine Geschichte über die Zeit, personifiziert durch ein namenloses Mädchen, oder wenn man es so sehen will, durch Lilly Lindner. Dieses Mädchen kommt vom Planeten Winter, um eine von 4 Mächten auf unserer Erde zu werden. Da gibt es David - die Beständigkeit -, Kevin - der Raum -, Shay - der Abgrund - und eben die Zeit.

Die vier Freunde werden auf Winter auserwählt um auf die Erde zu kommen und sind von dem Zeitpunkt an unsterblich und begleiten uns durch das Buch, alles aus der Sicht der Zeit. 
Lilly Lindner ist eine meiner absoluten Lieblings Autorinnen und so habe ich auch dieses Buch von ihr blind gekauft. Ich war mir zu 100% sicher, dass ich alle ihre Bücher lieben würde. Umso enttäuschter war ich, als ich feststellte, dass "Die Autobiographie der Zeit" absolut nicht zu ihren sonstigen Büchern passt. 

Ich liebe Lilly Lindners Schreibstil seit dem ersten Buch, das ich von ihr gelesen habe und deswegen bin ich ihr auch so verfallen. Ihr tiefgründiger brutal ehrlicher und dennoch verträumter Schreibstil ist genau das, was ihre Leser so sehr an ihr lieben. So sehr ich aber auch Lillys Worte liebe - ein wenig mehr Inhalt muss ein Buch schon für mich haben. 

In diesem Buch besteht eine Seite aus einem Kapitel und sehr oft auch nur aus einem Satz. Das ist ein Stilmittel, welches man durchaus mögen kann. Für mich kam dadurch aber leider einfach nicht viel Inhalt rüber. 

Auch "Die Autobiographie der Zeit" ist wieder einmal ein sprachliches Kunststück. Eine konkrete Handlung bleibt für mich aber leider auf der Strecke und deswegen konnte ich, so leid mir das tut, einfach gar nichts mit diesem Buch anfangen. Auch mit größter Mühe fand ich nur zu sehr wenigen Metaphern einen Zugang und das finde ich wirklich sehr schade.   

Die Illustrationen gefielen mir sehr gut, ebenfalls Lillys Ausdrucksweise. Deswegen, aber auch nur deswegen, kann ich noch 2 von 5 Sternen vergeben. Sehr schade. Aber ich bin mir sicher, dass die Autorin mich beim nächsten ihrer Bücher wieder voll mitreißen kann. 

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61 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

krebs, amy reed, krankheit, krebserkrankung, tod

Abschied für immer und nie

Amy Reed , Maike Müller
Fester Einband
Erschienen bei HarperCollins, 10.11.2015
ISBN 9783959670104
Genre: Romane

Rezension:

Evie hatte mal ein normales Teenager-Leben, mit festem Freund, Schule, bester Freundin und jede Menge Spaß beim Cheerleadern. Doch ihr durchschnittliches Leben wird komplett auf den Kopf gestellt, als Evie wegen eines gebrochenen Beins ins Krankenhaus kommt und dort die Diagnose Krebs bekommt. 
Es ist ein seltener Krebs und alles geht sehr schnell. Evie steht kurz vor dem Tod und wird immer schwächer. An ihrer Seite hat sie eine sehr fürsorgliche Familie, den extrem besorgten festen Freund Will und - und das ist Evie am wichtigsten - ihre beste Freundin Stella. Stella ist erst ihre beste Freundin, seitdem sie sich im Krankenhaus kennen lernten, dafür ist sie für Evie zum wichtigsten Menschen in ihrem Leben geworden. 
Stella muss ebenso mit einem schlimmen Schicksal kämpfen, hat aber eine wahnsinnige Kraft in sich und kann Evie immer wieder motivieren, zum lachen bringen und sie von der Krankheit ablenken. Doch dann geschieht das unvorstellbare: Evie wird gesund und darf nach Hause, während andere in ihrem Umfeld sterben.
Evies Leben ist vorbei aber es ist doch nicht vorbei. Sie hat zwar den Krebs auf wundersame Weise überlebt aber sie fühlt sich dafür, als sei sie Schuld am Tod der anderen. Nur weil sie überlebt hat, mussten andere sterben. Mit dieser massiven Last auf ihren geschwächten Schultern kann Evie nicht leben und so verändert sie ihr Verhalten zu Hause radikal.

Ihre Familie ist glücklich, dass die verloren geglaubte Tochter dem Tod von der Schippe gesprungen ist, doch von Glück kann man wenn es nach Evie geht nicht wirklich reden. Sie fühlt sich für den Tod anderer Menschen verantwortlich und kann kaum mit dem Schmerz umgehen. Sie denkt, die Welt wäre ein besserer Ort wenn Evie stattdessen gestorben wäre. Sie bemerkt in ihrem Leid gar nicht, wie sehr sie ihren Mitmenschen Unrecht tut.

Evie wird zu einem ganz anderen Menschen und weder sie noch ihr Umfeld kann mit dieser massiven Veränderung umgehen. Erst als sie Marcus kennen lernt, der gar nichts von ihrem Schicksal weiß, blüht Evie in seiner Gegenwart auf. Doch auch er kann sie nicht retten, denn die wenigen positiven Momente in ihrem Alltag halten Evie nicht davon ab, in einen Strudel aus Depressionen, Wut und Medikamentenmissbrauch zu geraten.

"Abschied für immer und nie" war ein Buch, was mich wirklich noch mal extrem berührt hat. Es gibt nicht so viele Romane, die mir wirklich unter die Haut gehen, dazu gehört schon viel und die "typischen" Krebs-Geschichten in Büchern kennt man einfach schon. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, dass Amy Reeds Roman direkt in mein Herz getroffen hat. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass "Abschied für immer und nie" in etwa so berührend für mich war wie John Greens "Das Schicksal ist ein mieser Verräter". 

Ich habe zwar zwischenzeitlich Probleme gehabt, Evie sympathisch zu finden aber genau das macht die Geschichte aus. Man möchte sie schütteln, damit sie aus ihrem Strudel aus negativen Gedanken herausfindet. Ich hatte Mitgefühl mit ihr, habe sie aber auch andererseits gut verstehen können. Sie möchte nicht mehr nur als das "Krebs-Mädchen" gesehen werden sondern bei Fehltritten bestraft werden, ein ganz normales Leben führen und selbstbestimmt handeln können. Sie möchte Fehler machen, Probleme haben und verstanden werden. 

Im krassen Gegensatz hierzu stand aber andererseits mein Verständnis für Evies Familie und Freunde. Sie sind einfach nur froh, dass Evie überlebt hat, und möchte sie vor allem bösen beschützen. Sie können es nicht verstehen, wieso sie sich so gegen die Normalität wehrt und mir würde es als Angehörige wohl ähnlich ergehen.

Ich habe mir während des Lesens von beiden Seiten mehr Verständnis für die jeweils andere Seite gewünscht. Ich habe mir gewünscht, dass am Ende alles gut wird. Ich habe mir gewünscht, dass das Buch nicht endet. 

Das Ende des Buchs hat mich dann nochmal wirklich umgehauen. Ob positiv oder negativ kann ich euch nicht einmal sagen. Selbst jetzt nicht, wo es schon eine Weile her ist, dass ich das Buch beendet habe.

Es bleibt mir nur zu sagen, dass Amy Reed mich hier zutiefst fesseln konnte und ich das Buch wirklich gut fand. Wirklich wirklich gut! 

Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

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28 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 3 Rezensionen

psychothriller, mord, you, joe goldberg, thriller

Hidden Bodies - Ich werde dich finden

Caroline Kepnes , Katrin Reichardt
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei INK, 01.06.2016
ISBN 9783863960940
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das mit Joe und Amy könnte perfekt sein. Ihre hemmungslose, intensive Beziehung könnte der Anfang von Joes Glück sein und zunächst sieht auch alles danach aus, als wäre Amy die perfekte Frau für den eigenbrötlerischen Buchhändler. Doch als Amy nach einem Ausflug der beiden plötzlich nicht mehr auffindbar ist, wird Joe klar, dass sie ihn die ganze Zeit über benutzt und hintergangen hat. 

Joe ist fassungslos und sieht sein Leben zerstört, denkt er kann niemals wieder einer Frau vertrauen. Und all das ist nur Amy Schuld! Dafür wird sie büßen müssen, beschließt Joe und reist ihr hinterher um auch ihr Leben zu zerstören.

Joe bricht seine Zelte in New York ab und zieht nach Los Angeles und die Jagd nach Amy Adam kann beginnen. Womit Joe aber nicht gerechnet hat ist, dass er auf seinem vom Hass getriebenen neuen Lebensweg einer Frau begegnet, die alles verändern wird. Love. Sie heißt nicht nur wie die Liebe, nein, sie bringt auch die Liebe in sein Leben. 


Joe, Joe Joe, was machst du nur für dumme Sachen. 
Genau das dachte ich mir schon so oft als ich "YOU" gelesen habe und auch in "Hidden Bodies" kommt mir dieser Gedanke mit einem Kopfschütteln doch recht häufig.

Er ist nicht nur vom Pech verfolgt was die Frauen angeht, er schaufelt sich auch leidenschaftlich gern sein eigenes Grab indem er viel zu viele Menschen umbringt, in der Hoffnung dadurch seine Probleme lösen zu können. Doch ein Mord ist ein Mord und in einer perfekten Welt kommt jeder Mord irgendwann ans Tageslicht. 

In Joes perfekter Welt kann jeder Mord vertuscht werden. Doch er hat in Teil 1 Fehler begangen, die ihn nun die Freiheit kosten können und diese Fehler lasten schwer auf ihm. Aber obwohl Joe wahnsinnig viel Glück hatte und nicht erwischt wurde, lernt er nicht daraus. Er will Amy finden und töten um sie für ihre Taten zu bestrafen.


"der wahre Schrecken meines Lebens besteht nicht darin, dass ich einige furchtbare Menschen getötet habe. Der wahre Schrecken meines Lebens besteht darin, dass die Menschen, die ich geliebt habe, meine Liebe nicht erwiderten." - Seite 502
Als Joe auf seiner Suche nach Amy jedoch Love kennen lernt, verliebt er sich neu und kann einen neuen Lebensabschnitt mit ihr beginnen. Aber ihr verrückter Bruder Forty und ihr bester Freund Milo, der ganz offensichtlich mehr von ihr will, machen Joe das Leben aufs Neue schwer und er überlegt, wie er sie am besten aus der Welt schaffen kann. 

Joe ist ein Charakter, den man in der einen Sekunde liebt und in der anderen hasst. Er hat überhaupt keine Ahnung von zwischenmenschlichen Beziehungen und interpretiert so ziemlich alles falsch, was nur geht. Er bezieht alles auf sich selbst und kann mit Problemen nicht umgehen. 

Trotzdem ist er auf seine ganz eigene Art liebenswürdig, man will ihn auf den rechten Weg bringen und fiebert mit ihm mit. Ich hab mir während des Lesens gewünscht, dass Love bei ihm bleibt und mir auf der anderen Seite gedacht wie bescheuert ein Mensch im wahren Leben sein müsste, um bei so einem Mann zu bleiben. 


"Und, mal ehrlich, wenn man erwachsen wird, sich am Riemen reißt, wenn man sich denkt fuck narcicissm und das mit den Hashtags sein lässt, dann erkennt man, was im Leben wirklich zählt. Was zählt, ist nämlich das, was man als Nächstes tut. Und so ist Amerika. Hier muss man beweisen, dass jemand etwas getan hat, und sie können nicht beweisen, dass ich irgendetwas getan habe." - Seite 527
Diese gegensätzlichen Gedanken ziehen sich durch das ganze Buch und ich kann beim besten Willen nicht sagen, ob ich Sympathie oder Abscheu für Joe empfinde und genau das ist es, was das Buch zu einem absoluten Highlight macht. Diese Ambivalenz ist in einem Buch für mich bisher einzigartig und außerordentlich großartig umgesetzt.

Joes persönliche Entwicklung spielt eine zentrale Rolle in "Hidden Bodies" und ist gleichermaßen realistisch wie völlig wahnsinnig. Die Autorin hat hier wirklich Fingerspitzengefühl bewiesen und konnte mich zu 100% mit ihrem Buch überzeugen und fesseln.

Ich bin nachhaltig beeindruckt von Caroline Kepnes' Talent und werde diese Autorin mit Freude weiter verfolgen.

Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

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(278)

486 Bibliotheken, 17 Leser, 0 Gruppen, 153 Rezensionen

liebe, hamburg, essen, blumen, restaurant

Glück ist, wenn man trotzdem liebt

Petra Hülsmann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 10.06.2016
ISBN 9783404173648
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich gebe zu: Ich war skeptisch als ich das Buch in Händen hielt denn Frauenromane sind eigentlich nicht mein Genre. Meist sind sie mir zu platt und oberflächlich, zu kitschig oder unrealistisch. Als eine liebe Bloggerkollegin mir aber so sehr von diesem Buch vorschwärmte konnte ich dann doch nicht anders als es zu lesen. Und ich muss sagen: Petra Hülsmann hat meine Erwartungen um Längen übertroffen und mich zum Fan gemacht. 


Isabelle ist eine verschrobene junge Frau, die noch nicht so viel erlebt hat, dafür aber den perfekten Plan für ihr Leben fest in ihrem Kopf verankert hat. Sie weiß schon mit Mitte 20 ganz genau, wie ihr Leben verlaufen soll und vor allem wie ihr Traummann auszusehen hat. 


Dass Pläne aber nur Wunschvorstellungen sind und die Wahrheit oft ganz anders aussieht, lernt Isabelle auf dem harten Weg. Ihr Leben wird von Jens und Merle völlig umgekrempelt, wobei Isabelle nach und nach Gefallen an dem "Chaos" in ihrem Leben findet. Sie schließt die neuen Menschen in ihrem Leben in ihr Herz und kann sich bald ein solches nicht mehr ohne sie vorstellen. Aber wo bleibt der Traummann? Als das Blumengeschäft in die Schieflage gerät und Isabelle den Schuldenberater Alex anheuert glaubt sie, dass er die Liebe ihres Lebens sein muss. 


"Selbst in den schlimmsten Zeiten war das Glück immer da, wenn man nur richtig hinsah. Es war selten spektakulär und perfekt, und man musste gut hinsehen, um es überhaupt zu entdecken. Aber trotzdem blieb es doch immer noch Glück. - Seite 381


Natürlich ist dem Leser schnell klar, dass Jens der Traummann für Isabelle ist und kein anderer. Das ist aber auch gar nicht schlimm denn auf dem Weg ihrer Erkenntnis führt Isabelle uns durch so viele liebenswürdige Schrulligkeiten und so viel Verwirrung, Freundschaft, Alltag und Träume, dass dem Leser nichts anderes übrig bleibt als sie und ihre Geschichte gern zu haben. 


Ich fand alle Protagonisten einfach perfekt getroffen. Besonders Jens Halbschwester Merle hat mich oft zum schmunzeln gebracht aber auch Isabelles Verpeiltheit und Festgefahrenheit waren einfach nur wahnsinnig unterhaltsam.


Auch wenn Liebesromane normalerweise nicht zu meinen Lieblingsbüchern gehören hab ich hier jede Seite genossen und musste unbedingt in jeder freien Minute weiterlesen. Dies ist nicht nur ein perfektes Buch für den Strand, es ist gleichzeitig auch Urlaub fürs Herz und wer sich diesen Urlaub nicht gönnt, ist selber Schuld. 


Ich kann sagen, dass es nicht das letzte Buch von Petra Hülsmann für mich sein wird und vergebe gerne locker flockige 5 von 5 Sternen.

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(147)

320 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

liebe, fae, schattentraum, mona kasten, fantasy

Schattentraum - Hinter der Finsternis

Mona Kasten
Flexibler Einband: 410 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 15.10.2014
ISBN 9781502841513
Genre: Liebesromane

Rezension:

Emma ist traumatisiert vom plötzlichen Tod ihrer Mutter und versucht mit ihrem Vater in einer anderen Stadt einen Neuanfang. Emma kommt auf eine neue Schule und lernt sehr schnell ihre neuen besten Freundinnen kennen - und Gabriel, der schon am ersten Tag ihres neuen Lebens einen schlechten Eindruck auf sie macht, Emma jedoch nicht mehr aus dem Kopf gehen will. 

Als Emma ihm immer und immer wieder begegnet, fallen ihr seltsame Dinge an ihm auf, die sie sich mit reinem rationalem Verständnis nicht erklären kann. Erst als Emma sich darauf einlässt, dass es vielleicht noch Dinge auf der Welt gibt, von denen nur die wenigsten wissen, kann sie herausfinden, was es mit Gabriel auf sich hat. Doch da ist es schon um sie geschehen und sie gelangt immer tiefer in einen Strudel aus Hass und Liebe, der sie zu zerreißen droht. 


Emma ist eine junge Frau, die schon einiges durchgemacht hat. Durch den Tod ihrer Mutter ist sie traumatisiert und erlebt immer häufiger plötzlich auftretende Panikattacken. Durch den Umzug mit ihrem Vater will sie ein neues Leben aufbauen und das gelingt ihr auch von Anfang an recht gut denn sie lernt sehr schnell wahnsinnig liebe Menschen kennen, die sie gleich integrieren und für sie da sind. Emmas gesamtes Umfeld ist mir von Beginn an sehr sympathisch, ich schloss ihren Vater und ihre Oma sowie ihre neuen Freunde sofort in mein Herz ein. Emma selbst ist mir auch sympathisch, auch wenn sie bei einigen Dingen doch etwas naiv ist. 

Die Naivität ist wahrscheinlich dem Genre Jugendbuch geschuldet und stört mich auch nicht wirklich, einige Entwicklungen im Buch sind aber nicht überraschend für mich gewesen. Allerdings kam zum Ende des Buchs eine Wendung, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hätte und das gleicht die anderen Vorhersehbarkeiten für mich dann doch wieder aus. Dass mich eine Wendung vollkommen kalt erwischt passiert mir selten und dafür muss ich Mona Kasten ein Kompliment machen!

Die Story ist für meinen Geschmack genau richtig: Eine Mischung aus der Layken und Will Reihe von Colleen Hoover und Twilight. "Schattentraum" hat zwar nichts mit Vampiren zu tun, die Liebesgeschichte und der Erzählstil haben mich aber dennoch an Twilight erinnert, was ich hier aber absolut positiv finde! Für mich ist es genau das richtige Maß an Fantasy, nicht zu unglaubwürdig und gut in die Jugendbuch-Thematik integriert. 

Mona Kasten hat hier für mich einen sehr soliden, ansprechenden und spannenden ersten Teil einer Trilogie geschrieben und ich werde die Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen. Die Charaktere sind bestimmt noch ein wenig ausbaufähig, was aber dem ersten Teil nicht schadet und nur noch mehr Potential für die weiteren Teile offen lässt. 

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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272 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

homosexualität, liebe, coming out, freundschaft, jugendbuch

Nur drei Worte

Becky Albertalli , Ingo Herzke
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 26.02.2016
ISBN 9783551556097
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Simon steckt in einer ziemlich blöden Situation fest: Er befindet sich gerade in einer Selbstfindungsphase, in der er seine Homosexualität entdeckt, und genau mit diesem Wissen wird er von einem Mitschüler erpresst. 

Simon schreibt sich anonyme Emails mit Blue, einem Jungen aus seiner Schule, von dem er aber nicht weiß wer er ist. Doch als Simon so eine Email an der Schule schreibt und sich nicht aus seinem Email Postfach ausloggt, macht Martin einen Screenshot und droht Simon damit, ihn gegen seinen Willen öffentlich zu outen wenn Simon Martin nicht in seine Clique integriert. Vor allem geht es Martin dabei um die hübsche Abby, die eine gute Freundin von Simon ist.

Von da an befindet sich Simon in einem Zwiespalt zwischen seinen Gefühlen für Blue und dem Bild, was sein Umfeld von ihm hat. Denn weder seine Freunde noch seine Familie wissen über seine Homosexualität Bescheid. 

Als Simon von Martin erpresst wird kann er einem nur leid tun. Er weiß noch gar nicht so recht wohin mit sich selbst und seinen Gefühlen, er ist im Begriff sich in Blue zu verlieben und schreibt sich täglich mit ihm Emails. Doch davon weiß niemand sonst bis Martin es herausfindet und sich unangenehm in Simons Leben einmischt. Nach dem ersten Schreck geht Simon aber souverän damit um und tut Martin ein paar Gefallen, ohne sich selbst zu sehr zu schaden. Vor allem versucht er dabei das zarte Band zu Blue nicht zu gefährden.

Simon ist mir von Anfang an sympathisch und auch Blue mag ich gern, auch wenn er zu Beginn noch nicht so richtig greifbar für mich war. Ich kann auch nicht sagen, dass ich Martin total abstoßend gefunden hätte denn er ist mehr oder weniger ein Außenseiter, der keine Chance hat an seinen Schwarm Abby heranzukommen, außer wenn Simon ihm ein wenig hilft. Dass er Simon erpresst ist natürlich nicht zu tolerieren, seine Entwicklung innerhalb des Buchs fand ich aber wirklich gut gelungen. Ich will nicht zu viel verraten aber ich kann sagen, dass ich Martin als Charakter sehr passend für die Story fand. 

Auch das gesamte Umfeld von Simon, besonders seine Eltern, waren mir sehr sympathisch. Es geht hier um junge Menschen, die sich alle in der kritischen Phase zwischen der Kindheit und dem Erwachsensein befinden und ich denke Becky Albertalli hat alle Charakter auf den Punkt getroffen. 

In der Schule, in der sich alles abspielt, geht es mir ein wenig zu harmlos zu. Homosexualität scheint dort kein allzu großes Problem für die Betroffenen zu sein, was ich für ein wenig zu verharmlost finde. Ich denke heutzutage hat man es als junge/r homosexuelle/r Frau/Mann doch noch ziemlich schwer in einem Soziotop wie der Schule. Generell muss sich Simon mit sehr wenigen Anfeindungen auseinandersetzen, allerdings handelt es sich hier ja auch um ein Jugendbuch für Jugendliche ab 14 Jahren und für diese Zielgruppe ist die "harmlose" Betrachtungsweise vielleicht gerade richtig. 

Ich kann mir "Nur drei Worte" sehr gut als Schullektüre vorstellen und ich bin mir sicher, dass das Buch eine Unterstützung für junge Männer, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, sein kann. 

Ich hab mich sehr gut unterhalten gefühlt, mitgefiebert und die Protagonisten ins Herz geschlossen. Die 320 Seiten waren sehr schnell und einfach zu lesen, was bestimmt auch am aufgelockerten Schreibstil lag denn immer wieder sind die Kapitel von Simons und Blues Emails gespickt. Albertalli zeigt ein wunderbares Feingefühl und schafft eine ganz bezaubernde Geschichte, die mir gut gefallen hat.

Sehr gerne vergebe ich hier 4 von 5 Sternen.

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63 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

krimi, thriller, rezension, verlust, geheimnis

Mördermädchen

Elizabeth Little ,
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.12.2015
ISBN 9783442483471
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jane - von der Öffentlichkeit zu ihrem Missfallen Janie genannt - Jenkins wurde wegen des Mordes an ihrer Mutter zu 10 Jahren Gefängnisstrafe verurteilt und ist jetzt frühzeitig entlassen worden. Das Problem an dem Mord ist: Jane erinnert sich nicht daran ob sie die Tat begangen hat oder nicht. Sie kann sich nicht sicher sein ob sie Schuld hat am Tod ihrer Mutter, schließt es aber auch nicht völlig aus. Um das herauszufinden stellt sie schon im Gefängnis zusammen mit ihrem Anwalt Noah Nachforschungen an und als Jane wieder in Freiheit ist fährt sie zum Geburtsort ihrer Mutter, um dort mehr über sie herauszufinden. 

Dort erfährt sie nicht nur einiges über das Leben ihrer Mutter sondern obendrein auch noch ein paar Dinge über sich selbst.
"Mördermädchen" klingt nach einer echt spannenden Story voll Action, Selbstzweifeln, Verzweiflung und Sehnsucht nach der Wahrheit.
Leider muss ich sagen, dass sich keiner dieser Erwartungen erfüllt hat. 

Jane Jenkins will zwar unbedingt erfahren, was mit ihrer Mutter passiert ist und ob sie Schuld hat an ihrem Tod, der Weg zu dieser Erkenntnis ist aber sehr langatmig und leider überhaupt nicht actionreich. 

Jane fährt nach Ardelle, der alten Heimat ihrer Mutter, und lernt dort ihr altes Umfeld kennen. Sie findet Hinweise und kann einige Querverbindungen zu Janes Erinnerungen ziehen - das ganze geschieht aber mit so vielen langatmigen Strecken, dass ich im Laufe des Buchs dazu übergegangen bin, Absätze zu überspringen. Das tue ich normalerweise nie bei einem Buch. 

Jane präsentiert sich ziemlich sarkastisch, was durchaus als humorvoll oder selbstironisch durchgehen könnte. Auf mich wirkte dieser Humor aber eher platt und erzwungen. Jane wirkt extrem abgebrüht und zeigt kaum Gefühle, trotzdem will sie Licht in die Dunkelheit des Mordhergangs bringen. Ich dachte mir dabei mehr als ein mal: Wenn Jane ihre Mutter doch so abstoßend und unerträglich fand wie sie immer wieder durchblicken lässt, wieso sucht sie dann überhaupt nach ihren Wurzeln? Würde ein Mensch, der wegen dem Mord an der eigenen Mutter im Gefängnis sitzt, nicht im Allgemeinen viel emotionaler reagieren als Jane? 

Die Emotionslosigkeit wirkt auf mich vollkommen unangebracht und unrealistisch und lässt zudem die Protagonistin auch extrem unsympathisch auf mich wirken. 

Die Recherchen in Ardelle ziehen sich streckenweise sehr, sodass die Spannung meiner Meinung nach auf sich warten lässt. Bis dann etwas interessantes passiert sind bestimmt zwischenzeitlich 200 Seiten an mir vorbeigeflogen, an die ich mich schon jetzt kaum mehr erinnern kann. 

Janes Aufenthalt im Gefängnis sowie ihr eigenes Seelenleben bleiben vollkommen außer Acht, was ich eher unpassend für die Story finde. Als ob 10 Jahre Gefängnis so wenige Spuren bei einem Menschen hinterlassen würden. Unrealistischer geht es kaum noch.

Ich hatte noch die leise Hoffnung, dass mich das Ende vielleicht noch etwas mehr fesseln könnte und deswegen habe ich das Buch nicht abgebrochen. Ich muss sagen, dass es am Ende für mich einfach nur noch haarsträubender wurde und ich das Buch eigentlich gar nicht mehr ernst nehmen konnte. Sehr traurig, da es doch eigentlich Potenzial gehabt hätte.

Leider kann ich dem Buch nicht mehr als 1 Stern geben. Ich bin mir sicher, dass mir die Story nicht lange im Gedächtnis bleiben wird, so viel Vorfreude ich auch vor dem Lesen hatte. Meine Erwartungen konnte "Mördermädchen" absolut nicht erfüllen.

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(45)

102 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

freundschaft, selbstmord, zoe hagen, essstörung, suizid

Tage mit Leuchtkäfern

Zoe Hagen
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.03.2016
ISBN 9783548286945
Genre: Romane

Rezension:

Gandhi, von der wir erst sehr spät erfahren wie sie wirklich heißt, ist sehr unglücklich mit ihrem Leben. Zu ihrem Vater hat sie kaum Kontakt und will es auch nicht, ihre Mutter verschließt konsequent die Augen vor Gandhis Problemen, sie hat keine Freunde, dafür aber eine schon ziemlich ausgeprägte Essstörung. Gandhis Leben läuft also geradewegs gegen die Wand. Es besteht nur noch aus Selbsthass, Vorwürfen, weinen und erbrechen und es scheint keinen Weg aus diesem Teufelskreis heraus zu geben - bis sie unverhofft Teil einer Gruppe Jugendlicher wird, die sich "Der Club der verhinderten Selbstmörder" nennt.
Von nun an besteht der "Club der verhinderten Selbstmörder" aus 6 Jungs und Mädchen, die alle ihre eigenen schwerwiegenden Probleme haben, die aber mit ihrem Leid zusammen umgehen. Sie haben sich gefunden und helfen sich gegenseitig doch es ist nicht alles so traurig wie es sich anhört, ganz im Gegenteil. In der Absurdität der Welt wird bei Gandhi, Fred, Lynn, Amira, Fabien und Noah sehr viel gelacht, rumgealbert und vor allem verbringen sie sehr viel Zeit miteinander und das tut allen gut. 
Die 6 Freunde wachsen sehr schnell zusammen und helfen sich in allen Lebenslagen, wodurch sich Gandhis Zustand kontinuierlich verbessert. 
"Manchmal ist die Illusion weitaus schöner als die Realität, die Realität nichts als die schlechte Kopie der Vorstellung." - 8
In Briefen an Gott beschreibt Gandhi, wie sie sich fühlt und der Leser bekommt wie in Tagebucheinträgen den Lauf der Geschichte dargelegt. Dabei betont Gandhi schon ganz zu Beginn, dass sie nicht wirklich an Gott glaubt und Gott nur eine stellvertretende übergeordnete "Macht" für sie ist, etwas an das sie schreiben kann um all ihre Gedanken loszuwerden. Diese Einleitung war für mich persönlich sehr gut, da ich selbst nichts mit dem Gebilde Gott anfangen kann, aber Gandhis Wunsch sich auszudrücken sehr gut nachvollziehen kann. So fiel es mir sehr leicht, mich mit der täglichen Anrede "Lieber Gott..." anzufreunden. 
Die Protagonisten sind mir alle unheimlich schnell ans Herz gewachsen und ich wollte unbedingt wissen, was ihre Probleme sind und wie die Freunde sich gegenseitig in schweren Zeiten stützen. Zoe Hagen hat die Gruppendynamik perfekt aufgebaut, alles erscheint mir wie ein Abbild eines Lebens, was sich ganz genau so hätte abspielen können. 
Die Handlung ist zwar an manchen Stellen extrem, aber dabei keinesfalls übertrieben oder unrealistisch. Zoe Hagen gelingt hier mit einer unheimlich bewegenden Leichtigkeit ein Balanceakt zwischen Leid und Freude, zwischen tiefster Verzweiflung und glücklichstem Höhenflug.
"Dinge müssen wohl immer erst kaputtgehen, um repariert werden zu können" - 177
"Tage mit Leuchtkäfern" hat zwar nur 192 Seiten aber diese sind voller Gefühl und man wünscht sich, sie würden nicht mehr enden. Ich habe mir viele Zitate angestrichen, die ich gar nicht alle in diese Rezension packen kann aber zwei Zitate hab ich euch rausgesucht weil ich sie einfach schön finde.
Ich bin wirklich begeistert von diesem Buch einer so jungen Autorin und werde ihren Werdegang definitiv weiter verfolgen. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

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546 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 82 Rezensionen

panic, angst, mutproben, spiel, freundschaft

Panic - Wer Angst hat, ist raus

Lauren Oliver , Katharina Diestelmeier
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.11.2014
ISBN 9783551583291
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Heather wollte eigentlich nur ihre beste Freundin Nat anfeuern, die bei dem legendären Spiel Panic mitmachen will. Panic ist ein Spiel, bei dem nur einer gewinnen kann und der Hauptpreis ist eine Menge Geld, gesammelt von allen Schülern. Die Schüler der Abschlussklasse können teilnehmen, müssen sich aber darüber bewusst sein, dass Panic unter Umständen ein Spiel auf Leben und Tod sein kann. 

Heather entscheidet sich spontan dazu, auch am Spiel teilzunehmen und tritt somit gegen ihre beste Freundin und ihre eigenen Ängste an. Doch was diese Entscheidung alles nach sich zieht hätten weder Heather noch Nat je vermutet und auch Heathers bester Freund Bishop und der unscheinbare Aussenseiter Dodge verfolgen ihre ganz eigenen Ziele, die sich nach und nach immer mehr miteinander verflechten.


"Panic" hat mich sehr schnell in seinen Bann gezogen und erinnerte mich wieder daran, wieso ich Lauren Oliver so gerne mag: Ihr Schreibstil ist einfach mitreißend und sie hat das Talent, Orte und Situationen so gut zu beschreiben, dass ich das Gefühl habe mitten drin zu sein. Mit den Charakteren konnte ich sehr gut mitfühlen, vor allem Heather und ihre Familiensituation fand ich fesselnd und ich wollte unbedingt wissen, was mit ihr geschieht. 

Die anderen Protagonisten treten hinter Heather ein Wenig zurück, sind aber dennoch gut ausgearbeitet und jeder einzelne von ihnen hat mit sehr persönlichen Problemen zu kämpfen und geht ganz anders mit ihnen um. 

Heather wandte erneut den Blick ab. "Woher weiß ich, dass ich dir vertrauen kann?", fragte sie schließlich.
"Darin besteht doch gerade Vertrauen." Er zerbiss einen Eiswürfel. "Dass man es nicht weiß." - Seite 325

Die Protagonisten sind meiner Meinung nach alle gut ausgearbeitet, einzig über Bishop hätte ich mir doch noch mehr Infos gewünscht da ich denke die Figur hätte mehr Tiefgang zu bieten gehabt. 

Die Idee des Spiels Panic hat mich sofort gepackt, ich war wahnsinnig gespannt wie die einzelnen Runden ablaufen und wer am Ende gewinnen würde. 

Realistisch sind die Entwicklungen zum Teil jedoch leider nicht zu 100% und ich hab mir an einigen Stellen gedacht, dass Panic in der echten Welt nicht stattfinden würde weil die Polizei und auch die Eltern oder Lehrer da mit Sicherheit einen Riegel vorschieben würden. Vor allem wenn man davon ausgeht, dass dieses Spiel jedes Jahr stattfinden würde. 

Der Mut bestand darin, weiterzumachen, egal was geschah. Irgendwann würde sie vielleicht wieder springen müssen. 
Und sie würde es tun. Sie wusste jetzt, dass es immer Licht gab - jenseits der Dunkelheit und der Angst, außerhalb der Tiefen; es gab eine Sonne, nach der man sich recken konnte, und Luft und Raum und Freiheit. 
Es gab immer einen Weg nach oben und draußen und keinen Grund, Angst zu haben. - Seite 365

Wenn man darüber aber hinweg sehen kann dann wird man bei "Panic" sehr gut unterhalten und hat eine spannende kurzweilige Lektüre zu erwarten, die liebenswürdige Charaktere beinhaltet und den ein oder anderen vielleicht auch zum Nachdenken anregt, darüber was im Leben wirklich zählt. Über Freundschaft, Vertrauen, Mut und Zusammenhalt. 

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

  (3)
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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

charles benoit, mobbing, schule, geheimnisse, cold calls

Cold Calls

Charles Benoit , Andreas Decker
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbt, 08.03.2016
ISBN 9783570310083
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Die drei Jugendlichen Eric, Shelly und Fatima kennen sich nicht und haben doch eins gemeinsam: Die erhalten verzerrte Anrufe, in denen ihnen gedroht wird die größten Geheimnisse der drei zu veröffentlichen, wenn sie nicht genau das tun was der Anrufer befiehlt.

Die Geheimnisse sind ganz unterschiedlicher Art und auf ihre Weise alle vernichtend für die Jugendlichen. Schnell zeigt sich, dass der Anrufer es ernst meint mit seiner Drohung und Eric, Shelly und Fatima beleidigen auf seinen Befehl hin Mitschüler und werden der Schule suspendiert. 

In einem Anti-Mobbing-Kurs lernen die drei sich kennen und versuchen den geheimnisvollen Anrufen auf den Grund zu gehen. 

Zuerst lernen wir Eric kennen, der seinen ersten Anruf erhält und diesen erstmal gar nicht so ernst nimmt. Aber auch nur bis er von dem anonymen Anrufer ein eindeutiges Foto geschickt bekommt, was ihm klar macht dass dieser Anrufer sein größtes Geheimnis kennt und bereit ist es zu verbreiten, wenn Eric nicht das tut was ihm aufgetragen wird. 

Shelly und Fatima ging es ähnlich, was wir aber erst später im Detail erfahren. Alle haben ein Geheimnis und tun alles dafür, dass es nicht herauskommt. Doch wie weit kann man für sein Geheimnis gehen und wann ist eine Grenze überschritten, die man nicht überschreiten wollte? 

Eric und die beiden Mädchen wollen um jeden Preis herausfinden, wer hinter den Anrufern steckt und sie versuchen, das schlimmste zu verhindern. 

Der Schreibstil ist sehr flüssig und kurzweilig, die Charaktere sind vollkommen unterschiedlich und diese Mischung aus Eric, Shelly und Fatima fand ich sehr passend. Eric, der stinknormale Fussballer, der er sich mit seiner Freundin verscherzt hat. Shelly, die  katholische Goth-Anhängerin, die versucht vor ihrer Vergangenheit zu fliehen. Und zu guter Letzt Fatima, die versucht herauszufinden wie sehr ihre Wurzeln sie beeinflussen. 

Besonders Fatima und Shelly fand ich spannend, Eric war für mich nicht so interessant. Sein Geheimnis ist auch das uninteressanteste für mich gewesen und schnell hab ich mich auf die Kapitel gefreut, in denen es mehr um Shelly und Fatima ging. 

Ich habe "Cold Calls" gerne gelesen, der richtige Überraschungseffekt hat mir aber gefehlt. Der Schluss wartet noch mal mit einem fiesen Cliffhanger auf, der mich denken lässt dass es hier vielleicht doch noch eine Fortsetzung geben könnte - diese würde ich auf jeden Fall auch lesen. Umgehauen hat mich das Buch nicht aber es war kurzweilig und sympathisch. 

Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

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885 Bibliotheken, 9 Leser, 16 Gruppen, 115 Rezensionen

dystopie, umwandlung, organspende, flucht, jugendbuch

Vollendet

Neal Shusterman
Fester Einband: 430 Seiten
Erschienen bei Bibliographisches Institut, 31.07.2012
ISBN 9783411809929
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nach einem Krieg zwischen Abtreibungsgegnern und - Befürwortern wurde ein neues Gesetz erlassen, die sogenannte "Charta des Lebens". Diese hat aber eher weniger mit dem Leben zu tun als mehr mit dem Tod denn dieses Gesetz besagt, dass das Leben eines Menschen vom Zeitpunkt der Empfängnis an unantastbar ist - aber nur bis zum 13. Lebensjahr. 

Zwischen dem 13. und dem 18. Lebensjahr können Eltern ihr Kind sozusagen nachträglich "abtreiben". Sie können es umwandeln lassen. Dabei wird jeder einzelne Körperteil des Jugendlichen als Transplantat an andere Menschen, die es benötigen, verteilt und angeblich soll der umgewandelte Mensch so weiterleben können. In ganz vielen kleinen Einzelteilen existiert der Jugendliche auch nach seiner Umwandlung und um diese Umwandlung ranken sich die grausigsten Gerüchte.

Connor, Risa und Lev sind drei dieser Jugendlichen, die unabhängig voneinander vor ihrer Umwandlung fliehen und dessen Wege sich kreuzen. 


Die Kapitel in "Vollendet" handeln jeweils von einem anderen Protagonisten, wodurch man als Leser schnell in die einzelnen Welten von Conner, Risa und Lev abtauchen kann. Aber auch in die Sicht von Polizisten, Lehrern oder anderen Nebenfiguren bekommen wir kurze Einblicke, was das Buch sehr lebendig und abwechslungsreich macht. 
Das Zukunftsszenario, das in "Vollendet" gezeichnet wird, ist ziemlich brutal denn wer bringt sein Kind nach 13 Jahren Lebenszeit um? Wer lässt sich einreden, dass es okay ist, sein Kind umzuwandeln und wer würde wirklich daran glauben, dass man nach einer Umwandlung weiterlebt und es ggf. sogar besser hat? Ist das wirklich denkbar? 
Diese Welt ist zum jetzigen Zeitpunkt natürlich rein medizinisch schon nicht möglich. Doch sind wir wirklich so weit davon entfernt, wie wir glauben? Eine andere Neuerung der Gesetze wird in "Vollendet" auch dargelegt: Das "storchen" von Kindern. Wenn man ein Baby hat und es einem Fremden vor die Haustür legt dann gehört es der Familie die dort wohnt, außer man wird erwischt. Das halte ich für nicht besonders utopisch und finde das sehr erschreckend mir vorzustellen, dass unsere Welt vielleicht in Zukunft auch so aussehen könnte. 
Generell sind viele Teile des Buchs für mich vorstellbar, andere jedoch sehr abwegig und genau diese Mischung machte das Lesen für mich zu einem sehr kurzweiligen, spannenden Vergnügen und diesen ersten Teil als absolut süchtig machenden Reihen-Auftakt. Neal Shusterman trifft mit diesem Buch genau meinen derzeitigen Lese-Nerv und ich freue mich jetzt schon sehr auf Teil 2, von dem ich euch bestimmt schon bald berichten werde.
Ich bin total angefixt und vergebe 5 von 5 Sternen.

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1.122 Bibliotheken, 16 Leser, 5 Gruppen, 181 Rezensionen

hexen, magie, liebe, hexe, fantasy

Everflame - Feuerprobe

Josephine Angelini , Simone Wiemken
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Dressler, 19.09.2014
ISBN 9783791526300
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Lilly ist mit sich und ihrem Leben nicht so zufrieden denn sie leidet seit ihrer Kindheit an schlimmen Allergien, Fieberschüben und der Kreislaufkollaps steht bei ihr sozusagen auf der Tagesordnung. Einzig ihre geliebte Schwester Juliet und Lillys bester Freund Tristan halten zu ihr. Doch als Lilly sich in ihn verliebt enttäuscht er sie bitter und sie wünscht sich weit weg in ein anderes Leben. Dass es dieses andere Leben aber auch tatsächlich gibt und Lilly dort nicht das kränkliche Mauerblümchen ist sondern eine Hexe mit extremer Macht, damit hätte sie wohl nicht gerechnet.


Lilly ist mir schon von Beginn an sehr sympathisch. Sie ist die totale Außenseiterin und hat mehr körperliche Beschwerden als alle ihre Mitschüler zusammen. Ihre Körpertemperatur ist immer extrem hoch und sie reagiert auf sämtliche Umwelteinflüsse allergisch. Doch kein Arzt kann ihr helfen und bald schon stellt sich auch heraus wieso: weil Lilly in einer anderen Welt eine sogenannte Crucible ist. Sie kann Feuer in Energie umwandeln und ist schon bald so mächtig, dass sie als Hexe gleichermaßen gesucht und geehrt wird. In ihrer Welt ist Lilly ein bedauernswertes Mauerblümchen aber in einer anderen Welt - der Welt der Hexen - eröffnen sich ihr plötzlich Möglichkeiten, von denen sie keine Ahnung hatte.
"Das Mädchen, das ich gleich stehlen werde, weiß nichts über Verlust. Sie kennt nicht den Unterschied zwischen Verliebtheit und wahrer Liebe. Das ist gut. Ich will nicht, dass sie so gebrochen ist wie ich. Ich will sie verwundet, das schon, aber dadurch gestärkt. Für jedes Mädchen kommt ein Tag, an dem die Sterne in seinen Augen erlöschen. Und erst dann kann sie klar sehen." - Seite 53
In diese Parallelwelt musste ich mich als Leser erst einmal hereinfinden und mich auf die Story einlassen aber als mir das geglückt ist hab ich mich vollkommen von dem Sog von "Everflame" vereinnahmen lassen. Ich mochte Lilly die ganze Zeit über sehr und auch die anderen Protagonisten in der "Hexen-Welt" sind mir ans Herz gewachsen. Auch wenn ich Rowan nicht so ganz durchschauen konnte ist er mir dennoch sympathisch und der Tristan in dieser Welt ist viel mehr mein Typ als der Tristan in Lillys ursprünglicher Welt. 
"Die verschiedenen Welten verzweigen sich wie die Äste eines großen Baums. Jede Wahl, die wir treffen - jede Abzweigung auf dem Weg, bei der wir uns für eine Richtung entscheiden müssen -, ist eigentlich die Geburt zweier neuer Welten. In einer Welt gehen wir nach links, in der anderen nach rechts." - Seite 383
Ich möchte unbedingt wissen wie es vor allem mit Lilian und Juliet weitergeht denn ich denke dass Lilian nicht nur so böse ist wie sie dargestellt wird. Ich bin gespannt was ihre wahren Beweggründe dafür sind dass sie Lilly aus ihrer normalen Welt geholt hat. Ausserdem gibt es einen fiesen Cliffhanger am Ende von "Everflame", der mich sehr neugierig auf mehr gemacht hat. Ich bin rundum begeistert von diesem Ausflug in die Fantasy Welt und werde definitiv den Nachfolgeband auch zeitnah lesen. 
 Ich vergebe 5 von 5 Sternen und bin sehr gespannt auf den zweiten Teil.

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673 Bibliotheken, 11 Leser, 2 Gruppen, 97 Rezensionen

auftragskiller, fantasy, magie, elemental assassin, jennifer estep

Spinnenkuss

Jennifer Estep , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 10.12.2013
ISBN 9783492269407
Genre: Fantasy

Rezension:

Gin Blanco lebt in Ashland, einer Stadt die von Gewalt und Magie bestimmt wird. Es gibt Zwerge, Vampire und Elementare und die mächtigsten Elementare regieren die Stadt. 

Gin ist selbst ein Elementar, sie beherrscht die Elemente Stein und Eis und diese Fähigkeiten helfen ihr bei ihrem ungewöhnlichen Job. Denn Gin ist Auftragsmörderin und darin ist sie verdammt gut. 


So erhält Gin einige Jobs über ihren Mittelsmann Fletcher, der für sie wie ein Vater ist. Ihre eigene Familie ist tot und Gin lebte lange als Kind auf der Straße, bis Fletcher ihr eine Aufgabe und ein Dach über dem Kopf gab.


Als bei einem ihrer Jobs aber nicht alles glatt läuft und Gin selbst getötet werden soll, verändert sich ihr Leben schlagartig. Fletcher wird grausam gefoltert und ermordet und Gin macht es sich zur Aufgabe, die Luftelementarin, die diese schreckliche Tat durchgeführt hat, zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen.


Unterstützung erhält Gin dabei von Fletchers Sohn Finn und auch den Polizisten Donovan Caine versucht sie auf ihre Seite zu ziehen. Denn er könnte ihr nicht nur bei der Jagd auf die Mörderin hilfreich sein, nein, Gin findet auch Gefallen an Donovan.


Nachdem ich "Black Blade" von Jennifer Estep gelesen habe und wirklich super fand, musste ich jetzt auch mit der Elemental Assassin-Reihe anfangen. Wie sagt man so schön: Besser spät als nie! 


Ich hab bisher immer gedacht dass diese ganze Fantasy-Sparte so überhaupt nichts für mich ist. Magie und alles was damit zusammenhing habe ich nie weiter beachtet und so ist auch diese Reihe total an mir vorbeigegangen. Das muss ich jetzt aber revidieren denn schon nach "Black Blade" war ich von Jennifer Estep ziemlich begeistert und auch "Spinnenkuss" konnte mich sehr überzeugen.


Gin Blanco erinnert mich zwar in vielen Szenen sehr an die Protagonistin in "Black Blade" - vielen wird es da vermutlich andersrum gehen - aber das ist eher positiv als negativ zu sehen. Gin ist störrisch, durchsetzungsfähig und weiß genau was sie tut und was sie will. Ihre traurige Vergangenheit steht ihr bei ihrem mörderischen Job nur selten im Weg, beeinflusst dafür aber ihr Gefühlsleben. Sie kann nur wenigen Menschen vertrauen und als sie Gefühle für Donovan Caine entwickelt, versucht sie diese auch erst beiseite zu schieben. 


Die magischen Elemente in "Spinnenkuss" sind mal was ganz neues für mich und gefallen mir sehr. Ich musste mich zwar erst einmal auf das Konzept einlassen aber das fiel mir nach wenigen Seiten schon nicht mehr schwer. 


Ich mag zwar die toughe Art von Gin sehr gerne, hoffe aber auch dass ihre emotionaleren Seiten in den Folgebänden der Reihe mehr ans Tageslicht kommen. Auch die Randfiguren wie Finn oder Jojo habe ich in "Spinnenkuss" schon gleich in mein Herz geschlossen. Einzig Donovan kann ich noch nicht so wirklich einschätzen und denke da wird noch einiges passieren zwischen ihm und Gin. Doch in welche Richtung? Darauf bin ich gespannt.


"Spinnenkuss" hat mich überzeugt und gut unterhalten, weswegen ich hier sehr gerne 4 von 5 Sternen vergeben kann.

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375 Bibliotheken, 17 Leser, 0 Gruppen, 122 Rezensionen

wer war alice, thriller, alice, t.r. richmond, roman

Wer war Alice

T. R. Richmond , Charlotte Breuer , Norbert Möllemann
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 29.02.2016
ISBN 9783442205080
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Alice Salmon ist eine junge Frau, die viel Mist baut in ihrem Leben aber die auch Menschen um sich herum hat, die sie lieben. Sie neigt dazu sich selbst zu zerstören - sei es mit negativen Gedanken wie Selbstzweifeln, mit kaputten Liebesbeziehungen oder mit viel zu vielen Drogen, allen voran dem Alkohol. 


Doch trotz all den selbstzerstörerischen Faktoren in ihrem Leben hat Alice auch einige Dinge die sie mag um sich. Sie ist leidenschaftliche Journalistin, hat eine fürsorgliche Familie und einen Freund, mit dem sie sich eine Zukunft vorstellen kann. Doch all das löst sich in nur einer Nacht in Wohlgefallen auf denn Alice kommt ums Leben. Von dem Tag an versucht ihr ehemaliger Professor Jeremy Cooke geradezu zwanghaft, Alice' letzte Stunden zu rekonstruieren. Er will herausfinden was Alice dazu gebracht hat von einer Brücke in einen Fluss zu springen und sich das Leben zu nehmen. Oder war es womöglich gar kein Selbstmord und es steckt etwas ganz anderes dahinter?


"Wer ist Alice?" ist nicht aufgebaut wie ein "normaler" Roman, wie man sie so kennt. Er ist vielmehr in der umgedrehten Reihenfolge aufgebaut denn es wird nicht erzählt was in Alice' Leben passiert und sie stirbt am Ende, sondern ihr Tod steht am Anfang des Buchs und die Rekonstruktion folgt darauf. 

Die entscheidende Schlüsselfigur in der Recherche rund um Alice spielt der Professor Jeremy Cooke, der zudem eine enge Verbindung zu Alice' Mutter hat. In Briefen zwischen Cooke und seinem Brieffreund Larry erfahren wir viel über die Beziehungsverpflechtungen und wir lernen nicht nur Alice sondern auch ihr Umfeld gut kennen. Allerdings lernen wir Alice' Mutter Liz fast nur aus Jeremys Sicht kennen, was ich etwas schade fand da sie dadurch doch sehr eindimensional wirkt auch wenn ich denke, dass bei diesem Charakter noch viel mehr Tiefgang möglich gewesen wäre. Über Alice' Vater und Bruder erfahren wir fast nichts, dafür werden aber ihr Freund Luke und eine Ex Affäre sehr gut beleuchtet und auch ihre beste Freundin Megan kommt zu Wort. 


"Alice und ich werden nur noch in einem Atemzug genannt. Wir sind jeweils zu einer Fußnote im Leben des anderen geworden. Aber das wären wir sowieso immer gewesen."
- Seite 32


Die Briefe zwischen Cooke und seinem Freund werden zwischendurch abgelöst von Polizei Protokollen, Chat-Verläufen, Tagebucheinträgen von Alice und noch mehr. Alles darauf ausgerichtet am Ende ein Gesamtbild zu erhalten. 


Das ganze Konstrukt dieses Buchs gefällt mir sehr gut und ich würde es auch als gelungen ansehen. Leider muss ich aber sagen, dass mir Cooke, der ja einen massiven Anteil des Buchs einnimmt, überhaupt nicht sympathisch war. Seine Besessenheit von Alice kann ich nicht ganz nachvollziehen und sie erscheint mir leider zu konstruiert. Viel eher hätte ich die Besessenheit von anderen Protagonisten erwartet und der Professor passt da für mich nicht so ganz in das Puzzle dieses Buchs. Mag sein, dass das vom Autor erwünscht war, mein Lesevergnügen hat es aber etwas geschmälert. 


"Du bist nur einmal jung, das Leben ist wie Scrabble spielen, man darf seine guten Buchstaben nicht bunkern, man muss sie einsetzen, sobald man sie zieht." - Seite 188


Auch mit Alice konnte ich nicht so viel anfangen. Ihr exzessives Verhalten in Bezug auf Drogen und Alkohol überschattet alle anderen ihrer Charakterzüge und ich konnte mich nur an wenigen Stellen mit ihr identifizieren. Diese beiden Punkte bringen mich dazu zwei Sterne abzuziehen, auch wenn das Buch an sich ein gutes war und mir das Konzept sehr gefällt. Alternative Schreibformen wie in "Wer war Alice" finde ich sehr spannend und auch gut geeignet für dieses Buch. In der Umsetzung konnte es mich aber leider nicht zu 100 Prozent überzeugen. 


"Aber sollte man nicht nach dem beurteilt werden, wie man sich typischerweise verhält, nach dem Menschen, der man über die Jahre tagaus, tagein ist, anstatt nach dem Besten oder dem Schlechtesten, was man im Leben getan hat? Wäre das nicht ein gerechteres Barometer des Lebens, das man gelebt hat, des Menschen, der man gewesen ist?" - Seite 305


Positiv hervorheben möchte ich aber auf jeden Fall noch die Darstellung der Medien in diesem Buch. Sehr gut lässt sich nachvollziehen welche Aussagen von den Medien aus dem Kontext gehoben und zerrissen werden und wie Menschen ganz einfach zur Zielscheibe werden können ohne etwas verbrochen zu haben.


Im Gesamten vergebe ich für "Wer war Alice" 3 von 5 Sternen.

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erotik, geneva lee, liebe, royal passion, royal

Royal Passion

Geneva Lee , Andrea Brandl
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.01.2016
ISBN 9783734102837
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Clara Bishop lernt auf ihrer Abschlussfeier an der Universität den Prinzen Alexander kennen, als dieser sie unerwartet einfach küsst. Zu dem Zeitpunkt weiß sie jedoch noch nicht dass sie sich mit jemandem aus der britischen Königsfamilie einlässt, doch als sich in den darauffolgenden Tagen die Meldungen in den Klatschzeitungen häufen, wird ihr klar dass sich  mit diesem Kuss ihr Leben verändert hat. Sie steht nun im Fokus der Öffentlichkeit und dennoch merkt Clara schnell, dass sie Alexander wiedersehen muss. 
Aus einem einzelnen Kuss wird schnell eine explosive Affäre, die für viel Aufsehen sorgt und die Königsfamilie gegen Clara aufbringt. Fast das gesamte Umfeld Alexanders' richtet sich gegen Clara und sie droht daran zu zerbrechen und in alte schadende Verhaltensmuster zurückzufallen. Doch ihre beste Freundin Belle steht ihr bei und Clara ist sich sicher: Ihre Liebschaft ist weit mehr als eine Affäre!
Clara Bishop ist eine weitere Protagonistin wie sie in fast jedem dieser Erotik-Romane zur Standard-Ausrüstung zu gehören scheint. Sie ist jung, schön, naiv und unerfahren. Kein Wunder, dass sie sofort auf Prinz Alexander anspringt. Er ist das genaue Gegenteil von Clara: berühmt, arrogant, bindungsunfähig und extrem dominant. Ständig muss er jedem beweisen, dass er die Macht hat sich zu nehmen was er will und auch bei Clara verhält er sich nicht anders. Will er Sex, bekommt er Sex - ob Clara in dem Moment gerade lieber reden will ist absolut zweitrangig. 
Alexander als dominant zu bezeichnen ist eigentlich falsch denn er ist nicht dominant sondern einfach ein Arschloch. Er testet Claras Grenzen nicht aus um ihr Lust zu bereiten sondern um sie zu unterwerfen, auch wenn er immer wieder das Gegenteil behauptet.
Und Clara lässt alles mit sich machen, auch wenn ab und zu ein Gedanke in ihr aufkommt, der sie zum Gegenteil bewegen will. Dabei setzt sie sich nicht mit dem Thema SM-Praktiken auseinander sondern nimmt Alexanders Bestimmtheit einfach hin ohne sie zu hinterfragen.
Gegen seine Familie und Freunde lehnt sie sich kaum auf, auch wenn diese Clara wie den letzten Dreck behandeln. Auch gegen Claras Mutter und Schwester kann sie sich nicht behaupten. Mit ihren eigenen Problemen, die ich jetzt nicht spoilern möchte, setzt Clara sich auch nur äußerst oberflächlich auseinander, sodass mir hier jeglicher Tiefgang absolut fehlt. 
Dass die Story ein Klischee sein würde hatte ich zwar befürchtet, hatte jedoch gleichzeitig das Gegenteil gehofft und dachte eine neue Erotik-Reihe würde endlich mal dieses Genre weg vom "50 Shades of Grey" und "After Passion"-Hype bewegen. Leider ist dieses Experiment an mir gescheitert denn ich fand "Royal Passion" leider nicht der Rede wert. 
Für mich waren die Sexszenen plump und die Dialoge zwischen Clara und Alexander waren noch schlimmer (Zitat: "Mir taten den ganzen Morgen die Eier weh weil ich dauernd an deine nackten Schenkel denken musste."). Die Handlung war zudem viel zu durchschaubar und bis auf dass Alexander der Königsfamilie angehört, habe ich hier keine neuen Elemente ausmachen können und war zu weiten Teilen des Buchs leider gelangweilt oder genervt.
So leid es mir tut und so gerne ich etwas anderes schreiben würde: Ich kann dem Buch nur wohlwollende 2 von 5 Sternen verleihen. Schade. Diese Reihe wird wohl nicht weiter von mir verfolgt.

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rennen, überleben, pandora, tella, brimstone bleed

Salz & Stein

Victoria Scott , Michaela Link
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei cbt, 23.11.2015
ISBN 9783570163450
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Das Brimstone Bleed ist dafür gedacht, den Menschen den man liebt mit dem ultimativen Heilmittel zu retten und das gilt nur für den, der das grauenhafte Rennen am Ende gewinnt.

Natürlich will auch Tella noch immer das Heilmittel gewinnen aber sie hat in Teil 1 der Reihe schon so viel über dieses Rennen und deren Macher herausgefunden, dass sie widersprüchliche Gefühle plagen. Zusammen mit ihrem Schwarm Guy hat sie einen Plan geschmiedet, was sie tun werden wenn das Rennen endlich hinter ihnen liegt und solange versucht Tella durchzuhalten und sich und ihre Pandoras zu beschützen. 

Aber auch die anderen Kandidaten liegen Tella am Herzen und sie kann nicht anders als auch sie zu beschützen, auch wenn das schwerwiegende Konsequenzen für sie bedeuten könnte. 

In der letzten Runde des Brimstone Bleeds findet Tella sich mit einigen anderen Kandidaten zuerst auf dem Meer wieder und später müssen sie sich gemeinsam durch die tiefsten Schneelandschaften und höchsten Berge kämpfen. Klar, dass sie sich dabei sehr gut kennenlernen und auch auf ihre Pandoras vollkommen angewiesen sind. 

Doch nicht alle Kandidaten ziehen mit Tella am selben Strang und auch das Rennen als solches zeigt sich in einem anderen Licht als Tella das zu Beginn des ersten Bandes erwartet hat. 

Der zweite Teil "Salz und Stein" steht dem Vorgänger "Feuer und Flut" in absolut nichts nach! Ich war leider nicht ganz richtig informiert und habe gedacht diese Reihe würde aus 3 Bänden bestehen, was aber wohl leider nicht der Fall ist. Somit ist "Salz und Stein" vorläufig das letzte Buch rund um Tella. Ich hoffe aber wirklich sehr, dass Victoria Scott ihren Vertrag verlängern kann und es doch noch einen dritten Band geben wird denn ich hab definitiv noch lange nicht genug von Tella, ihren Freunden und Feinden und vor allem nicht von den Pandoras!

Tella ist eine starke junge Frau, die für das Überleben ihres Bruders kämpft und dabei nicht nur sich selbst besser kennen lernt sondern auch ihre Mitmenschen zum Positiven beeinflusst und neue Bande knüpft. Dabei geht sie sehr selbstlos mit ihren Pandoras und den Menschen in ihrer Umgebung um und bringt sich nicht nur ein Mal selbst in Gefahr um für andere da zu sein. Auch wenn sie das Heilmittel für ihren Bruder gewinnen will kämpft sie nicht um jeden Preis und verliert ihre Menschlichkeit nicht. 

Tellas Mitgefühl und ihr Respekt den anderen gegenüber drückt sich in "Salz und Stein" wieder sehr gut aus, ich würde sogar sagen es hat sich zu Teil eins noch gesteigert. Sie hat einen sehr starken Beschützerinstinkt ohne dabei zu heldenhaft oder unzerstörbar zu wirken. Viele Bücher, die in ähnlichen Genren angeordnet sind und eine weibliche Hauptprotagonistin haben, driften mir zu sehr in die Unbesiegbarkeit der Person ab und es wirkt schnell unglaubwürdig und konstruiert. Das ist hier glücklicherweise überhaupt nicht der Fall. 

Dass die Pandoras wieder eine große Rolle spielen und mir oft ein freudiges Quieken entlockt haben, gibt dem Buch eine ganz besondere Note. Auch Tellas erfrischender Humor kommt in diesem Band wieder nicht zu kurz und verleiht der Geschichte eine Leichtigkeit, die ich wirklich sehr mag. 

Zuletzt bleibt nur noch zu sagen, dass ich wirklich sehr auf ein drittes Buch hoffe und "Salz und Stein" wieder total überzeugte 5 von 5 Sterne vergeben kann!

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magersucht, essstörung, essen, jugendbuch, christine fehér

Dann bin ich eben weg

Christine Fehér
Flexibler Einband: 186 Seiten
Erschienen bei cbt, 05.10.2005
ISBN 9783570301708
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Sina hat eigentlich eine normale Figur, findet sich aber selbst zu dick weil sie in ihre Lieblingsjeans nicht mehr reinpasst, ihr Schwarm Fabio sie nicht so sehr beachtet wie sie sich das wünscht und weil auf einem Familientreffen die Tanten tuscheln, Sina sei stemmig geworden.

Kurzentschlossen beginnt Sina eine Diät und fängt ebenfalls mit dem Schwimmen an. Ziemlich bald merkt sie, dass sie auf die fettigen Gerichte ihrer Mutter gut verzichten kann und dass sie es mit viel Selbstdisziplin jeden Tag ins Schwimmbad schafft. 

Sina nimmt schnell ab, doch bis ihr Umfeld bemerkt wie tief Sina schon in der Magersucht steckt, ist es schon zu spät und sie hat sich von 68 Kilo auf knappe 40 Kilo runtergehungert. Eine selbstzerstörerische Spirale, aus der Sina ohne Hilfe nicht mehr hinausfinden kann, beginnt.


Das Thema Magersucht finde ich sehr erschreckend aber auch sehr interessant und ich habe schon mehrere Romane gelesen, die diese Krankheit eindrucksvoll beschrieben haben. 

"Dann bin ich eben weg" von Christine Fehér ist das erste Jugendbuch ab 12 Jahren, das ich zu diesem Thema lese und das musste ich mir während des lesens auch öfter vor Augen halten. 

Die Sprache ist passend für 12 Jährige sehr einfach gehalten, es gibt klare kurze Sätze. Die Spannung bleibt mehr oder weniger aus denn es passiert nichts was ich nicht vorhergesehen hätte, das Schema nach dem die Ereignisse sich aufbauen ist von Anfang an klar. Zudem ist die Erzählweise auch in Sinas schlimmsten Tiefpunkten keineswegs schockierend oder extrem.

Wenn ich mir vorstelle, dass junge Mädchen dieses Buch lesen und vielleicht auch vorher noch kein Hintergrundwissen über die Krankheit Magersucht haben, dann kann ich mir schon denken, dass "Dann bin ich eben weg" ein solches Mädchen schockiert und vielleicht auch den ein oder anderen zu einem Umdenken veranlassen kann.
 
Um diese Wirkung aber auch noch bei einem vielleicht 16-jährigen Mädchen zu erzielen, verharmlost dieses Buch aber einfach zu sehr. 
Christine Fehér zeigt hier ein Bild auf von einem Mädchen, das durch eine normale harmlose Diät in die Zwänge der Magersucht rutscht. Aber Sina kommt viel zu einfach und viel zu schnell wieder aus der Magersucht hinaus, sie erlebt kaum Rückfälle und es geht ihr im Gesamten mit ihrem fast tödlichen Gewichtsverlust einfach viel zu gut. Meiner Meinung nach entsteht hier zu sehr der Eindruck, es wäre nicht allzu schwieirg aus der Magersucht wieder herauszufinden. 
Auch die Eltern haben in dem Roman eine viel zu passive Rolle, wobei man bei der Mutter schon eine kleine Entwicklung feststellen kann.

Sinas Motive für das Abrutschen in die Magersucht erscheinen mir viel zu oberflächlich und unbedeutend, um wirklich der Realität zu entsprechen. Ich mag mich da täuschen weil ich nicht betroffen bin aber mich beschlich beim lesen der Gedanke dass ein junges Mädchen hier nicht die Ernsthaftigkeit dieser Krankheit nachvollziehen kann.

Das Buch war mir leider einfach zu oberflächlich und zu harmlos um eine aufrüttelnde Wirkung zu erzielen. Ich kann mir aber vorstellen, dass es in der Schule zum Einstieg in das Thema gut geeignet wäre und vergebe deswegen noch 3 von 5 Sternen.

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selbstmord, trauer, tod, cynthia hand, geschwister

Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks

Cynthia Hand , Sarah Heidelberger
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 10.09.2015
ISBN 9783959670029
Genre: Romane

Rezension:

Alexis, kurz Lexie, ist auf den ersten Blick ein ziemlich normaler Teenager doch auf den zweiten Blick erkennt man ein Mädchen mit Panikattacken, die den Selbstmord ihres Brudes Ty noch lange nicht verarbeitet hat und sich nun nicht nur um sich selbst sondern auch um die zum übertriebenen Alkoholkonsum neigende Mutter kümmern muss.
Ty hat sich das Leben genommen und keiner hat es so richtig kommen sehen obwohl es die Anzeichen schon im Vorfeld gab. Doch Lexie war zu beschäftigt mit sich selbst und ihrem frischen Liebesglück mit Steven. Außerdem war sie vollkommen eingenommen von ihrer Bewerbung am MIT College. 
Nach Tys Tod ist jedoch alles anders. Alles gerät ins schwanken, Lexie muss eine Therapie machen und ihre Mutter sieht den totel Tyler im Haus umherwandern. Alles gerät aus den Fugen und als Lexie auch noch einen Abschiedsbrief für Tylers Ex-Freundin Ashley findet, weiß sie gar nicht mehr was sie noch machen soll.

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alleinerziehende mutter, mobbing, mathematik, mathe, familie

Weit weg und ganz nah

Jojo Moyes , Karolina Fell , Luise Helm
Audio CD
Erschienen bei Argon, 23.05.2014
ISBN 9783839813195
Genre: Romane

Rezension:

Jess hat es nicht leicht: Der Vater ihrer Kinder ist vor 2 Jahren angeblich für ein paar Wochen abgehauen, jedoch bisher nicht wieder zurückgekommen und kümmert sich auch nicht um seine Kinder. Die gemeinsame kleine Tochter Tanzie sowie sein Sohn Nicky wohnen bei Jess und sie kümmert sich liebevoll um die beiden sowie um den Familienhund Norman, doch das Geld reicht vorne und hinten nicht für die kleine Familie. 

Jess geht Tag für Tag ihrem Putzjob nach und putzt unter anderem bei Ed Nicholls, der ein erfolgreicher Unternehmer ist, jedoch seine ganz eigenen Probleme zu lösen hat. 

Denn durch eine unbedachte Information, die Ed an eine für ihn unbedeutende Affäre weitergibt, gerät er in ernsthafte Probleme und wird wegen Insiderhandels angeklagt und von der Arbeit suspendiert. 

Die hochintelligente Tanzie hat die einmalige Chance ein Stipendium für eine besondere Schule zu erhalten, die unter normalen Umständen für die Familie nicht finanzierbar wäre. Jedoch müsste Jess immernoch 10% des Schulgeldes aufbringen, was sich als unlösbares Hindernis erweist. 

Doch überraschend tut sich ein Mathewettbewerb in Schottland auf, an dem Tanzie teilnehmen kann und wo sie ein hohes Preisgeld gewinnen könnte. Aber wie kommen die 3 mit einem Hund im Gepäck und einem nicht mehr versicherten Auto den weiten Weg bis nach Schottland? Und das innerhalb von nur 5 Tagen? 

Durch eine Verstrickung einiger Zufälle begegnen sich Ed und Jess wieder und Ed erklärt sich dazu bereit, Jess, Tanzie, Nicky und den Hund Norman zu der Matheolympiade zu fahren. 


Auf der Fahrt kommen sich nicht nur Jess und Ed näher, denn auch Nicky und Tanzie verändern sich und lernen ihre Mitmenschen auf eine ganz neue Weise kennen.



"Weit weg und ganz nah" ist eine Familiengeschichte, die wunderbar realistisch und zugleich berührend wie witzig ist. Jess ist heillos überfordert mit den Finanzen und lebt von der Hand in den Mund, kümmert sich aber trotzdem rührend um ihre Tochter und den Sohn ihres Ex', wobei sie selbst eher auf der Strecke bleibt. Auch der faule nichtsnutzige Hund Norman lebt bei den dreien ein gutes Leben. Dass Tanzie die Chance hat ein Preisgeld bei der Matheolympiade zu gewinnen und somit eine bessere Zukunft auf einer angesehenen Schule ermöglichen kann, setzt Jess alle Hebel in Bewegung um ihr diesen Traum zu erfüllen. Leider spielt ihr aber dabei auch das Schicksal einen Streich und so ist sie gezwungen, das Mitfahrangebot von Ed anzunehmen, auch wenn es ihr sehr widerstrebt. 
Auf der anderen Seite steht Ed, der ein komplett anderes Leben ohne Geldsorgen führt, dafür aber mit Familienproblemen und einer Anklage zu kämpfen hat. 
Auch die Sicht von Tanzie und Nicky wird in "Weit weg und ganz nah" berücksichtigt denn das Buch ist abwechselnd aus allen Perspektiven geschrieben und so erhält man auch in dem Hörbuch einen wunderbaren Eindruck in die Gefühlswelt aller Protagonisten. 
Jojo Moyes vereint zwei vollkommen gegensätzliche Leben zu einem gemeinsamen und das macht sie mit viel Witz, Charme und Fingerspitzengefühl für ihre Figuren. Gesprochen von Luise Helm gehen keine Emotionen verloren und man kann sich dem Hörbuch kaum entziehen. Ich mochte alle Charaktere sehr gerne, inklusive des Hundes, und hab mitgefiebert ob Tanzie ihren Wunsch erfüllt bekommt und was mit Ed passiert. 
Natürlich ist die Story nicht total überraschend und bedient sich auch einiger Klischees, das vermindert aber nicht meine Begeisterung für dieses Buch/Hörbuch. 
Ich vergebe sehr gute 4 von 5 Sternen.

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