Lola1008

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136 Bücher, 99 Rezensionen

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(380)

830 Bibliotheken, 20 Leser, 0 Gruppen, 123 Rezensionen

dystopie, pandora, dschungel, wüste, heilmittel

Feuer & Flut

Victoria Scott , Michaela Link
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei cbt, 25.05.2015
ISBN 9783570162934
Genre: Jugendbuch

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(73)

121 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

liebe, homosexualität, freundschaft, jugendbuch, coming-out

Will Grayson, Will Grayson

John Green , David Levithan
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Dutton Juvenile, 01.01.2010
ISBN B003FN6FVW
Genre: Jugendbuch

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(177)

301 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 98 Rezensionen

zeitreise, liebe, leuchtturm, vierundzwanzig stunden, new york

Vierundzwanzig Stunden

Guillaume Musso , Eliane Hagedorn , Bettina Runge
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 01.06.2016
ISBN 9783866124011
Genre: Romane

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(27)

72 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 2 Rezensionen

krimi, mord, klassiker, agatha christie, krimi klassiker

Der blaue Express

Agatha Christie , Gisbert Haefs
Fester Einband: 394 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 08.10.2009
ISBN 9783596511198
Genre: Krimi und Thriller

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(240)

581 Bibliotheken, 25 Leser, 0 Gruppen, 122 Rezensionen

pandemie, dystopie, überleben, apokalypse, shakespeare

Das Licht der letzten Tage

Emily St. John Mandel ,
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 14.09.2015
ISBN 9783492060226
Genre: Science-Fiction

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(244)

524 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

jette, thriller, luke, vergangenheit, krimi

Der Sommerfänger

Monika Feth
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei cbt, 09.05.2012
ISBN 9783570308165
Genre: Jugendbuch

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(38)

72 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 27 Rezensionen

australien, historischer roman, aboriginis, liebe, dschungel

Der Ruf des Kookaburra

Julie Leuze
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 18.11.2013
ISBN 9783442478439
Genre: Historische Romane

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50 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

sommer, band

Die Nacht, in der wir uns wiedersahen

Lauren Gibaldi , Anne Braun
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei cbt, 10.08.2015
ISBN 9783570309742
Genre: Jugendbuch

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(1.330)

2.070 Bibliotheken, 32 Leser, 0 Gruppen, 192 Rezensionen

obsidian, liebe, fantasy, lux, aliens

Obsidian - Schattendunkel

Jennifer L. Armentrout , Anja Malich
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.04.2016
ISBN 9783551315199
Genre: Jugendbuch

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(123)

265 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

house of night, fantasy, jugendbuch, vampire, liebe

House of Night - Erlöst

P.C. Cast , Kristin Cast
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 26.11.2015
ISBN 9783596031368
Genre: Jugendbuch

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(314)

642 Bibliotheken, 26 Leser, 3 Gruppen, 35 Rezensionen

tagebuch, anne frank, judenverfolgung, krieg, klassiker

Tagebuch

Anne Frank , Mirjam Pressler
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 13.01.2011
ISBN 9783596511495
Genre: Klassiker

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(993)

1.720 Bibliotheken, 23 Leser, 4 Gruppen, 131 Rezensionen

liebe, krebs, tod, leukämie, krankheit

Bevor ich sterbe

Jenny Downham , Astrid Arz
Flexibler Einband: 315 Seiten
Erschienen bei cbt, 08.06.2010
ISBN 9783570306741
Genre: Jugendbuch

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(3)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Hitzeschlacht

Gabi Schmid
Flexibler Einband: 244 Seiten
Erschienen bei tredition, 16.09.2016
ISBN 9783849584061
Genre: Sachbücher

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(20)

31 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

shakespeare, judentum, the merchant of venice, jews, roman

Shylock is My Name

Howard Jacobson
Flexibler Einband
Erschienen bei The Hogarth Press Ltd, 04.02.2016
ISBN 9780701188993
Genre: Romane

Rezension:

Eine komplizierte Nacherzählung von Shakespeares Original

Mit "Shylock Is My Name" erzählt Howard Jacobson die Handlung von Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig" nach. Dabei spielen einige Personen und Themen eine zentrale Rolle. Strulovitch, die Hauptperson der Geschichte, kann es nicht fassen: Seine Tochter Beatrice hat sich in einen Christen verliebt! Und das obwohl sie Jüdin ist und ihr Angebeteter sich bisher nicht gerade von der besten Seite gezeigt hat. Auf einem Friedhof im Golden Triangle von Cheshire treffen Strulovitch und Shylock aufeinander. Kurzerhand lädt er Shylock zu sich nach Hause ein und er wird für ihn Diskussionspartner und auch Ratgeber. Zeitgleich versucht D’Anton seinen Freunden Barnaby und Gratan zu helfen, indem er ein Bild von Strulovitch ersteigern und Beatrice mit ihrem Geliebten zusammenbringen will. Dadurch knüpft er unbeabsichtigt und teils unfreiwillig eine Verbindung zu Strulovitch und Shylock, wodurch er in einen Pakt hineingezogen wird, der über alles entscheiden soll...

Meine Meinung
Da es schon wieder ein Weilchen her ist, dass ich ein englisches Buch gelesen habe, wollte ich mir mit "Shylock Is My Name" mal wieder etwas Gutes tun und bewarb mich bei einer Leserunde für das Werk. Leider muss ich gestehen, dass mich das Buch kaum bis gar nicht begeistern konnte. Ich muss zudem erwähnen, dass ich "Der Kaufmann von Venedig" leider nicht im Original gelesen habe, durch die Nacherzählung aber hoffte, einen ungefähren Blick auf die Geschichte zu bekommen.
Die Probleme fingen bei mr schon bei der Sprache an. Der Autor springt schon am Anfang zwischen Präsens und Vergangenheit hin und her, was es für mich sehr schwierig machte, der Handlung wirklich folgen zu können. Immer wieder musste ich neu ansetzen und hatte das Gefühl, aus dem vorherigen Abschnitt nichts behalten zu haben. Dies führte dazu, dass ich diesen dann auch noch ein bis zwei Mal lesen musste, bis ich wirklich alles verstand. Trotzdem war dies nicht immer möglich und ich hatte des Öfteren ein Wörterbuch bei mir liegen, um verschiedene Worte nachzuschlagen, da sie sich mir auch im Kontext nicht wirklich erschließen konnte. Dieses Buch ist also definitiv nichts für Einsteiger oder Gelegenheitsleser, da man an vielen Ecken mit der Sprache aneckt und nicht wirklich versteht, was der Autor dem Leser überhaupt mitteilen will. Dadurch fiel es mir auch schwer, mir die Situationen vorzustellen, die der Autor beschrieb. Nie sah ich Shylock und Strulovitch wie sie sich miteinander unterhielten, noch konnte ich mir eine der anderen Szenerien wirklich gut projizieren. So saß ich also oft mit dem Buch auf dem Sofa, las zwar etwas über die Handlung, konnte aber nicht wirklich in sie hineingezogen werden. Das fand ich etwas schade und hätte mir erhofft, dass der Autor dies etwas besser löste. So wurden die Kapitel, die eigentlich relativ kurz gehalten waren auch zu einem absoluten Albtraum für mich und ich brauchte zwischenzeitlich 2-3 Tage um 20 Seiten in dem Buch zu lesen.
Auch die Charaktere haben mir nicht wirklich zusagen können. Man bekommt zwar eine Einführung auf alle Haupt- und Nebenpersonen, ist aber zeitgleich so distanziert von diesen, dass auch diese nicht wie reale Personen wirken können. Man kann sie scih nur schwerlich vorstellen und sie wirken durch ihr immer gleiches Tun schnell langweilig und repetitiv auf den Leser. Dies war besonders bei Shylock und Strulovitch der Fall, die sich scheinbar nur über ihre "Jewishness" unterhalten konnten und kein anderes Thema fanden, über das sie sprechen wollten. Zudem fiel es mir schwer, die Namen der Personen zu behalten und den einzelnen Charakteren zuzuordnen, sowie die Beziehungen der Protagonisten zueinander mental festzuhalten. Ich benötigte fast das ganze Buch um mir endlich merken zu können, dass Leah und Shylock eine Tochter namens Jessica hatten, und dass Strulovitch, Kay und Beatrice zusammengehörten. Immer wieder verwechselte ich die Personen und musste mich daran erinnern, wer der- oder diejenige wieder war und was er oder sie in der Vergangenheit erlebt hatte. Einzig Plurabelles Geschichte fand ich zu anfang interessant und dachte, sie könnte ein Charakter sein, der dem Leser etwas näher gebracht wird, aber auch dies geschah nicht.
Die Handlung selbst konnte mich nur gegen Ende fesseln; zu drei Vierteln bestand sie nämlich aus endlosen Dialogen zwischen Shylock und Strulovitch, die sich über das Jüdisch-Sein, das Christentum und den Antisemitismus unterhielten. Dies wirkte zwar besonders am Anfang sehr interessant, vor allem da es immer noch ein wichtiges und ernstzunehmendes Thema ist, nervte den Leser jedoch spätestens beim 5. Wiederaufgreifen dessen. Die beiden schienen keine anderen Themen auf Lager zu haben als ihre Religion, wodurch sich das Buch unheimlich für mich zog. Erst im letzten Drittel wurde die Geschichte endlich interessant, denn erst hier traten einige Plottwists auf und es wurde von der doch recht objektiven Erzählweise auf eine amüsante Darstellung der Ereignisse geschwenkt. So kam endlich etwas Leben in die Geschichte und es fiel mir leichter, Motivation für das Weiterlesen zu finden.
Das Ende fand ich nur die Wendung betreffend überraschend. Alles, was drumherum passierte, konnte mich nicht wirklich fesseln und ich nahm es nach der Beendigung des Buches einfach so hin wie es war. Es ließ mich weder recht nachdenklich, noch besonders aufgeregt, sondern eher neutral und unbetroffen zurück. Somit war es für mich nur recht durchschnittlich und für mich nicht noch einmal lesenswert.

Fazit
Für mich hat sich "Shylock Is My Name" leider zu einer richtigen Enttäuschung entpuppt. Die Distanz zu den Charakteren, die umständliche Sprache und die endlosen Dialoge über ein und dasselbe Thema haben nicht gerade meine Motivation gefördert, dieses Buch zu lesen. Vielleicht hätte ich es besser nachvollziehen können, wenn ich das Original von Shakespeare gelesen hätte. Wer gerne eine etwas kompliziertere Darstellung der Geschichte lesen möchte, kann ich dieses Buch empfehlen. Mich konnte es leider kaum bis gar nicht fesseln. Kein Charakter hat mir gefallen und die Handlung zieht sich extrem, bis es am Ende interessant wird und es endlich einmal zu einer überraschenden Wendung kommt. Da das Buch mir bis auf diesen letzten Aspekt nicht gefallen hat, bekommt "Shylock Is My Name" gerade noch 2 Sterne von mir.

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(792)

1.288 Bibliotheken, 19 Leser, 3 Gruppen, 77 Rezensionen

liebe, freundschaft, briefe, cecelia ahern, liebesroman

Für immer vielleicht

Cecelia Ahern , Christine Strüh
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.01.2010
ISBN 9783596511051
Genre: Liebesromane

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(4.877)

7.538 Bibliotheken, 63 Leser, 34 Gruppen, 471 Rezensionen

liebe, zeitreise, zeitreisen, london, fantasy

Saphirblau

Kerstin Gier
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2010
ISBN 9783401063478
Genre: Jugendbuch

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(22)

42 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

paris, musik, orchester, 1920er, taktstock

Der Bund der Zwölf

Miriam Pharo
E-Buch Text: 290 Seiten
Erschienen bei null, 10.01.2016
ISBN B01AG9HXH2
Genre: Romane

Rezension:

Ein richtiger Geheimtipp für alle Musikliebhaber

Paris, 1926: Die Stadt floriert und besonders Theater, Lichtspielhäuser und Konzertsääle sind vollgepackt mit Menschen, die gerne der klassischen Musik lauschen möchten. Besonders beliebt ist momentan die "Philharmonie der zwei Welten", die die Zuhörer verzaubert. Doch etwas stimmt ganz und gar nicht. Innerhalb von kurzer Zeit sterben zwölf Menschen, plötzlich gealtert, obwohl sie noch vor Lebensfreude sprühten, unter Höllenqualen. Kein Arzt kennt den Grund für die sogenannte "Methusalem-Seuche" und auch die Polizei ist ratlos. Zwei Menschen wollen diesen aber unbedingt aufdecken: Der Klubbesitzer Vincent und seine beste Freundin Magali. Handelt es sich wirklich um eine Krankheit? Oder ist es eine Mordserie?

Ein paar Jahre zuvor wird das stumme aber begabte Mädchen Anna Mitglied in dem Orchester "Philharmonie der zwei Welten". Mit Spaß und Freude nimmt sie an den Orchesterproben teil, aber doch vermisst sie schmerzlich ihren Tata. Vor allem, dass sie langsam aber sicher sein Gesicht vergisst tut ihr weh. Doch im Jahr 1926 ist ihr Vater plötzlich nur noch ihre kleinste Sorge...

Meine Meinung
"Der Bund der Zwölf" habe ich in einer Leserunde gewonnen und allein schon die Leseprobe hat es mir angetan. Ich spiele selbst ein Instrument und daher fand ich die Idee, musikalische Elemente in die Geschichte einzubauen richtig gut. Bisher hatte ich nur mit "Virtuosity" ein Buch in dieser Richtung gefunden, das mir richtig gut gefallen hat.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und sehr leicht zu lesen. Man kommt gut in die Geschichte hinein, obwohl man ein wenig unvermittelt in die Handlung hineingeworfen wird. Zwar muss man sich einen Moment orientieren, dennoch hat man nach etwa zwei bis drei Seiten einen vagen Überblick über das Geschehen. Am Anfang weiß der Leser eh noch nicht sonderlich viel über das mysteriöse Altern der Menschen. Er befindet sich vom Wissensstand her also etwa auf dem gleichen Level wie die Polizei. Diese eingeschränkte Sicht auf die Handlung macht ihn jedoch auch sehr neugierig, so dass er gerne weiterlesen will. Auch die Darstellung der 20er Jahre hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte mich richtig gut in die Szenerie hineinversetzen und auch die Handlungen der Charaktere sehr gut nachvollziehen. Ein paar Probleme ergaben sich dennoch am Anfang mit den einzelnen Zeitsprüngen zu Beginn der Kapitel. Manchmal war ich ein wenig verwirrt, in welcher Zeit wir uns befanden, so dass ich zwischenzeitlich ein wenig zurückblättern musste um mich neu zu orientieren. Das legte sich aber dann nach einiger Zeit, besonders, da der Leser auch immer mehr in die Handlung hineinwächst. Am besten haben mir aber wohl die Beschreibungen der gespielten Symphonien gefallen. Ich höre nicht sonderlich viel klassische Musik, aber während ich das Buch gelesen habe und ein weiteres Stück auftauchte, habe ich dieses nebenher abgespielt. Die Beschreibungen der Autorin passen wirklich haargenau auf jedes einzelne Stück und ließen mein Musikerherz wirklich höherschlagen. Zudem wirkt es sehr atmosphärisch, wenn nebenher die beschriebenen Stücke laufen, so dass man sich noch ein wenig mehr im Buch verlieren kann. Die Länge der Kapitel fand ich vollkommen in Ordnung. Die Länge war abwechslungsreich gestaltet, aber keines war allzu lang, dass man zwischendurch eine Pause hätte machen müssen.
Kommen wir nun zu den Charakteren, die uns im Verlauf des Buches vorgestellt werden. Vincent und Magali sind neben Anna die ersten Hauptcharaktere. Leider konnte ich mich zu Anfang nicht sonderlich stark in den Klubbesitzer und seine Freundin einfühlen. Irgendwie waren beide Charaktere etwas distanziert, so dass man sie zwar kennenlernte und ihre Handlungen nachvollziehen konnte, aber es sich nicht so anfühlte, als erlebte man mit ihnen die Handlung. Dies besserte sich im Verlauf der Handlung deutlich und spätestens ab der Mitte fühlte man sich den Hauptpersonen des ersten Erzählstranges sehr stark verbunden und drückte ihnen die Daumen, dass sie die Sache mit der mysteriösen Seuche aufklären. Anna war mir im Gegensatz dazu von Anfang an sehr nah und deswegen zog ich besonders im ersten Viertel des Buches ihre Geschichte ein wenig vor, auch wenn diese zumeist nur aus kurzen Abschnitten bestand. Vielleicht lag es daran, dass es hier ein wenig mehr um die Musik ging, genau sagen kann ich es aber nicht. Irgendwie fesselte mich ihr Erzählstrang ein wenig mehr als der andere. Dies relativierte sich jedoch im Verlauf des Buches. Die Nebencharaktere fand ich genauso wie die Hauptcharaktere sehr liebevoll gestaltet. Jeder hatte eine andere Persönlichkeit: Der lustige und geheimnisvolle Béberé, der leicht tollpatschige Polizist Fournier, die angsteinflößende Näherin, sowie der nette Meister Menotti. Alle konnten sowohl bei Vincent, Magali und Anna als auch bei mir starke Verbundenheit oder tiefe Abneigung hervorrufen. Zu jedem Charakter hegte man zumindest ein Gefühl, wenn man diesem begegnete. Dies kann dem Leser auch wiederrum helfen, sich in die Geschichte einzufinden. Zudem haben alle Charaktere Ecken und Kanten und wirken nicht zu utopisch auf den Leser, so dass man sie sich als reale Personen in die heutige Welt denken kann.
Auch der Handlungsverlauf hat mir sehr gut gefallen. Braucht die Geschichte am Anfang ein wenig Zeit um anzulaufen, kann man das Buch spätestens ab der ersten Hälfte nicht mehr aus der Hand legen. Zudem passiert in den Erzählsträngen noch so viel nebenher, dass gar keine Langeweile aufkommt. Vincent muss zusehen wie er die Näherin bezahlt beispielsweise oder Annas Rückblick auf ihre Zeit beim Orchester bevor ihre Gegenwart dem Leser offenbart wird. Dennoch wirkt die ganze Abhandlung des Geschehens nicht übereilt oder allzu hektisch als hätte die Autorin das Buch unbedingt abschließen müssen. Die Aneinanderreihung der Handlungen ergibt sehr viel Sinn und ist in sich schlüssig. Bei der Leserunde ist mir aufgefallen, dass jeder zu den Abschnitten andere Situationen aus dem jeweiligen Leseabschnitt herausgegriffen hat, wo ich auch dachte, ach ja, das ist ja auch noch passiert. Hier fand ich es sehr interessant wie andere Leser das Buch aufnehmen und welche Handlungen ihnen besonders im Gedächtnis geblieben sind. Zudem kann ich mich an keine Stelle erinnern, die sonderlich langweilig war. Immer wieder passierte etwas neues und der Leser wurde lange hingehalten, bis er hinter das Geheimnis der Methusalem-Seuche kommt. Dies steigerte nochmal die Neugier und zudem noch das Vergnügen beim Lesen des Buches.
Das Ende wartet nochmals mit einer überraschenden Wendung auf, die ich überhaupt nicht erwartet hätte. Sie ließ mich ein wenig zwiegespalten zurück, aber dennoch bin ich recht zufrieden mit dieser. Insgesamt bietet das Ende des Buches einen runden Abschluss zum Gesamtgeschehen. Die Spannung wird langsam herausgenommen und man kommt ganz ruhig am Ende des letzten Kapitels an, obwohl so viel geschehen ist. Hoffentlich veröffentlicht die Autorin weitere Bücher in dieser Richtung.

Fazit
Ein richtig schönes Buch mit Mystery-, Thriller- und romantischen Elementen, die besonders die Musik in den Fokus stellen. Der Schreibstil ist flüssig und man kann der Handlung gut folgen, während die Beschreibungen der klassischen Stücke sehr bombastisch ausfallen, aber dennoch sehr gut passen. Mir hat es nebenbei noch geholfen, die beschriebenen Stücke aufzulegen um noch ein wenig mehr Atmosphäre zu kreieren. Auch die Charaktere sind gut gelungen. Hier hat die Autorin wirklich viel Arbeit geleistet, denn jeder hat eine eigene Persönlichkeit und wirkt auch immer wieder anders auf den Leser. Zudem konnte ich mich sehr gut in das Paris der 20er Jahre zurückversetzen, da die Beschreibungen der Stadt sehr lebhaft ausgefallen sind. Obwohl die Handlung erst ein wenig anlaufen muss, um interessant zu werden, gerät der Leser irgendwann in solch einen Sog, dass er sich diesem nicht entziehen kann. Ohne, dass die Handlungen hektisch aneinandergereiht zu sein scheinen, spitzt sich die Situation immer weiter zu, was die Spannung nochmals erhöht. Das Ende ist wieder ein ruhiger Abschluss und fügt sich wirklich gut in die restliche Geschichte ein. Für mich ist "Der Bund der Zwölf" ein richtiger Geheimtipp für Musik- und Thriller-Liebhaber, die gerne noch eine Prise Romantik dabeihaben. Für dieses tolle Buch vergebe ich daher 5 von 5 Sternen.

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(150)

320 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 16 Rezensionen

nicholas sparks, liebe, thriller, stalking, deutsch

Du bist nie allein

Nicholas Sparks , Ulrike Thiesmeyer
Flexibler Einband: 415 Seiten
Erschienen bei Heyne, 23.02.2009
ISBN 9783453722095
Genre: Romane

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(527)

1.086 Bibliotheken, 12 Leser, 3 Gruppen, 70 Rezensionen

raumschiff, dystopie, godspeed, jugendbuch, liebe

Godspeed - Die Reise beginnt

Beth Revis , Simone Wiemken
Buch: 448 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.09.2013
ISBN 9783841502513
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Gelungener Auftakt einer Sci-Fi-Reihe mit großem Potential

"Godspeed: Die Reise beginnt" ist der erste Band der "Godspeed"-Trilogie. Die 17-jährige Amy und ihre Eltern sind eingefrorene Passagiere auf dem Schiff der Godspeed. Sie sind Teil einer wichtigen Mission: einen neuen Planeten finden, der besiedelt werden kann. Dieser liegt 300 Jahre von der Erde entfernt. Erst dort sollen die 100 Eingefrorenen wieder zum Leben erweckt werden. Doch etwas geht schief und plötzlich findet sich Amy als lebender Passagier an Bord der Godspeed wieder - noch 50 Jahre vom Planeten entfernt. Der zukünftige Schiffskapitän Junior und sein Freund Harley versuchen, Amy in ihre Gesellschaft einzuführen. Doch diese hat sich stark verändert. Alle folgen dem Ältesten, einem tyrannischen Anführer, der Amy droht, sie aufgrund ihrer Andersartigkeit vom Schiff zu werfen. Damit jedoch nicht genug werden drei weitere Personen aufgetaut; zwei von ihnen sterben. Gemeinsam mit Harley und Junior will Amy herausfinden, wer dahintersteckt um ihre Eltern und alle anderen Eingefrorenen zu beschützen - und deckt dabei Geheimnisse auf, die das gesamte Leben auf der Godspeed auf den Kopf stellen...

Meine Meinung
Schon seit langem steht "Godspeed: Die Reise beginnt" auf meiner Leseliste. Endlich habe ich das Buch in meiner örtlichen Bibliothek ergattern können bevor es sich jemand anders wegschnappte.
Eigentlich bin ich nicht sonderlich für Weltraumgeschichten zu haben. Auch Sachen wie Star Wars oder Star Trek konnten mich nie sonderlich begeistern. Irgendwie war das bei diesem Buch anders. Ich habe zuerst den Klappentext und dann eine kleine Leseprobe gelesen und fand die Idee hinter der Geschichte sehr fesselnd und spannend. Beth Revis hat einen schönen Schreibstil, in den sich der Leser schnell einfindet und hautnah mit den Personen die Handlung durchlebt. Dabei benutzt die Autorin durchgehend den Ich-Erzähler. Abwechselnd berichtet sie aus Amys und Juniors Perspektive, was mir äußerst gut gefallen hat. So erhält man einen Blick auf beide Protagonisten, ihre Denkweise und ihre Charakterzüge. Was mich ein wenig gestört hat, waren einige Wortwiederholungen, die direkt hintereinander auftraten, so dass man das Gefühl hatte, man hätte den Satz vorher schon einmal gelesen. Ich weiß nicht, ob dies an der deutschen Übersetzung lag oder am Originaltext, jedenfalls war es sehr merkwürdig, manchmal die gleiche Phrase innerhalb einer Seite nochmals wiederzufinden. Dies kam zwar nicht oft vor, riss mich aber dennoch stark aus der Handlung heraus. Trotz dem fließenden und lockeren Schreibstil, den die Autorin an den Tag legt, kamen mir besonders die Geschehnisse am Anfang recht langweilig und lasch erzählt vor. Dazu werde ich dann später nochmal etwas Genaueres sagen. Die Kapitellänge variierte andauernd, so dass manche recht kurz und andere wieder länger waren. So hatte man auch als Leser mit Zeitproblemen (wie ich) die Möglichkeit, mindestens ein Kapitel zu beenden, bevor man sich wieder seinen Pflichten widmen musste, wie für eine Klausur zu lernen.
Die Charaktere selbst fand ich alle sehr gut durchdacht, auch wenn immer noch einige Details ihre Persönlichkeit betreffend gefehlt haben. Man lernt viele Personen kennen, doch Nebencharaktere tauchen kaum bis gar nicht auf. Sie bekommen vielleicht ein oder zwei Auftritte, sind dann jedoch für die weitere Handlung nicht mehr wichtig. Das fand ich ein wenig schade, denn so konnte man sich in einigen Situationen nicht von der angespannten Atmosphäre mitreißen lassen. Auch im Allgemeinen haben mir einige Charakterzüge der Personen gefehlt. So wurde sich größtenteils einfach nur auf die Handlungen von Amy und Junior konzentriert, man bekam aber kaum Informationen bezüglich ihres Wesens, was ich ein wenig schade fand. Dadurch wirkten die beiden Hauptpersonen ein wenig unecht und waren nur aufgrund ihrer Handlungen wichtig. Auch wenn keiner der beiden mir mit ihrem Verhalten auf die Nerven gegangen ist, waren sie für mich ein wenig zu abgerundet gestaltet, weil ihnen die Ausbildung wichtiger Eigenschaften fehlte. Dies war bei Harley wiederum ganz anders, genauso wie beim Ältesten. Diese beiden Charaktere fand ich am besten und detailliertesten gestaltent, eben weil auch viel Bezug auf ihr Wesen genommen wird.
Die Handlung des Buches konnte mich erst wirklich ab der Mitte des Romans fesseln. Zwar wollte ich vorher schon weiterlesen, aber ein Sog entwickelt sich erst wenn etwa die Hälfte des Buches hinter einem liegt. Die Handlungen, die am Anfang beschrieben wurden, waren irgendwie recht langweilig gestaltet trotz des guten Schreibstils der Autorin. Ich konnte nicht wirklich mitgerissen werden, was ich sehr schade fand. Je mehr sich die Lage auf dem Raumschiff allerdings zuspitzt, desto rätselhafter und interessanter wird die ganze Geschichte. Plötzlich haben die Kapitel richtige Cliff-Hanger, so dass man unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. Erst hier wird die Geschichte so richtig interessant. Die Wendungen, die sich dabei ergeben, kamen für mich recht unerwartet obwohl sich einige bereits angekündigt haben und man sich in etwa denken konnte, was passiert. Dennoch wurden die Enthüllungen sehr spannend gehalten.
Das Ende hat mich ein wenig unbefriedigt zurückgelassen. Ist ja auch irgendwie logisch, wenn es eine Reihenfortsetzung über zwei weitere Teile geben soll. Die Wendung, die hier nochmals stattfindet, war so offensichtlich, dass man nur den Klappentext hätte lesen brauchen. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es mit Amy und Junior und der Godspeed weitergeht.

Fazit
Für mich entpuppte sich "Godspeed: Die Reise beginnt" als ein recht gelungener Auftakt einer Sci-Fi-Trilogie mit dystopischen Elementen. Der Schreibstil ist schön und angenehm zu verfolgen, ebenso die Handlung, auch wenn diese am Anfang ein wenig schwächelt. Ab der Mitte des Buches wird es jedoch immer angenehmer, diese zu verfolgen und die Cliff-Hanger an den Kapitelenden machen einen schier wahnsinnig, so dass man unbedingt weiterlesen will. Die Charaktere hätten noch ein wenig ausgearbeitet werden können wie ich finde. Irgendwie wurde sich nur auf deren Handlung konzentriert und ihre Persönlichkeit vollkommen außer Acht gelassen. Ich könnte über Amy nichts sagen, außer dass sie gerne rennt beispielsweise. Hier wünsche ich mir für den zweiten Teil auf jeden Fall eine bessere Ausarbeitung. Auch die Wendungen passen gut in die Handlung hinein und animieren den Leser, das Buch weiterzulesen. Allein das Ende konnte mich nicht sonderlich zufriedenstellen. Ich hoffe, das Beth Revis den zweiten Band ein wenig besser abrundet. Nichtsdestotrotz vergebe ich für "Godspeed: Die Reise beginnt" 4 Sterne.

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(157)

376 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 85 Rezensionen

sekte, weltuntergang, gated, dystopie, pioneer

Gated - Die letzten 12 Tage

Amy Christine Parker , Bettina Münch
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.09.2014
ISBN 9783423760980
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Beklemmendes Jugendbuch

Die 17-jährige Lyla lebt mit ihrer Familie in Mandrodage Meadows, einer kleinen Kommune mitten in Amerika, die sich vom Leben der Außenwelt abschottet. Das besondere an der kleinen Gemeinschaft, die aus mehreren Familien besteht: Alle glauben an den Weltuntergang. Pioneer, der Anführer und Gründer der kleinen Kommune schirmt die Menschen ab und erzählt ihnen, sie seien "auserwählt" worden, den Weltuntergang zu überleben. Auch Lyla zweifelt an der Wahrheit seiner Worte nicht, ebenso wenig wie die anderen. Sie erhalten keinen Zugang zu den Medien, denn Pioneer informiert sie so oder so über das Geschehen in der Welt. Erst als der Sohn des Polizeichefs Cody auftaucht, gerät die heile Welt in Mandrodage Meadows für Lyla ins Wanken. Allerdings bleibt ihr nicht viel Zeit, die anderen zu warnen. Nur 12 Tage haben sie, bevor alle in den Schutzbunker flüchten und alle Hoffnung vergebens ist. Denn Lyla erkennt, dass das Böse nicht in der Außenwelt liegt, sondern mitten unter ihnen ist...

Meine Meinung

Dieses Buch stand schon lange Zeit auf meiner Liste und jetzt komme ich auch endlich dazu, eine Rezension dazu zu schreiben. Bei "Gated: Die letzten 12 Tage" handelt es sich um einen Jugendroman, der dystopische Züge aufweist: alles wird über eine einzelne Person kontrolliert, die Mitglieder der Gemeinde müssen bestimmte Regeln befolgen, die ihre Freiheit einschränken, aber das scheint sie nicht zu stören und sie hinterfragen nichts. Dadurch wirkt der Schreibstil, den die Autorin in ihrem Erstling nutzt, äußerst beklemmend, so dass sich auch der Leser äußerst unwohl fühlt, wenn er die Situationen durchlebt, in denen Lyla sich befindet. Insgesamt wird eine leicht verständliche Sprache im Roman verwendet, so dass man der Handlung leicht folgen und sich zudem die Handlungen der Charaktere sehr gut vorstellen kann. Während der Geschichte schlüpft der Leser in die Haut von Lyla, um die es ja auch hauptsächlich geht, so dass er einen besonderen Einblick auf ihre Gedanken und Gefühle hat. Auch hier kreiert die Autorin eine durchgehend beklemmende und unangenehme Atmosphäre, denn Lylas Gedanken sind manchmal so sehr von Pioneer oder den Regeln der Gemeinde allgemein geprägt, dass man sie einfach anschreien müsste, warum sie denn nicht die Augen aufmachen und selbst denken würde. Dass die Ideologien, die Lyla in den Kopf gepflanzt wurden, funktionieren, lässt sich an der Tatsache festhalten, dass viele Handlungen, die auf den Leser beängstigend wirken für Lyla ganz normaler Alltag sind. Insgesamt erhält man einen guten Blick auf die Welt, in der Lyla ihr Leben verbringt. Vieles ist sehr detailliert hervorgehoben, nicht nur, wie sie dazu kamen, in die Kommune aufgenommen zu werden, sondern auch, wie die Gemeinschaft im Allgemeinen funktioniert. Dies geschieht nicht in einem Zug, sondern immer in kleinen portionierten Häppchen, die an die Situationen angepasst sind. Dadurch kann man sich das Leben in der Gemeinschaft sehr gut vorstellen, da alles sehr durchdacht wirkt. Die Kapitel selbst sind mal kurz und mal lang gehalten. Abwechselnd geht es um die Gegenwart und die Vergangenheit. Während Lyla in den Gegenwartssequenzen erzählt, was gerade in diesem Moment geschieht, berichtet sie im Vergangenheitsstrang der Geschichte wie ihre Eltern dazu kamen nach Mandrodage Meadows zu ziehen. Alle Kapitel sind gut in einem Rutsch schaffbar, auch wenn sie manchmal etwas länger gehalten sind. Trotzdem findet man nach einer Lesepause wieder gut in die Geschichte hinein.
Kommen wir nun zu den Charakteren, die uns im Verlauf der Handlung vorgestellt werden. Durch die Ich-Perspektive, die die Autorin durch das gesamte Buch hindurch nutzt, lernt man alle Charaktere und ihre Beziehungen zueinander durch Lyla kennen. Über letztere erfahren wir auch am meisten, da der Leser ständigen Zugriff auf ihre Gedanken und Gefühle hat. Obwohl die Charaktere am Anfang der Geschichte sehr oberflächlich erscheinen, entwickeln sie im Laufe der Handlung eigenständige Charaktereigenschaften, die auch später noch eine größere Relevanz für die Geschichte haben. Insbesondere die Hauptcharaktere, zu denen nicht nur Lyla, sondern auch Cody und Marie gehören, sind besonders detailliert herausgearbeitet worden und haben von allen auftretenden Charakteren die größte Persönlichkeit. Auch in diese kann man sich ab spätestens der Buchmitte gut hineinfinden. Zudem erleben während der Gesamthandlung des Romans eine richtige Wandlung, was äußerst überraschend für den Leser sein kann. Dadurch möchte er außerdem erfahren, wie es mit der Geschichte weitergeht. Was mir außerdem noch gut gefallen hat, war, dass auch die Nebencharaktere viele Auftritte hatten. Dadurch lernte man auch diese einigermaßen gut kennen. Dennoch drängen diese sich nicht komplett in den Vordergrund, so dass man sie als Hauptpersonen hätte betrachten können.
Auch der Handlungsverlauf hat es in sich, denn das Buch ist durchweg spannend geschrieben, so dass man den Roman nicht aus der Hand legen möchte. Mit jedem Kapitel wird die Handlung weitergesponnen oder auch bestimmte Verhaltensweisen der Charaktere erklärt. Dadurch wirkt das Buch insgesamt sehr gut durchdacht, detailliert und die Charaktere sehr real auf den Leser. Zudem erfährt der Leser, wie Lyla und die anderen nach Mandrodage Meadows gekommen sind. Dies wird durch die Vergangenheitskapitel deutlich, wodurch auch die Vergangenheit der Charaktere selbst deutlich wird. Auch die Wendungen, die die Autorin im Handlungsverlauf eingebaut hat, wirken zwischenzeitlich sehr überraschend auf den Leser. Sie werden nicht von ihm erwartet, so dass er sehr erstaunt und fassungslos darüber ist, was passiert. Dies bewirkt, dass er das Buch kaum noch aus der Hand legen kann. Insgesamt empfand ich den Handlungsverlauf als gut durchdacht mit einer logischen Abfolge der Ereignisse. Ich hatte nicht das Gefühl, dass irgendetwas im Ablauf nicht gepasst hätte oder komisch klang. Dadurch ergibt der Handlungsverlauf sowie die Handlung der Charaktere einen Sinn.
Auch das Ende fügt sich gut und logisch in die restliche Geschichte ein. Es wirkt nicht allzu übertrieben, macht aber, obwohl es einen Epilog gab, Lust auf mehr. Dies liegt besonders an den Fragen, die immer noch unbeantwortet bleiben. Wenn "Gated" als Einzelband geplant wäre, wäre ich in diesem Punkt recht unzufrieden mit dem Ende gewesen. Da es jedoch eine Fortsetzung geben soll, hoffe ich, dass die Autorin dort die letzten Lücken schließt.

Fazit
"Gated: Die letzten 12 Tage" ist ein tolles Jugendbuch, das sich mit ideologiebasierten Kommunen auseinandersetzt, besonders bezogen auf ein recht aktuelles Thema wie den Weltuntergang von 2012 (denn zu dem Zeitpunkt spielt die Geschichte). Die Sprache wirkt durchweg beklemmend, was eine gute Atmosphäre kreiert, in die sich der Leser perfekt einfühlen kann. Man fühlt sich dadurch praktisch als Teil der Kommune obwohl man mit ihren Ideologien und Regeln nicht übereinstimmt. Deswegen möchte man auch manchmal Lyla für ihr Verhalten anschreien obwohl man weiß, dass sie es nie anders gelernt hat. Auch die restlichen Charaktere, Lyla ausgeschlossen, wirken extrem real auf den Leser, was ihm hilft, sich in sie einzufühlen. Zudem entwickeln sie sich während der Handlung weiter, so dass man eine richtige Wandlung in ihrem Verhalten beobachten kann. Die Handlung selbst war durchgehend spannend. Ich kann mich an keine Längen erinnern, die den Leser aus dem Konzet bringen könnten und die überraschenden Wendungen machen auf jeden Fall Lust auf mehr. Trotzdem bleiben einige Fragen ungeklärt, die im Romanverlauf auftauchen. Ich hoffe, diese werden im Folgeband aufgeklärt. "Gated: Die letzten 12 Tage" bekommt aufgrund dieser Rezension 5 Sterne von mir.

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japan, freundschaft, haruki murakami, einsamkeit, murakami

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

Haruki Murakami , Ursula Gräfe
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 13.07.2015
ISBN 9783442749003
Genre: Romane

Rezension:

Ein philosophisches Buch über Freundschaft, Liebe und die eigene Vergangenheit

Tsukuru Tazaki ist niemand besonderes. Er sieht nicht besonders aus, hat keine besonderen Noten und auch sonst keine herausstechenden Merkmale. Er ist einfach farblos. Das Einzige, was ihn besonders macht, sind seine vier besten Freunde, die alle eine Farbe im Namen tragen: Rot, Blau, Weiß und Schwarz. Alles unternehmen sie gemeinsam, führen Projekte durch, lernen zusammen und werden eine richtige Gemeinschaft. Bis sie Tsukuru im ersten Universitätsjahr die Freundschaft kündigen und er sich nicht mehr bei ihnen melden soll.

Mittlerweile ist Tsukuru 36, baut und verbessert erfolgreich Bahnhöfe und trifft auf Sarah, eine Frau mit der er sein Leben verbringen könnte. Allerdings merkt Sarah, dass etwas mit Tsukuru nicht stimmt. Irgendetwas scheint seit damals in ihm zerbrochen zu sein. Wenn ihre Liebe Bestand haben soll, sagt Sarah, muss Tsukuru sich seiner Vergangenheit stellen. Und so macht sich Tsukuru auf die Reise in seiner Vergangenheit und was damals wirklich geschehen ist.

Meine Meinung

Schon des öfteren habe ich viel gutes über die Bücher von Haruki Murakami gehört, mich jedoch nicht getraut eines von ihnen in die Hand zu nehmen und wirklich zu lesen. Dieser Roman ist also der erste den ich von dem Autor lese.
Die Sprache, die Murakami in seinem Buch benutzt, ist sehr simpel gehalten, so dass jeder dem Handlungsverlauf gut folgen kann. Dennoch ist sie wenn man ein wenig tiefergehend blickt, sehr tiefgründig und philosophisch und verbreitet eine sehr wichtige Nachricht: dass niemand farblos ist, dass jeder eine eigene Persönlichkeit hat und sich nicht über andere definieren sollte. Sehr schön wird dies in Tsukurus Gesprächen mit seinen Freunden und Sarah deutlich. Während die Handlung sich eher auf das tatsächliche Agieren der Charaktere konzentriert, spielen sich die Gespräche auf einer höheren Ebene ab als auf einer handlungsbezogenen. Stattdessen geht es um wichtige Themen wie Freundschaft, Liebe und Verlust. Themen, die zwar in vielen Büchern behandelt werden, allerdings nicht so tiefgründig bearbeitet und überdacht worden sind. Zwischenzeitlich hatte ich beim Lesen das Gefühl, mir gegenüber säße ein alter Japaner, der Lebensweisheiten erteilt, was jedoch in keiner Weise nervig war. Eher vermittelte es dem Leser ein Gefühl von Nähe und Wärme, so dass man sich während des Lesens gut aufgehoben fühlte. Zwar wird aus der personalen Erzählperspektive berichtet, aber dennoch kann man sich sehr gut in Tsukuru einfühlen und erlebt die Handlungen und Gespräche hautnah mit ihm mit. Die Kapitel selbst zogen sich überhaupt nicht und obwohl sie etwas länger gehalten waren, konnte man sie schnell beenden.
Tsukuru ist im Grunde der einzige Charakter, den man wirklich kennenlernt. Schließlich begleitet man ihn durch den ganzen Roman. Bisher hat sich mir jedoch kein Buchcharakter so deutlich eingeprägt wie Tsukuru. Er hat eine einzigartige Persönlichkeit, baut Bahnhöfe, was mir bisher auch noch nicht untergekommen ist und bezeichnet sich selbst als farblos. Aber das ist Tsukuru ganz sicher nicht. Er ist einer der interessantesten und vielschichtigsten Charaktere, über die ich je etwas gelesen habe und allein durch seine Einzigartigkeit ganz sicher nicht farblos. Leider empfand ich nicht bei allen Personen so. Tsukurus Freunde, die im Romanverlauf aufgesucht werden, kamen mir im Vergleich zu Tsukuru sehr lasch und unpersönlich vor. Ich hatte das Gefühl, dass sie diejenigen waren, die farblos sind, obwohl alle eine Farbe in ihrem Namen tragen. Natürlich erfährt man auch etwas über ihr bisheriges Leben, aber bei keinem war man so nah am Geschehen wie bei Tsukuru. Und das obwohl auch seine Freunde viel erlebt haben. Trotzdem merkte man durch die Distanz zum Leser auch die Distanz zwischen Tsukuru und seinen Freunden. Es war einfach zu lange her, als Tsukuru den ersten Schritt in ihre Richtung wagte und obwohl sie sich freundlich begegnen, spürt man besonders bei seinen männlichen Freunden die Kluft der Trennung. Bei Eri merkte man schon wieder etwas mehr von der Vertrautheit, die bei den anderen gefehlt hat. Dennoch war auch hier die Distanz zwischen den beiden Personen unübersehbar. Trotzdem passt diese wirklich gut in die Geschichte hinein wie ich finde. Es wäre irgendwie merkwürdiger, wenn sich plötzlich alle wieder in die Arme fallen würden.
Der Besuch bei seinen Schulfreunden deckt viele Sachen auf, von denen Tsukuru nichts wusste und die daher auch erstaunend und schockierend für ihn und den Leser sind. Dies hält den Handlungsverlauf äußerst interessant und man möchte das Buch nicht aus der Hand legen. Ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht und vor allem ob sich noch mehr Ungereimtheiten bezüglich dem plötzlichen Kontaktabbruch ergaben oder auflösten. Auch wenn das, was für die Trennung gesorgt hat, im ersten Moment fantastisch klingt ohne großartig spoilern zu wollen, gewöhnt man sich doch recht schnell an die Vorwürfe und Tatsachen die gegen Tsukuru sprechen. Dennoch hat man ein sehr großes Vertrauen in ihnm, so dass man die Wahrheit der Anschuldigungen schnell anzweifelt. Was ich allerdings ein kleines bisschen schade fand war, dass obwohl vieles aufgedeckt wird, immer noch einiges im Verborgenen bleibt und der Fantasie des Lesers überlassen ist. Ich hätte mir lieber eine gesamte Aufklärung der Geschichte gewünscht, auch wenn dies durch einige Umstände eh nicht möglich gewesen wäre. Trotzdem hätte mich das zufriedener zurückgelassen.
Das Ende des Buches war ein sehr schöner und runder philosophischer Abschluss, der wie die Faust aufs Auge zum gesamten Buch gepasst hat. Alle Handlungen finden zu einem einzigen Strang und es werden noch ein paar Unklarheiten aufgedeckt auch wenn es nicht alle waren. Besonders gut gefallen hat mir das Schlussgespräch zwischen Tsukuru und Eri, welches mein Philosophenherz ungemein höher schlagen ließ. Insgesamt war das Buch sehr philosophisch und hat mich sehr berühren können. Ich denke nicht, dass dies das einzige Buch des Autors sein wird, was ich lesen werde.

Fazit
Insgesamt ein wundervoller philosophischer Roman mit einer bedeutenden Nachricht an die Leser. Jeder ist etwas besonderes, auch wenn er meint, dem ist nicht so und er erfährt speziell durch Liebe, Verlust und Freundschaft seinen Schliff. Man fühlt sich richtig in die Geschichte ein, rätselt mit Tsukuru und besucht seine Freunde um zu erfahren was damals geschah. Für mich gab es keine Längen, die wirklich nennenswert wären, da immer wieder etwas neues passierte und Murakami eine sehr schöne Art hat, dieses Neue zu erzählen. Ich habe das Buch bereits im Januar beendet, konnte aber aufgrund meiner Klausurphase keine Rezension schreiben. Dennoch hat mich dieses Buch immer noch nicht losgelassen und ich denke manchmal an Tsukurus Geschichte zurück. Für diesen wundervollen Roman vergebe ich daher 5 Sterne.

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liebe, trauer, jojo moyes, familie, verlust

Ein ganz neues Leben

Jojo Moyes , ,
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 24.09.2015
ISBN 9783805250948
Genre: Romane

Rezension:

Gelungene Fortsetzung

"Ein ganz neues Leben" ist die Vortsetzung des Spiegel-Bestsellers "Ein ganzes halbes Jahr". 18 Monate sind jetzt seit Wills Tod vergangen, doch Louisa trauert immer noch um ihre Liebe. Selbst die großen Gefühle konnten Will nicht von seiner Entscheidung abbringen. Und nun sitzt Louisa alleine in ihrer Wohnung, die sie von Wills Geld bezahlt hat. Doch das furchtlose Leben, das sie ihm verprochen hat zu führen, existiert nicht. Stattdessen arbeitet sie in einem Irish Pub am Flughafen und unternimmt kaum etwas abgesehen von ihrem wöchentlichen Auftauchen bei der Selbsthilfegruppe. Doch eines Tages steht plötzlich Lilly vor ihrer Tür und es tut sich eine Verbindung zu Will für Louisa auf, von der niemand gedacht hätte, dass sie existiert...

Meine Meinung

Bisher habe ich ja wirklich alle Bücher von Jojo Moyes gelesen und fand alle bis auf "Weit weg und ganz nah" ausgesprochen schön. Als ich nun hörte, dass es eine Fortsetzung zu "Ein ganzes halbes Jahr" geben sollte, war ich ein wenig unsicher. Nochmals in die Welt von Louisa und Will einzutauchen schien mir nicht ganz geheuer, besonders, da die Autorin auch erwähnte, dass eine Fortsetzung eigentlich nicht geplant gewesen war. Dennoch habe ich es gewagt - und war positiv überrascht.
Mittlerweile ist es schon ein wenig länger her, dass ich "Ein ganzes halbes Jahr" gelesen habe und ich hatte Angst, dass ich nicht richtig zurück in die Geschichte hineinfinde. Diese Furcht wurde mir jedoch schon sehr früh genommen. Die Sprache der Autorin ist angenehm zu lesen; sie schreibt aus Louisas Perspektive, wie es schon bei dem Vorgänger der Fall war. Dadurch konnte ich mich persönlich sehr viel leichter in die Handlung hineinversetzen und mir die Szenen lebhaft vorstellen. Ich finde, so etwas macht alleine schon ein gutes Buch aus; sobald man sich in die Szenerie hineinversetzen kann und sich selbst die kleinsten Details ausdenken kann, birgt das Buch schon eine Menge Potenzial. Daher bin ich auch auf die Verfilmung gespannt, bei der Emilia Clarke und Sam Claflin die Hauptrollen spielen. Kommen wird jedoch zurück zur Sprache des Buches. Zu Beginn fiel es mir ein wenig schwer hineinzufinden, aber durch Louisas Erzählungen ist es möglich, sich schnell in Erinnerung zu rufen, was genau vorher passiert ist und was sie zusammen mit Will erlebt hat. Dies erzeugt einige Aha-Momente und man erinnert sich auch besser an die Handlung aus dem ersten Teil. Jojo Moyes schreibt nicht kompliziert, sondern bietet mit ihrem Erzählstil eine wunderbare Balance zwischen Gefühl und Interaktion der Charaktere dar. Zu Anfang war mir dies leider nicht ganz so bewusst; es dauert seine Zeit bis es tatsächlich in der Handlung vorangeht. Besonders, da die Kapitel nciht sonderlich kurz sind, kann das auf den Leser schnell langweilig wirken, so dass er das Buch wieder zur Seite legt.
Durch die Gefühlsbeschreibungen erfährt aber gerade Louisa weitere Ecken und Kanten, die im ersten Teil nicht sonderlich herausgearbeitet wurden. Da sie eh schon wie ein sehr lebendiger Charakter wirkt, macht die Trauer, die sie empfindet, sie noch realer für den Leser, so dass er sich noch besser in sie und ihre derzeitige Situation hineinversetzen kann. Auch wenn Louisa Will noch nicht vergessen hat und immer wieder von ihm spricht, wirkt ihr Verhalten nicht übertrieben sondern durchaus logisch und nachvollziehbar. Unglücklicherweise hatte ich das Gefühl, dass die anderen Charaktere, die Louisa während dem ersten Teil begleitet haben in "Ein ganz neues Leben" ein wenig zu kurz kamen. Natürlich kamen auch neue Charaktere hinzu, aber ein wenig habe ich das Auftreten von Trina und ihren Eltern vermisst, da sie im ersten Teil so sehr hinter Lou gestanden haben. Den neuen Charakteren kam ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu als den älteren. Auch, wenn der Leser einen Großteil der neuen Personen durch die Trauergruppe kennenlernt, hat er doch das Gefühl, sich diese Personen sehr gut vorstellen und sich zudem auch noch in sie hineinversetzen zu können. Dies war auch möglich, selbst wenn die Charaktere keine häufigen Auftritte während der Handlung hatten.
Die Handlung hat mich am Anfang regelrecht gequält; irgendwie schien nichts zu passieren beziehungsweise die Handlung voranzutreiben. Bis zum 7. Kapitel habe ich mich durch die Handlung gekämpft - und bin letzten Endes froh, dass ich das getan habe. Das Buch wird, je weiter man liest, immer vielfältiger und die Charaktere entwickeln sich weiter. Besonders mit Lilys Auftauchen gerät Schwung in die Geschichte, da Lousia sich jetzt nicht mehr nur um sich selbst kümmern kann. Wie sie mit dem Mädchen, das auch eine sehr bewegte Vergangenheit hinter sich hat, ist sehr liebevoll und stellt eine bessere Mutter-Tochter-Beziehung dar, als die, die Lily mit ihrer leiblichen Mutter hat. Auch interessant ist der Aspekt, dass der Fokus der Geschichte für einige Momente weg von Louisas Problemen und hin zu Lilys Leben rückt. Dadurch lernt man auch diese ein wenig mehr kennen, auch wenn sie selbst genug Ecken und Kanten aufweist. Insgesamt empfand ich die Handlung als logisch aufgebaut und nachvollziehbar. Auch wenn Louisa langsam aber sicher ein ganz neues Leben führt, begleitet die Trauer um Will sie, wird aber, je weiter man im Buch fortschreitet, desto besser scheint sie damit umzugehen. Nach 18 Monaten und mehr finde ich dies auch gar nicht übertrieben.
Das Ende hat mich ein kleines bisschen unzufrieden zurückgelassen, um ehrlich zu sein. Irgendwie konnte ich mit dem Ende von "Ein ganzes halbes Jahr" besser umgehen als mit dem Ende dieses Buches. Irgendwie hatte ich gedacht, dass Jojo Moyes der Geschichte einen runden Abschluss verleiht, aber dies ist nicht der Fall. Das Ende bleibt hingegen offen, so, als wäre noch ein dritter Teil geplant. Natürlich würde ich mich freuen, weiter etwas über Louisa zu erfahren und auch wie ihr Leben weitergeht. Allerdings habe ich Angst, dass Frau Moyes den Erfolg dazu nutzt, die Geschichte auszuschlachten, so dass man immer mehr Bände über Louisa hat. Ich hoffe einfach, dass es dazu nicht kommen wird.

Fazit
Eine äußerst gelungene Fortsetzung, wie ich sie nicht erwartet hätte. Man findet schnell in die Geschichte zurück und auch in das, was vorher passiert ist. Wie in allen Büchern von Jojo Moyes kann man sich sehr gut in die realistisch gehaltenen Personen hineinversetzen und sich die Situationen gut ausmalen. Leider braucht das Buch in etwa bis zum 7. Kapitel um richtig anzulaufen. Mich konnte es erst danach fesseln, weswegen ich auch lange gebraucht habe um das Buch zu beenden. Das Ende fand ich im Gegensatz zum Vorgänger ein wenig unbefriedigend, da es sehr offen gehalten ist und noch Raum für einen dritten Teil lassen würde. Ob dies allerdings von Vorteil für die eigentlich sehr schöne und sensible Geschichte ist halte ich allerdings für fraglich. Dennoch bekommt "Ein ganz neues Leben" von mir 4 Sterne.

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thriller, psychothriller, sebastian fitzek, augen, fitzek

Der Augenjäger

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2012
ISBN 9783426503737
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Um Längen besser als der Vorgänger

"Der Augenjäger" ist der Nachfolger von "Der Augensammler". Alexander Zorbach ist verzweifelt. Immer noch sucht er nach seinem geliebten Sohn Julian, der vom Augensammler verschleppt wurde. Es mangelt an Hinweisen und allem Möglichen und so langsam weiß er keinen Ausweg mehr. Doch nicht nur bei ihm läuft es nicht so wie es sollte. Seine Freundin Alina, die er seit dem Fall des Augensammlers nicht mehr gesehen hat, wird von der Polizei um Hilfe gebeten. Deren Anliegen: Dr. Suker, einer der besten Augenärzte der Welt. Und zudem noch Psychopath. In einem geheimen Labor soll er bereits mehreren Frauen die Augenlieder entfernt und sie danach vergewaltigt haben. Da bisher alle seine Opfer Selbstmord begangen haben, soll Alina nun mithilfe ihrer hellseherischen Fähigkeiten aufdecken, was wirklich geschehen ist - und gerät dabei selbst in Dr. Sukers Hände...

Meine Meinung
Vielleicht kann sich der ein oder andere noch erinnern, was ich über "Der Augensammler" zu sagen hatte. Dieses Buch hat mir eigentlich so gar nicht zugesagt, da es starke Ähnlichkeiten mit dem Playstation-Spiel "Heavy Rain" hatte. Trotzdem habe ich mich jetzt dennoch an die Fortsetzung gewagt, weil ich einfach ein zu neugieriger Mensch bin - und war äußerst positiv überrascht.
Dass Fitzek schreiben kann, habe ich ja bereits schon mehrfach erwähnt. Er hat einen sehr lebendigen Erzählstil, der den Leser stark in die Handlung mit hineinreißt und ihn an das Geschehen fesselt. So ist es auch bei diesem Buch. Man schlüpft wieder in die Rollen von Alexander und Alina und erlebt zwei unterschiedliche Handlungsstränge, die die gleiche Menge an Spannung enthalten. Dass Fitzek bei seinen beiden Protagonisten dazu noch die Ich-Perspektive nutzt, hilft dem Leser noch zusätzlich, sich richtig in die Handlung einzufinden. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass ich zusammen mit Alina und Alexander die Geschichte erlebe. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen und half mir, mir auch die einzelnen Szenerien besser vorzustellen. Besonders gut fand ich auch am Anfang die kleine Rekapitulation der Geschehnisse aus "Der Augensammler". So hat der Leser nochmals vor Augen geführt bekommen, was genau alles passiert ist, wenn es schon länger her ist, dass er den Vorgänger gelesen hat. Auch die Länge der Kapitel fand ich übersichtlich und man konnte gut wieder in die Handlung einsteigen. Dies war auch möglich, wenn man mitten im Kapitel eine kleine Pause eingelegt hatte. Im Großen und Ganzen war aber ein Kapitel zu schaffen, so dass man nicht unbedingt mittendrin aufhören musste.
Das letzte Mal habe ich ja ordentlich an den Charakteren herumgemeckert, dass sie sehr große Ähnlichkeiten mit "Heavy Rain" aufwiesen. Dieses Buch aber zeigt die Weiterentwicklung der Charaktere, die mir sehr gut gefallen hat. Sie lösen sich von der Gestaltung im ersten Teil ab, bleiben sich selbst aber trotzdem treu. Sie entwickeln also nur neue Charakterzüge, der den Vergleich mit dem Playstation-Spiel unmöglich macht. Dies sage ich in einem äußerst positiven Sinn. Wirkte Alina im ersten Band nur wie der nette Sidekick von Alexander, entwickelt sich hier eine eigenständige Geschichte, die sie durchlebt. Ich kann mich eh kaum daran erinnern, dass die beiden sich einmal richtig begegnet sind, sondern praktisch nur ihre eigenen Probleme und Aufgaben im Kopf hatten. So konnte man vor allem Alina als eigenständiges Individuum betrachten. Ein wenig haben mir dann aber trotzdem die Zusammenkünfte von den beiden gefehlt, da ich sie als Team wirklich klasse gefunden habe. Nichtsdestotrotz habe ich mich sehr gefreut, dass auch Alina ihren eigenen Handlungsstrang bekommt. Auch Alexander fand ich noch um einiges detaillierter gestaltet als im ersten Band. Irgendwie hatte ich das Gefühl, ich könnte mich noch besser in ihn hineinversetzen und seine Handlungen nachvollziehen. Im Grunde ist er ja immer noch auf der Suche nach seinem Sohn, aber irgendwie war auch diese nochmals besser gestaltet worden als zuvor. Neben den Hauptcharakteren geraten die Nebenpersonen ein wenig in den Hintergrund. Viele hatten nur relativ wenige Auftritte, was ich ein wenig schade fand. So wird sich größtenteils nur auf Alina und Alexander konzentriert, ebenso wie auf Dr. Suker und Julian, da diese beiden diejenigen sind, die von Alexander und Alina gesucht werden. Hier hätte ich mir vielleicht ein wenig mehr Nebenhandlung neben dem Hauptgeschehen gewünscht.
Trotzdem fand ich den Handlungsverlauf wirklich wirklich gut gestaltet, so dass der Leser sich wie in einem Sog befindet und einfach weiterlesen muss. Ständig passiert irgendetwas Neues, das den Leser neugierig macht. Daher will er unbedingt wissen, was als Nächstes passieren wird. Insgesamt scheint ein Knaller auf den anderen zu folgen. Hier löst sich "Der Augenjäger" wirklich sehr stark von seinem Vorgänger ab und entwickelt eine eigenständige Handlung, die zwar immer noch mit dem ersten Teil zusammenhängt, aber trotzdem nicht komplett abhängig von ihm ist. Allein, dass Fitzek Alina einen eigenen Handlungsstrang gegeben und somit eine komplett neue Geschichte entwickelt hat, ist einfach großartig. Auch hier wird der Leser durch verschiedene Cliffhanger an den Kapitelenden neugierig auf das weitere Geschehen gemacht. Dass dann noch die Perspektive wieder umschwenkt, erhöht die Spannung noch zusätzlich. Mir ist es sehr schwergefallen, das Buch aus der Hand zu legen, da mir keine Stelle in Erinnerung geblieben ist, die ich wirklich langweilig fand. Alles ist sehr interessant beschrieben und aufgezogen, sowohl bei Alina als auch bei Alexander. Auch die Suche nach Julian ist sehr detailliert durchdacht und präzise gestaltet worden. Der Leser bewegt sich immer in einem Rahmen, so dass er nur weiß, was auch Alexander weiß. Das hat mir auch äußerst gut gefallen und machte neugierig auf mehr.
Das Ende hat mich ein wenig unbefriedigt zurückgelassen, da es förmlich nach einem dritten Teil schreit, der bisher aber noch nicht erschienen ist. Für mich sind noch zu viele Fragen unaufgeklärt geblieben, als dass die Kurzreihe jetzt für mich enden könnte. Zwar fügt sich das Ende mit seinem Zynismus wirklich gut an den Rest des Thrillers an, dennoch hatte ich die Erwartung, dass vielleicht noch etwas mehr kommen könnte. Mir haben einfach die Begegnungen zwischen Alina und Alexander gefehlt und das Ende lässt darauf schließen, dass die Suche nach dem Täter immer noch nicht vorbei ist. Hoffentlich hat Herr Fitzek ein Erbarmen und veröffentlicht noch einen dritten Teil der Reihe. Vier Jahre des Wartens sind eindeutig genug.

Fazit
Ich muss zugeben, dass ich wirklich sehr positiv überrascht war, nachdem ich das Buch beendet habe. Es hat nur von der Grundstruktur noch Ähnlichkeiten zu seinem Vorgänger, präsentiert dem Leser aber zwei unterschiedliche Handlungsstränge, die beide gleich spannend sind. Ein Vergleich zu "Heavy Rain" ist somit nicht mehr möglich - und das ist auch gut so. Die gesamte Handlung hat sich weiterentwickelt, ebenso wie die Charaktere, obwohl ich mich eigentlich auf eine Zusammenführung von Alina und Alexander gefreut habe. Auch die Nebencharaktere sind mir ein wenig zu kurz gekommen. Trotzdem kam in keinem Moment des Buches Langeweile auf, so dass man als Leser förmlich durch die Handlung fliegt. Das Ende hat mich ein wenig unbefriedigt zurückgelassen, da immer noch einige Fragen ungeklärt bleiben, die eigentlich gelöst werden müssen. Ich hoffe, der Autor veröffentlicht noch einen dritten Teil, sonst wäre das Ende wirklich absolut undankbar dem Leser gegenüber. "Der Augenjäger" bekommt daher von mir 5 von 5 Sternen.

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afghanistan, familie, trennung, liebe, geschwister

Traumsammler

Khaled Hosseini , Henning Ahrens
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 25.09.2014
ISBN 9783596198207
Genre: Romane

Rezension:

Durch ständig neu aufgeworfene Abschnitte ist die Geschichte sehr verwirrend

Abdullah ist 10 Jahre alt und lebt mit seinem Vater, seiner Stiefmutter, seinem Stiefbruder und seiner Schwester Pari in ärmlichen Verhältnissen. Er und Pari sind ein Herz und eine Seele, dabei ist die Kleine gerade einmal 3 Jahre alt. Zumindest sind sie das, bis ihr Vater einsieht, dass er nicht mehr für die beiden, ihren Stiefbruder Iqbal und seine neue Frau sorgen kann. Unter Tränen werden die beiden Geschwister getrennt und Pari kommt in der Wadhati-Familie unter. Doch statt sich an ihren Bruder zu erinnern gerät er für sie immer mehr in Vergessenheit...
Abdullah hingegen will seine Schwester wiedersehen, doch es will ihm nicht gelingen. Erst Jahrzehnte später taucht ein Dokument auf, das Pari beweist, dass sie einen Bruder hat. Ist es zu spät für die Geschwister um noch zusammenzufinden?

Meine Meinung

Da ich bereits "Tausend strahlende Sonnen" von Khaled Hosseini gelesen habe, musste ich natürlich auch "Traumsammler" lesen, besonders, da dieser Roman so hoch gelobt worden ist. Leider konnte dieser mich nicht so überzeugen wie es bei anderen der Fall war.
Zuerst einmal möchte ich wie immer über die Sprache des Romans reden. Wer Khaled Hosseinis Bücher kennt, weiß, dass er sehr schnörkellos, aber dennoch recht poetisch schreibt. Dies ist bei "Traumsammler" genauso. Man ist sehr nah am Geschehen und fühlt sich dementsprechend auch den Charakteren und der Handlung des Romans sehr nah. Genau wie in seinem Vorgänger benutzt der Autor gewisse Worte aus seiner Muttersprache um den Leser der Situation und vor allem auch seinem Heimatland näherzubringen. Obwohl die Worte in einer fremden Sprache geschrieben sind und der Großteil der Leser nicht Hosseinis Muttersprache mächtig ist, sind diese Worte im Kontext gesehen dennoch verständlich. Oft erklärt Hosseini sie auch in einem kurzen Nebensatz um den Leser nicht in der Luft hängen zu lassen. Somit stellt die Benutzung seiner Muttersprache kein großes Hindernis für den Leser dar. Oft beschreibt Hosseini die Situationen, in denen sich seine Charaktere befinden sehr direkt und häufig recht objektiv. Dadurch erfährt der Leser nur, was passiert, jedoch nicht die Bewertungen des Erzählers. Dieser wechselt im Verlauf der Handlung des Öfteren und gewährt Einblick in den Kopf verschiedener Personen, am häufigsten wird jedoch der personale Erzähler benutzt, der sich nicht direkt im Kopf des jeweiligen Protagonisten befindet. Leider fand ich die Länge der Kapitel etwas unpassend gewählt. Die Kapitel an sich ergeben Sinn, aber oftmals sind sie zu lang um sie in einem Rutsch wirklich durchlesen zu können. Da ich in den letzten Monaten kaum Zeit hatte wegen Unistress und dem ganzen Kram, bin ich oft wieder aus der Geschichte herausgekommen, weil ich nicht mehr wusste um was es überhaupt ging.
Leider ist es nicht das Einzige, was mir an dem Roman nicht so gut gefallen hat. Auch die Charaktere waren für mich schwierig zu erfassen, so dass ich kaum etwas über sie sagen kann. Jedes Kapitel stellt einen anderen Charakter in den Vordergrund und macht ihn somit (für einen kurzen Moment zumindest) zum Protagonisten. Denkt man anfangs, dass dies doch eigentlich Pari und Abdullah sein müssten, wird man enttäuscht. Zwar finde ich es gut, dass Hosseini verschiedene Charaktere sprechen lässt, da viele auch zum Wiedersehen der beiden Geschwister beitragen, aber einige Passagen fand ich unnötig, da diese einfach geschrieben worden waren ohne mit der Handlung zusammenzuhängen. Zumindest erschien mir das so. Dadurch, dass auch ständig ein Protagonistenwechsel stattfand, konnten die Charaktereigenschaften der einzelnen Personen kaum oder nur unzureichend herausgestellt werden. Sie wirkten nicht real auf den Leser, sondern schienen nur Mittel zum Zweck zu sein, die Geschichte voranzutreiben. Somit liegt der Fokus des Romans klar auf der Handlung während die Personen zurückfallen und in den Hintergrund treten müssen. Die Balance zwischen Handlung und Charakterzügen der Personen bleibt aus; stattdessen wird mehr Gewicht darauf gelegt, ihren Nutzen für die Geschichte hervorzuheben während ihre Persönlichkeiten mit jedem Kapitel unwichtiger werden.
Den Handlungsverlauf empfand ich als unglaublich verwirrend. Dies lag nicht nur an den langen Kapiteln, sondern auch an den vielen Personen und ihrem Handeln und Gesagtem. Irgendwie konnte ich den Zusammenhang zwischen den einzelnen Geschichten, die sich zu einer zusammenfügen sollten, nicht ganz erkennen. Man muss sich als Leser sehr stark konzentrieren um mitzukommen und die Zusammenhänge zu verstehen. Tut man das nicht, muss man oft mehrere Seiten oder Kapitel zurückblättern um sich in Erinnerung zu rufen, was bisher passiert ist. Ich hatte das Gefühl, dass man sich als Leser die gesamte Geschichte vollkommen selbstständig erarbeiten musste. Man bekam von dem Autor die Kapitel, sozusagen als Puzzleteile, während der Leser sie zu einem Gesamtbild zusammensetzen sollte. Man erhält nur Fetzen von der Gesamthandlung, das in irgendeiner Weise eine Geschichte ergeben soll, dennoch habe ich nach Beendigung des Buches, was jetzt auch schon über 2 Monate zurückliegt, immer noch nicht alle Puzzleteile zusammensetzen können. Die Kapitel selbst gehen nicht fließend ineinander über. Das ständige Herausreißen und Hineinwerfen in die nächste Situation ist irgendwie abrupt und gehört manchmal gar nicht wirklich zusammen. Auch muss man sich sehr häufig fragen, wo ich mich gerade befinde. Bin ich gerade in der Gegenwart, der Vergangenheit? Welcher Charakter bin ich jetzt? - Das sind wohl die häufigsten Fragen die ich mir während des Lesens gestellt habe. Auch wenn der Fluss in der Geschichte nicht wirklich vorhanden war hatte ich trotzdem das Gefühl nah am Geschehen zu sein und mich gut in die jeweiligen Situationen hineinversetzen zu können. Somit konnte man zumindest die Handlung miterleben wenn man schon große Probleme hatte, sie zu verstehen.
Das Ende empfand ich als sehr bitter und traurig. Irgendwie habe ich mir etwas Anderes erhofft und auch erwartet, aber das ist nicht eingetreten. Der Abschluss der Geschichte fühlte sich für mich falsch und auch richtig zugleich an - irgendwie hatte ich das Gefühl, dass etwas fehlte aber irgendwie auch nicht. Das Gefühl, hängen gelassen zu sein, habe ich hier am Ende des Romans ganz besonders deutlich gespürt und ob ich mit dem Abschluss an sich zufrieden bin kann ich immer noch nicht wirklich sagen. Dies liegt höchstwahrscheinlich auch an der Distanz zu den einzelnen Charakteren, obwohl man sich nach der traurigen Reise durch die Zeit etwas anderes erhofft hatte.

Fazit
Leider konnte "Traumsammler" meine Erwartungen überhaupt nicht erfüllen. Für mich war die Geschichte viel zu verworren um überhaupt einen Fluss in der Handlung herzustellen und man brauchte auch sehr lange um wieder in die Geschichte hineinzufinden nachdem man eine Lesepause gemacht hat. Auch die Charaktere konnten mich nicht wirklich überzeugen. Sie dienen praktisch nur als Mittel zum Zweck, die Handlung voranzutreiben und existieren nur auf dem Papier. Man lernt nur ihre Geschichte kennen, während ihre Gedanken und Gefühle oft außen vor bleiben. Einzig und allein die Sprache konnte durch ihre Poesie ein wenig bei mir punkten. Sie ist das Instrument was den Leser an das Geschehen fesselt, so dass man trotz all der Verwirrung weiterlesen möchte. Ansonsten war "Traumsammler" für mich leider nur eine emotionale und mitfühlende Geschichte, der aufgrund der oberflächlichen Charaktere und ihrer Verworrenheit das Herz gefehlt hat. Somit kann ich für diesen Roman leider nur 2 Sterne vergeben.

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The Great Gatsby

F. Scott Fitzgerald , Margaret Tarner , Margaret Tarner
Flexibler Einband: 84 Seiten
Erschienen bei Hueber Verlag, 07.10.2011
ISBN 9783192929588
Genre: Klassiker

Rezension:

Fantastische Darstellung der Licht- und Schattenseiten des American Dream

Amerika in den "Golden Twenties": Nick ist ein mittelloser Aktienhändler, der nur mit etwas Glück ein majästetisches Haus in West Egg bewohnen darf. Jeden Abend sieht er bei seinem Nachbarn viele Menschen auflaufen, denn dort werden ständig irgendwelche wilden Parties gefeiert. Doch keiner kennt diesen ominösen Jay Gatsby, der für die Feiern verantwortlich ist. Viele Gerüchte ranken sich um ihn, eines unglaublicher als das andere. Doch bald findet Nick heraus, dass Gatsby ein ganz anderer Mensch ist, als er sich ihn vorgestellt hat. Die beiden verstehen sich ausgesprochen gut und freunden sich rasch an. Doch ihr Treffen ist kein Zufall. Seit Jugendzeiten ist Gatsby in Daisy verliebt - und diese ist Nicks Cousine. Allerdings ist diese bereits verheiratet, aber Gatsby will sie unbedingt wiedersehen. Wird es ihm gelingen, Daisy zurückzuerobern?

Meine Meinung

"The Great Gatsby" zählt in Amerika als eines der Standardwerke die man liest, wenn man das Thema des American Dream behandelt. F. Scott Fitzgerald hat mit diesem Roman sein persönliches Meisterstück geschrieben, was jedoch erst lange nach seinem Tod wieder in Erinnerung gerufen wurde. Mittlerweile ist "The Great Gatsby" sein bekanntester und meistgelesenster Roman. Da ich in der Schule nur "Death of A Salesman" von Arthur Miller gelesen haben, als wir den American Dream nähergebracht bekamen, stand "The Great Gatsby" schon lange auf meiner Wunschliste und endlich komme ich dazu, eine Rezension zu dem Roman zu verfassen.
Vorab muss ich sagen, dass ich den Roman in seiner Originalsprache, nämlich auf Englisch gelesen habe, allerdings ist auch die deutsche Übersetzung keineswegs auszuschlagen für Leute, die sich nicht ganz so viele Englischkenntnisse zutrauen. Denn "The Great Gatsby" ist an einigen Stellen sehr schwer zu verstehen und damit auch nichts für Anfänger. Mit meiner Rezension beziehe ich mich auf die Ausgabe des Romans aus dem Schöningh-Verlag aus der Reihe "EinFach Englisch", wo es noch zusätzliche Randbemerkungen zur Historie und signifikanten Worten gab. Hätte ich diese nicht gehabt, wäre es mir wirklich sehr schwer gefallen, den Roman auf Englisch weiterzulesen, und ich hätte vermutlich dann doch zur deutschen Ausgabe gegriffen. Dies liegt allerdings auch daran, dass viele Worte verwendet werden, die in den 20ern des letzten Jahrhunderts einfach aktuell waren. Mit diesen kann der heutige Mensch kaum bis gar nichts anfangen, weswegen die Randbemerkungen wirklich äußerst hilfreich waren. Im Großen und Ganzen lässt sich die Handlung dennoch gut verfolgen und verstehen ebenso bezogen auf das, was gesagt wird. Der gesamte Roman ist aus Nicks Perspektive geschrieben, aber obwohl wir ihn als Protagonisten eigentlich besser kennen lernen sollten, erfahren wir fast nur Details über Gatsby während Nick ein wenig außen vor bleibt. Natürlich weiß ich, dass es "The Great Gatsby" und nicht "The Great Nick" heißt, dennoch hätte ich mir ein bisschen mehr Charakterstärke bei Nick gewünscht. Somit fungiert er eher als ein stiller Beobachter, der letztlich nur als Erzähler zu fungieren scheint. Was mir sprachlich wohl besonders gut gefallen hat, ist die Einarbeitung historischer Ereignisse aus den 20ern. Der Aktienhandel, die florierende Marktwirtschaft sowie viele andere Kleinigkeiten wurden von Fitzgerald aufgenommen und im Roman verarbeitet. Dadurch konnte ich mich besonders gut in die Zeit, in der die Handlung stattfindet, hineinversetzen. Insgesamt schreibt Fitzgerald in einer Sprache, die zwar nicht unbedingt leicht verständlich ist, aber dennoch keine sonderlich poetischen Ausläufer hat. Trotzdem durchbricht er einige Stellen des Romans mit Tiefgründigkeit und Poesie, welche sich vom üblichen Erzählstil abheben. Die Kapitel selbst sind mitunter recht lang, so dass man nicht alle in einem Rutsch schaffen kann. Dennoch mischen sich auch einige kurze darunter, die in einem Rutsch durchgelesen werden können.
Zu den Charakteren habe ich bereits gesagt, dass besonders Gatsby im Vordergrund der Handlung steht und so hält es sich den ganzen Roman hindurch. Er ist der Fokus der Geschichte während alle anderen auftretenden Personen und Charaktere nur als Nebenpersonen fungieren. Das fand ich etwas schade, denn ich hätte durchaus mehr über Nick, Daisy und die anderen erfahren wollen, auch wenn man im Roman deutlich ihre Ecken und Kanten wahrnehmen kann. Dennoch hätte ich mir ein wenig mehr Detailarbeit gewünscht, so dass die Nebencharaktere nicht nur wirken als würden sie nur auf dem Papier existieren. Besonders Daisy's Mann, Myrtle Wilson und Nicks Freundin empfand ich hier als sehr außen vor dargestellt und hätte mir mehr Auftritte von ihnen gewünscht, damit der Leser sie näher kennenlernt. Dadurch fiel mir auch das Einfinden in die Gedankengänge und Handlungen von ihnen sehr schwer. Gatsby hingegen hebt sich von alledem ab und ist die schillernde Hauptattraktion der Geschichte. Die Gerüchte, die sich um ihn ranken waren sehr mysteriös und als Leser möchte man wissen, was daran wahr ist und was eben nicht. Er wirkt von allen Figuren, die vorgestellt werden, am realsten und interessantesten und macht den Leser neugierig auf sein Leben und seinen Werdegang. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass der Autor ein wenig von der Aufmerksamkeit, die Gatsby zuteil wird, auf die anderen Charaktere übergehen lässt.
Der Handlungsverlauf ist durchgehend spannend und weist kaum Stellen auf, die für mich langweilig waren. Am interessantesten gestaltet ist Gatsby selbst, insbesondere seine Vergangenheit, wie er an das große Haus gekommen ist, etc. Er wirkt besonders durch die Erzählungen und Gerüchte, die sich um ihn ranken, äußerst ominös und macht den Leser sehr neugierig auf sich. Auch das Hineinversetzen in die Zeit fiel mir leicht, denn die Ereignisse der "Golden Twenties" sind vom Autor auch sehr detailliert und liebevoll gestaltet worden. Was mir wohl am besten am gesamten Roman gefallen hat, war die Darstellung von Gatsbys Streben nach dem Amerikanischen Traum durch seine Vergangenheit. Ich interessiere mich sehr für Mythen und essentielle Schlagworte, über die sich die amerikanische Gesellschaft definiert und der Amerikanische Traum hat mich bisher immer sehr faszinieren können. Trotzdem zeigt das Buch nicht nur die Lichtblicke der Ideologie auf, was besonders gegen Mitte und Ende des Buches deutlich wird. Eher ist der Roman eine realistische und kritische Herangehensweise des Autors an dieses Konzept und zeigt auf, dass Geld und Macht nicht die Einsamkeit und das Streben nach Liebe aufwerten können.
Das Ende kam für mich sehr abrupt und unerwartet, wirkte dennoch in keinster Weise übereilt. Dies lag einfach daran, das man sehr in der Geschichte drin ist wenn man die letzten Seiten des Romans aufschlägt, aber auch daran, wie Fitzgerald das Ende der Geschichte gestaltet hat. Das Ende repräsentiert den Großteil der Kritik am Amerikanischen Traum und stellt auch für den Leser dar, dass er nichtnimmer erfolgreich erfüllt werden kann. Im Vergleich zum restlichen Roman wirkt es etwas drastisch, fügt sich aber dennoch sehr gut in den Handlungsverlauf ein, den der Autor dem Leser hier präsentiert.

Fazit
"The Great Gatsby" ist ein Roman der sowohl die Licht- als auch die Schattenseiten des Amerikanischen Traums perfekt in Szene setzt und dem Leser präsentiert. Auch wenn die Sprache nicht leicht zu verstehen ist und das Buch (zumindest auf Englisch) nichts für Anfänger wäre, konnte ich der Erzählung recht gut folgen, da sie größtenteils in damaliger Alltagssprache verfasst wurde. Trotzdem hebt sich der Roman an einigen Stellen von gerade diesem alltäglichen ab und wird poetisch und tiefgründig, jedoch nur an Stellen wo es auch wirklich zur Situation passt. Obwohl Gatsby sehr detailliert und schillernd herausgearbeitet worden ist, hätte ich mir dennoch ein bisschen mehr Ausarbeitung der Nebenpersonen gewünscht. Zwar haben Nick und Daisy einen kleinen Vorteil gegenüber den anderen Nebencharakteren aber ich hatte trotzdem das Gefühl, dass sie nicht sonderlich real wirkten. Trotzdem war die Handlung durchgehend spannend, mit kaum langweiligen Stellen, so dass der Leser das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Für diesen schönen Roman, der sich mit einem der Kernideologien der amerikanischen Gesellschaft befasst vergebe ich daher 5 von 5 Sternen.

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