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25 Bibliotheken, 0 Leser, 5 Gruppen, 17 Rezensionen

science fiction, endzeit, zombies, virus, zombie

Coevolution

M.J. Colletti
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 31.03.2017
ISBN 9783743172739
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Atmende Zombies? Lebende Tote?

Nicht wirklich!

Zwar erwecken die ersten Seiten des Romans „Coevolution“ von Autorin M. J. Colletti den Eindruck das hier die Toten leben, aber da sie bei atmendem Körper vor sich hin verwesen, sind sie nicht wirklich lebendig.

Oder doch?

Colletti versucht neue Sichtweisen in die bekannte Zombieapokalypse zu bringen: Ein totalitärer Stadtstaat, welcher seine nicht elitären Einwohner unterdrückt und sie in scheinbarer Sicherheit wiegt. Nahrungsmangel, Geburtenkontrolle bzw. vollkommenes Verbot von Fortpflanzung, Kontrolle über alles und jeden. Infizierte, die zwar infiziert sind, aber doch irgendwie auch wieder nicht – das zu ausführlich zu erklären würde den Spaß am Lesen nehmen, also bleibe ich bei diesem Allgemeinplatz.

„Coevolution“ ist ein Fun-To-Read-Buch, welches zwar das Genre weder neu erfindet oder gar revolutioniert – es ist einfach kurzweilig geschrieben und bietet angenehme Unterhaltung ohne Kitsch und Hirnblutung.

Zum einen führt Colletti sehr schnell die ganzen unterschiedlichen Handlungsstränge zusammen, oder gibt dem Leser die Möglichkeit dies schon vorher selbst zu erledigen, noch bevor ihre Protagonisten es dann im Buch eigenhändig erledigen.

Zum anderen sind die Kapitel erfreulich kurzgehalten, sodass die jeweiligen Szenenwechsel schnell hintereinander erfolgen und man nicht in die unnötige Verlegenheit gerät, sich erinnern zu müssen was denn nun geschehen ist und man auch nach einer längeren Pause sofort wieder in die Handlung hineinfindet. So kann man mehrfach dem Drang des „komm, ein Kapitel liest du noch!“ nachgeben, ohne sich in der Zeit zu verrennen.

Colletti ergeht sich auch erfrischend wenig in zu wissenschaftlichen Abhandlungen, welche nur von wirklich Meistern des Fachs der SCIENCE-Fiction unterhaltend vermittelt werden können und bei den meisten anderen Autoren eher als enervierendes Kauderwelsch oder Abschrieb einer Dissertation als Füllmaterial von mir subjektiv wahrgenommen werden.

Da das Buch über BoD erscheint, ist das Lektorat nicht professioneller Natur – wie in einem Biggie-Verlag (obwohl es auch dort sehrt viele Ausreißer geben kann, diesbezüglich) – und das merkt man der ganzen Sache auch an. Doppelte Worte oder das Fehlen genau derer, machen manche Sätze schwer zu verstehen. Wirklich schlimm sind die Ausrutscher nicht, doch man kann sie nicht überlesen, denn gerade durch den Aspekt der Erzählung im Präsens rutschen des Öfteren zeitlich Falschformulierungen in den Text, welche man hätte durch eine andere Erzählperspektive hätte vermeiden können. Auch gerade die Erzählung im Präsens machte es mir schwer, mich in die Geschichte und deren Flow hinein zu finden. Irgendwie wirkt alles dadurch teilweise zu umständlich formuliert und diese Art der Erzählung wirkte auf mich auch sehr anstrengend zu lesen.

Was die Autorin dahingehend versäumt hat, macht sie mit dem für mich unerwarteten Ende wieder wett, denn es kommt genau so nicht, wie ich mir gedacht hatte das es kommen würde.

Es holpert zwar ab und an, doch als Erstlingswerk kann sich „Coevolution“ definitiv sehen lassen.

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133 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 28 Rezensionen

richard laymon, halloween, wird in die länge gezogen, ende ???, horror

Das Haus

Richard Laymon ,
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.03.2016
ISBN 9783453676480
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mein zweiter Laymon und gleich ein Reinfall?

Nachdem ich „Der Keller“ regelrecht verschlungen hatte, dachte ich mir das es mit „Das Haus“ ähnlich sein würde – ähneln sich doch die Plotlines beider Bücher recht stark. Doch so simpel wie die Titel der Laymon-Bücher auch sind, so simpel erschien mir diesmal auch der Inhalt des Buches.

Konnten mich in „Der Keller“ die Charaktere noch halbwegs überzeugen – stereotyp bleiben sie dennoch – so bleiben die Protagonisten von „Das Haus“ selbst hinter diesen Erwartungen zurück.

Dünne Geschichte, seltsame Handlungsstrecken und an den Haaren herbeigezogene Spieler innerhalb der Geschichte machen „Das Haus“ zu einem zähen Lesevergnügen, welches nicht im geringsten an den „Fun to read“ von „Der Keller“ herankommt.

Manchmal braucht es mehr als nur Blood, Sweat and Speed um den Leser in den Bann zu schlagen und wenn man selbst den Umstand das dieses Buch mittlerweile 32 Jahre auf dem Buckel hat mit in die Bewertung einrechnet, so kann man dies nicht als Ausrede ansehen, denn auch 1985 ging sicher mehr als das, was Laymon hier anbietet.

Laymon hat über 30 Romane verfasst und ich will ihm „Das Haus“ einfach einmal als Ausrutscher nachsehen, denn es stehen noch 28 Romane aus, welche man lesen könnte, wenn man denn mag.

Diesmal konnte er mich nicht fesseln oder unterhalten, denn der komplette Roman wirkt zu konstruiert und gerade das Ende verstärkt den Eindruck des „Ich weiß nicht wo ich eigentlich hinwollte, also mach ich mal Schluss, ob es stimmig ist oder nicht!“.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

The Extinction Cycle - Buch 2: Mutierte Bestien

Nicholas Sansbury Smith
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 22.12.2016
ISBN 9783865524966
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Die Weltbevölkerung wurde weiter dezimiert, denn die Überlebenden auf Plum Island, der Militäreinrichtung, welche mit zum Untergang der Menschlichen Rasse beigetragen hat, haben einen neuen Monster-Virus erschaffen und mit ihm alle Infizierten des Blutervirus ausgelöscht.

Doch auch unter ihnen gab es Immune, welche sich weiterentwickelten und nun als Mutationen den Rest Menschheit bedrohen, sie als Nahrung betrachten und Jagd auf sie machen.

In den Städten türmen sich die Leichen der Blutervirustoten und die wenigen Überlebenden, welche sich in den Städten noch haben halten können, versuchen eben genau das zu tun – nämlich zu überleben und der neuen Jägerspezies zu entkommen.

Das Militär plant einen weiteren Schlag gegen die Feinde der Menschheit, doch ist nicht klar, ob dieser auch zum erhofften Erfolg führen wird, denn die wahren Vorzeichen werden verkannt. Reed Beckham und Co. sehen sich erneut einer scheinbar unlösbaren Aufgabe gegenüber.

Nach wie vor erweist sich der „Extinction Cycle“ nicht als die übliche Dystopie. Autor Nicholas Sansbury Smith vermeidet weiter die Richtung "Hey, Zombies durch Schnupfen, leb damit!", sondern versucht wissenschaftlich zu erklären wie so etwas theoretisch möglich ist und sogar machbar wäre.

Aufbauende Ansprachen der militärischen Führungsriege, welche ihre Soldaten in den fast sicheren Tod schickt, sind genauso an der Tagesordnung wie tiefgründige Blicke in sämtliche Abgründe der menschlichen Seele, wenn es darum geht den Charakteren noch mehr Fleisch zu verleihen, als sie ohnehin schon haben.

Jeder der Protagonisten, wenn nicht bereits im ersten Band geschehen, wächst einem ans Herz und man kann sich mit vielen der emotionalen Beweggründe identifizieren. Solchen Menschen möchte man einmal im richtigen Leben – ohne Mutantenapokalypse – begegnen.

Der mittlerweile 6.5 Teile umfassende „Extinction Cycle“ schwächelt auch im zweiten Buch keinen Deut. Sansbury Smith hält das Tempo des ersten Teils weiter durch und seine Ideen sind weiterhin interessant genug um sie vom üblichen Zombie-Einheitsbrei weit anzuheben.

Vergleiche zu „We´re alive!“ kamen mir immer wieder in den Sinn, denn die Monster bleiben nicht auf einem Dumpfbacken-Kannibalen-Unterlevel stehen, sondern entwickeln sich stetig weiter, um die Bedrohung, welche von ihnen ausgeht, nicht in ein reines „Komm, knallen wir sie ab und gut ist!“-Schlachtfest verkommen zu lassen.

Weiterhin sind nicht nur die Bemühungen der Militärs gefragt, auch die Wissenschaftler müssen weiter an einer Möglichkeit arbeiten die menschliche Rasse in Existenz zu halten und nicht vollkommen unter gehen zu lassen.

Rasante Einsätze in den verseuchten und durch die Mutanten kontrollierten Gebiete wechseln sich mit einer Lovestory auf Nichtkitschniveau und wissenschaftlichen Machbarkeiten in erschreckendem Ausmaß ab und halten sich genau so die Waage, dass man weder gelangweilt wird, noch das Gefühl hat im Schweinsgalopp durch eine zu schnell zusammengeschusterte Szenerie zu marschieren.

Ich der Hoffnung, das Sansbury Smith diese Art der Dystopie qualitativ weiter durchhält und sich nicht in zu langwierigen Partituren verliert, nur um auf mehr als notwendige Buchnummern zu kommen, bin ich schon auf den dritten Teil gespannt.

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42 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

zombies, endzei, endzeit, horror, dystopie

Grippe

Wayne Simmons , Andreas Schiffmann
Buch: 280 Seiten
Erschienen bei Voodoo Press, 01.01.2011
ISBN 9783902802309
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Hast Du gerade geniest?“

Wer in Wayne Simmons postapokalyptischem Roman diese Frage mit einem „Ja!“ beantwortet, hat unter Umständen sein Leben bereits verwirkt. Zum einen könnte es geschehen, dass der Fragende ohne Umschweife zu Waffe greift um den Antwortenden ins Jenseits zu schicken, zum anderen könnte der Gefragte an der Grippe erkrankt sein, die dem Roman den Titel gibt und welche ebenso tödlich endet wie man glaubt das es eine Männergrippe täte.

Der Auslöser dieser literarischen Zombie-Apokalypse ist eine gewöhnliche Grippe, welche ungewöhnliche Dinge nach sich zieht und wie man bereits aus dem Begriff ableiten kann, lässt sie die an ihr Verstorbenen wieder auferstehen und als hirnlose Fressmaschinen durch die Gegend wanken und stöhnen.

Doch bis es soweit ist und sich die Zombies auch als solche zu erkennen geben, lässt Autor Wayne Simmons erst einmal 64 Seiten der deutschen Übersetzung aus dem Voodoo Press Verlag vergehen um dann doch die gewohnten Leichenfresser ins Rennen zu schicken, auch wenn er sich teilweise humorig darüber auslässt, das diese eher wie normale Grippekranke röcheln und husten, statt wie die Walking Dead einfach nur vor sich hin zu stöhnen.

In diesen ersten 64 Seiten, welche es braucht um aus den Grippetoten normale Zombies zu machen, lernt man zumindest die Protagonisten des ganzen Geschehen kennen. Es handelt sich hierbei zwar um vollkommen normale Bewohner einer postapokalyptischen Welt, welche sich gerade im Aufbau befindet, und man scheint sie schon aus anderen Publikationen dieser Art zu kenne, doch gibt Simmons ihnen einen besonderen Twist mit auf den Weg.

Da sich das Ganze in Irland – Belfast, um genau zu sein - zuträgt, nimmt er sich die politische Geschichte der Iren zu Herzen und verbindet die vermeintlichen Normalos mit einer IRA- oder militärischen Vergangenheit. Dieser Twist macht alles ein wenig interessanter und hilf ein wenig über das normale Survive and Destroy-Szenario hinweg.

Wie oben bereits erwähnt, sind die Charaktere alles andere als neu oder gar innovativ und auch die irisch nationale Färbung verliert schnell an Glanz, sobald sie beginnen irrationale Dinge zu tun, welche dem gerade eben noch ausgearbeitetem Charakter vollkommen wiedersprechen und sich nicht mit einer gerade eben noch vollzogenen Handlung in Einklang bringen lassen. So wird ein Mensch auf einmal von einem der Protagonisten als schlecht und böse durchschaut, obwohl genau dieser Protagonist dem Durchschauten vor ein paar wenigen Seiten noch seine Hilfe und Fürsorge hat angedeihen lassen – ein konstruierter Argwohn, welcher mir ein wenig sauer aufstieß.

Auch sind gewisse Verhaltensmuster ein wenig befremdlich, denn wenn ein ehemaliger Paramilitärs auf einen Militärhubschrauber schießt, welcher eigentlich die Rettung verheißen könnte, er ihn aber an erduldete Folter und schlimmeres erinnert, so sind die Gedankengänge des jeweilige Protagonisten nicht wirklich nachvollziehbar.

Negativ fiel selbst mir bei diesem Roman das holperige Lektorat auf. Manchmal fehlen komplette Worte und geben so den Sätzen entweder eine vollkommen andere oder gar keine Bedeutung. Auch die Übersetzung holpert sich teilweise ein wenig unbeholfen durch die Geschichte und verwendet Worte, welche sich mir nicht sofort erschließen wollten, scheinen sie doch eher einem regionalen Slang entsprungen zu sein, als dass sie normales Gebrauchsdeutsch darstellen.

„Grippe“ ist nette Unterhaltung für zwischendurch, denn so wirklich in die Tiefe geht Wayne Simmons nicht und seine Welt ist nicht so voller Gore und Violence wie die Zitate anderer Autoren über das Buch auf dem Buchrücken vermuten lassen. Interessant ist der Lokalkolorit und die irische Einfärbung vor dem Hintergrund der politischen Geschichte des Landes. Ich erhoffe mir, da ja nun das Setting komplett steht und angekommen ist, von Band 2 – „Inkubation“ – ein wenig mehr Tiefgang.

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11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

schwarzer humor, sensenmann, liebe. urban-fantasy, urban fanstay, magie

Mister Toth

John D. Sikavica
Flexibler Einband: 248 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 31.07.2017
ISBN 9783744886642
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Der Tod, es gibt ihn wirklich und er spricht sogar zu mir!

Das ist der Eindruck, den man sofort bekommt, nachdem man das erste Kapitel von John D. Sikavica zweitem Roman „Mister Toth“ gelesen hat.

Wie der Bursche heißt, weiß er selbst nicht mehr und er nennt sich einfach „Vincent Toth“ als er danach gefragt wird und einen Namen braucht um in einer – selbst für ihn – skurrilen Situation zu bestehen und eine unnötigen Verdachtsmomente zu erschaffen.

Diese bleiben dennoch nicht aus, denn Katarina Sadlowski – ihres Zeichens freischaffende Journalistin – hegt genau das, nämlich Verdachtsmomente, gegen den seltsamen Typen, welchen sie in der Faschingsnacht mit an einem Straßenschild festgefrorener Zunge entdeckt.

Nach seinem Science-Fiction-Erstlingswerk „Phase 7“ widmet Sikavica sich hier nun der „Urban Fantasy“ du da ich diesen Begriff für reichlich daneben halte, bezeichnen ich dieses Buch einfach einmal großflächig als Horror-Roman, oder Grusel… wenn man denn unbedingt unterteilen muss.

Wer sich schon immer gefragt hat, wie es in der Gedankenwelt von jemandem zugehen mag, der die Seelen der Verstorbenen ins Jenseits begleitet und wie dies bewerkstelligt wird, dem gibt Sikavica hier die Möglichkeit in den Kopf eines Sensenmanns zu sehen und sich dabei auch noch königlich zu unterhalten.

Zum einen sind da die Unsicherheiten eines Grimme Schnitters in der Ausübung seines Jobs, zum anderen die sarkastischen Betrachtungen seiner Umwelt und seiner Tätigkeit durch Freund Hein Himself.

Je mehr „Vincent Toth“ in Situationen gerät, aus denen er sich schwerlich selbst und vollkommen einfach wieder herausbringen kann, umso mehr Spaß machte mir die Sichtweise des Burschen, denn der gute „Vincent“ ist alles andere als ein selbstverliebter und vollkommen von sich eingenommener Gevatter Tod. Er zweifelt an dem was er macht und ist sich niemals so sicher in genau dem Moment genau das richtige zu tun.

Und genau das macht den Burschen so sympathisch und man denkt sich, dass er es sein sollte, der einen abholt, sollte denn der Tag gekommen sein, an dem man sein irdisches Dasein wird beenden müssen. „hey, ich muss zwar jetzt gehen, aber immerhin bringt Vincent mich ans Ziel und das wird sicher irgendwie witzig werden!“.

Schauplatz der ganzen Geschichte ist das Städtchen Leonberg in Deutschland – nicht etwa London oder irgendein Vorort eines amerikanischen Molochs, welches ich nicht kenne, doch in dem ich nicht tot über dem Zaun hängen möchte, denn die Beschreibungen von Sikavica sind so genau und detailliert, dass es sich um genau so eine Kleinstadt handeln muss, in der ich nicht leben würde.

Und genau so detailverliebt wie die Beschreibung Leonbergs sind auch die anderen Darstellungen und Beschreibungen von Land, Leuten und Geschehnissen. Man hat von Anfang an das Gefühl sich in der ersten Reihe zu bewegen und mit den ganzen Protagonisten durch die Geschichte zu turnen, welche sich zum einen aus der Sicht von „Vincent Toth“ und zum anderen aus der des „Ich weiß was und erzähl dir das!“-Betrachters darbietet.

Geheimbünde – und warum die bekannten Geheimbünde ja gar nicht so geheim sein können wenn man sie kennt, Verschwörungen, Ansichten eines Todbringers, Umgang mit dem Ende des irdischen Daseins und eine Menge Spaß am Umgang mit Sarkasmus und Humor – das zeichnet den zweiten Roman von Sikavica vordergründig aus. Wenn man sich jedoch die Mühe macht ein wenig hinter das alles zu lesen, wird man erkennen, dass Sikavica sich auch hier wieder sehr viel Mühe gegeben hat, treffgenaue Formulierungen der anspruchsvolleren Art anzubringen und es dennoch schafft weder in die Ecke der gestelzten Unterhaltung noch in die des „Ich brauch unbedingt einen deutschen Buchpreis!“-Qual eines pseudo intellektuellen Urban-Fantasy-Dramas abzurutschen.

Ein Leckerli für zwischendurch ist „Toth“ dennoch nicht, denn man sollte sich schon genug Zeit und Muße nehmen um nicht im Schweinsgalopp durch die 244 Seiten zu rasen, die Hälfte zu verpassen und sich somit selbst den Spaß am Ganzen zu nehmen.

John D. Sikavica mag sicher recht unbekannt sein das draußen, doch ich hoffe sehr das irgendwer auf den guten „Vincent“ aufmerksam wird und ihm ein Zuhause gibt, welches auch in den Buchregalen der Real Life-Buchhandlungen zu finden ist, denn Autor und Buchheld haben das – meiner subjektiven Meinung nach - verdient.

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Oculus - Im Auge des Sturms

Wolfgang Hohlbein
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.09.2017
ISBN 9783404208784
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Geisterjäger meets Dystopie…

…und das auf eine Art und Weise, welche ich den beiden – also Autor und Serienheld – nicht wirklich zugetraut hätte.

Das Bastei/Lübbe sein althergebrachtes Schlachtschiff „John Sinclair“ nun schon seit ein paar Jahren versucht in ungewohntere Bahnen zu lenken, ist nichts Neues mehr, doch sind die Richtungen schon interessant.

Sehen wir uns zuerst einmal den englischsprachigen Johnny an, den es nicht nur eBook gegeben hat, sondern welcher auch als eigenständige Hörspielserie zumindest sechs Abenteuer erleben durfte. Ob er nun weiter ermitteln darf, lasse ich einfach mal außer Acht, aber es war erfrischend den alten und mächtig verstaubten Inspektor des Scotland Yard mal in einer Update-Version zu erleben, welche als Afghanistan-Veteran schon recht abgebrüht an den ersten Fall heran geht und ein Held mit menschlichen Problemen, wie einem „Post Traumatischem Stress Syndrom“ ist doch nachvollziehbarer als der glänzenden Supermann der regulären Serie, welcher immer mächtiger und unrealistischer wird.

Für 2018 ist ein komplettes Reboot des Franchise angedacht, welches aber scheinbar nur als Hörspiel/Hörbuch zu bekommen sein wird – zumindest finde ich das am Amazonas angekündigte Taschenbuch weder bei Lübbe noch bei Fischer / Tor. Wie dem auch sei… Zukunftsmusik.

Real sind aber die momentan erscheinenden Taschenbücher bei Lübbe, welche Storys außerhalb der normalen Kontinuität der Heftromanserie haben. Ist der erste Band „Brandmal“ von Florian Hilleberg und Mark Beneke noch die gewohnte Kost and Geisterjäger vs. Monster, so schickt Vielschreiber Wolfgang Hohlbein den Geisterjäger ans Ende der menschlichen Existenz und vermischt dabei zwei Heftromanuniversen aus dem Bastei Verlag miteinander.

Neben dem Sinclair-Universum ist auch das Universum des Hexers namens „Robert Craven“ involviert und daraus bezieht sich auch die komplette Handlung des Romans – dem Cthulhu-Mythos des H. P. Lovecraft und den Dingen an denen sich Hohlbein damals bedient, als er die Serie „Der Hexer“ verfasste.

Keine Zombies sind die die Gegner einer fast ausgerotteten Menschheit, sondern Shogoten, welche aus dem All kommend die Erde einfach so einverleiben und besetzen wollen. Doch da haben sie die Rechnung ohne die beiden wohl mächtigsten Streiter gegen das Böse aus dem Bastei-Verlag gemacht.

OCCULUS legt den Grundstein für den Kampf der beiden Helden gegen die Opressoren der Menschheit und vernetzt beide Universen geschickt miteinander. Da wo es um die Vorgeschichte geht, wir Robert Craven aktiviert um z.B. die Ahnen von John Sinclair in Sicherheit zu bringen, damit der Geisterjäger später überhaupt gezeugt und geboren werden kann um die Menschheit dann eventuell in der Zukunft zu retten.

In der Gegenwart agieren die Kumpels von Sinclair und bekommen durch Asmodinas Todesengel unerwartete Unterstützung, denn auch dem Dämonenreiche sind die Shogoten ein Dorn im Auge.

In der Zukunft agiert dann Johnnyboy himself und wie er da hin kommt ist recht skurril gewählt, macht aber im ganzen skurrilen Durcheinander eh nichts mehr aus, denn die Verwirrung ist zwischendurch so perfekt, dass man sich schon auf Band Zwei vorbereitet während man noch Band Eins liest – den das ganze Knäuel auflösen bedarf es mehr als nur 303 Seiten Umfang.

Was man Hohlbein hier treiben lässt ist angenehm ungewohnt für die mittlerweile mächtig in die Jahre gekommene Figur des Geisterjägers und könnte den Beginn von einer weiteren Entstaubung des Heftromanhelden bedeuten, indem man einmal querdenkenderen Autoren die Möglichkeit gibt sich an Sinclair und Co. auszutoben. Zu wünsche wäre es, denn so wirklich reizvoll ist Sinclair für mich gedruckt schon seit Jahrzehnten und als Hörspiel seit ein paar Jahren nicht mehr.

Occulus hat mir mal wieder gezeigt das Minus + Minus (also Vielschreiber Hohlbein und angestaubter Serienheld Sinclair) durchaus ein richtig ansprechendes Plus ergeben können!

Und da wäre dann noch das Hörspiel…

…bei dem ich Dennis Ehrhardt bescheinigen muss, das er wirklich Hörspiele machen kann, denn diese Sonderedition weicht von all dem bisher gewohnten ab.

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15 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

reihen-bände

ÖDLAND Erstes Buch Der Keller

Christoph Zachariae
Buch: 240 Seiten
Erschienen bei LUCID DREAMS, 17.07.2015
ISBN 9783000501104
Genre: Fantasy

Rezension:

Es gibt Perlen, welche die Muschel „Eigenverlag“ leider noch nicht verlassen haben obwohl sie sich mit Produktionen aus größeren Verlagen problemlos gegenüberstellen lassen. „Ödland“ ist so eine subjektive Perle, welche ich jetzt belesen durfte.

Beginnen möchte ich beim ersten Band von „Ödland“ nicht mit der Geschichte an sich, sondern mit der Aufmachung des Buches, denn dies ist ja bekanntlicherweise der erste Kontakt mit dem „Feind“ auf dem Schlachtfeld der Buchhandlungsregale.

Schon das Cover von Colin M. Winkler – woher kenne ich den Namen bloß? Rick Future! (Hörspiel) – verpackt die Stimmung der ganzen Story kurz und knapp in ein einziges Titelbild. Mega – also die Hauptprotagonistin des Buches – mit Knarre in der Hand vor einem „alles ist kaputt“. Nicht mehr und nicht weniger, denn in dem Buch geht es auch um nicht mehr und nicht weniger. Beim Blättern durch die Seiten entdeckt man immer wieder „Blutflecke“, „Abriebe“ oder „Kratzer“, welche der dystopischen Story noch ein wenig das Feeling geben, man habe das Buch eben irgendwo im Schutt gefunden.

Soweit zur Optik…

…jetzt ans Eingemachte.

Was ist geschehen? Zachariae lässt sich anfangs nicht wirklich genau darüber aus, doch das zitierte Buch „Das Jahr Null“ seines fiktiven Charakters „Prof. Dr. Walden“ lässt keinen Zweifel daran, dass die Menschheit Erfolg damit hatte sich selbst den Exitus zu verpassen und evolutionstechnisch begonnen hat den Rückmarsch in Richtung Steinzeit und schlimmer anzutreten.

In dieser Welt, in der jeder der Feind seines Nächsten ist, findet die Belegschaft des „Kellers“ das Kind, welches sie Mega nennen, vor seiner von der Außenwelt abgeschotteten Türe und nimmt das fast verhungerte und halbtote Wesen in seine Reihen auf, welche aus den Überlebenden einer Universitätsbesatzung bestehen. Auch wenn viele der Meinung sind, das Mega eines Tages zu einem Problem heranwachsen könnte, so zieht man sie auf und versucht sie in die Gemeinschaft zu integrieren.

Zachariae verlässt sich nicht auf eine gleichmäßig ablaufende Erzählebene, sondern beginnt alles mit einer Mega, welche den Keller bereits hinter sich gelassen und in einer neuen Konklave Zuflucht gefunden hat um sich erst danach mit ihrer Vergangenheit zu befassen. Wer sie ist und wieso sich die ganze Story um das Mädchen mit dem Stern-Tattoo unter einem Auge dreht, erfährt man in Rückblenden, während die Geschichte in der „Jetztzeit“ ebenfalls kontinuierlich in immer kürzeren Einschüben in Megas Origin fortgeführt wird.

Megas Werdegang vom Keller bis zur Konklave wird von Zachariae recht nachvollziehbar geschildert, was mich bei einem männlichen Autor doch etwas wundern machte, denn er scheint sich recht gut in die Psyche seiner Protagonistin hinein versetzen zu können. So wandert er in ihrer Gedankenwelt vom kindlichen Mädchen hin zur erwachseneren Kämpferin im Ödland hin und her und das „coming of age“ von Mega wirkt weder gestelzt oder gar fremdinterpretiert, sondern scheint von ihr selbst zu stammen. Entweder sehr gute Recherche oder einfach nur ein guter Autor – was herauszufinden wäre in den folgenden Bänden, von denen bisher noch zwei Ausgaben erschienen sind.

Jugenddystopien hatte eine Zeit lang Hochkonjunktur, welche jedoch gottseidank wieder abgeflaut ist. Christoph Zachariaes „Outland“ stellt ein Bindeglied zwischen der dystopischen Unterhaltung für Jugendliche und der etwas ernsthafteren, nicht durch Lovestorys verwässerte, Endzeit für Erwachsene. Mega ist zwar ein sehr junger Protagonist, doch sind ihre Handlungen und der beschriebene Leidensweg von Zivilisation, Protagonist und Gesellschaft alles andere als nur für jugendliche Leser geeignet.

Der „Keller“ stellt einen guten Einstige in eine wirklich kaputte und gut auf- und ausgebaute Postatomwelt dar, welcher Lust auf mehr macht, denn Zachariae lässt in diesem Erstling viel Luft nach vorne.

Es wäre Mega ebenfalls zu wünschen, dass ein Biggie-Verlag auf sie aufmerksam wird und sie sich somit ein wenig mehr wird ausbreiten könnte, denn sie ist definitiv eine Perle in einer nicht für jeden zu sehende Muschel.

Und der Blick auf die Webseite des Verlages „Lucid Dreams“ lohnt sich definitiv, denn Mega und das Ödland sind mehr als nur Text…

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

The Dead 2: Todeskälte

Adam Millard , Michael Preissl
Buch: 300 Seiten
Erschienen bei Voodoo Press, 31.08.2015
ISBN 9783902802934
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem mich der erste Teil dieser – wie ich googlen konnte – Trilogie nicht so wirklich aus den Latschen gehauen hat, hatte ich mir für die Lektüre des zweiten Bandes erstmal keine großen Erwartungen bereitgelegt, was sich als durchaus positiv erwies.

Shane, der Hauptheld des ganzen Geschehens, ist aus dem Gefängnis entkommen und lebt nun in einem Camp, welches von einem recht despotischen Militärkommandanten geleitet wird. Als Shane hinter dessen dunklen Plan kommt, hält ihn dort nichts mehr, er stiehlt ein gepanzertes Fahrzeug und führt den Plan nach seiner eventuell noch lebenden Familie zu such durch.

Der Schreibstil von Adam Millard hat sich in einem Jahr Veröffentlichungsabstand zwischen Band Eins und Band Zwei recht ansehnlich verbessert. Zwar strotzt die ganze Geschichte nach wie vor von Logiklöchern, doch kann man diese getrost beiseitelegen und sich einfach nur daran erfreuen, das Millard mehr Zombies ins Rennen schickt und auch die Ausarbeitung der Charaktere vertieft und weiter vorantreibt. Zumindest in dem Umfang, in dem man nicht eigentlich schon alle agierenden Personen kennt und sie sofort in diverse Schablonen pressen kann.

Action wird diesmal sogar ein wenig mehr geboten als im Vorgänger, denn so ganz mit der Klaustrophobie eines Gefängnisses zu spielen, lag Millard nicht wirklich. Nun im „normalen“ Umfeld einer Zombie-Apokalypse – also einem Camp voll Überlebender, den davor herumschlufenden Leichen und den Plünderungsruns einer Kommune welche sich mit dem Überlebenswichtigsten unter extrem widrigen Umständen selbst versorgen muss – entfaltet Millard seine Möglichkeiten und versteht es gut den Leser mit schnellen Abfolgen innerhalb der Handlung zu versorgen.

Bald erscheint Teil 3 und wenn sich der Autor weiterhin so mit dem Werk entwickelt wie bisher, erwarte ich einen gelungenen Abschluss der Trilogie.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Bleiche Knochen

Graham Masterton
Buch: 448 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 26.09.2017
ISBN 9783865525581
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In den Neunzigerjahren des vergangenen Jahrtausends legte mir ein damaliger Freund einmal nahe mir doch den Roman „Tengu“ von einem gewissen Graham Masterton zuzulegen, denn der habe ihn komplett begeistert. Der Name sagte mir damals nichts, doch nachdem ich „Tengu“ regelrecht verschlungen hatte, wurde Masterton in meine Riege der Autoren aufgenommen, welche ich als Lesefutter in Zukunft präferieren würde.

Von seiner Serienfigur „Katie Maguire“ hatte ich jedoch bis zum Erscheinen des ersten Romans mit ihr in Neuauflage bei Festa nichts gehört und gelesen.

Wer nun Masterton und deine Romane kennt der weiß, dass dieser Autor gerade bei Festa in guten Händen ist, denn seine Beschreibungen von Tötungsszenen und anderen Dingen sind niemals nett und appetitlich zu lesen und zu verarbeiten.

Wusste ich nun schon aus Tengu, wie sehr der Meister eine detaillierte Beschreibung des Herausdrehens eines Beines (menschlich) aus dessen Befestigungssockel als sei es ein Hühnerbein an den Leser bringen konnte, so wurde ich auch in „Bleiche Knochen“ fündig, was dies betraf.

Auch recht ungewöhnliche Protagonisten gilt es hier zu bestaunen. Da ist zum einen die Heldin der ganzen Sache, die von Leben nicht gerade mit Rosen überschüttete Ermittlerin Katie Maguire. Ihr Alltag besteht nicht nur darin sich mit den fast schon mafiösen Geschäftspraktiken ihres Mannes auseinander zu setzen, sie muss nun auch noch knietief in Leichenteilen und deren scheinbar ritueller Bestimmung waten, ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben, mit was sie es eigentlich zu tun hat.

Doch Katie rangiert in der Kategorie „starke Frauen mit Willen zum Überleben“ und selbst wenn ihr die Ermittlungen immer wieder fast aus den Händen gleiten, so schafft sie es stets die Oberhand gegen das Unheil zu behalten.

Masterton schickt hier eine Serienheldin erstmalig ins Rennen, welche dem Leser ab dem ersten Satz der sie betrifft sympathisch ist. Man möchte nicht mit Katie tauschen, aber als guten Kumpel möchte man sie schon haben.

Dies liegt vorwiegend daran, dass Masterton das Umfeld und die darin agierenden Charaktere langsam und sehr intensiv aufbaut, deren Handlungen stets nachvollziehbar – außer denen des Killers logischerweise – aufbaut und selbst dem Gegenspieler von Katie so viel Tiefe verleiht, das man sich nicht dagegen wehren kann in die Welt der bleichen Knochen schon recht schnell hinein gezogen zu werden.

Ich wehre mich immer dagegen, den Begriff „Pageturner“ zu verwenden, doch hier ist er definitiv angebracht. Irland eignet sich enorm gut als Spielplatz für solch eine Geschichte in der es um Jahrtausende alte Mythen geht und in der man, bedingt durch die ausführlichen Beschreibungen, selbst die Witterungsverhältnisse am eigenen Lieb spüren kann – wenn man das Buch im Herbst zu sich nimmt. Eine bessere VÖ als im Oktober und Dezember (dann erscheint der zweite Band um Katie) kann es also kaum geben.

Intelligent geschriebener Thriller, mit einer Menge an Horror, einer Ermittlerin welche nicht nur daran interessiert ist den Fall an sich aufzuklären sondern auch das Umfeld der Opfer genau auszuleuchten, recht viel Brutalität und ungeschönte Momentaufnahmen welche bei Lesen an den Nerven zerren und auch im Nachhall ein wenig Unbehagen mit sich bringen…

Masterton ist und bleibt ein Master seines Faches und die Heimat bei Festa garantiert, das er es auch unzensiert und ohne Weichspüler bleiben wird.

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(120)

272 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 72 Rezensionen

superhelden, jennifer estep, karma girl, piper verlag, bigtime

Karma Girl

Jennifer Estep , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 03.04.2017
ISBN 9783492280372
Genre: Fantasy

Rezension:

Greifen wir als erstes wieder in die Remembering-Kiste: Ich liebe Superhelden in allen ihren Spielarten, bin ich doch bereits im Kindesalter von ca. 7 Jahren – also im Jahr 1973 – von ihnen infiziert worden. Waren es zuerst die Helden es Marvel-Universums – vorzugsweise die Fantastic Four – so erweiterte sich die Sucht nach den Weltenrettern immer weiter über alle möglichen Verlage und Helden derer ich habhaft werden konnte. Das dies mit deutschen Übersetzungen nicht wirklich gut gelang, merkte ich Anfang der Achtzigerjahre des vergangenen Jahrtausends und so verlegte ich auf die US-Originalausgaben.

Mittlerweile sind ja die Träume eines jeden Superherojunkies erfüllt worden, denn sie tummeln sich überall. Sei es nun im Kino oder im TV und selbst in Deutschland ist diese Welle gottseidank nicht am Endverbraucher vorbeigegangen.

Doch sucht der dürstende Junkie stets nach neuem Stoff seines Begehrens und so versuche ich mich mittlerweile auch an Romanen über Superhelden, welche keinen Ursprung im Comic oder Kino/TV haben und sich nur auf den reinen Buchstabenprint außerhalb von Sprechblasen wiederfinden.

Viel habe ich bisher nicht entdeckt und so dachte ich, es wäre sich nicht falsche der „Bigtime“-Serie von Jennifer Estep in der deutschen Übersetzung eine Chance zu geben – auch wenn alles zuerst mehr wie eine Romantic Superhero-Story wirkte…

…was sie in groben Zügen auch ist!

Die Idee eine Story um eine Rache herum zu spinnen, welche vollkommen ungewollte Ausmaße annimmt, hat mir gut gefallen, denn hier ist nicht Mr. Supersauber der Held der Geschichte, sondern der Stadtheld wird durch sein hormongesteuertes Verhalten zum Spielball von Gewalten, die selbst Superhelden vom Kaliber eines SENRTY kaum in den Griff bekommen: Der Urgewalt einer betrogenen Frau!

Zwar sind die Charakterstudien des Buches recht angenehm, da sie nicht ganz so oberflächlich sind, wie ich es befürchtet hatte, aber das es sich hier ja um ein in sich geschlossenen Superherouniverse handelt und nicht um Gehirnchirurgie sind Handlungen und Wandlungen des Ganzen für den Altvorderen im Comickonsum recht leicht vorhersehbar und nicht wirklich innovativ…

…muss auch alles nicht, denn „Karma Girl“ konnte genau das, was ich von dieser Art Literatur erwarte: unterhalten!

Jennifer Estep nutzt Humor und vollkommen übertriebene Superlativen voll als Mittel zum Zweck aus. Man erkennt viele Dinge wieder, welche sie dem Werk ihrer textenden und zeichnenden Bilder-Kollegen entliehen hat, doch ist eine gut umgesetzte Hommage an die Größen des Genres allemal lieber als schlechte und unausgegorene Selbsterfindungen.

Als männlicher Leser fiel es mir schwer mit der Hauptdarstellerin zu leiden oder mich gar in sie hineinversetzen zu können. Die Gedankenwelt eines weiblichen Reporterracheengels mag vielleicht so aussehen, doch kann ich das weder bestätigen noch verneinen.

Viele Worte, kurzer Sinn: Estep erfindet hier nichts Neues und bedient sich an diversen Versatzstücken der Independent-Comicszene der USA. Sie schafft es jedoch mit einer recht leichtfüßigen Schreibe alles unterhaltsam an den Leser zu übermitteln.

Wer „Dark & Gritty“ (wie ich Frank Miller für die Erschaffung dieses Begriffes hasse) bevorzugt, der sollte die Finger weg von diesem Roman lassen. Wer sich jedoch mit den bunteren und leichteren Seiten der Heldenwelt anfreunden kann, der sollte sich diesen Roman gönnen.

Bigtime ist Serie, also geht es bald wohl auch scheinbar schon weiter und ich denke das ich mit von der Partie sein werde.

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80 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 6 Rezensionen

vampire, will hill, vampir, frankenstein, department 19

Department 19 - Die Mission

Will Hill , Wulf Bergner
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 14.11.2014
ISBN 9783404170814
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dass die Menschheit vor den Mächten der Dunkelheit beschützt werden muss, ist ein Fakt. Doch wer kann so einen Job übernehmen, denn diese Aufgabe ist größer als gedacht? Ein einzelner Geisterjäger, Dämonenhasser oder Dämonenkiller würden da schnell an die Grenzen der Belastung von Mensch, Materie und Finanzen geraten.

Jamie Carpenter, ein sechszehnjähriger Teenager, soll die Antwort auf diese Frage bekommen, auch wenn sie ihm nicht wirklich behagt.

Eines Nachts wird er von Vampiren attackiert und kann diesen Angriff nur durch die Hilfe eines wahren Giganten in Gestalt überleben. Der Hüne stellt sich als Frankenstein – ja, genau der Frankenstein – heraus und nachdem Jamies Mutter entführt wird, ist es Zeit die Vergangenheit des Teenagers zu beleuchten und die wahre Bestimmung seines Vaters auf den Sohn zu übertragen.

Jamies Vater war jahrelang ein Agent für das Department 19, einer staatlichen Organisation zur Bekämpfung von allem Übernatürlichen und dem machtvollsten Bollwerk gegen die dunklen Mächte. Dies legt natürlich die Lüge, welche Jamie erzählt wurde als man seinen Vater vor seinen Augen erschossen hat, auf Eis und Jamie versucht in die Fußstapfen seines Erzeugers zu treten, seine Mutter zu befreien und sich in ein Vampirmädchen zu verlieben.

Klingt nach Teeniegrusel? Ist es aber nicht!

Will Hill, der Autor der „Department 19“-Serie vermischt hier diverse Genres und hebt somit die ganze Geschichte schon zu Beginn aus der Schublade der Urban Fantasy heraus, um sie recht schnell in der Schublade Horror wieder abzulegen.

„Es ist alles wahr!“ – zumindest das, was die Geschichten von Mary Shelley und Bram Stoker betrifft, denn die Welt in der Jamie Carpenter existiert wird von den vermeintlich erfundenen Schreckgestalten bevölkert und deren Hang zu Macht und Blut ist für Jamie und sein Umfeld recht real und lebensbedrohlich.

Genau so bunt wie dir Aufmachung des Buches (man hat die in der Vergangenheit spielenden Storyteile in auf altes Pergament getrimmtes Papier gedruckt) ist auch die Story an sich. Viel Ruhe und Zeit hat Jamie nicht, nachdem man ihm die Augen über die Welt in der er lebt geöffnet hat. Actionreich und recht straff im Spannungsbogen gehalten, kann der erste Teil eines bisher Dreiteilers die Spannung gut halten, ohne in zu kindliche Gefilde abzurutschen, zu harmlos zu werden oder gar süßlich angehaucht zu sein.

Freunde der einhornstreichelnden Urban Fantasy seien vorgewarnt, denn kuschelig in eine Decke eingemummelt und nett mit Kerzchen am Bett lässt sich diese Story nicht wirklich inhalieren. Es geht teilweise recht blutig zu und die Szenenwechsel, bedingt durch recht kurz gehaltene Kapitel, sorgen für schnelles Entertainment, auch wenn man allem anmerkt, dass es eher für ein jüngeres Publikum als mich persönlich gedacht ist.

Wer auf TV-Serie wie „Supernatural“, „Warehouse 13“, „Sanctuary“ oder ähnlich mit mystischen Wesen bestückten Dingen steht, der kommt hier voll auf seine Kosten. Fans von „Harry Potter“ – oder ähnlichen Zauberschnuffeln – wird es hier zu brutal und realistisch zur Sache gehen.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Zombie Zone Germany: Trümmer

Simona Turini , Torsten Exter
Flexibler Einband: 106 Seiten
Erschienen bei Amrun Verlag, 24.07.2015
ISBN 9783958690455
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum Verständnis der „Zombie Zone Germany“: Wir schreiben das Jahr 2022 – oder später. Deutschland ist komplett von einer Mauer umgeben und hermetisch vom Rest der Welt abgeschottet, da sich im Jahr 2020 dort die Zombie-Apokalypse ereignet hat. Das Land steht unter Quarantäne und niemand darf es verlassen, denn die EU, die NATO und die Vereinten Nationen wollen die Ausbreitung der Epidemie unter Kontrolle halten. Die wenigen Überlebenden versuchen so gut wie möglich eben genau das zu tun: überleben.

In diesem Szenario hat der Amrun-Verlag bisher diverse Bücher angesiedelt. Eines davon ist „Trümmer“ von Simona Turini.
„Trümmer“ ist der erste Zombieroman, welchen ich von einer weiblichen Autorin gelesen habe und es ist Simona Turini tatsächlich gelungen mich mit den ersten Seiten des Buches mächtig in die gewollte Irre zu führen.

Leistet sie zuerst gute Arbeit bei der genauen Beschreibung von zwei Zombies, welche sich an einem halbverwesten Hirsch gütlich tun, so ist die nächste Szene im Kopf eines Kohlemäuschens angesiedelt, welches emotional daran zu zerbrechen scheint, dass sie die letzten 1234 Waxings hat ausfallen müssen um nun behaart wie ein Waldtroll durch die Apokalypse zu stapfen.

Dieses Kapitel brachte mich auf den Gedanken, wie interessant es sein könnte an einer Dystopie teilzuhaben, welche sich auf die Auswalzung des Zerfalls der alten Erste-Welt-Werte verlegt und aufzeigt das die Ökofreaks ein einfaches Leben während der Zombieherrschaft haben werden, als es die Luxusgüter in menschlicher Form erleben.

Doch auch hier macht Turini sofort wieder einen Strich durch die Rechnung und beschreibt den Selbstbefriedigungsakt eines Mannes aus dessen Gedankensicht um dann wieder in den Kopf des Kohlemäuschens zu wechseln und somit für ein ausgeglichenes Geschlechterbild während ihrer Erzählung zu sorgen.

Ihre Geschichte um das Herrschaftsgefüge innerhalb einer Kommune, den despotischen Ausmaßen von Zwangherrschaft und die daran zugrunde gehenden Menschen hat mich schon recht schnell in ihren Bann geschlagen, denn Turini lässt keine Protagonisten agieren, welche weit weg vom alltäglichen sind, sondern zeigt vollkommen normale menschliche Regungen von vollkommen normalen Menschen – welche eben durch die Geschehnisse der Apokalypse mental gekippt sind, oder auch nicht.

Ihre Erzählung geht teilweise recht tief unter die Haut, und auch wenn ich eigentlich recht abgestumpft bin was die Darstellung von Gewalt und/oder Ekelsegmente betrifft, so nahm mich doch gerade das Schicksal von „Christine“ besonderes mit, denn was diese junge Frau zuerst erdulden und dann selbstgewählt erleiden muss, ist schon recht unangenehm mit anzulesen.

Die Nebenstory mit „Gunnar“ dient zwar der Veranschaulichung diverser Umstände, hätte sich aber auch als Randnotiz zum Ende des Ganzen gut gemacht.

Nur 117 Seiten hat das Buch, aber die reichen vollkommen aus um ein kurzes und heftiges Bild der Geschehnisse hinter der Mauer zu schildern, welche Deutschland umgibt.

Turinis Schreibe ist nett – und damit meine ich jetzt nicht die kleine Schwester von Pupu (Amazon-Rezension-Verharmlosung) – denn so richtig entfalten konnte sie sich scheinbar dennoch nicht und ich vermute das ihr ein größeres Bild und Umfeld in eigen erfundenem Terrain sicher mehr Möglichkeiten bieten könnte sich auszuleben, statt im strengen Korsett des ZZG-Exposés.

Trotzalledem: Kurz und knackig, rotzig und ein Fest für Zwischendurch!

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6 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

scifi, schöpfungsmythos, ufo, debüt roman

Phase 7

John D. Sikavica
E-Buch Text: 172 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 29.03.2017
ISBN 9783743136069
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Sind wir ganz alleine im Universum? Wieso sind wir überhaupt hier und was machen wir eigentlich falsch? Das sind existentielle Fragen, denen sich jedes halbwegs vernunftbegabte Menschenwesen ein- oder mehrmals im Leben gegenübersieht.

Scheinbar hat sich der Autor von „Phase 7“, John D. Sikavica, eine oder mehrere dieser Fragen gestellt und versucht für sich eine Antwort zu finden, welche er ausgesponnen hat um danach zu einem Buch verarbeitet zu werden.

Und genau wie im Roman selbst vieles auf den ersten Blick täuschend aussieht, so ist auch der erste Anblick des Buches täuschend, was seinen Inhalt betrifft. Der Erstkontakt mit der Printausgabe von „Phase 7“ fällt ein wenig mager aus, denn das Büchlein hat „nur“ 172 Seiten. Doch diese 172 Seiten haben eine Menge zu bieten – auch mal ganz davon abgesehen das mir 172 interessant geschriebene Seiten lieber sind als über 500 Seiten voll mit Füllmaterial zwischen einer mageren Handlung.

Über eine magere und langweilige Handlung kann man sich bei „Phase 7“ nicht beklagen, denn das ganze liest sich wie ein Drehbuch. Zuerst werden die Protagonisten ausführlich vorgestellt und man hat das Gefühl die handelnden Personen – also zumindest die, welche nicht dem SF entspringen – irgendwoher zu kennen, oder immer noch im Bekannten- oder Freundeskreis zu haben. Sie sind allesamt realitätsnah gehalten, denn sie sind zickig, faul, missmutig, anmaßend und auch ansonsten mit allem bestückt, dass sie nicht wirklich „larger then life“ macht, sondern zu ganz normalen Menschen in einer gar nicht normalen Geschichte.

Was sich zuerst als ausführliche Charakterstudie und recht realistischer Blick auf unsere momentane Gesellschaft präsentiert, wandelt sich schnell in ein Road-Movie mit einem gar nicht so extrateristischem Ziel wie man vielleicht vermuten mag.

Sikavicas Schreibstil ist flüssig und auch wenn der Autor hier seinen Erstling abliefert, so merkt man dem schon an, dass er mit einer Menge Herzblut an die Sache herangegangen ist, viel Recherche betrieben hat und sich nicht einfach unvorbereitet in etwas stürzte, das dann selbst dem eigenen Anspruch nur verklärt gerecht werden kann.

Zwar sind diverse Formulierungen noch ein wenig holperig gewählt und dem ganzen Ausdruck fehlt ab und an noch der Feinschliff, doch versteht es Sikavica gekonnt mit netten, teilweise recht sarkastisch angehauchten, Umschreibungen und Wortspielen zu punkten.

Vom äußeren Erscheinungsbild des Buches sollte man sich definitiv nicht abschrecken lassen. Auch wenn es mir als Grafiker eine Schauer des „Oh mein Gott, was ist denn das?“ über den Rücken treibt, so kann man es mit dem Inhalt definitiv nicht vergleichen.

„Never jugde a book by the Cover“ stimmt hier zu 100% und wer sich die Mühe macht das Cover zu öffnen um sich vom Inhalt zu überzeugen, der wird mit einem kurzweilig unterhaltsamen Ausflug in die Science-Fiction auf sehr bodenständigem Terrain belohnt.

Für ein Erstlingswerk seht gut gelungen, kurz und knapp gehalten und als Beginn eines Autorenlebens sicher nicht die schlechteste Referenz.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Monsterseelen: Morgen seid ihr alle tot.

Jeamy Lee
Geklebt: 232 Seiten
Erschienen bei Amrun Verlag, 29.01.2014
ISBN 9783944729176
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Abteilung: Meine Herren, schon wieder nachschlagen…

 

Selten ist es von Nöten, dass ich mich beim Inhalieren eines Romans bemühen muss, vergangene Kapitel erneut aufzusuchen, um die Erinnerung an wichtiges Geschichtsmaterial aufzufrischen. Sicherlich ist das recht aufwendig und bei manchen Büchern wäre mir das egal, oder zu umständlich, doch bei „Monsterseelen“ kam ich ab und an nicht darum herum. Wem das zu umständlich sein sollte, der sollte dieses Buch meiden. Wer sich jedoch auch mal in ein Geschichte verbeißen kann, der wird nach circa dem ersten Drittel des Ganzen mit einem Aha-Effekt belohnt, denn ungefähr ab da macht alles einen relativen Sinn – relativ, da in Punkto Verwirrung selbst da immer noch etwas geht.

 

Um es direkt jetzt klar zu machen: Mehr als den Klappentext möchte ich an Geschichte aus dem Buch nicht wirklich erwähnen, denn die Spoilergefahr ist viel zu groß!

 

Das Buch ist das reinste Puzzle. Neben den normalen Kapiteln findet man fortlaufend durchnummerierte Fraktale, welche sich im Laufe der Geschichte als wichtige Eckpfeiler des ganzen erweisen und Stück für Stück das Gesamtbild mehr und mehr zusammenfügen, so wie das Rohrschachbild (???) zu Beginn eines jeden Aktes, derer es drei an der Zahl gibt.

 

Die Folterszenen hätte man jetzt nicht ganz so explizit ausleben müssen, denn das wäre auch kürzer und intensiver gegangen. Nicht alles muss man dem Leser so grafisch aufs Auge binden, wie es hier geschieht, um Horror und Abscheu zu erzeugen – manchmal ist weniger mehr und gerade das Nichtwissen macht es wesentlich grausamer, als die haarkleine Kopfkinovorgabe.

 

Die Charaktere stammen zwar aus der Riege „Otto Normalverbraucher“ geraten aber dennoch ab und an ein wenig zu stark in die Richtung der Stereotypisierung eines gewöhnlichen Horrorromans. Hier hätte man vielleicht noch ein wenig zulegen könne, aber scheinbar hat sich der Autor, Jeamy Lee, gedacht das man eher vertraute Vertraute auf den Weg schicken sollte, wenn man die Story an sich ein wenig ausgefallener abhandeln möchte um den Leser nicht zu überfordern.

 

Alles in allem bleibt nach dem Lesen, wenn das Kopfbrummen ob der Story verklungen ist, ein recht blutiger und dennoch interessanter Roman in Erinnerung, welcher das Interesse am Werk des Autors bei mir geweckt hat.

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95 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

fantasy, charlie human, apocalypse now now - schatten über cape town, apocalypse now now, südafrika

Apocalypse Now Now - Schatten über Cape Town

Charlie Human , Clara Drechsler , Harald Hellmann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 24.11.2016
ISBN 9783596034987
Genre: Fantasy

Rezension:

Auf der Suche nach einer unverbrauchten Spülung, um meine dystopieverkleisterten Neuronen mal wieder durchzulüften, stieß ich auf das Werk des südafrikanischen Autors Charlie Human.

Human zu googlen ist nicht einfach und die Suche ergab zunächst auch nur zwei Bände der Reihe um den Teenager namens „Baxter“, welche bei Fischer Tor erschienen sind.

Nach dem Studium der Klappentexte verfiel ich in eine „Ok, also Harry Potter für Erwachsene!“-Meinung, welche mich aber trotzdem nicht davon abschreckte mir beide Bände zu besorgen und diesem aufgesessenen Irrglauben nach wenigen Sätzen schon den Abschiedsfußtritt zu verpassen.

Baxter hat mit Harry so gar nichts gemein, denn er ist genau das: gemein. Nicht nur dass er seinen geistig behinderten Bruder scheinbar abgrundtief hasst, er dealt auch an seiner Highschool mit Pornos und dient als Kopf einer Gang, welche das Gewerbe dazu nutzt, ihr Taschengeld aufzubessern.

Charlie Human verstand es gekonnt bereits mit den ersten Sätzen ein gewisses Grinsen auf meine Lesemuskeln zu zaubern, welches sich dann teilweise in schallendem Gelächter, ob der Beschreibungen und sarkastischen Bemerkungen seiner Figuren, löste.

Zu Beginn ist man sich nicht sicher, ob die Ich-Erzählung Baxters der Real Deal ist, oder ob man sich lieber auf die Berichte seines Psychiaters verlassen sollte, welche dem guten Baxter bescheinigen alles nur zu erfinden und ansonsten mächtig einen an der Murmel zu haben.

Gibt es die ganzen Geschehnisse, welche aus der afrikanischen Mythenkultur entliehen wurden, wirklich, oder spielt sich alles nur im Verstand eines von seinem Umfeld in mentale Fluchten getriebenen Jugendlichen ab? Spätestens als „MetroBax“ und BuisnessBax“ beginnen sich in Baxters Kopf Wortgefechte zu liefern, kann man sich zu 100% sicher sein, dass man sich bei Baxter mit nichts sicher sein kann.

Wurden wirklich Monster von Baxter getötet, so wie er den Leser Eingangs als erstes wissen lässt, oder handelt es sich doch eher um Menschen, welche Baxter nur als Monster erschienen und das kleinen Kerlchen ist nichts weiter als der nächste Jeffrey Dahmer mit Hang zum afrikanischen Mystizismus?

Fragen über Fragen, welche aber über die komplette Leseerfahrung nicht wirklich der Knackpunkt sind, da man sie unbedingt beantwortet haben möchte oder gar muss.

Der Ausflug in Baxters Kopf macht die Reise aus und nicht das wirkliche Reiseziel, welches in der Auflösung nicht jedem gefallen könnte!

Viele Verschnaufpausen gönnt Charlie Human einem nicht, denn die Geschichte ist flüssig und recht schnell erzählt, auch wenn sie ab und an von Arztberichten, Zeitungsartikeln und ähnlichem unterbrochen wird.

Der Anfang ist gemacht, das Spiel wurde eröffnet und die Geschichte ins Rollen gebracht. Ob es nun ein „Kill Baxter“ geben wird (so der Titel des zweiten, bereits in Deutschland veröffentlichten Buches) steht in den noch ungelesenen Sternen, wird von mir aber als ebenso erheiternd wie auch verstörend erwartet.

Nixx Harry Potter! Baxter rockt und das tiefgründiger, verstörender und faszinierender als Potter es jemals vermochte.

Oh, noch zur Erklärung des „now now“: Südafrikanischer Slang für „Später“, „so bald wie möglich“ oder vielleicht auch gar nicht…

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32 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

kill baxter, zauberschule, kaptstadt, baxter, science-fiction / fantasy

Kill Baxter. Showdown in Cape Town

Charlie Human , Clara Drechsler , Harald Hellmann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 24.05.2017
ISBN 9783596035007
Genre: Fantasy

Rezension:

Baxter is back!

Nachdem er die Apokalypse hat verhindern können – siehe „Apocalypse Now Now“, dem Auftaktband der scheinbar zweiteiligen Reihe um den realistischsten Zauberschüler der Literaturszene ohne Weichspülgang – hat Baxter seine Abstammung und sein Erbe als übernatürlich begabtes Wesen angenommen und akzeptiert.

Und genau diese Gabe bringt ihn auf Charlie Humans Equivalent von „Hogwarts (wird ja auch vom Klappentext nahegelegt), welches gottseidank genau so daher kommt, wie ich es mir erhoffte.

Hexpoort, so der Name der Schule, ist nicht nur eine Schule für magische begabte Teenager, sondern verfügt auch über einen gut funktionierenden Drogenring, ziemlich brutale Ausbildungsmethoden und die unterschwellige Bedrohung/Gewissheit das man dort seinen Abschluss nicht lebend wird erreichen können.

Charlie Human spinnt das mental vollkommen durcheinander gewirbelte Garn des südafrikanischen Zauberschülers (auch wenn die Beschreibung viel zu zuckrig ist, um auch nur im entferntesten greifen zu wollen) konsequent weiter, verzichtet aber im zweiten Buch ein wenig auf zu schnelle Abfolge aller Dinge und lässt die Welt des Baxter und seiner Mitmenschen ein wenig mehr einsickern als ich es gedacht hätte. Zu Gunsten einer stets fast atemlosen Jagd nach immer neuen Eröffnungen, verlegt sich Human ein wenig mehr auf Humor, triefenden Sarkasmus und das Spiel mit dem Ungewissen, was Baxter betrifft.

„Kill Baxter“ ist keine plumpe Kopie oder Fortsetzung zum Melken der Geldkuh, welche „Apocalypse Now Now“ auf die Weide getrieben hat. Scher werden sich Hardcorefans des ersten Buches ein wenig verwundert sehen, denn Human kopiert sich erfreulicherweise nicht, sondern entwickelt Welt und Figuren weiter, was man nicht bei jeder Buchreihe als vollkommen normal erachten kann. Wenn ich „Baxter“ einmal im Bereich der Jugend-Urban-Fantasy-Schublade ansiedeln möchte, so erleben doch gerade in diesem Subgenre die wenigsten Protagonisten glaubhafte und weiterführende Entwicklungen, welche den Charakter des Helden eher verstärken. Viele der dort agierenden Klone handeln von Buch 1 bis Buch 1234 gleich und schablonenhaft um den gewonnenen Leser nicht zu verschrecken. Charlie Human scheint dies egal gewesen zu sein und man merkt ihm den Spaß beim Schreiben in jeder Zeile regelrecht an.

„Kill Baxter“ erschein im Original im Jahr 2014 und es ist schwierig herauszugooglen ob noch ein dritter Teil angedacht war und ist, denn auch wenn es eine Menge an weiterführenden Türen in Band Zwei gibt, so sind sie alle jedoch nicht so dominant um unbedingt fortgeführt werden zu müssen.

Band Drei wäre schön, muss aber nicht. „Kill Baxter“ nimmt sich zu seinem Vorgänger nichts, entwickelt sich konsequent weiter und macht genau so viel Spaß beim verköstigen, wie ich es erhofft hatte.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

nicholas sansbury smith, festa-verlag, teil 1

The Extinction Cycle - Buch 1: Verpestet

Nicholas Sansbury Smith
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 24.11.2016
ISBN 9783865524942
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als die USA im Jahr 1964 in den Vietnamkrieg eintraten, zumindest gilt der Zwischenfall mit der „USS Maddox“ als offizieller Auslöser der direkten Eimischung, wusste niemand das sich dieses Kapitel der US-Geschichte bis heute in den Köpfen der Amerikaner fest verankern sollte. Viele Legenden ranken sich um diese Zeit in der nicht mit wirklich fairen Mitteln gekämpft wurde, sondern in denen auch erstmalig extreme Biowaffen zum Einsatz kamen.

So ist es nicht verwunderlich, dass sich der Autor des „Extinction-Cycle“, Niclas Sansbury Smith, dieses Epoche als Grundlage für den Nährboden seiner Dystopie ausgesucht hat.

1968 wurde eine amerikanische Einheit einer Droge ausgesetzt, welche die Soldaten genetisch zu Superkämpfern umrüsten sollte, doch ging dieses Experiment gehörig schief und erschuf stattdessen tollwütige Monstren, welche sich gegenseitig – und den Vietcong – auf brutalste Weise ausradierten.

2015 wird die Welt von einem neuen Strang des Ebola-Virus in Aufruhr versetzt und man versucht in einem Geheimlabor ein Gegenmittel zu entwickeln, welches auf der in Vietnam eingesetzten Supersoldatendroge basiert. Der Kontakt zum Labor bricht ab und man entsendet eine Spezialeinheit um nach dem Rechten zu sehen. Doch damit beginnt die Katastrophe erst recht und der Untergang der Menschheit nimmt seinen Lauf…

Sansbury Smith nimmt sich eine Menge Zeit um die ganzen Figuren so ausführlich darzustellen, das man gar nicht anders kann als sie zu „kennen“. Mit hatte es besonders Master Seargeant Reed Beckham angetan, denn dessen Background und Motivation sind sehr leicht nachvollziehbar.

Auch gibt Sansbury Smith dem Leser die Möglichkeit sein Wissen über Ebola, dessen Auswirkungen und Modus Operandi zu lernen und macht somit die ganze Infizierungsgeschichte realistischer und lebendiger, als man es sonst geboten bekommt.

Auch mit der Spannung versteht Sansbury Smith perfekt zu spielen, denn seine Darstellungen reduzieren sich nicht nur auf das tumbe Abschlachten von Ebola-Infizierten, sondern man erlebt auch Rettungsmissionen in klaustrophobischen Treppenhäusern, Laborkorridoren und anderen nicht leicht zu verteidigenden Stellungen mit.

Am Ende des ersten Bandes hat man alles Figuren so inhaliert, das man dem zweiten Band – der bisher sechs Bände umfassenden Dystopie, welche scheinbar mit dem Band „Aftermath“ abgeschlossen ist – relativ entgegen fiebert, denn die Situation hat sich auf den letzten 100 Seiten zwar verändert und ein wenig verbessert, ist aber alles andere als lebenswert für die Reste der Menschheit.

„Mutierte Bestien“, ich komme…😊

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46 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

horror, christopher golden, styx, buchheim verlag, der fährmann

Der Fährmann

Christopher Golden , Bernhard Kleinschmidt , John Howe
Fester Einband: 372 Seiten
Erschienen bei Buchheim Verlag, 20.03.2017
ISBN 9783946330011
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Autor Christopher Golden scheint hierzulande relativ bekannt zu sein, was dem Umstand geschuldet ist das er Romane zur TV-Serie „Buffy“ in rauen Menge verfasst hat. Meine Google-Suche ergab noch Zusammenarbeiten mit Hellboy-Papa Mike Mignola und diverse andere Bücher, mir war er jedoch bisher vollkommen unbekannt, obwohl er sogar einmal einen Stoker-Award gewonnen hat.

„The Ferryman, so der Originaltitel des Buches, wurde bereits im Jahr 2002 in den USA veröffentlich und ich fragte mich nach - wie auch während - der Lektüre des Buches, wieso es bisher nicht den übersetzten Sprung über den großen Teich geschafft hat.

Doch fangen wir am Anfang an…

„Love is in the Air“ – oder zumindest war es einmal so für David und Janine, bis Janine ihrer Beziehung zu David einen Laufpass gibt, sich mit ihrem Ex-Lover erneut einlässt, schwanger wird und aus ihrem Ex-Lover einen Ex-Ex-Lover macht. Janine verliert ihr Kind bei der Geburt, hat eine Nahtoderfahrung - in der sie dem titelgebenden Fährmann begegnet – und David tritt nach all dem ganzen Debakel wieder in ihr Leben, als sie dringend seelische Unterstützung benötigt, plagen sie doch Halluzinationen während sie von übernatürlichen Dingen bedroht und heimgesucht wird. David, Janine und zwei weitere Protagonisten versuchen Janine aus den Klauen des Fährmannes zu befreien, was sich jedoch problematischer als gedacht gestaltet.

Zuerst einmal muss ich Christopfer Golden zugestehen, das er seine Lektionen in griechischer Mythologie gelernt hat und sich in ihr – beziehungsweise der Aktualisierung in der Jetztzeit – leichtfüßig und sicher bewegt. Ich maße mir nicht an ein Fachmann zu sein, wenn es um Charon, Styx, Hades und Co. geht, doch erschien meinem trivialen Lesereherz alles logisch und schlüssig zu sein.

Die Schreibe Goldens ist recht anschaulich und versetzt den Leser gut in die seelischen und mentalen Irrungen und Wirrungen der diversen Protagonisten hinein. Dunkel und düster geht es zu, wenn die Leben der Menschen, welche das Schicksal miteinander verbunden zu haben scheint, ausgeleuchtet werden und man sich einem Seelenstriptease nach dem anderen gegenübergestellt sieht. Doch auch wenn sich das alles nach tiefschürfendem Psychodrama anhören mag, so ist es eins von der unterhaltsamen Sorte, denn Golden verlässt niemals die Pfade des Entertainment und rutscht in Gefilde ab, welche sich durch den moralinsauren Zeigefinger auszeichnen würden.

Ist das nun Horror, Fantasy oder ein Psychothriller?

Irgendwie ist „Der Fährmann“ eine Melange von allem, denn auch wenn Golden niemals zu weit mit Schilderungen und Auswirkungen geht, so ist alles weit davon entfernt harmlos und seicht zu sein. Einen Fan von Richard Laymon wird man hiermit nicht schockieren können, einen Leser von Rosamunde Pilcher wird es jedoch von den Füßen heben… aber wer liest schon Pilcher… (?, Arroganzmodus aus!)

Doch zeichnet sich „Der Fährmann“ nicht nur durch die Story an sich aus, auch die Aufmachung ist eher ungewöhnlich.

Das Hardcover kommt mit geschwärzten Seitenrändern daher und erhabene Schriften zieren den Umschlag. Innen verzieren eine Menge Zeichnungen des (wohl am bekanntesten sind seine Tolkien Arbeiten) Künstlers John Howe die Geschichte und zeichnen eine Momentaufnahme der Geschehnisse als Unterstützung für das eigene Kopfkino, ohne jedoch viel Raum für die subjektive Interpretation weg zu nehmen.

„Der Fährmann“ ist das erste, und scheinbar bisher einzige, Buch des Buchheim Verlages. Verleger Olaf Buchheim setzt sich hier selbst die Messlatte extrem hoch an und es wird interessant sein zu beobachten was aus diesem Verlag noch alles erscheinen wird und ob man die Sprunghöhe zukünftig wird halten können.

Wieso Christopher Golden bisher scheinbar nur Beachtung durch sein Werk zum Vampirkiller-Teenie gefunden hat, bleibt mir ein Rätsel, denn der Mann kann schreiben. Da ich den Originaltext nicht kenne und davon ausgehe das die Übersetzung genau so engagiert wie die optische Umsetzung angegangen wurde, unterstelle ich dem Übersetzet, Bernhard Kleinschmidt, einfach einmal, das er dem Werk nicht seine eigene Interpretation aufgedrückt hat, wie es einige Übersetzer so vortrefflich vermögen, und das Originalwerk unverfälscht in den deutschen Druck gegangen ist.

Müßig zu erwähnen, dass mir dieses Buch Spaß beim Lesen sowie dem betrachten von Howes Kunst gemacht hast.

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52 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

endzeit, recht, verwandeln, raubtieren, abgeschnitten

Die Verdammten

Brett McBean
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 07.04.2014
ISBN 9783865522924
Genre: Fantasy

Rezension:

Manche Verlage splitten einzelne Bücher in mehrere Teile. Nicht so der Festa Verlag, oder zumindest nicht mit diesem Buch. Hier ist die Devise: Aus Drei mach Eins! Die Originalromane „Concrete Jungle“, „Neighbourhood Jungle“ und „Suburban Jungle“, welche 2010, 2011 und 2013 erschienen, hat man hier einfach unter dem Titel „Die Verdammten“ zusammengefasst und 2014 auf den Markt geworfen.

Autor Brett McBean verzichtet auf übernatürlichen Schnörkel a´la Zombies oder Dämonen und verlässt sich vollkommen auf die Auswirkungen, welche Mutter Natur dem Menschen aufdrücken kann, wenn sie sich zu Wehr setzt.

Keine langsame Veränderung der Umstände zwingt die Menschheit sich auf eine neue Art des Lebens einzustellen, sondern alles geschieht in einem kurzen Augenblick – ok, das ist schon ein wenig übernatürlich, doch nehme ich es einfach einmal als Mittel zum Zweck hin, um sofort in medias res gehen zu können.

Das der Mensch an sich ein Raubtier ist, ist nicht wirklich eine umwerfende Neuerung im Gedankengut und so ist es auch nicht verwunderlich, wie sich McBeans Protagonisten verhalten. Jeder versucht das auszuleben, was eh schon in ihm schlummert und in ein paar der Handlungsweisen konnte ich sogar Dinge entdecken, welche mir selbst unter solch apokalyptischen Umständen nicht fremd wären.

Verzweifeltes Festhalten an alten Strukturen die eh nicht mehr Bestand haben können, das Abrutschen in Anarchie und Chaos, sowie der Versuch eine neue Weltordnung unter despotischen Verhältnissen aufzubauen – all das sind für „Bestie Mensch“ vollkommen normale Verhaltenswiesen und Regungen, welche ich während und nach einer Apokalypse erwarten würde.

Die Schreibe von McBean kann man mit Fug und Recht als intensiv und plakativ bezeichnen, denn seine Schilderungen gehen an die Lesenieren und lassen die Darsteller seiner Dystopie genauso schnell und farbig lebendig werden, wie seine Beschreibungen der Umwelt und wie es ist in ihr zu leben. Schauplätze werden sehr ausführlich für das Kopfkino beschrieben und auch wenn diese Orte noch niemals besucht hat, könnte man sich dort zurechtfinden.

Da dies ein Buch des Festa Verlages ist, sollte dem geneigten Leser auch von Anfang an klar sein, das es sich nicht um eine Kuschel-Dystopie handelt, sondern das die Dinge wieder roh und ungeschönt beschrieben werden, wie es in einem Festa Buch Gang und Gebe ist. Die Welt ist hin, die Zivilisation auch und auf ein Happy End braucht man erst gar nicht zu hoffen, denn das wäre ja mal wieder langweilig und nur was für Einhornstreichler.

Braucht man solche Bücher, die einem während des Lesens kein kuscheliges Gefühl in der Magengegend verursachen? Ich denke das dies definitiv der Fall ist! In Zeiten von Teeniedystopien und netten Monstern, welche sich in ihre Opfer eher verlieben statt sie kurz und klein zu slashen, ist es immer wieder erfrischend sich von einem Festa Buch Geschichten präsentieren zu lassen, welche nicht immer vollkommen an der Realität zerren, aber dennoch durch die realitätsnahen Dinge in ihnen extrem punkten können.

Gerade „Die Verdammten“ steht bei mir eher in der realistischen Ecke denn, wie bereits erwähnt, so weit hergeholt sind die Verhaltensweisen der agierenden Personen nicht, als dass man sie komplett von der Hand weisen könnte.

Für mich wieder eine „Dystopie mal anders!“, welche mich auch ohne langsame Menschenfresser und dämonische Geißelungen begeistern konnte.

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411 Bibliotheken, 6 Leser, 6 Gruppen, 38 Rezensionen

horror, monster, mord, vergewaltigung, bestie

Der Keller

Richard Laymon , Kristof Kurz
Flexibler Einband: 1.231 Seiten
Erschienen bei Heyne, 04.08.2008
ISBN 9783453433519
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mein erster Laymon und schon geht es in die Vollen…

Bisher habe ich nur davon gelesen, das die Bücher von Richard Laymon nichts für schwache Nerven und empfindliche Mägen sein sollen. Der Gedanke das dies sicher wieder übertrieben ist – es gibt Menschen die sich bei einem Roman von Stephen King zu Tode fürchten – stand am Anfang des Buches noch groß im Raum, verflüchtigte sich aber schon bald.

Laymon legt im ersten der drei hier zusammengefassten Monster-House-Romane sofort recht zügig los und stellt sofort klar wohin die Reise auch in Band Zwei und Drei gehen wird.

Im Keller, Das Horrorhaus und Die Mitternachtstour – so die Titel der drei
Einzelromane, welche das Buch enthält – brachten mir genau das entgegen, was ich mir durch die ganzen Vorschusslorbeeren bezüglich Laymons Werk des Internets erhofft hatte: Sex, Gewalt, noch mehr Sex, noch mehr Gewalt und wieder Sex.

Das klingt jetzt sicher für den Leser des eher gemäßigten Grusels und Horrors ein wenig sehr trivial, weiß aber in der Zusammenstellung zu überzeugen, da Laymon zwar alles recht explizit auslebt und beschreibt, jedoch keine Zeile einen Zweifel daran aufkommen lässt, das alles als reines Mittel zum Zweck benutzt wird.

Auch wenn man Laymon nachsagt das gerade in dieser Trilogie die Charakterisierung der einzelnen Personen zu wünschen übrigließe, so kann ich dem nicht wirklich zustimmen. War betreten Spieler den Schauplatz, welche kurz darauf nicht mehr aufzufinden sind, doch störte mich das nicht wirklich, denn wer hohe Literatur und psychologische Auslotungen erwartet, der wird definitiv enttäuscht werden. „Der Keller“ ist ein „Fun to Read“-Buch, welches nicht den Anspruch erhebt tiefschürfende Abgründe zu präsentieren, sondern einfach nur mit Ekel und Horror spielt, welche beide zur Genüge präsentiert werden.

Da dies mein ersten Laymon war – wie Eingangs bereits erwähnt – so stellt sich mir jedoch schon glasklar dar, das Richard Laymon ein Wiederholungstäter in der Couleur eines Dean Koontz zu sein scheint. Zwar gleichen sich die drei Romane nicht wie ein Ei dem anderen, doch bemerkt man schon, das Laymon kein Autor war, der sich gerne auf Experimente einließ und welcher sein eigenes Werk zwanghaft zu verbessern suchte. Auf den kompletten 1232 Seiten ereignet sich nichts, was vollkommen neu und ungewohnt wäre, denn die beiden Fortsetzungen von „Im Keller“ sind genau das – die Fortführung des im ersten Buches eingeführten und ausgelebten Dinge und Schilderungen, mal mehr oder mal weniger explizit ausgelebt.

Den größten Pluspunkt des Buches stellten für mich wohl die Charaktere an sich dar. Keinen von ihnen konnte ich wirklich leiden und somit habe ich auch nicht mitgelitten, wenn jemand über die Klinge springen musste. Gerade diese oberflächliche Darstellung der einzelnen Personen und deren teilweise vollkommen überzogenen und realitätsfremden Handlungsweisen, machen es einfach Abschied von Charakter XYZ zu nehmen.

Wer Laymon nicht kennt, der hat nichts verpennt. Doch wer sich gern mal auf triviales der brutalsten Art und Weise einlassen möchte, der wird von ihm mehr als gut bedient.

Für mich steh fest das dies nicht mein letzter Laymon gewesen ist, denn unterhalten konnte er mich über die komplette Strecke.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Omega Days - Schiff der Toten

John L. Campbell , Norbert Stöbe
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.02.2017
ISBN 9783453318199
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich liebe es, wenn der Folgeteil nicht mit einem „Acht Monate später!“ sondern eher mit einem „Zehn Minuten nach der letzten Seite des Vorgängerbandes!“ aufwartet. Auch wenn mich der erste Ausflug in die „Omega Days“ nicht wirklich aus dem Häuschen gelockt hat, so empfand ich die nahtlose Fortsetzung in Band Zwei sehr angenehm.

Evan und seine Gruppe von Hippies befinden sich mittlerweile auf einem Schiff, welches auch die beiden Schwerverbrecher beherbergt und auf dem nun auch Xavier und seine Wasserretter eintreffen. Man sollte sich vom ersten Kapitel nicht ins Bockshorn jagen lassen, denn der Ausflug in die Vergangenheit – also Prä-Zombies – ist nur kurz und dient ausschließlich dazu Xaviers Retterin ein wenig näher zu beleuchten.

Der zweite Teil schaffte, was dem ersten verwehrt blieb, nämlich mich zu begeistern.

Das ewige hin und her zwischen Gruppen und das dauernde Umgeschalte der Handlungsschauplätze hat endlich ein Ende und John Campbell kann sich endlich ausgiebiger dem eigentlichen Feind widmen: Den Zombies. Dabei lässt er jedoch nicht den Faktor „Bestie Mensch“ außer Acht, denn selbst in der Apokalypse ist der Mensch ein reißendes Tier, welches nur auf sein eignes Wohl bedacht ist, statt sich einer Gruppe wohlwollend unter zu ordnen.

Und da wo er bisher nur stereotyp den Zombiebiss als Todes- und später Reanimationsurteil abgehandelt hat, führt er eine Überlebenschance für Gebissene ein, welche dem Ganzen eine kleine Wendung verleiht, denn man darf nun mit einem – zumindest mir – angenehmen Charakter bangen, ob sie es denn nun packt, oder doch nach 24 Stunden in den Schlurfgang verfällt und auf Menschenfleisch als nächste Mahlzeit besteht.

Nach wie vor kennt sich Campbell sehr gut in und an den Schauplätzen aus, an denen er seine Protagonisten agieren lässt. Wurde in den „letzten Tagen“ die USS Nimitz noch in Grund und Boden gerammt und nach einem Kapitel vergessen, so spielt sie hier die materielle Hauptrolle, denn sie soll der Gruppe die Möglichkeit auf ein Weiteleben innerhalb der Apokalypse bieten.

Ansonsten treten jede Menge Seriendinge auf, welche sich sicher auch in kommenden Büchern wiederfinden werden, denn wie ich gelesen habe, soll die Serie sich in den USA bereits über fünf Bände erstrecken – der letzte erschienen im November 2016.

So kann und darf es gerne weiter gehen, denn wer sich wie ich durch den ersten Band geackert hat, wird hier mit einer gut lesbaren Story und mehr Action belohnt!

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43 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

monster, horror, lovecraftsche motive, bermuda-dreieck, nebel

DEAD SEA - Meer der Angst

Tim Curran
Flexibler Einband: 768 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 29.10.2013
ISBN 9783865522559
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bermuda-Dreieck, Sargassosee und andere Flecken der Weltmeere taugen immer für Storys, welche jeder rational erklärbaren Grundlage entbehren. Und genauso unergründlich wie die Tiefen des Ozeans, sind teilweise die Ideen, welche Autoren damit verbinden.

Tim Curran war mir bisher nur aus dem „American Wasteland“ (LINK ZUR REZI) bekannt und dieser Ausflug in die Hirnwindungen des Autors hatte mir gut gefallen. Wusste Curran dort noch keinerlei Füllmomente oder gar Längen aufkommen zu lassen, so ist dies bei „Dead Sea“ leider nicht der Fall.

Curran nutzt das erste Kapitel um seine Protagonisten, welche alle miteinander wieder nicht wirklich sympathisch sind, einzuführen und deren Hintergrund ein wenig mehr auszuleuchten, um deren Reaktionen im nun folgenden Spiel erklärbar zu machen. Dies gelingt ihm auch sehr gut, doch irgendwie will dabei nicht so recht Freude aufkommen, auch wenn man sich wieder in derbstem Slang und wildesten Beschimpfungen unterhält.

So richtig will der Horror und das Mystery jedoch nicht punkten und auch wenn man den Hintergedanken auf die Seitenzahl dieses Buchklotzes legt – deren es da 768 gibt – macht dies dennoch nicht die recht langwierige und umständliche Einführung von allem wett.

Klar, die Mara Corday – das Schiff um das es zuerst geht – befindet sich in einem unergründlich seltsamen Nebel und so langsam nehmen die Bedrohungen zu, und es kommt auch die erste Person ums Leben – aber selbst der Selbstmord eines über die Reling hüpfenden Matrosen, steigert die Spannung nicht wirklich.

Erst als sich Gosling, der erste Offizier der Mara Corday, daran macht das Rätsel des durchgeknallten Relingspringers zu ergründen, nimmt auch das Buch endlich wirklich erstmals Fahrt und Gänsehaut auf. Leider verliert sich diese zu Beginn des zweiten Kapitels sofort wieder und man hat das Gefühl, Curran wolle hier Feeling und Setting von Kapitel Eins ebenfalls auf die neue Handlungsebene übertragen.

Um jetzt noch ein paar Wasseraphorismen zu verbraten, so kann man die Handlung bis zum Schluss als leises dahinplätschern diverser Versatzstücke bezeichnen, denn irgendwie wollte Curran diesmal bei mir nicht zünden.

Seine Protagonisten siedelt Curran auch diesmal wieder vollkommen in der Realität an, denn die komplett geldversessenen Bauarbeiter, welche eine Landebahn in den Dschungel zementieren sollen, sind so wie Otto Normalverbraucher eben ist. Selbst in der ausweglosesten Situation denkt jeder nur an sich und das dezimieren der Protagonisten durch die Umgebung der „Dead Sea“ bringt keinen „Och, schade, der hätte das doch jetzt überleben können!“-Moment mit sich.

Auch wenn meine Recherche ergab, dass es sich bei „Dead Sea““ um ein einziges Buch im Original handelt, so könnte man auch in den Gedanken verfallen, dass es sich um seine Serie handle und die einzelnen Kapitel als einzelne Bücher erschienen wären. Jedes Kapitel wird Anfangs von der Geburt des Neuen überschatten und kommt schwerer ans Laufen als sein Vorgänger, was natürlich den Fluss und die Homogenität des Spannungsbogens ständig abreißen lässt.

Für mich hätte dies alles wesentlich straffer und rattiger abgehandelt werden können, so wie Curran es mir mit dem „American Wasteland“ vorgemacht hat.

Wer Zeit, Lust und Ausdauer hat, der möge sich dem Buch widmen, denn zumindest die Charakterstudien rangen mir den ein oder anderen schallenden Lacher durch deren Konversationen untereinander ab.

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

zombies, tod, gefängnis, the, zellen

The Dead: Todeszellen

Adam Millard , Michael Preissl
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Voodoo Press, 26.12.2014
ISBN 9783902802828
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Überzeuge mich in zehn Seiten!“

Diesen Leitsatz versuche ich bei fast allen Büchern anzuwenden, doch nicht immer werden die Werke dem auch gerecht. Gibt es Bücher, welche mich bereits nach drei Seiten vollkommen in ihren Bann gezogen haben, so hatte „The Dead – Todeszellen“ die schwere Hürde selbst nach fünfzig Seiten noch nicht genommen.

Dass es in einem der härtesten Gefängnisse der USA spielt, wird schon nach wenigen Sätzen klar, wer jedoch die Helden der Story sein sollen, eher weniger. Zwar trennt Autor Adam Millard recht schnell die Spreu vom Weizen und wäscht einen Häftling so weiß, wie man es sich kaum vorstellen kann und man sich unwillkürlich fragt wieso er mit Mördern und Vergewaltigern einsitzt.

Die Wächter des Knastes sind unangenehme und sadistische Zeitgenossen, der Direktor der Einrichtung ein selbstgerechter Despot, die meisten Knackies verschworene Killergemeinschaften mit Bossen und devoten Handlangern – alles so stereotyp, dass man sich schon mal in den Handlungspersonen des jeweiligen Abschnitts irren kann.

Die Kapitel sind nicht nummeriert und teilweise so kurz das sie nicht mehr als gefühlte fünf Sätze lang sind. Dieser schnelle Szenen- und Protagonistenwechsel war für mich insofern teilweise verwirrend, da ich mich noch nicht an Shane Bridge und Co. hatte gewöhnen können.

Und wenn ich oben bereits Stereotypen in den Protagonisten erwähnt hatte, so findet man diese auch in den diversen Handlungen wieder. Ich konnte mich des Gefühls nicht erwehren, dass es sich bei „Dead Cells“ (nettes Wortspiel) um ein Erstlingswerk handelt, was eine Recherche auch bestätigte.

Millard scheint alles mit einbauen zu wollen, was er in einem anderen Zombieroman jemals gelesen hat – denn ich gehe davon aus das dem der Fall ist -  und schreckt selbst nicht vor dem Blick in das „Bewusstsein“ eines Zombies zurück, welcher bei ihm weder skurril oder erheiternd ausfällt, sondern einfach nur unmotiviert und kopiert erscheint.

Harsche Kritik meinerseits? Ja, das gebe ich zu, denn ich habe Vergleiche zu den bisher gelesenen Zombiromanen – welche ich in letzter Zeit inhaliert habe – gezogen und mit keinem konnte „The Dead – Todeszellen“ es auch nur geringfügig aufnehmen.

Im Zweifelsfall für den Angeklagten erhoffe ich mir vom zweiten Teil der Serie – „The Dead – Todeskälte“ – Besserung, was Stereotypen und das verlassen von zu oft ausgelatschten Pfaden angeht.

Für Zombiejunkies ein nettes Pausenfüllerchen für nebenbei, für Neueinsteiger ins Genre bieten sich literarisch ansprechendere Romane an um sich den verfaulenden Untoten zu nähern.

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redrum books, candygirl, michael merhi, extrem-horror, horror

Candygirl Horror - Thriller

Michael Merhi
E-Buch Text: 434 Seiten
Erschienen bei null, 22.11.2016
ISBN B01MRNZT2Z
Genre: Sonstiges

Rezension:

„Wennste Monster bekämpfen willst, darfste keins sein und wennste in den Abgrund kuckst, kanns sein dasser zurück kuckt!“ Fritz Nietzsche (frei interpretiert).

Der Autor des Buches, namentlich Michael Merhi, ist nicht nur bekennender Fan der etwas härteren Thriller und Psychothriller, sondern auch noch Verleger und eigener Autor in Personalunion. Dies hat zur Folge, dass der gute Mann sich nicht wirklich hat zurück nehmen müssen in seiner geschriebenen Fantasie oder gar verlegerischen Restriktionen unterwerfen.

Man merkt dem Buch na, das Merhi eine Heidenfreude daran hatte seinen literarischen Vorbildern (Ketchum, Laymon, Barker) nicht nur nachzueifern, sondern auch noch eins obendrauf zu setzen.

Was sich hier auf 430 Seiten abspielt ist brutal, schonungslos und teilweise exzessiv ekelhaft, was definitiv gewollt ist. Wer sich schon vom Coverhinweis „Rape & Revenge Horror Roman“ abschrecken lässt, der tut definitiv gut daran, denn für schwache Nerven ist „Candygirl nicht geschrieben worden.

Ich habe mir vor der Lektüre des Buches bereits – gegen mein besseres Wissen – Meinungen zum Buch durchgelesen und kann denen nicht zustimmen, welche die plakative Darstellung von Gewalt als reines Mittel zum Zweck ansehen. Sicherlich gibt es Thriller, welche mit weniger bildlichen Beschreibungen auskommen und dennoch Spannung und Horror aufbauen können, doch würde dies nicht zu Merhis rotziger Schreibe passen.

Mehri schreibt so, wie ihm scheinbar auch der Schnabel gewachsen zu sein scheint – ohne viele Schnörkel und niemals um den heißen Splatterbrei herum. Die Widmung, welche er mir zugedacht hat – „Ach ja, hoffentlich musst du k****n!“ – bewahrheitete sich nicht, denn mein Magen ist hart genug für solche Lektüre, doch teilweise schlich sich Unbehagen während des Lesens ein, wenn es wieder zu plakativ wurde.

Die Charaktere sind alles andere als subjektiv nachvollziehbar für Ottonormalverbraucher, denn in solche Situationen wird hoffentlich niemand er dieses Buch liest jemals geraten oder auch hoffentlich noch nicht in ihnen gewesen sein. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich jemand so verhält, der durch die hier beschriebene Hölle muss, aber nachvollziehen kann ich es nicht.

Für ein Erstlingswerk ist dies hier schon recht geschliffen – auch wenn es noch ein paar Stellen diamantentechnisch zu glätten gibt – aber Merhi darf sich beruhigt zurücklehnen und sicher sein, dass er seinen Vorbildern brauchbar hat nacheifern können.

Nichts für Kuschelhorror und Softthrillerfans, sondern eher etwas für die Hard Boiled-Fans von Psycho und Co..

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39 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

vampire, werwölfe, monsterjäger, bastei lübbe, larry correia

Der Club der toten Monster

Larry Correia ,
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 10.12.2015
ISBN 9783404208074
Genre: Fantasy

Rezension:

Da sind sie wieder – die Monster Hunter International.

Nach dem gigantischen Erfolg in der USA, welcher Larry Correias Erstling „Die Monster die ich rief“ (Monster Hunter International) im Selbstverlag und danach in der normalen Verlagsavariante verbuch konnte, war es nur logisch das Correia sein Garn um Owen Pit und Co. weiterspinnen würde. Somit liegt nun also mit „Der Club der toten Monster“ (Monster Hunter International: Vendetta) der zweite Teil vor und der hat es ebenso in sich wie der Vorgänger.

Zuerst einmal stellt sich mir immer die Frage, wer diese deutschen Titel ersinnt! Macht man so etwas aus marketingtechnischen Gründen oder geht da mit den jeweiligen Verlagen das eindeutschende Kreativpferd durch? Sicher hätte man es auch beim Originaltitel belassen könne, doch sind zumindest die Titel der MHI-Reihe auf Deutsch recht bedacht gewählt.

Was erwartet den Leser im Prequel?

Nun, zuerst einmal bleibt alles bei alten. Owen Pitt ist nach wie vor sarkastisch und sympathisch. Die MHI ballern und lassen explodieren was das Zeug hält. Der rote Faden des Popcornromans (den Begriff habe ich mal irgendwo gelesen und finde ihn sehr passend) zieht sich weiter durch die Story.

Auch wenn sich der Anfang rein wenig zögernd ausmacht - die Erklärung wer wie wo was ist, ist für den Weiterleser sicher ein wenig störend, für Neueinsteiger interessant. Doch wer beginnt eine Serie mit Band Zwei? – so richtet sich schnell der Augenmerk wieder auf des Monster Hunters Tagwerk und dessen guten und schlechten Seiten.

Doch abseits aller Action und Splatterei vergisst Larry Correia nicht Owen und seinem Umfeld mehr Konturen zu geben. Owens Familie steht genauso im Mittelpunkt der Handlung – in der sie auch zur Zielscheibe von Owens diesmaligen Gegenspielern wird - wie auch seine anderen Familienbande aus der übernatürlichen Ecke.

Owens größer angelegte Bestimmung wird ebenfalls weiter ausgearbeitet.

Correia belässt es erfreulicherweise dabei zwar „lager than life“-Charaktere zu befeuern, vergisst dabei jedoch nicht die alltäglichen Dinge, welche es dem Leser ermöglichen einen Bezug zu den unterschiedlichen Protagonisten seiner Story herzustellen.

Die Weiterentwicklung der Charaktere ist glaubhaft und keiner der Protagonisten fällt in eine vollkommen unerwartete Schablone nur um die Story dadurch irgendwie gefälliger verbiegen zu können.

Wer nach Teil Eins bedenken hatte das der Erfolg dem Autor zu Kopf gestiegen wäre oder das er mehr in Richtung Popularität schreiben würde, dem sei versichert das sich nicht am Stil und der Umsetzung des MHI-Universums geändert hat.

„Der Club der toten Monster“ ist eine konsequente und logische – sofern man bei Horror von Logik reden kann – Fortsetzung, ohne Eingeständnisse an den Mainstream.

Man mag nicht glauben wie schnell man dieses Buch, im Umfang und Gewicht eines Backsteines, inhaliert hat und wie man danach nach neuem Fix lechzt.

Die MHI rocken und werden sicher bald eine Menge Klone produzieren. Only Time will tell.

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