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American Wasteland

Tim Curran
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 22.01.2016
ISBN 9783865524300
Genre: Fantasy

Rezension:

Zombies. Lebende Leichen, teilweise verwest, aber dennoch mit Leben versehen. Nicht wirklich umfangreich mit Neuronen befeuert und auch sonst eher die langsame Sorte in Punkto Fortbewegung. So sieht es zumindest die klassische Version der Menschenfleischfresser vor.

Da dies jedoch auf die Dauer recht öde ist, sollte man sich etwas einfallen lassen um den Horrorkonsumenten noch mit ein wenig frischeren Ideen zu beliefern. So gibt es also schnelle Zombies, Zombies welche unsere Gesellschaft nachahmen weil sie nicht gepeilt haben das sie eigentlich tot sind, Zombies die von ihren Gegenparts nicht so genannt werden und Zombies in Love – was sicher Twilight geschuldet ist.

Tim Currans Zombies sind jedoch noch einen Zacken wirrer als die bisher oben genannten Exemplare der walking Dead. Seine Zombies entstehen, indem sie durch einen Wurm kontaminiert werden, welcher den Wirt innerhalb kürzester Zeit umbringt um ihn dann in noch kürzerer Zeit wieder mit untotem Leben auferstehen zu lassen.

Autor Tim Curran ergeht sich genüsslich in wahren Orgien an detallierten Beschreibungen, sobald es an das Auslöschen der zerfallenden Kadaver geht und lässt keine Möglichkeit aus das Kopfkino des Lesers mit den unappetitlichsten Bildern zu colorieren.

Curran scheint einen höllischen Spaß daran zu haben auch die kleinste Kleinigkeit auszuwalzen. Nicht nur, das er sehr gut recherchiert hat – sich z.B. komplett in einen Outlaw Biker hineinzusetzen vermag – er bedient sich einer Bildsprache wie ich sie bisher nur selten gelesen habe. Würde man das Buch auf die wesentlichen Bestandteile reduzieren, käme man sicher mit einem Drittel des Umfangs gut zurecht, doch wie der Amerikaner sagen würde: Where´s the fun in that?

John Slaughter, der Held des Ganzen, scheint eine weitreichend vorbestimmte Mission zu haben von der er nicht viel weiß und welche ihm eher durch übernatürliche Spiegelungen und Bauchgefühlen, die nichts mit schlechtem Essen zu tun haben, vermittelt wird. Als er gefangen genommen wird und den Auftrag erhält eine Biologin aus den Klauen einer paramilitärischen Organisation zu befreien, hat man das Gefühl Lee van Cleef würde gerade Kurt Russel in Richtung New York schicken, auch wenn Snake Plissken sich nicht gegen Zombies hat behaupten müssen.

Ähnlich düster, wie in Carpenters dystopischem Klassiker, ist auch die Grundstimmung von Currans Dystopie, welche einen ansehnlichen Mischmasch an alten Bekannten abliefert, ohne sich dabei jedoch zu sehr in den Farben der Altvorderen zu verlieren.

Auf seiner Reise in die Weststaaten der USA bekommt Slaughter es jedoch nicht nur mit Zombies zu tun. Riesige Spinnen und andere Mutationen, welche durch die Bombardierung diverser Landstriche mit Atombomben erschaffen wurden, trachten ihm und seinen Begleitern ebenfalls nach dem Leben.

Die Deadheads (Zombies) in den Deadlands sind zwischendurch auch reine Nebensache, denn Curran lässt Slaughter auch ein wenig in der Geschichte der Indianer herum schnüffeln. Slaughters großer Widersacher – Black Hat, Skeleton Man oder wie man ihn auch immer nennen mag – weißt viele Züge eines Stephen King Dämons auf, auch wenn mir die Herangehensweise an das Böse von Curran wesentlich mehr zusagt als die des Altmeisters.

„American Wasteland“ ist keine Durchschnittsdystopie, sondern hebt sich in Sprache (nichts für Muttis Liebling), Idee und Umsetzung ein gutes Stück vom normalen Tagesgeschehen in Richtung Zombie-Apokalypse ab.

Festa delivers, denn der Verlag legt ja großen Wert darauf, etwas andere Literatur anzubieten – also Dinge an die sich Papas Verlage nicht trauen, weil entweder die Sprache zu bösieböse, die Story zu rattig oder auch der Rest eben von härterer Gangart ist.

Tim Curran hat mich mit diesem Roman angefixt, denn der Mann schreibt wie der Leibhaftige selbst! Eine Geschichte wie ein Fiebertraum, ein Roadtrip durch die Hölle eines schlechten Drogenrausches – alles endet in einem orgiastischen Finale, welches dem Leser zwar viel abverlangt ihn aber am Ende in dem Gewissen zurück lässt beim Höllentrip durch die Postapokalypse in der ersten Reihe mit dabei gewesen zu sein.

Leseempfehlung für alle die schon genug haben von Rick Grimes und den anderen Weichspül-Apokalypstern!

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horror, männer zwischen 20 und 40, handyman jack

Die Gruft

F. Paul Wilson
E-Buch Text: 456 Seiten
Erschienen bei Festa, 18.11.2012
ISBN 9783865522122
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Roman „Die Gruft“ (The Tomb), von 1984, ist der erste Band mit Handyman Jack, damals noch „Repairman Jack“ was in der alten deutschen Buchversion vom Goldmann-Verlag dann auch als „Reparateur Jack“ übersetzt wurde, welchem erst 1998 ein zweiter Roman folgte. Ebenfalls ist es der zweite Band des zeit- und charakterübergreifenden „Widersacher-Zyklus“, dessen erster Band, „Das Kastell“ (The Keep) von 1981, auch bereits 1983 verfilmt wurde – deutscher Titel: „Die unheimliche Macht“.

Umso verwunderlicher ist es das F. Paul Wilson, der Autor des „Handyman“, in den nachfolgenden Geschichten die übernatürliche Komponente fast vollständig, zumindest in den mir bekannten Geschichten, weggelassen hat und Jack als eine Art hoch intelligenten Großstadtkämpfer der Gerechtigkeit um- und aufbaute. Gerade der Faktor des Übersinnlichen machte „Die Gruft“ so relativ einzigartig damals und ein Kämpfer gegen diese Wesen, welcher sich nur der normalen Hilfsmittel bediente, war recht selten auf dem Buchmarkt – von den eher trivialen Helden der Heftromane abgesehen.

Gerade in „Die Gruft“ kommt Wilson dem Charakter so nahe wie danach kaum noch. Er führt Jack sehr intensiv ein und lotet auch dessen Gefühlsleben, trotz aller Geheimniskrämerei, recht ausführlich aus.

Die Ausgabe des Festa Verlages wurde von Michael Plogmann neu übersetzt und kann, meiner Meinung nach, gerade durch diesen Punkt eine Menge Boden gut machen. Wer sich also nun davor scheut sich die erneute Auflage eines Klassikers der Horror-Literatur zuzulegen, dem sei angeraten eine Leseprobe zu suchen, in der man deutlich die aktuellere Umsetzung in die deutsche Sprache spürt und in der auch die zweimalige Umarbeitung des Stoffes durch den Autor – also F. Paul Wilson – zum tragen kommt.

Beiden Übersetzungen, welche ich nun gelesen habe, wohnt jedoch ein Punkt in gleichem Maße inne: Die Spannung, mit der Wilson seine Storys aufbaut. Selbst wenn man viele Kämpfer gegen das Übernatürliche schon kennt, so ist Jack dennoch einzigartig und unterscheidet sich von seinen Kollegen. Man mag ihn eventuell auch gerne als Antiheld sehen, doch ist der Bursche durch und durch sympathisch und man würde seine Probleme jederzeit in seine Hände geben um sie zu reparieren.

Nun mag man vielleicht auch noch die Komponente mit einbeziehen das der Roman heutzutage – die Ausgabe von Festa erschien 2012 – bereits 33 Jahre auf dem Buckel hat und somit ins Schubfach „alt“ gehöre, denn der Deutsche braucht ja immer und für alles seine Schubfächer. Dem steht aber immer noch entgegen, das sich „Die Gruft“ nach wie vor spannend liest und es nur wenige Autoren innerhalb dieser 33 Jahre geschafft haben an eine Story dieser Art auch nur im entferntesten heran zu kommen.

Lässt man mal die ganzen technischen Spielereien der Jetztzeit vorne weg, so könnte die Story problemlos im Jahr 2017 angesiedelt sein, denn Wilson verpasst seinen Romanen eine Art der Zeitlosigkeit, wie es nicht einmal jemand vom Kaliber eines Mr. King vermag. Auch ist Wilson kein Wiederholungstäter, wie z.B. ein Mr. Koontz, und so ist jeder Roman des Widersacher-Zyklus für sich vollkommen autark zu lesen, auch wenn er sich in den roten Faden um den „Adversary“ fugenlos einpassen lässt.

Wilsons Charaktere sind selbst heutzutage noch alles andere als stereotyp – sollte jemand dennoch das Gefühl haben, jemanden aus der Story zu kennen, so wird dies mit Sicherheit daran liegen, dass sich andere Autoren bei Wilson bedient haben.

Wilsons Frauen sind keine Scream-Queens, die nur darauf warten vom Hauptprotagonisten gerettet zu werden. Gia, Jacks Liebesinteresse, ist alles andere als das gewohnte Dummchen, welches seinen Loverboy unreflektiert anschmachtet. Die Beziehung zwischen Jack und Gia ist alles andere als mit Rosen unterlegt und der Handyman hat nicht nur mit den übernatürlichen Rakoschi zu kämpfen, sondern auch mit der Möglichkeit seine Geliebte für immer los zu sein, sollte er seine Profession und seinen Lebensstil nicht ändern.

All das und vieles mehr verpackt F. Paul Wilson in einen Spannungsbogen, welchen er bis zur letzten Seite von Jacks erstem Abenteuer teilweise zum zerbersten anspannt, ohne ihn wieder locker zu lassen. Man lernt in aller Ruhe Land und Leute kenne, erlebt die Gründe des Ganzen und kurz darauf prügelt Wilson einem den Atem aus den Lungen, nachdem er es scheinbar für richtig hielt sich die Ereignisse von da an überschlagen zu lassen.

Leseempfehlung für Horrofans, bedingt für Fans des Thrillers, denn mit Monstern aus Eiern kann nicht jeder Realist etwas anfangen. Spannung pur, auch nach 33 Jahren noch.

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NICK

Achim Mehnert
Fester Einband
Erschienen bei Verlag Peter Hopf, 25.04.2013
ISBN 9783863050658
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Nick und seine Begleiter - Professor Raskin, Bentley und Nicks bester Freund Tom - sind wieder zurück auf dem Mond, nachdem sie ihr Abenteuer auf der Venus gut überstanden haben. Doch Nick wäre nicht Nick – und außerdem wäre es ja extrem langweilig – wenn nicht auch hier viele Dinge an der Tagesordnung wären, bei denen es nicht mit rechten Dingen zugeht.

Sabotageakte bereiten der Menschheit Sorgen und alles scheint so, als habe man sich im Weltall einen Feind zugezogen, der zwar unsichtbar ist, dem es aber daran gelegen zu sein scheint, das die Menschheit nicht weiter als bisher in den Kosmos vorstoßen kann.

Diesmal geht es wieder hinaus ins All, doch der neue Weg soll die Gefährten diesmal zum Mars führen, denn die Marsianer sind die „Bösewichte“, welche die Menschheit vom Expansionsgedanken abhalten wollen, da man die Erdbevölkerung als eine Rasse von kriegshetzenden Barbaren eigenstuft hat. Anm. des Schreiberlings: Da haben sie nicht völlig unrecht, die grünen Gesellen.

Der erste Band diente Achim Mehnert um die Welt, die verschiedenen Schauplätze und die ganzen Hauptcharaktere der Piccolo-Comicserie in Buchform umzusetzen. Die hatte teilweise ein paar Längen innerhalb der Geschichte an sich zur Folge. Im zweiten Band der Romanumsetzungen hat Mehnert wesentlich mehr Spielraum um die Story an sich schneller und mit mehr Abwechslung zu spicken, als es der Vorgängerband ermöglicht hat.

Nach wie vor empfinde ich Mehnerts Schreibe hier als teilweise zu kurz und knapp bemessen, auch wenn dies hier nicht ganz so zu Buche schlägt wie noch im „Weltraumfahrer“. Längere Sätze haben hier die Oberhand und er scheint sich so langsam aber sicher auf Land und Leute eingeschossen zu haben. Bedingt durch diese Entwicklung, bin ich guten Mutes, das sich vielleicht in Buch #3 – mit dem Titel „In den Sümpfen der Ork“ – der mir bisher bekannte Achim Mehnert schreibtechnisch einstellt.

Schön ist der Umstand das man hier ein wenig mit den Wandlungen, welche Nick in der Nachfolgezeit seiner Venusexpedition durchmachen musste, spielt und nicht mehr alles so vollkommen linear verläuft wie bisher. Scheinbar hatte Hansrudi Wäscher damals Blut geleckt und Spaß daran, seinen Helden auch mal ein wenig ungewöhnlicher durch den Weltraum jagen zu lassen.

Nach wie vor ist „Nick“ eine Leseempfehlung für Altleser und für Neueinsteiger gleichermaßen, denn wer den Sense of Wonder der Aufbruchsjahre der deutschen SF liebt, der kommt hier voll auf seine Kosten.

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NICK

Achim Mehnert
Fester Einband
Erschienen bei Verlag Peter Hopf, 25.04.2013
ISBN 9783863050689
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Nick, der Weltraumfahrer als Roman? Häh?…

Man glaubt es kaum, aber es gibt tatsächlich eine Buchadaption der alten Piccolo-Comicserie, welche mit großem Aufwand und sehr viel Liebe zum Sammlerdetail vom Verlag Peter Hopf hergestellt wird.

Da ich mir keine Erklärung von wer, wie, wo und was aus dem Kreuz brechen möchte, benutze ich einfach das ungeheure Wissen von Wikipedia und dessen Umschreibungen:

„Die Science-Fiction-Serie erschien von Februar 1958 bis September 1960 zunächst in 139 Piccolos mit dem Titel Nick, der Weltraumfahrer. Von Januar 1959 bis Juli 1963 wurde eine weitere Reihe mit 121 Großbänden veröffentlicht, in der neue Fortsetzungsgeschichten unter dem Titel „Nick, Pionier des Weltalls“ erschienen. Abgeschlossene Geschichten in Einzelheften erschienen in den Serien Piccolo-Sonderband (Nrn. 29,32,33) und Bild Abenteuer (Nrn. 9,38,40,44) sowie in einem einzelnen Sonderband von 1966. Nach Neuauflagen bei Melzer (1976–1977) und CBC (1979) erschien Nick zwischen 1982 und 2007 im Norbert Hethke Verlag, der sowohl die alten Geschichten in verschiedenen Formaten (Faksimile-Nachdrucke, gebundene Buchausgaben etc.) nachdruckte als auch neue Geschichten veröffentlichte.

Inhalt

Die Serie spielt, vom Termin der Erstveröffentlichung betrachtet, 50 Jahre in der Zukunft, also ab 2008. Der Nachname Nicks wurde in den damaligen Geschichten selber nie erwähnt, in später veröffentlichten neuen Abenteuern aber mit ‚Steel‘ angegeben.“ Quelle: Wikipedia

Ich habe die Regel, das mich ein Buch bis zu seiner zehnten Seite irgendwie überzeugen sollte, das es Wert ist komplett gelesen zu werden. Manchmal bestätigen auch diverse Ausnahmen die Regel, doch zumeist ist es schwer mich nach Seite 10 im Schreibstil noch nachhaltig zu überzeugen.

Und genau mit Seite 10 hatte mich „Nick, der Weltraumfahrer“ dann auch schon komplett gepackt, denn wie in den alten Leihbüchern meiner Kindheit, befand sich auf genau dieser Seite eine Zeichnung von Hansrudi Wäscher, welche die Venusrakete in schwarz/weiß neben dem Text zeigte. Zack, war ich wieder 8 Jahre (oder so) und sah mich in heftiger Erwartung eines Sense of Wonder. Doch ob der auch kommen würde?

Im Roman schreibt man das Jahr 2008. London liegt in Schutt und Asche. Beim Unfall eines Übungsflugzeuges über der Stadt wurde eine Wasserstoffbombe auf die Metropole Großbritanniens geworfen, tötete Millionen Menschen und ließ das Wahrzeichen des ehemaligen Empires als verstrahlte Wüste zurück.

Nach dieser Katastrophe, welche hier im Jahr 1971 statt fand, brauchte die komplette Menschheit nur 4 Jahre um sich dann endlich 1975 unter einer einzigen Weltregierung zusammen zu finden und nun ein Leben in Frieden und der Förderung von Wissen und Wissenschaft zu führen.

Doch selbst im Jahr 2008, der wäscherschen Zeitrechnung, ist die Menschheit noch nicht weiter ins Weltall vorgestoßen als bis zum Mond. Dies soll sich nun jedoch ändern und man plant eine bemannte Mission zur Venus, auf der man sich Uran zwecks Abbau erhofft – hier beginnt das erste rein schriftliche Abenteuer des klassischen Weltraumhelden Nick.

Zuerst sollte man sich vor Augen halten, das die Comics mehr als ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel haben und die damaligen Science-Fiction-Geschichten noch vor Träumereien strotzen, welche unsere Wissenschaft heutzutage längst widerlegt hat. Dennoch macht es Spaß sich vorzustellen, das die Venus eine für Menschen atembare Atmosphäre hat und sich dort fast genau die selben Tiere – wenn auch größentechnisch modifiziert – herum treiben.

Autor Achim Mehnert hat den großen Vorteil ein vollkommen ausgearbeitetes Universum übernehmen zu können und dessen Charaktere von der Zweidimensionalität des Comics auf die dreidimensionale Ebene eines Romanes zu heben.

Dies gelingt ihm mit den Figuren recht gut – hatte Wäscher ja, auf die Piccolos begrenzt, niemals die Möglichkeit emotionale Tiefen auszuloten – doch hält er sich sonst für meinen Geschmack zu kurz und knapp. Logischerweise erwarte ich keinen Henry Rider Haggard, welcher sich über 5 Seiten hinweg in der Beschreibung einer Blüte ergeht, doch hätte ich mir so manch genauere Betrachtung in längeren Sätzen gerne gefallen lassen.

Ich kann nicht sagen, in wie weit Mehnert die Möglichkeit hatte sich verändernd auszutoben, denn meine Lektüre der Piccolos oder Großbände der Serie liegt schon zu lange zurück, als das ich noch brauchbare Erinnerungen daran zu Rate ziehen könnte.

Nach der Lektüre des ersten Bandes bleibt jedoch eine spannende Geschichte um Weltaumabenteuer, Spionage, dem stetigen Verbleiben des menschlichen Charakters im Giermodus und einer Menge Sense of Wonder in den Hirnwindungen hängen.

Nick ist, wie auch in den Piccolos, in Romanform leichte Unterhaltung für zwischendurch, welche nicht den Anspruch erhebt sich mit unnötigen Schweren und zu viel Technobabble zu überfrachten. Wer sich gerne des deutschen Schubladendenken bemühen möchte, dem wären die Bezeichnungen „Heftroman“ und „Trivialliteratur“ ans Herz gelegt, auch wenn Nick beiden nicht gerecht wird und sich eigentlich gar keine chublade für die Romanadaption finden lässt.

Ein paar Worte noch zur Aufmachung des ganzen: Es gibt mittlerweile eine Zweitauflage der ersten Bücher, das die Erstauflage mit nur 99 Exemplaren pro Buch schnell ausverkauft ist, da der Verlag auch die Möglichkeit eines Abos anbietet. Die Erstauflage unterscheidet sich von ihrem Nachfolger darin, dass sie einen vierfarbigen Schutzumschlag, eine Goldprägung auf dem Buch selbst, eine Nummerierung und ein Lesebändchen anbieten kann. Die Zweitauflage kommt ohne diese Extras daher, was jedoch den Spaß am lesen nicht wirklich beeinflusst.

Die Romanadaption der alten Piccolos bietet nicht nur den älteren Lesern (so wie ich einer bin) eine Möglichkeit sich den Helden der Jugend erneut auf ungewohnte Art und Weise anzunähern, sie gibt auch jüngeren SF-Fans die Chance SF zu erleben, wie man sie in den Fünfzigern des letzten Jahrtausend in Deutschland praktizierte und hierzulande hoffähig machte.

Ich, für meinen Teil, wurde durch den ersten Band angefixt und werde mich sicher auch dem Rest der Zeitauflage widmen, denn zwischen all den hochgradig vertechnisierten Phantasien der Neuzeit, biete Nick mir die Möglichkeit noch einmal die Möglichkeit mich von fast schon kindlichen Sense of Wonder der Altzeit neu infizieren zu lassen!

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Kitty Moan 1: Dämonenbrut: Kitty

Cannonball Randall
Flexibler Einband: 112 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 22.09.2013
ISBN 9781492361282
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kitty ist die englische Verniedlichung von Kätzchen und Moan die englische Bezeichnung für stöhnen. Es handelt sich also bei der Heldin der Romanserie „Kitty Moan“ um ein stöhnendes Kätzchen – doch wird diese Beschreibung dem Engel aus der Hölle definitiv nicht (immer) gerecht!

„Die Welt am Abgrund, das kennen wir schon! Aber in Kitty Moans Universum kippt sie gerade über die Kante. Nur hat das noch keiner mitbekommen. Am wenigsten die junge Kitty Moan. Die wurde nämlich viele Jahre als angebliche Waise in einem Kloster versteckt. Als dann doch noch ihr Erzeuger, ein obskurer Industruiemogul, auftaucht, wird sie umgehend in eine Welt katapultiert in der blutige Gemetzel, sexuelle Exzesse und sogar das Monster unterm Bett etwas ganz alltägliches sind. Dabei kommt Kitty ihre grundkatholische Erziehung gehörig ins Gehege. Aber, kein Grund zur Panik, liebe Kitty. Daddy hat an alles gedacht. Denn schließlich bist du die Attraktion seines dämonischen Plans …“ (Klappentext)

Liest sich der Klappentext noch wie „Juchhu, da denkt wer er erfindet das Rad neu und jetzt muss ich doch mal dezent gähnen!“, so erledigt sich dies nach den ersten Seiten von selbst und der Inhalt des „Sammelband“ springt einem mordsmäßig ins Hirn und auf die Lesedrüsen.

„Dämonenbrut“, so der Titel des 476 Seiten starken Paperbacks, beinhaltet die komplette erste Miniserie der Reihe „Kitty Moan“, welche einzeln die Titel „Kitty“, „Blutsbande“, „Fegefeuer“, „Engelslicht“ und „Inferno“ tragen – alles selbsterklärend, wie sich nach der Lektüre herausstellt.

Die Heldin an sich ist stereotyp vom Aussehen her und scheint auf den ersten Blick aufs Cover auch sonst recht gefällig konzipiert zu sein. Das Gegenteil ist der Fall. Kitty Moan mag zwar der feuchte Traum eines jeden Mannes sein, doch weiß die Heldin mehr 3D-Charakterzüge vorzuweisen als manch andere Gernevertreter, welche sich so auf dem Markt der Trivialliteratur tummeln.

Beim Stichwort Trivialliteratur fällt dann erneut auf wie sehr der Autor, „Cannonball Randall“, mit allen Schubladen kokettiert, welche dem deutschen Buchmarkt zur Verfügung stehen. Alles scheint auf den ersten Blick oberflächlich, nebensächlich oder gar (eben) trivial angelegt zu sein, doch wenn man den Satzbau Helmut Dunkels – so heißt der Bursche im Realnamen – betrachtet, stellt sich sehr schnell heraus, das da mehr hinter steckt als ein Rellergerd jemals einem Johnnyboy an Tiefe hat verpassen können.

Dunkel schafft es in einem Satz mehr Charakter des gerade agierenden Protagonisten zu erklären, als andere Autoren der leichten Unterhaltung es in einem kompletten Buch vermögen. Mehr als einmal fiel mir auf, wie gut ich denn z.B. „Schwester Berenice“ bereits kannte, obwohl sie erst vor fünf Sätzen auf dem Papier aktiv geworden war.

Da ich diese Meinung vom Luke auch am Amazonas verbreiten werde, werde ich mich mit blumigen Beschreibungen des Inhaltes ein wenig selbst kastrieren, da ich nicht vor habe das alles mehrfach zu redigieren um es den Standards dort anzupassen, wie damals bei der Teufelstochter.

Zum Geschehen des Ganzen: Es geht um nicht weniger als das Fortbestehen der Welt, der menschlichen Rasse und allen Dingen die wir so lieben und an die wir uns so gewöhnt haben. All dem muss sich Kitty Moan annehmen und zeigen was sie so auf dem Kasten und im Körper hat.

Alles in allem wieder stereotyp und nicht neu.

Doch die Art und Weise wie das alles ge- und beschrieben ist, ist relativ ungewohnt für deutsche Verhältnisse, wenn man mal von den Ergüssen diverser Hobbyautoren in Megakleinverlagen absieht, welche sich mir zum Beginn des neuen Jahrtausends einmal dargeboten haben und welche nicht mal mehr als ein Jahr überlebten.

Randalls, oder auch Dunkels, Art des schreibens und beschreibens ist sicher nicht jedermanns Angelegenheit, doch wer es gerne einmal deftiger im Umgangston mag, der kommt hier voll und ganz auf seine Kosten. „Rattig“ wäre wohl die Formulierung, welche es am besten für mich subjektiv trifft – stets mit Humor, Sarkasmus und Realismus am Werke.

Für Moralapostel ungeeignet, umschreibt er nicht viel von dem was gerade vor sich geht mit gefälligen Bemerkungen und Verrenkungen, sondern spricht es aus wie es eben nun einmal ist. Es geht um Sex, Drugs and Rock & Roll und nicht um Kuscheln, Wattebällchen und Tanzmusik – doch verliert er sich nie in zu vulgären oder gar fäkalen Orgien, sondern behält stets ein Maß an Klasse und Zurückhaltung in seiner Wortgewalt.

Wer sollte also KM lesen und wer besser nicht?

Jeder der Clive Barker kennt und sich auch nicht von Gewalt, Sex und dem wahren Bösen in seiner Unterhaltungsliteratur abschrecken lässt, sollte Kitty eine Chance geben ihr/ihm zu beweisen das es mehr Kämpfer für das Gute gibt als die üblichen Verdächtigen.

Von der Lektüre abraten würde ich jeder/jedem, der bei der zu deutlichen Beschreibung einer Kampf- oder gar Tötungsszene einen moralinsauren Anfall bekommt und sich lieber auf seinen Sinclair oder King zurück ziehen möchte!

Man kommt nicht schnell durch meine subjektive „Überzeuge mich innerhalb von 10 Seiten“-Vorkontrolle, doch Kitty hat´s schon vorher gepackt. Nun harre ich dem nächsten „Sammelband“ entgegen! 

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