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tanzen, tango, freundschaft, andreas izquierdo, sonderschule

Der Club der Traumtänzer

Andreas Izquierdo
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 24.03.2016
ISBN 9783832162634
Genre: Romane

Rezension:

Gabor ist ein Erfolgsmensch, zumindest beruflich. In seinem Job als Unternehmensberater liegt seine menschliche Seite mehr als brach, genauso was den Umgang mit seinen Kollegen angeht. Da tun sich aber alle nichts, jeder haut den anderen in die Pfanne.
Privat sucht er seinen Ausgleich beim Tanzen, und Frauen abschleppen. Selbstverliebt legt er regelmäßig Nackttanzeinlagen vor seinem Spiegel ein.
Und ausgerechnet dieser Gabor, der sich nun wirklich nicht für seinen nächsten interessiert, außer er profitiert davon, der soll nun eine Tanztruppe mit Kindern auf die Beine stellen, und das auch noch mit Kindern aus einer Förderschule.
Nach einigen teils heftigen Startschwierigkeiten klappt es dann aber doch mit der Tanzgruppe, und dem Unterrichten. Sogar ein großer Auftritt wird angestrebt.
Natürlich gibt es immer mal wieder Rückschläge, aber die Gruppe wächst zusammen, und es wird mehr als nur ein ganz normales Lehrer/Schülerverhältnis. Für Gabor sind es seine Kinder. Und er setzt sich nicht nur unterrichtsmässig für sie ein, sondern auch privat. Was auch einiges an Problemen mit sich führt.
Alles strebt dem großen Auftritt entgegen, und einer neuen Zukunft. Was wird sie für die Kinder bringen, und für Gabor? Wachsen die Kinder über sich hinaus? Mutiert Gabor von Mistkerl zum liebenswerten und hilfsbereiten Mitmenschen?

Wenn man das erste Kapitel liest, denkt man noch, dass es locker flockig so weiter geht. Was das Lesegefühl angeht, auf jedenfall. Es zieht sich nie, man ist immer gespannt wie es weiter geht mit den Kids und Gabor. Der Roman hat aber auch Tiefgang. Er zeigt, dass man nur an die Menschen heran, aber nicht hinein sehen kann. Vor allem was die Förderschüler betrifft. Jedes der Kinder hat seine Vorgeschichte und sein Päckchen zutragen. Das Wissen darum macht die Kinder für einem realer, man kann sich sehr gut in den Einzelnen hineinfühlen und hat mehr Verständnis für den jeweiligen. Auch Gabor hält da noch die ein oder andere Erkenntnis bereit.
Sehr aufwühlend ist auch die Geschichte von Felix, der an einer schweren Herzkrankheit leidet. Man leidet und hofft mit. Und vor allem Gabor wächst an der Freundschaft zu ihm.

Kurzum eine sehr gelungene, unterhaltsame Geschichte, die aber auch zum Nachdenken anregt. Vor allem auch was die eigenen Vorurteile angeht. Bevor man jemanden verurteilt, sollte man sich fragen, wieso ist der jemand so. Und eventuell will man ihm dann sogar helfen, genauso wie es Gabor erlebt hat. Sehr empfehlenswert!

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