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80 Bibliotheken, 15 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

fantasy, jugendbuch, magie, versteckte homosexualität, liebe

Die Magie der Lüge

Nicole Gozdek
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2017
ISBN 9783492704380
Genre: Fantasy

Rezension:

Anderta kann ihr Unglück nicht fassen. Auf einmal findet sie sich in einer Wirklichkeit wieder, die sie nicht als ihre eigene erkennen kann. Alles ist verdreht und ganz offensichtlich von jemandem beeinflusst.
Die Passario, die die Magie ihres Namens bisher dazu eingesetzt hat, sich und ihren Geliebten zu bereichern, wird von nichts anderem mehr getrieben, als dem Wunsch nach ihrem alten Leben...

Anderta ist eine Protagonistin, mit der ich wirklich lange nicht warm geworden bin. Anders als Tirasan im ersten Teil ist sie auch nicht unbedingt eine Sympathieträgerin. Sie sieht vieles nicht, was mir offenbar war, sie ist stur und aufbrausend. Aber sie macht eine unheimliche Entwicklung durch und nennt außerdem eine sehr spannende Namensmagie ihr eigen, die sie zwar mit Tirasan aus dem ersten Band teilt (klar, sie haben ja denselben Nachnamen), die aber doch so ganz anders ist und ein bisschen den roten Faden der Geschichte bildet.

Der zweite Band ist handlungstechnisch eine würdige Fortsetzung! Endlich erfahren wir, was sich alles verändert hat, welche Auswirkungen auf Land und Leute das Finale von "Die Magie der Namen" hatte. Gemeinsam mit den Charakteren der Geschichte können wir die Buchwelt ganz neu entdecken - ein wirklich schöner Prozess! "Die Magie der Lüge" ist aus dem Grund auch eigentlich mehr ein ganz eigener Fantasyroman, bringt er doch ganz eigene Charaktere und ganz eigene Konflikte mit sich.

Das ist durchaus ein Pluspunkt - schade fand ich dahingegen, dass die Charaktere nicht so differenziert daherkamen, wie ich das aus dem ersten Teil kannte. So sind hier viele Namen an mir vorübergezogen, die neu vorgestellten Charaktere waren entweder Vertreter der Fraktion "Alles geht den Bach runter, jeder für sich!" oder der Einstellung "Lass uns erstmal drüber reden, alles wird gut". Im Prinzip sind mir hier also zwei Lager begegnet, von denen auch zu Beginn schon klar war, dass sie sich irgendwo in der Mitte treffen würden...?

Ganz anders dann das große Finale! Ich wusste gar nicht, wohin mit meinen Emotionen - da bin ich dann wirklich dahingeschmolzen und konnte es nicht erwarten weiterzulesen, wollte aber auch nicht, dass es aufhört! Hach... Emotionen sind ohnehin ein wichtiger Punkt in diesem Buch - und das nicht nur auf romantischer Ebene, sondern auch ganz basal zwischen Mutter und Kind.

Insgesamt war ich von diesem zweiten Band leider nicht ganz so begeistert wie vom Reiheneinstieg. Vielleicht hängt das mit den unheimlich hohen Erwartungen zusammen, die ich aus "Die Magie der Namen" mitgebracht habe. Viele emotionale Irrfahrten der Protagonistin und ein recht klassischer Handlungsablauf haben mir beim Lesen ein bisschen den Schwung genommen. So ist "Die Magie der Lüge" für sich genommen nämlich eigentlich ein sprachlich einwandfreies, bildgewaltiges Buch, das mit einer ganz neuen Idee daherkommt (auch in Abhebung vom ersten Teil) und uns die kreativ geschaffene Welt noch ein Stückchen näherbringt.

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136 Bibliotheken, 32 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

fantasy, zamonien, walter moers, gehirn, märchen

Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

Walter Moers , Lydia Rode
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaus, 28.08.2017
ISBN 9783813507850
Genre: Fantasy

Rezension:

Prinzessin Dylia wird seit jeher von hartnäckiger Schlaflosigkeit geplagt. Bei allen negativen Nebenwirkungen, die das so mit sich bringt, hat sie aber auch nach den längsten schlaflosen Phasen die kreativsten Einfälle und verrücktesten Ideen. Doch eines Nachts begegnet ihr der Nachtmahr Havarius Opal und kündigt an, sie in Bälde in den Wahnsinn zu treiben. Er nimmt sie mit auf eine erstaunliche Reise in ihre eigenen Gedanken - und konfrontiert sie unter anderem mit Geistgeistern, Zergessern, Grillos und Irrschatten.

Nach den ersten vierzig Seiten war ich zugegeben tierisch enttäuscht von diesem Buch. Da gab es ewige Aufzählungen und Wortspielereien der Protagonistin, die nur teilweise im weiteren Verlauf des Buches wieder aufgegriffen wurden. Für einen Zamonien-Roman begegnen dem Leser hier auch erstaunlich wenige Wesen aus der Welt von Moers - überwiegend befinden wir uns in der Psyche von Prinzessin Dylia. Diese hat zwar immer wieder Moerssche Sonderlichkeiten zu verzeichnen, führt uns aber nicht tiefer nach Zamonien, wie ich es mir eigentlich gewünscht hatte.

Ich hatte das Gefühl, dieses Buch ist wie die persönliche Geschichte der Illustratorin aufgebaut. Moers reist als Nachtmahr mit ihr durch ihre eigenen Gedanken und man merkt, wie sich Moers mit Themen rund um Schlaf und Schlaflosigkeit und dem Gehirn an sich auseinandergesetzt hat. Wer aber "einen klassischen Moers" erwartet hat, der wird hier nicht voll auf seine Kosten kommen. Vielmehr bekommt der Leser eine Liebeserklärung an die junge Dame, die nicht weniger das Herz rührt.
Nach einem für mich eher langatmigen Einstieg nahm dann aber die Geschichte an Fahrt auf und auch wenn mich nicht alle Passagen packen konnten und ich nicht völlig hingerissen war, habe ich mich in der Handlung letztendlich doch wohlgefühlt. Die Illustrationen sind ein absoluter Traum (höhö). Sie entfernen sich nicht zu weit vom Altbekannten, bringen aber auch ihren ganz eigenen Stil mit ein, der dem Buch durchaus guttut.

Alles in allem ein Buch, von dem ich mehr erwartet hatte. Mit dem schwergängigen Einstieg und begrenztem Erlebnisraum gab es für mich zu viele Hemmnisse im Lesefluss, immer wieder musste ich das Buch an die Seite legen. Dennoch finden sich die typischen Wortspielereien des Autors und der leicht philosophische Hintergrund auch in diesem Zamonien-Roman von Walter Moers wieder. Als Intermezzo ist es also durchaus ein gut lesbares Buch...

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24 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

is, rechts gegen links, intrigen, rechtsradikal, wahl

Alternativen

Leif Tewes
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Größenwahn Verlag, 03.08.2017
ISBN 9783957711625
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Thomas führt ein ziemlich normales bis langweiliges Leben. Das ändert sich schlagartig, als er eines Abends von Flüchtlingen überfallen und fast ausgeraubt wird. Thomas beginnt, sich Fragen zu stellen und sein Leben zu überdenken - und dank eines Kumpels findet er sich bald bei einer Podiumsdiskussion der "Besseren Deutschen" wieder. Einer Partei, die für Prozente bei der anstehenden Wahl zu allen Mitteln greift...

Das Ganze ist dann in Form eines Krimis wiedergegeben - und das ist auch der große Joker, den der Autor hier ausspielen kann! Er bewegt sich nämlich eigentlich auf sehr dünnem literarischen Eis - er darf keine Wertung in seine Handlung einfließen lassen. Ich hatte zugegebenermaßen einige Bedenken, als ich das Buch in Händen hielt (ich linke Socke ich...), denn beim Thema Fremdenhass gibt es bei mir keine Diskussion. Leif Tewes umgeht aber diese Grundsatzdebatte sehr geschickt, indem er einen tatsächlichen Kriminalfall um die politischen Gegebenheiten herum stattfinden lässt. So folgt man den Ermittlungen des Protagonisten Kommissar Berg und bekommt ganz nebenbei Einblick in die berühmt-berüchtigten abendlichen Stammtischrunden oder die (mutmaßliche) Argumentation eines Islamisten. Das ist spannend gemacht und provoziert nicht - Chapeau für diesen Spagat!

Sprachlich und thematisch ist "Alternativen" also absolut gelungen - für mich hat sich das auch in der Handlung fortgesetzt. Komissar Berg, der hier eigentlich schon in seinem zweiten Fall ermittelt (auch Unwissende wie ich finden hier aber den Einstieg!), ist ein sehr sympathischer Protagonist, die Spannung wird durch immer neue Wendungen und geschickte Zusammenarbeit der handelnden Personen aufrechterhalten. Besonders mochte ich das Ende, das sehr realistisch gehalten wurde und mir zusätzlich ein gehöriges Päckchen Stoff zum Nachdenken mit auf den Weg gegeben hat.

Mein Fazit: Ein intelligenter Krimi, dessen Umsetzung mich beeindruckt hat! Wer Interesse an der politischen Thematik mitbringt und sich darauf einlässt, wird hier gleich doppelt gerne mitlesen - von mir gibt's beide Daumen nach oben.

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73 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 59 Rezensionen

wind, meer, hoffnung, trauer, jando

Die Chroniken der Windträume

Jando , Antjeca
Fester Einband: 120 Seiten
Erschienen bei Koros Nord, 16.09.2016
ISBN 9783945908075
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Tom und Jan müssen zu unterschiedlichen Zeitpunkten ihres Lebens mit einem schweren Verlust leben. Beide suchen Trost am Meer und beim Wind. Besonders letzterer hilft den beiden dabei, ihren Schmerz zu verstehen und zu lernen, warum es sich lohnt, sein Leben niemals aufzugeben...

Das Büchlein (120 Seiten hat es) ist aufgebaut und geschrieben wie ein modernes Märchen. Ich war dabei nicht ganz sicher, ob es eher Kinder anspricht oder auch Erwachsene, habe mich aber irgendwie auf "Ein bisschen von beidem" geeinigt. Ein Märchen eben, in dem auch der Wind mal Geschichten erzählen darf.

Von der Struktur her ist "Die Chroniken der Windträume" eigentlich ein 2 in 1 Buch. Toms und Jans Geschichte können nämlich mehr oder weniger unabhängig voneinander erzählt werden und haben beide ihren eigenen Reiz.
Untermalt werden die Geschichten von ganz zauberhaften Illustrationen, die wirklich perfekt die Stimmung des Buches treffen (wer mehr sehen möchte, dem sei die Seite der Illustratorin wärmstens empfohlen!).

Leider hat das Buch nicht ganz "meinen" Ton getroffen. Es ist sprachlich wunderschön gemacht und liest sich wie ein klassisches Märchen - aber für mich gab es zu wenig inhaltliche Entwicklungen, die wirklich zu einer Trauerbewältigung beigetragen hätten. So blieb es bei wunderschön gezeichneten Gleichnissen und dem Fazit "Genieße dein Leben", aber besonders Jan hatte nicht so richtig die Chance, seine Trauer wirklich zu verstehen. Das fand ich ein bisschen schade.

Ich kann das Buch aber trotzdem jedem ans Herz legen, der das Meer und den Wind genauso liebt wie ich und der gerne Märchen liest, die mal eine etwas andere Moral von der Geschicht' haben. Für jene Leser (und auch für mich) ist "Die Chroniken der Windträume" dann nämlich ein wunderbares Leseerlebnis, das für den ein oder anderen auch sehr emotional werden dürfte. Hach!

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145 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 42 Rezensionen

liebe, bourbon, mord, intrigen, geld

Bourbon Sins

J. R. Ward , Marion Herbert , Katrin Kremmler
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 28.06.2017
ISBN 9783736304017
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Vorsicht - wer den ersten Teil dieser Reihe nicht gelesen hat, sollte weder den Klapptentext des zweiten Teils noch diese Rezension hier lesen!
____________________
Nach Williams überraschendem Tod unter sehr mysteriösen Umständen ist Lane das einzige Mitglied der Familie, das noch einigermaßen handlungsfähig zu sein scheint. Doch der Abgrund, der sich durch das Erbe des Vaters Stück für Stück offenbart, ist tiefer als befürchtet.

Ich weiß nicht, warum auf den Klappentexten dieser Reihe immer wieder irgendwelche Liebesgeschichten in den Fokus gerückt werden - was mich an dieser Reihe nämlich von Anfang an so begeistert hat, war genau der Umstand, dass es nicht nur um Romantik und Sex und Affären geht. Vielmehr haben wir hier ein vielschichtiges Familiendrama mit Thriller- und Krimielementen und ganz fabelhaften Charakteren.

Nicht nur Lane ist nämlich vom Playboy zum Sympath mutiert, es ergeben sich auch so einige neue Bekanntschaften, die wirklich Pfeffer in die Handlung bringen (auch wenn mein persönlicher Favorit die Geschichte um Gin bleibt). Meiner Auffassung nach verliert Lane auch ein bisschen seine Protagonisten-Stellung. Durch den häufigen Perspektivwechsel und den Umstand, dass sich in gewisser Weise parallele Handlungsstränge entwickelt haben, von denen die handelnden Personen nicht unbedingt wissen, ist die Vordergründigkeit der Figuren ein bisschen ausgeglichener als im Auftakt zur Reihe. Beruhigenderweise hat das aber für mich (die ich wirklich schlecht mit Namen bin!) nicht für Verwirrungen gesorgt, sondern im Gegenteil dazu angeregt, weiter über die Einzelschicksale und ihre Verknüpfungspunkte nachzudenken. Die ganze Zeit versucht man, irgendwie zu erkennen, welche Entscheidungen Lane aus der ganzen Situation herausholen könnten (Überraschung: Das funktioniert leider so gar nicht!).

In der Mitte des Buches hatte ich schließlich das Gefühl, dass die Autorin nie wieder aus der Zwickmühle herauskommt, in die sie ihre Charaktere manövriert hat - trotzdem ergeben sich ein paar unerwartete Wendungen, die - wie auch im vorigen Teil - zwar sehr plötzlich geschehen, aber nicht unlogisch sind oder dem berühmten "ex machina"-Prinzip folgen.

Alles in allem: Hier trifft ein interessanter Genremix auf eine großartig ausgeklügelte Handlung. Und wer Lust auf ein modernes Familiendrama der etwas anderen Art hat, der wird auch vom zweiten Teil der "Bourbon Sins"-Reihe nicht enttäuscht werden =)!

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

Shadowcross: Madisons Party

Lillith Korn
Flexibler Einband: 56 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 02.07.2017
ISBN 9781546976578
Genre: Sonstiges

Rezension:

Riley ist also ein Hunter. Trotzdem geht sein Leben außerhalb der düsteren Welt von Shadowcross weiter - und so lernen wir in dieser Episode seine Freunde kennen, denn Riley ist auf Madisons Party eingeladen. Und das ist gar nicht mal so unterhaltsam, wie es jetzt klingt...

Wir verlassen also ein bisschen die Welt der Menschenfresser und Doppelgänger. In dieser Episode ist das Tempo reduzierter, die Hintergründe von Riley müssen geklärt werden, damit es mit der Handlung weitergehen kann. Ich fand das eine schöne Abwechslung, freue mich aber auch wieder auf die nächste Episode, die dem Ende nach zu urteilen wieder erheblich rasanter werden dürfte ;).
Der Schreibstil ist natürlich gewohnt flüssig, ich hatte das Buch innerhalb eines gemütlichen Stündchens auf dem Balkon durch.
Ich kann mir vorstellen, dass das Ende des Buches (eine überraschende Wendung inklusive Cliffhanger) bei einigen für Enttäuschung gesorgt hat, ich habe allerdings schon im Laufe des ersten Teiles damit gerechnet und bin deswegen überzeugt, dass uns da in der dritten Episode noch eine ausführliche Erklärung erwartet. Auf jeden Fall bietet auch dieses Buch, genau wie sein Vorgänger, viel Spielraum für Spekulationen, wie es weitergehen mag.

Alles in allem wieder eine spannende Episode - ich freue mich auf den nächsten Teil, der zeitnah bei mir eintrudeln sollte.

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272 Bibliotheken, 14 Leser, 0 Gruppen, 104 Rezensionen

thriller, fbi, ethan cross, spectrum, august burke

Spectrum

Ethan Cross , Rainer Schumacher
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.07.2017
ISBN 9783404175550
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

August Burke ist kein Ermittler, wie er im Buche steht. Weil er das Asperger-Syndrom hat, fällt es ihm schwer, andere Menschen und ihre Handlungen richtig einzuschätzen. Auf der anderen Seite hilft ihm diese Fähigkeit zur nüchternen Einschätzung auch dabei, anspruchsvolle Kriminalfälle zu lösen - und so wird er an den Schauplatz einer dramatischen Geiselnahme gerufen...

Einen Ermittler mit einer geistigen "Einschränkung" dieser Art zu begleiten, ist aus Autorensicht gleich doppelt knifflig. Erstens versagt Burke auf zwischenmenschlicher Ebene völlig, was ihn für einen Leser unsympathisch machen könnte. Zweitens ist es als "Psychotypischer", wie Burke selbst sagt, unheimlich schwer, sich in das Denken und Handeln Betroffener hineinzuversetzen. Beides hat Ethan Cross allerdings meisterlich bewältigt. August Burke war für mich ein leicht verschrobener, aber durchaus bewundernswerter Kriminalberater. Ich kenne mich mit Asperger überhaupt nicht aus, aber die Einblicke, die uns in Burkes Psyche gewährt werden, waren für mich absolut überzeugend und berührend. Burke weiß, dass er anders ist und wo seine Schwächen liegen - trotzdem würde er nie mit anderen tauschen wollen.
Beeindruckt haben mich auch die beiden anderen Ermittler, die uns durch einen Perspektivwechsel zwischen den Kapiteln nahegebracht werden. Die Charaktere fand ich wirklich klasse und divers.

Eher schade war, dass die Handlung keine nennenswerten Besonderheiten enthielt. Es gibt Wendungen und Actionszenen, aber irgendwie konnte mich der Hintergrund der Geschichte nicht so richtig packen - es geht viel um das Hickhack zwischen den Geheimdiensten und Machtspielchen.
Das Ende hat zu meiner neutralen Haltung nicht unwesentlich beigetragen und so hatte Burke - der Ermittler, den ich eigentlich das ganze Buch über toll ausgeglichen fand! - mit dem Finale seinen "Justus Jonas"-Moment und lässt die völlig verfahrene Situation aus dem Handgelenk heraus platzen. Das fand ich wirklich schade, denn die ganze Zeit über schafft es Cross, den genialen Denker eben nicht als gnadenlos überlegen darzustellen. Die Ermittler ergänzen sich im Gegenteil wunderbar und müssen sich unterstützen, um weiterzukommen.

Schade - die Charaktere hätten hier Anlass zu mehr Tiefe gegeben. Alles in allem war aber "Spectrum" für mich immer noch ein guter Thriller, der spannend und unterhaltsam war und mit einem Protagonisten daherkommt, der in nachfolgenden Fällen bestimmt noch glänzen wird.
Ich würde hier gerne 3,5 Sterne geben wollen - aber im Zweifel für den Angeklagten ;)!

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73 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

fantasy, verbündete, historischer fantasy, heyne, highfantasy

Die Königin der Schatten - Verbannt

Erika Johansen , Sabine Thiele
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Heyne, 26.06.2017
ISBN 9783453315884
Genre: Fantasy

Rezension:

Immer noch sind wir mit Kelsey unterwegs, die in diesem Teil einfach nur von einem Problem ins nächste stürzt - eine feindliche Armee vor der Tür, selbst völlig machtlos, getrennt von allen, die ihr wichtig sind. Und dann ist da ja auch noch diese geheimnisvolle dunkle Macht, die aus dem Gebirge immer näher zu kommen scheint. Was hat Kelsey da nur entfesselt...

Endlich kommt alles zusammen! Wir erfahren hier die Geschichte der Überfahrt und was unsere Zeit eigentlich mit der von Kelsey verbindet (dass es da ein bindendes Glied gibt, war ja auch schon im ersten Teil klar - Irrungen und Wirrungen inklusive).
Der Schreibstil dieses Buches ist nach wie vor einfach packend. Auch diesen Teil hatte ich innerhalb von zwei Tagen weggefrühstückt, obwohl er immerhin 600 Seiten hat. Irgendwie kommt man bei dieser Autorin unheimlich schnell in einen Lesefluss, der einen nicht mehr loslässt.

Allerdings hat mich auch ein bisschen was gestört - zum einen gibt es da einige Ungereimtheiten in der Handlung. Dadurch, dass eine Verbindung zwischen dem Jetzt und Kelseys Welt geschaffen werden muss, verstrickt sich die Autorin in einige Logikfehler (oder irrationale Handlungen der Protagonisten). Die sind zwar nie so dramatisch, dass man sich laut darüber ärgern würde, häufen sich aber und fallen irgendwann auf.

Zum Zweiten wird Kelsey in diesem Teil wirklich von einer Schwierigkeit in die nächste geworfen. Ich habe mich schon am Anfang des Buches gefragt, wie Erika Johansen all die Herausforderungen auflösen will, mit denen der Leser konfrontiert wird. Die Antwort ist einfach: Auf einer epischen Heimreise quer durch's Land bieten sich die Lösungen quasi von selbst. Und so stolpert Kelsey scheinbar durch bloßen Zufall genau in die Arme der richtigen Menschen, um ihr Dilemma zu lösen. Das wirkt konstruiert und gewollt - irgendwie "hölzern". Das Ende ist dramatisch, ich fand es aber gut gelöst, auch wenn ich verstehen kann, dass der Aufschrei bei den Fans laut war...

Alles in allem finde ich diese Buchreihe aber nach wie vor absolut gelungen, die Entwicklung, die die Protagonistin und auch die Geschichte selbst durchmachen, machen unheimlich Spaß und durch die leichtgängige Lesbarkeit mag man über so manche logische Verzettelung auch einfach "weglesen". Während der erste Teil noch als klassische Jugendfantasy mit starker Hauptfigur losging, wurde es im zweiten Teil zunehmend düster. Hier im dritten Teil kann man schon fast von Darkfantasy sprechen, hinzu kommen die politischen Verstrickungen, die man auch als Leser nicht objektiv lösen könnte und die zu kniffligen ethischen Entscheidungen führen. Eine Stärke der Autorin ist nach wie vor die Charakterentwicklung - so schließt man nicht nur die Protagonistin ganz schnell in sein Herz, mir haben es besonders die Nebencharaktere angetan.

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69 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

künstliche intelligenz, bolivien, heartware, suche, liebe

Heartware

Jenny-Mai Nuyen
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.07.2017
ISBN 9783499267079
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Adam Eli ist vermutlich das, was man eine verkrachte Existenz nennen würde. Nach einer turbulenten Jugend mit Gewalt, Drogen und Bootcamp in Bolivien inklusive, hat der Mann diverse Fächer studiert und hält sich mit Ghostwriting-Aufträgen über Wasser. Sein Leben plätschert so vor sich hin, bis er eine mysteriöse Mail erhält - seine Jugendliebe ist nach einem geglückten Diebstahl auf der Flucht. Und Adam ist der einzige, der sie finden kann...

Tut euch selbst einen Gefallen und lest den Klappentext dieses Buches nicht! Dort wird ein wichtiges Detail bekanntgegeben, das der Leser eigentlich erst in der Mitte der Handlung erfahren sollte (nämlich was die Gute entwendet hat) - deswegen war ich auch leicht irritiert, dass so ein Brimborium darum gemacht wurde, es steht ja bereits in der Inhaltsangabe?

Willenja und Adam sind saucoole Protagonisten - beide sind eher undurchsichtig, leiden unter ihrer Vergangenheit, halten aber auch an ihr fest, weil sie sie aneinander bindet. Generell ist die Charakterzeichnung der Autorin ausgezeichnet gelungen - obwohl sehr viele Personen handeln (die Kapitel sind aus verschiedenen Sichtweisen geschrieben), hat man doch am Ende des Buches das Gefühl, die Gefühlslage des einzelnen gut erfasst zu haben. Bei mir hat jedoch die Menge an Namen - die Charaktere heißen nun auch nicht gerade Tom und Emma - anfangs für ziemliche Verwirrung gesorgt und ich habe ein Weilchen gebraucht, um dahinter zu kommen, wer gerade dran ist.

Der Schreibstil ist einfach nur grandios! Die Autorin schafft es, gesellschaftlich superkomplexe Sachverhalte in ihre Handlung einfließen zu lassen, ohne dass man direkt ein Lexikon zur Hand haben muss - ich war unglaublich beeindruckt, wie atmosphärisch und detailreich sie schreibt, ohne sich zu verzetteln. Fantastisch fand ich die Thematik, die erst nur anklingt und dann zentral für die Geschichte wird: Was will der Mensch eigentlich im Leben? Was braucht es, um frei zu sein? All das gepaart mit Gesellschafts- und Wirtschaftskritik, ein bisschen Politik, aber immer so, dass man sich nicht stehengelassen oder überfordert fühlt. Auch ich mit dem wirtschaftlichen Interesse eines Goldfisches konnte also folgen und habe mich in der Handlung zuhause gefühlt ;) Ich musste nach einigen Textstellen außerdem erstmal wilde Diskussionen mit meinem Freund starten, weil ich solchen Redebedarf hatte.
Wer gerne miträtselt und sich packen lässt, ist hier bestens aufgehoben. Immer wenn man gerade meint, die Lösung erfasst zu haben, wird alles noch mal umgeschmissen und man fängt quasi von vorne an, Theorien aufzustellen. Die Wendungen habe ich überhaupt nicht kommen sehen und sie sind logisch und stringent aufgebaut und kommen nicht aus dem Nichts.

Mein Fazit: Ein packender Thriller mit vielen Handlungssträngen und überraschenden Wendungen, die aufgegriffenen Themen werden mich noch länger beschäftigen... Einen Stern Abzug gebe ich für anfängliche perspektivische Verwirrung und das Detail im Klappentext, das mich etwas gestört hat. Jenny-Mai Nuyen konnte mich jedoch ansonsten sprachlich und inhaltlich wirklich überzeugen, mehr davon!

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60 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

fantasy, schottland, ian, liebe, abenteuer

Das Steinerne Tor: Die Rückkehr

Pia Guttenson
Flexibler Einband: 522 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 11.09.2014
ISBN 9781502315571
Genre: Fantasy

Rezension:

Isandora macht eine verdammt schwere Zeit durch - ihr Sohn ist verschwunden und ihr Leben inhaltslos geworden. Kurzerhand mietet sie sich in einer Pension in Schottland ein. Um zu sterben. Durch eine schicksalhafte Begegnung und ein geheimnisvolles steinernes Tor kommt jedoch alles anders als gedacht und Isa findet sich in einer Welt voller mystischer Wesen wieder. Elfen, Zwerge und schlurfende Moorguhls bevölkern eine Welt, die nicht ihre ist - oder doch?

Die Welt, die Pia Guttenson hier schafft, ist großartig! Eine epische Fantasywelt, wie ich sie liebe. Trotzdem bleibt der Bezug zur Gegenwart - nicht nur dadurch, dass Isa eben aus unserer Zeit stammt und kein mittelalterliches Weltbild mitbringt, sondern auch durch den guten Ian, den sie durch das Tor mitnimmt. Das Buch schafft dadurch einen leicht abgedrehten Spagat. Es ist einerseits eine Liebesklärung an Schottland, ein romantischer Liebesroman, wie er im Buche steht (höhö). Auf der anderen Seite wird der Leser aber auch in die besagte Highfantasywelt geworfen, die dann wieder ganz andere Storystränge verfolgt, als man sich das zuvor gedacht hat.

Das hat zur Folge, dass Tolkien-Liebhaber hier durch die romantischen Aspekte nicht auf ihre Kosten kommen und sich vermutlich über das ganze "schottische Klimbim" aufregen und die Schottlandverliebten, die sich auf eine Liebesgeschichte gefreut hatten, genervt von Zwergen und Elfen sind.
Für Genrespringer allerdings (und hier komme ich ins Spiel!) entwickelt das Buch genau dadurch seinen besonderen Reiz. Ich LIEBE die sprachlichen Ausflüge, die die Autorin hier ins schottische Gälisch macht und mein Hirn hatte beim gedanklichen Aussprechen der Ausdrücke für "mein Freund", "meine Liebste" oder "verdammt noch mal" seine helle Freude (für alle weniger sprachenthusiastischen Menschen gibt es aber auch ein Wörterbuch am Ende). Allein das und die Recherchearbeit für die historischen Hintergründe dieses Buches müssen ein unglaublicher Aufwand gewesen sein - interessierten Menschen kann ich da noch mal die Homepage der Autorin ans Herz legen.

Was mich dann aber doch geschafft hat? Die endlosen Turteleien zwischen zwei der Charaktere im Buch. Da war mir wirklich zu viel Schmalz und Klischee im Spiel und so manches Mal habe ich die Augen verdreht, weil die beiden sich mal wieder ein ruhiges Plätzchen gesucht haben... Vielleicht bin ich da einfach langweilig^^

Mein Fazit: Ein spannender Genremix! Für Fans der schottischen Kultur und Sprache und allen, die es werden wollen, kann ich hier eine klare Empfehlung aussprechen. Auch ich als unromantischer Stein mit Fantasyvorliebe habe das Buch sehr gerne gelesen ;).

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

Dreckstück

Clémentine Beauvais , Annette von der Weppen
Fester Einband: 96 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 30.07.2015
ISBN 9783551583376
Genre: Jugendbuch

Rezension:

David und seine Clique sind genervt. Genervt von der Schule, genervt von ihren Eltern und genervt von ihrem Viertel, das ihnen von Tag zu Tag runtergekommener erscheint. Als ihnen beim Schule-Schwänzen ein kleines dunkelhäutiges Mädchen über den Weg läuft, das offensichtlich Läuse hat, ist klar: Dieses "Dreckstück" müssen sie entlausen!

Was mich an dem Buch so beeindruckt (und mitgenommen) hat, ist seine Einfachheit. Die Charakterkonstellation ist eine, die man auch aus der eigenen Schulzeit kennen könnte - ein strebsames Mädchen, die Extrovertierte, der Junge mit der neutralen Haltung allem gegenüber, was ihn nicht betrifft. Die Jugendlichen in diesem Buch haben durch ihre klischeehafte Zeichnung wenig Tiefgang (wie auch in einem 96-Seiten-Buch). Das ist aber auch nicht das, worauf es ankommt.

Vielmehr interessant für den Leser sind die gruppendynamischen Prozesse, die im Hintergrund der Handlung stehen. Keiner der Jugendlichen kann zu irgendeinem Zeitpunkt begründen, warum sie handeln wie sie handeln. Es gibt keine große Eskalation und niemand hat hier eine deutliche rechtsextreme Haltung. Im Gegenteil: Alle Charaktere kommen aus gutem Haus und hatten eine angenehme Kindheit.
"Dreckstück" verdeutlicht gruselig authentisch, "wie schnell's gehen kann". Wie gleichgültig eine Gruppe von Menschen handeln kann, die sich gegenseitig in ihrer Gleichgültigkeit noch bestätigt. Als Leser möchte man gleichzeitig schreien ob der furchtbaren Ungerechtigkeit, die da passiert und kann gleichzeitig nicht so richtig mit dem Finger auf das deuten, was falsch läuft. Ein Effekt, der mich erst mal für zwei Tage grübelnd lahmgelegt hat.

Schade war, dass der Protagonist David (der neutrale Junge) einen Hang zur Selbstanalyse hat und ständig versucht, seine und die Handlungen der anderen in Beziehung zu einem Erlebnis aus der Vergangenheit zu setzen. Das war mir ein wenig zu viel und nicht ganz authentisch, weil es nicht so richtig zu ihm gepasst hat, aber vermutlich durch die Erzählform unausweichlich. Auch Floskeln wie "Die Zeitungen würden später xyz titeln" hatten für mich einen eher reißerischen Charakter und ich wäre gut ohne sie ausgekommen - ein bisschen haben sie die Authentizität des Buches verletzt.

Mein Fazit: Ein sehr beeindruckendes Buch, das durch einen einfachen Sprachstil besticht. Wer einen reißerischen Teenager-Roman sucht, ist hier an der falschen Adresse, wer es atmosphärisch mag und sich gerne auf Gruppenprozesse einlassen mag (à la "Die Welle"), der sollte hier mal reinlesen.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

al kahnau, x-reihe, es breitet sich aus

Es breitet sich aus

A.L. Kahnau
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 30.05.2016
ISBN 9783741236723
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Wir befinden uns immer noch in Kreuztal inmitten der ausgebrochenen Zombieapokalypse und wir sind immer noch mit denselben Personen unterwegs, mit denen wir aufgebrochen sind (einige "personelle Schwankungen" inklusive, versteht sich^^). Es wird jedoch klar, dass Mila und Co. ihre Bastion in der Schule nicht ewig halten können, denn in diesem Buch wird langsam klar, dass die Zombies nicht das einzige Problem der Schüler ist - der Hunger stellt sich ein.

Das wirklich Bestechende an dieser Buchreihe ist der Sprachstil der Autorin - obwohl Mila noch sehr jung ist und nicht immer auf die klügste Weise handelt, musste ich nicht ständig die Augen verdrehen über die Tollpatschigkeit der Protagonistin, da wurde vielmehr ein gutes Mittelmaß getroffen. Wer horrormäßige, knallharte Spannung sucht, ist hier falsch - genau so aber auch jemand, der die klischeehaften Teenie-Handlungsverläufe möchte. Ich glaube, dass die Autorin mit diesem Spagat ziemlich genau den Zahn der Zeit trifft.

Auch spannend ist der Umstand, dass wir nicht mehr nur die Komponenten "Überleben", "Flüchten" und "Wo steckt meine Familie" in der Geschichte haben, sondern auch ganz pragmatische Probleme neu entdecken - so zum Beispiel den Hunger oder auch den Umgang mit Verlust...
Der mysteriöse Dante bringt hier auch noch eine Dynamik rein, die ich noch nicht ganz verstanden habe - ist er gut? Ist er böse? Und wie zum Henker hängt da die Regierung mit drin?
Also irgendwas ist da verflixt faul und es macht nicht nur Spaß, mit Mila und ihren Freunden mitzufiebern, wie sie immer neue Situationen meistern müssen, sondern auch das Große Ganze setzt sich im Hintergrund zusammen und ich persönlich konnte meinen miträtselnden Kopf gar nicht mehr ausschalten (Überraschung: Auf die Lösung des Ganzen bin ich trotzdem nicht gekommen -.-).

Mein Fazit: Diese Reihe macht hochgradig süchtig! Das Buch habe ich schon nach ein paar Stunden weggelesen und es schreit laut nach mehr. Es vereint moderne Jugendliteratur mit ganz klassischen Zombieroman-Motiven der Achtziger, einfach nur gut. Wo ist der nächste Part??

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(24)

31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

florian c. booktian, actio, krimi, lustig, abenteuer

Auseinandergelebt

Florian C. Booktian
E-Buch Text: 301 Seiten
Erschienen bei null, 14.12.2016
ISBN B01N5FSF6W
Genre: Sonstiges

Rezension:

Leon ist schon sein Leben lang das, was man wohl positiv einen "Lebenskünstler" nennen würde (negativ wäre das dann der "verplante Chaot"). Dieses Lebenskünstlertum betrifft auch die Beziehung zu seiner Freundin Carina - doch als sie ihm ein Ultimatum stellt, sieht sich Leon mit seinem besten Freund Otis auf einmal der Art Herausforderung gegenüber, die nicht mal er sich hätte träumen lassen. Gewaltbereite Polizisten, gleich mehrere Leichen und eine Verfolgungsjagd, die sich gewaschen hat.

Warum mich das Buch zu Beginn so verwirrt hat? Naja, es hat irgendwie von allem ein bisschen - es ist witzig, dramatisch und auf den ersten Seiten definitiv KEIN Krimi, wie meine Kurzbeschreibung das jetzt erahnen lassen könnte. Ich wusste nicht so richtig, wo der Autor mit mir hin wollte, das hat mich irritiert. Wenn allerdings die Richtung später klar ist, bekommt man bei diesem Buch einen unheimlich schrulligen Humor (meine Ma würde sagen "typisch 80er") - ein bisschen vulgär, ein bisschen absurd, aber ursympathisch und einfach zum Wegwerfen komisch.
Der Handlungsverlauf war für mich auch überhaupt nicht vorhersehbar und hat mich immer wieder mit lustigen Twists überrascht (lustige Notiz am Rande: Fast immer war so, dass ich mich gerade über die absurde Story aufregen wollte, als die gerade gelesene Seite mich aufklären könnte - der Effekt war wirklich gruselig zuverlässig!). Er war unheimlich rasant und actionreich, Otis und Leon sind wirklich ein Gespann, mit dem ich im richtigen Leben wirklich lieber nicht befreundet sein möchte, sie kommen auf die verrücktesten Ideen ;)! Mit Carina konnte ich mich da schon besser direkt identifizieren, aber damit spielt der Autor auch ein bisschen.

Mein Fazit: Ein unheimlich schrulliger, urkomischer Roman, der einen mitreißen kann, wenn man sich denn darauf einlässt. Ich gebe zu: den Humor muss man mögen - ich persönlich stehe da allerdings total drauf, weil es endlich mal was anderes und nicht der immer gleiche "Ich bin total unbedarft und stolpere in einen ernsten Fall, in dem ich der Polizei die ganze Arbeit abnehme"-Ermittlerfall ist. Großartige Abwechslung!

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208 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

fantasy, jugendbuch, auf immer gejagt, erin summerill, königreich der wälder

Auf immer gejagt (Königreich der Wälder 1)

Erin Summerill , Nadine Püschel
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.04.2017
ISBN 9783551583536
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Tessas Vater ist der Kopfgeldjäger des Königs. Ein zugegeben nicht ganz ungefährlicher Job, das muss auch Tessa feststellen, als ihr Vater eines Tages von einem Auftrag nicht mehr heimkehrt... Um den Mörder zu finden und in ihr altes Leben als Fährtenleserin zurückkehren zu können, lässt sich Tessa auf einen Deal ein, der sie auf die Spuren ihrer Vergangenheit bringt.

Das Buch kommt im wunderschönen Kleidchen daher, da hat jemand wirklich alles gegeben - in die Optik KANN man sich ja nur verlieben. Aber ich will nicht weiter schwärmen und lieber zum Inhalt kommen.
Wir haben hier eine wirklich superklassische Jugendfantasy-Geschichte. Die Elemente sind: Abenteuerreise, Magie, (erste) Liebe und Suche nach der eigenen Persönlichkeit. Das Ganze wird dann nach dem literarischen Motiv der Heldenreise (ein typischer Handlungsverlauf, der sich in vielen Büchern und Filmen findet) verarbeitet und gipfelt in einer dramatischen Wendung, die auf den zweiten Teil der Trilogie neugierig machen soll.

Ihr ahnt es: Ich bin nicht übermäßig begeistert. Die Welt, in der wir uns bewegen, ist etwas Besonderes - zwei Länder, die im Streit stehen, ob Magie nun etwas Gutes oder Verbotenes sein soll und die Abenteuer im Wald bieten großartige Gelegenheiten für spannenden Buchstoff. Die raubeinigen Charaktere, denen wir in mittelalterlichem Umfeld begegnen, machen Lust auf mehr. Auch der Schreibstil macht Spaß, es gibt kleine Besonderheiten, wie zum Beispiel den Fluch "Pfeffer und Salz!", den Tessa immer wieder ausspricht.
Allerdings ist die Handlung doch ziemlich vorhersehbar, Andeutungen, die gemacht werden, lassen leicht die richtigen Schlüsse ziehen und die Verhältnisse zwischen den Charakteren basieren auf diesem typischen "Ich bin grundlos total sauer auf dich und bringe mich dadurch jetzt in kolossale Schwierigkeiten" - Verhalten. Handlungen sind stellenweise nicht nachvollziehbar und die große Katastrophe hat mich noch nicht mal ein kleines Bisschen überrascht (weil ich eben das Motiv der Heldenreise kenne und hier sofort erkannt habe). Ganz furchtbar anstrengend wurde dann für mich die Liebesgeschichte, die aus einem ständigen Hin und Her besteht - beide wollen sich, keiner macht den ersten Schritt und als es dann so weit ist, ist irgendwie doch wieder alles doof. Nerv! Aber hier muss man der Fairness halber auch sagen, dass ich mit Verliebtheit in Büchern ohnehin eher nicht so gut kann...

Alles in allem ist "Auf immer gejagt" ein netter Jugendfantasyroman in einer wirklich spannenden Welt. Die vorhersehbare Handlung und die stellenweise nervigen Charaktere haben ihn mir allerdings ein bisschen madig gemacht - ich hatte hier einfach mehr erwartet.
Dieses Buch ist was nett Seichtes für den Strandurlaub, würde ich sagen.

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

mecklenburg, organist, rollstuhlfahrer, verbitterung, peer wesendon

Erntedank in Vertikow

Frank Friedrichs
Flexibler Einband: 302 Seiten
Erschienen bei DichtFest, 26.11.2016
ISBN 9783946937203
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Tachschön!"

Peer Wesendonk sitzt seit kurzem im Rollstuhl. Keine einfache Sache, wenn man mitten in Mecklenburg im dorfigsten Dorf aller Zeiten lebt und von Beruf Organist ist. Seiner Existenz und seiner Aufgabe beraubt, versinkt Peer in seinem umgekrempelten Alltag, der von Mitleid und Präsentkörben geprägt ist. Doch dann passiert etwas Ungewöhnliches in Vertikow und Peer beschließt, dem "Verkehrsunfall" seiner Nachbarin Frau Kuhn auf den Grund zu gehen...

Klingt jetzt nach der klassischen "Zivilperson pfuscht den Behörden in ihre Ermittlungen, weil sie sich wichtig fühlt und am Ende war's der Gärtner"? Ist es aber nicht ;).

Zwei Dinge weiß ich an Krimis (und ich bin echt keine wahnsinnig begeisterte Krimileserin) wirklich zu schätzen:
1. Wenn die Umgebung stimmt und man sich direkt ins Umfeld des "Ermittlers" wünscht. Auch wenn das Dorf Vertikow erstmal so gar nicht hinwünschenswert klingt, schafft es der Autor, die Dorfgemeinschaft als so verbunden darzustellen, dass man unbedingt auch mitreden will. Und das, obwohl in jeder Konversation klassisch Nordlicht-mäßig nur gefühlte drei Worte fallen.
2. Wenn der Ermittler Klasse hat. Peer ist nicht dieser überengagierte, grünschnablige Besserwisser - er hat einen Hang zur Grummeligkeit und sucht eben nach einer Aufgabe. Die Ermittlung ist für ihn nicht das Mittel, um im Rampenlicht zu stehen (auch wenn man das manchmal meinen könnte), sondern ein bisschen Selbstschutz. Ich konnte ihn so gut verstehen - in jeder Hinsicht.

Dazu kommt, dass der Rollstuhl wirklich mal eine ganz andere Komponente mit in diesen Krimi bringt. Wie viele Detektive kennt ihr, die sich von drei Treppenstufen vor dem Eingang einer Kneipe von der Spurensuche abhalten lassen müssen?
Obwohl die Handlung in sich abgeschlossen ist, der Fall also zu einem Ende kommt, entsteht hier eine Krimireihe. Ich bin wirklich gespannt, wie es der Autor plausibel erklären möchte, dass im beschaulichen Vertikow NOCH ein Kriminalfall zur Ermittlung frei ist. Hier im ersten Band nehme ich Peer seine Rolle auf jeden Fall absolut ab.
Achja, eins noch - erwartet nicht, dass es in diesem Krimi nicht rasant zur Sache geht, nur weil der Protagonist eingeschränkt beweglich ist! Langweilig war "Erntedank in Vertikow" weiß Gott nicht und im Showdown habe ich ziemlich geschwitzt.

Von mir bekommt das Buch eine Empfehlung - eingeflauscht auf dem Sofa mit Tee liest es sich meiner Meinung nach am besten. "Erntedank in Vertikow" zeichnet sich aus durch Sprachwitz, ein klein wenig Schrulligkeit, Spannung und eine kleine Lektion in Sachen Dorfleben für alle Eingeweihten und Zugezogenen ;). Ich freu' mich schon auf den nächsten Band mit Peer!

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Kitty Kathstone Band 2

Sandra Öhl
E-Buch Text
Erschienen bei null, 30.03.2017
ISBN 9783950400380
Genre: Sonstiges

Rezension:

Er ist da!! Der zweite Band von Kitty Kathstone ist endlich da - ich hab' mich gefreut wie ein Schnitzel (oder eine Banshee?) als ich die gute Nachricht erfahren habe.

Wir kehren zurück aus dem Pergamonmuseum, doch Kittys Welt will einfach nicht so recht aufhören, sich zu überschlagen und sie mit immer neuen Geheimnissen zu konfrontieren. In diesem zweiten Band erfahren wir mehr über ihr großes Familiengeheimnis, über eine Besonderheit, die sie ganz speziell in sich trägt und - Halleluja! - auch über unseren überaus charmanten, britischen Erzähler, Sir Larry den Saluki.

Viele, viele Fragen werden so beantwortet, aber die Welt, die Sandra Öhl sich aufgebaut hat, ist dermaßen bunt und schillernd, dass ich wohl noch zwanzig Teile von Kitty Kathstone lesen müsste, um wirklich alles zu erfahren. Ein Beispiel? Hier wie in Band 1 hat man nicht nur das Buch vor der Nase - auch Literaturtipps, Musikempfehlungen von der Protagonistin persönlich, Buchtrailer, ein eigenes Grafikdesign... Der große Reiz an diesem Buch ist es, dass man es mit in seinen Alltag nehmen kann und das macht einfach unheimlich viel Spaß, weil Kitty auf einmal überall ist :).

Der Sprachstil ist gewohnt jugendlich und leichtgängig und voller Sprachwitz - spricht Kitty, möchte man ihr am liebsten so manches Mal die Hand vor den Mund schlagen, Sir Larry dagegen führt sehr gentleman-like durch die Geschichte und hat eine sehr nüchterne Sicht auf die Dinge. In den Kapiteln, in denen seine eigene Geschichte erzählt wird (wir erfahren endlich, wie er zum Hand -ehm- Saluki wurde!), wird es allerdings auch ziemlich emotional und ich habe tatsächlich an dieser einen speziellen Stelle einige Tränchen verdrücken müssen...!

Der Handlungsverlauf ist ebenso rasant, wie im ersten Teil. Wir fangen mit dem Lüften diverser Geheimnisse an, fahren fort mit fast schon kriminalistischen Ermittlungen und enden mit einem actiongeladenen furiosen Finale! Dabei wird keine noch so weite Reise gescheut und man hat auch als Leser das Gefühl, die Welt ein bisschen mehr kennenzulernen.

Ich habe es schon in meiner Rezension zu Band 1 kurz angeschnitten - Kitty hat ein "Problem", man kann sie zweimal lesen. Auf der einen Seite ist es ein sehr flippig-jugendlich geschriebenes Buch mit einer jungen Protagonistin. Auf der anderen Seite werden viele englische Begriffe verwendet und Filme angesprochen, die ich klasse fand, als ich so 14 war (Mensch, bin ich alt...). Ich finde, das muss man wissen, um sich richtig darauf einlassen zu können.
Dann ist Kitty Kathstone aber ein herrlich turbulent-witziger Roman voller Witz und Charme und einer bunten Welt, aus der ich persönlich nicht mehr so richtig auftauchen kann.
Der zweite Band hält dabei absolut das Niveau seines Vorgängers und lässt viele Fragen offen, ohne frustrierend zu sein (etwa weil man nichts Neues erfahren hätte). Das hat mich hier einfach wieder aufs Neue begeistert und ich kann mich nur immer wieder wiederholen, wenn ich sage, dieses Buch ist großartig und ich hoffe, wir werden noch mächtig gewaltig viel von Kitty und ihren Freunden hören :).

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graphic novel, bestseller, deutsche krimireihe, comic, gereon rath

Der nasse Fisch

Arne Jysch , Volker Kutscher
Fester Einband: 216 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.03.2017
ISBN 9783551782489
Genre: Comics

Rezension:

Gereon Rath hat Mist gebaut. Nur durch die guten Beziehungen seines Vaters hat er seinen Job bei der Polizei nicht verloren, sondern wurde nur ins Sittendezernat in Berlin versetzt - eine glorreiche Karriere steht ihm aber damit wohl nicht mehr ins Haus. Allerdings ist da noch dieser hochinteressante Mordfall, der ihn so überhaupt nichts angeht...

Der Graphic Novel ist einem Krimiroman von Volker Kutscher nachempfunden - er ist hervorragend recherchiert und versetzt einen total stimmungsvoll ins Berlin der 20er Jahre. Überall Hüte, alle rauchen, die Autos, die Gebäude, die kriminalistischen Methoden, die Ansichten...! Ich fand es einfach nur klasse, in diesen Zeitgeist einzutauchen und einen Kriminalfall der GANZ alten Schule mitzuverfolgen.

Der ist dabei überraschend wendungsreich und tiefergehend, als man es für diese Comic-Form erwarten würde - innerhalb eines Nachmittags hatte ich das Buch komplett durchgelesen/-geschaut, weil ich es nicht weglegen konnte.

Der Zeichenstil ist Skizzenartig und eher selten so detailreich, wie auf dem Cover abgebildet. Das ist allerdings kein Negativpunkt, sondern bringt irgendwie Dynamik und Tempo in die Bilder (okay, die Formulierung ist merkwürdig, ich geb' das zu!). Es wird nie langweilig, auch weil man ganz klassisch mit unserem Hauptermittler mitdenken kann. DEN fand ich allerdings so gar nicht sympathisch - er ist ein kleiner Egomane, kann eine Menge "Frauengeschichten" erzählen und scheint lieber hintenrum zu agieren, als die Konfrontation zu suchen. Irgendwie gehört das zu dem Fall aber auch dazu und ich habe mich nach dem "Woah, schon auf den ersten paar Seiten Geschlechtsverkehr!" schnell in seine Rolle reingelesen. Zum Fall und in seine Zeit passt er, mich hat er allerdings zwischenzeitlich dezent aufgeregt und ich habe ihm den ein oder anderen Rückschlag ein bisschen gegönnt :P! Scheinbar funktioniert er in der Krimireihe allerdings als Protagonist, es gibt zur Zeit gleich fünf seiner Fälle auf dem Buchmarkt.

Alles ein allem ein superspannender und sehr atmosphärischer Graphic Novel, den ich an dieser Stelle sehr gerne empfehle - klasse!

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

liebe, tod, meerjungfrau, märchen, gefühle

Die kleine Meerjungfrau

Hans Christian Andersen , Anton Lomaev
Fester Einband: 44 Seiten
Erschienen bei Wunderhaus Verlag, 24.02.2017
ISBN 9783946693017
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Das Märchen von Hans Christian Andersen dürfte ja allseits bekannt sein - aber Vorsicht: Mit der kleinen Arielle von Disney hat es nicht besonders viel zu tun. In dieser Ausgabe erwartet uns das dramatische "Meerschaum-Ende", Kenner wissen Bescheid. Das bedeutet zwar ein Happy End, aber eben irgendwie um die Ecke. Ich persönlich finde es superwichtig, diese originalen Märchen zu kennen und hege und pflege noch heute meine Hauff-Märchen-Sammlung (noch eine Spur düsterer ;)).

Ich will hier auch gar nicht viele Worte über die Handlung verlieren - das Besondere dieses Buches sind nämlich die bezaubernden Illustrationen! Diese sind unglaublich detailreich und - was mich besonders anspricht - sehr farbenfroh präsentiert. Der Illustrator hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet. Der überwiegende Teil der Bilder ist eng um den Text herum angeordnet, man hat also einerseits die Textblöcke zum Vorlesen und andererseits die Bilder im Umlauf - der Text wird also nicht aufgelockert, die Übersicht gewahrt. Das geht aber nicht auf Kosten des Detailreichtums! Kinder werden hier schon fast mit wimmelbildartigen Illustrationen beglückt (zu entdecken gibt es zum Beispiel kleine Krabben unten im Bild oder auch mal den klassischen großen Fisch, der einen kleinen frisst).

Erwähnenswert ist auch der Umstand, dass die Bilder ausgesprochen nah am Text sind - wird von Perlen auf dem Palastdach gesprochen, oder von Austern als Schwanzflossenschmuck, so findet man diese immer auch auf den nebenstehenden Bildern wieder. Auch die düsteren Passagen (der Besuch bei der bösen Meerhexe) sind stimmungsvoll verpackt und ein Pluspunkt, den ich hier sehe: Es wird nichts verniedlicht oder stark geschönt dargestellt - die Meerhexe ist nunmal eine finstere Person und stiehlt der kleinen "Meerjungfer" nunmal ihre Zunge (ja, die Zunge - sie sperrt nicht ein leuchtendes Lichtlein in einer Muschelschale ein). Sie darf also dementsprechend auch fies aussehen.

Ein letzter Punkt: Das Buch ist relativ dünn, dafür aber sehr großformatig gedruckt - zugunsten der Bilder, nicht der Schrift. Zum Vorlesen ist es also ideal (lässt sich prima auf den Schoß legen und die Kinder können mitgucken), in meinem Bücherregal ist es doch etwas sperrig - es steht darum obenauf, damit es auch jeder gleich bewundern kann ;)!
Insgesamt kann ich sagen, dass mir mit dieser wunderschönen Ausgabe der kleinen Meerjungfrau das wohl am schönsten illustrierte Buch ins Haus geflattert ist, das ich überhaupt besitze. Ob ihr jetzt (wie ich) einfach Märchenfans und Freunde der tollen Bilder seid, oder ob ihr das Buch tatsächlich zum Vorlesen und "Zerleben" verwenden wollt - ich kann es euch guten Gewissens und mit Begeisterung empfehlen, einfach nur schön!

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giebele, mobbing, schule, alltag, gymnasiu

GYMNASIUM

Susanne Giebeler
Flexibler Einband: 292 Seiten
Erschienen bei tredition, 07.03.2017
ISBN 9783734582158
Genre: Romane

Rezension:

Hauptsächlich begleiten wir in diesem Buch Alex - Alex soll nach den großen Ferien auf's Gymnasium gehen und sich seine Schule selbst aussuchen. Weil er von der riesigen Löwenstatue vor einem der Gymnasien so beeindruckt ist, entscheidet er sich ausgerechnet für diese. Und so nimmt das Unheil seinen Lauf...

"Gymnasium" ist ein Generationenroman - er handelt von verzweifelten Schülern, Eltern, die in ihren Kindern das Allerbeste, Allertollste sehen, und Lehrern, die die Illusion verloren haben, dass man in ihrem Beruf Gutes bewirken könnte. Das klingt jetzt, als sei das Buch ein unheimlich tristes und hoffnungsloses - allerdings schafft es die Autorin durch ihren cleveren Sprachwitz, bestimmte Situationen so amüsant darzustellen, dass ich manches Mal laut kichern musste. Zwischen Passagen, die einen wirklich in Erinnerungen haben schwelgen lassen und mich doch sehr zum Nachdenken bewegt haben, gab es so auch wirklich unterhaltsam-komische Stellen. Dieses Wechselbad der Gefühle hat auch dafür gesorgt, dass ich das Buch unheimlich schnell durchlesen konnte.

Der Roman ist ein sehr erwachsenes Buch und man muss sich auf die Thematik (Wille zum gesellschaftlichen Aufstieg, Erniedrigung anderer, Wunsch nach Anerkennung) einlassen können und dafür in der Stimmung sein. Dennoch ist "Gymnasium" erfrischend anders und ich mochte es wirklich sehr, mich in diese schulische Situation wieder reinzudenken und auch die Seite der Lehrer mal nachvollziehen zu können. Die Überspitzungen im Buch sind dabei auf fast abstruse Weise NICHT abwegig, sondern lassen einen die Rolle des schockierten Beobachters einnehmen. Obwohl die genannten Thematiken im Mittelpunkt des Romans stehen, gibt es auch eine übergeordnete Handlung, die sich zunehmend zuspitzt, das bringt die nötige Spannung mit rein.

Insgesamt haben wir hier ein durchweg empfehlenswertes Buch, das mich durch seine Vielseitigkeit beeindruckt hat. Wirklich klasse!

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577 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 88 Rezensionen

panic, angst, mutproben, spiel, freundschaft

Panic - Wer Angst hat, ist raus

Lauren Oliver , Katharina Diestelmeier
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.11.2014
ISBN 9783551583291
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jedes Jahr in den großen Ferien können Schüler der Abschlussklasse an Heathers Schule an einem Spiel teilnehmen - "Panic" besteht aus einer Reihe tödlicher Mutproben, deren Gewinner eine stolze Geldsumme mit nach Hause nehmen kann. Heather hatte eigentlich nie vor, bei Panic mitzuspielen, aber als es um den Sprung von einer Klippe geht, der als Anmelderitus dient, sieht sie sich auf einmal selbst auf dem Felsen stehen...

Das Buch ist unheimlich eingängig geschrieben und lässt sich prima "zwischendurch" weglesen - die Geschichte erinnert ein klein wenig an "Nerve", allerdings ist die Sicht der Dinge unter mehreren Personen aufgeteilt und nicht auf Heather konzentriert. Wir lernen die Motive unserer Protagonistin Heather, ihrer besten Freundin Natalie, und Dodge kennen - diese Motive machen auch den eigentlichen Reiz der Geschichte aus. Wofür bin ich bereit, mein Leben zu opfern? Was ist mir im Leben wichtig? Wo will ich hin?
Keiner der Jugendlichen hat eine einfache Vergangenheit, alle hätten einen guten Grund, das Geld gewinnen zu müssen und diese dramatischen Beweggründe sind unheimlich berührend und emotional dargestellt, das hat eine sehr realitätsnahe Komponente in das Buch mit hineingebracht.

Leider ging das auf Kosten der eigentlichen Prüfung - "Panic". Die spannenden (und wirklich kreativen) Aufgaben waren teilweise nicht so ausgeschmückt, wie sie es verdient hätten, und so blieb teilweise die Spannung aus. Auch einige Wendungen schienen mir vorhersehbar, das sorgte für Stellen im Buch, die ich mit neutraler Stimmung und ohne den "Ich muss sofort wissen, wie es weitergeht!"-Effekt gelesen habe.

Das alles hat meinem Lesevergnügen aber keinen Abbruch getan - "Panic" ist ein unterhaltsames, teilweise emotionales Buch, das ich wirklich gerne gelesen habe. Dafür waren ein lockerer Schreibstil, sympathische Charaktere (ohne das lästige Rumgejammer bei jeder Gelegenheit) und eine tolle Idee für die Handlung verantwortlich. Das perfekte Buch zum Abschalten im Osterurlaub :).

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

matthias teut, scheltar, elben, elemente, urda

Erellgorh - Geheime Wege

Matthias Teut
E-Buch Text: 406 Seiten
Erschienen bei DichtFest, 15.02.2017
ISBN B01MY4XTM9
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nach einer langen und beschwerlichen Reise sind unsere Helden und ihre Begleiter endlich am vorläufigen Ziel ihrer Reise angelangt und begegnen sich zum allerersten Mal. Es fragt sich jetzt allerdings, wie ihr Schicksal zusammenhängt und was die sagenumwobene Stadt Erellgorh mit ihrer Aufgabe zu tun hat...

Ich hatte nach dem Auftakt der Reihe (Geheime Mächte) enorm hohe Erwartungen, weil mir das Buch wirklich unfassbar gut gefallen hat.
Den sprachlichen Stilmix zwischen epischer Highfantasy und lockerleicht-lesbarem Jugendroman schafft der Autor auch in diesem Teil wieder spielerisch. Thematisch könnte der zweite Teil von "Erellgorh" aber unterschiedlicher nicht sein. Während der Leser im ersten Teil noch behutsam in die Welt der drei Protagonisten eingeführt wurde, deren Geschichte und Wesen kennenlernen durfte, überschlagen sich im zweiten Teil die Ereignisse. Hier geht es jetzt richtig zur Sache - wir reden von riesigen Feuerbällen, epischen Schlachten, Städten, die belagert werden und mittendrin unsere (wirklich nicht zu beneidenden) Schicksalsträger.
Das Buch bleibt durch diesen Schwenk sowie durch die Einführung neuer (wunderbarer!!) Charaktere lebendig, ich bin sogar endlich mit dem armen Atharu warmgeworden, der in diesem Teil mit Ecken und Kanten daherkam. Die Charakterentwicklung ist wirklich eine ganz große Stärke dieses Romans. Auch wird das Universum, die Welt Jukahbajahn, immer detailreicher präsentiert, Zusammenhänge ergeben sich und man trifft auf alte Bekannte aus dem ersten Buch, mit denen man vielleicht gar nicht gerechnet hätte.
Insgesamt ist Erellgorh, Geheime Wege kein bloßer "zweiter Teil", sondern hat auf seine ganz eigene Weise einen ganz eigenen Charme.

Chapeau, lieber Matthias Teut, das ist Erzählkunst auf ganz hohem Niveau! Ich wünschte nur, der dritte Teil läge schon auf meinem Nachttisch, dieser Reihe bin ich absolut verfallen.

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54 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

freundschaft, träume, jugenbuch, vergessen, tod

Vergessene Kinder

Luna Darko
Flexibler Einband
Erschienen bei Community Editions, 16.03.2017
ISBN 9783960960027
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch ist anders. Es erzählt eine Geschichte, aber nicht nur mit Worten - einen Großteil der Erzählung bilden Zeichnungen, handschriftliche Notizen, Sticker und Kritzeleien. Und noch etwas ist anders. Die Autorin ist eine populäre Youtuberin. Ich persönlich hatte ihren Namen nie zuvor gehört und war etwas überrascht, als ich auf ihren Youtube-Kanal "kitthey" gestoßen bin.
In "Vergessene Kinder" geht es hauptsächlich um Pia. Pia hat, nachdem ihr bester Freund Momo sich umgebracht hat, das Leben satt und kann mit der Trauer, die sie empfindet, nicht umgehen. Als sie Tom trifft, merken die beiden Außenseiter ziemlich schnell, dass sie sich sehr gut ergänzen und Pia sieht, dass sie auch selbst jemand ist und sich nicht verstellen muss, um bei sich selbst anzukommen.

Die Autorin hat das Buch mit 16 Jahren geschrieben. Das merkt man - der Schreibstil ist schlicht, die Erfahrungsberichte von Pia und besonders ihre handschriftlichen Tagebucheinträge sind sehr theatralisch gehalten. Hatten wir nicht alle diese Phase, in der das Leben keinen Sinn hatte (bei mir war das übrigens die Linkin Park - Phase^^)?
Eine wirklich tiefgründige Handlung lässt das Buch dabei vermissen - es besteht hauptsächlich aus den emotionalen Ergüssen der Protagonistin, der Sinneswandel erfolgt abrupt und für mich wenig nachvollziehbar.

Ich kann mir vorstellen, dass das Buch bei jüngeren Lesern um die 16 extrem gut ankommt, weil es ihnen aus der Seele spricht, weil es sich um eine Protagonistin dreht, die auf Sinnsuche ist, die sich auch ein Stück weit selbst ausprobiert. Es geht unter anderem auch um Drogenkonsum, um emotionale Abhängigkeit, um Essstörungen - alles allerdings zu wenig überzeugend transportiert, als dass ich es der Autorin abnehmen würde. Das ist besonders bei dieser sensiblen Thematik nicht unproblematisch.

Um jedoch fair zu bleiben: Die Gestaltung des Buches hat mich wirklich umgehauen. Die Skizzen zwischen dem Text (teilweise wird Text überdeckt, was das ganze für mich noch authentischer Tagebuch-artig macht) zeugen von großartigem zeichnerischem Können, die Sticker passen in Pias Lebenswelt und die vielen kleinen Details - Songempfehlungen je nach Stimmung, angepasst lokalisierte Seitenzahlen - machen das Buch zu einem totalen Hingucker. Meinen Respekt an den Verlag, dass sich das Team auf so ein Experiment eingelassen hat.

Inhaltlich habe ich mich allerdings leider geärgert, auf die Werbungsmaschinerie einer der großen Youtuberinnen hereingefallen zu sein. Schade, die Idee war wirklich grandios.

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49 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

thriller, vergangenheit, tod, rache, schule

Girl With No Past

Kathryn Croft , Barbara Müller
Flexibler Einband
Erschienen bei INK ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 16.02.2017
ISBN 9783863961015
Genre: Romane

Rezension:

Leah führt ein zurückgezogenes Leben, meidet den Kontakt zu Menschen, lebt eigentlich nur für ihre Arbeit in der Bibliothek und hat ein finsteres Geheimnis. Ihr mühsam zusammengebautes Kartenhaus droht jedoch in sich zusammenzustürzen, als sie an diesem einen, ganz besonderen Jahrestag eine Karte im Briefkasten hat. Darin nur ein kurzer Kommentar und ihr Name...

Ich bin mir nicht sicher, ob sich das Buch überhaupt als Thriller einordnen lässt. Die Handlung verläuft sehr ruhig und man ist eigentlich mehr durch das Rätselraten gepackt, als durch greifbare Spannung. Der eigentliche "Thriller" verläuft nämlich, wie oben bereits angedeutet, auf psychologischer Ebene.

Leider äußert sich das in der ersten Hälfte des Buches durch die ewigen Textpassagen der Art "Wenn er/sie/es mein Geheimnis kennen würde, würde er/sie/es mich hassen", "Aber durch meine finstere Vergangenheit kann ich es mir nicht leisten, xyz zu machen" oder "Wie kann ich überhaupt xyz, wenn ich doch der schlechteste Mensch auf der Welt bin".
Es ist legitim, das finstere Geheimnis der Protagonistin vorerst geheim zu halten, das geht jedoch meiner Auffassung nach auch eleganter. Zwischenzeitlich ist mir Leahs Geheimniskrämerei und ihr Selbstmitleid wirklich auf die Nerven gegangen.

Gelungen fand ich dagegen die Zeitsprünge in Leahs Vergangenheit (unterteilt nach Kapiteln), das hat dann schon eher Spannung aufgebaut und ließ mich gerne mal "nur noch das eine Kapitel" lesen. Auch der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und ich fand es so gar nicht schlimm, dass die Handlung eher leise verlief und weder wilde Verfolgungsjagden noch blutige Kämpfe darin vorkamen. Das war dann doch wieder sehr "Gone Girl".

Abschließend: Mal was anderes! Das Buch spielt auf einer ganz anderen Ebene, als der klassische Psychothriller und das mochte ich. Leider konnte ich die Handlungen der Protagonistin stellenweise nicht nachvollziehen und sehr, sehr schade war auch, dass ich die Auflösung am Ende schon riechen konnte, als Leahs düsteres Geheimnis noch gar nicht aufgedeckt war (geschweige denn ihr Verfolger). Dabei schreibt die Autorin im Nachwort sogar ganz sympathisch, dass sie hofft, mich mit den Wendungen des Buches überrascht zu haben. Ein schön geschriebenes Buch, das mich leider nicht vollends überzeugen konnte.

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127 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

sekte, carlsen, anführer, liebe, natur

Hier musst du glücklich sein

Lisa Heathfield , Birgit Schmitz
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 22.12.2016
ISBN 9783551583383
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Pearl führt seit ihrer Geburt ein abgeschottetes Leben. Die Gemeinschaft, in der sie lebt, und ihr Oberhaupt "Papa S." halten sich von der Außenwelt fern und leben und arbeiten auf einem kleinen Hof mitten in der Natur, die sie verehren. Kontakt zur Außenwelt ist verboten, alles Unnatürliche ebenso. Als sich Ellis, ein Junge in Pearls Alter, und seine Familie der Gemeinschaft anschließen, gerät in Pearls Weltbild so einiges durcheinander...

Das Buch ist aus der Sicht von Pearl verfasst - sie ist ein sehr naives, weil unerfahrenes junges Mädchen und noch viel mehr Kind, als Erwachsene (oder Jugendliche). Das macht es zeitweise unheimlich anstrengend, ihren Gedanken zu folgen, man möchte sie die ganze Zeit gedanklich anstupsen und Justus Jonas-mäßig die Lösung zu ihren Wahrnehmungen präsentieren! Andererseits hat diese Sicht den interessanten Effekt, dass man eben in Pearls Beobachtungen unheimlich viel hineininterpretieren kann - was zeitweise mit Blick auf die Männer der Gemeinschaft wirklich widerlich ist...

Diese Interpretationsfreiheit macht die Geschichte sehr emotional und obwohl (bis auf ein furioses Finale) gar nicht so viel passiert, hat sie mich unheimlich mitgenommen. Ein bisschen vermittelt das Buch auch, dass es besser ist, Dinge zu hinterfragen und eigene Erfahrungen zu machen - ohne allerdings mit der moralischen Keule um sich zu schlagen oder belehrend zu wirken.

Insgesamt hat diese Geschichte eine sehr melancholische, tiefgehende Art (wenn man denn die Beschreibungen Pearls zu interpretieren versteht - ich kann mir auch vorstellen, dass es auf eine sehr naive, distanzierte Weise gelesen werden kann). Mich hat besonders die Frage sehr beschäftigt, ob es tatsächlich eine "Gemeinschaft" gibt, auf die sich die Autorin mit diesem Buch bezieht - leider bin ich auch nach längerer Suche nicht fündig geworden, ich würde da unheimlich gerne mehr erfahren...

"Hier musst du glücklich sein" schafft einen Genre-Spagat zwischen Jugendbuch und sehr erwachsener Literatur. Wer Fantasy-Elemente oder anhaltende Spannung sucht, ist hier an der falschen Adresse, das Buch bleibt realistisch ohne explizit zu werden und erhält auch nur dadurch seinen sehr emotional-berührenden Charakter.

Meine Empfehlung hat dieses Buch! Auch wenn es nicht ganz ohne ist, hat es mich doch über zwei Tage sehr begeistert, schockiert und traurig gemacht. Sehr gelungen!

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

gay romanc, keltische mythologie, steampunk, fantasy, berlington

Berlingtons Geisterjäger 1 - Anderswelt

Amalia Zeichnerin
E-Buch Text: 273 Seiten
Erschienen bei null, 12.12.2016
ISBN B01N5BZPJK
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Handlung zusammenzufassen, ist bei diesem Buch eine wirklich nicht ganz einfache Aufgabe.

Einen Protagonisten kann ich für dieses Buch gar nicht so richtig benennen. Vielmehr sind wir gleich mit einer ganzen Gruppe ganz spezieller Persönlichkeiten unterwegs im London des Jahres 1887. Unsere Gruppe findet sich zusammen, weil Victor Berlington seine verstorbenen Eltern des nachts immer häufiger bei sich im Schlafzimmer antrifft - als Geister. Und dann kommt alles Schlag auf Schlag...

Das Buch will von Anfang an sehr viel auf einmal. So hatte ich Probleme, mich in die einzelnen Charaktere einzufühlen und zu verstehen, wo die Handlung jetzt eigentlich genau hin will. Bekämpfen wir Geister? Suchen wir zwei vermisste Freunde? Müssen wir uns im viktorianischen London zurechtfinden? Geht es vielleicht doch um die zwischenmenschliche Ebene und uns erwartet eine Liebesgeschichte? Die Antwort ist: ja. Es wird viel hin und her gesprungen zwischen Erzählperspektiven und Handlungssträngen, teilweise wird die so stimmig aufgebaute Atmosphäre gar nicht als Stärke des Romans ausgespielt.
Das Buch ist ein Reihenauftakt, die Autorin MUSS hier also ihre Charaktere einführen und uns eine Welt präsentieren, in die es sich zurückzukehren lohnt - das ist zugegeben im Rahmen eines 270-Seiten-Buches nicht ganz ohne.

Als ich mich dann zurechtgefunden hatte, habe ich mich auch wirklich in jede einzelne der Figuren verliebt! Wie sie gemeinsam agieren, sich verständigen und trotzdem jeder seine eigene Hintergrundgeschichte mitbringt, ist wirklich ein vielschichtiger, fesselnder Aspekt dieser Handlung und ich bin gespannt auf mehr. Was ich auch ganz großartig fand, waren die Horror-Elemente, die immer wieder aufkamen - und da waren die Eltern von Berlington noch ein wahrer Segen ;). Die Geschichte ist an den richtigen Stellen wirklich unheimlich atmosphärisch geschrieben, ich kann mir vorstellen, dass die Reihe damit in den Folgebänden noch so einiges an Suchtpotenzial aufbauen kann.

Für mich war auch der Ausflug in die homo-erotische Romantik-Ecke etwas ganz Neues. Was mich am Anfang noch völlig begeisterte (Uh, homosexuelle Neigungen im viktorianischen Großbritannien, das kann tödlich enden!), wirkte mir nach dem dritten derart zusammengestellten Pärchen dann doch etwas gezwungen. Da hätte mir dann doch die eine Liebesgeschichte gereicht. Allgemein gehen die Protagonisten sehr offen mit ihren Gefühlen um, oft wird nach wenigen gewechselten Sätzen geduzt. Es wird zwar erwähnt, dass das eher ungewöhnlich ist - für eine Zeit, in der Kinder sogar ihre Eltern siezen, finde ich diesen Ausdruck allerdings eher untertrieben.

Alles in Allem haben wir hier einen spannenden Reihenauftakt, der mehr erwarten lässt. Bis hierher ist einfach unheimlich viel Genretypisches und viel Handlung in wenigen Buchseiten verpackt. Ich werde trotz der Kritikpunkte, die ich hier angemerkt habe, die Arbeit der Autorin weiterverfolgen, auch weil sie eine absolut zauberhafte Facebookseite unterhält und mit Fakten über den Steampunk aufwartet. Diese Buchreihe ist wirklich etwas Besonderes!

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