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527 Bibliotheken, 18 Leser, 1 Gruppe, 161 Rezensionen

liebe, europa, reisen, reise, liebe findet uns

Liebe findet uns

J. P. Monninger , Andrea Fischer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.07.2017
ISBN 9783548289557
Genre: Liebesromane

Rezension:

Heather ist mit ihren Freundinnen nach Europa, bevor sie in New York in ihrem neuen Beruf groß durchstarten will. Doch vieles läuft nicht nach Plan, so wie das Leben eben ist. Die drei Mädels begegnen Jungs, die ihr Leben verändern sollen, Städte, die sie nie vergessen und zeigen sich immer wieder, wie tief ihre Freundschaft ist. Im Zug nach Amsterdam trifft Heather dann schließlich auf Jack, einen gutaussehenden, charmanten Kerl, der ihr gut durchgeplantes, organisiertes Leben völlig auf den Kopf stellt. Denn Jack ist spontan, abenteuerlustig und will die Welt entdecken, anstatt sich an einen simplen Bürojob zu binden. Das führt natürlich zu einigen Streitereien zwischen den Turteltäubchen, doch letztendlich scheint alles gut zu werden: zusammen wollen sie nach New York fliegen. Doch dann verschwindet Jack spurlos und Heather weiß, dass sie ihn nicht einfach vergessen kann. Was ist passiert? Wird sie Jack je wieder sehen? Oder schafft sie es, endlich über ihn hinwegzukommen? 
„Du bist die ganze Zeit knapp davor, mich tierisch zu nerven, weißt du das? Du kriegst immer noch gerade so die Kurve."
Man findet sehr einfach in die Geschichte, der Schreibstil ist flüssig und voller Metaphern. Eigentlich fand ich die Art des Autors, zu schreiben, recht ansprechend, auf dauer wurde es mir aber ehrlich gesagt zu viel. Zu viele Metaphern, zu übertrieben, zu unpassend und manchmal einfach zu anstrengend. An manchen Stellen wäre das ein Highlight des Buches, aber bei dieser Menge wirkte es einfach zu klobig und zu erschlagend. 
„Hast du schon mal den Spruch gehört, dass Bücher Orte sind, die man besucht ... und wenn man Leute kennenlernt, die dieselben Bücher gelesen haben, dann ist es so, als wäre man am selben Ort gewesen? Wir wissen etwas über den anderen, weil er in derselben Welt gewesen ist wie wir. Wir wissen, wofür er lebt."
Die Story selbst soll von wahrer Liebe erzählen, von der Liebe zueinander und der Liebe zum Leben und dass man das Leben auskosten muss, um es zu genießen. Leider konnte ich mit den Protagonisten nicht richtig warm werden und die großen Gefühle blieben leider aus. Außerdem zog sich die Story sehr lang hin, ohne dass wirklich etwas passiert ist. Sehr oft wird etwas wiederholt, wodurch das Buch künstlich in die Länge gezogen wird und die Spannung - die sowieso nur recht wenig vorhanden ist - stark abflauen lässt. 
„Vielleicht können wir dich für ein Förderprogramm anmelden. Ein Witzförderungsprogramm. Du bist eine schützenswerte Minderheit. Du bist humortechnisch beeinträchtigt."
Schön sind auf jeden Fall die Erzählungen zu den Orten, an denen die Freunde reisen - man bekommt Lust, gleich selbst loszufahren und neues zu entdecken. Leider besteht daraus ein Großteil des Buches, was wiederum der Spannung nicht gut tut und irgendwann einfach zu viel ist. Für mich war es nicht das, was ich aufgrund des Klappentextes erhofft hatte, die Handlung stagniert häufig und erst das - etwas offene - Ende hat es für mich besser gemacht. Insgesamt ein Buch, dessen gesamte Geschichte sehr flach ist, die Charaktere zu stereotyp sind und die Handlung zu vorhersehbar ist. 
„Die Liebe, die wir suchen, kommt von selbst und geht, wann sie will. Wer behauptet, wir würden Liebe finden, versteht ihr Wesen nicht. Liebe findet uns, durchfließt uns, zieht weiter. Wir können sie ebenso wenig zwingen, wie man Luft oder Wasser zwingen kann; ohne Luft und Wasser können wir genauso wenig leben wie ohne Liebe. Sie ist lebenswichtig und alltäglich wie Brot. Wenn man offen für sie ist, wird man sie überall sehen und nie ohne sie sein."
Fazit
Ein Roman, der von wahrer Liebe erzählen soll, doch die großen Gefühle kann er nicht heraufbeschwören. Die Protagonisten bleiben mir fern, der Schreibstil wirkt durch die vielen Metaphern einerseits schön, andererseits einfach zu überladen und zu klobig, Spannung ist kaum vorhanden und das Buch hat sehr viele Längen. Letztlich wollte ich einfach nur noch fertig werden, um etwas anderes anfangen zu können. 
http://lucciola-test.blogspot.de/2018/02/books-j-p-monninger-liebe-findet-uns.html

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59 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

familie, freundschaft, kinderbuch, 2011, kinderkrimi

Rico, Oskar und der Diebstahlstein (Rico und Oskar 3)

Andreas Steinhöfel , Peter Schössow
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.02.2014
ISBN 9783551312891
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Rico und Oskar können natürlich nicht lange ohne neuen Fall leben. Doch dieses Mal führt es sie sehr viel weiter weg - nämlich geradewegs an die Ostsee! So weit war Rico noch nie von Zuhause weg! Doch er muss Fitzkes Kalbstein finden, der geklaut wurde. Und da Rico als Erbe dafür verantwortlich ist, muss er ihn zurückholen - doch das ist gar nicht so einfach! Die beiden Freunde begeben sich auf eine abenteuerliche Fahrt voller Gefahren und müssen erneut erfahren, wie wichtig es ist, sich aufeinander verlassen zu können. Doch manchmal ist genau das gar nicht so einfach...
„Silberhochzeit ist ein Fest für Ehepaare, wenn sie 25 Jahre miteinander verheiratet sind, aber Frau Dahling hat mal gemeint, so lange würde heutzutage kaum noch jemand durchhalten, weil Männer - eigentlich sagte sie Kerle und noch eigentlicher sagte sie Dreckskerle -, also, weil Männer so gerne fremdgehen, und deshalb sei die Silberhochzeit inzwischen fast ausgestorben, und wenn die Männer so weitermachten, würden die Frauen auch bald aussterben, und zwar freiwillig, weil sie von den Dreckskerlen die Nase voll hätten, bis auf die natürlich, die beim Fremdgehen mitmachten, und die nannte Frau Dahling nicht Frauen, sondern Weiber, und noch eigentlicher sagte sie Flittchen."S. 37
Eine neue Geschichte aus Ricos Perspektive - und erneut schafft es der Autor, den Leser mit dessen Augen und Herz sehen zu lassen. Dabei mangelt es wieder nicht an Witz und Humor, genauso aber auch an Tiefgang. In dieser Geschichte geht es um die Freundschaft zwischen den beiden Jungs, aber insbesondere um die Beziehung zwischen Oskar und seinem Vater Lars. 
"Ich wette, als der liebe Gott damals sauer auf die Menschen war und ihnen die Sintflut schickte, um sie alle plattzumachen, schickte er außerdem noch Mathe hinterher, nur zur Sicherheit. Und als dann die Sintflut vorüber war und die Arche mit einem Paar von jedem Tier wieder auf dem Trockenen saß, hat Gott das mit dem Mathe-Fluch einfach vergessen, schließlich war ja jetzt niemand mehr da außer Noah und seiner Familie, und die mussten bloß noch bis zwei zählen. Seitdem haben wir den Salat"S. 48
Rico und Oskar schaffen es auch im dritten Band, einem noch mehr ans Herz zu wachsen. Aber auch Sven, der in diesem Band eine größere Rolle spielt, wird detailliert beschrieben und wird einem immer und immer sympathischer. Ich hoffe, dass er auch in kommenden Bänden eine Rolle spielen wird! Auch in Band 3 liegt der Schwerpunkt vermehrt auf Oskar und der schwierigen Vater-Sohn-Beziehung. 
„Klar hat er mich lieb. Aber Liebe ist ein Gefühl, und Gefühle bringen ihn nun mal grundsätzlich durcheinander."S. 71
Leider hat Band 3 mit ein paar Längen zu kämpfen, die das Buch zwar nicht schlecht machen, aber eben auch nicht so gut werden lässt wie Band 1 und 2. Dennoch habe ich die Geschichte gerne gelesen und freue mich auch auf Band 4, der erst kürzlich erschienen ist. 
„In meinem Kopf war nur rote Wut und schwarzes Herzgebreche. Zusammen ergab das so eine Art Sonnenuntergang nach einem Vulkanausbruch, und wenn alles verglüht war, blieb nichts übrig als Asche und graues Gefühl."
S. 191
Fazit
Band drei hat einige Längen und ist nicht ganz so toll wie die Vorgänger. Dennoch ist auch dieses Buch lesenswert und enthält wieder viel Witz, Charme und Tiefgang. Wem die beiden ersten Bände gefallen sollte also auf jeden Fall auch den dritten Band lesen ;) 
http://lucciola-test.blogspot.de/2018/01/books-andreas-steinhofel-rico-oskar-und.html

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1.033 Bibliotheken, 30 Leser, 1 Gruppe, 85 Rezensionen

jojo moyes, liebe, kriegsbräute, australien, england

Über uns der Himmel, unter uns das Meer

Jojo Moyes , Katharina Naumann , any.way , Cathrin Günther
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 26.02.2016
ISBN 9783499267338
Genre: Romane

Rezension:

Australien 1946. Der Krieg ist vorbei und das gibt vielen Frauen Hoffnung: Vielleicht können sie bald ihre Verlobten oder Ehemänner wiedersehen, die als englische Soldaten gedient haben und mit denen sie oft nur für sehr kurze Zeit zusammen waren. Ein Flugzeugträger soll sie von Australien nach England bringen, wo ein neues Leben auf sie wartet. Unter diesen Bräuten sind auch Frances, die als Krankenschwester gearbeitet, die hochschwangere Margaret, Jean, ein sechzehnjähriges Mädchen und Avice, die aus besserem Hause kommt und schwer damit zu kämpfen hat, ihre Kabine mit 3 anderen Frauen teilen zu müssen. Doch sie haben keine Wahl und müssen wohl oder übel miteinander auskommen. Die wochenlange Fahrt stellt für alle ein Problem dar: die Frauen, die die See nicht gewohnt sind und die Männer, die es nicht gewohnt sind, auf so engem Raum mit lauter Frauen "gefangen" zu sein. Und so spitzt sich die Sache immer mehr zu, es kommt zu Tragödien, Missverständnissen, Unfällen und Geheimnissen, die nie ans Licht hätten kommen sollen...
„Sie wussten, dass die Dämonen hin und wieder kamen, im Tiefflug Bomben über seinem Verstand abwarfen und ihn in vollkommener Schwärze zurückließen."S. 395
Entgegen des Klappentextes geht es in diesem Buch nicht nur um Frances, sondern um drei weitere Frauen, die in derselben Kabine hausen: Margaret, Jean und Avice. Jede dieser Frauen hat ihre eigenen Vorstellungen von der Zukunft, von Moral und Ehre und von einem guten Leben. Doch ihr Ziel ist das selbe: England. Eine Reise ins Ungewisse, wo ihr neues Leben beginnen soll. Doch wollen ihre Ehemänner sie überhaupt noch? Maggie macht sich Sorgen darüber, ob sie eine gute Mutter sein wird - wo ihre eigene Mutter doch fort ist, und über ihren geschmuggelten Hund, während Frances sich sorgt, dass ihre Vergangenheit ans Licht kommt, Avice, die jedem mit ihrer Überheblichkeit auf die Nerven geht und Jean als junges Mädel mit der Aufmerksamkeit der Männer zu kämpfen hat. Sie alle haben eigene Ziele, Wünsche und Hoffnungen und sind völlig unterschiedliche Charaktere. Das macht die Geschichte sehr viel interessanter und lässt es nie langweilig werden. 
„Diejenigen von uns, die immer gedient haben, werden ein neues Leben führen müssen. Diejenigen von uns, die die Erfahrungen des Krieges von Grund auf verändert haben, werden auf neue Weise mit ihren Mitmenschen zurechtkommen müssen. Diejenigen, die gelitten haben, werden lernen müssen, zu verzeihen. Wir kehren in ein Land zurück, das uns vermutlich fremd vorkommen wird. Wir werden uns vielleicht selbst fremd darin fühlen."S. 412
Die Autorin schafft es wieder einmal, die Charaktere wunderbar herauszuarbeiten und mit ihren Ecken und Kanten sehr authentisch wirken zu lassen. Ihr Schreibstil ist flüssig und wundervoll und man merkt während des gesamten Buches, dass sie gut recherchiert hat, um diese Geschichte zu schreiben. Jedem Kapitel ist ein echtes Zitat aus Zeitungen oder Büchern vorangestellt, das macht die Story noch sehr viel authentischer. Die vielen verschiedenen Persönlichkeiten prallen mit ihren unterschiedlichen Einstellungen aufeinander und zeigen, dass es nicht nur Schwarz und Weiß gibt, sondern sehr viele Grautöne dazwischen. Die Story erzählt also über das Aufeinandertreffen verschiedener Vorstellungen und Werte und was für Konflikte dies auslösen kann, ebenso aber über die Entstehung von tiefen Freundschaften. Die Autorin schafft es, trotz der vielen Charaktere alles so zu gestalten, dass man nicht durcheinander kommt - außer vielleicht bei den vielen verschiedenen Ehemänner, da man die ja nicht richtig kennen lernt, sondern nur die Namen genannt werden. Da war ich dann manchmal doch etwas "überfordert" und fragte mich, zu welcher Braut der Kerl jetzt wieder gehört...
„Die einzigen Menschen, die Antworten auf alles haben, sind diejenigen, die noch nie mit wahren Fragen konfrontiert wurden.."S. 404
Eine Geschichte, die von Freundschaft erzählt, von Akzeptanz und Liebe und Hoffnung und Zuversicht und darüber, dass man manchmal die Vergangenheit überwinden muss, um neu anzufangen. Insgesamt eine emotionale, stimmungsvolle und authentische Story, die interessant zu lesen ist, auch wenn sie an manchen Stellen doch sehr vorhersehbar und der Einstieg etwas langatmig und beschwerlich ist. Also unbedingt weiterlesen und nicht vorher aufhören, denn es wird nur besser ;)
Fazit
Ein etwas schwacher Anfang, dann wird die Story jedoch immer besser und Jojo Moyes entführt uns in eine Welt, die wir uns heute kaum noch vorstellen können. Frauen, die sich in ein völlig unbekanntes Land begeben, zu Männern, die sie kaum kennen und Schwiegereltern, die sie nie gesehen haben, während sie ihre eigenen Familien - oftmals für immer - auf einem anderen Kontinent zurücklassen. Die Geschichte ist emotional und authentisch erzählt, wenn auch etwas vorhersehbar, und erzählt von Hoffnung, Schicksal, Akzeptanz, Freundschaft und Liebe - und das völlig ohne Kitsch. 
http://lucciola-test.blogspot.de/2017/12/books-jojo-moyes-uber-uns-der-himmel.html

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66 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

weihnachten, tolkien, weihnachtsmann, briefe, nordpol

Briefe vom Weihnachtsmann

J.R.R. Tolkien , Baillie Tolkien , Anja Hegemann , Hannes Riffel
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 15.10.2016
ISBN 9783608960365
Genre: Fantasy

Rezension:

1920 schreibt Tolkien den ersten Brief an seinen ältesten Sohn John, der zu diesem Zeitpunkt gerade einmal drei Jahre alt war, und gibt sich als Weihnachtsmann aus, der am Nordpol lebt und Geschenke verteilt. Die Briefe schreibt er 23 Jahre lang und sie fallen mal kürzer und mal länger aus und sind doch immer vollgepackt mit Liebe und Details. Während die Briefe anfangs noch kurz und knapp gehalten sind, werden sie im Laufe der Zeit länger und ausführlicher und Tolkien lässt seine Fantasie - und die des Lesers und mit Sicherheit auch die seiner Kinder - auf Reisen gehen und man erlebt, wie der Polarbär - sein getreuer Helfer, der jedoch sehr tollpatschig ist, von einem Fettnäpfchen ins andere tritt und einen so immer wieder zum Lachen bringt. Auch er schreibt immer wieder Kommentare in die Briefe, ebenso wie der Sekretär Ilbereth, der immer wieder Erklärungen abgeben muss, wenn der Weihnachtsmann zu Beschäftigt ist. Langsam aber sicher gesellen sich auch noch Schneemänner, Elben, Wichtel, Höhlenbären, garstige Kobolde und die Neffen und Nichten des Polarbären dazu und es geschehen immer wieder lustige, spannende oder bewegende Dinge, über die Tolkien alias der Weihnachtsmann erzählt.
„Ich weiß wirklich nicht mehr, in welchem Jahr ich geboren wurde. Wahrscheinlich weiß das niemand. Ich überlege es mir jedesmal anders. Aber das war vor 1934 Jahren - in etwa jedenfalls."S. 117
Tolkien war und ist ein Meister der Literatur. Seine Werke sind hochgelobt und er hat die Fantasywelt mehr als wohl jeder andere geprägt. Als ich dieses Büchlein entdeckt habe, war mir sofort klar: Das muss ich haben! Letztendlich war es dann ein Weihnachtsgeschenk für meinen Vater, der Tolkien fast noch mehr verehrt als ich, aber begeistert waren wir auf jeden Fall beide. Tolkien schafft es, selbst in den manchmal nur ganz kurzen Briefen, so viel Liebe, Hoffnung und Fantasie zu versprühen, dass man sich nur eines wünscht: selbst ein Kind Tolkiens gewesen zu sein! 
„Du düntatorischer Elf. - Er meint diktatorisch.- Nein, weil dick bist du ja nicht - du bist dünn und albern."S. 159
Jeder Brief ist mit so viel Liebe und Mühe geschrieben - sie enthalten sogar gemalte Bilder vom Weihnachtsmann oder auch vom Polarbären, die die Geschehnisse noch einmal aufzeigen! - dass einem ganz warm ums Herz wird. Jeder sprüht vor Fantasie und ist so liebevoll erzählt, dass man in jeder Zeile merkt, wie sehr Tolkien seine Kinder geliebt haben muss und wie wichtig sie ihm waren. Briefe, die Geschichten vom Nordpol erzählen, die mal witzig, mal abenteuerlich, anrührend und bezaubernd sind und einen nicht mehr loslassen. Man merkt immer wieder auch den Einfluss des Krieges durchscheinen und wie Tolkien versucht, die Kinder dafür zu sensibilisieren, dass es anderen viel schlechter geht und dass viele Menschen in Not sind. 
„Am Nordpol gibt es gar keine Pinguine", wirst Du sagen. Das weiß ich schon, aber hier gibt es trotzdem welche. Ihr würdet sie, glaube ich, "Flüchtlinge" nennen (kein besonders schönes Wort); allerdings sind sie nicht hierhergekommen, um vor dem Krieg wegzulaufen, sondern um sich ihm zu stellen!S. 172
Das gesamte Buch enthält farbige Bilder der originalen Briefe und der Zeichnungen Tolkiens, was das ganze noch viel authentischer und wahrhaftiger macht. So viel Mühe! Die gestaltete Nordpol-Briefmarke, die zittrige Schrift des Weihnachtsmannes - immerhin ist es am Nordpol sehr kalt und er ist schon sehr alt. Wie alt, weiß er gar nicht mehr genau! - die davon abweichenden Handschriften des Polarbärens und des Sekretärs, die sich immer wieder necken und ärgern und sich einen richtigen Schlagabtausch leisten, die detaillierten Zeichnungen, die die Geschehnisse noch einmal bildlich zusammenfassen - all das ist eine wundervolle Einstimmung in die Weihnachtszeit für Groß und Klein - und definitiv nicht nur für Tolkien-Fans! Zum Selberlesen und auch zum Vorlesen geeignet, ebenso wie als wundervolles Geschenk - ein kleines Buch, das einen mit der überschäumenden Fantasie von Tolkien und der liebevollen Gestaltung und Umsetzung einfach umhaut und nicht mehr loslässt, sodass man beim letzten Brief, den Tolkien 1943 an seine 14-jährige Tochter geschrieben hat, sich wünscht, dass er noch sehr viel mehr verfasst hätte...
Fazit
Ein Meisterwerk für Groß und Klein und nicht nur für Tolkien-Fans. Für mich ist dieses Buch ein richtiges Herzensbuch, das einen einfach berührt. Briefe voller Fantasie, Liebe, Witz und auch ein bisschen Spannung - einfach wundervoll! Dass man auf die Idee kommt, seinen Kindern Briefe vom Weihnachtsmann zu schicken und diese so liebevoll zu gestalten - das ist einfach wundervoll, atemberaubend, einzigartig, herzerwärmend und zauberhaft. Man wünscht sich nur zwei Dinge: Dass es mehr Briefe geben würde - und dass man selbst welche als Kind bekommen hätte. Ein grandioses Weihnachtsbuch!
http://lucciola-test.blogspot.de/2017/12/books-jrr-tolkien-briefe-vom.html

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333 Bibliotheken, 28 Leser, 1 Gruppe, 57 Rezensionen

zamonien, fantasy, walter moers, gehirn, märchen

Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

Walter Moers , Lydia Rode
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaus, 28.08.2017
ISBN 9783813507850
Genre: Fantasy

Rezension:

Prinzessin Dylia leidet an einer seltenen und höchst eigenartigen Krankheit. Manchmal kann sie wochenlang nicht schlafen und verbringt die Nächte dann damit, sich fremdartige, außergewöhnliche Wörter zu merken, regenbogenfarbene Erfindungen auszuarbeiten oder Methoden zu erfinden, um schlechte Dinge in etwas positives - oder zumindest lustiges - zu verwandeln. Eines Nachts sitzt dann Havarius Opal auf ihrer Brust, ein albtraumfarbener Nachtmahr, dessen Aufgabe es ist, Dylia um den Verstand zu bringen. Gemeinsam treten sie eine Reise in Dylias eigenes Gehirn an und begegnen Irrschatten, Zergessern, Zwilichtzwergen, Egozetten und einer riesigen Erinnerungs-Spinne.  Doch Havarius Opal hat nicht mit Dylias starkem Willen gerechnet und es fällt ihm schwerer als gedacht, sie ihn den Wahnsinn und den Suizid zu treiben. 
„Meine Gedanken sind meine Freunde", dachte die Prinzessin. "Deswegen bin ich niemals allein."S. 14
Der Autor schreibt flüssig und einnehmend und schafft es, den Leser sofort in den Bann zu ziehen. Dylia und Havarius Opal bilden ein witziges Team, das sich eigentlich nicht leiden kann, die jedoch gemeinsam arbeiten müssen, um ihr Ziel zu erreichen. Die beiden sind zynisch und sarkastisch, necken sich gegenseitig und gehen sich unendlich auf die Nerven. Opal will Dylia in den Wahnsinn treiben und Dylia will den Nachtmahr einfach nur loswerden. Doch wie es so ist in Geschichten, entwickelt sich dann alles doch ein bisschen anders und die beiden finden sich in einem Abenteuer wieder, das sie so nicht erwartet hatten. Walter Moers hält die Spannung gut aufrecht und die Story wird nie langweilig.
„Zwielicht ist ein schönes LichtIm Zwielicht sieht man nämlich nichtWie ringsherum die Welt zerbricht
Nebel ist auch wunderschönIm Nebel kann man nicht mehr seh´nWie alle Dinge untergeh´n
Am schönsten ist die DunkelheitIm Dunkeln sieht man gar kein LeidZerträumt sich blind die Einsamkeit."S. 22
Die Geschichte sprüht nur so vor Zynismus, Witz, Sarkasmus, Fantasie und Lebensfreude und ist daher auch nie auch nur eine Spur langweilig. Die Reise durch das Gehirn ist wild und rasant, interessant und inspirierend - und lehrreich. Denn man erfährt durchaus auch etwas über das Gehirn und die verschiedenen Gehirnregionen und deren Aufgaben. Und man bekommt vor Augen geführt, wie unglaublich unser Gehirn eigentlich ist. Was für Leistungen es tagtäglich erbringt, ohne dass wir es merken. Und irgendwie mag ich die Vorstellung, dass in meinem Gehirn Zwielichtzwerge umherschweben, eine Wortspinne meine Erinnerungen und Pfauenwörter archiviert und Zergesser Ideen fressen.
„Niemalsweh. Das ist das Fernweh nach einem Ort, an den man nie gelangen wird, weil er gar nicht oder nur in der Phantasie existiert."S. 31

Ein Hoch auf die Sprache! Ein Hoch auf Worte! Ein Hoch auf die Fantasie. Prinzessin Dylia schafft es so, mit ihrer Krankheit klarzukommen, und nutzt ihre Fantasie und ihre Sprachbegabtheit zum Beispiel zum ridikülisierenden Anagrammieren, durch das beängstigende Wörter lächerlich gemacht werden. Kopfschmerzen werden zu Schmopfkerzen, Migräne zu Grämine und Depressionen zu Pissdrenonen. Man merkt sofort, wie sehr der Autor die Sprache liebt und wie gerne er damit spielt. Das ganze Buch ist mit extravaganten Pfauenwörtern wie Mamihlapinatapaai und Hoyotojokomeshi bestückt, bei denen man sich oft genug fragt: Wie zur Hölle spricht man das aus? Doch genau das macht den Schreibstil von Walter Moers auch so einzigartig und erlebnisreich. Eine Welt, die vor Fantasie strotzt und eine Ode ist an die Sprache. 
"Von mir aus kann man mich in eine Zelle sperren, man könnte mir die Ohren verstopfen, mich knebeln und mir einen Sack über den Kopf stülpen. Man könnte mich derart wehrlos der zähflüssig verrinnenden Zeit ausliefern. Aber ich würde mich nicht eine einzige Minute dabei langweilen. Ich würde mir eine neue Sprache ausdenken, ein paar ungelöste Rätsel lösen oder irgendetwas in Regenbogenfarben erfinden. Meinen Geist kann man weder fesseln noch knechten!"S. 37

Unterstützt wird die Geschichte von den zahlreichen Aquarellen von Lydia Rode, die wunderschön und bunt und passend sind und einen zum Träumen einladen. Sie passen einfach hervorragend zu der Story und machen das Buch noch sehr viel mehr zu etwas ganz besonderem. Außerdem bringen sie einem die Welt von Dylia etwas näher. 
"Eine Depression ist keine vereinzelte Sache, so wie der Wahnsinn keine einzige Person ist. Eine Depression ist die Summe von zu vielen Irrschatten, die sich zur falschen Zeit am falschen Ort versammeln. So entsteht es: schlechtes Wetter im Gehirn."
S. 211
"Aufgrund ihrer Krankheit war Dylia darauf trainiert, sich auf unsicherem Terrain zu bewegen. Sie verglich es manchmal damit, auf einer großen Eisscholle zu leben, die sich ganz langsam um die eigene Achse dreht, so dass ihr immer ein bisschen schwindelig war. Und ein bisschen kalt. Das war ihr Lebensgefühl, daher konnte sie ein Gewitter unter den Füßen kaum schrecken."S. 278
Die Geschichte rund um Prinzessin Dylia und den Nachtmahr ist wortgewandt und besticht durch emotionale Tiefe und leise Töne, durch sprachliche Finesse und eine schillernde, unglaubliche Fantasiewelt. Sie trifft einfach mitten ins Herz. Der Autor nimmt sich viel Zeit, um seine Protagonistin zu beschreiben, die zynisch, klug und manchmal auch etwas vorlaut ist. So oder so ist die Prinzessin sehr sympathisch, hat aber auch ihre schlechteren Seiten. 
"So war es doch, oder? Wer sich in Gefahr begibt, hieß es, der kommt darin um. Aber wer in Sicherheit bleibt, langweilt sich zu Tode. Sollte man mit dem Leben aufhören, nur weil man daran sterben konnte?"S. 307
Eine Geschichte, ein Roman, der letztlich doch ein Märchen ist. Und in jedem Märchen steckt ein Kern Wahrheit. Das fällt auch hier besonders auf, wenn man den Hintergrund der Geschichte kennt, und dass die Illustratorin Lydia Rode an CFS leidet, dem Chronischen Fatigue-Syndrom leidet, das unheilbar ist und unter anderem Schlaflosigkeit zur Folge haben kann. Als Jemand, der selbst an Schlaflosigkeit und andauernden Erschöpfung leidet und bei der CFS als Ursache vermutet wird, hat das Buch natürlich eine ganz besondere Bedeutung für mich. Viele bemängeln, dass diesem Zamonien-Roman irgendwie das bestimmte Etwas fehlen würde, doch für mich war es schlicht perfekt. Immer und immer wieder las ich über Dylia und dachte nur: "Das ist wie bei mir! So bin ich auch! Das denke ich auch!" Immer wieder fand ich mich selbst in der schlaflosen Prinzessin wieder und in meinem Fall wirkte das unglaublich beruhigend. Weil es mir das Gefühl gegeben hat, nicht allein zu sein. Daher danke ich dem Autor und der Illustratorin vielmals dafür, dass sie diesen Roman geschrieben und veröffentlicht haben. Denn für mich wurde es zum berührendsten Buch des Jahres. Ein Buch, dessen Inhalt mich selbst betrifft, und das auf empathische und sensible Art und Weise etwas beschreibt, für das ich oftmals keine Worte gefunden habe. 
Fazit
Ein Buch, das mich vollends überzeugen könnte mit der witzigen und skurrilen Art und den wunderschönen Aquarellen. Denn die Gestaltung des Buches ist ein echtes Highlight! Da ich selbst an Schlafstörungen leide, konnte ich einen echten Zugang zu der Geschichte finden und sie gab mir Halt in schwereren Zeiten und Worte, die ich selbst nicht finden konnte. Für mich demnach eine tolle Bereicherung, die ich keinesfalls missen möchte und ich bin Walter Moers und Lydia Rode unendlich dankbar für Prinzessin Insomnia!
http://lucciola-test.blogspot.de/2017/12/books-walter-moers-prinzessin-insomnia.html

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48 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

liebe, kinderbuch, hummel, hummel bommel, bilderbuch

Die kleine Hummel Bommel und die Liebe

Britta Sabbag , Maite Kelly , Joëlle Tourlonias
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 18.09.2017
ISBN 9783845813233
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die kleine Hummel Bommel geht in den Insektenkindergarten und stellt auf dem Hinweg fest, dass sich alle lieb haben. Doch was ist Liebe überhaupt? Und wie kann man sie erkennen? Das will die Hummel herausfinden und macht sich auf die Suche nach der Liebe - und stellt fest, dass diese in vielen verschiedenen Formen und Varianten auftreten kann und doch so wichtig ist, wie die Sonnenstrahlen, die einen wärmen...
„Alle haben sich lieb. Was bedeutet es eigentlich, sich lieb zu haben?"
Die Autorinnen schaffen es, eine wunderschöne, kindgerechte Geschichte mit viel kindlichem Einfühlungsvermögen und einer verständlichen Sprache zu erschaffen, die über die Liebe erzählt. Die wundervollen Illustrationen unterstreichen die Geschichte auf grandiose Art und Weise und fangen Emotionen und Stimmungen sanft ein, sodass sich Text und Bild harmonisch ergänzen. 
„Liebe bedeutet also auf jeden Fall, dass man aufeinander aufpasst."
Die farbenfrohen Doppelseiten des Bilderbuches sind farbenfroh und mit so viel Herz illustriert, dass sie einen nicht mehr loslassen. Immer wieder entdeckt man etwas Neues in den Zeichnungen, denn alles ist mit so viel Liebe zum Detail gestaltet, dass es nie langweilig wird. Das friedliche und fröhliche Miteinander der unterschiedlichen Figuren faszinieren und die Story geht direkt ins Herz, zusammen mit der zeitlosen und wichtigen Botschaft.
„Liebe ist so wie der Wind, du kannst sie nicht greifen, du kannst sie nicht halten, du kannst sie nur spüren. Liebe ist wie ein Sonnenstrahl. Du brauchst ihre Wärme, du brauchst ihre Nähe, du brauchst sie wie das Licht, aber sehn musst du sie nicht. Liebe ist Liebe."
Ein wundervolles, emotionales Bilderbuch für Kinder, das insbesondere durch die wunderschönen Illustrationen faszinieren und berühren kann.
Fazit
Berührende und liebevolle Geschichte mit wunderschönen Bildern machen zusammen ein wundervolles Kinderbuch für Kinder ab 3 Jahren über die Frage, was Liebe eigentlich ist. 
http://lucciola-test.blogspot.de/2017/12/books-britta-sabbag-maite-kelly-joelle.html

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330 Bibliotheken, 15 Leser, 0 Gruppen, 102 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, die perfekten, gene, zukunft

Die Perfekten

Caroline Brinkmann , Caroline Brinkmann
Fester Einband: 587 Seiten
Erschienen bei ONE, 25.08.2017
ISBN 9783846600498
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Rain sollte eigentlich gar nicht existieren. Sie ist ein Ghost und versteckt sich zusammen mit ihrer Mutter vor der Gesellschaft - insbesondere vor den Gesegneten, den Herrschern über Hope. Deren Gene sind perfekt, daher stehen sie über den Menschen, die in Kategorien von 1 bis 3 eingeteilt werden. Doch so friedlich es anfangs in Hope scheint, so sehr brodelt es unter der Oberfläche. Die Rebellen, die sich selbst die Spines nennen, wollen die Gesegneten stürzen und das Land befreien - und so beginnt eine brutale Auseinandersetzung, und Rain gelangt zwischen die Fronten. Und dann erfährt sie etwas, was ihr gesamtes Leben auf den Kopf stellt und alles für immer ändert und sie vor die wohl wichtigste Frage ihres Lebens stellt: Welche Seite ist die Richtige?



„Nicht die Gene machen einen Menschen perfekt, sondern sein Wesen. Vergiss das nicht, mein Herz."

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und leicht zu lesen. Sie entführt einen sofort in das trostlose, düstere Grey, man wandert buchstäblich mit Rain durch die staubigen Straßen, flüchtet vor den WatchBots, hat Hoffnung und Angst, tanzt und lacht und weint. Die Autorin versteht es, den Leser einzufangen und zu fesseln. Anfangs tat ich mir dennoch etwas schwer, in die Geschichte reinzufinden, was möglicherweise aber auch am Format des ebooks lag. Bei ebooks fällt es mir aus irgendeinem Grund schwerer, am Ball zu bleiben... Das Buch ist recht lang und hat daher gerade am Anfang ein paar Längen, aber es wird von Seite zu Seite besser und ab dem ersten Drittel war ich vollständig gefesselt und wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es lohnt sich also, dranzubleiben!  



„Unwetter. Regen und Sturm. Das waren sie. Niemand mochte Unwetter, aber es war ein schöner Gedanke, denn als Unwetter brauchte man sich nicht zu fürchten. Man war frei, tobte über den Himmel und tat, was man wollte."

Die Protagonistin Rain wird vielschichtig dargestellt, hat ihre guten und ihre schlechten Seiten und ist rebellisch und wild und frech. Sie war mir von Anfang an sehr sympathisch und man kann sehr gut mit ihr mitfühlen. Auch die anderen Charaktere, die eine Rolle spielen, werden gut dargestellt. Insbesondere Lark, der zweite Protagonist, ist sehr mehrdimensional und man möchte ihm so gerne helfen - auch wenn er Entscheidungen trifft, die mehr als falsch sind. Seine Familie ist ihm mehr wert als alles andere und er will nur eines: seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen und seine Schwester Rose vor dem sicheren Tod bewahren. Die Autorin schafft es hervorragend, den Charakter von Lark zerrissen und zwiespältig, und dennoch durch und durch glaubwürdig erscheinen zu lassen. Bei einigen der doch recht zahlreichen Nebenfiguren hätte ich mir noch etwas mehr gewünscht, da ihr Charakter teilweise zu oberflächlich bleibt und ich gerne mehr wissen würde. 



„Ich habe nie gesagt, dass ich besser bin. Ich bin nur nicht so ein Mistkerl wie du."

Die Story ist vielschichtig, spannend, interessant und teilweise erschreckend realistisch. Eine Zukunft, in der Menschen nach ihren Genen eingeteilt werden und diejenigen regieren, die "perfekt" sind, ist auf der einen Seite undenkbar - und dann doch wieder erschreckend nachvollziehbar. Denn ist es nicht das, was Menschen tun? Nach Perfektion streben? In manchen Teilen erinnert die Thematik natürlich an "Die Tributen von Panem" oder "Divergent", aber dennoch schafft es die Autorin, der Dystopie einen neuen und eigenen Touch zu geben und etwas eigenes zu sein und kein bloßer Abklatsch. Das Buch zeigt, dass es nicht immer Gut und Böse gibt, dass die "Bösen" manchmal gute Absichten haben und die "Guten" schlechte Entscheidungen treffen. Dass Gut und Böse nicht so einfach auseinander zu halten sind. Dass es so viel Grau dazwischen gibt und die richtige nicht leicht von der falschen Seite zu unterscheiden ist. 



„Jeder verdammte Idiot glaubt, das Richtige zu tun. Dabei sollten wir zur Abwechslung vielleicht mal etwas Gutes tun. Es ist der Narzissmus und die Angst in uns, die uns das Verderben bringt."


Die Story schafft es, einen zum Lachen zu bringen, ebenso wie zum Weinen. Besonders zum Weinen... Liebgewonnene Charaktere sterben, andere sind nicht das, was sie zu sein scheinen, Freunde werden verraten und man kann sich einfach auf nichts verlassen... Die Autorin schafft es damit, die Spannung immer mehr zu steigern, ohne mit zu viel Kitsch auf die Tränendrüse zu drücken. Je weiter die Geschichte fortschreitet, umso mehr steigen Spannung, Tiefgründigkeit, Düsternis und Emotionen an und lassen einen nicht mehr los. Das Ende wiederum ist offen gehalten, nicht alles wird aufgeklärt und man muss auf den zweiten Band, der voraussichtlich 2018 erscheint, warten, um zu erfahren, wie es mit Rain weitergeht. Ich freue mich jedenfalls riesig auf Band 2 und kann es kaum erwarten! 


„Ich sage euch, wir sind alle gleich viel wert. Jeder von uns ist wichtig! Jeder von uns zählt. Wir sind alle gleich."


Leider stört es sehr, dass die ebook-Version des Buches am Kapitelanfang häufig sehr lange in Großbuchstaben gedruckt ist. Dadurch hat man den Eindruck, dass das Buch einen förmlich anschreit und es stört den Lesefluss leider sehr. Da sollte der Verlag das ebook vielleicht noch einmal überarbeiten...

Ein Buch, das mit einem etwas schwachen Anfang startet, dafür aber im Laufe der Geschichte immer mehr an Fahrt aufnimmt und einen schließlich mit einem furiosen Schluss atemlos dasitzen lässt. Die Story hat extrem viel Potential und die Thematik ist wichtig, interessant und erschreckend. Eine wichtige Botschaft, die auch nach Ende des Buches stark nachhallt und einen sicher noch eine ganze Weile beschäftigen wird. 




Fazit

Beklemmend, düster, bedrückend, spannend, mitreißend, interessant, fesselnd und erschreckend realistisch. All das kann dieses Buch wunderbar in sich vereinen, zusammen mit vielschichtigen Protagonisten, einer authentischen und beklemmenden Thematik und der ständigen Frage nach Richtig und Falsch, Gut und Böse. Einen Punkt Abzug gibt es lediglich für den ziemlich langatmigen Anfang, doch wenn man diesen überstanden hat, wird das Buch im wahrsten Sinne des Wortes "Perfekt". 
http://lucciola-test.blogspot.de/2017/11/books-caroline-brinkmann-die-perfekten.html

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190 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 58 Rezensionen

thriller, schweden, texas, kristina ohlsson, schwesterherz

Schwesterherz

Kristina Ohlsson , Susanne Dahmann
Flexibler Einband: 479 Seiten
Erschienen bei Limes, 10.04.2017
ISBN 9783809026631
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Martin Benner ist erfolgreicher Anwalt, der eigentlich recht zufrieden mit seinem Leben ist. Er hat genug Geld, genug Frauen und eine kleine Tochter, die eigentlich seine Nichte ist und die Tochter seiner Schwester, die bei einem tragischen Unfall ums Leben kam. Doch sein Leben ändert sich grundlegend, als ein Mann in seiner Kanzlei auftaucht, der behauptet, der Bruder von Sarah Tell zu sein, einer fünffachen Serienmörderin, die sich vor ihrem Prozess das Leben genommen hat. Er will von Martin Benner, dass dieser Nachforschungen anstellt, die Unschuld seiner Schwester beweist und seinen Neffen Mio findet. Benners Neugier ist geweckt, doch er ahnt nicht, was er damit ins Rollen bringt. Je mehr in der Fall in den Bann zieht, umso mehr begibt er sich auf dünneres Eis und gefährdet damit nicht nur sich, sondern auch alle, die ihm nahe stehen... 

„Wir Menschen neigen nicht dazu, an das zu glauben, was aus dem Rahmen des Erwarteten fällt."
S. 34


Das Buch ist der erster Teil einer zweireihigen Reihe, daher werden natürlich nicht alle Fragen geklärt und das Ende des Buches hat einen ordentlichen Cliffhanger. Dennoch hat die Autorin es geschafft, einen guten Kompromiss zu finden zwischen zu wenig aufklären und zu viel aufklären, sodass man das erste Buch abschließt mit dem Gedanken, dass man doch ein bisschen besser den Überblick hat und gleichzeitig dem Drang, dass man unbedingt wissen will, wie es weiter geht.


„Das Leben hat mich eine Reihe von grundlegenden Regeln gelehrt. Eine davon ist, dass die Wahrheit im Prinzip immer vorzuziehen ist, auch wenn sie juckt, unangenehm oder peinlich ist."
S. 102

Die Autorin schreibt flüssig und sehr spannend. Ich habe selten ein Buch gelesen, bei dem man so wenig ahnt, was auf einen zukommt und bei dem es so viele Verwirrungen gibt! Die Spannung ist manchmal kaum auszuhalten und hält bis zum Schluss an. Anfangs hatte ich ein bisschen Probleme, in die Story reinzufinden, aber wenn man dranbleibt, lohnt es sich: das Buch wird von Seite zu Seite besser. 


„Man trifft seine Entscheidungen, dachte ich. Und dann lebt man mit den Konsequenzen."
S. 106


Der Protagonist Martin Benner ist anfangs vor allem eines: eher unsympathisch. Arrogant. Überheblich. Nervig. Aber im Leben ist nicht alles schwarz oder weiß, sondern es gibt so viele verschiedene Graustufen dazwischen. Und genau so ist es auch bei Benner. Denn im Laufe der Geschichte entdecken wir immer mehr Seiten an ihm: wie liebevoll er mit seiner Nichte umgeht, obwohl diese doch so gar nicht in sein Leben passt, wie unüblich die Konstellation zwischen Benner, Belle und Lucy ist und die Tatsache, dass ein Krimineller ihm einen Gefallen schuldet und sich die beiden irgendwie ziemlich gern haben... Der Böse ist nicht unbedingt der Böse und der Gute nicht unbedingt der Gute. Es ist interessant, mal nicht alle Handlungen der Charaktere nachvollziehen zu können, denn so bleibt noch viel Handlungsspielraum für den zweiten Teil. Das Buch ist voller Gegensätze. Ein arroganter Protagonist mit einem weichen Herz. Eine Affäre, die doch eigentlich mehr will. Ein Gangster, der ziemlich nett und hilfsbereit ist. Und sehr viele Menschen, die nicht das zu sein scheinen, was sie vorgeben zu sein...

„Aber es war mir ein Vergnügen, Sie beide kennenzulernen. Immer schön mit skandinavischen Idealisten, die sich weigern, die Welt als den elenden Ort anzuerkennen, der sie nun mal ist."
S. 288

Jeder Abschnitt des Buches wird mit einem Interview angefangen, das zwischen Martin Benner und einem Journalisten stattfindet und Kleinigkeiten von dem preisgibt, was geschehen wird - aber nie zu viel, sodass man mit Spannung das erwartet, was noch kommen wird. Eine interessante Methode, die einen auch dazu bringt, immer am Ball zu bleiben, denn der Blick in die Gegenwart hebt die Spannungskurve immer wieder an. 


„Zu allen Zeiten und in allen Kulturen haben Menschen ihren Kindern beigebracht, sich vor dem Feuer zu hüten. Wenn man den Flammen zu nah kommt, verbrennt man sich, und die Narben wird man nie mehr los. Sie werden zu einer ewigen Erinnerung daran, dass man gegen eine der Grundregeln verstoßen hat: keine Kräfte herauszufordern, die einen zunichtemachen, sobald man ihnen zu nahe kommt."
S. 313

Die Story ist - wie bereits im ersten Kapitel angesprochen - voller Klischees. Manchmal völlig unrealistisch und an anderen Stellen wieder erschreckend realistisch. Die Story wird aus Sicht von Benner erzählt und das sehr geradlinig und ehrlich. Manchmal sogar zu ehrlich, sodass man den Protagonisten an manchen Stellen so überhaupt nicht mehr leiden kann. 

Fazit

Die Charaktere sind allesamt undurchsichtig und weder schwarz noch weiß. Vieles ist nicht so wie es scheint und dadurch wird die Spannung immer aufrecht gehalten, auch durch die Einblicke in die Gegenwart mit Hilfe der eingeschobenen Interviews. An manchen Stellen ist mir der Thriller aber doch zu klischeehaft und zu unrealistisch. Insgesamt aber ein spannender Thriller, der mich dazu bringt, unbedingt auch Band zwei lesen zu wollen. 

http://lucciola-test.blogspot.de/2017/11/books-kristina-ohlsson-schwesterherz.html

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220 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

lucy clarke, freundschaft, die bucht die im mondlicht versank, schuld, vergangenheit

Die Bucht, die im Mondlicht versank

Lucy Clarke , Claudia Franz
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.06.2017
ISBN 9783492060271
Genre: Romane

Rezension:

Isla und Sarah sind beste Freundinnen seit Kindheitstagen und Jahr für Jahr wird diese Freundschaft noch enger. Auch ihre beiden Söhne Jacob und Marley werden zu besten Freunden, denn jeden Sommer verbringen sie auf der Sandbank in zwei direkt nebeneinander liegenden Strandhäusern. Sie sind sich einig: schöner könnte das Leben eigentlich gar nicht sein! Doch dann passiert ein Unglück, dass das Leben von allen für immer verändert, denn Marley ertrinkt bei einem tragischen Unfall und Jacob, der dabei war, wird als einziger zurück gebracht. Die Freundschaft von Sarah und Isla wird auf eine harte Probe gestellt und bekommt immer mehr Risse. Sieben Jahre später verschwindet auch Jacob spurlos und Sarah muss dieselben Ängste durchmachen wie Isla und sich der Frage stellen, wie sie ohne ihren Sohn weiterleben sollte... Stück für Stück kommt die Wahrheit ans Licht - die ganze Wahrheit, auch die, die für immer hätte verborgen bleiben sollen...
„Aber der Traum von Perfektion ist ein Drahtseilakt in immensen Höhen - und darunter lauert nichts als der Abgrund..."
Ein Familiendrama, das dramatischer kaum sein könnte, eine Geschichte über Verlust, Trauer, Lügen und eine Freundschaft, die zutiefst erschüttert wird. Wer hier eine nette, leichte Sommerlektüre erwartet wird hier bitter enttäuscht werden, denn die Geschichte erinnert eher an einen Krimi als an einen schönen Roman. Auch ich hatte aufgrund des Titels und des Covers eigentlich etwas anderes erwartet, bin im Nachhinein jedoch auch sehr glücklich darüber, dass das Buch anders als erwartet war. Denn so bekam ich ein spannendes, aber auch zutiefst emotionales und erschütterndes Werk, das erschrecken und berühren kann. Der Roman ist sehr vielschichtig und komplex und geht sehr in die Tiefe. 
„Jetzt fürchte ich dieses besondere Zwielicht zwischen Tag und Nacht, weil dann die Gedanken verschwimmen und sich auflösen. Ein Schatten wird zu einem Jungen, der Schrei einer Möwe zu einem panischen Hilfeschrei."
Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und einfach wunderbar zu lesen. Die bildhafte Sprache entführt einen sofort auf die Sandbank und an das Meer und man sieht alles bildlich vor sich. Die Geschichte ist aus zwei Perspektiven erzählt, der von Isla und der von Sarah. Dabei wird jeweils zwischen Gegenwart und verschiedenen Situationen in der Vergangenheit gewechselt, was jedoch in der Überschrift jeweils erkennbar ist. Der Perspektiven- und Zeitwechsel sorgt für Spannung und Dramatik und passt sehr gut zu der Geschichte, denn so werden Stück für Stück Geheimnisse aufgedeckt, während ständig neue hinzukommen und man sich bis zum Ende des Buches fragt, was jetzt eigentlich geschehen ist. 
Das Cover ist wunderschön und erinnert an ein schönes, sommerliches Aquarellbild. Passend dazu der wundervolle Titel - beides war Grund dafür, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte, lange bevor ich überhaupt den Klappentext gelesen habe. Beides hat jedoch auch dazu geführt, dass ich falsche Erwartungen an die Geschichte hatte, denn ich erwartete doch eher einen schönen, gefühlvollen Sommerroman, der einfach zu lesen ist und runter geht wie Öl - doch damit lag ich gänzlich falsch. Vielmehr ist das Buch ein Krimi, der nicht zu unterschätzen ist! Cover und Titel haben also einerseits dazu geführt, dass ich das Buch lesen wollte, aber andererseits auch falsche Erwartungen geweckt, was zu Enttäuschungen hätte führen können...
„Mein Leben sollte mit Lärm und Gelächter und Liebe angefüllt sein."
Der Roman hat Anfangs und in der Mitte einige Längen, in denen die Story nur sehr langsam vorwärts kommt. Erst im letzten Drittel wurde ich richtig gefesselt und wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht. Ab da konnte mich das Buch dann wirklich überzeugen! Die Story ist wirklich unvorhersehbar - zumindest größtenteils - und daher auch sehr spannend und dramatisch. Besonders das Ende lässt einen doch etwas sprachlos zurück...
„Genau das zeichnet beste Freundinnen vielleicht aus, dass du jemanden hast, dem du ohne Scham alles erzählen kannst. Du kannst dich vor der Freundin vollkommen entblößen, sie wird dich trotzdem lieben, egal was passiert."
Auch wenn ich etwas völlig anderes erwartet hatte, konnte mich das Buch alles in allem überzeugen. Anstatt eines fluffigen, schönen Romans bekommt man einen spannenden Krimi inmitten einer wunderschönen Landschaft mit einem tollen Schreibstil und einer unvorhersehbaren Geschichte. 
Fazit
Wer hier ein sommerliches Wohlfühlbuch erwartet, wird leider enttäuscht werden, stattdessen kann die Geschichte mit viel Tragik und Drama punkten, mit einem wundervollen Schreibstil und einer unvorhersehbaren, wirklich spannenden Story. Leider hat das Buch bis zur Hälfte einige Längen. Trotzdem sehr lesenswert, wenn man sich von Titel und Cover nicht in die Irre führen lässt und sich auf einen krimimäßigen Roman einstellt, der vielschichtig, tiefgründig und sehr emotional ist. 
http://lucciola-test.blogspot.de/2017/10/books-lucy-clarke-die-bucht-die-im.html

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Tags: die bucht die im mondlicht versank, krimi, lucy clarke   (3)
 

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499 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 94 Rezensionen

zwillinge, fantasy, mystery, magie, teri terry

Book of Lies

Teri Terry , Petra Knese
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 05.07.2016
ISBN 9783649667520
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Quinn will eigentlich nur auf die Beerdigung ihrer Mutter und sich überzeugen, dass sie wirklich tot ist. Dass die Frau, die ihr nichts als Abscheu und Kälte entgegengebracht hat, wirklich für immer fort ist. Doch dort findet sie etwas ganz anderes, etwas, mit dem sie nie im Leben gerechnet hätte: Sie hat eine Zwillingsschwester, die ihr bis aufs Haar gleicht. Piper, die ihr äußerlich so ähnlich, aber charakterlich ein völlig anderer Mensch als sie ist. Lebensfroh, von allen geliebt, glücklich - warum durfte sie in einem tollen Haus mit einer intakten Familie und Freunden aufwachsen, während Quinn bei ihrer Großmutter eingesperrt war und nie erfahren hat, was Liebe bedeutet? Nach und nach kommen sich die beiden Mädchen näher und erfahren mehr über ihre Vergangenheit - und auch, dass sie beide in Gefahr schweben. Und dass eine von ihnen lügt und dadurch alles in Gefahr bringt.


„Ich habe das Gefühl, endlich aufgewacht zu sein und die Welt zum ersten Mal so zu sehen, wie sie wirklich ist. Und diese Erkenntnis ist so unglaublich, so unerwartet und so umfassend, dass sie mich für immer verändern wird. Was das genau für mich bedeutet, will ich aber gerade lieber nicht wissen."
S. 21


Mystik, Legenden, düstere Familiengeheimnisse - das bildet das Grundgerüst für Teri Terrys neuen Jugendroman. Von Anfang bis Ende ist die Geschichte spannend, geheimnisvoll und lässt einen nicht mehr los. Es ist interessant und faszinierend, mitzuerleben, wie Quinn, das schüchterne, ängstliche Mäuschen Stück für Stück mehr Selbstbewusstsein erlangt und wie sich die beiden Mädchen kennenlernen. Die Story nimmt ab der Hälfte des Buches rasant an Schwung auf und wird von Kapitel zu Kapitel spannender, mysteriöser und düsterer. 


„Wie kann jemand heutzutage keine Spuren in der Welt hinterlassen? Quinn muss ein Geist sein."
S. 161


Die Geschichte ist aus wechselnden Ich-Perspektiven erzählt, wodurch man einen guten Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt beider Mädchen bekommt. Jede Seite ist mit dem Anfangsbuchstaben des Mädchens gekennzeichnet, das gerade erzählt, dadurch verliert man nie den Überblick. Außerdem schafft es die Autorin hervorragend, jedem der Mädchen eine eigene Stimme zu geben und aufzuzeigen, in welchen Bereichen sich die beiden ähneln und in welchen sie völlig unterschiedlich sind. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und fesselnd und sie schafft es, Personen und Umgebungen wundervoll zu beschreiben, sodass man den jeweiligen Ort beziehungsweise die jeweilige Person sofort vor Augen hat. 


„Doch was ist mit den kleinen Lügen, mit denen wir anderen und uns selbst etwas vormachen? Irgendwann sind sie ein Teil von uns und bestimmen unsere Beziehungen zu anderen - unser eigener Mythos. Und das trifft auf jeden zu, nicht nur auf mich. Ohne Lügen fallen die Masken. Doch manche Masken sollten wir lieber aufbehalten - es ist besser für uns."
S. 390


Ein Buch, das von Wahrheit und Lügen erzählt und davon, dass es nicht nur Schwarz und Weiß, Richtig und Falsch, Gut und Böse gibt. Beide Charaktere sind gut ausgearbeitet und haben Charaktereigenschaften, die eher unsympathisch sind - aber genau das macht es so authentisch. Keiner ist nur gut oder nur böse. Insgesamt eine spannende, düstere Geschichte über die Bindung zwischen Zwillingen, Lügen, Familiengeheimnissen, gepaart mit Fantasy, Psychothriller-Elementen und ganz viel Melancholie, dessen Ende jedoch etwas zu schnell kommt. 


Fazit

Ein tolles, spannendes Buch über Wahrheit und Lügen und die vielen Grautöne, die zwischen Schwarz und Weiß liegen. Das Buch kann mit einem flüssigen Schreibstil, einer grandiosen und düster-mysteriösen Atmosphäre, viel Spannung und Mystik und detailliert ausgearbeiteten Charakteren aufwarten und hat mich von Anfang bis Ende vollkommen überzeugen können.


http://lucciola-test.blogspot.de/2017/10/books-teri-terry-book-of-lies.html



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Tags: book of lies, fantasy, melancholie, psychothriller, teri terry   (5)
 

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245 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

monster, tod, trauer, krebs, patrick ness

Sieben Minuten nach Mitternacht

Patrick Ness , Siobhan Dowd , Bettina Abarbanell
Flexibler Einband: 216 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.01.2017
ISBN 9783442485345
Genre: Romane

Rezension:

Conor liegt nach einem Albtraum nachts wach und entdeckt etwas, was sein ganzes Leben verändern wird: ein Monster, halb Baum, halb Mensch, steht in seinem Garten und spricht mit ihm. Es will ihm drei Geschichten erzählen und möchte als Gegenzug eine Geschichte von Conor. Und so besucht ihn nachts das Monster, während er tagsüber mit der grausamen Wahrheit konfrontiert wird, dass seine Mutter krebskrank ist und es ihr immer schlechter geht. Das Monster - alt und weise und längst nicht so gruselig, wie Conor befürchtet hatte - will ihm helfen, doch noch ist nicht klar, auf welche Weise diese Hilfe zum Ausdruck kommen wird...
„Geschichten sind das Gefährlichste von der Welt, knurrte das Monster. Geschichten jagen, beißen und verfolgen dich."S. 45

Die gesamte Geschichte wird aus Sicht des Jungen Conors erzählt, auch wenn es hauptsächlich um alles Drumherum geht und weniger um seine echten Gefühle und Gedanken. Diese versucht er gekonnt vor allen zu verstecken - selbst vor dem Monster in seinem Garten. Dieser Umstand hält den Spannungsbogen aufrecht, sodass man bis zum Schluss nicht ganz sicher ist, was noch auf einen zukommt.
„Es gibt nicht immer einen Guten. Genauso wenig, wie es immer einen Bösen gibt. Die meisten Menschen sind irgendwas dazwischen. [...] Viele Dinge, die wahr sind, kommen einem gemein vor. Königreiche kriegen die Prinzen, die sie verdienen, Bauerntöchter sterben ohne Grund, und manchmal sind Hexen es wert, gerettet zu werden. Ziemlich oft sogar."S. 74
Dieses Buch lebt von all den fantastischen Metaphern, die den tieferen Sinn des Ganzen aufzeigen. Das Monster entspricht den unterdrückten Gefühlen, die Conor immer dann heimsuchen, wenn er sie am wenigsten gebrauchen kann. Das zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie hilflos Conor sich fühlt, welche Angst er hat und wie sehr er trauert. Das sehr schwierige Thema wird sensibel und für Kinder angemessen angegangen, insbesondere dadurch, dass die Gefühlsebene auf eine ganz besondere Art beschrieben wird, die Groß und Klein gleichermaßen anspricht und erreicht. Man kann sich sehr gut in Conor hineinversetzen, kann mit ihm mitfühlen und versteht, was in ihm vorgeht. Gleichzeitig wird aber nur wenig von Conors Gefühlwelt erzählt, sodass das Ende dennoch Überraschungen birgt. 
„Du darfst so wütend sein, wie du willst. Lass dir das von niemandem ausreden. Weder von deiner Großmutter noch von deinem Vater, noch von sonst jemandem. Und wenn du irgendetwas kaputt machen musst, dann mach es um Gottes willen kaputt, und zwar richtig."
S. 177
Eine Geschichte, die von Hoffnung erzählt. Von der Liebe zwischen Mutter und Kind. Und von der Verzweiflung und der Trauer eines Kindes, das dabei ist, seine Mutter - den wichtigen Mensch in seinem Leben - zu verlieren. Auf eine zutiefst berührende und emotionale und dabei auch sehr fantasievolle und fantastische Weise beschreibt das Buch die Auseinandersetzung mit Trauer und Verlust. Taschentücher sollten unbedingt bereit gelegt werden!
„Du schreibst die Geschichte deines Lebens nicht mit Worten, sagte das Monster. Du schreibst sie mit Taten. Es ist nicht wichtig, was du denkst. Wichtig ist nur, was du tust."
S. 202
Fazit
Die Geschichte um Conor und seine krebskranke Mutter erzählt von Hoffnung und Verzweiflung, von Liebe und den psychischen Abgründen eines trauernden und verzweifelten Kindes auf eine emotionale und zutiefst berührende Weise. Ein Buch, das einen mit gebrochenem Herzen zurück lässt. 
http://lucciola-test.blogspot.de/2017/10/books-patrick-ness-siobhan-dowd-sieben.html

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Tags: kind, monster, patrick ness, sieben minuten nach mitternacht, trauer   (5)
 

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362 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 43 Rezensionen

bibliomantik, bücher, kai meyer, fantasy, london

Die Spur der Bücher

Kai Meyer
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 24.08.2017
ISBN 9783841440051
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Mercy Amberdale ist Bibliomantin - und eine sehr gute noch dazu! Doch ein tragisches Ereignis führt dazu, ihr gesamtes Dasein in Frage zu stellen. Als ein alter Bekannter sie um Hilfe bittet und sie zu einem Mordfall der besonderen Art führt, kann sie nicht nein sagen und verspricht, zu helfen. Doch das setzt eine Reihe von unvorhersehbaren Ereignissen in Gang, die Mercy vor immer größere Probleme stellen.
„Ich mag Ihnen ja manchmal im Weg stehen, aber gedanklich bin ich nicht ganz so schwerfällig."S. 239
Ohne zu wissen, dass "Die Spur der Bücher" ein Prequel von "Die Seiten der Welt" ist, habe ich begonnen zu lesen - und war begeistert. Auch ohne Vorkenntnis kann man der Handlung sehr gut folgen und wird sofort in die Geschichte rund um Mercy und ihre Freunde hineingezogen. Die gesamte Geschichte lässt das Leserherz höher schlagen - denn letztlich ist das gesamte Werk auch eine Ode an die Literatur und Bücher allgemein. 
„Sie sah ihre Bücher in der Dunkelheit versinken und fühlte das Leben in jedem einzelnen, den stillen Trost und die Ruhe, die sie ihr spendeten. Langsam strich sie mit den Fingern über die Rücken in den Regalen, las flüsternd die Titel wie Zaubersprüche und summte leise, als die Worte zu Geschichten erwachten."S. 442
Der Autor hat einen sehr flüssigen und angenehmen Schreibstil, der es einem sehr einfach macht, die Geschichte zu lesen. Der Spannungsbogen wird gleich zu Beginn sehr hoch angesetzt, sodass man schon nach wenigen Seiten das Buch nicht mehr aus der Hand legen will. 
„Macht uns das nun zu Idealisten oder Egoisten?" - "Es ist nicht egoistisch, an etwas zu glauben."S. 299

Eine Geschichte, die von Freundschaft und alten Geheimnissen erzählt, von der Magie der Bücher und der Gemeinschaft der Buchliebhaber - mittendrin im viktorianischen London. Die einnehmende Stimmung, die von Londons düsteren Gassen ausgeht, gemischt mit dem Überlebenskampf des Einzelnen und den tiefgreifenden Geheimnissen der Buchsammler erschafft eine Atmosphäre, die einen nicht mehr loslässt und bis zur letzten Seite verfolgt. Der Autor schafft es, eine fantastische Welt und eine einzigartige Geschichte anschaulich zu erzählen und die Spannung und das Tempo aufrecht zu halten, sodass es nie auch nur eine Sekunde lang langweilig wird. Die vielen liebevollen, kleinen Details innerhalb der Bücherwelt machen das Leseerlebnis einzigartig und wundervoll. Eine großartige Geschichte, die den Leser in ein mysteriöses Abenteuer entführt und ihn in der Magie der Seiten verschwinden lässt. 
Fazit
Eine wundervolle Geschichte über die Macht von Büchern und ein mysteriöses Abenteuer im viktorianischen London, das Mercy überstehen muss - um sich und auch ihre Freunde zu retten. Spannend bis zum Schluss, toll und flüssig geschrieben und mit vielen liebevollen Details versetzt. Lesenswert, auch wenn man "Die Seiten der Welt" (noch) nicht kennt! 
http://lucciola-test.blogspot.de/2017/09/books-kai-meyer-die-spur-der-bucher.html

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Tags: die spur der bücher, kai meyer   (2)
 

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48 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

autismus, familie, adoption, babypuppe, pflegeeltern

Ginny Moon hat einen Plan

Benjamin Ludwig , Edith Beleites
Fester Einband: 380 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 11.09.2017
ISBN 9783959670999
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ginny Moon ist nicht wie andere Kinder. In vielerlei Hinsicht. Zum einen ist sie das Adoptivkind ihrer neuen Pflegefamilie, denn Ginnys biologische Mutter hat sie nicht gut behandelt. Zum anderen ist sie autistisch. Deswegen sieht sie die Welt anders, als andere Kinder. Sie braucht Struktur in ihrem Leben und kann sich oft nicht so ausdrücken wie sie es möchte, oder wird zu schnell von anderen Dingen abgelenkt. Sie taucht dann in ihr Gehirn ab, so drückt Ginny es aus. Ginny hat jetzt neue Eltern. Eltern, die sie sehr gerne mag und auch das Blaue Haus gefällt ihr sehr gut, ihr neues Zuhause. Doch da ist etwas, das sie nicht loslassen kann. Etwas, das noch bei ihrer biologischen Mutter geblieben ist. Und als ihre Adoptiveltern ein eigenes Baby bekommen ist das Chaos perfekt - und Ginny bringt nicht nur sich selbst in Gefahr, als sie sich auf die Suche nach ihrer biologischen Mutter und dem, was sie dort verloren hat, begibt...
„Manchmal kann ich Dinge nicht gleich zu Ende denken. Ich werde abgelenkt und vergesse, womit ich mich näher beschäftigen sollte oder wollte. Oder ich tauche so tief in mein Gehirn, dass ich vergesse, was ich wissen sollte."S. 31
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und leicht zu lesen und wirkt sehr lebendig. Die gesamte Geschichte wird aus Sicht von Ginny geschrieben, sodass man einen sehr guten, überzeugenden Einblick in ihre Sicht- und Denkweise bekommt. Dadurch kann man vieles sehr gut nachvollziehen. Man merkt auch sofort, dass der Autor sehr viel Ahnung von Autismus hat und damit, wie viele autistische Kinder die Welt sehen. Die Geschichte von Ginny ist interessant zu lesen, manchmal sehr lustig und dann auch wieder sehr traurig. Ihre Vergangenheit ist tragisch und lässt sich nicht einfach ausradieren, sodass Ginny auf die Hilfe einer Psychologin angewiesen ist. Ihre Pflegeeltern sind oftmals überfordert, insbesondere nachdem ihre Herzensmutter eine eigene Tochter bekommen hat. Sie scheint beinahe Angst vor Ginny zu haben und zieht sich völlig von ihr zurück. In diesen Momenten möchte man am liebsten in das Buch steigen und Ginny erklären, dass sie geliebt wird und dass sie sich keine Sorgen machen soll. Alles in allem wird Ginny und ihre gesamte Situation recht authentisch dargestellt, auch - oder gerade weil - es mitunter sehr chaotisch zugeht und sich Ginny Pläne ausdenkt, bei dem man nur staunend den Kopf schütteln kann. 
„Nirgendwo gehöre ich hin. Weil ich (-Ginny) bin. Gespenster müssen sich fühlen wie ich jetzt. Oder Menschen ohne Gesichter. Keiner kennt mich, und ich habe nicht mal ein Haus oder ein Auto oder wenigstens einen Koffer, in dem ich mich verstecken könnte."S. 347
Der Roman hat einige Überraschungen auf Lager, auch wenn mir schon ziemlich schnell klar war, was es mit der Puppe auf sich hat, und warum Ginny wieder zurück will. Dennoch fand ich es von Anfang bis Schluss sehr interessant zu lesen, weil ich wissen wollte, was sich Ginny als nächstes einfallen lässt und wann der Rest der Welt endlich lernt, sie zu verstehen. Alles in allem ein tolles, spannendes und emotionales Buch über ein autistisches und misshandeltes Mädchen und ihre Sorgen und über ihren Kampf, das richtige tun zu wollen. Eine Geschichte, die noch lange in einem nachhallt und die einen wirklich berührt. 
„Jedes Mal war das Gleiche mit mir nicht in Ordnung: dass ich auf der falschen Seite des Gleichheitszeichens stand. Immer musste ich mich subtrahieren, weil ich nicht war, wo ich hingehörte."S. 355
Fazit
Emotional und interessant bis zum Schluss. Ein wundervoller Debüt-Roman, den Benjamin Ludwig da vorgelegt hat! Sehr tiefgründig und zutiefst berührend, Ginny geht einem einfach direkt unter die Haut! Ginnys Sicht auf die Welt ist unglaublich authentisch dargestellt und ihre Geschichte erzählt von einem Mädchen, das anders ist, aber letztlich doch einfach nur verstanden und geliebt werden möchte. Mehr als lesenswert! 
http://lucciola-test.blogspot.de/2017/09/books-benjamin-ludwig-ginny-moon-hat.html

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76 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

oskar, andreas steinhöfel, kinderbuch, freundschaft, kinder

Rico, Oskar und das Herzgebreche (Rico und Oskar 2)

Andreas Steinhöfel , Peter Schössow
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.05.2013
ISBN 9783551312334
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Irgendetwas stimmt mit Mama nicht, da ist sich Rico sicher. Sie benimmt sich seltsam und wirkt immer unendlich traurig. Doch er weiß einfach nicht, was er tun soll... Oskar hat seine eigenen Probleme, denn sein Vater ist abgehauen, weil er "eine Auszeit" braucht und somit wohnt er vorübergehend bei Rico und seiner Mutter. Auch wenn Oskar versucht, sich nichts anmerken zu lassen, so weiß Rico ganz sicher, dass es seinem Freund schwer zu schaffen macht, dass sein Vater ihn scheinbar nicht will. Alle um Rico herum scheinen traurig zu sein und er wird immer verzweifelter, weil er nicht weiß, wie er das beenden soll. Doch dann kommen Oskar und er dahinter, warum seine Mutter nicht mehr wie früher ist - sie wird erpresst! Und die beiden beschließen, dass sie ihr auf alle Fälle helfen müssen! 
„Einer wie alle Erwachsenen. Irgendwas stimmt mit denen nicht. Es ist, als wäre in der Pubertät oder beim Älterwerden was in ihnen kaputtgegangen. Als hätten sie Risse oder Sprünge gekriegt, durch die alle Farbe aus ihnen rausgeflossen ist, bis nur noch Schwarz und Weiß übrig war."S. 90
Erneut schafft es der Autor, einen durch Ricos Perspektive sehen und fühlen zu lassen. Mit viel Humor, aber mindestens genauso viel Tiefgang begeben wir uns auf ein neues Abenteuer mit Rico und Oskar, das dieses Mal mit sehr viel mehr als nur Spannung und Aufregung verknüpft ist und stattdessen sehr viel Herzschmerz beinhaltet. Alles in allem ist die Geschichte nicht mehr ganz so spannend wie ihr Vorgänger, da die Handlung etwas voraussehbarer ist und es vor allem um die Überführung des Täters geht. Das heißt jedoch keinesfalls, dass es langweilig wird, es ist nur einfach anders. Ricos kindlich-naive Erzählweise ist jedoch dieselbe und ist auch hier wieder das Highlight des Buches, ebenso wie der Humor. Es werden jedoch auch ernstere Themen angesprochen, wie Depressionen, Verlassenwerden, Liebeskummer und Einsamkeit. 
„Champagner: Sekt in teuer aus erpressten Weintrauben. Man kann Trauben auch trocknen, bis sie schrumpelig sind, dann landen sie als Rosinen im Studentenfutter, oder man weicht sie ein, dann kommen sie in den Käsekuchen. Es gibt also für die Traube kein Entkommen. Sie ist vermutlich das meistgejagte Obst der Welt."S. 102
Die Charaktere sind auch in diesem Band wieder sehr liebevoll und detailliert beschrieben und wachsen einem von Seite zu Seite mehr ans Herz. Im zweiten Teil wird auch etwas mehr der Schwerpunkt auf Oskar gelegt, der sehr damit zu kämpfen hat, dass sein Vater ihn verlassen hat. 
„Es gibt Menschen, Rico, die so unglücklich sind, dass sie nicht anders können,a ls ihr Unglück ständig an andere weiterzugeben."
S. 259
Fazit
Auch Band zwei der Rico und Oskar-Reihe kann überzeugen, auch wenn er Band eins nicht ganz das Wasser reichen kann. Alles in Allem aber dennoch ein spannendes, lehrreiches und lustiges Buch, welches auf jeden Fall lesenswert ist. Manche Stellen der Geschichte sind ein bisschen langatmig und konnte daher nicht ganz so begeistern wie "Rico, Oskar und die Tieferschatten" und die Story ist an manchen Stellen sehr voraussehbar. Rico würde jetzt sagen: "Sellawie". Trotz allem lesenswert :) 
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Tags: andreas steinhöfel, kinder, oskar, rico, rico und oskar   (5)
 

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verschwinde, aimee, lonsdale, romantic suspense, james

Alles, was wir waren

Kerry Lonsdale , Birgit Kirberg
Flexibler Einband: 396 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 09.05.2017
ISBN 9781542046008
Genre: Romane

Rezension:

Aimee und James sind seit Kindheitstagen Freunde und irgendwann wurde aus tiefer Freundschaft Liebe. Doch der schönste Tag in ihrem Leben wird für Aimee zur Tragödie. Denn James ist tot. Auf einer Geschäftsreise in Mexiko bei einem Bootsunfall umgekommen und statt ihrer Hochzeit findet nun die Beerdigung statt. Doch eine mysteriöse Frau namens Lacy versucht Aimee unaufhörlich davon zu überzeugen, dass James noch lebt. Zusätzlich erhält sie etliche Hinweise, dass diese Behauptung stimmen könnte. Was, wenn James wirklich noch lebt? Was ist passiert? Warum kam er nicht zurück zu ihr? Und was, wenn das alles nur eine große Farce ist, um sie auszunehmen?
Der Schreibstil der Autorin ist einfach und flüssig. Der Einstieg in die Geschichte gelingt problemlos und insgesamt ist die Story auch interessant, etwas mysteriös und etwas spannend. Dennoch hatte das Buch auch seine Längen und es hat recht lange gedauert, bis es etwas an Fahrt aufgenommen hat und mich fesseln konnte. Erst das letzte Viertel des Buches fand ich dann so gelungen, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es nun weitergeht, davor plätscherte das Buch eher so dahin, weswegen ich auch sehr lange gebraucht habe, um es zu beenden. Sehr viel länger als eigentlich für ein Buch dieser Länge üblich.Man wartet während der Story ständig auf einen Showdown, auf einen Spannungsbogen, der aber bis zum Schluss größtenteils ausbleibt. Insgesamt bleibt die Story eher ruhig und wenig spannend. Ein nettes Buch für Zwischendurch, welches aber leider keinen allzu bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat. 
Die Autorin legt sehr viel Wert auf ihre Protagonistin Aimee, deren Gefühlswelt, ihren Trauerprozess und ihr Leben. Hier steht eindeutig die Emotionalität im Vordergrund und nicht die Spannung und Dramatik. Man erhält einen tiefen Einblick in Aimees Gedanken. und Gefühlswelt, was einem die Protagonistin einerseits sehr nahe bringt, andererseits aber aufgrund deren Unentschlossenheit und dem ewigen Hin und Her auch nervte. Das Ende im Epilog fand ich leider nicht so gut. Das lässt zwar einen zweiten Teil vermuten, aber irgendwie fand ich, dass diese Wendung alles davor irgendwie kaputt gemacht hat...
„Du findest Schönheit dort, wo andere sie nicht sehen können.  Oder besser gesagt: wo andere es vorziehen, sie zu ignorieren."
Fazit
Ein netter Roman für Zwischendurch, der aber weniger spannend ist als der Klappentext vermuten lässt. Die Geschichte nimmt nur sehr langsam Fahrt auf und bleibt insgesamt eher ruhig. Es geht weniger um das mysteriöse Verschwinden und die Suche nach der Wahrheit als um Gefühle, Verlust, Trauer und dem Loslassen. Insgesamt einer netter Zeitvertreib, der aber leider keinen allzu bleibenden Eindruck hinterlassen hat. 

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freundschaft, kinderbuch, mut, tieferschatten, lustig

Rico, Oskar und die Tieferschatten

Andreas Steinhöfel ,
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.03.2011
ISBN 9783551310293
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Rico ist tiefbegabt. So nennt er es zumindest. Das Gegenteil von hochbegabt. In Ricos Kopf sorgt eine Bingotrommel für großes Durcheinander, denn manchmal fallen die Bingokugeln einfach raus und Rico verliert den roten Faden. Trotz allem ist Rico ein aufgeweckter, neugieriger und mutiger Junge. Wie ein Detektiv will er mysteriöse Umstände aufklären, so wie die der Fundnudel auf dem Gehsteig. Doch all das ist nichts im Vergleich zu dem Abenteuer, das Rico noch bevorsteht! Als er Oskar kennenlernt, einen ziemlich kleinen Jungen mit ziemlich großen Zähnen und noch größerem Sturzhelm, verändert sich alles. Zwischen dem tiefbegabten und dem hochbegabten Jungen entwickelt sich eine unvergleichliche Freundschaft und als Oskar spurlos verschwindet weiß Rico, dass er seinen neuen Freund nicht im Stich lassen kann! Also macht er sich auf die Suche nach Oskar, der von dem berüchtigten Mister 2000 entführt wurde. Dabei überwindet er viele seiner Ängste - sogar die vor den Tieferschatten - und wächst über sich hinaus. 

„Ich hab ein Orientierungsvermögen wie eine besoffene Brieftaube in einem Schneesturm bei Windstärke 12."S. 30

Rico, Oskar und die Tieferschatten ist Band 1 der dreiteiligen Reihe und wurde bereits verfilmt. Meine Mum hat sich die Filme für ihre Arbeit besorgt und ich habe daher zuerst die Filme gesehen, ehe ich die Bücher gelesen habe. Das machte dem Lesespaß aber keinen Abbruch! Nachdem ich das Buch jetzt gelesen habe, empfinde ich dieses zwar als (noch) besser, aber ich finde auch, dass die Filme exzellent verfilmt wurden und vor allem sehr nah am Buch! 
Rico, der Protagonist, ist etwas wirr im Kopf und erklärt sich die Welt auf seine völlig eigene Weise. Und das macht ihn unglaublich sympathisch, witzig und liebenswert. Manchmal staunt man über seinen Mut, dann wieder lacht man über seine Gedankengänge und dann möchte man ihn am liebsten schütteln oder alternativ in den Arm nehmen, weil er sich wieder einmal in Gefahr bringt, ohne an die Konsequenzen zu denken. Die Charaktere sind allesamt - insbesondere natürlich Rico und Oskar - sehr detailliert beschrieben und man schließt sie alle sofort ins Herz. Durch die Ich-Perspektive von Rico ist man ganz nah am Geschehen und auch wenn er vielleicht nicht der Schlauste ist, so ist er großartig darin, zu Beobachten und zu Erzählen. Das macht es einem sehr einfach, die Welt durch seine Augen zu sehen. Die Art und Weise, wie er die Welt sieht und erklärt ist manchmal kindlich naiv und dann wieder unglaublich weise und besser formuliert, als ein Erwachsener es je könnte. Und genau deswegen macht dieses Buch so unglaublich Spaß - für Groß und Klein! 
„Wie verrückt muss man sein, um einem Gehörlosen seine Geschichte zu erzählen? Und wie verrückt muss man sein, um jemandem zuzuhören, ohne ihn zu hören? Aber weder Felix noch Sven schämten sich dafür. Ihre seltsame Freundschaft war ihnen nicht peinlich. Für sie war sie die normalste Sache der Welt. Das machte, dass ich mich selber gleich viel besser fühlte."
S. 152
Das gesamte Buch ist durchzogen mit liebevollen, farbigen Illustrationen von Peter Schössow, die die Geschichte perfekt ergänzen. In einer vorigen Edition des Buches sind die Bilder Schwarz-Weiß, ich würde aber auf jeden Fall zu den farbigen raten! Sie sind einfach wunderschön und passen ideal zur Stimmung der Geschichte. Immer wieder finden sich kleine "Karteikarten" in der Geschichte, auf denen sich Rico Fremdwörter aufschreibt und sich erklärt, z.B. Depression. 
„Traurige Sachen ziehen alle Kraft aus einem raus und machen einem wackelige Beine. Depression: Das graue Gefühl. Mama hat es mal so genannt, als wir uns über Frau Dahling unterhielten. Eine Depression ist, wenn all deine Gefühle im Rollstuhl sitzen. Sie haben keine Arme mehr und es ist leider auch gerade niemand zum Schieben da. Womöglich sind auch noch die Reifen platt. Macht sehr müde."
S. 163
Andreas Steinhöfel schafft es mit sehr viel Witz und Humor ein Buch über Kinder zu schreiben, die nicht "der Norm" entsprechen. Kinder, die Besonders sind und Anders. Und er zeigt damit, dass daran nichts falsches oder schlechtes ist. Mittlerweile gibt es alle drei Bände in einer farbig illustrierten Schuber-Version, die sich auf jeden Fall lohnt! 
Fazit
Ein spannendes und witziges Abenteuer mit sehr viel Humor, Witz und liebevollen Erklärungen. Das Buch ist lustig und lehrreich, aber auch spannend - keine Sekunde wird es langweilig! Rico, Oskar und die Tieferschatten handelt von einer wundervollen Freundschaft zwischen zwei sehr unterschiedlichen Kindern und davon, wie man mit Freunden über sich selbst hinauswächst und sich Dinge traut, die man alleine nie geschafft hätte. Lesenswert für Erwachsene genauso wie für Kinder! 
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liebe, lori nelson spielman, träume, lebensziele, familie

Morgen kommt ein neuer Himmel

Lori Nelson Spielman , Andrea Fischer
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.03.2016
ISBN 9783596521128
Genre: Romane

Rezension:


Nach dem Tod ihrer Mutter Elizabeth ist Brett untröstlich - wie soll sie ihr Leben nur ohne den Menschen weiterführen, der ihr am meisten am Herz lag? Doch die Trauer weicht Wut und Enttäuschung, als das Testament eröffnet wird: während ihre Brüder großzügig bedacht werden, erhält sie ... nichts. Stattdessen muss sie ihre Lebensziele erfüllen, die sie mit 14 aufgeschrieben hat. So ein Blödsinn, denkt sich Brett, denn sie ist nicht mehr das Mädchen, das sie als Teenager war. Sie hat jetzt andere Träume. Und sie ist glücklich. Oder nicht? Widerwillig lässt sie sich darauf ein, mit tatkräftiger Unterstützung des Anwalts Brad, der ihr jederzeit zur Seite steht. Und mit der Zeit erkennt Brett, dass ihre Mutter vielleicht gar nicht so Unrecht hatte... Ihre alten Lebensziele und das Testament stellt ihre gesamte Welt auf den Kopf und nichts mehr ist wie es vorher war, doch Brett erkennt nach und nach, was ihr wirklich wichtig ist im Leben. 


Die Geschichte zeigt, dass auch nachdem alles schief läuft, was nur schieflaufen kann, alles wieder besser wird und dass das Ende von Etwas auch immer ein neuer Anfang ist. Sie zeigt, dass man trotz Angst vor Veränderungen nicht seine Träume aufgeben sollte und manchmal über seinen eigenen Schatten springen muss. Es ist nie zu spät, sein Leben zu ändern und seine Träume zu erfüllen! Das Buch gibt einem eindrucksvoll zu verstehen, dass man niemals sich selbst aufgeben und aus den Augen verlieren sollte!


„Ich schaue aus dem Fenster und versetze mich zurück in eine andere Zeit, eine Zeit, als ich mutig und furchtlos war, überzeugt, dass meine Träume Wirklichkeit werden würden. Aber dann kam es, wie es kommen musste: Ich lernte, dass sich nicht alles nur um mich dreht."
S. 79


Bretts Charakter hat mir gut gefallen, sie hat Ecken und Kanten, viele Ängste und Unsicherheiten, ist aber dennoch sehr sympathisch. Man kann sich wundervoll mit ihr identifizieren. Die anderen Charaktere sind etwas weniger detailliert ausgearbeitet, tragen jedoch maßgeblich zum Verlauf der Geschichte bei und zeigen sowohl ihre guten als auch ihre schlechten Seiten - eben wie im echten Leben. 
Der Schreibstil der Autorin ist leicht und flüssig zu lesen. Für mich war "Morgen kommt ein neuer Himmel" ein richtiger Wohlfühlroman - perfekt für die Urlaubszeit. Man muss nicht viel nachdenken und kann sich einfach in die Geschichte fallen lassen. Dennoch ist die Story nicht zu seicht und kitschig, was mich sehr erleichtert hat. Es ist einfach ein schöner, romantischer, lebensbejahender Roman mit einer schönen Story, netten Charakteren und einem angenehmen, leichten Schreibstil. Sicherlich ist manches an der Geschichte etwas realitätsfern und auch vorhersehbar, aber alles im Rahmen, sodass es die Lesefreude nicht trübt. 


Fazit

Ein schöner Roman über das Schicksal des Lebens, über die Verwirklichung seiner Träume und die Wahrung des eigenen Ichs. Sehr schön geschrieben von der Autorin, die eine Protagonistin erschaffen hat mit Ecken und Kanten, der man im Laufe der Geschichte beim Weiterentwickeln und bei vielen Veränderungen zusehen kann. Das perfekte Buch für die Urlaubszeit, wenn man etwas leichteres und einfach schönes lesen will, ohne allzu viel Kitsch. 
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freundschaft, roman, gail honeyman, ich eleanor oliphant, liebe

Ich, Eleanor Oliphant

Gail Honeyman , Alexandra Kranefeld
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 24.04.2017
ISBN 9783431039788
Genre: Romane

Rezension:

Eleanor ist allein. Doch einsam fühlt sie sich deswegen eigentlich nicht. Denn sie ist es nicht anders gewohnt und hat sich mittlerweile damit arrangiert. Doch als sie sich auf den ersten Blick in einen Mann verliebt, ändert sich das. Denn wie sollte dieser sie jemals bemerken, wenn sie nicht gründlich etwas ändert? Doch es bleibt nicht bei ein paar neuen Schuhen, Kleidern und einer neuen Frisur - nein, es geht sehr viel weiter. Und dabei bekommt sie Hilfe von unerwarteter Seite: Raymond, Computerfreak und Kollege von Eleanor. Doch diese scheut eigentlich jeden sozialen Kontakt, und Menschen meidet sie am liebsten völlig. Doch Stück für Stück wagt es Eleanor, neues auszuprobieren - und versagt dabei oftmals auch glorreich. Doch hinter all dem Oberflächlichen brodelt es gewaltig - was ist in Eleanors Kindheit geschehen? Woher stammt ihre Brandnarbe und was hat es mit den wöchentlichen Telefonaten mit ihrer Mutter auf sich, die sie "Mummy" nennt, obwohl diese sie doch nur einschüchtert? 

Hinter dieser Geschichte steckt weit mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Es handelt sich nicht um ein angenehmes, doch recht oberflächliches Buch, sondern eines, mit einer unglaublichen emotionalen und psychologischen Tiefe. Das hatte ich so nicht erwartet, aber genau deswegen hat mir das Buch dann doch so gut gefallen. Denn es war auf jeden Fall völlig anders. 

Der Schreibstil der Autorin ist sehr detailliert, aber dennoch angenehm zu lesen. 

Eleanor war mir am Anfang des Buches unglaublich unsympathisch. Sie war hochgradig naiv, aber vor allem ihre Arroganz gegenüber anderen Menschen fand ich unerträglich. Ehrlich gesagt wunderte es mich nicht wirklich, dass Kollegen nichts mit ihr zu tun haben wollten.. Ihre weltfremde Art ging mir mehrmals auf den Keks - sie hat schlicht keinerlei Ahnung von allem, was für andere absolut normal ist. Mit Technik kommt sie nicht zurecht, Trinkgeld ist für sie ein Fremdwort und höfliche Konversation sowieso. Doch je länger man liest, und je mehr sich Eleanor verändert - auch wenn der Grund dafür doch recht lächerlich ist - desto mehr fängt man an sie zu verstehen. Es werden immer weitere Fragen aufgeworfen während andere beantwortet werden. Und so lernt man eine andere Seite von Eleanor kennen, eine die ihr Wesen erklärt. Alles in allem ist Eleanor nicht gerade eine typische Protagonistin, wie man sie schon zuhauf kennt. Sie ist völlig anders, man muss sich auf sie einlassen und die schlechten Angewohnheiten erst einmal ertragen. Denn dann lernt man die verschiedenen Facetten ihrer Person kennen - und freut sich an jeder noch so kleinen Veränderung mit ihr. 

Die zweite Hälfte des Buches - Die schlechten Tage - waren sehr interessant zu lesen und erklärten sehr viel. Leider kam das Ende dann doch recht schnell, hier hätte ich mir noch etwas mehr gewünscht. Ich konnte mich ganz gut in Eleanor einfühlen, weil ich weiß, wie es ist, in Therapie zu sein und mit seinem Leben zu hadern, doch ich kann mir vorstellen, dass Leser ohne dieses Vorwissen das alles etwas zu schnell geht und zu wenig erklärt wird. Ich hätte sehr gerne mehr von der verlorenen, traurigen und gebrochenen Eleanor gelesen und darüber, wie sie langsam wieder zu sich findet. 

„Eigentlich habe ich mein ganzes Leben lang auf den Tod gewartet. Was nicht heißt, dass ich einen aktiven Todeswunsch hätte; ich war nur nie sonderlich am Leben interessiert."

Neben Eleanor gibt es einen weiteren wichtigen Charakter im Buch: Raymond. Er nimmt sich Eleanor an - wenn auch eher aus Versehen. Anfangs gehen sie sich gehörig auf die Nerven - ihre Arroganz und Naivität und sein Zigarettenkonsum und sein ungepflegtes Auftreten - doch irgendwann, nach vielen weiteren ungeplanten Zusammentreffen, lernen sie sich besser kennen und fangen sogar an, freiwillig Zeit miteinander zu verbringen. Raymond ist alles andere als der typische männliche Gegenpart - denn er ist alles andere als "klassisch sexy". Kein Sixpack, keine coolen Klamotten, keine verstrubbelten Haare und dafür etwas zu viel auf den Rippen und ständigem Zigarettenkonsum. Und dennoch fängt man beim Lesen an, ihn immer mehr und mehr und mehr zu mögen. Er ist einfach ein Mann mit unglaublich großem Herzen, viel Optimismus und Freude und er wird für Eleanor ein Freund, der maßgeblich an ihrer Veränderung beteiligt ist. 

Vieles in dem Buch handelt auch von Psychologie, Traumata, Depressionen und dem menschlichen Verhalten allgemein. Kann man damit umgehen? Schafft man es, alte Verhaltensmuster aufzubrechen, die einen krank machen? Kann man sich ändern? Oder ist man ein Opfer seiner Vergangenheit? 
Dieses Thema ist sehr einfühlsam beschrieben und gut umgesetzt. Als jemand, der auch mit Depressionen zu kämpfen hat, konnte ich mich gut in die Story einfühlen, auch wenn es durchaus ein paar "Trigger" gab, die mich an meine eigene Erkrankung erinnert haben. Wer also damit Probleme hat, sollte sich genau überlegen, ob er das Buch lesen möchte! 

Fazit

Ein tiefgründiges und berührendes Buch, welches auf alle Fälle anders war als erwartet, aber genau deswegen bei mir punkten konnte. Eleanor ist eine schwierige Protagonistin, auf die man sich einlassen muss. Die psychologischen Aspekte haben mir sehr gut gefallen. Das Ende kam mir persönlich dann etwas zu schnell, die Erkenntnisse der Vergangenheit, Eleanors Zusammenbruch, ihr Versuch, zurück ins Leben zu finden, das allem hätte ein bisschen mehr Ausführlichkeit nicht geschadet. Ansonsten ein hervorragendes und zutiefst berührendes Buch!

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31 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

unfiltered, autorin, buch, schauspielerin, liily collins

Unfiltered: No Shame, No Regrets, Just Me.

Lily Collins
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 07.03.2017
ISBN 9780062473011
Genre: Biografien

Rezension:

Lily Collins is not just the daughter of Phil Collins, she is a great actress as well - and a good writer. With this book she reveals her own deepest secrets and shares her life with us. She takes us with her to her childhood and through her anxiety. She takes us with her through her anorexia and bulimia. She takes us with her through relationships of abusing behavior and drugs and many more. But she´s not just talking about it. She is talking with us. Reading this book is like a chat with a good friend. It´s like talking with her about your own experiences in a likeable way. A private and personally chat between two good friends. And this is exactly why I love this book so much. 

I liked Lily Collins a lot, she always was a good inspiration. But since I read "Unfiltered" I love her. Reading this book opened a lot of hidden problems in my own past. And it made me thinking about it. As you might know, I´m in therapy for a while, so the book didn´t triggered me anyhow, but it was great to read that there are other people with the same problems. Sometimes I even had the feeling to read my own diary. There were so many similarities it was hard to believe... This book opened my eyes. It remembered me to trust in myself. It showed me, that I am able to love myself and that I deserve the best. 

All over the book I had the feeling, that Lily didn´t wrote it to tell her own story, but more to inspire, encourage and help others who are maybe as well struggling. This makes it even more amazing. Reading and battling with the same issues made me feel less alone and this is so important! 

The book is written in a very emotionally way which makes it really personally. The chapters are short and every one is telling a different story about her life. The writing style of Lily is easy to read and as well beautiful at the same time. I loved every single word and every single chapter!

Throughout the book you can find many photos, Lily has chosen by herself. This makes the book even more personal. Before every chapter there is a nice quote of it.
Lily talks very openly about her past and is pretty honest and sincere. But actually there are many things to laugh about as well! There are many serious and important topics, but as well parts where you can laugh and hope with the author. It is not completely a serious reading, but a nice and well-written book about a young girl trying to finding her own way in life. 

„Anxieties and issues don´t just disappear if we don´t talk about them. In fact, we can´t fully deal with them if we don´t open up."
p. 152

A book by a truly inspiring and strong young women. I can recommend it to everyone and you don´t even have to be a big fan of Lily Collins. It is really interesting to read and handles many very important topics. Additionally it is written very cute and nicely and while reading you have the feeling of a conversations between two friends. 

„They are the proof that all of our stories matter. They are the proof that sharing our stories is key. It doesn´t matter where we´re from, what we look like, how old we are, or who we love - we all deserve to talk and connect. We all deserve to feel part of something greater. Because we are."
p. 162


Result

I love this book from the bottom of my heart. Lily wrote a very personal book with truly important topics which made me feel less alone. It was amzing reading it and it felt like chatting with a good friend of mine. I won´t stop re-reading it over and over again and I can highly recommend it to all of you, whether you are a big fan or not. 

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1.356 Bibliotheken, 46 Leser, 20 Gruppen, 109 Rezensionen

fantasy, magie, kvothe, universität, dämonen

Der Name des Windes

Patrick Rothfuss ,
Fester Einband: 864 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 14.06.2017
ISBN 9783608938159
Genre: Fantasy

Rezension:

Kvothe ist eine Legende. Er gilt als der berühmteste Magier seiner Zeit. Und doch nennt er sich nicht mehr Kvothe. Und anstatt zu zaubern lebt er als Gastwirt unter dem Namen Kote in einem kleinen Dorf. Niemand weiß, wer er wirklich ist - niemand außer Bast, seinem treuen Gefährten. Und dem Chronisten, der eines Tages im Wirtshaus auftaucht und seine Geschichte aufschreiben will. Und so muss Kvothe erneut seine Vergangenheit durchleben und Stück für Stück kommt heraus, was Kvothe durchmachen musste, um zum größten Magier seiner Zeit zu werden - und was ihn in dieses Wirtshaus geführt hat. Doch bis dahin ist es eine lange Geschichte...

Das Buch ist als Geschichte innerhalb einer Geschichte aufgebaut. Kvothe erzählt in seinem Wirtshaus seine eigene Geschichte - das ist die Gegenwart. Die anderen Kapitel sind die erzählte Geschichte - also Kvothes Vergangenheit. Der Autor nutzt dabei einen Schreibstil, der einen denken lässt, man würde tatsächlich in diesem Wirtshaus sitzen und Kvothe lauschen. Er lässt den Protagonisten abschweifen, plaudern und fabulieren, und erzählt dabei in einer bild- und wortgewaltigen Sprache. 
Dadurch hat das Buch aber auch durchaus seine Längen. Es handelt sich hierbei um eine Lebensgeschichte, die sehr detailliert erzählt wird, und neben faszinierenden und interessanten Abschnitten auch durchaus langweilige oder sich wiederholende Phasen hat. Es ist somit kein temporeiches Fantasyabenteuer, bei dem sich immer mehr Spannung aufbaut. 

Gerade zu Beginn des Buches tat ich mir unglaublich schwer, in die Geschichte reinzufinden. Es war mir einfach komplett zu langatmig und insgesamt auch nicht spannend und abwechslungsreich genug. Erst nach 200 - 300 Seiten konnte ich mich langsam mit der Story, der Erzählweise und den Charakteren anfreunden und erst ab da wollte ich auch wissen, wie es weiter geht. Davor war ich sogar zeitweise kurz davor, das Buch abzubrechen und beiseite zu legen... Und das kommt bei mir so gut wie nie vor!

Danach wurde es deutlich besser, jedoch passiert immer noch nicht allzu viel. Bei mir wurde nur schlichtweg die Neugier geweckt und ich wollte wissen, was mit Kvothe und seinen Freunden geschieht und ob er die Chandrian jemals findet. Aber auch hier gibt es noch viele Längen und insgesamt ist die Story häufig sehr eintönig und nicht allzu spannend. Insgesamt war ich auch etwas froh, das Buch endlich beendet zu haben, um mit etwas anderem anfangen zu können. Ich werde sicherlich auch die anderen Bände lesen und hoffe, dass diese spannender und vielseitiger werden, aber erst einmal brauche ich dazwischen ein paar Bücher, die etwas "leichter" zu lesen sind und mehr Spaß machen. Denn obwohl mir das Buch gegen Ende hin doch recht gut gefallen hat, so viel es mir dennoch schwierig, am Ball zu bleiben... 

„Der Tag, an dem wir beginnen, uns Gedanken über die Zukunft zu machen, ist der Tag, an dem wir unsere Kindheit hinter uns lassen."
S. 114

Der Sprachstil hingegen ist wirklich wundervoll. Der Autor kann wundervoll schreiben und besitzt die Gabe, sehr gut zu formulieren und mit Metaphern und Vergleichen nur so um sich zu werfen, ohne dass es albern wirkt. 

Fazit

Erst gegen Ende des Buches hat es mir besser gefallen, davor war mir die Story insgesamt zu langweilig und zu eintönig. Ich hatte mir deutlich mehr erhofft. Der Schreibstil des Autors hingegen ist - abgesehen von den vielen unnötigen Abschweifungen - wirklich angenehm zu lesen.

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254 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 54 Rezensionen

krieg, fuchs, freundschaft, pax, kinderbuch

Mein Freund Pax

Sara Pennypacker , Birgitt Kollmann , Jonathan Klassen
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 16.03.2017
ISBN 9783737352307
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Peter kann es immer noch nicht fassen. Er musste seinen besten Freund zurücklassen und zu seinem Großvater ziehen, weil der Krieg kommt und sein Vater weggeht. Und nachdem die ersten Tränen und die Wut etwas verflogen sind, wird Peter klar, dass sein bester Freund in großer Gefahr ist. Denn Pax ist ein zahmer Fuchs, der von Peter gerettet und aufgezogen wurde. Er kennt sich nicht in der Wildnis aus, er kann nicht jagen und nicht für sich selbst sorgen. Und Peter weiß, dass er Pax nicht alleine lassen kann, er muss ihn finden. Mal abgesehen davon kann er sich schlicht kein Leben ohne seinen besten Freund vorstellen... also begibt er sich auf eine gefährliche und lange Reise, immer in der Hoffnung, seinen Freund wiederzufinden...

Die Geschichte ist aus zwei Perspektiven geschrieben: die von Peter, dem Jungen, und die von Pax, dem Fuchs. Dadurch wird die Story nie langweilig und man bekommt einen guten Einblick in die Gefühlswelt des Jungen und auch in das neue Leben von Pax. Ich fand es wunderschön, wie die Lebensweise von Füchsen in die Story mit eingebaut wurden. Das macht vor allem die Kapitel von Pax besonders lesenswert und interessant. 

Besonders schön ist auch die poetische Sprache der Autorin. Sie macht das Buch zu etwas ganz besonderem. Dennoch ist es einfach zu lesen und auch für Kinder verständlich. 

Die kleinen, schwarzweißen Illustration runden die Story schön ab, man wünscht sich jedoch durchaus mehr davon. 

Die Geschichte selbst ist durchaus harter Tobak. Manchmal war man überrascht, dass man wirklich ein Kinderbuch liest. Die Themen Freundschaft und Liebe sind zwar ein großer Part des Buches, doch all das wird dominiert vom Krieg, der immer mehr Einzug in das Leben der beiden hält. Und mit dem Thema Krieg kommt auch der Tod, Verletzungen, Verstümmelungen, das Verlassen werden und ähnliches. Also durchaus düstere Themen für ein Kinderbuch. Ab welchem Alter es für Kinder geeignet ist, muss wohl jedes Elternteil selbst entscheiden, je nachdem wie sensibel das Kind ist. Man sollte jedoch mit einigen Tränen rechnen und darauf gefasst sein, mit Kindern über Tod und Krieg zu sprechen... Also nicht unbedingt ein Buch, welches sich für eine schöne Gute-Nacht-Geschichte eignet! Denn genau das hatte ich aufgrund des Titelbildes eigentlich erwartet ...

„Ich habe keinen Zauberspruch für dich, der dir den Weg weist. Das hier ist deine Reise, nicht meine. Doch wo wir gerade dabei sind: Eine Karte habe ich tatsächlich für dich." Viola löste eine von der Pinnwand und gab sie Peter. "Da steht doch gar nichts drauf." "Noch nicht. Aber auf so einer Reise wirst du schon etwas Passendes finden. Deine eigene Wahrheit, die du ganz allein entdeckst.""
S. 238

Das Ende kam für mich etwas zu schnell und wurde zu kurz und zu schnell abgehandelt. Hier hätte noch ein wenig Ausführlichkeit nicht geschadet, denn ich vermute, dass gerade Kinder damit ihre Probleme haben, so schnell zu verstehen, was geschehen ist oder was das bedeutet... Ein etwas runderes Ende mit etwas mehr Erklärungen wäre toll gewesen!

Fazit

Die Geschichte rund um Peter und Pax ist berührend und tiefgründig, aber auch melancholisch und traurig. Insgesamt wohl eher etwas für ältere, reifere Kinder, Jugendliche oder Erwachsene. Ansonsten ein schönes Buch über eine ganz besondere Freundschaft zwischen einem Jungen und einem Fuchs, das durchaus lesenswert ist. 

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388 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 66 Rezensionen

märchen, aschenkindel, liebe, prinz, halo summer

Aschenkindel - Das wahre Märchen

Halo Summer
Flexibler Einband: 276 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 05.12.2016
ISBN 9783959671248
Genre: Fantasy

Rezension:

Claerie Farnflee lebt mit ihrer Stiefmutter und ihren beiden Stiefschwestern zusammen und erledigt für sie die Drecksarbeit. Seit dem Tod ihres Vaters hat sie nicht mehr allzu viel zu lachen. Dennoch ist das Mädchen sehr lebensfroh, fröhlich - und ja, sogar glücklich. Denn sie lässt sich von ihrer Familie nicht die Laune vermiesen und schafft es, mit unglaublichem Optimismus und ganz viel Humor in die Zukunft zu schauen. Bis sie diesem seltsamen Fremden im Wald begegnet...

Die Geschichte von Cinderella kennt jeder. In diesem Buch wird Aschenputtel neu interpretiert, und zwar auf eine äußerst witzige und charmante Art und Weise. Der Schreibstil der Autorin ist leicht und witzig - und genau davon lebt dieses Buch. Von dem Sarkasmus, der Ironie, dem Witz, dem Charme, genauso wie von Herz und Gefühl. Eine wirklich tolle Kombination, die zu einem schönen Leseerlebnis führt. Selten konnte ich bei einem Buch so viel lachen. Aber gleichzeitig ist die Story nicht zu oberflächlich, sondern zeigt auch Tiefgang und ist an manchen Stellen auch sehr traurig. 

Einen Schwachpunkt hat das Buch leider - und der ist ziemlich groß. Denn das Ende kam so unglaublich abrupt, dass man nur fassungslos auf den Ebookreader starrt und verzweifelt sucht, ob man nicht irgendwelche Seiten übersehen hat. Es hat leider den Anschein, dass die Geschichte nur ganz schnell zu Ende gebracht werden musste und keine Zeit mehr war für einen würdigen Abschluss. Sehr schade! 

„Es ist die Substanz, die zählt, und darauf wird er bestimmt achten. Er wird mir tief in die Augen sehen und darin etwas erkennen, das ihm bei jeder anderen fehlt. Die persönliche Anziehungskraft ist nicht zu unterschätzen. Wenn es einen durchfährt, weil man einer vertrauten Seele begegnet, nach der man sich sein Leben lang gesehnt hat, dann spielt das Kleid absolut keine Rolle mehr!"

Die Neuinterpretation von Cinderella kann sich durchaus sehen lassen! Voller Witz und Charme erzählt sie die Geschichte, in der Aschenputtel eigentlich doch gar keine Lust auf den Prinzen hat... Genauso wenig wie auf diesen blöden Ball (obwohl der natürlich eine nette Abwechslung zum Schrubben und Kochen ist...) oder überhaupt auf ein Leben, welches geprägt ist von Zwang und nicht mehr von Freiheit, die sie doch so sehr liebt. Also nein, eigentlich will Aschenkindel keinen Prinzen, der kann ihr trost gestohlen bleiben! 

Fazit

Eine witzige, an manchen Stellen beinahe drollige Neuinterpretation von Cinderella, die sich durchaus sehen lassen kann. Eben ein nettes Buch für Zwischendurch. Leider kommt das Ende viel zu plötzlich und wirkt irgendwie lieblos hingeschmissen. Ansonsten fand ich die Story aber wirklich nett und amüsant. Daher aufgerundete 3,5 Sterne.

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

wo ist emma

Wo ist Emma?

Steena Holmes
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.10.2016
ISBN 9783548613475
Genre: Romane

Rezension:

Megan ist am Boden zerstört, nachdem ihre jüngste Tochter Emma verschwunden ist. Zuerst glauben sie noch, dass Emma sich verlaufen hat, doch ihre Hoffnung schwindet von Tag zu Tag. Peter vermisst seine Tochter ebenso wie Megan, doch er erkennt, dass seine anderen beiden Töchter ihn brauchen und so entfernt er sich immer mehr von seiner Frau, die beinahe verbittert Emma sucht und nicht aufgeben will. Doch damit setzt Megan nicht nur ihr Eheleben aufs Spiel, sondern ihre gesamte Familie. 

„Du kannst nicht alles ignorieren, Mom. Ich versuche, die Lücke auszufüllen, aber ich bin nur ein Kind."
S. 171

Der Schreibstil der Autorin ist einfach und angenehm zu lesen. Das Buch ist unterteilt in das Leben von Megan und das von Jack. Dadurch ergeben sich verschiedene Blickwinkel, die sehr berühren. Insgesamt ist die Story sehr einfühlsam erzählt und auch ergreifend. Mich in die Protagonistin Megan hineinzuversetzen fiel mir etwas schwer, weil sie zwar alles tut, um ihre Tochter zu finden, aber darüber hinaus den Rest ihrer Familie völlig vernachlässigt und vor allem gegenüber ihrem Mann sehr zickig ist, der doch einfach nur versucht, für seine anderen Töchter da zu sein (die das auch dringend nötig hatten). 
Die Charaktere sind gut beschrieben und bleiben nicht zu oberflächlich. Mir hätte es jedoch besser gefallen, wenn zusätzlich zu Megans und Jacks Sicht auch noch Peter, sowie die beiden Töchter Hannah und Alexis ihre Sicht der Dinge hätten schildern können. Das hätte dem Buch sehr viel mehr Tiefe verliehen. 

Ich konnte das Ende schon recht früh vorherahnen - und lag damit auch größtenteils richtig. Das nimmt leider etwas die Spannung. An manchen Stellen ist das Buch auch leider etwas langatmig und es fehlt die Spannung. Man hätte aus diesem spannenden und entsetzlichen Thema mehr machen können. 

Fazit

Eine nettes Buch für zwischendurch, welches leider an manchen Stellen zu wenig Tiefgang hat und zu vorhersehbar ist. Ansonsten nett geschrieben aus verschiedenen Perspektiven, was mir gut gefallen hat. 

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2.292 Bibliotheken, 75 Leser, 6 Gruppen, 200 Rezensionen

london, magie, fantasy, krimi, geister

Die Flüsse von London

Ben Aaronovitch , Karlheinz Dürr
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.01.2012
ISBN 9783423213417
Genre: Fantasy

Rezension:

Peter Grant hatte eigentlich andere Pläne, doch seine Karriere bei der Metropolitan Police steht auf wackligen Beinen. Statt zur Kriminalabteilung zu kommen soll er zur CPU - der Abteilung, die für all den Papierkram verantwortlich ist! Das gefällt Peter so gar nicht, vor allem da seine Freundin und Kollegin Lesley zur Mordkommission geschickt wird. Doch dann begegnet er einem Geist - und anstatt dass er für verrückt erklärt wird, stellt ihn Inspector Nightingale prompt als Lehrling ein. Aber nicht irgendein Lehrling, nein! Als Zauberlehrling! 
Und ab da nimmt alles seinen Lauf. Sie haben eine Leiche ohne Kopf, einen Familienvater, der plötzlich durchdreht, eine Familie aus Vampiren und Mama Themse und Papa Themse, die sich gegenseitig nicht ausstehen können und um einen Fluss kämpfen... 

Die Geschichte ist komplex und kompliziert und auch etwas verwirrend, aber einfach gut. Der Schreibstil von Ben Aaronovitch ist einzigartig und sehr detailliert. Ich war leider, leider noch nie in London, aber ich glaube es ist toll, wenn man die Orte wiedererkennt, an denen man selbst schon war! Der Autor beschreibt alle Orte sehr genau und man merkt einfach, dass er selbst dort aufgewachsen ist. Anfangs muss man sich erst an diesen Schreibstil gewöhnen, denn es wirkt etwas langatmig und - naja, einfach besonders. Nach einer Weile gewöhnt man sich jedoch daran und findet diese Art und Weise des Schreibens sogar als sehr gut und schlicht passend. Man hat das Gefühl, wirklich dabei zu sein und durch die detaillierte Beschreibung läuft die Story wie ein Film im eigenen Kopf ab. Sehr gelungen!

„Feldausrüstung für Gespensterjäger: warme Jacke; Thermounterwösche (extrem wichtig); Thermosflache; Geduld; Gespenst."
S. 37

Die gesamte Geschichte wird aus Sicht von Peter Grant geschildert, der einen mitnimmt in ein London, das etwas magischer ist, als wir immer dachten. Und da er selbst diese Magie erst kennenlernt, lernen auch wir sie Stück für Stück kennen und merken am Schluss, dass doch irgendwie alles anders ist.

Die Geschichte ist alles andere als stereotyp, die Charaktere sind es ebenfalls nicht,e ebensowenig wie der Schreibstil. Also alles in allem ein besonderes Buch. Der Protagonist Peter ist glaubhaft und authentisch, er macht Fehler, ist manchmal zu übermütig und hat einen genialen schwarzen Humor. Ich liebe britischen, schwarzen Humor! Und davon gibt es hier genügend! Insgesamt ist das Buch an vielen Stellen sehr amüsant und konnte mich oft zum Lachen bringen, in anderen Situationen geht es dann spannend und mysteriös zu. Eine gelungene Abwechslung! 

„Also gibt es wirklich Magie", sagte ich. "Und Sie sind ... was denn nun?" 
"Ein Zauberer." 
"Wie Harry Potter!" 
Nightingale seufzte. "Nein, nicht wie Harry Potter." 
"Wieso nicht?" 
"Ich bin schließlich keine fiktive Romanfigur", antwortete er.
S. 59


Alle Charaktere sind detailliert beschrieben und haben ihre Ecken und Kanten, das macht sie sehr realistisch und glaubwürdig. Auch die magischen - und zugegeben häufig etwas skurrilen - Wesen sind gut beschrieben. 

Ganz wichtig bei diesem Buch ist es jedoch, gut aufzupassen! Es ist keine Story, die man so nebenbei lesen sollte, denn dann verpasst man viele kleine Details, die aber elementar zur Aufklärung sind! Alle Puzzleteile gehören irgendwie zueinander und wenn man eines vergisst, dann ergibt die Story keinen Sinn mehr. Also immer gut aufpassen und mitdenken, denn Die Flüsse von London ist kein Buch zum abschalten und simplen genießen. Viele Fragen bleiben auch am Ende des Buches offen, ich hätte mir zum Beispiel mehr Informationen zu Molly gewünscht und an manchen Stellen war ich mir dann auch nicht ganz sicher, ob ich das alles jetzt richtig verstanden habe... Aber da es mehrere Bände rund um Peter Grant gibt, könnte es ja sein, dass all diese Fragen dort geklärt werden. 

Fazit

Eine interessante und spannende Geschichte, die mit detaillierten Beschreibungen und viel schwarzem Humor aufwarten kann. Wichtig ist es jedoch, immer gut aufzupassen, um die ganzen Details zu bemerken, die man später braucht, um die Story zu verstehen. Ich bin gespannt, wie es mit Peter Grant weitergeht und werde sicher auch die anderen Bücher lesen. 

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520 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 84 Rezensionen

spiegelsplitter, magie, fantasy, ava reed, elemente

Spiegelsplitter

Ava Reed
Flexibler Einband: 358 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 22.10.2015
ISBN 9783551300447
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Caitlin ist 17 und eigentlich ein ganz normales Mädchen. Seit dem Tod ihres Vaters lebt sie zusammen mit Erin in Irland, da sie ihre Mutter nie kennengelernt hat. Neben der Schule arbeitet sie in einem Buchladen und ist eigentlich insgesamt ganz zufrieden mit ihrem Leben. Sie hat sich längst damit abgefunden, dass sie ihr Spiegelbild nicht sehen kann, auch wenn Spiegel nach wie vor eine große Faszination auf sie ausüben. Doch dann ändert sich ihr Leben schlagartig, als sie den seltsamen Finn kennenlernt und sie entdecken muss, dass ihr Leben nicht so normal ist wie gedacht. Und dass da draußen Dinge schlummern, die nur darauf warten, sie in Gefahr zu bringen...


„Die gute Nachricht: ich war nicht verrückt. 
Die schlechte Nachricht: normal war ich auch nicht."

Die Story fesselt einen sofort und Caitlin wächst einem ebenfalls ans Herz. Die Autorin gibt sich sehr viel Mühe, Caitlin und ihre Umgebung zu beschreiben. Man hat dadurch das Gefühl, wirklich dabei zu sein - besonders in Aidans Buchladen. Man merkt, wie sehr die Autorin Bücher liebt. Die Protagonistin ist sehr sympathisch, aufgeweckt, neugierig und ein bisschen tollpatschig. Finn kann man anfangs nicht genau einschätzen, doch im Laufe der Geschichte bekommt auch er mehr Tiefe. Auch die anderen Charaktere sind wundervoll und detailliert beschrieben und man möchte gerne mehr von ihnen erfahren!


Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und flüssig zu lesen, einfach, aber dennoch schön. Die Geschichte wird in zwei Perspektiven erzählt: die von Caitlin und die von Finn. Größtenteils fand ich das auch sehr schön, allerdings gab es dadurch auch viele Wiederholungen, die einen auf Dauer ein wenig langweilen können und das Ganze etwas langatmig machten. Hier wäre ein bisschen weniger mehr gewesen. Gerade zum Ende hin, wenn es immer spannender wird, war es beinahe enttäuschend, eine Wiederholung lesen "zu müssen", weil man doch viel lieber wissen wollte, wie es weiter geht, anstatt die gleichen Ereignisse noch einmal zu lesen nur aus einer anderen Perspektive. Mit weniger Wiederholungen hätte ich den Perspektivenwechsel aber wirklich toll gefunden! 

Die Story enthält viele verschiedene Fantasyelemente und viele Wesen, die einen Anfangs vielleicht ein bisschen überfordern können. Allerdings fand ich mich recht schnell gut in dieser Welt zurecht und es machte mir großen Spaß immer wieder neue Wesen zu entdecken - und der Frage nachzugehen: Wer ist böse? Wer nicht? 
Der Spannungsbogen konnte durchweg aufrecht erhalten werden - mit Ausnahme von den vielen Wiederholungen. Insgesamt habe ich das Buch dann viel zu schnell durchgelesen und fand es schade, dass es zu Ende war. 


Band 2 ist ebenfalls erhältlich und ich freue mich, ihn bald zu lesen und zu erfahren, wie es mit Caitlin und Finn und all den anderen weiter geht! 

Fazit
Ein schöner, spannender, charmanter und romantischer Fantasyroman mit vielen Ideen und einer guten Umsetzung. Nur die vielen Wiederholungen durch die Perspektivenwechsel haben den Lesefluss doch etwas gestört und machten die Story an manchen Stellen etwas langatmig. Dennoch konnte das Buch überzeugen und ich freue mich, bald die Fortsetzung lesen zu können!


http://lucciola-test.blogspot.de/2017/07/books-ava-reed-spiegelsplitter-die.html

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