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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

The Hero's Guide to Saving Your Kingdom

Christopher Healy
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Harpercollins Publishers, 07.06.2012
ISBN 9780007481552
Genre: Sonstiges

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

The Fifth Season: The Broken Earth, Book 1 (Broken Earth Trilogy) by N. K. Jemisin (2016-07-28)

N.K. Jemisin
Flexibler Einband
Erschienen bei Orbit, 01.01.1757
ISBN B01N2GEJNV
Genre: Sonstiges

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

western, krimi, crossover, magie, new frontier

Shadows of Self

Brandon Sanderson
Flexibler Einband
Erschienen bei Macmillan USA, 06.10.2015
ISBN 9780765383853
Genre: Sonstiges

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Tags: crossover, fantasy, großstadt, krimi, magie, mystik, new frontier, polit thriller, schusswaffen, western   (10)
 

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

wien, familie, koma, gedächtnisverlust, krimi

Mörderische Wahrheiten

Theresa Prammer
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 07.04.2017
ISBN 9783548613710
Genre: Krimi und Thriller

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84 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

dänemark, krimi, dan sommerdahl, mord, menschenhandel

Die guten Frauen von Christianssund

Anna Grue
Fester Einband: 426 Seiten
Erschienen bei Atrium Zürich, 01.01.2013
ISBN 9783855352005
Genre: Krimi und Thriller

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164 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 55 Rezensionen

berlin, thriller, vergewaltigung, profiler, neuntöter

Neuntöter

Ule Hansen , Susann Rehlein
Flexibler Einband
Erschienen bei Heyne, 29.02.2016
ISBN 9783453438040
Genre: Krimi und Thriller

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157 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 88 Rezensionen

adenauer, schwarzwald, israel, bühlerhöhe, nachkriegszeit

Bühlerhöhe

Brigitte Glaser
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 12.08.2016
ISBN 9783471351260
Genre: Romane

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111 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

krimi, drohnen, science fiction, überwachung, mord

Drohnenland

Tom Hillenbrand
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 15.05.2014
ISBN 9783462046625
Genre: Krimi und Thriller

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3 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

berlin, schauspieler, weimarer republik, armut, krimi

Novembertod

Iris Leister
Flexibler Einband: 190 Seiten
Erschienen bei Jaron, 01.04.2008
ISBN 9783897735774
Genre: Krimi und Thriller

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Tags: armut, berlin, erster weltkrieg, friedrich ebert, krimi, novemberrevolution, polizei, schauspieler, weimarer republik   (9)
 

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

krimi, mord, ruhe, stille, polizei

Herrn Petermanns unbedingter Wunsch nach Ruhe

Michael Böhm
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 15.07.2013
ISBN 9783937357805
Genre: Romane

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

reihe: lou beck, schweizer autor-in, verlag: emons, reihe, band 3

Endstation Bern

Nicole Bachmann
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 20.08.2014
ISBN 9783954513888
Genre: Krimi und Thriller

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2 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Der vierte Stern

Raphael Honigstein , Ronald Reng
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 15.04.2016
ISBN 9783548376523
Genre: Sachbücher

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51 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

benecke, bdsm, psychologie, sadismus, evelyn nesbit

Sadisten

Lydia Benecke
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 12.02.2015
ISBN 9783431038996
Genre: Sachbücher

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91 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 62 Rezensionen

innsbruck, krimi, tirol, alpenkrimi, humor

Veilchens Feuer

Joe Fischler
Flexibler Einband: 264 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 09.12.2015
ISBN 9783709978320
Genre: Krimi und Thriller

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 10 Rezensionen

wiener oper, wien, theresa prammer, oper, familie

Wiener Totenlieder

Theresa Prammer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.03.2016
ISBN 9783548613222
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es gehört fast schon zum guten Ton, dass Ermittler in Krimis heutzutage Probleme mit sich herumschleppen, schwere Kindheiten hatten, Sozialneurotiker sind oder nebenbei noch Eheprobleme lösen müssen. In schlechten Büchern wirkt das aufgesetzt und gestelzt, als habe der Autor den "schillernden Protagonisten" am Reißbrett entworfen. In "Wiener Totenlieder" traf nichts davon zu. Hauptfigur Lotta zog mich ziemlich schnell in ihren Bann, obwohl oder gerade weil sie ziemliche Probleme mit ihrem Leben hat, eindeutig zu viel Alkohol trinkt, und mit deutlich zu vielen Männern wahllos ins Bett steigt.

Lüge, Verdrängung, Sarkasmus
Ich bin häufig kein allzu großer Freund von Geschichten in der Ich-Perspektive. Zu viel Innensicht, zu viel Selbstreflexion. Tatsächlich kam ich in die ersten Seiten von "Wiener Totenlieder" etwas schwerfällig hinein, die Sprache erschien mir ungewohnt verschnörkelt, und das, obwohl mich das Thema sehr gereizt hatte: Ermittlungen an einer Oper, geschildert von einer Autorin, die offenbar schon Engagements an Opern und Theaterhäusern hatte. Beide Vorurteile (Perspektive und Sprache) waren in Windeseile verschwunden. Lotta aus der Ich-Perspektive, das ist ein sehr eindringlicher Einblick in die Seele einer Menschen, der sich selbst sehr viel vorlügt, manches verdrängt, anderes wieder sehr klar formuliert. Es lohnt sich, diese Person aus ihrer eigenen Gedankenwelt zu verfolgen.
Es geht um Mord an der Oper, ziemlich viel Mord, ein wahrer Serienmörder geht um, und jedes Mal, wenn die Perspektive kurz wechselt, zu einer Figur in der Dritten Person, weiß man bald, dass genau diese Figur sterben wird, was gerade anfangs recht unterhaltsam ist (mir persönlich waren es gegen Ende ein oder zwei Morde zu viel). Es geht, wie in jedem guten Krimi, auch darum, wie das Umfeld reagiert, wie die Oper mit diesem Ausnahmezustand umgeht. Und es geht um zwei verdeckte Ermittler, die eingeschleust werden, beides eigentlich gescheiterte Existenzen, beide nicht die Art von Ermittler, auf die man als Kriminalpolizei zurückgreifen würde, wenn man denn die Wahl hätte: Lotta, Tochter einer berühmten Opernsängerin und Konrad, aus dem Dienst geworfener Kriminalbeamter.

Dämonen aus der Vergangenheit
Unterbrochen wird die Perspektive von Lotta nicht nur durch die Mordopfer, sondern auch durch ein zunächst sehr rätselhaftes Mädchen mit Alpträumen, bei dem man lange Zeit nicht weiß, wer genau sie ist, und wie sie dazugehört. Mir waren, rein aus Leserlogik, mehr oder weniger zwei Szenarien plausibel: Der Mörder - oder Lotta. Ich hatte immer gehofft, dass es Lotta ist, weil es der Figur noch eine Dimension mehr verleihen würde, werde aber an dieser Stelle die Auflösung nicht verraten.
Überhaupt, Lotta und Konrad: Beide umgeben jeweils dunkle Geister und Dämonen aus der eigenen Vergangenheit und das ist, anders als die eingangs erwähnten Pseudo-Probleme, messerscharf packend gelungen. So sehr, dass mich zumindest nach der Hälfte das Buches deutlich mehr die Auflösung dieser privaten Geschichten interessierte, als die Suche nach dem Mörder. Für mich zog gerade dadurch das Buch seinen Kick, und ich verrate zumindest so viel, dass die Auflösung höchst dramatisch wird, und nach und nach sogar scheinbar nebensächliche Figuren einen tieferen Sinn erhalten.
Das ist, im besten Sinne, ein Krimi, der mehr zu erzählen hat als das Whodunit-Spielchen der Figuren aus der Oper. Für alle, die fasziniert von Charakterdarstellungen sind: Große Empfehlung.

  (2)
Tags: alkoholiker, carmen, krimi, mutter-tochter-beziehung, oper, opernsängerin, polizeischule, serienmörde, verdeckte ermittlung, vermisstes kind, wiener oper, zauberflöte   (12)
 

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(57)

95 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

tirol, entführung, krimi, innsbruck, alpenkrimi

Veilchens Winter

Joe Fischler
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 09.03.2017
ISBN 9783852189673
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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(161)

308 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 92 Rezensionen

thriller, frankfurt, mord, serienmörder, krimi

Siebenschön

Judith Winter
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.02.2014
ISBN 9783423214896
Genre: Krimi und Thriller

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Das Reboot

Raphael Honigstein
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Random House UK Ltd, 17.09.2015
ISBN 9780224100137
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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(100)

173 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 40 Rezensionen

krimi, mord, nicole neubauer, münchen, keller

Kellerkind

Nicole Neubauer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.01.2015
ISBN 9783442383375
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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(254)

382 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 123 Rezensionen

schottland, pfau, banker, humor, teambuilding

Der Pfau

Isabel Bogdan
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 18.02.2016
ISBN 9783462048001
Genre: Romane

Rezension:

Eine der faszinierenden Facetten an diesem Buch ist, dass man es im Grunde in drei kurzen Sätzen beschreiben kann: "Ein älteres Ehepaar, das sein Herrenhaus in Schottland an Gäste vermietet. Ein verrückter Pfau, der alles attackiert, was blau ist. Eine Gruppe von Bankern, die Teambuilding machen will mit einer Chefin, die einen blauen Sportwagen fährt."

Wer jetzt neugierig geworden ist, für den ist dieses Buch gemacht. Es ist eine Mischung aus sehr gelassenen, sehr treffenden Alltagsbeobachtungen vom Verhalten von Menschen und ein paar völlig skurrilen Einfällen, die zusammen ein kaleidoskopisches Kammerspiel ergeben, mit pointierten Aussagen über menschliche Fehler und Verhaltensweisen, die ins Mark treffen.

Der Stil ist nüchtern bis heiter, geradezu fröhlich, aber mit Widerhaken. Gelegentlich verstecken sich bissige Beobachtungen in scheinbar harmlosen Beschreibungen. Kurioserweise kommt das komplette Buch ohne einen einzigen Satz wörtlicher Rede aus (es gibt eine etwas versteckte Ausnahme, die selbst auch wieder bezeichnend ist). Stattdessen schauen wir sehr viel in die Gedankenwelt der verschiedenen, absichtlich etwas überzeichneten Protagonisten hinein. Und natürlich spielt Kommunikation selbst eine ganz wichtige Rolle. Oder eher: Der Mangel an Kommunikation. Vor allem an aufrichtiger.

Denn aus dem verrückten Pfau entspinnt sich bald eine Art Krimi, zu dem ironischerweise verschiedene Personen verschiedene Stücke der Aufklärung in der Hand haben, sie aber nicht zusammenfügen, weil jeder Geheimnisse vor dem anderen hat. Das ganze ergibt einen bunten Reigen an Absurditäten, versteckt im banalen Alltagsgewand. Denn: Die Lage eskaliert. Aber - schleichend. Geradezu behutsam. Im nach wie vor fröhlichen, pointierten, unterhaltsamen Ton.

"Der Pfau" ist ein Buch, das einen drängt in einem Zug durchzulesen. Es plätschert lustvoll dahin, überrascht hier mit einer versteckten Pointe und da mit einer scharfsinnigen Erklärung über menschliche Schwächen. Am Ende kommt alles zum großen Finale, und ja, auch wenn man es nicht glaubt, der Pfau auch dann noch eine zentrale Rolle. Eigentlich spielt sehr viel, was am Anfang scheinbar nebenbei erwähnt wird, am Ende eine Rolle. Es wird sehr viel geschickt verwoben und verflochten.

Ein ganz und gar wunderbares Buch, das man sehr gut zur amüsanten Unterhaltung lesen kann - oder zum kritisch-pointierten Blick auf menschliche Beziehungen und Kommunikation. Im Zweifelsfall: Einfach nochmal lesen.

  (6)
Tags: banker, cottag, curry, fehle, investmentbanking, kochen, kommunikation, krank, leiche, lord, pfau, psychologin, schnee, schottland, schwächen, sportwage   (16)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

physik, nationalsozialismus, antisemitismus, freunde, "mein kampf"

Nachtigallentrauer - Hamburg 1934.

Lea C. Krambeck
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei epubli, 21.01.2016
ISBN 9783737585316
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Furchterregende am Leben in einer Diktatur ist: Wie sehr sie mit Intoleranz, Angst und Unfreiheit den Alltag durchtränkt. Schleichend, unterbewusst, manchmal mit eigentlich absurden, unlogischen Argumenten und Regeln, die zum Lachen wären - wären sie nicht bitterer Ernst.

Lea Krambeck hat dieses Gefühl in ihrem Buch wie in einem Kaleidoskop des Alltags eingefangen, von der Absurdität der Ideologie bis zum Schrecken des Banalen. Ihr Schauplatz ist die Schule, ihre Protagonistin eine Schülerin, die am Anfang des Buches noch nicht ahnt, was es bedeutet "Halbjüdin" zu sein, und die außerdem viel zu wissbegierig ist und viel zu wissenschaftlich denkt und handelt für die neue Gegenwart des Dritten Reiches, in der "deutsche Wissenschaft" offenbar die Naturgesetze außer Kraft setzen darf.

Jede Schulstunde stößt eine Wissenstür auf

Dabei geht es von Anfang an nicht nur um die Hauptfigur Marion, auch wenn sie der Fixpunkt der Geschichte bleibt. Gleichzeitig mit ihr tritt ein ganzes Orchester an Nebenfiguren auf, ein voller Satz Familienmitglieder, ein vollständiger Satz Mitschülerinnen und ein kompletter Satz an Lehrern. Das bewirkt einen Detailreichtum, der erschlagen kann, zumal die Schulzeit anfangs mit jeder einzelnen Unterrichtsstunde durchexerziert wird. (Fast) jedes Fach bringt eine neue Lehrerin mit sich, jede Lehrerin wird sich später als sehr eigenständiger Charakter, der nuanciert unterschiedlich auf die Situation in der Diktatur reagiert, herausstellen.

Jedes Fach birgt seine eignen Lehren, die entweder durch den Nationalsozialismus verbogen werden, oder, umgekehrt, einem wissbegierigen, kritischen Geist dazu dienen, Lehrinhalte in anderen Fächern in Frage zu stellen. Die Geschichte hangelt sich anfangs von Schulstunde zu Schulstunde entlang, stößt immer wieder neue Türen auf. Das lässt eine sehr reale, sehr plastische, allerdings eben auch sehr umfangreiche Welt entstehen, die zum Teil eher an ein Tagebuch erinnert. Oder manchmal auch an ein Buch wie "Sophie's Welt", bei dem vor lauter Wissenstüren und Meta-Überlegungen der Plot nicht richtig voranzuschreiten scheint, und man mit dem Bleistift am Buch sitzen möchte, um sich Notizen über dieses oder jenes zu machen.

"Wie hättest du dich in einer Diktatur verhalten?"

Wer sich darauf einlässt, wird allerdings mit einem Fundus an Kleinoden belohnt: Filme, Alltagsgegenstände, Musik, Personen, scheinbar antiquierte Denkweisen, alles ist minutiös recherchiert, und blinkt und blitzt an etlichen Ecken und Kanten auf. Das Buch ist offenbar als Jugendbuch gedacht, bräuchte aber wohl, um angemessen gewürdigt werden zu können, mindestens einen erwachsenen Mitleser als Sparringspartner, der anschließend noch über dieses und jenes eine Diskussion anstößt oder auf dies oder das Detail hinweist.

Auch die Personen bilden alle einzeln eine Gruppe an Archetypen vor der gewaltigen Frage: Wie hättest du dich in einer Diktatur verhalten? Denn jede verhält sich anders, von Opportunismus über Fanatismus bis hin zu heimlicher Opposition. Die offene, kritische Opposition allerdings wagt eigentlich nur Marion selbst (und auch das nicht einmal bewusst, sondern vielmehr, weil sie nicht versteht, warum es ein Fehler sein soll, logische und scheinbar harmlose Fragen zu stellen). Krambeck versteht es sehr gut, den völlig banalen Alltagsschrecken der Diktatur zu zeichnen: Ein Alltag, der allen die Luft zum atmen und gleichzeitig zum Widerstand nimmt, obwohl doch nur wenige wirklich fanatische Nationalsozialisten auftauchen. Der Rest sind Mitläufer. Gleichzeitig seziert die Autorin ausführlich die Lehren, Dogmen und Ideen, auf denen die Diktatur aufbaute: Von der Rassenlehre in Biologie bis hin zur gemeinsamen Lektüre von "Mein Kampf" im Deutschunterricht.

Der Grusel liegt im Schulalltag

Tatsächlich werden teilweise sehr ausführliche (für meinen Geschmack teils zu ausführliche) Passagen von "Mein Kampf" zitiert, von der Protagonistin (und der Autorin) hinterfragt, auseinandergenommen, weggeworfen. Die Rezepte gegen krude Vorurteile und verblendete Ideologien liefert das Buch gleich mit: Kritisches Denken und Freundschaft. Allerdings kann es auch nichts daran ändern, dass selbst diese Rezepte und Eigenschaften nicht verhindern konnten, was anschließend passieren wird. Ohnehin zieht "Nachtigallentrauer" zum Teil seinen tiefsitzenden Schrecken daraus, dass die handelnden Personen noch gar nicht ahnen, wo die Geschichte sie hinführen wird: In Konzentrationslager, industrielle Massenvernichtung und Krieg. Der Plot spielt 1934, noch ganz am Anfang der nationalsozialistischen Herrschaft (und es ist gleichwohl fast etwas schockierend, wie etabliert diese Herrschaft bereits zu diesem Zeitpunkt schien).

Das Buch ist keine leichte Kost, weder thematisch noch in der wie erwähnt teils überbordenden Detailfülle der Informationen, obwohl es gleichzeitig, und das ist das faszinierende Paradox dabei, im Grunde komplett ohne echte Gewalt, ohne drastische Szenen und mit sehr viel Schülerwissen hantiert. Als objektiv betrachtet eigentlich gar keiner "harten Kost". Der Grusel liegt im Schulalltag. Die Lehren, die man daraus ziehen sollte, ebenfalls. Denn selbstverständlich ist das Buch genau das: Ein Lehrstück darüber, was passiert, wenn...

Die Antwort auf diese Frage lässt einen nach der Lektüre sehr nachdenklich zurück.

PS: Ein Wort zum Schriftbild, das aktuell sehr klein geraten ist und eher Mühe beim Lesen macht, zumal (für gedruckte Bücher eher ungewöhnlich) eine serifenlose Schrift verwendet wurde. Die Autorin hat in der Leserunde bereits angekündigt, das in der nächsten Ausgabe ändern zu wollen. Ebenso wie anklang, dass möglicherweise sogar noch ganze Passagen umgeschrieben werden könnten. Das ist deswegen möglich, weil das Buch im "e-publishing", also quasi im Eigenverlag erscheint. Die Rezension bezieht sich deswegen auf die Ausgabe vom Januar 2016.

  (5)
Tags: alltag, biologie, diktatur, judenverfolgung, kritisches denken, lehrer, "mein kampf", nationalsozialismus, physik, schule, schülerin   (11)
 

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(37)

65 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

afrika, kolonialismus, somalia, kolonialgeschichte, reise

Black Mamba Boy

Nadifa Mohamed ,
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 21.01.2015
ISBN 9783406675966
Genre: Romane

Rezension:

Ein junger Afrikaner, der eine lange, gefährliche Reise nach Europa antritt, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Klingt nach Gegenwart, spielt aber in diesem Fall in den 1930er Jahren. Was auf den ersten Blick doppelt fasziniert: Ein wieder aktuelles Szenario, gespiegelt und gebrochen durch eine historische Rückschau?

"Black Mamba Boy" bietet einen in durchaus vielerlei Hinsicht faszinierenden Blick in die Vergangenheit. In ein durch Kolonialmächte beherrschtes Afrika. In eine Zeit, in der Armut zum Teil nochmal ganz andere Dimensionen hatte, als heute. Hinein in eine Epoche der Vorkriegs- und sogar Kriegszeit des Zweiten Weltkriegs. Zu den packendsten, aufwühlendsten und gleichzeitig eindringlichsten Szenen gehört ein Reiseabschnitt auf einem Flüchtlingsboot, das Richtung Palästina fahren will - weil die Flüchtlinge auf dem Schiff Juden sind, die aus Deutschland fliehen.

Das Problem des Buches ist, dass die Reise trotz dieser Aktualität ein seltsamer Flickenteppich bleibt. Ein Roadmovie als Episodenserie. Unser Protagonist Jama reist von hier nach dort, bleibt mal hier, bleibt mal dort, reist wieder weiter. Er ist zunächst auf der Suche nach seinem Vater, dann auf der Suche nach Frieden, dann auf der Suche nach Wohlstand, und irgendwie immer auf der Suche nach sich selbst. Das alles aber in einer seltsam abgehackten, scheinbar plan- und wahllosen Kette an Ereignissen, Orten und Zielen. Das könnte faszinierend sein, weil es spiegelbildlich für irgend etwas steht, aber es funktioniert nicht so recht. Und man wird den Verdacht nicht los, dass die Autorin, die mit dieser Geschichte das Leben ihres Vaters nacherzählt, sich zu sehr von biographischen Ereignissen hat ablenken lassen, um einen kohärenten Roman zu erzählen. Tatsächlich wirkt das Buch wie eine Mischung aus Biographie und Roman, aber keinem von beidem wird es so richtig gerecht.

Unser Protagonist bleibt leblos, unnahbar. Wir können selten in seinen Kopf hinein schauen, meistens beobachten wir ihn als Leser nur von außen. Gleichermaßen verwirrend springt die Handlung plötzlich in Form eines allwissenden Erzählers in andere Köpfe hinein, was Jama nur noch distanzierter wirken lässt. Auch die Sprache und der Sprachstil mäandern etwas ziellos, zwischen einzelnen, atemberaubenden Sprachbildern und anderen erstaunlich ungelenk wirkenden Abschnitten. Viele Orte, die Jama besucht, bleiben auffallend blass und nebulös, wir erfahren als Leser wenig darüber, wie eine Stadt wie Aden tatsächlich zu jener Zeit aussah.

Am Ende bleibt diese einerseits so faszinierende Geschichte nur ein Flickenteppich. Im Gedächtnis bleiben einige starke, eindringliche Szenen, aber dazwischen eher trockene Kost. Das ist, auf seine ganz eigene Art und Weise, immer noch etwas Besonderes, aber eine Leseempfehlung will mir nicht ganz von den Lippen kommen.

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Tags: afrika, armut, exodus, flucht, islam, italien, jemen, juden, jugend, kolonialgeschichte, kolonialismus, kolonialmacht, mussolini, soldat, somalia, zweiter weltkrieg   (16)
 

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(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Glamour in Glass

Mary Robinette Kowal
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei St Martins Pr, 15.01.2013
ISBN 9780765325617
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

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(56)

108 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

sherlock holmes, krimi, london, klassiker, mord

Sherlock Holmes - Eine Studie in Scharlachrot

Arthur Conan Doyle , Henning Ahrens
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.03.2016
ISBN 9783596035632
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich muss gestehen: Es ist tatsächlich mein erstes Sherlock-Holmes-Buch, das ich gelesen habe. Auf gewisse Art und Weise ist es eine sehr spannende Reise, einer Figur, die man allein über Erzählungen, Versatzstücke und Popkultur so genau "kennt", endlich im Original zu begegnen.

Allerdings lautet mein vorläufiges Fazit: Der Roman ist etwas schlecht gealtert, der Hype um Sherlock Holmes hat die Figur längst selbst überholt. Denn der Detektiv, der auf die Kunst der Logik und der Deduktion vertraut, macht bei der Lösung des Falls einige arg gewagte Annahmen, mit denen heutzutage ein entsprechender Protagonist sich kaum noch als "genial" verkaufen könnte. Andererseits reden wir offenbar von einer Zeit in der, laut Holmes eigener Aussage, die Polizei noch kaum auf Fußspuren achtet. Insofern ist die Geschichte vielleicht auch ein Lehrstück darüber, wie weit die Kriminalistik mittlerweile vorangeschritten ist.

Der Roman bietet, etwas ungewöhnlich, in der Mitte des Buchs noch eine "Geschichte in der Geschichte", in der die gesamte Vorgeschichte des Mörders erklärt wird. Allerdings ohne tatsächlichen logischen Zusammenhang, denn Holmes und Watson bekommen diese Vorgeschichte niemals offiziell erzählt. Erstaunlicherweise ist die Geschichte selbst allerdings trotzdem sehr unterhaltsam, auch wenn sie uns in den Wilden Westen entführt, und so gar nichts mit viktorianischem London zu tun hat.

Fazit: Kann man lesen. Sollte man vielleicht sogar lesen, um sich vom popkulturellen Mythos nicht die wahre Figur verschleiern zu lassen. Liest sich auch, trotz der etwas veralteten Sprache, sehr flüssig. 

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Tags: droschke, gift, holmes, krimi, liebe, london, mord, mormonen, rache, sherlock, utah, western   (12)
 

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(3)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

verbrecherjagd, intrige, revolver, allomancy, western

The Alloy of Law

Brandon Sanderson
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Orion Publishing Co, 10.11.2011
ISBN 9780575105805
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags: allomancy, fantasy, gesetz, gewehr, intrige, krim, magiesystem, pistole, politik, religion, verbrecherjagd, western   (12)
 
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