Lydia255

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323 Bibliotheken, 12 Leser, 3 Gruppen, 59 Rezensionen

fantasy, krieg, intrigen, anthony ryan, rabenschatten

Das Lied des Blutes

Anthony Ryan , Hannes Riffel , Sara Riffel
Fester Einband: 775 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 18.12.2015
ISBN 9783608939255
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Cover ist ein echter Blickfänger. Die auf dem Schwert gestützten Hände, die wie im Gebet gefaltet sind, geben dem Bild etwas Ruhiges und Kraftvolles. Der Titel gefällt mir gut, auch wenn man vielleicht im ersten Augenblick an eine andere Reihe denkt, aber er passt einfach zur Geschichte.

Der Anfang ist das Ende. Eine gute Methode, um von Anfang an die Spannung oben zu halten. Das Buch beginnt mit einer langen und kursiv unterlegten "Einleitung", die aus der Sicht des Geschichtsschreibers Lord Vernier ist. Al Sorna wurde endlich gefasst und wird nun zum Kaiser gebracht. Dafür müssen sie einen Teil des Weges mit den Schiff zurücklegen. Lord Vernier möchte bei Al Sornas Gefangennahme bishin zu seiner Hinrichtung persönlich dabei sein, denn der berüchtigte Krieger hatte seinen besten Freund getötet, nämlich die Hoffnung des Reiches und den zukünftigen Kaiser. Auf diesem engem Raum lässt sich nicht vermeiden, dass Al Sorna Verniers Hass ihm gegenüber bemerkt. Al Sorna bietet dem kaiserlichen Geschichtsschreiber an, seine Lebensgeschichte zu erzählen und Lord Vernier willigt aufgrund seiner angeborenen Neugier ein. Und so fängt die eigentliche Geschichte mit dem jungen Al Sorna an. Von hier an lesen wir die Geschichte aus Al Sornas Sicht.

Auch wenn am Anfang noch nicht viel passiert, kann der Autor immer ein gewisses Interesse beim Leser aufrecht erhalten, da wir von vornherein wissen, dass Al Sorna später mit dreißig Jahren ein sehr bedeutungsvoller Mann und Krieger sein wird. Man möchte unbedingt wissen, was er in seinem Leben alles erlebt hat, denn seine ganze respektable Präsenz, sowie seine besonderen körperlichen Merkmale, wie z.B. seine stark vernarbten Hände, zeugen von vielen folgeschweren Erlebnissen.

Die vielen Charaktere, die im Laufe der Geschichte dazukommen, bleiben einem gut im Gedächtnis, da man bei einigen Charakteren das Gefühl hat, sie wirklich kennenzulernen. Aber auch die anderen Nebencharaktere bleiben authentisch und haben ihre eigene Persönlichkeit.

Anfangs fand ich den Schreibstil etwas seltsam, weil die Satzstruktur manchmal etwas wirr war oder einzelne Wörte in dem Satzgefüge einfach seltsam klangen, aber irgendwann legt sich das und ich konnte dann sehr schnell und fließend lesen. Tatsächlich war ich nach einiger Zeit sehr beeindruckt von dem großartigen Schreibstil, denn der Autor beschreibt die Welt in seinem Debüt (!) sehr facettenreich und authentisch und überhaupt ist ihm das World Builing gut gelungen. Die Umgebung wird nicht bis zum letzten Detail beschrieben, sodass man genug Freiraum für die eigene Fantasie hat. Der Autor konzentriert sich mehr auf die Handlung selbst. Im Mittelteil zog es sich ein wenig, da für eine längere Zeit nichts anderes passiert, als dass Al Sorna und seine Freunde und Mitauszubildenden im Sechsten Orden immer weiter trainieren. Aber auch diese Passage trägt dazu bei, dass man die einzelnen Personen immer tiefer und besser kennenlernt.

Der tatsächliche Magie/Fantasy-Teil der Buches ist gar nicht mal so stark ausgeprägt wie bei anderen High Fantasy Büchern. Es gibt keine Elfen/Trolle/Zwerge oder sonstige klassischen Wesen aus dem High Fantasy Bereich. Vielmehr spielt hier die Magie eine wichtige Rolle. Der religiöse Orden kämpft gegen die Leugner und Heiden, die ihren Glauben ablehnen und lehnen auch jegliche Art von Magie ab. Umso schockierender ist es für Al Sorna, als er feststellt, dass er selbst Fähigkeiten hat, die nicht normal oder menschlich sein können. Insgesamt kam mir dieser Magie-Aspekt jedoch viel zu mager und zu wirr rüber. Es gibt Andeutungen, aber zur echten Aufklärung kommt es nicht - jedenfalls in diesem Auftakt nicht, da es sich hier um eine Reihe handelt. Ich hoffe, dass das im nächsten Band besser dargestellt wird. Zuletzt bin ich etwas vom Ende enttäuscht. So richtig konnte er mich einfach nicht überzeugen und es lief alles viel zu schnell und unspektakulär ab. Dennoch werde ich auf jeden Fall den zweiten Band lesen!

Fazit:4 von 5 Punkten! :)
Großartiger Schreibstil und spannende Handlung!

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230 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 57 Rezensionen

dystopie, magie, fantasy, jugendbuch, lark

Skylark - Der eiserne Wald

Meagan Spooner , Kirsten Borchardt
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 23.06.2014
ISBN 9783453268227
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Cover ist traumhaft schön und passt wunderbar zur Geschichte. Man ahnt gleich, dass die Story magisch sein muss und "Der eiserne Wald" kein normaler Wald ist. Ich vermutete vor dem Lesen, dass es sich um ein Feenvolk handeln könnte, also klassische Fantasy. Doch wie so oft in diesem Buch, lag ich vollkommen daneben und wurde von etwas Neuem überrascht.

Der Anfang hat es bereits in sich. Wir werden direkt in eine sehr sonderbare Situation in einer noch sonderbareren Welt ausgesetzt. Unsere Protagonistin Lark befindet sich mitten in der Nacht in einem unterirdischen Geheimgang zur Schule. Sie muss unbedingt wissen, ob sie endlich auf der Liste steht. Die Liste mit den Namen der Kinder, die geerntet werden können und damit einen großen Beitrag zur Gesellschaft leisten und von da an als Erwachsene gelten. Lark ist schon 16 und wurde noch nicht geerntet, während manche Kinder schon mit fünf so weit sind, was Lark natürlich frustriert. Die Menschen leben hinter einer Mauer aus "Ressource", die Bezeichnung der nebelartigen und summenden Energie, die in dieser Welt herrscht. Hinter dieser Mauer sind ungekannte Monster und Gefahren. Jeder Mensch trägt von Geburt an etwas Ressource in sich und diese wird im jungen Alter "geerntet" und der Stadt gespendet. Die ganze Stadt ist vollkommen mechanisiert und die vielen Maschinen funktionieren nur durch die Ressource.

Lark findet die Liste - und wieder ist ihr Name nicht dabei. In der gleichen Nacht wird sie von einem Kobold (insektenartige, kleine, fliegende Maschinen, wodurch die Augen der Regierung überall sind) angegriffen, doch sie kann ihm entkommen. Am nächsten Tag wird sie jedoch urplötzlich zur Ernte gerufen...

Obwohl der Anfang sehr spannend geschrieben ist, hatte ich zunächst nur Fragezeichen im Kopf. Was die Ressource eigentlich ist, wird nur nach und nach vage beschrieben. Es kommt sehr oft vor, dass der Leser zuerst ins kalte Wasser geworfen wird und selbst danach nur eine vage Aufklärung bekommt. Das World Building ist sehr schwach. Es wird von Kriegen gesprochen, von einer Welt, die aufgebraucht und geschwächt ist und von einer Vorkriegszeit mit ganz anderen Umständen, aber nie kann man sich als Leser sicher sein, ob das auch wahr ist, denn immer sind es nur vage Vermutungen.

    Zitat: " 'Wie hast du das gemacht?', hauchte ich.
    Basil lächelte breit. 'Magie.'
    Mir klappte die Kinnlade herunter. [...]
    Er zwinkerte, strich mir leicht über das Kinn und schob meinen Mund wieder zu. 'Es ist in Ordnung, dieses Wort auszusprechen, weißt du. Das ist es nun einmal. Und sie glauben, sie könnten es kontrollieren - uns kontrollieren -, aber sie täuschen sich.' " (Seite 28)

Bei Lark weiß ich immer noch nicht, was ich von ihr halten soll. Mir fehlte bei ihr vor allem ihr Hintergrund. Gerade am Anfang habe ich mich ständig gefragt, wie eigentlich ihr Verhältnis zu ihren Eltern war oder wo sie überhaupt waren, denn sie werden zwar erwähnt, doch niemals kommen sie aktiv vor. Stattdessen lesen wir von Caesar, Larks ältesten Bruder, der nun als Regulator arbeitet und praktisch das Gegenteil von Basil ist, der etwas jünger ist als Caesar. Basil hatte sich mit anderen Leuten freiwillig beim Institut gemeldet und wurde jenseits der Mauer ausgesandt, um die Welt auszukundschaften. Seitdem fehlt von ihm jede Spur. Man vermisst Larks bisherige Vergangenheit und ihr ganzes soziales Umfeld, denn Caesar und Basil bleiben nämlich sehr flach.

Die Autorin ist sehr auf das Jetzt konzentriert. Ich fand es einerseits super, wie genau und detailliert die Handlung, also Larks sämtliche Eindrücke, Erfahrungen und ihre Reise beschrieben werden, doch andererseits störte es mich mit jeder Seite mehr, wie wenig ich eigentlich von Lark selbst wusste. Ich konnte mich nicht in sie hineinfühlen, eben weil sie mir so fremd erschien und das obwohl die Geschichte aus ihrer Sicht in Ich-Form und in Vergangenheit erzählt wird. Der Schreibstil von Frau Spooner ist ansonsten sehr gut. In dieser neuen Welt gibt es auch viele neue und bisher unbekannte  Dinge, die die Autorin bildhaft beschreibt, wobei der Leser aber immer den Freiraum hat, seine eigene Fantasie mitspielen zu lassen. Ich fand es genial, wie ich die Umgebung zu jeder Zeit präsent im Kopf hatte.

Die einzigartige Mischung von Magie und Technik fand ich unheimlich interessant und fasznierend. Es gibt eine maschinelle Sonne, die knarrt und summt und es gibt sogar ein paar "Tiere", die vollkommen aus Metall bestehen und durch die Ressource zum Leben erweckt werden. Ein bisschen erinnerte mich das alles an das Genre Steam Punk gewürzt mit Magie. Auf Larks Flucht erfährt man außerdem, was wiederum die Ressource/Magie mit der Natur angestellt hat. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt! Diese Welt ist voll von Überraschungen und absolut unvorhersehbar für mich gewesen - einfach grandios!

Das Buch ist teils futuristisch, teils fantastisch und ein bisschen auch dystopisch ausgerichtet. Eine gewagte, aber interessante Mischung. Alles in allem fand ich die die Idee super, aber die Umsetzung hätte noch ein wenig besser sein können. Die Handlung ist rasant, wunderbar unvorhersehbar und birgt am Ende einige Überraschungen, doch insgesamt fehlte mir die Tiefe, was die Protagonistin Lark oder das World Building angeht. Doch die dunkle Atmosphäre der Geschichte mit all ihren Moströsitäten ist sehr spannend, beängstigend und fesselnd - ein großes Lob! Ich werde diese Reihe definitiv weiterlesen, kann sie aber leider nicht uneingeschränkt weiterempfehlen.

Fazit:
3,5 von 5 Punkten! :)
Unvorhersehbare Handlung, jedoch ohne Tiefe.

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68 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

ronan, raukland, hannah, könig, schwert

Raukland Trilogie - Rauklands Schwert

Jordis Lank
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Verlagshaus el Gato, 15.04.2014
ISBN 9783943596434
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Und plötzlich kommt diese Trilogie zu ihrem Abschluss. Es scheint, als hätte ich erst vorgestern den ersten Band gelesen...

Zwei unterschiedliche Leben. Die große Kriegsmacht Raukland, geführt von gewaltliebenden und kaltherzig mordenden Herrschern, so nun auch unter Broghan, der wahre Sohn Azels, der inszwischen tot ist. Unter seiner Herrschaft ist Raukland dem endgültigen Untergang geweiht, denn Broghan bestraft, unterdrückt und ermordet sein Volk nach seinem Belieben. Hannah, die schöne und blinde Tochter des Königs von Angent, ist gezwungen ihn zu heiraten, um den Frieden zwischen Raukland und Angent zu bewahren. Dann ist da noch Lannoch, ein kleiner und unbedeutsamer Flecken Erde, dessen König im Sterben liegt. Und überall dazwischen ist Ronan, der bisher als Azels Sohn galt, doch nun "nur noch" der uneheliche Sohn des Fechtmeisters Zhodan und der verschollenen Königin Shea ist, genau wie seine Zwillingsschwester Kiara. Er hat fortan nicht mehr das Recht, Raukland zu führen. Und außerdem sind auf Lannoch seine geliebte Eila und sein bester Freund Liam. Und doch lässt Raukland Ronan nicht in Ruhe.

Mit diesem Band kommen alle Charakterentwicklungen gut zur Geltung, vor allem aber bei Ronan. Raukland lässt ihn nicht los und irgendwann erkennt er, dass er Raukland niemals hinter sich lassen kann. Ich fand es sehr gut, wie die Autorin ihn aber trotz allem menschlich und fehlerhaft darstellt und er nicht plötzlich wieder der unbesiegbare und unnahbare Krieger wird. Seine negative Reaktion auf die Offenbarung, dass Zhodan sein Vater ist, ist völlig glaubwürdig und alles andere hätte mich überrascht. Am Ende ist Ronan auch nur ein Junge, der sich einen liebenden Vater gewünscht hat. Die Geschichte blieb damit konsequent authentisch.

Dieses Hin und Her zwischen Raukland und Lannoch wurde sehr gut dargestellt, doch eine Sache hat mich irgendwie gestört. Ronan hat im zweiten Band Interesse gegenüber Hannah gezeigt und es war sehr schnell für mich klar, dass Hannah sich in ihn verliebt hatte. Zwar ist es plausibel, weshalb Ronan seine vielen Versprechen gegenüber Eila und Lannoch nicht einhalten kann, doch ich mochte es einfach nicht, wie Lannoch am Ende ein bisschen auf der Strecke blieb, nachdem es mir nach dem ersten und zweiten Band ans Herz gewachsen ist. Und auch Eila, ihr im Sterben liegender Vater und Liam wurden mit jeder Seite blasser und "unwichtiger", was ich auf eine gewisse Art und Weise ungerecht fand.

Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und angenehm zu lesen. Die Geschichte wurde wieder überwiegend aus der Sicht von Ronan in Er-/Sie-Form und in Gegenwart erzählt, diesmal kommen jedoch nur ganz am Anfang ein paar wenige Kapitel aus anderen Perspektiven, wie z.B. Eila. Dies verstärkte meinen Eindruck, dass ein paar Charaktere im Laufe dieses Bandes auf der Strecke blieben.

Bis auf die genannten Kritikpunkte mochte ich jedoch wie die Autorin am Ende ihre Reihe zu Ende bringt und wie Ronan seine Bestimmung und seine Prioritäten findet. Es gibt zum Ende hin einen großen, brutalen Kampf, der detailliert, authentisch, spannend und rasant erzählt wird. Bis zum Schluss ist unklar, ob Ronan sterben oder leben wird und auch das hat die Autorin super eingefädelt. Insgesamt ein guter Abschluss dieser Reihe!

Fazit:
4 von 5 Punkten! :)

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250 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

mobbing, jugendbuch, das wirst du bereuen, amanda maciel, selbstmord

Das wirst du bereuen

Amanda Maciel , Christa Prummer-Lehmair , Katharina Förs
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Boje, 18.07.2014
ISBN 9783414824066
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ein passenderes Cover gibt es wohl nicht. Eine unsaubere Schultafel, auf der mit pinker Kreide "Das wirst du bereuen" geschrieben wurde - eigentlich fasst es das ganze Buch gut zusammen. Eine scheinbar harmlose Drohung in der Schule, die jedoch in aller Öffentlichkeit zur Schau gestellt wird, so wie es auch unsere Protagonistin Sara mit Emma getan hat.

Das Buch beginnt damit, dass Sara von einer Anwältin über Emma ausgefragt wird und der Leser bekommt gleich die ganze Geschichte in Kurzform zu Gesicht: Sara, ihre beste Freundin Brielle und noch ein paar andere Jungs haben Emma Putnam so sehr gemobbt, dass Emma Selbstmord begangen hat und nun wurden sie alle von Emmas Eltern angeklagt. Aber ganz so einfach ist es nicht, denn Emma ist nicht das unschuldige Lamm, wie nun alle nach ihrem tragischen Tod denken. Sie hat schließlich Sara den Freund (Dylan) ausgespannt. Und Sara kann auch nichts dafür, dass Emma es nicht lassen kann mit allen Jungs ins Bett zu gehen, aber das will natürlich keiner hören.

Geschichten über Mobbing in der Schule und Probleme beim Erwachsenwerden interessieren mich allgemein, sodass ich es kaum erwarten konnte, dieses Buch zu lesen. Diese Geschichte hat definitiv etwas Hässliches, Gehässiges und Schlechtes an sich. Anders kann man das nicht benennen, was ich durchgehend bei diesen Charakteren gefühlt habe.

Sara war ein ziemlich widersprüchlicher Charakter. Wenn sie sich um ihre kleinen Brüder kümmert, war sie mir sympathisch und ich hatte das Gefühl, dass sie in diesen Momenten "echt" war. Wenn sie aber mit Brielle unterwegs ist, wird sie quasi zur Nebenfigur, die Brielle manipulieren und beeinflussen kann, wie sie will. Sara lässt das zu, denn ohne Brielle fühlt sie sich scheinbar wertlos und einsam. Sie bezeichnet sich zwar als ihre beste Freundin, doch so richtig kommt die Tiefe ihrer Freundschaft nie zur Geltung, was mich ziemlich gestört hat. Sara selbst erkennt nämlich hin und wieder, dass sie Brielle im Grunde gar nicht kennt.

Brielle ist so ein Mensch, mit dem ich niemals zu tun haben wollen würde. Sie ist das Paradebeispiel für die Bezeichnung "fake" oder "unecht", denn hinter all ihrer Gehässigkeit, enormen Oberflächlichkeit und dem unbestreitbaren Talent, ihre sogenannten Freunde nach ihrem Belieben zu manipulieren, versteckt sich ein sehr kaputter Mensch. Sie lässt niemanden an sich ran, nicht mal Sara und mich hätte es gegen Ende hin wirklich sehr interessiert, was in ihrem Inneren vorging, als sie Sara und alle anderen immer stärker dazu trieb, Emma fertig zu machen, obwohl Emma ihr persönlich nie was getan hatte. Ihre Figur kam mir ohne diese "Innenansicht" deshalb einfach nur sehr verdorben, aber auch unglaubwürdig vor.

Auch Dylans Gedankenwelt hätte mich interessiert, zumal er in der Story wirklich sehr flach rüberkommt. Dylans und Saras Beziehung hat irgendwie durchgehend Fragezeichen erscheinen lassen, denn diese klare Zuneigung oder das Verliebtsein wurde zwischen ihnen nie so richtig deutlich. Und dann ist da schließlich noch Emma Putnam, die mir zwar leidtut, aber mir deswegen noch lange nicht sympathisch ist. Sie hat anscheinend größere Probleme und immense Selbstzweifel und macht es selbst immer schlimmer, indem sie sich immer unbeliebter bei ihren Mitschülern macht.

Der Schreibstil der Autorin ist ganz gut und flüssig, aber man merkt, dass es ihr Debütroman ist und an der Glaubwürdigkeit ihrer Charaktere und deren Beziehungen sollte sie noch arbeiten. Außerdem kommen (wie eigentlich zu erwarten) sehr oft Kraftausdrücke und Schimpfwörter vor. Die Geschichte ist in zwei Erzählstränge geteilt, beide werden aus Saras Sicht in Ich-Form und Gegenwart erzählt. Einmal wird die ganze Mobbingeschichte zu Emmas Lebzeiten erzählt und dann wird zwischendurch auch zum "Jetzt" gewechselt, also nach dem Tod von Emma.

Die Idee war nicht schlecht, das Thema ist wichtig und interessant, aber die Umsetzung hätte definitv besser sein können. Wenn ich noch Brielles, Dylans und Emmas Perspektive der Geschichte gehabt hätte, wäre das behandelte Thema (=Mobbing, Erwachsenwerden, Suizid) insgesamt sehr viel authentischer, tiefgründiger, vielseitiger und besser dargestellt geworden. Insgesamt ist es ein Werk, das ich zwar recht zügig lesen konnte, mich aber nicht so mitreißen oder ergreifen konnte, wie es normalerweise Bücher mit solchen Themen tun. Gegen Ende hin gibt es eine Wendung, die mich allerdings überhaupt nicht überzeugen konnte. Dennoch fand ich das Buch alles in allem nicht komplett schlecht und immerhin mochte ich Carmichael, Saras kleinen Bruder Tommy und in wenigen Momenten sogar Sara ganz gern. Außerdem wurde deutlich, dass man die Schuld bei solchen Ereignisse nicht immer ganz klar jemandem zuweisen kann, sondern dass oft jeder eine Teilschuld trägt.

Fazit:
2,5 von 5 Punkten! :)
Ein wichtiges Thema, das mir in diesem Buch aber zu unauthentisch dargestellt wurde.

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124 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 14 Rezensionen

dystopie, kurzgeschichte, adam, reestablishment, tahereh mafi

Vernichte mich

Tahereh H. Mafi
E-Buch Text
Erschienen bei Goldmann Verlag, 25.08.2014
ISBN 9783641139339
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich war völlig aus dem Häuschen als ich erfuhr, dass es einen kurzen Zwischenband geben soll, wo die letzten Ereignisse vom zweiten Band aus Adams Perspektive erzählt wird. Doch was mich tatsächlich hier erwartete, entsprach nicht meinen Vorstellungen...

Es ist bei mir ein ewiges Hin und Her, wenn es um Adam oder Warner geht. Nach dem ersten Band war ich ganz klar für Adam und gegen Warner, aber nach dem Zwischenband "Zerstöre mich" (1.5) konnte ich Warner plötzlich doch irgendwie verstehen. Und dann trennt sich Juliette im zweiten Band von Adam, weil sie auch ihn auf Dauer mit ihren Kräften schädigt. Adam wirkt danach völlig aufgelöst und entkräftet und ich hatte die Erwartung, dass wir in diesem Zwischenband sein Innerstes besser verstehen werden. Und dann taucht plötzlich Warner auf und Juliette lässt sich auf ihn ein und es wird sehr deutlich, dass Juliette für Warner an allererster Stelle steht.

Selbst nach "Zerstöre mich" (1.5) war ich immer noch für Adam, der Juliette immerhin aus ihrem Gefängnis befreit hat und ihr als Erster gezeigt hat, dass sie ein wunderbarer Mensch ist, der es verdient geliebt zu werden und kein Monster ist. Doch mein Glauben an ihn bröckelte bereits stark, als ich las, wie er im zweiten Band mit der Trennung von Juliette umging - nämlich nicht sehr gut und ziemlich... ungesund. Dieses Bild von Adam, wie er mit flatternden Augenlidern und zitternden Händen Juliette umklammert und unter starken Stimmungsschwankungen leidet, wollte einfach nicht aus meinem Kopf. Um ehrlich zu sein hat mir Adam nach der Trennung nur noch leidgetan, denn er versucht immer wieder auf sehr verzweifelte Art und Weise Juliette wieder für sich zu gewinnen. Diese krasse Reaktion zeigt aber immerhin, wie viel ihm an Juliette liegt. Und doch passte das alles nicht zu dem Bild, dass ich vorher von ihm hatte: besonnen, stark, vorausschauend und einfach ruhig und im Reinen mit sich selbst. Bisher war er der Anker für Juliette, doch nun scheint er derjenige zu sein, der von ihr abhängig ist.

Und jetzt? "Vernichte mich" (2.5) zeigt mir plötzlich ein nochmal ganz anderes Bild von Adam, denn es stellt sich heraus, dass Juliette für ihn doch nicht nicht so wichtig ist, jedenfalls nicht so wichtig wie sein kleiner Bruder James, was ich irgendwie verstehen kann und mich doch irgendwie überrascht.

Einerseits finde ich diesen Umschwung sehr unglaubwürdig, denn auf einmal wirkt Adam wie ein absoluter Schwächling. Andererseits; hatten wir so etwas nicht schonmal in dieser Reihe? Wie z.B. bei Warner, der anfänglich der Böse war und nun doch menschliche Gefühle besitzt und Juliette leidenschaftlich zu lieben scheint? Ich kann mich nicht ganz entscheiden, ob ich es genial finde, wie die Autorin ihre Charaktere nie in eine bestimmte Schublade steckt, sondern immer irgendwelche Überraschungen parat hat und man so nie genau weiß, für wen Juliette sich am Ende entscheidet oder ob ich es unglaubwürdig finde, wie drastisch und plötzlich sich Adam verändert hat...

Fazit:
3 von 5 Punkten!
Dieser Zwischenband löst gemischte Gefühle in mir aus.

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631 Bibliotheken, 6 Leser, 3 Gruppen, 81 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, ursula poznanski, virus, liebe

Die Vernichteten

Ursula Poznanski
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Loewe, 21.07.2014
ISBN 9783785575482
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ria hat endlich das Rätsel gelöst und weiß nun, dass "Dhalion" ein gefährlicher Virus ist, mit dem die Kinder aus den Clans vom Bewahrer (beim Clan Schwarzdorn ist es Quirin) infiziert werden. Falls sie von den Sentineln geraubt werden, werden sie im jugendlichen Alter zu regelrechten Zeitbomben in den jeweiligen Sphären. Eine Sphäre wurde bereits auf diese Art komplett ausgelöscht und Dhalion hat schon tausende Menschen auf dem Gewissen. Wenn ein Baby nicht entführt wurde, gibt Quirin ihm "Dhalions freundlichen Bruder", also das einzige Heilmittel gegen dieses hochinfektiöse Virus. Ria muss unbedingt zu Aureljo und Dantorian und sie heilen, bevor das Virus in ihnen ausbricht und sie Sphäre Vienna 2 damit infizieren! Als wenn das nicht schon schwierig genug wäre, gibt es große Unruhen im Clan Schwarzdorn und Sandor muss um seinen Titel als Clanoberhaupt kämpfen.

In diesem finalen Band scheint die Welt es gar nicht gut mit Ria zu meinen. Schlag auf Schlag begegnen ihr neue Hindernisse und weitere scheinbar unlösbare Probleme, die sie an den Rand der Verzweiflung drängen. Diese Entwicklung zeigt sich mit jeder weiteren Seite und die Situation wird immer kritischer und hoffnungsloser. Doch Ria, Sandor, Tycho und Andris geben nicht auf und halten zusammen, was die Autorin sehr authentisch beschreibt.

Frau Poznanski beweist wieder einmal, wie gut sie sich in ihre Protagonistin hineinversetzen und ihre Gefühle und Gedanken in der jeweiligen Situation sehr überzeugend wiedergeben kann.  Es vergeht nur ein Augenblick und schon war ich wieder vollkommen in Rias Welt gefangen und ich konnte mich gut an die vorherigen Ereignisse erinnern. Ihr Schreibstil ist flüssig und wirklich leicht zu lesen, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Ria hat sich sehr verändert und doch behält sie viele ihrer Eigenheiten, wie ihr besonderes Sprachtalent oder ihren Mut, den Dingen auf den Grund zu gehen und die Wahrheit herauszufinden, mag sie noch so niederschmetternd sein. So geht es ihr anfangs auch mit ihrer wahren Herkunft, denn ihre Wurzeln sind tatsächlich bei den Außenbewohnern.

Die vielen Fragen, die mir im zweiten Band aufgekommen sind und die das Gesellschaftssystem betreffen, welches in diesen Büchern vorherrscht, werden in diesem finalen Band glücklicherweise beantwortet. Solche Hintergründe finde ich bei Dystopien absolut unverzichtbar, denn sonst wirkt die Geschichte insgesamt einfach sehr unglaubwürdig. Jedoch muss ich sagen, dass mir der Spannungsbogen im zweiten Band ein wenig besser gefallen hat, als in diesem Band und es gab meiner Ansicht nach schon ein paar langatmigere Passagen, bei denen ich das Buch meist weggelegt habe. Zum Ende hin holt die Autorin aber wieder sehr viel auf und es wird unfassbar spannend!

Alles in allem bin ich sehr begeistert! Man spürt wie die Zeit rast und die vielen Probleme, mit denen unsere Protagonisten zu kämpfen haben, bestärken nochmal die hoffnungslose Stimmung. Es ist bemerkenswert, wie lange Ria mit all der Verantwortung auf den Schultern zurecht kommt, auch wenn man gegen Ende hin immer deutlicher merkt, dass sie bald keine Kraft mehr hat. Als Fan dieser Reihe, habe ich die Charaktere sehr gerne auf ihrer Rettungsaktion begleitet und mit ihnen gebangt und getrauert und mich mit ihnen gefreut. Ich kann dieses Reihenfinale nur weiterempfehlen und überhaupt; diese Reihe sollte man als Jugendbuch-Fan unbedingt gelesen haben!

Fazit:
5 von 5 Punkten! :)
Ein gelungener Abschluss!

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dystopie, liebe, tahereh mafi, rette mich vor dir, juliette

Rette mich vor dir

Tahereh H. Mafi ,
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 30.09.2013
ISBN 9783442313044
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kenji, Juliette, Adam und sein kleiner Bruder James haben es sicher zum Omega Point geschafft, einem geheimen Stützpunkt der Rebellen. Der Anführer Castle möchte, dass Juliette sich besser eingliedert und versucht, mit den anderen Rebellen warm zu werden, doch sie tut sich schwer. Zudem versucht er ihre Superkräfte besser in Kontrolle zu bekommen, indem er mit ihr trainiert und Tests durchführt. Aber Juliette schafft es einfach nicht und fühlt sich immer unwohler bei den Rebellen. Ihre einzigen schönen Momente hat sie mit Adam, der in letzter Zeit aber immer erschöpfter und gestresster aussieht...

Meine Meinung:
Ähnlich wie bei Band 1, schwebt auf dem Cover eine Frau in der Luft, diesmal in einem roten Kleid, das sich nach unten hin in roten Rauch verwandelt, und im Hintergund ist wieder eine graue Großstadt mit vielen Hochhäusern zu sehen, sowie der rissige und trockene Boden. Bei Band 1 habe ich zwischen dem Cover und der Story keinen Zusammenhang gesehen, doch dieses Mal ist es etwas anders. Die Frau soll definitv Juliette darstellen und der rissige Boden hat mit Juliettes unmenschlicher Kraft zu tun, mit der sie selbst Betonwände mit Leichtigkeit zerstören kann. Zudem strahlt Juliettes Haltung Verschlossenheit, Trauer und Unbehagen aus, was gut zur Geschichte passt. Auch der Titel passt wunderbar.

Zwar hat Juliette es endlich geschafft sich mit Hilfe von Adam und Kenji aus den Klauen von Warner und des Reestablishments zu befreien und endlich Freiheit zu erlangen, doch diese vielen Veränderungen sind alles andere als leicht für Juliette. Omega Point befindet sich unter der Erde, denn sonst würde man die Rebellen zu schnell finden und der Anführer Castle legt großen Wert auf Zusammenhalt und ein gutes Gemeinschaftsgefühl. Sobald die Rebellen erfuhren, was Juliette tun konnte, verändert sich ihr Verhalten ihr gegenüber und Juliette bemerkt das kollektive Misstrauen und die Angst. Statt sich einzugliedern und neue Freunde zu finden, zieht sie sich noch mehr zurück als noch in der Anstalt, denn der Fluch ihrer tödlichen Haut verfolgt sie überall hin und Juliette fühlt sich mehr denn je wie ein Monster.

Anfangs konnte ich ihre Einstellung verstehen, doch irgendwann hatte ich genug von ihren ganzen Heulattacken, ihrem unendlichen Selbstmitleid und ihrer Impulsivität. Nach allem was passiert ist hatte ich gehofft, dass Juliette ihre Naivität und ihre sehr dramatische und emotionale Art ablegt oder wenigstens verringert, doch dem ist nicht so. Es ist eher so als hätte Juliette, nachdem sie beim Ende vom ersten Band endlich einen ersten Schritt nach vorne wagt, nun wieder zwei Schritte zurück gemacht, was ich total schade finde. Zum Ende hin bessert sich dies wieder, doch weil Juliette sich schon einmal von ihren Zweifeln umstimmen ließ, bin ich nicht ganz so zuversichtlich, was ihre positive Entwicklung angeht. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt!

Adam ist ihr einziger Lichtblick, doch auch er scheint sich zu verändern. In diesem Band scheint Adam plötzlich zu einer anderen Person zu werden. Ich war geradezu erschrocken, als Adam zunehmend von der Bildfläche verschwindet und immer blasser und langweiliger wurde, bis man irgendwann nicht mehr verstehen konnte, was Juliette eigentlich an ihm fand. Warner dagegen bekommt in diesem Band eine große Rolle zugewiesen. Wie schon die Leser des Zwischenbands "Zerstöre mich", bekommt nun auch Juliette eine ganz andere Seite von Warner zu sehen. Mich hat es nicht sehr überrascht, dass sich das Ganze ihn eine verzwickte Dreiecksbeziehung zwischen Adam und Juliette und Warner entwickelt, doch leider konnte mich die Liebesbeziehung nicht vollkommen überzeugen, denn noch (!) bin ich weder für Adam, der nun total zurückgezogen, verzweifelt und einfach blass wirkt, noch für Warner, dessen vergangene Greueltaten für meinen Geschmack nun doch zu grausam waren, um einfach darüber hinwegzusehen. Beide kämpfen um Juliettes Liebe, doch sie weiß scheinbar selbst nicht genau, was sie tun soll. Denn beide können sie berühren, doch nur einer von ihnen nimmt keinen (!) Schaden davon.

Kenji ist definitiv zu meinem Lieblingscharakter mutiert. Er hat einen guten und draufgängerischen Humor, und übernimmt immer die Verantwortung, ohne sich auch nur einmal zu beschweren. Er ist es auch, der Juliette irgendwann die Leviten ließt und sie auf den Boden der Tatsachen zurückbringt, als sie mal wieder anfängt, nur sich selbst zu bemitleiden.

Zitat: "[...] 'So weit ich weiß, hast du was zu futtern und Kleider am Leib und einen Ort, an dem du in Ruhe pinkeln kannst. Du hast also keine Probleme. So was nennt man ein fürstliches Leben. Und ich fände es wirklich erfreulich, wenn du endlich erwachsen werden und dich nicht mehr aufführen würdest, als hätte die Welt auf deine einzige Rolle Klopapier gekackt. Weil das nämlich richtig dumm ist', fügt er hinzu, mühsam beherrscht. 'Es ist dumm und undankbar. Du hast keinen blassen Schimmer, was der Rest der Welt gerade durchmacht. Keinen Schimmer, Juliette. Und es scheint dich auch einen Dreck zu interessieren.'" (- Kenji, Seite 136-137)

Doch so sehr mich Juliette manchmal aufgeregt hat, habe ich nie aufgehört zu lieben, wie Frau Mafi schreibt. Ihr Schreibstil ist einfach einzigartig und umwerfend. Anfangs mag es für den Leser etwas ungewohnt sein, doch schon bald verliebt man sich immer wieder neu in die vielen poetischen Metaphern und Vergleiche, die sich wie ein Gedicht ohne Reime lesen lassen. Wenn Juliette "gedanklich stolpert" oder ein spezielles Gefühl extrem stark fühlt, wiederholt sie das Gesagte, um zu zeigen, wie sehr dieser Moment sie einnimmt. Manchmal sind Wörter, Sätze oder ganze Passagen durchgestrichen, wenn Juliette ihre eigenen wahren Gedanken und Gefühle verleugnet, weil sie ihrer Meinung nach nicht richtig sein können. Juliettes Zweifel, Ängste, ihre Sehnsüchte und Empfindungen spiegeln sich perfekt im Schreibstil wider. Einerseits verstärkt dies den Eindruck, dass sie sehr hysterisch, dramatisch und impulsiv ist. Andererseits ist der Schreibstil einfach so wunderschön, dass ich manchmal einfach Stellen mehrmals lese, um den Moment zu "verlängern". In diesem Buch gibt es den wahrscheinlich am schönsten und gefühlvollsten beschriebenen Kuss, den ich jemals "gelesen" habe (Seite 352-359) und meine Augen haben förmlich an den Seiten geklebt, so gefesselt war ich. Überhaupt lässt sich das Buch sehr schnell und fließend lesen und die ganze Geschichte wird wieder durchgehend aus Juliettes Sicht in Ich-Form und in Gegenwart erzählt.

Zum Ende hin wird die Handlung deutlich spannender und Juliette schafft es, sich zusammenzureißen und beginnt ihren Fluch ihre Gabe mit anderen Augen zu sehen. Denn wenn ich genauer darüber nachdenke, ist Juliette viel stärker als man meint, denn wer würde nach so einer Vergangenheit noch immer so gutmütig und hoffnungsvoll bleiben? Wer würde denn nicht irgendwann aufgeben und zu einem wahren Monster werden, weil der Körper es anscheinend von Natur aus ist? Wer könnte so lange gegen seine eigene Natur ankämpfen? Noch immer ist der Plot dieser Reihe etwas besonderes und einzigartiges und ich bin gespannt, was Juliette letztendlich aus sich macht!

Fazit:
4 von 5 Punkten! :)
Eine gute Fortsetzung mit wenigen Schwächen!

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(382)

722 Bibliotheken, 6 Leser, 4 Gruppen, 59 Rezensionen

dystopie, liebe, june, day, krieg

Legend - Berstende Sterne

Marie Lu , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Loewe, 21.07.2014
ISBN 9783785574928
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ganz im Stil der ersten beiden Cover dieser Reihe wurde der Hintergrund auf ein normales Lila verdunkelt und das Hauptmotiv (die Flamme) wurde vom englische Original "Champion" übernommen, was ich sehr cool finde! Im Regal zeigt sich diese Reihe nun in einem Farbverlauf von Weiß zu Lila, was ich im Grunde ganz hübsch finde, jedoch meiner Meinung nach nicht ganz so gut zu der dystopischen und actiongeladenen Story passt. Ich hätte es außerdem besser gefunden, wenn der Verlag die Originaltitel übernommen hätte, denn die Bezeichnungen "Legend" (Legende), "Prodigy" (Wunder), und "Champion" (Sieger) passen einfach perfekt zu unserem Protagonisten Day, um den es in dieser Reihe geht.

So lange habe ich mich davor gedrückt, den letzten Band dieser Trilogie zu lesen (für diese Rezension habe ich auch ganze 10 Tage gebraucht), weil ich einfach nicht wollte, dass es vorbei ist. Kaum hatte ich die erste Seite aufgeschlagen, schon wusste ich sofort wieder, wo die Handlung zuletzt in "Schwelender Sturm" aufgehört hat und was alles zuvor passiert ist. Marie Lu verzichtet auf eine Zusammenfassung der früheren Ereignisse und trotzdem konnte ich mich innerhalb von Augenblicken wieder erinnern. Dies zeigt, was für einen tiefen Eindruck diese Geschichte um Day und June bisher auf mich hatte, denn sonst vergesse ich bei weniger mitreißenden Büchern recht schnell, was alles passiert ist.

Seit fast acht Monaten schon haben sich Day und June nicht mehr gesehen oder gar miteinander gesprochen. Day hat June verlassen, denn er will nicht mit ihr zusammen sein, wenn er bald aufgrund seiner unheilbaren Krankheit ohnehin sterben wird und ihr damit nur unnötigen Kummer bereiten wird. Also hält er sich zurück und kümmert sich um seinen kleinen Bruder Eden, der langsam gesünder wird, während June sich als Princeps-Anwärterin des Elektors (Anden) beweisen muss. Doch dann zwingen die Umstände die beiden wieder in Kontakt zu treten und June muss Day um etwas bitten, was er niemals zulassen würde...

    Zitat: " 'Du hast mir mal erzählt, warum du dich auf der Straße Day nennst', sagt sie mit fester Stimme. [...] 'Jeder neue Tag bedeutet, dass alles möglich ist. Stimmt's?' [...]
    [Day:] 'Manchmal geht die Sonne aber auch früher unter. Ein Tag dauert nicht ewig, weißt du? Aber ich werde kämpfen, so gut ich kann. Das verspreche ich dir.' " (Seite 126)

Mich hat es schon immer fasziniert, wie gut die Autorin ihre Charaktere lebendig und echt werden lässt. Days Persönlichkeit blitzt in jeder seiner Handungen, Gefühlen und Gedanken durch und er wirkt dadurch vollkommen authentisch. June behält ihre Angewohnheit, ihre Gefühle nicht äußerlich zu zeigen und ihre Fähigkeit, immer und überall ihre Umgebungen zu analysieren. Beide haben vieles durchgemacht und die Konsequenzen zeigen sich nun deutlicher denn je zuvor. Vor allem Day muss mit dem Verlust seiner Familie kämpfen und lässt Eden so gut wie nie aus den Augen. Und June hat immer noch Schuldgefühle wegen ihrer früheren Taten. Beide habe ich wie alte Freunde begrüßt und sie wieder in mein Herz geschlossen.

Womit wir auch zum Schreibstil kämen. Wieder wird die Geschichte abwechselnd aus Days und Junes Perspektive in Ich-Form und in Gegenwart erzählt. Man erlebt so quasi alles live mit und ist unmittelbar am Geschehen beteiligt. Obwohl hier und dort auch die Umgebung beschrieben wird, konzentriert sich die Autorin eher auf die Handlung ihrer Charaktere und deren inneren Konflikte. Die Umgebung wird somit unwichtig, was aber dem Kopfkino absolut keinen Abbruch tut. Im Gegenteil, die Autorin beweist ihr Können damit, dass sie eine einzigartige und unverwechselbare Atmosphäre und Stimmung innerhalb der Story erschafft, die den Leser vollkommen fesseln und mitreißen kann.

Die Spannung steigt mit jedem Kapitel stetig an und die Situation wird immer kritischer und ernster, bis man als Leser keinen Ausweg mehr sieht. Doch dann löst sich das Problem mit einer unschlagbaren Logik auf und man kann sich nur gegen die Stirn hauen und sich fragen: "Warum bin ich da nicht drauf gekommen?" Viele überraschende Wendungen, viel Action, viele ergreifenden Emotionen und viel Spannungen wird hier dem Leser geboten und das Ende hat dann unglaublicherweise nochmal einen draufgesetzt! Ich persönlich finde das Ende mit dem Epilog absolut passend, denn es passt einfach zu dieser Geschichte und zu Day und June. Jedenfalls nehme ich nur ungern und wehmütig Abschied von dieser wunderbaren Reihe mit wundervollen Charakteren und werde mich auf jeden Fall auf Marie Lus nächstes Werk stürzen, sobald es erschienen ist, denn diese Autorin muss man sich einfach merken!

Fazit:
5 von 5 Punkten mit Herz! :)
Ein perfekter Abschluss dieser mitreißenden Reihe, die ich nicht so schnell vergessen werde! :))

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872 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 100 Rezensionen

liebe, new adult, be with me, college, j.lynn

Be with Me

J. Lynn , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.05.2014
ISBN 9783492305730
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Man muss "Wait for Me" nicht gelesen haben, um "Be with Me" lesen zu können, da die Bücher nicht aufeinander aufbauen. Nachdem ich die Liebesgeschichte um Avery und Cam ganz gut fand, war ich gespannt, was die Autorin sich für Cams kleine Schwester Tess ausgedacht hat.

    Zitat: "Ich war einmal anmutig gewesen. Zur Hölle, ich war immer noch Tänzerin - eine trainierte, verdammt gute Tänzerin, mit der Art von Gleichgewicht, die eine Turnerin vor Neid erblassen ließ. Doch das war vor dem Riss des vorderen Kreuzbandes gewesen. Vor diesem schicksalhaften Sprung, der meine Hoffnungen, eine Berufstänzerin zu werden, auf Eis gelegt hatte. Alles - meine Träume, meine Ziele und meine Zukunft - standen im Moment still, als habe Gott auf der Fernbedienung meines Lebens die Pausetaste gedrückt." (Seite 11-12)

Der vorläufige Plan für Tess ist nun auf das College ihres großen Bruders zu gehen und auf Grundschullehramt zu studieren. Doch so wird sie zugleich mit jemandem konfrontiert, den sie eigentlich vergessen wollte - Cams besten Freund Jase.

Die 19-jährige Protagonistin Tess war mir von Anfang an sehr sympathisch, da sie sehr direkt, selbstbewusst und humorvoll ist, doch gleichzeitig wird dem Leser auch deutlich, wie verletzlich und unsicher sie sich fühlt, als ihr Leben plötzlich ganz anders verläuft als geplant. Tess wirkt zudem durch ihre Ausdrucksweise und ihre Gedankengänge ziemlich "jung", was sogar ganz gut war, denn so konnte ich mich persönlich besser mit ihr identifizieren. Im Kontrast dazu wurde ich nur langsam mit Jase warm, der mit einigen inneren Konflikten zu kämpfen hat, mit denen ich zu Anfang nie gerechnet hätte und welche sein enorm widersprüchliches Verhalten Tess gegenüber erklären. Auch Cam, Avery, Brit und Ollie bekommen ein paar Gastauftritte und es war interessant, sie aus einer anderen Perspektive heraus beschrieben zu bekommen.

Womit wir auch zum Schreibstil kommen, der wie zu erwarten gut und flüssig zu lesen ist. Die Autorin J. Lynn oder auch Jennifer L. Armentrout beweist einmal mehr, dass ihre Charaktere sehr unterschiedliche Persönlichkeiten haben. Die ganze Story wird durchgehend aus der Sicht von Tess in Ich-Form und in Vergangenheit erzählt, sodass man sich optimal in die Protagonistin hineinversetzen kann. Der Spannungsbogen steigt zwar nur sehr langsam an, doch es wurde an keiner Stelle zu langatmig.

Ich komme leider nicht umhin, diese Story immer wieder mit "Wait for Me" zu vergleichen, denn für meinen Geschmack gab es da hin und wieder ziemlich auffällige Parallelen, was ich ziemlich schade fand. Dies betrifft z.B. ein paar Dialoge zwischen Tess und Jase und auch die Tatsache, dass Tess' Schwarm Jase genau wie Cam in "Wait for Me" unfassbar fantastisch und einfach sexy aussieht, unglaublich charmant ist, viele beeindruckende Muskeln hat und sich noch dazu angewöhnt, Tess immer wieder etwas Süßes zu schenken, was mich leider ebenfalls an Cam und Avery erinnert hat... Ich bin davon überzeugt, dass die Autorin viel an Kreativität und Einfallsreichtum besitzt, dennoch muss ich in diesem Fall einen Punkt abziehen.

Ansonsten habe ich mich mit dieser Geschichte durchgehen unterhalten gefühlt, zumal es ein paar Wendungen gibt, die mich sehr überrascht haben. Mir gefällt es außerdem auch sehr, dass die Autorin ernstere Themen und Aspekte in diesen Büchern anschneidet, die viel zu selten angesprochen werden. Also alles in allem ein gutes Buch, dass ich gerne weiterempfehle!

Fazit:
4 von 5 Punkten! :)
Leseempfehlung!

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1.671 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 154 Rezensionen

liebe, wait for you, new adult, j. lynn, erotik

Wait for You

J. Lynn ,
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 10.03.2014
ISBN 9783492304566
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Ein sehr schönes Cover, das einen privaten und sehr zarten Moment zwischen einem Paar zeigt. Gänsehautfeeling! Ich finde es gut gewählt und musste erstaunt feststellen, dass andere bei diesem Cover sofort an Erotik gedacht haben. Ich war nicht minder überrascht, als es tatsächlich in den letzten 100 Seiten zu ein paar intimen Szenen kam.

Averys Vergangenheit holt die 19-jährige Erstsemesterin auch auf dem College in West Virginia ein und sie muss erschrocken feststellen, dass man sie selbst hier nicht in Ruhe lassen wird. Was genau in ihrer Vergangenheit passiert ist, wird dem Leser erst sehr viel später offenbart. Auf dem neuen College lernt sie neue Freunde kennen - etwas, was sie schon sehr lange nicht mehr hatte. In gewisser Weise muss sich Avery erstmal daran gewöhnen, für ihre Umwelt unscheinbar und einfach nur normal zu wirken, denn in ihrem alten Zuhause in Texas wurde sie permanent von allen angestarrt und es wurde immer hinter ihrem Rücken über sie gelästert... An ihrem ersten Tag kommt Avery tatsächlich zu spät und prallt, in der Eile pünktlich zum Astronomiekurs zu kommen, mit dem äußerst gutaussehenden Cameron zusammen. Und so gerät der Stein ins Rollen...

Diese Geschichte hat zwei Seiten. Einerseits geht es um die Protagonistin Avery, die mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat. Sie steht sich oft selbst im Weg, will diese Dinge aber eigentlich überwinden und hinter sich lassen. Für mich war es mühsam, Averys inneren Konflikte immer wieder mitzubekommen, während ich im Grunde nie genau wusste, was eigentlich mit ihr passiert ist. Andererseits geht es um die sich immer weiterentwickelnde Beziehung zwischen Cam und Avery. Zuerst werden sie Freunde, da Cam seltsamerweise unermüdlich an Avery interessiert ist - was ich mir nie ganz erklären konnte, aber wahrscheinlich wird der Zwischenband "Trust in Me" Cams Perspektive in dieser Hinsicht mehr Antworten liefern. Schließlich reicht beiden die Freundschaft nicht mehr und es kommen romantische Gefühle auf - bei dem einen früher als bei dem anderen. Diese stetige und natürliche Entwicklung fand ich sehr gut beschrieben!

J. Lynn alias Jennifer L. Armentrout hat einen lockeren Schreibstil, den man flüssig lesen kann. Doch oft hatte ich das Gefühl, dass die Autorin an manchen Stellen zu ausschweifend wird und sich manche Dinge zu langsam entwickeln. Die Spannung um Averys geheimnisvolle und offensichtlich dunkle Vergangenheit geht dahin, weil die Auflösung erst ganz am Ende auf den letzten Seiten wirklich aufgegriffen wird. Die Story wirkt dementsprechend sehr langatmig und eintönig, weil sich zuerst und vordergründig die Liebesgeschichte entwickelt und es erst am Ende wirklich um Averys Probleme geht. Bei den intimeren Szenen, die gegen Ende des Buches stattfinden, nimmt die Autorin kein Blatt vor den Mund und beschreibt alles sehr leidenschaftlich.

Die Handlung an sich war interessant und hin und wieder konnte mich der Humor auch anstecken, aber leider war mir alles insgesamt zu langgezogen. Die Charaktere waren erfrischend und sympathisch, wobei die Protagonistin sich aber für meinen Geschmack einfach zu oft selbst im Weg stand. Aber es bessert sich und man erkennt ihre Charakterentwicklung. Das Ende kam mir ein bisschen zu schnell vor und ich hätte es besser gefunden, wenn die Autorin die Auflösung von Averys Vergangenheit vielleicht nicht ganz ans Ende gestellt hätte. Alles in allem ein recht empfehlenswertes Buch für jugendliche Erwachsene!

Fazit:

3,5 von 5 Punkten! :)
Insgesamt interessante Handlung, aber sehr langatmig.

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72 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

taken, erin bowman, das erfrorene land, dystopie, duplikate

Taken - Das erfrorene Land

Erin Bowman , Barbara Röhl
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.05.2014
ISBN 9783492702676
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Cover gefällt mir richtig gut und es zeigt im Vergleich zum ersten Band auch die Entwicklung der Geschichte. Ein Paar, wovon die männliche Figur wahrscheinlich Gray sein soll, steht auf den großen Buchstaben des Titels "Taken" und insgesamt wurde das Bild auf den Untertitel "Das erfrorene Land" angepasst und alles ist in eisigen Blautönen gehalten. Sehr schön und passend! Den Unter-Untertiel "Das Laicos Projekt 2" hätte sich der Verlag allerdings wirklich sparen können.

Emma hat Gray mit Craw betrogen, nur ein paar Tage nachdem sie erfuhr, dass Gray gestorben sei - was am Ende nicht stimmte. Gray kann ihr das nicht sofort verzeihen, auch wenn Emma ihm versichert, dass es nur geschah, weil sie sich körperlich einsam fühlte. Danach ist alles zwischen ihnen anders und Gray weiß nicht, ob er das seiner Sandkastenliebe verzeihen kann. Und dann ist da noch Bree, diese sture, von sich überzeugte und starke junge Frau, das sich auch allein gut zu verteidigen weiß. Sie und Gray haben viele Charaktereigenschaften gemeinsam, weswegen es bei ihnen auch zur Gewohnheit wird sich zu streiten und sich gegenseitig anzustacheln und herauszufordern. Dieses Liebesdreieck hat mir leider in diesem Band nicht so gut gefallen wie im ersten Band, denn auch wenn die Konstellation ein-Junge-zwei-Mädchen mal was anderes ist, lässt sich Gray für meinen Geschmack ein bisschen zu viel Zeit, sich zwischen Emma und Bree zu entscheiden. Ich war froh, als er es dann am Ende des Buches endlich tut!

Gray, Grays Vater Owen, Bree, Emma, Sammy, Clipper, Bo, September und Xavier machen sich also auf die weite und sehr kalte Reise zu "Gruppe A", in der Hoffnung Verbündete zu finden. Die gesamte erste Hälfte des Buches beschreibt diese Wanderung mitsamt all ihren Gefahren und den hin und wieder auftauchenden Spannungen innerhalb der Gruppe. Besonders gut fand ich, dass die Autorin indirekt die vorherigen, wesentlichen Ereignisse und den Stand der Dinge wiederholt, sodass der Leser sich wieder in die Geschichte einfindet. Alle Charaktere erfüllen ihre Rollen auf authentische Art und Weise und ich fand die Teamkonstellation sehr gut.

    Zitat: " 'Menschen sind komplexe Wesen ', setzt Adam hinzu. 'Wir sind nicht nur gut und böse. Wir haben Schattierungen. Viele, viele Schattierungen. Das verstehst du sicher, Gray, mit einem Namen wie deinem.' " (Seite 327)

Der Schreibstil der Autorin ist noch genauso toll wie beim ersten Band und das Buch lässt sich unheimlich schnell und flüssig lesen. Die gesamte Geschichte wird wieder aus Grays Perspektive in Ich-Form und in Gegenwart erzählt, sodass der Leser die Handlung geradezu unmittelbar miterlebt. Frau Bowman schafft es mich vollkommen mitzureißen und beschreibt diese risikoreiche Reise der Rebellen sehr bildhaft und bringt viel Abwechslung mit rein. Mir gefällt einfach diese dystopische Idee mit den zum Verwechseln ähnlichen Duplikaten, die der Dikator Frank in AmOst als absolut loyale Soldaten ausbilden will für seinen Krieg gegen AmWest. Schließlich schleust der Frankonische Orden auch ein paar dieser Duplikate in Grays Team ein, was für alle vollkommen unerwartet kommt, denn alle müssen feststellen, dass man die Duplikate kaum vom Original unterscheiden kann - eine beängstigende und schreckliche Vorstellung, dass dein Freund oder dein Verwandter, mit dem du aufgewachsen bist, dich jeden Moment verraten oder töten könnte.

In der zweiten Hälfte des Buches erreichen die Rebellen ihren Zielort und mit einem Schlag ändert sich alles, denn hinter den Mauern erwartet sie eine böse Überraschung. Die Spannung steigt ins Unermessliche und es scheint, als hätte Grays Team die ganze Reise umsonst unternommen und als hätten einige Freunde ihr Leben umsonst für diese Mission gelassen. Die Verantwortung und die Hoffnungslosigkeit lastet schwer auf Grays Schultern und er muss mit sich kämpfen, nicht unter dieser Last zusammenzubrechen. Das Ende bietet nochmal so einige überraschende Wendungen und abgesehen von dem Liebesdreieck, für das ich einen Punkt abziehe, hat mir diese Fortsetzung gut gefallen und ich freue mich auf das Finale!

Fazit:
4 von 5 Punkten! :)
Etwas schwächer als Band 1, aber immer noch gut! :)

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637 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 31 Rezensionen

liebe, kai meyer, fantasy, mafia, sizilien

Arkadien brennt

Kai Meyer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 13.08.2013
ISBN 9783492267892
Genre: Fantasy

Rezension:

Wieder ein wunderschönes Cover, das einem sofort ins Auge fällt. Mir persönlich gefällt das Piper-Cover viel besser als das Ursprungscover, aber das ist wohl Geschmackssache.

Die Geschichte wird nahtlos vom ersten Band aus weitergeführt. Nach vier Monaten als Clanoberhaupt der Alcantaras braucht Rosa dringend eine Auszeit und flieht von der Insel nach New York, um den letzten Wunsch ihrer verstorbenen Schwester Zoe zu erfüllen: Rosa muss herausfinden, in welcher Beziehung ihr toter Vater Davide zu der mysteriösen Organisation TABULA steht, die gegen die Arkadischen Dynastien kämpft. Auf den Spuren ihrer Vergangenheit muss Rosa leider ihre Mutter Gemma aufsuchen, doch auch andere offenbaren ihr wichtige Informationen, wie z.B. Trevini, der langjährige Anwalt für die Alcantaras. Aber selbst in New York kann Rosa sich nicht zurückziehen, die Arkadier sind einfach überall... Wem kann Rosa noch trauen? Und wann wird sie sich ihren neuen Pflichten gewachsen fühlen?

Bei meiner Rezenion zum ersten Band hatte ich angemerkt, dass Rosa Alcantara einen schwierigen Charakter hat, aber dafür gibt es gute Gründe. Sie wurde vor einiger Zeit auf einer Party vergewaltigt und musste dann nach dem Drängen ihrer Mutter das Kind abtreiben, was natürlich ein traumatisches Erlebnis ist. In diesem Band konnte ich sie jedoch von der ersten Seite an wie eine alte Freundin begrüßen. Rosa zeigt eine tolle Charakterentwicklung und ich konnte sie noch ein bisschen mehr in mein Herz schließen. Anfangs ist ihr das alles zu viel, doch nach und nach akzeptiert Rosa ihr neues Leben und ihren neuen Alltag, auch wenn sie mit unzähligen Intrigen, Gewalt und der schmutzigen Vergangenheit des Alcantara-Mafiaclans zu kämpfen hat. Sie bleibt nicht mehr untätig sitzen und erkennt so langsam ihr Potenzial als autoritäre Anführerin. Aber einige alte Charakterzüge behält sie auch bei, wie ihre Willensstärke, ihre unverblühmte Direktheit und ihre tiefe Liebe für Alessandro.

Alessandro Carnevare ist in meinen Augen leider immer noch sehr passiv und sein Charakter bleibt ziemlich flach, genau wie im ersten Band. Er konnte mich bisher immer noch nicht wirklich überzeugen. Ich muss wohl einfach akzeptieren, dass er in allen drei Bänden dieser Trilogie ein Nebencharakter bleibt - obwohl er eine wichtige Rolle spielt - und werde dementsprechend meine Erwartungen zurückschrauben.

"Arkadien brennt" erfüllt die Kriterien eines typischen, aber guten Mittelbands einer Trilogie. Nachdem mir der erste Band ganz gut gefallen hat, hatte ich Angst, dass es danach mit dieser Reihe (wie ich es bei vielen anderen Reihen leider feststellen musste) bergab geht, doch dem ist nicht so! Während ich mich im ersten Band erst mit der Situation und den Charakteren - besonders Rosa - anfreunden musste und mich am Ende sozusagen endlich "eingelebt" hatte, bekomme ich im zweiten Band schon einige Antworten auf meine Fragen, bzw. erste konkrete Hinweise und Informationshäppchen, um die ersten eigenen Vermutungen anzustellen. Wie auf einer Schnitzeljagd spürt man, wie Rosa und Alessandro immer näher an die Lösung herankommen und die Antwort ist scheinbar zum Greifen nahe. Die ultimative Auflösung folgt aber natürlich erst im finalen Band und trotzdem weiß Herr Meyer, wie er seine Leser auf Trab halten kann. So bleibt die Geschichte konstant interessant und spannend, wird zum Ende hin sogar richtig dramatisch und was wäre eine Geschichte über übernatürliche Mafiaclans ohne den Nervenkitzel und die Gefahr?

Das Buch liest sich dementsprechend schnell und sehr flüssig. Kai Meyer hat einen tollen und einzigartigen Schreibstil. Neben seinen detaillierten Beschreibungen der Umgebung, wobei es nie "zu ausschweifend" wird und man sogar dieses Kopfkino-Feeling bekommt, punktet er bei mir auch mit seiner direkten Sprache und den auf das Wesentliche konzentrierten Dialogen. Die gesamte Story wird wieder ausschließlich aus Rosas Sicht in Er/Sie-Form und in Vergangenheit erzählt, aber man kann sich trotzdem sehr gut in die Protagonistin hineinversetzen.

Alles in allem bin ich begeistert und muss sagen, dass der zweite Band sogar besser war, als der erste! Die Liebesgeschichte hat ein bisschen was von Romeo und Julia, denn obwohl die Clans verfeindet sind und das Konkordat ungültig wurde, lassen sich die jungen Clanoberhäupte nicht von diesem veralteten und mittlerweile grundlosen Hass zwischen ihren Familien nicht beirren und lieben sich nur noch stärker. Beide haben ihre Verwandlungen noch nicht ganz unter Kontrolle, was die vielen verliebten Treffen sehr interessant macht - ich mag diese Liebesgeschichte sehr und hoffe, dass die beiden am Ende einfach nur glücklich werden könne. Nun bin ich schon sehr gespannt, wie es weitergeht und wie sich das große Rätsel am Ende auflöst!

Fazit:
4,5 von 5 Punkten! :)
Besser als der erste Band! *-*

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267 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 20 Rezensionen

jugendbuch, liebe, drachen, fantasy, jäger

Firelight - Leuchtendes Herz

Sophie Jordan , Viktoria Fuchs
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Loewe, 15.11.2013
ISBN 9783785570470
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Beim Cover wurde der Kopf von Band 1 und 2 wieder nur farblich abgewandelt und anders platziert. Ich hätte es schöner und passender gefunden, wenn man die Originalcover genommen hätte, denn die haben etwas besser gepasst (wie zum Beispiel Tamra mit ihren weißsilbrigen Haaren und ihrer eisigblauen Ausstrahlung auf dem zweiten Band).

Es ist etwas länger her seitdem ich den zweiten Band gelesen habe und da eine Zusammenfassung der vorherigen Ereignisse komplett fehlt, kam ich nur schleppend wieder rein. Die Autorin erwartet, dass sich der Leser an jegliche Details der ersten Bände erinnert, denn hier und dort werden scheinbar wichtige Dinge erwähnt, doch leider konnte ich mich persönlich einfach nicht gut genug zurückerinnern.

Das Buch beginnt direkt spannend und diese Spannung konnte ich auch ohne richtigen Kontext spüren und genießen. Jacinda fühlt sich für Mirams Gefangenschaft verantwortlich (nicht wie im Klappentext beschrieben, dass "allein Jacinda Schuld daran trägt". Miram hat schließlich von sich aus Jacinda nachspioniert...) und beschließt, dass sie vor ihrer Flucht Miram aus den Händen der Enkros befreien muss. Jacinda will mit Tamra und Will ihre Mutter suchen und danach einfach nur noch frei sein und ein neues Leben beginnen. Auch Tamra, die nun nach ihrer Verwandlung zu einer wichtigen Wächterin geworden ist, fühlt sich dort einfach nicht wohl. Cassian fängt die drei aber vor ihrem Aufbruch ab und natürlich will er bei der Rettungsaktion für seine Schwester dabei sein. Um an Miram ranzukommen, liefert sich Jacinda den Enkros aus und die zwei Tage der Gefangenschaft treiben sie bereits an ihre Grenzen...

Direkt zu Anfang wird deutlich, dass Jacinda sich endlich endgültig für Will entschieden hat. Jacindas emotionale Bindung mit Cassian stellt die zwei jedoch auf die Probe, doch ihre Liebe bleibt stark. Leider sind mir jedoch diese ständigen und vollkommen überdramatisierten Küsse zwischen Jacinda und Will negativ aufgefallen, denn irgendwann wurde es nur noch langweilig und es nervte einfach. Die vermeintliche Leidenschaft und die Bedeutung von solchen Küssen ging damit für mich irgendwie verloren. Weniger ist manchmal einfach mehr! Weiterhin fand ich die Beziehung zwischen Will und Jacinda immer weniger überzeugend und obwohl jetzt klar ist, wen Jacinda liebt, hat sie immer noch diese ewigen Gewissensbisse. Will bleibt leider sehr flach und manchmal hätte ich mir gewünscht, dass er mehr aus sich herausgehen würde. In diesem Liebesdreieck konnte mich eigentlich nur Cassian richtig überzeugen, denn seine Gefühle unter der ausdruckslosen Maske werden über die emotionale Bindung deutlich und klar.

Sophie Jordans Schreibstil ist so flüssig und gut lesbar wie eh und je. Die Autorin konzentriert sich auf die Gefühle und die Gedankenwelt der Protagonistin Jacinda und behandelt dafür Dinge wie Umgebung und Charakteraussehen eher oberflächlich. Die gesamte Story wird wieder aus Jacindas Sicht in Ich-Form und in Gegenwart erzählt, sodass man das Gefühl hat "live" und in unmittelbarer Nähe alles mitzuerleben. Irgendwie konnte ich mich in diesem Band aber kein bisschen mit Jacinda identifizieren und es war, als gäbe es immer eine gewissen Distanz zwischen dem Leser und Jacinda. Die Autorin konnte mich dafür allerdings ein paar Mal durch interessante Wendungen überraschen.

Diese Wendungen haben natürlich neue Fragen aufgeworfen, welche aber letztendlich nicht beantwortet werden, womit wir auch zu einem meiner größeren negativen Kritikpunkte kommen: es gibt viel zu viele offene Fragen! Als ich ca. 3/4 des Buches gelesen hatte, habe ich mich schon fieberhaft gefragt, wie die Autorin all meine Fragen in dem letzten Viertel dieses Abschlussbands (!) dieser Trilogie beantworten will und das Ergebnis war äußerst frustrierend. Vieles lässt die Autorin entweder komplett unbeantwortet oder lässt die Dinge anders ablaufen, als man erwartet hat - auf eine negative Art und Weise.

Das Ende bietet eine Enttäuschung nach der anderen. Die Autorin stellt bspw. neue Charaktere vor, nur um sie bald wieder verschwinden zu lassen, bzw. arbeitet sie kaum aus. Charaktere werden ermordet und die Rache oder Gerechtigkeit danach bleibt einfach weg. Die Enkros und die Jäger bleiben genauso flach und oberflächlich beschrieben wie vorher, ihre Ziele oder Motive werden gar nicht erst angesprochen, selbst während Jacindas Gefangenschaft. Ich habe immer geglaubt, dass dieser Krieg zwischen den Drakis und den Enkros/Jägern zu einem Ende kommen würde - ob friedlich oder mit Gewalt wäre egal gewesen. Aber alles bleibt wie gehabt und so stellt sich mir die Frage, was das alles eigentlich sollte... Generell ist das Weltkonzept sehr spärlich geblieben, denn man erfährt einfach nichts über das weltweite Rudelnetz der Drakis oder ob es so etwas überhaupt gibt. Die Drakispezies wird allgemein viel zu wenig beleuchtet, viel ungenutztes Potenzial und immer geht es nur um Jacinda und Will und dass sie sich lieben und endlich frei sein wollen... An sich habe ich nichts daran auszusetzen, dass sie das wollen, doch es gibt einfach zu viele andere Baustellen in dieser Geschichte, die einfach ignoriert werden. Das Ende kam insgesamt einfach sehr übereilt und zusammengeschustert rüber, so als wolle die Autorin diese Reihe endlich hinter sich haben. Für mich sehr enttäuschend und unzufriedenstellend, besonders wenn mir die ersten beiden Bände gut gefallen haben.

Fazit:
2 von 5 Punkten! :(
Ein enttäuschendes Ende und kein schöner Abschluss dieser vielversprechenden Trilogie.

Zusatz:
[SPOILER!!!]
Meine Erwartungen, die nicht erfüllt wurden:
- Jacindas Vater Magnus ist noch am Leben und Jacinda und Tamra würden ihn kennenlernen
- Will verwandelt sich in einen Halbdraki (oder so ähnlich) ODER die Autorin erklärt dem Leser seine Fähigkeiten auf eine sinnvolle und detaillierte Art und Weise!
- Miram schafft es sich mit Jacinda anzufreunden und wird reifer
- Cassian stirbt einen Ehrentod bei dem Versuch jemanden zu retten ODER findet jemand Neues und wird am Ende glücklich!!!
- Deghan und Tamra gehen Deghans Wurzeln nach und verlassen das Rudel
- Jabel wird für ihre Morde bestraft und zur Rechenschaft gezogen
- Der Krieg zwischen den Enkros/Jägern und den Drakis findet endlich ein Ende!!!
[SPOILER ENDE]

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42 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

katze, manga, chi, kurzgeschichten, freunde

Kleine Katze Chi, Band 2

Konami Kanata
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.06.2014
ISBN 9783551742254
Genre: Comics

Rezension:

Klappentext:
Für Chi gilt es, die Welt zu entdecken. Und das tut sie − voller Energie und Leidenschaft − gemeinsam mit dem dreijährigen Yohei. Das richtige Futter, der Gang zur Katzentoilette, lustiges Spielzeug, das erste Bad und die nötigen Streicheleinheiten sind nur die ersten Schritte im Zusammenleben mit dem neuen Familienmitglied.

Kurzmeinung:
Nachdem die kleine Katze Chi im Hause Yamada nach und nach aufgepäppelt wurde, erlebt es einige Abenteuer mit der Familie. Nach einiger Zeit kann sich Chi nur noch vage an ihre Katzenmama erinnern, die sie zuvor immer fieberhaft gesucht hat. Nun lernt Chi immer mehr den Umgang mit ihren "Freunden" (= Familie Yamada), lernt aber auch ihren vermeintlich ersten Feind kennen!

Dass der Inhalt komplett in Farbe ist, ist immer noch ein immenser Pluspunkt. Kanatas Zeichenstil ist nach wie vor auf dem ersten Blick sehr einfach, doch man sieht irgendwann das Herzblut darin und wie mühsam es gewesen sein muss, diesen gesamten Manga farbig und in Aquarell zu colorieren. Sehr sehr süß und schön gezeichnet/gemalt.

Ohne ihre Mama aufzuwachsen ist für das kleine Kätzchen sicherlich nicht einfach, doch es hilft, dass es sich schon nach kruzer Zeit nicht mehr an ihre Mama erinnern kann und ihre Neugierde und ihr Tatendrang sie anstachelt, die Dinge auf eigene Pfote zu erkunden und auszuprobieren. Die Welt der Menschen ist sehr aufregend für Chi, aber sie lernt auch andere Katzen kennen und erkennt zum ersten Mal, dass sie selbst auch kein Mensch ist, wie der kleine Yohei oder seine Eltern, sondern eine Katze. Immer und immer wieder überrascht mich diese süße Katze mit ihrer Niedlichkeit und ich werde ihre Abenteuer sicherlich noch weiter verfolgen!

Fazit:
5 von 5 Punkten! :)

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58 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

manga, katze, süß, verlaufen, kurzgeschichten

Kleine Katze Chi, Band 1

Konami Kanata
Flexibler Einband: 168 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.06.2014
ISBN 9783551742247
Genre: Comics

Rezension:

Klappentext:
Ein junges Kätzchen hat seine Katzenfamilie verloren und sich verlaufen. Viel Zeit zum Traurigsein bleibt ihm nicht, denn es wird von den Yamadas mit ihrem dreijährigen Sohn Yohei aufgenommen und wickelt die gesamte Familie in kürzester Zeit um die süße Pfote.

Kurzmeinung:
Schon das Cover und der Titel deuten auf eine sehr leichte, kinderfreundliche und niedliche Geschichte hin, in der es um die kleine Katze Chi geht. Ich brauche ab und zu etwas Abwechslung und dieser Manga kam mir da sehr gelegen.

Eine kleine Katze verliert ihre Mama und verläuft sich, bis Yohei sie zufällig findet. Wir erfahren, was die niedliche Katze von nun an bei der Familie Yamada erlebt und was sie dabei in ihrer Lispelstimme denkt und fühlt. Für sie ist alles so neu und aufregend und sie erlebt ein paar kleine Abenteuer.

Ich war sehr überrascht zu sehen, dass der Inhalt komplett in Farbe ist! Das versüßte mir dieses Leseerlebnis natürlich noch viel mehr. Oft habe ich mich gefragt, wie viel Zeit dieser simpel und einfach aussehende Manga wohl gekostet hat und ich war sehr beeindruckt. Konami Kanatas Zeichenstil ist recht unkompliziert gestaltet und doch erkennt man, wie viel Mühe und Arbeit in den unzähligen Aquarellbildern steckt und jeder Pinselstrich wohlüberlegt ist.

Man denkt immer: "Süßer geht es nicht!", aber dann legt die Mangaka immer einen drauf und man möchte diese kleine Katze am liebsten nehmen und ewig knuddeln. Die Perspektive der Katze ist zudem sehr schön dargestellt worden und natürlich kann Chi die Menschensprache nicht verstehen oder umgekehrt, doch irgendwie schaffen sie es trotzdem miteinander zu kommunizieren. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und man kann diesen Manga definitv nicht nur als Kind genießen!

Fazit:
5 von 5 Punkten!
Ein süßer Lesespaß für Groß und Klein! :)

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278 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 40 Rezensionen

liebe, vampire, julie kagawa, vampir, dystopie

Unsterblich - Tor der Nacht

Julie Kagawa , Charlotte Lungstrass-Kapfer
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.05.2014
ISBN 9783453268692
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Cover ist dem Verlag mal wieder sehr gut gelungen! Statt einem "roten Meer", umgibt das Mädchen mit dem Samuraischwert, das sehr wahrscheinlich Allison darstellen soll, ein im Blauton gezeichneter Dickicht. Es scheint, als stände sie mitten in einem Dschungel und viel Pflanzen schlängeln sich am Buchcoverrand entlang. Insgesamt gefällt mir das Design der ersten beiden Bände dieser Trilogie wirklich sehr gut.

Der Anfang ist sehr ruhig und man bekommt die Möglichkeit sich an die vorherigen Ereignisse zu erinnern, was ich sehr gut fand. Indirekt wird die Vorgeschichte nämlich noch einmal zusammengefasst und ich hatte überhaupt keine Schwierigkeiten, mich wieder in diese dystopische Welt mit Vampiren einzufinden.

Unsere Protagonistin Allie hat ein klares Ziel vor Augen: sie muss Kanin aus Sarrens Fängen befreien! Bewusst stellt sie ihre eigenen Sehnsüchte zurück und akzeptiert, dass Vampire und menschliche Bindungen einfach nicht funktionieren werden. Natürlich geht es um Zeke, aber Allie scheint sich damit abgefunden zu haben, dass das keine Zukunft haben wird. Stattdessen lenkt sie ihre Hoffnung in eine andere Bahn, einem geistigen Band, dass sie anzieht und das mit jedem Tag schwächer wird - Kanin. Ihre Entschlossenheit, Stärke und Tapferkeit haben mich sehr beeindruckt und ihr persönlicher Kampf gegen ihr inneres, blutrünstiges Monster war durchgehend spürbar. Ganz klar zeigt Allison hier eine enorme Charakterentwicklung, damals noch eine hilflose Straßengöre, die nur ums Überleben kämpft und nun ein starker Vampir mit neuen Fähigkeiten und einem klaren Ziel. Allies Gedanken werden bis in den hintersten Winkel offengelegt und man ist der Protagonistin unheimlich nah, sodass man sich sehr gut in sie hineinversetzen kann.

Wieder einmal bin ich von diesem "Worldbuilding" (= fiktionales Weltkonzept) komplett geflasht. Das ist wie mit einer Eisenbahn, die mit 200 Sachen gegen eine stabile Betonmauer rast - die Kollision ist unvermeidlich und absolut explosiv. Pures Kopfkino und einfach großartig, wie die Autorin diese apokalyptische Welt in all ihrer Finsternis und Grausamkeit beschreibt. Die Atmosphäre/Stimmung war immer greifbar und unglaublich ansteckend, denn diese Welt strotzt vor Hoffnungslosigkeit, Gewalt und Kälte.

Julie Kagawa ist schlicht und ergreifend eine Meisterin ihres Gebiets. Sie schafft es, dass jeder Reihenband einen klaren roten Faden behält und das Gesamtbild einfach stimmig ist. Bei diesem zweiten Band der Unsterblich-Trilogie ist es nicht anders. Der Schreibstil ist so perfekt wie von mir mittlerweile schon erwartet (dies ist mein 7. Buch von ihr) und ist flüssig, bildhaft, prägnant und einfach gnadenlos, wenn es um die Beschreibung von blutigen und krasseren Szenen geht. Meine Kinnlade liegt praktisch bei meinen Füßen, denn die Autorin schafft es unglaublichweise den ersten Band noch zu übertrumpfen. Sie hatte mich die ganze Zeit komplett in ihrem Bann und es war der absolute Wahnsinn, wie sehr mich diese Geschichte fesseln konnte. Die gesamte Story wird wieder nur aus Allies Sicht in Ich-Form und in Vergangenheit erzählt.

Es gibt unerwartete Wendungen, die mich einfach kalt erwischt haben und mich hat es sehr überrascht, dass mir der erzwungene Waffenstillstand zwischen Allie und Jackal ziemlich gut gefallen hat. Jackal besteht grob gesehen aus triefendem und herrlichem Sarkasmus, überragendem Schauspieltalent, purer Dreistheit, Gewissenlosigkeit und einer sehr egoistischen Weitsichtigkeit (= will grundsätzlich nur seinen eigenen Arsch retten). Im ersten Moment will Allie ihn natürlich nur tot sehen, doch nach und nach lernt sie ihn besser kennen und... will ihn im Grunde immer noch tot sehen, weil er ihr mit seinen Sprüchen so auf die Nerven geht. Einfach herrlich und es trifft einfach meinen Humor!

Die Situation spitzt sich mit jeder Seite immer weiter zu, wird immer schlimmer und gleichzeitig fesselnder und die Zeit rennt. Das Buch ist durchgehend spannend und unterhaltsam, doch auf den letzten 150 Seiten klebten meine Augen quasi an den gedruckten Buchstaben. Und das Ende, oh Gott, das Ende. Was denkt ihr euch, wenn ihr diese Widmung der Autorin ganz vorne lest?

    Zitat: "Für Natashya, weil sie mich dazu ermutigt hat, meine Lieblinge zu töten." (Seite 5)

Richtig, ihr macht euch erstmal vor Angst fast in die Hose und denkt euch: BITTE NICHT! So war es auch bei mir und meine Hände haben gezittert, als ich die letzten Seiten umgeblättert habe... Ich sage nur eins: Weinkrampf. Na gut, so heftig war es nicht, aber ich musste schon ein paar Tränen wegwischen. Und jetzt kommt's - ja, das war noch nicht das Schlimmste. Nachdem ich mich also wieder gesammelt hatte, wandte ich mich traurig dem Epilog zu und was mich dort erwartete, war ein Mount-Everest-großer Cliffhanger, bei dem ich fast um mich geschlagen hätte vor Wut. Es war zum Haare ausreißen und ich hoffe, dass ich sehr sehr bald, den dritten Band in die Finger bekomme.

Fazit:
5 von 5 Punkten mit Herz! :)
Eine grandiose Fortsetzung - noch besser als der erste Teil! *-*

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

götter, magier

Dunkle Götter - Der Bund

Michael G. Manning , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Piper, 27.08.2013
ISBN 9783492703024
Genre: Fantasy

Rezension:

Morts Leben ändert sich mit einem Schlag, als er seine magischen Fähigkeiten entdeckt und herausfindet, dass er der alten Magierlinie Illeniel entstammt und nun der letzte Magier auf der Welt ist. Nachdem er Devon Tremont in einem großen Kampf besiegt hatte, als dieser selbstsüchtige Adelige mithilfe der Macht eines dunklen Nachtgottes ihn ermorden wollte, muss er sich nun seinen neuen Pflichten als Mordecai Illeniel Graf di'Cameron und Lehnsherr des kleinen Dorfes Washbrook zuwenden. Zusammen mit seiner Verlobten Penelope (Penny) und seinen engsten Vertrauten, wie seinem Adoptivvater Royce Eldrige, Herzog James Lancester und seinen besten Freunden, muss er sich einigen Hindernissen stellen. Zum einen muss er die Wiederaufbau des Dorfes und der Burg Cameron mit kaum vorhandenen Ressourcen organisieren. Zum anderen muss er sich als Graf bei den Bewohnern seines Landes behaupten und ihr Vertrauen gewinnen. Letzteres wird immer schwieriger, als in dem Dorf über Nacht Menschen spurlos verschwinden. Mort bleibt nichts anderes übrig, als jede Nacht nach dem Feind zu suchen und schließlich trifft er auf eine grauenvolle Kreatur...

Seit mehreren Jahrhunderten müssen Magier einen Bund mit einer anderen Person schließen, um nicht dem Wahnsinn zu verfallen oder sich von einem Licht- oder Nachtgott verführen zu lassen und damit zu einer zerstörerischen Gefahr für die Welt zu werden. Auch Mort muss sich für einen Anath'Meridum entscheiden, aber er zögert. Penny will seine Hüterin werden, doch könnte er es ertragen zu wissen, dass wenn er stirbt, Penny dann auch sterben wird? In letzter Zeit hört er immer öfter körperlose Stimmen in seinem Kopf... Ist das der Wahnsinn, von dem alle sprechen?

Es war mir ein großes Vergnügen wieder in Morts außergewöhnliches Leben einzutauchen und seine Höhen und Tiefen mitzuerleben. Ich konnte ganz klar erkennen, wie sehr sich Mort seit dem ersten Band weiterentwickelt hat und auch wenn er immer noch im Anfangsstadium seines Magierdaseins ist - was vor allem daran liegt, dass es keine anderen Magier mehr gibt, die ihn unterrichten könnten - merkt man, dass er schon viel sicherer mit seinen neuen Fähigkeiten umgeht. Mit Einfallsreichtum und unendlicher Ausdauer versucht Mort seine Grafschaft und das Dorf zu aufzubauen und alles wieder zum Laufen zu bringen. Dabei sind ihm seine Freunde und seine Familie eine große Hilfe. Mort war mir schon im ersten Band sehr sympathisch und das hat sich durch seine Charakterentwicklung nicht geändert, auch wenn Mort verantwortungsbewusster geworden ist.

Michael Mannings Schreibstil ist nach wie vor sehr schön zu lesen und flüssig. Man bekommt ein umfassendes Bild von der Gedankenwelt des Protagonisten und man kann sich hervorragend in Mort hineinversetzen. Alle Charaktere sind mir sehr gut in Erinnerung geblieben und sie sind alle sehr schön ausgearbeitet. Indem der Autor jedem Charakter eine besonders markante Eigenschaft verleiht, kann man sie sich gut einprägen und vorstellen. Die gesamte Geschichte wird hauptsächlich von Mort in Ich-Form und in Vergangenheit erzählt und ab und an wird durch ein paar Nebenkommentare deutlich, dass er von einem zukünftigen Standpunkt aus erzählt. Was die Sprache angeht, kann ich auch nur wie beim ersten Band wiederholen, dass es mir sehr gefällt, wie der Autor die altertümliche Sprache mit ein paar wenigen moderneren Redewendungen vermischt und ihr eine gewisse Flexibilität verleiht.

Die Geschichte ist durchgehend unterhaltsam und durch den lockeren Schreibstil und die sich aufbauende Spannung, verliert man nie die Leselust an diesem Buch. Auch wenn Mort etwas reifer geworden ist, hat er seinen verrückten Humor oder seinen Hang zu äußerst provozierenden und manchmal lebensmüden Handlungen nicht verloren. Diese Leichtigkeit gleicht die ernsten Seiten der Geschichte gut aus. Ab der Hälfte konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und die Seiten flogen in nur wenigen Stunden nur so dahin. Der Autor versteht sich darin, eine Situation in verschiedenen Aspekten immer spannender, unheilvoller und dramatischer werden zu lassen, sodass man als Leser immer dringender wissen muss, wie es am Ende ausgeht.

Einen größeren Kritikpunkt habe ich aber dann doch. Die Geschichte beginnt sehr interessant zu werden, als Mort mit diesen neuen bösartigen Wesen konfrontiert wird. Leider schlägt die Geschichte dann aber doch eine ganz andere Richtung ein und diese Kreaturen bleiben auf der Strecke. Ich möchte nicht spoilern, deshalb kann ich nur vage sagen, dass es am Ende ziemlich wichtig gewesen wäre, ihre Herkunft und ihre Handlung näher zu beleuchten, zumal ein seltsamer kleiner Junge auftaucht, der bei dem Angriff dieser Wesen nur still beobachtet. Was hat es mit ihm auf sich? Zudem fand ich es etwas schade, dass Dorian in diesem Band auf der Strecke bleibt und ihm keine Beachtung geschenkt wird, obwohl er sehr viel tut und Mort wann immer es geht hilft und ihm beisteht. Oh und Penny ist mir fast durchgehend gehörig auf den Zeiger gegangen und ich kann Mort nicht ganz verstehen, was er an ihr findet.

Das Ende hat mich sehr berührt und ich musste sogar weinen, was bei mit nicht oft der Fall ist. Der Autor bringt ein persönliches Nachwort an und schreibt, dass er gewisse private Erlebnisse und Erfahrungen in diesem Band verarbeitet, was ich sehr schön fand. Nun freue ich mich einfach sehr auf die Fortsetzung und kann es kaum erwarten zu erfahren, gegen was Mort und seine Freunde im nächsten Band kämpfen müssen! Eine absolute Leseempfehlung!

Fazit:
4 von 5 Punkten! :)
Eine würdige Fortsetzung. Für alle Fans des ersten Bandes ist es ein MUST-READ.

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438 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 45 Rezensionen

liebe, fantasy, ewiglich, cole, jugendbuch

Ewiglich die Liebe

Brodi Ashton , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann , Kerstin Schürmann
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 01.05.2014
ISBN 9783789130427
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Cover ähnelt wieder stark seinen Vorgängern und man erkennt sofort, dass die Bände zusammen gehören. Statt einer Frucht, hängt oben nun ein Orchideenast, was aber keinen tieferen Zusammenhang mit der Geschichte hat.

Jack und Nikki sind endlich wieder vereint, doch schon müssen sie sich dem nächsten Hindernis stellen: Nikki befindet sich, nachdem sie sich im Ewigseits drei Mal von Cole genährt hat, mitten in der Verwandlung zu einer Ewiglichen. Jedoch würde sie lieber sterben, als sich von irgendeinem ahnunslosen Spender hundert Jahre lang zu nähren, nur um selbst zu überleben. Cole hat zudem auch noch ihr Oberweltherz gestohlen und hat Nikki somit unter seiner Kontrolle. Sein Plan ist es Königin Adonia zu stürzen und Nikki stattdessen zur Königin zu machen und mit ihr gemeinsam das Ewigseits zu beherrschen. Nikki will einfach nur wieder ein normales Leben führen, doch dafür braucht sie ihr Herz zurück und muss wieder sterblich werden. Jack und Nikki fassen einen Plan: sie wollen das Ewigseits ein für alle Mal zerstören.

In den ersten Kapiteln findet der Leser auf indirekte Art und Weise eine grobe Zusammenfassung der vorherigen Ereignisse. Das fand ich als Einstieg schonmal gut und praktisch.
Leider kamen mir die ersten zwei Drittel des Buches sehr langatmig und zäh vor, denn im Grunde passiert nicht viel, bzw. die Handlung konnte mich einfach nicht mitreißen. In den ersten 125 Seiten geht es hauptsächlich darum, dass die Zeit rast, weil Nikki immer schwächer wird und bald sterben könnte, dass Jack und Nikki sich unendlich lieben und dass sie Cole von ganzem Herzen hassen, der Nikki als Besitzer ihres Oberweltherzes als Einziger am Leben halten kann. Im zweiten Drittel kommt ein bisschen Schwung in die Sache, doch noch immer konnte mich die Story einfach nicht fesseln. Außerdem hatte der Plan, das Ewigseits zu stürzen, meiner Ansicht nach weder Hand noch Fuß und es war ziemlich unrealistisch, als sich die Puzzlestücke später wie von selbst zusammenfügen...

Vielleicht liegt es an den unzähligen und aufdringlichen Zuneigungsbekundungen zwischen Jack und Nikki. Nachdem man Band 1 und 2 gelesen hat, ist denke ich eins kristallklar geworden: Jack liebt Nikki und Nikki liebt Jack. Warum also kommt die Autorin immer und immer wieder darauf zurück, obwohl das schon längst geklärt ist? Um ganz ehrlich zu sein, hat es mich irgendwann nur noch genervt, wenn sich die beiden mal wieder umeinander Sorgen machten oder förmlich aneinander klebten. Bei den Küssen hat sich die Autorin noch nicht mal mehr die Mühe gemacht, es aufregend oder bedeutungsvoll zu beschreiben, sondern handelt diese genauso leidenschaftslos ab, wie der Rest dieser langweiligen Liebesbeziehung, die früher mal so voller Sehnsucht, Hoffnung und Stärke war und mich wirklich berühren konnte. Nun überwiegt nur noch der Hass auf Cole, die Angst vor dem Scheitern und Pessimismus und es ist immer einfach viel zu kitschig und melodramatisch.

Generell musste ich erschrocken feststellen, wie oberflächlich und flach alle Charaktere in diesem finalen Band der Reihe wirken. Da sind plötzlich keine echten Gefühle mehr. Dies verstärkt sich, als eine der Hauptfiguren urplötzlich das Gedächtnis verliert und auf einmal ein ganz anderer Mensch wird. Was genau hat sich die Autorin bei dieser Wendung gedacht? Zum Glück war der Schreibstil noch genauso flüssig und leicht zu lesen, wie in den vorigen Bänden. Wenn der Schreibstil nicht so gut gewesen wäre, hätte sich die Handlung wahrscheinlich bis ins Unendliche gezogen. Die Geschichte wird wie auch schon zuvor durchgehend in Ich-Form und in Vergangenheit erzählt, doch obwohl es aus Nikkis Perspektive geschrieben ist, gibt es eine immerwährende Distanz zwischen der verschlossenen Protagonistin und dem Leser. Man erfährt zwar, dass sie Dinge tut und handelt, doch ihre Gefühle dabei kommen, mit seltenen Ausnahmen, nicht zum Vorschein. So wirkt sie überwiegend irgendwie "passiv".

Das letzte Drittel war dann erheblich spannender und actionreicher, obwohl ich das Gefühl nie loswurde, dass das Ende zu schnell und zu lieblos vonstatten ging. Nachdem die Autorin einem wichtigen Charakter das Gedächtnis und somit auch die Persönlichkeit nimmt, fehlt der Geschichte einfach etwas Entscheidendes. Die Story verliert an Glaubwürdigkeit und trotz der nun endlich aufkommenden Spannung, konnte es mich immer noch nicht ganz in den Bann ziehen. Was ich wiederum gut fand, ist der endgültige Abschluss am Ende des Buches. Der finale Band dieser Trilogie ist insgesamt aber leider sehr viel schwächer gewesen, als seine Vorgänger, dabei war es so vielversprechend als Band 2 sogar noch besser war als Band 1. Fans der Reihe können aber trotzdem weiterlesen, einfach nur um damit abzuschließen.

Fazit:
2 von 5 Punkten! :(
Ein sehr enttäuschendes Finale einer zuvor vielversprechenden Trilogie!

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278 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 42 Rezensionen

zwerge, ring, heike eva schmidt, rosengarten, zeitreise

Die gestohlene Zeit

Heike Eva Schmidt
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2013
ISBN 9783426513118
Genre: Fantasy

Rezension:


Es hat das mit Abstand schönste Cover, das ich besitze! Einfach
wunderschön, wie alles Goldene auf dem Bild im Licht in den
Regenbogenfarben schillert und wie es sehr schön mit dem Inhalt und dem
Titel des Buches harmoniert. Auch in den Innenseiten der
Klappenbroschüre ist eine Sanduhr abgebildet, die wie die edle Uhr vorne
in golden glitzernden Sand zerfällt. Ein wahrer Blickfang!

Das Buch beginnt damit, dass Emma Caro das Märchen erzählt. Der hässliche und mächtige Zwergenkönig Laurin entführt eine menschliche Prinzessin namens Similde
in sein Zwergenreich in den Bergen, weil er ihrer Schönheit verfallen
war. Er zwingt sie zur Hochzeit, doch vorher kommt das Heer ihres
Vaters, um sie zu retten. Sie zerstören Laurins wunderschönen
Rosengarten und der Anführer Dietrich von Bern schafft es ihn zu
besiegen und Similde aus seinen Klauen zu befreien. Dietrich sperrt
Laurin ein und nachdem Dietrich und Similde nach fünfzig glücklichen
Jahren gestorben waren, befreit ihr Sohn den nun schwachen Zwerg aus seinem Gefängnis. Im Zwergenreich vergeht die Zeit anders und Laurin denkt, Similde sei zu ihm zurückgekehrt, als im Jahre 1987 Emma, die Similde mit ihren feuerroten Haaren sehr ähnlich sieht, seinen verzauberten Rosengarten betritt und dabei einen Alarm bei den Zwergen auslöst...

Mir haben sämtliche Charaktere sehr gut gefallen, denn die
Autorin hat ein Händchen dafür ihre Figuren lebendig werden zu lassen.
Einige sehen es vielleicht als ungeschickten Anfängerfehler an, das
Aussehen der Figuren gleich zu Anfang sehr detailliert zu beschreiben,
doch ich fand es sehr vorteilhaft, was das Kopfkino anbelangt. Die
Charaktere nehmen vor meinen Augen Gestalt an und alles war sehr
bildhaft beschrieben, sei es die Umgebung, das Charakteraussehen oder
die Handlung allgemein. Alle Figuren wirkten authentisch und der ein
oder andere zeigte sogar eine Charakterentwicklung. Vor allem Emma, Jonathan, Herr Spindler und Lilly
habe ich schnell ins Herz geschlossen, die in nur wenigen Tagen
zusammen viele Hindernisse überwinden müssen und trotzdem nicht
aufgeben.

Ich liebe Frau Schmidts Schreibstil. Er ist sehr flüssig, locker
und einfach toll zu lesen. Die Geschichte wird aus verschiedenen
Perspektiven, vorwiegend allerdings aus Emmas Sicht, in Ich-Form und in
Vergangenheit erzählt, sodass man die Geschichte aus verschiedenen und
interessanten Blickwinkeln betrachten kann. Das macht die Geschichte
sehr facettenreich, genau wie der Umstand, dass die Autorin hier Fantasy
(magische Märchen und Sagen) und das Zeitreisen mischt. Alles wirkt gut
durchdacht und die Geschichte punktet mit einer ganz eigenen Logik. Hin
und wieder konnten mich die Dialoge auch richtig zum Lachen bringen!


Zitat: " 'Was tun diese Leute da? Ist ihnen nicht wohl?', wollte er wissen.
'Sie tanzen', erwiderte ich.

Jonathan
lachte ungläubig. 'Nein Emma, das ist kein Tanzen, das ist...", er
zögerte und nahm die Tanzfläche noch einmal in Augenschein. 'Es sieht
aus wie eine Teufelsaustreibung", bemerkte er und fixierte
kopfschüttelnd eine junge Frau, die
[...] sich mit kunstvollen Verrenkungen zur Musik bewegte. " (S. 255-256)

[Sie befanden sich in einer Disco.]
Womit wir auch zu einem weiteren Aspekt kommen, von dem ich beeindruckt
war. Frau Schmidt achtet darauf, dass sich die Figuren immer in ihrem typischen Jargon/Slang ausdrücken und dass die Sprache immer zu ihrer Zeit und zu ihrer Persönlichkeit passt. So bleiben die Figuren bis zum Schluss glaubwürdig.

Das ganze Buch ist ingesamt sehr unterhaltsam, nichts hat sich in die Länge gezogen, im Gegenteil. es wurde zum Ende hin immer spannender,
bis zum Schluss dann der Showdown erreicht wird. Das Ganze wird dann in
einem schönen Epilog einmal abgerundet, sodass ich nach der letzten
Seite tatsächlich seufzen musste. Die kleine, aber feine Liebesgeschichte
hat mir sehr gefallen, denn sie entwickelt sich zum einen nach und nach
und ganz natürlich und zum anderen wird sie nie zu schnulzig, bzw. drängt sich nie in den Vordergund der Handlung, was ich einfach super fand. Ein durch und durch gutes Buch, das ich jedem empfehlen würde !

Fazit:
5 von 5 Punkten! :)
Eine facettenreiche, spannende und fantasievolle Geschichte! Sehr empfehlenswert!
 

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52 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

jugendbuch, fantasy, romance, hexen, lisa j. smith

WILDWORLD - Die Nacht der Wintersonnenwende

Lisa J. Smith , Michaela Link
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei cbt, 14.10.2013
ISBN 9783570380192
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Eigene Zusammenfassung des Anfangs: An einem kühlen Samstagmorgen im Dezember soll die kleine Claudia Hodges-Bradley die Post holen. Als sie gerade die Post aus dem Briefkasten nimmt, schnappt ihr etwas blitzschnell einen Brief aus der Hand - ein Fuchs! Claudia überkommt Überraschung, Furcht und Faszination zugleich, denn das Tier ist in ihren Augen wunderschön. Der Fuchs lockt Claudia schließlich mit dem Brief in ein großes, gruselig und verlassen aussehendes Haus. Und dort fängt der Fuchs, pardon, die Füchsin an mit Claudia zu sprechen! Claudia ist die Jüngste von vier Kindern. Alys ist die Älteste und gilt als verantwortungsbewusst und vertrauensvoll, Janie und Charles sind Zwillinge, wobei Janie unglaublich intelligent ist und Charles sich sehr für Comics und Science-Fiction interessiert. Diesen vier Kinder wird an diesem Dezember-Tag eine Aufgabe übertragen, die die Sicherheit der ganzen Menschheit betrifft. Werden sie es schaffen?
Meine Meinung: Ein absolut magisch und wunderschön aussehendes Cover, was sofort neugierig macht! Wenn ich ehrlich bin, habe ich die blaue Schlange mit den Flügeln gar nicht gesehen und war erst im Nachhinein so positiv überrascht, dass das Cover so perfekt zum Inhalt passt.

Schon die ersten Seiten konnten mich begeistern. Ein kleines Mädchen, das aus heiterem Himmel von einer Füchsin in ein unheimliches Haus gelockt wird, nur um zu erfahren, dass die Füchsin sprechen kann? Solche Anfänge liebe ich! Und nicht nur das, die Füchsin offenbart ihr, dass die Menschheit in Gefahr ist und nur die kleine Claudia und ihre Geschwister dies verhindern können. Natürlich muss Claudia Alys, Charles und Janie erst davon überzeugen, dass sie sich diese unglaubliche Geschichte nicht einfach ausgedacht hat. Neben der Stillworld, die Welt in der die Kinder leben, gibt es noch die Wildworld, eine Welt voller Magie und Zauberei. Die Hexenmeisterin Morgana und die für verrückt erklärte Halterin des alten Hauses, ist im Besitz des einzigen Übergangs zwischen diesen Welten. Natürlich ist das alles nochmal viel komplizierter, aber im Wesentlichen ist Morgana nun in der Wildworld gefangen und die Kinder müssen sie befreien, wenn sie nicht mitansehen wollen, wie böse Mächte aus der Wildworld die Stillworld terrorisieren und zerstören werden. Und es bleibt ihnen nicht mehr viel Zeit!

Die vier Kinder waren allesamt gut charakterisiert. Alys, die "große" Verantwortunsvolle mit dem Beschützerinstinkt und die immer alles bestimmt, Janie, das verschwiegene und oft sehr egoistische Genie, Charles, der gutherzige und humorvolle Optimist und Claudia, die ruhige Beobachterin und Träumerin. Sie alle müssen feststellen, dass Team-Work nicht immer leicht ist und das Erwachsene ihnen bei dieser Aufgabe nicht helfen können oder werden. Die Autorin schafft es, dass die Charaktere und "Zauberwesen" in meinem Kopf lebendig werden und an Gestalt annehmen und das fand ich sehr gut.

Zudem fand ich es gut, dass die Handlung recht flott war und viel Action vorhanden ist und auch der Leser seinen eigenen Kopf anstrengen darf, denn den Kindern begegnen viele Hindernisse, die wie Rätsel gelöst werden müssen, um weiterzukommen. Viele Male wurde ich auch hier positiv überrascht, was die Lösung anbetrifft. Der Schreibstil der Autorin ist sehr einfach gehalten und recht durchschnittlich. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven in Er-/Sie-Form und in Vergangenheit erzählt, sodass man den Figuren leider nicht so gut "in den Kopf schauen kann", wie bspw. bei der Ich-Form.

Wie auch der Schreibstil, war der Plot sehr einfach. Es gibt nur wenige Details und auf Umgebung oder Charakterinnenleben wird zu wenig eingegangen, folglich wirkt die Story sehr oberflächlich und hat zu wenig Tiefgang. Dass die Handlung so schnell ist, muss also nicht unbedingt nur gut sein, denn man hat als Leser so leider weniger Zeit, sich mit den Charakteren anzufreunden, bzw. "anzufeinden". Das finde ich wiederum sehr schade, da es viel ungenutztes Potenzial gibt und die Autorin ruhig mehr ins Detail hätte gehen können.

Insgesamt fand ich das Buch aber trotzdem sehr unterhaltsam und denke, dass vor allem jüngere Leser ab 10-12 Jahren ihren Spaß an diesem magischen und abenteuerlichen Buch haben werden.

Fazit:3,5 von 5 Punkten! :)
Eine absolute Leseempfehlung für jüngere Leser! :)

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332 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

meer, jugendbuch, anna banks, liebe, triton

Blue Secrets - Der Kuss des Meeres

Anna Banks
E-Buch Text: 448 Seiten
Erschienen bei cbt, 09.09.2013
ISBN 9783641107161
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das wunderschöne Cover und die vielen positiven Reaktionen auf Amazon
haben mich verführt und ich wollte dieses Buch unbedingt haben und
lesen.

Das erste Kapitel war gut. Alles war sehr locker und vor
allem sehr witzig. Die 18-jährige Emma und ihre beste Freundin Chloe
machen Urlaub in Florida und auf dem Weg zum Strand knallt Emma gegen
einen wildfremden Kerl - einen ziemlich gutaussehenden sogar. Was jedoch
seltsam ist, ist dass er genau wie Emma violettfarbene Augen hat und
sie sehr intensiv anstarrt. Seine vom ersten Augenblick an sehr
unsympathische jüngere Schwester Rayna, die ebenfalls eine
violettfarbene Augenfarbe hat, verrät den beiden Mädchen seinen Namen -
Galen.

Von da an, ging es mit dem Buch steil bergab und hier sind verschiedene Punkte, warum.

1.
Der Schreibstil: Er ist enorm holprig und einfach sehr unausgereift.
Die Geschichte wird abwechselnd aus Emmas Sicht in Ich-Form und in
Gegenwart und aus Galens Sicht in Er-Form erzählt. Viel zu oft bringt
die Autorin sehr deplatziert wirkende Vergleiche mit dem Wort "wie" ein.
Anfangs ist es noch ganz witzig, aber irgendwann nerven diese
gekünstelten und "gezwungen amüsanten" Einwürfe, weil sie immer häufiger
auftauchen. Besonders, wenn die Stimmung alles andere als humorvoll und
locker-flockig ist.

2.+ 3. Die Charaktere und die Handlung: Wir
lernen Chloe, Emmas allerbeste Freundin, kennen. Sie ist dunkelhäutig,
sportlich, eine talentierte Sprinterin, witzig, sehr direkt und sie
liebt es, Emma zur Weißglut zu bringen. Es passiert im zweiten Kapitel
(!), - ich denke also nicht, dass das ein Spoiler ist - Chloe wird
direkt zu Anfang des Buches auf dem Meer von einem Hai getötet und Emma,
die in nächster Nähe ist, kann nichts dagegen tun. Es ist einfach kein
guter Zug der Autorin, die beste Freundin direkt am Anfang zu töten,
wenn sie vorher in Emmas gesamten Leben eine wichtige Rolle gespielt hat
und so dem Leser eine Chance hätte geben können, einen besseren Draht
zur Protagonistin Emma zu bekommen. Dann fehlte mir definitiv Emmas
Trauer um Chloe oder eine Art Trauma, mit dem sie den Tod ihrer besten
Freundin kompensiert. Nach dem grausamen Vorfall springt die Autorin
nämlich direkt zu Emmas ersten Schultag ihres Abschlussjahres und der
Leser bekommt kaum etwas von ihrer Trauer mit. Emmas Dad ist außerdem
erst vor zwei Jahren an Krebs gestorben und auch dort hat die Trauer
innerhalb der Familie gefehlt, welche diese Tatsache real gemacht hätte.
Emmas Mutter war mir von Anfang an unsympathisch und ihr Verhalten fand
ich einfach durch und durch lächerlich und alles andere als mütterlich.

[Ich entschuldige mich für die ellenlangen Sätze, die aber nur verdeutlichen sollen, wie schnell das alles im Buch abläuft.]

Zurück
in der Schule geht die Katastrophe damit weiter, dass plötzlich Galen
in Emmas Heimatstaat New Jersey auftaucht und alle Fächer mit Emma hat.
Die anderen Mädchen der Schule stolpern über ihre Schlüpfer, während sie
versuchen, ihm irgendwie ihre Nummer unterzujubeln und Galen ist
natürlich der 08/15-ultraheiße-und-ultralangeweilige Typ, für den jedes
Mädchen sterben würde, der aber selbstverständlich nur bei Emma eine
besondere Anziehungskraft spürt. Es vergehen genau drei Tage und Emma
ist hoffnungslos in ihn verliebt und Galen auch in sie, aber er darf sie
aus einem besonderen Grund nicht lieben, also denkt Emma, dass Galen
sie gar nicht mag, daraufhin bricht sie wann immer es geht einen Streit
vom Zaun und Galen träumt weiterhin von ihren Lippen - aus der Ferne
natürlich, doch um den Schein zu wahren, müssen Emma und Galen vor Emmas
Mutter so tun, als wären sie ein Paar.

Eine solche, dermaßen schlecht geschriebene Liebesgeschichte habe ich noch nie gelesen.

Rayna
beleidigt derweil grundlos Emma, sodass sie sich vor Hass gegenseitig
wortwörtlich an die Gurgel gehen, doch dann erfährt Emma, dass Toraf
(Raynas ehemalig bester Freund) Rayna zur Hochzeit "gezwungen" hat und
plötzlich ist sie Raynas beste Freundin und wendet sich gegen Toraf, der
mir von allen Figuren in diesem Buch, der sympathischste,
bodenständigste und "normalste" Charakter war, wogegen ich Rayna sehr
oft gerne erwürgt hätte, weil sie ihr Mundwerk nicht unter Kontrolle hat
und ihr Charakter einfach durch und durch verkorkst ist. Oh und Emma
findet schließlich heraus, dass sie eine Art Syrena ist, genau wie
Galen, Rayna und Toraf. Ich wiederhole, das alles (und mehr, aber ich
will nicht zu viel spoilern) passiert und erfährt Emma in drei Tagen.

Das
Buch STROTZT in seiner Handlung vor sinnlosen Widersprüchen, starken
Gefühlsschwankungen, unnatürlichen Handlungssprüngen und enorm
unkreativen und langweiligen Klischees und es entwickelt sich alles
total unauthentisch und zu schnell. Und das Schlimmste daran ist, dass
sich die Figuren teilweise sogar bewusst sind, dass ihr Verhalten
einfach keinen Sinn ergibt und sie ändern trotzdem nichts daran. Ich
kann gar nicht sagen, wie oft ich das Buch aus dem Fenster schmeißen
wollte oder vor lauter Empörtheit den Kopf geschüttelt habe...

4.
Das Ende: Keine Angst, ich spoilere nicht! Jedoch bin ich geschockt,
dass ich schon nach einem Viertel des Buches wusste, was eigentlich erst
auf der letzten Seite offenbar werden sollte. Es war so offensichtlich
und vorhersehbar und als sich die Hinweise gehäuft haben, konnte ich
nicht fassen, dass Galen und Co. immer noch nicht darauf kommen. Der
"große Cliffhanger" am Ende war vollkommen vorhersehbar.

5. Das
Potenzial: Hin und wieder kommen Szenen, bei denen es mehr um die
Königreiche der Syrena geht und die fand ich ganz interessant. Diese
Passagen sind jedoch viel zu oberflächlich und zu selten, als dass ich
dem Buch dafür einen Punkt mehr geben könnte. Der Plot hat zwar
Potenzial, der aber leider komplett ungenutzt bleibt.

Insgesamt war dieses Buch also ein großer Fehlgriff und ich kann es absolut nicht weiterempfehlen.

Fazit:
1 von 5 Punkten!
Eine gigantische Enttäuschung.

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677 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 158 Rezensionen

freundschaft, sterbehilfe, meteorit, epilepsie, schweiz

Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat

Gavin Extence , Alexandra Ernst
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Limes, 03.03.2014
ISBN 9783809026334
Genre: Romane

Rezension:

Das Cover finde ich einfach perfekt. Es ist wie auf die Geschichte zugeschnitten und stellt den Anfang des "unerhörten" (oder viel mehr äußerst ungewöhnlichen) Lebens von Alex Woods dar. Viel mehr will und kann ich auch nicht dazu sagen ohne den einzigartigen Leseprozess bei diesem Buch zu stören.

Das Buch beginnt mit dem Ende, weshalb ich auch nur bedingt etwas zum Inhalt des Buches sagen werde. Unser Protagonist ist der 17-jährige Alex Woods, der in einem Auto mit einer Urne voller Asche, viel Geld im Kofferraum und 113 Gramm Marihuana an der Grenze von Dover bei seiner Rückkehr aus der Schweiz zurück nach England am Zoll angehalten wird. Der Zollbeamte erkennt ihn an seinem Gesicht, das er in etlichen Suchmeldungen gesehen hatte und Alex dreht plötzlich die Musikanlage im Auto voll auf und starrt konzentriert geradeaus. Der Zollbeamte denkt sich natürlich, dass er es hier mit einem Wahnsinnigen zu tun hat. Wie es zu dieser abstrusen Situation kommt, erklärt Alex in den nächsten 455 Seiten, wobei er 7 Jahre in die Vergangenheit zurückgeht und mit seinem "Unfall" beginnt. Nach und nach klärt sich dann auf, wie er in diese verrückte Situation gelangt.

Auf unfreiwillige Art und Weise lernt Alex den alten, mürrischen und zurückgezogen lebenden Mann Isaac Peterson kennen. Was anfangs eine sehr zwanghafte und steife Beziehung war, wird zu einer einzigartigen Freundschaft, denn Mr. Peterson und seine unerschütteliche, direkte und sture Persönlichkeit erweitern mit jedem amüsanten Schlagabtausch Alex' Horizont.

Nicht selten habe ich mir gedacht: "Wie? Wie kann sich ein Autor so eine ungewöhnliche Geschichte ausdenken? Und wie schafft er es, sie so glaubwürdig klingen zu lassen?" Es ist interessant und und amüsant zugleich, wie skurril und absolut ungewöhnlich und eigenartig diese Geschichte ist - und zwar in jeglicher Hinsicht, sei es die Handlung, die Charaktere und vor allem (!) der Protagonist selbst. Jede einzelne Etappe in Alex Woods Leben hat mindestens einen Aspekt, der einfach verrückt klingt. Warum also las ich immer weiter?

Die Antwort lautet: der Schreibstil. Ich habe nur ganz selten so einen Schreibstil "erleben" dürfen und kann es einfach immer noch nicht fassen, dass dies der Debütroman des Autors sein soll. Einfach ganz große Klasse und großartig! Ich kann gar nicht beschreiben, was genau in seinen Worten steckt, dass es dem Leser erlaubt, so mühelos und fließend zu lesen. Es ist, als würde er einfach seine Gedanken direkt aufschreiben, dabei ist es kein chaotischer und zusammenhangloser Bewusstseinsstrom, sondern einfach eine Erzählung mit einem klaren, roten Faden. Die Erzählstimme ist sehr prägnant und ich hatte tatsächlich nicht den Eindruck zu lesen, sondern eher etwas vorgelesen zu bekommen.

Mir ist außerdem aufgefallen, dass er sehr wichtige Themen und ernste Lebensfragen (mit denen sich jeder früher oder später beschäftigen wird) auf eine sehr subtile und "nebensächliche" Art und Weise anspricht und den Leser dabei indirekt und ganz ohne Zwang zum Nachdenken anregt. Er schreibt über Gott und die Welt, das Leben und den Tod, den freien Willen eines Menschen, über Logik, über Richtig und Falsch, Gewalt und Pazifismus, den gesunden (und fragwürdigen) Menschenverstand, über Selbstmord, die Wissenschaft und über Gerechtigkeit. Und das alles mit einer solchen Leichtigkeit und Weisheit, sodass man als Leser gar nicht merkt, dass man sich gerade im Bereich der Philosophie befindet. Auch wenn ich nicht immer einer Meinung mit Alex oder Mr. Peterson war, verstand ich ihre Einstellung und akzeptierte sie.

Am Ende fügt sich das Bild zusammen, als Alex sich in der Ausgangsituation wiederfindet. Als ich das Buch beendet hatte, überkam mich ein seltsames Gefühl der Klarheit. Es ist erstaunlich, was dieses Buch mit dem Leser anstellt und ich kann dieses ungewöhnliche (Wie oft habe ich dieses Wort schon in dieser Rezension benutzt?) Buch nur jedem empfehlen!

Fazit:
5 von 5 Punkten! :)
Eher, das "sehr ungewöhnliche" Leben des Alex Woods!

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374 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 64 Rezensionen

dystopie, selbstmord, liebe, vergessen, jugendbuch

Du. Wirst. Vergessen.

Suzanne Young , Lothar Woicke
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.08.2013
ISBN 9783442269211
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Cover hat mich nicht wirklich dazu animiert, mir dieses Buch näher anzuschauen, eher überkommt mich ein seltsam unbehagliches Gefühl, wenn ich dieses gemalte Gesicht ansehe. Der Gesichtsausdruck ist sehr schwer zu deuten. Ist sie wütend/konzentriert/beides/gar nichts von beiden? Vielmehr hat mich der Klappentext neugierig gemacht und viele positive Rezensionen. Der Titel klingt wie eine Drohung oder ein Befehl, was sehr gut zur Story und zum "Programm" passt.

Ich bin ganz ehrlich: auf den ersten Seiten, konnte ich meinen Augen kaum trauen. Wie unheimlich echt, fesselnd und direkt alles beschrieben ist, es ist, als würde der Leser als Geist direkt neben unserer Protagonistin mitten in dieser Situation stecken. Die Atmosphäre ist geradezu greifbar: kalt, verzweifelt, hilflos, ängstlich, tot, düster und doch ist alles nach Außen hin sauber, weiß und steril.

In Amerika ist eine Selbstmord-Epidemie unter den Teenagern und Jugendlichen ausgebrochen. Immer mehr entscheiden sich die illegale Droge QuickDeath zu nehmen und zu sterben, nachdem sie für eine Weile stark depressiv werden und sich in ihrem Charakter verändern. Die Regierung hat sich deshalb an die Wissenschaft gewendet und "Das Programm" eingeführt. Die Jugendlichen stehen bis zum 18. Lebensjahr unter strenger Beobachtung, das kleinste Zeichen von Depression und man wird in "das Programm" gebracht, wo einem die Erinnerungen rausgeschnitten werden und man als "Rückkehrer" nur noch leer, ohne Erinnerungen und emotionslos zurückkehrt. Sloane hat vor zwei Jahren ihren großen Bruder Brady sterben sehen, als er mit einem Sprung in einen Strudel Selbstmord beging. Sein bester Freund war James und schon vor seinem Tod waren Sloane und James ein Paar. Beide verstecken ihre Trauer so gut es geht, sonst wären sie verloren. Sie lieben sich wie verrückt. Sie sind entschlossen, sodass sie eher sterben würden, als ihre Erinnerungen zu verlieren und sie geben sich trotz all der geballten Hilflosigkeit um sie herum, gegenseitig Kraft. Doch dann wird James geholt und Sloane verzweifelt an ihrer Trauer...

Trotzdem blieb der Schreibstil immer sehr gut und flüssig. Die Autorin geht sehr wenig auf die Umgebung oder das Aussehen der Charaktere ein, dafür erweckt sie sie zum Leben, indem sie sie einfach sprechen und tun lässt, sodass man sie trotzdem vor Augen hat. Das zu schaffen ist kein Zuckerschlecken und ich war sehr davon beeindruckt. Die gesamte Story wird aus Sloanes Perspektive in Ich-Form und Gegenwart erzählt und trotzdem blieb sie mir als Protagonistin den Großteil des Buches sehr fremd und distanziert, auch weil sie sehr passiv wirkt. Erst ganz am Ende wurde ich ein bisschen mit ihr warm, doch ich spüre da noch Luft nach oben.

Die Handlung im Mittelteil zieht sich sehr in die Länge und es scheint, als komme man überhaupt nicht mehr voran. Das gesamte Buch an sich ist nicht sehr spannend und hat nicht viel Action, aber bei einem Plot, wo es um steigende Selbstmordraten und das Löschen von Erinnerungen geht, ist diese "Leere" nur zu erwarten. Woran die Autorin jedoch nicht spart, sind die Gefühle und das Drama zwischen Sloane und James. Ihre große Liebesgeschichte wird sehr stark betont und detailreich beschrieben, was der eine Leser begrüßt, den anderen jedoch auch irgendwann auf die Nerven gehen kann. Ich fand es süß!

Was den dystopischen Aspekt angeht, bin ich etwas enttäuscht. Gerade am Anfang weckt diese "Krankheit" sofort das Interesse, weil es erstmal eine neue Idee ist. Doch die Autorin lässt den Leser das gesamte Buch über im Dunkeln tappen. Es gibt nur wenige Antworten auf meine Fragen, doch das Ende macht Hoffnung auf eine aufschlussreichere Fortsetzung. Apropro Ende, das fand ich einfach super! Sloane scheint, was ihren Tatendrang und ihre Willenskraft angeht, zu wachsen und endlich bekommt sie Persönlichkeit. Auch die Story lebt dadurch wieder auf und es wird spannend. Es endet letztendlich sehr offen und ich bin schon gespannt, wie es mit Sloane und James weitergeht!

Fazit:
3,5 von 5 Punkten! :)
Leider etwas langatmig und kaum Antworten, jedoch große Gefühle!

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202 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

zeitreise, liebe, zeitreisen, julie cross, holly

Feinde der Zeit

Julie Cross , Birgit Schmitz
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 22.08.2013
ISBN 9783841422101
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Cover verspricht viel Action und Spannung und ich finde es gelungen. Der Protagonist macht sich für die Flucht bereit und um ihn herum herrscht absolutes Chaos. Der Titel "Feinde der Zeit" passt sehr gut, da wir mehr von ihnen erfahren und es hauptsächlich auch um sie geht.

Ich empfehle jedem zukünftigen Leser dieser Fortsetzung den ersten Band nochmal zu überfliegen, denn ohne könnte es gut sein, dass ihr das gleiche Problem beim Lesen feststellt, wie ich: Erinnerungslücken, die sich auch nach einigen Seiten nicht füllen. Wer schon öfter Zeitreise-Geschichten gelesen hat, weiß, dass es immer um die kleinen Details geht, wenn man das komplizierte Große-Ganze verstehen will. Wenn man aber diese Details vom ersten Band vergisst, wird man früher oder später nur noch frustriert sein, denn die Autorin fasst weder direkt noch indirekt - also möglichst unauffällig in die Story mit eingebunden - die vorangegangene Geschichte zusammen. Ich konnte mich leider nur an das Gröbste erinnern und das nahm mir immer mehr den Lesespaß... bis ich dann doch nochmal im ersten Band nachgelesen habe, was bspw. "Axele" nochmal ist. Das ist übrigens das Experiment von der geheimen Organisation Tempest, aus dem Jackson und Courtney (seine Zwillingsschwester, die an einem Hirntumor gestorben ist) entstanden sind.

Jackson will nicht noch einmal miterleben, wie Holly wegen ihm und seiner besonderen Fähigkeiten in Gefahr gebracht wird und am Ende sterben muss. Deshalb tut er das Gegenteil, was ihm sein Herz sagt: er radiert die 09'er Holly aus und springt genau zu dem Tag im Jahr 2009, an dem er sie kennenlernen würde, um genau das nicht zu tun. Er wird sie nicht kennenlernen und Holly und auch Adam werden sich nicht an ihn erinnern. Also überredet er seinen Vater (Kevin Meyer), Chief Marshall und Dr. Melvin ihn in "Tempest" aufzunehmen und zu einem Agenten auszubilden, um sich von all dem Kummer abzulenken. Er erfährt so einiges über die EOTs (Enemies of Time), allen voran war jedoch Thomas, den Jackson am liebsten tot sehen will, nach allem, was er Holly angetan hat.

Wenn ich bei "Sturz in die Zeit" noch den vollen Überblick über die Zeitleisten/Paralleluniversen/Zeitsprünge hatte, so sah ich bei diesem Band irgendwann keinen Sinn mehr darin, meine Zeit damit zu verschwenden, zu verstehen was für Sprünge Jackson unternimmt (Halbsprung, Supersprung, Thomas-Sprung?). Wenn man an diesen Punkt angelangt ist, lässt sich das Buch auch viel "leichter" lesen, da man nicht mehr auf das allerkleinste Detail achtet. Also leider sehr unübersichtlich und .

Der Schreibstil ist aber zum Glück noch so gut wie vorher. Die ganze Geschichte wird wieder aus Jacksons Perspektive in Ich-Form und in Vergangenheit erzählt, sodass man sich gut in seine Lage versetzen kann. Ich fand es sehr positiv, wie sehr sich Jackson im Laufe der Vorgeschichte weiterentwickelt hat und wie sich diese Charakterentwicklung auch in seinen Handlungen und Worten zeigt, wobei die Agenten-Ausbildungen sicherlich viel dazu beigetragen hat. Er lernt seine besonderen Fähigkeiten, wie z.B. sein fotografisches Gedächtnis oder die Fähigkeit in einem Tag eine ganze Sprache zu lernen, besser kennen und sie bei seiner Arbeit beim CIA einzusetzen. Doch die EOTs scheinen sich ebenfalls weiterenwickelt zu haben und noch weiß die Organisation Tempest auch nicht genau, was ihre Feinde eigentlich erreichen wollen.

Weiterhin hat mir der gefühlvolle Aspekt dieses Buches sehr gefallen. Jackson und seine Liebe zu Holly wird sehr berührend und glaubwürdig beschrieben, sodass man einfach Mitleid mit ihm haben muss und dieses ganze Dilemma einen mitnimmt. Das Ende war einerseits echt spannend und andererseits, hat sich meine Verwirrung in den letzten Seiten vervielfältigt. Die Zeitleisten scheinen zu verschmelzen und was übrig bleibt ist ein Chaos, bei dem keiner mehr den Überblick behält. Es stellt sich die Frage: Wer ist hier eigentlich der Böse und kämpft Jackson überhaupt an der Seite der Guten? Ich hoffe sehr, dass ich beim finalen Band dieser Trilogie nicht so auf dem Schlauch stehen werde. Also alles sehr kompliziert, verwirrend, aber auch unvorhersehbar und überraschend!

Fazit:
3,5 von 5 Punkten! :)
Verwirrende und doch faszinierende Fortsetzung!

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710 Bibliotheken, 10 Leser, 5 Gruppen, 153 Rezensionen

zeitreise, liebe, zeitreisen, zeitsplitter, dystopie

Zeitsplitter - Die Jägerin

Cristin Terrill , Barbara Imgrund
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Boje, 14.02.2014
ISBN 9783414823908
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ein absoluter Eyecatcher. Das Cover gefällt mir sehr gut, vor allem weil es so modern, edel und "futuristisch" aussieht und sehr schon die Geschichte widerspiegelt. Wir sehen ein Mädchengesicht, das noch einmal auf die untere Hälfte in s/w gespiegelt wurde, was ganz klar Marina und Em darstellen soll, also Vergangenheit und Zukunft. Dann der blau-türkise Kreis mit der zersplitterten Oberfläche, was die Zeit darstellen soll, die durch die Zeitreisen unterbrochen und schließlich gebrochen wird. Alles in allem ein durchdachtes und sehr ansehnliches Cover, das vorab schon Action und Spannung verspricht!
Es ist schwierig bei diesem Buch nicht zu spoilern, da sich Vergangenheit und Zukunft vermischen, deshalb gehe ich nur auf den Anfang des Buches ein.
Die Zukunft: Wir lesen von Em, die seit mehreren Monaten in einer Zelle gefangen gehalten wird und Nacht für Nacht verhört und gefoltert wird, nur damit sie dem Doktor eine wichtige Information verrät. Ihr einziger Lichtblick ist Finn, der nebenan gefangen gehalten wird und sie liebt ihn und Finn liebt sie. Eines Tages findet sie eine Notiz, in der sie sich selbst erklärt, dass sie schon 14 Mal mit Finn ausgebrochen und in die Vergangenheit gereist ist, um die Zukunft zu verändern, denn die Zukunft ist die Hölle. Nachdem die Zeitreisemaschine Cassandra zustande kam, ging die Welt langsam aber sicher unter, deshalb müssen Em und Finn verhindern, dass sie überhaupt gebaut wird. Ihr nächster Versuch heißt: Zitat: "Du musst ihn töten." (Seite 15) In der Vergangenheit gibt es Marina Marchetti, James Shaw und Finn Abbott. Sie sind beste Freunde und schon lange ist Marina in James verliebt, kann es ihm aber nicht sagen, weil er sie nur wie eine Schwester zu sehen scheint. Finn ist James anderer bester Freund und Marina hasst ihn, einfach weil er existiert. Sie alle müssen jedoch gemeinsam miterleben, wie Nate - James älterer Bruder - bei seiner Rede in einer Benefizveranstaltung angeschossen wird und ab diesem Moment ändert sich alles.
Ich hab schon ein paar Zeitreise-Romane gelesen und konnte mich innerlich auf die Zeitreisesprünge einstellen. Dennoch konnte ich nicht verhindern, dass mir die Protagonistin Em/Marina das ganze Buch über fremd und distanziert blieb, was ich sehr schade finde. Während der Anfang absolut spannend und interessant an einem vorbeirast, findet man keine Zeit, sich auf die drei Hauptcharaktere einzulassen und so bleiben sie immer blass und etwas unauthentisch.
Der Schreibstil war okay, ab und an sind mir jedoch seltsame Formulierungen aufgefallen. Die Story wird in Ich-Form und Gegenwart, abwechselnd in zwei Erzählsträngen von Em und Marina erzählt und trotzdem konnte ich mich nicht ganz in die Geschichte einfühlen. Dafür fehlt es der Story in verschiedenen Aspekten an Tiefgang, besonders aber bei den Charakteren und am Konzept. Von den Nebencharakteren bin ich bspw. ziemlich enttäuscht, denn viele hätte die Autorin auch einfach auslassen können, während andere, wie z.B. Marinas Eltern und ihre Beziehung zu Marina mehr Ausarbeitung gebraucht hätten.
Beim Konzept gibt es einige Plus-, aber auch Minuspunkte. Zum einen hat die Autorin die Geschichte sehr gut aufgebaut und ich konnten den sich abwechselnden Erzählsträngen immer gut folgen, was für einen Zeitreise-Roman schon bemerkenswert ist, denn ohne eine gute Struktur verliert man schnell mal den Faden. Zum anderen ist es der Autorin auch sehr schön gelungen, Zukunft und Vergangenheit erst nach und nach miteinander in Verbindung zu bringen, also so, dass die Handlung für den Leser fast immer unvorhersehbar bleibt. Des weiteren bin ich begeistert davon, wie Frau Terrill am Ende alles auflöst und alles Sinn macht. Wenn man bei Zeitreise-Romanen jedoch dazu neigt, etwas detaillierter zu analysieren, wird einem hier schnell auffallen, dass es Logikfehler gibt. Die ganzen 14 Male, in denen Em und Finn versuchen, die Zukunft zu verändern, indem sie in die Vergangenheit eingreifen, haben gar keine Auswirkung auf die Zukunft, denn jedes Mal landen Finn und Em wieder in dem Gefängnis, was ich ziemlich unrealistisch finde. Zeitreisen sind an sich schon unrealistisch, klar, dennoch denke ich, dass sich diese Zeit-Paradoxa sich in irgendeiner Art und Weise hätten auswirken müssen.
Insgesamt habe ich dieses Buch wirklich gemocht! Obwohl ich keinen Draht zu den Charakteren aufbauen konnte, weswegen ich auch einen Stern abziehe, habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Es ist also ein sehr empfehlenswertes Buch, allein wegen der ganzen Spannung, der guten Auflösung am Ende und wegen der rasanten Handlung!
Fazit:4 von 5 Punkten! Wenn man nicht allzu sehr auf die kleinen Details achtet, ist es ein sehr, sehr gutes Buch!

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