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34 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

teufel, als der teufel aus dem badezimmer kam, arbeitslosigkeit, frankreich, arbeitslos

Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

Sophie Divry , Patricia Klobusiczky
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 22.09.2017
ISBN 9783550081361
Genre: Romane

Rezension:

„Dieses Buch widme ich den Unproduktiven, den Kindern, den Ausgehungerten, den Träumern, den Nudelessern und „Niedergeschlagenen“.“ „Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“ von Autorin Sophie Divry erinnert an das berühmte Ölgemälde „Der arme Poet“ von Carl Spitzweg.

Sophie steht als Langzeitarbeitslose das Wasser bis zum Hals. Das Geld geht aus, der Monat ist noch lang und Rechnungen trudeln ein. Ein bürokratisches Debakel verschärft ihre Misere. Als einzige Rettung erweist sich die gutherzige Bertrande, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, notleidenden Menschen zu helfen. Aber auch ihre Essenseinladung ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

„Ein Improvisationsroman voller Unterbrechungen und ohne Anspruch auf Tiefgang.“. Widmung und Hinweis machen die Autorin sympathisch. Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive aus Sicht der Autorin/Hauptfigur erzählt. Sophie schreibt über Geldprobleme, alltägliche Hürden, die viele Künstler am Beginn ihrer Laufbahn (und oft auch noch später) beschäftigen. Ausbleibende Aufträge als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung bringen Sophie in eine prekäre Lage. Der Kühlschrank ist meistens leer. Hunger, Selbstmitleid und Zweifel quälen Sophie. Ihr persönlicher Dämon Lorchus, mit seinen haarsträubenden Vorschlägen zur Problembeseitigung, macht ihr das Leben auch nicht gerade leichter. Die alte Dame Bertrande mit ihrer aufopfernden Art hinterlässt bleibenden Eindruck. Nicht ganz nachzuvollziehen ist, warum sich Sophie in ihrer Notlage nicht an Familie, Freunde oder Hilfsinstitutionen wendet. Gibt es ihren besten Kumpel Hector wirklich? Dass er plötzlich im Badezimmer mit Sophies Dämon spricht, lässt Fragen aufkommen. Auch die Gedanken-Kommentare von Sophies Mutter kommen anscheinend aus heiterem Himmel. Eine konfuse Aufzählung setzt  den Gemütszustand der Hauptfigur in Szene. Auf den ersten über hundert Seiten stellt sich schnell die Frage wo Sophies Energie und Kampfeswillen bleibt. Ihre Erlebnisse lassen sich gut nachvollziehen, die Hürden und Tiefpunkte, die es zu überwinden gilt. Manchmal möchte man sie schütteln und wachrütteln. Klar scheint, dass die Wende zum ultimativen Glück kurz bevorsteht. Immer auffälliger wird die Buchgestaltung mit der Typografie in Bewegung, fetter Schrift, Zeichen und Bildern. Ein Highlight ist die Geschichte für Kinder „Der Konsonantenfresser“. Im letzten Buchdrittel geht es beim Thema „Vorurteile“ ernsthaft zur Sache. Nicht so richtig zufriedenstellend ist das Ende. Es kommt irgendwie auch etwas plötzlich. Schräg wird’s im anschließenden Bonusteil. Mit dem Exposé gelingt die Kurve zum passenden Ausklang.

Cover und Titel stimmen auf eine humorvolle Geschichte ein. Der rote Hintergrund und die Teufelshörner fallen ins Auge. Die hochgeschraubten Erwartungen kann „Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“ nicht ganz erfüllen. In vielem, was Sophie erlebt, wird sich aber der ein oder andere wiederfinden. Das Buch hätte mehr Mut machen können. Unterhaltungswert hat es allemal. Ironie und Humor kommen an.

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Tags: als der teufel aus dem badezimmer kam, roman, sophie divry   (3)
 

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(6)

15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

krimi, thüringer;, fleisch ;, hans-henner hess, fickel

Grillwetter

Hans-Henner Hess
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 22.08.2017
ISBN 9783832163761
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Grillwetter“ ist nach „Herrentag“, „Der Bobmörder“ und „Das Schlossgespinst“ Band 4 der Anwalt Fickel-Reihe von Autor Hans-Henner Hess. Durch seinen neuen Fall muss sich Anwalt Fickel regelrecht durchwursteln.

Der Insolvenzverwalter Ludwig Enzian ist wie vom Erdboden verschwunden. Hat er sich im Unternehmen Krautwurst Feinde gemacht und wurde ermordet? Ausgerechnet ein alter Sportkamerad von Fickel ist in den Fall verwickelt.

Die Geschichte beginnt spannend mit einer Verfolgungsjagd und einer kniffeligen Gefahrensituation. Das Eintauchen in Band 4 und Mitfiebern mit Fickel fällt leicht. Sehr unterhaltsam ist der ganz eigene Erzählstil. Autor Hans-Henner Hess weiß den Leser mit einer urigen Hauptfigur und skurrilen Situationen zum Schmunzeln zu bringen. Anwalt Fickel hat Ecken und Kanten und hält sich nicht immer an die Regeln. Aus der Herausforderung auf der Landstraße entsteht Fickels neuester Fall. Eine Wurstfabrik erweist sich als Zentrum der sich überschlagenen Ereignisse. Trotz eines Geständnisses bleibt es undurchsichtig und rätselhaft. Was ist am Tattag wirklich geschehen? Fickel wird von Tatsachen überrascht und muss erkennen, dass der Fall viel schwerwiegender ist als gedacht. Die erhoffte entspannende Zeit mit Fernbeziehung Astrid rückt in weite Ferne. Fickels immer wieder durch neue Nachrichten und Ablenkungen über den Haufen geworfene Reisepläne entwickeln sich zum Running-Gag. Der nicht sehr kompetente, träge und gutmütige Anwalt bekommt es ausgerechnet wieder mit seiner taffen Ex-Frau zu tun, die sich ungewohnt umgänglich gibt. Was ist da los? So richtig will das Misstrauen nicht zu Fickel durchdringen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sich die Ereignisse mal wieder überschlagen. Situationskomik von der ersten bis zur letzten Seite. Egal wie ernst sich die Lage hochschaukelt, es gibt am laufenden Band etwas zum Schmunzeln. Das Überleben der Thüringer Bratwurst liegt nicht nur Fickel am Herzen. Bleibt die Frage: „Wer ist der Mörder, und was ist das Motiv?“ Zwar gibt es am Ende keine große Überraschung, aber der Humor kommt auch auf den letzten Metern nicht zu kurz.

Der Titel hat Witz. Das Cover hätte gerne kreativer und humorvoller sein können. Wer Anwalt Fickel noch nicht kennt, kann problemlos mit Band 4 einsteigen. Aufgrund des hohen Unterhaltungswertes von „Grillwetter“ wird der begeisterte Leser auch zu den ersten Bänden greifen. Fickel bleibt im Gedächtnis, eben weil er ein herrliches Unikat ist und so gar nicht zum Helden taugt.         

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Tags: grillwetter, hans-henner hess, krimi   (3)
 

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(13)

17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

neuanfang, indien, esoterik, roman, frau

Am Ende der Welt ist immer ein Anfang

Maria Blumencron
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Aurum in J. Kamphausen Mediengruppe GmbH, 20.03.2017
ISBN 9783958831643
Genre: Biografien

Rezension:

„Am Ende der Welt ist immer ein Anfang“ ist das neueste Werk von Schauspielerin, Filmemacherin und Autorin Maria von Blumencron. Fiktion trifft auf Biografisches. Hauptfigur Maria versucht ihr chaotisches Leben in geordnete Bahnen zu lenken.

Die Abhängigkeit von Sizilianer Rocco Brigatoni macht Maria zu schaffen. Sie erkennt, dass hinter seinen Versprechungen, sie beruflich groß rauszubringen, nur heiße Luft steckt und er sie finanziell ausnimmt. Zeit, das Leben und bisherige Entscheidungen neu zu überdenken. Wohin soll der Weg führen?

„Eine fiktionalisierte Lebensbiografie, meine Geschichte… und ein Roadmovie.“ Das Vorwort samt Kurz-Beschreibung des Romans macht die Autorin sympathisch. Maria pendelt zwischen Rocco in Hamburg und ihrer Eltern-WG mit ihrem Ex-Mann Hank und 11 jährigem Sohn Johannes hin und her und lebt weit über ihre Verhältnisse. Kumpel und Steuerberater Fredde öffnet Maria die Augen. Es muss sich dringend etwas ändern. Der Aufbau der Geschichte mit den Einschüben „Erinnerungen an Wolken-Oma“ und schlimmen Kindheitserlebnissen wirkt konfus. Es entsteht der Eindruck eines Flickwerks, das aus vielen Puzzlestücken besteht. Die Hauptfigur ist sehr überzeichnet. Nicht immer lässt sich ihr Verhalten nachvollziehen. Einerseits ist sie wild, fröhlich, spontan und will das Leben genießen, andererseits plagen sie Selbstzweifel und sogar Selbstmordgedanken. Letzteres nimmt man ihr nicht ab. Sie hat einen großen Freundeskreis, der sie auffangen kann, und eine Familie. Eine interessante Persönlichkeit ist Marias Mutter Frizzi. Wahrheiten kommen ans Licht. Ihr Schicksal berührt wie das ihrer Tochter.

Der Roman braucht lange, um in Fahrt zu kommen. Ein neuer Handlungsort scheint die Wende zu sein, umso überraschender das sich alles anders entwickelt. Der Fokus wurde aufs Biografische gelegt. Irrungen und Wirrungen kommen nicht wie ein unterhaltsamer Roadmovie rüber. Auch geht der Humorfaktor mit dem zweiten Ich Lucy nicht auf. Das Spirituelle, die Suche nach Erleuchtung, nimmt zu viel Raum ein. Erst mit einer besonderer Begegnung erhält die Geschichte Intensität. Humor und Schmunzelszenen sorgen für Unterhaltung.

Marias großes Herz, ihr Einsatz für die Exil-Kinder und Tibet beeindruckt. Hinter allem steckt Energie und Leidenschaft. Es fällt leicht, ihr das Glück der großen Liebe zu wünschen. Das Ende ist gut gelungen. Beim Ausklang und Epilog hat Lucy das letzte Wort. Trotzdem ist der Epilog dank zusätzlicher, zufriedenstellender Infos ein guter Abschluss.  

Das Cover verspricht eine abenteuerliche Geschichte. Der Titel macht neugierig. Die Kurzbeschreibung hat bei mir andere Erwartungen geweckt. Es war nicht damit zu rechnen, dass das Thema „Religion“ so viel Raum einnimmt. Vieles hätte gut in einen Ratgeber gepasst. Die fehlende Einordnung von Anfang an und der Aufbau haben dem Buch nicht gut getan.                   

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Tags: am ende der welt ist immer ein anfang, maria von blumencron, roman   (3)
 

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(49)

86 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 47 Rezensionen

spanischer bürgerkrieg, spanien, spionage, bürgerkrieg, verrat

Der Preis, den man zahlt

Arturo Pérez-Reverte , Petra Zickmann
Fester Einband: 295 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 10.09.2017
ISBN 9783458177197
Genre: Historische Romane

Rezension:

Arturo Perez-Revertes Roman „Der Club Dumas“ wurde 1999 von Roman Polanski unter dem Titel "Die neun Pforten" mit Johnny Depp in der Hauptrolle verfilmt. In seinem neuesten Werk „Der Preis, den man zahlt“ steht ein Spion vor seiner größten Herausforderung.

Im Jahr 1936 erhält Lorenzo Falcó den heiklen Auftrag, im südspanischen Alicante einen hochrangigen politischen Gefangenen zu befreien. Er kann nicht wie gewohnt alleine agieren, sondern muss sich auf Andere verlassen. Lorenzo ahnt, dass das zu einem Problem wird.

„Die Frau, die Sterben sollte, redete seit zehn Minuten. Sie sprach in diesem Erste-Klasse-Waggon über banale, unbedeutende Dinge: die Saison in Biarritz, den letzten Film mit Clark Gable und Joan Crawford. Den Krieg in Spanien erwähnte sie höchstens ein, zwei Mal beiläufig.“ Mit wenigen Sätzen wird der Leser in die Geschichte hinein gezogen. Der Einstieg ist unbarmherzig und bereitet auf die Ereignisse vor. Es ist die Abgeklärtheit der Beteiligten, die schockiert. Ein Job, nichts weiter, so scheint es. Das Bedauern auf Seiten von Lorenzo Falcó ist gering und macht sich nur an Äußerlichkeiten fest. Im Laufe der Geschichte wirkt seine Coolness sympathischer. Aus gutem Grund misstraut er jedem. Er und seine Ziele stehen normalerweise an erster Stelle. Bei seinem neuen Auftrag muss er sich auf ungewohntes Terrain begeben, die Organisation übernehmen, ein Team leiten und sich auf Fremde verlassen. Mit einer überraschenden Wende bekommt die Geschichte eine andere Intensität. Wer treibt ein doppeltes Spiel? Aufgrund der anhaltenden Gefahr sind die Nerven zum Zerreißen gespannt. Wieder passiert etwas mit dem keiner gerechnet hat. Es bleibt undurchsichtig. Lorenzo wird in eine Rolle gedrängt, die seinem Gewissen zu schaffen macht. Der Plot ist raffiniert gestrickt und beruht sogar auf einer wahren Begebenheit. Rätselhafte, kaltblütige und skrupellose Charaktere sorgen für Krimi-Atmosphäre. Alles steuert auf einen Showdown hin, bei dem keiner mehr sicher ist. Was ist Wahrheit, was Lüge? Eine irrsinnige Aktion zum Schluss lässt noch einmal die Spannung steigen. Sehr gut inszeniert!

Das Cover entführt in eine andere Zeit und wirkt auf den ersten Blick zu harmlos für Titel und Geschichte. Welchem Schicksal geht die Frau entgegen? Wolken, Nebel und Rauch sind treffende Details. Der Titel stimmt auf eine spannende Story ein. „Der Preis, den man zahlt“ bildet den Auftakt zur Spionagereihe um Lorenzo Falcó. Auch aufgrund der Entwicklung der Hauptfigur wird das Interesse am Folgeband geweckt.

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Tags: arturo pérez-reverte, der preis den man zahlt, roman   (3)
 

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(137)

218 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 129 Rezensionen

fantasy, jugendbuch, aditi khorana, märchen, amrita am ende beginnt der anfang

Amrita. Am Ende beginnt der Anfang

Aditi Khorana , Peter Klöss
Fester Einband
Erschienen bei Dressler, 21.08.2017
ISBN 9783791500560
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Amrita – Am Ende beginnt der Anfang“ ist das Debüt-Jugendbuch von Autorin Aditi Khorana. Eine Idylle gerät ins Wanken.

Die 16jährige Prinzessin Amrita soll den Kaiser von Makedon Sikander heiraten und Teil seines Harems werden. Sie und ihr Vater König Chandradev sehen keine andere Möglichkeit, ihr Reich Shalingar zu retten. Sikander hat jedoch weit mehr Forderungen als geahnt und schmiedet längst eigene Pläne.

Die „Parabel vom Land der Bäume“ und der Prolog bereiten auf eine phantasiereiche, originelle und märchenhafte Geschichte vor. Amrita glaubt nicht an Legenden und Magie. Sie ist von allen beschützt im Palast aufgewachsen und hat, bis auf eine paar Besuche der Hauptstadt Ananta, noch nicht viel vom Königreich gesehen. Nicht nur das rätselhafte Schicksal ihrer Mutter zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Amrita und das Reich Shalingar umgibt etwas Geheimnisvolles. Arjun steht Amrita von Kindheit an zur Seite. Beide hegen mehr Gefühle füreinander als nur Freundschaft. Müssen sie sich ihrem Schicksal ergeben? Was hat Sikander vor? Effektvoll, mit einem Paukenschlag kommt es zur Wende. Das Tempo zieht an, die Spannung steigt, Ereignisse überschlagen sich. Vieles lässt sich nicht vorausahnen. Das Abenteuerliche, die Gefahren und Herausforderungen überzeugen. Originell und sehr passend sind die Namen der Charaktere. Sie unterstreichen das Phantasievolle und Märchenhafte. Ein bisschen zu lange dauern die Zweifel und das Zögern bei Amrita an. Trotzdem bleibt alles glaubwürdig. Mit einem plötzlich auftauchenden Fremden kommen Spekulationen auf. Der Leser begreift mehr als Amrita. Längst nimmt die Geschichte einen völlig anderen Verlauf als geahnt und erhofft. Jeder einzelne Charakter besticht mit seiner Persönlichkeit. Atmosphäre und Intensität bleiben auf einem hohen Niveau. Das letzte Buchdrittel überrascht am meisten. Es hätte einige Möglichkeiten für Wendungen und ein packendes Ende gegeben. Die Wahl von Autorin Aditi Khorana wird erst so richtig mit dem Nachwort verständlich. Auch wenn vieles für diesen Abschluss spricht, hätte sich so mancher Fantasy-Fan vielleicht einen anderen Fokus und Ausklang gewünscht. Eine am Anfang wichtige Figur wird zu sehr an den Rand gedrängt.

Die Buchgestaltung verzaubert und passt hervorragend zur Geschichte. Viel Intensität hat die Farbkombination Blau-Orange-Silber. Jedes Detail wirkt abenteuerlich und märchenhaft. Sehr gelungen! Unmöglich, an diesem Buch vorbeizugehen. Auch der Titel wird effektvoll in Szene gesetzt und weckt die Neugierde. „Amrita – Am Ende beginnt der Anfang“ ist für Jugendliche ab 14 Jahren gedacht und auch für Erwachsene ein besonderes Leseabenteuer.

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Tags: aditi khorana, amrita - am ende beginnt der anfang, fantasy, jugendbuch   (4)
 

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(96)

123 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 91 Rezensionen

thriller, action, spannung, auftragskiller, evan smoak

Projekt Orphan

Gregg Hurwitz , Mirga Nekvedavicius
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 07.08.2017
ISBN 9783959671088
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Projekt Orphan“ ist nach „Orphan X“ der zweite Band der Thrillerreihe von Autor Gregg Hurwitz. Evan Smoak gerät in eine ausweglose Situation.

Die 15jährige Anna Reznian ist auf den Köder Addison reingefallen und hat sich und ihre Familie dadurch in Gefahr gebracht. Durch Zufall erhält sie die Telefonnummer vom Nowhere Man. Evan Smoak ist ihre Rettung. Aber auch der Ex-Profikiller macht Fehler. Er hat ein wichtiges Detail übersehen und tritt zu spät in Aktion.

Ein cooler 17jähriger Skateboard-Fahrer als Köder an den Highschools, die Masche eines Mädchenhändlers wirkt realitätsnah. Zu offensichtlich erscheinen eine Forderung und damit die Falle. Inwieweit können Armut und Hoffnung ein Motor sein, unübersehbare Risiken einzugehen? Die Idee des Nowhere Man ist originell. Jedes gerettete Opfer erhält die Aufgabe, jemanden zu finden, der ebenfalls Hilfe benötigt und die Telefonnummer vom Nowhere Man weiterzugeben. Wie praktisch wäre es, so einen Superhelden, der kostenlos zur Hilfe eilt, in der Stadt zu haben. Retter Evans Kaltblütigkeit überrascht. Seine speziellen Fähigkeiten scheinen ihn unbesiegbar zu machen. Effektvoll eingesetzt ist die Wende. Dieses Mal sitzt Evan in der Falle, und der Grund dafür ließ sich so nicht erwarten. Die Hauptfigur kommt über langen Strecken zu cool und unnahbar rüber. Trotz des Patzers wirkt Evan immer noch unbesiegbar. Fest steht, er wird entkommen. Nur wie? Tricks, Raffinesse und Intelligenz sind gefragt, und davon hat Evan Einiges auf Lager. So Manches erinnert an James Bond, insbesondere der spezielle Feind. Geldgier, Jugendwahn, Rache, eine eigensinnige Gegenspielerin erweist sich als Highlight. Kaum wähnt sich der Leser sicher, was den weiteren Handlungsverlauf anbelangt, kommen plötzlich zusätzliche Herausforderungen ins Spiel. Überraschende Wendungen halten die Spannung hoch. Hinter Kampfszenen, Waffeneinsätzen und Inszenierungen steckt viel Recherche. Der Aufwand hat sich gelohnt. Das letzte Buchdrittel kann mit mehr Intensität und Glaubwürdigkeit der Hauptfigur überzeugen. Zum Schluss zieht das Tempo an. Jeder Effekt, jede Szene sitzt. Längst hat der Thriller Pageturner-Qualitäten entwickelt. Selbst Schmunzler sind drin. Wenige Worte reichen für einen Cliffhanger aus. Unmöglich, den nächsten Band nicht lesen zu wollen.  

Die Coverszene hat trotz der Schlichtheit etwas Verstörendes. Der Titel weckt die Neugierde. Das Cover passt zum Inhalt, obwohl die abgebildete Person nicht mit der Hauptfigur mithalten kann. Ein Phantom, das nur seine eigenen Regeln kennt. „Projekt Orphan“ ist leicht zu unterschätzen und lässt einen dann schnell die vorgefasste Meinung revidieren. Gute Thriller-Unterhaltung. 

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Tags: gregg hurwitz, projekt orphan, thriller   (3)
 

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(14)

19 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

meerjungfrau, musik, monster, marismera - die insel der zaubermagie, kinderbuch

Marismera

Anna-Maria Nagy
Flexibler Einband: 328 Seiten
Erschienen bei epubli, 01.02.2016
ISBN 9783737553001
Genre: Kinderbuch

Rezension:

„Marismera – Die Insel der Zaubersmaragde“ ist das Debüt-Kinderbuch der Autorin Anna-Marie Nagy. Veronica wird mit einer Welt konfrontiert, mit der sie nicht gerechnet hat.

Die 11jährige Veronica kann die Trauer und Einsamkeit Zuhause nicht mehr ertragen. Seit ihrer Mutter tot ist, hat sich alles verändert. Veronica beschließt abzuhauen. Nicht weit von Zuhause an einem See überlegt sie, wohin sie gehen kann. Dann macht sie eine unheimliche Entdeckung.

Veronica läuft planlos weg, ohne Ziel. Ihr Vater glaubt, dass sie jede Minute wieder auftauchen wird. Tatsächlich verschwindet Veronica an einen Ort, der von den Menschen nicht so schnell und einfach zu erreichen ist. Die Idee von Marismera, Insel der Zaubersmaragde, und wie man dahin kommt ist originell. Eigentlich müsste die Geschichte mit dem verrückten Auftauchen von Katze Lidia und Hund Ricky einen Zauber entwickeln, aber es hapert am Erzählstil. Sprache und Dialoge wirken besonders zu Anfang etwas holprig. Es reicht nicht, die magische Geschichte in Form zu bringen. Sie braucht eine eigene Atmosphäre. Auch den Charakteren fehlt es an Konturen, Eigenarten und Lebendigkeit. Schön ist die Idee vom Meerjungfrauengeist mit eigenen Regeln. Bei allem was mit Marimer zu tun hat, wird der Phantasiereichtum besonders deutlich. Namen wie Quioni, Camy und Tavian klingen speziell und sind einprägsam. Nicht vollends überzeugt der Spannungsbogen. Auch hier wäre mehr drin gewesen. Ein großes Manko gibt es beim Feind. Er kommt eher lächerlich als bedrohlich rüber, das liegt auch an den weniger gelungenen Dialogen. Zum Schluss wird seine Rolle zu sehr ausgespart. An allem hätte mehr gefeilt werden müssen. Das Potential der Basisidee wurde nicht richtig ausgeschöpft. Manches lässt sich vorausahnen. Im letzten Buchdrittel flammt öfters kurz Spannung auf. Eine Liebe ist nicht sehr verständlich. Das Schicksal von Lidia und Ricky berührt, aber auch hier fehlen die intensiven, atmosphärisch starken Szenen. Veronica Problem zum Ende stellt Fragen auf. Hier hätte es eine ganz einfache Lösung gegeben. Trotz der Schwächen ist die Geschichte unterhaltsam und hat viel Warmherziges.

Die Perspektive mit Unterwasser- und Inselszene hat auch durch die Farben viel Anziehungskraft. Der Titel weckt zusätzlich die Neugierde. Ein bisschen erinnert „Marismera – Die Insel der Zaubersmaragde“, z.B. mit dem Fokus auf Musik und Farben, an die Alea Aquarius-Reihe. Das Buch ist für Kinder von 10 bis 12 Jahren gedacht. Ein kurzweiliges Abenteuer, das die Phantasie anregt.

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Tags: anna marie nagy, kinderbuch, marismera - die insel der zaubermagie   (3)
 

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301 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 94 Rezensionen

liebe, drogen, brittainy c. cherry, wie das feuer zwischen uns, liebesroman

Wie das Feuer zwischen uns

Brittainy C. Cherry
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 21.07.2017
ISBN 9783736303560
Genre: Liebesromane

Rezension:

„Wie das Feuer zwischen uns“ ist nach „Wie die Luft zum Atmen“ Band 2 der Romance Elements-Reihe von Brittainy C. Cherry.

Logan und Alyssa lernen sich an Alyssas Arbeitsstelle im Supermarkt kennen. Sie ist die Tochter einer Anwältin, er der Sohn eines Dealers und einer Drogenabhängigen. Die gute Freundschaft ist der Rettungsanker für beide. Gerade deshalb trauen sich Logan und Alyssa nicht, dem anderen die Liebe zu gestehen.

„Wenn du jemanden gefunden hast, der dich zum Lachen bringt, wenn dein Herz weinen möchte, dann halte ihn fest. Dieser Mensch wird es sein, der dein Leben für immer zum Besseren wandelt.“  Autorin Brittainy C. Cherry hat eine berührende und schicksalhafte Liebesgeschichte geschaffen, die von Anfang an mitreißt. Logan scheint am Abgrund, in einer ausweglosen Situation. Alyssa schenkt ihm mit ihrer Freundschaft ein paar Augenblicke des Glücks und der Hoffnung. Beide Hauptfiguren wirken sehr real und greifbar. Ihre Emotionen schwappen auf den Leser über. Eine weitere Sympathiefigur ist Logans Bruder Kellan, der in jeder Lebenslage zu ihm hält. Unglaublich, was Logan seit seiner Kindheit durchleiden musste. Der Bad Boy ist gutherzig und zeigt seiner Mutter gegenüber mehr Verantwortung als ihm gut tut. Aus dem Teufelskreis Drogen, Verteidigung der Mutter, Schläge des Vaters findet er nicht heraus. Autorin Brittainy C. Cherry weiß den Leser zu fesseln. Sie baut gleich zwei überraschende Wendungen ein, die wie ein Paukenschlag inszeniert sind und schockieren. Ein raffinierter Plot, packender Erzählstil, interessante, lebendige Charaktere, das Thema „Große Liebe“ in besonderer Form, der Pageturner lässt einen nicht mehr los und hat auch noch passende Weisheiten parat: „Das Wichtigste ist, nicht auf den Lärm der Leute um dich herum zu hören. Immer haben alle eine Meinung über das Leben, das sie nicht leben – halte einfach den Kopf hoch und hör nicht auf den Schwachsinn, den sie verzapfen.“ 

Auch wenn im letzten Buchdrittel der Eindruck entsteht, dass die Geschichte doch etwas ins Kitschige abdriftet, wird das Lesevergnügen nicht getrübt. Es bleibt spannend, wie es am Ende ausgeht. Hoch oder Tief, High oder Low? Der Schluss überzeugt, und der Epilog ist ein tolles Plus.

Cover und Titel sind Understatement. Zwar sieht der Cover-Typ cool und unwiderstehlich aus, aber an das Charisma von Hauptfigur Logan kommt er nicht heran. Der Titel bringt es eigentlich auf den Punkt, lässt aber zu sehr einen Kitschroman erwarten. „Wie das Feuer zwischen uns“ erinnert an „Love Story“ und „Romeo und Juliet“ und hat eine ähnliche Intensität. Fans von Liebesgeschichten werden von Brittainy C. Cherrys Romance Elements-Reihe begeistert sein.

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Tags: brittainy c. cherry, roman, wie das feuer zwischen uns   (3)
 

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89 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 80 Rezensionen

hugenotten, frankreich, krimi, cevennen, südfrankreich

In tiefen Schluchten

Anne Chaplet
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 17.08.2017
ISBN 9783462050424
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„In tiefen Schluchten“ ist Band 1 der Tori Gordon-Reihe von Anne Chaplet. Hinter dem Pseudonym „Anne Chaplet“ verbirgt sich die deutsche Journalistin und Schriftstellerin Cora Stephan.

Das Verschwinden eines holländischen Touristen lässt die ehemalige Anwältin Tori Gordon nicht mehr los. Sie beginnt, eigene Recherchen anzustellen. Es bleibt nicht das einzige Rätsel in Belleville. Ein Unfall löst nicht nur bei Tori Misstrauen aus.

Autorin Anne Chapelt legt bei diesem Krimi den Fokus auf viel Südfrankreich-Atmosphäre, Geschichtliches und örtliche Begebenheiten. Tatsächlich fühlt man sich als Leser fast wie nach Belleville versetzt. Leider bleibt der Krimi dabei auf der Strecke. Bis zur Hälfte des Buches kommt er nicht in Gang. Es gibt weder spannende noch packende Szenen. Einziges Highlight July. Ein Hund sticht die Hauptfiguren aus. Völlig unverständlich ist die Tatenlosigkeit im Vermisstenfall und auch anfangs bei July. Es müssen Wochen vergehen bis sich endlich etwas tut. Besonders bei Commandant de Police Serge Masson lässt der fehlende Einsatzwillen Fragen aufkommen. Alle Beteiligten bekleckern sich nicht gerade mit Lorbeeren. Was ist da los? Zu viele Zufälle kommen ins Spiel. So manches lässt sich vorausahnen. Ein Kirchenrestaurator kommt wie gerufen und ein ehemaliger Polizist ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Der Dialog zwischen zwei Leidensgenossen wirkt hölzern. Nur das Rätsel und die Hoffnung auf eine überraschende Auflösung halten neben dem Südfrankreich-Feeling bei der Stange. Abschweifungen verlangsamen von Anfang an das Tempo. Am Auffälligsten von den Protagonisten sind eine Ferienwohnung-Besitzerin und ein Metzger mit ihren Eigenarten. Makaber ist Toris Bezeichnung „Ehe zu dritt“ für eine besondere schicksalhafte Lebenssituation. Die 42jährige bleibt trotz ihrer Aktionen für eine zentrale Hauptfigur zu blass und zögerlich. Ihr fehlen Konturen, Eigenarten und Persönlichkeit. Auch die zweite Hälfte des Buches und das Ende enttäuschen. Das Tempo zieht nicht wie erhofft an. Die Auflösung erscheint fast nebensächlich und schert nicht aus dem Stil des Bedächtigen aus. Kein Spannungsbogen, keine Würze, eher Reiseführerflair. Potential, dass das Historische und der Handlungsort bieten, wurde verschenkt.

Cover, Titel und Untertitel versprechen einen Krimi. Wenn man den Inhalt kennt, eine zu hochgegriffene Aussage und falsche Wahl. „In tiefen Schluchten“ eignet sich für Südfrankreichreisende, die keine packende Lektüre, dafür die typische Atmosphäre erwarten. „Belleville ist ein Ort der Imagination.“ Gerne hätte die Autorin in der Danksagung am Ende des Buches noch mehr aus dem Nähkästchen plaudern können. Ein schönes Plus ist die Karte als Inneneinband des Buches.

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Tags: anne chaplet, in tiefen schluchten, krimi   (3)
 

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(96)

157 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 84 Rezensionen

rainbow rowell, magie, zauberer, fantasy, jugendbuch

Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow

Rainbow Rowell , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 04.08.2017
ISBN 9783423640329
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow“ ist das neuestes Werk von Kinder- und Jugendbuch-Autorin Rainbow Rowell. Von ihr stammen unter anderem „Eleanor & Park“ und „Fangirl“.

Den Sommer über verbringt Simon Snow im Kinderheim. Ab Herbst geht es endlich wieder auf die „Watford School of Magicks“. Wer nicht im Zauberinternat auftaucht ist Baz, Simons Zimmergenosse und Erzfeind. Heckt Baz wieder einen Plan aus, wie er den mächtigsten Zauberer der Welt Simon Snow ausschalten kann?

Der Hauptteil der Geschichte wird in der Ich-Perspektive von Simon Snow erzählt, aber auch seine Freunde Penelope, Agatha und Erzfeind Baz kommen zu Wort. Verwirrend sind die Kapitel mit Lucy. Wer sie ist, wird erst später deutlich. Simons Freude aufs Zauberinternat lässt sich sehr gut nachvollziehen. Die Frage bleibt, warum ihn der Magier den Sommer über immer im Kinderheim unterbringt. Ein Highlight am Anfang ist die Gute-Dinge-Liste von Simon. Die Hauptfigur wirkt von Anfang sehr sympathisch und bekommt durch seine Eigenarten immer mehr Konturen. Alle halten Simon für den mächtigsten Zauberer. Leider kann er seine Zauberkraft kaum kontrollieren, droht immer wieder zu explodieren und andere damit zu gefährden. Simons beste Freundin Penelope geht damit wunderbar gelassen um. Simons größter Feind ist der hinterhältige Schatten, eine Bedrohung für die ganze Welt. Der Kampf gegen ihn scheint aussichtslos. Die Parallelen zu den Harry Potter-Geschichten sind minimal. „Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow“ ist eine eigenständige, fesselnde Geschichte und überzeugt mit vielen originellen Einfällen, sehr interessanten Charakteren und einem mitreißenden Erzählstil. Simon und Baz können gegensätzlicher nicht sein. Der Konflikt zwischen ihnen sorgt von Anfang an für Spannung. Alle Protagonisten wirken sehr lebendig und real. Es ist, als würde die Geschichte wie ein Film vor einem ablaufen. Was ist der Grund für Baz‘ Verschwinden? Nicht das einzige Rätselhafte. Eine überraschende Wendung kommt wie aus dem Nichts. Sehr gut inszeniert! So manche Internatsregel wie der „Zimmerbann“ hat Unterhaltungswert. Penelope wächst einem mit ihrer eigenwilligen Art und ihren Zaubertalenten ans Herz. Eine Nebenfigur erregt Aufmerksamkeit. Fast unbemerkt steuert alles auf ein Finale zu, mit dem so kaum zu rechnen war. Trotzdem entsteht der Eindruck, dass die ersten paar hundert Seiten mehr Intensität hatten. Es fällt schwer, zu akzeptieren, dass die Geschichte zu Ende ist.

Das zauberhafte und magische Cover passt zur Geschichte. Im Laufe des Lesens kommt der Gedanke auf, dass der Titel zu viel verrät. Sehr gut getroffen sind die Farben. Mit wenigen Mitteln wird Aufmerksamkeit erregt. Das Buch entpuppt sich recht schnell als tolle Überraschung. Das Lesealter für „Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow“ ist mit ab 12 Jahren angegeben. Auch Erwachsene und besonders Liebhaber phantasiereicher Geschichten werden von dem 528 Seiten starken Roman gefesselt sein. Ganz klar eines meiner Lieblingsbücher.

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Tags: aufstieg und fall des außerordentlichen simon snow, jugendbuch, rainbow rowell   (3)
 

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tiere, petronella glückschuh tierfreundschaftsgeschichten, schöne illustrationen, tierlieb, petronella glücksschuh

Petronella Glückschuh

Dorothea Flechsig , Katrin Inzinger
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Glückschuh-Verlag, 13.07.2017
ISBN 9783943030501
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Nach „Petronella Glückschuh – Naturforschergeschichten“, „Petronella Glückschuh – Tierkindergeschichten“ und dem „Petronella Glückschuh Kinderatlas Deutschland-Umwelt-Tiere“ geht es im neuesten Werk von Autorin Dorothea Flechsig „ Petronella Glückschuh – Tierfreundschaftsgeschichten“ wieder rätselhaft und abenteuerlich zu.

In sechs Geschichten bekommt es Petronella mit den unterschiedlichsten Tieren zu tun. Wer bringt Papa Glückschuh mit Chaos und Unordnung auf die Palme? In der zweiten Geschichte ist Petronellas Einfallsreichtum gefragt. Im nächsten Abenteuer müssen Petronella und ihre Freundin Claudia eine Rettungsaktion starten. Auch in den letzten drei Geschichten ist Spontanität und Hilfsbereitschaft gefordert.

Die Einstiegsgeschichte „Der Dieb mit der Maske“ handelt von einem besonderen Kellergeist und wirkt wie alle Petronella Glückschuh-Geschichten in diesem Buch realitätsnah. Petronellas Begeisterung für Tiere steckt an. Es macht Spaß, mitzuerleben wie sich das einfallsreiche Mädchen für Tiere einsetzt. Etwas kurz geraten ist die Geschichte „Guppys hautnah“. Eine Szene darin bringt besonders zum Schmunzeln. In „Langfinger stehlen Langohren“ verrät der Titel schon viel. Die Erwachsenen zeigen sich sehr nachsichtig und verständnisvoll. Auch hier darf ein glückliches Ende nicht fehlen. Alle Petronella-Abenteuer in diesem Buch sind leicht verständlich geschrieben und handeln von Familie und Freundschaft. Petronella muss sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen und Lösungswege finden. Wie nebenbei fließt ein bisschen Tierwissen mit ein. Die farbenfrohen Illustrationen von Katrin Inzinger sind eine Bereicherung für Buch und Geschichten und unterstreichen den Humor. Mädchen im Alter ab 5 Jahren können sich gut mit der quirligen Petronella identifizieren. Ihre Abenteuer sind abwechslungsreich. Jedes Mal steht ein anderes Tier im Fokus, dem man auf einem Bauernhof oder in der freien Natur begegnen kann. In der letzten Geschichte kommt kurz Spannung auf. Oma Anneliese und Petronella geraten in eine brenzlige Situation. Lehrreich ist der Ausklang mit „Wissenswertes über Waschbären“. Für kleine Tierfreunde eine kurzweilige Lektüre, die Entdeckerleidenschaft und Abenteuerlust schürt.

Die niedliche Szene mit Petronella und ihren Haustieren zieht alle Blicke aufs Buch. Ein bisschen erinnert Petronella an andere Buchhelden wie Wickie oder Pippi Langstrumpf. Toll gewählt sind die ausdrucksstarken aber natürlichen Farben. „Petronella Glückschuh – Tierfreundschaftsgeschichten“ spricht besonders das fortgeschrittene Erstlesealter an. Gerne hätten es noch mehr Geschichten und Buchseiten sein können. Bei Petronella darf es ruhig noch pfiffiger und origineller zugehen.

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Tags: dorothea flechsig, kinderbuch, petronella glückschuh tierfreundschaftsgeschichten   (3)
 

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drogen, krimi, gewalt, altglück, dunkels gesetz

Dunkels Gesetz

Sven Heuchert
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 14.07.2017
ISBN 9783550081781
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Dunkels Gesetz“ ist der Debütroman von Sven Heuchert. Die Wege von gleich mehreren Gestrauchelten kreuzen sich.

Freund Anheuser vermittelt Richard Dunkel einen Security-Job bei einer Chemiefirma. Die stillgelegte Grube in Altglück scheint ein leichter Auftrag für sehr gute Bezahlung zu sein. Dunkel erfährt von einem Unfall in der Grube und fängt an zu recherchieren.

Dunkel und Anheuser verbindet eine gemeinsame Vergangenheit. Der Einstieg ist nicht packend aber gelungen. Anheuser überrascht mit seiner speziellen Sammelleidenschaft. Gewöhnungsbedürftig ist der Erzählstil. Er lässt wenig Nähe zur Hauptfigur zu. Die Charaktere haben kaum Konturen. Sie bleiben trotz Eigenarten und so manchem Erlebten blass. Hoffnungslosigkeit und Trostlosigkeit schwingen von Anfang bis Ende mit. Es wird deutlich, wie sehr schlimme Erfahrungen und Irrwege den Menschen prägen können. Die häufig auftretende Slang-Sprache lässt sich nicht immer verstehen. Wörter kommen vor, deren Bedeutung nicht jeder kennt. Träume werden zerstört. Wünsche erwachen zu neuem Leben. Vieles in diesem Krimi wirkt emotionslos und abgebrüht, aber unterschwellig blitzen Gefühle und Hoffnung durch. Hauptfigur Dunkel hat etwas von einem Anti-Helden. Er erinnert an Western-Figuren. Die Gespräche und Telefonate mit Anheuser machen ihn menschlicher. Über lange Strecken ist das Tempo sehr langsam. Es fehlt das Rätselhafte, Mitreißende. Alles steuert auf eine Eskalation zu. Es gibt wenig Überraschungen und keine raffinierte Wendung. Interessant ist das Schicksal von Marie, die durch ihre Mutter in einem gefahrenreichen Milieu aufwachsen muss. Andeutungen lassen Schlimmes erahnen. Die kurzen Kapitel sorgen für einen guten Lesefluss. Falsche Entscheidungen, Geldgier, der Abgrund scheint gleich für mehrere Protagonisten nahe. Möglichkeiten werden nicht genug ausgespielt. Die Spannung bleibt zu oft auf der Strecke. Zum Ende zieht das Tempo an. Nicht alles lässt sich gleich nachvollziehen. Dunkel zeigt mehr als einmal Herz. Die Geschichte ist rund, aber nicht so zufriedenstellend. Zum Schluss gibt es noch eine große Packung Trostlosigkeit.

Der Titel ist sehr gut in Szene gesetzt und weckt die Neugierde. Farbwahl und Details lassen das Cover kreativ erscheinen. Sehr gelungen! Das Cover passt gut zum Inhalt. Der Plot jedoch hätte gerne raffinierter gestrickt sein können. Weniger Schockierendes und lieber mehr Überraschungseffekte. Kein Krimi, der im Gedächtnis bleibt, aber trotzdem unterhaltsam.  

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Tags: dunkels gesetz, krimi, sven heuchert   (3)
 

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kinderbuch, hörbuch, der esel pferdinand, der esel pferdinand - volle pferdestärke voraus, rennen

Der Esel Pferdinand – Teil 3: Volle Pferdestärke voraus!

Suza Kolb , Boris Aljinovic
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 07.07.2017
ISBN 9783742401809
Genre: Kinderbuch

Rezension:

„Der Esel Pferdinand - Volle Pferdestärke voraus“ ist Band 3 der Kinderbuch- und Hörbuchreihe von Suza Kolb. Pferdinand muss sich als guter Freund und Retter in der Not beweisen.

Eseljunge Pferdinand möchte endlich ein Pferd sein. Die Chancen stehen gut. Seine beste Freundin Emmi plant, auf ihm zu reiten. Das Eselsglück wird von einem Gewittersturm mit Folgen getrübt. Plötzlich steht alles auf dem Spiel.

Es fehlt ein musikalischer Einstieg z.B. mit einem Eselssong. So wäre gleich die richtige Atmosphäre aufgekommen. Mitreißend ist die Freundschaft zwischen Esel Pferdinand und Emmi. Die Geschichte hat viel Realitätsnähe, obwohl Pferdinand die Eselsturheit fehlt. Seiner besten Freundin vertraut er und wächst in kleinen und großen Dingen über sich hinaus. Gerne hätte die Story noch etwas origineller sein können. Dank der liebenswerten Charaktere, allen voran Esel Pferdinand und Ziegenbock Paule, geht es unterhaltsam zu. Paule hätte ruhig noch etwas mehr Unsinn anstellen können. Ein diebischer Hund und dickköpfiger Hengst sorgen dafür, dass auch mal etwas aus dem Ruder läuft. Schauspieler und Sprecher Boris Aljinovic holt mit seiner wandelbaren Stimme aus der Geschichte heraus, was möglich ist. Ihm ist der hohe Unterhaltungswert zu verdanken. Trotz aufkommender Probleme für Oma und Opa Hoppe, Emmi und Pferdinand, bleibt der Gute Laune-Faktor erhalten. Paule wirkt herrlich aufgedreht. Nur bei Pferdinand ist die Stimme mal etwas zu tief. Die Begeisterung des Esels für Wettrennen und Co steckt an. Toll, wie sich die Autorin in das Seelenleben eines Esels hinein versetzen kann. Alles wirkt echt und nachvollziehbar. Schön wie Emmi mit dem Esel quatscht, als würde er jedes Wort verstehen, und so ist es ja auch. Nur schade, dass Emmi keine Eselsprache kann. „Der Esel Pferdinand – Volle Pferdestärke voraus“ ist für Kinder ab 7 Jahren gedacht, aber auch Fünf- und Sechsjährige werden schon Spaß an Pferdinand und seinen Freunden haben. Die Geschichte hat wenig Überraschungen parat ist dafür aber rund, und auch das Ende ist gelungen.

Das Cover mit Pferdinand, Paule und Pitt verströmt gute Laune. Die Szene passt perfekt zum Inhalt. Mit den fröhlichen Farben und Details kommt ein Hauch von Abenteuer auf. Ein Esel als Hauptfigur ist mal etwas Neues. Kein Wunder, dass Pferdinand-Fans jedem weiteren Abenteuer entgegen fiebern.

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Tags: der esel pferdinand - volle pferdestärke voraus, hörbuch, suza kolb   (3)
 

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thriller, serienkiller, berlin, spannung, psychopath

Targa - Der Moment, bevor du stirbst

B. C. Schiller
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 10.07.2017
ISBN 9783328101512
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Hinter B.C. Schiller verbirgt sich das Autorenehepaar Barbara und Christian Schiller. Mit der David-Stein- und Tony-Braun-Thrillerreihe erlangten sie Bekanntheitsgrad. In „Targa – Der Moment bevor du stirbst“ bringt eine gefährliche Mission die Hauptfigur an ihre Grenzen.

Undercover-Ermittlerin Targa erhält den Auftrag, Serienkiller Falk Sandman auf frischer Tat zu überführen. Dafür muss sie in sein Leben eindringen und ihm viel zu nah kommen. Erliegt sie seinem Charisma?

Im Prolog schockieren eine erzwungene Tat und seine Folgen. Das Ende ist nicht nachvollziehbar. Eine Frage hallt nach. Die Geschichte wird in mehreren Handlungssträngen erzählt. Nur langsam werden die Zusammenhänge deutlich. Justizwachbeamter Erik Holm lässt sich zu leicht verunsichern und manipulieren. Vieles wirkt in diesem Thriller nicht realitätsnah. Targas Gefühlskälte erscheint trotz ihres schweren Starts ins Leben zu übertrieben. Sie liebt ihren Hund und ihren Freund und zeigt allein schon damit Emotionen. Das schlechte Namens-Gedächtnis passt nicht zu einer gewieften Ermittlerin. Interessant ist ihre Suche nach ihrem Vater. Eine für Targa erschreckende Auflösung scheint vorprogrammiert. Ungewöhnlich für einen Thriller, dass von Anfang an feststeht wer der Serienmörder ist. Das Wissen über die Vorgehensweise des Täters hätte ihn längst überführen müssen. Auch hier ploppen zu viele Fragen auf. Mit einem gefährlichen Zelleninsassen lässt „Das Schweigen der Lämmer“ grüßen. So mancher Dialog wirkt zu hölzern. Überraschende Wendungen lassen Spannung aufkommen. Ein Irrtum zeigt die Kaltblütigkeit des Täters. Er kann zu oft, auch in der Öffentlichkeit, ungehindert agieren. Die Sonderkommission ist zu sehr im Hintertreffen. Mit ihren Alleingängen bringt Targa nicht nur sich selbst in Lebensgefahr. Dem Serienmörder werden verlockende Möglichkeiten auf einem Silbertablett serviert. Eine Wendung vorm Finale nimmt dem Spiel um Leben und Tod die Intensität. Die Sprache wird kitschiger. Das letzte Buchdrittel ist das Schwächste. Konstruiert, gewollt dramatisch, vorhersehbar. Vieles ist nicht mehr glaubwürdig. Die Realitätsnähe ist viel zu früh auf der Strecke geblieben. Das Finale zieht sich in die Länge. Es fehlt an Raffinesse. Der Cliffhanger für die Fortsetzung ist zu kurz abgefasst und wirkt zu gestellt.

Der Titel hat Anziehungskraft und ist gut in Szene gesetzt. Die Farben unterstreichen das Unheimliche und Düstere. Hohe Erwartungen werden geweckt. „Targa – Der Moment bevor du stirbst“ kann mit spannenden Sequenzen die immer wieder auftauchenden Schwächen beim Erzählstil nicht wettmachen. Kaltblütigkeit, Zerstörung, das Abstoßende ist zu viel. Es fällt schwer, bis zum Ende durchzuhalten.

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Tags: b.c. schiller, targa - der moment bevor du stirbst, thriller   (3)
 

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57 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

krimi, steiermark, martin schult, kriminalroman, berlin

Dem Kroisleitner sein Vater

Martin Schult
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 14.07.2017
ISBN 9783550081743
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Von Autor Martin Schult stammt unter anderem die Geschichtensammlung „Fünf Monster auf der IAA“ und der Roman „Flokati oder mein Sommer mit Schmidt“. In seinem Krimi „Dem Kroisleitner sein Vater“ stellt der ungewöhnliche Tod eines alten Mannes Rätsel auf.

Ein mürrischer Wanderer erregt das Misstrauen der Dorfbewohner. Wenig später wird ein Toter gefunden. Alle Anzeichen sprechen dafür, dass er nicht an Altersschwäche gestorben ist. Die Bundespolizei, allen voran Chefinspektorin Kottnik, beginnt mit den Ermittlungen.

Der Einstieg in die Geschichte mit Frassek, der nach einem Anzug sucht, wirkt alltäglich und auch ein bisschen skurril. Wer ist gestorben? Handlungswechsel, Karl Kroisleitner hat das Schuhgeschäft seines Vaters übernommen und geht seinem Beruf mit Leidenschaft nach. Der Wanderer, der seinen Laden betritt, ist ungewöhnlich wortkarg und wirkt nicht sehr sympathisch. Die Geschichte spielt in St. Margarethen in Steiermark, Österreich. Autor Martina Schult konzentriert seinen Erzählstil auf die Eigenarten der Dorfbewohner. Neugierde und Dorfklatsch bestimmen das Bild. In Fahrt kommt der Krimi mit dem Auffinden der Leiche. Was auf der einen Seite makaber erscheint, lässt auf der anderen Seite Humor durchblitzen. Der Tote stellt Rätsel auf. Was ist geschehen? Ein erster Verdächtiger steht schnell fest. Verwicklungen und Verstrickungen werden durch eine Rückkehrerin zum Thema. Der Krimi hat durch die Dorfbewohner-Charaktere wie Gasthauswirtin Lissi, Unterhaltungswert. Es fehlt aber über lange Strecken an Spannung und packenden Szenen. Polizeiobermeister Frassek und sein Kollege Sprotz sind einer Robin Hood-Gruppe auf der Spur. Frassek erlebt bei einem ausgeklügelten Plan eine herbe Überraschung. Er spielt auch in St. Margarethen eine Rolle. Die Bundespolizei ist auf dem Holzweg. Zeit für Frassek, Licht ins Dunkle zu bringen. Nur langsam laufen alle Fäden zusammen. Skurrile Schicksale, Verbrechen, Liebe, zum Schluss geht es immer verworrener zu, und es fällt schwer den Überblick bei den Charakteren zu behalten. Die Geschichte wirkt überdreht, behält aber ihren urigen steierischen Charme. Kein typischer Krimi, eher ein kurioses Bühnenstück.

Titel und Cover spielen auf den Handlungsort Steiermark an. Durch die Farbwahl wirkt das Buch nicht kitschig. „Dem Kroisleitner sein Vater“ eignet sich gut als Urlaubslektüre. Es erfüllt nicht die ganz die Krimierwartungen, lädt aber an so mancher Stelle zum Schmunzeln ein.

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Tags: dem kroisleitner sein vater, krimi, martin schult   (3)
 

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53 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

krimi, provence, mord, matisse, madame le commissaire

Madame le Commissaire und das geheimnisvolle Bild

Pierre Martin
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2017
ISBN 9783426520321
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Madame le Commissaire und das geheimnisvolle Bild“ ist Band 4 der Isabelle Bonnet-Krimireihe von Pierre Martin. Kommissarin Isabelle Bonnet bekommt es mit gleich zwei kniffeligen Fällen zu tun.

Isabelle und ihr Assistent Sous-Brigadier Apollinaire können den Betriebsurlaub der Police nationale nicht lange genießen. Kunstsammler Rouven stößt bei einem Gemälde von Matisse auf Ungereimtheiten. Es bleibt nicht der einzige rätselhafte Fall. Maurice Balancourt hat einen Geheimauftrag für Isabelle. 

Eine Verfolgungsjagd im Prolog sorgt für Spannung. Wie hängen die Szenen mit der anschließenden Geschichte zusammen? Normalerweise ist in Fragolin an der Côte de Azur nicht viel los. Umso überraschender, dass Isabelle sich bald in Multitasking üben und gleich mehrere rätselhafte Fälle lösen muss. Ein Gemälde mit einem besonderen Geheimnis. Die Idee ist originell. Die Kunstwelt übt einen speziellen Reiz aus. Kunstsammler Rouven und Bürgermeister Thierry sind interessante Charaktere. Isabelle steht zwischen zwei Männern. Sind vielleicht beide nicht die Richtigen? Unterhaltsam ist Apollinaire mit seinen Missgeschicken, die letztendlich mit oft viel akrobatischem Talent gerade noch gut ausgehen. Er hat mehr Ecken und Kanten als Isabelle, aber auch sie wirkt sympathisch. Die beiden sind ein gutes Team. Kurze Kapitel ermöglichen einen guten Lesefluss. Etwas zu sehr wird der Fokus auf Recherchen gelegt. Das Tempo ist langsam. Durch das Rätselhafte erhält der Krimi Intensität. Ein bisschen merkwürdig, dass ein Toter wichtiger ist, als ein Lebender in Bedrängnis. Der Geheimauftrag lässt Isabelle in die Trickkiste greifen. Spuren in Details zeigen Raffinesse. Nur langsam laufen die Fäden in den Fällen zusammen. Es gibt gleich mehrere Überraschungen. Im letzten Buchdrittel steigt zeitweise die Spannung. Das Verwirrspiel bis zum Schluss ist gelungen. Die Auflösung dagegen nicht so richtig. Es haben sich zu hohe Erwartungen aufgebaut, die am Ende nicht zufriedengestellt werden. Der Paukenschlag bleibt aus, stattdessen wirkt alles zu weit hergeholt.   

Das Cover mit seiner urigen Kulisse macht Lust auf den Provence-Krimi. Der Titel weckt die Neugierde. Gerne hätte es im Inhalt mehr Provence-Flair sein können. Hinter diesem Krimi steckt Einiges an Recherche. Trotz des eher mageren Endes, Ermittlerteam und Geschichte haben Unterhaltungswert.

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Tags: krimi, madame le commissaire und das geheimnisvolle bild, pierre martin   (3)
 

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28 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

krimi, tegernsee, andreas föhr, rechtsanwalt, alpenkrimi

Schwarzwasser

Andreas Föhr , Michael Schwarzmaier
Audio CD
Erschienen bei Argon, 01.06.2017
ISBN 9783839815304
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Für den Auftakt seiner Kriminalromanreihe um Kommissar Clemens Wallner und Polizeiobermeister Leonard Kreuthner „Der Prinzessinnenmörder“ erhielt Autor Andreas Föhr 2008 den Friedrich-Clauser-Preis. In Band 7 „Schwarzwasser“ hält das Ermittlerduo ein rätselhafter Mord auf Trab.

Ein Faschingsball und nächtlicher Ausflug haben ungeahnte Folgen. Leo Kreuthner muss sich schnell eine plausible Geschichte ausdenken, die nicht nur ihn aus der Misere bringt. Eine Tat ist nicht so eindeutig wie es scheint. Clemens Wallner und Leo Kreuthner vertrauen ihrem Gespür und stellen intensive Nachforschungen an.

Der Prolog spielt im Herbst 1996 in Berlin. Ein Escort-Girl spielt eine undurchsichtige Rolle oder ist alles ganz harmlos? Autor Andreas Föhr spinnt von Anfang viele Fäden, deren Zusammenhang völlig offen bleibt. Nicht nur der Puzzlestein „Überraschende Alleinerbin“ stellt Fragen auf. Was hat es mit dem Mord auf sich? Die Konstante sind Kommissar Clemens Wallner als intelligenter Ermittler und „Gangster“-Polizeiobermeister Kreuthner mit seinen Alleingängen, Macken und Ansichten. Ein Unikat ist auch Clemens Vater Manfred in seinem speziellen Faschingskostüm. Während des Prologs und am Anfang der Geschichte wirken die Beschreibungen noch recht nüchtern. Mit Leo Kreuthner und Manfred Wallner kommt Humor ins Spiel und der Unterhaltungswert steigt. Beide geraten in verzwickte Situationen. Ein Toter gibt Rätsel auf. Lebte er unter einer falschen Identität? Die Spekulationen nehmen zu. Irrwege sind vorprogrammiert. Sprecher Michael Schwarzmaier kommt mit den speziellen Charakteren immer mehr in Fahrt. Leo Kreuthner hat ein dickes Fell. Clemens Wallner durchschaut Lügen schnell. Dialekte sorgen für Spaß. Als Erzähler ist Michael Schwarzmaier ebenfalls in seinem Element. Trotzdem entsteht der Eindruck, dass die verwirrende Geschichte besser als Buch funktioniert. Es fehlt über lange Strecken an Spannung. Das Tempo ist zu niedrig. Das Undurchsichtige wird bei einer Hörbuchlänge von 420 Minuten überstrapaziert. Unterhaltsame Szenen können nicht alles retten. Ein Schicksal sorgt am Schluss für Spannung. Die Auflösung hat Überraschungen parat. Eine Tragik am Ende wirkt nicht kann so passend. Das Unglück trägt nichts zur Geschichte bei.

Was hat es mit der Sense auf sich? Die Frage wird mit viel Humor beantwortet. Auch der Titel lässt sich bald zuordnen. „Schwarzwasser“ lebt von seinem Ermittlerduo und Manfred Wallner als schrägem Charakter. Der Humor kommt an. So mitreißend wie erwartet ist die Geschichte nicht.   

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Tags: andreas föhr, hörbuch, krimi, schwarzwasser   (4)
 

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225 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 64 Rezensionen

italien, florenz, liebe, jenna evans welch, toskana

Love & Gelato

Jenna Evans Welch , Henriette Zeltner
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 12.06.2017
ISBN 9783959670913
Genre: Liebesromane

Rezension:

„Love & Gelato“ ist der Debüt-Roman von Jenna Evans Welch. Ein Schicksalsschlag ändert für Teenager Lina alles.

Linas Mutter Hadley hat Bauchspeicheldrüsenkrebs. Ihr letzter Wunsch ist es, dass Lina nach Italien reist und bei ihrem guten Freund Howard wohnt. Ein halbes Jahr nach Hadleys Tod erfüllt Lina Hadleys Wunsch. Hadley hatte Geheimnisse. Ihr Tagebuch soll Lina helfen, die Wahrheit zu erfahren.

Die persönliche Ansprache im Prolog zieht den Leser in die Geschichte. Warum erzählt Hadley Lina ständig von Howard, obwohl sie es vorher nie getan hatte? Sowohl Hadley als auch Lina sind besondere Persönlichkeiten. Die beiden haben eine innige Mutter-Tochter-Beziehung. Der Verlust von Hadley trifft Lina hart. Noch vor der Reise nach Italien wird Lina mit Neuigkeiten konfrontiert. Was hat Hadley alles verheimlicht und warum?  Das Rätselraten beginnt. Originell ist nicht nur Howards Wohnort. Die Kulissen, später vor allen Dingen Florenz, reißen mit. Lina lernt Ren kennen. Wird sie sich genau wie ihre Mutter in Land und Menschen verlieben? Alle Charaktere haben Besonderheiten und tragen zum Unterhaltungswert bei. Die Atmosphäre des Romans nimmt den Leser schnell gefangen. Der Erzählstil lässt Bilder im Kopf entstehen. Beschreibungen und Vergleiche erzeugen Intensität und sind sehr gelungen. Klug ist der Schachzug der Autorin, Infos immer nur Häppchenweise einzubauen. Das heizt Spekulationen an und lässt die Spannung steigen. Sätze in italienischer Sprache unterstreichen das Italien-Feeling. Es geht emotionsgeladen zu. Lina befindet sich in einer Ausnahmesituation und lernt ihre verstorbene Mutter und Menschen, die ihr etwas bedeutet haben durch das Tagebuch besser kennen. In Liebesdingen läuft auch nicht alles glatt. Die Achterbahn der Gefühle lässt Lina kaum Atempausen. Sind ihre Schlussfolgerungen richtig? Es bleibt spannend. Gibt es ein Happy End oder wird Lina wie ihre Mutter Italien verlassen?

Das schlichte Cover hat trotzdem mit Titel und Eistüten Anziehungskraft. In „Love & Gelato“ beweist Autorin Jenna Evans Welch ihren ganz eigenen Stil. Das Thema „Liebe“ wird in vielen Facetten erzählt. Der Roman spricht sowohl Jugendliche als auch Erwachsene an und ist die perfekte Sommerlektüre. Es weckt die Sehnsucht nach Italien. Sehr empfehlenswert!

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Tags: jenna evans welch, love & gelato, roman   (3)
 

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164 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

familie, restaurant, brüder, gewalt, moral

Angerichtet

Herman Koch , Heike Baryga
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 17.11.2011
ISBN 9783462043471
Genre: Romane

Rezension:

Der Roman „Angerichtet“ von Autor und Schauspieler Hermann Koch wurde mehrfach verfilmt, unter anderem 2017 unter dem Titel „The Dinner“ mit Richard Gere.

Zwei Pärchen, die Brüder Serge und Paul mit ihren Frauen, treffen sich in einem Restaurant der gehobenen Kategorie zum Essen. Serge ist erfolgreichen Politiker und denkt, er wäre etwas Besseres. Paul kann seinen Widerwillen über die Zusammenkunft kaum unterdrücken. Beide Eltern haben ein Problem. Ihre fünfzehnjährigen Söhne Rick und Michel haben etwas Folgenschweres getan.

Die Handlungskulisse Restaurant lässt den Akteuren nur begrenzten Spielraum. Witzig eingeordnet sind die Kapitelüberschriften von Aperitif bis Trinkgeld. Pauls Problem mit Serges überkandideltem Verhalten nimmt viel Raum ein. Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive aus Sicht von Paul erzählt. Es fällt leicht, sich seiner Meinung anzuschließen. Die Frage ist, warum gehen Paul und Claire trotz Abneigung zu dem Essen. Eine Erinnerung, Paul der etwas im Zimmer seines Sohnes Michel entdeckt, gibt erste Hinweise. Worum es wirklich geht, bleibt weiter rätselhaft. Mit dem Gespräch der Vier im Restaurant plätschert die Geschichte so dahin. Es scheint klar, dass alles einer Eskalation entgegen steuert. Mit dem Einbau von Rückblicken und neuen Handlungskulissen nimmt der Roman Fahrt auf. Das Unfassbare ist kaum in Worte zu fassen. Haben die Eltern versagt? Nicht nur Serges auch Pauls Schwächen werden deutlich. Unterschiedliche Meinungen und Lösungswege treffen aufeinander. Wie weit geht Elternliebe? Das ist das zentrale Thema von „Angerichtet“. Paul und Claire entwickeln sich mehr zu Hauptfiguren als Serge und Babette. Wer hat das Ruder in der Hand? Mehr als eine Wahrheit kommt ans Licht. Als Trumpf erweist sich der Erzählstil. Dem Leser werden wichtige Infos in Puzzlestücken serviert. Auch die Kulisse Restaurant wirkt im Nachhinein passend. Das Realitätsnahe beeindruckt. Leicht zu glauben, dass alles so passiert sein könnte. Hat jeder Mensch eine dunkle Seite? Zum Ende hat die Geschichte längst eine besondere Intensität entwickelt. Auch wenn nicht alles restlos aufgeklärt wird. Die Story ist rund und schlüssig. Das Überschreiten von Grenzen schockiert.

Das Cover hat mehr Humor als der Inhalt. Der Titel wird durch den Hummer kreativ in Szene gesetzt. Gerne hätte es auch ein paar Details zum Krimiflair gegeben können. „Angerichtet“ wird anfangs unterschätzt, kann dann aber seine Leser mitreißen. Im Nachhinein eine Lektüre, die sich lohnt.

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Tags: angerichtet, hermann koch, roman   (3)
 

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

thriller, frankfurt, mord, jens bühler, jo lasker

Mit allen Mitteln

Jens Bühler
E-Buch Text: 366 Seiten
Erschienen bei Edition M, 16.05.2017
ISBN 9781477821107
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach „Reset“ und „Geister“ ist „Mit allen Mitteln“ der neueste Thriller von Autor Jens Bühler. Ein Mord gibt Rätsel auf.

Gleich sein erster Fall in der Verhandlungsgruppe bringt Kriminalhauptkommissar Jo Lasker an seine Grenze. Da kommt ihm das Angebot, eine neue Fahndungseinheit zu gründen, gerade recht. Jo Lasker braucht ein Team, das sich nicht immer an die Regeln hält. Ein Mordfall bietet sehr wenige Ermittlungsansätze.

Der direkte Einstieg mit dem Prolog in einen kniffligen Verhandlungsfall ist gelungen. Die Spannung steigt, ob Jo Lasker die richtigen Worte findet. Der Kriminalhauptkommissar überschreitet Grenzen, um sein Ziel zu erreichen. Mit den Auswirkungen hat selbst er nicht gerechnet. Jo muss einsehen, dass er nicht der Richtige für die Verhandlungsgruppe ist. Abteilungsleiter Weidner macht ihm einen ungewöhnlichen Vorschlag. Aufgrund der nächsten Kapitel lässt sich erahnen, wie Jos Ermittlungsteam aussieht. Der Fokus auf die unterschiedlichen Charaktere ist gut gewählt. So werden die Hauptfiguren, ihre Ecken, Kanten und Probleme greifbar. Splatter gibt Rätsel auf. Mit seinen Taten befindet er sich immer nah am Abgrund. Tanner hat es sich ausgerechnet mit Kollegen verscherzt und Saskia macht ebenso den Eindruck eines wandelnden Pulverfasses. Jo weiß, dass er Schwierigkeiten haben wird, die Zügel in der Hand zu behalten. Was hat es mit dem Mord an der Prostituierten auf sich? Die Ermittler tappen im Dunkeln. Alleingänge sorgen für Spannung. Besonders packend ist der Einblick in Splatters Vergangenheit. Der Thriller kommt mit einem folgenschweren Fehler richtig in Fahrt. Die Feuertaufe fürs Team hat es in sich. Action und Tempo überzeugen. Die Geschichte wirkt sehr realitätsnah und läuft wie ein Film ab. Viele Kapitel haben am Ende einen kleinen Cliffhanger. Es fällt schwer, eine Lesepause einzulegen. Alles scheint auf einen Showdown hinauszulaufen. Lange bleiben die Hintergrund-Motive rätselhaft. Die Erwartungen schnellen mit fesselnden Szenen hoch. Nicht jede Frage erhält eine Antwort. Auf den letzten Seiten nimmt die Intensität des Thrillers ab. Auch wenn der Schluss stimmig ist, hier wäre mehr drin gewesen. Auch der Epilog ist eher ein dahin plätschernder Ausklang. Die Freude auf einen nächsten Jo Lasker-Band bleibt ungebrochen.

Der Fokus auf den Titel in roter Schrift ist klug gewählt. Er passt wie die düstere Szene 100prozentig zum Inhalt. „Mit allen Mitteln“ ist die Vorgeschichte zu „Geister“. Ein Schachzug, der überzeugt. Jo Lasker und sein Team bieten viel Stoff für packende Geschichten. Die Neugierde auf mehr Infos zu Splatters Vergangenheit wächst.

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Tags: jens bühler, mit allen mitteln, thriller   (3)
 

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57 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

geburtstag, kinderbuch, hexe, geschenke, apfelhexe

Petronella Apfelmus - Überraschungsfest für Lucius

Sabine Städing , Sabine Büchner
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Boje ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 24.04.2017
ISBN 9783414824752
Genre: Kinderbuch

Rezension:

„Petronella Apfelmus – Überraschungsfest für Lucius“ ist Band 1 der Petronella Apfelmus-Reihe für Erstleser von Sabine Städing. Die Illustrationen stammen von SaBine Büchner.

Hirschkäfer Lucius hat Geburtstag. Die kleine Hexe Petronella Apfelmus plant für ihren besten Freund eine Überraschungsparty. Gar nicht so einfach, dass alles heimlich hinter seinem Rücken zu machen. Auch Lucius hat etwas Wichtiges vor. Petronella würde zu gerne herausfinden, was dahinter steckt, aber sie hat selbst viel zu tun.

Im ersten Kapitel „Hexenpost“ hat Petronella eine originelle Idee, wie sie die Einladungen für ihre Überraschungsparty verschicken kann. Die liebenswerte Hauptfigur beweist mal wieder wie einfallsreich sie ist. Ihre Hexentalente sind auch im Alltag sehr hilfreich. In Band 1 dreht sich alles um das Thema „Freundschaft“ und wie man jemandem aus Petronellas ungewöhnlicher Welt eine Freude machen kann. Was hat Hirschkäfer Lucius Wichtiges zu tun? Dieses Rätsel zieht sich durch die Geschichte. „Manchmal liegt ein Geheimnis vor einem, ohne dass man es sieht.“ Nicht nur bei Namen wie Spargelzahn und Gurkenhut blitzt Humor durch. Die Apfelmännchen beweisen ihr Gespür dafür, was sich Lucius am meisten wünscht. Das Buch regt an, sich Gedanken um ein originelles Geschenk für seinen besten Freund zu machen. Es lässt sich erahnen, dass bei der Planung für die Party etwas schief läuft. Die Überraschung ist trotzdem groß, was Skurriles passiert. Freunde halten zusammen und haben eine Gefühl dafür, was aus dem Ruder gelaufen ist. Das ist die Botschaft von Band 1. Dank der einfachen Sprache und kurzen Sätze fällt es Erstlesern leicht, in die Geschichte einzutauchen und ihr zu folgen. Das Buch eignet sich auch sehr gut zum Vorlesen. Einen großen Anteil am Unterhaltungswert haben die zauberhaften Illustrationen von SaBine Büchener. Petronellas bunte Welt wird durch die Zeichnungen noch eindrucksvoller und lebendiger. Das Farbenfrohe und Herzliche sorgt für gute Laune. Es macht Spaß, an Petronellas Abenteuer teilzuhaben. Die ungewöhnlichen Charaktere beeindrucken Klein und Groß. Nicht so spektakulär erscheint die Auflösung um Lucius` Geheimnis, aber die Geschichte ist rund und der Ausklang ein passend schöner Abschluss.

Petronella und Lucius sind dicke Freunde. Das ist auch auf dem tollen Cover zu sehen. Die Details geben kleine Hinweise auf die Geschichte. Sehr gelungen ist auch die Farbwahl, denn Natur und Tierwelt spielen eine wichtige Rolle. „Petronella Apfelmus – Überraschungsfest für Lucius“ ist für Kinder ab 6 Jahre gedacht und für die ganze Familie ein besonderer Lesespaß.    

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Tags: kinderbuch, petronella apfelmus - überraschungsfest für lucius, sabine büchner, sabine städing   (4)
 

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106 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 66 Rezensionen

liebe, skandal, intrigen, kleinstadt, familie

June

Miranda Beverly-Whittemore , Anke Caroline Burger
Flexibler Einband: 555 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 08.05.2017
ISBN 9783458362739
Genre: Romane

Rezension:

Nach „Bittersweet“ ist „June“ der neueste Roman von Autorin Miranda Beverly-Whittemore. Ein altes Haus bewahrt viele Geheimnisse.

Die 25jährige Cassie ist in die alte Villa „Two Oaks“ ihrer verstorbenen Großmutter June gezogen. Das baufällige Haus hat schon bessere Zeiten erlebt. In ihren Träumen wird Cassie in das Jahr 1955 zurück versetzt. Mit einem Filmdreh im Heimatort St. Jude, Ohio, und den damit verbundenen Begegnungen hat sich für Großmutter June und ihre damalige Freundin Lindie alles verändert. Was ist passiert?

Die Geschichte beginnt im Juni 2015 mit einem träumenden Haus. Der Einstieg ist originell. Besitzerin Cassie spürt, was in der Villa vor sich geht. Handlungswechsel, die 18jährige June ist mit Artie verlobt und soll ihn bald heiraten, dabei kennen sich die beiden kaum. Freundin Lindie ist fest davon überzeugt, dass June mit der Hochzeit den Fehler ihres Lebens begeht. Beide Handlungsstränge, sowohl die Ereignisse 1955 als auch 2015, reißen mit. Auch bei Cassie gibt es Neuigkeiten. Ein Fremder vor der Tür verändert alles. Der Roman ist raffiniert gestrickt. Die emotionale Villa, zwei Freundinnen und ein großes Geheimnis und der Wendepunkt in Cassies Leben. Schnell entwickelt sich das Buch zum Pageturner. Für Spannung sorgen die Geschehnisse im Jahr 1955. Liebe, Eifersucht, Intrigen, June und Lindie werden in Dinge verwickelt, die sie nicht überschauen können. Das Abenteuer und Neue lockt die ungleichen, jungen Mädchen. Wünsche und Sehnsüchte kommen zum Vorschein. June hält an ihren Plänen fest. Lindie muss sich etwas einfallen lassen, um das Ruder noch herumzureißen. In beiden Geschichten baut sich eine intensive Atmosphäre auf. Erzählstil und Sprache lassen Bilder im Kopf entstehen. Es macht Spaß, mit den Hauptfiguren mitzufiebern. Die Charaktere sind greifbar und wirken sehr lebendig. Damals und heute sind eng miteinander verknüpft. Cassie stellt Nachforschungen an. Welche Geheimnisse hatte ihre Großmutter? Die Spannung steigt. Im letzten Buchdrittel folgt ein Paukenschlag. Für June und Lindie spitzt sich die Lage immer mehr zu. Die Auflösung hat ein paar Überraschungen parat. Auch das Ende ist gelungen.

Das Cover entführt in eine andere Zeit. June ist eine interessante Persönlichkeit. Ihr Name in Rot hervorgehoben setzt den richtigen Schwerpunkt. Nichts kann auf den bewegenden Roman vorbereiten. Von der ersten bis zur letzten Seite hat „June“ einen hohen Unterhaltungswert und beeindruckt durch Stil. Obwohl die Liebe eine wichtige Rolle spielt, ist der Roman fern von Kitsch und einer Rosawolken-Welt. Eines der seltenen Bücher das im Gedächtnis bleibt. Sehr empfehlenswert!

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Tags: june, miranda beverly-whittemore, roman   (3)
 

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53 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 46 Rezensionen

geheimnis, panama, freundschaft, eliteuniversitäten, amakunasaga

Das Panama-Erbe

Susanne Aernecke
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Europa Verlag , 28.04.2017
ISBN 9783958900530
Genre: Romane

Rezension:

Nach „Tochter des Drachenbaums“ ist „Das Panama-Erbe“ Band 2 der Amakuna-Saga von Autorin Susanne Aernecke. Sinas Leben wird durch ein Geschenk auf den Kopf gestellt.

Sina studiert an der Eliteuniversität „Harvard Business School“. Sie soll das Bankenimperium ihres Großvaters übernehmen. Ihr bester Freund Felipe will ihr eine Freude machen. Sein Geschenk bringt alles ins Wanken. Was ist mit Sina los? Erst eine Psychologin gibt ihr den entscheidenden Hinweis.

Im Prolog wird das Schicksal von Sinas Eltern deutlich und welches Trauma Sina mit sich herumschleppt. Sina war damals vier Jahre alt. Die Ereignisse berühren. Ein emotionaler Einstieg. Zwanzig Jahre später ist Sina auf dem Erfolgsweg. Es scheint, dass nichts sie aufhalten kann. Umso härter trifft es Sina, als ihre Pläne durch eine Amnesie über den Haufen geschmissen werden. Das Thema „Erfolgsdruck“ ist aktuell. Es lässt sich nachvollziehen, wie Sina sich fühlt. Mit Sinas Reise nach Panama und ihrer Suche nach dem Naturschützer Neri, den sie zufällig auf einer Ausstellung gesehen hat, steigen Unterhaltungswert und Spannung. Was ist das für eine Beziehung zwischen Felipe und Sina? Eigentlich Freundschaft, doch er will mehr. Felipe wird von Sinas Plänen überrumpelt und versucht, sie zurückzuholen.  Das Thema „Liebe“ nimmt immer mehr Raum ein. Was verbindet Sina mit Neri? Das Geheimnisvolle macht die Geschichte interessant. Ein Gegner hat seine eigenen Pläne. Hier wird zu viel auf Klischee gesetzt. Der historische Part als Vision will sich nicht so recht in den Hauptteil integrieren. Intrigen und Machtgier, die Theatralik nimmt in allen Bereichen zu. Bei Erzählstil, Sprache und Plot hapert es an Überzeugungskraft. Der Handlungsort „Panama“ und das ursprüngliche Leben der Ureinwohner üben einen Reiz aus. Neben der Liebe ist das zentrale Thema der Naturschutz. Zu oft kommt der erhobene Zeigefinger bei den unterschiedlichsten Themen durch. So mancher Sinneswandel eines Charakters ist nicht nachzuvollziehen. Ereignisse, die für Spannung sorgen sollen, wirken oft zu konstruiert. Zum Showdown hin nimmt das Tempo stark zu. Ein Namensfehler irritiert. Auflösungen und Überraschungen überschlagen sich. Das Ende ist viel zu kurz gehalten, der Ausklang nicht gelungen.

Das Cover mit der beeindruckenden Dschungelszene und dem prägnanten Titel hat Anziehungskraft. Die Grüntöne und das rätselhafte, urzeitliche Gebäude unterstreichen das Abenteuerliche. Originell ist die Idee zur Geschichte. Leider enttäuscht „Das Panama-Erbe“ mit zu viel abgedroschenen Elementen. Die Dialoge wirken größtenteils wie aus einem schlechten Krimi entnommen. Es fällt schwer, bis zur letzten Seite durchzuhalten. Die 576 Seiten werden schon nach dem ersten Buchdrittel zur Herausforderung. Allein zwei Liebesgeschichten halten bei der Stange.

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Tags: das panama-erbe, roman, susanne aernecke   (3)
 

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theater mein leben, autobiographischer roman, christine mattner

Theater mein Leben

Christine Mattner
Flexibler Einband: 104 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 01.10.2010
ISBN 9783839170649
Genre: Biografien

Rezension:

Für ihren autobiographischen Roman „Theater mein Leben“ erhielt Autorin und Schauspielerin Christine Mattner das Schriftstellerstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen. Zu ihren Werken zählen die Gedichtbände „Das kleine schwarze Schwein“, „I wonder where you are America“, der Kurzgeschichtenband „Gott hat keine Tante“ und das Hörspiel „…aber der Zug kam nicht.“

Christine Mattner gibt einen sehr persönlichen Einblick in ihr Theaterleben. Sie erzählt von Ihren Lebensstationen, ihren Rollen und den Herausforderungen. Wie ist ihre Liebe zum Theater entstanden? Welche Hindernisse musste sie überwinden? Wie hat sie sich in der neuen Welt zurechtgefunden? Was bedeutet ihr das größte Glück?

Eine halbjährige Auszeit vom Theater auf Formentera ermöglicht die Arbeit an der Autobiografie. Rückblicke auf ihren Werdegang wechseln sich mit Eindrücken von dem Leben auf Formentera ab. Das Theaterblut hat Christine Mattner von der Mutter geerbt. Schon früh war sie von der Theaterwelt fasziniert. Auf einer kleinen Bühne in der Gastwirtschaft der Großeltern wurden erste Auftritte geübt. Mit Schwestern und Freunden gründete sie als Kind schon einen Theaterclub. Ihr Weg schien vorgezeichnet, aber der Vater hielt nichts von der Schauspielerei und drängte seine Tochter zum Beruf der Kaufmännischen Angestellten. Christines Faszination vom Theater blieb ungebrochen. Nach Feierabend ging es zum Theaterspiel. Zunächst spielte sie plattdeutsches Theater in Cuxhaven. Ihre erste Premiere war auf der Insel Neuwerk. Christines Weg, ihren Traum zu verwirklichen, fasziniert. Unterhaltsam sind kleine Geschichten wie die Sonnenhut-Anekdote oder die Anhalter-Story. Formentera-Passagen lockern die Biografie ebenfalls auf. Was fehlt sind Kapitel. Christine schreibt ihr Leben in einem Fluss nieder. Sie durchlebt alle Höhen und Tiefen noch mal. Glück und Enttäuschung liegen nah beieinander. Das erste Engagement bei einer Wanderbühne in Grömitz löst Euphorie aus. Der Weg ist steinig, aber Christine lebt unbeirrt ihren Traum weiter. Ein tolles Plus sind die Fotos, die Christines Werdegang als Schauspielerin in Szene setzen und sie in den unterschiedlichsten Rollen zeigen. Sie beweist Wandelbarkeit und Ehrgeiz, überwindet Unsicherheiten und Ängste und ergattert ihre Traumrolle Johanna in die „Jungfrau von Orleans“ auf der Freilichtbühne in Ötigheim vor 4000 Zuschauern. Christines Emotionen sind greifbar. Im Fokus stehen die Schauspielerin und der Mensch hinter diesem Buch. Familiäres wird nur am Rande erzählt. Namen kommen selten vor. Gerne hätten es noch mehr Anekdoten und Humorvolles sein können. Ein bisschen Schwermut schwingt zeitweise mit. Der Kampf um Theaterengagements und Anerkennung hat Spuren hinterlassen. Mit 104 Seiten ist das Werk etwas kurz. Wie ging es nach der Rückkehr von Formentera weiter? Das Interesse an der besonderen Persönlichkeit „Christine Mattner“ ist geweckt.

Das Cover zeigt Christine Mattner als Lady Milford in „Kabale und Liebe“ von Friedrich von Schiller. Es lässt sich erahnen, wie viel Leidenschaft sie in ihre Rollen steckt. Titel und Foto haben Ausdruckskraft. Am Ende des Buches lässt sich ein Rollenverzeichnis finden, indem sich Christines zahlreiche Stationen noch einmal nachvollziehen lassen. Das Buch spricht nicht nur angehende Schauspieler und Theaterfreunde an, sondern jeden der sich für Künstler wie Christine interessiert und Menschen, die einen Traum haben, der sie nicht mehr loslässt. Es lohnt sich zu kämpfen.

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hans-werner-honert, maria und der patriot, politthriller

Maria und der Patriot

Hans-Werner Honert
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Das Neue Berlin, 13.03.2017
ISBN 9783360013217
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bisher hat Filmregisseur, Produzent und Autor Hans-Werner Honert Drehbücher und Hörspiele verfasst. „Maria und der Patriot“ ist sein erster Roman.

Gerade ist Maria mit Jack in der neuen Wohnung in New York zusammengezogen, da stirbt Jack bei einem Autounfall. Nach erster Verzweiflung entscheidet sich Maria, mit Hilfe von Jacks Recherchen den Auftrag von einer New Yorker Fernsehstation, einen Film für die Reihe „Politische Morde in Europa“ zu drehen, durchzuziehen. Sie soll über den Mord an Treuhandchef Detlev Karsten Rohwedder im Jahr 1991 berichten. Ihr Vater war damals Rohwedders Bodyguard. Ist er längst tot oder untergetaucht? Maria macht sich auf die Suche nach ihm.

Der Politthriller basiert auf einer wahren Geschichte. Bis heute ist nicht vollständig geklärt, wer den Anschlag auf Treuhandchef Rohwedder ausgeführt hat. Autor Hans-Werner Honert spinnt um den rätselhaften Fall eine schicksalhafte Liebesstory. Als Maria vom Tod Jacks erfährt, bricht für sie eine Welt zusammen. Bei der Beerdigung ist sie unerwünscht. Maria will Jacks Vermächtnis fortführen. Ihre Recherchen führen sie nach Deutschland. Bald begreift sie, dass Jack Geheimnisse vor ihr hatte. Was war echt, was Täuschung? Maria kann niemandem mehr trauen und ist auf sich allein gestellt. Durch einen weiteren Handlungsstrang erfährt der Leser mehr als Maria. Die Gefahr für Jacks große Liebe steigt. Die Geschichte wird in distanzierter, nüchterner Sprache erzählt. Dadurch kommt wenig Atmosphäre auf. Auch an der Spannung hapert es auf den ersten zweihundert Seiten. Das Undurchsichtige hält bei der Stange. Wer zählt zu den Feinden? Wer bietet Maria auf ehrliche Weise Hilfe an? Die Charaktere bleiben blass. Selbst die Hauptfiguren Jack und Maria sind austauschbar. Ein Highlight ist der dreiste Hoesa, der über Marias Wünsche einfach hinweggeht. Die Hoffnung, dass mit einem neuen Handlungsort die Geschichte richtig in Fahrt kommt, wird enttäuscht. Marias Filmambitionen rücken wieder in den Vordergrund. Nicht immer sind ihre Emotionen und ihr Handeln nachzuvollziehen. Überraschungen werden nicht ausgespielt. Das Tempo bleibt eher langsam. Szenen, in den Spannung aufkommen könnte, werden viel zu schnell abgehandelt. Ein Geldproblem löst sich plötzlich wie von selbst. Besonders im letzten Buchdrittel sind die Dialoge zu hölzern und gestellt geraten. Im Gedächtnis bleibt eine weitere Nebenfigur, die Einsatz zeigt und Trümpfe im Ärmel hat. Insgesamt fehlt es an Thriller-Elementen und Intensität. Auch die Hintergründe um den Rohwedder-Mord bleiben konfus. Das Ende setzt bei der Enttäuschung noch einen obendrauf. Dem Plot fehlt es an Raffinesse.

Das Cover zeigt eine interessante Perspektive, die aber nicht so recht zum Inhalt passen will. Der schwarze Hintergrund wirkt zu düster. Eine andere Farbwahl hätte das Buch mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken können. Der Titel wirkt zu kitschig. Leider wurde aus der Basisidee des Thrillers zu wenig rausgeholt. Es kommt eher der Gedanke auf, einen Roman mit wenigen Krimielementen in den Händen zu halten. Trotz häufiger Erwähnung spielt das Politische eher eine untergeordnete Rolle. Auch die Liebesgeschichte will nicht richtig überzeugen.   

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