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158 Bücher, 154 Rezensionen

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89 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

seelenwächter, joanne, jessamine, jaydee, fantasy

Die Chroniken der Seelenwächter - Die Erlösung

Nicole Böhm
E-Buch Text: 373 Seiten
Erschienen bei Greenlight Press, 15.10.2015
ISBN 9783958341364
Genre: Fantasy

Rezension:  
Tags: dämonen, nicole böhm, seelenwächter   (3)
 

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(8)

13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

dämonen, m.h. steinmetz, succubus, lilith

Abaddon

M.H. Steinmetz
E-Buch Text: 261 Seiten
Erschienen bei Papierverzierer Verlag, 25.10.2016
ISBN 9783959623155
Genre: Sonstiges

Rezension:

Achtung, dies ist der 2. Band - die Rezension könnte Spoiler enthalten!

Die Charaktere
Lucy befindet sich nun vollends in den Fängen von Lilith, die die Band Hell's Abyss für ihre Weltuntergangspläne nutzt. Lucy findet keinen Weg für sich, ist immer auf der Suche nach dem, was sich für sie richtig anfühlt. Lange wehrt sie sich gegen den Wechselbalg und den Succubus in sich.
Derweil schließen sich Lucys Mutter Lydia, Berkowitz, der Son of Sam und Andrew, Lucys Verflossener zusammen, um Lilith aufzuhalten. Und irgendwo dazwischen sind auch noch die Engel Elyon und Duma, die ebenfalls ihre Pläne verfolgen.
Der Erzählstil lässt es nicht zu, einen Hauptcharakter herauszukristallisieren. Es dreht sich zwar alles um Lucy, aber sie bleibt undurchsichtig und unnahbar. Ebenso Andrew hat wieder eine Rolle inne, aber auch er ist nur blass, obwohl ihm doch eine gewisse Bedeutung zuteil wird. Eine Identifikation mit einem von beiden fehlt völlig.
Sämtliche Personen wirken wie Statisten und punkten mit ihrer Oberflächlichkeit.
Andrews Liebe zu Lucy war schon in Band 1 schwer nachvollziehbar und auch dieses Mal kann man ihm diese nicht abkaufen. Man versteht es einfach nicht, kann es nicht nachempfinden, wieso er sich immerzu für sie in die Bresche wirft.

Die Story:
Die Anknüpfung an den Vorgängerband ist nicht nahtlos. Das Geschehen beginnt deutlich weiter in der Zukunft. Hier muss man als Leser umdenken, hat man doch noch ein paar ergänzende Szenen erwartet. Der Beginn wirkt dadurch etwas holperig.
Die Story insgesamt ist hart, schonungslos und surreal.
Auffällig ist, dass der Autor aufwendige Hintergrundrecherchen getätigt haben muss. Die mystischen Elemente wirken versiert und sind passend eingebaut.

Der Schreibstil:
Herr Steinmetz umschreibt alles sehr ausführlich. Besonders auf Gewalt- und Sexszenen legt er sein Hauptaugenmerk. Dabei stellt er sexuelle Praktiken und bestialische Grausamkeiten überzogen dar. Irgendwann hat man die sinnbildlich vor Blut triefenden, gewaltsamen Schilderung satt und fragt sich, ob der Autor sich selbst dabei ernst nimmt oder ob er alles bewusst, womöglich mit einem Augenzwinkern, so überspitzt.
Die Band Hell's Abyss wirkt authentisch und greifbar. Ihr Image wird durch entsprechende Liedtexte untermalt, die - alle für sich - ein eigenes Kapitel erhalten: Flesh Mob, Pain Killer und Dispair.
Leider sind mir auch einige Fehler aufgefallen, die einen unsorgfältigen Eindruck erwecken.

Ende:
Das Ende kommt unerwartet, weil ich mehr etwas in Richtung Happy End vermutet hatte. Aber im Nachhinein betrachtet, finde ich es sogar besser so.
Einiges wird offen gelassen und mit dem Abschluss soll neugierig auf die Fortsetzung gemacht werden. Ich für meinen Teil werde aus der Serie aussteigen, da dieser Band nicht mehr meinen Geschmack getroffen hat.

Fazit:
Herr Steinmetz konnte mich mit der Fortsetzung seines surrealen Horror-Romans nicht überzeugen. Die Charaktere sind blass und unnahbar; das Setting vermehrt überzogen - die Weltuntergangsmaschinerie von Lilith wütet von nun an ohne mich weiter.
2 1/2 von 5 Sterne

litis-fabelhafte-welt-der-buecher.blogspot.de

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Tags: dämonen, lilith, m.h. steinmetz, succubus   (4)
 

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70 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

dämonen, vater, 5 sterne, paige mckenzie, jugendbuch

Sunshine Girl - Das Erwachen

Paige McKenzie , Alyssa Sheinmel , Doris Hummel
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei bloomoon, 15.02.2017
ISBN 9783845815213
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Achtung, dies ist der 2. Band - die Rezension könnte Spoiler enthalten!

Die Charaktere:
Sunshine weiß nun, dass sie eine Luiseach ist und geht bei ihrem Vater Aidan in "Lehre". Dafür zieht sie mit ihm auf ein verlassenes Universitätsgelände irgendwo in Mexiko.
Sunshine wirkt nun schon etwas erwachsener als im 1. Band. Dies wird durch die nicht mehr so stark verwendete kindliche Sprache suggeriert. Einerseits finde ich es gut, dass sich die Geschichte nicht mehr so jugendlich liest, anderseits wundere ich mich über den enormen Sprung im Ausdruck. Denn zwischen Band 1 und 2 sind gerade mal ein paar Tage vergangen. Wieso spricht und denkt Sunshine nun erheblich reifer? Hier hätte ich mir mehr Einheitlichkeit gewünscht.
In diesem Teil wird das Hauptaugenmerk auf neue Personen (Aidan und Lucio) gelegt und die sympathischen Protas aus Band 1 (Nolan und Sunshines Mutter Kat) geraten in den Hintergrund. Ich persönlich finde das sehr schade, denn durch Aidan und Lucio wirkt die gesamte Story etwas kühler.

Die Story:
"Das Erwachen" knüpft nahtlos an seinen Vorgänger "Die Heimsuchung" an und der Leser findet sehr gut in die Geschichte rein.
Leider wird einiges, was Sunshine bei Aidan erlebt und lernt, gar nicht weiter thematisiert und damit oberflächlich behandelt. Es fehlt die Tiefe. Da Sunshines Aufenthalt einen Großteil der Erzählung ausmacht, zieht sich der fehlende Tiefgang durch das gesamte Werk.
Des Weiteren ist der Grusel nicht präsent und bleibt fast komplett aus. Mit den Schauer-Elementen hat die Autorin im 1. Teil mehr Talent bewiesen.

Schreibstil:
Der bildliche Schreibstil ist für mich der einzige Pluspunkt in diesem Bereich.
Ansonsten habe ich mich leider mit seichter, wenig spannender Unterhaltung konfrontiert gesehen. Frau McKenzie bekommt bedauerlicherweise keinen Sog in die Geschichte und hat somit schon sehr früh meine Aufmerksamkeit verloren.

Ende:
Das Ende ist unbefriedigend, teilweise übertrieben und viel zu abrupt; so als würden noch Seiten fehlen. Mit diesem Abschluss bin ich mir über mein Interesse an der Fortsetzung nicht ganz sicher.

Fazit:
Mit "Das Erwachen" legt die Autorin eine schwache Fortsetzung hin, der es an Einheitlichkeit, Grusel und Spannung fehlt.
2 1/2 von 5 Sterne

litis-fabelhafte-welt-der-buecher.blogspot.de

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Tags: dämonen, geister, paige mckenzie, sunshine, vater   (5)
 

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10 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

geheimnis, mystery, thriller, astralwanderung, psycho

Sie weiß von dir

Sarah Pinborough
E-Buch Text: 448 Seiten
Erschienen bei Rowohlt E-Book, 20.01.2017
ISBN 9783644573314
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Charaktere:
Louise ist eine alleinerziehende Mutter und lernt in einer Bar David kennen, der kurz darauf ihr neuer Chef wird. Da die Verwicklung schon peinlich genug ist, versuchen die beiden gegen ihre Gefühle anzukämpfen. Der Versuch währt allerdings nicht lange. Zwischenzeitlich trifft sie auf Adele, Davids Ehefrau, und freundet sich mit ihr an. Wohl wissend um die verzwickte Lage, in der sie sich befindet, kann sie sich dennoch von keinem der beiden trennen und verheimlicht beiden ihre Bekanntschaften.
Adele ist mit ihrer Kindheits- und Jugendliebe David verheiratet. Dennoch hat sich in ihrer Ehe einiges verändert - die Liebe scheint fast vollständig erlischt zu sein und Adele ist fest entschlossen, ihren David mit allen Mitteln zu behalten.
Das Buch wird im Wechsel zwischen Louise und Adele erzählt. Beide erleben wir in der Ich-Perspektive. Der Blickwinkel auf beide ist gut gewählt, denn die Frauen wirken dadurch authentischer. Auch ihre Wesenszüge sind ansprechend und glaubhaft dargestellt. Einzige Merkwürdigkeit ist, dass offensichtlich alle Charaktere Alkoholiker sind.
Der Leser kann mit Adele mitfühlen und schlägt sich auf die Seite der betrogenen Ehefrau und Freundin. Dennoch kommen ihm immer wieder Zweifel. Er ahnt, dass Adele etwas ausheckt und fragt sich "Wie böse ist sie wirklich?" und "Ist David nur das Opfer?"

Die Story:
Anfangs erscheint das Buch wie ein Beziehungsdrama. Nach und nach entpuppt es sich aber als ein ausgeklügelter Mystery-Psychothriller. Es ist geheimnisvoll und thematisiert unter anderem die Astralwanderung.
Während des Lesens entstehen immer wieder Fragen und man kann einfach nicht aufhören das Buch zu verschlingen. Unter anderem möchte man die ganze Zeit wissen, was Adele vor hat und was sie plant und dieses Hin- und Her-Denken macht fast wahnsinnig (im positiven Sinne).

Der Schreibstil:
Durch den ansprechenden Wechsel zwischen Louise und Adele entsteht ein angenehmer Sog und die Story fließt wie von selbst dahin.
Die Spannung baut sich nach und nach auf, während die Autorin den Leser gekonnt an der Nase herum führt.

Ende:
Das Ende ist total abgefahren. Man rechnet partout nicht damit. Es ist nach langer Zeit mal wieder ein Schluss, der mitreißen kann und im Gedächtnis bleibt.

Fazit:
Frau Pinborough überzeugt mit ihrem ausgeklügelten Mystery-Psychothriller voller einnehmender Charaktere, geheimnisvoller Wendungen, unterhaltsamer Sogwirkung und einem mitreißenden Ende.
4 1/2 von 5 Sterne

litis-fabelhafte-welt-der-buecher.blogspot.de

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Tags: affäre, astralwanderung, freundin, geheimnis, mystery, psycho   (6)
 

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5 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

andere welten, siedlung, retterin, herausforderung

Die letzte Melderin II.: Die Melderin

Michael Georg Spitzer
E-Buch Text: 298 Seiten
Erschienen bei neobooks, 30.09.2016
ISBN 9783738080063
Genre: Fantasy

Rezension:


Achtung, dies ist der 2. Band - die Rezension könnte Spoiler enthalten!


Die Charaktere:
Nach der Flucht aus ihrer Siedlung taucht Dan mit Jonas und Mick in einer kleiner Hütte mitten im Nirgendwo von Europa unter. Dan braucht ihre Zeit, um das Erlebte in der Siedlung zu verkraften, vor allem da sie auch für den Tod einiger Menschen verantwortlich ist. Jonas ist ihr dabei eine große Hilfe - wohingegen sie sich immer weiter von Mick, ihrer alten Jugendliebe, entfernt. Ihr wird eine große Aufgabe zuteil: Einige Mitglieder der Regierung planen etwas Großes und sie muss es verhindern, bevor ein Unglück geschieht. Bereits während der Zeit in der Siedlung hat sie eine ungefähre Ahnung über die Ausmaße bekommen, aber die Auswirkungen sind bedeutender als sie ahnt.
Dan besitzt eine unglaubliche Gefühlstiefe, die es dem Leser sehr gut ermöglicht, sich in sie hineinzuversetzen. Mit ihrer impulsiven und unbeherrschten Art, die nicht recht zu ihr passen will, schießt sie zwar manchmal etwas quer,  aber diese Charaktereigenschaft bringt sie bei ihren Plänen voran.
Dans Rolle erscheint mir zu perfekt. Warum soll ausgerechnet sie alles verändern? Warum nicht jemand Stärkeres, jemand mit mehr Einfluss? Was ist an ihr besonders? Und keiner ihrer Sympathisanten nimmt selbst etwas in die Hand - alle geben die Verantwortung an sie ab. Das erscheint mir doch sehr unrealistisch.  Außerdem kann ich nicht recht nachempfinden, warum alle nach ihrer Pfeife tanzen. In ihre Rolle als "Anführerin" ist sie eher durch Glück als Können hinein geraten und sie hatte obendrein immer Hilfe, musste nichts allein bewältigen. Dennoch sehen alle zu diesem noch unerfahrenen Mädchen auf, als wäre sie der neue Messias. Sie wird für meinen Geschmack viel zu schnell glorifiziert und empor gehoben und erhält eine Rolle, die ich ihr nicht abkaufen kann.


Die Story:
Mit Beginn des 2. Bandes ist man sofort wieder im Geschehen drin. Der Autor macht es dem Leser leicht, wieder hineinzufinden. Es kommen außerdem ein paar Dinge ans Licht, die sich im 1. Teil nur angedeutet haben und machen somit aus der Story etwas Rundes.


Der Schreibstil:
Die Dialoge sind durchweg authentisch. Dennoch waren es für meinen Geschmack zu viele Dialoge und innere Monologe und Gedanken. Die Handlung kommt nur schleppend voran, weil sich Herr Spitzer zu sehr auf Dans Gefühle fokussiert. Die Spannung wird dadurch leider ebenso getrübt.
Doch auch, wenn die Spannung über weite Teile fehlt, liest sich die Geschichte dennoch flüssig.


Das Ende:
Die Dramatik zieht zum Ende etwas an. Es gibt ein paar unerwartete Wendungen, die mich neugierig weiteren Entwicklungen entgegen sehen lassen. Das Ende ist nervenaufreibend mit einem wirklich, wirklich fiesen Cliffhanger.


Fazit:
Die Charakterdarstellung der Hauptprotagonistin erfolgt mit viel Gefühl, dennoch wird sie aus einem mir unerfindlichen Grund glorifiziert. Die Geschichte ist zwar flüssig, aber die Spannung wird durch lange Monologe getrübt und nur das Ende gibt dem 2. Band wieder etwas Aufwind.


litis-fabelhafte-welt-der-buecher.blogspot.de

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Tags: andere welten, herausforderung, retterin, siedlung   (4)
 

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107 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

roboter, science fiction, wissenschaft, sci-fi, roman

Giants - Sie sind erwacht

Sylvain Neuvel , Marcel Häußler
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.08.2016
ISBN 9783453316904
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Die Charaktere:
Da dieses Buch komplett ohne Hauptprotagonisten auskommt und zwar auch noch so, dass man nicht das Gefühl bekommt, es würde etwas fehlen, hat es bei mir bereits von Anfang an punkten können. Es ist gewagt, aber dem Autor dennoch gelungen.
Ein unbekannter Mann führt mit Hilfe von Interviews durch die Geschichte. Man erfährt nicht viel über ihn und gerade das macht ihn umso reizvoller. Wer ist er? Woher kommt er? Und für wen arbeitet er?

Die Story:
Um die Geschichte über den riesigen, unbekannten Robert erzählen zu können, wird das Buch mit Hilfe von Interviews, Tagebucheinträgen und Zeitungsartikeln aufgebaut. Die Struktur eines typischen Romans findet man hier nicht wieder. Das stört aber auch nicht weiter, sondern gibt der Story die richtige Würze.
Die Idee dahinter und die Vorstellung, dass es so etwas wirklich geben kann, ist unglaublich faszinierend. Die überzeugende Umsetzung tut ihr Übriges.

Der Schreibstil:
Die Kapitel sind mit "File..." überschrieben und suggerieren damit die Öffnung einer geheimen Staatsakte.
Der Erzählstil/Aufbau ist ungewöhnlich. Und manche Leser dürfte er an Sarah Lotz' Werk "Die Drei" erinnern. Mit einer Ausnahme: Selbst mit den Interviews und den diversen Zeitungsartikeln werden die Gedanken und Gefühle der Protagonisten überzeugend übermittelt. Wie Herr Neuvel das schafft, kann ich mir nicht erklären. Aber es funktioniert. Dadurch entwickelt das Buch eine ganz eigene Sogwirkung und liest sich obendrein angenehm flüssig.
Erfrischend finde ich außerdem den Humor, der vor allem im Zusammenspiel mit der unbekannten Person einfließt.

Ende:
Das Ende ist offen und lässt viele Spekulationen zu. In jedem Fall macht es neugierig auf die Fortsetzung.

Fazit:
Hier überzeugt nicht nur die gelungene Hintergrundgeschichte, sondern auch der ungewöhnliche Erzählstil und die damit einhergehende anschauliche Darstellung der Charaktere.

litis-fabelhafte-welt-der-buecher.blogspot.de

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Tags: außerirdische, roboter, wissenschaft   (3)
 

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15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

haustiere, katze, thrille, science-fiction, luzifer verlag

MORT(E)

Robert Repino
E-Buch Text
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 30.09.2016
ISBN 9783958351295
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Die Charaktere:
Sebastian, unserer Hauptprotagonist, war einst ein Hauskater bis er durch die Hormone der Ameisenkönigin aufsteigt und damit nahezu menschliche Gestalt annimmt - wie jedes Tier auf der Erde. Sebastian ist einsam und versteht nicht, was vor sich geht. Er vermisst seine Hunde-Freundin Sheba, die nach der "Verwandlung" verschwunden ist. Sein ganzer Weg ist nur von der Suche nach ihr gezeichnet.
Wie würde sich eine Katze verhalten, wenn sie vermenschlicht wird? Der Autor stellt Sebastian, der nach der Verwandlung nur noch Mort(e) heißt, als kühlen und emotionslosen Charakter dar. Auch, wenn Mort(e) eher distanziert erscheint, was durch die trockene Schreibweise noch unterstützt wird, kann Herr Repino dennoch die Gefühle des Katers übermitteln. Wobei hier einzig die Gefühle zu Sheba existieren. Ansonsten ist Mort(e) innerlich tot. Leider fehlt dadurch auch eine Identifikation mit ihm. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich es gut oder schlecht finde: Der Charakter ist überaus überzeugend getroffen, leider wird das Zugehörigkeitsgefühl zum Kater in Mitleidenschaft gezogen.

Die Story:
Die Handlung ist teilweise schwer verständlich, weil Informationen zum besseren Verständnis fehlen. Der Autor erklärt zu wenig, und wenn er es erklärt, dann unglaublich kompliziert und umständlich.
Die Geschichte ist komplett verrückt und sehr abwegig, daher konnte ich mich auf den Plot schwer einlassen.
Auch mit dem religiösen Input, der im letzten Drittel sehr viel Raum einnimmt, konnte ich nichts anfangen.

Der Schreibstil:
Der Erzählstil ist durchweg abgehackt und meiner Ansicht nach passend für eine denkende Katze (siehe "Charaktere"). Leider ist er aber auch trocken, nüchtern, distanziert und häufig emotionslos. Dadurch liest sich alles etwas fade und man schweift mit den Gedanken zu häufig ab.
Pluspunkt ist, dass die Stimmung überzeugend bedrückend und bedrohlich dargestellt ist. Man hat die ganze Zeit über ein beklemmendes Gefühl.

Ende:
Das Ende ergibt eine runde Sache und passt gut in den Plot.

Fazit:
Der Charakter Mort(e) wird zwar sehr distanziert dargestellt, überzeugt aber irgendwie doch, auch wenn die Identifikation fehlt. Der Rest ist leider nur trocken und fade mit einer verrückten Idee, die schwer verständlich ist und auf die ich mich schwer einlassen konnte.

litis-fabelhafte-welt-der-buecher.blogspot.de

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Tags: ameisen, armageddon, haustiere, katze, krieg   (5)
 

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

rache, krimi, mord, schleuser, köln

Ich werde nicht ruhen

Alexander Hartung
E-Buch Text: 274 Seiten
Erschienen bei Edition M, 27.12.2016
ISBN 9781503998520
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Die Charaktere:
Man erfährt nicht viel über den Hauptcharakter Carl Harmer. Gleich zu Beginn begleitet man ihn bei einem Mord. Einem Mord, mit dem er Rache für den Einsturz eines Gebäudes nimmt. Eines Gebäudes, in dem offensichtlich Menschen starben, die er kannte, möglicherweise auch liebte. Das ist alles, was dem Leser zunächst offenbart wird. Aber es genügt. Man kann sich in Carl hinein fühlen, auch, wenn er Drahtzieher foltert und tötet. 
Rückblicke aus der Vergangenheit sorgen dafür, dass man versteht, was ihn antreibt und motiviert. Sie lassen den Leser mitfühlen und -erleben.
Carl wirkt durch seine Taten unglaublich menschlich. Er ist ein starker Charakter, den man zwangsläufig lieb gewinnt.
Bis auf Carl bleiben alle Charaktere eher blass, weil deren Entwicklung für den Fortgang der Geschichte nicht wichtig ist. Einzig Carl ist bedeutsam. Auf seinem Rachefeldzug lernt er zwar noch Zhai kennen, aber auch sie bleibt eher undurchsichtig. Das stört aber nicht weiter. Ich finde, allein mit der Charakterdarstellung von Carl hat der Autor etwas geleistet.


Die Story:
Der Klappentext verrät nicht zu viel und letztendlich ist die Geschichte so ganz anders als der Klappentext vermuten lässt. Sie ist obendrein noch grandios, ideenreich und super umgesetzt.
Zu vielen Themen muss der Autor eine ausführliche Recherche gemacht haben. Ich bin zwar nicht vom Fach was Einbruchswerkzeuge, Betäubungsmittel, IT-Belange u.a. angeht, aber alles erscheint mir stimmig ausgearbeitet.  
Es gibt auch eine dezente Liebesgeschichte, die angenehm im Hintergrund abläuft und nicht zu viel Platz einnimmt.


Schreibstil:
Der Schreibstil ist flüssig und ansprechend. Gern folgt man den Zeilen des Autors. Es macht Spaß, bei der Entwicklung der Geschichte beizuwohnen.


Das Ende:
Am Ende wird alles aufgelöst. Zum einen überraschen die letzten Seiten, zum anderen sind sie auch unglaublich traurig. Mit der Auflösung habe ich nicht gerechnet.


Fazit:
Alexander Hartung überzeugt mit einer ideenreichen Story, die grandios umgesetzt ist und eine stimmige Hintergrundrecherche aufweist. Der Hauptcharakter kann menschlicher nicht sein und macht das Lesen zu einem mitfühlenden Erlebnis.
4 1/2 von 5 Sterne


litis-fabelhafte-welt-der-buecher.blogspot.de

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Tags: alexander hartung, mörder, rache, schleuser   (4)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

thriller, mystery, silent hill, agrophobiker, überfall

Dämmergrau - Vakkerville-Mysteries Teil 1

Anton Serkalow
E-Buch Text: 296 Seiten
Erschienen bei Anton Serkalow, 31.10.2016
ISBN B01LD5BSJ2
Genre: Fantasy

Rezension:


Die Charaktere:
In "Vakkerville-Mysteries" gibt es keinen richtigen Hauptcharakter. Jeder beteiligten Person steht eine wichtige oder auch mal weniger wichtige Rolle zu. Dort wären z.B. Leo, der Agoraphobiker, der behinderte Scheuch, das Mannsweib Babs, der Innensenator Kristóf Szabó, sein Bodyguard Samira und Fabio, der Pfleger in der psychiatrischen Anstalt "Spiegelgrund" - um nur ein paar zu nennen. Das waren "nur ein paar", denkt ihr euch? Ja, denn es sind wirklich viele Charaktere und es ist gar nicht so einfach, bei allen den Überblick zu behalten. Gleichzeitig ist es aber enorm wichtig, denn alle tauchen früher oder später wieder auf. Alle sind wichtig für das große Ganze, das unweigerlich noch kommen wird.
Und obwohl man befürchtet, dass sich Herr Serkalow bei der Masse an Protagonisten verrennt, gelingt es ihm, keinen einzigen oberflächlich darzustellen. Jeder Charakter erhält Tiefe und Persönlichkeit. Das ist wirklich eine Leistung.

Die Story:
Der Autor bedient sich Elementen aus "Silent Hill" und "Der Zauberer von Oz". Diese Mischung ist extravagant und macht die Geschichte einzigartig.
Alle Erzählstränge führen am Ende zusammen und die Story ergibt ein geordnetes Bild. Hierfür muss man allerdings sehr aufmerksam lesen, denn es gibt viele Informationen, die man sortieren und auswerten muss. Herr Serkalow schafft es aber, dass der Leser nicht den Faden verliert.
Die Verknüpfung der Erzählstränge miteinander macht durchweg neugierig und steigert die Spannung.

Der Schreibstil:
Der Autor spielt gekonnt mit Metaphern und der Schreibstil ist flüssig. Herr Serkalow bedient sich einer ganz eigenen, irgendwie halb derben Ausdrucksweise, die hier aber sehr gut hinein passt.

Das Ende:
Der ohnehin spannende Showdown wird durch kurze, prägnante Kapitel noch eindringlicher. Es werden nicht viele Fragen beantwortet - das meiste bleibt offen. Dennoch schreckt das nicht ab, sondern macht im Gegenteil eher neugierig auf die Fortsetzung.

Fazit:
Herr Serkalow schafft es bei der Masse an Charakteren Tiefe und Persönlichkeit zu erzeugen und spinnt mit Elementen aus "Silent Hill" und "Der Zauberer von Oz" eine ganz eigene und extravagante Geschichte.
4 1/2 von 5 Sterne

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Tags: der zauberer von oz, geheimnis, geister, mystery, silent hill, überfall   (6)
 

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200 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 46 Rezensionen

katze, freundschaft, krimi, kater, katzen

Winston - Ein Kater in geheimer Mission

Frauke Scheunemann
Fester Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Loewe, 15.08.2013
ISBN 9783785577806
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Ein Kater in geheimer Mission" ist eine niedliche Geschichte mit Herz über einen etwas versnobten Kater, der über seinen Schatten hinaus wächst und sich mutig den Abenteuern stellt.

Winston versteht zwar unsere Sprache, aber längst nicht alle Gepflogenheiten, die die Menschen so an den Tag legen. Er ist noch ein junger Kater und daher relativ unerfahren im Umgang mit Menschen und lernt noch dazu. Bisher kennt er nur seinen Besitzer und dessen Hausfrau. Als aber eine neue Hausfrau in sein Leben tritt und diese auch noch ihre 11-Jährige Tochter mitbringt, ist das Chaos komplett. Vor allem, da er dann bald im Körper dieses Mädchens steckt...
Auch, wenn Frau Scheunemann die Unerfahrenheit von Winston gut zu transportieren versucht, gelingt ihr dies nicht immer zu 100%. Manchmal erscheint mir der Kater doch etwas zu schlau - gerade dann, wenn es für den Fortgang der Geschichte förderlich ist. Das finde ich etwas schade und nicht glaubwürdig. Wenn man einmal davon absieht, dass ein Menschen verstehender Kater auch nicht sehr realistisch ist. Aber darauf kann man sich noch einlassen und das ist ja mit Klappentext auch bekannt. Ich hätte es schöner gefunden, wenn die Autorin die Unbedarftheit von Winston etwas besser dargestellt und ihn nicht manchmal zu einer - für seine Verhältnisse - Intelligenzbestie gemacht hätte.

Die einzelnen Kapitel werden mit thematisch passenden Überschriften und niedlichen Katzenbildern mit Wollknäuel eingeleitet.
Dass man ein Kinderbuch (ab 11 Jahren) in der Hand hat, merkt man sehr schnell. Ich bin bisher nur Jugendbücher gewohnt und konnte mich mit den charakteristischen Merkmalen eines Kinderbuches schwer anfreunden: zu einfach, zu kindlich, die Abläufe zu perfekt. Dennoch kann ich das der Autorin nicht negativ ankreiden - es ist eben einfach nicht nach meinem Geschmack.
Schade finde ich, dass die Eigenarten einer Katze nicht richtig zur Geltung kommen oder manchmal auch falsch dargestellt werden. Möglicherweise liegt das daran, dass die Autorin ein Hundemensch ist und sich nicht so mit Katzen auskennt. Allerdings ist das, wie ich finde, keine gute Voraussetzung, um ein Buch über eine Katze zu schreiben. Aber den jungen Lesern fällt das wohl nicht so auf.

Das Ende ist natürlich vorhersehbar, aber dennoch ganz nett umgesetzt.


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  (19)
Tags: frauke scheunemann, freunde, kater, krimi, winston   (5)
 

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32 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

thriller, kill girl, a. r. torre, erotik, mörderin

Kill Girl - Mörderisches Begehren

A.R. Torre ,
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 14.03.2016
ISBN 9783734101489
Genre: Erotische Literatur

Rezension:


Die Charaktere:
Deanna ist auch im 2. Band immer noch ihrem Camming-Geschäft treu, traut sich nun aber mit der Hilfe ihres Freundes Jeremy ab und an mal "unter Leute". So wird ihr klar, wie sehr sie es vermisst hat, an den Aktivitäten des täglichen Lebens teilzunehmen. Ihr fällt immer mehr die Decke auf den Kopf. Auch stellt sie sich häufiger der Herausforderung mit anderen Menschen zu interagieren, um ihre mörderischen Gedanken auszuloten, zu schauen, wie ihr Körper darauf reagiert und auch daran zu arbeiten, nicht jeden auf der Straße kaltblütig zu ermorden. Man kann ganz klar erkennen, dass sie sich weiterentwickelt hat und auch reifer geworden ist.
Ihr Freund Jeremy erscheint mir als Charakter immer noch sehr blass, wohingegen Marcus Renza - der Kunde, der im Klappentext erwähnt wird - und ihr langjähriger Camming-Freund Mike etwas mehr Tiefe erhalten.
Deanna wird in der 1. Person dargestellt, wohingegen die Erzählstränge der anderen Protas in der 3. Person erscheinen. Deanna soll ganz klar das Hauptaugenmerk erhalten und man leidet und fühlt mit ihr mit. Dennoch fällt es mir schwer, mich zu 100% in sie hinein zu versetzen. Es ist ihrer mörderischen Ader geschuldet, deren Drängen und Trieb ich einfach nicht nachvollziehen kann (was eigentlich auch gut so ist ;-)).

Story:
Ich finde die Story recht ausgefallen, wenn man vor allem die psychopathische Hauptprotagonistin betrachtet, die sich in ihren eigenen 4 Wänden einschließt, um niemanden zu töten. Allerdings erscheint es mir doch etwas zu perfekt, dass der nach Blut dürstenden Deanna das "Opfer" (Marcus Renza) regelrecht auf dem Präsentierteller serviert wird. Und der UPS-Bote Jeremy liebt sie heiß und innig, obwohl er sich offensichtlich nur von ihrem Körper und ihrer mystischen Aura angezogen fühlt - dass er eine Killerin in seine Nähe lässt, die ihm jederzeit das Leben aushauchen kann, scheint ihm nicht so wichtig.

Der Schreibstil:
Insgesamt ist das Werk flüssig und ansprechend geschrieben. Das Erzähltempo ist gleichmäßig, mit einigen spannenden Passagen. Stellenweise wird es auch sehr erotisch und die Autorin versteht es, die Erotik gekonnt in Szene zu setzen.
Durch die parallelen Erzählstränge von Deanna und Marcus Renza erhält man einen guten Rundumblick. Auch die Sequenzen der weiteren Charaktere untermalen die Geschichte. 
Gut und erfrischend finde ich, dass der Fokus nicht mehr so sehr auf dem Camming liegt, wie einst beim Vorgängerband. Das hätte den Plot ansonsten eintönig gemacht.

Ende:
Das Ende ist nicht zu unrealistisch oder unglaubwürdig. Es ist genau richtig, um sich als Leser gut zu fühlen.

Fazit:
Eine nach wie vor ausgefallene Geschichte mit einem ansprechenden Schreibstil. Die Story wirkt allerdings etwas konstruiert und es fällt auch in Band 2 noch schwer sich mit Deanna zu identifizieren.
3 1/2 von 5 Isis'

litis-fabelhafte-welt-der-buecher.blogspot.de

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Tags: a. r. torre, kill girl, mörderin, psychopathin, stalker   (5)
 

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217 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 51 Rezensionen

liebe, jugendbuch, freundschaft, meer, ulla scheler

Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen

Ulla Scheler
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.08.2016
ISBN 9783453270435
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Charaktere:
Hanna und Ben sind schon von klein auf miteinander befreundet und ihre Freundschaft besteht auch noch als sie ihr Abitur machen. Niemand kann die beiden trennen. Sie sind wie zusammen gewachsen. Ein Herz und eine Seele. Wo der eine ist, ist auch der andere.
Hanna ist die Vernünftige von beiden. Sie versucht Ben immerzu bei seinen Dummheiten auszubremsen. In den meisten Fällen scheitert sie allerdings dabei und schließt sich ihm an, weil sie eben alles gemeinsam tun. Ben war schon immer etwas draufgängerisch und schon gar kein Musterschüler. Er kommt aus einem schlechten Elternhaus und den Selbstmord seines Vaters hat er nicht verkraftet. Das alles formt ihn - das alles macht ihm zu dem, der er ist.
Hanna und Ben verbindet eine so tiefe Freundschaft, dass sie Sehnsüchte weckt und man sich auch einen Freund wie Ben wünscht. Frau Scheler kann die Gefühle der beiden Protagonisten zueinander so unglaublich authentisch transportieren, dass es weh tut. Da der Leser alles aus der Sicht von Hanna erfährt, kann er sich besonders gut in sie hinein fühlen und spürt ihre Gefühle, die sie für Ben hat. Mit den Charakteren und der Darstellung derer hat die Autorin ein großes Talent bewiesen.

Die Story:
Im Großen und Ganzen ist "Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen" eine tragisch-schmerzvolle Liebesgeschichte. Der Hauch Mystery, der durch den Klappentext suggeriert wird, ist eher unbedeutend und hat mich auf eine falsche Fährte geführt. Dennoch bin ich froh, das Buch gelesen zu haben.
Nicht gut gefallen haben mir die vielen Gedanken von Hanna und einige Handlungssequenzen, bei denen es einfach nicht vorwärts geht und die schlichtweg nicht wichtig und sogar langweilig sind. Dadurch plätschert die Geschichte nur vor sich hin und nimmt kaum richtig Fahrt auf. Wäre da nicht die überzeugend dargebotene Beziehung zwischen Hanna und Ben, wäre das Buch einfach nur öde.

Der Schreibstil:
Frau Scheler hat trotz der fehlenden Sogwirkung einen einnehmenden Schreibstil, geschmückt mit schönen Metaphern. Und obwohl es ihr Debüt ist, hat sie eindeutig ihr Können bewiesen.
Im letzten Drittel schafft sie es sogar, die Spannung nach oben zu treiben, sodass man unbedingt weiterlesen muss. Leider kann sie diese nicht halten. Der Punkt "Spannung" ist also noch ausbaufähig oder aber in diesem Roman einfach nicht gewollt.

Ende:
Das Ende erfährt eine Wendung, mit der man Hoffnung schöpft, aber Frau Scheler lässt den Leser mit dem Schlusskapitel unbefriedigt zurück. Man möchte Hanna weiter begleiten, aber die Autorin beendet das Buch und lässt den Leser im Regen stehen. Dabei möchte man doch so gern nur noch ein bisschen mehr erfahren... Nur ein ganz klein wenig, um das Buch mit einem Lächeln zu schließen.

Fazit:
Frau Scheler schafft es mit ihrem einnehmenden Schreibstil eine tragische Liebesgeschichte mit authentischen Charakteren zu zaubern. Allerdings kommt auch häufig Langeweile auf, da die Sogwirkung fehlt.

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Tags: freundschaft, gefahr, legende, liebe, meer   (5)
 

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92 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 40 Rezensionen

geister, friedhof, grusel, edinburgh, janine wilk

Seelenlos - Fluch der Rauhnächte

Janine Wilk
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Planet! ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 20.09.2016
ISBN 9783522504676
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Charaktere:
Die 13-Jährige Lucy lebt mit ihrem Vater auf dem Friedhof Grayfriar in Edinburgh. Ihre Mutter hat die Familie verlassen und Lucys Vater kann die beiden mit seinem mickrigen Friedhofswärter-Gehalt gerade so über Wasser halten. Das Leben auf dem Friedhof konfrontiert Lucy immer wieder mit ihrer Gabe: Sie kann Geister sehen. Und davon gibt es auf Grayfriars Graveyard zur Genüge. Mit ihrer Freundin Amelia, die sich selbst zu einer PSI-Ermittlerin ernannt hat, gehen sie gemeinsam auf Geisterjagd - zum Unwillen von Lucy, die ihre Gabe am liebsten vergessen möchte. Doch eines Tages erhebt sich ein besonders mächtiger Geist aus dem Grab und Lucy erfährt, dass sie eine große Verantwortung hat, der sie sich nun stellen muss.
Frau Wilk hat das Alter der beiden Mädchen glaubhaft dargestellt. Man kauft ihnen ab, dass sie Teenies mit typischen Pubertäts-Allüren sind - und davon haben sie wirklich zur Genüge. Man fühlt sich nicht genervt von der Charakterdarstellung, denn es passt einfach gut hinein. Ihr kennt das ja: Nichts ist unglaubwürdiger als überreife Jugendliche. Bis auf Lucys Vater sind die restlichen Charaktere eher blass. Sie sind für den Plot allerdings auch nicht wichtig, sondern nur schmückendes Beiwerk.

Die Story:
"Seelenlos" ist eine kleine Schauergeschichte. Wer bei diesem Buch nach gruseligem Horror sucht, wird ihn nicht finden. Es ist ganz klar ein Jugendbuch und daher ein bisschen in Klein-Mädchen-Charme geschrieben. Was aber dennoch nichts Negatives ist, wie ich finde - man muss sich nur darauf einlassen und wissen, was einen erwartet.
Mein Vorteil bei dieser Geschichte ist, dass ich Grayfriars Graveyard bereits besucht habe und dort an einer sogenannten Ghost-Tour teilgenommen habe. Das heißt, ich kann mich in alles, was die Autorin beschreibt, sehr gut hinein versetzen und fühle mich mit der Geschichte verbunden. Dabei habe ich damals auf dem Friedhof 2 Bilder geschossen, die ihr euch gern auf meinem Blog (Adresse siehe unten) unter der Rezi anschauen könnt. Sie wurden an der Gruft des berüchtigten George Mackenzie geschossen, der in dem Buch eine wichtige Rolle spielt. Ich finde sie wirklich unheimlich, denn ich gehöre zu den Menschen, die an Übernatürliches glauben.

Der Schreibstil:
Frau Wilks Stil ist leicht verständlich und flüssig. Auch, wenn ihre Hauptprotagonistin eine Jugendliche ist, schreibt sie nicht zu salopp, sondern hat einen angenehm einfachen Stil. Das Spannungslevel bleibt konstant, da nahezu ständig etwas Unvorhergesehenes geschieht.

Ende:
Das Ende ist gelungen. Es ist nervenaufreibend und super spannend. Und es gibt auf jeden Fall Stoff für eine Fortsetzung. Der Schluss hat zwar stellenweise den Anklang etwas konstruiert zu sein, aber die Autorin kriegt immer wieder rechtzeitig die Kurve.

Fazit:
Eine kleine feine Gruselgeschichte für Jugendliche, mit einer überzeugenden Hauptprotagonistin, einem flüssigen Stil sowie schaurigen Spannungselementen.

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Tags: friedhof, geister, janine wilk, kleines mädchen   (4)
 

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142 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 59 Rezensionen

paige mckenzie, geister, mystery, grusel, sunshine girl

Sunshine Girl - Die Heimsuchung

Paige McKenzie , Alyssa Sheinmel , Doris Hummel
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei bloomoon, 18.08.2016
ISBN 9783845814032
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Charaktere:
Sunshine zieht mit ihrer Mutter nach Ridgemont, weil diese dort einen neuen Job gefunden hat. Im neuen Haus angekommen, fühlt sie sich sofort unwohl. Ihr ist ständig kalt und sie hört Geräusche im Haus, die sie bald auf eine geisterhafte Präsenz schiebt. Niemand glaubt ihr, dass ein Geist in ihrem Haus lebt - bis auf ihr Klassenkamerad Nolan. Er hilft ihr sogar bei der Recherche und nimmt sie ernst. Zusammen kommen sie hinter ein großes Geheimnis.
Sunshines Persönlichkeit ist ansprechend und man kauft ihr all ihre Eigenarten ab. Auch die Beziehung zu ihrer Mutter fühlt sich echt an und man spürt ihre Liebe zu ihr.

Die Story:
Zur Handlung muss man eigentlich nicht viel sagen, denn der Klappentext verrät bereits genug. Ich mag Gruselgeschichten, die einem Gänsehaut über die Gliedmaßen schicken. Und dieser Mystery-Roman schafft dies auf jeden Fall. Von daher: Pluspunkt für die Story und die Umsetzung des Grusels. 
Als großes Extra zu den Schauergefühlen packt die Autorin noch eine überzeugende Hintergrundgeschichte hinein.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist anfangs gewöhnungbedürftig, denn er ist teeniemäßig, etwas unreif und wirkt dadurch unharmonisch. Dazu passt natürlich, dass Paige McKenzie 16 Jahre alt ist und über eine 16-Jährige (Sunshine) schreibt. Ich frage mich allerdings, ob sie bewusst so schreibt oder ob sie es nicht anders kann. Das werden wohl nur weitere Werke von ihr zeigen.
Sunshine ist der Ich-Erzähler und die Geschichte ist in der Gegenwart geschrieben. Stellenweise wirkt es wie eine Tagebuch-Aufzeichnung und das finde ich ansprechend.
Neugierig machen Kapitel-Einschübe von einer unbekannten Person, die Sunshine beobachtet.
Was die Autorin sehr gut kann, ist es mit der Gänsehaut und der unterschwelligen Angst des Lesers zu spielen. Sehr häufig habe ich das Schaudern bekommen, sodass ich mich gut in Sunshine hinein fühlen konnte.

Das Ende:
Im "Endkampf" hatte es Sunshine für meinen Geschmack viel zu leicht und daher war ihr Erfolg für mich nicht glaubhaft. Außerdem hätte ich mir für den großen Showdown mehr Grusel gewünscht. Der fehlte hier leider völlig.
Trotzdem möchte ich gern erfahren, wie es um Sunshine weiter geht und was sie fortan erlebt. Der Plot insgesamt hat mich nämlich überzeugt.

Fazit:
Die Hintergrundgeschichte und der geschickt eingebaute Grusel sind überzeugend. An den jugendlichen Schreibstil muss man sich allerdings erst gewöhnen und auch das Ende hätte noch etwas schauriger sein können.
3 1/2 von 5 Isis'

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Tags: gabe, geister, haus, paige mckenzie   (4)
 

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

abschottung, besondere aufgabe, andere welt, siedlung, michael g. spitzer

Die letzte Melderin: I. Die Nachfolge

Michael Georg Spitzer
E-Buch Text: 276 Seiten
Erschienen bei neobooks, 16.07.2016
ISBN 9783738077643
Genre: Fantasy

Rezension:


Cover:
Das Cover ist sehr passend gewählt und stellt einen wichtigen Schauplatz der Geschichte dar. Danielle sitzt an ihrem Teich, an dem sie oft über das Leben sinniert. Von dort aus hat sie einen Blick auf ihr Zuhause, in dem sie abgeschottet von der "Außenwelt" lebt - die Siedlung. Die Figur auf dem Cover hat dunkle Haare und wirkt verträumt, so wie Danielle.

Die Story:
Mit "Die letzte Melderin" hat Herr Spitzer eine vollkommen andere Welt zu unserer geschaffen. Sie ist dem, was wir kennen und mit dem wir uns tagtäglich beschäftigen zwar ähnlich, aber dennoch weicht sie in vielen Punkten von unseren Normen und Werten ab. Die Siedlung, in der Dan lebt, liegt irgendwann in unserer Zukunft - wie weit, das weiß nur Dan.
Ich finde jedenfalls, dass die Ideen zum Leben in der Siedlung recht einfallsreich und in sich auch logisch aufgebaut sind. 
Was aber genau hinter all dem steckt und wie es so weit gekommen ist, bleibt im 1. Band noch recht wage. Ich hoffe, man erfährt in den Folgebänden mehr über die Hintergründe.

Die Charaktere:
Danielle Berg, kurz Dan, ist die Hauptprotagonistin, aus deren Sicht der Leser alles erlebt. Ihre Eltern sind bereits aus der Siedlung ausgezogen und ihre große Liebe Mick ist gegangen, ohne Lebewohl zu sagen. Ihre einzigen Anker sind ihre Freundin Tina und ihr Ausbilder Gregor. Ihr wird eine wichtige Rolle zuteil und sie muss lernen sich zu behaupten.
Ihr Charakter ist sehr klar und auch komplex dargestellt und der Autor schafft es, sie mit realistischen Wesenszügen zu versehen, die man ihr abkauft. Mit der Zeit entwickelt sich Dan weiter, sie wird selbstbewusster. Zum Schluss ist sie sogar so selbstsicher, dass sie einem regelrecht Angst macht. Aber sie fürchtet sich auch vor sich selbst - vor dem, was aus ihr geworden ist.

Der Schreibstil:
Ein großes Talent von Herrn Spitzer ist sein überaus bildlicher Schreibstil. Er macht es dem Leser leicht, sich Charaktere und Schauplätze lebhaft vor Augen vorzustellen.
Der Autor verwendet lange Kapitel, was mir persönlich nicht so gefallen hat. Ich bin ein Fan von kurzen, prägnanten Kapiteln, weil sich dann alles etwas flüssiger liest. Aber das ist Geschmackssache.
Das Buch enthält viele innere Monologe, die zwar aufschlussreich und hilfreich für Dans Gedankengänge, aber mir stellenweise zu ausschweifend waren. Dadurch zieht sich die Geschichte meines Erachtens etwas. Es gibt dagegen verhältnismäßig wenig Dialoge und ich finde, Dialoge lockern ungemein auf.

Ende:
Am Ende läuft alles auf einen Showdown hinaus, der die Spannung noch einmal anzieht. 
Allerdings erscheint es mir etwas zu unglaubwürdig, wie Dan sich in den realen Kampfszenen schlägt. Sie hat zwar einige Wochen lang diverse Kampftechniken trainiert, es fällt mir aber schwer zu glauben, dass sie sich nahezu allein gegen ausgebildete Soldaten behaupten kann.
Das Ende jedenfalls ist offen und die Karten werden neu gemischt. Der 2. Teil verspricht viel Neues und man möchte wissen, wie es weiter geht.

Fazit:
Eine einfallsreiche Geschichte mit realistischen Charakteren und einem großen Plus für den bildlichen Schreibstil. Die kleinen Minuspunkte sind größtenteils Geschmackssache.
3 1/2 von 5 Isis'

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Tags: abschottung, andere welt, besondere aufgabe, siedlung   (4)
 

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189 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 83 Rezensionen

alchemie, london, code, jugendbuch, rätsel

Der Blackthorn-Code - Das Vermächtnis des Alchemisten

Kevin Sands , Alexandra Ernst
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 14.10.2016
ISBN 9783423761482
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Cover:
Das Cover ist einfach klasse. Eine Schlange windet sich um eine Glasphiole. Im Inneren der Phiole steht Christopher, der sich seinen Weg erleuchtet. Um das bauchige Gefäß herum befinden sich alchimistische Symbole.
Sinnbildlich ist hier die sich um das Glas windende Schlange. Das damalige Zeichen der Heilkunde oder auch der Apothergilden war der Asklepiosstab - ein von einer Schlange umwundener Stab. Auch Phiolen waren in der Apothekerzunft wichtig. Auf dem Cover werden beide Charakteristika kombiniert.

Die Charaktere:
Als Waisenkind aufgewachsen, wird Christopher von der Apothekergilde entdeckt und als Lehrling angestellt. Er landet beim Apothekermeister Benedict Blackthorn. Christopher ist kein einfacher Schüler, denn immerzu hat er Dummheiten im Kopf und macht seinem Meister das Leben schwer. Dass er in seiner Lehrlingszeit aber doch etwas gelernt hat, erkennt er recht schnell, als einige Apotheker tot aufgefunden werden und er in das Schussfeld gerät.
Christopher ist ein sehr sympathischer Protagonist, den man genauso wie alle anderen positiven Charaktere schnell lieb gewonnen hat. Ich finde sie allesamt authentisch, bezaubernd und einzigartig.

Die Story:
London im 17. Jahrhundert. Die Medizin der Alchimisten ist begehrt und die Apotheker verdienen gutes Geld. Inmitten der täglichen Geschäfte muss sich ein Lehrlingsjunge gegen Mörder behaupten. Neben Rätseln, die es zu lösen gilt, locken auch unschätzbare Geheimnisse. Eine Geschichte voller Spannung und mystischer Abenteuer.
Die Schauplätze sind glaubhaft beschrieben. Man kann sich sogar den Gestank vorstellen, der in den Gassen von London umher wabert.
Auch wenn es oftmals so scheint, ist "Der Blackthorn-Code" kein Kinderbuch. Stellenweise geht es ganz schön blutig und grausam zu. Die Leseempfehlung ab 11 würde ich daher nicht unterschreiben.

Der Schreibstil:
Das Buch ist überaus flüssig zu lesen und entwickelt eine angenehme Sogwirkung.
Jedes Kapitel stellt einen Tag in Christophers Leben dar und ist mit genauem Datum überschrieben.
Besonders raffiniert finde ich, dass man als Leser miträtseln kann. Es gilt Formeln zu entschlüsseln und Lösungen für Codes zu finden.

Ende:
Das Ende ist schon fast vorhersehbar, aber dennoch ansprechend geschrieben. Auch wenn man sich wünscht, zukünftig noch mehr über Christopher und seine Zeit als Lehrling und vielleicht späterer Apotheker zu erfahren, ist das Buch abgeschlossen. In dem ganzen Meer aus Mehrteilern ist es eigentlich mal wieder eine willkommene Abwechslung.

Fazit:
Der Autor hat mit seinem Debüt sehr viel Talent bewiesen. Die bezaubernden Charaktere überzeugen genauso wie die Welt voller mystischer Geheimnisse und Rätsel, die es auch als Leser zu entdecken gilt.
4 1/2 von 5 Isis'

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Tags: alchemist, kevin sands, lehrling, magie   (4)
 

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15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

horror, cthulhu, arkha, monster, große alte

Carter & Lovecraft: Das Erbe

Jonathan L. Howard , Bottlinger Andrea
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Cross Cult, 18.04.2016
ISBN 9783864258541
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Cover:
Das Cover ist ein echter Hingucker. Tentakel eines riesigen Kraken kommen aus dem Meer, wirken bedrohlich und bilden das "&" zwischen Carter und Lovecraft. Sehr raffiniert. Da mit diesem Buch teilweise H.P. Lovecrafts Cthulhu-Mythos verwoben wird, passt die Frontseite super.

Die Charaktere:
Daniel Carter ist der Hauptprotagonist in unserer Geschichte. Da er den Selbstmord seines Kollegen nicht verkraftet, kündigt er in der Mordkommission und wird zum Privatermittler. Noch nicht lange im Geschäft wird ein Erbe an ihn heran getragen, das er übernehmen soll. Er ist von nun an stolzer Besitzer einer Buchhandlung in Providence, obwohl er den Verstorbenen nicht gekannt hat. Er hat auch nicht damit gerechnet, dass der Buchladen noch von der Angestellten Emily Lovecraft geführt wird. Doch das ist sein kleinstes Problem: Kaum in Providence angekommen, geschieht der 1. Mord.

Emily Lovecraft ist Angestellte in der Buchhandlung von ihrem Onkel Alfred Hill. Als dieser spurlos verschwindet, führt sie das Geschäft einfach weiter, so wie ihr Onkel dies getan hätte. Eines Tages steht Carter vor ihrer Tür und behauptet, er hätte das Geschäft geerbt, weil Hill nun für tot erklärt wurde. Carter lässt ihr aber die Buchhandlung und macht sie zur Miteigentümerin. Soweit so gut - wären da nicht die Mordfälle, in die sie durch Carter unweigerlich mit hinein gezogen wird und die scheinbar etwas mit ihrem Vorfahren H.P. Lovecraft zu tun haben.

Carter wird in der 3. Person dargestellt. Dadurch entsteht ein distanziertes Verhältnis zum Leser. Er ist zwar nett, aber nicht herausragend. Ich würde ihn als grundsoliden, glatten Protagonisten ohne Ecken und Kanten bezeichnen.
Lovecraft wirkt auf mich eher gezwungen tough. Sie erscheint nicht echt oder glaubwürdig. Schade, aus den Charakteren hätte der Autor mehr machen können.

Die Story:
Die Geschichte klingt zunächst recht simpel und beginnt auch einleuchtend. Mit der Zeit wird sie immer komplexer und sogar physikalische Gesetzmäßigkeiten werden angerissen. Da es aber immer verwirrender wird, schwirrt einem als Leser irgendwann der Kopf. Das Buch beschäftigt sich im letzten Drittel viel mit schwer verständlichen Erklärungen. Dadurch plätschert die Story vor sich hin, was wiederum die Spannung trübt. Die Idee dahinter erscheint mir zwar einfallsreich, aber sie wird unzureichend transportiert und erklärt.

Der Schreibstil:
Neben den Erlebnissen von Carter, gibt es noch parallele Erzählstränge anderer Protagonisten. So werden dem Leser die nötigen Zusatzinformationen geliefert, damit die Geschichte rund wird.
Der Schreibstil ist nüchtern und trocken ohne verschönernde Stilelemente. Die Darstellung ist interessant und passt auch ganz gut zu dem Charakter eines Privatermittlers.
Gut gefallen hat mir außerdem der schwarze Humor, mit dem der Leser unterhalten wird.

Das Ende:
Die Entwicklung am Ende ist wirklich überraschend. Sobald man denkt, die Verwirrung ist komplett, folgt die Auflösung und plötzlich ergibt alles einen Sinn. Über eine Fortsetzung ist mir noch nichts bekannt, ich könnte mir eine solche aber durchaus vorstellen.

Fazit:
Die Charaktere wirken distanziert und die Geschichte ist stellenweise einfach nur verwirrend. Dennoch kann mich Herr Howard aufgrund seines Schreibstils überzeugen, noch mehr aus seiner Feder zu lesen.
3 1/2 von 5 Isis'

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Tags: cthulhu, große alte, h.p. lovecraft, jonathan l. howard   (4)
 

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23 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

western, steampunk, indianer, wilder westen, horror

Deadlands - Ghostwalkers

Jonathan Maberry
E-Buch Text: 466 Seiten
Erschienen bei Papierverzierer Verlag, 25.08.2016
ISBN 9783959620017
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Charaktere:
Greyson Torrance ist ein Söldner und hat früher in zahlreichen Kriegen gedient. Vom Leben in den Hintern getreten, trifft er eines Tages auf den Sioux Thomas Schaut-Weg. Dieser heuert ihn an, den mächtigen Totenbeschwörer Aleksander Deray zu vernichten. Beide ahnen jedoch nicht, dass das, was Deray plant, weit über deren Vorstellungskräfte hinaus geht.
Grey hat in seiner Vergangenheit viel durchgemacht und die Geister seiner Missetaten verfolgen ihn noch immer - und das leider nicht im übertragenen Sinn. Inzwischen ist er abgestumpft und abgehärtet. Man empfindet Mitleid mit ihm. Er ist ein harter Revolverheld mit einem weichen Kern und man kann ihn nur ins Herz schließen.
Auch die weiteren Charaktere sind ansprechend gestaltet.

Die Story:
Herr Maberry präsentiert uns hier eine sehr komplexe Geschichte, die paranormal und mystisch angehaucht ist. Wir finden einen ungewöhnlichen Mix aus Wildem Westen und altertümlichem Zombie-Steampunk. Klingt komisch? Ist es irgendwie auch. Denn man kommt schnell in Versuchung, es mit dem wilden Westen zu vergleichen, den man aus Geschichten kennt. Aber gerade durch den Steampunk und die Untoten ist alles weitaus abgedrehter, sodass man mehr oder minder seinen Verstand und die festgefahrenen Bilder ausschalten muss. Und sobald man sich darauf eingelassen hat, beschert einem die Story spannende Stunden in dieser eigentümlichen Welt.
Was man allerdings wirklich mögen muss, sind die kampflastigen Passagen, wovon es hier ziemlich viele gibt. Ich persönlich konnte mich gut damit anfreunden, da sie sehr überzeugend dargestellt sind.

Der Schreibstil:
Greys Gedankengänge und Dialoge sind oftmals zynisch humorvoll. Das gefällt mir sehr gut, da ich das Gefühl habe, mit ihm auf einer Wellenlänge zu liegen.
Alles ist irgendwie dreckig, laut, vulgär und knallhart, genau so wie man sich den Wilden Westen vorstellt. Vielleicht ist es auch nur klischeebehaftet, aber verdammt - es passt einfach. :)
Der Stil ist überaus bildlich und der Autor schafft es, dass man sich fühlt als wäre man live dabei. Auch, wenn man das bei den Szenarien fast nie sein möchte. ;-)

Das Ende:
Der Schluss ist gut inszeniert. Spannend, nervenaufreibend und ansprechend. Beendet wird das Buch mit Epilog 1 und Epilog 2. Meiner Meinung nach wäre das Ende ohne den zweiten Epilog besser gewesen. So hat das ganze nun einen unrealistischen Touch. Doch denkt man sich den Epilog weg, ist das Ende wirklich gut.

Fazit:
Eine komplexe, kampflastige Geschichte mit einem Mix aus Wild Western und Zombie-Steampunk, die mit einem bildlichen Stil und ansprechenden Charakteren abgerundet wird.
4 1/2 von 5 Sterne

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Tags: jonathan maberry, revolverhelden, steampunk, zombies   (4)
 

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32 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

horror, jugendbuch, party, drogen, thriller

Survive the night

Danielle Vega , Inge Wehrmann
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 11.07.2016
ISBN 9783407747310
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Story:
Verlassene U-Bahn-Tunnel finde ich per se schon gruselig, daher war das Buch genau das Richtige für mich.
Allerdings wurden zwar die Erwartungen, die ich an den Klappentext hatte, erfüllt, dennoch konnte mich die Geschichte nicht zu 100% überzeugen. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich mir bei der Art der Gefahr etwas Kreativeres vorgestellt habe und bei der Auflösung dann ernüchtert war. Oder daran, dass mir einfach die Erklärung dahinter fehlt. Vermutlich ist es eine Kombination aus beidem.

Die Charaktere:
Das Buch dreht sich um die Protagonistin Casey. Nach einem Unfall lernt sie Shana kennen und freundet sich mit ihr an. Leider gerät sie durch ihre neue Freundin auf die schiefe Bahn muss sich wegen einer Schmerzmittelabhängigkeit einem Entzug unterziehen. Gerade frisch aus dem Entzug entlassen, hat sie nichts besseres zu tun als sich wieder Shana und ihren Freundinnen anzuschließen und stürzt sich mit ihnen in das Partyleben. Auf der Party trifft sie auch auf ihren alten Schwarm Sam. Das Leben hat sie wieder und ihr fällt es sehr schwer, sich anzupassen. Der Entzug nimmt sie noch mit und ihren Exfreund hat sie auch noch nicht verkraftet.
Caseys Drogenabhängigkeit und ihre Gefühle sind sehr präsent. Sie hat Fehler, Ecken und Kanten und dadurch wirkt sie äußerst natürlich und sympathisch auf den Leser.
Auch die anderen Charaktere sind überzeugend dargestellt - sie fühlen sich real und wie echte Persönlichkeiten an, so als hätte man sie alle gerade kennengelernt.

Der Schreibstil:
Die Geschichte wird unterbrochen von Rückblicken aus Caseys Vergangenheit. Dadurch kann man sich sehr gut in sie hinein fühlen und versteht auch ihre Freundschaft zu Shana besser.
Die Stimmung im Buch fühlt sich einfach echt an. Die Autorin kann Caseys Gefühle zu Sam, die Party-Stimmung und auch die anschließende Angst unter den Freunden überzeugend transportieren. Ich fühlte mich als wäre ich live dabei.
Das Buch entwickelte einen Sog, sodass ich es einfach nicht zur Seite legen konnte. Gebannt habe ich mitverfolgt, was den Jugendlichen dort unten in den U-Bahntunneln widerfährt. Als mir allerdings klar wurde, was hinter allem steckt, stellte sich bei mir eine leichte Ernüchterung ein und auch der Sog hat sich dadurch verabschiedet.

Das Ende:
Die letzten Seiten waren total abgedreht und ich finde, sie geben der Handlung etwas Lächerliches. Schade eigentlich, denn ich denke, Frau Vega wäre durchaus etwas Besseres eingefallen. So kann man im Buch leider eine Abwärtskurve beobachten, die mit dem Schluss ihren Tiefpunkt erreicht hat.

Fazit:
Anfangs hat mich die Geschichte noch überzeugt und mit ihren natürlich Charakteren und der authentisch transportierten Stimmung einen unglaublichen Sog erzeugt. Mit Auflösung "der Gefahr" sinkt das Interesse rapide und findet im Ende seinen Tiefpunkt.

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Tags: danielle vega, horror, party, u-bahn   (4)
 

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156 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

thriller, mirror, technik, künstliche intelligenz, manipulation

Mirror

Karl Olsberg
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 15.08.2016
ISBN 9783746632346
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Herr Olsberg präsentiert uns mit "Mirror" eine ausgeklügelte Buchidee. Anfangs wird einem der Mirror so schmackhaft gemacht, dass man ihn glattweg selbst kaufen möchte. Er ist faszinierend, hilfreich und unglaublich modern und fortschrittlich. Die Funktionalität des Mirrors und das dahinter liegende MirrorNet, also das System, wirken authentisch und der Autor hat sich hier wirklich viel Mühe gegeben und sicher viel Zeit in das Schreiben des Buches investiert.

Die Geschichte ist in mehrere, parallel laufende Erzählstränge unterteilt. Wir erleben die Geschehnisse um den autistischen Andy, den Schlägertyp Lukas, den Mitbegründer und -entwickler des Mirrors Carl, den Drogendealer Jack und die Journalistin Freya. Mit der Zeit führen die Stränge zusammen und die Charaktere treffen mitunter aufeinander. Mir hat es sehr gut gefallen und hat trotz der vielen Protagonisten nicht zu Verwirrungen geführt.

Nach und nach offenbaren sich die vielschichten Facetten des Mirror und es wird regelrecht unheimlich. Der Leser kann eigentlich nur noch ungläubig und geschockt davor sitzen. 

Der Schreibstil ist wirklich sehr ansprechend und flüssig. Gleichzeitig ist alles so erschreckend realistisch und regt zum Nachdenken an.

Am Ende gibt es eine Eskalation, die mich wirklich geschockt und mir gezeigt hat, wie beeinflussbar Menschen sind.

Der Epilog deutet anschließend auf Horrorszenarien hin, die man sich nicht vorstellen möchte und er bietet sogar Material für einen weiteren Band.

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Tags: karl olsberg, kontrolle, künstliche intelligenz, technik   (4)
 

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108 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 20 Rezensionen

thriller, erotik, erotik thriller, camgirl, a. r. torre

Kill Girl - Tödliches Verlangen

A.R. Torre , Veronika Dünninger
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.03.2015
ISBN 9783442384174
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Cover:
Das Cover ist ziemlich eindeutig und dem Betrachter wird schnell klar, von was das Buch grob handelt. Es ist raffiniert gewählt und unterstreicht die erotische Note in diesem Thriller.

Die Story:
Ich wurde hier mit einer einfallsreichen Buchidee überrascht, die ich so bisher noch nicht gesehen habe. Die Autorin zeigt das Leben einer nach Blut dürstenden, psychopathischen Frau auf, die sich ihr Geld mit dem sogenannten Camming - dem virtuellen Sex via Kamera - verdient.
Circa die Hälfte des Buches wird dominiert durch den Cybersex, was mir persönlich irgendwann zu viel wurde. Ich hätte mir gern etwas weniger Erotik, dafür aber mehr Thriller gewünscht, denn recht schnell war die Camming-Thematik abgenutzt. Der dennoch interessante Genre-Mix lässt mich allerdings ein wenig darüber hinweg sehen.

Die Charaktere:
Deanna, oder auch Jess, wie sie im Cybersex-Geschäft genannt wird, führt ein zu 100% kontrolliertes Leben. Und das ist auch gut so, denn sie ist eine Psychopathin. Ihre Tage werden dominiert von blutigen Mordgedanken, die sie nicht kontrollieren kann. Sie wünscht sich, anderen Menschen etwas anzutun und fürchtet sich zugleich davor. Daher tut sie das für sie einzig Vernünftige: Sie sperrt sich in ihrer Wohnung ein und geht nicht mehr auf die Straße. Dabei hat sie jedes Bedürfnis und jede Situation bedacht. Geld verdient sie, indem sie im Internet Sex mit Männern hat. Das hilft ihr auch, sich von ihren Mordgedanken abzulenken.
Deanna ist eine offenherzige und natürliche Person und Frau Torre schafft es, dass man sie mag, obwohl sie eine Psychopathin ist.
Der Leser lernt in parallelen Erzählsträngen noch die 6-Jährigen Annie, den UPS-Boten Jeremy und einen unbekannten Mann kennen. Diese Charaktere werden aber nur oberflächlich dargestellt, da deren Entwicklung für das Vorankommen des Plots nicht relevant ist. Nur Deanna spielt hier eine zentrale Rolle.

Der Schreibstil:
Die Autorin arbeitet mit Rückblenden aus Deannas Vergangenheit, um besser ihre charakterliche Entwicklung zu transportieren. Außerdem gibt es neben Deanna noch weitere Erzählstänge und ich habe anfangs die ganze Zeit gerätselt, wie diese zusammen hängen. Ich habe mich sogar etwas in die Irre führen lassen, da ich zunächst dachte, Annie sei Deanna in jungen Jahren. Vielleicht war das bei der Namensähnlichkeit auch von Frau Torre so vorgesehen.
Deanna ist Ich-Erzähler, während die Abschnitte der weiteren Protagonisten (Jeremy, Annie und unbekannter Mann) in der 3. Person erzählt sind.
Die Autorin schreibt direkt und ungeschönt - sowohl bei Deannas Mordfantasien als auch bei ihrem Camming-Job. Man erhält einen Einblick wie vielseitig das Camming-Geschäft ist und die sexuellen Vorlieben einzelner Kunden werden gut transportiert und auch mit Auszügen aus wissenschaftlichen Werken oder Lexica unterstrichen.

Ende:
Das Ende ist abgerundet und lässt nichts offen, obwohl es eine Fortsetzung gibt. Einige Stellen sind allerdings fast schon zu romantisch für meinen Geschmack. Irgendwie passen sie nicht so recht hinein, wenn man die restliche Geschichte betrachtet.

Fazit:
Eine einfallsreiche Buchidee mit interessantem Genre-Mix, die uns direkt und ungeschönt in das Leben der authentischen Protagonistin Deanna blicken lässt.

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Tags: cybersex, erotik, killerin, psychopathin, thriller   (5)
 

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katzen, warrior cats, katze, erin hunter, clans

Warrior Cats. Geheimnis des Waldes

Erin Hunter , Klaus Weimann
Flexibler Einband: 335 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 01.12.2016
ISBN 9783407742537
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Im 3. Band um die Clan-Katzen spürt man sofort wieder eine tiefe Verbundenheit zu den DonnerClan-Katzen, so als würde man alte Bekannte wiedersehen. Man hat ein Gefühl von Zugehörigkeit. Man freut sich mit ihnen, leidet mit ihnen.

Punkten kann auch das wunderschöne Cover, das Silberfluss, die Freundin von Feuerherz' bestem Freund Graustreif zeigt. Und ganz unten erblickt man den gegen Tigerkralle tapfer kämpfenden Feuerherz.

Feuerherz ist ein sehr überzeugender und sympathischer Charakter. Er hat vom Beginn der Serie an mein Herz im Sturm erobert. Umso mehr fiebert man bei den Abenteuern mit, die immer aus seiner Sichtweise beschrieben werden. Manches Mal erscheint er mir noch etwas naiv und blauäugig und somit erkennt er Gefahren oder Hinweise nicht, die man als Leser selbst schon längst entlarvt hat. Am liebsten möchte man dem mutigen Kater auf die Sprünge helfen.

Die Autorinnen hinter Erin Hunter haben sich hier wieder ein ganz großen Abenteuer erdacht, das viel Dramatik für den Leser bereit hält. Ab dem Mittelteil zieht die Spannung gewaltig an und es folgt eine dramatische Szene nach der anderen. Gerade zum Schluss hat man keinen Moment mehr zum Durchatmen. Dabei werden Kampfszenen eingebaut, bei denen einem der Atem stockt. Auch zutiefst bedrückende und herzzerreißende Sequenzen dürfen nicht fehlen und für mich ist Band 3 der bis dato traurigste Teil. Ich habe es schon lange nicht mehr erlebt, dass ich bei einem Buch so viel weinen musste. Gerade die emotionale Verbundenheit zu den Katzen verstärkt dies noch.

Das Buch hat mich so überzeugt, dass ich über 5 volle Isis' nicht lange nachdenken muss. Außerdem erhält das Buch, wie auch schon Band 1, den Favoritenstatus von mir.

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Tags: clans, donnerclan, erin hunter, katzen, warrior cats   (5)
 

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hamburg, phoenix, papierverzierer, fantasy, dystopie

Phoenix - Kinder der Glut

Ann-Kathrin Karschnick , Timo Kümmel
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Papierverzierer Verlag, 01.10.2015
ISBN 9783944544533
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Cover:
Die Cover von Ann-Kathrins Phoenix-Reihe sind wirklich ein Hingucker. Dieses hier ist giftgrün und zeigt die Phoenix Tavi. Im Hintergrund erkennt man eine Art Tunnel. Anhand des Inhalts dürfte dies der alte und verlassene Elbtunnel in Hamburg sein. Der Schauplatz kommt zwar im Buch vor, allerdings spielt er meines Erachtens keine so große Rolle. Warum er daher explizit auf dem Cover abgebildet wurde, erschließt sich mir nicht.

Die Story:
In diesem Band finden sich die letzten Puzzleteile und fügen sich zusammen. Als Leser erkennt man so endlich das große Ganze. Ich finde es sehr erfreulich, dass alles aufgelöst und nichts von der Autorin vergessen wurde. Die Handlung ist angenehm vielseitig, da Frau Karschnick auch neue Elemente einarbeitet.

Die Charaktere:
Leon hat für mich, im Vergleich zum Vorgängerband, eine angenehme Entwicklung durchgemacht. Er ist stärker und selbstbewusster geworden. Handelt eigenständig, ohne Tavi ständig am Rockzipfel zu hängen. Er hat seinen Weg gefunden und hat wieder den Charme aus Band 1 zurück.
Tavi hingegen ist mir auch im 3. Teil nicht sympathisch geworden. Stellenweise agiert sie so dermaßen stur und kopflos und somit gegen das Wohl aller, dass ich mich eigentlich nur über sie ärgere. Aber es muss eben auch Protagonisten geben, die man nicht mag...
Die Charaktere entwickeln sich mit dem Plot mit. Man realisiert es erst, wenn man es einmal rekapituliert. Die Autorin kann dies nahezu unerkannt geschickt einbauen und somit wirkt es nicht gekünstelt.

Der Schreibstil:
Frau Karschnicks Schreibstil ist schnörkellos und mit hübschen Metaphern versehen. Die Autorin schafft es, den 3. Band mit einer überzeugenden Handlung und Dramatik zu beginnen. Das Problem ist dabei nur, dass man das Spannungslevel schwer bis zum Schluss halten kann und es geschieht, was unweigerlich geschehen muss: Die Dramatik lässt rapide nach und Frau Karschnick schafft es meiner Ansicht nach nicht wieder auf die Aufwärtswelle, sondern verbleibt in seichtem Gewässer.

Das Ende:
Der Schluss ist durchaus solide und für einen Abschlussband überzeugend abgerundet.
Allerdings konnte mich die Endschlacht nicht mitreißen. Ich habe mir dabei einfach etwas Spektakuläreres vorgestellt. Vielmehr starten die entscheidenden letzten Seite schleppend und es wirkt als gingen der Autorin die Ideen aus. Ich weiß aber, dass Frau Karschnick es durchaus besser kann, denn es gab bereits deutlich nervenaufreibendere Szenen in der Reihe.

Fazit:
Ich bin froh, dass die letzten Puzzleteile sich zusammen fügen und die Autorin ihrem Stil treu bleibt. Allerdings konnte mich der Abschlussband wegen der fehlenden Spannung und des schleppenden Endes nicht überzeugen.
3 1/2 von 5 Isis'

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Tags: ann-kathrin karschnick, mystische wesen, phoenix, seelenlos, trilogie   (5)
 

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hexen, dämonen, fantasy, magie, england

Fire Girl - Gefährliche Suche

Matt Ralphs , Doris Hummel
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei bloomoon, 18.08.2016
ISBN 9783845816401
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Das Cover:
Besonders durch das wunderschöne Cover bin ich auf das Buch aufmerksam geworden. Passend zum Titel "Fire Girl" ist es in einem Rot-Orange-Ton gehalten. Mittig sehen wir Hazel, die Feuerbälle in ihren Händen hält. Um sie herum scheint es magisch zu leuchten. Einfach wunderschön. Der Titel ist in einem hübschen Gold gehalten und im "G" steht die kleine Haselmaus Bramley, der Gefährte von Hazel.

Die Story:
Herr Ralphs präsentiert uns eine ungewöhnliche, aber auch zauberhafte Geschichte rund um Hazel und die Zeit während der Hexenverfolgung. Geschickt baut er die magische Welt in einen realen historischen Hintergrund ein.
Durch die kleine Hazel kommt die Story fast kindlich daher, aber einige fiese Schreckensszenen haben es in sich. Weswegen ich auch nicht sicher bin, ob es schon für die Jugend geeignet ist und als Jugendbuch durchgehen sollte. Aber für mich war es genau nach meinem Geschmack.
Schon während des Lesens habe ich bedauert, dass die Geschichte bald zu Ende sein wird - ich konnte einfach nicht genug von der zauberhaften Welt bekommen. :)

Die Charaktere:
Hazel Hooper ist die Hauptprotagonistin in "Fire Girl". Sie ist ein junges Mädchen und wächst mit ihrer Mutter Hecate in einer heimeligen Hütte versteckt im Wald auf. Versteckt, da Hecate und Hazel Hexen sind und sich vor Hexenjägern in Acht nehmen müssen.
Anfangs ist sie enttäuscht, dass sie noch keine magischen Fähigkeiten entwickelt hat, aber als ihre Mutter entführt wird, lernt sie ihre Kraft kennen: Sie kann das Feuer kontrollieren und für sich einsetzen. Sie ist für ihr Alter sehr weit und begibt sich tapfer in die fremde und gefährliche Welt hinaus, um ihre Mutter wiederzufinden.
Hazel ist nun mit ihren neuen Fähigkeiten eine "Trägerin" und jede Trägerin hat einen ihr zugeordneten Vertrauten. Hazels Gefährte ist Bramley, eine kleine Haselmaus. Er ist klein, aber oho. Oft ist er Hazel gegenüber vorlaut und in Gefahrensituationen etwas ängstlich. Aber immer steht er zu Hazel und unterstützt sie, wo er nur kann. Durch die Haselmaus Bramley wird eine kleine Portion Humor mit in das Buch gebracht. Stellenweise musste ich über seine Sätze schmunzeln.
Auf ihrem Abenteuer lernen die Beiden noch viele andere tolle und auch weniger sympathische Charaktere kennen. Der Autor hat hier eine wundervolle Vielfalt an Charakteren geschaffen.

Der Schreibstil:
Jedes Kapitel wird mit Zitaten aus bekannten Werken oder von fiktiven Figuren des Romans zum Thema Hexen überschrieben/eingeleitet. Größere Absätze innerhalb eines Kapitels werden durch eine kleine süße Mausabbildung getrennt. Daran merkt man, dass in diesem Werk viel Liebe steckt. Aber nicht nur die Gestaltung ist hervorzuheben, sondern auch der flüssige und ansprechende Schreibstil von Herrn Ralphs. Die malerische Beschreibung der Landschaft tut ihr Übriges. Es hat einfach nur Spaß gemacht, den Ideen des Autors zu folgen und sich in der geschaffenen Welt zu verlieren.

Ende:
Das Ende passt stimmig in das Gesamtwerk und ich konnte mir auch ein paar Tränen nicht verkneifen. Es geht ganz klar hervor, dass die Reise noch weiter gehen wird und ich bin schon jetzt ganz neugierig auf die Fortsetzung.

Fazit:
Mit "Fire Girl" erleben wir eine zauberhafte Geschichte, die wundervolle Charaktere, einen ansprechenden Schreibstil und eine kleine Portion Humor bereit hält.

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Tags: haselmaus, hexe, hexenverbrennung, magie   (4)
 

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dystopie, virus, clans, chris weitz, young world

Young World - Nach dem Ende

Chris Weitz , Gerald Jung , Katharina Orgaß
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 27.05.2016
ISBN 9783423761376
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Im Vorgängerband hat der Leser mit den Jugendlichen Donna und Jeff bereits viel erlebt. Und gerade das Ende hat vieles offen gelassen, sodass ich neugierig der Fortsetzung entgegen gesehen habe.

Da Herr Weitz zum Ende des 1. Bandes ein gewisses Tempo vorgelegt hat, musste er dieses erst einmal halten. Nachdem die Fortsetzung aber dramatisch gestartet ist, flacht die Spannung rapide ab und die Story dümpelt bis zum Schluss nett vor sich hin.

Man erlebt die Geschehnisse vorrangig aus den Augen von Donna und Jeff. Die Kapitel sind im Wechsel geschrieben und mit dem Namen des aktuell Berichtenden überschrieben. Viel häufiger als im Vorgängerband kommen nun auch andere Protagonisten zu Wort. Was ich persönlich sehr toll und erfrischend finde, ist, dass der Autor jeden Charakter mit einer eigenen Ausdrucksweise und einem eigenen Erzählstil darstellt. Die sich voneinander unterscheidenden Schriftarten und der ungleiche Satzbau untermauern dies noch. So wirkt jeder Protagonist einzigartig und auch authentisch.
Allerdings habe ich das Gefühl, dass sich die Jugendlichen im Vergleich zu Band 1 extrem weiterentwickelt haben. Was aber wegen des nahtlosen Übergangs einfach nicht sein kann. Sie denken für meinen Geschmack einfach viel zu sehr wie Erwachsene und sind zu intelligent und welterfahren für Jugendliche. Hier hätte ich mir mehr Einheitlichkeit gewünscht.

Leider wird es erst am Ende richtig fesselnd. Das hat bei mir den Eindruck erweckt, als möchte der Autor damit einfach nur sicher gehen, dass seine Leserschaft am Ball bleibt und die Fortsetzung kauft. Im Sinne von: "Schaut her, ich kann es doch spannend!" Vielleicht ist der 2. Teil aber auch von vornherein mehr als erklärender Band vorgesehen gewesen und sollte gar nicht so mitreißend sein. Da ich den Schreibstil von Herrn Weitz und die Hintergrundgeschichte aber mag, werde ich sicher auch noch die Fortsetzung um Donna und Jeff lesen.

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Tags: chris weitz, endzeit, jugendliche   (3)
 
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