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20 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

komet der einschlag

Komet - Der Einschlag

Larry Niven , Jerry Pournelle
Flexibler Einband: 660 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 13.11.2017
ISBN 9783945493977
Genre: Science-Fiction

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55 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

vergebung, liebe, paris, ratgeber, gefühle

Die Verseflüsterin

Nicolas Fougerousse , Elisabeth Liebl
Fester Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Scorpio Verlag, 13.02.2017
ISBN 9783958031067
Genre: Romane

Rezension:


Marcus ist in einem Alltagstrott gefangen. Er arbeitet in einer IT-Firma und führt mit seiner Frau Isabelle eine Beziehung, die vom tagtäglichen Einerlei besteht. Jeden Tag erlebt er dasselbe und ist nicht so recht glücklich. Als er einen Zettel mit einer Botschaft an seiner Windschutzscheibe findet fängt er an sein Leben langsam aber sicher zu verändern.


Ich weiß ehrlich gesagt nicht wie ich dieses Buch einordnen soll, denn nach dem eher interessanten Einstieg entwickelt es sich schnell und sehr deutlich in einen Lebensratgeber, der als Roman verkleidet ist. Es ist nicht das was ich mir erhofft habe und geht mir wirklich zu sehr in die Richtung eines Sachbuchs, auch wenn vieles ziemlich interessant ist. Es wird ein Problem erkannt, Marcus bekommt Hilfestellung dabei was er machen könnte und nachdem er es auch tut wird alles gut. In dieser Geschichte sind viele Tipps zur Selbstfindung, Kommunikation sowie Entspannungs- und Achtsamkeitstechniken zu finden, die man natürlich auf das eigene Leben anwenden kann. Schnell sieht man Marcus eine Veränderung an und auch seiner Frau gefällt es, die beiden kommen mehr aus sich heraus, verbringen mehr Zeit miteinander und finden wieder zu sich. Und als man sich endlich an diesen Handlungsstrang gewöhnt hat, kommt auf den letzten 80 Seiten nochmal eine andere Handlung hinzu, es nimmt einen dramatischen Zug an und es geht mehr um Schuld, Vergebung und das Leben seiner Mutter.
Insgesamt wirken die Dialoge, Personen und auch die Geschichte sehr konstruiert. Als hätte man die Handlung um die ganzen Lebenstipps aufgebaut. Vielleicht hilft es einigen Lesern aber dafür hätte man es noch etwas ausführlicher machen sollen, denn es hüpft doch sehr von einem Geschehen ins nächste. Ich konnte keinen richtigen Bezug zu den Charakteren oder der Handlung aufbauen, teilweise habe ich sogar Zeilen übersprungen ohne irgendwas zu verpassen.
Und dennoch war es ein leicht zu lesendes Buch mit einer einfachen Sprache und manchmal poetischen Ansätzen. Man hätte aber vielleicht etwas mehr aus den Charakteren machen müssen, denn so ist es weder ein richtiger Roman noch ein Ratgeber. Eher eine Mischung, die beidem nicht wirklich gerecht wird.

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188 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 102 Rezensionen

cyberworld, freundschaft, mind ripper, jugendbuch, liebe

CyberWorld 1.0 - Mind Ripper

Nadine Erdmann
E-Buch Text: 334 Seiten
Erschienen bei Greenlight Press, 15.05.2016
ISBN 9783958342033
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Der 16jährige Zack sowie die gleichaltrigen Zwillinge Jemma und Jamie lieben es durch die CyberWorld zu surfen, es ist eine wundervolle Möglichkeit der realen Welt zu entfliehen und in der virtuellen Abenteuer aller Art bestreiten, gerade die Fantasy Spiele haben es ihnen angetan. Vor allem Jamie, der an seine Krücken und den Rollstuhl angewiesen ist, genießt es sich dort wieder ganz normal fühlen zu dürfen. 
Als aber beim Spielen innerhalb kurzer Abstände drei Jungs ins Koma fallen wird deutlich, dass von der C-World doch eine gewisse Gefahr ausgeht.


Nadine Erdmann hat mit diesem Reihenauftakt einen regelrechten Pageturner erschaffen, eine spannende und mitreißende Geschichte zwischen der Wirklichkeit und der virtuellen Welt. 
Dadurch dass das Buch im Jahr 2038 spielt hat sich nicht nur die Spielwelt weiterentwickelt, selbst für den Alltag gibt es technische Hilfsmittel. Und dennoch ähnelt das Leben in naher Zukunft doch sehr unserem jetzigen. 
Es macht Spaß der Erzählweise der Autorin zu folgen, sie schafft es einen in den Bann zu ziehen und alles absolut authentisch und realistisch wirken zu lassen. Gerade die Abschnitte in denen unsere drei Protagonisten ein Spiel spielen wecken in einem die Lust mitzumachen, nur einmal mit ihnen das Schwert zu schwingen um Bösewichte zu bekämpfen oder Quests zu erfüllen. Die Atmosphäre, die bei diesen Settings entsteht lässt einen geradezu schaudern, man bekommt jedes Mal das Gefühl, dass etwas Schlimmes passieren könnte, es wirkt einfach so real. Der Übergang von Realität zu der C-World ist absolut gelungen und gut umgesetzt und ich muss sagen, dass mir beide Welten und die ganze Umsetzung gefallen. 
Es ist schön Jemma, Jamie und Zack in den Games zu begleiten aber auch zu erleben wie sie sich im realen Leben durchschlagen und mit Problemen umgehen. Die Freundschaft zwischen ihnen ist stark und gerade das macht dieses Buch zu etwas Besonderen. Es baut darauf auf und man spürt die enge Verbindung zwischen diesen drei Teenagern, die schon ewig besteht. Nichts bringt sie so leicht auseinander, sie geben sich Halt und kennen sich nur allzu gut. So können Jemma und Zack ziemlich gut mit den Stimmungsschwankungen von Jamie umgehen, der oft über seine Situation frustriert ist. Nach einem schlimmen Ereignis hat er nämlich Probleme schmerzfrei über den Tag zu kommen und gerade Jemma und Zack, sein Freund, der ihn so liebt wie er ist, sind ihm eine große Unterstützung.
Ich mag alle drei Protagonisten, sie sind verschieden und haben so ihre Macken aber gerade dadurch wirken sie absolut authentisch. Für ihr Alter wirken sie teilweise erwachsen, es ist interessant ihre Diskussionen zu verfolgen. Ich konnte ihre Beweggründe stets verstehen auch wenn ich selber manchmal etwas anders entschieden hätte. Auch die anderen Charaktere konnten mich in jeder Hinsicht überzeugen.
Was den Fall angeht will ich eigentlich nicht zu viel verraten, man sollte lieber selber erleben in welche Richtung es sich entwickelt und sich überraschen lassen.


Ein Jugendbuch, das nicht davor scheut wichtige Themen anzusprechen, voller Überraschungen, Gefühle und nicht erwarteter Wendungen ist, nie langweilig wird und durch glaubwürdige Charaktere überzeugen kann. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Dieses Buch wird für einige unterhaltsame Stunden sorgen. 

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143 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 72 Rezensionen

liebe, münchen, geschwister, lilli beck, nachkriegszeit

Wie der Wind und das Meer

Lilli Beck
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.09.2017
ISBN 9783764505776
Genre: Romane

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83 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

liebe, krieg, schiffsjunge, kriegsschiff, historischer roman

Der Korsar und das Mädchen

Elisabeth Büchle
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 16.01.2017
ISBN 9783957341884
Genre: Historische Romane

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314 Bibliotheken, 2 Leser, 5 Gruppen, 31 Rezensionen

england, historischer roman, mittelalter, ritter, schmiedin

Das kupferne Zeichen

Katia Fox
Flexibler Einband: 636 Seiten
Erschienen bei Lübbe, 12.06.2007
ISBN 9783404157006
Genre: Historische Romane

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Bruderherz: Thriller

Susan Wilkins
E-Buch Text
Erschienen bei Knaur eBook, 02.08.2014
ISBN 9783426424766
Genre: Krimi und Thriller

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(2.731)

3.523 Bibliotheken, 42 Leser, 6 Gruppen, 80 Rezensionen

barcelona, bücher, spanien, liebe, roman

Der Schatten des Windes

Carlos Ruiz Zafón , Peter Schwaar
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 07.03.2013
ISBN 9783596196159
Genre: Romane

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121 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

frauenroman, liebe, familie, liebesroman, studenten

Halb drei bei den Elefanten

Kyra Groh
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.08.2014
ISBN 9783442380763
Genre: Liebesromane

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61 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

dschinn, golem, fantasy, helene wecker, rabbi

Golem und Dschinn

Helene Wecker , Annette Grube
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.07.2015
ISBN 9783734101205
Genre: Fantasy

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98 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

thriller, künstliche intelligenz, virtual reality, virtuelle realität, ki

Boy in a White Room

Karl Olsberg
Flexibler Einband
Erschienen bei Loewe, 11.10.2017
ISBN 9783785587805
Genre: Jugendbuch

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122 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 66 Rezensionen

sterbebegleitung, sterben, tod, roman, hospiz

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

Susann Pásztor
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.02.2017
ISBN 9783462048704
Genre: Romane

Rezension:

Der alleinerziehende Fred hat nach einer erfolgreichen Ausbildung zum Sterbebegleiter seinen ersten Einsatz bei Karla, einer 60jährigen unheilbar an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankten Frau, die auf ihn nicht ganz so reagiert wie er es sich erhofft hatte. Und auch wenn das erste Aufeinandertreffen nicht so verlaufen ist wie es sollte, ist er stark darauf bedacht alles richtig zu machen um Karla ein paar wunderschöne letzte Wochen zu bescheren Womit er ungewollt eine Grenze überschreitet, die Konsequenzen nach sich zieht. Nur noch sein dreizehnjähriger Sohn Phil ist bei ihr willkommen, zumindest bis ein Anruf Fred die Chance dazu bietet es bei Karla wieder gutzumachen. 


Meine Meinung: 
Es ist ein alles in allem ruhiger Roman, bei dem man von vornherein weiß in welche Richtung es sich entwickelt, auch wenn ich versucht habe an ein Wunder zu glauben. Man kann jedoch nichts anderes tun als die Charaktere auf ihrem Weg zu begleiten und sie langsam aber sicher ins Herz zu schließen. 
Dadurch, dass die Autorin selber als ehrenamtliche Sterbebegleiterin tätig ist, wirft die Geschichte ein besonders reales Licht auf die Ereignisse. Susann Pásztor schafft es einem ein sehr deutliches Bild von ihrer Aufgabe und ihren Erfahrungen als Sterbebegleiterin zu vermitteln ohne den Leser den ganzen Roman über emotional herunterzuziehen. Was nicht bedeutet, dass ich gegen Ende nicht in Tränen ausgebrochen bin. Ehrlich gesagt konnte ich gar nicht mehr aufhören. Dieses Thema bewegt einen und dagegen konnte und wollte ich mich auch nicht wehren. 
Die Charaktere wirken unglaublich real und da wir größtenteils aus der Sicht von Fred und Phil, der was Sprache und Gedichte angeht sehr begabt ist, lesen können, wissen wir stets was sie in den verschiedenen Situationen denken, was praktisch ist da es im Grunde wenige Dialoge gibt. Wobei diese dann umso besonders und aussagekräftig sind. Von Karla kriegen wir nur ihre Listen zu lesen, die sie oft anfertigt und auch wenn mich ihre Lebensgeschichte interessierte, so passt es auch zu ihr als Person, dass man das Meiste nun mal nicht über sie erfährt. Man muss also die kleinen, faszinierenden Einblicke in ihr Leben umso mehr schätzen. 
Die jeweilige Beziehung zwischen Fred und Phil mit Karla ist wundervoll zu verfolgen. In einer gewissen Weise lernte ich mit den beiden gleichermaßen wie man Karla das Ganze etwas erleichtert. Und auch wenn Fred eine gewisse Distanz zu Karla bewahren muss, ist es bewundernswert wie sehr er sich anstrebt alles richtig zu machen, sich manchmal hütet seine eigene Meinung kundzutun und generell wie sich dieser Mann am Ende von dem am Anfang unterscheidet. Es war eine tolle Idee, dass Phil den Job bei Karla annahm, denn mit seiner noch etwas kindlichen und doch vernünftigen, hinterfragenden Art hat er etwas zur Geschichte und der Harmonie beigetragen, das kein anderer Erwachsener konnte. 
Es ist erfreulich zu sehen wie das einzigartige Vater-Sohn nicht nur noch näher zusammenrückt sondern auch über sich hinauswächst. Die Entwicklung die von Kapitel zu Kapitel voranschreitet ist großartig und auch die zu Anfang eher kühl wirkende Karla zeigt mit der Zeit eine andere Seite von sich. 
Susann Pásztor ist ein umwerfender Roman mit immenser Aussagekraft gelungen, der auch durch liebevoll gezeichnete, außergewöhnliche Nebencharaktere überzeugt. Die mit noch mehr Charme, Liebe und Witz die Geschichte bereichern, man kommt nicht umhin jeden Einzelnen der Charaktere zu mögen. 


Fazit: 
Es ist nicht nur ein Roman über das Sterben und den Umgang mit dem Tod, es ist auch eine Geschichte über das Leben, das füreinander einstehen und über sich hinauswachsen. 
Das Buch bietet einen guten Blick auf die ehrenamtliche Arbeit der Sterbebegleiter, denen ein großes Dankeschön gebührt. 
Es bleibt eine unvergessene Geschichte mit einzigartigen Charakteren. Absolute Leseempfehlung! 

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180 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

sarah morgan, manhattan, freundschaft, liebe, schlaflos in manhattan

Schlaflos in Manhattan

Sarah Morgan , Stefanie Kruschandl
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 06.02.2017
ISBN 9783956496073
Genre: Liebesromane

Rezension:

Schlaflos in Manhattan von Sarah Morgan ist der Auftakt einer neuer Trilogie. Es ist eins dieser Bücher, die man nicht mehr zur Seite legen kann wenn man erstmal mit dem Lesen beginnt.
Erzählt wird die Geschichte vor der wundervollen Kulisse Manhattan's, die gut ins Buch eingebunden und sehr bildhaft rübergebracht wurde. Ich hatte oft den Wunsch an Stelle der Protagonisten auf die Stadt hinab blicken zu können, gerade abends. Man will sich von der Umgebung mitreißen lassen.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Paige und Jake erzählt, was mir besonders gut gefallen hat, weil ich auf diese Weise beide viel besser verstehen und einordnen konnte.
Im Grunde weiß man schon was für eine Art Ende auf einen wartet und doch ist der Weg dahin besonders schön erzählt. Die meiste Zeit habe ich mitgefiebert, gehofft, dass sie die ganzen Hürden überwinden und miterlebt wie sich beide weiterentwickeln.


Paige Walker erlebt mit ihren Freundinnen einen dieser Tage, an denen nichts so abläuft wie man es erwartet hat. Anstatt am Abend auf ihrer Dachterrasse die Beförderung zu feiern, blasen sie Trübsal, weil sie gefeuert wurden. Paige, die alles gerne unter Kontrolle hat, verliert den Boden unter ihren Füßen und findet erst wieder Halt als Jake Romano, der beste Freund ihres Bruders, ihr einen überraschenden Vorschlag macht und den drei Freundinnen auch Hilfestellung bei der Umsetzung bietet.
Paige hat eine unglaublich sympathische, liebevolle, loyale und starke Persönlichkeit, der es durch gesundheitliche Probleme im Teenageralter nicht leicht fällt die Kontrolle über ihre Entscheidungen und ihr Leben zu verlieren. Sie will selbst bestimmen und sich nicht immer der Sorgen anderer aussetzen zu müssen. Die Anziehung, die sie Jake gegenüber empfindet macht es für sie nicht leicht in seiner Nähe zu sein.
Durch ein Ereignis in der Kindheit glaubt Jake nicht an Beziehungen und erst recht nicht an die Liebe. Mit ihm bekommen wir einen sehr erfolgreichen und gefragten Unternehmer in der Technologie Branche, der auf den ersten Blick wie der typische Playboy wirkt. Erst mit der Zeit kann man ihn als Leser richtig einschätzen und lieben lernen.
Es fällt absolut leicht Paige und Jake zu mögen, auch wenn ich manchmal das dringliche Bedürfnis hatte einen von ihnen zu schütteln, weil sie das Offensichtliche nicht wahr haben wollten.
Die Autorin hat die Liebesgeschichte wundervoll umgesetzt, die Entwicklung der Beziehung geschieht nicht zu schnell und wirkt überaus real und gefühlvoll. Als Leser konnte ich die Ängste von Paige un Jake, Wünsche und die tiefe Freundschaft zueinander nachempfinden. 
Die beiden sind wundervolle Charaktere, die in mir ein wohliges Gefühl hervorgerufen haben. Es ist der Wahnsinn was für eine Spannung entsteht, wenn sie im gleichen Raum sind.
Abgerundet wird das Buch durch Paige's beste Freundinnen sowie Matt, dem das Haus gehört in dem alle vier wohnen. Ich habe es jedes Mal genossen, wenn Paige mit Eva und Frankie Zeit verbracht hat. Sie haben eine Freundschaft, die alles überwindet. Gemeinsam würden die drei Frauen alles gemeinsam schaffen und es ist schön wie sie trotz ihrer Unterschiede zueinander passen.
Wirklich jeder der Charaktere ist überaus liebevoll und greifbar gezeichnet und ich kann die folgenden Bücher kaum noch erwarten um noch mehr über Frankie, Eva und Matt zu erfahren.


Fazit:
Ein Buch mit unbeschreiblich herzerwärmenden Charakteren, einer Liebesgeschichte, die überzeugt, viele Gefühle in mir ausgelöst hat und in mir den Wunsch weckt sofort die folgenden Bücher zu lesen. 

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159 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 59 Rezensionen

mechthild gläser, jugendbuch, faun, fantasy, jane austen

Emma, der Faun und das vergessene Buch

Mechthild Gläser
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.02.2017
ISBN 9783785585122
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ohne Probleme taucht man als Leser in Emma's Welt ein und kann gar nicht anders als sie und die anderen Charaktere zu mögen. 
Meiner Meinung nach ist es nicht ganz so wichtig die ganzen Figuren und Andeutungen im Bezug auf Jane Austen's Werke zu kennen, auch wenn die Autorin diese Idee ziemlich gut und überzeugend umgesetzt hat. Es macht eben den gewissen Charme aus. 
Das Jugendbuch begeistert nicht nur durch den lockeren Schreibstil sondern auch durch die Beschreibungen mit denen man sich alles vor Augen halten kann und das Gefühl bekommt selber auf Stolzenburg zu sein. 
Es ist schön wie Mechthild Gläser in dieser realistischen Welt das Magische mit eingebunden hat, es überzeugt vollkommen, wirkt nicht übertrieben und weckt in einem die Lust auf noch mehr Fantasie. Es macht richtig Spaß so viel wie nur möglich über dieses kleine Buch, das so unglaublich viel bewirken kann, zu lesen. Auch wenn die gewollten Ereignisse manchmal absolut nach hinten losgehen. Ich finde es übrigens gut, dass nur wenige wissen was im Grunde los ist, für alles Unerklärliche findet sich jedenfalls immer eine Begründung. 
Mit Emma gehen wir weiteren Geheimnissen und Rätseln auf die Spur, suchen nach einem Faun, durchleben ihren Alltag im Internat und helfen bei der Untersuchung von Ginas Verschwinden. Das Erzähltempo ist perfekt, denn trotz der vielen Geschehnisse hat man als Leser Zeit zu grübeln und selber Theorien aufzustellen. Das Buch ist spannend erzählt und überrascht einen immer wieder. Mit dem Ende hätte ich so beispielsweise nie gerechnet. 
Die kleine Liebesgeschichte, die sich entwickelt, war eigentlich zu erwarten, nimmt jedoch nicht den Fokus von der zauberhaften Geschichte und rückt nicht allzu sehr in den Vordergrund, worüber ich froh bin. Es ist einfach ein weiteres Teilchen mit dem diese Geschichte abgerundet wird, wozu auch die verschiedenen Nebencharaktere, die man nicht missen möchte, weil sie den Lesespaß gesteigert haben, beigesteuert haben. 

 

Fazit:

Wundervoll magisches, gut überlegtes und nachvollziehbares Buch, das ich absolut verschlungen habe. Ich habe diese einwandfrei umgesetzte Mischung aus Realität und Fantasie gemocht und hätte mich nicht beklagt wenn es ein paar Seiten länger geworden wäre, weil es doch etwas ruckartig geendet ist.

 

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126 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 55 Rezensionen

neuanfang, trauer, krise, schuld, seskis

Ungeschehen

Tina Seskis , Mechthild Sandberg-Ciletti ,
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 28.11.2014
ISBN 9783499269264
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Emily versucht einfach nur ihre Vergangenheit zu vergessen. Sie verlässt die Stadt, ihr Haus und ihre Familie um in London unter ihrem bürgerlichen Namen ein neues Leben anzufangen. Niemand weiß wohin sie weggelaufen ist und sie möchte keinesfalls gefunden werden. Schnell lernt Emily neue Menschen kennen, kommt anfangs sogar sehr gut zurecht und doch drehen sich schon bald ihre Gedanken immer öfter um ihr altes Leben, sodass sie radikalere Wege einschlägt um das Ganze verdrängen zu können. Doch welches Ereignis war ausschlaggebend für den Entschluss neu anzufangen?


Meine Meinung:

Ich würde diesen Roman nicht unbedingt in die Thriller oder Krimi Kategorie einordnen, da er am ehesten einem Familiendrama nahe kommt.

Es ist ein gut geschriebenes Debüt, das vor allem durch die Rückblenden lebt, die aus verschiedenen Perspektiven erzählt sind und die hinzu von verschiedenen Ereignissen handeln. So bekommt man einen guten Einblick in die tiefen Abgründe von Emilys Familienmitgliedern, darunter die ganzen Probleme zwischen ihren Eltern, das Leben ihrer kaputten Zwillingsschwester Caroline und man erfährt auch einiges über die Vergangenheit von Angel, ihrer neuen Freundin in London. Keiner von den Protagonisten –mal von Ben abgesehen- scheint auch nur annähernd perfekt zu sein, jeder hat sein Päckchen zu tragen. Und auch wenn die Rückblenden größtenteils interessant sind um mehr zu erfahren, da Emily es vermeidet an die Vergangenheit zu denken, sind sie zum Teil auch sehr verwirrend, weil sie ganz plötzlich kommen und manchmal ist es auch nicht direkt ersichtlich aus welcher Sicht und zu welcher Zeit es sich abspielt. Außerdem wirken einige Abschnitte, die die aufkommende Spannung zunichte machen, viel zu langatmig und im Nachhinein auch teilweise sinnlos.

Man versucht als Leser alle Teilstücke, die man bekommt zusammenzusetzen um herauszufinden was der Grund für Emily’s Verschwinden sein könnte. Die Autorin Tina Seskis legt gekonnt falsche Fährten aus und weiß genau wie man den Leser ans Buch fesselt. Man stellt sich die Frage was Emily zu dem Entschluss sich ein neues Leben aufzubauen bewogen hat, was sie Schreckliches erlebt hat und ob vielleicht sogar ihr Mann Ben und Charlie in Gefahr sind, sodass es ihre einzige Möglichkeit war wegzulaufen. Nur dadurch, dass man unbedingt wissen möchte was vorgefallen ist, wird Spannung erzeugt, denn erst gegen Ende wird die Auflösung preisgegeben.

Schon am Anfang werden wir mitten in die Geschichte geworfen und dürfen miterleben wie sich Emily ihren Ehering auf der Bahnhofstoilette liegen lässt und mit dem nächsten Zug nach London fährt. Es klingt faszinierend wie eine Frau einen Neuanfang wagen möchte und obwohl sie zu Beginn sehr gefasst wirkt, wird mit der Zeit deutlich wie sehr ein gewisses Ereignis sie in der Vergangenheit getroffen hat. Es ist schwer ihre Emotionen und Handlungen nachvollziehen zu können, wenn man nicht weiß womit sie zusammenhängen und genauso schwer ist es eine Verbindung zu ihr herzustellen. Obwohl sie eine Anwältin war, kann man in ihrem Verhalten davon nichts wiedererkennen. Sie ist unsicher, lässt sich schnell zu etwas verleiten und trifft folgenschwere Entscheidungen über die man nur mit dem Kopf schütteln kann. Wie kann eine Frau, die scheinbar ein tolles Leben geführt hat alles zurücklassen? Die Auflösung ist bewegend und doch hätte ich mir ein  ausführlicheres Ende gewünscht, weil es auf den letzen Seiten viel zu schnell abgehandelt wurde und mich leider auch nicht ganz überzeugen konnte. Da hätte man von mir aus gerne ein paar Einkürzungen im Mittelteil machen können aber doch nicht dann wenn es darum geht endlich ein paar Antworten zu bekommen. Auch wenn es eine überraschende Wendung gab mit der ich nie gerechnet hätte, blieb ich etwas unzufrieden zurück.


Fazit:

Ein gut geschriebenes Debüt mit neuer Idee und interessanten Wendungen, das mir zeitweise jedoch zu langatmig war und bei dem ich mir mehr Spannung gewünscht hätte. Wer Familiendramen mag ist hier auf jeden Fall genau richtig. Ich vergebe 3 Sterne, denn auch wenn mich der Roman gut unterhalten hat kann ich die negativen Aspekte nicht ignorieren. 

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(645)

1.166 Bibliotheken, 18 Leser, 6 Gruppen, 87 Rezensionen

liebe, tod, musik, koma, autounfall

Wenn ich bleibe

Gayle Forman , Alexandra Ernst
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.08.2014
ISBN 9783442384044
Genre: Liebesromane

Rezension:

Da ich mir unbedingt die Verfilmung anschauen will, war es nun endlich an der Zeit dieses Buch zu lesen. Und ich bereue es absolut nicht.
Der Schreibstil ist einfach gehalten und doch schafft es die Autorin auf eine sehr sensible und feinfühlige Art die vielen Emotionen gut an den Leser heranzutragen.
Ein wundervoll berührender Roman, der sich flüssig lesen lässt wenn man nicht gerade weinen muss oder mit den Tränen zu kämpfen hat. Und dieses Problem hatte ich während des Lesens des Öfteren. Mir ging alles wirklich ziemlich nahe, von daher kann dieses Buch auf der emotionalen Ebene vollkommen überzeugen.


Im Grunde geht es um Mia, die bei einem Autounfall, der sich schon auf den ersten Seiten ereignet, ihre Eltern und ihren kleinen Bruder Teddy verliert, selber schwer verletzt wird, dabei eine Außerkörperliche Erfahrung hat und dabei alles als eine Art Geist erleben kann und sich entscheiden muss ob sie nun weiter leben möchte oder ihrer Familie folgen will. In diesem Roman gibt es sehr viele Rückblicke, die manchmal total unerwartet kommen und doch kann man nur so erleben und nachvollziehen, was Mia mit diesen drei wundervollen Menschen verloren hat und was sie noch hätte, wenn sie sich dazu entschließt weiter zu leben. Es sind alles sehr emotionale Momente, die nahe gehen, einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern oder auch traurig zurücklassen. Aber all die guten, fröhlichen, traurigen, nachdenklichen Momente gehören zu Mia’s Leben und es ist einfach ihren inneren Konflikt nachvollziehen zu können. Wählt sie den einfacheren Weg und folgt ihrer Familie, nimmt damit auch in Kauf, dass die verbliebenen Verwandten, Freunde und ihre große Liebe Adam auch um sie trauern oder bleibt sie und stellt sich dem Schmerz? Es ist allein ihre Entscheidung aber leider keine einfache.
Dabei spielt vor allem Adam eine große Rolle. Von Anfang an hat die Leidenschaft zur Musik die beiden verbunden, denn Mia ist eine talentierte Cellistin mit der Möglichkeit demnächst in New York auf die Juilliard zu gehen. Adam dagegen ist ein Rockmusiker, der mit seiner Band immer erfolgreicher wird. Und auch wenn es in letzter Zeit immer wieder zwischen Problemen, gerade wegen des möglichen Umzugs von Mia, zwischen ihnen kam, ist die Liebe, die sie füreinander empfinden trotzdem sehr stark. Vor allem durch die Rückblenden und auch im Krankenhaus sieht man wie stark doch eigentlich und wie entzückend die beiden zusammen sind. Es ist unfassbar traurig mit ansehen zu müssen wie Adam um ihre Familie trauert und einfach nur den Wunsch hat, dass Mia bleibt. Dafür würde er alles geben.
In diesem Roman spielen Musik, Freundschaft, Liebe, Familie, Tod und das Erwachsenwerden eine große Rolle und die Geschichte stimmt einen öfter nachdenklich. Und doch hat sich Mia meiner Meinung nach manchmal viel zu sehr auf Adam konzentriert anstatt auf ihre verstorbene Familienmitglieder auch wenn es immer wieder angesprochen wurde hätte ich mir da noch etwas mehr Tiefgründigkeit gewünscht. Mit dem Ende bin ich leider auch nicht so ganz zufrieden, denn als Leser bleibe ich ohne einen Abschluss, obwohl es einen gibt, immerhin weiß man wofür sich Mia entscheidet. Und doch ist eher wie ein Cliffhanger, da es jedoch einen zweiten Teil zu diesem Roman gibt ist es wohl mit Absicht genau so. Ein Epilog oder einfach ein paar Seiten mehr hätten aber wirklich nicht geschadet, denn ich hätte noch sehr gerne weiter gelesen.


Fazit:
Insgesamt ein schöner, emotionaler Roman, der den Wunsch hegt sofort den folgenden Band zu lesen um zu erfahren wie es denn nun weiter geht. Von mir gibt es dafür 3,5 Sterne. 

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(51)

100 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

einsamkeit, meer, leuchtturm, einsame insel, verzweiflung

Im Rausch der Stille

Albert Sánchez Piñol , Angelika Maass
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.11.2006
ISBN 9783596165575
Genre: Fantasy

Rezension:

Ein irischer Freiheitskämpfer fasst den Entschluss aus seinem Land zu flüchten und nimmt für ein Jahr den Posten als Wetterbeobachter auf einer weit entfernten, einsamen Insel an. Doch schon am ersten Abend muss er um sein Leben kämpfen und der frühere Wetterbeobachter will ihm erst keine Zuflucht in dem soliden Leuchtturm gewähren. Als sich dies ändert, verteidigen beide gemeinsam den Turm mit allem was sie haben.

Ein Kampf ums Überleben beginnt, eine einseitige Liebe entfacht und es stellt sich die Frage ob die Meeresungeheuer einem Menschen doch ähnlicher sind als gedacht.


Meine Meinung:

Bizarr ist das erste Wort, das mir zu diesem Roman einfällt. Sprachlich gesehen ist es wirklich top, aus der Ich-Perspektive bildhaft erzählt und trotz einigen eher langweiligen Passagen sehr flüssig zu lesen. Aber selbst diese Abschnitte sind nötig, da das Leben auf der Insel manchmal eben nichts anderes bietet, der namenlose Protagonist nichts anderes machen kann außer tagein, tagaus immer wieder die gleichen Aufgaben zu verrichten und auf den Angriff der Ungeheuer zu warten. Außerdem kann man so die Charakterentwicklung des namenlosen Protagonisten besser verfolgen.

Von der Insel ist kein Entkommen möglich und so hat er es mit dem einzigen anderen Menschen darauf nicht einfach. Denn Batís Caffó ist ein unfassbar unsympathischer Charakter, dem es Spaß bereitet die Wasserwesen zu töten, je schrecklicher deren Tod, desto besser. Jedes Mal aufs Neue müssen die beiden den Leuchtturm verteidigen wenn es dunkel wird und sie kommen. Dabei lassen sich die Wesen manche Nächte sogar aus was bei den Männern regelrecht zur Verzweiflung führt. Die ganze Stimmung bringt der Schreibstil sehr gut rüber.

So sympathisch der Protagonist mir am Anfang auch war und ich seine Ideen gut fand, gegen Ende hat er bei mir durch seine veränderte Art ein paar Sympathiepunkte verloren.

Neben den zwei Männern lebt im Leuchtturm noch das Froschmädchen Aneris, das sozusagen das Eigentum von Batís ist mit dem er sich immer wieder vergnügt. Und bald verspürt auch unser Erzähler eine Leidenschaft ihr gegenüber, die er nicht zügeln kann. Eine sehr skurrile Situation und es ist schrecklich wie die beiden Männer dieses Wesen manchmal behandeln und doch auch nicht verwunderlich, dass sie ihren Frust, Unmut und die ganze Wut an jemandem auslassen müssen. Bedauerlicherweise trifft es dann den Schwächsten, wobei sie die Chance hätte wegzulaufen.

Das Ende ist leider offen, sodass ich nicht recht wusste was ich nun davon halten sollte.


Fazit:

Insgesamt ist das Buch vor allem, wie schon erwähnt, bizarr, auch wenn ich die Situation mit der verlassenen Insel eigentlich recht gut finde. Nur hätte ich mir mehr Antworten erhofft um das alles begreifen zu können. Die Emotionen und Handlungen jedoch waren größtenteils sehr nachvollziehbar, wenn man sich die Mühe macht sich in die Person rein zu versetzen.

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Tags: bizarr, meeresmenschen   (2)
 

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(36)

82 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

stille, thriller, thomas raab, still, mörder

Still Chronik eines Mörders

Thomas Raab
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 01.04.2016
ISBN 9783426305119
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Aus liebenden Herzen wurden betrogene eines Tages, verletzte und wurden sie es nicht, kam irgendwann das Sterben der einen und ließ die anderen als Fragende, Verlorene, zurück. Verloren, weil in Karls Augen eines nicht begriffen werden wollte: Der Tod war alles, nur keine Beraubung."


Die Handlung:
Karl Heidemann wird mit einem übersensiblen Gehör geboren, sodass ihm die normalsten alltägliche Geräusche Schmerzen bereiten. Als sein Vater durch Zufall entdeckt, dass er erst in der Stille aufhört zu schreien und zu weinen, bekommt Karl ein eigenes kleines Reich im Keller, in dem er mehrere Jahre freiwillig ohne Bezug zu anderen Menschen aufwächst.
Nach einem Ereignis durch das Karl den Tod als etwas Friedvolles und Erlösendes wahrnimmt ist er so fasziniert, dass es ihn nicht mehr loslässt.
Als Jugendlicher lässt er eine nicht enden wollende Spur von Leichen zurück und ist auf der Flucht bei der ihm so manches widerfährt. Selbst er selber gerät in Lebensgefahr.


"Und während die Zeit verlässlich tat, was sie einzig und allein auch konnte, nämlich vergehen, wuchs Karl in seinem Gehege heran wie ein Bewohner des städtischen Zoos, gefüttert, beobachtet, abgegrenzt. Mit nur einem Unterschied: Er war frei."


Meine Meinung:
Solch ein Meisterwerk schon zu Beginn des Jahres lesen zu können ist Balsam.
Es ist ein unglaublich gut, fast schon poetisch geschriebenes Buch in dem viele Stilmittel vorkommen, die Atmosphäre vom Anfang bis zum Ende stimmt und der zum nachdenken und diskutieren einlädt. Hier ist kein Wort zu viel oder zu wenig, die ausdrucksvolle Sprache und das Leben von Karl fesseln ans Buch und lassen einen nicht mehr los. Und auch wenn eine gewisse Distanz im Erzählstil besteht, ist es schwer vom Buch nicht eingenommen zu werden.
Auch wenn Karl sich zu einem Serienmörder entwickelt, wurde er mir nie unsympathisch. Durch ihn bekommt man eine ganz andere Sicht auf die Welt, den Tod und die Gemeinschaft. Man kann ihn und seine Handlungen verstehen, seine Gefühle und Gedanken nachempfinden.
Karl ist unglaublich klug und hat sich als Kind schon vieles selber beigebracht und doch hat er nie etwas so Normales gemacht wie mit anderen Kindern zu spielen oder ist ins Kindergarten oder die Schule gegangen. In seinem schützenden Kellerzimmer war er vor allem sicher und hat so leider viel Lebenswichtiges nicht gelernt. Sein einziger Freund ist gleichzeitig sein Nachbar und Lehrer. Es fällt Karl schwer Gefühle nachzuvollziehen, er versteht auch die Menschen nicht, so wie diese auch ihn nicht verstehen können. Und auch wenn vor allem seine Mutter immer um etwas Zuneigung von ihm gekämpft hat, so hat er ihr verweigert diese verweigert und ließ die Umarmungen eher mit Widerwillen über sich ergehen. Es fällt ihm nicht leicht Nähe zuzulassen, erst mit einer ganz besonderen Person ändert sich das alles und er kann ab dann endlich die ganzen Gefühle nachempfinden.
Mit der Zeit lernt Karl mit seinem scharfen Gehör umzugehen und diesen sogar für seine Zwecke zu benutzen um sich beispielsweise auf seiner Flucht einen Vorteil zu verschaffen oder Gespräche über mehrere Meter entfernt abzuhören.
Und auch wenn man schon von der ersten Seite an weiß wie die Geschichte endet, ist der Weg den man mit Karl beschreitet faszinierend und führt über Jahre hinweg. Es ist unglaublich wie vieles in diesem Roman angesprochen wird und wie viel Wahrheit in den Worten tatsächlich steckt.
Mit Karl Heidemann bekommen wir keinesfalls einen typischen Serienmörder, von ihm kann man vieles lernen und dadurch auch das eigene Leben mit anderen Augen betrachten. Aber natürlich sind seine Taten furchtbar und zum Teil auch unentschuldbar.


Fazit:
Mein erstes Highlight in diesem Jahr, das ich absolut weiterempfehlen kann. Dieses Buch bietet so viel mehr als es verspricht. Eine vom Anfang bis zum Ende hin faszinierende und spannende Geschichte die einen in ihren Bann zieht unterlegt mit wundervollen Zitaten.  

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journalist, prostitution, liebe; jugendbuch, paris, skandal

Die Schuld der anderen

Gila Lustiger
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag Taschenbuch, 01.09.2016
ISBN 9783833310430
Genre: Romane

Rezension:

Dem Journalist Marc Rappaport lässt der nun scheinbar nach 27Jahren gelöste Mord an Emilie Thevenin keine Ruhe. Er will weiterforschen, in Erfahrung bringen was es für einen Grund hätte haben können eine gerade mal 19jährige Prostituierte umzubringen. Er hat im Gefühl, dass dahinter viel mehr stecken könnte und beginnt nach Absprache mit Pierre, seinem Freund und Chef, für diese Geschichte genauere Nachforschungen anzustellen, worunter vor allem seine Beziehung leidet. Die Recherchen jedoch bringen reichlich Schockierendes ans Licht und damit auch einige Schwierigkeiten, womit nicht mal Marc hätte rechnen können.


Meine Meinung:
Ein Roman, der uns einen Blick auf die französische Gesellschaft gewehrt. Eine Autorin, deren gute Recherchen einfach nur überzeugen und Charaktere, die authentischer und interessanter nicht sein könnten. Zusammen ergibt es ein tolles, informatives Buch, das mich am Ende sprachlos zurück gelassen hat.
Gila Lustiger hat einen Schreibstil bei dem es trotz der vielen Informationen nicht langweilig wird, außerdem erklärt sie selbst die komplexeren Passagen wunderbar, sodass keine Verständnisprobleme aufkommen. Besonders positiv ist mir auch die Schilderung der Umgebung, der Orte aufgefallen sowie die Gabe der Autorin dem Leser die Atmosphäre näher zu bringen.
Obwohl der Mord an Emilie Thevenin im Vordergrund steht wird im Zusammenhang ebenso viel von der Politik und der Wirtschaft Frankreichs erzählt und auch kritisiert. Dieser Roman ist tatsächlich nicht nur ein Krimi, sondern gleichermaßen ein Polit- und Wirtschaftsthriller. Es werden gewiss auch einige Unterschiede zu Deutschland bewusst. Mich hat vor allem die Sicht auf Affären und generell Beziehungen, Sexualität verblüfft.
In ‚Die Schuld der anderen’ werden so unglaublich viele Themen und Bereiche angesprochen, dass es für manche vielleicht überladen wirken könnte, doch Gila Lustiger weiß gekonnt die eigentliche Geschichte nicht aus den Augen zu lassen und hat ein besonderes Talent dafür alles logisch miteinander zu verknüpfen und stetig Spannung aufzubauen. Keine Seite ist zu viel. Es bereitet Vergnügen mehr zu erfahren, ob es nun um das Leben der Reichen geht, Prostitution, Bandenkriege, Korruption, Ungerechtigkeit gegenüber Arbeitern, Jugendkriminalität oder das Leben im Altenheim, man bekommt einen glaubhaften Blick auf die Zustände und ich kann wahrlich behaupten, dass ich einiges dazu gelernt habe.
Der Fall rund um Emilies Tod ist nicht einfach und so lernen wir mit Marc, wegen des häufigen Reisens, viel über Frankreich kennen und auch Personen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und jeder von ihnen bringt Marc mit neuen Hinweisen ein Stück näher an sein Ziel.
Mit Marc Rappaport bekommt man einen vielschichtigen Charakter aus dem ich nur schwer schlau wurde. Jedes Mal wenn ich der Meinung war ich hätte ihn endlich durchschaut, machte er mir ein Strich durch die Rechnung und lehrte mich eines Besseren. Er ist kein einfacher Protagonist, das bekommt auch seine Freundin Deborah des Öfteren zu spüren, und doch ist er interessant und sympathisch. Außerdem mag ich seine Art zu denken, es gab immer wieder Sätze, die für mich herausgestochen sind. Er lebt für seine Arbeit als Journalist, auch wenn seine Familie der Meinung ist er hätte viel mehr erreichen und sogar das Unternehmen seines verstorbenen Großvaters übernehmen können. Doch ist er wirklich gut in dem was er tut und weiß wie er sich in seinem Beruf den Menschen gegenüber verhalten muss um an die wichtigen Informationen für seine Schlagzeilen zu kommen. Er gibt nicht auf und setzt alles daran die Machenschaften in diesem Fall aufzudecken.
In diesem Roman gibt es viele Rückblenden mit dessen Hilfe man mehr über Marc, seine Sicht auf die Dinge und seine Familie erfährt. Besonders im Fokus steht dabei seine Beziehung zum verstorbenen Großvater und auch dass er Jude ist spielt eine gewisse Rolle, wobei vor allem das Thema Religion meiner Meinung nach etwas vertieft hätte werden können. Aber auch so kann man sich ohne Probleme aus der Sicht von Marc ein Bild von dem Ganzen machen. Ein Roman der unterhält und einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat.


Fazit:
Ein rundum gut ausgearbeiteter, informativer und überzeugender Roman, der uns einen Blick auf Frankreich gewährt. Mit Charakteren aus allen Schichten, schönen Schilderungen und Sätzen voller Aussagekraft lässt ‚Die Schuld der anderen’ keine Langeweile zu. Kann ich nur empfehlen!

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eleanor & park, liebe, familie, rainbow rowell, jugendbuch

Eleanor & Park

Rainbow Rowell , Brigitte Jakobeit
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 11.11.2016
ISBN 9783423626392
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wie soll ich eine würdige Rezension schreiben, die auch nur annähernd beschreiben kann wie sehr mich dieses Buch überzeugt hat? In meinem Wortschatz befinden sich, glaube ich, nicht genügend Worte um meine Liebe zu Eleanor & Park auszudrücken.
Der Titel und das Cover sind so schön schlicht, sodass der Roman für mich allein dadurch auffällt und ich bin wirklich froh darüber, dass es von der Originalausgabe übernommen und nicht verändert wurde, weil es von Grund auf passt. Aber was man innerhalb der Seiten wiederfindet ist noch viel unglaublicher und phänomenaler. Wer aber atemraubende Spannung erwartet ist hier ganz falsch, die Geschichte ist eher ruhig.
Bis halb fünf Uhr morgens habe ich durchgemacht um dieses Buch zu beenden, weil es mich so in den Bann gezogen und nicht mehr losgelassen hat und ohne zu wissen, wie es ausgegangen wäre hätte ich wahrscheinlich sowieso nicht schlafen können. Wobei ich danach immer noch eine Weile lang wach geblieben bin um über das Gelesene zu grübeln.
Wenn man erstmal anfängt ist es wirklich schwer mit dem Lesen aufzuhören. Ein absoluter Pageturner für den man sich besser Zeit nehmen sollte.
Rainbow Rowell hat einen flüssigen Schreibstil und trotz der ständig wechselnden Perspektive, auch innerhalb der Kapitel, zwischen den beiden Jugendlichen leidet der Lesefluss dadurch nicht und es ist ein Leichtes der Geschichte zu folgen und schnell voran zu kommen. Die Seiten fliegen nur so dahin.
Eleanor und Park könnten als Charaktere kaum echter und authentischer sein und es ist zauberhaft wie sich ihre Beziehung entwickelt und noch schöner ist es diese mitzuverfolgen. Von der anfänglichen Abneigung mit Vorurteilen über die ersten komischen Sätze miteinander bis hin zum Händchen halten, erleben wir alles hautnah mit und jeder dieser Momente ist absolut wundervoll, echt beschrieben. Dabei hätte ich nicht erwartet, dass allein einfaches Händchen halten in mir so viel hätte auslösen können. Diese erste Szene der Zuneigung war einfach nur herzerweichend. Es wirkt aber nie etwas zu kitschig, wovor ich schon große Angst hatte, sondern ganz normal. Gab auch öfter mal Momente in denen ich aufgelacht oder einfach nur mit einem Grinsen die Dialoge verfolgt habe.
Und doch geht es hier um viel mehr. Auch wenn beide als Außenseiter gelten, wird zumindest Park von seinen Mitschülern akzeptiert während sich alle auf Eleanor als das neue Opfer stürzen und sie wo sie nur können sticheln. Doch Eleanor verstellt sich nicht, bleibt tapfer, versucht es so gut es geht zu ignorieren und lässt sich nie unterkriegen, auch wenn sie sich des Öfteren am liebsten einfach nur verkriechen würde, wie sie es schon Zuhause macht um allem Ärger aus dem Weg zu gehen. Als Leser ist es schwer zu ertragen wie hart das Leben zu ihr ist. Und das Schlimme ist zu wissen, dass es solche und noch schlechtere Lebenssituationen tatsächlich gibt. Nicht einmal Zuhause findet Eleanor Halt. Den gibt ihr nur Park, bei ihm fühlt sie sich wohl, auch wenn sie sich manchmal viel zu unsicher fühlt und somit seine Komplimente nicht ernst nehmen kann. Sie ergänzen sich manchmal ganz wunderbar. Eine große Rolle in ihrem Näherkommen spielen auch Comics und Musik. Auf der Verlagsseite gibt es sogar ein Glossar mit den wichtigsten Songs dieses Buches. Park hat nicht nur Eleanor in diesem Gebiet geholfen sondern auch mir, habe mir nämlich bis dahin absolut unbekannte Lieder/Bands kennengelernt.
Eleanor & Park ist mehr als eine Liebesgeschichte, die verzaubert. Auch wenn dieser Roman in 1986 spielt zeigt er mitunter, gut in die Geschichte integriert, unsere gesellschaftlichen Probleme auf. Dass man gegen Mobbing logischerweise alleine nicht ankämpfen kann, selbst nicht durch das Ignorieren, dass selbst die Lehrer dagegen nichts tun können. Dass häusliche Gewalt größtenteils immer noch von den umgebenden Personen hingenommen wird, weil die Menschen sich nicht einmischen möchten. Auch die Probleme mit denen man als Jugendlicher zu kämpfen hat kommen nicht zu kurz und sind absolut authentisch beschrieben, denn sicherlich hat sich schon jeder mal so gefühlt. Die Rede ist zum Beispiel von dem Gefühl nirgendwo hinein zu passen, die Familiendifferenzen, die Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen, die erste Liebe, die so neu und aufregend und gleichzeitig einschüchternd ist. Es fiel mir gerade deswegen so leicht mich mit Eleanor und Park zu identifizieren, sie zu verstehen und mit ihnen zu fühlen, weil Rainbow Rowell alles realistisch angeht, nie etwas verschönert und man immer das Gefühl hat, dass es tatsächlich real ist, als ginge es hier um ganz reale Personen.
Den Schluss hätte ich mir vielleicht etwas anders vorgestellt, nichtsdestotrotz kamen mir am Ende die Tränen und ich hätte am liebsten sofort wieder von vorne angefangen. Es gibt einige Zitate, die ich mir sofort notiert habe, weil sie dermaßen vor Perfektion sprühen und nicht vergessen werden dürfen. Wobei das ehrlich gesagt auf das ganze Buch zutrifft.

Was mich im Nachhinein beschäftigt hat ist die Altersempfehlung, denn man muss schon bedenken, dass es sich hier um zwei Jugendliche handelt die auch weiter gehen als nur Händchen halten, hinzu kommen einige vulgäre Ausdrücke. Meiner Meinung nach sollten die Leser schon 15+ sein, aber es gibt natürlich immer mal Ausnahmen. Wenn man als Elternteil sicher gehen möchte, würde ich vorschlagen das Buch einfach selber zu lesen, ist keinesfalls vergeudete Zeit.


Fazit:
Absolute Leseempfehlung!
Eleanor und Park sind echt, ihre Liebe wahrhaftig und am liebsten würde ich mich an jeden ihrer Dialoge erinnern können, weil sie so besonders sind. Dieses Buch verzaubert durch ganz viele Momente, die einen emotional werden lassen.
Durch die Charaktere, den Schreibstil und die Emotionen, die der Roman in mir ausgelöst hat wurde Eleanor & Park innerhalb einer Nacht zu einem meiner Lieblingsbücher. Und ihr macht euch am besten einen eigenen Eindruck :) 

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42 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

bücherbus, bücher, reise, bibliothek, freundschaft

Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek

David Whitehouse , Dorothee Merkel
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.09.2016
ISBN 9783453418844
Genre: Romane

Rezension:

Der 12jährige Bobby Nusku lebt nach dem Verschwinden seiner Mutter alleine mit seinem gewalttätigen Vater, der öfter betrunken als nüchtern ist, und dessen neuer Freundin und wird von ihnen größtenteils ignoriert. Beim Warten auf die Rückkehr seiner Mutter vertreibt er sich die Zeit damit alles Mögliche zu archivieren, ob es nun Haare von ihr sind oder Stofffezen ihrer Kleider, selbst eine Liste über die Besucher im Haus führt er, damit sie nicht das Gefühl hat etwas verpasst zu haben wenn sie wiederkommt. Bobby ist alleine, isoliert und wird sogar von älteren Mitschülern gehänselt bis er Sunny trifft, der zum Cyborg werden möchte um Bobby beschützen zu können. Doch als Sunny plötzlich verschwindet ist sein einziger Halt Val und ihre Tochter Rosa, die er erst vor kurzem kennen gelernt hat. Es kommt zur Eskalation nachdem Bobby’s Vater die Beziehung missversteht, ausrastet und Gerüchte verstreut. Die einzige Möglichkeit der drei zusammen zu bleiben ist die Flucht mit dem Bücherbus den Val eigentlich nur putzen sollte. Joe, den sie unterwegs kennen lernen ist das fehlende Puzzlestück.


Meine Meinung:

Ein Roman, bei dem ich nicht gedacht hätte, dass er mich so packen könnte. Vor allem der bildhafte Schreibstil trägt bei dieser außergewöhnlichen Geschichte viel zum Lesevergnügen bei. Er lässt keine Langeweile aufkommen, ist so einfach, modern und doch sehr direkt mit einigen ganz tollen Zitaten. David Whitehouse schafft es die Emotionen und auch die Protagonisten dem Leser so nahe zu bringen, dass man gar nicht anders kann als diese ins Herz zu schließen, mitzufiebern und zu hoffen.

Und doch könnte ich mir vorstellen, dass gerade die ersten 130 Seiten etwas abschreckend sein könnten, weil öfter mal Gewalt sowie Blut vorkommen und hierbei beziehe ich mich nicht nur auf Bobby’s Vater. Es gibt ein paar tragische Szenen, wie zum Beispiel die, in der Sunny zu einem Cyborg werden möchte und sich dafür von Bobby Knochen brechen lässt damit er Metalstücke eingebaut bekommt. Aber das war es auch, das mich einfach verblüfft hat, denn ist es nicht einfach nur unglaublich wie weit die Fantasie mancher Kinder gehen und wie tief doch eine Freundschaft sein kann? Auf jeden Fall muss man vor allem in diesem Abschnitt auf solche und andere Passagen gefasst sein, das Buch besitzt eben einige deprimierende Züge.

Das Besondere an ‚Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek’ ist, dass der Roman mit dem Ende beginnt. Das bedeutet, man bekommt schon direkt am Anfang einen Auszug davon präsentiert, wie der Roman endet und so ist es umso spannender zu erfahren wie genau es zu der aufgeführten Situation, in der Val, Bobby und Rosa in ihrem Bücherbus von Polizisten umgeben sind, kommen konnte.

Die vier Charaktere Bobby, Valerie, Rosa und Joe sind eindeutig das Herz des Romans, wobei auch der Hund Bert eine schöne Rolle spielt. Jeder von ihnen hat sein eigenes Päckchen zu tragen und es hat mich glücklich gemacht zu sehen wie perfekt sie doch eigentlich alle zueinander passen, sich ausbalancieren, füreinander da sind und auf sich acht geben. Was man von diesem Buch lernt ist vorbehaltlos, dass es bei einer Familie nicht darauf ankommt blutverwandt zu sein.


„Familie ist dort, wo man sie findet. Eine Familie muss nicht aus einem Vater, einer Mutter, einem Sohn und einer Tochter bestehen. Familie ist dort, wo es genug Liebe gibt. Und für diese vier war es eben jene ungleiche, außergewöhnliche Gruppe von Menschen…“   


Die Liebe kommt hier jedenfalls nicht zu kurz und es ist unbeschreiblich wie sehr sich jeder infolgedessen von ihnen weiterentwickelt. Und auch die Hoffnung ist immerzu präsent, ganz besonders bei Bobby dessen Sehnsucht nach seiner Mutter so groß ist, dass sie nicht mal in Worte zu fassen ist. Manchmal kam er mir ehrlich gesagt viel jünger vor, vielleicht sogar etwas zurückgeblieben, weil seine Aktionen so seltsam und unbedacht waren und gar nicht zu einem zwölfjährigen gepasst haben. Das liegt aber vor allem an seiner Lebenssituation, immer wieder schrecklich wie Eltern -oder in diesem Fall der Vater- in der Lage sind ihre Kinder so schlecht zu behandeln. Doch macht Bobby eine ganz tolle Entwicklung durch und das liegt größtenteils an Val. Diese Frau ist kurz gesagt der Wahnsinn, total fürsorglich und liebevoll zu ihrer behinderten (ich denke mal autistischen) Tochter Rosa und Bobby, den sie ganz schnell in ihr Herz schließt. Und auch wenn sie sich der Konsequenzen bewusst ist schreckt sie nicht davor zurück auf diese Abenteuerreise mit dem gestohlenem Bücherbus zu gehen. Ich bewundere sie und liebe ihre ruhige und weise Art. Der Exsoldat Joe war für mich eine zeitlang ein Rätsel, aber auch ihn lernt man Stück für Stück kennen und lieben. Keiner von ihnen hat eine einfache Vergangenheit, sie haben sich regelrecht durchgeschlagen, genießen nun die Freiheit miteinander und lernen darüber hinauszuwachsen. Die Angst von der Polizei gefasst zu werden ist jedoch immer vorhanden.

Selbst Bücher kommen in diesem Roman nicht zu kurz, sie werden gelesen, zitiert, die Protagonisten ziehen Vergleiche zu ihrem eigenem Leben und lassen sich von ihnen inspirieren. Natürlich stehen sie nicht im Vordergrund, sind jedoch perfekt in diese Geschichte eingebaut und bereiten Spaß.

Würde noch gerne anmerken, dass ich über die Kapitelnamen sehr verwundert war und was die anbelangt gibt es gegen Ende tatsächlich auch noch eine kleine, fabelhafte, selbsterklärende Überraschung über die ich einfach nur lächeln musste :)


Fazit:

Ein außergewöhnlicher, bewegender Roman über Familie, Liebe und Freundschaft, der mich von der ersten bis zur letzten Seite unterhalten hat. Diese Reise werde ich garantiert so schnell nicht mehr vergessen. 

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25 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

finnland, mord, thriller, blutrünstiger aztekengott, jogger

Kolibri

Kati Hiekkapelto , Gabriele Schrey-Vasara
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.03.2016
ISBN 9783453419124
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Anna Fekete’s erster Tag als Kriminalkommissarin ist alles andere als leicht. Als wäre es nicht genug, dass sie einen ausländerfeindlichen Alkoholiker als Partner bekommt, ist ihr erster Fall eine junge Joggerin, die auf grausame Weise erschossen wurde und bei der man, vom Amulett abgesehen, keine Indizien auf den Täter findet. Als man später einen zweiten Jogger tot auffindet, drängt die Zeit den Täter zu fassen. Parallel dazu kümmert sich Anna um den Fall eines kurdischen Mädchens, das bei der Polizei um Hilfe gebeten hat um im Nachhinein alles abzustreiten. Anna lässt sich jedoch nicht abwimmeln und beobachtet die Familie, weil sie annimmt es könnte zu einem Ehrenverbrechen kommen.


Meine Meinung:

Zuallererst muss ich sagen, dass ich dieses Buch nicht in die Kategorie Thriller einordnen würde, es ist eher ein Krimi. 

Es lässt sich gut lesen, auch wenn ab und zu mal ungarische Wörter und Sätze vorkommen, dessen Sinn man nur erahnen kann, weil nirgendwo die Übersetzung steht.

Mit Anna Fekete bekommen wir eine Protagonistin, die ursprünglich aus Ukraine stammt aber ohne Akzent einwandfrei finnisch spricht und vor ihrem neuen Job Streifenpolizistin war. Und auch wenn es vor allem aus ihrer Sicht erzählt wird konnte ich keinen wirklichen Zugang zu ihr finden. Sie wirkt keinesfalls unsympathisch aber es gibt einige Handlungen die ich von einer Polizistin nicht erwarten würde. Es dreht sich sehr viel um ihr Leben, die Probleme mit denen sie zu kämpfen hat, ihrem alkoholsüchtigen Bruder, den wechselnden Partnern, dem Schlafentzug und die Lust nach den Zigaretten und ab und zu mal einem Bierchen, wobei sie auch da etwas übertreiben kann. Mich hat es vor allem gestört, dass immer wieder ihre Lust nach einer Zigarette erwähnt werden musste und dass sie doch eigentlich mit dem rauchen aufhören möchte und wieder joggen gehen muss, es aber nie tut und dann doch lieber eine oder mehrere raucht. Es hat gar nicht mehr aufgehört. Ihr Partner Esko Niemi dagegen ist ein absoluter Kotzbrocken, der meiner Meinung nach fast schon übertrieben unsympathisch dargestellt wurde. Da fällt es mir schwer zu verstehen, weshalb jeder sein Verhalten toleriert, guter Ermittler hin oder her. Zusätzlich gibt es zwei weitere Kommissare, aus deren Sicht man mehr über ihr Leben, das auch nicht so rund läuft, erfährt.

Dadurch, dass eben so viel Privates erzählt wird und auch die Geschehnisse um Bihar eine große Rolle spielen, von denen man sogar erwartet, dass sie mit den Mordfällen etwas zutun haben, gerät der eigentliche Fall des Öfteren in den Hintergrund. Richtige Spannung kommt erst gegen Ende auf und das Buch selber besteht meiner Ansicht nach aus einigen Stellen die man ruhig hätte auslassen können, denn ich bin auf das Buch gerade wegen des Falles und nicht des Füllmaterials aufmerksam geworden. Von einer Migrationsgeschichte stand immerhin nirgendwo etwas, doch zieht sich der Erzählstrang, der in Form einer Mail von Bihar geschrieben wurde, über das ganze Buch hinweg. Man erfährt vieles über ihre Familie, die Einwanderung, ihre Kultur und das Schicksal, das ihre Eltern für sie auferlegt haben. Gerade weil sich Bihars Geschichte der von Anna ähnelt, fühlt sich diese Bihar gegenüber verpflichtet zu helfen, auch wenn keine Anzeichen für Gewalt oder ähnliches vorliegen. Und auch wenn es zuerst sehr interessant klang, wurde es mit der Zeit langatmig und hat die Spannung leider sehr rausgenommen.

Der Ausgang der Mordfälle hat mich dagegen sehr überrascht, wäre darauf nämlich nie gekommen. Man hat als Leser Raum mitzurätseln und die Frage ob es nur zufällige oder gar auserwählte Opfer sind lässt einen nicht ruhen. Auch die Verdächtigen haben im Grunde alle einen Grund für die Morde, doch haben sie diese auch begangen?


Fazit:

Auch wenn hier ganz schön viele interessante Themen behandelt wurden, mangelt es an Spannung. Nichtsdestotrotz ist es ein gut geschriebenes Debüt, weswegen ich ein weiteres Buch der Autorin nicht ausschließen würde. Denn das Potenzial für folgende Bänder ist auf jeden Fall vorhanden. 

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klon, wissenschaft, sprachtrainung, psychothrille, nora lachmann

Die Quintessenz von Staub

Nora Lachmann
E-Buch Text: 218 Seiten
Erschienen bei bookshouse, 08.08.2014
ISBN 9789963525171
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Marie führt ein zufriedenes Leben, doch ist ihr Bruder Richard der Ansicht, dass sie viel zu lange alleine war. Somit verkuppelt er sie bei einem Abendessen mit Pius, einem attraktiven und charismatischen Wissenschaftler. Marie ist sofort hin und weg und nach nur wenigen Verabredungen sind die beiden unzertrennlich und Pius nimmt in ihrem Leben die Rolle des wichtigsten Menschen ein. Es folgt das Zusammenziehen und die Hochzeit. Erst nach dem Schlaganfall, als sie in ihrem eigenen Körper gefangen ist, wird ihr bewusst was für einen Fehler sie begangen hat indem sie sich auf Pius einließ. Doch gibt es für sie überhaupt noch einen Ausweg?


Meine Meinung:

Ehrlich gesagt wusste ich vor dem Lesen nicht so ganz auf welches Thema ich mich hier einlassen würde. Hatte sogar eine romantische Liebesgeschichte erwartet, aber dies bekommt man hier nicht unbedingt. Hier geht es um so viel mehr, um ein Thema über das viele nur ungern reden oder grübeln. Denn wie weit darf Forschung gehen? Wo genau sollte man einen Schlussstrich ziehen und sich nicht in die Natur einmischen?

Nora Lachmann ist mit diesem Roman ein tiefgründiges, bewegendes und spannendes Buch gelungen, das man ganz locker in einem Rutsch lesen kann, weil es von der ersten Seite an fesselt. Der Schreibstil ist wunderbar, es ist alles verständlich erklärt, gut beschrieben und als Gesamtwerk überzeugt es auf ganzer Linie, sodass ich auch kein einziges Wort angezweifelt habe.

Mit Marie, aus deren Sicht geschildert wird, bekommen wir eine leicht naive Protagonistin, die von ihrer Liebe zu Pius geblendet wird und das Offensichtliche übersieht. Und auch wenn ich sie manchmal am liebsten geschüttelt und ihr gesagt hätte, dass sie einen Fehler begeht, konnte ich verstehen weshalb sie auf ihn so dermaßen gehörig reagiert. Er war der erste Mann, der deutliches Interesse an ihr zeigte, der ihr jeden Wunsch von den Augen lesen konnte und sie verwöhnt hat. Während er Marie schamlos, auf eine überaus charismatische Art, manipuliert und an sich gebunden hat, hat sie in allem nur seine Liebe zu ihr gesehen.

Als sie am Hochzeitstag einen Schlaganfall erleidet und als Folge mit dem Locked-In-Syndrom zu kämpfen hat, wird das Ausmaß von Pius Grausamkeit immens, denn für ihn ist sie sein persönliches Forschungsobjekt. Getrieben von Ehrgeiz, Wissensdurst, Macht und Ruhm tut er alles um in der Wissenschaft voranzukommen und für seine Erfolge anerkannt zu werden, Marie’s Wünsche völlig außer acht lassend. Und als Leser kann man nichts anderes tun als hoffen, dass Marie Fortschritte in der Genesung macht, es schafft, sich jemandem anzuvertrauen und dem Ganzen entfliehen kann.

Aus ihrer Sicht erzählt ist es einfach nur rührend ihre Gedanken und Gefühle zu verfolgen und beklemmend zu erfahren wie es sein muss alles mitzubekommen aber weder in der Lage zu sein sich zu bewegen noch zu kommunizieren. Unfassbar, wie die Autorin es geschafft hat das Ganze so glaubwürdig rüberzubringen. Man fühlt, leidet und hofft mit Marie mit. Zwischendurch wird der Text von einigen Träumen und Rückblenden unterbrochen, die Marie schon längst verdrängt hat und die verdeutlichen, weshalb ihr Leben so ist wie es ist und nebenbei auch ein schwieriges Thema aufgreifen.

Die Charaktere neben Marie und Pius sind genauso fabelhaft ausgearbeitet und als Leser bekommt man das Gefühl sie alle gut einordnen zu können, zu wissen wer Freund und wer Feind ist, doch musste ich mich geschlagen geben und am Ende erkennen, dass nicht alle so sind wie sie scheinen.

Das Buch schafft es ein überzeugendes Bild unserer Gesellschaft wiederzugeben, das im ersten Moment erschüttert, mich nachdenklich gestimmt hat und dem ich dennoch nichts zu widersetzten habe. Hier werden Themen angesprochen, die vielleicht keine einfache Kost sind jedoch durchaus wichtig und bedeutend.


Fazit:

Empfehlens- und lesenswerter Debütroman, der verdiente 5 Sterne von mir bekommt. Von der ersten bis zur letzten Seite konnte mich das Buch überzeugen.

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

philosophen, schuld, philosophie, regen, auf der suche

Nachhall

Beile Ratut
Fester Einband: 485 Seiten
Erschienen bei Ruhland, 01.09.2014
ISBN 9783885091059
Genre: Romane

Rezension:

„Man sagte, es sei Recht. Doch Espen sah Unrecht. Man erklärte ihr, es sei Stärke, doch sie sah die Unfähigkeit nachzugeben. Man erzählte, es sei Liebe, doch sie sah nur Verachtung.“


Handlung:

Espen Barthelemy ist auf der Reise zum Haus der Freude und muss in einer fremden Stadt halt machen um auf einen Transport zu warten, der sie zu ihrem Ziel bringen würde. Sie versucht sich im Hintergrund zu halten und anzupassen, doch macht es ihr die Gesellschaft nicht so leicht. Es fällt ihr schwer dazuzugehören, denn ihr hat nie jemand beigebracht wie die Regeln für die Zugehörigkeit lauten. In dieser Stadt macht sie viele Bekanntschaften mit Menschen, die sich nicht dafür interessieren was Espen zu sagen hat sondern ihr eher ihre eigene Meinung aufdrücken möchten. Als ihr durch ein Verfahren auch noch verboten wird die Stadt zu verlassen, bleibt die Frage ob Espen ihre Vergangenheit überwinden kann und ihre Stimme wiederfindet. Und natürlich ob es einen Ausweg aus der Situation gibt.
 

Meine Meinung:

Dieser Roman ist keinesfalls eine leichte Lektüre, die man einfach zwischendurch lesen könnte. Man benötigt viel Konzentration um verstehen zu können und selbst dann ist es in einigen Abschnitten zumindest mir schwer gefallen. Beile Ratut ist mit ‚Nachhall’ solch ein sprachgewaltiges Buch gelungen, wie ich es schon länger nicht erlebt habe. Man kann hier ganz viel selber herein interpretieren, was mir absolut gefällt, denn so animiert die Autorin ihre Leser auch zum Nach- und vor allem Mitdenken an. Die Botschaft von diesem Roman steckt zwischen den Zeilen, man darf nur nicht während der ersten 100 Seiten aufhören zu lesen, denn das ist mit Abstand der schwerste Abschnitt. Nachdem ich damit fertig war, fiel es mir einfacher das Ganze zu verstehen.
Espen ist eine kluge, empfindsame, labile und vor allem eine absolut liebe und sympathische Person, die nicht so recht weiß, wo ihr Platz in diesem Leben ist und die durch andere Menschen nur zu leicht beeinflusst werden kann. Zwischendurch bekommt man auch einen Blick in ihre Vergangenheit, so erlebt man einige Szenen als sie eine Siebenjährige ist, die verdeutlichen weshalb Espen so ist wie sie ist. Von Eltern nicht beachtet worden, von anderen Kindern ausgegrenzt, hat sie eine Art Liebe nur bei einem erwachsenem Mann erfahren, der sie missbraucht hat. All das Verdrängte kommt zum Vorschein und sie versucht es zu verarbeiten und zu sich selbst zu finden. Es reicht nicht mehr nur auf das zu hören was andere zu sagen haben, sie möchte auch endlich angehört werden. Doch zuerst muss Espen sich von ihren Schuldgefühlen befreien und verstehen, dass wahre Liebe nicht so ist, wie sie es bis jetzt kennengelernt hat. Es bedeutet nicht immer nur zu geben um auch im Gegenzug etwas zurück zu bekommen.


„Espen musste etwas Schlimmes gemacht haben, dass Mutter sie vergessen hat. Natürlich hat sie etwas Unentschuldbares getan, wie sonst könnte diese wunderschöne Frau ihr Kind missachten.“


Beim lesen bekommt man aus ihrer Sicht einen guten Einblick in unsere Gesellschaft, was ziemlich erschreckend ist, weil es einfach der Wahrheit entspricht. Wie immer geht es um Macht, ob in der Politik, Beziehung oder Freundschaft. Um Manipulation und außerdem um Zugehörigkeit, denn wer sich nicht an die Regeln hält, wird ausgestoßen, auch wenn man sagt man würde jeden so annehmen wie er ist.
Zwischen den normalen Kapiteln gibt es auch welche mit der Überschrift ‚Die Stimme’, die einen nachdenklich stimmen. Es ist manchmal schwer zu beurteilen von wem die Stimmen stammen, doch waren die kurzen Texte zum Teil wirklich bewegend und abwechslungsreich. Es gibt nun mal viele Stimmen, auf die man hören könnte, doch sollte man für sich selber entscheiden ob man es auch möchte.


„Schrei nicht gegen die Welt, suche nicht bei Menschen. Suche meine Stimme, suche mich. Und ich werde dir geben. Kein Mann kann dir deine Unversehrtheit wiederbringen, kein Mensch dich heilen. Wenn du aus deinem blinden Blick emportaumelst und ihn bittest, erfährst du, dass er dir nichts geben kann.“


Es ist schön und emotional Espen zu begleiten, zusehen wie sie sich entwickelt und sich trotz der vielen Tiefschläge und Enttäuschungen wieder ins Leben kämpft.


Fazit:

Ein besonderes Buch, das weit weg von der üblichen Masse steht. Anspruchs - und niveauvoll, berührend, sprachgewaltig und tiefgründig.
Werde mir noch gewiss den ersten Roman der Autorin zulegen.

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

verlust, trauer, liebe, tod, neubeginn

Zeit ihres Lebens

Sabine Schabicki
Buch: 245 Seiten
Erschienen bei Salonlöwe Verlag, 04.11.2013
ISBN 9783944571065
Genre: Romane

Rezension:

Nadja Panou führt mit ihrer 13jährigen Tochter, dem 12jährigen Sohn und ihrem Lebensgefährten zwar nicht das perfekte und stressfreie Leben, das sie sich wünscht, doch ist sie zufrieden. Als sie erfährt, dass sie mit 35 Jahren noch einmal schwanger geworden ist und dazu auch noch mit Zwillingen, freut sich die ganze Familie darauf. Die finanziellen Sorgen werden durch Laurenz’ Beförderung geringer, sie finden eine schönere, größere Wohnung und das Leben könnte eigentlich nicht besser verlaufen. Bis eines Tages das Schlimmste passiert, das sich Eltern nur vorstellen können. Wie soll eine Mutter den Weg zurück ins Leben finden?


„Der Tod steht jetzt manchmal mit ihr im Raum und lockt. Und er sieht nicht abstoßend aus, ist nicht der düstere Mann mit der scharfen Sense. Er sieht freundlich aus.“

 
Meine Meinung:
Sabine Schabicki hat es geschafft mich mit ‚Zeit ihres Lebens’ dermaßen zu berühren, dass mir über Seiten hinweg die Tränen flossen. Musste mich sogar einmal dazu zwingen das Buch zur Seite zu legen, um den Tränenfluss zu stoppen. Als Leser leidet und fühlt man mit, immerhin geht es um ein Thema an das die meisten Eltern verständlicherweise gar nicht erst denken möchten, aber einige haben es sogar vielleicht schon selber erlebt. Obwohl ich keine Kinder habe und auch nicht schwanger bin, konnte ich, als wäre ich selbst betroffen, diesen Schmerz fühlen, den Nadja bei dem Verlust der Kinder verspürt. Ich kam mir hilflos vor einfach nur zu lesen, nicht helfen zu können. Es ist unglaublich, wie die Autorin es schafft, das Thema so gefühlvoll zu beschreiben, man spürt die Emotionen bis in die Fußspitzen und leidet geradezu mit der ganzen Familie.
Es ist so realistisch, glaubwürdig, detailliert und vor allem authentisch erzählt, man versteht Nadja in jeder Situation, jeder Gedanke von ihr ergibt Sinn. Nach diesem Schicksalsschlag gibt es für sie nicht vieles, das sie aus ihrem lethargischen Zustand herausholen kann. Sie durchlebt alle Phasen der Trauer und Laurenz versucht ihr Kraft zu geben, doch Nadja verschließt sich, weiß, dass er nicht in der Lage ist die gleiche Trauer wie sie zu verspüren. Und dieser weiß nicht, wie er Nadja zurück ins Leben befördern soll. Trotz der großen Liebe zwischen ihnen und dem zusammenleben gehen sie immer mehr auf Abstand, können ihre Gefühle nur schwer in Worte fassen. 
Mit dem schönem, ruhigem Cover, auf dem wiederkehrende Zugvögel abgebildet sind, verbinde ich das weiterleben. Es ist in Ordnung sich dem Schmerz hinzugeben, versuchen mit der Trauer allein fertig zu werden, doch muss man sich auch bemühen wieder ins Leben zu finden. Es gibt immer jemanden oder etwas, für das es sich zu leben lohnt und es gibt immer Menschen, die versuchen die größte Hilfe für einen zu sein, man darf nicht einfach aufgeben sondern muss, wie die Zugvögel eben auch, wiederkommen. Man sollte das Positive nicht aus den Augen verlieren.


Fazit:
Ein bewegendes und glaubwürdiges Buch, das mich sicher auch ein zweites oder drittes Mal zu Tränen rühren würde und das mich immer noch beschäftigt. Ich bin der Meinung, dass Sabine Schabicki die richtigen Worte für den Schmerz des Verlustes gefunden hat.
Würde es jedem weiter empfehlen, denn obwohl ich sensibel bin und es emotional sehr schwer zu verkraften war, so bereue ich keineswegs das Buch gelesen zu haben. 5 verdiente Sterne. 

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Tags: bewegend, emotional, verlust der kinder   (3)
 
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