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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

steampunk, fantasy, mond, kurzgeschichten, dampf

Monster und Maschinen

Maria Engels , David Michel Rohlmann , Piper Marou , Jonas F. Rohlmann
Flexibler Einband: 230 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 24.08.2016
ISBN 9781536924480
Genre: Science-Fiction

Rezension:

"Monster und Maschinen" ist eine Steampunk-Kurzgeschichtensammlung der Autoren Maria Engels, Piper Marou, sowie Jonas F. und David Michel Rohlmann. Sie besteht aus drei Anthologien - "Dämonen & Dampfkraft", "Törtchen & Getriebe", sowie "Meer und Mechanik" - welche wiederum mehrere aufeinander aufbauende Kurzgeschichten enthalten, die eine kohärent zusammenhängende aber oft plötzlich beginnende, sowie offen endende Geschichte erzählen. Die Anthologien  selbst können auch als auf einander aufbauend gelten und bieten zu verschiedenen Zeitpunkten verschiedene Einblicke in das (vermutlich) selbe Steampunk-Universum. Dieses ist literarisch geschickt und liebevoll detailliert, oft aber wenig in die Tiefe gehend be- und geschrieben. Das mag aber in der literarischen Darstellungsform begründet sein: Für die Kurzgeschichte sind ein plötzlicher Anfang und ein offenes Ende charakteristisch, was aber auch bedeutet, dass nur wenig Raum für Exposition von Zeit, Ort und nicht zuletzt den Protagonisten, sowie tiefgreifende Charakterentwicklung gegeben ist. So bleiben die Figuren interessant - aber nie mehr. Man identifiziert sich nicht sehr stark mit ihnen, fühlt sich kaum mit ihnen verbunden und macht sich folglich entsprechend wenig Sorgen um sie - erlebt mit ihnen aber eine rasante Geschichte. Nicht selten bekommt man das Gefühl, dass viel mehr die Welt und das Abenteuer im Vordergrund stehen, als die Figuren, die sie, bzw. es erleben. Heißt: Es soll vornehmlich etwas mit und durch die Charaktere erzählt werden - nicht etwas über sie. Und vielleicht will man ja genau das.Alles in Allem ist "Monster und Maschinen" eine literarisch sehr solide Reise in eine Steampunk-Welt, die (nicht nur) ihre Sympathisanten begeistern kann und Spaß macht, obgleich sie wohl nur wenig Wirkung  hinterlässt. Aber das ist nicht ihr Ziel

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Tags: david michel rohlmann, jonas f. rohlman, kurzgeschichte, maria engels, piper marou, steampunk   (6)
 

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liebe, beziehung, erotik, beziehungskrise, jessica

Unvollkommen vollkommen: Eine erotische Liebesgeschichte

Janine Flörl
E-Buch Text
Erschienen bei Cupido Books, 18.06.2015
ISBN 9783944490311
Genre: Sonstiges

Rezension:

Jessica Langs Leben ist perfekt !Sie hat ein ausgeglichenes, erfülltes Liebesleben, ist selbstbewusst bis in die letzte Haarspitze und ist rundum zufrieden mit sich und der Welt ...Na ja, fast. Dieser Eindruck stellt sich dem Leser des Buches zumindest auf den ersten Seiten entgegen.Doch nach und nach muss sich der Leser, wie auch die tollpatschige Protagonistin der Realität stellen. Das Leben besteht nicht nur aus "Rosaroten Brillenmomenten".Nein, ganz im Gegenteil. Nach nunmehr sechs Jahren hat sich in ihrem Leben mit Phil der gewohnte Alltagstrott eingeschlichen und es sichzusammen mit dem ungleichen Paar in ihrer gemeinsamen Wohnung bequem gemacht.Die anfängliche Euphorie ist verflogen und keiner der Partner macht große Anstalten hieran etwas zu ändern.Bis ein desaströser Jahrestag das Fass der verträumten Sekretärin zum überlaufen bringt.Sie zieht die Reißleine und bricht aus.Mit jeder Menge Empathie und viel Witz erweckt Janine Flörl die Protagonistin zum Leben und stellt oft sarkastisch-ironisch da, wie uns das Leben von Zeit zu Zeit einen Strich durch die Rechnung machen kann.Der ständige Wechsel von Höhenflügen und schlagartiger Regression, gepaart mit einer guten Portion erotischer Extase zieht den Leser in seinen Bann. Man verliert sich stellenweise in den Seiten und möchte der hormongesteuerten Ende-Zwanzigerin bei ihrem persönlichen Weg der Erkenntnis zur Seite stehen.Ihr manches Mal tröstend auf die Schulter klopfen um ihr zu versichern "Es wird alles wieder gut!"So wie es ihre Klatsch-und-Tratsch-Freundinnen tun, um Jessica das ein oder andere Mal wieder auf ihre in Killerhighheels steckendenBeine zu helfen. Obwohl die Autorin den Verlauf der letzten sechs Jahre von Jessicas Leben detailliert schildert, verhindert der  blockartig aufgebaute Schreibstil der jungen Österreicherin, dass der Leser von dem Schwall an Informationen überrollt wird.Diese Schreibweise, zusammen mit dem sprachlich zwar sehr einfach gehaltenen, dennoch unterhaltsamen Sprachgebrauch, passtim Wesentlichen gut in das Bild, welches man von der Schokoladenliebhaberin erhält. Vielleicht ist es genau deshalb auch schade, dass gerade zum Höhepunkt der endenden Handlung diese genaue Ausführung mehr und mehr entfällt.Schlussendlich entscheidet sich das Leben der Jessica bei einem Buch mit immerhin 150 Seiten (ohne Pro- und Epilog) in gerade mal fünf Zeilen, was den Leser etwas enttäuscht zurücklässt. Das herbeigesehnte, ausführlich geschilderte Happy End bleibt somit leider aus.Auch wenn der Ich-Erzähler detailliert geschildert bekommt wie es um das bisherige (Liebes)Leben der Jessica Lang bestellt war, so wird der Leserin diesen knapp geschilderten fünf Zeilen grob daran erinnert, dass er nur Zuschauer war und es auch bleiben wird.An diesem Punkt büßt die Geschichte leider viel von ihrer bis dato entstandenen Empathie ein. Diese Tatsache wird durch den Fakt, dass das in dem ,in immer gleichen Abständen erfolgende Wechselspiel von Höhe- und Tiefpunkten das Buch mit seinem Erzählfluss etwas an Spannung verliert.Diese Eigenschaften sind zwar etwas unglücklich gewählt, tun dem Gesamteindruck des Buches im Großen und Ganzen jedoch keinen all zu großen Abbruch.Das bedeutet, wer auf der Suche nach unterhaltsamer Literatur mit dem ein oder Anderen "Schmunzelmoment" sucht, findet in diesemWerk der Janine Flörl ein Buch, mit dem sich bestimmt so manche schöne Lesestunde bei Schokokeks und Schokolade verbringen lässt.

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Tags: beziehung, erotik, janine förl, liebe, liebesgeschichte, romantik, unvollkommen vollkommen   (7)
 

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hannover, krimi, las vegas, kobra bar, florida

Kobra Bar

Sina Graßhof
Flexibler Einband: 212 Seiten
Erschienen bei TWENTYSIX, 07.03.2016
ISBN 9783740708177
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es ist ein Uhr morgens in Hannover. Die beliebte Kobra Bar ist wie in den meisten Nächten gut besucht. Plötzlich tauchen blitzartig maskierte Männer auf. Ein par Sekunden später sacken mehrere Opfer tot in sich zusammen. Von den Männern mit der Maske fehlt jede Spur. Und eine Tasche voller Geld findet ihren Weg zu einem ahnungslosen Liebespaar ...

Das ist in groben Zügen die Prämisse von Sina Graßhofs Erstlingsroman "Kobra Bar". Nun beginnt die Jagd nach den Tätern. Der die Ermittlungen führende Komissar ist Adam Schiller, ein erfahrener Haudegen mittleren Alters, der in seinem Job vollends aufgeht und nahezu kein Privatleben zu haben scheint. Während der erste Handlungsstrang dessen Ermittlungen nachgeht, erzählt der zweite die Geschichte von Fanny Brixen - einer Angestellten der Kobra Bar - welche sich nach dem Abend der Morde plötzlich im Besitz einer ominösen Tasche voller Gelde befindet, während deren eigentliche Eigentümerin alle Hebel in Bewegung setzt, diese zu finden.
Alle Figuren des Romans sind durchweg gut gezeichnet, wenn auch nie so, dass man sich ihnen als Leser nahe fühlt oder sie zu kennen glaubt. Der Noir-Stil der Erzählung macht Spaß, verleiht ihr aber nicht, mehr Tiefe. Die Charaktere sind interessant genug, ihnen folgen zu wollen aber nicht nahbar genug um eine Beziehung zu ihnen aufzubauen oder sich gar mit ihnen zu identifizieren. Im Ergebnis macht man sich daher nie wirklich Sorgen um sie, was potenzielle Spannung weg nimmt und die Immersion stört. 
Viel mehr ist man stetig daran interessiert, wie es weiter geht, wie bei einem Schauspiel, das man aus sicherer Entfernung zur Unterhaltung ansieht, ohne zu viel Wert auf das Einzelschicksal der Figuren zu legen. 
Ein solches Schauspiel bietet die Erzählung. Nicht mehr aber auch nicht weniger.
Sprachlich hält sich "Kobra Bar" eher einfach, was den tendenziell detailarmen aber nie zu groben Stil der Geschichte passend unterstützt.
Alles in allem macht Sina Großhofs Roman viel Spaß, wenn man ihn ließt. Er ist aber leider auch nichts, woran man sich noch lange darüberhinaus erinnern wird.

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Tags: kobra bar, sina graßhof   (2)
 

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krimi, katze, mord, detektiv, gone cat

Gone Cat - Die stumme Zeugin

Sam Gasson , Ann-Kathrin Schwarz
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 08.03.2016
ISBN 9783736301573
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit Büchern dieser Sorte habe ich oft ein Problem. Für mich wirken die Charaktere oft generisch und austauschbar. Sie wirken wie Prototypen, die immer wieder eingesetzt werden. Ein Autor sagte mir mal, dass müsse so sein - es sei schließlich das, was Spaß macht. Und in gewisser Weise stimmt das auch. 
Aber gleichsam muss es doch ein Grund geben, warum ich DIESEM Detektiv, DIESEM Polizisten oder DIESEM Täter folgen möchte. Irgendwas muss sie besonders machen. Sonst gibt es keinen Grund, nicht stattdessen einen anderen Krimi zu lesen.
In gewisser Weise hat auch Sam Gassons "Gone Cat" dieses Problem, Da gibt es den Middle-Age-Detektiv Jim, der eigentlich seinen Job aufgeben und ein neues Leben anfangen möchte, aber dann in einen letzten Fall verwickelt wird. Und dessen (über)eifrigen Sohn Bruno, der unbedingt Detektiv werden möchte - wie sein Vater - und entgegen aller Regeln seine eigenen Beweise sammelt. Es gibt den exzentrischen, oft gewalttätigen Ehemann, den die Leute meiden und den alles beobachtenden Alten, der Klatsch und Tratsch verbreitet. So weit - so bekannt.
Dann gibt es aber auch Charakterzüge, die die Figuren einzigartig machen und von anderen abheben. Bruno zum Beispiel ist ein Katzenliebhaber und Jim hat eine auf einem Poster abgedruckte Philipp-Marlow-Karikatur als Mentor, mit dem er regelmäßig im Gespräch ist. 
Und dann ist da natürlich noch Mildred, die namensgebende Katze, deren Entdeckungen und Beschreibungen der Geschichte eine eigene Würze verleihen und vor allem das Herz von Katzenliebhabern höher schlagen lassen, wenn natürlich auch diese Idee - einem Tier in der Geschichte eine solche Rolle zu geben - nichts Neues ist. 
Sprachlich bleibt "Gone Cat" auf dem Boden und passt sich gekonnt der Umgangssprache der Kleinstadt an, in der es spielt. Trotzdem wünscht man sich  insbesondere bei den inneren Monologen der Hauptcharaktere nicht selten mehr Tiefe.
"Gone Cat" bleibt zu sehr den genretypischen Stigmata verhaftet, um wirklich etwas besonderes zu sein. Es vermischt aber auch genug originelle Dinge mit dem bereits bekannten, um nie langweilig zu werden.
Damit bietet der Roman kein außergewöhnliches aber ein ganz und gar rundes Leseverknügen.

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Tags: gone cat, sam gasson   (2)
 

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zeugen jehovas, sekte, erfahrungsbericht, aussteigen und neu anfangen, kindheit und jugend

Goodbye, Jehova!

Misha Anouk ,
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.10.2014
ISBN 9783499628917
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich habe mir viel Zeit mit der Rezension dieses Buches gelassen, weil ich es schwierig fand, es zu bewerten. Das liegt vor allem daran, dass nicht deutlich ist, was diese Monographie eigentlich sein möchte. Sie geht nicht stringent in eine Richtung. Dafür mit wackelnden Ansätzen in viele.
Zunächst einmal ist "Goodbye, Jehova!" ein Erfahrungsbericht mit der vielleicht größten Sekte der Welt. Mitunter ein sehr persönlicher. Das wird auch durch den Stil unterstrichen, der zweifelsohne dem eines persönlichen Gespräches nachempfunden ist. Die Folge sind nicht selten flapsige, sehr umgangssprachliche Formulierungen, die einige Rezensenten bereits dazu gebracht haben, das Buch als "sprachliches Desaster" zu bezeichnen. Dies ist sicherlich unfair. Es zieht nur das konsequent durch, was es sein will: ein persönliches Gespräch, was stets durch die Persönliche Anrede "Du" - was vielleicht wiederum einige Leser abschreckt - unterstrichen wird. Aber will es das.
Der Autor weist wiederholt darauf hin, dass seine Kritik den Zeugen Jehovas, ihrem Lehrgebäude und vor allem der Wachturm-Gesellschaft geht. Da kommt man um eine Kritik der Bibelauslegung der Zeugen nicht herum. So weit, so gut. Trotzdem hat man nicht selten das Gefühl, dass die Bibel und ihre Inhalte selbst - und damit auch alle auf ihr basierenden Glaubensgemeinschaften, wie Formen des Christen- und Judentums - angegriffen werden. Das ist an sich nicht unzulässig, geschieht aber in einer unqualifizierten Art und Weise weil es hier an Kenntnissen der theologischen Exegese mangelt. Das Problem hierbei ist,, dass Leser, die sich mit solchen Dingen sonst nicht beschäftigen, ein verzerrtes Bild nicht nur von den Zeugen, sondern von der Bibel selbst und dem auf ihr basierenden Glauben erhalten. "Das glauben die!?" Nein. Das glauben sie nicht. Das ist auch nicht mal zwingend Ansicht der Zeugen. Nur Ansicht des Autors. Diese ist jedoch nicht ausreichend als solche gekennzeichnet. Anuok verschafft seiner Monographie immer wieder einen pseudowissenschaftlichen Anstrich durch die Zitation mehrerer Quellen. Dadurch bekommt der Leser den Eindruck, "die Wahrheit" und nicht nur eine subjektive Darstellung vor sich zu haben. Viele seriöse Quellen, wie z.B. Max Weber sind dabei. Aber eben auch Dinge wie Christopher Hitchens´ "Der Herr ist kein Hierte" (engl.: "God is not great"), ein Buch, was sicherlich viele Leser gefunden hat, aber lediglich populärwissenschaftlich ist und in der wissenschaftlichen Philosophie kein hohes Ansehen genießt, weil es wissenschaftlichen Standards dieser Disziplin nicht gerecht wird. Auch hier ist wieder das Problem: Der durchschnittliche Leser wird dies nicht wissen. Wenn solche Quellen neben Max Weber auftauchen, hält man sie plötzlich auch für seriös. Und so pendelt Anuok immer zwischen Wissenschaft, Pseudo- und Populärwissenschaft und persönlicher Darstellung hin und her. Es ist nicht klar, was genau diese Monographie erfüllen will und dies birgt die Gefahr, dass der Leser - dank mangelnder Kennzeichnung- , Dinge für wissenschaftlich hält, die es nicht sind.
Ist man aber fähig und gewillt, die Dinge klar zu trennen und bei Bedarf entsprechende Recherche in die Leseerfahrung hineinzustecken und schreckt einen die persönliche Sprache nicht ab, dann ist Misha Anuoks "Goodbye, Jehova!" auf jeden Fall lesenswert. 

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Tags: goodbye jehov, misha anuok   (2)
 

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endgame, james frey, rätsel, dystopie, kampf

Endgame - Die Auserwählten

James Frey
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 07.10.2014
ISBN 9783789135224
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Mit "Endgame" legt Autor James Frey - mit am Bekanntesten durch sein verfilmten Roman "Ich bin Nummer Vier" - ein ambitioniertes crossmediales Konzept vor. So gibt es zu  "Endgame" nicht nur das Buch, sondern auch einen geplanten Kinofilm, eine App und ein kryptisches Rätsel bei dem man 500.000 Dollar in Gold gewinnen kann. Hinzu kommen mehrere kleine Novellen. Es wird also viel Aufwand um "Endgame" betrieben. Ich bin eben aufgrund dieses Aufwandes sehr skeptisch gewesen, da die Qualität von Geschichten nicht selten an kommerziellem Druck leidet.

Vor zehntausenden von Jahren erschufen die Annunaki - das Himmelsvolk - die Erde. Sie erwählten sich 12 Geschlechter, die am Ende aller Zeiten - wenn die Menschheit die Güte der Welt als allzu selbstverständlich erachtet und sie überfüllt - darum spielen sollten, welches Geschlecht fortbestehen darf um ein neues Zeitalter einzuläuten. 12 auserwählte Spieler im Alter von 13-20 Jahren werden ihr Leben lang ausgebildet für den Fall, dass das Ende aller Zeiten naht und sie beim Spiel der Spiele antreten müssen. Nun ist es so weit. 
Die Regeln sind einfach: Die Spieler müssen drei Schlüssel finden: Erd-, Himmels- und Sonnenschlüssel, welche rund um den Globus versteckt sind. Um an die Schlüssel zu kommen, ist jedes Mittel erlaubt. Das Geschlecht des Gewinners darf fortbestehen. Der Rest der Menschheit wird durch "das Ereignis" ausgelöscht.

"Endgame" ist von einem allwissenden Erzähler beschrieben. Dieser wechselt zwar immer wieder zwischen den Perspektiven der 12 Spieler hin und her, weist aber auch ständig auf Dinge hin, die der Spieler nicht wissen kann. Die Vielfalt der Perspektiven macht die Erzählweise recht interessant recht interessant und es wird nie langweilig. Auf der anderen Seite wechseln die Blickwinkel aber so schnell, dass man nie richtig in einen Charakter reinkommt, denn immer, wenn man es fast geschafft hat, wechselt der Blickwinkel. Dies gemeinsam mit der Omniskienz schafft eine gewisse Distanz zu den Figuren. Man fühlt sich keinem so richtig verbunden, zumal die 12 am Anfang mehr oder weniger stereotypisch scheinen. Trotzdem hat man schnell seine Favoriten und fiebert mit. Das Buch ist spannend geschrieben und leicht lesbar aber es will eindeutig unbedingt jugendlich klingen und man merkt, dass es dem Mainstream angepasst ist.
Im Verlauf der Erzählung entwickeln sich die Charaktere dann doch vom Stereotyp weg und es gibt sogar Bündnisse von Leuten, die sich eigentlich umbringen sollten.
Durch die stets gewahrte Distanz der Erzählweise und die manchmal etwas zu künstlich-jugendliche Sprache gewinnt dies nie richtig an Tiefe aber man will immer wissen, wie es weiter geht. Spaß macht Endgame allemal und wer James Freys Mix aus Sci-Fi und Mystik mag, wird auch Endgame mögen. Man sollte nur kein literarisches Wunderwerk erwarten - was schade ist, denn ich frage mich, was aus "Endgame" hätte werden können, wenn es nicht so sehr darauf ausgelegt wäre, dem Action-Mainstream zu gefallen.

Es handelt sich hierbei um den ersten Band einer mehrteiligen Reihe, für die - so weit ich weiß - noch keine weiteren Erscheinungsdaten bekannt sind. 

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Tags: endgame, james frey   (2)
 

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kunst, liebe, hamburg, vergangenheit, bildhauer

Der Kuss

Boris Meyn
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Osburg Verlag, 09.09.2014
ISBN 9783955100544
Genre: Romane

Rezension:

Boris Meyn, der Krimi-König des Nordens und Autor einer erfolgreichen Buchreihe, die sich mit der Geschichte Hamburgs befasst, versucht sich mit "Der Kuss" an der persönlichen Geschichte des Bildhauers Peter Baumann. Dieser Besitzt die Gabe außergewöhnlichen Charismas, was ihm sowohl die Gunst seiner Lehrenden und Kommilitonen als auch und vor allem die Rolle der Attraktion beim anderen Geschlecht sichert. Wer ihn liebt, will ihn nach absehbarer Zeit für sich allein und so wird Baumann seines Freiraums immer mehr beraubt und Gegenstand verschiedener Eifersüchteleien. 
Als er es nicht mehr aushält, flüchtet er in die französische Bretagne - bis ihn Jahre später ein Check in Millionenhöhe erreicht und dazu bringt, nach Hamburg zurückzukehren.

Es fällt mir schwer, dieses Buch zu rezensieren. Es wird meiner Ansicht nach gleichsam begeisterte Leser finden als auch solche, die damit nur wenig anfangen können.
Baumann ist gebildeter Bildhauer und das merkt man: Die Sprache des Romans, der ausschließlich aus der Perspektive des Rückkehrers geschrieben ist, ist gehoben und bis ins letzte durchdacht. Das ist zwar schön zu lesen, macht die Schilderungen jedoch gleichsam irgendwie steril. Manchmal wirkt es, als wollte der Autor sagen: "Schaut her, ich kann mit Sprache umgehen".
Seines Berufs wegen beobachtet Baumann viel - und sehr genau. Das führt dazu, dass man manchmal auf seitenlange Beschreibungen und in sie verwobene Gedanken stößt, während die Handlung nicht voran schreitet. Das ist nicht schlimm, erlaubt es einem doch, sich die Welt ganz genau vorzustellen und sich in Details zu verlieren. Gleichsam nimmt das allerdings auch den Raum für eigene Phantasie und ist wohl nicht jeder Manns Sache. Apropos Handlung: Die beschränkt sich im Wesentlichen darauf, dass der Bildhauer alte Freunde besucht und Beobachtungen macht, die ihn zu Ausflügen in die Vergangenheit verleiten. So lernt man Baumanns Persönlichkeit und seine Art zu denken immer besser kennen, was schön ist, allerdings geschieht dies auf einer eher unpersönlichen, da stets beobachtenden und rationalen Ebene. Diese Rationalität passt zum Charakter und macht das Buch gleichfalls aus aber eine emotionale Bindung zum Charakter entsteht so nicht. Er ist eher wie eine Skulptur, die sich im Laufe des Romans immer weiter formt - vielleicht eine Art Charakterstudie - und ich kann nicht drum hin, zu denken, dass es genau so gewollt ist. Aber auch hier gilt wieder: Nicht jedermanns Sache.
Die Auswirkungen der Gabe des Bildhauers, der er sich selbst nicht erwehren kann, sind interessant zu beobachten und bringen sicher nicht nur positive Resultate hervor: Meyn stellt die Frage, ob zu viel Aufmerksamkeit immer ein Segen oder - öfter als angenommen - nicht auch ein Fluch sein kann.

Boris Meyns "Kuss" ist ein interessantes Stück Literatur - aber sicher nicht für jeden. 

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Tags: boris meyn, der kuss   (2)
 

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527 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 77 Rezensionen

krebs, liebe, krankheit, freundschaft, jugendbuch

Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe

A. J. Betts , Katharina Diestelmeier , Anja Malich
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 25.09.2014
ISBN 9783596856619
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zac ist erst 17. Er hat Leukemie. Schon zum zweiten Mal. Seine Überlebenschance liegt bei etwa 50%. Das ist beruhigend. Zac mag die Sicherheit von Statistiken. 
Der Jugendliche ist stark und lässt sich nicht anmerken, dass er bald sterben könnte. Er ist überzeugt, den Krebs zu besiegen. Statistisch gesehen hat er eine gute Chance.

Mia ist auch erst 17. Sie hat Krebs im Bein. Und es passt nicht in ihre Welt. Sie ist jung und will eben aber der Krebs lässt sie nicht. Statistisch gesehen hat sie eine Überlebenschance von über 90% Sie hat Glück. Aber die Jugendliche sieht das nicht so. Sie hat kein Glück. Sie hat Krebs. Und Krebs ist unfair. Sie macht sich nichts aus Statistiken. Sie zerbricht und lässt niemanden an sich ran, Niemanden außer Zac. Denn er könnte sie verstehen.

Ich habe dieses Buch bei einer Verlosung hier auf Lovelybooks.de gewonnen und bin eigentlich gar kein Liebesgeschichten-Leser. Die - vermutlich seltsame - Wahrheit ist, dass ich Gegner des physikalischen Reduktionismus bin, also der Auffassung, dass sich Liebe auf physikalische Prozesse und Statistiken reduzieren lässt. Munition gegen den Reduktionismus hab ich nicht gefunden. Dafür aber eine wundervolle Geschichte über eine scheinbar einfache Entscheidung, die jedoch manchmal wirklich schwer zu treffen ist: Leben oder nicht?
Der Roman erzählt seine Handlung aus der Sicht von Zac und Mia, zwei Jugendlichen, die auf ihre ganz eigene und unterschiedliche Weise mit dem Krebs umgehen. 
Hat man bei anderen Geschichten nicht selten das Gefühl, dass es zwar Protagonisten aber auch noch andere Hauptcharaktere gibt, so wirkte es auf mich, dass Zac und Mia die tatsächlich einzigen "echten" Hauptfiguren des Romans sind. Natürlich gibt es trotzdem auch andere wichtige Charaktere verschiedener Grade aber es ist nie zu übersehen um wen es eigentlich geht 
Das macht das ganze sehr persönlich und emotional, da man ständig weiß, was die Ich-Erzähler denken, fühlen und tun.  
Trotz der starken dualistischen Zentrierung wird das Buch nie langweilig,was vor allem mit einem exzellenten Gespür für Sprache der Autorin zu tun hat. Jedes Stilmittel, jede syntaktische Entscheidung  und jedes Wort passt. Das ist besonders erstaunlich, da die Erzählung aus dem australischen Englisch übersetzt worden ist und man trotzdem nie das Gefühl hat, dass der Lesefluss darunter leidet - hervorragende Leistung.
Zugegeben: Manchmal wird es fast etwas zu verrückt (Das ist jetzt nicht wirklich passiert oder?) und zuweilen wirken manche Äußerungen der Figuren naiv aber das ist nur sehr selten der Fall. Auch wenn die Ereignisse manchmal verrückt sind, sind sie doch nie so abwegig, dass sie unrealistisch wirken.

Eine tolle Geschichte über Liebe, Leben, den Sinn von Krisen und die Kraft der Gemeinschaft - auch für solche, die so etwas eigentlich nicht lesen.

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Tags: a.j. betts, die unwahrscheinlichkeit von liebe   (2)
 

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60 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

tagebuch, freundschaft, verlieben, beste freunde, chatten

Tagebücher lügen nicht

Maike Stein , ZERO ZERO Werbagentur , null
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.09.2014
ISBN 9783841502810
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die 16-Jährige Sophia und der etwa gleichaltrige Tim sind Freunde. Beste Freunde. Sie vertrauen sich alles an. Sogar Tagebuch schreiben Sie gemeinsam. Doch plötzlich will Tim nicht mehr und kapselt sich ab. Sophia versteht die Welt nicht mehr. Ist ihm das Tagebuch-Schreiben mit einem Mädchen zu blöd geworden?
Still versucht sie mit dem Schmerz fertig zu werden, den sie vor sich selbst nicht zugeben will. Nur gut, dass es da diesen Neuen im Forum gibt. Leron, der sie so viel besser zu verstehen scheint. 
Aber vielleicht hat Tim ja doch ganz andere Gründe als die, welche Sophia annimmt.... 

Das Jugendbuch ist hauptsächlich im Präsens geschrieben, was einen hohen Gerad an Nähe zu den Hauptpersonen - Sophia und Tim - bewirkt. Gesteigert wird diese Nähe durch die sehr persönliche Erzählweise und dem fast fließenden Übergang zwischen Gedachtem und Gesagten, den man manchmal ohne Satzeichen gar nicht erkennen würde. Man hat das Gefühl, den jeweiligen Ich-Erzähler zu fast jeder Zeit in- und auswendig zu kennen, denn er legt ständig da, was er denkt fühlt oder sagt.
Das allein sorgt schon für einen beachtlichen Identifikationsfaktor. 
Hinzu kommt die Multiperspektivität: So wird nicht nur aus der Sicht von Tim und Sophia (jeweils Ich-Perspektive) erzählt, wobei sich die Sprache jeweils leicht ändert, nein es gibt auch eine Parallelgeschichte um die "Corvae-Chroniken" von Mara K. Stone, deren Abschnitte jeweils von Sophia, Leron oder Tim verfasst sind - hier übrigens im klassischen Präteritum eines Fantasy-Romans. Hinzu kommen einige Chats, Briefe und Tagebuch-Einträge. Der Roman bietet also eine enorme literarische Vielfalt und ist äußerlich betrachtet wie ein Tagebuch gestaltet.

Die Charaktere und ihre Hintergründe, sowie die ganze Geschichte wirken zu keiner Zeit unrealistisch, was beachtlich ist, wenn auch manchmal etwas generisch. Sophia ist eine in ihre Phantasiewelt zurückgezogene Tochter eines überfürsorglichen Vaters und einer überarbeiteten aber durchaus verständnisvollen Mutter. Tim ist der von allen Mädchen umjubelte Handballstar, der hinter den Kulissen allerdings mit einem depressiven Vater, einer überforderten Mutter und einer allein-gelassenen kleinen Schwester zu tun hat. Manche Ereignisse im Verlauf der Geschichte scheinen eine etwas sehr glückliche- bzw. unglückliche Fügung oder ein Zufall zu sein. Aber es hätte stets so geschehen können und ist nie vollkommen surrealistisch. Durch die Nähe zu den Charakteren sind ihre Motive und Handlungen immer nachvollziehbar.

Zum Schluss noch ein Wort zur Bepunktung: Die meisten Rezensionen hier geben dem Buch 3-4 Sterne und es ist ultimativ gesehen, d.h. gemessen an allen existenten und vielleicht sogar vorstellbaren Büchern, sicher nicht das Beste. Aber es will etwas ganz bestimmtes sein: Es ist ein Jugend buch für die Altersgruppe +/- 16 mit realistischen Charakteren, einer glaubwürdigen Geschichte, nachvollziehbaren Hintergründen, beachtlicher werkimmanenter literarischer Vielfalt und hohem Identifikationsfaktor - und genau darin, in dem was es sein will, ist es großartig.  

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Tags: maike stein, tagebücher lügen nicht   (2)
 

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sekte, gated, weltuntergang, dystopie, amy christine parker

Gated - Die letzten 12 Tage

Amy Christine Parker , Bettina Münch
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.09.2014
ISBN 9783423760980
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die 17-Jährige Lyla hat nahezu alles verloren. 
Als ihre Schwester an der eigenen Türschwelle entführt wird, eine Serie von Terroranschlägen New York heimsucht und ihre Mutter in Depressionen verfällt, wünscht sich die Familie nichts sehnlicher als einen Neuanfang.
Diese Gelegenheit bietet sich ihnen als der charismatische "Pioneer" auftaucht. 
Er prophezeit ihnen das Ende der Welt und dass sie auserwählt seien es zu überleben und bietet eine Zuflucht in Mandrodage Meadows, einer kleinen, abgeschotteten Siedlung fern der Zivilisation. Eine zweite Chance.
Zehn Jahre lebt Lyla nun schon hier und die letzten Tage - die Vorboten des Weltendes - brechen an. 
Doch dann erhält die Siedlung unerwarteten Besuch. Der Scheriff der nächsten Stadt muss eine Nachricht überbringen und Lyla soll seinen Sohn in der Siedlung herumführen. Sofort ist sie Feuer und Flamme für ihn - auch, wenn sie es nicht will. Vielleicht ist die Welt draußen doch nicht böse. Vielleicht nicht dem Untergang geweiht. Vielleicht ist es falsch, was Pioneer sagt...

Der Roman ist im Präsens geschrieben, was Nähe zu den einzelnen Figuren schafft. Diese bleiben allerdings anfangs etwas blass, entwickeln sich im Verlauf der Geschichte aber umso besser. Ich-Erzählerin Lyla hat eine gute Auffassungsgabe und achtet besonders auf ihre Gefühlswelt, was einen hohen Identifikationsfaktor hat.

Mandrodage Meadows ist ein extremes Beispiel für eine abgeschlossene, vordergründig religiös motivierte Gemeinde - eine Miniaturgesellschaft. So extrem, dass man schon früh am Realismus der Existenz einer solchen Gruppierung zweifelt. Es scheint einfach unfassbar, dass Menschen dazu bereit sind, ihr ganzes Leben einem Mann anzuvertrauen, nur weil er ihnen sagt, die Welt werde bald untergehen und sie seinen auserwählt. Die tatsächliche Existenz von Gemeinschaften wie "Peoples Temple" zeigt uns jedoch, dass es soetwas tatsächlich geben kann. Man muss sich dennoch immer wieder vor Augen halten, dass es sich hier um ein extremes Beispiel handelt. Die Gefahr ist groß, sie mit anderen Religionen auf eine Stufe zu stellen. Diese Tendenz wird etwa durch die fragwürdige Verwendung von Bibelzitaten, welche völlig aus dem Kontext gerissen und schwach interpretiert sind, gestützt. Wie anfällig man da für ist, liegt natürlich am Leser aber es ist gefährlich, dass das Buch Tendenzen hat, die einen ohne genügende Reflexion eigenerseits glauben lassen können, alle Religionen wären so, wie Mandrodage Meadows.

So surreal die Existenz einer solchen Gemeinschaft scheinen mag, so lebensecht ist ihr Innenleben beschrieben. Die Geschichte, ihre Welt und ihre Charaktere sind nach etwas Anlaufzeit sehr glaubwürdig und ihre Persönlichkeiten und Motive nachvollziehbar.
Überhaupt scheint es der Autorin eher um Spannung durch Charakterentwicklung als klassische Action zu gehen. 

Alles in allem ist "Gated" ein lesenswerter Roman mit einigen Schwächen und Gefahren aber ehrlicher Offenheit, dem Mut, das Ungesehene aufzudecken und einer starken Botschaft.

"Wenn ein Himmel, der so dunkel ist, so voller Licht sein kann, dann gilt das vielleicht auch für unsere Welt" - Lyla  (Amy Christine Parker)  

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Tags: any christine parker, die letzten 12 tage, gated   (3)
 

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67 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

cybermobbing, schule, internet, facebook, mobbing

Weil es nie aufhört

Manfred Theisen
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei cbt, 08.09.2014
ISBN 9783570309025
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Achtklässlerin Alissa ist die hübscheste ihres Jahrganges. Alle Mädchen beneiden sie um ihre Schönheit, nahezu alle Jungs stehen auf sie. Und ihre Freundinnen sind eifersüchtig ob ihrer Beziehung zu Frauenschwarm Felix. Der wiederum ist sich seines Einflusses beim anderen Geschlecht durchaus bewusst. Er spielt mit Alissa. Als ein Streit zwischen den beiden eskaliert steht für die junge Frau fest: Es ist aus. Sie begibt sich auf die Suche nach jemandem, der sie wirklich versteht.
Der 22-jährige Leon ist ein technisches Genie und verdient sein Geld mit Apps. Er arbeitet an einem neuen Prototypen, der es ermöglichen soll, so viele Informationen über die Menschen herauszubekommen, dass man sie schlussendlich kontrollieren kann. Für einen Testlauf wählt er Alissa. Über facebook, WhatsApp und nicht zuletzt über seinen Prototypen recherchiert er die Vorlieben, Hobbies und Sorgen des Mädchens und freundet sich mit ihr an. Dabei bleibt seine Identität für die Schülerin zu jeder Zeit geheim. Die wiederum ist froh, nach dem Streit mit Felix endlich jemanden gefunden zu haben, der sie wirklich versteht und ist allzu bereitwillig dem Fremden zu vertrauen. 
Bald hat der Hacker genug Informationen ihr alles zu nehmen: Ihren Status, Ihren Ruf, ihre Freunde - und ihren Lebenswille.

Der Roman zum Thema Cybermobbing ist an Jugendliche gerichtet und orientiert sich dementsprechend sprachlich an der Zielgruppe. Das heißt aber nicht, dass der Stil simplistisch ist. Der Autor schafft es, die Sprache so zu benutzen, dass ein Lesefluss aufkommt, der nie gestört wird, ohne dass man das Gefühl hätte, dass irgendwas fehlt (etwa Informationen, fehlende Charaktertiefe etc.). Das gelingt unter anderem dadurch, dass die Geschichte im Präsens geschrieben ist, was eine größere Nähe herstellt als das handelsübliche Präteritum. Das bietet sich besonders deshalb an, weil ein guter Teil der Dialoge in Chats stattfindet. So hat man den Eindruck, "echte" Nachrichten zu lesen. Die Sprachliche Struktur ist relativ parataktisch aufgebaut, was Brisanz in die Leseerfahrung bringt aber man nie zu schnell vorbeirauscht.

Am Anfang hat man etwas Sorge, dass die Charaktere in das Klischee "naives Schulmädchen" und "durchgeknallter Hacker-Freak" fallen, was auch ein Bisschen stimmt aber gleichsam entwickeln die Charaktere - wohl nicht zuletzt durch den beträchtlichen Teil an Gedankenrede - eine tiefe Persönlichkeit, was sie vom Einheitsbrei abhebt. Nahezu all ihre Handlungen und Motive sind, wenn auch manchmal widersprüchlich, immer nachvollziehbar und selbst den etwas verrückt wirkenden Leon kann man gleichsam immer irgendwie verstehen. 
Eine solche Ambivalenz zwischen Chaos und Verständlichkeit nachvollziehbar darzustellen ist eine große Herausforderung und eine Kunst.

Manchmal habe ich mich gefragt, ob Dinge, die in der Geschichte beschrieben werden, wirklich passieren könnten. Sie wirken teils sehr an der Grenze der Realität. Sie wirken extrem. Außergewöhnlich aber nicht unmöglich.
Der Roman selbst verweist auf den Fall Armanda Todd, ein Teenager-Mädchen, dass sich in Folge von Cybermobbing selbst umgebracht hat. Diese tragische Realität lässt uns sehen, dass die Dinge, die Manfred Theisen beschreibt wirklich passieren können. Dass sie nicht surreal sind.
Unser Verstand fragt: Das kann es wirklich geben?
Die Wirklichkeit sagt: Ja.        

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Tags: cybermobbing, thiesen, weil es nie aufhört   (3)
 

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Jetzt

Leon Reiter
E-Buch Text: 368 Seiten
Erschienen bei Piper ebooks, 11.08.2014
ISBN 9783492966498
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Leon Reiters Debüt-Roman "Jetzt" erzählt die Geschichte eines missglückten Zeit-Experiments durch welches die Zeit mit Hilfe von Laser ausleucht- und betrachtbar gemacht werden soll. 
Stattdessen wird die Zeitstruktur beschädigt und es beginnen sich unkontrolliert Portale in unbekannte Zeiten zu öffnen. Das Phänomen breitet sich immer weiter aus, sodass man befürchten muss, dass diese Portale in absehbarer Zeit die ganze Welt übersäen. Keiner mehr sicher in der Gegenwart und müsste Angst haben, in fremden Äonen. verloren zu gehen. Das Experiment muss sabotiert werden.
Zu diesem Zweck engagiert Professor Sivamani, der Leiter des sogenannten "Projekt Pocketlight" ein Team aus internationalen Wissenschaftlern: Einen deutschen, etwas naiven und tollpatschigen Computerfreak, eine italienische gefühlsbetont mütterliche Italienerin, ein britischer, wortkarger undbreitschuldriger SAS-Soldat und eine bildhübsche Französin und Professorin für Metaphysik. Die vier sollen in der Zeit zurückreisen um das Experiment ungeschehen zu machen. Das Problem: Keiner weiß, in welches Jahr oder auch nur an welchen Ort die Zeitportale führen. Die Suche nach dem richtigen Zeitportal beginnt...

"Jetzt" ist in merklich einfacher, manchmal unterkomplexer Sprache verfasst. Das macht es leicht zu lesen und in die Geschichte einzusteigen. Dennoch hat man manchmal das Gefühl, dass es dem Roman an Repartoire fehlt, wenn es darum geht, gewisse Dinge zu beschreiben. Das Resultat sind gelegentlich alberne Metaphern und Neologismen. Solche, die einen zum unfreiwilligen Schmunzeln verleiten aber den Lesefluss nicht stören. Der Roman schafft es somit durchaus, das zu sein, was er sein möchte, nämlich unkomplizierte Unterhaltung, verwehrt sich selbst aber mehr zu werden.
Das liegt nicht zuletzt an den stereotypischen, zu Beginn etwas zu stark überzeichneten Charakteren: Eine englische Kampfmaschine, eine schöne aber etwas hochnäsige Französin, eine mütterliche Italienerin und ein deutscher Nerd mit Vorliebe für Comics, Computerspiele und einem Problem bei der Kommunikation mit Frauen.
Auch die Ziele sind die typischen, von einem Zeitreisen-Thriller zu erwartenden: Mittelalter, Steinzeit, eine Zukunft mit Raumschiffen.

Alles das - die Charaktermodelle und die Zeit-Settings hat man schon oft gesehen. "Jetzt" hebt sich hier in keinster Weise ab, auch wenn die übergeordnete Geschichte durchaus unverbraucht wirkt. Gleichsam macht das Gefühl, das alles schon von woanders her zu kennen, den Roman unverhältnismäßig zäh, zumal die Charaktere was ihre Entwicklung, Innenwelt und Motivation angeht, blass bleiben.

Zur Hälfte des Buches - nach 200 Seiten - nimmt die Geschichte Fahrt auf. Die Ereignisse scheinen endlich etwas mit den Charakteren zu machen und man bekommt von nun an graduiert mehr Einblick in ihre Innenwelt. Das macht das ganze interessant, kommt aber leider erst spät. 
Das Ende ist recht überraschend und gibt der "Moral" des Buches ewine interessante Note.

Ob eine sich zur Hälfte des Romans vertiefende und ein gutes Ende es wert sind, sich durch 200 Seiten von Zeitreisen-Stigmata zu lesen, muss jeder selbst entscheiden. Meine persönliche Antwort ist: Nein.

Dennoch ist die Entwicklung des Romans durchaus erfreulich und zeugt vom Talent des Autors. Das, was die Geschichte uns am Ende vermitteln möchte, ist durchaus nachdenkenswert.

  

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