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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Dear Summer - Plötzlich warst du wieder da (Dear Summer-Reihe 1)

Ruby Baker
E-Buch Text: 56 Seiten
Erschienen bei cbt, 10.04.2017
ISBN 9783641199500
Genre: Sonstiges

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Hot Chocolate - Promise

Charlotte Taylor
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe, 17.01.2017
ISBN 9783741300288
Genre: Romane

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1.094 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 227 Rezensionen

liebe, krankheit, nicola yoon, jugendbuch, leben

Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt

Nicola Yoon
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Dressler, 17.09.2015
ISBN 9783791525402
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Madeline ist keine normale Jugendliche denn sie hat eine sehr seltene Krankheit, die sie schon ihr Leben lang an ihr Haus fesselt und sie dazu zwingt, dieses niemals zu verlassen. Madelines Krankheit ist eine Immunschwäche, die vollkommen unberechenbar ist und Madeline jederzeit krank werden lassen kann, wenn sie äußeren Einflüssen ausgesetzt ist, die sie nicht verträgt. Bei welchen Einflüssen Madeline krank wird, kann man jedoch nicht vorhersagen. Deswegen hat ihre Mutter beschlossen, dass ihr Kind ein Leben innerhalb der eigenen 4 Wände verbringen wird. Abgeschirmt von allem, was potentiell gefährlich sein kann. Umgeben nur von der Mutter und der Krankenpflegerin Carla, die jeden Tag bei ihr ist.

Doch als im Nachbarhaus eine neue Familie einzieht und Madeline aus dem Fenster das Geschehen beobachtet, verliebt sie sich in den Sohn der Familie: Olly. Die erste Liebe erwischt Madeline unvorbereitet und gnadenlos, gibt es doch so gar keine Hoffnung, dass sie jemals eine Liebe wird ausleben können. Denn auch wenn Olly nur ein paar Meter entfernt ist, ist er doch unerreichbar für sie.

So sehr, wie Madeline sich in Olly verliebt, habe ich mich in dieses Buch verliebt. Ich kann es nicht anders sagen und auch wenn euch bereits jetzt klar ist, wie diese Rezension ausfallen wird, kann ich mich nicht zurückhalten. Ich LIEBE „Du neben mir“. Ich liebe alles daran: Jede kleine Illustration – die sind alle großartig! -, jede Formulierung, die Spannung, die Wendungen, die Protagonisten, die Aussage. Ich könnte ewig über dieses Buch sprechen.

Doch fangen wir mal von vorne an: Madeline ist eigentlich ganz zufrieden mit ihrem Leben ohne große Abenteuer. Sie lernt von zu Hause aus, hat ein sehr enges Verhältnis mit ihrer Mutter und die Pflegerin Carla ersetzt ihr die beste Freundin, die sie natürlich nicht hat. Sie hat kein besonders großes Bedürfnis danach, die Welt zu entdecken denn sie weiß ja nicht was sie verpasst.

Als sie sich jedoch in Olly verliebt ist diese Zufriedenheit schnell dahin. Kein Wunder, sie will ihn erleben, will ihn kennenlernen, und als sie ihn dann schließlich kennenlernt will sie mit ihm zusammen sein. Das zerreißt einem beim lesen wirklich das Herz.

Man weiß genau, sie sollte sich von Olly fernhalten, der Gesundheit zu Liebe. Aber wie kann man sich von seiner Liebe fernhalten? Wie soll das gehen und wie soll man dann je wieder glücklich werden?

Diese Fragen und der Struggle lassen sich auf so viele Bereiche des Lebens übertragen, dass einem während des Lesens fast schwindelig wird.

Auch wenn man selbst natürlich gar nicht betroffen ist von so einer Lebenssituation, so kann man sich trotzdem sehr gut in Madeline hineinversetzen, wenn man schon mal so richtig verliebt war.

„Du neben mir“ kommt logischerweise mit sehr wenig Protagonisten aus und das kann ein Nachteil sein, wenn man einen davon nicht mag. Ich mochte aber wirklich alle. Madeline selbst ist unzweifelhaft eine wunderbare Person, die ich mehr als einmal in den Arm nehmen und retten wollte, die aber auch unheimlich stark ist und eigentlich gar keine Rettung braucht.

Olly ist ein Junge zum Verlieben – kein Wunder dass es Madeline so ergeht! – denn er ist zwar manchmal ein Macho, wenn man aber sieht was dahintersteckt möchte man auch ihn einfach nur gern haben.

Carla sorgt sich wunderbar um die Familie, sie ist eine helfende Hand und Freundin, stets besorgt und trotzdem fordernd und unterstüzend.

Madelines Mutter ist die wohl am wenigstens durchschaubare Protagonistin, dafür aber eigentlich fast die interessanteste. Sie trägt eine so große Bürde mit sich, mit der Tochter die rund um die Uhr beschützt werden muss und der schrecklichen Familiengeschichte. Trotzdem ist sie so voller Liebe für Madeline, dass es manchmal schon zu einem übertrieben guten Verhältnis zwischen den beiden kommt.

Die Illustrationen sind wunderbar treffend und spiegeln Madelines Verspieltheit und ihren Umgang mit ihrer Situation gut wieder. Auch die Vielseitigkeit des Buchs wird dadurch unterstrichen denn es finden sich nicht nur kleine Bildchen im Buch wieder sondern auch Aktenvermerke, Screenshots, Chatverläufe. Dadurch wird jedes Kapitel unverwechselbar und abwechslungsreich.

Auch das Ende hat mich total mitgenommen, da will ich euch aber natürlich nichts vorwegnehmen.

Ich freue mich jetzt sehr darauf, dass „Du neben mir“ noch dieses Jahr als Film erscheinen wird und hoffe, dass der Film mithalten kann. Ich möchte auch kurz erwähnen, dass es Madelines Krankheit tatsächlich gibt, was ich wirklich erschreckend finde.

Wie ihr es euch mit Sicherheit schon gedacht habt, kann ich von 5 von 5 Sternen für dieses Buch vergeben. Lest es unbedingt, wenn euch der Klappentext anspricht, ihr werdet es bestimmt nicht bereuen.

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79 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

berlin, gefühlschaos, traurigkeit, planlos, erwachsenwerden

Realitätsgewitter

Julia Zange
Fester Einband: 157 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 14.11.2016
ISBN 9783351036584
Genre: Romane

Rezension:

Marla ist eine junge Frau, mit der sich sicherlich sehr viele junge Frauen gut identifizieren können. Sie steckt voller Widersprüche, gefangen zwischen Ängsten und Hoffnung, zwischen Liebe und Hass. Sie gibt sich wie eine junge Erwachsene, stetig auf der Suche nach menschlicher Nähe, die sie meist nur durch Sex erhält. Dabei sieht ihr Innenleben zumeist ganz anders aus und lässt sie eher wirken wie ein Kind.

Marla lässt sich mehr oder weniger durch ihr Leben treiben und so kommt sie in ihrem Heimatdorf an, wo sie nach langer Zeit mal wieder auf ihre Familie trifft. Dieses Treffen weckt unschöne Gefühle in ihr und ist der letzte Tropfen, der ihr emotionales Fass zum überlaufen bringt. Erschöpft und ausgebrannt fährt sie nach Sylt um zu sich selbst zu finden.

Der Titel „Realitätsgewitter“ passt einfach SO gut zu diesem Buch!

Marlas Innenleben gleicht einem Gewitter sehr – es stürmt und blitzt und donnert in ihr, dass sie oft nicht weiß, wo ihr der Kopf steht.

Die Dinge, die sie tut, und die Menschen, mit denen sie sich umgibt, sind selbstzerstörerisch und das scheint Marla auch zu wissen. Trotzdem hängt sie an jedem menschlichen Kontakt, den sie bekommen kann und entwickelt Gefühle für einen Kerl, der sie behandelt wie den letzten Dreck.

Ihre Freunde sind keine wahren Freunde sondern allerhöchstens Party-Bekannte und Affären und auch familiär erfährt die junge Frau überhaupt keinen Halt. Im Gegenteil stellt sich auch ihre Mutter extrem gegen sie als Marla diese zu Hause besucht. Einzig und allein ihre Mitbewohnerin scheint etwas für Marla übrig zu haben, was wirklich traurig ist.

Traurig ist ein Wort, was Marlas Leben sehr gut umfasst.
Beim Lesen hab ich wirklich mit ihr gelitten und ich hätte sie so gerne geschüttelt oder wahlweise auch an die Hand genommen und ihr einen Weg aus ihrer Dunkelheit gezeigt.

Andererseits hab ich mich auch wahnsinnig gut in sie hineinversetzen können.

Diese destruktive Art, die sie an den Tag legt, kenne ich und glücklicherweise hab ich sie schon einige Zeit lang überwunden. Aber es schmerzte doch so manches Mal, „Realitätsgewitter“ zu lesen. Ich hatte während des Lesens aber auch gleichzeitig die Hoffnung, dass Marla schon irgendwann aus diesem Dschungel an Gefühlen ausbrechen wird, wenn sie nur ihre aktuelle Situation durchhält.

Dass ich mir eine bessere Zukunft für eine Protagonistin wünsche und ihr gerne helfen würde, kommt nicht so häufig bei mir vor. Das ist ein Punkt, der mich sehr berührt und gefesselt hat.

Julia Zange hat mit „Realitätsgewitter“ wirklich ein grandioses Buch geschrieben, das mich mitten ins Herz traf.

Zu Beginn des Buchs dachte ich noch es sei nur eine belanglose Aneinanderreihung von Szenen und Beschreibungen, die nicht wirklich einfallsreich und zumeist unnötig kritisch sind. Doch je weiter ich las desto mehr hab ich verstanden, dass das extrem gut Marlas Unzugehörigkeitsgefühl auszudrücken vermag. Sie hat eine unbestimmte Leere in sich, die sie durch nichts und niemand füllen kann und die sich nur noch mehr vergrößert, je mehr Gefühle sie zulässt.

Oft fragte ich mich auch, wie viel von der Geschichte autobiographisch sein mag.
Empfehlen kann ich dieses Buch für Leser von Lilly Lindner.

Auch das Ende hat mich sehr berührt, generell hab ich das ein oder andere Mal ein Tränchen verdrückt.

Ich bin begeistert von diesem viel zu kurzen Buch und ich hoffe, Julia Zange braucht nicht wieder fast 10 Jahre, um ein neues Buch zu veröffentlichen.

Ich vergebe für diesen kurzen aber intensiven Sturm 5 von 5 Sternen.

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77 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

koma, liebe, komapatientin, liebesroman, unfall

Ich träumte von deiner Liebe

Bettina Kiraly
E-Buch Text: 293 Seiten
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 30.01.2017
ISBN 9783960871408
Genre: Liebesromane

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214 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 92 Rezensionen

new york, familie, geschwister, usa, erbschaft

Das Nest

Cynthia D'Aprix Sweeney , Nicolai Schweder-Schreiner
Fester Einband: 410 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 13.02.2017
ISBN 9783608980004
Genre: Romane

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

4 sterne

Hot Chocolate - Ava & Jack

Charlotte Taylor
E-Buch Text: 43 Seiten
Erschienen bei null, 30.01.2015
ISBN B00RWB28JG
Genre: Erotische Literatur

Rezension:


Ava lebt mit ihren Freundinnen und gleichzeitig Kolleginnen zusammen in einer WG über der Bar „Hot Chocolate“, in der sie alle arbeiten. Das scheint aber auch fast die einzige Gemeinsamkeit der Mädels Ava, Jill, Lisa und Kate zu sein. 


Ava ist sehr ehrgeizig und lenkt sich nicht mit Männern ab, was sie laut der Meinung der Freundinnen aber dringend Mal nötig hätte.


Und so kommt es eines Abends dazu, dass Ava in der Bar mit ihrer Band auftritt und ihr der gutaussehende Jack zusieht – und Ava weiß, dass sie dem Vorbild ihrer Mitstreiterinnen in dieser Nacht folgen wird und nicht alleine ins Bett gehen wird.


Wer mich kennt der weiß, dass ich kritisch bin wenn es ums Genre Erotik geht. Ich hab Höhe Erwartungen an dieses Genre und wurde schon einige Male von Erotik-Romanen enttäuscht. Ab und zu hatte ich aber schon Glücksgriffe und ich kann jetzt sagen, dass die „Hot Chocolate“-Reihe zu den Glücksgriffen zählt.


Charlotte Taylor hat hier einen Mikrokosmos geschaffen, der in sich stimmig ist und gut funktioniert. Die jungen Frauen arbeiten und leben zusammen und sie kann sich in den einzelnen Teilen der Reihe vollkommen auf die Ausarbeitung eines Charakters konzentrieren, ohne die anderen Charaktere links liegen zu lassen. 


So geht es in diesem Teil wie gesagt um Ava, die ich auch als Person sehr interessant finde. Sie steht eigentlich nicht auf One-Night-Stands, ihre Prioritäten liegen eher auf der Karriere. So hat der smarte Jack ein leichtes Spiel mit ihr, als er ihr eine unvergessliche Nacht bereitet.


„Hot Chocolate“ schafft es, eine prickelnde Stimmung aufkommen zu lassen ohne zu abgedroschen zu sein oder mit Klischees um sich zu werfen. Die Handlung ist zwar nicht unvorhersehbar aber sie ist so leicht und kurzweilig, dass es einfach Spaß macht, das Buch zu lesen. 


Noch zu erwähnen ist, dass die einzelnen Teile der Reihe sehr kurz sind. „Ava & Jack“ ist mit seinen 50 Seiten wirklich schnell weggelesen aber trotzdem schafft es das Buch, eine angenehme Stimmung zu hinterlassen ohne zu dick aufzutragen oder zu kitschig zu wirken.


Ich werde wohl auch in weitere Teile der Reihe reinlesen und vergebe 4 von 5 Sternen.

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(42)

58 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

zwangsstörung, wesley king, daniel is different, freundschaft, magellan verlag

Daniel is different

Wesley King , Claudia Max
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Magellan, 18.01.2017
ISBN 9783734847103
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Daniel is different“ – der Name ist Programm!
Daniel ist nicht gerade mit dem Ruhm eines Football-Spielers gesegnet, was unter anderem daran liegt, dass er grausig schlecht im Football ist. Es liegt auch daran, dass er – wie sein Bruder ihm gerne sagt – aussieht wie ein benutztes Q-Tip. Und dass er außer in Mathe nur Einsen schreibt, gerne liest und hoffnungslos verliebt ist in die allseits beliebte Raya. Daniel scheint ein hoffnungsloser Fall zu sein, was die Beliebtheit in der Schule angeht. Ganz anders als sein bester Freund Max, der begeistert ist von der gemeinsamen Football-Truppe und immer leicht Anschluss bei den Klassenkameraden findet. Da tut der unscheinbare Daniel es sich schon viel schwerer mit.

Und nicht nur dass er eher ein Außenseiter als ein Player ist – zudem hat Daniel noch Probleme, über die er mit niemandem spricht. Wenn die „Große Leere“ über ihn einbricht und die „Zaps“ ausbrechen, hat Daniel sich nicht mehr unter Kontrolle. Er muss dann 100 Mal den Lichtschalter betätigen oder sich 20 Mal die Zähne putzen. Gegen diese „Zaps“ kann er nichts tun und ist ihnen hilflos ausgeliefert.

Als er eines Tages plötzlich von „Psycho-Sara“ in der Schule angesprochen wird, obwohl sie noch nie ein Wort zu irgendwem aus der Schule gesagt hat und eine Schulbetreuerin braucht, ist die Verwirrung auf Daniels Seite komplett.

Da ahnt er noch nicht, dass er Sara dabei helfen soll den Mörder ihres Vaters ausfindig zu machen und sich mit dieser Freundschaft alles ändern wird.

Hach.
HACH.
Wie schön.
Ungefähr so habe ich reagiert und glückselig geseufzt, als ich „Daniel is different“ zuklappte und beiseite legte. Dieses Buch war einfach schön.
Daniel versucht nichts weiter als „normal“ zu sein und seien wir mal ehrlich: Wer kennt das aus seiner Jugend nicht? Also ich hatte definitiv auch Phasen, wo ich mich gefühlt hab wie der einzige Ausserirdische unter den Menschen. Nur hatte ich das Glück, dass ich keine Zwangsstörung habe und ich kann mir auch nur entfernt vorstellen, wie das für einen Jugendlichen sein muss. Daniel lebt sozusagen in zwei Welten: Einmal die Schul-Welt, in der er versucht so wenig wie es geht „anders“ zu sein und dann die Zwang-Welt, in der er seine Zwänge ausleben muss weil er gar nicht anders kann. Leider vermischen sich die Welten an ein paar Punkten, wodurch sich der Druck auf ihn nur noch erhöht.

Die innere Zerissenheit des Jungen hat Wesley King wahnsinnig gut dargestellt. Daniel weiß ganz genau, dass er anders ist aber er weiß nicht was mit ihm nicht stimmt. Er versucht in eine Welt zu passen, die nicht seinen Fähigkeiten und Interessen entspricht. Er spielt Football, weil alle das von ihm erwarten und plötzlich wird er sogar besser darin, ohne es zu wollen.
Der Druck, der immer mehr wird, wirkt sich dann automatisch auf seine „Zaps“ aus.


„Es ist komisch, sein eigener Gefangener zu sein. Als würde man vom eigenen Verstand gemobbt und hätte Angst vor ihm, andererseits ist er aber auch man selbst und das ist extrem verwirrend.“ Seite 235


Die Freundschaft zu Sara, die ihre ganz eigenen Probleme hat und in der Schule den Spitznamen Psycho-Sara nicht ganz ohne Grund trägt, bringt Daniel durcheinander, bereichert ihn aber auch. Diese Wendung fand ich besonders schön und ich mochte Sara von Anfang an sehr gerne. Auch Daniel war mir super sympathisch, ich hab das ganze Buch über mit ihm mitgefiebert.

Dass Daniels Eltern und seine Geschwister nicht so sehr in die Zwangswelt des Jungen integriert sind, ist zwar erschreckend aber durchaus realistisch, denke ich. Hier hätte man eventuell noch ein bisschen mehr den Zeigefinger heben können, als Appell daran, mehr auf seine Familienmitglieder Acht zu geben. Aber für ein Jugendbuch hat es vermutlich genau den richtigen Ansatz.

Ich kann dieses Buch aber nicht nur Jugendlichen empfehlen sondern ganz besonders auch Erwachsenen, die vielleicht selbst Kinder haben und solchen, die sich nicht mehr so richtig daran erinnern können, wie ätzend es manchmal in der Schule war. „Daniel is different“ ist ein wunderbar feinfühliges, gleichzeitig humorvolles Buch, was dazu anregt auf seine Mitmenschen zu achten und die Probleme der Menschen ernst zu nehmen. Und zu helfen, wo man kann.

Ich habe dieses Buch wirklich sehr gerne gelesen, es war ein Highlight. Deswegen vergebe ich sehr gerne 5 von 5 Sternen.

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(2.237)

3.436 Bibliotheken, 64 Leser, 8 Gruppen, 283 Rezensionen

liebe, onyx, lux, daemon, fantasy

Onyx - Schattenschimmer

Jennifer L. Armentrout , Anja Malich
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.11.2014
ISBN 9783551583321
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Daemon und Katy haben seit Katys Heilung eine ganz besondere Verbindung zueinander. Ihre Hassliebe führt sich auch in „Onyx“ fort, die Anziehungskraft lässt sich bei allen Ärgernissen der beiden aber auch für Katy nicht vollkommen leugnen. Was Katy auch tut, Daemon scheint ihr immer auf der Spur zu sein und ihr „altes“ Leben legt Katy nach und nach ab. Auch wenn sie viele Teile davon schon jetzt vermisst – wie das bloggen und lesen – so passieren doch so viele neue Dinge in ihrem Leben, dass sie die meiste Zeit gut beschäftigt ist.

Auch bei Daemon und seiner Familie passiert eine ganze Menge. Dee und Adam nähern sich langsam an, Daemons Verehrerin Ash wirft nicht nur ein Auge auf ihn und das Verteidigungsministerium kommt den Blacks gefährlich nahe! Aber nur den Blacks? Oder auch Katy? Und was hat es mit dem neuen Mitschüler Blake auf sich, der Katy anhimmelt?

Die Hassliebe zwischen Katy und Daemon ist zwar an manchen Stellen vorhersehbar – klar, Jugendbuch eben! – aber ganz und gar nicht langweilig oder blöd. Ich fieberte mit den beiden mit und freute mich über jede Annäherung genauso wie ich mich über jede blöde Aktion von Daemon ärgerte. So flogen die Seite nur so dahin und ich das Buch neigte sich für meinen Geschmack viel zu schnell dem Ende zu. Blake, der Neue in der Schule, bringt eine ganz neue Richtung in die Story und zieht noch mal die Spannung ordentlich an.

„Onyx“ war für mich eine wirklich gute Fortsetzung. Der zweite Teil der Obsidian-Reihe steht meiner Meinung nach dem ersten in nichts nach, eher im Gegenteil ist sogar noch eine Steigerung erkennbar. Ich kann den Hype um Katy und Daemon absolut nachvollziehen und werde Jennifer L. Armentrout treu bleiben.

Die Fantasy-Anteile in „Onyx“ sind für mich genau richtig. Es ist nicht zu abgedreht mit den Aliens, gerade eben so, dass ich mir das Setting auch in der Realität vorstellen kann (das hätte ich nicht erwartet!). Doch „Onyx“ wartet nicht nur mit Aliens auf sondern auch mit einer schönen Portion Herzschmerz, Schmetterlinge und Humor. Zudem ist mir Katy natürlich sympathisch weil sie ja ihren Buchblog betreibt. Jennifer L. Armentrout hat damit bestimmt viele von uns zum Schmunzeln gebracht.

Ich hab „Onyx“ sehr gerne gelesen und kann einfach nur 5 von 5 Sternen vergeben weil mir nicht ein einziger Punkt einfällt, den ich nicht mochte. Und das soll schon was heißen!

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156 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

thriller, mirror, technik, künstliche intelligenz, manipulation

Mirror

Karl Olsberg
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 15.08.2016
ISBN 9783746632346
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Der sogenannte Mirror hat die Smartphones von heute abgelöst. Immerhin ist er viel komplexer, kann viel mehr Dinge und kennt seinen Besitzer noch viel besser als die Geräte unserer Zeit uns schon heute kennen. Er löst mit Leichtigkeit die Probleme vieler Menschen: Besorgt ihnen Jobs, neue Partner oder übersetzt Gesichtsausdrücke für den autistischen Jugendlichen Andy. 

Andy verliebt sich in ein Mädchen, alles nur wegen seinem neuen Mirror. Doch als seine Freundin Victoria plötzlich für ihn nicht mehr erreichbar ist und ihr Mirror ausrichten lässt, Victoria würde ihn nicht mögen und erst recht nicht mehr sehen wollen, bricht eine Welt für Andy zusammen. 

Derweil stellt die Journalistin Freya fest, dass auch ihr Mirror sich eigenartig verhält, ja, er scheint sogar Gefühle zu entwickeln. 

Immer mehr spitzen sich die einzelnen Geschichten zu und der Verdacht manifestiert sich immer mehr: Die Mirror entwickelt eigene Ziele, die sie kaltblütig durchsetzen - auch wenn sie ihre Besitzer damit in große Gefahr bringen.

Das Thema hinter "Mirror" finde ich sehr interessant. Wie viele Geräte benutzen wir tagtäglich, ohne uns wirklich Gedanken darüber zu machen, was sie für Daten über uns sammeln? Was würde passieren, wenn diese Daten nicht nur zu unserem besten verwendet würden sondern die Geräte uns ganz gezielt manipulieren würden? Und woher wollen wir überhaupt wissen, dass dem nicht schon längst so ist? 

Dieses Gedankenexperiment ist Karl Olsberg wirklich gut gelungen. Behutsam führt er uns an die Benutzung der Mirror heran und mit seinen Protagonisten lernen auch wir als Leser das Gerät schätzen und sehen die Vorteile, die es bringen kann. Doch es dauert nicht lange bis auch die Schattenseiten ans Tageslicht treten und sich eine enorme Spannung aufbaut. 

Die Kapitel zeigen unterschiedliche Handlungsstränge um die einzelnen Protagonisten, die zu Beginn noch nicht so recht zusammengehören wollen. Im Verlauf des Buchs fügen sie sich jedoch wie Puzzleteile zusammen und ergeben zum Schluss ein perfektes Gesamtbild. 

Ich hatte während des lesens häufiger ein beklemmendes Gefühl und den Gedanken "Bitte lass es niemals Wirklichkeit werden"! Ich bin überzeugt davon, dass der Mirror und sein Einfluss nicht so weit von unserer Realität entfernt ist und wir alle besser über die Verwendung solcher Geräte nachdenken sollten, um ein ähnliches Szenario zu vermeiden. Die Menschheit ist aber leider nunmal bequem und verschließt die Augen vor Problemen zugunsten einer Technik, die das Leben kurzfristig einfacher macht. 

Was den technischen Fortschritt und die "Verdummung" der Menschen angeht, trifft Karl Olsberg meiner Meinung nach ins Schwarze.

Von einem wirklich guten Thriller erwarte ich vor allem Spannung, gut ausgearbeitete Charaktere und Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte. "Mirror" erfüllt diese Punkte fast zu 100 %, an ein paar Stellen hätte es aber noch einen Tick unerwarteter sein können. Ich hätte für das Genre eher die Bezeichnung Scrience-Fiction-Thriller verwendet weil es das meiner Meinung nach noch besser trifft.

Ich hab "Mirror" sehr gerne gelesen und fand es wirklich spannend, ich könnte mir auch einen zweiten Teil vorstellen. Auch ein Film wäre bestimmt sehr gut umsetzbar. 

Sehr gerne vergebe ich 4 von 5 Sternen. 

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66 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

australien, thriller, doppelgänger, verschwinden, teenager

Ihr letzter Sommer

Anna Snoekstra , Jan Schönherr
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 15.08.2016
ISBN 9783959670357
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vor 10 Jahren ist Rebecca Winter verschwunden, spurlos, und niemand rechnet mehr damit dass Sie noch gefunden werden kann. Das kommt einer jungen Frau, die es nicht so genau mit dem Gesetz nimmt und von der Polizei aufgegriffen wird, sehr zu Gute. Denn sie sieht Rebecca auch nach über 10 Jahren nach Rebeccas Verschwinden erstaunlich ähnlich - und nutzt das prompt aus. Sie gibt sich für Rebecca aus und bringt damit einiges erneut ins Rollen.

Innerhalb kürzester Zeit glauben ihr alle - einschließlich der Polizei und der Familie - dass sie die verschwundene Tochter ist. Sie richtet sich in Rebeccas Leben ein und versucht somit ihr eigenes verkorkstes Leben hinter sich zu lassen. 

Doch was ist Rebecca wirklich passiert? Kann ihre Doppelgängerin mit der Schuld leben, Rebeccas Verschwinden nicht aufzudecken? Was ist mit dem eifrigen Polizisten, der sich die Zähne an dem Fall ausgebissen hat? Und wie lange kann sie vor Rebeccas Familie dieses Leben vortäuschen? 


Wer träumt nicht selbst von Zeit zu Zeit davon, sein Leben mit jemand anderem zu tauschen? Ich bin mir sicher, jeder hat diesen Gedanken ab und zu. Doch was heißt es wirklich, sich in das Leben eines verschwundenen Mädchens einzunisten? Man kennt die Person überhaupt nicht und muss sich so verhalten wie sie, Erinnerungen vortäuschen, die man nicht haben kann, und seine Familie lieben, als wäre es die eigene. 

Was passiert dann, wenn die Familie sich seltsam verhält? Man kann sie ja nicht einfach fragen, ob man sich untypisch benommen hat. Ob sie wissen, dass man gar nicht der ist, für den man sich ausgibt. 

Was macht man, wenn man plötzlich verfolgt wird und Angst hat um sein Leben? Man kann nicht einfach zur Polizei gehen denn das würde das ganze Kartenhaus zum Einsturz bringen.

All diese Fragen stellt sich "Rebecca" in "Ihr letzter Sommer" auch mit der Zeit. Zudem kommt sie irgendwann an den Punkt, dass ihr Gewissen ihr übel mitspielt weil niemand erfahren wird, was mit Rebecca passiert ist. Sie möchte das Verschwinden der jungen Frau aufklären und gerät in einen Strudel aus Lügen, Gewalt und Angst.

Dieses Buch hat alle meine Erwartungen übertroffen. Der Plot an sich ist ja schon spannend aber was Anna Snoekstra für Wendungen einbaut, hat mich wirklich überzeugt. Ich hab die ganze Zeit über eine Ahnung gehabt, wie es ausgeht, und habe einfach mal komplett falsch gelegen. Das passiert mir immer seltener bei Thrillern aber "Ihr letzter Sommer" hat es wirklich geschafft, mich zu fesseln und absolut zu überzeugen. 

Die Charaktere sind alle wahnsinnig interessant und ich würde sogar noch mehr über sie erfahren wollen. Ich würde tatsächlich Bücher aus der Sicht der einzelnen Charaktere lesen weil es alles so ein großes Puzzlespiel ist, dass ich hier noch viel Potenzial sehe. 

Ich will nicht zu viel spoilern, ihr müsst das Buch wirklich selbst lesen wenn euch die Story anspricht. Ich hab es verschlungen. Ich werde Anna Snoekstra im Auge behalten und definitiv weitere Bücher von ihr lesen. 

Es ist ganz klar für mich, dass ich hier 5 von 5 Sternen vergeben kann! 

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735 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 103 Rezensionen

liebe, royal, prinzessin, prinz, auswahl

Royal - Ein Leben aus Glas

Valentina Fast
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 06.08.2015
ISBN 9783646601602
Genre: Jugendbuch

Rezension:

In dem dystopischen Land Viterra herrscht ein König über die Bevölkerung, der natürlich als Staatsoberhaupt auch eine Königin an seiner Seite braucht. Damit sich der zukünftige König seine Königin aussuchen kann, wird eine "Königinnenwahl" veranstaltet, die landesweit auch im Fernsehen ausgestrahlt wird. Bei der Wahl können sich junge Mädchen bewerben und der Prinz kann am Ende der Show seine Prinzessin erwählen. 

In diesem Jahr ist jedoch einiges anders denn der Prinz ist öffentlich nicht bekannt und es treten 4 "Prinzen" an, um zu gewährleisten, dass am Ende eine junge Frau übrig bleibt, die sich wirklich in den zukünftigen König verliebt hat. Niemand weiß, wer der Prinz ist, so auch nicht unsere Protagonistin Tatyana.

Tatyana will eigentlich auch gar nicht an der Königinnenwahl teilnehmen sondern nur in Ruhe mit ihrer Schwester und deren Mann in einer Wohnung zusammen leben und eine Ausbildung beginnen. Doch ihre Tante, bei der sie noch lebt, knüpft an den Umzug die Bedingung, an der Wahl teilzunehmen soweit Tatyana auch kommen mag. 

Also ergibt sie sich ihrem Schicksal und wird auch tatsächlich in die Show gewählt - und lernt dort nicht nur die 4 potentiellen Prinzen sehr gut kennen, sondern auch sich selbst.


Zugegeben - "Royal" erinnert auf den ersten Blick doch sehr an Ciera Kass' "Selection"-Reihe. Und auch wenn das ein harter Vergleich ist, da "Selection" ja jegliche Bestsellerlisten gesprengt hat, so kann "Royal" doch auf jeden Fall sehr gut mithalten und sich absolut gegen seinen Genre-Kollegen behaupten.

Tatyana ist eine wahnsinnig sympathische, normale, junge Frau, die einfache Ziele und Pläne hat und die sich überhaupt nicht für die Show interessiert. Man kann sich gut in sie hineinversetzen, dass sie zu ihrer Schwester ziehen will und dafür diesen ihr nicht ganz passenden Weg einschlägt. Natürlich ist klar, dass sie weiterkommt. Wie es dann aber weitergeht ist nicht immer absehbar und wie ich finde sehr authentisch aufgebaut. 

Die potentiellen Prinzen sind alle sehr unterschiedlich aber jeder auf seine eigene Art irgendwie sympathisch und interessant. Während des Lesens entwickelt man schon die ein oder andere Vermutung, wer der Prinz ist, ob ich mit meinen Ideen dann am Ende richtig liege? Wer weiß. Ich lass mich überraschen! 

Ich hab "Royal - Ein Leben aus Glas" sehr gerne gelesen, auch wenn ich jetzt im Umzugsstress wesentlich länger dafür gebraucht habe als gedacht. Ich freu mich schon auf Teil 2, der sicherlich noch dieses Jahr von mir gelesen werden wird. 

Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

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94 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

freundschaft, irland, mystery, familie, missbrauch

Wenn der Sommer endet

Moira Fowley-Doyle , Karen Gerwig
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei cbt, 27.06.2016
ISBN 9783570164075
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Cara und Bea sind seit Jahren beste Freundinnen und sie teilen nicht nur den Schulalltag miteinander sondern auch ihr Außenseiter-Dasein. Tarot-Karten zu legen sorgt bei ihrem Umfeld für Unverständnis und so bleiben die beiden meist für sich. Aber auch Caras Stiefbruder Sam und ihre Schwester Alice sind mit den beiden eng befreundet und so verbringen die 4 die meiste Zeit zusammen. 

Als Cara ihre alten Fotos durchsieht fällt ihr aber eine längst vergessene Freundin aus Kindheitstagen auf, Elsie. Elsie scheint auf jedem ihrer Fotos zu sein, auch in Situationen die Elsie gar nicht miterlebt haben kann. Und das Mädchen ist in der Schule nicht mehr auffindbar, niemand scheint sich so richtig an sie zu erinnern. Cara beginnt mit ihren Freunden nach Elsie zu suchen und stößt dabei auf Mysterien, Familiengeheimnisse und ihre eigene geheim gehaltene Gefühlswelt.

"Wenn der Sommer endet" ist ein Buch, welches mich stark an Antonia Michaelis' Jugendroman "Niemand liebt November" erinnert hat. Wer mich kennt weiß, dass das ein riesiges Kompliment ist, denn "Niemand liebt November" gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. 

Moira Fowley-Doyle hat hier eine mystische Geschichte zum Leben erweckt, die mich oft hat zweifeln lassen, was Realität ist und was nicht. Auch Cara steht zwischenzeitlich vor der selben Frage und so lernt man als Leser mit Cara gemeinsam die Zusammenhänge kennen. 

Ich will nicht zu viel verraten weil das den Zauber des Buchs vorwegnimmt aber ich kann euch sagen, dass ich "Wenn der Sommer endet" wirklich sehr gerne gelesen habe. Die Seiten blätterten sich beinahe von selber um. 

Die Jugendlichen haben alle ihre eigenen Probleme, sind alle wunderbar verschroben und gleichzeitig so typische Jugendliche, dass man sich kaum entscheiden kann ob man schmunzeln oder Angst um sie haben soll. 

Das Buch sorgt für Überraschungen, erfüllt aber auch Erwartungen, schlussendlich sind einige Wendungen wahrscheinlich für die meisten Leser nicht unvorhersehbar. Trotzdem riss mich die Story absolut mit und ich hab die Protagonisten in mein Herz geschlossen und würde glatt noch eine Fortsetzung lesen. 

"Wenn der Sommer endet" ist für mich ein kleines Stück Urlaub von der Realität gewesen.

Ich kann hier 5 von 5 Sternen vergeben und eine klare Leseempfehlung für Jugendbuch-Liebhaber aussprechen, die es beim lesen mögen wenn Realität und Einbildung nah beieinander liegen.

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(1.408)

2.700 Bibliotheken, 65 Leser, 9 Gruppen, 343 Rezensionen

dystopie, fantasy, blut, silber, rot

Die rote Königin

Victoria Aveyard , Birgit Schmitz
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.05.2015
ISBN 9783551583260
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Mare lebt in einer Welt, die klare Strukturen aufweist und in der Mare und ihre Familie unterdrückt wird. Es gibt auf der einen Seite die Menschen, die rotes Blut haben und keine besonderen Fähigkeiten vorweisen können - so wie Mares Familie und Freunde - und auf der anderen Seite die Silbernen. Diese Menschen haben silbernes Blut und können außergewöhnliche Dinge, wie zB Elemente wie Feuer oder Wasser beherrschen oder sich unsichtbar machen, aber auch Gedanken zu kontrollieren ist eine dieser Fähigkeiten.

Durch dieses Ungleichgewicht entstand eine brutale Hierarchie, bei der die Roten keine Chance haben, sich gegen die Silbernen zu wehren und somit ein tristes Leben nahe dem Tod führen müssen. 

Durch eine Aneinanderreihung von Zufällen wendet sich das Blatt jedoch für Mare. Denn durch mysteriöse Umstände landet sie im Königshaus - als Rote, die trotz der Farbe ihres Blutes übernatürliche Fähigkeiten besitzt. 

"Die rote Königin" ist der erste Teil dieser Reihe und gleich ein Highlight. Die Roten und die Silbernen sind zwei Arten von Menschen, wie sie uns heute schwer vorstellbar sind - die Hierarchie und Machtverhältnisse sind dafür umso realistischer und sehr gut von Victoria Aveyard ausgearbeitet. 

Wäre unsere Welt so, würden auch hier die Silbernen regieren und vermutlich würde sich die Königsfamilie ähnlich autoritär und brutal verhalten. Auch Mare fand ich sehr glaubwürdig und konnte mich gut in sie hineinversetzen. Ihre innere Zerrissenheit in Bezug auf ihr neues Leben und die Königssöhne Maven und Cal fand ich spannend und authentisch. 

Die Fantasy-Elemente im Buch muss man natürlich mögen um einen Zugang zur Story zu finden. Auch wenn ich eigentlich wenig Fantasy lese und meist nicht so viel damit anfangen kann, hab ich hier einen schnellen Zugang gefunden und war gefesselt von "Die rote Königin". 

Das Buch hatte zwar in der Mitte ein paar Längen und auch die meisten Wendungen waren für mich nicht so unvorhersehbar, trotzdem konnte das Buch mich aber überzeugen. Besonders gegen Ende wurde die Spannung noch mal enorm und ich hab die ca. letzten 100 Seiten noch mal verschlungen. 

Auf den zweiten Teil der Reihe freue ich mich schon sehr und vergebe 4 von 5 Sternen.

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(1.660)

2.665 Bibliotheken, 37 Leser, 1 Gruppe, 265 Rezensionen

obsidian, liebe, fantasy, lux, jugendbuch

Obsidian - Schattendunkel

Jennifer L. Armentrout , Anja Malich
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.04.2016
ISBN 9783551315199
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nach dem Tod ihres Vaters muss Katy mit ihrer Mutter in eine ihr völlig unbekannte Stadt ziehen und sich dort ganz neu einfinden. Der Tod hat Katys Leben auf den Kopf gestellt und auch die neue Umgebung zerrt an ihren Nerven denn kaum ist sie in West Virginia angekommen, muss sie sich schon mit dem schlecht gelaunten Daemon von nebenan rumärgern. 

Soviel Ärger wie Daemon ihr bereitet, so viel Freude hat Katy allerdings mit Daemons quirliger Schwester Dee, die sofort zu Katys bester Freundin wird. 

Katy versucht Daemon aus dem Weg zu gehen doch er macht es ihr nicht leicht und immer wenn Katy gerade das Gefühl hat, er könnte doch ein netter Kerl sein, zerstört er dies wieder mit irgendeiner fiesen Aktion. 

Zudem häufen sich die seltsamen Ereignisse in der Kleinstadt und auch Katy gerät in Gefahr.


Katy und Daemon haben eine Hassliebe, die ich sehr unterhaltsam fand. "Obsidian" ist ja schon ganz schön gehypt worden und ich bin mal wieder recht spät dran. Den Hype kann ich aber durchaus nachvollziehen, wenn auch nicht vollkommen bestätigen. Ich wurde von dem Hin und Her der beiden Protagonisten wie viele andere Leser magisch angezogen und konnte das Buch schwer aus der Hand legen, habe aber doch noch ein paar Zweifel ob es die richtige Reihe für mich ist.

Irgendwann wurde es mir mit dem Hin und Her ein bisschen viel denn machen wir uns nichts vor: Es ist ja klar, dass sich eine Anziehungskraft zwischen Katy und Daemon entwickelt. Immerhin sprechen wir von einem Jugendbuch und von einer weiblichen und einem männlichen Hauptcharakter. Diese Entwicklung fand ich aber überhaupt nicht kitschig und nervig, ganz im Gegenteil hab ich mit den beiden mitgefiebert.

Jennifer L. Armentrout konnte mich mit vielen Wendungen im Buch sehr positiv überraschen, ich will hier aber nicht zu viel spoilern.

Allerdings gibt es für mich auch Kritikpunkte.
Die Idee hinter der Familie Black finde ich in Band 1 dieser Reihe noch nicht so ganz überzeugend und ausgereift. Ich hoffe, da kommt noch ein bisschen mehr Hintergrundwissen in den Folgebänden dazu. denn so richtig rund erscheint mir da das ein oder andere noch nicht. 

Ich fand Armentrouts Schreibstil sehr angenehm und mochte auch fast alle Charaktere sehr gerne. Bei Daemon bin ich noch sehr zwiegespalten aber auch hier lasse ich mich gerne in den Folgebänden überraschen.

Zu 100% überzeugen konnte mich "Obsidian" leider nicht aber dennoch fand ich schön zu lesen und werde auch weiterlesen. Ich hoffe ich kann der Hype noch so richtig packen denn es gibt schon einige wirklich gute Ansätze. Aber was soll ich sagen, völlig in seinen Bann gezogen hat mich das Buch leider noch nicht. 

Ich vergebe 3 von 5 Sternen und freue mich schon auf Teil 2, der mich bestimmt noch etwas mehr packen kann als Teil 1.

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97 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

freundschaft, jugendbuch, liebe, lebe, götter

Das Morgen ist immer schon jetzt

Patrick Ness , Petra Koob-Pawis
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbj, 27.06.2016
ISBN 9783570172667
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Mike und seine Freunde sind ein eingeschworenes Team. Seine gute Freundin Mel ist ebenso eine seiner zwei Schwestern und die beiden stehen sich sehr nahe. Kurz vor ihrem Schulabschluss müssen Mike, Mel, Henna und Jared einige seltsame Vorkommnisse verarbeiten und mehr denn je zusammen halten. Dabei sind sie völlig auf sich gestellt weil die Erwachsenen ihre eigenen Probleme haben und sich aus dem Leben der Jugendlichen weitestgehend zurückhalten. 

Die Charaktere in "Das Morgen ist immer schon jetzt" sind so angelegt wie die Nebencharaktere einer anderen Geschichte. Sie spielen nicht die Hauptrolle, sind keine Helden und sorgen nicht für die Bekämpfung irgendwelcher Ungeheuer ohne ähnliches. Sie versuchen nur zu überleben und mit ihren eigenen Problemen zurecht zu kommen. 

Dieser Ansatz gefällt mir gut, allerdings fand ich ihn auch ziemlich verwirrend. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mit dem doch nicht unerheblichen Fantasy-Anteil des Buchs nicht gerechnet hatte. Der Fantasy-Teil ist für mich auch einfach nur albern und unpassend. Ich verstehe nicht, wieso man untote Hirsche oder sterbende Jugendliche, die man die Indie-Kids nennt, für diese Geschichte braucht. Der ganze Fantasy-Einschlag zieht das Buch in meinen Augen leider sehr ins Lächerliche. Also jetzt mal ehrlich: Ein schwuler Jugendlicher, der der Gott der Katzen ist und heilende Kräfte hat und nur seine Freunde wissen es? Sowas hab ich bei einem Buch, das vom Verlag als "Realistischer Roman" eingestuft wird, wirklich nicht erwartet.

Viele Vorkommnisse im Buch werden leider auch gar nicht aufgeklärt, auch wenn sie für die Persönlichkeitsentwicklung der Protagonisten von Bedeutung gewesen sind. Sowas finde ich ärgerlich und das hat für mich den Anschein die Leser für eine Fortsetzung warm halten zu wollen. Mich kriegt aber keiner dazu, hier eine eventuelle Fortsetzung zu lesen.

Die Protagonisten selber fand ich zum größten Teil sympathisch, vor allem Mike, der mit großen Selbstzweifeln und Zwangsstörungen zu kämpfen hat. Die größten Teile des Buchs waren mir aber zu unrealistisch, zu wirr und zu unstrukturiert.

Die einzige Aussage, die man in das Buch hineininterpretieren kann ist, dass echte Freundschaft alles überwindet und Freunde immer zusammen halten. Für diese Aussage hätte man aber das ganze nervige Drum herum wirklich nicht gebraucht.

Für mich war dieses Buch leider leider Zeitverschwendung und ich kann nur 1 von 5 Sternen vergeben.

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382 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 132 Rezensionen

dystopie, zwillinge, francesca haig, das feuerzeichen, omega

Das Feuerzeichen

Francesca Haig ,
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Heyne, 26.10.2015
ISBN 9783453270138
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Cass ist eine Omega - das bedeutet, sie ist der verstoßene Zwilling und ihr Zwillingsbruder ist der Alpha, dem eine rosige Zukunft bevorsteht. Omegas haben meist körperliche Einschränkungen oder sie können Dinge, die die Alphas nicht können und sind deswegen eine Bedrohung. Cass ist eine Seherin, man sieht ihr äußerlich nicht an, dass sie anders ist als ihr Bruder Zach. Deswegen wird Cass nicht wie andere Omegas schon im Kleinkindalter gebrandmarkt und aus der Gesellschaft verstoßen. Sie hat "Glück" und darf bis sie eine Jugendliche ist in ihrer Familie verbleiben. 

Doch trotzdem ist allen klar, dass entweder Cass oder Zach verbannt werden muss denn so ist es immer. Es gibt einen Zwilling, der bleiben darf und einen, der als Omega gebrandmarkt wird. Dennoch sind die beiden auf extreme Weise miteinander verbunden, auch wenn sie sich den Rest ihres Lebens nie wieder sehen. Geschieht dem einen Zwilling etwas ernsthaftes, so ergeht es dem anderen Zwilling gleichermaßen. Stirbt der eine Zwilling, sterben beide. 

Das ist die Welt, die Francesca Haig hier erschaffen hat und womit sie eine grandiosen Idee umgesetzt hat, wie ich finde. Die Idee, dass jeder Mensch einen Zwilling hat und man mit diesem für immer verbunden ist, finde ich wirklich gut. Auch die Welt, wie sie sich unter diesen Umständen sehr wahrscheinlich entwickeln würde, finde ich in "Das Feuerzeichen" wirklich sehr gut umgesetzt. 

Leider weist das Buch aber auch einige Längen auf, vor allem im 2. und 3. Drittel. Für meinen Geschmack wurden hier viele Sätze zu oft wiederholt (ich kann das Wort Beichtmutter echt nicht mehr "hören"!), ganz offensichtliche Dinge ausgesprochen obwohl sie auch der Fantasie des Lesers hätten überlassen werden können und die Handlung wurde künstlich in die Länge gezogen. 

Das finde ich wirklich schade denn ich denke das Buch wäre eine echte Spannungkanone gewesen, wenn es 200 Seiten kürzer gewesen wäre. So hab ich mich leider durch einige Längen durchgequält, die unnötig waren. Die Spannung kam aber immer wieder durch, sodass ich doch dran geblieben bin und auch Teil 2 lesen werde. 

Die Protagonistin Cass finde ich sympathisch und sehr erwachsen. Sie macht einen authentischen Eindruck auf mich und ich konnte mich in vielen Situationen in sie hineinfühlen. Gerade die Art, wie sie die Zwillinge sieht, konnte ich gut nachvollziehen. 

Dafür fand ich leider den Protagonisten Kip sehr farblos und langweilig. Er hat für mich einfach viel zu wenig Charakter und läuft Cass nur blind hinterher. Ich verstehe nicht ganz wieso alle anderen Protagonisten so stark ausgearbeitet wurden, nur Kip nicht. Und das, obwohl er eine zentrale Rolle in diesem ersten Teil spielt. Kip hat mich teilweise doch etwas geärgert, hauptsächlich aber gelangweilt.

Ich habe für diesen ersten Teil wirklich lange gebraucht, habe zwar fast täglich darin gelesen aber doch verging ca. ein Monat, bis ich es durch hatte. Die schon erwähnten Längen bringen mich leider dazu Sterne abzuziehen aber dennoch kann ich dem Feuerzeichen 3 von 5 Sternen geben. 

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126 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 16 Rezensionen

zeit, die autobiographie der zeit, poesie, tod, beständigkeit

Die Autobiographie der Zeit

Lilly Lindner , Lisa Wöhling
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 02.05.2016
ISBN 9783426305409
Genre: Romane

Rezension:

"Die Autobiographie der Zeit" ist genau das was der Titel verspricht: Eine Geschichte über die Zeit, personifiziert durch ein namenloses Mädchen, oder wenn man es so sehen will, durch Lilly Lindner. Dieses Mädchen kommt vom Planeten Winter, um eine von 4 Mächten auf unserer Erde zu werden. Da gibt es David - die Beständigkeit -, Kevin - der Raum -, Shay - der Abgrund - und eben die Zeit.

Die vier Freunde werden auf Winter auserwählt um auf die Erde zu kommen und sind von dem Zeitpunkt an unsterblich und begleiten uns durch das Buch, alles aus der Sicht der Zeit. 
Lilly Lindner ist eine meiner absoluten Lieblings Autorinnen und so habe ich auch dieses Buch von ihr blind gekauft. Ich war mir zu 100% sicher, dass ich alle ihre Bücher lieben würde. Umso enttäuschter war ich, als ich feststellte, dass "Die Autobiographie der Zeit" absolut nicht zu ihren sonstigen Büchern passt. 

Ich liebe Lilly Lindners Schreibstil seit dem ersten Buch, das ich von ihr gelesen habe und deswegen bin ich ihr auch so verfallen. Ihr tiefgründiger brutal ehrlicher und dennoch verträumter Schreibstil ist genau das, was ihre Leser so sehr an ihr lieben. So sehr ich aber auch Lillys Worte liebe - ein wenig mehr Inhalt muss ein Buch schon für mich haben. 

In diesem Buch besteht eine Seite aus einem Kapitel und sehr oft auch nur aus einem Satz. Das ist ein Stilmittel, welches man durchaus mögen kann. Für mich kam dadurch aber leider einfach nicht viel Inhalt rüber. 

Auch "Die Autobiographie der Zeit" ist wieder einmal ein sprachliches Kunststück. Eine konkrete Handlung bleibt für mich aber leider auf der Strecke und deswegen konnte ich, so leid mir das tut, einfach gar nichts mit diesem Buch anfangen. Auch mit größter Mühe fand ich nur zu sehr wenigen Metaphern einen Zugang und das finde ich wirklich sehr schade.   

Die Illustrationen gefielen mir sehr gut, ebenfalls Lillys Ausdrucksweise. Deswegen, aber auch nur deswegen, kann ich noch 2 von 5 Sternen vergeben. Sehr schade. Aber ich bin mir sicher, dass die Autorin mich beim nächsten ihrer Bücher wieder voll mitreißen kann. 

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67 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

krebs, amy reed, krebserkrankung, freundschaft, tod

Abschied für immer und nie

Amy Reed , Maike Müller
Fester Einband
Erschienen bei HarperCollins, 10.11.2015
ISBN 9783959670104
Genre: Romane

Rezension:

Evie hatte mal ein normales Teenager-Leben, mit festem Freund, Schule, bester Freundin und jede Menge Spaß beim Cheerleadern. Doch ihr durchschnittliches Leben wird komplett auf den Kopf gestellt, als Evie wegen eines gebrochenen Beins ins Krankenhaus kommt und dort die Diagnose Krebs bekommt. 
Es ist ein seltener Krebs und alles geht sehr schnell. Evie steht kurz vor dem Tod und wird immer schwächer. An ihrer Seite hat sie eine sehr fürsorgliche Familie, den extrem besorgten festen Freund Will und - und das ist Evie am wichtigsten - ihre beste Freundin Stella. Stella ist erst ihre beste Freundin, seitdem sie sich im Krankenhaus kennen lernten, dafür ist sie für Evie zum wichtigsten Menschen in ihrem Leben geworden. 
Stella muss ebenso mit einem schlimmen Schicksal kämpfen, hat aber eine wahnsinnige Kraft in sich und kann Evie immer wieder motivieren, zum lachen bringen und sie von der Krankheit ablenken. Doch dann geschieht das unvorstellbare: Evie wird gesund und darf nach Hause, während andere in ihrem Umfeld sterben.
Evies Leben ist vorbei aber es ist doch nicht vorbei. Sie hat zwar den Krebs auf wundersame Weise überlebt aber sie fühlt sich dafür, als sei sie Schuld am Tod der anderen. Nur weil sie überlebt hat, mussten andere sterben. Mit dieser massiven Last auf ihren geschwächten Schultern kann Evie nicht leben und so verändert sie ihr Verhalten zu Hause radikal.

Ihre Familie ist glücklich, dass die verloren geglaubte Tochter dem Tod von der Schippe gesprungen ist, doch von Glück kann man wenn es nach Evie geht nicht wirklich reden. Sie fühlt sich für den Tod anderer Menschen verantwortlich und kann kaum mit dem Schmerz umgehen. Sie denkt, die Welt wäre ein besserer Ort wenn Evie stattdessen gestorben wäre. Sie bemerkt in ihrem Leid gar nicht, wie sehr sie ihren Mitmenschen Unrecht tut.

Evie wird zu einem ganz anderen Menschen und weder sie noch ihr Umfeld kann mit dieser massiven Veränderung umgehen. Erst als sie Marcus kennen lernt, der gar nichts von ihrem Schicksal weiß, blüht Evie in seiner Gegenwart auf. Doch auch er kann sie nicht retten, denn die wenigen positiven Momente in ihrem Alltag halten Evie nicht davon ab, in einen Strudel aus Depressionen, Wut und Medikamentenmissbrauch zu geraten.

"Abschied für immer und nie" war ein Buch, was mich wirklich noch mal extrem berührt hat. Es gibt nicht so viele Romane, die mir wirklich unter die Haut gehen, dazu gehört schon viel und die "typischen" Krebs-Geschichten in Büchern kennt man einfach schon. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, dass Amy Reeds Roman direkt in mein Herz getroffen hat. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass "Abschied für immer und nie" in etwa so berührend für mich war wie John Greens "Das Schicksal ist ein mieser Verräter". 

Ich habe zwar zwischenzeitlich Probleme gehabt, Evie sympathisch zu finden aber genau das macht die Geschichte aus. Man möchte sie schütteln, damit sie aus ihrem Strudel aus negativen Gedanken herausfindet. Ich hatte Mitgefühl mit ihr, habe sie aber auch andererseits gut verstehen können. Sie möchte nicht mehr nur als das "Krebs-Mädchen" gesehen werden sondern bei Fehltritten bestraft werden, ein ganz normales Leben führen und selbstbestimmt handeln können. Sie möchte Fehler machen, Probleme haben und verstanden werden. 

Im krassen Gegensatz hierzu stand aber andererseits mein Verständnis für Evies Familie und Freunde. Sie sind einfach nur froh, dass Evie überlebt hat, und möchte sie vor allem bösen beschützen. Sie können es nicht verstehen, wieso sie sich so gegen die Normalität wehrt und mir würde es als Angehörige wohl ähnlich ergehen.

Ich habe mir während des Lesens von beiden Seiten mehr Verständnis für die jeweils andere Seite gewünscht. Ich habe mir gewünscht, dass am Ende alles gut wird. Ich habe mir gewünscht, dass das Buch nicht endet. 

Das Ende des Buchs hat mich dann nochmal wirklich umgehauen. Ob positiv oder negativ kann ich euch nicht einmal sagen. Selbst jetzt nicht, wo es schon eine Weile her ist, dass ich das Buch beendet habe.

Es bleibt mir nur zu sagen, dass Amy Reed mich hier zutiefst fesseln konnte und ich das Buch wirklich gut fand. Wirklich wirklich gut! 

Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

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41 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 3 Rezensionen

psychothriller, mord, you, joe goldberg, thriller

Hidden Bodies - Ich werde dich finden

Caroline Kepnes , Katrin Reichardt
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei INK ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 01.06.2016
ISBN 9783863960940
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das mit Joe und Amy könnte perfekt sein. Ihre hemmungslose, intensive Beziehung könnte der Anfang von Joes Glück sein und zunächst sieht auch alles danach aus, als wäre Amy die perfekte Frau für den eigenbrötlerischen Buchhändler. Doch als Amy nach einem Ausflug der beiden plötzlich nicht mehr auffindbar ist, wird Joe klar, dass sie ihn die ganze Zeit über benutzt und hintergangen hat. 

Joe ist fassungslos und sieht sein Leben zerstört, denkt er kann niemals wieder einer Frau vertrauen. Und all das ist nur Amy Schuld! Dafür wird sie büßen müssen, beschließt Joe und reist ihr hinterher um auch ihr Leben zu zerstören.

Joe bricht seine Zelte in New York ab und zieht nach Los Angeles und die Jagd nach Amy Adam kann beginnen. Womit Joe aber nicht gerechnet hat ist, dass er auf seinem vom Hass getriebenen neuen Lebensweg einer Frau begegnet, die alles verändern wird. Love. Sie heißt nicht nur wie die Liebe, nein, sie bringt auch die Liebe in sein Leben. 


Joe, Joe Joe, was machst du nur für dumme Sachen. 
Genau das dachte ich mir schon so oft als ich "YOU" gelesen habe und auch in "Hidden Bodies" kommt mir dieser Gedanke mit einem Kopfschütteln doch recht häufig.

Er ist nicht nur vom Pech verfolgt was die Frauen angeht, er schaufelt sich auch leidenschaftlich gern sein eigenes Grab indem er viel zu viele Menschen umbringt, in der Hoffnung dadurch seine Probleme lösen zu können. Doch ein Mord ist ein Mord und in einer perfekten Welt kommt jeder Mord irgendwann ans Tageslicht. 

In Joes perfekter Welt kann jeder Mord vertuscht werden. Doch er hat in Teil 1 Fehler begangen, die ihn nun die Freiheit kosten können und diese Fehler lasten schwer auf ihm. Aber obwohl Joe wahnsinnig viel Glück hatte und nicht erwischt wurde, lernt er nicht daraus. Er will Amy finden und töten um sie für ihre Taten zu bestrafen.


"der wahre Schrecken meines Lebens besteht nicht darin, dass ich einige furchtbare Menschen getötet habe. Der wahre Schrecken meines Lebens besteht darin, dass die Menschen, die ich geliebt habe, meine Liebe nicht erwiderten." - Seite 502
Als Joe auf seiner Suche nach Amy jedoch Love kennen lernt, verliebt er sich neu und kann einen neuen Lebensabschnitt mit ihr beginnen. Aber ihr verrückter Bruder Forty und ihr bester Freund Milo, der ganz offensichtlich mehr von ihr will, machen Joe das Leben aufs Neue schwer und er überlegt, wie er sie am besten aus der Welt schaffen kann. 

Joe ist ein Charakter, den man in der einen Sekunde liebt und in der anderen hasst. Er hat überhaupt keine Ahnung von zwischenmenschlichen Beziehungen und interpretiert so ziemlich alles falsch, was nur geht. Er bezieht alles auf sich selbst und kann mit Problemen nicht umgehen. 

Trotzdem ist er auf seine ganz eigene Art liebenswürdig, man will ihn auf den rechten Weg bringen und fiebert mit ihm mit. Ich hab mir während des Lesens gewünscht, dass Love bei ihm bleibt und mir auf der anderen Seite gedacht wie bescheuert ein Mensch im wahren Leben sein müsste, um bei so einem Mann zu bleiben. 


"Und, mal ehrlich, wenn man erwachsen wird, sich am Riemen reißt, wenn man sich denkt fuck narcicissm und das mit den Hashtags sein lässt, dann erkennt man, was im Leben wirklich zählt. Was zählt, ist nämlich das, was man als Nächstes tut. Und so ist Amerika. Hier muss man beweisen, dass jemand etwas getan hat, und sie können nicht beweisen, dass ich irgendetwas getan habe." - Seite 527
Diese gegensätzlichen Gedanken ziehen sich durch das ganze Buch und ich kann beim besten Willen nicht sagen, ob ich Sympathie oder Abscheu für Joe empfinde und genau das ist es, was das Buch zu einem absoluten Highlight macht. Diese Ambivalenz ist in einem Buch für mich bisher einzigartig und außerordentlich großartig umgesetzt.

Joes persönliche Entwicklung spielt eine zentrale Rolle in "Hidden Bodies" und ist gleichermaßen realistisch wie völlig wahnsinnig. Die Autorin hat hier wirklich Fingerspitzengefühl bewiesen und konnte mich zu 100% mit ihrem Buch überzeugen und fesseln.

Ich bin nachhaltig beeindruckt von Caroline Kepnes' Talent und werde diese Autorin mit Freude weiter verfolgen.

Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

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(350)

645 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 171 Rezensionen

liebe, hamburg, petra hülsmann, restaurant, essen

Glück ist, wenn man trotzdem liebt

Petra Hülsmann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 10.06.2016
ISBN 9783404173648
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich gebe zu: Ich war skeptisch als ich das Buch in Händen hielt denn Frauenromane sind eigentlich nicht mein Genre. Meist sind sie mir zu platt und oberflächlich, zu kitschig oder unrealistisch. Als eine liebe Bloggerkollegin mir aber so sehr von diesem Buch vorschwärmte konnte ich dann doch nicht anders als es zu lesen. Und ich muss sagen: Petra Hülsmann hat meine Erwartungen um Längen übertroffen und mich zum Fan gemacht. 


Isabelle ist eine verschrobene junge Frau, die noch nicht so viel erlebt hat, dafür aber den perfekten Plan für ihr Leben fest in ihrem Kopf verankert hat. Sie weiß schon mit Mitte 20 ganz genau, wie ihr Leben verlaufen soll und vor allem wie ihr Traummann auszusehen hat. 


Dass Pläne aber nur Wunschvorstellungen sind und die Wahrheit oft ganz anders aussieht, lernt Isabelle auf dem harten Weg. Ihr Leben wird von Jens und Merle völlig umgekrempelt, wobei Isabelle nach und nach Gefallen an dem "Chaos" in ihrem Leben findet. Sie schließt die neuen Menschen in ihrem Leben in ihr Herz und kann sich bald ein solches nicht mehr ohne sie vorstellen. Aber wo bleibt der Traummann? Als das Blumengeschäft in die Schieflage gerät und Isabelle den Schuldenberater Alex anheuert glaubt sie, dass er die Liebe ihres Lebens sein muss. 


"Selbst in den schlimmsten Zeiten war das Glück immer da, wenn man nur richtig hinsah. Es war selten spektakulär und perfekt, und man musste gut hinsehen, um es überhaupt zu entdecken. Aber trotzdem blieb es doch immer noch Glück. - Seite 381


Natürlich ist dem Leser schnell klar, dass Jens der Traummann für Isabelle ist und kein anderer. Das ist aber auch gar nicht schlimm denn auf dem Weg ihrer Erkenntnis führt Isabelle uns durch so viele liebenswürdige Schrulligkeiten und so viel Verwirrung, Freundschaft, Alltag und Träume, dass dem Leser nichts anderes übrig bleibt als sie und ihre Geschichte gern zu haben. 


Ich fand alle Protagonisten einfach perfekt getroffen. Besonders Jens Halbschwester Merle hat mich oft zum schmunzeln gebracht aber auch Isabelles Verpeiltheit und Festgefahrenheit waren einfach nur wahnsinnig unterhaltsam.


Auch wenn Liebesromane normalerweise nicht zu meinen Lieblingsbüchern gehören hab ich hier jede Seite genossen und musste unbedingt in jeder freien Minute weiterlesen. Dies ist nicht nur ein perfektes Buch für den Strand, es ist gleichzeitig auch Urlaub fürs Herz und wer sich diesen Urlaub nicht gönnt, ist selber Schuld. 


Ich kann sagen, dass es nicht das letzte Buch von Petra Hülsmann für mich sein wird und vergebe gerne locker flockige 5 von 5 Sternen.

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384 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

liebe, fae, schattentraum, mona kasten, fantasy

Schattentraum - Hinter der Finsternis

Mona Kasten
Flexibler Einband: 410 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 15.10.2014
ISBN 9781502841513
Genre: Liebesromane

Rezension:

Emma ist traumatisiert vom plötzlichen Tod ihrer Mutter und versucht mit ihrem Vater in einer anderen Stadt einen Neuanfang. Emma kommt auf eine neue Schule und lernt sehr schnell ihre neuen besten Freundinnen kennen - und Gabriel, der schon am ersten Tag ihres neuen Lebens einen schlechten Eindruck auf sie macht, Emma jedoch nicht mehr aus dem Kopf gehen will. 

Als Emma ihm immer und immer wieder begegnet, fallen ihr seltsame Dinge an ihm auf, die sie sich mit reinem rationalem Verständnis nicht erklären kann. Erst als Emma sich darauf einlässt, dass es vielleicht noch Dinge auf der Welt gibt, von denen nur die wenigsten wissen, kann sie herausfinden, was es mit Gabriel auf sich hat. Doch da ist es schon um sie geschehen und sie gelangt immer tiefer in einen Strudel aus Hass und Liebe, der sie zu zerreißen droht. 


Emma ist eine junge Frau, die schon einiges durchgemacht hat. Durch den Tod ihrer Mutter ist sie traumatisiert und erlebt immer häufiger plötzlich auftretende Panikattacken. Durch den Umzug mit ihrem Vater will sie ein neues Leben aufbauen und das gelingt ihr auch von Anfang an recht gut denn sie lernt sehr schnell wahnsinnig liebe Menschen kennen, die sie gleich integrieren und für sie da sind. Emmas gesamtes Umfeld ist mir von Beginn an sehr sympathisch, ich schloss ihren Vater und ihre Oma sowie ihre neuen Freunde sofort in mein Herz ein. Emma selbst ist mir auch sympathisch, auch wenn sie bei einigen Dingen doch etwas naiv ist. 

Die Naivität ist wahrscheinlich dem Genre Jugendbuch geschuldet und stört mich auch nicht wirklich, einige Entwicklungen im Buch sind aber nicht überraschend für mich gewesen. Allerdings kam zum Ende des Buchs eine Wendung, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hätte und das gleicht die anderen Vorhersehbarkeiten für mich dann doch wieder aus. Dass mich eine Wendung vollkommen kalt erwischt passiert mir selten und dafür muss ich Mona Kasten ein Kompliment machen!

Die Story ist für meinen Geschmack genau richtig: Eine Mischung aus der Layken und Will Reihe von Colleen Hoover und Twilight. "Schattentraum" hat zwar nichts mit Vampiren zu tun, die Liebesgeschichte und der Erzählstil haben mich aber dennoch an Twilight erinnert, was ich hier aber absolut positiv finde! Für mich ist es genau das richtige Maß an Fantasy, nicht zu unglaubwürdig und gut in die Jugendbuch-Thematik integriert. 

Mona Kasten hat hier für mich einen sehr soliden, ansprechenden und spannenden ersten Teil einer Trilogie geschrieben und ich werde die Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen. Die Charaktere sind bestimmt noch ein wenig ausbaufähig, was aber dem ersten Teil nicht schadet und nur noch mehr Potential für die weiteren Teile offen lässt. 

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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(151)

346 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 54 Rezensionen

homosexualität, liebe, coming out, freundschaft, jugendbuch

Nur drei Worte

Becky Albertalli , Ingo Herzke
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 26.02.2016
ISBN 9783551556097
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Simon steckt in einer ziemlich blöden Situation fest: Er befindet sich gerade in einer Selbstfindungsphase, in der er seine Homosexualität entdeckt, und genau mit diesem Wissen wird er von einem Mitschüler erpresst. 

Simon schreibt sich anonyme Emails mit Blue, einem Jungen aus seiner Schule, von dem er aber nicht weiß wer er ist. Doch als Simon so eine Email an der Schule schreibt und sich nicht aus seinem Email Postfach ausloggt, macht Martin einen Screenshot und droht Simon damit, ihn gegen seinen Willen öffentlich zu outen wenn Simon Martin nicht in seine Clique integriert. Vor allem geht es Martin dabei um die hübsche Abby, die eine gute Freundin von Simon ist.

Von da an befindet sich Simon in einem Zwiespalt zwischen seinen Gefühlen für Blue und dem Bild, was sein Umfeld von ihm hat. Denn weder seine Freunde noch seine Familie wissen über seine Homosexualität Bescheid. 

Als Simon von Martin erpresst wird kann er einem nur leid tun. Er weiß noch gar nicht so recht wohin mit sich selbst und seinen Gefühlen, er ist im Begriff sich in Blue zu verlieben und schreibt sich täglich mit ihm Emails. Doch davon weiß niemand sonst bis Martin es herausfindet und sich unangenehm in Simons Leben einmischt. Nach dem ersten Schreck geht Simon aber souverän damit um und tut Martin ein paar Gefallen, ohne sich selbst zu sehr zu schaden. Vor allem versucht er dabei das zarte Band zu Blue nicht zu gefährden.

Simon ist mir von Anfang an sympathisch und auch Blue mag ich gern, auch wenn er zu Beginn noch nicht so richtig greifbar für mich war. Ich kann auch nicht sagen, dass ich Martin total abstoßend gefunden hätte denn er ist mehr oder weniger ein Außenseiter, der keine Chance hat an seinen Schwarm Abby heranzukommen, außer wenn Simon ihm ein wenig hilft. Dass er Simon erpresst ist natürlich nicht zu tolerieren, seine Entwicklung innerhalb des Buchs fand ich aber wirklich gut gelungen. Ich will nicht zu viel verraten aber ich kann sagen, dass ich Martin als Charakter sehr passend für die Story fand. 

Auch das gesamte Umfeld von Simon, besonders seine Eltern, waren mir sehr sympathisch. Es geht hier um junge Menschen, die sich alle in der kritischen Phase zwischen der Kindheit und dem Erwachsensein befinden und ich denke Becky Albertalli hat alle Charakter auf den Punkt getroffen. 

In der Schule, in der sich alles abspielt, geht es mir ein wenig zu harmlos zu. Homosexualität scheint dort kein allzu großes Problem für die Betroffenen zu sein, was ich für ein wenig zu verharmlost finde. Ich denke heutzutage hat man es als junge/r homosexuelle/r Frau/Mann doch noch ziemlich schwer in einem Soziotop wie der Schule. Generell muss sich Simon mit sehr wenigen Anfeindungen auseinandersetzen, allerdings handelt es sich hier ja auch um ein Jugendbuch für Jugendliche ab 14 Jahren und für diese Zielgruppe ist die "harmlose" Betrachtungsweise vielleicht gerade richtig. 

Ich kann mir "Nur drei Worte" sehr gut als Schullektüre vorstellen und ich bin mir sicher, dass das Buch eine Unterstützung für junge Männer, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, sein kann. 

Ich hab mich sehr gut unterhalten gefühlt, mitgefiebert und die Protagonisten ins Herz geschlossen. Die 320 Seiten waren sehr schnell und einfach zu lesen, was bestimmt auch am aufgelockerten Schreibstil lag denn immer wieder sind die Kapitel von Simons und Blues Emails gespickt. Albertalli zeigt ein wunderbares Feingefühl und schafft eine ganz bezaubernde Geschichte, die mir gut gefallen hat.

Sehr gerne vergebe ich hier 4 von 5 Sternen.

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69 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

krimi, thriller, rezension, verlust, geheimnis

Mördermädchen

Elizabeth Little ,
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.12.2015
ISBN 9783442483471
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jane - von der Öffentlichkeit zu ihrem Missfallen Janie genannt - Jenkins wurde wegen des Mordes an ihrer Mutter zu 10 Jahren Gefängnisstrafe verurteilt und ist jetzt frühzeitig entlassen worden. Das Problem an dem Mord ist: Jane erinnert sich nicht daran ob sie die Tat begangen hat oder nicht. Sie kann sich nicht sicher sein ob sie Schuld hat am Tod ihrer Mutter, schließt es aber auch nicht völlig aus. Um das herauszufinden stellt sie schon im Gefängnis zusammen mit ihrem Anwalt Noah Nachforschungen an und als Jane wieder in Freiheit ist fährt sie zum Geburtsort ihrer Mutter, um dort mehr über sie herauszufinden. 

Dort erfährt sie nicht nur einiges über das Leben ihrer Mutter sondern obendrein auch noch ein paar Dinge über sich selbst.
"Mördermädchen" klingt nach einer echt spannenden Story voll Action, Selbstzweifeln, Verzweiflung und Sehnsucht nach der Wahrheit.
Leider muss ich sagen, dass sich keiner dieser Erwartungen erfüllt hat. 

Jane Jenkins will zwar unbedingt erfahren, was mit ihrer Mutter passiert ist und ob sie Schuld hat an ihrem Tod, der Weg zu dieser Erkenntnis ist aber sehr langatmig und leider überhaupt nicht actionreich. 

Jane fährt nach Ardelle, der alten Heimat ihrer Mutter, und lernt dort ihr altes Umfeld kennen. Sie findet Hinweise und kann einige Querverbindungen zu Janes Erinnerungen ziehen - das ganze geschieht aber mit so vielen langatmigen Strecken, dass ich im Laufe des Buchs dazu übergegangen bin, Absätze zu überspringen. Das tue ich normalerweise nie bei einem Buch. 

Jane präsentiert sich ziemlich sarkastisch, was durchaus als humorvoll oder selbstironisch durchgehen könnte. Auf mich wirkte dieser Humor aber eher platt und erzwungen. Jane wirkt extrem abgebrüht und zeigt kaum Gefühle, trotzdem will sie Licht in die Dunkelheit des Mordhergangs bringen. Ich dachte mir dabei mehr als ein mal: Wenn Jane ihre Mutter doch so abstoßend und unerträglich fand wie sie immer wieder durchblicken lässt, wieso sucht sie dann überhaupt nach ihren Wurzeln? Würde ein Mensch, der wegen dem Mord an der eigenen Mutter im Gefängnis sitzt, nicht im Allgemeinen viel emotionaler reagieren als Jane? 

Die Emotionslosigkeit wirkt auf mich vollkommen unangebracht und unrealistisch und lässt zudem die Protagonistin auch extrem unsympathisch auf mich wirken. 

Die Recherchen in Ardelle ziehen sich streckenweise sehr, sodass die Spannung meiner Meinung nach auf sich warten lässt. Bis dann etwas interessantes passiert sind bestimmt zwischenzeitlich 200 Seiten an mir vorbeigeflogen, an die ich mich schon jetzt kaum mehr erinnern kann. 

Janes Aufenthalt im Gefängnis sowie ihr eigenes Seelenleben bleiben vollkommen außer Acht, was ich eher unpassend für die Story finde. Als ob 10 Jahre Gefängnis so wenige Spuren bei einem Menschen hinterlassen würden. Unrealistischer geht es kaum noch.

Ich hatte noch die leise Hoffnung, dass mich das Ende vielleicht noch etwas mehr fesseln könnte und deswegen habe ich das Buch nicht abgebrochen. Ich muss sagen, dass es am Ende für mich einfach nur noch haarsträubender wurde und ich das Buch eigentlich gar nicht mehr ernst nehmen konnte. Sehr traurig, da es doch eigentlich Potenzial gehabt hätte.

Leider kann ich dem Buch nicht mehr als 1 Stern geben. Ich bin mir sicher, dass mir die Story nicht lange im Gedächtnis bleiben wird, so viel Vorfreude ich auch vor dem Lesen hatte. Meine Erwartungen konnte "Mördermädchen" absolut nicht erfüllen.

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freundschaft, selbstmord, zoe hagen, bulimie, essstörung

Tage mit Leuchtkäfern

Zoe Hagen
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.03.2016
ISBN 9783548286945
Genre: Romane

Rezension:

Gandhi, von der wir erst sehr spät erfahren wie sie wirklich heißt, ist sehr unglücklich mit ihrem Leben. Zu ihrem Vater hat sie kaum Kontakt und will es auch nicht, ihre Mutter verschließt konsequent die Augen vor Gandhis Problemen, sie hat keine Freunde, dafür aber eine schon ziemlich ausgeprägte Essstörung. Gandhis Leben läuft also geradewegs gegen die Wand. Es besteht nur noch aus Selbsthass, Vorwürfen, weinen und erbrechen und es scheint keinen Weg aus diesem Teufelskreis heraus zu geben - bis sie unverhofft Teil einer Gruppe Jugendlicher wird, die sich "Der Club der verhinderten Selbstmörder" nennt.
Von nun an besteht der "Club der verhinderten Selbstmörder" aus 6 Jungs und Mädchen, die alle ihre eigenen schwerwiegenden Probleme haben, die aber mit ihrem Leid zusammen umgehen. Sie haben sich gefunden und helfen sich gegenseitig doch es ist nicht alles so traurig wie es sich anhört, ganz im Gegenteil. In der Absurdität der Welt wird bei Gandhi, Fred, Lynn, Amira, Fabien und Noah sehr viel gelacht, rumgealbert und vor allem verbringen sie sehr viel Zeit miteinander und das tut allen gut. 
Die 6 Freunde wachsen sehr schnell zusammen und helfen sich in allen Lebenslagen, wodurch sich Gandhis Zustand kontinuierlich verbessert. 
"Manchmal ist die Illusion weitaus schöner als die Realität, die Realität nichts als die schlechte Kopie der Vorstellung." - 8
In Briefen an Gott beschreibt Gandhi, wie sie sich fühlt und der Leser bekommt wie in Tagebucheinträgen den Lauf der Geschichte dargelegt. Dabei betont Gandhi schon ganz zu Beginn, dass sie nicht wirklich an Gott glaubt und Gott nur eine stellvertretende übergeordnete "Macht" für sie ist, etwas an das sie schreiben kann um all ihre Gedanken loszuwerden. Diese Einleitung war für mich persönlich sehr gut, da ich selbst nichts mit dem Gebilde Gott anfangen kann, aber Gandhis Wunsch sich auszudrücken sehr gut nachvollziehen kann. So fiel es mir sehr leicht, mich mit der täglichen Anrede "Lieber Gott..." anzufreunden. 
Die Protagonisten sind mir alle unheimlich schnell ans Herz gewachsen und ich wollte unbedingt wissen, was ihre Probleme sind und wie die Freunde sich gegenseitig in schweren Zeiten stützen. Zoe Hagen hat die Gruppendynamik perfekt aufgebaut, alles erscheint mir wie ein Abbild eines Lebens, was sich ganz genau so hätte abspielen können. 
Die Handlung ist zwar an manchen Stellen extrem, aber dabei keinesfalls übertrieben oder unrealistisch. Zoe Hagen gelingt hier mit einer unheimlich bewegenden Leichtigkeit ein Balanceakt zwischen Leid und Freude, zwischen tiefster Verzweiflung und glücklichstem Höhenflug.
"Dinge müssen wohl immer erst kaputtgehen, um repariert werden zu können" - 177
"Tage mit Leuchtkäfern" hat zwar nur 192 Seiten aber diese sind voller Gefühl und man wünscht sich, sie würden nicht mehr enden. Ich habe mir viele Zitate angestrichen, die ich gar nicht alle in diese Rezension packen kann aber zwei Zitate hab ich euch rausgesucht weil ich sie einfach schön finde.
Ich bin wirklich begeistert von diesem Buch einer so jungen Autorin und werde ihren Werdegang definitiv weiter verfolgen. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

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