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Wie die Erde um die Sonne

Brittainy C. Cherry , Katja Bendels
Flexibler Einband: 440 Seiten
Erschienen bei LYX, 27.07.2018
ISBN 9783736305700
Genre: Liebesromane

Rezension:

Im Januar 2017 habe ich nicht nur das erste Buch der Romance Elements Reihe, Wie die Luft zum atmen, gelesen, sondern auch mein erstes Buch der Autorin überhaupt. Überraschend war für mich, dass es nur ein einziges Kapitel brauchte, um mich völlig mit sich zu reißen und um in mir die ganz ganz großen Gefühle auszulösen. Es versteht sich von selbst, dass ich nach so einer Erfahrung auch die restlichen Bände der Reihe lesen musste. Wie die Erde um die Sonne ist Band 4 und damit auch der letzte Band der wirklich hochemotionalen Buchreihe und ich habe ihm sehr ungeduldig entgegengehibbelt.

Worum geht es?
Als Lucy den Auftrag erhält, Blumen für eine Trauerfeier zu liefern, ahnt sie noch nicht, dass diese Fahrt ihr ganzes Leben verändern wird. Und auch Graham hätte sich im Traum nicht vorstellen können, dass eine simple Blumenbestellung für die Beerdigung seines Vaters nicht nur sein Leben, sondern auch sein Ich auf den Kopf stellen würde. Doch das Schicksal hat manchmal einen seltsamen Humor und so verbindet es die Leben zweier Menschen miteinander, die unter keinen Umständen zusammen sein dürfen ..

Herzzerreißendes Schluchzen aus dem Wohnzimmer
Mit Wie die Luft zum atmen, Wie das Feuer zwischen uns und Wie die Stille unter Wasser hat Frau Cherry mehr als deutlich gemacht, dass es in der Elemente-Reihe hochemotional zugeht und auch Wie die Erde um die Sonne ist da keine Ausnahme. Nach Verlust und Trauer, Drogensucht und Angst nimmt sie sich hier Einsamkeit und dem Verlassenwerden an und beides ist wieder einmal so glaubhaft und herzzerreißend eingearbeitet, dass ich stellenweise vor mich hinschluchzend im Wohnzimmer saß, immer wieder meine Nase schnäuzte und dabei fest an den Seiten klebte. Für besonders viel Regung gesorgt hat bei mir vor allem Lucys Beziehung zu ihren Schwestern, doch auch Grahams Vergangenheit und seine Beziehung zu seinem Mentor haben ordentlich an meiner Tränendrüse gekitzelt.

Das Blumenmädchen und der King of Horror
Mit Lucy und Graham hat Brittainy C. Cherry wieder einmal zwei Hauptfiguren geschaffen, die man nicht nur einfach mögen muss, sondern die auch einiges in ihren Leben erlebt haben. Dabei ist Lucy trotz der Downs in ihrem Leben ein absolut positiver, lebensfroher Mensch, der das Herz auf der Zunge trägt, während Grahams zweiter Vorname Wortkarg lautet. Er ist verschlossen, mürrisch und weitestgehend gefühlsnüchtern. Beide haben natürlich ihre Gründe, wieso sie sind, wie sie sind, klar und beide Geschichten fand ich unglaublich berührend. Erstaunlich war auch hier mal wieder, wie gut völlig unterschiedliche Charaktere eigentlich zusammenpassen. Es ist eben tatsächlich so, dass Gleich und gleich gesellt sich gern, nicht immer stimmt, sondern Gegensätze sich manchmal mehr anziehen und vielleicht auch besser ergänzen.

Dieses Kribbeln im Bauch, das man nie mehr vergisst ..
Ja, dieses Kribbeln. Jeder kennt es wahrscheinlich und weiß somit, wie wunderschön dieses Gefühl ist. Leider spürte ich das hier überhaupt nicht. Es gab kein Knistern, das mich mit den beiden mitfiebern ließ, kein Feuer. Vielmehr war es so, das Lucy und Graham irgendwann einfach zusammengefunden haben. Sie sind über ihr Leben, ihren Alltag zusammengewachsen und das Verliebtsein hat sich quasi unbemerkt eingeschlichen. Das ist nichts Schlimmes oder gar Verkehrtes, im Gegenteil, in der Realität spielt es sich oft genug genau so ab. Mein Problem war dabei nur, dass ich durch dieses Einschleichen der Liebe an dieser Stelle für meinen Geschmack einfach nicht genug mitfühlen konnte. Mir fehlten die Hach-Momente, die durch Schmetterlinge und Waldbrände im Bauch, Herzklopfen und auch Lust ausgelöst werden.

Kurzum
Einmal mehr hat Brittainy C. Cherry gezeigt, dass sich aus den Steinen, die das Schicksal in den Weg wirft, auch ganz wunderbare Sachen bauen lassen. Es sind diese ganz großen Gefühle, die uns gleichermaßen den Boden unter den Füßen wegreißen, wie auch fliegen lassen können, die ihre Bücher ausmachen und mich fesseln. Einzig auf das Knistern zwischen den Protagonisten musste ich hier leider verzichten, was mir zugegebenermaßen ziemlich gefehlt hat. Da der Rest aber wie gewohnt zu begeistern wusste, konnte ich das gut verkraften.

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Walkaway

Cory Doctorow , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.06.2018
ISBN 9783453317932
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Ich bin ein großer Fan von Cory Doctorows Büchern. Angefangen hat alles mit Little Brother und nachdem mich dieses Buch seinerzeit so begeistert hatte, folgten auch schnell die nächsten Werke des Autors. Als im Juni diesen Jahres Walkaway in Deutschland auf den Markt kam, war klar, dass auch dieses Buch unbedingt bei mir einziehen musste.

Worum geht es?
Hubert Vernon Rudolph Clayton Irving Wilson Alva Anton Jeff Harley Timothy Curtis Cleveland Cecil Ollie Edmund Eli Wiley Marvin Ellis Espinoza lebt in einer Zweiklassengesellschaft, in der der Wert eines Menschen über seinen Nutzen bestimmt wird, innerhalb einer Stunde Bier aus Gullywasser gemacht wird und in der Möbel in Windeseile von 3D Drucken hergestellt werden. Als er gemeinsam mit seinem Freund Seth eine kommunistische Party besucht, auf der er eindeutig zum älteren Semester gehört, lernt er Natalie kennen. Anders als er ist sie sehr wohlhabend und könnte sich die Welt leisten, doch das ist nicht ihr Ding. Ihr Ding ist es, sich gegen die Weltanschauung der Reichen zu stellen und mehr gesellschaftliche Gerechtigkeit zu schaffen. Dafür schreckt sie auch vor dem Schritt, alles hinter sich zu lassen und sich den gesetzlosen Walkawys anzuschließen, nicht zurück. Gemeinsam mit Hubert und Seth macht sie sich auf den Weg in ein neues, gerechteres Leben ..

Thematisch wieder einmal eine Punktlandung
In seinen Büchern nimmt Cory Doctorow sich Themen wie Terrorismus, Überwachungsstaat, Urheberrecht, Piraterie und Gaming an und trifft damit stets den Zahn der Zeit. Und auch Walkaway mangelt es nicht an Aktualität, hat sich der Autor hier unserer Klassengesellschaft und dem Wertesystem bedient und gemeinsam mit den Figuren in diesem Buch Überlegungen angestellt, wie man unsere Gesellschaftsprobleme lösen und eine bessere Welt schaffen könnte. Wie für Cory Doctorow üblich, gibt es dabei auch hier keine schnell gefundene Lösung oder gar Perfektion, sondern viele Abers und vor allem unterschiedliche Sichtweisen, wodurch seine Geschichten einfach wahnsinnig authentisch wirken.

Leider nur dabei statt mittendrin
Was seine Werke für mich immer so besonders gemacht hat, waren allerdings nicht die Themen, sondern die Art, wie Cory Doctorow über sie schreibt. Es spielte nie eine Rolle, ob ich in einem Thema Zuhause oder ein totaler Neuling war: ich fühlte mich in seinen Geschichten wohl und selbst als ahnungsloser Leser ernst genommen. Scheinbar nebenbei und mit einer Engelsgeduld hat er stets das Thema seines Buches erklärt, solange, bis ich am Ende selbst für das Thema brannte. Cory Doctorow hatte mich an die Hand genommen und mir andere Welten gezeigt. Dass all das dieses Mal ausgeblieben ist, enttäuscht mich sehr. Das Thema ist interessant und wichtig, gar keine Frage, aber ich hatte während des Lesens nie das Gefühl, als hätte Doctorow das Buch auch für Neulinge geschrieben. Ich habe mich stellenweise ziemlich verloren gefühlt, wodurch der knapp 720 dicke Wälzer zu einer ziemlichen Herausforderung wurde. Schade, denn gerade dieses Buch, das thematisch nun wirklich jeden einzelnen von uns betrifft, hätte verdient gehabt, für Jedermann geschrieben worden zu sein und nicht nur für jene, die bereits Begeisterung mitbringen.

Kein Draht zu den Figuren
Mein größtes Problem mit Walkaway waren aber die Figuren. Ich habe in letzter Zeit immer häufiger feststellen müssen, dass ich die Ich-Perspektive bei Büchern, die darauf abzielen, dass ich als Leser eine Verbindung zu den Figuren aufbaue, um auch die richtigen Emotionen für die Geschichte zu entwickeln, bevorzuge. Und auch Walkaway bestätigte das für mich nur nochmal, denn neben der Story, die mich stellenweise einiges an Nerven und Durchhaltevermögen gekostet hat, gab gleich mehrere Schlüsselfiguren in der Geschichte, die durch den allwissenden Erzähler allesamt leider sehr weit weg wirkten. Dass diese Charaktere darüberhinaus neben ihren richtigen Namen zumeist auch noch Alias hatten, machte es nur noch schlimmer. So gerne hätte ich wenigstens ein klitzekleines bisschen Nähe aufgebaut, doch obwohl ich Gedanken und Handlungen durchaus nachvollziehen konnte, bewegten sie mich nicht.

Kurzum
Als großer Cory Doctorow Fan freute ich mich wahnsinnig auf dieses Buch, doch leider wurde ich ziemlich enttäuscht. Mit der Wahl des Themas hat Doctorow zwar alles richtig gemacht und genau den Zahn der Zeit getroffen, doch leider ließen mich Umsetzung wie auch Figuren kalt. Dennoch ist Walkaway keinesfalls ein schlechtes Buch. Leser, die bereits ein gewisses Grundinteresse an Politik und Gesellschaftsklassen mitbringen, könnten mit diesem Buch auf ihre Kosten kommen.

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1.124 Bibliotheken, 55 Leser, 0 Gruppen, 216 Rezensionen

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Save You

Mona Kasten
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX, 25.05.2018
ISBN 9783736306240
Genre: Liebesromane

Rezension:

Vor ein paar Wochen habe ich "Save me" gelesen und war nicht ganz so angetan, wie ich es gerne gewesen wäre. Ich mochte die Figuren und die Idee, fand jedoch, dass das Potenzial dahinter nicht ausgeschöpft wurde. Jetzt ist Band 2 der Save-Trilogie, "Save you", erschienen und ich war sehr gespannt, ob Mona Kasten hier die Luft nach oben genutzt hat. Und ja, das hat sie!

Worum geht es?
Während James den Boden unter den Füßen verloren hat und dabei ist, sich selbst zu zerstören, fasst Ruby nach vielen tränenreichen Stunden den Entschluss, ihn aus ihrem Leben zu streichen. Das allerdings erweist sich als weitaus schwieriger als erhofft, denn James will ihr nicht aus dem Herz gehen, was nicht zuletzt daran liegt, dass der junge Bellford sich dazu entschlossen hat, für das zu kämpfen, was ihm wichtig ist und da steht Ruby ganz oben auf der Liste ..

Der Fokus hat sich verschoben
Drehte sich in Save me noch sehr viel um James Clique und die Schule, ist beides in Save you in den Hintergrund geraten und wer meine Rezension zum ersten Band gelesen hat, ahnt jetzt vielleicht, dass mir diese Entwicklung sehr gefallen hat. Endlich geht es wirklich um Ruby und James und das nicht nur auf dem Schulflur, sondern draußen im echten Leben. Sie haben einander Zugang zu ihrer Welt gewährt, ihre Mauern gesengt und sich von der verletzlichen Seite gezeigt, wodurch ich mich den beiden nicht nur viel näher gefühlt habe, sondern Save you auch an Tiefe gewonnen hat. Die Nebenfiguren, die im ersten Band noch sehr im Fokus standen und jetzt ein wenig in den Hintergrund gerückt wurden, spielen aber dennoch immer wieder eine Rolle und wirbeln regelmäßig das Geschehen ein wenig auf.

Gerade nochmal die Kurve gekriegt
Eins meiner Probleme mit dem ersten Band der Save-Trilogie war, dass Mona Kasten neben interessanten Figuren vor allem durch das Einbringen vieler Problemthemen eine ganze Menge Potenzial geschaffen hat, dieses jedoch nicht ausschöpfen konnte. Jetzt, im zweiten Band, ist das anders und darüber freue ich mich wirklich sehr. So bekamen Ember und Lydia zum Beispiel eine eigene Stimme, wodurch nicht nur das Thema Oversize und Blog, sondern auch Schüler-Lehrerbeziehung und deren Folgen viel besser beleuchtet wurden und ich dadurch endlich einen tieferen Einblick in die Leben der beiden Figuren bekam. Sehr gut gefallen hat mir außerdem, dass Mona Kasten sämtliche Themen so integriert hat, dass sie sich vollkommen authentisch in die Geschichte einfügen und kein Einziges irgendwie konstruiert und deplatziert gewirkt hat.

Das Ende
Und schon wieder ein Cliffhanger! Aber wen wunderts, immerhin sorgen diese erst so richtig dafür, dass wir Leser vor Ungedult und Neugier auf den Folgeband fast vergehen und schlussendlich sofort bei Erscheinen die Läden stürmen. Normalerweise mag ich Cliffhanger nicht sonderlich, weil sie oft ein wenig zu gewollt oder gar abgehackt wirken. Dieser hier hat mir allerdings ziemlich gut gefallen, weil er zur Vorgeschichte passte und den Band rund abgeschlossen hat. Zufrieden war ich mit dem Ende dennoch nicht und das lag an einer Figur, die ich bis dato wirklich sehr gemocht habe: Rubys Mutter. Ihr Verhalten hat mich sehr enttäuscht und diese Kehrtwende in ihrer Art wäre nicht nötig gewesen, um dem Ende das gewünschte Drama zu verleihen. Im Gegenteil: durch die abschließenden Ereignisse war für den Knall bereits gesorgt und das auf sehr harmonisch integrierte Art. Die Mutter an dieser Stelle mit ins Spiel zu bringen und mit ihr für ein weiteres Drama zu schaffen, hat in meinen Augen das runde Ausklingen des Bandes gestört und dem Ganzen einen faden Beigeschmack gegeben.

Kurzum
Nachdem Band 1 mich nicht vom Hocker hauen konnte, wusste Save You mich definitiv an die Seiten zu fesseln. All das Potenzial, das Mona Kasten in Save Me gesteckt, aber nicht ausgeschöpft hat, kommt hier nun endlich zum Zuge und ich bin mehr als gespannt auf den Abschluss der Trilogie, der ja nun auch nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.

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127 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

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Höllenkönig

James Abbott , Ole Johan Christiansen
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 23.04.2018
ISBN 9783764531997
Genre: Fantasy

Rezension:

Zwar lese ich vorrangig Jugend-, Young- und New Adult Bücher, aber alle paar Wochen überkommt mich die Lust auf etwas erwachseneres, düstereres. Als ich das Cover von Höllenkönig sah und den Klappentext zum Buch las, war schnell klar, dass dies das nächste Buch dieser Art werden würde, in das ich abtauche.

Worum geht es?
Rette sich, wer kann. Er ist eine Legende und sein Ruf eilt ihm voraus.
Nachdem er in eine Falle getappt ist und daraufhin wirklich Grausames getan hat, brachte man ihn in die Höllenfeste, wo er fortan sein Leben fristen soll. Er selbst findet diese Entscheidung gerechtfertigt und hat sich mit seinem Schicksal abgefunden, bis sich ein alter Bekannter in das Gefängnis schmuggelt, um ihm eine Nachricht zu überbringen. Binnen weniger Tage schmiedet er einen Fluchtplan, kämpft sich gemeinsam mit alten und neuen Verbündeten schließlich den Weg nach draußen frei und kommt mit jedem Schritt dem Zeitpunkt für seine Rache näher ..

Wenn der Klappentext etwas verspricht, was der Inhalt nicht halten kann
Die Kurzbeschreibung, die man auf dem Buchrücken findet, fasst ungefähr die ersten 80 bis 100 Seiten zusammen, weswegen mir tatsächlich sehr schnell klar wurde, dass man mir etwas versprochen hatte, was nicht gehalten werden konnte. So zum Beispiel hat sich der Höllenkönig eben nicht selbst in Ketten legen lassen, ebenso, wie er nicht die Macht über das Gefängnis in seinen Händen hält und die Mitgefangenen kontrolliert. Er ist einfach nur Anführer einer Gefängnisgang und davon gibt es, wie in jedem anderen Gefängnis auch, noch ein paar mehr. Und ich war enttäuscht, aber mir war auch klar, dass sowas manchmal passiert und nachdem ich über die Enttäuschung hinweg war, kam dann die Neugier auf das, was stattdessen auf mich warten würde.

Die Figuren blieben mir fremd
Wie bei den meisten Fantasybüchern hatte ich auch hier anfangs so meine Probleme, mir die ganzen Namen zu merken und würden die sich zu Beginn für Zunge und Kopf nicht immer so verkehrt anhören, wäre ich sicher auch schneller vorangekommen. Nach ein paar Kapiteln konnte ich dieses Problem glücklicherweise ad acta legen, dafür kam dann allerdings ein Neues hinzu. Mit jedem neuen Kapitel, jedem Fitzelchen an Information, das ich über die Figuren bekam und jedem Dialog habe ich erkennen müssen, dass sich keine Nähe zu den Figuren aufbaut, sondern dass sie mir allesamt ziemlich fremd geblieben sind. Ich hatte nicht das Gefühl, als würde ich die Figuren begleiten und sie dabei kennenlernen, sondern eher so, als hätte man mir Personenakten mit nüchtern und knapp formulierten Informationen gegeben und das war gar nicht mein Fall. Dazu kam, dass der Hauptakteur des Schlachtfeldes und perfekter Kriegsstratege, der Höllenkönig, gerade in Dialogen oftmals überhaupt nicht die Figur einer Kriegerlegende gemacht hat, sondern eher einem schnippischem Kleinkind in der Trotzphase glich.

Abbrechen? Nicht mit mir!
Ja, es gab einige Dinge, die mir an diesem Buch nicht zugesagt haben, aber abbrechen kam für mich nicht in Frage. Ich mag das einfach nicht und ich glaube auch, dass abgesehen von wenigen Ausnahmen jede Geschichte verdient hat, gelesen und entdeckt zu werden. Ich habe also durchgehalten, auch, wenn das stellenweise wirklich schwer war. Neben den bereits erwähnten Punkten kam nämlich noch erschwerend hinzu, dass es im kompletten Buch quasi keinen richtigen Spannungsbogen gab und sogar die blutigsten Kampfszenen, die wirklich ganz oben auf die Spitze eines solchen Bogens gehört und dort hätten explodieren müssen, einfach nur schnarchlangweilig waren.. Ich hätte am liebsten geheult, denn die Story rund um die Intrigen, Glaubenskriege, Krieger, Hexen, fremden Kreaturen und blutigen Kämpfen auf dem Schlachtfeld ist wirklich richtig toll und jede Seite, der es an Feuer fehlte, tat mir wirklich weh.

Kurzum
Die Story rund um den Höllenkönig, den Rachegelüsten, Hexen, fremdartigen Kreaturen, Intrigen, Religionen und Schlachtfeldgemetzel ist interessant und hat eine ganze Menge Potenzial, das aber leider nicht ausgeschöpft wurde. Stattdessen gab es Figuren, die mir durchweg fremd geblieben sind, unpassende Reaktionen und so gut wie gar keinen Spannungsbogen, wodurch mich selbst die Kämpfe ziemlich kalt ließen. Gerade für Fans von ruhigeren Fantasygeschichten könnte Höllenkönig dennoch genau richtig sein. Allerdings sollte man sich hier nicht auf den Klappentext verlassen, damit man nicht mit falschen Erwartungen an die Geschichte ran geht!

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568 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 201 Rezensionen

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Iron Flowers – Die Rebellinnen

Tracy Banghart , Anna Julia Strüh
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 25.04.2018
ISBN 9783737355421
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Frauenrechte, ein großes Thema. Auch heute, im Jahr 2018, läuft noch nicht immer nicht alles so, wie es sollte und Frauen weltweit müssen täglich für ihre Rechte kämpfen. Das ist nicht nur traurig, sondern eine Katastrophe. Kein Wunder also, dass diese Missstände auch ein beliebtes Thema in Büchern sind und das nicht nur in sogenannter Erwachsenenliteratur, sondern auch in Jugendbüchern und Dystopien. So schlimm es ist, dass es in der heutigen Zeit überhaupt noch nötig ist, dass Frauen auf die Straße gehen und laut Rechte einfordern müssen, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, so sehr freue ich mich immer, wenn ich in Büchern davon lese. Ich freue mich, dass Autoren sich den Missständen annehmen und uns so dazu zwingen, uns mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Worum genau geht es?
Als Serina zur Grace-Anwärterin ausgewählt wird, heißt es für sie und ihre kleine Schwester Nomi Abschied nehmen. Abschied von dem Leben, das sie bisher kannten, von ihrem Zuhause und von ihrer Familie. Während das für Nomi der Horror ist, sieht sich Serina am Ziel ihrer Träume angelangt. All die Vorbereitung und das Training die vergangenen Jahre hat sich endlich ausgezahlt. Nie hätte sie erwartet, dass alles so dermaßen anders kommen würde, als geplant. Nie hätte sie erwartet, dass sie und ihre Schwester ihre Schicksale tauschen würden. Nie hätte sie erwartet, dass sie ihre innere Stimmen finden und für sich kämpfen muss ..

Die Frau als wertloses Objekt
Eine Frau, die nicht als Grace des Regenten oder des Thronfolgers erwählt wird, ist in der hier erschaffenen Welt ziemlich wertlos und selbst in ihrer Rolle als Grace definiert sich ihr Wert nicht in ihrer Persönlichkeit, sondern einzig im Erscheinungsbild. Das hatte schon etwas von Hugh Hefner und seinen Bunnys, wobei diese wohl zumindest sie selbst sein, eine Meinung und Spaß haben durften, ebenso, wie das Leben als Bunny ihre freie Entscheidung gewesen ist. Den Graces hingegen ist nicht nur ein eigener Wille untersagt, sondern auch Bildung. Sie sollen einfach schön aussehen, unterhalten und dem Regenten oder Thronfolger zu Diensten sein, wann immer man nach ihnen verlangt und deren Nachkommen gebären. Klingt ziemlich sexistisch und antiquiert, oder? Zu Beginn hatte ich diese Gedanken zumindest, allerdings verhält es sich hier ebenso wie in anderen Dystopien: so einfach, wie es am Anfang scheint, ist es dann doch nicht. Und ich muss sagen, die Welt mit ihren Strukturen ist Frau Banghart gut und vor allem glaubhaft gelungen. Ich war schockiert über die Rollenverteilung, die Gnadenlosigkeit und Grausamkeit den Frauen gegenüber, wie auch gespannt darauf, ob und falls ja, inwiefern das System im Laufe der Handlung ins Wanken geraten würde, ebenso, wie ich wahnsinnig gespannt darauf war, wie die Figuren an den Umständen wachsen.

Die Schwestern
Serina und Nomi sind so unterschiedlich, wie man nur sein kann. Wobei diese Unterschiede gar nicht mal unbedingt in ihrem Wesen liegen, sondern anerzogen wurden. Seit sich herauskristallisierte, dass Serina eine Schönheit werden würde, wurde sie darauf vorbereitet, eine Grace zu werden, während Nomi für die Rolle ihrer Dienerin ausgebildet wurde. Eigene Meinung, Wünsche, Träume? Nein, dafür ist kein Platz. Beide, Serina wie auch Nomi machen ihren zugewiesenen Rollen zu Beginn alle Ehre, wobei ich für die Jüngere der beiden, Nomi, eindeutig mehr Sympatien hegte. Das änderte sich allerdings mit Fortschreiten der Handlung, denn irgendwo zwischen Seite 1 und Seite 100 ist Nomi das Rebellische, Kämpferische ein wenig abhanden gekommen, wodurch sie leider auch berechenbarer wurde. Schade, aber immerhin war zum Ende hin wieder mehr von der kämpferischen Nomi zu spüren, weswegen ich große Hoffnung habe, dass sie im zweiten Band wieder ganz die Alte werden wird. Sehr gefallen hat mir hingegen die Entwicklung von Serina und das hat sie ihrem neuen Schicksal zu verdanken, durch das sie nicht nur endlich ihren eigenen Wert erkennt, sondern auch beginnt zu kämpfen. Entwickelt sie sich weiter in diese Richtung, könnte Serina definitiv mein absoluter Liebling werden!

Suboptimale Erzählperspektive
Während mir Figuren und Weltstruktur gut gefallen haben, hatte ich ein ziemliches Problem mit der Erzählperspektive. Ich schätze mal, die 3. Person wurde hier gewählt, weil die Kapitel zum einen zwischen Serina und Nomi hin und her wechseln und zum anderen, weil es so die Möglichkeit gibt, Informationen über Welt und Politik einzubauen, ohne, dass die Hauptfiguren selbst darüber bescheid wissen. Beides durchaus nachvollziehbare Gründe, allerdings empfand ich diese Perspektive hier als viel zu distanziert. Ich habe mich häufig einfach wie ein heimlicher Beobachter gefühlt, der das Geschehen um ihn herum zwar gut im Blick hat, aber von den Details nichts mitbekommt. Mir fehlte die Nähe zu Serina und Nomi, ihre Gedanken und Emotionen, die mich einfangen, mitnehmen und durch die ich eine enge Beziehung sowohl zu ihnen, wie auch zu anderen Figuren aufbauen kann.

Kurzum
Tracy Banghart hat mit ihrer Welt, die sie für Iron Flowers geschaffen hat, genau meinen Geschmack getroffen. Ich lese gerne über unterdrückte Frauen, die im Laufe der Handlung ihre eigene Stimme finden und für sich und Gleichstellung kämpfen. Die Geschichte hätte durchaus Potenzial gehabt, nicht nur ein Pageturner, sondern auch ein Highlight für mich zu werden, wäre da nicht die Erzählperspektive gewesen. Hier hätte mir der Ich-Erzähler eindeutig besser gefallen, bekomme ich durch ihn einfach einen besseren Einblick in seine Gefühls- und Gedankenwelt, wodurch natürlich auch eine gewisse Nähe zur Figur entsteht, die mir hier leider fehlte.

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1.047 Bibliotheken, 64 Leser, 1 Gruppe, 115 Rezensionen

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Das Reich der sieben Höfe - Sterne und Schwerter

Sarah J. Maas , Alexandra Ernst
Fester Einband: 752 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.03.2018
ISBN 9783423762069
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem ich die letzte Seite Das Reich der sieben Höfe – Flammen und Finsternis gelesen und das Buch zugeklappt hatte, bin ich in ein ganz tiefes Leseloch gefallen. Keine Geschichte sprach mich mehr an, keine Figuren konnten mich überzeugen. Nun ist Band 3, Sterne und Schwerter, erschienen und obwohl ich mich wahnsinnig auf das Buch gefreut und mir vorgenommen hatte, es in vollen Zügen zu genießen, war ich ziemlich nervös. Sein Vorgänger hatte immerhin ordentlich vorgelegt und da mitzuhalten würde nicht leicht werden ..

Worum genau geht es?
Feyre ist mit Tamlin an den Frühlingshof zurückgekehrt. Während sie dort für alle Mitglieder des Hofes die liebende Verlobte spielt, sehnt sie sich in ihrem Inneren nach nichts anderem, als nach Hause zurückzukehren. Doch dafür muss sie erst Informationen sammeln, die nicht nur für den Hof der Nacht, sondern auch für alle anderen Höfe von äußerster Wichtigkeit sind, um in einem Kampf gegen Hybern bestehen zu können. Das allerdings erweist sich als äußerst schwierig, denn der Feind weicht ihr nicht von der Seite und auch nur der kleinste Fehler in ihrer Scharade könnte nicht nur Feyre den Kopf kosten, sondern den Untergang ganz Prythians bedeuten …

Aller Anfang ist schwer
Ich muss zugeben, dass mir die Kapitel, die sich am Frühlingshof abspielten, Schwierigkeiten bereitet haben. Dabei ist es nicht so, dass die Geschehnisse dort langweilig sind, im Gegenteil, gerade das Aufeinandertreffen zwischen Feyre und den Anhängern des Königs fand ich ziemlich spannend, doch es zog sich einfach sehr. Das lag daran, dass es hier verhältnismäßig wenig Dialoge gibt und sich vorrangig alles um Feyres Beobachtungen, Pläne und Sehnsüchte dreht. Die Szenen, in denen dann mehrere Figuren aufeinander treffen, haben dann immer wieder etwas Leben in die Sache gebracht und vor allem auch für Spannung gesorgt. Während hier nämlich jeder bemüht war, sich nicht in die Karten gucken zu lassen, wurde natürlich gleichzeitig versucht, die anderen aus der Reserve zu locken und wo Worte dafür nicht reichten, mussten Pläne und Fallen her. Dass sie ihr Pokerface nicht ewig aufrecht erhalten können und die Masken irgendwann fallen würden, war klar und gerade bei Feyre hat es mir sehr gut gefallen, hat man hier wieder die Stärke gesehen, die ich so an ihr liebe.

Die Masken fallen
In den ersten beiden Bänden hat jede Figur eigene Interessen verfolgt und Spielchen gespielt. Es wurde ohne mit der Wimper zu zucken manipuliert und getäuscht und am Ende waren nicht nur die Gegner der Figuren hinters Licht geführt, sondern auch ich als Leserin so einige Male. Das hat mir sehr gut gefallen, vor allem, weil mit den ganzen Spielchen auch scharfe Zungen und Wortgefechte einher gingen, die ich sehr genossen habe. Diese gab es im 3. Band zwar auch, aber bei Weitem nicht mehr so häufig, wie ich es gewohnt war und das fand ich schon ein bisschen schade. Allerdings kann ich auch verstehen, wieso an dieser Stelle gespart wurde, denn hier geht es vorrangig darum, Allianzen zu knüpfen und in der Gemeinschaft stark zu sein und da ist es nur vollkommen nachvollziehbar gewesen, dass die Figuren ihre Masken fallen ließen, sich auch nach außen so zeigten, wie sie bislang nur im Privaten waren und ihre Spielerkarriere an den Nagel gehangen haben. Und ja, es hat mir gefallen, auch, wenn ich durch diesen Richtungswechsel auf Dinge verzichten musste, die ich so lieb gewonnen habe.

Das Reich der sieben Höfe meets Game of Thrones
Dass es im 3. Band der Reihe um den Krieg gehen würde, auf den die vorherigen beiden Bände hingearbeitet arbeiten, war mir klar, ebenso, dass Sarah J. Maas nichts verblümt und dadurch die Leser in Watte packt. Die detaillierte Beschreibung mancher Kriegsszenen hat mich dennoch sehr überrascht. Es war brutal, ungezügelt, blutig und teils animalisch und alter Schwede, ich habe es geliebt! Ich fand es unfassbar toll, wie all diese Details ihren Weg in meinen Kopf gefunden haben, mir realistische Kriegsbilder zeigten und mich aufs Kriegsfeld und ins Lager zogen, wodurch die Emotionen, die ich empfand, sehr intensiv wurden. Von Ruhelosigkeit, über Angst und Adrenalinkicks bis hin zu Abschieden, Trauer und Erleichterung war alles dabei und am Ende war ich völlig fertig mit der Welt. Übersetzt heißt das: ich war ein glücktrauriges Häufchen Elend mit einem Berg voller nass geschnäuzter und getränter Taschentücher um mich herum.

Kurzum
An den zweiten Band der Reihe kommt Sterne und Schwerter zwar nicht ganz heran, weil mir dafür einfach die Wortgefechte, der Witz und die Spielchen fehlten und dennoch habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt. Der Zusammenhalt, die Stärke und das Verantwortungsgefühl anderen gegenüber stachen nicht nur heraus, sondern machten dieses Buch für mich auch aus. Sarah J. Maas hat diese Faktoren so glaubwürdig in die Geschichte eingebaut, dass ich die sowieso schon tollen Figuren noch mehr in mein Herz geschlossen und sie nur sehr wiederwillig wieder gehen gelassen habe.

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122 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 33 Rezensionen

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36 Fragen an dich

Vicki Grant , Astrid Finke
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Heyne, 19.03.2018
ISBN 9783453271654
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Es gab mal eine Zeit, da standen fast jede Woche Annoncen in der Zeitung, in denen nach Testpersonen für irgendwelche Versuchsgruppen und Studien gesucht wurde und ich kann mir gut vorstellen, dass da manch einer schnelles und leicht verdientes Geld gerochen und teilgenommen hat. Was genau ich mir unter solchen Studien vorzustellen hatte, wusste ich aber nie, umso neugieriger war ich auf 36 Fragen an dich, denn hier geht es genau darum: eine Studie und zwei ihrer Testpersonen.

Worum geht es?
Eine psychologische Studie zum Thema Beziehungsaufbau, 2 Testpersonen und 36 Fragen.
Hildy und Paul kennen sich nicht, als sie sich für dieses Experiment eintragen. Während es für sie Ehrensache ist, für die Wissenschaft alles zu geben, geht es ihm nur um das Geld. Sie ist eine Perfektionistin, er lässt gerne mal fünf gerade sein. Sie hatte bisher immer nur Pech mit Jungs, er schon eine Menge Gelegenheitsfreundinnen. Sie ist ein offenes Buch, er hat eine meter hohe Stahlmauer um sich herum errichtet. Sie ist intelligent, er aber auch. Sie nervt ihn, er nervt sie. Und während sie sich nerven und Geheimnisse offenbaren, bringen sie sich zum lachen.

Die Testpersonen
Hildy und Paul sind auf den ersten Blick so unterschiedlich, wie man nur eben sein kann und dann, auf den zweiten Blick, passen sie so perfekt zusammen, wie Milch und Kaffee oder Vanilleeis mit warmer Schololadensoße. Bis man das erkennt, dauert es allerdings ein bisschen, aber der Weg dahin lohnt sich. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal während des Lesens solch ein Dauergrinsen im Gesicht und so viele Tränen gelacht habe, wie es hier der Fall war. Zu verdanken ist das natürlich Hildy und Paul, die sich während dieses Tests zum ersten Mal begegnen und wie Katz und Maus sind, sich einen amüsanten Schlagabtausch nach dem anderen liefern und dabei viel mehr über sich verraten, als sie es in dem Moment vielleicht möchten. Aber sowas passiert wohl, wenn die eine Testperson ein kleines Plappermaul ist und die andere eine Mauer um sich errichtet hat und beide extrem gewitzt sind und sich gegenseitig versuchen, aus der Reserve zu locken.

36 Fragen
Müsste ich sagen, was mir an dem Buch am besten gefallen hat, würden die Fragen nach den Protagonisten direkt auf Platz zwei landen. Wobei es gar nicht die Fragen an sich waren, die mir so gut gefielen, sondern die Fragen in Kombination mit Hildy und Paul alias Betty und Bob. Von unverfänglichen Fragen über den Alltag bis hin zu ganz Persönlichem ist alles dabei und während Hildy und Paul fleißig Antworten liefern, merkt man mehr und mehr, wie sich beide immer schwerer tun, zunächst etwas unbehaglich fühlen und schlussendlich ihre Komfortzone verlassen und dabei nicht nur sehr viel über den jeweils anderen lernen, sondern auch über sich selbst.

Außen hui, innen o-lala!
Auch in Sachen Aufbau konnte 36 Fragen an dich bei mir auf ganzer Linie punkten. Hauptsächlich geht es natürlich darum, die Fragen zu beantworten und das Geschah in einfachen Dialogen, die völlig ohne Drumherum auskamen. Manch einem wäre das vielleicht ein wenig zu nackt so ganz ohne Um- und Beschreibungen, mir persönlich hat jedoch genau das sehr gut gefallen. Dadurch, dass in diesen Situationen weder Umgebung noch Gefühle oder Gedanken beschrieben wurden, konnte ich mich einfach vollkommen auf das Wesentliche konzentrieren und das waren nun mal die Fragen und Antworten wie auch das Unausgesprochene, das oftmals zwischen ihnen stand. Als Tüpfelchen auf dem I gab beziehungsweise gibt es in dem Buch kleine Zeichnungen, die witzig und süß sind und dem Buch eine gute Portion Charme verpassen.

Kurzum
Von außen sieht dieses Buch wie ein gute Laune Buch aus, das man super zwischendurch lesen kann und ja, es stimmt, es macht gute Laune und egal ob Bett, Sofa, Balkon, Herd, Badezimmer oder Warteraum – es passt einfach überall. Und das, obwohl es in 36 Fragen an dich nicht nur heiter zugeht, sondern auch Themen wie Perfektionismus, Enttäuschung, Familie, Menschlichkeit, unterschiedliche Perspektiven und Tod behandelt werden. Das alles so unter einen Hut zu bekommen, ohne dass sich bei mir als Leserin eine gedrückte Stimmung breit macht, stelle ich mir nicht einfach vor, aber es ist gelungen. Ich habe in 36 Fragen an dich ein Jahreshighlight gefunden. Ich hatte vor lauter Lachen Tränen in den Augen, habe geschmunzelt was das Zeug hält, an den Seiten geklebt, gebangt, gehofft und geweint.

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119 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

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Der erste Blick, der letzte Kuss und alles dazwischen

Jennifer E. Smith
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 05.02.2018
ISBN 9783959671682
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Vor einigen Jahren habe ich Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick der Autorin Jennifer E Smith gelesen und mich sehr in die Lektüre verliebt. Natürlich war die Geschichte vorhersehbar und auch das ein oder andere Klischee durfte nicht fehlen, doch das machte mir nichts aus, weil die Figuren einfach süß waren. Nachdem ich vor einigen Wochen gesehen habe, dass mit Der erste Blick, der letzte Kuss und alles dazwischen nun ein neues Buch der Autorin auf dem deutschen Buchmarkt erschienen ist, war mir schnell klar, dass ich es haben muss. Und natürlich habe ich gehofft, dass dieses neue Buch bei mir für ebenso viel Begeisterung sorgen würde.

Worum geht es genau?
Nachdem sie ihren Highschoolabschluss in der Tasche haben, steht Claire und Aiden der nächste Lebensabschnitt bevor. Leider führen sie die Colleges, auf die sie in Zukunft gehen werden, in zwei völlig unterschiedliche Richtungen, weswegen ihr letzter Abend Zuhause auch für lange Zeit das letzte Mal sein wird, dass sie sich sehen. Grund genug, die verbleibenden Stunden nochmal dafür zu nutzen, die vergangene Zeit Revue passieren zu lassen, sich zu erinnern und Entscheidungen zu treffen ..

Neuer Lebensabschnitt in sechzehn Stationen
Wisst ihr, Buchtitel gibt es viele. Die einen passen recht gut, die anderen weniger und ganz selten findet man solche, die einfach nicht besser hätten gewählt sein können – so wie dieser hier. Der Titel Der erste Blick, der letzte Kuss und alles dazwischen trifft nämlich den Nagel auf den Kopf und fasst all das zusammen, was den Leser zwischen den Buchdeckeln erwartet. Dabei geht es in der Geschichte vorrangig um alles dazwischen, um den Weg zum Ziel und nicht um das Ziel selbst, denn wie das Buch endet, ahnt man als Leser bereits sehr früh. Das allerdings fand ich überhaupt nicht schlimm und ich glaube auch nicht, dass es der Autorin darum ging, um das Ende ein großes Geheimnis zu machen, denn wie bereits erwähnt, liegt der Fokus hier weder auf dem Anfang noch auf dem Ende, sondern auf allem, was dazwischen liegt. Und dieses Dazwischen besteht aus Orten, die nicht nur an erste Male und besondere Momente erinnern, sondern gleichzeitig sowohl die gemeinsame Geschichte der Protagonisten erzählt, wie auch beide vor die Probleme der Gegenwart stellt. Es ist ein Dazwischen, das gleichermaßen zucker- wie auch bittersüß ist und aufzeigt, wie schwer es ist, Entscheidungen über die Zukunft zu treffen, Abschied zu nehmen, Schlussstriche zu ziehen und Erwachsen zu werden.

Liebe mit Ablaufdatum?
Während ihrer Highschoolzeit sind Claire und Aiden so etwas wie ein Traumpaar, doch mit dem Abschluss kommen auch die Schwierigkeiten. Während Claire davon überzeugt ist, dass eine Beziehung auf Distanz nur in die Hose gehen kann und sie deswegen lieber früher als später den Schlussstrich ziehen würde, ist Aiden der Meinung, dass ihre Liebe das aushält. So eine Meinungsverschiedenheit ist nicht die beste Ausgangssituation für den letzten Abend zusammen, bevor sie sich getrennt voneinander auf den Weg in ein neues Leben machen. Und wie schwer beide mit sich und der Situation zu kämpfen haben, habe ich durchweg gespürt. Ich kann nachvollziehen, wieso Claire ein Ende mit Schrecken bevorzugt, ebenso, wie ich verstehe, wieso Aiden etwas Wundervolles nicht einfach so kampflos aufgeben möchte, weil es eventuell kaputt gehen könnte. Ich habe mit beiden mitgelitten, habe für sie gehofft, die Daumen gedrückt, war mit ihnen verzweifelt, frustriert und habe mich hilflos und an manchen Stellen an meine eigene Schulzeit erinnert gefühlt.

Kurzum
Der erste Blick, der letzte Kuss und alles dazwischen ist weder ein Buch, das aus der großen Masse heraus sticht noch ein Pageturner. Es gibt hier keine spannungsgeladene Handlung und auch kein Überraschungseffekt. Was es gibt, sind tolle Figuren, die man schnell ins Herz schließt und ein Revue passieren auf 256 Seiten, in dem es darum geht, Fragen zu beantworten, die sich wohl jeder früher oder später einmal stellt: haben wir die richtige Entscheidung getroffen? Wäre ein anderes College besser gewesen? Enttäusche ich meine Eltern mit meiner Entscheidung? Was wird aus unseren Freunden? Was wird aus uns? Gibt es überhaupt noch ein Uns oder nur noch ein Du und ich?

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66 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

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Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens

Jen Malone , Jessika Komina , Sandra Knuffinke
Fester Einband
Erschienen bei Magellan, 18.01.2018
ISBN 9783734850349
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wenn man viel liest, entwickelt man häufig ganz automatisch eine Vorliebe für einen bestimmten Verlag und in meinem Fall gehört der Magellan-Verlag da eindeutig dazu. Hier stimmte für mich bislang einfach immer das Gesamtpaket aus besonderer Covergestaltung und Innenleben und das beziehe ich nicht nur auf die Jugend-, sondern auch auf die Kinderbücher, die sehr schnell zu Lieblingslektüren meines kleinen Piraten wurden. Und nach all den guten Erfahrungen, die wir gemacht haben, ist es nur logisch, dass noch mehr Bücher mit dem Wal bei uns einziehen. Mein neuster Regalbewohner aus dem Verlagshaus ist "Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens" und ich kann euch schon jetzt verraten, dass ich nicht enttäuscht wurde.

Worum genau geht es?
Als ihre Eltern außer Haus sind, schmeißt Aubree eine Party, für die ihre ältere Schwester Elisabeth am Ende den Kopf hinhält. Und das so sehr, dass sie die Stadt erst einmal nicht mehr verlassen und dadurch auch nicht die geplante Busreise durch Europa antreten darf, bei der sie die Reiseleitung übernehmen sollte. Damit Elisabeth dadurch nicht in Schwierigkeiten gerät, willigt Aubree ein, zu Elisabeth zu werden und an ihrer Stelle die Reise anzutreten. Unter falschem Namen und mit Null Europawissen im Gepäck setzt sich Aubree in den Flieger. Nichtsahnend, dass ihr das Abenteuer ihres Lebens bevorsteht …

Busreise durch Europa
Aubree ist wohlbehütet aufgewachsen, fühlt sich in ihrer Heimatstadt pudelwohl und hat auch nicht das geringste Interesse daran, diese irgendwann zu verlassen, um etwas anderes kennenzulernen. Als sie dann kurzerhand für ihre große Schwester einspringen und eine Gruppe Senioren während deren Busreise durch Europa betreuen soll, ist sie zunächst sehr verunsichert und zweifelt daran, ihre bevorstehende Aufgabe meistern zu können. Hauptgrund ihrer Zweifel ist ihre Schwester Elisabeth, die wahnsinnig perfektionistisch ist, einfach in allem gut zu sein scheint und selbst daran glaubt, dass Aubree beim Abenteuer Europareise gnadenlos untergehen wird. Doch Aubree kämpft und lernt während der Bustour sehr viel über sich. Sehr gefallen hat mir an dieser Stelle, dass sie nicht versucht, perfekt zu sein, dass sie sich Schwächen zugesteht und sich bewusst ist, dass sie zwar ernst genommen und als Erwachsene wahrgenommen werden will, manchmal aber doch ein bisschen unreifes Verhalten braucht. Dabei, all das zu lernen, haben ihr die Senioren geholfen, die Aubree niemals gedrängt, aber stets zugehört haben und während der gesamten Reise ordentlich Lebensweisheiten parat hatten. Doch diese vom anderen Lernen Sache funktionierte hier nicht nur in eine Richtung. Durch ihre unbefangene Art und ihre Selbsterkenntnis hat auch Aubree ihrerseits Mut gemacht.

Achtung: Zuckerschock!
Oh mein Gott sind die alle süß gewesen! Ernsthaft. Wenn man an einen Bus voller Senioren denkt, erwartet man ja manchmal Schlimmes und auch ich dachte, dass ich hier auf ein wenig schrulliges Verhalten treffen würde, aber absolute Fehlanzeige. Okay, es gibt hier keinen großen Bus, sondern nur einen ganz kleinen und somit hat man es nicht mit vierzig, sondern lediglich mit sechs Senioren zu tun, aber darunter hätte es natürlich den ein oder anderen schwierigen Kandidaten geben können. Doch nein. Die älteren Herrschaften waren nicht nur charmant, witzig, zucker, abenteuerlustig und ganz sicher nicht auf den Mund gefallen, sie sind es auch, die diese Geschichte erst so richtig lebendig gemacht haben. Sie haben mein Herz im Sturm erobert und mir das Grinsen ins Gesicht gezaubert.

Aubree und Er
Apropos Grinsen: das konnten Aubree und Er mir nämlich auch reichlich entlocken. Die beiden lernen sich zunächst nur telefonisch kennen und verstehen sich auf Anhieb super. Der rote Flirtteppich, den Aubree durch einen kleinen Versprecher ausrollt, ist an diesem Punkt der Geschichte nur das kleine Tüpfelchen auf dem I und hat bei mir nicht nur für so manche Schmunzler gesorgt, sondern auch mein Herz aufgehen lassen. Daran hat sich auch nichts geändert, als die beiden im Laufe der Geschichte aufeinander treffen. Aubree und Er ergänzen sich in ihrer Art einfach perfekt, versprühen Leichtigkeit und sorgen dafür, dass es den Menschen in ihrem Umfeld gut geht. Auf Tiefe muss man hier allerdings verzichten. Die kleine Liebesgeschichte in Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens kommt nämlich ganz allein mit Witz, Schwarm und Lebensfreude aus und das fand ich bei der Leichtigkeit und dem Abenteuer auch absolut passend.

Kurzum
Die Bücher aus dem Magellan-Verlag stehen bei mir nicht nur auf Grund ihrer wunderschönen und herausstechenden Cover ganz hoch im Kurs, sondern auch wegen ihrer Geschichten. Jedes Buch, das ich bislang aus diesem Verlag in der Hand hatte, hatte das besondere Etwas, das mich gefangen genommen und mit sich gezogen hat. "Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens" ist da keine Ausnahme. Es gab das junge Mädchen, das lernen musste, an sich selbst zu glauben und dass ihr die ganze Welt mit all ihren Abenteuern offen steht. Es gab zuckersüße Senioren, die nur so vor Lebensfreude sprühten, keine schrecklich altklugen Sprüche für das junge Mädchen parat hatten, die eh keiner hören will, sondern einfach nur Türen fürs Hinterfragen und Umdenken geöffnet haben und es gab das Kribbeln im Bauch, das sich so viele während eines Urlaubs zu finden wünschen. Ein Urlaub mit einer Reisegruppe ist eben immer nur so gut, wie ihre Teilnehmer und diese hier waren einfach nur perfekt!

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Save Me

Mona Kasten
Flexibler Einband: 446 Seiten
Erschienen bei LYX, 23.02.2018
ISBN 9783736305564
Genre: Liebesromane

Rezension:

Mona Kasten, ein Name, der einem unweigerlich in den Kopf schießt, wann immer man an deutsche New Adult Autoren denkt. Ich selbst hatte von ihr noch nichts gelesen, weswegen es für mich als begeisterte Leserin dieses Genres langsam höchste Eisenbahn wurde daran etwas zu ändern. Save Me ist also das erste Buch von Mona Kasten, in das ich meine Nase gesteckt habe und was soll ich sagen? Ich war sehr neugierig und meine Erwartungen hoch.

Worum geht es genau?
In Oxfort zu studieren ist Rubys größter Traum und damit dieser Traum wahr wird, arbeitet sie hart. Um sich von nichts und niemandem ablenken zu lassen, tut sie alles, um in der Schule in der Masse unterzugehen und nicht aufzufallen. Mit ihrem unsichtbaren Dasein am Maxton Hall College ist es jedoch schnell vorbei, als sie etwas sieht, was nicht für ihre Augen bestimmt war. Plötzlich ist das Oxfort-Aufnahmeverfahren nicht mehr ihr einziges Problem und schneller als sie gucken kann, muss sie sich mit dem elitären und vermeintlich glamourösen Leben der Reichen und Schönen auseinandersetzen …

Ruby & James
An dieser Stelle sage ich gerne und häufig, dass ich das Pärchen liebe, aber heute kommt mir das L-Wort leider nicht so leicht von den Lippen. Das bedeutet nun nicht, dass ich die beiden doof fand, nein, sondern einfach, dass sie mich nicht begeistern konnten. Sowohl Ruby wie auch James haben sehr interessante Züge und wären diese auch die gesamte Geschichte über herausgestochen, hätte ich die beiden ganz sicher geliebt. Stattdessen war es aber so, dass ich zwar wusste, dass Ruby zielstrebig ist und kein Interesse an der elitären Welt um sie herum hat, ebenso, wie ich wusste, dass James reich und arrogant ist, Partys liebt und die Schule regiert, aber gespürt habe ich davon die meiste Zeit über nichts. Und das ist verdammt schade, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass Rubys Stärke und Ehrgeiz absolut perfekt zu James’ Überheblichkeit und Selbstverliebtheit passen und daraus herrliche Dialoge entstehen würden. Die beiden müssen sich dringend selbst treu bleiben und sich mehr Raum verschaffen, damit aus ihnen etwas Tolles wird. Dafür haben sie zum Glück noch etwas Zeit und ich hoffe, dass sie die auch nutzen werden.

Weniger ist manchmal einfach mehr
Ich finde es immer toll, wenn ein Autor seine Werke mit Themen füllt, die zwar überall um uns herum eine Rolle spielen, aber immer noch gerne hinter verschlossenen Türen versteckt werden und allein dafür, dass Mona Kasten in Save Me genau das getan hat, bekommt sie von mir einen ganz dicken Pluspunkt. Leider hat sie es aber nicht geschafft, alles so auszuarbeiten, wie es die Themen verdient hätten und das ist, meiner Meinung nach, bei der Fülle an Problemen auch gar kein Wunder (und nein, ich werde an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen, um niemanden von euch zu spoilern). Ich nehme an, Mona Kasten hat so versucht, der glamourösen Welt den perfekten Schein zu nehmen und aufzuzeigen, dass auch die reichen Leute nur mit Wasser kochen und mit denselben Problemen zu kämpfen haben, wie der Rest der Gesellschaft und das ist toll, keine Frage, nur denke ich, dass sie einfach zu viel wollte. Manchmal ist es einfach besser, sich nur ein einziges Thema herauszupicken, auf dessen Problembewältigung sich dann alle konzentrieren können, anstatt jeden mit seinem eigenen großen Päckchen auszustatten. Besser für den Autor, der so seine Baustellen reduziert. Besser für Handlung und Figuren, die sich nur auf eine Sache konzentrieren müssen und besser für mich als Leserin.

Es fehlte an Lebendigkeit
Eine Sache, die mich an diesem Buch wirklich gestört hat, waren die vielen Längen und die vergleichsweise geringe Handlung. Im Grunde läuft Ruby nämlich nur durch Schulflure, plant eine Veranstaltung oder sitzt Zuhause, führt Smalltalk mit ihren Eltern und redet kurz mit ihrer Schwester über deren Blog, während James gut aussieht, Lacrosse spielt, auf einer Party anwesend ist und in regelmäßigen Abständen kurz das Arschloch raushängen lässt. Für knapp 400 Seiten ist das nicht viel und dass es da zu Längen gekommen ist, ist in meinen Augen nicht weiter verwunderlich. Schade ist nur, dass die Geschichte dadurch nicht richtig lebt. Ihr fehlt es an Witz, Charme und Spannung, Eigenschaften, für die in Geschichte und Figuren durchaus Potential vorhanden ist, aber durch die wenige Handlung einfach überhaupt nicht richtig zum Vorschein kommen. Auch hier hoffe ich ganz stark, dass sich dahingehend in den Folgebänden noch einiges tut.

Kurzum
Meine Erwartungen an mein erstes Mona Kasten Buch waren hoch und die Autorin konnte diese nicht so ganz erfüllen. Unter dem Versuch, Vielseitigkeit zu schaffen, litten wichtige Eigenschaften wie Spannung, Witz und Charme, ebenso wie der Beziehungsaufbau zwischen Ruby und James. Nichtsdestotrotz ist Mona Kasten ein solider Reihenauftakt gelungen, auf den man aufbauen kann. Ich hoffe sehr, dass sie die Luft nach oben nutzt und mich dann mit Band 2 um den Finger wickelt.

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Wie die Stille unter Wasser

Brittainy C. Cherry , Katja Bendels
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.01.2018
ISBN 9783736305502
Genre: Liebesromane

Rezension:

Mit Wie die Stille unter Wasser ist inzwischen der dritte Band der Romance Elements Reihe von Brittainy C Cherry erschienen und auch, wenn ich Band 2 nicht ganz so stark und berührend fand, wie Band 1, Wie die Luft zum atmen, stand für mich außer Frage, dass ich diese Reihe weiterverfolge. Ich meine mich daran zu erinnern, irgendwo von einem Fan gelesen zu haben, dass dies das bisher beste Buch der Reihe sein soll und dementsprechend war ich natürlich sehr gespannt auf die Geschichte. Wie genau sie mir gefallen hat, erzähle ich euch gleich, nur so viel vorweg: Taschentücher waren bitter nötig!

Worum geht es genau?
Maggie May ist ein lebenslustiges und kluges Mädchen, das ganz genau weiß, was sie will. Bis sie eines Tages in den Wald geht und ohne Stimme zurückkehrt. Ihr Leben bricht wie ein Kartenhaus in sich zusammen und während sie sich Tag für Tag durch ihre persönliche Hölle kämpft, Albträume und Panikattacken durchsteht, sind da ihre Bücher, die Musik und Brooks, ihr Anker, die sie daran hindern, unterzugehen.

Heimlicher Ausflug mit Folgen
Das Blatt kann sich von einer Minute auf die andere wenden und das muss auch die kleine Maggie May erfahren. In dem einen Moment war sie noch lebensfroh und voller Selbstbewusstsein und in dem anderen ist sie plötzlich gebrochen, von Angst erfüllt und stumm. Brittainy C. Cherry hat mir mit der Beschreibung dieser Szenen eine Gänsehaut beschert, Tränen der Trauer in die Augen gejagt und geschockt. Dass ich vorweg erst einmal gut dreieinhalb Kapitel das quirlige und herzliche Mädchen kennenlernen durfte und sie bereits nach nur wenigen Sätzen in mein Herz geschlossen hatte, hat die Wendung in dieser Geschichte für mich natürlich noch extremer gemacht. Das war wirklich ein sehr cleverer Schachzug von Frau Cherry! Doch auch, was die Konsequenzen dieses Traumas für die restliche Familie bedeutet, hat die Autorin großartige Arbeit geleistet. Ich konnte jedes Fünkchen Hoffnung spüren, ebenso, wie die Hilflosigkeit, Verzweiflung, Frustration und Hoffnungslosigkeit, die sich durch die Seiten zogen.

Hilfe, mein Herz!
Es ist kaum zu glauben, dass eine Geschichte, die von den Folgen eines traumatischen Ereignisses erzählt, so süß sein kann, aber das ist sie. Sie ist so herzallerliebst, entzückend und stellenweise purer Zucker, dass ich manchmal gar nicht wusste, wohin mit mir. Und zu verdanken ist das einzig und allein Maggie und Brooks, die dieses Buch gemeinsam zum Leuchten bringen. Sie beide nehmen einander, wie sie sind, teilen ihre Liebe für die Musik und später auch für Bücher und was ich ganz toll finde: sie brauchen keine Worte, um sich zu verstehen. Immer wieder gibt es hier Szenen, in denen sie von der Situation oder auch ihren Gefühlen überfordert oder verunsichert sind und in diesen Momenten nehmen sie sich gemeinsam ein paar Minuten, in denen sie sich einfach nur stumm anschauen und dabei viel mehr sagen, als sie es mit Worten vermocht hätten. Einfach nur zu sagen, dass Maggie und Brooks gemeinsam toll sind, wird den beiden in meinen Augen nicht einmal annähernd gerecht. Sie sehen und nehmen sich, wie sie sind, verstehen sich auf eine Art, wie niemand sonst es kann, sind der Anker des jeweils anderen und schaffen auch in den dunkelsten Momenten Licht. Sie sind beste Freunde fürs Leben.

Bücher, Bücher, Bücher!
Ich finde es wundervoll, dass Bücher in dieser Geschichte und damit auch in Maggies Leben eine ganz wichtige Rolle einnehmen. Durch sie erlebt das junge Mädchen – und später auch die junge Frau – die Abenteuer, die sie durch ihre Angst und die Panikattacken nicht selbst erleben kann. Durch sie schließt sie Freundschaften, verliebt sich, ist mutig und geht Risiken ein. Durch sie lebt Maggie. Und ist Lesen anfangs etwas, das Maggie für sich alleine tut, teilt sie diese Leidenschaft bald auch mit Brooks. Ich möchte euch hier nichts vorweg nehmen, deswegen nur so viel: auch die Bücherliebe teilen sie auf äußerst süßes Art und Klebezettel spielen dabei eine große Rolle! Übrigens liest Maggie querbeet, sodass mir das ein oder andere hier erwähnte Buch durchaus bekannt vorkam und andere hingegen meine Neugier weckten.

Kurzum
Mit Wie die Stille unter Wasser hat Brittainy C. Cherry inzwischen nicht nur neben Luft und Feuer das dritte Element abgedeckt, sondern mit der Geschichte auch wieder voll ins Schwarze getroffen. Handlung und Figuren passen so perfekt zusammen, dass ich vertieft in die Geschichte die unterschiedlichsten Emotionen durchlebt, gelacht, geweint und gehofft habe. So perfekt, dass die leisen Töne nie langweilig wurden.

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Verliere mich. Nicht.

Laura Kneidl
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.01.2018
ISBN 9783736305496
Genre: Liebesromane

Rezension:

So ziemlich jeder Bücherfreund weiß, wie es ist, nach einem gemeinen Cliffhanger dem Folgeband entgegenzufiebern. Er weiß, dass man nach dem Schock beginnt, die Tage zu zählen, die Buchhandlung in der Hoffnung stürmt, den heiß ersehnten Folgeband vielleicht schon etwas früher ergattern zu können und er weiß, wie es ist, die Fortsetzung dann endlich in den Händen zu halten. Band 1 der Nicht-Dilogie, Berühre mich. Nicht., war so ein Buch mit einem ganz gemeinen Ende, und nachdem mich die Geschichte rund um Sage und Luca vollkommen in ihren Bann gezogen hatte, habe ich dem Erscheinungstermin von Band 2 gleich doppelt entgegen gefiebert und das stete Näherrücken von Tag X täglich auf dem Kalender verfolgt.

Worum geht es genau?
Es ist Weihnachten und Sage sitzt in einem billigen Motel. Allein. Sie hat ihre Sachen gepackt und Luca verlassen, um ihn zu schützen, dabei wünscht sie sich nichts sehnlicher, als die Zeit zurückzudrehen und wieder in seinen Armen zu liegen. Doch das geht nicht und so versucht sie ihr Bestes, ihm aus dem Weg zu gehen und ihr Leben zu leben. Als er auf einer Silvesterparty dann plötzlich unerwartet und in weiblicher Begleitung vor ihr steht, bricht es ihr das Herz ..

Nahtloser Einstieg mit Tücken
Was den Einstieg in Verliere mich. Nicht. betrifft, bin ich ein wenig zwiegespalten. Zum einen finde ich es zwar toll, dass die Handlung beinahe dort anknüpft, wo Band 1 mich vor gut zwei Monaten zurückgelassen hat und zum anderen ist genau das auch mein Problem gewesen. Denn sowohl am Ende von Band 1 wie auch am Anfang von Band 2 spielen Gefühle eine ganz große Rolle und dadurch, dass mein Herz nun schon einige Wochen Zeit hatte, das Geschehene zu verdauen und meine Gefühle sich wieder gänzlich abgekühlt hatten, war ich die ersten zwei Kapitel über emotionsmäßig einfach nicht so dabei, wie ich es mir gewünscht hätte. Anstatt also hier mit Sage mitzuleiden und ob ihrer Hoffnungslosigkeit und ihrem Gedankenkarusell selbst ein gebrochenes Herz zu riskieren, haben mich diese sehr emotionalen Momente eher nüchtern zurückgelassen. Ungefähr ab Kapitel drei war ich dann jedoch auch gefühlsmäßig zum Glück wieder voll in der Geschichte drin, sodass ich endlich in den Genuss von Laura Kneidls Talent kam, mich zu berühren, wodurch ich wieder so richtig mitleiden, mitweinen, mithoffen und mitlachen konnte.

Sage & Luca
Ach, ich liebe die beiden einfach. Und daran hat auch die gedrückte Stimmung in diesem Buch nichts geändert. Im Gegenteil, wenn überhaupt würde ich sogar sagen, dass ich sie dadurch nur noch viel mehr in mein Herz geschlossen habe. Ihr Umgang miteinander und ihre Gespräche waren für mich jedes Mal ein Highlight und selbst die kleinen, flüchtigen Minimomente, die sie miteinander teilten, sorgten bei mir für eine gute Portion Herzklopfen. Aber was anderes habe ich auch nicht erwartet, denn Laura Kneidl hat mit Sage und Luca wirklich ein ganz wundervolles Paar geschaffen. Beide lassen sie sich zwar sehr von ihren Gefühlen leiten, sind dabei aber stets bemüht, den anderen zu verstehen und nicht zu verletzten, teilen meinen Humor und lösten so in mir die gesamte Dilogie über immer wieder den Wunsch aus, sie aus dem Buch heraus ins reale Leben und in meinen Freundeskreis zu ziehen. Kurz gesagt: ich hätte von ihnen noch mehr, viel mehr, lesen können.

Aber!
Ja, es gibt ein Aber und zwar leider ein ziemlich großes. Was ich an der Geschichte rund um Sage und Luca im ersten Band besonders toll gefunden habe, war, dass ich nie den Eindruck hatte, die Beziehung zwischen den beiden würde an erster Stelle stehen. Vielmehr lag der Fokus auf Sages Angststörung, den traumatischen Ereignissen in ihrer Vergangenheit und dem Ziel, sich ein neues Leben aufzubauen. Luca und die Gefühle für ihn waren nur ein Teil ihres neuen Lebens und das machte die Geschichte für mich nicht nur besonders, sondern echt. Und nachdem mich Berühre mich. Nicht. nun also vor zwei Monaten so begeistert und ganz tief berührt hatte, waren meine Erwartungen an diesen zweiten Band sehr hoch. Und wie das mit hohen Erwartungen nun mal leider so ist, ist das Risiko groß, enttäuscht zu werden. Und das wurde ich. Denn das, was ich am ersten Band so sehr geliebt hatte, fehlte in Verliere mich. Nicht. leider so gut wie komplett. Sages Angststörung hat so wenig Raum eingenommen, dass es fast einer Wunderheilung gleichkam und auch der Ursache ihrer Krankheit, dem Grund, weswegen sie überhaupt ihr altes Leben aufgegeben hat und jeden Tag für sich und ihr neues Leben kämpft, wurde erst zum Ende hin wieder etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei bin ich mir natürlich bewusst, dass Veränderungen und besondere Menschen durchaus bewirken können, dass man Angst und Traumata überwindet, allerdings braucht auch das Zeit. Gedanken- und Verhaltensmuster ändern sich nicht über Nacht, doch genau diesen Eindruck hatte ich bei Sage stellenweise. Und das fand ich nicht nur schade, nein, ich vermisste die Sage aus Band eins. Die Sage, die zwar Angst hatte und unsicher war, aber nie müde wurde, zu kämpfen. Ich vermisste die Ecken und Kanten in diesem Buch und das beziehe ich nicht nur auf Sage, sondern auch auf das Problem Alan, denn wie bereits erwähnt, wurde das Thema erst so richtig wieder am Ende aufgegriffen und dann für meinen Geschmack viel zu schnell abgehandelt. Hier hätte ich mir mehr gewünscht. Mehr Gespräche über Alan, mehr Zeit, zum Spannung aufbauen und mehr Auseinandersetzung mit Nora und Sages Mutter.

Kurzum
Verliere mich. Nicht. hat mich am Ende zwar mit einem zufriedenen Gefühl zurückgelassen, aber mehr auch nicht. Es war gut, aber eben nicht sehr gut. Es hat mich unterhalten, aber leider nicht begeistert. Dass ich in Berühre mich. Nicht. nie das Gefühl hatte, die Liebesgeschichte würde im Fokus stehen und ihr alles andere untergeordnet sein, machte Band 1 dieser Dilogie für mich zu etwas Besonderem, einer Perle im New Adult Bereich. Verliere mich. Nicht. konnte da leider nicht mithalten. Hier stand ganz eindeutig die Beziehung zwischen Sage und Luca im Vordergrund, wodurch nicht nur große Teile dessen, was Band 1 für mich ausgemacht hat, für meinen Geschmack zu weit in den Hintergrund gerutscht sind, sondern Band 2 auch einfach zu rund wirkte. Laura Kneidl werde ich dennoch weiter ganz genau im Auge behalten, denn sie hat nicht nur auch dieses Mal wieder Figuren geschaffen, die einfach Spaß machen, sondern mich auch mit ihrem Stil überzeugen können.

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Nur noch ein einziges Mal

Colleen Hoover , Katarina Ganslandt
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.11.2017
ISBN 9783423740302
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber wenn ich sehe, dass ein neues Colleen Hoover Buch erscheint, hüpft mein Leserherz vor Freude immer ganz wild auf und ab und kann es nur sehr schwer erwarten, das Buch endlich zu lesen. Nachdem ich mich Monate in Geduld üben musste, war es dann im November endlich so weit und ich habe mir das gesamte Wochenende für Frau Hoover freigeschaufelt, um ihr und ihrem neuen Buch Nur noch ein einziges Mal meine ungeteilte Aufmerksamkeit schenken zu können. Und ich sage euch gleich: das Buch hat mich fertig gemacht und die Buchbesprechung war für mich wie ein Tanz auf rohen Eiern. Aber der war nötig, um euch meine Gedanken vollkommen Spoiler frei mitzuteilen und ich bin schon ein klitzekleines bisschen stolz auf mich, dass es mir gelungen ist.

Worum geht es genau?
Lilys Vater ist gestorben, aber anstatt deswegen am Boden zerstört zu sein, macht sie sich Gedanken darüber, wieso sie auf seiner Beerdigung nichts Gutes über ihn zu sagen wusste. Bis Kyle auftaucht und sie durch seine bloße Anwesenheit zurück ins Hier und Jetzt holt. Mit seiner selbstbewussten, direkten Art und seinen gleichermaßen klugen wie hinterfragenden Worten brennt er sich sofort in Lilys Kopf. Und verändert ganz nebenbei ihr Leben. Je häufiger sich ihre Wege kreuzen, desto mehr sehnt sich Lily nach seiner Nähe und irgendwann drehen sich selbst die Gedanken des Karriere fokussierten Kyle nur noch um den Wunsch, Lily nah zu sein. Alles könnte also so perfekt sein, wenn da nicht plötzlich Lilys erste große Liebe auf der Bildfläche auftauchen würde …

Ist Nur noch ein einziges Mal wirklich so anders?
Lange bevor ich das Buch gelesen habe, wusste ich, dass es anders sein würde als alle Colleen Hoover Bücher, die ich bis dahin kannte. Man riet mir, offen an die Geschichte ranzugehen und genau das habe ich getan. Ich habe versucht, diese gleichermaßen herzzerreißenden wie wohligen Gefühle nicht zu erwarten, mit denen Frau Hoover mich bislang immer restlos begeistert hat und mich überraschen zu lassen, was mir zugegebenermaßen schwerer gefallen ist, als gedacht. Aber wie sich herausgestellt hat, musste ich meine Erwartungen auch gar nicht auf Null runterfahren, um Gefallen an Nur noch ein einziges Mal zu finden, denn dieses Buch ist bei Weitem nicht so anders, wie ich geglaubt habe. Es gibt auch hier die traurige, schockierende Vergangenheit, den Mann, dem man sein Herz schenkt, Hoffnung auf Glück und die ganz ganz großen Gefühle. Nur dieses Herzerwärmende, Wohlige, das sich bei mir immer zum Ende bei einem Hoover-Buch eingestellt hat, fehlt.

Chapeau, Frau Hoover!
Wer Colleen Hoovers Bücher kennt, weiß, dass sie stets ein Händchen für die perfekte Mischung aus tollen Figuren und Drama hat. Dass sie das nötige Fingerspitzengefühl besitzt, um ernste und wichtige Themen anzusprechen und dabei auch vor dem schmutzigen Aspekt der Dinge keinen Halt macht. Und daran ändert sich auch in Nur noch ein einziges Mal nichts. Im Gegenteil, hier bedient sie sich an dem meiner Meinung nach bisher brisantesten Thema und das auf eine Weise, die mir trotz der Ernsthaftigkeit die Tränen in die Augen gejagt hat. Frau Hoover malt hier nicht in schwarz oder weiß, bei ihr gibt es immer eine Menge Zwischentöne und genau die sind es auch, die ihre Bücher so berührend und besonders machen. Sie schreibt ihre Botschaften in die Welt hinaus, sagt, was richtig und was falsch ist, macht aber dennoch deutlich, dass es auch immer noch eine andere Sicht auf die Dinge gibt, dass Gefühle nicht rational sind und dass manches Verhalten zwar völlig indiskutabel, aber deswegen nicht automatisch weniger menschlich ist. Und das bei einem Thema wie in Nur noch ein einziges Mal behandelt zu schaffen, ist eine ganz große Leistung. Nicht zuletzt, weil dies wohl auch ihr bisher persönlichstes Buch ist.

In guten, wie in schlechten Zeiten?
Ich habe eingangs ja bereits erwähnt, dass dieses Buch anders ist, als die, die ich bisher von Frau Hoover gelesen habe. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Liebesgeschichte hier einfach nicht so leicht zu erklären ist und schon gar nicht, ohne zu viel zu verraten und euch damit dieses Daraufhin arbeiten voller Andeutungen und kleinen Rätsel, auf das man sich bei Frau Hoover immer freuen kann, zu nehmen. Aber eins kann ich euch dennoch verraten: Beziehungen bestehen nicht nur aus Wolke 7 und rosa Brillen, sondern aus schönen, weniger schönen und manchmal auch aus dunklen Seiten und diesen widmet sich Nur noch ein einziges Mal. Frau Hoover wirft hier die Fragen in den Raum, wie weit Liebe gehen darf, wo die Grenzen liegen, ob Menschen, die diese Grenzen überschreiten, automatisch böse und schlechte Menschen sind und hat mich damit gleichermaßen schockiert, wie auch nachdenklich gestimmt. Und traurig. Ja, dieses Buch hat mich so unfassbar traurig gemacht.

Kurzum
Ihr mögt Bücher, die es euch nicht leicht machen? In denen es Figuren gibt, mit denen ihr mitfiebern könnt und die euch ans Herz wachsen und es vielleicht brechen? Ihr stört euch auch nicht an schwierigen Themen? Dann findet ihr in Nur noch ein einziges Mal eventuell die perfekte Lektüre. Das Buch ist wahnsinnig intensiv, spielt mit den Emotionen, bewegt sich an Grenzen entlang, überschreitet sie und macht Mut neue Wege zu gehen.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

ab 2 jahren, kinderbuch, verlag ars edition

Alle kommen mit ins Bett

Susan Niessen , Joëlle Tourlonias
Pappbuch: 20 Seiten
Erschienen bei arsEdition, 16.06.2017
ISBN 9783845820224
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Mein kleiner Pirat hat bereits einige Alltagsbüchlein aus dem Hause arsEdition in seinem Regal stehen und liebt sie allesamt, weswegen ich mir sehr sicher war, dass er auch an Alle kommen mit ins Bett Gefallen finden würde. Und das tat er auch, allerdings nicht ohne Anfangsschwierigkeiten. Als das Buch nämlich bei uns eingezogen ist, war gerade alles doof, was nichts mit Kochen, Werkzeug, Dinosauriern, Drachen oder seinem Arztkoffer zu tun hatte und da hatte die kleine Anna, um die es in diesem Buch geht, leider erstmal ganz schlechte Karten. Aber zum Glück dauern solche Phasen in den allermeisten Fällen nicht ewig und so kam irgendwann doch noch der Tag, an dem seine ganze Aufmerksamkeit Anna galt. Und dabei hatten wir alle gemeinsam dann ziemlich viel Spaß. Nicht zuletzt, weil der Pirat viel aus unserem Leben in der Geschichte wiedergefunden und sich darüber dann natürlich total gefreut hat.

Wann immer Joëlle Tourlonias an einem Buch beteiligt ist, weiß ich, dass mein kleiner Pirat viel Freude an den Illustrationen haben wird. Die klaren Linien, die kräftigen Farben und das süße Aussehen sämtlicher Figuren machen einfach Spaß, was mir durch strahlenden Augen auch immer wieder bestätigt wird. Passend zu den Illustrationen gibt es auf jeder Seite einen kleinen Text in Reimform, der sich an ein, zwei Stellen zwar nicht ganz so rund liest, aber ansonsten flüssig und vor allem in der Sprache den kleinen Bücherfans angemessen ist.

Was uns als Eltern und Befürwortern des Familienbetts besonders gut gefallen hat, ist, dass es in diesem Buch keine Diskussionen mit Anna darüber gibt, dass sie doch bitte in ihrem eigenen Bett schlafen soll. Stattdessen geht es hier darum, dass niemand alleine schlafen muss, wenn er es nicht will (auch die Kuscheltiere nicht!) und da wir es bei uns Zuhause genauso halten und unser Pirat regelmäßig mitsamt seinen zwei liebsten Kuscheltieren im Schlepptau zu uns ins Bett krabbelt, hatte er sehr viel Verständnis für die kleine Anna und ihre Kuscheltierarmada.

Von uns gibt es an dieser Stelle für dieses wirklich süße Buch deswegen eine ganz klare Leseempfehlung und ich bin mir ziemlich sicher, dass nicht nur die kleinen Leser an dem robusten Pappbilderbuch Spaß haben werden, sondern auch Mama und Papa, die sich gemeinsam mit ihrem Nachwuchs durch Alle kommen mit ins Bett lesen.

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2.037 Bibliotheken, 67 Leser, 0 Gruppen, 360 Rezensionen

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Berühre mich. Nicht.

Laura Kneidl
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.10.2017
ISBN 9783736305274
Genre: Liebesromane

Rezension:

Allein durch ihre Präsenz auf mehreren Social Media Kanälen ist der Name Laura Kneidl für mich seit geraumer Zeit ein Begriff. Und natürlich ist mir auch nicht entgangen, dass sie bereits einige Bücher veröffentlicht und Leserherzen für sich eingenommen hat. Da sie sich bislang allerdings mehr im Fantasy-Bereich bewegt hat und es Bücher aus diesem Genre inzwischen doch eher selten in mein Regal schaffen, habe ich von ihr noch nichts gelesen – bis jetzt. Mit Berühre mich. Nicht. hat Laura Kneidl nämlich ihren ersten New Adult Roman veröffentlicht und damit war es an der Zeit, dass auch ich mir endlich ein Bild von ihrem Können mache.

Worum geht es genau?
Mit ihrem Umzug von Maine nach Nevada schafft Sage eine Distanz zu ihrer Vergangenheit, die für sie bitter nötig ist. Die tiefen Wunden, die die letzten Jahre in ihr hinterlassen haben und das Misstrauen und die Angst, die sich in ihrem Inneren breit gemacht haben, lassen sich allerdings nicht so einfach auslöschen. Aber Sage gibt nicht auf. Sie will ihre Freiheit zurück, will glücklich sein und Spaß haben und nachdem ihr erster Collegetag weit besser verläuft, als erwartet und sie schon bald Anschluss findet, sieht es auch ganz danach aus, als würde es Sage gelingen. Doch die Vergangenheit lässt sich nicht ewig verdrängen ..

Hier wurden viele Pluspunkte gesammelt
Mein Interesse für dieses Buch war geweckt, seit ich wusste, dass es im New Adult Bereich angesiedelt sein würde. Nachdem ich dann auch noch gelesen habe, dass die Protagonistin an Angst- und Panikattacken leidet, wusste ich, dass ich Berühre mich. Nicht. wirklich unbedingt lesen muss. Als jemand, der selbst seit Jahren mit solchen Attacken lebt, war ich einfach sehr neugierig, wie Laura Kneidl dieses Thema in Angriff genommen hat und ob es ihr gelungen ist, es glaubhaft rüberzubringen. Und das ist es! Sages Angst- und Panikstörung wurde hier nämlich nicht nur angeschnitten und dann wieder vergessen, sondern es wurde dieser Krankheit wirklich Raum gegeben. Und damit meine ich nicht, dass einfach alle paar Seiten eine Panikattacke in Sage hochbrodelte, sondern, dass auch die Auswirkungen der Angst ihren Platz gefunden haben. Und das war wichtig, denn zum einen merkt man als Leser dadurch erst, wie tief Sages Wunden wirklich sitzen und zum anderen wird deutlich, dass krankhafte Angst nichts ist, was man mal eben mit einem Fingerschnipsen wieder in den Griff bekommt, sondern Hilfe bedarf.

New Adult lebt von den Figuren
Wenn ich zu New Adult Büchern greife, weiß ich in der Regel ziemlich genau, was ich bekomme und auch Laura Kneidl hat hier mit ihrem ersten Roman in diesem Genre das Rad nicht neu erfunden. Das finde ich allerdings gar nicht schlimm, denn schließlich habe ich mich überhaupt erst für das Buch interessiert, weil ich mir eben genau diese typischen Dinge erhofft habe. Natürlich weiß man dann schon von vornherein, wie das Ganze in etwa ablaufen wird und ist nur selten von einer Handlung so richtig überrascht, aber auch das ist okay. Solche Geschichten leben, meiner Meinung nach, nämlich hauptsächlich von den Figuren und wenn die gut ausgearbeitet sind und mich als Leser berühren, dann bin ich glücklich und störe mich nicht im Geringsten daran, dass der Ablauf dem anderer Bücher ähnelt. Und hier war ich glücklich. Mit Sage und Luca hat Laura Kneidl nämlich wirklich zwei ganz tolle Figuren geformt, die mich nicht nur gut unterhalten haben, sondern auch mein Herz höher schlagen ließen. Besonders gut gelungen ist ihr dabei Protagonistin Sage, die ein gewaltiges Päckchen zu tragen hat, viel zweifelt, sich schrecklich schämt, das Gefühl hat, nicht ehrlich sein zu können und oft blind vor Angst ist und doch hat sie den Kampfgeist einer Löwin. Mit Megan, April und allen voran natürlich Luca wurden Sage Figuren an die Seite gestellt, die nicht besser hätten gewählt sein können. Sie sind aufgeschlossen, aufmerksam, mitfühlend und zuverlässig und haben Sage damit so manches Fünkchen Hoffnung zurückgegeben. Von Bad-Boys und Arschlochgehabe an dieser Stelle also keine Spur, was ich tatsächlich mal ganz erfrischend fand.

Huch, das ist aber ein ganz schöner Klopper!
Als ich das Buch zum ersten Mal in den Händen hielt, hab ich schon ein bisschen über die Seitenzahl gestaunt und im Stillen gehofft, dass es dadurch nicht zu großen Längen in der Geschichte kommen würde. Zum Glück war meine Sorge unbegründet, denn wie sie sich schnell herausgestellt hatte, kamen die vielen Seiten nur dadurch zu Stande, dass es hier keine Knall auf Fall Ich kam, ich sah, ich liebte Liebesgeschichte gibt. Im Gegenteil, Laura Kneidl hat der Liebe wirklich viel Zeit gelassen, sich zu entwickeln und vor allem Sage hat den Raum bekommen, den sie in Anbetracht ihrer Vergangenheit und ihrer Krankheit nötig hat, wodurch die Geschichte nochmal an Glaubhaftigkeit gewinnt.

Kurzum
Berühre mich. Nicht. war mein erstes Buch von Laura Kneidl, aber definitiv nicht mein letztes. Ihre Geschichte rund um Sage und Luca hat mich sehr berührt, an mir gerüttelt und durch Gemeinsamkeiten mit Sage auch so manches Mal schlucken lassen. Der wirklich sehr angenehme Schreibstil der Autorin hat dann sein übriges getan und so habe ich, tief versunken in die Geschichte, gar nicht bemerkt, wie schnell ich vorankam.

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1.375 Bibliotheken, 72 Leser, 1 Gruppe, 177 Rezensionen

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Das Lied der Krähen

Leigh Bardugo , Michelle Gyo
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.10.2017
ISBN 9783426654439
Genre: Fantasy

Rezension:

Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte ich meinen ersten Bookhangover seit sehr sehr langer Zeit. Wochen lang habe ich kaum ein Wort gelesen, weil einfach keine Lektüre mit der vorherigen mithalten konnte und so trauerte ich Tag für Tag den lieb gewonnen Figuren hinterher. Während ich meinen Bookhangover ja auf eine gewisse Weise schon genossen habe, sehnte ich mich doch auch danach, in eine neue Geschichte abzutauchen. Dass ich dabei aber ganz genaue Vorstellungen hatte, was ich lesen möchte und was nicht, machte es mir allerdings mehr als schwer, das Richtige für mich zu finden. Bis zum Erscheinungstermin von Das Lied der Krähen, denn dieses Buch versprach alles, was ich mir gewünscht habe.

Worum geht es genau?
Sechs Außenseiter und ein Auftrag. Kaz Brekker ist die rechte Hand eines Bandenchefs und fest entschlossen, zusammen mit seinen Gefährten das Unmögliche möglich zu machen und damit nicht nur den gefährlichen Auftrag erfolgreich zu erledigen, sondern auch jeden einzelnen seinem ganz eigenen Ziel ein Stückchen näher zu bringen ..

Ein Anfang mit Hindernissen
Kaum hielt ich das Buch in meinen Händen, wollte ich auch schon loslegen und mich bis spät in die Nacht ganz tief in die Seiten vergraben. Das gestaltete sich allerdings ein wenig schwieriger als gedacht, denn das Reinkommen in die Geschichte entpuppte sich für mich als ein kleiner Haufen Stolpersteine, der erstmal aus dem Weg geräumt werden wollte. Grund dafür war mein ganz persönliches Problem, mir in kürzester Zeit viele Namen und die dazugehörigen Hintergrundinformationen zu merken. Nach circa einem Drittel hatte ich all das dann allerdings verinnerlicht, sodass mich die regelmäßigen Perspektivwechsel nicht mehr verwirrten und ich schließlich doch noch tief in die Geschichte abtauchen konnte.

Kein Buch für zwischendurch
Während meines Bookhangovers habe ich mich die ganze Zeit nach einer Geschichte gesehnt, die spannend und blutig ist und zudem auch ein wenig Gefühl beinhaltet und genau das habe ich mit Das Lied der Krähen bekommen. Leigh Bardugo hat hier etwas wahnsinnig komplexes geschaffen, das mitzureißen und tatsächlich von Anfang bis Ende immer wieder mit Wendungen zu überraschen weiß. Ich kann da schon verstehen, dass um dieses Buch beziehungsweise die komplette Dilogie ein riesiger Hype ausgebrochen ist. Bis zur letzten Seite hat mich Leigh Bardugo nämlich immer wieder auf falsche Fährten gelockt, wodurch die Spannung die ganze Zeit über erhalten geblieben ist. Allerdings war Das Lied der Krähen für mich keine Lektüre, in die ich zwischendurch immer mal wieder meine Nase stecken konnte, denn die Geschichte um die 6 Außenseiter fordert durch die sehr gut durchdachte Handlung und gleich mehreren Schlüsselfiguren Zeit und ungeteilte Aufmerksamkeit ein und so kam ich ich leider nicht ganz so schnell voran, wie ich es gerne gehabt hätte.

Beeindruckende Charaktere
Die Figuren sind ohne Zweifel das Beste an diesem Buch. Ich stelle es mir ja schon ziemlich schwer vor, eine Schlüsselfigur mit ganz eigenen Charakterzügen, einer Vergangenheit und dazu passendem Verhalten zu versehen und Frau Bardugo hat das hier nicht nur einmal, sondern gleich sechs Mal getan. Jede Krähe hat seinen ganz eigenen Stempel aufgedrückt bekommen, ist abgeklärt und obwohl sie eine Gemeinschaft bilden, hat jeder von ihnen eigene Motive, die er oder sie verfolgt, weswegen man sich nie zu hundert Prozent sicher sein konnte, wer von ihnen nun vertrauenswürdig ist und wer nicht. Ich war während des Lesens immer wieder so fasziniert von jeder einzelnen Figur, dass ich jetzt noch nicht mal sagen könnte, dass mir einer lieber war als der andere. Und das hat wahnsinnig viel Spaß gemacht.

Kurzum
Mit dem komplexen und gut ausgearbeiteten Setting, den fantastischen Figuren und den vielen überraschenden Wendungen ist Leigh Bardugo einfach ein fast perfektes Gesamtpaket gelungen. Wer sich also gerne durchs Fantasy-Genre liest und nichts gegen abgebrühte Figuren und Brutalität zwischen den Buchdeckeln hat, der sollte sich Das Lied der Krähen unbedingt ein bisschen genauer anschauen!

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Unsere verlorenen Herzen

Krystal Sutherland , Petra Koob-Pawis
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei cbj, 25.09.2017
ISBN 9783570164976
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schmetterlinge im Bauch, aufflammende Gefühle, Drama, Emotionen – ja, Liebesgeschichten sind genau mein Ding! Ich habe Unmengen davon in meinen Regalen stehen, wurde von ihnen tief berührt und zum lachen gebracht, habe mich gemeinsam mit den Protagonisten verliebt, war wütend auf sie und verzweifelt. So unterschiedlich, wie die Liebesgeschichte der jeweiligen Hauptfiguren ist, so unterschiedlich sind eben auch manchmal die Emotionen, die in mir ausgelöst werden und genau aus dem Grund kann ich auch nie genug von solchen Geschichten bekommen. Und ja, Unsere verlorenen Herzen fällt natürlich auch in diese Kategorie.

Worum geht es genau?
Stell dir vor, du hast dir den Arsch aufgerissen, um Chefredakteur der Schülerzeitung zu werden und dann bekommt ausgerechnet das neue Mädchen an der Schule diesen Job angeboten. Und nun stell dir vor, dass dieses Mädchen ein wandelndes Rätsel, unfreundlich und ungepflegt ist und in dir die allerersten Schmetterlinge deines Lebens auslöst. Stell dir vor, dass sie alles für dich ist, aber nichts so ist, wie du denkst ..

Ein Ich-Erzähler nach meinem Geschmack
Ich finde es ja immer wieder spannend, eine Liebesgeschichte aus männlicher Sicht zu lesen und ich kann sagen, dass Frau Sutherland hier wirklich ganze Arbeit geleistet hat, denn bereits nach wenigen Zeilen war ich von Henry begeistert. Er ist witzig, klug, glaubt an Seelenverwandtschaft und die große Liebe und erzählt seine Geschichte auf so charmante, lockere Art, dass man sich mit der Lektüre nicht nur von Beginn an total wohl fühlt, sondern auch kaum bemerkt, dass die Seiten nur so dahin fliegen.

Mit Power-Point zum Date
Henry hatte es mir zwar von Anfang an angetan, doch die Funken sprühende Begeisterung für die Geschichte, die er mir erzählte, ließ noch ein Weilchen auf sich warten. Doch als dann der Moment kam, an dem sich Henry aus einem Gefühl von Überforderung und Hilflosigkeit heraus dazu entschließt, seine Worte, seine Gefühle und sein Anliegen mit Hilfe einer Power-Point Präsentation an die Frau zu bringen, war es um mich geschehen. Ich meine, wie süß ist das denn bitte?! Aber dieses Vorgehen hat nicht nur für ein schwärmendes “Ooooh” meinerseits gesorgt, sondern auch sehr viel über Henry ausgesagt. Er ist völlig unerfahren, was Gefühle und Mädchen betrifft und diese Unsicherheiten, die daraus resultieren, haben der Geschichte eine ganz große Portion Charme verliehen.

Süß und Bitter
Wenn man Liebesgeschichte hört, denkt man als allererstes ja meistens an Herzklopfen, die ganz großen Gefühle und Tränen in den Augen. Auf die gute Art. Aber die Liebe ist nicht immer rosarot und einfach, sie kann auch dramatisch und sehr traurig sein und an genau das wird man in Unsere verlorenen Herzen erinnert. Frau Sutherland hat es geschafft, auf der einen Seite für süßen Charme zu sorgen und gleichzeitig die andere Seite so mit knallharter, bitterer Realität zu versehen, dass mir das Herz blutete. Es ist ihr gelungen, eine kluge und tiefsinnige Geschichte über die erste Liebe zu schreiben und diese Schuldgefühlen und den Wunsch nach Wiedergutmachung gegenüberzustellen und das Ganze am Ende trotz der Dramatik und Traurigkeit zu etwas Rundem zu machen.

Kurzum
Es gibt ja diese Bücher, die so süß wie Zucker und gleichzeitig schrecklich bitter sind. Unsere verlorenen Herzen ist eins davon. Hier ist nichts kitschig oder rosarot, sondern witzig, klug und tiefsinnig. Entscheidungen, Geschehnisse und Überzeugungen werden hinterfragt, es werden Fehler begangen und wieder gut gemacht und es wird geträumt. Ich hatte wahnsinnig viel Freude an dieser Lektüre und das ist neben bereits genanntem vor allem den tollen Figuren zu verdanken, die wie aus dem Leben gegriffen sind.

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616 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 138 Rezensionen

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Wie das Feuer zwischen uns

Brittainy C. Cherry
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei LYX, 21.07.2017
ISBN 9783736303560
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nachdem mich Wie die Luft zum atmen Anfang des Jahres so sehr begeistert hat, dass ich mehrere Tage brauchte, um das Buch zu verdauen und mein Herz wieder zu beruhigen, freute ich mich wie ein Schneekönig, als ich im Juli endlich Band 2 der Romance-Elements-Reihe von Brittainy C. Cherry in den Händen halten konnte und bereitete mich vorsorglich darauf vor, dass mir mein Herz erneut in tausend kleine Stücke zerspringen würde. Und nun sitze ich hier und versuche, meine Gedanken zu diesem Buch in Worte zu fassen und ich kann euch sagen, mir ist selten etwas so schwer gefallen, wie das hier.

Worum geht es genau?
Alyssa kommt aus guten Hause, Logan aus dem schlimmsten Viertel der Stadt. Alyssa ist talentierte Klavierspielerin, Logan den Drogen verfallen. Sie sind High und Lo. Sie sind beste Freunde und Liebende. Und dann kommt es zur Katastrophe und plötzlich ist nichts mehr so, wie es mal war. Sie sind nicht mehr so, wie sie mal waren. Erst, als das Schicksal ein zweites Mal auf grausame Weise zuschlägt, werden Alyssa und Logan gezwungen, sich mit der Vergangenheit und der Zukunft auseinanderzusetzen ..

Ein Satz mit X, das war wohl nix
Ich weiß nicht, wie lange genau ich mich nun schon vor dieser Rezension drücke, aber es ist schon eine ganze Weile. Und selbst jetzt, mit wochenlangem Abstand und durchaus genug Momenten, in denen ich versucht habe, meine Gedanken zu ordnen, wollen mir die richtigen Worte einfach nicht einfallen. Tatsache ist, ich war von Wie das Feuer zwischen uns furchtbar enttäuscht. Ich kam immer nur sehr schleppend voran und da ich nur ungern ein Buch abbreche, verbrachte ich mit diesem hier gleich mehrere Wochen. Und jeden Tag hatte ich erneut die leise Hoffnung, dass es mich doch noch packen und ich mich fortan kaum noch von den Seiten würde lösen können. Vergebens. Anstatt mich zu fesseln, fand ich das Buch bis zur letzten Seiten langweilig.

Liebesgeschichte? Nein. Drama? Ja.
Als ich zu Wie das Feuer zwischen uns gegriffen habe, hatte ich eine Geschichte erwartet, die mich berühren und zerstören, aber vor allem mein Herz höher schlagen lassen würde. Und all das hätte ich sicherlich auch bekommen, hätte die Liebesgeschichte wie zuvor in Wie die Luft zum atmen hier im Fokus gestanden, aber dem war nicht so. Vielmehr ging es hier größtenteils nur um katastrophale Lebensumstände und um Logans tiefen Fall. Das hätte mir vielleicht sogar gefallen können, wäre mir der Fokus der Geschichte von Anfang an klar gewesen, aber so bin ich mit völlig falschen Erwartungen an das Buch herangegangen und habe anstatt einer berührenden und Tränen herauskitzelnden Liebesgeschichte, ein deprimierendes Drama bekommen.

High und Lo
Alyssa und Logan sind zwei Figuren, die mir sehr gut gefallen haben und von denen ich gerne viel viel mehr gelesen hätte. Sicher, sie tauchen auf fast jeder Seite auf, reden und verraten uns Lesern so einiges über sich, aber ich hatte das gesamte Buch über nie das Gefühl, als wären sie die Hauptdarsteller einer Liebesgeschichte, die mich als Leser abholen, mir ihr Innerstes offenbaren, mein Herz höher schlagen lassen, mich seufzen, weinen und hin und wieder wie ein Häufchen Elend das Buch für ein paar Minuten beiseite legen lassen, um meine Gedanken und Gefühle zu ordnen. Stattdessen waren die beiden für mich durchgehend wie zwei Nebendarsteller in einer Geschichte über Drogenmissbrauch, wodurch die ganz großen Gefühle, nach denen ich mich so sehr gesehnt habe, einfach komplett ausgeblieben sind.

Kurzum
Wenn ihr nach einer Liebesgeschichte sucht, die eure Herzen höher schlagen lässt und euch zudem tief berührt, werdet ihr in “Wie das Feuer zwischen uns” vielleicht nicht die richtige Lektüre für euch finden. Wer allerdings eine gute Portion Drama und eine depressive Grundstimmung vertragen kann und wem es egal ist, dass die Liebesgeschichte nur eine ziemlich untergeordnete Rolle spielt, der dürfte hier durchaus seine Freude haben.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

ab 2 jahren, fühlen, geräusche, geräusche-mitmach-buch, hören, kinderbuch, mitmachbuch, suchen, verlag ars editon

Klopf! Klopf! Klopf! Wo ist der Honigtopf?

Lydia Hauenschild , Frauke Weldin
Pappbuch: 12 Seiten
Erschienen bei arsEdition, 19.07.2017
ISBN 9783845811703
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Bislang sieht es ganz danach aus, als wenn mein kleiner Pirat meine Leseleidenschaft geerbt hätte. Sämtliche Bilderbücher werden regelrecht verschlungen und jedes Mal, wenn wir ein neues Buch entdecken, fordert er “Mama, du kaufe neue Buch”. Welchen neuen Lesestoff er dabei besonders ins Auge fasst, hat sich im Laufe der vergangenen Monate sehr geändert. Ging es anfangs hauptsächlich darum, optisch alles zu entdecken und zu verstehen, sind nun Mitmachbücher der letzte Schrei.

Und damit wären wir auch schon beim Hauptdarsteller der heutigen Buchbesprechung angekommen. Klopf! Klopf! Klopf! Wo ist der Honigtopf? Ist nämlich ein Mitmach- und Geräuschebuch und dazu auch noch ein ganz tolles.

Schon bevor die erste Seite aufgeschlagen wird, geht es mit dem Mitmachen auch schon los. Damit der Pirat mit Bärchen nämlich überhaupt erst auf die Suche nach dem Honigtopf gehen konnte, musste er natürlich anklopfen, um zu schauen, ob die Luft rein ist. Im Inneren des Buches tapst man dann gemeinsam mit Bärchen leise durch Flur und Wohnzimmer und landet schließlich in der Küche, wo der leckere Honig auf einem Regalbrett steht.

Da Bärchen nicht lautlos durch das Haus schwebt, entstehen während des Streifzugs natürlich Geräusche und die nachzumachen hat uns großen Spaß gemacht. Damit sich alles so echt wie möglich anhört, wurden zwei Seiten extra verstärkt, Stoff, etwas, das mich an eine Seite von einem Klettverschluss erinnert und ein bisschen Reisersatz eingearbeitet, wodurch es sowohl einiges zu fühlen gab, wie auch tolle und vor allem unterschiedliche Geräusche zustanden kamen.

Klopf! Klopf! Klopf! Wo ist der Honigtopf? ist kein reines Bilderbuch. Neben den sehr liebevollen und farbenfrohen Illustrationen, gibt es auf jeder Seite kurze Anleitungen, wie man welche Geräusche erzeugen kann und einen kleinen Text in Reimform. Und diese Reime sind nicht nur für die Kleinen gut verständlich, sondern auch total süß und stehen damit dem restlichen Buch in nichts nach. Von uns eine klare Empfehlung für ein Buch, das nicht nur dem Kleinsten, sondern uns allen viel Spaß bereitet. Und ein weiterer Pluspunkt: es hält auch den wildesten Kinderfingerchen problemlos stand!

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245 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 72 Rezensionen

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Love & Gelato

Jenna Evans Welch , Henriette Zeltner
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 12.06.2017
ISBN 9783959670913
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich gestehe, Love & Gelato war in erster Linie ein ganz spontaner Coverkauf. Und kann man es mir verübeln? Sicher nicht, denn diese beiden Eistüten machen sich nicht nur ausgezeichnet im Bücherregal, sie versprechen auch eine süße Geschichte und davon kann ich nie genug bekommen. Aber im Endeffekt können Cover und Klappentext noch so viel versprechen, das bedeutet nicht, dass der Inhalt da auch mithalten kann. Im Fall von Love & Gelato habe ich es mir allerdings sehr gewünscht.

Worum geht es genau?
Lina hat ihren Vater nie kennengelernt und daran etwas zu ändern, war bislang auch nie Thema. Bis ihre Mutter unheilbar erkrankt. Um ihren letzten Wunsch zu erfüllen, packt Lina ihre sieben Sachen und steigt wiederwillig ins Flugzeug nach Italien. Dass sie dort fortan auf einem Friedhof leben soll, bestärkt sie nur noch mehr in dem Wunsch, so schnell wie möglich zurück in die USA zu fliegen und dort bei ihrer besten Freundin unterzukommen. Ein altes Tagebuch ihrer Mutter lässt sie in dem Wunsch jedoch innehalten und gemeinsam mit ihrem neuen Freund Ren, durch den sie nicht nur ihr neues Vielleicht-Zuhause besser kennen lernt, sondern auch Bekanntschaften schließt, macht sie sich mit dem Tagebuch auf den Weg durch Florenz’ Straßen und lernt ihre geliebte Mama dabei von einer ganz anderen Seite kennen ..

Love & Gelato
Die süße Geschichte, auf die ich auf Grund des Covers ganz stark gehofft habe, hat sich tatsächlich zwischen den Buchdeckeln versteckt. Allerdings nicht in dem Maße, das ich erwartet hatte, aber das ist in diesem Fall gar nicht mal so verkehrt gewesen. Im Gegenteil, die Mischung aus süßer Teenager-Liebesgeschichte, Geheimnissen und Tragik, die ich schlussendlich bekommen hatte, bescherte mir ganz besondere Lesemomente. Der ständige Wechsel zwischen Leichtigkeit, Wissensdurst, Melancholie und Geheimnissen haben mich nicht nur an die Seiten gefesselt, sondern auch tief berührt.

Das Leben einer Mutter
Das Tagebuch, das Lina von ihrer Mutter hat, nimmt in meinen Augen den sowohl größten als auch wichtigsten Raum in der Geschichte ein. Damit meine ich nicht, dass auf den meisten Seiten davon die Rede ist, sondern einfach, dass damit alles steht und fällt. Ohne dieses Tagebuch würde Lina Italien nicht die geringste Chance geben, in ihrer Trauer versinken und nicht den Wunsch verspüren, die Wege ihre Mutter zu gehen und die Schönheit Florenz durch ihre Augen zu sehen. Und wir auch nicht und ihr könnt mir glauben, wenn ich euch sage: da wäre uns eine Menge entgangen. Allen voran natürlich der Charme, der dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite ausfüllt, aber auch eine gute Portion Gefühlschaos, das sich unweigerlich einstellt, wenn auf einmal alles anders ist, als man geglaubt hat und man für sich beschließt, auf jeden Fall die Wahrheit erfahren zu wollen. Auch, wenn man weiß, dass sie wehtun wird.

Herzklopfen in Italien
Italien bedeutet Schnulz und platte Anmachsprüche. Oder? Nein! Diese Seite hat das Land, das vielen Leuten hauptsächlich wegen Köstlichkeiten wie Eis, Pizza und Pasta bekannt ist, zwar mit ziemlicher Sicherheit auch zu bieten, aber Love & Gelato kommt glücklicherweise ohne aus. Was vielleicht daran liegt, dass Lina zum einen nicht als Touristin im Land unterwegs ist und zum anderen, dass wir so gut wie keinem dieser selbsternannten Vollblutitalienern begegnen, denen die Klischees schon zu den Ohren herauskommen. Für genügend Herzklopfen hat Frau Evans Welch dennoch gesorgt. Sehenswürdigkeiten, amüsante Dialoge und jede Menge Gelato lauten hier das Rezept für Liebe und dieses hat auch mich definitiv auf den Geschmack gebracht. Lina und Ren sind aber auch total süß miteinander, da hatte ich eh keine andere Wahl, als ins Schwärmen zu geraten.

Kurzum
Für ein Kind ist die Mutter meist einfach nur die Mama. Die Frau, die tröstet, Umarmungen verteilt, große und kleine Wunden versorgt, immer das leibliche Wohl im Blick hat und die einfach da ist, wann immer man sie braucht. Dass die Mama aber auch noch eine eigenständige Person ist und ein Leben vor ihrem Mama-Dasein hatte, vergisst oder übersieht man schnell. Einer der beiden Handlungsstränge in Love & Gelato widmet sich nun genau diesem “Davor”, wodurch die Geschichte nicht nur eine Portion Drama bekommen hat, durch die ich wie gebannt an den Seiten klebte, sondern auch eine zweite Liebesgeschichte. Der italienische Charm und die lebendige, spritzige Atmosphäre, die sich durch die Seiten gezogen haben, haben das Ganze in meinen Augen perfekt abgerundet und mir tolle Lesestunden bereitet.

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Der Sommer, als du wiederkamst

Emily Martin , Michaela Kolodziejcok
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 07.07.2017
ISBN 9783423740289
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Sommer, als du wiederkamst stand seit dem Tag auf meiner Wunschliste, an dem es mir bei einer Stöberrunde durch das Verlagsprogramm ins Auge gesprungen ist. Als der Erscheinungstermin dann irgendwann immer näher rückte, freute ich mich schon riesig auf die Lesestunden, die ich mit dieser Lektüre verbringen würde, ja, ich schaufelte mir sogar ein halbes Wochenende extra für die Geschichte frei. Und dann schließlich kam Tag X und alles war anders, als gedacht ..

Worum geht es genau?
Früher war Harper die Kapitänin der Schwimmmannschaft an ihrer Highschool und beliebt. Damals, vor dem Ereignis, das ihr einen neuen Stempel aufgedrückt hat und seit dem ihr Leben nur noch eine einzige Richtung kennt: den Bach runter. Insgeheim wünscht sie sich alles ungeschehen machen und ihr altes Leben wieder haben zu können, aber das geht nun mal nicht und so hat sie täglich mit den Konsequenzen ihrer Fehler zu kämpfen. Ihre Eltern vertrauen ihr nicht mehr, frühere Freunde meiden sie und auch ihre große Liebe ist nicht sonderlich gut auf sie zu sprechen. Gerne würde sie sich mit ihm aussprechen, doch bevor sie die Chance dazu hat, macht sie die Sache nur noch schlimmer ..

Von Romantik keine Spur
Der Sommer, als du wiederkamst ist das beste Beispiel dafür, dass Buchcover und Klappentext manchmal Erwartungen schüren, die nur minimal oder überhaupt nicht erfüllt werden. So dachte ich beispielsweise, dass ich irgendwo zwischen den Buchdeckeln auf ein wenig Liebesgesäusel, Zuckermomente und Romantik treffen würde, aber weit gefehlt. Vielmehr dreht sich hier alles um gewisse Ereignisse aus der Vergangenheit, die einer jungen Liebe ein jähes Ende gesetzt und Protagonistin Harper so verändert haben, dass ihr ihr eigenes Leben völlig entgleitet. Diesen Handlungsstrang fand ich, trotz der deprimierenden Grundstimmung, die damit einhergeht, tatsächlich sehr interessant und ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass ich meine große Freunde daran gehabt hätte, wäre ich nicht regelmäßig aus meinem Lesefluss gerissen worden.

Hilfe, ich bin verwirrt!
Ich gebe ja zu, manchmal brauche ich ein wenig länger, um in eine Geschichte reinzufinden. Das kann am Schreibstil liegen, an der Handlung, an einer Kombination aus beiden oder, weil mir einfach zu viele Fragezeichen im Kopf herumschwirren. Letzteres Problem begleitete mich dieses Mal für wirklich sehr lange Zeit. Plötzliche, nicht stilistisch hervorgehobene, Gedankensprünge in die Vergangenheit und Zeitangaben, zu vorerst rätselhaften Ereignissen, auf die die gesamte Geschichte aufbaut, brachten mich nicht nur immer wieder aus meinem Leserythmus, sondern verwirrten mich enorm. Zwar kam der große Aha-Momente dann irgendwann, aber zu dem Zeitpunkt war ich bereits so genervt, dass sich meine Freunde an dieser Geschichte einfach nicht mehr richtig einstellen wollte.

Tolle Figuren allein reichen eben doch nicht
Figuren hauchen einer Geschichte nicht nur Leben ein, sie schaffen es so manches Mal auch, das Ruder nochmal komplett herumzureißen und eine Lektüre mit wenig überzeugender Handlung zu einem kleinen Highlight zu machen. Manchmal. Für Der Sommer, als du wiederkamst hat es leider nicht ausgereicht, dass mir die Figuren wirklich Spaß gemacht haben. Dabei hätte ich es mir sehr gewünscht, denn sowohl die Situation von Harper inklusive ihrem eigenen inneren Zwiespalt, dem über die Stränge schlagen und der gleichzeitigen Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit als auch ihre krebskranke Mama und ihre Freunde haben die Geschichte jeder für sich auf ihre ganz eigene Art stark bereichert und verdient gehabt, dass ihre Figuren auch den angemessenen Rahmen bekommen. Doch leider hat es Frau Martin nicht geschafft, die vielversprechenden Ansätze so auszuarbeiten, dass sie den Figuren gerecht werden und mir als Leser Freude bereiten.

Kurzum
Ich hatte die Hoffnung, dass Der Sommer, als du wiederkamst die perfekte Sommerlektüre für mich werden würde. Dass mich ein wenig Liebesdrama, zum verlieben tolle Figuren und eine lebendige Atmosphäre einfangen und mir einige Stunden Lesevergnügen bereiten würden. Bekommen habe ich davon jedoch lediglich die tollen Figuren, die neben den für mich verwirrenden zeitlichen Abläufen nicht so glänzen konnten, wie sie es eigentlich gekonnt hätten. Das hat meinen Lesespaß leider nicht nur kurz, sondern tatsächlich über weite Teile der Geschichte getrübt, sodass ich tatsächlich froh war, als ich das Buch schließlich beenden konnte.

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1.517 Bibliotheken, 78 Leser, 1 Gruppe, 196 Rezensionen

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Das Reich der Sieben Höfe – Flammen und Finsternis

Sarah J. Maas , Alexandra Ernst
Fester Einband: 720 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 04.08.2017
ISBN 9783423761826
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wenn man bedenkt, dass mich die Trilogie anfangs nicht im Geringsten interessiert hat und Dornen und Rosen mich auch lange Zeit überhaupt nicht packen konnte, ist es kaum zu glauben, wie extrem ich dem Erscheinungstermin von Band 2, Das Reich der sieben Höfe – Flammen und Finsternis, entgegen gefiebert habe. Aber es war so. Ich konnte es wirklich kaum erwarten, das Buch endlich mein Eigen nennen zu dürfen und zu erfahren, wie die Geschichte rund um Feyru weitergeht.

Worum geht es genau?
Nach dem Sieg über Amarantha könnte alles schön und unbeschwert sein, doch das ist es nicht. Der Fluch über die Fae und vor allem Feyrus harter Kampf gegen Amarantha haben Spuren hinterlassen, die nicht so einfach auszuwischen sind. Schreckliche Albträume, die Feyre Nacht für Nacht heimsuchen, die Gewöhnung an ein neues Leben als Fae und verstärkte Sicherheitsvorkehrungen machen es schwer, glücklich zu sein. Dass Rhysand, High Lord vom Hof der Nacht, darauf besteht, dass Feyru ihre Abmachung mit ihm einhält und sie jeden Monat zu sich an den Hof holt, ist da auch nicht gerade hilfreich. Oder doch? Hat sich die junge Fae zunächst nur wiederstrebend ihrem Schicksal ergeben, muss sie nämlich bald erkennen, dass der Hof der Nacht ihr vielleicht auf eine Weise behilflich sein kann, wie sonst niemand ..

Stellt Chips und Popcorn bereit, es wird spannend!
Ihr erinnert euch sicher, dass ich Dornen und Rosen anfangs so langweilig fand, dass ich kurz davor war, es abzubrechen? Zum Glück habe ich das nicht getan! Andernfalls hätte ich nämlich niemals die fesselnde zweite Hälfte des ersten Bandes gelesen, wäre nicht in den Genuss des Cliffhangers gekommen und hätte mich daraufhin aus quälender Neugier heraus nicht auf den Folgeband gestürzt, kaum, dass er auf dem Markt war. Und ich sage euch, in Flammen und Finsternis ist Langeweile ein Fremdwort! Das Buch ist einfach von der ersten bis zur letzten Seite lebendig, wild, nachdenklich, mitreißend und spannend. Ich bin von Abenteuer zu Abenteuer geschlittert, habe gelacht und geweint und durfte ein Gefühlschaos erleben, das mein Herz in regelmäßigen Abständen höher schlagen ließ. Das alles verdanke ich der tollen Welt, die Frau Maas erschaffen und sehr bildhaft beschrieben hat, ebenso wie den komplexen Figuren, durch die so manche interessante Entwicklung zustande kam.

Bitte, lasst mich eine von euch sein!
Nach dem Ende von Band 1 war ich ganz besonders gespannt darauf, Rhysand in Freiheit und in seiner gewohnten Umgebung anzutreffen. Ich habe vorweg natürlich viele Schwärmerein von Fans mitbekommen und wollte wissen, was es damit auf sich hat, aber gleichzeitig habe ich versucht, meine Erwartungen gering zu halten, um am Ende nicht vielleicht doch enttäuscht zu werden. Dabei hätten meine Erwartungen bis in den Himmel ragen können und Rhysand wäre ihnen dennoch gerecht geworden. Er hat mich einfach umgehauen! Er ist klug, warmherzig, witzig, drängt sich nicht auf, kämpft wie ein Löwe für die, die er liebt und steht zu seinen Fehlern. So stelle ich mir meinen Buchtraummann vor und deswegen bin ich auch promt zum totalen Fangirl mutiert. Aber Rhysand ist natürlich nicht die einzige Figur, der man auf diesen etwas über 700 Seiten begegnet und obwohl ich den High Lord vom Hof der Nacht wirklich liebe, bin ich absolut nicht traurig darum, denn so habe ich vier weitere Figuren kennengelernt, für die ich vom Zeitpunkt ihres Erscheinens bis zur letzten Seite schwärmen durfte. Mor, Amren, Cassian und Azriel haben das Buch ihrerseits nochmal mit Würze und Spritzigkeit versehen, wodurch die Geschichte nicht nur abgerundet, sondern der Hof der Nacht zu einem richtigen Zuhause wurde. Von mir aus hätte das ganze Buch aus Szenen mit Rhysand, Feyru, und ihren vier Freunden bestehen können und ich hätte mich dennoch nicht eine Sekunde gelangweilt. Man hat in jedem Kapitel die tiefe Freundschaft und Liebe gespürt, die sie alle füreinander empfinden, wodurch eine Wohlfühlatmosphäre entstanden ist, die ich gerne eingefangen hätte.

Hilfe, das Ende naht!
Ich hatte Das Reich der sieben Höfe – Flammen und Finsternis noch nicht ganz in der Hand, da fing ich auch schon an zu lesen. Ich schleppte das Buch überall mit hin und las bei jeder sich bietenden Gelegenheit weiter und wenn es auch nur eine Seite gewesen ist. Ich wollte und konnte einfach nicht aufhören und kein Ende finden. Ich musste wissen, wie es weitergeht und so flogen die Seiten förmlich dahin und ehe ich mich versah, hatte ich die erste Hälfte auch schon durchgelesen. Bei Kapitel 55 angekommen, realisierte ich dann, dass das Ende naht, woraufhin ich leicht in Panik geraten bin. Es durfte einfach nicht zu Ende gehen – nicht so schnell jedenfalls – und so versuchte ich dann noch das Unvermeidliche so lange wie eben möglich hinauszuzögern, ließ das Buch den Tag über liegen und schnappte es mir nur noch für höchstens zwei Kapitel kurz vorm Schlafen gehen. Und das war weitaus schwieriger, als man vielleicht meinen würde! Frau Maas hat in den letzten Kapiteln nämlich nochmal alles gegeben und den Spannungsbogen nach oben schnellen lassen, mir Herzchen in die Augen gezaubert und mich mit Traurigkeit überrollt. Und das am Ende.

Kurzum
Viele Bücher können mich begeistern, aber nur wenige von ihnen lösen in mir den Wunsch aus, das Buch nochmal zum allerersten Mal lesen, erleben und fühlen zu dürfen. Dieses hier ist eins davon. Das Reich der sieben Höfe – Flammen und Finsternis ist einfach wie ein edler Tropfen und eine Packung Toffifees. Man will jede Seite genießen und auf sich wirken lassen, doch dann überkommt einen die Sucht und man verschlingt es, bis kein Wort mehr übrig ist. Und es lässt dich zufrieden und gleichzeitig völlig fertig und ungeduldig zurück.

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Glücksspuren im Sand

Rachel Bateman , Ute Brammertz , Steffi Korda
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Heyne, 26.06.2017
ISBN 9783453271494
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schon irgendwie witzig: ganz unbewusst greife ich in letzter Zeit immer wieder zu Büchern, in denen Listen in irgendeiner Art eine Rolle spielen. Vielleicht liegt das daran, dass ich Listen total toll finde, auch wenn ich es selbst irgendwie nie schaffe, welche zu erstellen und mich dann auch nur ansatzweise daran zu halten. In Glücksspuren im Sand geht es natürlich nicht um irgendeine x-beliebige, sondern um eine ganz besondere Liste und allein dieses kleine Detail hat mein Interesse ausreichend geweckt, um mich neugierig der Geschichte in die Geschichte zu stürzen.

Worum geht es genau?
Einst waren Anna und ihre große Schwester Storm unzertrennlich, doch durch unterschiedliche Freundeskreise und Interessen entwickelten sie sich mit der Zeit immer weiter auseinander. Nach Storms Tod merkt Anna jedoch, wie sehr ihre Schwester ihr in der Vergangenheit gefehlt hat und wenngleich sie die Zeit nicht zurückdrehen kann, möchte sie dennoch eine allerletzte Sache für und mit Storm tun. Mit der Liste im Gepäck, auf der Storm zuletzt 15 Dinge festgehalten hat, die sie in dem Sommer auf jeden Fall noch tun wollte, macht sich Anna zusammen mit dem Nachbarsjungen Cameron auf den Weg quer durchs Land und lernt dabei nicht nur sich selbst und Cameron besser kennen, sondern auch ihre verstorbene Schwester ..

Ich wollte immer so sein, wie du
Seit sie denken kann eifert Anna ihrer großen Schwester Storm nach, versucht in ihre Fußstapfen zu treten, ist neidisch und das bleibt auch nach Storms Tod vorerst so. Doch natürlich posaunt sie ihre Gefühle nicht einfach heraus, sondern verarbeitet vieles davon für sich ganz alleine, sodass ich über weite Teile des Buches nur über Annas Gedanken einen Eindruck davon bekam, wer die beiden Schwestern waren, was sie verbunden hat, welch einnehmende und willensstarke Persönlichkeit Storm bereits als kleines Mädchen war und was dazu geführt hat, dass Anna immer so sein wollte wie ihre große Schwester. Dafür hat Frau Bateman immer genau die richtigen Worte gewählt, sodass all das für mich stets echt wirkte und ich nie das Gefühl hatte, dass es zu viel des Guten wurde.

Die Liste eines Sommers
Listen haben in Storms Leben immer eine große Rolle gespielt und so ist es nicht überraschend, dass sich nach ihrem Tod alles um eine ihrer Listen dreht. Das Schöne dabei: während ich mich gemeinsam mit Anna und Cameron auf den Weg gemacht habe, die einzelnen Punkte zu erfüllen, lernte ich nicht nur die beiden Hauptfiguren, sondern auch Storm kennen und erhielt einen guten Einblick in ihre Wünsche, Träume und Geheimnisse. Sehr gut gefallen hat mir an dieser Stelle auch, dass die Liste nicht mit diesen typischen großen Dingen vollgestopft ist, von denen man oft meint, dass man sie unbedingt getan haben muss, bevor man stirbt. Stattdessen finden sich hier allen voran normale, wenn auch nicht unbedingt alltägliche Dinge, die einfach Spaß machen und dazu anhalten sollen, das Leben bewusster zu leben und zu genießen.

Anne und der Junge von nebenan
Natürlich darf in einer Geschichte wie dieser auch die gute Portion Liebe nicht fehlen. Wer an dieser Stelle allerdings erwartet, dass einem die Herzchen auf jeder Seite nur so entgegen fliegen, den muss ich enttäuschen. Frau Bateman hat mit Anna und Cameron zwar zwei wirklich tolle Figuren geschaffen, die gar nicht hätten besser gewählt sein können, doch bis die Liebe überhaupt eine Rolle spielt, dauert es schon ein kleines Weilchen. Was ich persönlich aber gar nicht schlimm fand, denn zum einen wäre der Handlungsstrang rund um Storm und ihre Liste viel zu weit in den Hintergrund geraten und zum anderen gab es dadurch tatsächlich eine Entwicklung in der Beziehung der beiden, was ich wirklich sehr genossen habe. Dazu kommt, dass mir die Zwei so sympathisch waren, dass ich von Beginn an für sie gehofft und ihnen ganz fest die Daumen gedrückt habe, was mit diesen typischen Instalove Geschichten, die man häufig liest, in dem Maße gar nicht möglich gewesen wäre. Dass sich sowohl Anna als auch Cameron während ihrer Reise jeder für sich weiterentwickeln, Grenzen überwinden, mutig sind und auch mal kleine Risiken eingehen, um das Leben und den Moment auch wirklich mit jeder Faser wahrzunehmen, hat zusätzlich dazu geführt, dass ich jeden Augenblick mit den beiden genossen habe und am Ende tatsächlich traurig war, dass meine Zeit mit ihnen vorbei war.

Kurzum
Schon der Klappentext ließ mich erahnen, dass mich hier nicht unbedingt eine leichte, sondern vor allem eine bedrückende Geschichte erwarten könnte und damit sollte ich zumindest teilweise Recht behalten. Neben der Traurigkeit, die zwar nicht auf jeder Seite zu spüren war, aber die sich dennoch immer wieder an die Oberfläche kämpfte, waren es jedoch vor allem Lebendigkeit, Echtheit und absolut liebenswerte Figuren, die zwischen den Buchdeckeln auf mich gewartet haben und mich durchweg zu begeistern wussten. Für mich definitiv ein Lesehighlight, das ich so schnell nicht wieder vergessen werde.

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954 Bibliotheken, 18 Leser, 1 Gruppe, 180 Rezensionen

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Wir fliegen, wenn wir fallen

Ava Reed , Alexander Kopainski
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter Verlag , 17.02.2017
ISBN 9783764170721
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Auch, wenn ich bislang noch nichts von ihr gelesen hatte, war mir der Name Ava Reed durchaus ein Begriff. Anfang des Jahres entdeckte ich dann ihr neues Buch Wir fliegen, wenn wir fallen auf sämtlichen Social Media-Känelen und kurz darauf folgte auch schon eine Leseempfehlung nach der anderen. Trotz der vielen positiven Meinungen war ich mir lange Zeit nicht sicher, ob dieses Buch etwas für mich wäre. Schlussendlich war es dann Bloggerkollegin Ramona von Kielfeder, die mich mit ihrer Begeisterung angesteckt und dazu bewogen hat, mir das Buch umgehend zu kaufen. Warum ich das auch absolut nicht bereue, erzähle ich euch jetzt.

Worum geht es genau?
Yara besucht Phil regelmäßig und genießt jede Minute mit ihm. Noel sollte Phil häufiger besuchen, doch er hat Angst. Nach seinem Tod hinterlässt der alte Mann den beiden eine Liste mit 10 Wünschen, die sie gemeinsam erfüllen sollen. Haben sich die Zwei anfangs einfach nur wiederwillig ihrem Schicksal gefügt, fangen sie bald an die Reise zu genießen auf die Phil sie geschickt hat. Und während sie einen Punkt nach dem anderen von der Liste abhaken, heilen auch ihre gebrochenen Herzen langsam ..

Zitateregen
Während des Lesens markiere ich mir ganz gerne die Stellen, die mir besonders gut gefallen haben, um sie nach Bedarf sofort wiederzufinden. Das können sehr nachdenklich stimmende Passagen sein, Weisheiten, Erkenntnisse oder auch zum totlachen komische Dialoge und Gedanken. Natürlich habe ich mir auch für Wir fliegen, wenn wir fallen meine Lesezeichen bereitgelegt und auch angefangen, fleißig Stellen zu markieren, aber bereits nach circa hundert Seiten wieder aufgegeben. Es waren einfach zu viele. Zu viele Stellen, die mich zum lachen brachten, mein Herz höher schlagen ließen, mich nachdenklich machten oder mir ein Tränchen entlockt haben, um sie alle zu markieren. Hätte ich Textmarker in verschiedenen Farben genommen und damit konsequent jede wundervolle Passage markiert, die ich mir für später festhalten wollte, dann wäre das Buch heute kunterbunt. Eigentlich ja eine schöne Vorstellung und wenn ich dafür nicht alle paar Minuten meinen Lesefluss unterbrechen müsste, würde ich das nachträglich vielleicht sogar noch tun. Einfach, weil das nochmal verdeutlichen würde, wie besonders ich dieses Buch finde.

Von Gänseblümchen und Tannennadeln
Jedes Mal, wenn ich lese, dass eine Figur nach Strand, Meer, Wald, Blumen oder ähnlichem riecht, frage ich mich, wie sie das machen. In meinem Umfeld riecht niemand so, dabei hätte ich gerne so ein Potpourri aus Gerüchen um mich herum. Yara und Noel riechen nach Gänseblümchen und Tannennadeln und auch, wenn ich mir die Gerüche nicht so richtig an einem Menschen vorstellen kann, finde ich doch, dass Frau Reed hier nicht hätte besser wählen können. Yara wirkt zu Beginn der Geschichte wahnsinnig zart und zerbrechlich, während Noel einen abgestumpften Eindruck macht, niemanden an sich heran lässt und man das Gefühl hat, dass man sich ziemlich wehtun würde, wenn man dennoch versucht, ihm nahe zu kommen. Wie das zarte Gänseblümchen und die piksenden Tannennadeln eben.

Was bedeutet Leben?
Die Geschichte um Yara und Noel ist mehr als eine ganz normale Teenagerliebesgeschichte, die den Leser gut unterhält und in gewissen Situationen schmachten lässt. Wir fliegen, wenn wir fallen setzt dem Leser keine rosarote Brille auf, lässt ihn auch nicht auf Wolke 7 schweben und doch werden einem immer wieder Herzchen in die Augen gezaubert. Die Reise von Yara und Noel erzählt von Lebendigkeit, Risiken, der Schönheit des Moments und von Neuanfängen und fängt damit genau das ein, wovon das Leben geprägt ist. Ava Reed schickt ihre Figuren auf ein Abenteuer mitten ins Leben, lehrt die beiden, dass ein Ende auch ein Anfang sein kann und hat damit eine wahnsinnig gefühlvolle, berührende, tiefgründige, mitreißende und lebendige Geschichte geschrieben, die mein Herz gleichermaßen lachen und weinen ließ.

Kurzum
Dies ist mein erstes Buch der Autorin gewesen und obwohl ich vorweg viele begeisterte Stimmen zu der Geschichte vernommen hatte, habe ich versucht, meine Erwartungen auf ein Minimum zu beschränken. Ob es am Ende auch daran lag oder ob es einzig und allein Ava Reeds wundervoller Geschichte, ihrer lebendigen Schreibe und den tollen Figuren zu verdanken war, dass ich das Buch im Nu durchgelesen hatte, weiß ich nicht und es ist mir im Grunde auch ziemlich egal. Das Einzige, was zählt ist, dass sich Ava Reed mit Wir fliegen, wenn wir fallen ganz tief in mein Herz geschrieben hat.

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Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen

Sarah J. Maas , Alexandra Ernst
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.02.2017
ISBN 9783423761635
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Dieses Buch beziehungsweise die gesamte Reihe taucht gefühlt an jeder Internet-Ecke auf, sodass man selbst mit Scheuklappen vor den Augen nicht von den zahlreichen Lobeshymnen verschont bleibt. Da ich gerade Fantasy nur ungern auf Englisch lese, hatte ich allerdings lange Zeit eine gute Ausrede, den Hype zu ignorieren, doch jetzt, da die deutsche Übersetzung des ersten Bandes bereits seit einiger Zeit erhältlich ist und sogar der Folgeband schon im August diesen Jahres erscheinen wird, führte für mich kein Weg mehr drumherum. Und nachdem eine meiner Lieblingsbloggerin mich zudem noch dazu aufgefordert hat, dieser Welt eine Chance zu geben, schmolz dann auch noch das letzte bisschen Widerstand dahin und so konnte ich mir inzwischen selbst ein Bild machen. Doch ob ich auch Loblieder singe?

Worum geht es genau?
Feyru ist die jüngste von drei Schwestern und für das Überleben ihrer Familie verantwortlich. Um das zu gewährleisten geht sie regelmäßig auf die Jagd und scheut dabei auch die gefährlichen Gebiete nicht. Als sie eines Tages nicht nur eine Hirschkuh mit nach Hause nehmen kann, sondern auch einen großen Wolf schießt hofft sie, einen guten Erlös dafür zu erzielen. Dass sie mit seinem Tod aber ihr eigenes Schicksal besiegelt, damit hat sie nicht gerechnet. Wie sich herausstellt, handelte es sich bei dem Wolf nämlich um kein Tier, sondern um einen Fae und um ihre Schuld zu begleichen, muss sie fortan im Land der Fae leben. Der Fae, die grausam und skrupellos sind und die die Menschen viele Jahre lang als Sklaven gehalten haben ..

Geht es bald endlich los?
Ich habe wirklich versucht an dieses Buch ohne irgendwelche Erwartungen heranzugehen, aber es wollte mir partout nicht gelingen – was vielleicht daran lag, dass man über Das Reich der sieben Höfe wirklich so gut wie nichts Negatives hört oder liest. Als ich das Buch schließlich zur Hand nahm, hatte ich also so meine Erwartungen an die Geschichte und das tat meinem Lesevergnügen ganz und gar nicht gut. Die ganze Zeit über habe ich darauf gewartet, dass endlich etwas passiert, dass es losgeht, mich einfängt, festhält und in einem rasanten Tempo durch die Seiten zieht, aber da wartete ich vergebens. Das lag nicht am Schreibstil, denn der war wirklich klasse und auch nicht an den Figuren, sondern einfach daran, dass lange Zeit wirklich so gut wie nichts passiert ist. Gerade die ersten Kapitel dröppelten endlos vor sich hin und die Gedanken “Fae können nicht lügen” und “ich brauche einen Fluchtplan” fielen in Dauerschleife, wodurch das Potenzial, das in der Welt und den Figuren lag, nicht ausgeschöpft wurde.

Halte durch, es wird noch richtig gut, sagten sie mir
Enttäuscht darüber, dass der Funke einfach nicht auf mich überspringen wollte, habe ich meinen Frust im Netz kundgetan und bekam daraufhin viele Rückmeldungen. Fans der Trilogie machten mir Mut durchzuhalten und nicht abzubrechen, damit ich nicht verpasse, wie toll die Geschichte noch wird. Und ich bin ihnen sehr dankbar dafür, denn es wurde tatsächlich noch gut und spannend und fesselnd. Es wurde alles, was ich mir von dem Buch gewünscht habe und das wurde auch allerhöchste Eisenbahn. Nicht nur, weil ich kurz davor war, es abzubrechen, sondern hauptsächlich, weil ich so endlich die Gegenwart der tollen Figuren voll und ganz genießen konnte, die mich vor das ein oder andere Rätsel gestellt und damit neugierig auf mehr gemacht haben.

Ist der Hype berechtigt?
Ja. Es hat zwar eine ganze Weile gedauert, bis es mich gepackt hat, aber danach gab es kein Halten mehr. Nachdem die Geschichte endlich an Fahrt aufgenommen hatte, dauerte es nämlich nicht mehr lange und die Ereignisse überschlugen sich. Neue Figuren kamen ins Spiel, Intrigen und Manipulationen dominierten die Handlung und unerwartete Wendungen, die für so einige Überraschungen sorgten, haben das letzte Drittel mit so viel Spannung versorgt, dass ich das Buch nur noch schwer beiseite legen konnte. Ich habe es wirklich genossen, diese letzten Seiten zu lesen, die wirklich tollen und vor allem starken Figuren zu begleiten. Mit ihrer kämpferischen und wandelbaren Art haben sie alle – allen voran jedoch die Protagonistin Feyru – dafür gesorgt, dass der Spannungsbogen konstant oben blieb, ich so einiges zum rätseln hatte und die Geschichte endlich so lebendig wurde, wie ich es mir von Anfang an erhofft hatte.

Kurzum
Nachdem ich die langatmige erste Hälfte hinter mich gebracht hatte, verliebte ich mich mit jeder Seite mehr in diese Welt und die Figuren. Die Intrigen, das Spiel mit dem Feuer, die farbenfrohe und lebendige Welt der Fae haben mich völlig für sich eingenommen und mich mit jeder Seite dafür entschädigt, dass erstmal einiges an Durchhaltevermögen nötig war, um überhaupt so weit zu kommen. Der bildhafte und locker leichte Schreibstil passten perfekt in das Setting und ließen mich meine Umgebung neugierig erkunden und ihre Schönheit genießen. Und nachdem ich nun weiß, welch Potenzial in dieser Reihe steckt, warte ich sehnsüchtig auf den Folgeband.

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