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439 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 47 Rezensionen

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Mr. Mercedes

Stephen King ,
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.09.2015
ISBN 9783453419018
Genre: Krimi und Thriller

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65 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

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Die Hochhausspringerin

Julia von Lucadou
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 23.07.2018
ISBN 9783446260399
Genre: Romane

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8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Ein irischer Dorfpolizist

Graham Norton , Karolina Fell
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 20.11.2018
ISBN 9783499291487
Genre: Romane

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(125)

250 Bibliotheken, 17 Leser, 0 Gruppen, 91 Rezensionen

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Vox

Christina Dalcher , Marion Balkenhol , Susanne Aeckerle
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 15.08.2018
ISBN 9783103974072
Genre: Romane

Rezension:

»Ich rede mir ein, dass es nicht meine Schuld war. Ich habe Myers nicht gewählt. Ich habe überhaupt nicht gewählt, um die Wahrheit zu sagen. Und hier höre ich wieder Jackie, die mir vorwirft, ein fügsamer Trottel zu sein.«
– VOX, S. 107-108

Stellt euch eine Welt vor, in der Frauen nur 100 Wörter am Tag sprechen dürfen, da sie sonst mit schmerzhaften Stromschlägen bestraft werden.
Stellt euch vor, an jeder Strassenecke, in jedem Supermarkt stehen Überwachungskameras, die jede noch so kleine Bewegung registrieren und auf ihren Anteil an Kommunikation überprüfen.
Stellt euch vor, Jungs und Mädchen werden getrennt unterrichtet und den Mädchen wird nicht einmal mehr lesen und rechnen beigebracht.
Das klingt gruselig, nicht? Ist aber die Realität von Jean McClellan und allen anderen Frauen und Mädchen in VOX.


Eine absolut starke Ausgangslage…
Was für ein Buch! Ich sitze schon seit Tagen an dieser Rezension und versuche meine Eindrücke in Worte zu fassen, aber nichts will so recht gelingen. Das Buch bewegt und erregt die Gemüter, die einen finden es unglaublich toll, andere finden es einfach nur schlecht gemacht. Auf mich wirkte es eher so, als habe Christina Dalcher ihre Geschichte nicht zu Ende gedacht. Denn die Ausgangslage ist genial, darin sind sich wohl alle einig. 

Bereits mit dem ersten Satz stecken wir mitten in der Handlung, die neue Ordnung der Gesellschaft existiert und wird uns nach und nach erklärt. Ich-Erzählerin Jean McClellan (eine ehemalige Wissenschaftlerin) erzählt aus ihrem Alltag, dem Wortzähler, den sie um ihr Handgelenk trägt und der ihr immer die verbleibende Anzahl Wörter für diesen Tag anzeigt. Nur 100 Wörter dürfen weibliche Personen am Tag sprechen, überschreiten sie ihr Kontingent, werden sie mit schmerzhaften Stromschlägen bestraft. Auch Zeichensprache ist tabu, da an jeder Ecke Überwachungskameras installiert sind, die jegliche nonverbale Kommunikation registrieren. Zudem lernen Mädchen in der Schule weder lesen noch schreiben und auch in den eigenen vier Wänden werden alle Bücher weggeschlossen und nur die Männer im Haushalt haben Zugriff darauf.
Erst nach und nach wird einem Bewusst, wie einschränkend diese Massnahmen sind. Kein Kaffeeklatsch mit der Nachbarin, nicht einmal für ein „Guten Morgen!“ reichen die Wörter. Keine Kochbücher mehr, um die Lieblingsrezepte zu kochen und ausführliche Gespräche mit den eigenen Kindern finden auch nicht mehr statt. Und für Jean wohl mit am schlimmsten, für Frauen besteht keine Möglichkeit mehr zu arbeiten.
In Rückblenden erfahren wir dann, wie es überhaupt zu dieser Situation kommen konnte. Wie die radikal konservative Bewegung der Reinen die „guten alten Zeiten“ glorifizierte, die traditionellen Geschlechterrollen propagierte und die „natürliche Ordnung“ mit dem Mann als Führer wieder herstellen wollte. Und es letztlich in relativ kurzer Zeit auch schafften. Zu viele – unter ihnen auch Jean – taten diese rückständigen Ideen als lächerlich ab und nahmen die Bewegung nicht ernst, aber mehr und mehr wuchs die Zustimmung für die Reinen in der Bevölkerung und was als kleine Idee begann, wurde plötzlich Realität.

»Vielleicht ist es bei den Nazis in Deutschland genau so gelaufen, bei den Serben in Bosnien, den Hutus in Ruanda. Ich habe mir oft überlegt, wie sich Kinder in Monster verwandeln, wie sie lernen können, dass Töten richtig ist und Unterdrückung gerecht, wie sich in einer einzigen Generation die Welt auf ihrer Achse drehen und in einen Ort verwandeln kann, der nicht wiederzuerkennen ist.«
– VOX, S.114-115

Die Ausgangslage hört sich wirklich total spannend und genial an und Christina Dalcher schafft es auch einige wichtige Punkte zu vermitteln. So zum Beispiel der Aspekt der politischen Teilhabe und wie wichtig dass es ist, sich zu informieren und für seine Rechte und Überzeugungen einzustehen. Und damit verbunden das Privileg, wählen zu können, seine eigene Stimme zu nutzen. Ja, das bedeutet Arbeit und Engagement, aber wie es im Extremfall enden kann, zeigt das Szenario in diesem Buch wirklich gut.


Die vollständige Rezension kann auf meinem Blog read.eat.live. nachgelesen werden. 

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Tags: christina dalcher, dystopie, feminismus, geschmacksache, s.fischer, vox   (6)
 

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(57)

92 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

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Der Blumensammler

David Whitehouse , Dorothee Merkel
Fester Einband: 346 Seiten
Erschienen bei Tropen, 30.08.2018
ISBN 9783608503739
Genre: Romane

Rezension:

»An den folgenden Tagen durchsuchten sie die restlichen Felswände und fanden nichts. Hens war sich sicher, dass die gibraltarische Lichtnelke ausgestorben war. Peter wusste, dass sie es nicht war. Sie hatten beide ihre eigene Erinnerung. Sie hatten beide ihre eigene Wahrheit.«
– „Der Blumensammler“ S.96

Die Ferienlektüre will ja immer ganz sorgfältig ausgewählt werden, das Buch soll spannend sein, nicht zu dick und schwer und irgendwie auch noch zu allen möglichen Lesestimmungen passen. Das ist nicht ganz einfach. Für meinen Urlaub in Norwegen habe ich mir darum gedacht, dass seltene Blumen doch perfekt zur grandiosen Natur dieses Landes passen. Und irgendwie hat es das auch, obwohl ich beinahe auf die Nase gefallen wäre mit meiner Entscheidung.

Drei Männer, drei Geschichten

Mit feinen Worten und farbenfrohen Bildern erzählt David Whitehouse drei Geschichten von drei Männern. Jene von Dove, ein ehemaligen Findelkind, das nun in der Londoner Notrufzentrale arbeitet. Jene von Professor Cole, der den Datenschreiber des „vergessenen Fluges PS570“ findet, aber eigentlich lieber bei seiner Frau wäre. Und jene von Peter Manyweathers, einem Tatortreiniger, der in einem alten Bibliotheksbuch einen Liebesbrief mit sechs seltenen Blumen entdeckt und beschliesst diese zu finden.
Von Anfang an ahne ich, dass all diese Geschichten etwas miteinander zu tun haben, irgendwie zusammen gehören. Und das tun sie am Ende auch, aber bis ich als Leserin einigermassen hinter diese Erzählperspektiven blicke, dauert es einen Moment. Das ist auch gleich mein grösster Kritikpunkt an diesem Buch. Bis etwas über die Hälfte des Buches verwirrten mich diese drei Perspektiven nämlich ziemlich. Ich konnte schlecht einordnen, wie die Geschehnisse zeitlich verteilt sind. Bis auf Peters Geschichte, die ganz klar in den 80ern spielt, erhalten wir Leser und Leserinnen keinen zeitlichen Anhaltspunkt. Natürlich lassen sich aus den Beschreibungen und dem Gebrauch von so einigen technischen Geräten gewisse Rückschlüsse ziehen. Dennoch war für mich eigentlich bis zum Ende unklar, ob der Handlungsstrang um Professor Cole nicht etwa doch einige Jahre in der Zukunft liegt. Diesbezüglich hätte ich mir etwas mehr Abgrenzung gewünscht, den ein oder anderen Hinweis mehr hätte mir die Lektüre erheblich erleichtert. So aber kämpfte ich mich durch die erste Hälfte der Geschichte und war nahe dran am Aufgeben, bis dann die Handlung an Fahrt auf nahm und mich die zeitliche Einordnung etwas vergessen liessen.

Ein Tanz der Erinnerungen

»Als Dove am Kanal entlang zur Arbeit geht, fällt ihm plötzlich das Moorveilchen wieder ein. Es taucht aus dem Nichts auf, wie es Erinnerungen eben tun – ein Funke aus der Vergangenheit, der ins Jetzt hinüberglimmt.
[…] Doch Dove weiss nicht das Geringste über Blumen.«

– „Der Blumensammler“ S.14

Überzeugen konnte mich das Buch dafür mit seinem Tanz mit der Realität und Erinnerungen. Immer wieder wird Dove von unerträglichen Kopfschmerzen heimgesucht und dabei zeigen sich ihm Erinnerungen, die nicht die seinen sein können. Plötzlich weiss er Dinge über seltene Blumen, die ihn nie interessiert haben und kennt Menschen in und auswendig, die er nie zuvor in seinem Leben getroffen hat.
An diesem Punkt wissen die Leser und Leserinnen mehr als Dove, denn ziemlich schnell ist klar, von wessen Erinnerungen Dove heimgesucht wird. Das Wieso und Warum bleibt jedoch bis ganz zum Ende hin im Dunkeln, lässt langsam Spannung aufkommen. Und so fliege ich ab der Hälfte des Buches nur so durch die Seiten und bewundere David Whitehouse’s Gabe, mit Worten umzugehen. Was im ersten Teil noch etwas bemüht und verwirrend wirkte, ist nun geprägt von einer Leichtigkeit und Verspieltheit, die seines gleichen sucht. 

Die vollständige Rezension kann auf meinem Blog Livricieux nachgelesen werden. 

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Tags: david whitehouse, der blumensammler, roman, strandlektüre, tropen verlag   (5)
 

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(52)

138 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 26 Rezensionen

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Die Gabe

Naomi Alderman , Sabine Thiele
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.02.2018
ISBN 9783453319110
Genre: Science-Fiction

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80 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 70 Rezensionen

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Der englische Liebhaber

Federica de Cesco
Fester Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Europa Verlag , 29.06.2018
ISBN 9783958900806
Genre: Romane

Rezension:

»Heute weiss ich auch, dass wir Frauen nie mehr diejenigen geworden sind, die wir vor dem Krieg waren. Frauen, die sich wochenlang mit Schwielen an den Händen, Blasen an den Füssen und steifen Gelenken einen Weg durch den Schutt freigeschaufelt hatten, die sich Lumpen statt Monatsbinden in den Schlüpfer stopfen mussten – solche Frauen lassen sich nicht mehr bevormunden. Es gibt eine Redensart: Der Krieg stärkt die Nylonstrümpfe und die Frauen. Und sollten wir dir am Ende noch danken, Adolf, du Hurensohn?« – S. 136

Jeder von uns hatte sie, die Helden seiner Jugendtage. Bei manchen war es eine ganz spezielle Band, ein anderer verehrte einen Sportler und ich vergötterte eine Autorin. Schon damals war ich ein Bücherwurm durch und durch. Alles was ich von Federica de Cesco in die Finger bekam wurde gelesen, ich wusste, was mich erwartete und ich liebte sie dafür. Fremde Kulturen und Völker, starke Protagonistinnen und Geschichten, die so spannend waren, dass ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen konnte. Bis ich irgendwann dachte „Nun bist du zu alt für ihre Bücher“.
Erst letztes Jahr entdeckte ich sie wieder und tauchte mit Die Traumjägerin erneut ein in fremde und seltene Kulturen und war geflasht, wusste wieder, warum ich sie vor etlichen Jahren so vergötterte. Und natürlich hoffte ich bei ihrem neuen Titel Der englische Liebhaber auf das selbe überwältigende Gefühl.

Eine Liebe im Nachkriegsdeutschland – Hallo Klischee!
Der englische Liebhaber erzählt die Geschichte von Anna und Jeremy, die sich im November 1945 kennen lernen. Jeremy ist Offizier der britischen Armee und Anna arbeitet als Übersetzerin auf dem britischen Militärstützpunkt in Münster. Sie fühlen sich sofort zueinander hingezogen und es folgt, was unweigerlich folgen musste. Die beiden verlieben sich, nähern sich an und mieten ein altes, schäbiges Zimmer in der Innenstadt für romantische Stunden. Jeremy verspricht Anna die Ehe und um seine Angelegenheiten zu regeln, kehrt er nach England zurück. Kurz nach seiner Abreise bemerkt Anna dann, dass sie schwanger ist und versucht ihren Geliebten zu erreichen, doch vergeblich.
Ihr merkt es vielleicht bereits meinem Ton an, die Geschichte hat mich als solche nicht aus den Socken gehauen. Da nützte auch der beigelegte Brief der Autorin nichts, der darauf hinwies, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht. Der wirkte nämlich eher wie eine Bitte um Nachsicht, da die Geschichte ja vom Leben selbst geschrieben wurde.
Was mich aber wirklich masslos enttäuschte, war die Anhäufung an Klischees: der schöne britische Offizier (verheiratet notabene), der sich in das graue Mäuschen verliebt und ihr etwas von grosser Liebe erzählt und dann verschwindet. Die junge Geliebte, die natürlich schwanger wird und vergeblich nach ihrem Prinz sucht und ihn erst ein Vierteljahrhundert später wieder findet. Natürlich entflammt die Liebe wieder neu und die alte Leier beginnt von vorne. Die Geschichte war so langweilig, wie vorhersehbar.

Wo sind die starken Protagonistinnen hin?

Aber nicht nur, dass die Geschichte nicht wirklich das Gelbe vom Ei war, ich habe auch die aussergewöhnlichen Frauenfiguren, die normalerweise ein Markenzeichen von Federica de Cescos Geschichten sind, vermisst. Anna war nicht die starke, unabhängige Frau, die ich mir erhofft hatte. Spätestens nachdem sie zum zweiten Mal auf Jeremys Gesülze hereinfiel, empfand ich sie einfach nur noch als naiv und gutgläubig.
Leider erging es mir mit Jeremy und Annas Tochter Charlotte auch nicht besser. Während der eine absolut unergründlich blieb, wirkte die andere in ihrer Rebellion gegen die Mutter und das System unglaublich kindisch und durchgehend wütend auf alles und nichts.
So bleibt unter dem Strich nur ganz viel Distanz zu den Charakteren übrig.


Die vollständige Rezension kann auf meinem Blog Livricieux gelesen werden.

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Tags: der englische liebhaber, europa verlag, federica de cesco, geschmacksache, historisch, liebesgeschichte, schweizer autor   (7)
 

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40 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Hart auf Hart

T. C. Boyle , Dirk van Gunsteren
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 26.08.2016
ISBN 9783423145152
Genre: Romane

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(344)

654 Bibliotheken, 16 Leser, 2 Gruppen, 106 Rezensionen

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Spiel der Zeit

Jeffrey Archer , Martin Ruf
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.07.2015
ISBN 9783453471344
Genre: Historische Romane

Rezension:

»Einige [der Dockarbeiter] starrten ihn ihrerseits grimmig an, und ein paar griffen mit drohender Miene nach ihren Hämmern, als warteten sie nur noch auf ein letztes Signal zum Angriff gegen Haskins.
Ich fühlte mich wie ein Kapitän, der eine letzte Chance erhält, eine Meuterei zu verhindern. Was ich auch tun würde, ich konnte nicht gewinnen.«

– Spiel der Zeit, ca. S. 18


Manchmal da braucht man sie einfach, Bücher die sich ohne viele Gedanken weg lesen lassen, die in eine andere Welt entführen, einem abtauchen und geniessen lassen. Ein Buch für müssige Stunden am Sonntagnachmittag, bei Regenwetter auf der Couch oder für einen Tag am Strand. Spiel der Zeit passt da perfekt in diese Kategorie.

Kurz zum Inhalt
England um 1930: Der junge Harry Clifton wächst an den Hafendocks von Bristol heran, seine Mutter Maisie muss sich mit harter Arbeit durchschlagen. Um den Tod von Harrys Vater, der angeblich im Krieg gefallen ist, rankt sich ein Geheimnis. Harrys Leben nimmt eine Wendung, als er das Stipendium für eine Eliteschule erhält. Er tritt ein in die Welt der Reichen und lernt Giles Barrington sowie dessen Schwester Emma kennen, Erben einer Schifffahrts- Dynastie. Harry verliebt sich in Emma, ohne zu ahnen, dass die Schicksale ihrer Familien auf tragische Weise miteinander verknüpft sind. (Quelle: Verlagshomepage)

Und wie fand ich es?
Dieses Buch hat mich wirklich gepackt und jetzt, nach der Lektüre frage ich mich, warum es so lange auf meinem Bücherstapel schlummern musste, bevor ich es entdeckte.
Jeffrey Archer schafft es den/die Leser*in mit seinem leichten und – bei einem Wein würde man wohl sagen süffigen – Schreibstil einzulullen. Die Sprache ist einfach und leicht lesbar und obwohl an ausführlichen Beschreibungen gespart wird, erzeugt sie klare und farbenfrohe Bilder im Kopf. Dem/Der Leser*in bleibt Raum für eigene Interpretationen und doch wird alles was nötig ist, gesagt.
Die Geschichte selbst wird in mehrere Abschnitte unterteilt, die jeweils aus der Sicht verschiedener Figuren erzählt wird. Dabei war ich beim ersten Perspektivenwechsel ziemlich überrascht, dass die gleiche Zeitspanne noch einmal erzählt wird – einfach aus der Sicht dieser anderen Figur. Da war ich echt einen kurzen Moment skeptisch, ob dieses Buch so toll werden würde, wie ich mir das nach den ersten Kapiteln erhofft hatte. Wenn die gleichen Geschehnisse immer und immer wieder aus einen anderen Perspektive beleuchtet werden, muss es doch irgendwann langweilig werden, oder? Weit gefehlt! Die Abschnitte überlappen sich zwar teilweise, doch schafft es der Autor die verschiedenen Sichtweisen so miteinander zu verweben, dass man immer wieder neue kleinen Details erfährt und nie das Gefühl hat, alles schon zu kennen oder zu wissen. Es ist viel mehr so, dass wir Leser und Leserinnen nach und nach neue Puzzelteile zum Gesamtbild hinzu fügen können, nach und nach entfalten sich die Verwicklungen und Verstrickungen, was alles äusserst spannend zu lesen macht. Das Buch vermag so einen ganz eigenen Sog zu entwickeln.


Die vollständige Rezension gibt es auf meinem Blog Livricieux.

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Tags: clifton-saga, heyne, historisch, jeffrey archer, roman, strandlektüre   (6)
 

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11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

anwalt, bonn, eltern, familie, köln, leben, lebenslust, lebensmitte, lebenssinn, sinnsuche, suche nach sich selbst, tanz, tochter, vater, vater-tochter beziehung

Als wir Libellen waren

Alpan Sagsöz
E-Buch Text: 173 Seiten
Erschienen bei Schruf & Stipetic, 29.04.2015
ISBN 9783944359090
Genre: Romane

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576 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 29 Rezensionen

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Zusammen ist man weniger allein

Anna Gavalda , Ina Kronenberger
Fester Einband: 653 Seiten
Erschienen bei Gruner + Jahr, 05.03.2010
ISBN 9783570197134
Genre: Romane

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38 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Die Zeitwächterin

Lillith Korn
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Zeilengold Verlag, 20.06.2018
ISBN 9783946955108
Genre: Fantasy

Rezension:

»Jahr um Jahr zieht vorbei
Gnadenlos, doch niemals frei
Bewacht von den Wächtern der Zeit
Wird aus der Zukunft die Vergangenheit…«
– ca. S.97

Kurz zum Inhalt
Thekla liebt alles, was alt und voller Geschichte ist. Kein Wunder also, dass sie nach der Schule ein Praktikum bei Matteo im Antiquariat beginnt. Auch ihre Familie und Freunde schleift sie immer mal wieder mit ins Museum. Bei einem dieser Besuche passiert jedoch etwas merkwürdiges, die Zeit bleibt stehen und niemand ausser Thekla scheint dies zu bemerken. Und als es wieder geschieht und sie sich ihren Freunden anzuvertrauen versucht, nehmen diese ihr Problem nicht ernst.
Einzig in Matteo findet sie einen Verbündeten und Lehrer. Gemeinsam lernen sie Theklas Gabe zu nutzen und durch die Zeit zu reisen. Doch dabei beginnt sich nicht nur die Wirklichkeit zu verändern, sondern auch ein alter, dunkler und mächtiger Gegner wird erweckt.

Wie war es denn nun?
Ganz oft denke ich mir, dass es unglaublich spannend wäre, zu sehen, wie die Menschen vor ein paar hundert Jahren an meinem Wohnort gelebt haben. Kein Wunder also, greife ich gerne mal zu Geschichten, in denen es um Zeitreisen geht. Manchmal geht das fürchterlich schief, da das Reisen in der Zeit ein sehr komplexes Thema ist, manchmal klappt es aber auch ganz wunderbar. So geschehen in Die Zeitwächterin von Lilith Korn.
Wie gesagt sind Zeitreisen ein sehr komplexes Thema, dass schnell zu Logikfehlern führen kann. Die Autorin geht mit dieser Problematik allerdings sehr geschickt um, sie lässt nämlich Thekla einfach die richtigen Fragen stellen. So erfährt der/die Leser*in zusammen mit ihr immer mehr über Zeitreisen und ihre Gabe, die Zeit anzuhalten.
Damit verbunden entwickelt sich die Story auch sehr gemächlich. Häppchenweise wird der/die Leser*in mit Information gefüttert, immer wieder kommen neue Details ins Spiel. Bis dann alles in einem grossen Showdown mündet. Grundsätzlich mag ich es ganz gerne, wenn sich Geschichten entwickeln und entfalten. In diesem Fall war es allerdings über eine lange Strecke so, dass einfach nichts wesentliches passiert ist, das die Geschichte voran getrieben hätte. Das fand ich ganz schön schade, da die Spannungskurve voll und ganz auf den finalen Showdown ausgelegt war und ich als Leserin so ganz auf dem Trockenen sitzen gelassen wurde. Ein kleiner Ausschlag der Spannungskurve zwischendrin wäre nett gewesen.


Meine vollständige Rezension gibt es auf Livricieux zu lesen. 

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Tags: die zeitwächterin, fantasy, lilith korn, strandlektüre, zeilengold verlag   (5)
 

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70 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

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Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt

Peter Stamm
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 22.02.2018
ISBN 9783103972597
Genre: Romane

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(41)

99 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

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Léon und Louise

Alex Capus
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 24.07.2015
ISBN 9783423253635
Genre: Romane

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(21)

29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Belfast Central

A.K. Amherst
Flexibler Einband: 532 Seiten
Erschienen bei MYMorawa, 08.04.2018
ISBN 9783990702222
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

»Ich bin aus der Firma meiner Familie ausgestiegen, weil ich Gewalt verabscheue. Weil ich diesen ganzen Hass, der um uns herrscht, nicht auch noch mit Waffen unterstützen wollte. Und jetzt … jetzt bin ich zu jemandem geworden, der ich nie sein wollte.«
»Und das wäre?«, fragt Elaine.
»Ein Mörder«
– S. 424

Ich überlege jetzt schon länger, wann ich den letzten Thriller gelesen habe und es will mir beim besten willen nicht einfallen. Dementsprechend lange dürfte es wohl auch her sein. Umso grösser war darum auch meine Neugier auf Belfast Central, das Debütwerk der Autorin A.K. Amherst und ich wurde positiv überrascht.

Zwischen den Fronten, zwischen Fiktion und Realität

Der Nordirlandkonflikt spaltete das Land zwischen 1969 und 1998 in zwei Lager. Die Katholiken und die Protestanten bekämpften sich bis aufs Blut. In dieser von Hass und Gewalt geprägten Zeit siedelt A.K. Amherst ihren Thriller an und spinnt um historische Ereignisse eine Geschichte.
1993, Ryan Goodwin arbeitet als Sanitäter und versucht so seinem Namen zu entfliehen. Die Familie Goodwin produziert und verkauft seit Generationen Waffen und ist somit, seiner Meinung nach, an den Konflikten mitschuldig. Die Geschichte beginnt nun mit jener verhängnisvollen Nacht, als Ryan und sein Kollege Jarvis zu einer Schiesserei mit Verletzen am Bahnhof gerufen werden. Die beiden Sanitäter geraten zwischen die Fronten, Jarvis wird getötet und Ryan schwer verletzt. Kurz bevor er das Bewusstsein verliert, sieht er jedoch einen Mann, der ihm zu helfen versucht. Die Polizei geht von einem Anschlag aus und legt den Fall rasch zu den Akten. Ryan jedoch versucht nach seiner Genesung seinen Retter zu finden, was ihn mitten in den Kampf zwischen der Ulster Defence Association (UDA) und der Irish Republican Army (IRA) bringt.

Ryan ist der Ich-Erzähler der Geschichte und so sind wir ganz nah bei ihm, begleiten in zu dem verhängnisvollen Einsatz, suchen mit ihm nach seinem Retter und durchschauen so langsam die Strukturen der paramilitärischen Organisationen. Wir erleben auch, wie ihn die Geschehnisse verändern, wie er plötzlich vieles aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten beginnt. So wird die Entwicklung, die Ryan in der Geschichte durch macht sehr greifbar und authentisch, aus dem freundlichen, eher scheuen Sanitäter wird ein Kämpfer, was auch seinen Wunsch nach Frieden ins Wanken bringt. Die Autorin zeigt mit diesem Charakter wirklich gut, wie aus eigentlich neutralen Personen, Kämpfer für die eine oder andere Seite werden können. Es ist beinahe ein Ding der Unmöglichkeit in einem von einem Konflikt geprägten Land nicht für die eine oder die andere Seite Partei zu ergreifen.
Überhaupt erscheinen die Protagonisten dieses Thrillers sehr vielschichtig, niemand ist einfach nur „böse“ oder „gut“. Alle verfügen über ihre ganz eigenen Beweggründe und Rechtfertigungen für ihr Handeln. Allerdings sieht sich ein jeder auch im Recht und so wird Gewalt mit Gewalt bekämpft.

»Ich bin froh, dass es vorbei ist«, sagt sie nach einer Weile. »All das Leid, das Fianna verursacht hat, hat mit ihr endlich ein Ende«
Ihre Worte überraschten mich »Sie wollen keine Rache?«
»Rache? Was hat Rache uns denn je gebracht – ausser Tote?«
– S.467

Macht man sich während der Lektüre einmal Bewusst, dass diese Ereignisse nicht ausschliesslich der Fantasie der Autorin entsprungen sind, sondern sich durchaus auch in der Realität so zugetragen haben könnten, wird einem ganz Flau im Magen. Die Sinnlosigkeit der Gewalt und die sture Brutalität erschrecken und stimmen einem nachdenklich.

Die vollständige Rezension findet man auf meinem Blog Livricieux

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Die störrische Braut

Anne Tyler , Sabine Schwenk
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Penguin, 09.01.2018
ISBN 9783328101819
Genre: Romane

Rezension:

»Diese Bemerkung ging ihr nun häufig durch den Kopf, wenn sie sich morgens zur Arbeit aufmachte. Wenn sie dort Kindern beim Schuhe ausziehen half, wenn sie Knete unter Fingernägeln hervorpulen oder Pflaster auf Knie klebte; wenn sie wieder beim Schuhe anziehen half. Sie – hat – keinen – Plan.« – S. 22

Manchmal bin ich ja wirklich ein kleines Cover-Opfer. Mir gefallen einfach schön gestaltete Buchcover, in der Buchhandlung greife ich als erstes nach Büchern, die sich toll anschauen lassen. Kein Wunder, ist es doch auch das erste, was einem ins Auge springt. Natürlich ist das Cover dann nicht der einzige Grund für einen Kaufentscheid, da muss dann schon auch der Klappentext und eine kleine Leseprobe Lust auf mehr machen.
Bei Die störrische Braut von Anne Tyler haben aber alle Faktoren gepasst und so wanderte es schnurstracks in mein Bücherregal. Erst später habe ich dann herausgefunden, dass diese Geschichte ja eine moderne Variante von Der widerspengstigen Zähmung von Shakespeare ist. Da ich das Original nicht kenne, ging ich relativ unbefangen ans Werk und wurde auch ganz gut unterhalten. Aus den Socken gehauen hat es mich aber nicht.

Witzige Charaketer und Situationskomik

In dem Buch geht es um Kate Battista, eine junge Frau, die nach dem Abbruch ihres Studiums in einer Kindertagesstätte arbeitet. Ihr Vater arbeitet an einem Forschungsprojekt über Autoimmunerkrankungen und die jüngere Schwester Bunny bändelt lieber mit dem Nachbarsjungen an, als sich in der Schule anzustrengen. Zu Hause schmeisst Kate also den Haushalt für den chaotischen Vater und kümmert sich um die Schwester und den Garten. Manches Mal lässt sie das frustriert aufstöhnen, erst recht, als ihr Vater die glorreiche Idee hat, sie könne doch seinen Assistenten Pjotr heiraten, da dessen Visum sonst ablaufe.
Die_stoerrische_Braut_1Nicht nur diese verflixte Ausgangslage bietet Stoff für reichlich komische Situationen, wie jene beispielsweise, wo der schusselige Forscher probiert die „Liebesgeschichte“ von Kate und Pjotr mittels Handyfotos zu dokumentieren. Sondern auch die Charaktere warten mit einer Fülle von komischen Eigenschaften auf. So ist Professor Battista der Inbegriff eines weltfremden, chaotischen Forschers, Pjotr macht sich einen Sport daraus, seine Mitmenschen falsch zu verstehen und auch Bunny beherrscht das Repertoire eines rebellischen Teenagers perfekt. Das bietet ganz schön viel Raum für komische und lustige Begebenheiten und so wird die Lektüre auch luftig und leicht. Einzig Kate blieb für meine Begriffe da etwas blass, auch wenn sich einige amüsante Situationen zwischen Pjotr und ihr ergaben. Auf mich wirkte sie ganz oft kindlich und naiv, da war ihre jüngere Schwester wesentlich erwachsener und brachte auch sehr vernünftige Gedanken mit ein, grad was Kate’s Hochzeit anbelangte.

»Hör zu«, sagte Bunny. »Du musst das nicht machen. […] Ich weiss, du bildest dir ein, es wäre nur so eine kleine Sache auf dem Papier, um die Einwanderungsbehörde auszutricksen, aber dieser Typ tut ja jetzt schon so, als würdest du ihm gehören! Er schreibt dir vor, welchen Nachnamen du haben, wo du wohnen und ob du weiter arbeiten sollst. Ich meine, ich würde mich ja freuen, ein grösseres Zimmer zu kriegen, aber wenn der Preis dafür ist, dass einer es schafft meine einzige Schwester zu zähmen und einen ganz anderen Menschen aus ihr zu machen…« – S.156

Vorhersehbare Handlung, und eine Wendung, die ich nicht nachvollziehen kann
So unterhaltsam die Geschichte auch ist und so wunderbar Anne Tyler diese auch erzählt, so vorhersehbar war auch die Handlung. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass jetzt etwas absolut unerwartetes passiert, die Geschichte eine komplett andere Wendung nimmt oder einer der Charaktere aus seiner Rolle tanzt. Aber eventuell muss man da dem Buch auch zu Gute halten, dass es halt eine moderne Nacherzählung von altbewährtem Stoff ist. Vielleicht ist da auch einfach das Überraschungspotential etwas beschränkt, ich weiss es nicht.
Zwischen den Zeilen versucht die Autorin jedoch immer wieder etwas ernstere Themen einzustreuen, wirft Fragen zu arrangierten Ehen oder der Rolle der Frau auf, aber alles in allem bleibt es leichte Kost und geht nicht zu sehr in die Tiefe.


Die vollständige Rezension kann auf meinem Blog Livricieux nachgelesen werden.

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81 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 59 Rezensionen

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Revolution im Herzen

Claudia Beinert , Nadja Beinert
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur, 03.04.2018
ISBN 9783426654330
Genre: Historische Romane

Rezension:

»Während einer Revolution öffnen sich die Menschen. Mir war, als ob selbst die steifsten, hochnäsigsten Menschen ihre Masken ablegen und ihre Hoffnungen ungeniert mit anderen teilen würden. Sie waren bereit, alles zu geben, sie waren sogar bereit zu sterben.« – S. 188

Im April diesen Jahres, 200 Jahre nachdem Karl Marx das Licht der Welt erblickte, erschien dieses Buch und erzählt die Geschichte des grossen Denkers aus einer ganz neuen Perspektive.  Helena "Lenchen" Demuth war das Dienstmädchen der Familie Marx und eine ihrer engsten Vertrauten. Die Schwestern Claudia und Nadja Beinert erzählen dabei nicht nur vom Leben und wirken von Karl Marx, sondern vielmehr gelingt ihnen ein einfühlsamer Blick auf das Leben der Frauen zur damaligen Zeit.

Weg von zu Hause und rein ins Ungewisse

Lenchens Geschichte beginnt in Sankt Wendel, einem kleinen Ort in der Nähe von Trier. Dort lebt sie mit ihrer Familie und wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Schon früh muss sie mit anpacken. Dabei stellt sie sich manches mal etwas ungeschickt an, was ihr Spott und Häme, sowie den Spitznamen "Zitterhand" einbringt. Ihr einziger Verbündeter in der Familie scheint ihr Pabbi zu sein, der sie an langen Abenden in die Geheimnisse des Schachspiels einweiht. Leider verstirbt der geliebte Vater viel zu früh und lässt die Familie in bitterer Armut zurück. An manchen Abenden kommt gar nicht genug Essen für alle auf den Tisch, so dass Lenchen sich den Bauch mit Wasser füllen muss. Als sie dann eines Sonntags vor der Kirche von einem Mädchen aus dem Nachbardorf hört, das in Trier sein Glück als Dienstmädchen gemacht hat, steht ihr Entschluss fest. Noch in der selben Nacht schleicht sich Lenchen heimlich vom elterlichen Hof und wandert den langen Weg nach Trier. Ein wagemutiger Schritt für ein noch nicht einmal zehnjähriges Mädchen. 
In Trier läuft Lenchen dann auch das erste Mal Karl Marx über den Weg, ist allerdings nur wenig angetan von ihm. Dafür freundet sie sich mit Jenny von Westphalen an, bei deren Familie sie auch Anstellung findet. Die Freundschaft, die sich zwischen den zwei Frauen unterschiedlichen Standes entwickelt, geht tief und Lenchen steht fortan loyal an Jennys Seite. Auch als diese den düsteren Karl heiratet und weg zieht. Einige Jahre später kümmert sie sich dann nämlich um den Haushalt der Familie Marx und zieht mit ihnen von Brüssel über Köln und Paris bis nach London.

»In meinem Traum liefen die Menschen dort [London] wie Maschinen herum: mit Gehirnen voller Zahnräder, mit Armen aus Eisenstangen, die mit Scharnieren verbunden waren, und mit Herzen, die der Dampf antrieb.« – S. 160


Eine ungewöhnliche Perspektive 
Mit dem Blick fürs Detail beschreiben die Autorinnen die Lebensumstände Mitte des 19. Jahrhunderts und lassen sie im Kopf des Lesers/der Leserin lebendig werden. Man spürt förmlich den Druck des Familienoberhauptes, genügend Geld für die nächste Mahlzeit auf den Tisch zu bringen, aber auch die kleinen Freuden des Alltags werden äusserst bildhaft dargestellt. Zu gerne würde ich einmal Gordons Kaffee probieren oder dem Lied vom Knotenpelz lauschen.
Diesen harten Alltag erleben wir Leser und Leserinnen nicht etwa aus der Perspektive des Familienoberhauptes oder der Dame des Hauses, sondern aus jener des Dienstmädchens. Eine ungewöhnliche Sicht auf die Dinge, aber auch eine, die es ermöglicht ganz private Situationen auferstehen zu lassen. Das Frisieren am Morgen beispielsweise, ein Schachspiel oder eine Theateraufführung der Kinder für ihre Eltern und Freunde. 
Claudia und Nadja Beinert gelingt es zudem wirklich ganz toll, die historischen Fakten mit fiktiven Erzählungen auszuschmücken und zu verschmelzen. So wird auch reichlich über die philosophischen und politischen Ideen von Marx und Engels debattiert und zahlreiche historisch belegte Persönlichkeiten geben sich die Klinke in die Hand. Mir brachte das Buch diesbezüglich einiges an Information, da ich von Marx und Engels aus der Schulzeit zwar noch eine vage Vorstellung hatte, mir jedoch nicht Bewusst war, wie stark ihre Theorien in den Folgejahren aber verfälscht und abgewandelt wurden. In Bezug auf die Geschichte im Buch glaube ich aber, dass etwas weniger Politik nicht geschadet hätte, einige Passagen waren doch eher trocken und langatmig zu lesen. 


Die vollständige Rezension kann auf meinem Blog Livricieux nachgelesen werden. 

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Der Boxer

Szczepan Twardoch , Olaf Kühl
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Berlin, 24.01.2018
ISBN 9783737100083
Genre: Romane

Rezension:

»Was willst du denn eigentlich?«
Er hörte auf zu lachen. Schwieg einen Augenblick.
»Ich will König dieser Stadt sein«, antwortete er langsam und überlegt, sprach jedes einzelne Wort sorgfältig aus. »Und ich werde König dieser Stadt sein.«
– S. 66

Im März wurde ich durch den Literatur Club von SRF auf das neue Buch von Szczepan Twardoch, Der Boxer aufmerksam. Ich war so fasziniert von der hitzigen Diskussion und dem geschichtlichen Thema des Buches, dass ich noch am gleichen Abend einen Onlineeinkauf tätigte. Und nun eine ganze Weile und diverse Lesepausen später bin ich durch mit dem Buch und hin und her gerissen, zwischen gut und schlecht, einem schonungslosen Erzähler und unerwarteten Plottwists.

Mit den Worten »Ich heiße Mojźesz Bernstein, bin siebzehn Jahre alt und ich bin kein Mensch, ich bin ein Nichts…« beginnt die Geschichte. Wir befinden uns in Tel Aviv in einer stickigen Wohnung und ein alter Mann sitzt an der Schreibmaschine und erinnert sich an seine Jugend.
Er denkt sich zurück nach Polen ins Jahr 1937 und wie er den Boxer Jakub Shapiro kennen lernt. Dieses erste Treffen ist jedoch kein erfreuliches, Shapiro kommt nämlich im Auftrag des Paten Kaplica, weil Mojźesz‘ Vater das Schutzgeld nicht bezahlen kann. So ändert sich an jenem Tag für den Jungen alles, sein Vater stirbt auf grausame Weise, er selbst verlässt seine Familie und wird vom Boxer in dessen Familie aufgenommen. Auf diese Weise kommt der Sohn eines frommen Juden in ein kriminelles Milieu, in dem er sich vielen Formen von Gewalt gegenüber sieht, dem gnadenlosen Eintreiber von Schutzgeld, Schlägertruppen bei politischen Demonstartionen, prügelnde Ehemänner und Freier. Die Warschauer Unterwelt ist gnadenlos und nur der Stärkste überlebt.

»An dem Tag, an dem wir Marylka gerächt haben, müssen wir noch in eine weitere Wohnung eindringen, das Rad des Todes weiterdrehen, Gewalt säen und Gewalt ernten, wie beim Boxen, du steckst einen Schlag ein, gibst zurück, isst und wirst gefressen, du stammst von Gott und kehrst zu Gott zurück, du kommst aus der Erde und wirst zu Erde, wenn dich die Mikroben fressen, das ist Gewalt, alles ist Gewalt…« – S. 213

Mojźesz nimmt uns nun mit in eine Welt die von Gewalt und Unterdrückung regiert wird, zeichnet mit schonungslosen Worten Gut und Böse, Sozialisten und Nationalisten, Polen und Juden.
Den Paten Kaplica, der sein Viertel mit eiserner Hand regiert, seine Freunde unterstützt und all jene gnadenlos und brutal abstraft, die ihn verärgern.
Den in vielerlei Hinsicht begabten Boxer Shapiro, Kaplicas rechte Hand und Frauentyp, der optisch etwas hermacht und sich zu unabhängigen Frauen hingezogen fühlt. Zu Emilia, mit der er in wilder Ehe lebt, zur Bodellbesitzerin Ryfka, mit der er eine wilde Vergangenheit teilt, aber auch zur Polin Anna, der Tochter und Schwester seiner grössten Feinde.
Den Doktor Radziwilek, Kaplicas undurchsichtigen Stellvertreter, der sich nur ungern seine Finger schmutzig macht und seine ganz eigenen Pläne verfolgt.
In seiner Erzählung stockt Mojźesz Bernstein immer wieder, überdenkt seine eigenen Erinnerungen und misstraut ihnen gar. Er stellt sich immer wieder die Frage nach seiner Identität, wie bereits zu Beginn, fragt sich, ob er noch der selbe Mensch sei, wie damals.
Etwas gar merkwürdig anmuten mag das Bild des singenden Pottwals, der über den Warschauer Strassen schwebt, nur vom Erzähler wahrgenommen wird und Zweifel an dessen Ehrlichkeit aufkommen lassen.


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Das dänische Mädchen

David Ebershoff , Werner Schmitz
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.12.2015
ISBN 9783442472796
Genre: Romane

Rezension:

»Greta hatte niemals einen anderen Menschen geliebt als sie, das wusste Lili. Und jetzt – jetzt, da sogar ihre amtlichen Papiere sie als Lili Elbe auswiesen – empfand sie die Gewissheit, dass Greta sich nicht ändern würde. Und diese Gewissheit half ihr durch die einsamen Nächte im Krankenzimmer unter der schweren Decke und durch die Schmerzen, die sich wie ein Dieb an sie heranschlichen und über sie herfielen. Lili änderte sich immerzu, aber Greta nicht, nein, Greta niemals.« – S.310

Ich weiss, viele von euch plädieren dafür erst das Buch zu lesen und sich erst dann den Film anzugucken. Meistens halte ich das auch so, in diesem speziellen Fall aber ging diese ach so tolle Reihenfolge flöten. Um Ostern wurde nämlich der Film im TV gezeigt und als ich ein paar Tage später in der Bibliothek über das Buch stolperte, fackelte ich nicht lange und packte es ein. Belohnt wurde ich mit einer einmaligen Erzählstimme, die die Geschehnisse im Film wunderbar ergänzte.

Ein kleiner Moment
Seinen Anfang nimmt die Geschichte um Einar und Greta Wegener in Kopenhagen. Im Film heisst Greta übrigens Gerda, was auch der Realität entsprechen würde, David Ebershoff nimmt sich hier etwas künstlerische Freiheit heraus und benennt sie kurzerhand um. Auch in seinem Nachwort betont der Autor, dass die Geschichte zwar an das Leben von Lili Elbe angelehnt ist, dass aber vor allem die innersten Gedanken und Gefühle der Figuren ohne Vorstellungskraft und Fantasie nie so zu zeigen gewesen wären.

Einar und Greta leben ein aufregendes Künstlerleben, er malt Bilder von Dänischen Fjordlandschaften und sie widmet sich hauptsächlich Portraits. Und genau ein solches Portrait wird für Einar zum Moment der Offenbarung, als ihn seine Frau nämlich bittet, ihr einen Gefallen zu tun. Dieses kurze Modellsitzen in Seidenstrümpfen und Schuhen mit goldenen Schnallen erweckt Lili zum Leben. In diesem kleinen Moment wird eine Türe aufgestossen, eine lange gefühlte, sexuelle Verunsicherung wird langsam zur Gewissheit. Tief in seinem Inneren spürt Einar zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts, was ihn beinahe zu zerreissen droht. Und während Lili immer mehr Raum einnimmt, geht diese Entwicklung nicht spurlos an der Beziehung zu Greta vorüber. Diese spürt, dass sie in ihrem Mann etwas ausgelöst hat.

Eine grenzenlose Liebe und die Suche nach Identität
Einar geht es nicht ums Verkleiden, es ist kein Spiel, das merkt Greta ziemlich schnell. Für sie bedeutet dies allerdings, dass sie ihren Lebensgefährten, die Liebe ihres Lebens verlieren könnte. Und so gibt sie Einar die Freiheit zu sein und seine bis anhin versteckte oder unterdrückte Seite auszuleben, akzeptiert die Anwesenheit Lilis, ihre Suche nach Erfüllung und sich selbst.
Mit den Portraits von Lili erlangt Greta Berühmtheit und doch merkt sie von Bild zu Bild mehr, wie ihr Mann ganz in Lili aufgeht und immer mehr schwindet. Sogar seine eigene Malerei hat er aufgegeben.
Diese tiefe Liebe von Greta zu ihrem Mann hat mich sehr berührt, auch wenn die Ehe nach Lilis Geschlechtsumwandlung vom Dänischen König annulliert wurde und die beiden danach (zumindest in der Realität, in Buch und Film waltet auch hier die künstlerische Freiheit) getrennte Wege gingen.


Die vollständige Rezension könnt ihr auf meinem Blog Livricieux lesen. 

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Wenn Männer mir die Welt erklären

Rebecca Solnit , Kathrin Razum , Bettina Münch
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei btb, 09.01.2017
ISBN 9783442714391
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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Der Da Vinci Fluch

Katharina Sommer
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Zeilengold Verlag, 09.03.2018
ISBN 9783946955085
Genre: Fantasy

Rezension:

»Wenn ich diese Steine betrachte«, sagte er mit rauer Stimme, »sehe ich durch die Zeit. Zurück in die Vergangenheit.«
Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass er dies wörtlich gemeint hatte. Hätte ich es gewusst, hätte ich vermutlich sofort kehrtgemacht, zumindest, wenn ich es noch geschafft hätte.
– ca. S. 50


KURZ ZUM INHALT
Die Geschichte beginnt mit Carrie, einer Hexe, die jedoch ihre Magie verloren hat. Passiert ist dies am Ende des Schuljahres an der HML, der Höheren Magischen Lehranstalt und der Grund warum sich Carrie nun auf eine „ganz normale“ Highschool vorbereitet. Wie verzweifelt und hilflos sie ist, zeigt sich bereits bei den kläglichen Versuchen ihre roten Haare mit dem Lockenstab zu bändigen. Ihr Leben wird fortan nicht mehr von Zaubersprüchen bestimmt sondern von den ganz „normalen“ Problemen Jugendlicher.
An der neuen Schule findet Carrie schnell Anschluss an die Clique von Valérie, zu der auch deren Freund und Mädchenschwarm Francis gehört. Dieser verhält sich aber äusserst feindselig gegenüber Carrie, was die anderen der Clique damit begründen, dass er verflucht sei. Carrie glaubt das erstmal nicht, bis sie nach einem Missgeschick von Francis ganz deutlich schwarzen Rauch um ihn herum wabern sieht. Allen anderen bleibt dieser Rauch verborgen, da nur Hexen oder andere magische Wesen ihn wahrnehmen können. Für Carrie ist jedoch klar, Francis ist tatsächlich verflucht.
Durch ein Geschichtsprojekt, bei dem mehr über die eigenen Vorfahren heraus gefunden werden soll, verwandelt sich Francis Feindseligkeit Carrie gegenüber plötzlich in verdächtig starkes Interesse. Als er nämlich erfährt, dass sie von einem Schüler Da Vincis abstammt, sieht er seine Chance gekommen, den Fluch der auf ihm lastet zu lösen. Doch wird Carrie ihm bei der Reise in die Vergangenheit helfen?

WIE WAR’S?
Nun, irgendwie habe ich etwas mehr erwartet von diesem Buch, grad weil es Zauberei und Zeitreisen miteinander verbindet. Vielleicht habe ich aber grad an solche Geschichten auch einfach zu hohe Ansprüche, Harry Potter, Scheibenwelt & Co. sei Dank.
Das mit der Zauberei in diesem Buch fand ich noch ganz ok. Es werden alte Hexenrituale und Symbole, der Blutmond und auch die moderne Art der Zauberei, repräsentiert von der Höheren Magischen Lehranstalt, geschickt verknüpft. So gibt es eben jene Kräuterhexen, die mit ihrer Medizin den Menschen und Hexen helfen, aber auch Studenten an der HML, die ihr Magiepotenzial ausschöpfen und erweitern wollen. Diese Aufteilung quasi in Berufslehren und Studiengänge für Hexen und Zauberer fand ich sehr erfrischend und gelungen.
Womit ich hingegen erheblich mehr Mühe hatte, waren die Zeitreisen und das lag grad an mehreren Dingen. Zum einen irritierte mich die Art und Weise wie in der Zeit gereist wurde sehr. Ich möchte da nicht zu viel verraten, aber für mich hatte die ganze Prozedur mehr Ähnlichkeit mit einem schwarzmagischen Ritual, als mit einer präzisen Reise durch die Zeit. Blutopfer, Pentagramme und Gegenstände aus der jeweiligen Zeit stehen für mich in krassem Gegensatz zum Zeitumkehrer von Hermine beispielsweise oder der Tardis von Dr. Who und haben für mich auch rein gar nichts mit Zeitreisen am Hut.


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Wenn Martha tanzt

Tom Saller
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 09.03.2018
ISBN 9783471351673
Genre: Romane

Rezension:

»Wie Kuchenteig, der beim Plätzchenbacken durch die Mühle gedreht wird, quillt Musik aus dem Haus. Durch jede Öffnung quetschen sich bunte Kringel, Schlangen, Stäbchen. Martha lacht.« – S. 27

Töne sehen und tanzen
Um die Jahrhundertwende wird in Türnow, einem kleinen Dorf in Pommern ein Mädchen geboren, Martha. Ihr Vater ist Kapellmeister und so wächst Martha in einer Umgebung voller Musik auf. Kein Wunder also, dass sie ein ganz besonderes Verhältnis zu Tönen und Klängen hat. Ein Verhältnis, dass nicht jeder versteht; Martha ist Synästhetikerin und sieht Töne und Klänge als Formen und Farben. Macht sie Musik, geht es ihr in erster Linie darum aus den Tönen ein Bild zu erschaffen, so wie ein Bildhauer sein Kunstwerk formt. Ein ganz und gar ungewöhnliches Talent.
Auf ihrer Suche nach einer adäquaten Ausdrucksmöglichkeit erfährt Martha vom neu gegründeten Bauhaus in Weimar, einer Schule für Kunst und Handwerk. Schnell ist ihr klar, dort will sie hin!
So macht sie sich als junge Frau alleine auf nach Thüringen, um zu studieren. Unterschlupf findet sie in Weimar bei Ella und ihrem Vater Louis Held, der fotografiert und ein Lichtspielhaus betreibt. An der Kunstschule taucht Martha in eine neue Welt ein, sie lernt Walter Gropius, Johannes Itten oder auch Paul Klee kennen. Und endlich kann sie auch ihre ganz eigene Kreativität zum Ausdruck bringen, ihre Formen und Farben tanzen und so ihr ganz persönliches Kunstwerk erschaffen. Sie blüht auf, verliebt sich.
Doch diese Welt wird durch das politische Klima der Zwischenkriegsjahre bedroht und so kehrt Martha 1924 nach Türnow zurück, steigt vorsichtig aus dem Zug, weil »sie im anderen Arm ein Bündel trägt« – S.177 Doch der Krieg macht auch vor Martha’s Heimat nicht halt und sie muss fliehen. Auf der Flucht verliert sich ihre Spur. Was ist geschehen?

»Du bist allein. Du bist eine Frau. Du reist ohne Begleitung. Also bist du die neue Zeit.« – S. 82

Erzählung auf zwei Zeitebenen
All dies erfahren wir aber nicht von Martha selbst, oder zumindest nicht direkt von ihr erzählt, sondern durch ihr Tagebuch, dass in einer Rahmenhandlung von ihrem Urenkel gefunden wird. Diese Rahmenhandlung ist im Jahr 2001 angesiedelt und in ihr erfahren wir mehr über den Fund des Tagebuches bis hin zu dessen Versteigerung bei Sotheby’s in New York. Darin eingebettet liegen die Episoden aus Martha’s Leben, angefangen bei ihrer Kindheit in Pommern, über ihre Zeit am Bauhaus in Weimar, bis zu ihrer Flucht im Jahr 1945. Tom Saller verknüpft diese zwei Erzählstränge nun geschickt zu einer spannenden Familiengeschichte, die mit überraschenden Wendungen und Enthüllungen gespickt ist.
Besonders Martha’s Zeit am Bauhaus, voller Kreativität und neuer Lebensentwürfe ist dem Autor gut gelungen. Atmosphärisch dicht beschreibt Tom Saller ihre Entwicklung an dieser Schule und die Suche nach ihrer künstlerischen Bestimmung, ihr Verständnis von Kunst, aber auch die Begegnungen mit den unterschiedlichsten Persönlichkeiten und ihre persönlichen Enttäuschungen. Zudem beschreibt Saller auch die Kunstschule an und für sich mit vielen Details und die politischen Ereignisse drum herum sind genau recherchiert.

Die vollständige Rezension gibt es auf meinem Blog Livricieux zu lesen. 

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Der Distelfink

Donna Tartt , ,
Flexibler Einband: 1.024 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.10.2015
ISBN 9783442473601
Genre: Romane

Rezension:  
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80er jahre, ausländer, aussenseiter, azzurri, hard'n'heavy, hardrock, heavy metal, integration, italien, kulturkonflikte, laute musik, migration, religion, riggisberg, rocker

Mein Recht zu rocken

R.T. Fazio
Flexibler Einband: 292 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 10.03.2017
ISBN 9783743133433
Genre: Biografien

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elemente, fantasy, freidhof, freundschaft, geschmacksache, gestaltwandler, hass, intriegen, kampf, krähe, liebe, magie, mond, nacht, romantasy

Mondtochter - Die Nacht der Elemente 1

Lia Haycraft
E-Buch Text: 267 Seiten
Erschienen bei bookshouse, 16.11.2014
ISBN 9789963526130
Genre: Sonstiges

Rezension:

»Mum schwor auf Yoga, um sich zu beruhigen. Vielleicht sollte sie auch endlich damit anfangen. Welche Übungen machte Mum immer? Kopfstand. Das passte. Ihre Welt stand Kopf, warum sollte Lucija das nicht auch tun?«
– aus „Mondtochter – Nacht der Elemente“, S.95

Kurz zum Inhalt
Als sich Lucija in den mystischen Sander verliebt, vertraut er ihr ein Geheimnis an: Sie ist eine Mondtochter. Und schon bald, in der Nacht der Elemente wird sie sich verwandeln und zu einem Arantai werden, einem Geschöpf der Nacht.
Bei dieser Verwandlung möchte ihr Sander beistehen, doch seine Vergangenheit holt ihn ein. Die Schwester seiner ehemaligen Geliebten taucht auf und will Rache für den Tod ihrer Schwester. Umbra kriegt Lucija noch vor ihrer Verwandlung in die Fänge und versucht sie mit miesen Tricks auf ihre Seite zu ziehen. Sie will Sanders Herz brechen, so wie einst ihres zerbrach.

Wie war es denn nun?

Mondtochter ist der Auftakt zur vierteiligen Reihe Nacht der Elemente von Lia Haycraft, auch wenn die Bücher durch wechselnde Protagonisten unabhängig voneinander gelesen werden können. Ich habe mir jedenfalls einen tollen Einstieg in die Welt der Arantai erhofft und wurde leider etwas enttäuscht.

Bis etwa 100, 150 Seiten vor Schluss sah es noch ganz gut aus für Lucija und Sander. Die ersten paar Kapitel und Sätze zogen mich gerade zu in die Geschichte, die Atmosphäre war wunderbar mystisch und die beiden Protagonisten Lucija und Sander wurden ausführlich eingeführt. Überhaupt gefiel mir die Idee um die Welt der Arantai, ihre Verwandlung und die Elemente wunderbar und die Autorin Lia Haycraft verstand es auch richtig gut, die Hintergründe und Zusammenhänge zu erläutern. Die Geschichte war auf gutem Wege, wenn auch an manchen Stellen etwas flach und vorhersehbar, doch leider nahm sie irgendwo eine total falsche Abzweigung.


Die vollständige Rezension gibt es auf meinem Blog Livricieux.

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