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58 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

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Truly Madly Guilty

Liane Moriarty , Sylvia Strasser
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 25.05.2018
ISBN 9783404176809
Genre: Romane

Rezension:

Erika und Clementine sind beste Freundinnen. Schon immer. Ihre Familiengeschichten sind eng miteinander verknüpft und ihre Ehemänner ebenfalls befreundet. Aus all den Begegnungen der Familien heraus ereignet sich an einem schicksalhaften Abend allerdings ein furchtbares Unglück – und dann tun sich Abgründe auf.

Von der Handlung fühlte ich mich hier ziemlich an „Die Glücklichen“ von Kristine Bilkau erinnert. „Truly Madly Guilty“ ist ein Gesellschaftsroman, in dem nicht die Welt untergeht, oder sich die Ereignisse überschlagen. Vielmehr tun sich nach und nach immer weitere menschliche Abgründe zwischen den Freunden auf. Das ist ein Handlungsverlauf, der es für die Autorin schwer macht, einen Spannungsbogen aufrechtzuerhalten – und wie erwartet lag hier auch für mich die größte Schwäche des Romans.

Immer wieder brauchte ich eine Pause von Wiederholungen und „unheilvollen Ankündigungen“ – der Abend der Grillparty, an dem besagtes Unglück ereignet wird immer wieder wie der Beginn einer neuen Zeitrechnung verkauft, die aus wechselnder Perspektive geschriebenen Kapitel brechen plötzlich ab, es wird mit Zeitsprüngen gearbeitet. In der Mitte des Buches weiß der Leser immer noch nicht, was denn nun vorgefallen ist und ich persönlich war genervt von der künstlichen Streckung des Handlungsverlaufs.

Auch mit den Charakteren hatte ich so meine Schwierigkeiten. Erika und Clementine sind zwei grundverschiedene Personen, deren Differenzen für mich völlig nachvollziehbar waren – nicht so ihre Ehemänner. Sam und Oliver habe ich bis fast zum Schluss des Buches nicht ihren Partnerinnen zuordnen können. Sie waren austauschbar und da beide Frauen so ihre Probleme in ihren Beziehungen haben, konnte ich auch nicht aus dem Kontext schließen, wer da grade verzweifelt und welche Seite unseres Protagonistenkonstrukts grade zusammenbricht.

Insgesamt: Ein etwas langatmiger Gesellschaftsroman, der mich auf den ersten Blick irgendwie auf mehr Interaktion und weniger inneren Monolog hoffen ließ. Nett und durchaus nicht ohne Highlights, aber das hat Kristine Bilkau für mich besser gemacht.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Drei Worte

Sabine Wirsching , Tammi Torpedo
Buch: 456 Seiten
Erschienen bei kladdebuchverlag, 14.02.2018
ISBN 9783945431368
Genre: Romane

Rezension:

Als Milka und Till sich kennenlernen, trifft beide der Schlag. Romantischer, kitschiger, gefühlvoller kann’s nicht werden! Die beiden können nicht mehr ohne einander, sind sich sicher – das ist es. Aber irgendwas stimmt nicht mit Till. Milka sieht sich bald mit einer Seite von ihm konfrontiert, mit der sie nicht umgehen kann. Und so beginnt ein ewiges Auf und Ab. Und was jetzt extrem klischeehaft für das Genre klingt, ist es gar nicht. Nicht die Bohne.

Denn dieser Roman behandelt unter anderem das Thema „Depression“.
Und wow, hat mich das mitgenommen. Denn das Buch kommt eher leise daher, lässt sich Zeit, seinen Lesern die Beziehung zwischen Till und Milka näherzubringen. Lässt sich Zeit, Tills Gedankengänge und Milkas Reaktionen darauf zu erklären. Und das ist unheimlich wichtig. Denn Depressionen sind eine Krankheit, mit der man sich nicht mal eben zwischen Tür und Angel auseinandersetzt, das man mithilfe von Stereotypen und mittelmäßiger Recherche abfrühstücken könnte. Und so konnte ich mich besonders mit Milka großartig identifizieren.
Der Autorin ist es unheimlich elegant gelungen, mich – die ich immer dachte, ich könnte das einfach nicht nachvollziehen, weil es mich nicht betrifft – in diese Gefühlswelt reinzuziehen. Dazu trägt auch die zwischen beiden Protagonisten wechselnde Erzählperspektive bei. Und letztendlich wird klar, warum Milkas verzweifelte Versuche, Till „wieder fröhlich zu machen“ völlig inkompatibel mit seinen Gedankengängen sind. Denn Till ist nicht einfach traurig.

Parallel zu all diesen Irrungen und Wirrungen konfrontiert uns „Drei Worte“ auch mit dem Leben, Feiern, der Musik (!) und den Problemen aller handelnden Personen – klingt viel, sorgt aber zwischen dem doch sehr ernsten Tonus für eine große Neugier auf die nächsten Seiten.
„Drei Worte“ ist eine Liebeserklärung an die Stadt Berlin. Milka und Till treffen sich und leben in Berlin, sie besuchen Orte innerhalb des Stadtgebietes, die man als Berliner kennen würde, als Außenstehender mindestens mal gehört hat. Im Nachwort wird dann auch noch einmal die Verbindung zur Partyszene Berlins in den 90er Jahren gezogen, die immer wieder durchklingt, aber nie unvernünftig vordergründig wird. Die vielen Lieder, die Till und Milka durch ihre Geschichte begleiten, wünsche ich mir übrigens mal übersichtlich in einer Playlist zusammengestellt – einfach wunderbar!

Mein Fazit: „Drei Worte ist ein vielschichtiges, kluges Buch, das es versteht, den Leser in die Gefühlswelt seiner Protagonisten hineinzuziehen. Die Handlung bleibt lebensweltlich, sie wird nicht mit Stereotypen oder Klischees beladen, um eine reißerische Sensationsgier zu befriedigen. Das wird mich noch lange beschäftigen…

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung an alle, die rosarote Liebesromane satt haben und sich mit der Thematik auseinandersetzen wollen.

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109 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

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Mädchen in Scherben

Kathleen Glasgow
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 21.03.2018
ISBN 9783733504151
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Charlottes Geschichte beginnt für uns in einer Klinik für Menschen mit selbstverletzendem Verhalten. Denn Charlie hat nie gelernt, wie sie mit all dem Schmerz umgehen soll, der ihr in ihrem Leben schon begegnet ist, also hat sie ihn gegen sich selbst gerichtet... Am Ende ihrer Therapie weiß sie nicht, wohin mit sich - und sieht sich auf einmal mit der Außenwelt konfrontiert, in der sie nicht in alte Muster zurückfallen darf.

Diese Geschichte strahlt eine Atmosphäre aus, die einen total gefangennimmt. Obwohl ich Charlies Gefühle und Handlungen teilweise nicht nachvollziehen kann, habe ich über ebendiese noch sehr lange gegrübelt und war generell jedes Mal, wenn ich das Buch aufschlug, war ich unwillkürlich niedergeschlagen. Ein beeindruckender Effekt!

Leider geht der im Laufe der Handlung ein wenig verloren, weil die Autorin krampfhaft versucht, allerhand Situationen aufzulösen. Das passt aber a) nicht mit der besagten Atmosphäre zusammen und b) wirkt es bei der Thematik des Buches extrem unglaubwürdig, fast verkrampft. Als würde man mitten in der Grimm-Version von "Dornröschen" zur Disneyvariante wechseln.

Sprachlich gefällt mir "Mädchen in Scherben" sehr gut. Es wird viel mit Vulgärsprache gearbeitet, das fügt sich aber für mich überzeugend und passend in die Erzählung ein (da interagieren 16,17-jährige obdachlose Trinker*Innen miteinander). Generell hat mich die Autorin gut durch die Geschichte gezogen und mich nicht stolpern lassen.

Mein Fazit: Ein spannendes Buch, das aber irgendwann den Abzweig zur authentischen Geschichte verpasst und zum Märchen wird. Leichte Literatur ist es aber auch nicht - die Triggergefahr schätze ich durch die sehr niederdrückende Stimmung als sehr hoch ein.
Begeistern konnte es mich nicht so recht...

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76 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

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Die letzte Reise der Meerjungfrau

Imogen Hermes Gowar , Angela Koonen
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 29.03.2018
ISBN 9783431040821
Genre: Romane

Rezension:

Irgendwie gerät der Kaufmann Jonah Hancock in den Besitz einer waschechten Meerjungfrau. Die zunächst lästige Errungenschaft erweist sich bald als etwas ganz Besonderes - und der einst einfache Kaufmann findet sich in gesellschaftlichen Kreisen wieder, in die er bisher nie Einblick hatte.

Worum es in diesem Buch nicht geht:
- Um mystische Meerjungfrauen und Unterwasserwelten
- Um eine kitschige Liebesgeschichte, die sich irgendwie um eine Meerjungfrau rankt

Vielmehr zeichnet die Autorin in diesem Buch ein wunderbar schillerndes Bild vom London des 18. Jahrhunderts. Die Meerjungfrau und der damit verbundene gesellschaftliche Aufstieg Jonah Hancocks sind eine Metapher für das Streben nach Glück, Wohlstand und Anerkennung, aber auch damit verbundene Hindernisse und eine dunkle Begierde, die sich erst ganz am Ende wirklich manifestiert.
Neben dem des Kaufmanns gibt es noch einen parallel gezeichneten Handlungsstrang - die Geschichte der Edelkurtisane Angelica Neal. Sie spürt das Ende ihrer Karriere nahen und rutscht plötzlich und unvermittelt vom Thron der gefeierten und begehrenswerten Begleiterin ab in Geldnöte und die Verachtung der einfachen Bevölkerung.

Der Verlauf der Geschichte ist weniger wie der eines Abenteuerromans, sondern eher der eines gesellschaftlich-historischen Dramas. Eingefleischte Fantasyfans, die sich eine locker-leichte Erzählung über Meerjungfrauen gewünscht haben, werden hier nicht auf ihre Kosten kommen.

Und jetzt mal Butter bei die Fische: Ich fand das großartig!
Ich wurde in jede Empfindung, jedes Nase-Rümpfen der Londoner Gesellschaft, die Verzweiflung über fehlendes Geld, die Verschwendungs- und die Vergnügungssucht bedingungslos hineingezogen und bin verliebt in den sprachlichen Stil dieser Autorin. Besonders beeindruckend fand ich, wie sich die Charaktere stetig und drastisch verändern und man als Leser trotzdem nicht das Gefühl hat, es gäbe einen nicht-nachvollziehbaren Bruch (Lieblings-Negativbeispiel: Der "Jemand-ist-gestorben-also-kann-ich-jetzt-mein-gesamtes-irrationales-Verhalten-damit-begründen"-Charakter).
Schade sind allerdings das sehr verspielte Cover und der Klappentext, der wohl andere Ansprüche wecken wird. Hier wird sich der Verlag sowohl einige enttäuschte Leserstimmen einfangen, als auch potenziell begeisterte Leser gar nicht erst ansprechen.

Mein Fazit: Ganz großes Kopfkino durch eine Debütautorin, die mich mit ihrem Buch wirklich überrascht hat - gleich in doppelter Hinsicht.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Time Dwarfs Inn

Mario Hammer
Flexibler Einband: 340 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 19.04.2017
ISBN 9783744802475
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Was bringt drei sehr ungleiche Heldenteams mit ganz unterschiedlichen Interessen zur Rettung des Universums zusammen? Ein untoter Revolverheld und ein Streifenhörnchen, ein geflügelter Zentaur und eine Dämonenjägerin, ein fliegender Roboterkopf, ein Weltraumritter und eine Androidin finden es heraus. Das Bindeglied: Zeitzwerg Nimb und eine verheißungsvolle Prophezeiung zur Rettung der Welt (oder so).

Ganz ehrlich: Wer eine tiefgehende Story mit unerwarteten Plottwists sucht, ist hier an der falschen Stelle. Ein Heldengespann, das auf die Suche nach einer magischen Waffe geht, um den finsteren Fiesewicht zu besiegen, eine Prophezeiung, die es zu erfüllen geht und - wie sollte es auch anders sein - die Liebesgeschichte auf dem Seitenstreifen.
ABER das ist auch nicht das, was dieses Buch vorhat. Es nimmt all diese verkrusteten Klischees und dreht sie einmal durch den Fleischwolf, lässt sie durch die Charaktere bewusst thematisieren und hält einem immer wieder den Spiegel vor. Das wird wirklich unheimlich witzig, ich habe mich so manches Mal dabei erwischt, wie ich hemmungslos vor mich hin gekichert habe. Die pfiffige, manchmal rotzig-freche Erzählweise dieses Autors ist einfach nur absolut mitreißend!

Ich liebe wirklich all die Charaktere, die im Buch aufgebaut werden. Jede/r hat seine Eigenarten, alle sind schrullig-sympathisch. Man merkt, dass der Autor dieses Buches recht vertraut mit dem Rollenspiel ist - die Szenerien werden toll geschildert und die handelnden Personen sehr differenziert dargestellt (Chapeau bei so vielen davon!).
Auch großartig: Es gibt keine verunglückten Pointen, bei denen Witze gewollt wirken oder falsch ankommen. Witzige Textpassagen haben mich einfach und unkompliziert zum Schmunzeln gebracht - ein sprachlich total locker-leichtes Buch.

Mein Fazit: Wer Lust hat auf eine Fantasygeschichte der anderen Art, wer sich auf ein wirklich komisches Buch einlassen mag, der sollte hier auf jeden Fall zuschlagen. Menschen, die sich selbst als "Nerd" bezeichnen würden, dürften in dieser Welt gleich doppelt zu Hause sein - ich habe mich auf jeden Fall richtig, richtig gut amüsiert beim Lesen! Mehr davon!

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23 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 12 Rezensionen

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Berlingtons Geisterjäger 2 - Mördernächte

Amalia Zeichnerin
E-Buch Text: 329 Seiten
Erschienen bei null, 09.11.2017
ISBN B0773WCCLX
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wir kehren zurück ins viktorianische London. Dieses wird jedoch von einer grausamen Mordserie erschüttert - der Täter scheint es auf leichte Mädchen abgesehen zu haben...
Gleichzeitig müssen sich unsere altbekannten Helden jedoch auch den Ereignissen des letzten Jahres in der Anderswelt stellen. Und es bleibt nicht mehr viel Zeit!

Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie mich dieses Buch begeistert hat! Die Charakterkonstellationen gestalten sich mal wieder abwechslungsreich und der grandiose (staubtrockene) Humor von Detektiv Elliot bringt Würze in die Dialoge der Freunde untereinander. Vielleicht liegt es daran, dass die Figuren mir schon aus dem ersten Teil vertraut waren, aber die Abgrenzung zwischen Sprechern und ihren Eigenheiten war viel klarer und ich konnte trotz der Fülle handelnder Charaktere mühelos alle differenzieren (und liebgewinnen).

Die Geschichte bleibt konstant spannend - das liegt auch daran, dass die Autorin hier zwei Handlungsstränge verwoben hat, die sich prima ergänzen. Auf der einen Seite haben wir die kriminologische Komponente mit den Morden im East End und auf der anderen Seite eine übernatürliche Bedrohung aus der Anderswelt. Wenn man also nicht grade rätselt, wer der Täter sein könnte, jagen einem geisterhafte Erscheinungen Schauer über den Rücken. Richtig gemein fand ich dagegen das offene Ende - ich brauche bitte sofort den dritten Teil!

Während mir im ersten Teil die Liebesgeschichten (gleich drei homosexuelle Beziehungen in unserem Charaktergespann) noch etwas steif vorkamen, fügten sie sich hier wunderbar ein. Es passte perfekt zu den Figuren, wie sie zweifelten oder auch durch ihre Liebe Schwierigkeiten von außen bekamen. Sehr schön gezeichnete zwischenmenschliche Beziehungen!

Alles in allem: Das Potenzial, das ich im ersten Teil gesehen habe, wurde hier voll ausgeschöpft, ich bin begeistert, wie sich die Gruppe um Victor Berlington weiterentwickelt hat. Die richtige Menge Grusel trifft hier auf Spannung und ein bisschen Erotik - ich bin definitiv ein Fan!

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193 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 66 Rezensionen

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Mein Herz ist eine Insel

Anne Sanders
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 27.03.2017
ISBN 9783764505936
Genre: Liebesromane

Rezension:

Isla hat grade eine wirklich miese Zeit. Nachdem ihr Freund nach vielen Jahren Beziehung eine andere liebt, bricht sie alle Zelte ab und kehrt zurück in ihre alte Heimat. Das ist Bailevar - eine kleine Insel in Schottland, die sie seit sechs Jahren nicht mehr besucht hat. In einer ohnehin schon kritischen Stimmung muss Isla Grant sich jetzt also auch noch wieder in ihre Familie einfinden und die Inselbewohner neu kennenlernen...

Was als scheinbar seichter Sommerroman beginnt, gewinnt zunehmend an Tiefe. Wir werden mit einer alten Legende um eine untergegangene Insel konfrontiert und mit Familiengeheimnissen allererster Güte. Insgesamt ist die Stimmung im Buch daher eher herbstlich-düster, fast melancholisch - ein Umstand, den ich einfach großartig fand!
Auch die Liebesgeschichte selbst rückt dadurch in den Hintergrund - generell ist diese sehr erwachsen gehalten und bis auf einige Ausrutscher gibt es keine total verklärten Momente, vielmehr bleiben die Protagonisten auf einer realistischen Ebene und schätzen sich selbst und andere nachvollziehbar ein.

Der Ausgang der Geschichte war für mich nicht vorhersehbar - zwischendrin war es sogar so, dass ich mich wie in einem Krimi gefühlt habe. Wer war's jetzt? Wie hängen Person A und Person B zusammen? Es ließ sich prima miträtseln. Das macht das Buch auch für Liebesroman-Muffel (wie mich) abwechslungsreich und bringt eine spannende Komponente ein. Ein bisschen kürzer hätte dagegen das ewige Hin und Her ausfallen dürfen, das die Protagonistin Isla mit sich austrägt. So gab es Kapitel, in denen sie mir zunehmend unsympathischer wurde und solche, in denen ich voll hinter ihren Entscheidungen stehen konnte.

"Mein Herz ist eine Insel" war für mich kein locker-leichter Liebesroman mit zu viel Kitsch und zu viel Verliebtheit. Wir bekommen hier eine erwachsene Handlung mit einer spannenden Hintergrundgeschichte, die zu entdecken sich lohnt. Der leichtgängige Schreibstil sorgt für flüssiges Lesen und das Setting in Schottland für eine tolle Kulisse. Hübsch!

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92 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

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Im Traum kannst du nicht lügen

Malin Persson Giolito , Thorsten Alms
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 26.10.2017
ISBN 9783431039931
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Maja steht vor Gericht. Sie wird beschuldigt, einen Amoklauf an ihrem Gymnasium verübt zu haben und unter anderem ihren Freund und ihre beste Freundin erschossen zu haben. Maja ist gerade 18 geworden - ist sie wirklich eine Mörderin?

Das Buch arbeitet mit Zeitsprüngen - während wir uns immer wieder mit Maja in der Gegenwart befinden und sie bei ihrem Gerichtsprozess und im Gefängnis begleiten, gibt es zwischendurch auch Rückblenden zu Momentaufnahmen mit ihren Freunden, in denen wir mehr über unsere Protagonistin erfahren. Das sorgt für diesen klassischen "Die Hintergründe werden immer klarer"-Krimieffekt, den ich hier sehr gelungen finde.

Die Charaktere werden nur nach und nach beleuchtet - wirklich klar wird dabei jedoch nur Maja, die Randfiguren (ihr Freund, ihre beste Freundin, Klassenkameraden...) bleiben eher blass. Sie sind aber ja auch für den Verlauf der Gerichtsverhandlung und die Aufklärung des Falls eher zweitrangig.

Maja hat mich genervt. Ich habe ewig gebraucht, um in das Buch reinzukommen, weil ich sie vulgär und gleichgültig fand und zudem teilweise politische Sichtweisen in dem Buch durchblitzen, die ich absolut nicht teilen kann. Es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe: Die Autorin spielt mit mir! Sie provoziert den Aufreger über die konservativen Dorf-Schweden, deren Ansichten mich aufregen. Sie will, dass ich von den reichen Snobs angewidert bin, will, dass ich erkenne, wie natürlich und gleichzeitig sinnlos Majas Rebellion ausfällt. Ein grandioser Effekt, der mich wirklich tief beeindruckt hat!

Dazu kamen noch einige Stilmittel ganz am Ende des Buches, die ich jetzt hier nicht verraten kann. Nur eins am Rande: Diese Autorin hat mich ertappt - und sie wechselt irgendwann von einer bloßen Erzählung zu einer Ansprache an den Leser, die der gar nicht hat kommen sehen. Immer wieder stellt man dabei auch das eigene Weltbild infrage - es gibt bei diesem Buch kein richtig und kein falsch, es regt zum Selbstdenken an.

Mein Fazit: Ein fantastisch geschriebenes Buch, das mich erst irritiert und dann begeistert hat. Diese Autorin beweist ein außergewöhnliches Gespür für Erzählstil und verdient mit Sicherheit ihren Krimipreis. Cool!

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166 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 69 Rezensionen

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Ein Reif von Eisen

Stephan M. Rother
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 20.10.2017
ISBN 9783499273568
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Leben unter der Weltenesche ist im Umbruch. Die Völker im Norden vereinen sich unter Fürst Morwa und seinen Söhnen, der Krieg wird in jeden Winkel der Welt getragen. Denn ein Machtumsturz steht kurz bevor und die Alten Götter erheben sich gegen die Menschheit, die sie vergessen hat. Mittendrin: drei starke Frauen, die ihre Rolle in diesem Spiel erst noch erkennen müssen.

Man merkt es schon an der kleinen Inhaltszusammenfassung: Dieses Buch ist Highfantasy der alten Schule. Epische Heldenreisen, eine Erzählung aus verschiedenen Sichtweisen (fiese Cliffhanger an den Kapitelenden inklusive), Magie, Kämpfe, Intrigen und jede Menge Geheimnisse. Dieses Buch hat sie alle.
Ich mochte besonders unsere drei Protagonistinnen - Sölva aus dem Gefolge des Nordmannes Morwa hat mir am besten gefallen. Vermutlich ist meine Liebe zur nordischen Mythologie dafür verantwortlich.

Ein bisschen schade war es, dass vom Autor nicht berücksichtigt wurde, dass das Buch nun mal ein erster Teil ist. Statt eines sanften Einführens in die Welt, in der wir uns bewegen, werden wir Leser mit Anlauf hineingeschmissen. Da fallen Stammesnamen, Titel und Ortbezeichnungen, die ich mir niemals alle hätte merken können. Sicher, das wird im zweiten Teil bestimmt alles noch mal aufgewärmt und vertieft - für den Moment habe ich mich aber dezent überfordert gefühlt. Dafür geht es aber auch gleich richtig zur Sache, Blut fließt wirklich einiges auf dem Weg zur neuen Ordnung und die Action bleibt bei keinem der Hauptcharaktere wirklich aus. Man hat insgesamt nicht den Eindruck, dass erst einmal viel erklärt werden müsste, bevor man wirklich erfassen kann, wo die Handlung hingehen wird. Das ist nicht nur eine Schwäche...

Die komplexe Welt in "Ein Reif von Eisen" ist abgesehen von etwas unübersichtlich und viel auf einmal auch eine große Stärke des Buches. Man kann erahnen, dass da noch unglaublich viel kommen wird und auch die Twists am Ende der Handlung machen wirklich neugierig auf die vielschichtige und leicht politische Highfantasy-Welt, mit der wir es hier zu tun haben.

Insgesamt ist das ein wirklich vielversprechender Reihenauftakt - ich werde auf jeden Fall auf den zweiten hinfiebern und freue mich schon sehr darauf, wieder in die Welt von Stephan Rother eintauchen zu können. Starke Charaktere und eine detailreiche Welt treffen einen tollen Erzählstil und einen actionreichen Handlungsverlauf. Einfach cool!

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58 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

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Nebelring - Das Lied vom Oxean

I. Reen Bow
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 05.10.2017
ISBN 9783646603842
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zoes Vater ist krank. Nein, eigentlich wurde er vergiftet - denn er kam in Berührung mit dem gefährlichen Malwee. Einer Substanz, die zwar das Wirken von Silbermagie ermöglicht, von Ungeschulten jedoch einen schrecklichen Preis einfordert. Langsam gehen sie in ihren eigenen Gedanken verloren, sind nicht mehr ansprechbar - Zoe hat keine Möglichkeit, an ihren Vater heranzukommen. Der Wunsch nach Heilung konfrontiert sie bald mit dem größten Förderer des Malwees, der Organisation "Nebelring".

Ich muss ehrlich sagen, obwohl ich den Klappentext natürlich kannte, habe ich zu Beginn der Geschichte eine ganz andere Handlung erwartet. Das Setting las sich fast wie eine Metapher für eine Demenzerkrankung, die Fantasykomponente war noch gar nicht ersichtlich und ich hatte erwartet, dass es im Buch viel deutlicher um Zoe und die Beziehung zu ihrem Vater geht. Die Fantasyaspekte kommen dann tatsächlich erst später dazu und äußern sich rund um eine epischen Abenteuerreise und die Rebellion gegen das Regime (in diesem Punkt ist das Buch übrigens nicht allzu weit entfernt von den Tributen von Panem).

Die Charaktere sind wunderbar gezeichnet - also vielmehr geschrieben! Jeder von ihnen hat seine ganz eigenen Reize und es hat besonders bei der Protagonistin Zoe extrem Spaß gemacht, sie bei ihrer Entwicklung zu begleiten. Wo sie als sehr naives junges Mädchen gestartet ist, das nie den Glauben in die Menschheit verloren hat, steht am Ende eine junge Frau, die sich bewusst ist, dass sie für die Durchsetzung ihrer Ideale nicht um Opfer herumkommt. Sehr schön! Auch das offene Ende, das neugierig auf den zweiten Teil macht, zeigt deutlich, wie erwachsen Zoe geworden ist...
Allerdings auch sehr klassisch in dieser Hinsicht: Die Jugendliche, die neue Fähigkeiten an sich entdeckt und diese langsam und dezent überfordert ausbauen will/muss/kann/soll. Auch dieses Motiv findet sich in der Geschichte.

Eine von Zoes Entscheidungen konnte ich allerdings so gar nicht nachvollziehen (ebenfalls verknüpft mit dem Ende), sie hat auch meines Empfindens nach nicht zu der starken emotionalen Bindung zu ihrem Vater gepasst - hat aber natürlich die spannende Handlung hervorragend vorangetrieben...!
Packend war die Handlung jedoch auf jeden Fall! Rebellion, ein unterdrückendes Regime, eine mysteriöse Krankheit, die in direktem Zusammenhang mit magischen Fähigkeiten steht... All das gepaart mit einem locker-leichten Schreibstil und dem wunderbaren Erzähltalent der Autorin machen den ersten Teil von "Nebelring" zu einem gelungenen Reihenauftakt.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen - trotz vieler aus anderen Jugendbüchern bekannter Motive hat die Autorin es geschafft, eine ganz eigene Welt zu schaffen, die neugierig auf mehr macht. Wie wird Zoes ganz eigener Weg durch all das Chaos aussehen?
Fans der "Tribute von Panem" werden hier voll auf ihre Kosten kommen.

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240 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 136 Rezensionen

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Targa - Der Moment, bevor du stirbst

B. C. Schiller
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 10.07.2017
ISBN 9783328101512
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Targa ist eine Ermittlerin der anderen Art. Weil sie keine Furcht empfindet und sich nie von Emotionen blenden lässt, ist sie für das BKA eine wertvolle Hilfe. Targa macht sich auf die Jagd nach Serienmördern - kommt ganz nah an sie heran, um sie überführen zu können. Und dann trifft sie den charismatischen Falk Sandmann - sehr bald spielen beide ein tödliches Spiel...

Dieses Buch hat es in sich. Wer keine Gewalt verträgt, ist hier definitiv an der falschen Adresse. Der Krimi ist nicht nur eher ein Thriller, sondern enthält auch Psycho-Elemente, die einen wirklich zum Schütteln bringen. Der Killer genießt es, seine Opfer leiden zu sehen - und das war für mich als Leser so manches Mal wirklich grenzwertig schauderhaft.

Targa ist eine fantastische Protagonistin! Obwohl sie nicht zu Gefühlen fähig ist (worin ja genau ihre Stärke als Ermittlerin liegt), ist sie mir sehr ans Herz gewachsen. Chapeau an das Autorenduo - das war mit Sicherheit nicht einfach zu erreichen und ich kann mir vorstellen, dass so mancher mit dieser Person so gar nicht konnte. Die Distanz, die Targa allerdings ausstrahlt, wird dadurch aufgelockert, dass ihre Hintergrundgeschichte im Laufe der Handlung mehr und mehr ans Licht kommt und man sie als Mensch besser verstehen lernt. Eine spannende Entwicklung!

Durch die kühle Targa kam das Buch bei mir sehr erwachsen an - man bekommt als Leser zwar so manchen verschachtelten Gedankengang (natürlich auch nicht GANZ ohne Emotionen) mit, die Charaktere sind jedoch insgesamt alle sehr berechnend und eher kühl. Ich persönlich fand das interessant und gut gemacht, gebe aber zu - das muss man mögen...

Was mich an "Targa" tatsächlich gestört hat, war das Ende und die Auflösung des Konfliktes. Ein ewiges Katz-und-Maus-Spiel von Ermittlerin und Täter endet doch sehr abrupt. Klar, das offene Ende will gefeiert sein (das Buch wird als Auftakt einer Reihe angekündigt), dennoch fand ich es schade, dass eine so facettenreiche Protagonistin und ein so perfider Täter mit einem wenig anspruchsvollen Showdown abgespeist werden, in dem nicht einmal ihre Spielereien im Vordergrund stehen, sondern die Handlung in Vorbereitung des zweiten Buches.

Alles in allem: Ein spannender Krimi/Thriller mit einer Protagonistin, die mal so ganz anders daherkommt als gewohnt. Das hektisch abgewickelte Ende hat dann aber doch für Enttäuschungen gesorgt, da müsste ein zweiter Teil wirklich nachlegen! Ich würde insgesamt gerne 3 1/2 Sterne vergeben. In dubio pro reo sind es hier vier geworden ;).

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43 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Ich komm dich holen, Schwester

Kelly Anne Blount , Jessika Komina , Sandra Knuffinke
Flexibler Einband
Erschienen bei Loewe, 11.10.2017
ISBN 9783785584972
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Abriana hat ein ganz normales Leben, viele Freunde und eine liebevolle Familie. Als sie sich eines Abends allerdings zu einem Blind Date verabredet, nehmen diese Umstände eine dramatische Wendung. Easton entführt sie auf brutale Art und Weise und hält sie scheinbar grundlos gefangen. Doch Abriana soll bald erfahren, dass hinter der Entführung mehr steckt, als sie zunächst annimmt...

Das Buch ist aus wechselnder Perspektive geschrieben, unsere Protagonistin ist jedoch Abriana. Besonders ab der Mitte des Buches wird es jedoch wichtig, auch immer wieder in die Täter-Perspektive hineinschauen zu können.
Denn dieses Buch ist ein bisschen anders. Es ist so nicht fraglich, WER der Täter ist (ernsthaft, der Titel ist trotzdem nicht besonders glücklich gewählt...). Es wird vielmehr damit gespielt, dass Täter und Opfer (bzw. die Polizei, die für sie ermittelt) ständig umeinander herumtänzeln und man den Weg verfolgen kann, auf dem der Fall zu einem Ende findet. Von der Idee her nicht uncool!

Leider haben sich für mich an so mancher Stelle Logiklücken aufgetan. Da wird (von Polizeiseite!) einem Opfer nicht geglaubt, es gibt keinerlei Wachschutz für eine traumatisierte Person und der Täter nennt vor allen Beteiligten einen Namen, den er gar nicht wissen kann - fällt natürlich niemandem auf...
Die Handlung wurde also sehr stark so zurechtgebogen, dass die Abläufe maximal dramatisch stattfinden, die Recherche scheint mir hier eher oberflächlich stattgefunden zu haben. Auch das Ende hat mich eher enttäuscht, es wird meiner Meinung nach nicht dem spannenden Hin und Her vom Anfang gerecht...

Trotz aller Meckereien ist "Ich komm dich holen, Schwester" ein durchaus lesenswertes Buch, das mit perfiden Psychospielchen und jeder Menge Emotionen punktet und mal einen etwas anderen Handlungsverlauf zeigt. Getreu dem Motto "Der Weg ist das Ziel" grübelt hier der Leser nicht über den Täter, sondern darüber, wie er wohl am besten aufgedeckt wird. Nett!

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

dystopi, fantas, jasmin jülicher, krimi, science fiction, science-fiction, selbstverlag, steampunk

Der Hüter

Jasmin Jülicher , Jasmin Jülicher
Flexibler Einband: 328 Seiten
Erschienen bei Nova MD, 15.09.2017
ISBN 9783961114856
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Die auf dem Meeresgrund gebaute Stadt Biota ist seit dem Großen Krieg ein Ort der Zuversicht und des Neubeginns. Die Menschen, die hier leben, haben mit ihrer von Gewalt beherrschten Welt angeschlossen - zumindest dachten sie das. Denn eines Tages wird Alexander, dem obersten Hüter der Stadt, zugetragen, dass eine Leiche gefunden wurde. Ein Mordopfer, das es eigentlich gar nicht geben sollte...

Wir Leser folgen dem Hüter der Stadt Biota - Alexander war mir als Protagonist sehr sympathisch. Er ist nicht der klassische Justus Jonas Besserwisser-Ermittler, sondern im Gegenteil ein bisschen gutgläubig. Durch sein Leben in einer Stadt ohne Gewalt und mit festen Strukturen hält er auch gerne mal ein bisschen zu fest an seiner Illusion der friedlich lebenden Menschheit.
Das verbaut ihn aber nicht seine Ermittlung; man ist ihm also nicht als Leser schon drei Schritte voraus, oder muss sich im Gegenteil am Ende belehren lassen. Der Spannungsbogen bleibt vielmehr absolut beständig und es wird eine wunderbare Mischung zwischen Action und Hektik, Grübelei und Befragung und einer Winzigkeit Gesellschaftskritik geschaffen.

Der Sprachstil hat bei mir für flüssiges Lesen gesorgt und ist weder flapsig noch zu hochtrabend. Sehr schön fügt sich auch die Gestaltung in den Leseeindruck ein - da finden sich wunderschöne Illustrationen an den Kapitelanfängen und die Covergestaltung ist auch noch mal etwas ganz Besonderes.

Das Ende ist schließlich voller überraschender Wendungen (und ehrlich, ich bin normalerweise sehr gut darin, sowas kommen zu sehen!) und bildet einen rundum gelungen Abschluss von Alexanders erstem Fall überhaupt - ergo gibt es keinen Cliffhanger. So richtig zu einem Ende kommt die Autorin dabei aber nicht, das Ende hier ist vielmehr ein Anfang ;)!

Mein Fazit: Ein supercooles, actiongeladenes Buch, das mich völlig verschluckt hat und an dem ich wirklich so gar nichts auszusetzen habe - wann passiert das schon mal?!
Fans guter Krimis kommen hier voll auf ihre Kosten, aber auch Dystopie-Liebhaber könnten mal reinlesen...!

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

kinderbuch, mädchenbuch, magische tiere

Pip Bartlett und die magischen Tiere 2

Maggie Stiefvater , Jackson Pearce , Stefanie Frida Lemke
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Heyne, 18.09.2017
ISBN 9783453270541
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Pip kann es gar nicht fassen. Zum ersten Mal darf sie mit zum Dreifachen Dreizack - DEM Turnier für magische Wesen. Dabei trifft sie auch ihren alten Freund Regent Maximus wieder - ein Einhorn, das einfach vor allem Angst zu haben scheint. Das schließt natürlich auch die Teilnahme an einem Turnier nicht aus und so hat Pip mal wieder alle Hände voll zu tun, die Vermittlerin zwischen den magischen Tieren und ihren Besitzern zu spielen...

Das Buch spricht zwar eher LeserInnen ab neun Jahren an, ich konnte trotzdem nicht die Finger davon lassen ;). Schon der erste Teil (den ich eigentlich nur dank meiner Einhornbegeisterung gelesen habe) hat mir ein Dauergrinsen ins Gesicht gezaubert und ich kann auch älteren LeseliebhaberInnen empfehlen, hier mal reinzuschauen.

Der Schreibstil ist recht schlicht gehalten, er passt sich der neunjährigen Protagonistin an - die allerdings nicht auf den Mund gefallen ist! Pip ist ein toughes Mädchen und gefällt mir besonders in Kontrast zu ihrem besten Freund Thomas, der gegen alles und jeden eine Allergie zu haben scheint und es lieber ruhig angehen lässt. Beide bilden ein dynamisches Ermittlerduo, das merkwürdigen Vorkommnissen auf dem Turnier nachgeht.

Mit der Handlung konnten die beiden Autoren mich nicht ganz so überzeugen wie beim ersten Buch - wir befinden uns ausschließlich auf dem Turniergelände und auch die Vielfalt der magischen Tiere, die ein großer (kreativer) Pluspunkt des ersten Buches waren, steht eher im Hintergrund. Alles scheint sich um die Einhörner zu drehen und das fand ich persönlich sehr schade. Damit springt das Autorengespann auf einen Zug auf, der für mich so gut wie abgefahren ist... (Sagte die Bloggerin mit dem Einhornheader...)
Insgesamt hat mich die Handlung hier jedoch eher an den Abklatsch einer Folge "Bibi und Tina" erinnert, als etwas Eigenes zu bilden - sehr schade, denn ich weiß, dass das besser geht!

Erhalten bleibt uns immerhin Gottfried Higgelsteins Handbuch der magischen Tiere - die Zeichnungen und Details sind jedoch wie gesagt nicht so vielzählig wie noch im ersten Teil. Trotzdem sorgen sie immer wieder für Abwechslung und mit den witzig-ironischen Kommentaren auch für so manches breite Grinsen.

Mein Fazit: Immer noch ein zuckersüßes Buch, das man gar nicht lesen kann, ohne gute Laune zu bekommen. Wer auf der Suche nach leichter Literatur ist, um Stress und böse Gedanken abzuschalten, ist hier genau richtig. Pips Welt bleibt eine Reise wert! :)

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305 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 107 Rezensionen

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Die Abenteuer des Apollo - Das verborgene Orakel

Rick Riordan , Gabriele Haefs
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 31.08.2017
ISBN 9783551556882
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Apollo kann es gar nicht fassen. Vom Himmel gefallen, aller göttlichen Kraft beraubt, ist der Gute komplett auf sich selbst gestellt und findet sich gleich zu Anfang seiner irdischen Abenteuer im Müllcontainer und von Schlägern bedroht wieder. Nachdem er durch Zufall die schlagfertige Meg kennengelernt hat, machen sich beide auf den Weg nach Camp Half-Blood, von den Halbgöttern dort versprechen sie sich Hilfe und Antworten...

Vorweg: Ich kenne die Reihe "Die Helden des Olymp" noch so gar nicht - konnte aber trotzdem die Finger nicht von diesem Buch lassen ;). Ich empfehle euch aber auf jeden Fall, nicht mit diesem Buch den Einstieg in die Bücher von Rick Riordan zu wagen, sondern bei Percy Jackson anzufangen - die Spoiler im Buch sind dann doch erheblich.

Ein riesiger Positivpunkt dabei: Das Buch ist die richtige Mischung aus Nostalgie und neuen Charakteren und Handlungssträngen. Wir treffen Percy und andere bekannte Campbewohner und erfahren, was aus allen geworden ist - aber Meg und Apollo sind als Gespann und Mittelpunkt der Geschichte auch eine tolle neue Komponente. Es macht unheimlich Spaß, Altes wiederzuentdecken und Neues zu erleben! Apollo selbst konnte ich trotz Narzismus und ewigem Gejammer, unheimlich gut leiden und habe sehr oft über seine Einstellung (die doch manchmal wirklich absurd ist...) gekichert.
Der Sprachstil von Riordan ist dabei wie gewohnt jugendlich, spritzig und vielleicht ein bisschen bissig - ganz so wie man es kennt und liebt.

Zwei kleine Negativpunkte habe ich dann aber doch noch. Erstens verwirrt mich immer wieder dieser Mix von griechischer und römischer Mythologie - Apollo erzählt so zum Beispiel mehrfach, wie er den Sonnenwagen fährt (Mein Gedanke: Hä? Das war bei den Griechen doch Helios!) und nennt auf der anderen Seite seine Schwester beim griechischen Namen (Artemis). "Klugscheißerin!", werdet ihr schreien. Ja, vielleicht - mich als Riesenfan der griechischen Mythologie wirft sowas aber aus der Bahn...
Zweitens wirken einige Gegebenheiten, die unseren Protagonisten auf die richtige Bahn lenken, doch sehr konstruiert. So spricht wegen der Vorbereitungen eines sportlichen Ereignisses niemand im Camp mit Apollo, der grade so ungefähr die wichtigste Entdeckung des Jahrhunderts gemacht hat. Wie praktisch für den Spannungsbogen, dass nun erstmal der Wettlauf absolviert werden muss... Ich gebe aber zu, auch hierüber kann man hinwegsehen - entnervt geseufzt habe ich an der Stelle aber trotzdem!

Na gut, von den kleinen Mäkeleien mal abgesehen war auch dieses Buch von Rick Riordan wieder einmal gnadenlos unterhaltsam, witzig und spannend. Es überzeugt mit starken Charakteren und doch der ein oder anderen überraschenden Wendung. Ich habe es wahnsinnig gerne gelesen und bin gespannt, wie es mit unserem egozentrischen Helden Apollo weitergeht - da erwartet uns noch so einiges!

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212 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 60 Rezensionen

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54 Minuten

Marieke Nijkamp , Mo Zuber
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 21.09.2017
ISBN 9783841440167
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Leben an der Opportunity Highschool ist ein idyllisches. Jeder kennt jeden und Autumns Jahrgang steht kurz vor dem Abschluss - endlich College! Aber dann kommt alles anders und die Rede der Rektorin zum Semesterbeginn in der Aula endet tödlich, alle Ausgänge sind verschlossen. Und die Schüler sehen sich mit dem Jungen mit der Waffe konfrontiert...

Die Thematik "Amoklauf" ist mir in literarischer Verarbeitung noch nicht begegnet. Ich wusste daher auch nicht so richtig, wie sehr es mich endeffektlich mitnehmen würde. Der Leser begegnet verschiedenen Schülercharakteren - da ist Autumn, für die Tanzen im Leben einfach alles ist - oder Tyler, der sich von seiner Schwester verlassen fühlt. Von jedem einzelnen lernt man die Beweggründe und Hintergrundinfos Stück für Stück kennen. Immer wenn man meint, die Person, die grade erzählt, gut zu kennen, erfährt man etwas Neues. Das wirkt auch nicht künstlich, sondern hält die Geschichte am Leben und bildet ein bisschen den Roten Faden. Perspektiven werden durchgewechselt, mal erlebt man die Situation in der Aula, mal die von außerhalb.

Das Buch ist sprachlich unheimlich gelungen! Die Atmosphäre kommt sehr gut rüber - es wird aber auch bewusst mit Emotionalität und Drama gespielt (zum Beispiel durch Geschwisterkonstellationen). Das schlägt sich besonders im großen Finale nieder. Da kam mir die Handlung tatsächlich ein paar mal "konstruiert" vor - es stehen verschiedene Schüler aus unterschiedlichen Gründen auf einmal auf, um dem Angreifer die Stirn zu bieten und finden in einer unfassbar stressbelasteten Situation auch direkt die richtigen Worte und ihre Beherrschung. Besonders weil es wiederholt geschieht, erschien mir das nicht besonders glaubwürdig.
Dem emotionalen Ablauf hat das aber keinen Abbruch getan. Ich habe an der ein oder anderen Stelle auch wirklich ein Tränchen vergießen müssen...

Insgesamt ist "54 Minuten" ein unheimlich beeindruckender Roman, der besonders ein jüngeres Publikum ansprechen dürfte (ich kann es mir zum Beispiel auch gut als Schullektüre vorstellen). Ich hatte jedenfalls noch einige Tage daran zu knabbern und war froh, dass mein Freund ein dankbarer Diskussionspartner war ;). Eine Empfehlung für alle, die sich in eine so schwere Situation hineinversetzen wollen!

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154 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 62 Rezensionen

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Die Magie der Lüge

Nicole Gozdek
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2017
ISBN 9783492704380
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Anderta kann ihr Unglück nicht fassen. Auf einmal findet sie sich in einer Wirklichkeit wieder, die sie nicht als ihre eigene erkennen kann. Alles ist verdreht und ganz offensichtlich von jemandem beeinflusst.
Die Passario, die die Magie ihres Namens bisher dazu eingesetzt hat, sich und ihren Geliebten zu bereichern, wird von nichts anderem mehr getrieben, als dem Wunsch nach ihrem alten Leben...

Anderta ist eine Protagonistin, mit der ich wirklich lange nicht warm geworden bin. Anders als Tirasan im ersten Teil ist sie auch nicht unbedingt eine Sympathieträgerin. Sie sieht vieles nicht, was mir offenbar war, sie ist stur und aufbrausend. Aber sie macht eine unheimliche Entwicklung durch und nennt außerdem eine sehr spannende Namensmagie ihr eigen, die sie zwar mit Tirasan aus dem ersten Band teilt (klar, sie haben ja denselben Nachnamen), die aber doch so ganz anders ist und ein bisschen den roten Faden der Geschichte bildet.

Der zweite Band ist handlungstechnisch eine würdige Fortsetzung! Endlich erfahren wir, was sich alles verändert hat, welche Auswirkungen auf Land und Leute das Finale von "Die Magie der Namen" hatte. Gemeinsam mit den Charakteren der Geschichte können wir die Buchwelt ganz neu entdecken - ein wirklich schöner Prozess! "Die Magie der Lüge" ist aus dem Grund auch eigentlich mehr ein ganz eigener Fantasyroman, bringt er doch ganz eigene Charaktere und ganz eigene Konflikte mit sich.

Das ist durchaus ein Pluspunkt - schade fand ich dahingegen, dass die Charaktere nicht so differenziert daherkamen, wie ich das aus dem ersten Teil kannte. So sind hier viele Namen an mir vorübergezogen, die neu vorgestellten Charaktere waren entweder Vertreter der Fraktion "Alles geht den Bach runter, jeder für sich!" oder der Einstellung "Lass uns erstmal drüber reden, alles wird gut". Im Prinzip sind mir hier also zwei Lager begegnet, von denen auch zu Beginn schon klar war, dass sie sich irgendwo in der Mitte treffen würden...?

Ganz anders dann das große Finale! Ich wusste gar nicht, wohin mit meinen Emotionen - da bin ich dann wirklich dahingeschmolzen und konnte es nicht erwarten weiterzulesen, wollte aber auch nicht, dass es aufhört! Hach... Emotionen sind ohnehin ein wichtiger Punkt in diesem Buch - und das nicht nur auf romantischer Ebene, sondern auch ganz basal zwischen Mutter und Kind.

Insgesamt war ich von diesem zweiten Band leider nicht ganz so begeistert wie vom Reiheneinstieg. Vielleicht hängt das mit den unheimlich hohen Erwartungen zusammen, die ich aus "Die Magie der Namen" mitgebracht habe. Viele emotionale Irrfahrten der Protagonistin und ein recht klassischer Handlungsablauf haben mir beim Lesen ein bisschen den Schwung genommen. So ist "Die Magie der Lüge" für sich genommen nämlich eigentlich ein sprachlich einwandfreies, bildgewaltiges Buch, das mit einer ganz neuen Idee daherkommt (auch in Abhebung vom ersten Teil) und uns die kreativ geschaffene Welt noch ein Stückchen näherbringt.

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395 Bibliotheken, 30 Leser, 2 Gruppen, 68 Rezensionen

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Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

Walter Moers , Lydia Rode
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaus, 28.08.2017
ISBN 9783813507850
Genre: Fantasy

Rezension:

Prinzessin Dylia wird seit jeher von hartnäckiger Schlaflosigkeit geplagt. Bei allen negativen Nebenwirkungen, die das so mit sich bringt, hat sie aber auch nach den längsten schlaflosen Phasen die kreativsten Einfälle und verrücktesten Ideen. Doch eines Nachts begegnet ihr der Nachtmahr Havarius Opal und kündigt an, sie in Bälde in den Wahnsinn zu treiben. Er nimmt sie mit auf eine erstaunliche Reise in ihre eigenen Gedanken - und konfrontiert sie unter anderem mit Geistgeistern, Zergessern, Grillos und Irrschatten.

Nach den ersten vierzig Seiten war ich zugegeben tierisch enttäuscht von diesem Buch. Da gab es ewige Aufzählungen und Wortspielereien der Protagonistin, die nur teilweise im weiteren Verlauf des Buches wieder aufgegriffen wurden. Für einen Zamonien-Roman begegnen dem Leser hier auch erstaunlich wenige Wesen aus der Welt von Moers - überwiegend befinden wir uns in der Psyche von Prinzessin Dylia. Diese hat zwar immer wieder Moerssche Sonderlichkeiten zu verzeichnen, führt uns aber nicht tiefer nach Zamonien, wie ich es mir eigentlich gewünscht hatte.

Ich hatte das Gefühl, dieses Buch ist wie die persönliche Geschichte der Illustratorin aufgebaut. Moers reist als Nachtmahr mit ihr durch ihre eigenen Gedanken und man merkt, wie sich Moers mit Themen rund um Schlaf und Schlaflosigkeit und dem Gehirn an sich auseinandergesetzt hat. Wer aber "einen klassischen Moers" erwartet hat, der wird hier nicht voll auf seine Kosten kommen. Vielmehr bekommt der Leser eine Liebeserklärung an die junge Dame, die nicht weniger das Herz rührt.
Nach einem für mich eher langatmigen Einstieg nahm dann aber die Geschichte an Fahrt auf und auch wenn mich nicht alle Passagen packen konnten und ich nicht völlig hingerissen war, habe ich mich in der Handlung letztendlich doch wohlgefühlt. Die Illustrationen sind ein absoluter Traum (höhö). Sie entfernen sich nicht zu weit vom Altbekannten, bringen aber auch ihren ganz eigenen Stil mit ein, der dem Buch durchaus guttut.

Alles in allem ein Buch, von dem ich mehr erwartet hatte. Mit dem schwergängigen Einstieg und begrenztem Erlebnisraum gab es für mich zu viele Hemmnisse im Lesefluss, immer wieder musste ich das Buch an die Seite legen. Dennoch finden sich die typischen Wortspielereien des Autors und der leicht philosophische Hintergrund auch in diesem Zamonien-Roman von Walter Moers wieder. Als Intermezzo ist es also durchaus ein gut lesbares Buch...

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

asylanten, bombe, brandaktuell, brisant, bundestagswahl, duisburg, fakenews, fakten, fiktion, flüchtlingsheim, frankfurt, fremdenhaß, größenwahn verlag, intrigen, is

Alternativen

Leif Tewes
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Größenwahn Verlag, 03.08.2017
ISBN 9783957711625
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Thomas führt ein ziemlich normales bis langweiliges Leben. Das ändert sich schlagartig, als er eines Abends von Flüchtlingen überfallen und fast ausgeraubt wird. Thomas beginnt, sich Fragen zu stellen und sein Leben zu überdenken - und dank eines Kumpels findet er sich bald bei einer Podiumsdiskussion der "Besseren Deutschen" wieder. Einer Partei, die für Prozente bei der anstehenden Wahl zu allen Mitteln greift...

Das Ganze ist dann in Form eines Krimis wiedergegeben - und das ist auch der große Joker, den der Autor hier ausspielen kann! Er bewegt sich nämlich eigentlich auf sehr dünnem literarischen Eis - er darf keine Wertung in seine Handlung einfließen lassen. Ich hatte zugegebenermaßen einige Bedenken, als ich das Buch in Händen hielt (ich linke Socke ich...), denn beim Thema Fremdenhass gibt es bei mir keine Diskussion. Leif Tewes umgeht aber diese Grundsatzdebatte sehr geschickt, indem er einen tatsächlichen Kriminalfall um die politischen Gegebenheiten herum stattfinden lässt. So folgt man den Ermittlungen des Protagonisten Kommissar Berg und bekommt ganz nebenbei Einblick in die berühmt-berüchtigten abendlichen Stammtischrunden oder die (mutmaßliche) Argumentation eines Islamisten. Das ist spannend gemacht und provoziert nicht - Chapeau für diesen Spagat!

Sprachlich und thematisch ist "Alternativen" also absolut gelungen - für mich hat sich das auch in der Handlung fortgesetzt. Komissar Berg, der hier eigentlich schon in seinem zweiten Fall ermittelt (auch Unwissende wie ich finden hier aber den Einstieg!), ist ein sehr sympathischer Protagonist, die Spannung wird durch immer neue Wendungen und geschickte Zusammenarbeit der handelnden Personen aufrechterhalten. Besonders mochte ich das Ende, das sehr realistisch gehalten wurde und mir zusätzlich ein gehöriges Päckchen Stoff zum Nachdenken mit auf den Weg gegeben hat.

Mein Fazit: Ein intelligenter Krimi, dessen Umsetzung mich beeindruckt hat! Wer Interesse an der politischen Thematik mitbringt und sich darauf einlässt, wird hier gleich doppelt gerne mitlesen - von mir gibt's beide Daumen nach oben.

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77 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 62 Rezensionen

abschied, die chroniken der windträume, hoffnung, jando, liebe, märchen, meer, reise zu sich selbst, robbe, tod, traue, trauer, träume, wind, windträume

Die Chroniken der Windträume

Jando , Antjeca
Fester Einband: 120 Seiten
Erschienen bei Koros Nord, 16.09.2016
ISBN 9783945908075
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Tom und Jan müssen zu unterschiedlichen Zeitpunkten ihres Lebens mit einem schweren Verlust leben. Beide suchen Trost am Meer und beim Wind. Besonders letzterer hilft den beiden dabei, ihren Schmerz zu verstehen und zu lernen, warum es sich lohnt, sein Leben niemals aufzugeben...

Das Büchlein (120 Seiten hat es) ist aufgebaut und geschrieben wie ein modernes Märchen. Ich war dabei nicht ganz sicher, ob es eher Kinder anspricht oder auch Erwachsene, habe mich aber irgendwie auf "Ein bisschen von beidem" geeinigt. Ein Märchen eben, in dem auch der Wind mal Geschichten erzählen darf.

Von der Struktur her ist "Die Chroniken der Windträume" eigentlich ein 2 in 1 Buch. Toms und Jans Geschichte können nämlich mehr oder weniger unabhängig voneinander erzählt werden und haben beide ihren eigenen Reiz.
Untermalt werden die Geschichten von ganz zauberhaften Illustrationen, die wirklich perfekt die Stimmung des Buches treffen (wer mehr sehen möchte, dem sei die Seite der Illustratorin wärmstens empfohlen!).

Leider hat das Buch nicht ganz "meinen" Ton getroffen. Es ist sprachlich wunderschön gemacht und liest sich wie ein klassisches Märchen - aber für mich gab es zu wenig inhaltliche Entwicklungen, die wirklich zu einer Trauerbewältigung beigetragen hätten. So blieb es bei wunderschön gezeichneten Gleichnissen und dem Fazit "Genieße dein Leben", aber besonders Jan hatte nicht so richtig die Chance, seine Trauer wirklich zu verstehen. Das fand ich ein bisschen schade.

Ich kann das Buch aber trotzdem jedem ans Herz legen, der das Meer und den Wind genauso liebt wie ich und der gerne Märchen liest, die mal eine etwas andere Moral von der Geschicht' haben. Für jene Leser (und auch für mich) ist "Die Chroniken der Windträume" dann nämlich ein wunderbares Leseerlebnis, das für den ein oder anderen auch sehr emotional werden dürfte. Hach!

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247 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 58 Rezensionen

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Bourbon Sins

J. R. Ward , Marion Herbert , Katrin Kremmler
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei LYX, 28.06.2017
ISBN 9783736304017
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Vorsicht - wer den ersten Teil dieser Reihe nicht gelesen hat, sollte weder den Klapptentext des zweiten Teils noch diese Rezension hier lesen!
____________________
Nach Williams überraschendem Tod unter sehr mysteriösen Umständen ist Lane das einzige Mitglied der Familie, das noch einigermaßen handlungsfähig zu sein scheint. Doch der Abgrund, der sich durch das Erbe des Vaters Stück für Stück offenbart, ist tiefer als befürchtet.

Ich weiß nicht, warum auf den Klappentexten dieser Reihe immer wieder irgendwelche Liebesgeschichten in den Fokus gerückt werden - was mich an dieser Reihe nämlich von Anfang an so begeistert hat, war genau der Umstand, dass es nicht nur um Romantik und Sex und Affären geht. Vielmehr haben wir hier ein vielschichtiges Familiendrama mit Thriller- und Krimielementen und ganz fabelhaften Charakteren.

Nicht nur Lane ist nämlich vom Playboy zum Sympath mutiert, es ergeben sich auch so einige neue Bekanntschaften, die wirklich Pfeffer in die Handlung bringen (auch wenn mein persönlicher Favorit die Geschichte um Gin bleibt). Meiner Auffassung nach verliert Lane auch ein bisschen seine Protagonisten-Stellung. Durch den häufigen Perspektivwechsel und den Umstand, dass sich in gewisser Weise parallele Handlungsstränge entwickelt haben, von denen die handelnden Personen nicht unbedingt wissen, ist die Vordergründigkeit der Figuren ein bisschen ausgeglichener als im Auftakt zur Reihe. Beruhigenderweise hat das aber für mich (die ich wirklich schlecht mit Namen bin!) nicht für Verwirrungen gesorgt, sondern im Gegenteil dazu angeregt, weiter über die Einzelschicksale und ihre Verknüpfungspunkte nachzudenken. Die ganze Zeit versucht man, irgendwie zu erkennen, welche Entscheidungen Lane aus der ganzen Situation herausholen könnten (Überraschung: Das funktioniert leider so gar nicht!).

In der Mitte des Buches hatte ich schließlich das Gefühl, dass die Autorin nie wieder aus der Zwickmühle herauskommt, in die sie ihre Charaktere manövriert hat - trotzdem ergeben sich ein paar unerwartete Wendungen, die - wie auch im vorigen Teil - zwar sehr plötzlich geschehen, aber nicht unlogisch sind oder dem berühmten "ex machina"-Prinzip folgen.

Alles in allem: Hier trifft ein interessanter Genremix auf eine großartig ausgeklügelte Handlung. Und wer Lust auf ein modernes Familiendrama der etwas anderen Art hat, der wird auch vom zweiten Teil der "Bourbon Sins"-Reihe nicht enttäuscht werden =)!

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

Shadowcross: Madisons Party

Lillith Korn
Flexibler Einband: 56 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 02.07.2017
ISBN 9781546976578
Genre: Sonstiges

Rezension:

Riley ist also ein Hunter. Trotzdem geht sein Leben außerhalb der düsteren Welt von Shadowcross weiter - und so lernen wir in dieser Episode seine Freunde kennen, denn Riley ist auf Madisons Party eingeladen. Und das ist gar nicht mal so unterhaltsam, wie es jetzt klingt...

Wir verlassen also ein bisschen die Welt der Menschenfresser und Doppelgänger. In dieser Episode ist das Tempo reduzierter, die Hintergründe von Riley müssen geklärt werden, damit es mit der Handlung weitergehen kann. Ich fand das eine schöne Abwechslung, freue mich aber auch wieder auf die nächste Episode, die dem Ende nach zu urteilen wieder erheblich rasanter werden dürfte ;).
Der Schreibstil ist natürlich gewohnt flüssig, ich hatte das Buch innerhalb eines gemütlichen Stündchens auf dem Balkon durch.
Ich kann mir vorstellen, dass das Ende des Buches (eine überraschende Wendung inklusive Cliffhanger) bei einigen für Enttäuschung gesorgt hat, ich habe allerdings schon im Laufe des ersten Teiles damit gerechnet und bin deswegen überzeugt, dass uns da in der dritten Episode noch eine ausführliche Erklärung erwartet. Auf jeden Fall bietet auch dieses Buch, genau wie sein Vorgänger, viel Spielraum für Spekulationen, wie es weitergehen mag.

Alles in allem wieder eine spannende Episode - ich freue mich auf den nächsten Teil, der zeitnah bei mir eintrudeln sollte.

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395 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 129 Rezensionen

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Spectrum

Ethan Cross , Rainer Schumacher
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.07.2017
ISBN 9783404175550
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

August Burke ist kein Ermittler, wie er im Buche steht. Weil er das Asperger-Syndrom hat, fällt es ihm schwer, andere Menschen und ihre Handlungen richtig einzuschätzen. Auf der anderen Seite hilft ihm diese Fähigkeit zur nüchternen Einschätzung auch dabei, anspruchsvolle Kriminalfälle zu lösen - und so wird er an den Schauplatz einer dramatischen Geiselnahme gerufen...

Einen Ermittler mit einer geistigen "Einschränkung" dieser Art zu begleiten, ist aus Autorensicht gleich doppelt knifflig. Erstens versagt Burke auf zwischenmenschlicher Ebene völlig, was ihn für einen Leser unsympathisch machen könnte. Zweitens ist es als "Psychotypischer", wie Burke selbst sagt, unheimlich schwer, sich in das Denken und Handeln Betroffener hineinzuversetzen. Beides hat Ethan Cross allerdings meisterlich bewältigt. August Burke war für mich ein leicht verschrobener, aber durchaus bewundernswerter Kriminalberater. Ich kenne mich mit Asperger überhaupt nicht aus, aber die Einblicke, die uns in Burkes Psyche gewährt werden, waren für mich absolut überzeugend und berührend. Burke weiß, dass er anders ist und wo seine Schwächen liegen - trotzdem würde er nie mit anderen tauschen wollen.
Beeindruckt haben mich auch die beiden anderen Ermittler, die uns durch einen Perspektivwechsel zwischen den Kapiteln nahegebracht werden. Die Charaktere fand ich wirklich klasse und divers.

Eher schade war, dass die Handlung keine nennenswerten Besonderheiten enthielt. Es gibt Wendungen und Actionszenen, aber irgendwie konnte mich der Hintergrund der Geschichte nicht so richtig packen - es geht viel um das Hickhack zwischen den Geheimdiensten und Machtspielchen.
Das Ende hat zu meiner neutralen Haltung nicht unwesentlich beigetragen und so hatte Burke - der Ermittler, den ich eigentlich das ganze Buch über toll ausgeglichen fand! - mit dem Finale seinen "Justus Jonas"-Moment und lässt die völlig verfahrene Situation aus dem Handgelenk heraus platzen. Das fand ich wirklich schade, denn die ganze Zeit über schafft es Cross, den genialen Denker eben nicht als gnadenlos überlegen darzustellen. Die Ermittler ergänzen sich im Gegenteil wunderbar und müssen sich unterstützen, um weiterzukommen.

Schade - die Charaktere hätten hier Anlass zu mehr Tiefe gegeben. Alles in allem war aber "Spectrum" für mich immer noch ein guter Thriller, der spannend und unterhaltsam war und mit einem Protagonisten daherkommt, der in nachfolgenden Fällen bestimmt noch glänzen wird.
Ich würde hier gerne 3,5 Sterne geben wollen - aber im Zweifel für den Angeklagten ;)!

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Die Königin der Schatten - Verbannt

Erika Johansen , Sabine Thiele
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Heyne, 26.06.2017
ISBN 9783453315884
Genre: Fantasy

Rezension:

Immer noch sind wir mit Kelsey unterwegs, die in diesem Teil einfach nur von einem Problem ins nächste stürzt - eine feindliche Armee vor der Tür, selbst völlig machtlos, getrennt von allen, die ihr wichtig sind. Und dann ist da ja auch noch diese geheimnisvolle dunkle Macht, die aus dem Gebirge immer näher zu kommen scheint. Was hat Kelsey da nur entfesselt...

Endlich kommt alles zusammen! Wir erfahren hier die Geschichte der Überfahrt und was unsere Zeit eigentlich mit der von Kelsey verbindet (dass es da ein bindendes Glied gibt, war ja auch schon im ersten Teil klar - Irrungen und Wirrungen inklusive).
Der Schreibstil dieses Buches ist nach wie vor einfach packend. Auch diesen Teil hatte ich innerhalb von zwei Tagen weggefrühstückt, obwohl er immerhin 600 Seiten hat. Irgendwie kommt man bei dieser Autorin unheimlich schnell in einen Lesefluss, der einen nicht mehr loslässt.

Allerdings hat mich auch ein bisschen was gestört - zum einen gibt es da einige Ungereimtheiten in der Handlung. Dadurch, dass eine Verbindung zwischen dem Jetzt und Kelseys Welt geschaffen werden muss, verstrickt sich die Autorin in einige Logikfehler (oder irrationale Handlungen der Protagonisten). Die sind zwar nie so dramatisch, dass man sich laut darüber ärgern würde, häufen sich aber und fallen irgendwann auf.

Zum Zweiten wird Kelsey in diesem Teil wirklich von einer Schwierigkeit in die nächste geworfen. Ich habe mich schon am Anfang des Buches gefragt, wie Erika Johansen all die Herausforderungen auflösen will, mit denen der Leser konfrontiert wird. Die Antwort ist einfach: Auf einer epischen Heimreise quer durch's Land bieten sich die Lösungen quasi von selbst. Und so stolpert Kelsey scheinbar durch bloßen Zufall genau in die Arme der richtigen Menschen, um ihr Dilemma zu lösen. Das wirkt konstruiert und gewollt - irgendwie "hölzern". Das Ende ist dramatisch, ich fand es aber gut gelöst, auch wenn ich verstehen kann, dass der Aufschrei bei den Fans laut war...

Alles in allem finde ich diese Buchreihe aber nach wie vor absolut gelungen, die Entwicklung, die die Protagonistin und auch die Geschichte selbst durchmachen, machen unheimlich Spaß und durch die leichtgängige Lesbarkeit mag man über so manche logische Verzettelung auch einfach "weglesen". Während der erste Teil noch als klassische Jugendfantasy mit starker Hauptfigur losging, wurde es im zweiten Teil zunehmend düster. Hier im dritten Teil kann man schon fast von Darkfantasy sprechen, hinzu kommen die politischen Verstrickungen, die man auch als Leser nicht objektiv lösen könnte und die zu kniffligen ethischen Entscheidungen führen. Eine Stärke der Autorin ist nach wie vor die Charakterentwicklung - so schließt man nicht nur die Protagonistin ganz schnell in sein Herz, mir haben es besonders die Nebencharaktere angetan.

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Heartware

Jenny-Mai Nuyen
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.07.2017
ISBN 9783499267079
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Adam Eli ist vermutlich das, was man eine verkrachte Existenz nennen würde. Nach einer turbulenten Jugend mit Gewalt, Drogen und Bootcamp in Bolivien inklusive, hat der Mann diverse Fächer studiert und hält sich mit Ghostwriting-Aufträgen über Wasser. Sein Leben plätschert so vor sich hin, bis er eine mysteriöse Mail erhält - seine Jugendliebe ist nach einem geglückten Diebstahl auf der Flucht. Und Adam ist der einzige, der sie finden kann...

Tut euch selbst einen Gefallen und lest den Klappentext dieses Buches nicht! Dort wird ein wichtiges Detail bekanntgegeben, das der Leser eigentlich erst in der Mitte der Handlung erfahren sollte (nämlich was die Gute entwendet hat) - deswegen war ich auch leicht irritiert, dass so ein Brimborium darum gemacht wurde, es steht ja bereits in der Inhaltsangabe?

Willenja und Adam sind saucoole Protagonisten - beide sind eher undurchsichtig, leiden unter ihrer Vergangenheit, halten aber auch an ihr fest, weil sie sie aneinander bindet. Generell ist die Charakterzeichnung der Autorin ausgezeichnet gelungen - obwohl sehr viele Personen handeln (die Kapitel sind aus verschiedenen Sichtweisen geschrieben), hat man doch am Ende des Buches das Gefühl, die Gefühlslage des einzelnen gut erfasst zu haben. Bei mir hat jedoch die Menge an Namen - die Charaktere heißen nun auch nicht gerade Tom und Emma - anfangs für ziemliche Verwirrung gesorgt und ich habe ein Weilchen gebraucht, um dahinter zu kommen, wer gerade dran ist.

Der Schreibstil ist einfach nur grandios! Die Autorin schafft es, gesellschaftlich superkomplexe Sachverhalte in ihre Handlung einfließen zu lassen, ohne dass man direkt ein Lexikon zur Hand haben muss - ich war unglaublich beeindruckt, wie atmosphärisch und detailreich sie schreibt, ohne sich zu verzetteln. Fantastisch fand ich die Thematik, die erst nur anklingt und dann zentral für die Geschichte wird: Was will der Mensch eigentlich im Leben? Was braucht es, um frei zu sein? All das gepaart mit Gesellschafts- und Wirtschaftskritik, ein bisschen Politik, aber immer so, dass man sich nicht stehengelassen oder überfordert fühlt. Auch ich mit dem wirtschaftlichen Interesse eines Goldfisches konnte also folgen und habe mich in der Handlung zuhause gefühlt ;) Ich musste nach einigen Textstellen außerdem erstmal wilde Diskussionen mit meinem Freund starten, weil ich solchen Redebedarf hatte.
Wer gerne miträtselt und sich packen lässt, ist hier bestens aufgehoben. Immer wenn man gerade meint, die Lösung erfasst zu haben, wird alles noch mal umgeschmissen und man fängt quasi von vorne an, Theorien aufzustellen. Die Wendungen habe ich überhaupt nicht kommen sehen und sie sind logisch und stringent aufgebaut und kommen nicht aus dem Nichts.

Mein Fazit: Ein packender Thriller mit vielen Handlungssträngen und überraschenden Wendungen, die aufgegriffenen Themen werden mich noch länger beschäftigen... Einen Stern Abzug gebe ich für anfängliche perspektivische Verwirrung und das Detail im Klappentext, das mich etwas gestört hat. Jenny-Mai Nuyen konnte mich jedoch ansonsten sprachlich und inhaltlich wirklich überzeugen, mehr davon!

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