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129 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

comic con, nerds, john hughes, nerd, jugendbuch

Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums

Sarvenaz Tash , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Magellan, 25.07.2016
ISBN 9783734850271
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Graham und Roxy sind seit ihrer Kindheit die besten Freunde. Dementsprechend verbringen sie auch viel Zeit zusammen, außerdem verbindet sie ein sehr großes Hobby. Beide sind absolute Filmfans, lesen gerne und lieben alles, was mit Comics zu tun hat. Gemeinsam arbeiten die beiden sogar an einer Comic-Reihe. Graham entwirft die Texte und Roxy zeichnet. Die zwei ergänzen sich in allem perfekt und teilen vieles miteinander. 

Als die New Yorker Comic Con immer näher rückt, beschließt Graham Roxy während dieser endlich zu gestehen, dass er mehr als „nur“ Freundschaft für sie empfindet. Er entwirft den perfekten Plan um seine Traumfrau endlich für sich zu gewinnen, doch es kommt alles so ganz anders als gedacht.



Dass ich ein sehr großer Fan der Magellan Bücher bin, wissen mit Sicherheit die Meisten. Dennoch kann ich einfach nicht aufhören, von den Büchern des Verlags zu schwärmen. Die Cover wie auch die innere Gestaltung sind wunderschön und bei jedem einzelnen Buch so besonders, dies ist natürlich auch bei „Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums“ nicht anders. Und auch der Inhalt ist einfach nur nerdig-genial!!!

Ich selbst bin zwar kein großer Comic-Fan, kann anhand der Liebe zu Büchern und Geschichten aber absolut nachvollziehen, warum Roxy und Graham ihr Fan - und Geekdasein so wichtig ist und warum sie dieses so extrem ausleben. Superhelden faszinieren mich allerdings schon seit meiner Kindheit und ich bin ebenfalls sehr Filmbegeistert, von daher war Sarvenaz Tashs Roman für mich ein absolutes „must-read“. 

Die Geschichte wird aus Grahams Sicht erzählt, was mir ausgesprochen gut gefallen hat, da ich ihn sofort in mein Herz geschlossen habe. Er ist so ein liebenswerter und ehrenhafter Kerl, der für Roxy einfach alles tun würde. Graham beschreibt seine beste Freundin so reizend und ehrlich, dass ich total verstehen kann, warum er sich in Roxana verliebt hat. Die bevorstehende Comic-Con ist somit auch definitiv der romantischste Ort um seine Pläne, Roxy seine Liebe zu gestehen, in die Tat umzusetzen. Seit Wochen überlegt Graham hin und her, um ja nichts dem Zufall zu überlassen. Er kampiert sogar über Nacht vor einem Store, um an Eintrittsbändchen zu kommen, welche ihn und Roxy zu einem ganz besonderen Event auf der Konvention zulassen. Doch leider klappt dies nicht und auch sonst geht von diesem Moment an so einiges schief, vieles läuft nicht mehr so wie es sollte, kurzum Grahams Masterplan versagt! 

Als dann auch noch Devin, für Graham das personifizierte Übel schlechthin, auftaucht und von Roxy ganz angetan ist, bricht für Graham beinahe eine Welt zusammen. Als Leser(in) kann man seine Gefühle selbstverständlich verstehen, man wünscht ihm so sehr, dass er Roxy für sich gewinnen kann und fiebert und leidet mit ihm. Dennoch fiel es mir persönlich auch echt schwer, Devin nicht zu mögen und ihn als Konkurrenten zu betrachten. Devin ist in seiner ganzen Art so bezaubernd und zuvorkommend, selbst zu Graham ist er nett und betrachtet diesen beinahe als Freund. Zickige, oberflächliche oder biestige Charaktere sucht man in „Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums“ vergebens. Ein weiterer Pluspunkt, der dieses Buch zu einem kleinen Lesehighlight macht. Sarvenaz Tashs zeigt deutlich auf, dass es nicht immer fiese und falsche Charaktere braucht, um eine großartige Geschichte zu erzählen. Gerade diese Normalität bietet jedem Leser ein hohes Identifikationspotenzial. Alle Figuren wirken absolut realistisch wie ein Nachbar, Bekannter oder Freund. Wie sehr ich gerade Graham mochte, ist sicher bereits durch meine Worte deutlich spürbar. Und auch die goldige, quirlige und niedliche Roxy fand ich richtig toll. Auch die Nebenfiguren allen voran Casey, Felica und Devin sind absolut authentisch. Jeder einzelne Charakter trägt seinen Teil zu dieser Geschichte bei, selbst wenn er noch so klein ist. 

Die meisten Menschen haben mit Sicherheit ganz bestimmte Vorstellungen von Nerds, zum Glück wird auch dieses Klischee von der Autorin in ihrem Roman kaum bedient. Viele Menschen üben ein zeitaufwendiges Hobby aus, ohne dass diese in Schubladen gepresst werden sollten. Denn sind wir doch mal ganz ehrlich, in gewisser Weise steckt doch in uns allen auch ein Nerd, und das ist auch gut so!!!

Die Idee des Buches an sich ist nicht neu, aber dennoch so warmherzig und liebevoll umgesetzt. Wie in jedem Superheldencomic dauert es seine Zeit, bis die Titelfigur am Ende das Mädchen seiner Träume bekommt. Auf dem Weg dorthin muss er viele Herausforderungen meistern und manche unschöne Situation bestehen. Immer wieder tun sich allerdings auch kleine Glücksmomente auf, die den Protagonisten weiterhin antreiben. Und genauso ergeht es Graham, auch wenn immer wieder etwas schief läuft, erlebt auch er mit Roxy schöne Augenblicke auf der Konvention, die ihn ermutigen weiter zu machen und nicht aufzugeben. Gerade diese Mischung aus Comic- und Geschichte gepaart mit klarer und echter Realität, machen „Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums“ so einmalig. 

Die Autorin erzeugte in mir ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit, während sie die Tage auf der Comic-Con beschrieb. Mir kam es tatsächlich so vor, als würde ich gemeinsam mit Roxy, Graham und den anderen die Hallen unsicher machen und die verschiedensten Panels besuchen. Ich fühlte mich unheimlich wohl, spürte die Freude am eigenen Leib, und genoss während des Lesens dieses wundervoll transportierte Feeling in vollen Zügen. Die Geschichte ist zu keiner Zeit kitschig, berührt aber trotzdem sehr. Menschliche Werte wie Zusammenhalt und Ehrlichkeit werden hier großgeschrieben. 

Das Ende ist für einige sicher überraschend, für mich aber absolut wundervoll, eine Hommage an die Freundschaft und das Leben!
 


Wer nerdig-unnerdige Geschichten voller Spaß, Humor, Freundschaft und Liebe mag, sollte unbedingt zu „Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums“ von Sarvenaz Tashs greifen. Warmherzig, liebevoll und authentisch vereint die Autorin Gefühl, Menschlichkeit und Fan-Kult in einem bezaubernden Roman der mitten ins Herz trifft.

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110 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

science fiction, bluescreen, zukunft, jugendbuch, dan wells

Bluescreen

Dan Wells , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492280211
Genre: Fantasy

Rezension:




Im Los Angeles des Jahres 2050 lebt die 17- jährige Marisa, Hackerin und Gamerin aus Leidenschaft. Fast alle Menschen tragen ein Djinni, ein Implantat mit welchem es seinen Besitzern möglich ist, immer und überall online zu sein. Auch Marisa und der Großteil ihrer Freunde können sich ein Leben ohne Djinni, welches vieles vereinfacht, kaum mehr vorstellen. Marisa gehört der Gruppe Cherry-Dogs an, einer Mädelsgang, die gemeinsam für die Teilnahme an einem Onlinespiel trainieren. Für Marisa ist es vollkommen normal nicht nur Freunde in ihrem direkten Umfeld zu haben, sondern diese auch weit über die Kontinente hinweg verteilt täglich online zu treffen.

Als plötzlich eine gefährliche Online-Droge mit dem Namen „Bluescreen“ immer mehr Menschen „befällt“ und diese willenlos macht, stehen Marisa und ihre Freunde dunklen Machenschaften und einer bösen Verschwörung gegenüber, die es mit allen Mitteln aufzuhalten gilt. 



Dan Wells
konnte mich bereits mit seiner "Partials Trilogie" sehr von sich überzeugen, daher war ich extrem gespannt auf sein neuestes Werk „Blue Screen“. Die Geschichte beginnt auch sofort sehr rasant, da wir uns als Leser gemeinsam mit Marisa in einer Onlinespielewelt wieder finden. Hierdurch vermittelt der Autor sogleich die Fortschritte, die die Gamingwelt in seinen Augen in über dreißig Jahren noch machen wird. Alles wirkt noch realistischer, der Spieler selbst befindet sich als Avatar direkt im Spiel, sein Körper ruht währenddessen in der realen Welt. Dies wird durch Djinnis, Implantate, welche jeder Mensch in sich trägt, möglich gemacht. So gut wie jeder benutzt ein solches Djinni, mit diesem wird einfach alles gesteuert. Der Besitzer ist so nicht nur 24 Stunden Daueronline, er beschreitet quasi sein ganzes Leben mit diesem Chip. Er kommuniziert darüber mit seiner Familie, seinen Freunden und Verkehrsmitteln, lernt damit und bestellt so auch alles was er benötigt. Durch das Djinni und das damit unter anderem verbundene Wechseln in Spielewelten, hat Marisa nicht nur Freunde in Los Angeles sondern zum Beispiel auch in China. Verschiedene Zeitzonen spielen so eine weitaus geringere Rolle, da man sich online so ziemlich zu jeder Zeit treffen kann. Gemeinsam mit Anja, Sahara, Fang und Jaya bildet Marisa die Gang Cherry Dogs. Die Mädchen trainieren zusammen, um beim Spiel „Overworld“ immer besser zu werden, um so an einem Wettkampf teilnehmen zu können. Das Spiel hat zwar in diesem ersten Band noch eine weniger tragende Rolle, wird uns aber sicher in der Fortsetzung von „Blue Screen“ noch des Öfteren begegnen. Dan Wells vermittelt dadurch aber bereits einen sehr guten Einblick davon, was für Marisa wichtig ist. Dies sind für sie in erster Linie ihre Freunde und ihre Spielewelt. Die junge Frau schwänzt immer wieder die Schule oder schleicht sich auch gerne abends davon, um mit ihren Freunden die Clubs der Stadt unsicher zu machen oder einer privaten Feier beizuwohnen. 

Eine weitere tolle Erfindung sind die sogenannten Nulis, eine Art Drohne, welche die unterschiedlichsten Arbeiten, wie Putz – oder Lieferdienste und vieles weitere anbieten. Sahara, die sehr gerne live aus ihrem Leben berichtet, benutzt ihre Nulis unter anderem zur Kameraberichterstattung. Als Anja, deren Vater ein sehr erfolgreicher Unternehmer ist, bei einer Party das zweite Mal die Onlinedroge „BlueScreen“ zu sich nimmt, ist sie nicht mehr Herr ihrer Sinne, wird fremdgesteuert und beinahe tödlich verletzt. Dieser Vorfall löst eine wahre Kettenreaktion aus. Marisa und ihre Freunde versuchen alles, um hinter das Geheimnis und die Drahtzieher die hinter „BlueScreen“ stecken zu kommen, nicht ahnend, in welche Gefahren sie sich dadurch manövrieren. 

Ich war bzw. bin immer noch sehr angetan von Dan Wells aktuellem Roman, dessen Ideen zwar nicht neu, aber sehr gut ausgearbeitet und durchdacht sind. Auch ich bin ein Mensch der sehr gerne online ist und die Vorzüge des Internets nutzt. Genau wie Marisa habe ich durch verschiedenste Social Mediakanäle, Onlinegruppen usw. viele liebe Menschen kennengelernt und Freunde gewonnen. Ich bin in der heutigen Zeit hier bei weitem keine Ausnahme, eher im Gegenteil. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass unsere Welt in über dreißig Jahren noch viel mehr durch das Internet und alles damit Verbundene beherrscht wird. Autor Dan Wells hat hier also ein mehr als realistisches Zukunftszenario entwickelt. Die Djinnis haben durchaus große Vorteile, machen die Menschen aber auch zu sehr gläsernen Personen, über die man in wenigen Sekunden jede Menge Informationen gewinnen kann. 

Marisa und ihre Freundinnen sind durchweg alle sehr gute Hackerinnen, die sich extrem gut im Netz, sowie auch im Darknet auskennen und es demnach auch recht gut verstehen, ihre Spuren zu verwischen. Doch als sie sich mit den Schöpfern von „BlueScreen“ einlassen, schweben sie in großer Gefahr. Die Geschichte ist sehr spannend und interessant, sodass ich am liebsten die ganze Zeit gelesen hätte. Ich fieberte gemeinsam mit Marisa und ihren Freunden mit, war auch skeptisch wem die kleine Gruppe vertrauen kann und sehr gespannt, wer hinter „BlueScreen“ steckt. Was mir unglaublich gut gefallen hat, ist der Zusammenhalt und das uneingeschränkte Vertrauen der Freundinnen untereinander. Auch Bao Marisas bester Freund, der als einziger kein Djinni implantiert hat und noch auf die altmodische Art per Handy kommuniziert, mochte ich wahnsinnig gerne.  

Wie in jeder Geschichte gibt es auch in diesem Roman Gegner und Widersacher, die ich natürlich nicht verrate, sowie Charaktere, die man auf Grund ihrer Art nicht mag. Franca, ein verwöhntes und reiches Mädchen macht Marisa gerne das Leben schwer. Ich konnte sie kein bisschen leiden, da sie auch nur auf sich bedacht ist und sich kein Stück von ihrer Meinung und ihren Prinzipien abbringen lässt.
 
Anja und Sahara, welche in der Nähe von Marisa leben, sind beide recht wohlhabend, sie haben ihre Eigenarten, tragen das Herz aber auf dem rechten Fleck und stehen Marisa immer und unter allen Umständen bei. Protagonistin Marisa mochte ich von Anfang an extrem gerne, sie ist zwar ein absoluter Wildfang und schert sich nicht viel um Regeln, beschützt ihre Familie und Freunde aber sehr.  

Ein weiterer interessanter Aspekt sind die unterschiedlichen Gruppierungen und Banden sowie die damit verbundene Politische Situation. Dan Wells blickt in seinen Romanen gerne über den Tellerrand hinaus und füttert seine Leser mit vielen wichtigen Details und Informationen. Ich bin definitiv sehr gespannt darauf, was uns in den Folgebänden noch erwarten wird. Ich habe zwar gewisse Ideen und Vorstellungen, bin mir aber bereits sicher, dass mich der Autor auch überraschen wird. Einziger Kritikpunkt den ich habe, ist die Tatsache, dass die Helden von „Blue Screen“ manchmal doch etwas zu schnell auf Lösungen stoßen oder ihnen der Zufall in schwierigen Momenten oft hold ist. Dennoch freue ich mich sehr auf die Fortsetzungen. 


Ich hatte auch keinerlei Schwierigkeiten damit, mir die technischen Aspekte, die die Geschichte enthält vorzustellen. Für mich war das "Wie" Dan Wells Dinge und Abläufe beschrieben hat absolut plausibel und gut nachvollziehbar. Durch die „Partials-Reihe“ bin ich seinen anspruchsvolleren Schreibstil gewohnt und mag diesen auch absolut.  



Mit „Blue Screen“ hat Dan Wells einen faszinierenden Zukunftsthriller geschaffen, welcher in dreißig Jahren zur tatsächlichen Realität werden könnte. Spannend und gut durchdacht erzählt der Autor seine Geschichte rund um Protagonistin Marisa, ihre Freunde, ihre Familie und die Abenteuer die diese erleben.  

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343 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 68 Rezensionen

black blade, monster, jennifer estep, fantasy, magie

Black Blade - Die helle Flamme der Magie

Jennifer Estep , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492703574
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Victor Draconi arbeitet weiterhin daran, die komplette Sinclair Familie endgültig auszulöschen und die restlichen Familien zu beherrschen. Er rechnet jedoch nicht mit Lila und ihren Freunden, die Dank des Waffenkomplotts für eine kurze Zeit sogar die Oberhand gewinnen. Doch dann schlägt Victor mit voller Macht zurück. Das Schicksal der Sinclairs und allen anderen Bewohnern von Cloudburst Falls hängt am seidenen Faden, doch Lila schmiedet mit der Hilfe ihrer Verbündeten einen alles entscheidenden Plan. 



Auf den finalen Showdown der „Black Blade“ Trilogie habe ich mich unfassbar gefreut. Bereits nach den ersten Seiten war ich wieder mitten drin in Lilas Leben. Der letzte Band schließt erneut nahtlos an seinen Vorgänger an und bietet uns Lesern alles, was das Cloudburst-Falls Herz begehrt. 

Lila, Devon und Felix haben es Dank Deahs Hilfe tatsächlich geschafft, den Großteil von Victors  dämonenblutgetränkten, magischen Waffen gegen Imitate auszutauschen. Doch auch dieser Tausch hält das Oberhaupt der Draconis nur bedingt davon ab, die Macht über die Sinclairs und alle anderen Familien zu erlangen. Mit korrupten und unfairen Mitteln gelingt es Victor einmal mehr, nicht nur die Sinclairs in arge Bedrängnis zu bringen. Lila muss ihr ganzes Geschick aufwenden, um in dieser ausweglosen Lage zu bestehen und ihre Familie ein letztes, endgültiges Mal zu retten. 

Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, wieder in Lilas Geschichte einzutauchen. Die Meisterdiebin hat sich erneut ein ganzes Stück weiterentwickelt. Aus Lila, die aus Angst vor weiteren Verlusten nie mehr eine engere Bindung eingehen wollte, ist eine starke und einfühlsame junge Frau geworden, die ihre Sinclair-Familie, allen voran Devon, über alles liebt. Um diese Familie zu verteidigen und vor Victors fiesen Machenschaften zu bewahren, geht Lila weit über ihre Grenzen hinaus. Unter keinen Umständen lässt sie es zu, dass Victor ihr nochmals die Menschen nimmt, die ihr die Welt bedeuten. So strotzt auch dieser dritte und letzte Band nur so vor Spannung und sich überschlagenden Ereignissen. Und auch wenn ich in „Die helle Flamme der Magie“ nur wenig überrascht wurde, hat dieses Finale mich komplett überzeugt. Vieles habe ich mir gewünscht und erhofft, was dann zum Glück auch genauso eingetroffen ist. 

Das Setting ist nach wie vor großartig und die von Jennifer Esteps erdachte Stadt Cloudburst Falls mit all ihren Monstern und der Magie einfach unbeschreiblich. Ich habe es sehr genossen, ein letztes Mal die verschiedensten Monster zu „treffen“, Lilas und die Kräfte der anderen in mir wirken zu lassen und einfach Zeit in dem wundervollen Städtchen zu verbringen. Ich werde Lila und alle anderen definitiv sehr vermissen, daher hoffe ich noch immer auf eine eventuelle Fortsetzung der Reihe. Wer weiß, vielleicht tut die Autorin mir und allen „Black Blade“ Fans irgendwann doch noch den Gefallen und schreibt weiter. 

Das Finale steht natürlich ganz im Fokus des alles entscheidenden Kampfes, aber dennoch kommen die zwischenmenschlichen Beziehungen keineswegs zu kurz. Auch das hat mir unglaublich gut gefallen. Lila und Devon sind ein wundervolles Paar, das einfach zusammen gehört. Hier hätte ich mir sogar noch mehr Nähe und intimere, intensivere Momente gewünscht. Und auch Deah und Felix, die auf den ersten Blick sehr unterschiedlich wirken, passen perfekt zueinander. Lila lässt ihre Gefühle viel mehr zu und versteckt sie nicht mehr, dadurch ist sie glücklicher und wirkt einiges befreiter. Lila ist reifer geworden und auch wenn sie die Vergangenheit niemals ganz loslassen wird, schließt sie mit ihr Frieden. Auch die Bindung zwischen ihr und Deah ist enger und stärker, das familiäre Band ist so fest wie nie zuvor. Auch Oscar, welchen ich von Beginn an bereits sehr mochte, hat sich noch mehr in meiner Sympathie - Skala nach oben geschlichen. Der Pixie ist einfach putzig, vor allem dann, wenn er Lilas Hals umarmt und an ihrer Seite kämpft. Auch Mo und Claudia mischen, ganz wie es sein sollte, wieder kräftig mit, sodass auch dieser dritte Band wieder ein richtiger Pageturner ist. 

Ich konnte das Buch also nie lange aus der Hand legen, weil ich so gespannt darauf war, was bis zum endgültigen Finale noch alles passiert. Jennifer Estep hat so viele tolle Ideen, welche sie in diesem letzten Band bündelt. Ihr atmosphärisch-grandioser Schreibstil sorgt für Gänsehaut – und starke Gefühlsmomente. Actionreiche Kämpfe, die viele Opfer fordern, ließen meinen Puls des Öfteren höher schlagen. So konnte ich gar nicht anders, als mich vollkommen in der Geschichte zu verlieren und gemeinsam mit Lila und ihren Mitverschwörern auf den atemberaubenden und gut durchdachten Showdown zuzusteuern. Ich bin vollkommen zufrieden mit diesem würdigen Ende, auch wenn ich wie ja bereits erwähnt, wirklich traurig bin, dass ich nun nicht mehr zu Lila und nach Cloudburst Falls zurück kehren werde. 



„Black Blade – Die helle Flamme der Magie“
von Jennifer Estep ist ein absolut perfekter Finalband, der mich komplett überzeugen und mitreißen konnte. Gewohnt schlagfertig, selbstsicher und mit einer großen Klappe, aber voller Gefühl bietet Lila ihrem größten Widersacher Victor einmal mehr Paroli. Ihre Freunde und Verbündete, sowie diverse Monster und jede Menge Magie, sorgen für großartige Herzklopfmomente und spannende Augenblicke.

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195 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 56 Rezensionen

wüste, alwyn hamilton, fantasy, amani, rebellin des sandes

AMANI - Rebellin des Sandes

Alwyn Hamilton , Ursula Höfker
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei cbt, 22.08.2016
ISBN 9783570164365
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Amani wächst mitten in der Wüste in dem kleinen Örtchen Dustwalk auf. Die Menschen leben eher bescheiden, Hauptarbeitsquelle ist die dort angesiedelte große Waffenfabrik, sowie die umliegenden Mienen. Die Kinder, so auch Amani werden mit Sprengstoffkenntnissen groß und sind im Umgang mit Pistolen sehr sicher. Amani ist sogar eine hervorragende Scharfschützin, die es locker mit jedem Mann aufnehmen kann. Als Amani die Möglichkeit geboten wird, bei einem Schießwettbewerb genügend Geld zu gewinnen um Dustwalk zu verlassen, nutzt sie diese. 

Dort trifft sie auf Jin, einen geheimnisvollen Rebellen, welcher den abtrünnigen Prinz Ahmed unterstützt. Auf Grund einiger Geschehnisse, fliehen und reisen die beiden letztendlich zusammen und geraten so von einem Abenteuer ins Nächste. Sie kämpfen gemeinsam gegen magische Wesen, die Soldaten des Sultans und eine gefährliche todbringende Waffe. Und plötzlich steckt auch Amani mitten drin in dieser Rebellion, die nicht nur ihr Leben, sondern auch das Schicksal ihres Landes für immer verändern könnte. 
 


Schon allein dieses unglaublich genial gestaltete Cover, ist ein wahrer Eyecatcher und macht somit bereits sehr neugierig auf die Geschichte. Nach dem Lesen des Rückentexts war es dann endgültig um mich geschehen, ich musste "Amani - Rebellin des Sandes" von Alwyn Hamilton unbedingt haben. Selten spiegelt ein Cover den Inhalt eines Buches so perfekt wieder, wie es hier der Fall ist, sodass ich von diesem Gesamtpaket restlos begeistert bin. 

Die Geschichte beginnt recht rasant, der Leser begleitet Amani, die sich als Junge verkleidet hat zu einem Schießwettbewerb, bei welchem sie sich erhofft zu gewinnen. Mit eben diesem Geldgewinn wäre es Amani möglich, Dustwalk, das kleine Städtchen, in dem sie lebt endlich zu verlassen. Nach dem Tod ihrer Mutter wohnt Amani bei deren Bruder, seiner Frau und seinen Kindern. Dort wird sie eher geduldet als geliebt. Amanis großes Ziel ist es nach Izman auszuwandern, um dort ein besseres, mehr Frauen geachtetes Leben zu führen. Doch es kommt ganz anders als geplant, als die junge Scharfschützin auf Jin einen geheimnisvollen und extrem interessanten Rebellen trifft, welcher von den Soldaten des Sultans gejagt wird. Bedingt durch gewisse Umstände fliehen die beiden gemeinsam. Eine abenteuerliche und spannende Reise durch die weite Wüste beginnt. Seite an Seite kämpfen Amani und Jin gegen diverse magische Wesen, die alles verschlingende Hitze und eine mysteriöse, todbringende Waffe. Amani wird teil der größten Rebellion des Landes, welche in diesem ersten Band noch längst nicht ihren Höhepunkt erreicht. 

Amani findet zu sich selbst, erfährt mehr über ihre Wurzeln und darüber, was tatsächlich in ihr steckt. Auch ihre Gefühle zu Jin werden immer stärker, aber nicht nur in ihm, sondern in dem kompletten Rebellenclan findet Amani neue Verbündete und sogar Familie. 

Bereits der Einstieg in das Buch hat mir wahnsinnig gut gefallen. Ich mag es sehr, wenn eine Geschichte gleich spannend los geht und man sich als Leser(in) mitten in einem Geschehen wiederfindet. Natürlich ist es wichtig, dass man nach und nach trotzdem in die Begebenheiten eingeführt wird, was bei Alwyn Hamiltons Auftakt definitiv der Fall ist. So schaffte es die Autorin auch sofort mich zu packen und zu fesseln. Dies hatte natürlich zur Folge, dass ich am Liebsten nur noch gelesen hätte, da "Amani" eine ungeheure Sogwirkung auf mich ausübte. 

Das Wüsten-Setting ist ebenfalls großartig und bietet viele interessante Möglichkeiten, welche Frau Hamilton auch reichlich ausschöpft. Magische Wesen wie die Djinn, Buraqi (verzauberte Wüstenpferde), Nachtmahre, Ghule, Erstwesen und Halbmenschen, mit den unterschiedlichsten magischen Fähigkeiten, Sagengestalten und weitere Mythen ließen mein Fantasy-Herz höher schlagen. Der komplette Aufbau des Buches, das Tempo, sowie die große menge an Magie trafen meinen Lesegeschmack zu Hundertprozent. Hinzu kommt Alwyn Hamiltons fantastischer Schreib - und Erzählstil, der den Roman wirklich zu etwas Besonderem macht. Ihre entworfene Welt ist schön detailreich und liebevoll gestaltet. Ich hatte stets das Gefühl, mitten drin im Geschehen zu sein, anstatt dieses nur von außen zu betrachten. Die Autorin nimmt ihre Leser bei der Hand und entführt diese in ihre magische, atemberaubende Welt, die so voller Geheimnisse und Ideenreichtum steckt, einen gefangen nimmt und einfach nicht mehr loslässt. Die unterschiedlichsten Wesen haben mich definitiv beeindruckt, allen voran die Wüstenpferde, die nur von Frauen gejagt werden können und mit Zuhilfenahme der Hufeisen zu Pferden aus Fleisch und Blut werden. 

Auch die Spannung kommt keineswegs zu kurz, ganz im Gegenteil. "Amani" ist nicht nur eine Fantasygeschichte, denn hinter dem Roman verbirgt sich noch so viel mehr. Politische Geschehnisse prägen das Gesamtbild des Wüstenlandes ebenso sehr. Der derzeit herrschende Sultan unterdrückt sein Land und führt es mit Härte und Gewalt. Ahmed der Rebellen-Prinz und seine Verbündeten suchen gemeinsam einen Weg, um den Herrscher zu stürzen. Kleine Weichen hierzu werden in diesem ersten Band auch bereits gelegt.

Die Charaktere sind ebenfalls hervorragend, absolut authentisch und liebevoll gestaltet. Allen voran Protagonistin Amani, die ihr Herz auf der Zunge trägt und es faustdick hinter den Ohren hat. Ich mochte ihre Art zu denken, ihren Kampfgeist, ihren Mut, ihren Starrsinn und wie sie die Welt und die Magie um sich herum wahrnimmt. Jin ihr männlicher Gegenpart ist ebenfalls absolut umwerfend. Ihn umgibt eine mystische Aura, er ist charmant, witzig, stark, gut aussehend, kurz um ein Mann zum Verlieben. Er und Amani harmonieren großartig miteinander, da sie sich auf Augenhöhe begegnen. Sie sind beide recht schlagfertig und somit absolut ebenbürtig. Dennoch sind sie sich längst nicht immer in allem einig, was die Atmosphäre um sie herum des Öfteren zum Knistern bringt. Auch wenn die Liebesgeschichte einen größeren Teil des Buches einnimmt, ist diese nur ein Teil des großen Ganzen, auch das hat mir ausgesprochen gut gefallen. Überraschende Wendungen und unvorhergesehene Ereignisse trugen ebenfalls dazu bei, das ich bestens unterhalten wurde.

Ich freue mich unfassbar auf die Fortsetzung und bin sehr gespannt, wie es mit Amani, Jin und den Rebellen weiter geht. 



"Amani - Rebellin des Sandes"
vom Alwyn Hamilton ist ein erstklassiger Fantasyroman, der mit einem gigantischen Setting, den unterschiedlichsten magischen Wesen, einer menge Phantasie, einer spannenden, politisch geprägten Handlung und wundervollen Charakteren aufwartet. Fantasy-Fans, und auch solche die es noch werden wollen, kommen hier voll auf ihre Kosten. 

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808 Bibliotheken, 29 Leser, 2 Gruppen, 174 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, flawed, fehlerhaft, cecelia ahern

Flawed – Wie perfekt willst du sein?

Cecelia Ahern , Anna Julia Strüh , Christine Strüh
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 29.09.2016
ISBN 9783841422354
Genre: Jugendbuch

Rezension:



"Ich bin ein Mädchen, das auf klare Definitionen steht, auf Logik, auf Schwarz oder Weiß. Vergesst das nicht. 
(Seite 9)

Mit jedem Fehler, den man macht, erfährt man mehr über sich und die Welt. (Seite 372)
 


Die 17-jährige Celestine führt ein behütetes, perfektes Leben. Sie ist hübsch, begabt, ein Mathegenie und hat einen liebevollen und fürsorglichen Freund. Sie lebt in einer Welt, in der die Menschen nach absoluter Perfektion streben. Diejenigen die auffallen und sich nicht stets korrekt und gesetzestreu verhalten, werden verurteilt und als "fehlerhaft" gebrandmarkt.

Celestine achtet sehr darauf, sich immer vorbildlich zu verhalten, sie ist glücklich und möchte dieses Glück für nichts riskieren. Eines Tages handelt die junge Frau aber doch nach Bauch - und Mitgefühl und bricht damit eine ganz entscheidende Regel. In diesem Moment ändert sich Celestines Leben von Grund auf, sie gibt aber nicht klein bei, und so nimmt ihr Schicksal seinen Lauf.
 


Davon, dass Cecelia Ahern wunderschöne, gefühlvolle und spannende Geschichten schreibt, konnte ich mich schon des Öfteren überzeugen. Um so größer war meine Vorfreude auf "Flawed - Wie perfekt willst du sein" ihren ersten All-Age-Roman. Um es gleich vorwegzunehmen, die Autorin konnte mich vollkommen überzeugen, ich bin absolut begeistert von diesem ersten Band. 

Zunächst lernt der Leser Celestine North und ihr wirklich perfektes Leben kennen. Sie ist rund um glücklich, lebt in einer behüteten und wohlhabenden Familie, wird geliebt und in allem was sie tut unterstützt. Ihr Freund Art ist der Sohn des hiesigen Richters und Oberhaupts der Gilde, welche für Ordnung und für die "gerechte" Bestrafung der Fehlerhaften sorgt. Celestine die auch privat sehr viel Zeit mit Richter Crevan verbringt, hält diesen für nett, herzlich und seine Werte und Richtlinien für einwandfrei. Nie kommt die junge Frau auf den Gedanken, an der Gilde und an den rechtmäßig bestraften Fehlerhaften zu zweifeln. Doch als plötzlich ihre Klavierlehrerin, Nachbarin und gute Freundin ihrer Eltern gebrandmarkt wird, regen sich in ihr die ersten Bedenken. 

Celestine ist von Beginn an ein sehr mitfühlender und liebenswerter Charakter, trotz ihres Wohlstandes ist sie weder eingebildet noch hält sie sich für etwas besseres. Im Gegenteil, Celestine möchte nicht auffallen, sondern sich als wertvolles Mitglied in der Gesellschaft mustergültig eingliedern. Als sie eines Tages in einer Situation steckt, in der sie sich gegen ihren Gerechtigkeitssinn stellen und heraus halten sollte, übernimmt ganz automatisch ihre Menschlichkeit und ihr Mitgefühl die Kontrolle. Celestine handelt aus dem Bauch heraus und wie jeder Mensch mit Herz es tun würde. Doch da sie somit einem Fehlerhaften hilft, verstößt sie gravierend gegen das Gesetz der Gilde. Celestine wird verurteilt und mehrfach gebrandmarkt. Richter Crevan, bisher einer ihrer größten Fürsprecher, ist mehr als nur enttäuschst von Celestine und geht von diesem Augenblick an mit größter Härte gegen die Freundin seines Sohnes vor, sein wahres Gesicht offenbart sich. 

Von diesem Zeitpunkt an überschlagen sich die Ereignisse. In der kurzen Zeit ihres Gefängnisaufenthaltes lernt Celestine den geheimnisvollen, ebenfalls Fehlerhaften Carrick kennen. Sie fühlt sich mit ihm auf eine ganz besondere Weise verbunden, denn Carrick steht ihr in ihren schlimmsten Stunden bei, und dies obwohl die beiden die meiste Zeit eine Glaswand trennt. Celestines Leben ändert sich komplett. Als Fehlerhafte bekommt sie einen Whistleblower an ihre Seite gestellt, der sie täglich überwacht. Sie muss sich an Ausgangssperren halten, darf nur noch bestimmte Nahrung zu sich nehmen, und muss stets gut sichtbar für alle ihre Armbinde, welche sie als Fehlerhafte kennzeichnet, tragen. Einige der Widerstandsgruppen hingegen sind von Celestine, ihrem Mut und ihrer Tatkraft begeistert. Auch die Medien reißen sich plötzlich um sie und folgen ihr auf Schritt und Tritt. Ihr Schulaufenthalt gestaltet sich zu einem täglichen Spießrutenlaufen und ihr Freund Art ist für längere Zeit untergetaucht. Celestine durchlebt eine schreckliche Zeit und doch reift sie in dieser unglaublich, sie beginnt noch mehr zu hinterfragen und ihr wird schnell klar, dass sich die Welt und die Gesetzte wieder grundlegend ändern müssen, nicht nur zu ihrem, sondern auch zum Wohl Aller. Einige Menschen treten in ihr Leben, die es vermeintlich gut mit ihr meinen. Celestine ist allerdings sehr vorsichtig und vertraut außer ihrem Großvater niemandem vollkommen. Sie ist ein tolles Mädchen, das nicht aufgibt, kämpft, sich vollkommen treu bleibt, aber dennoch auch sehr verändert.

Am liebsten hätte ich das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand gelegt, so gebannt und gefesselt war ich von Celestine und ihrer Geschichte. Die Grundidee ist nicht mehr wirklich neu, aber dennoch so großartig ausgearbeitet und absolut realistisch dargestellt. Die Konflikte die sich auftun, nach dem Celestine verurteilt wird, sind ebenfalls hervorragend ausgefeilt und authentisch beschrieben. Das Verhältnis zu ihrer Schwester Juniper und natürlich auch zu Art ihrem Freund ändert sich drastisch. Besonders gut fand ich es aber, dass Celestines Eltern immer zu ihrer Tochter stehen, sie weiterhin genauso lieben wie zuvor, sie unterstützen und sie bis auf´s Blut verteidigen. Der Fokus liegt natürlich sehr auf der Rebellion und der Veränderungen, die Celestines Brandmarkung mit sich bringt. Aber auch die zwischenmenschlichen Beziehungen und Konflikte stehen sehr stark im Vordergrund, was ich absolut großartig finde. Dadurch bekommt der Roman sehr viel Tiefe und Echtheit. 

Sämtliche Charaktere sind ebenfalls sehr gut gezeichnet, und typisch Cecelia Ahern, ebenso echt und realistisch. Gegen gewisse Personen, allen voran Richter Crevan und Mary May verspürte ich sogleich eine absolute Abneigung, bei anderen Charakteren hingegen war ich mir oft nicht sicher, und diese konnten mich zum Teil dann auch wirklich überraschen. Die Liebesgeschichte zwischen Art und Celestine und auch die Beziehung zu Carrick sind zwar wichtig, nehmen aber auch nicht zu viel Raum ein. Auch hier bin ich definitiv gespannt, wie es weiter geht.

Das Grundthema des Romans, dass es eben gerade unsere Fehler sind, die uns menschlich machen, zog sich wie ein roter Faden durch die komplette Story. Das Ende ist grandios und macht so unbändige Lust auf den Folgeband, auf welchen ich zum Glück nicht lange warten muss, da dieser bereits im November 2016, also bereits nächsten Monat erscheint. 



Wer hervorragend ausgearbeitete Dystopien mit einem realistischen Zukunftsszenario mag, sollte unbedingt zu "Flawed - Wie perfekt willst du sein" von Cecelia Ahern greifen. Die Geschichte ist fesselnd und mitfühlend, die Charaktere interessant und vielschichtig, allen voran Celestine, mit der ich total mitfiebern und die ich vollkommen verstehen konnte. Für mich ganz großes "Kino" und auf jeden Fall ein Jahreshighlight 2016.

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(26)

85 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

äther, wasser, feuer, himmelstiefe, daphne unruh

Himmelstiefe

Daphne Unruh
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Loewe, 19.09.2016
ISBN 9783785585658
Genre: Jugendbuch

Rezension:




Kira hofft darauf, dass ihr letztes Schuljahr möglichst schnell vorübergeht, sie ihr Abi besteht, um dann endlich ins Ausland zu reisen und frei zu sein. Kiras Eltern sind sehr wohlhabend, der Vater ein erfolgreicher Unternehmer, die Mutter ein Exmodel. Kira sind Luxus, ein großes Zimmer und teure, stylische Klamotten ziemlich egal. In der Schule ist sie eher eine Außenseiterin, nur ihre beste Freundin Luisa und Tim, welcher neu an der Schule ist, bedeuten der jungen Frau eine Menge. Tim hat auf Kira im wahrsten Sinne des Wortes eine umwerfende Wirkung. In seiner Gegenwart befallen Kira plötzlich Fieberanfälle, sie bekommt Visionen und trifft des Öfteren auf mysteriöse Schattenwesen, welche nichts Gutes im Sinn zu haben scheinen. 

Als Kira ein weiteres Mal vor diesen flieht, gelangt sie in den Untergrund von Berlin und von dort aus durch das Abwassersystem in eine magische Welt. An der „Akademie der Elemente“ erfährt Kira zum ersten Mal davon, dass sie außergewöhnliche Kräfte besitzt. Sie wird Mentor Jerome zugeteilt,  Engel Neve kümmert sich zunächst um Kiras Belange und auch der feuerbegabte Leo scheint Interesse an ihr zu haben. Wem kann Kira wirklich vertrauen? Wer meint es tatsächlich ehrlich mit ihr?
 


Ich bin ein wirklich großer Fan von gut durchdachten, spannenden und toll erzählten Fantasy-Büchern, daher freute ich mich sehr auf „Himmelstiefe“ den ersten Band der Tetralogie von Daphne Unruh. Ich wurde auch keineswegs enttäuscht, ganz im Gegenteil, ich habe es sehr genossen, das erste Buch rund um Kira und die „Akademie der Elemente“ zu lesen. 

Die Geschichte spielt zunächst in Berlin. Der Leser lernt Kira, ihre Eltern, ihr schulisches Umfeld,  ihre beste Freundin Luisa sowie Chat-Freundin Atropa kennen. Am ersten Tag nach den Ferien startet die junge Frau in ihr allerletztes Schuljahr, das Abitur steht an und im Anschluss daran wartet, wenn es nach Kira geht, die große Freiheit auf sie. Tim, welcher neu an Kiras Schule ist, verdreht ihr allerdings gehörig den Kopf und bringt sie mächtig ins Schwitzen. In seiner Nähe bekommt Kira plötzlich heftige, unerklärliche Fieberschübe. Außerdem hat Kira immer wieder Visionen und trifft mehr als einmal auf seltsame Schattenwesen. Diese ersten mysteriösen Ereignisse machten mich unglaublich neugierig auf den weiteren Verlauf. Als Kira sich nach einer spektakulären Flucht vor den Schattenwesen in der magischen Welt wiederfindet, wollte ich das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen.

Daphne Unruh hat eine großartige Welt geschaffen, die absolut plausibel und trotzdem schön mystisch und geheimnisvoll ist. Es gelang mir sogleich, die „Blase“, in welcher die „Akademie der Elemente“ ist, sowie die Welt ringsherum vorzustellen. Ich finde die Idee der einzelnen Durch – und Übergänge für die entsprechenden Elemente richtig genial. Mir gefällt die fantastische Atmosphäre und die Wesen, welche die Durchgänge bewachen, sowie die leuchtende und schillernde Farbenpracht, die auf der magischen Seite vorherrscht. Außerdem finde ich es mehr als großartig, dass die fünf Elemente sowie die damit verbundenen Kräfte im Vordergrund stehen. Dennoch war ich ebenso wie Kira sehr vorsichtig, wem man wirklich vertrauen konnte. Auf Grund Kiras unterschiedlicher Talente, haben mehrere Personen Interesse an ihr. Bei einigen war ich mir relativ sicher, dass diese es tatsächlich gut mit ihr meinen und sie von ganzem Herzen mögen, bei anderen war ich von Anfang an zu Recht skeptisch.

Ebenso mochte ich es total gerne, wie Kira langsam in ihre Kräfte hineinwächst und wie sie diese immer mehr beherrscht. Extrem gestört hat mich an ihr allerdings, dass sie immer wieder aus Situationen flüchtet. Es gibt einen Streit, Kira hat Angst, oder sie versteht etwas falsch, da dauert es nicht lange, bis sie einfach abhaut, sprich sie läuft davon und lässt ihr Gegenüber stehen. Diese Momente gibt es leider oft und selten lernt Kira aus den vergangenen Fehlern. Hier hoffe ich auf eine standfestere und in dem Punkt erwachsenere Kira in den Folgebänden. 

Zu den anderen Charakteren möchte ich gar nicht viel sagen, denn ansonsten wird schnell klar, wer mir sympathisch ist und wen ich auf Grund seines falschen Verhaltens weniger bis gar nicht mag, womit ich euch in diesem speziellen Fall zu sehr spoilern würde. Die Autorin hat alle Charaktere sehr gut und authentisch ausgearbeitet. Sie sind extrem facettenreich, was ein weiterer absoluter Pluspunkt ist. Die für ein Jugendbuch oft typische Dreiecksgeschichte findet in "Himmelstiefe" ebenso ihren Platz. Diese hat mich allerdings nicht sehr gestört, vor allem da Daphne Unruh hier ein sehr passendes Ende gefunden hat. 

Der Schreibstil der Autorin ist wirklich angenehm, sie erzählt sehr fesselnd und mitreißend. Ich konnte mir alles bildlich gut vorstellen, aber dennoch meiner Fantasie freien Lauf lassen. Die Story entwickelt einen richtigen Sog, ist kontinuierlich spannend und gipfelt in einem tollen Showdown. Immer wieder geschahen Dinge, die ich nicht erwartet habe, auch das gehört für mich zu einem guten Buch dazu.

Ein großes Stück weit ist der erste Band sogar in sich abgeschlossen, aber dennoch macht das Ende absolut neugierig auf den zweiten und natürlich auch auf die weiteren Bände, auf welche ich mich schon richtig freue. 



Mit dem ersten Band "Himmelstiefe" aus ihrer "Zauber der Elemente Reihe" hat Daphne Unruh einen wundervoll, fantastischen Roman geschaffen, der mich definitiv begeistern konnte. Ich finde es großartig, wie sehr die fünf Elemente im Fokus stehen und wie sich daraus eine tolle und sehr spannende Geschichte entwickelt. Einzig Kiras davonlaufen in schwierigen Situationen ließen mich hin und wieder mit den Augen rollen. Dennoch fiebere ich "Schattenmelodie" bereits entgegen, sodass ich den zweiten Band sicher sehr bald lesen werde.

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182 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

demon road, derek landy, vampire, dämonen, roadtrip

Demon Road - Hölle und Highway

Derek Landy , Ursula Höfker
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Loewe, 19.09.2016
ISBN 9783785585085
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Das Leben von  Amber verändert sich schlagartig, als sie herausfindet, dass in ihr ein Dämon steckt. Kurz nach ihrem 16. Geburtstag wurden Ambers Kräfte aktiviert, nach ein wenig Übung kann sich der Teenager recht schnell auch kontrolliert verwandeln. Dennoch bringt ihr neues Wesen Ambers Gefühlswelt  ziemlich durcheinander. 

Als Amber eher zufällig erfährt, dass ihre Eltern samt deren dämonischer Freunde sie töten wollen, hat der Teenager nur noch einen Gedanken, fliehen! Unerwartete Hilfe erhält sie von Imelda und deren Bekannten Milo. Mit ihm gelingt ihr tatsächlich die Flucht und eine spannende, sehr skurrile Reise um das nackte Überleben beginnt. 



Demon Road - Hölle und Highway“ ist mein erstes Derek Landy Buch, da ich seine Skulduggery Pleasant Reihe zwar vollständig besitze, aber tatsächlich noch nicht gelesen habe. Dementsprechend war ich auch sehr gespannt, was mich in Herrn Landys neuestem Werk erwarten würde. Der Inhalt des Buches klingt auch sehr verlockend und interessant, sodass ich einer spannenden und ungewöhnlichen Geschichte ins Auge blickte. Der Einstieg ist auch gleich sehr mitreißend und extrem vielversprechend, da es sofort gut zur Sache geht. Der Leser lernt Amber kennen und wird sogleich damit konfrontiert, dass sie zum einen eine dämonische Seite hat, und zum anderen in höchster Lebensgefahr schwebt. Ihre Eltern samt engster Freunde, ebenfalls Dämonen, haben nach Ambers Aktivierung nur noch ein Ziel, sie wollen sie töten und aufessen, denn nur dadurch bleiben ihre Kräfte erhalten und werden stärker. 

Dank Imeldas Hilfe die endgültig genug davon hat, ihre und die Kinder ihrer „Freunde“ zu töten, gelingt Amber die Flucht. Gemeinsam mit Milo, welcher wiederum von Imelda engagiert wurde, macht sich die junge Dämonin auf ihr Leben zu retten. Dabei trifft sie unter anderem auf den „Leuchtenden Dämon“, mit welchem sie einen Pakt schließt. Einmal in der Welt des Übernatürlichen angekommen, offenbaren sich Amber immer mehr Gestalten und Wesen, an deren Existenz sie bisher nie einen Gedanken verschwendet hat. Auf der Fahrt entlang der „Demon Road“ erleben die Beiden, zusammen mit Glen, der sich im Lauf der Zeit als weiterer Verbündeter und Freund entpuppt, die unterschiedlichsten, oft sehr skurrilen und zum Teil auch wirklich abgedrehten Abenteuer.

Auch wenn mir diese manchmal schon etwas zu verrückt waren, konnte ich mich dennoch darauf einlassen. Trotzdem hatte ich beim Lesen ständig das Gefühl, von einer Erzählung in die nächste gezogen zu werden. Ein Ereignis oder Problem war gerade abgehandelt, schon stand ein weiteres an. Im Prinzip ist dies auch gar nicht schlecht, weil so eigentlich keine Langeweile aufkommen sollte, dennoch hat mir hier der rote Faden gefehlt. Für mich hat es sich viel mehr so angefühlt, als würde ich lauter Kurzgeschichten lesen, und das obwohl die Flucht und die Verfolgung durch Ambers Eltern allgegenwärtig sind. Diese Tatsache machte es mir unmöglich in einen angenehmen Lesefluss zu verfallen, was echt schade ist, weil „Demon Road“ wirklich viel Potential hat. Außerdem gibt es recht viele Dialoge, die den Roman ebenfalls in die Länge ziehen, auch wenn mich diese zum Glück nur bedingt gestört haben. Dass es oft recht brutal zur Sache geht, dürfte wahrscheinlich jedem klar sein, da Dämonen und all die Kreaturen der Unterwelt alles andere als süße Schoßhündchen sind. Zartbesaitete sollten daher vorgewarnt sein.

Mit Amber hingegen wurde ich recht schnell warm, auch wenn sie typisch Teenager, oft sehr sprunghaft ist und ihre Gefühle des Öfteren übersprudeln. Manchmal konnte ich ihr Handeln nicht nachvollziehen, vor allem dann, wenn sie sich kopflos in etwas stürzt und zu übereilt handelt. Dennoch hat sie ein großes Herz und folgt diesem öfter als ihrem Verstand, was sie wiederum absolut sympathisch macht. Milo ist sehr geheimnisvoll, oft mürrisch und schweigsam, was ihn für mich aber gerade deshalb irgendwie extrem interessant werden lies. Er hat eine spezielle Vergangenheit, genau durch diese ist er aber der beste Begleiter, den Amber sich nur wünschen kann. Zusammen mit seinem Fahrzeug dem Charger, welches ebenfalls eine wichtige Rolle in der Geschichte spielt, verteidigt er Ambers Leben im wahrsten Sinne des Wortes bis aufs Blut. Glen ist meist ein sehr nerviger Charakter, allerdings sorgt er aber für so manchen Lacher und lockert so die angespannte Atmosphäre oft auf. Ambers Eltern sowie deren Partner sind sehr alt und wurden so im Laufe der vielen Jahre immer bösartiger und skrupelloser, ich konnte sie überhaupt nicht leiden. Aber dennoch sind sie definitiv sehr interessante Wesen, die Derek Landys Roman Würze verleihen.  


Im Showdown kommt es zu einem kleinen Finale, das Amber nochmals viel abverlangt. Aus diesem geht sie allerdings auch gestärkt hervor, sodass der Folgeband sicher einiges zu bieten hat.



Derek Landy
hat mit "Demon Road - Hölle und Highway" einen sehr speziellen Roman geschaffen, der mit Sicherheit polarisieren, seine Kritiker aber auch Fans finden wird. Die Geschichte ist sehr abgedreht, skurril, verrückt, interessant und definitiv alles andere als Mainstream.

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(230)

569 Bibliotheken, 20 Leser, 1 Gruppe, 70 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, das juwel, magie, liebe

Das Juwel - Die weiße Rose

Amy Ewing , Andrea Fischer
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 25.08.2016
ISBN 9783841422439
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Violet, Ash und Raven sind auf der Flucht, nach dem sie es dank der Hilfe von Lucien und Garnet geschafft haben, aus dem Juwel zu entkommen. Violet lässt somit ihr Leben als Surrogant endgültig hinter sich und schließt sich den Rebellen und Luciens Plänen, den Adel zu stürzen an.

Nach einer turbulenten und spannenden "Reise", bei welcher die kleine Gruppe dem Adel bzw. deren Soldaten immer nur knapp einen Schritt voraus ist, kommen die Ausreißer an ihrem vorläufigen Ziel, einem alten, sehr gemütlichen und gut versteckten Farmhaus an. Dort trifft Violet zum ersten Mal auf die geheimnisvolle Sil und entdeckt dank ihr wie stark und einzigartig ihre Gabe wirklich ist. Doch reicht diese aus, um tatsächlich etwas bewirken zu können? Gemeinsam mit den anderen Verbündeten fassen die Freunde einen mutigen Entschluss.



Ich habe den ersten Band des "Juwels" geliebt, und so fieberte ich der Veröffentlichung von "Das Juwel - Die weiße Rose" sehr entgegen. Die Fortsetzung schließt auch nahtlos an den Vorgängerband an. Da dieser mit einem sehr spannenden und fiesen Cliffhänger endet, geht es auch sofort dramatisch, traurig und mitreißend weiter. Dank Luciens Plan und Garnets beherztem eingreifen, schaffen es Violet und Ash auch tatsächlich aus dem "Haus am See" zu entkommen. Kurze Zeit später stoßen sie auf Raven, die für tot gehalten, kurzer Hand entsorgt wurde. Ich war sofort wieder mitten drin im Geschehen und fieberte gemeinsam mit Violet und den anderen der Flucht und den damit verbundenen Änderungen entgegen. Amy Ewing hat es geschafft, mich sofort wieder an ihre Geschichte zu binden. Die ereignisreichen Momente zu Beginn des ersten Drittels konnten mich vollkommen begeistern. Violet, Raven und Ash, treffen unterwegs immer wieder auf Helfer, die einem ganz speziellen Geheimbund angehören, auch dies hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Als die Freunde an ihrem Zufluchtsort einem gut versteckten Farmhaus ankommen und vorläufig in Sicherheit sind, lies auch die Anspannung in mir nach. Violet lernt die auf den ersten Blick sehr schroffe und etwas herrische Sil kennen. Doch umso mehr sie von der alten Frau erfährt, umso mehr versteht sich Violet mit ihr. Sil ist es auch, die Violet dabei hilft, ihre Gabe vollkommen anders einzusetzen. Die Auspizien gehören somit der Vergangenheit an. Violet erlebt zum ersten Mal, wie vielfältig und besonders ihre Kräfte sind und wie schön es ist, beim Ausüben dieser keinerlei Schmerzen zu haben. Violet ist zum einen sehr froh, dass Ash und vor allem auch Raven nicht mehr in unmittelbarer Gefahr schweben, dennoch ruht sie sich nicht lange aus, da sie nicht nur die Surrogant sondern auch alle anderen, vom Adel Unterdrückten befreien will.

Ab diesem Zeitpunkt plätschert die Geschichte dann allerdings sehr dahin. Natürlich ist es weiterhin schön zu beobachten, wie sich nicht nur Violet sondern auch die traumatisierte Raven wieder erholen und zu Kräften kommen und wie die Pläne der Rebellen voranschreiten. Dennoch fehlte mir hier die Sogwirkung des ersten Bandes. "Die weiße Rose" ist so ein typischer Mittelband, der auf einen phänomenalen letzten Band zusteuert. Denn das Ende dieses Bandes lies mich dann doch etwas geschockt und sprachlos zurück.
Mit am meisten gefallen hat mir Garnets Wandlung. Dieser hatte sich ja bereits in "Die Gabe" oft gegen die Herzogin aufgelehnt, doch jetzt sieht er die Welt und vor allem auch die Surrogant mit ganz anderen Augen. Außerdem mochte ich es sehr gerne, dass Violet und Ash sich nicht mehr zu verstecken brauchen, die beiden sind ein Paar, was der Rest der kleinen Truppe auch so akzeptiert. Auch in Luciens Vergangenheit und in sein Leben bekommt der Leser weitere Einblicke, was ebenfalls sehr interessant ist. Die Nebencharaktere sind definitiv auch eine Bereicherung für die Geschichte, hier bin ich mir ziemlich sicher, dass wir von diesen noch so einiges erwarten dürfen. 

Amy Ewings Schreibstil ist gewohnt großartig, leicht verständlich, schön bildlich aber nicht zu übertrieben ausschweifend. So liest sich auch dieses zweite Buch sehr schnell. Auch das wundervolle, geradezu fantastische Cover muss ich noch lobend erwähnen. Der oder die Coverdesignerin hat hier absolut grandiose Arbeit geleistet.
Wie ja bereits geschrieben, ist das Ende absolut genial und so sehne ich dem Finale bereits jetzt entgegen, auch wenn ich darauf leider noch eine Weile warten muss.



Mit "Das Juwel - Die weiße Rose" ist Amy Ewing ein solider, guter Zwischenband gelungen, der allerdings nicht ganz an die Einzigartigkeit und Besonderheit seines Vorgängers anknüpfen kann. Dennoch habe ich Violet und ihre Freunde gebannt auf ihrer Flucht begleitet und voller Freude beobachtet, wie sich Violets außergewöhnliche Gabe weiter entfaltet hat.  

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134 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

dystopie, aren, tiere, zukunft, roboter

Evolution - Die Stadt der Überlebenden

Thomas Thiemeyer
Fester Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.07.2016
ISBN 9783401601670
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Lucie
und Jem wollen gemeinsam mit weiteren Jugendlichen an einem Schüleraufenthalt in den USA teilnehmen. Die Teenager freuen sich auf dieses Abenteuer, doch was dann geschieht, damit hätten sie in ihren kühnsten Träumen nicht gerechnet. Nach einigen Turbulenzen muss ihr Flugzeug in Denver notlanden. Die knapp dreihundert Passagiere trauen ihren Augen kaum, als sie die völlig von Pflanzen überwucherte, beschädigte Landebahn und das nicht weniger zugewachsene Flughafengebäude betreten. Die Natur hat sich ihren Platz zurück erobert. Es sind weit und breit keinerlei Menschen zu sehen, dafür umso mehr zum Teil sogar mutierte, veränderte Tiere. Diese verhalten sich gegenüber der großen Reisegruppe zunächst friedlich, doch dann schlägt die Stimmung um. Was ist geschehen? Warum benehmen sich die Tiere plötzlich so feindselig ihnen gegenüber? Es scheint beinahe so, als hätten sich diese gegen die Neuankömmlinge verschworen.   

Eine kleine Gruppe von 3 Erwachsenen und einigen Jugendlichen, unter anderem Jem und Lucie, schließen sich zusammen, um die Gegend zu erkunden sowie nach Hilfe und Hinweisen zu suchen. Doch was sie letztendlich herausfinden, übersteigt beinahe ihre Vorstellungskraft. 



Ich bin ein absoluter Fan der Bücher von Thomas Thiemeyer. Sein Schreibstil ist großartig, ich liebe die Art wie er Geschichten erzählt und seinen Protagonisten Leben und Persönlichkeit einhaucht.  „Evolution – Die Stadt der Überlebenden“ bildet hier keine Ausnahme. Gleich zu Beginn lernen die Leser seine beiden Protagonisten Jem und Lucie kennen. Die Zwei verpassen beinahe ihren Flug in die USA. Gemeinsam mit einigen anderen Jugendlichen nehmen sie an einem Schüleraustausch teil. Ihr Zuspätkommen verursacht sogleich die ersten Streitigkeiten und so startet „Evolution“ bereits turbulent. Genauso geht die Geschichte auch weiter, denn nach einigen Stunden Flug gibt es erneut Schwierigkeiten ganz anderer Art. Der Pilot ist gezwungen das Flugzeug auf dem Denver Airport notzulanden, was ihm zum Glück auch gelingt. Die knapp dreihundert Passagiere haben ohne größere Blessuren oder Verletzungen überlebt. Doch was sie nach dem Ausstieg aus dem Flugzeugwrack zu sehen bekommen, verschlägt ihnen buchstäblich die Sprache. Sowohl die Landebahn als auch das nahegelegene Flughafengebäude sind von Pflanzen überwuchert. Auf den ersten Blick wirkt alles sehr alt und verschlissen. Menschen scheint es weit und breit keine zu geben, dafür ist die Flora und Fauna umso vielfältiger. Dutzende verschiedene, zum Teil auch sehr veränderte Tierarten sowie Pflanzen scheinen friedlich beieinander zu leben. Die Tiere zeigen keinerlei Ängste vor den Gestrandeten, sind diesen allerdings zunächst auch nicht feindlich gestimmt. 

Als sich eine kleine Gruppe unter Anführung des Kapitäns auf den Weg macht, um zunächst die nähere Umgebung und später auch die Innenstadt zu erkunden, schließen sich Jem und Lucie bereitwillig an. Neuartige Technologien und spannende Entdeckungen lassen recht bald darauf schließen, dass das Flugzeug keineswegs in der Steinzeit gelandet ist. Zunächst können die Überlebenden dies kaum fassen, doch als diese nach und nach herausfinden was wirklich passiert ist, machen sich die Freunde die Neuentdeckungen schnell zunutze. Der dunkelhäutige Jem, mit der abwechslungsreichen und nicht ganz einfachen Kindheit, der auch bereits das eine oder andere krumme Ding gedreht hat, und die etwas verschrobene aber umso liebenswertere Lucie, mochte ich vom ersten Moment an sehr gerne. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, mit den Protagonisten und den anderen Jugendlichen, bestehend aus dem Besserwisser Marek, der stylischen Katta, der sportlichen Bogenschützin Zoe, sowie den Computer, Spiele und Techniknerds Paul, Arthur und Olivia auf Entdeckungstour zu gehen und Thomas Thiemeyers fantastisch erdachte, dystopische Welt zu erkunden. Der Autor beschreibt gewohnt bildlich und sehr anschaulich, sodass sich in meinem Kopf schnell farbenprächtige Bilder entwickelt haben. Ich konnte mir die Umgebung bestens vorstellen und so bestaunte ich gemeinsam mit Jem und Lucie was sich mir bot. 

Die Stimmung kippt allerdings und wird um einiges düsterer, als sich die Tierwelt auf einmal und sehr gewaltvoll gegen die kleine Gruppe wendet. Plötzlich werden diese regelrecht attackiert, es scheint beinahe so, als würden die Lebewesen von einer unsichtbaren Macht gelenkt. Doch wer oder was steckt dahinter? Das werde ich an dieser Stelle natürlich nicht vorwegnehmen und ich rate euch auch dringend, lest weder den Rückentext noch anderweitige zu ausführliche Inhaltsangaben. Denn hier wird euch einfach viel zu viel vorweggenommen, dies wiederum nimmt euch die Spannung. Da ich Bücher immer ohne Schutzumschlag lese, welcher bei „Evolution“ besonders toll gestaltet ist, wusste ich tatsächlich vorab nicht, was genau geschehen ist, und was all diese Veränderungen mit sich brachte. Und dies war auch gut so, da ich mich so wirklich überraschen lassen konnte. 

Das komplette Setting und somit auch die Welt die Thomas Thiemeyer geschaffen hat, fand ich großartig und beängstigend zugleich. Der Autor spricht aktuelle Themen, unter anderem die Klimaerwärmung und den Umgang der Menschen mit der Natur an. Er mixt diese mit seiner ideenreichen Vorstellungskraft und schafft so eine wirklich spannende Geschichte, die man ungern  aus der Hand legen mag. Er zeigt uns auf, wie anpassungs - und - lernfähig wir Menschen sind, aber auch wie viel Zerstörungskraft in uns liegt. Die Leidenschaft welche der Autor besonders zu Science Fiction Filmen aber auch zu Computerspielen hegt, bleibt dem aufmerksamen Leser sicher ebenfalls nicht verborgen. Bestes Beispiel hierfür ist M.A.R.S ein Roboter mit Herz und Verstand, den ich ebenfalls absolut großartig fand. Je weiter die Story voranschritt, umso faszinierender aber auch gruseliger wurde sie. Es passieren mysteriöse Unfälle und die zunächst so entspannt wirkende „botanische Garten Atmosphäre“ weicht einer weitaus dunkleren und bedrohlicheren. 

Da es sich bei „Evolution – Die Stadt der Überlebenden“ um den ersten Band einer Trilogie handelt, befürchtete ich für das Ende bereits das Schlimmste. Es gibt auch einen kleinen Cliffhänger, welcher allerdings nicht allzu fies ist. Dennoch bin ich unfassbar gespannt darauf wie es weiter geht, denn besonders ein Ereignis am Schluss macht mich sehr neugierig auf die Fortsetzung. 



Thomas Thiemeyer
ist mit „Evolution – Stadt der Überlebenden“ ein spannender Reihenauftakt, inklusive erschreckendem Zukunftsszenario gelungen, welcher mich definitiv überzeugen konnte.  Toll ausgearbeitete Charaktere und ein vielfältiges Setting bescherten mir unterhaltsame Lesestunden, welche mich gespannt auf den zweiten Band warten lassen.

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448 Bibliotheken, 16 Leser, 0 Gruppen, 122 Rezensionen

drohne, jugendbuch, thriller, elanus, ursula poznanski

Elanus

Ursula Poznanski
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Loewe, 22.08.2016
ISBN 9783785582312
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Der siebzehnjährige Jona ist hochbegabt und hat daher ein Stipendium an einer Eliteuniversität erhalten. Da er noch nicht volljährig ist, haben ihn seine Eltern bei einer Gastfamilie untergebracht. Jona ist oft zynisch, überheblich und ein kleiner Besserwisser, dadurch verscherzt er es sich schnell mit seinen Mitmenschen. 

Durch Jonas selbst gebaute Drohne "Elanus" spioniert er nicht nur seine Kommilitonen sondern auch seine Gastfamilie aus. Dadurch lüftet er Geheimnisse und wird in Dinge hineingezogen, die sein bisher friedliches Leben gehörig auf den Kopf stellen und ihn in Lebensgefahr bringen.



Ursula Poznanskis
Bücher sind ein Garant für fantastische Unterhaltung auf höchstem Niveau. Auch "Elanus" bildet hier keine Ausnahme. Ungewöhnlich ist allerdings die Tatsache, das Jona der Protagonist ihrer Geschichte zunächst alles andere als ein Sympathieträger ist. Der Teenager ist sehr überheblich, ironisch und hält sich für cleverer als die Meisten. Dadurch eckt er natürlich ständig an und geht seinen Mitmenschen mit seiner Art oft ziemlich auf die Nerven. Jona ist hochbegabt und versteht deshalb oft nicht, weshalb die anderen so "dumm" sind. Dies wiederum stresst ihn dann so sehr, dass er oft einfach überhaupt nicht nachdenkt, ehe er spricht. Damit verletzt Jona sein Gegenüber auch das eine oder andere Mal. Im Grunde seines Herzens ist er aber eigentlich gar kein schlechter Kerl, auch er sehnt sich danach Freunde und Menschen in seinem Leben zu haben, die ihn verstehen und die für ihn da sind. 

Diese Mischung macht Jona allerdings auch zu einem sehr interessanten Charakter, denn zumindest für mich war es zu Anfang sehr schwer eine Bindung zu ihm aufzubauen. Im Laufe der Zeit lernte ich Jona allerdings besser kennen, "hörte" seine Gedanken und konnte ihn so immer besser verstehen. Dank des Nachbarjungen Pascal und Marlene einer Mitstudentin, zu welcher sich Jona hingezogen fühlt, schafft er es auch tatsächlich sich zu öffnen. Besonders Marlene hat vor allem zu Beginn ihre Schwierigkeiten mit Jona, sie lässt allerdings auch nicht locker und wird so schnell zu einer echten Stütze für ihn. Auch Pascal entpuppt sich zu einem wahren Freund, den der Protagonist mehr als nötig hat.

Als Jona zu seiner Gastfamilie zieht, merkt man als Leser sofort, dass diese recht seltsam ist. Die Eltern und auch seine "Schwester" versuchen zwar immer wieder Jona in ihr Familienleben zu integrieren, gleichzeitig hatte ich aber ebenso wie er ständig das Gefühl, dass sie ihn eigentlich gar nicht bei sich haben wollen. Da auch Jona dies spürt, möchte er möglichst wenig mit seiner Ersatzfamilie zu tun haben, aber dennoch gibt er sich Mühe, Zeit mit ihnen zu verbringen. An seiner Uni wird Jona zunächst in sämtliche Anfängerkurse gesteckt, was ihn vollkommen unterfordert. Der Teenager versucht daraufhin des Öfteren einen Termin mit dem Rektor seiner Universität zu vereinbaren, damit dieser ihn die Anfangssemester überspringen lässt. Doch jegliche Versuche den Leiter persönlich zu treffen scheitern. Dies wiederum machte nicht nur Jona sondern auch mich skeptisch. Da er überhaupt nicht lernen muss, und somit jede menge Freizeit hat, versucht Jona sich mit ein paar seiner Kommilitonen anzufreunden in dem er ihnen Lernhilfe anbietet. Das gelingt dem jungen Mann auch, und so ergattert er diverse Handynummern mit denen "Elanus" seine selbst gebaute Drohne die Studenten ausspionieren kann.

Bereits von Beginn an ist die Geschichte sehr interessant, als Jona allerdings "Elanus" verstärkt auf Reisen schickt und immer mehr höchst brisante, seltsame und auch verworrene Dinge erfährt, wird es richtig spannend. Ursula Poznanski hat eine unglaublich fesselnde Art zu erzählen, selbst in den Augenblicken, in denen nichts spannendes passierte, band sie mich an ihr Buch. In Momenten in denen es dann so richtig turbulent und verwirrend wurde, konnte ich es dann überhaupt nicht mehr aus der Hand legen. Ich liebe Geschichten in denen ich so richtig schön mitraten und mitfiebern kann, und genau das bot mir "Elanus". Ich stellte zwar immer wieder Vermutungen an, doch so wirklich wusste ich nie, wer wie tief in welches Ereignis verstrickt ist. So konnte ich ebenso wie Jona niemandem, abgesehen von Marlene und Pascal trauen. Die meisten anderen Charaktere waren mir sehr suspekt, ich zweifelte an ihnen und fühlte mich somit tatsächlich im Voranschreiten der Story immer mehr zu Jona gehörig. 

Absolut interessant ist die Drohne "Elanus" und die Möglichkeiten die sich im Besitz einer solchen auftun. Die Autorin geht erneut mit der Zeit, bindet aktuelle Dinge/ Geschehnisse in ihr Buch mit ein, fügt eine Priese ihres Poznanski(schem) Ideenreichtum hinzu, und heraus kommt ein mehr als faszinierendes Endergebnis. Die Drohne ist gigantisch und gleichzeitig auch total angsteinflößend. Sich selbst vorzustellen derart unter Beobachtung zu stehen, ohne es zu merken, ist definitiv beängstigend. Von einer nahen möglichen Zukunft aber durchaus nicht allzu weit entfernt.

Der Spannungsbogen ist konstant vorhanden, sodass "Elanus" absolutes Suchtpotenzial entwickelt, dem man sich nicht entziehen kann, dies aber auch überhaupt nicht will. Das Ende war für mich überraschend und gut durchdacht. Alle Puzzleteile fügen sich perfekt zusammen, es bleiben keinerlei Fragen offen. Und so hat Ursula Poznanski einmal mehr gezeigt, dass sie eine großartige Autorin ist, die es einfach versteht, die Leser in ihren und den Bann ihrer Bücher zu ziehen. 



"Elanus"
von Ursula Poznanski ist ein spannender Zukunftsthriller der mich fantastisch unterhalten und mir rätselhafte, interessante und mitreißende Lesemomente beschert hat. Ein zunächst alles andere als sympathischer Protagonist sowie seine faszinierende Drohne sorgen außerdem dafür, dass dieses Buch alles andere als gewöhnlich ist und sich zu einem absoluten Pageturner entwickelt.

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226 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 69 Rezensionen

paris, liebe, adriana popescu, paris du und ich, jugendbuch

Paris, du und ich

Adriana Popescu
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei cbj, 25.07.2016
ISBN 9783570172322
Genre: Jugendbuch

Rezension:



"Sei bitte niemals eine graue Taube, Emma." "Das schließt sich schon wegen meiner Haarfarbe aus, falls es dir noch nicht aufgefallen ist". "Zum Glück! Ich finde, du bist geboren, um ein Pink Flamingo zu sein"  (Seite: 153)

Man merkt, welche Menschen man gehen lassen und welche man festhalten muss. Man weiß nie, warum, man weiß immer nur, wen. (Seite 192)

Und Emma, hör auf dein Herz! Immer! Selbst ein kaputtes Herz weiß besser, was wir brauchen, als ein gesunder Kopf. (Seite 207)

Es gibt keine Ewigkeit. Für keinen von uns. Wir alle haben nunmal nur dieses eine Leben. Aber die Liebe selbst ist wahr!  (Seite 210)
 
Angst ist wichtig. Hab Angst vor dem offenen Meer. Vor dunklen Gassen. Vor großen Hunden. Aber niemals - ich betone - niemals vor der Liebe. Die Liebe mag weh tun, aber sie ist wie eine Rose. Du bekommst sie nicht ohne Dornen. (Seite 230)
 


Emma, die sich in den Austauschschüler Alain verliebt hat, möchte diesen in den Herbstferien in seiner Heimatstadt Paris überraschen und mit ihm ein paar wundervolle und romantische Tage verbringen. Als sie freudestrahlend vor Alains Türe steht, öffnet ihr seine Freundin Chloe. Für Emma bricht in diesem Moment eine Welt zusammen.

Geschockt und enttäuscht vergräbt sich Emma zunächst in ihrem Hostelzimmer. Als sie dieses nach einigen Tagen endlich wieder verlässt, trifft sie auf Vincent. Dieser leidet ebenfalls an akutem Liebeskummer. So beschließen die beiden Herzschmerzfreude zu werden und sich auf gar keinen Fall mehr zu verlieben. Gemeinsam entdecken Emma und Vincent ihr Paris und erleben eine unvergleichlich schöne Zeit.



"Paris, du & ich"
von Adriana Popescu ist ein absolutes Wohlfühlbuch. Ich war bereits nach wenigen Seiten total verzaubert von Emma und Vincent. Die Chemie zwischen den Beiden ist vom ersten Moment ihrer Begegnung an einfach stimmig. Wer kennt es nicht, dieses schreckliche Gefühl des Verlassen-sein, die Einsamkeit, die Schmerzen und diese unendliche Traurigkeit, die einen umgibt wie einen Mantel. Sofort fühlte ich mit Emma mit und konnte sie nur all zu gut verstehen. Nachdem Emma realisiert, dass Alain eine Freundin hat, und längst nicht der ist, der er vorgegeben hat zu sein, bricht für den Teenager alles zusammen. Nach anfänglichem verkriechen und trauriger Musik in Dauerschleife hörend, wagt sich Emma gezwungenermaßen wieder nach draußen. In einem Cafe in Montmartre trifft sie auf Vincent, welcher ebenso wie sie an Liebeskummer leidet. 

Die Beiden werden Herzschmerzfreunde und schwören der Liebe zunächst vollkommen ab. Gemeinsam erkunden Emma und Vincent Paris, erleben wundervolle und einzigartige Stunden zu zweit und entdecken die vielen verschiedenen Seiten ihrer Herzensstadt. Emma und auch Vincent waren mir nach kurzer Zeit so vertraut, als würde ich sie schon ewig kennen. Sie erzählen sich gegenseitig von ihren schlechtesten Eigenschaften, von ihren Gedanken und nach und nach auch von ihren Gefühlen. Die Dialoge der zwei sind so erfrischend, witzig, aber auch tiefgreifend und voller Emotionen. Emma und Vincent gehören einfach zusammen, wie und auf welche Weise, das müsst ihr natürlich selbst herausfinden!

Der Weg, den die Protagonisten miteinander gehen, hat mich von Anfang an berührt, Emma und Vincent verstehen sich einfach. Sie nehmen sich, die Wünsche und auch Ängste des jeweils anderen, ernst. Sie sammeln dadurch einmalig schöne, aber auch schmerzvolle Erinnerungen. Hinzu kommt diese malerische Kulisse von Paris, die vielen Sehenswürdigkeiten, vor allem auch die Abseits der Touristenattraktionen. Die Croissants, allgemein das leckere Essen, eine wundervolle Buchhandlung, ein gigantisch schöner Park, Emmas Passion zu Schreiben und ihre Briefe an Paris, ihre Liebe zu Büchern, Vincents bunte Socken, ein schnuckeliges Apartment und vor allem Jean-Luc!

Das eben Genannte, gepaart mit Adriana Popescus herzerfrischenden, lockeren Schreibstil, und ihrer großartigen und humorvollen Art des Erzählens, macht "Paris, du und ich" zu einem absoluten Lesehighlight. Dementsprechend fühlte ich mich beim Lesen auch pudelwohl und spürte das unbändige Verlangen, sofort selbst wieder nach Paris zu reisen, um noch einmal dem Charme und dem Flair dieser faszinierenden Stadt erlegen zu sein. Auch wenn ich den Sommer liebe, und dieser immer meine favorisierte Jahreszeit sein wird, freue ich mich nun auch sehr auf den Herbst mit seinen bunten Blättern und den gemütlichen Tagen.

Auch vom Ende der Geschichte bin ich absolut angetan. Ich würde so gerne noch viele weitere Tage mit Emma und Vincent in Paris verbringen, dem Alltag ein paar Stunden mehr entfliehen und einfach weiter mit den beiden Pläne schmieden.
 


"Paris, du und ich"
von Adriana Popescu, sowie Emma und Vincent haben sich in mein Herz geschlichen und sich dort einen festen Platz gesichert. Eine wundervolle Geschichte mit Charme, Gefühl, Lieblingsmomenten und jeder menge Paris, ließen mich genießen und träumen.

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41 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

geocaching, 2016, freundschaft, jugendroman, liebe

Cache

Marlene Röder
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 28.07.2016
ISBN 9783737340267
Genre: Jugendbuch

Rezension:




Der 16-jährige Max verbringt zwei Wochen seiner Sommerferien mit seinem Schwimmteam in Spanien. Während dieser Zeit denkt er sehr viel an seine Freundin Leyla, die er abgöttisch liebt. Als Liebesbeweis hat er ein Schloss mit ihren eingravierten Namen gekauft, welches er gemeinsam mit Leyla an einer Berliner Brücke befestigen möchte. Doch als Max zurückkehrt, hat sich Leyla verändert. Sie hat viel Zeit mit dem gemeinsamen Bekannten Red verbracht. Dieser ist ein begeisterter Geo-Cacher. Zusammen mit dem Paar hat er in den vergangenen Wochen immer wieder nach Caches gesucht. 

Als Max und Leyla einen ruhigen Nachmittag verbringen wollen, erhalten beide von Red eine geheimnisvolle SMS, die eine Einladung zu einem eigens kreierten Cache beinhaltet. 

Gemeinsam begeben sich die Beiden auf die mysteriöse Suche nach Red und stoßen „dank“ seiner Hinweise und Andeutungen auf die für Max unschöne Wahrheit. 



„Cache“ von Marlene Röder ist ein Roman der beim Fischer Verlag unter der Rubrik „Die Bücher mit dem blauen Band“ erschienen ist. Diese Kinder – und Jugendbuchserie gibt es nun bereits seit über zwei Jahren. Sie ist liebevoll gestaltet, alle Bücher enthalten ein blaues Lesebändchen.

Abwechselnd erzählt die Autorin ihre Geschichte aus den Perspektiven von Max und Leyla, so lernt der Leser die beiden Protagonisten innerhalb kürzester Zeit recht gut kennen. Max verbringt einen Teil seiner Sommerferien mit seinem Schwimmteam in Spanien. Er schwimmt bereits seit dem Grundschulalter und ist sehr erfolgreich darin. Max ist ziemlich behütet aufgewachsen, seine Eltern sind sehr wohlhabend, sodass es dem Jugendlichen scheinbar an nichts fehlt. Der 16-jährige liebt Leyla sehr, er plant bereits den nächsten Sommerurlaub mit ihr, und will sie nach seiner Rückkehr aus Spanien mit einem Schloss auf welchem die Namen der beiden eingraviert sind, überraschen. 

Leyla die längere Zeit für Max geschwärmt hat, ist zunächst überglücklich, dass dieser sich für sie interessiert und sie nun bereits über ein Jahr ein Paar sind. Doch dann stirbt Leylas Großmutter, sodass sich der Teenager sehr viel um ihre fünfjährige Schwester kümmern muss. Von Max fühlt sie sich in dieser Zeit ab und an missverstanden. Leyla wünscht sich mehr Einfühlungsvermögen von ihrem Freund. Als sie den quirligen und geheimnisvollen Red kennenlernt, welcher mit Leidenschaft Geo-Caching betreibt, ist sie von ihm und seinen verständnisvollen Worten sehr angetan.
 
Von Red selbst erfährt man immer nur kleine Bruchstücke, seine Mutter und er wurden früh vom Vater verlassen. Seither boxt sich der junge Mann durchs Leben, er nimmt wenig Rücksicht auf andere und denkt zuerst an sich und sein Wohl. Dennoch zeigt er großes Interesse an Leyla und ihren Hobbys und nimmt auch ihre Ängste wahr. Mit ihm wurde ich allerdings nicht wirklich warm. Ich fand während des Lesens viel eher Zugang zu Leyla und Max. Ihre Gefühle, Wünsche und Handlungen konnte ich meist nachvollziehen. 

Gemeinsam mit Leyla blickt der Leser immer wieder auf Frequenzen und Ereignisse zurück, die während Max Spanienaufenthalt geschehen sind. So kommen viele interessante aber auch traurige Wahrheiten ans Licht. Wegen der Suche nach Red und seinen Caches, die durch ganz Berlin führt, bleibt die Handlung kontinuierlich spannend. Leylas Sorge und Angst um Red und auch Max Unwillen übertrugen sich auf mich. So konnte ich das recht dünne Buch erst aus der Hand legen, als ich es beendet hatte. Einige Dinge hatte ich in etwa vorausgeahnt, doch besonders ein Ereignis, welches relativ am Ende der Geschichte passiert, hätte ich definitiv niemals erwartet. Ich war ziemlich überrumpelt, vor den Kopf gestoßen und geschockt. Marlene Röder zeigt ganz deutlich auf, was passieren kann, wenn die Kommunikation fehlt. Wenn Menschen einsam sind, keinen Ausweg mehr finden und sich nicht verstanden fühlen. 

Die Geschichte ist voll Dramatik, Vielschichtigkeit, Gefühl und auch Lebensweisheit. Wer einen locker, leichten Roman erwartet, der sollte von „Cache“ die Finger lassen. Wer allerdings ein tiefgreifendes und authentisches Buch lesen möchte, liegt genau richtig. 



„Cache“ von Marlene Röder ist ein sehr aufwühlendes und berührendes Buch, das definitiv sehr zum Nachdenken anregt. Das Thema Geo-Caching nimmt einen großen Teil der Handlung ein, um welche sich die Geschehnisse rund um Max, Leyla und Red ranken.

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(140)

445 Bibliotheken, 16 Leser, 1 Gruppe, 82 Rezensionen

zwillinge, pandora, eva siegmund, zukunft, träume

Pandora - Wovon träumst du?

Eva Siegmund
Flexibler Einband: 493 Seiten
Erschienen bei cbt, 11.04.2016
ISBN 9783570310595
Genre: Jugendbuch

Rezension:




Im Jahr 2032 treffen die eineiigen Zwillinge Sophie und Liz das erste Mal aufeinander. Von einem Notar erfahren sie nicht nur von ihrer gegenseitigen Existenz, sondern auch von ihrer komplizierten Vergangenheit und dem Grund ihrer Trennung. Beide Schwestern wurden als Kleinkinder adoptiert, Liz wuchs in reichen Verhältnissen hauptsächlich unter der Obhut der Köchin und des Sicherheitschefs ihrer Eltern auf, während Sophie mit weit aus weniger Geld von ihrem Adoptivvater großgezogen wurde.

Die Firma NeuroLink Solution hat einen Chip entwickelt, welcher an Hand des Sehnervs gesteuert werden kann. Mit diesem implantierten Chip ist es den Benutzern möglich, jederzeit online zu gehen. Sophie die sehr lange auf ihren Port gespart hat, kann sich diesen trotzdem nur in der Werbe-Version leisten. Dies bedeutet, dass sie in ihren Träumen immer wieder gezielt von allen möglichen eingespielten Werbeprodukten träumen "muss". Die Träume der User sind also steuer - und somit auch manipulierbar, dies macht sich besonders einer zu Nutzen - der Sandmann!

Als die Zwillinge mehr über ihre Eltern in Erfahrung bringen wollen, katapultieren sie sich damit ungewollt direkt in die Fänge des Sandmanns. 



Das wunderschöne Cover von "Pandora - Wovon träumst du?" hat mich regelrecht angezogen. Da ich auch von "LUM - Zwei wie Licht und Dunkel" der Autorin echt angetan bin, war für mich klar, dass ich auch dieses Buch unbedingt lesen muss. Bereits der Einstieg beginnt sehr interessant, ich lernte Liz und Sophie die Zwillinge und Protagonistinnen der Geschichte kennen, und erfuhr den Grund ihrer bisherigen Unkenntnis voneinander. Ich befand mich also sofort mitten im Geschehen und war gespannt darauf, was es mit den beiden Schwestern und deren Eltern tatsächlich auf sich hat.
Nach anfänglicher Skepsis steht für die Zwillinge schnell fest, dass sie sowohl sich als auch ihre verstorbenen Eltern besser kennenlernen und alles über deren Vergangenheit erfahren wollen. So zieht Sophie über die Osterferien kurzer Hand zu Liz, die von Haushälterin und Köchin Fe, sowie deren Sicherheitschef Juan liebevoll umsorgt wird. Als die Schwestern tiefer zu recherchieren beginnen, stoßen sie "dank" Sophies Werbe-Port auf den Sandmann, der die Träume der jungen Frau zu manipulieren beginnt. Da es für die Zwillinge von diesem Moment an kein zurück mehr gibt, verstricken sie sich in immer gefährlichere Machenschaften. Doch sie haben einige Helfer, die ihnen unbeirrt zur Seite stehen. Allen voran Sash, der unter anderem für den Blog "Pandoras Wächter" arbeitet, in den sich Sophie nach einiger Zeit auch verliebt. Gemeinsam mit dem jungen Hacker und dessen besten Freund kommen sie dem schockierenden Geheimnis und somit der Wahrheit immer mehr auf die Spur, bringen sich damit aber in absolute Lebensgefahr.

Eva Siegmund schafft es mit ihrer tollen und interessanten Art des Erzählens sehr schnell eine Grundspannung zu erzeugen, welche sich mit zunehmender Seitenzahl immer mehr erhöht. Ich war fasziniert von der Geschichte der Schwestern und wollte unbedingt mehr über ihre und die mysteriöse Vergangenheit der Eltern erfahren. Nach und nach lernte ich Liz und Sophie besser kennen und schloss die ungleichen Zwillinge, die sich zwar das selbe Gesicht "teilen", aber ansonsten vollkommen unterschiedliche Persönlichkeiten besitzen, in mein Herz. Liz ist auf den ersten Blick unglaublich taff, redet oft frei heraus ohne vorher nachzudenken und ist mit ihren roten kurzen Haaren und den stylischen Klamotten ein absoluter Blickfang. Sophie hingegen trägt ihr blondes Haar lang, wirkt eher zurückhaltend und schüchtern, ist aber unfassbar schlau und absolut liebenswert. Auch Sash mit seiner hilfsbereiten Art und seinem Charme konnte mich vollkommen überzeugen. 

Ich fand es großartig lange Zeit nicht zu wissen, wer der Sandmann wirklich ist und was es mit seiner "Sucht" nach den Zwillingen tatsächlich auf sich hat. Die kleinen Sequenzen bzw. Kapitel die aus seiner Sicht erzählt werden, sind daher sehr gut gewählt und geheimnisvoll. 

Im Verlauf der Geschichte wurden viele Fragen geklärt. Die Schwestern sind immer mehr zusammengewachsen, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Die Liebesgeschichte zwischen Sophie und Sash empfand ich als sehr angenehm und passend, da diese die Spannung immer wieder etwas auflockert und für süße "Herzklopf-Momente" gesorgt hat. Absolut erschreckend hingegen ist die Tatsache, dass Eva Sigmunds Version der nahen Zukunft absolut authentisch und durchaus plausibel sein könnte. Das Internet mit all seinen wundervollen Vorzügen macht uns alle zu einem Teil zu gläsernen Menschen. Besonders durch die implantierten Chips sind diese besonders empfänglich und leicht manipulierbar. Ein Zukunftsszenario das jederzeit genauso auf uns zukommen könnte. Viele Menschen wittern das große Geld und nehmen Gesetz und Ordnung schnell nicht mehr so ernst. Zum Glück gibt es auch die Guten, die unumstößlich für Gerechtigkeit sorgen und die Wahrheit ans Licht bringen. Auch dies hat die Autorin absolut glaubwürdig und toll in ihrem Roman verarbeitet.

Der Showdown bündelt die Spannung nochmals. Und auch wenn ich mir manches Ereignis bereits denken bzw. dieses voraus ahnen konnte, bin ich sehr zufrieden mit dem Ende. Ein rundum gelungener Roman, der mir tolle und unterhaltsame Lesestunden beschert hat.



Eva Sigmund
hat mit "Pandora - Wovon träumst du Nachts" einen tollen Zukunftsthriller geschrieben, der mich fesseln und begeistern konnte. Die Grundidee sowie die ungleichen Zwillinge ließen mich das Buch nur sehr ungern aus der Hand legen. Ich fieberte mit Liz und Sophie mit und löste mit ihnen gemeinsam das Rätsel um deren Vergangenheit.

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76 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

liebe, tod, flora, emotionen, spannung bis zum ende

Das Spiel von Liebe und Tod

Martha Brockenbrough , Jessika Komina , Sandra Knuffinke
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Loewe, 25.07.2016
ISBN 9783785582626
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Manche Menschen waren, genau wie manche Songs, einfach mehr als bloß die Summe ihrer Teile.
(Seite 140)
 
Andererseits war Angst nicht das einzige Gefühl, das eine solche Macht besaß. Auch Liebe war nichts, das man sehen oder berühren konnte. Sie entstand im Verborgenen, ganz und gar unsichtbar. Und doch konnte sie alles verändern. (Seite 143)
 


Liebe und Tod spielen seit unendlich vielen Jahren immer wieder das selbe Spiel, lediglich die Spielfiguren wechseln. Die Regeln erscheinen auf den ersten Blick recht simpel. Liebe und Tod wählen ihre Spielfiguren bereits im Babyalter aus. Verlieben sich beide bevor der ausgewürfelte Termin verstreicht, gewinnt die Liebe. Liebt nur einer der Auserwählten, oder trennen sie sich wieder, gewinnt der Tod und ihr Spieler muss sterben.

Liebe wählt Henry dessen Haut weiß ist, während sich Tod für die dunkelhäutige Flora entscheidet. Dies führt im Jahr 1937 bereits von vorne herein zu Komplikationen. Henry sind diese aber vollkommen egal, er ist fasziniert von Floras Äußerem und ihrer wundervollen Stimme. Flora hingegen wehrt sich sehr lange gegen ihre Gefühle, sie möchte vernünftig sein und keine Beziehung eingehen, die ohnehin zum Scheitern verurteilt ist.

Beide ahnen nicht, dass sie "nur" Spielfiguren in dem uralten Spiel der Kontrahenten Liebe und Tod sind, die menschliche Gestalt annehmen und nichts unversucht lassen um zu gewinnen, auch wenn die Mittel dazu oft alles andere als fair sind.



Bereits als ich das erste Mal von diesem ungewöhnlichen Buch hörte, war für mich klar, dass ich es lesen muss. Eine Geschichte in der die Liebe und der Tod als menschgewordene Gestalten miteinander konkurrieren und das Leben zweier völlig Unschuldiger zu manipulieren versuchen, klang so genial und vollkommen anders, als alles was ich bisher gelesen hatte.

Die Geschichte beginnt damit, dass wir Leser erfahren, welche "Spielfiguren" sich Liebe und Tod aussuchen. Von diesem Moment an, sind Henrys und Floras Leben auf untrennbare Weise miteinander verbunden. Sie begegnen sich bereits als Kinder zum ersten Mal und treffen im Jahr 1937 erneut aufeinander. Für Henry ist es Liebe auf den ersten Blick. Der junge Mann ist vollkommen begeistert von Floras unvergleichlicher Stimme, und auch ihr Aussehen lässt sein Herz höher schlagen. Die Tatsache das Flora dunkelhäutig ist, nimmt er zwar zur Kenntnis, dies tut seinen Gefühlen aber keinerlei Abbruch. Auch Flora fühlt sich von Henry angezogen, doch ihr ist bewusst, was eine Beziehung zu einem weißhäutigen Mann für Probleme mit sich bringt, und so bleibt sie lange Zeit auf Abstand.

Die beiden Protagonisten werden von ihren "Spielemachern" begleitet. Während sich der weibliche Tod kurzerhand als Helen, die Cousine von Ethan, Henrys bestem Freund und Ziehbruder ausgibt, schlüpft die männliche Liebe in die Gestalt von James Booth dem selbsternannten Bürgermeister eines Armenviertel. Dieser schleicht sich in das Herz von Ethan, während Tod nichts unversucht lässt, um in Henry Gefühle zu erwecken.

Das Setting ist definitiv einzigartig und so mit Sicherheit noch nie dagewesen! Im Jahr 1937 sind die Rassenunterschiede zwischen Hellhäutigen und Dunkelhäutigen noch gravierender als heute. Daher akzeptieren die Menschen eine Beziehung nur schwer bis gar nicht. Hass und Anfeindungen sind somit bereits vorprogrammiert. Hinzu kommt, dass sich auch noch Liebe und vor allem Tod auf sehr manipulative Art in das Geschehen und Leben von Henry und Flora einmischen.

Die Geschichte ist meist eher ruhig, aber dennoch kam zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf, im Gegenteil. Denn eine unterschwellige Spannung ist trotzdem immer vorhanden. Ich habe die Rangeleien zwischen Liebe und Tod tatsächlich genossen. Denn auch wenn die beiden Feinde sind und sich eigentlich nicht ausstehen können, können sie auch nicht ohne einander. Tod und Liebe sind voneinander abhängig. Und auch wenn es beide nie zugeben würden, sorgen sie sich um den jeweils Anderen. Vom Angesicht der Zeit an lenken sie die Geschicke der Menschen, denn sowohl die Liebe als auch der Tod gehören untrennbar zum Leben eines Jeden. Daher sind die Zwei definitiv sehr außergewöhnliche und faszinierende Protagonisten.

Die beiden menschlichen Hauptcharaktere stehen den Unsterblichen aber kaum in etwas nach. Henry ist ein absoluter Sonnenschein und Optimist, obwohl er schon einige Schicksalsschläge hinnehmen musste. Henry wird mit gerade einmal zehn Jahren zur Vollwaise. Er hat allerdings das große Glück, von der Familie seines besten Freundes Ethan aufgenommen zu werden. So wächst er in ordentlichen und gehobenen Verhältnissen auf. Auch Flora hat ihre Eltern in jungen Jahren verloren. Sie wird liebevoll von ihrer Großmutter aufgezogen und besitzt die Hälfte eines Clubs, in welchem sie jeden Abend als Sängerin auftritt. Henry spielt Bass und würde am Liebsten den ganzen Tag nur Musik machen. So verbindet auch diese Flora und Henry auf wundervolle Weise. Floras größte Leidenschaft allerdings ist das Fliegen, ihr Ziel ist es, eine berühmte Pilotin zu werden. Auch sie ist großartig, sehr mitfühlend und absolut authentisch.

Ob Flora und Henry zueinander finden und ob somit Liebe gewinnt, verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht. Nur so viel, ich fand das Ende wirklich grandios, da ich es so absolut nicht erwartet hatte. Es ist berührend, ehrlich, mitreißend und hat mir beinahe ein paar Tränen entlockt. Ein Buch das man definitiv nie mehr vergisst, da es in einem nachhallt und beeindruckt.



In "Das Spiel von Liebe und Tod" von Martha Brockenbrough stehen Flora und Henry im Mittelpunkt. Die Beiden sind auf den ersten Blick komplett unterschiedlich, dennoch fühlen sie sich sehr zueinander hingezogen. Die Liebe und der Tod mischen sich in menschlicher Gestalt in deren Leben ein, versuchen es zu lenken und zu manipulieren. Ein Wettlauf gegen die Zeit und die ganz großen Gefühle beginnt.

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131 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

zwangsstörung, liebe, freundschaft, jugendbuch, gedichte

Mit anderen Worten: ich

Tamara Ireland Stone , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Magellan, 25.01.2016
ISBN 9783734850219
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Die paar Lampen, die wir angeknipst haben, tauchen die Wände in sanftes Licht, und ich denke an all die Zettel, die uns umgeben, all die Liebe, all den Schmerz, die Angst und die Hoffnung. Wir sind umschlossen von Worten. Es ist ein perfekter Moment, einfach weil ich unsterblich in diesen Raum und die Leute darin - die echten genauso wie die an den Wänden - verliebt bin.  (Seite 248)



Samantha leidet unter Zwangsstörungen, die meist dann hervorbrechen, wenn sie unter Druck ist. Ihre vier „besten Freundinnen“ wissen nichts von ihren Problemen. Die junge Frau hält diese vor ihnen mit aller Macht geheim, was für sie alles andere als einfach ist. Sam ist in psychiatrischer Behandlung und nimmt Medikamente, nur so kann sie ihren Alltag bewältigen.

Als Sam eher zufällig auf den geheimen Dichterklub der Schule trifft und diesem letztendlich auch beitritt, verändert sich das Leben der Schülerin. Sie lernt neue Freunde kennen, verliebt sich in AJ, findet in Caroline die Unterstützung nach der sie sich all die Jahre gesehnt hat, und spürt plötzlich am eigenen Leib, wie machtvoll Worte sein können. 



Die meisten von euch wissen, wie sehr ich die Bücher des Magellan Verlages schätze, da diese nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich etwas ganz besonderes sind. In „Mit anderen Worten: ich“ von Tamara Ireland Stone, beschreibt die Autorin auf wundervolle und sehr berührende Weise, wie machtvoll Worte sind, und was diese für unterschiedliche Gefühle auslösen können. Protagonistin Sam leidet unter Zwangsstörungen, in Momenten in denen sie aufgeregt ist oder sich überfordert fühlt, fahren ihre Gedanken regelrecht Achterbahn. Ohne fremde Hilfe ist es für die junge Frau oft sehr schwer, die Gedankenspiralen zu durchbrechen, die sich schnell zu wahren Panikattacken steigern können. Eher durch Zufall oder vielleicht auch durch Schicksal, trifft Samantha auf den geheimen Dichterklub der Schule. AJ der „Schlüsselwart“ ist zunächst alles andere als begeistert, als Sam ein Teil der Dichterecke wird. Für Sam hingegen ist die Dichterecke nach anfänglichen Schwierigkeiten ihr Zuflucht´s – und absoluter Wohlfühlort. 

Sam lernt nach und nach die anderen Mitglieder des Klubs kennen, erfährt mehr über ihr Leben und auch über die Umstände, die sie zu den Dichtern geführt haben. Zum ersten Mal in ihrem Leben hat die Schülerin nicht mehr permanent das Gefühl sich verstellen zu müssen. In der Dichterecke kann Sam auch sie selbst sein, sie wird akzeptiert und gemocht. Umgeben von den unterschiedlichsten Gedichten, welche die schwarzen Wände des Raumes schmücken, blüht Sam Zusehends auf. Sam selbst beginnt Gedichte zu schreiben, die ihr helfen den Alltag um einiges besser zu meistern. Sie verarbeitet darin ihre Ängste, aber auch ihre Glücksmomente.
 
Durch Caroline findet Sam zum ersten Mal halt in einer Freundschaft. Samantha kann Caroline ihre Probleme anvertrauen und auch von ihrer Krankheit erzählen. Ihren vier „besten Freundinnen“ hingegen, könnte sich Sam niemals offenbaren. Umso mehr Zeit die junge Frau in der Dichterecke verbringt, umso deutlicher wird ihr bewusst, dass sie sich von diesen vier Mädchen distanzieren muss. Sam findet immer mehr den Mut dazu, sich zu wehren und auch auszusprechen was sie wirklich denkt. AJ lässt Sams Herz höher schlagen. Der smarte, Gitarre spielende, auf den ersten Blick eher unscheinbare junge Mann, berührt Sam auf sehr intensive Art. Aus einer zunächst zarten Liebe entsteht im weiteren Verlauf der Geschichte eine starke und ehrliche Beziehung, die so schnell nichts auseinanderbrechen kann, auch wenn Sam ihre Krankheit lange Zeit geheim hält.

Ein weiteres sehr zentrales Thema des Romans ist die Freundschaft und die Wichtigkeit dieser. Jeder Mensch sehnt sich nach der einen besten Freundin, dem einen besten Freund, dem man wirklich jedes noch so schlimme Geheimnis anvertrauen kann. Jemanden der einen versteht, unterstützt und in allen Lebenslagen bedingungslos hinter einem steht. Einen solchen Menschen möchte man mit aller Macht festhalten und niemals wieder hergeben. So ergeht es Sam mit Caroline, die ihr Leben gehörig auf den Kopf stellt. Ein weiteres wichtiges Merkmal der Geschichte ist die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, das wundervolle Gefühl, Teil eines Ganzen zu sein. 

All diese Komponente vereint Tamara Irleand Stone in „Mit anderen Worten: ich“. Hinzukommt ihre ehrliche, schonungslose, aber auch sehr behutsame Art des Erzählens. Sie bringt ihren Lesern Sams Krankheit auf echte und beeindruckende Weise näher. So fiel es mir auch nicht allzu schwer, mich in Samanthas Gefühlswelt und ihre damit verbundenen Probleme hineinzufinden.  Die Autorin schickt ihre Protagonistin auf eine lange Reise, in welcher sie zu sich selbst findet. 

Alle Charaktere sind wundervoll ausgearbeitet, sie wirken absolut authentisch, was sehr für einen guten Roman spricht. Ganz besonders intensiv und auch wichtig ist für Sam die Beziehung zu ihrer Therapeutin Sue, ohne sie würde das Leben der jungen Frau ganz anders aussehen. AJ ist ein junger Mann, den sich jedes Mädchen nur wünschen kann. Da auch sein Leben nicht immer leicht war, ist er sehr sensibel und verständnisvoll. AJ ist somit genau der Gegenpart, den Sam so dringend braucht. Auch er ist ein Stützpfeiler und absoluter Fels in der Brandung. 

Für mich war es trotz Samanthas Krankheit und der vorhandenen Schwere des Themas, dennoch ein wirkliches Vergnügen, in diese Geschichte abzutauchen. Die Macht dieses Buches und auch die vielen unausgesprochenen Worte, zogen mich regelrecht in den Bann. Es war so schön, gemeinsam mit Sam ein Teil des Dichterklubs zu werden. Ihr dabei zuzusehen, wie sehr sie sich im Laufe der Zeit verändert, ihren Mut, ihren Kampfgeist und ihre Lebensfreude zu spüren. Die Autorin hat sich sehr lange und gründlich mit „Zwangsstörungen“ auseinander gesetzt, was nochmals deutlich durch ihr Nachwort zu Tage tritt. Ich wurde während des Lesens von den unterschiedlichsten Gefühlen überflutet. Ich musste lachen, hatte Tränen in den Augen, wurde tief berührt und des Öfteren - vor allem durch eine Tatsache - komplett überrascht. Ich bin absolut überwältigt von dieser wundervollen, erwärmenden Geschichte, die so vieles aussagt, tief in die eigene Seele eindringt und bewegt. 



Mit „Mit anderen Worten: ich“ hat Tamara Ireland Stone eine ganz besondere Geschichte geschaffen, die ein schwieriges Thema auf sehr berührende Art aufgreift und verarbeitet. Das Leben von Protagonistin Sam verändert sich durch die Macht vieler Worte, einer ehrlichen Liebe und neu gewonnenen Freunden, welche die junge Frau so akzeptieren wie sie ist. Tiefsinnig, berührend und ehrlich, bringt uns die Autorin sowohl Samantha, als auch ihre Zwangsstörungen näher.

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329 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 60 Rezensionen

zwillinge, mystery, magie, familiengeheimnis, jugendbuch

Book of Lies

Teri Terry , Petra Knese
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 05.07.2016
ISBN 9783649667520
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Quinn und Piper sind Zwillinge, sie gleichen sich
 äußerlich komplett. Während Piper bei ihren Eltern aufwachsen durfte und eine scheinbar behütete Kindheit hatte, wurde Quinn von ihrer Großmutter in Dartmoor, in einem sehr abgeschiedenen Haus großgezogen. 

Auf der Beerdigung ihrer Mutter treffen die Schwestern das erste Mal aufeinander. Ein gefährliches Spiel aus Lügen beginnt, doch wer von den Beiden sagt die Wahrheit? 



Teri Terrys
Geschichten haben allesamt etwas gemeinsam, sie sind sehr außergewöhnlich und anders. Dies trifft sowohl auf den Inhalt als auch auf ihre Protagonisten zu. Seit ich ihre "Gelöscht-Trilogie" gelesen habe, bin ich unglaublich fasziniert von ihrem Schreibstil, ihrer Art zu erzählen sowie von ihrem Ideenreichtum. Daher war für mich auch sofort klar, dass ich "Books of Lies" lesen muss. Der Buchtitel ist gleich in doppelter Hinsicht perfekt gewählt, außerdem trägt er das Thema des Buches in sich. Jeder Mensch macht im Laufe seines Lebens Erfahrungen mit Lügen. Sei es nun mit kleinen Notlügen, die im Normalfall keine allzu großen Konsequenzen nach sich ziehen, oder aber auch mit richtig großen Lügen, die sehr vieles kaputt machen und zerstören können. Ich selbst bin ein sehr ehrlicher Mensch, ich hasse es zu lügen und belogen zu werden, denn ich habe schon sehr schlechte Erfahrungen mit Lügen gemacht. Ich habe eine Person über sehr viele Jahre in meinem Leben gelassen, trotz allem was vorgefallen ist, habe ich dieser immer wieder vertraut und auch verziehen. Wenn man einen Menschen liebt, tut man sehr viel für diesen und ist immer wieder bereit zu vergeben. Ganz besonders dann, wenn die vielen tollen und positiven Momente das eigene Leben schöner machen und bereichern.

In Teri Terrys Roman "Book of Lies" greift die Autorin genau dieses Thema auf berührende, interessante, aber auch verängstigende und ein wenig verstörende Weise auf. Sie entführt ihre Leser in das Leben der Zwillinge Quinn und Piper, die sich mit siebzehn Jahren das erste Mal auf der Beerdigung ihrer Mutter treffen. Die beiden Schwestern gleichen sich äußerlich so sehr, dass sie oft noch nicht einmal von Zak, Pipers Freund auseinander gehalten werden können. Schnell war mir eine der Beiden sympathischer, ich mochte ihre Art zu denken und wie sie ihre Umgebung betrachtet lieber. Dennoch blieb ich während des Lesens sehr wachsam, achtete auf kleine Zeichen, ob ich nicht doch falsch liegen könnte. 

Piper wächst scheinbar behütet bei ihren Eltern auf, sie hat einen netten Freundeskreis und in Zak einen tollen Freund, der sie über alles zu lieben scheint. Quinn hingegen lebt sehr abgeschieden im Haus ihrer Großmutter. Sie darf nicht lügen, tut sie es dennoch, wird sie von klein auf hart dafür bestraft. Piper hingegen greift sehr oft auf Lügen zurück, da diese ihr Leben meist leichter und angenehmer machen. Niemand kann der jungen Frau böse sein, und so bekommt sie stets das was sie will. Als die beiden Schwestern zueinander finden, verändert sich ihre Welt vollkommen. Zum einen ist sofort dieses unsichtbare Band zu spüren, welches die Mädchen zusammenschweißt. Zum anderen stoßen sich Piper und Quinn aber auch ab, wie zwei Magnete, welche man versucht mit Gewalt zusammen zu pressen. Die beiden entwickeln eine Hassliebe, die durch eine gewisse Abhängigkeit, von Vertrauen, aber auch durch Misstrauen geprägt ist.

Zak und die Großmutter der Beiden sind die Einzigen, die in der kompletten Geschichte wissen, dass es zwei Mädchen gibt. Warum dies so ist, verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht. Das Buch beginnt bereits sehr rasant, genauer gesagt am Tag der Beerdigung ihrer Mutter. Die Zwillinge treffen aufeinander, verheimlichen dies aber vor allen anderen. Zunächst bleibt Quinn bei Piper bzw. wohnt in Zaks Haus. In dieser Zeit geben sich die Zwei als Piper aus. Als diese den unbändigen Wunsch äußert endlich ihre Großmutter kennen zu lernen, verschlägt es die Schwestern, Zak und Hündin Ness, buchstäblich ans Ende der Welt, genauer gesagt nach Dartmoor. Ab hier beginnt die Geschichte immer skurriler, düstererer und auch magischer zu werden. Teri Terry hat ein unglaubliches Talent mich an ihre Bücher zu fesseln, selbst dann, wenn überhaupt nichts spektakuläres passiert, dies war auch bei "Book of Lies" nicht anders. Ich war bzw. bin definitiv fasziniert von dieser Geschichte, da ich das magische und mystische sehr mag. Dennoch gab es auch Augenblicke, in denen mich die Geschehnisse auf eine ganz seltsame Art abgestoßen haben. Ich spürte aber trotzdem ständig diesen Sog weiter lesen zu "müssen". Für mich ist die Frage danach, ob ich dieses Buch mochte/mag daher auch unglaublich schwer zu beantworten. Ich habe wie ja bereits erwähnt, Schwierigkeiten mit Lügen aller Art. Die Autorin zeigt uns auch auf beeindruckende Weise auf, wozu diese bzw. ein komplexes Konstrukt aus Lügen führen kann. Gut und Böse vermischen sich in "Book of Lies" immer mehr, es gibt viele Grauzonen, da die Zwillinge beides in sich tragen. Der Mystery - und auch der Fantasyanteil nehmen mit steigender Seitenzahl zu. Alles wird undurchsichtiger und verworrener. So wusste ich sehr lange Zeit nicht, wohin mich die Ereignisse letztendlich führen würden. Ich konnte mit keiner der beiden Schwestern eine wirkliche Nähe oder gar Verbundenheit aufbauen, obwohl ich durch die wechselnden "Ich-Perspektiven" in die Köpfe der beiden Protagonistinnen blicken konnte und immer sehr genau wusste, was die Jeweilige fühlt. Zak, die gute Seele, konnte ich viel näher an mich heran lassen. Er ist von Grund auf ehrlich, verlässlich und ein absoluter Ruhepool, der die oft sehr düstere und knisternde Atmosphäre auflockert und die Wogen glättet. Die Großmutter der Mädchen blieb mir auch sehr suspekt und undurchsichtig. Und auch wenn sie am Ende die einzig richtige Entscheidung trifft, konnte ich erst sehr spät viele ihrer Beweggründe nachvollziehen.

Lange Zeit hatte ich das Gefühl, dass ich keinen Einzelband lese bzw. es mit Sicherheit noch eine Fortsetzung des Romans geben wird. Gegen Ende des letzten Viertels klärt sich aber sehr viel auf, die Geschehnisse gewinnen nochmals an Fahrt und steuern zielgerichtet dem Finale entgegen, welches ich sehr passend und auch richtig finde. Dennoch bin ich ziemlich hin und hergerissen, kann aber mit Sicherheit sagen, dass Piper und Quinns Geschichte mir wohl immer im Gedächtnis bleiben wird. Teri Terry hält uns einen Spiegel vor und zeigt uns deutlich auf, wie viele richtige, aber auch falsche Entscheidungen man aus vermeintlicher Liebe, Gier und Wut treffen kann. Und was heftige/schlimme Lügen für eine Lawine in Bewegung setzten können, welche man einmal losgetreten nicht mehr aufhalten kann. Besonders verstärkt wird dies natürlich noch, wenn man ungewöhnliche Kräfte besitzt, wie es die beiden Protagonistinnen tun.

Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt großartig, mitreißend und fesselnd, sodass ich mich auch auf ihre zukünftigen Bücher einlassen und mich natürlich auch freuen werde, immer in dem Wissen, dass diese weitab von Mainstream sind.



 Mit "Book of Lies" hat Teri Terry ein weiteres faszinierendes Buch geschrieben, welches sich mit dem Thema Lügen und der Macht dieser auseinander setzt. Die Zwillinge Piper und Quinn sind sehr interessante, skurrile, aber auch gefährliche Protagonistinnen, die mich des Öfteren überraschen, aber auch schockieren konnten. Der Genremix aus Thriller und Mystery zog mich in den Bann, schreckte mich aber auch ab und ließ mich schaudern.

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(34)

124 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

liebe, träume, überfall, kreativität, traum

Wenn wir fallen

Jennifer Benkau
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei cbj, 25.04.2016
ISBN 9783570173206
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Liz träumt sehr intensiv immer und immer wieder von dem selben Jungen, sodass dieser für sie schon beinahe real ist. Sie verbringt im Traum wundervolle Stunden mit ihrem Freund, die Zuneigung zu ihm wird stärker, und so beeinflusst er auch ihren Alltag ungemein.
Als Liz ihrem Dreamboy plötzlich tatsächlich gegenübersteht ist sie sprachlos. Doch Louis ist so ganz anders als in ihren Träumen. Kein bisschen sanft und liebevoll, sondern auf den ersten Blick das komplette Gegenteil. Louis ist Mitglied einer Gang, die am Tag ihrer Begegnung gerade dabei ist, eine Tankstelle zu überfallen. Liz hat sein Gesicht gesehen und kann ihn somit jederzeit der Polizei ausliefern, was sie allerdings nicht tut, da auch nach diesem schrecklichen Ereignis die schönen und geheimnisvollen Träume nicht aufhören.

Liz muss Louis kennenlernen und herausfinden, warum er sie jede Nacht in ihren Träumen heimsucht. Auch Louis möchte Liz wiedersehen, seine Intentionen sind allerdings ganz anderer Art.



Wer meinen Blog schon länger verfolgt bzw. mich kennt weiß, was für ein großer Jennifer Benkau Fan ich bin. Ihre Geschichten sind immer etwas ganz besonderes und alles andere als Mainstream. Ihre Protagonisten sind außergewöhnlich und bisher wusste ich bei keinem ihrer Bücher was wirklich auf mich zukommt, und wie ein Buch letztendlich endet. Daher habe ich mich unfassbar auf "Wenn wir fallen" gefreut, da mich auch besonders das Thema "Träume" sehr interessiert. 

Ich war auch sofort von der Geschichte an sich angetan. Ich rätselte gemeinsam mit Liz, wer der geheimnisvolle Fremde in ihren Träumen sein könnte, und war gespannt darauf, wie Louis  tatsächlich das erste Mal real in ihr Leben tritt. Da die Perspektive zwischen den beiden Protagonisten wechselt, lernt der Leser auch Louis schnell und ausführlich kennen, was ich ausgesprochen gut finde. Sowohl Liz als auch Louis haben kein perfektes Leben. Liz hat als kleines Mädchen ihre Eltern verloren, wächst seither aber sehr behütet bei ihrer Tante Andrea auf, während Louis mit seiner Alkoholabhängigen Mutter alleine lebt. Ich mochte sowohl die schüchterne, zurückhaltende Liz wie auch den Draufgänger und "Bad-Boy" Louis sehr gerne. Liz entwickelt sich im Verlauf der Story weiter, sie wird mutiger und steht zu sich. Louis hat einen sehr weichen Kern und ist alles andere als ein böser Kerl, er manövriert sich nur schnell in Situationen, aus denen es schwer ist wieder herauszukommen. Als die Beiden ein jeweils wichtiger Teil im Leben des anderen werden, verändern sie sich zum großen Teil positiv. Sie lernen voneinander und ihre Gefühle sind zart und rein, genauso, wie die erste große Liebe auch tatsächlich ist. Aber dennoch ist nicht alles eitel Sonnenschein. Liz entwickelt ein starkes Helfersyndrom und versucht Louis zu sehr zu beeinflussen und zu lenken. Und auch Louis ist hin und hergerissen zwischen dem Wunsch unabhängig zu bleiben, und dem Drang aber dennoch stets in Lizzies Nähe zu sein.

Jennifer Benkau hat genau diese erste Liebe wirklich fantastisch und sehr realistisch beschrieben, denn auch wenn man wie auf Wolken schwebt, ist eben doch nicht immer alles nur rosa und toll. Ich fühlte mich in der Zeit zurückversetzt und habe es wirklich genossen, Liz und Louis zu begleiten. Ich habe mit ihnen gefühlt, gelacht und auch gezittert. Doch leider hat mir auch etwas gefehlt, hauptsächlich ist es das Geheimnisvolle, was die Charaktere der Autorin bisher immer sehr Einzigartig gemacht hat. Liz und Louis sind toll ausgearbeitet, keine Frage, wie ja bereits erwähnt mochte ich sie auch wirklich gerne. Die Geschichte ist absolut zauberhaft und zum Teil auch wirklich rührend, aber doch auch recht vorhersehbar. Selbst das Ende habe ich mir in etwa so vorgestellt. Da ich schon einige Bücher der Autorin gelesen habe, wusste ich, dass es nicht das "perfekte" Ende werden wird. Es ist realistisch und für mich absolut stimmig und passend.

Da mir die Idee mit den Träumen und das Liz Louis bereits kennt, bevor sie ihn das erste Mal trifft, extrem gut gefällt, hätte ich mir hier noch mehr Informationen und auch Aufklärung gewünscht. Natürlich macht genau dies Liz zu einem sehr interessanten Charakter, dennoch wäre es toll gewesen, wenn auch Louis diese Träume mehr hinterfragt hätte. Ich habe mir nun selbst eine Antwort auf das warum gegeben, und kann das Buch daher auch zufrieden in mein Bücherregal stellen.

Die Nebencharaktere wie Tante Andrea und Katta, Liz beste Freundin bereichern die Geschichte, beide sind fantastisch und sehr authentisch. Katta hat eine große Klappe und steht Lizzie immer bei, selbst dann, wenn diese sich blödsinnig verhält. Genau das ist es, was eine "beste Freundschaft" ausmacht das "immer für den anderen da sein"! Andrea ist extrem fürsorglich, sie macht sich ständig Sorgen, daher fällt es ihr oft schwer, Liz ihre eigenen Fehler machen zu lassen, und doch liebt sie ihre Nichte über alles, sie gibt ihr viel Kraft und Lebensfreude.

Jennifer Benkaus Schreibstil ist gewohnt klasse, und so schafft es die Autorin auch immer wieder auf´s Neue, mich für ihre Bücher zu begeistern. Die Titelauswahl trifft genau meinen Geschmack, da ich es definitiv sehr wichtig finde, dass dieser auch eine wirkliche Verbindung zum Buch bzw. dem Inhalt hat.



Wer die erste große Liebe noch einmal erleben möchte, der sollte unbedingt zu Jennifer Benkaus Roman "Wenn wir fallen" greifen. Eine im wahrsten Sinne des Wortes traumhafte Geschichte, die mir wirklich gut gefallen hat. Dennoch hätte ich mir noch mehr Spannung und geheimnisvolle Momente sowie etwas mehr Aufklärung im Bezug auf die Träume gewünscht.

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177 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

fantasy, erika johansen, die königin der schatten, krieg, königin

Die Königin der Schatten - Verflucht

Erika Johansen , Sabine Thiele
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Heyne, 16.05.2016
ISBN 9783453315877
Genre: Fantasy

Rezension:



Kelsea Glynn hat ihren rechtmäßigen Thron bestiegen, seither regiert in Tearling Gerechtigkeit und Menschlichkeit an Stelle von Macht und Unterdrückung. Doch als Kelsea die Sklavenlieferungen nach Mortmense stoppen lies, hat sie sich eine der bösartigsten und mächtigsten Herrscherinnen zum Feind gemacht, die Rote Königin!
Durch die Kraft ihrer Saphire verändert sich Kelsea zusehends, sie gewinnt an Stärke und Magie. Als sie einem Geheimnis aus der Vergangenheit auf die Spur kommt, ist der jungen Königin klar, dass sich dadurch das Schicksal von Tearling für immer verändern wird.


Ich war absolut und vollkommen geflasht von Band 1 "Die Königin der Schatten", ich klebte regelrecht an den Seiten und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Da die Geschichte doch recht komplex ist, kam es mir sehr zu Gute, dass ich Band zwei direkt im Anschluss gelesen habe. Dieser konnte mich ebenso begeistern wie sein Vorgänger.

Im Laufe dieses zweiten Bandes macht Kelsea eine ziemlich starke Veränderung durch, die bestimmt nicht jedem gefallen wird. Ich war auch skeptisch, ob mir die "neue" Kelsea zusagt, doch angesichts der Entwicklungen und der Aussichtslosigkeit, in der sich das Land Tearling inzwischen befand, war bzw. ist dies die einzige Möglichkeit die Kelsea hat, um der "Roten Königin" überhaupt die Stirn bieten zu können. Die Bedrohung durch die Mort-Armee und deren Einmarsch, sowie die politischen Machtspiele, sind natürlich das zentrale Thema des zweiten Bandes. Ich fieberte die kompletten über 600 Seiten mit und blickte einem grandiosen Showdown entgegen, weil ich mir lange Zeit nicht vorstellen konnte, wie die Zerstörung von Tearling überhaupt noch aufzuhalten ist. Mit dem Ende wurde ich nochmals überrascht, ich fand es großartig!

Erika Johansen hat mit Sicherheit sehr viel Zeit darauf verwendet, ihr Setting rund um Kelsea zu perfektionieren, zumindest habe ich diesen Eindruck. Die gesamte Story ist für mich unglaublich gut durchdacht, sehr strukturiert und trotz der dicke des Romans niemals auch nur im Ansatz langweilig oder gar langatmig. Dies ist mit Sicherheit auch den vielen Einblicken in Lilys Leben geschuldet, die in "Verflucht" den zweiten Part der Protagonistin einnimmt. Ihre Geschichte spielt zu der Zeit vor der "Überfahrt", wodurch der Leser sehr viel von der Vergangenheit und über die Gründe erfährt, wie es überhaupt zu der ihm bekannten "neuen, besseren" Welt kam. In wie weit Kelsea und Lily miteinander verbunden sind, möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Aber auch diesen Aspekt fand ich genial. Allgemein gefielen mir die immer wieder eingestreuten Sequenzen über Lilys Leben extrem gut. Man liest sozusagen zwei Geschichten, die aber dennoch miteinander verwoben sind und zusammen gehören.

Ich mochte Lily richtig gerne, vor allem war ich von ihrer Wandlung die sie während der Erzählungen durchmacht und von ihrer unglaublichen Stärke angetan. Auch Kelsea verändert sich wie ja bereits erwähnt sehr. Ich mag ihre Art zu denken und ihren Beschützerinstinkt, den sie für Tearling und ihr Volk einnimmt. Kelsea ist oft sehr stur, doch gerade diese Sturheit ist es, die am Ende zum Ziel führt. Ihre süße und zum Teil sehr naive und lebensfrohe Art ist kaum mehr vorhanden. Durch den Druck dem sie Tag und Nacht ausgeliefert ist, hat Kelsea auch grausame, unliebsame Züge angenommen. Diese, und auch manches Verhalten, gefielen mir ganz und gar nicht, aber nachvollziehen kann ich Kelseas Handeln dennoch Größtenteils. Ich bin sehr gespannt, wie sich Kelsea im dritten, finalen Band verhalten wird. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass wir Leser dann nochmals eine veränderte Kelsea kennen lernen werden, die ich wieder vollkommen in mein Herz schließen kann.

Die vielen weiteren Charaktere bereichern den gesamten Roman sehr. Kelseas Garde, allen voran Mace ihr Hauptmann und Vaterersatz ist ein extrem interessanter Mann, der Kelsea immer wieder erdet und bremst. Auch von ihm erfährt man so einiges mehr in dieser Fortsetzung. Aber auch die anderen Garde-Mitglieder sind alles andere als blasse Figuren. Extrem vielschichtig ist auch Andalie Kelseas Kammerzofe sowie deren Töchter. Und auch mit Pater Tyler eröffnen sich ganz andere Gesichtspunkte und Möglichkeiten. Der Fetch hat mir ein wenig gefehlt, da er in Band zwei nicht sehr präsent ist, was sich hoffentlich im Finale wieder ändern wird. Besonders gelungen fand ich auch die Enthüllungen rund um das Leben der "Roten Königin"

Erika Johansens Schreibstil ist sehr atmosphärisch, er ist fesselnd und mitreißend, was das Gesamtpaket der Bücher für mich noch perfekter macht. Ihre Art des Beschreibens ließ mich vollkommen in die Geschichte eintauchen, ich konnte mir alles bildlich vorstellen. So hatte ich auch keinerlei Schwierigkeiten, zwischen den beiden Geschichten/Welten hin und her zu "hüpfen", ganz im Gegenteil, ich habe den Wechsel wie ja bereits erwähnt, sehr genossen. Auch unwichtige Dinge, oder Kleinigkeiten, bekommen dank der ausdrucksstarken Erzählweise eine Bedeutung. Ebenso überzeugen konnte mich der Genre Mix, der zwischen Dystopie, Historie und Fantasy ein perfektes Mittelmaß trifft. Auch die Magie tritt immer wieder in den Vordergrund, was die komplette Story nochmals mehr abrundet, sie ist sozusagen das Sahnehäubchen!



"Die Königin der Schatten - Verflucht"
von Erika Johansen konnte mich erneut vollkommen in denn Bann ziehen. Dieser Mittelteil steht seinem Vorgänger in nichts nach, für mich toppt dieser sogar noch Band 1! Ich war gefesselt, begeistert und bin mehr als nur überzeugt. Die Autorin versteht es wirklich meisterhaft zu erzählen und  mitzureißen. Die komplette Geschichte ist hervorragend durchdacht, das Setting phänomenal und die Charaktere sehr authentisch und vielschichtig.

Dieses Buch wird definitiv einen Platz in der Liste meiner Jahreshighlights bekommen.

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149 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 50 Rezensionen

dystopie, die auslese, joelle charbonneau, trilogie, auslese

Die Auslese - Nichts ist, wie es scheint

Joelle Charbonneau
E-Buch Text: 384 Seiten
Erschienen bei Penhaligon Verlag, 24.05.2016
ISBN 9783641158972
Genre: Fantasy

Rezension:



Cia die sich inzwischen an all die grausamen Dinge erinnern kann, die während der Auslese passiert sind, ist mehr denn je dazu entschlossen alles zu tun, um diese endgültig zu beenden. Auch Tomas Erinnerungen sind zurück gekehrt, und so steht er Cia erneut unerschütterlich zur Seite. Die junge Frau findet weitere Verbündete, dennoch kann sie sich niemals sicher sein, wem sie wirklich vertrauen kann. So muss Cia einmal mehr auf ihr Bauchgefühl und auf ihre Instinkte vertrauen. Vor allem dann, als die Präsidentin des Vereinigten Commonwealth ihre Hilfe benötigt. Nun steht nicht nur Cias Leben, sondern auch das all ihrer Lieben auf dem Spiel.



Ich habe die ersten beiden Bände der "Auslese" geliebt, dementsprechend habe ich dem Finale sehr entgegen gefiebert. Ich war so unfassbar gespannt darauf, wie die Geschichte letztendlich endet und was noch alles auf Cia, Tomas und Co. zukommen würde. Auch wenn es schon recht lange her ist, seit ich Band 2 gelesen habe, hatte ich keinerlei Schwierigkeiten wieder in Cia´s Leben einzutauchen. Joelle Charbonneaus Schreibstil ist wie bereits gewohnt absolut großartig, sie hat ein wunderbares Talent dafür, ihre Leser mit ihren Worten zu fesseln. Verstärkt wird dies natürlich auch noch dadurch, dass auch Band drei wieder aus der "Ich-Perspektive" und somit aus Cia Sicht erzählt wird. Ich konnte mich sofort wieder vollkommen in sie hinein fühlen. Die junge Studentin ist mir wahnsinnig sympathisch, ich mag ihre Art zu denken, wie sie analysiert, jede Situation aus mehreren Blickwinkeln betrachtet, und erst dann ihre Entscheidungen trifft. Und obwohl Cia oft sehr rational denkt, ist sie sehr emotional, sie zeigt sehr großes Mitgefühl und sieht in jedem Menschen auch deren gute Seiten. Bei Cia habe ich oft das Gefühl, dass sie ihrem Gegenüber tief in die Seele blicken kann, auch das macht sie in meinen Augen sehr besonders. Cia hört extrem oft auf ihr Bauchgefühl, das sie auch selten im Stich lässt.

Die Geschichte nimmt nach dem sehr fiesen Ende des zweiten Bandes auch sofort wieder an Fahrt auf. Auch dies ist ein Aspekt, den ich an der kompletten Reihe sehr schätze. Eine gewisse Grundspannung ist dauerhaft vorhanden, so war auch ich während des Lesens nervös, aber auf eine sehr positive Weise. Ich hätte am Liebsten nur gelesen, ich wollte das Buch gar nicht aus der Hand legen. Auch dies haben alle 3 Bände definitiv gemeinsam! Cia hat einige Verbündete, doch hundertprozentig vertrauen tut sie nur Tomas. Auch ich war mir nie sicher, wer es wirklich ehrlich meint und wer eventuell doch ein falsches Spiel spielt. Die Autorin führt Cia langsam aber stetig durch ihre letzte Prüfung, sie muss die Auslese beenden, ganz egal was es die junge Frau kostet. Cia ist sich dieser Aufgabe mehr als bewusst und als sie diese Tatsache akzeptiert hat, bringt sie nichts mehr von ihrem Ziel ab. Ihr Durchhaltevermögen und ihr unbändiger Wille sind absolut bewundernswert.

Nach und nach setzten sich immer mehr Puzzleteile zusammen, die einzelnen Fragmente ergeben am Schluss ein gemeinsames Bild. Es passt alles perfekt, alle meine Fragen wurden ausreichend beantwortet. Ich wurde des Öfteren überrascht und mehr als gut unterhalten. Ich bin auch sehr zufrieden mit dem Ende und mit Cia´s Entscheidungen. Sie hat ihren verdienten Platz gefunden und wird mit Sicherheit auch in Zukunft viel Gutes bewirken.

Auch in diesem Finalband sterben wieder einige Charaktere. Deren Tode sind zum Teil recht heftig, daher ist die Trilogie nichts für sehr Zartbesaitete. Cia hält das Andenken all derer in Ehren, die während der Auslese ihr Leben lassen mussten. Ein wunderbarer Gegensatz zu all der Gewalt ist Cias und Tomas Liebe, diese ist all gegenwärtig, was auch diesem finalen Band eine gefühlvolle Note verleiht. Nach wie vor finde ich die Grundidee der Trilogie fantastisch, ich bin daher sehr traurig, dass sie nun zu Ende ist. Ich hätte mir für das große Finale allerdings noch einmal so richtige Schockmomente gewünscht, die mich wie in Band eins und zwei komplett flashen. Nichts desto trotz liebe ich "Die Auslese" und werde auf ewig ein Fan von Joelle Charbonneaus Geschichte bleiben.



 "Die Auslese  - Nichts ist, wie es scheint" von Joelle Charbonneau ist definitiv ein würdiges Finale dieser fantastischen Reihe um die Studentin Cia. Ein letztes Mal machte ich mich gemeinsam mit der klugen, sympathischen und herzerwärmenden jungen Frau auf den Weg, um die Auslese ein für alle mal zu beenden. Spannende Momente und Gänsehautfeeling, gepaart mit einer unerschütterlichen Liebe, machen auch diesen finalen Band zu einem absolut großartigen Leseerlebnis.

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dystopie, zwillinge, francesca haig, rebellion, heyne

Das Feuerzeichen - Rebellion

Francesca Haig , Viola Siegemund
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.05.2016
ISBN 9783453270411
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Cass, Piper und Zoe sind nach der Zerstörung der Insel auf der Flucht. Der Widerstand wurde deutlich dezimiert und so ist es für Cass alles andere als leicht, die Hoffnung nicht zu verlieren. Dennoch glaubt sie auch weiterhin an das "Anderswo" und daran, den Omegas eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Ihr Zwillingsbruder Zach hingegen versucht alles, um die Omegas zur vollständigen Unterwerfung zu zwingen, er lockt diese in die Reservate und schmiedet einen weiteren grausamen Plan, um noch mehr an Macht zu gewinnen.



Nachdem ich so unfassbar begeistert von Band 1 war, konnte ich das Lesen der Fortsetzung kaum mehr erwarten. Ich hatte mich so sehr darauf gefreut, wieder mit Cass, Piper und Zoe unterwegs zu sein, mit ihnen Seite an Seite für den Widerstand und gegen die Alphas zu kämpfen. Zu Beginn sind die Drei auf der Flucht, sie treffen lange Zeit auf keinerlei Verbündete und so zieht sich bereits der Anfang des Buches etwas dahin. Die Zwillinge sind sich zunächst auch uneins darüber, ihre alte Ziehmutter Sally und Leitfigur der Widerstandsbewegung um Hilfe zu bitten, da sie diese nicht auch noch in Gefahr bringen möchten. Dennoch entschließen sie sich letztendlich dazu. Ab diesem Zeitpunkt nimmt die Geschichte auch endlich etwas an Fahrt auf. Es gibt neue interessante Informationen zum "Anderswo" und so kehrt auch Cass Optimismus ein wenig zurück.

Mit Sallys Hilfe gelingt es den Freunden auch wieder die verbliebenen Rebellen zu vereinen und so werden erneut Pläne geschmiedet. Als Cass und Co. herausfinden, wie schlecht es um New Hobart wirklich steht und was die Alphas planen, bleibt ihnen nichts anderes übrig als eine Allianz einzugehen. Diese Allianz kam für mich nicht wirklich überraschend, aber dennoch fand und finde ich sie gut, da ich mir sicher bin, dass genau dieses Bündnis auch in Zukunft noch recht spannend werden könnte.

Cass hat nach wie vor ständig Visionen von der Explosion die ihr schwer zu schaffen machen. Xander ein weiterer Seher, der ebenfalls von Sally aufgezogen wurde, verstärkt Cass Empfindungen auch noch. Xander hat bereits einen großen Teil seines Verstandes eingebüßt und so sitzt Cassandra die Angst im Nacken, bald auch selbst so zu enden wie er bzw. die meisten Seher. Doch noch ist Cass stark genug und tut alles, um den Omegas zu helfen. In ihren Gedanken allgegenwärtig ist ihr Zwillingsbruder Zach. Ihre Verbundenheit ist nach wie vor vorhanden, doch es überwiegen ihm gegenüber immer mehr die negativen Gefühle, der Hass und die Abscheu über die Gräueltaten zu denen Zach fähig ist. Dennoch führt das Schicksal die Zwillinge immer wieder zusammen.

Es dauert recht lange, bis ein weiteres großes Geheimnis gelüftet wird. Es passieren zwar immer wieder kleine, definitiv interessante Dinge, die mich auch begeistern konnten, im Großen und Ganzen zieht sich die Geschichte aber dennoch auch im weiteren Verlauf des Öfteren. Dies liegt mit Sicherheit auch daran, dass der Winter naht und schließlich auch Einzug hält. Dieses trostlose Wetter zehrt extrem an der Kondition und natürlich auch am Gemüt der Charaktere und Leser. So ist dieser zweite Band auch von der Grundstimmung noch etwas düsterer und tiefsinniger.

Dennoch gibt es zum Glück auch immer wieder neue Erkenntnisse und Situationen, die die Dunkelheit durchbrechen und im wahrsten Sinne des Wortes Licht spenden. Besonders die Entdeckungen und Ereignisse zum Ende hin zogen mich wieder in den Bann, sodass ich mich definitiv sehr auf das Finale freue. Auch den Weltenentwurf und die Zwillingsproblematik finde ich nach wie vor großartig. Außerdem bin ich mit Cass Entwicklung sehr zufrieden, sie lernt immer mehr sich zu behaupten. Sie schafft es ihre Traurigkeit abzuschütteln und vertraut im Laufe der Zeit mehr auf sich selbst. Ihre Dickköpfigkeit steht ihr manchmal ein wenig im Weg, aber dennoch tut sie genau deswegen oft instinktiv doch das Richtige. Pipers und Cass "Beziehung" verändert sich, ihr Band wird stärker. Dennoch sind (noch) keinerlei romantische Gefühle vorhanden, was sehr realistisch und gerade deshalb auch absolut echt wirkt. Trotzdem verlassen sich die Beiden komplett aufeinander, was ihnen sehr zu Gute kommt. Auch Zoe lernt der Leser von einer anderen Seite kennen, dies hat mir persönlich gut gefallen, da ich sie bisher fast ausschließlich mit den Worten griesgrämig und mürrisch beschrieben hätte.

Trotz meiner Kritikpunkte las ich stetig und auch gerne weiter. Francesca Haig hat einen sehr angenehmen und auch bildlichen Schreibstil, gute Ideen und ein wirkliches Talent dafür, mich hin und wieder zu verblüffen. Ein absoluter Pluspunkt ist auch die Tatsache, dass man mehr Informationen aus der Vergangenheit bzw. dem "Vorher" erhält und Einblicke darin bekommt, wie es letztendlich zu den Zwillingsgeburten kam. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass im Finalband noch weitere, unerwartete Dinge ans Tageslicht kommen.
 


"Das Feuerzeichen - Rebellion"
von Francensca Haig knüpft nahtlos an seinen Vorgänger an, ist von der Grundstimmung aber düsterer, weniger spannend und fesselnd. Dennoch punktet dieser Mittelteil mit unerwarteten Wendungen, tollen Charakteren, die alles andere als Mainstream sind und einem interessanten Geheimnis.

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557 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 120 Rezensionen

magie, black blade, jennifer estep, fantasy, liebe

Black Blade - Das dunkle Herz der Magie

Jennifer Estep , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.05.2016
ISBN 9783492703567
Genre: Jugendbuch

Rezension:




Auch wenn Lila es nicht unbedingt zugibt, fühlt sie sich als Devons Leibwächterin immer wohler, denn das Leben mit der Sinclair Familie hat definitiv auch so einige Vorteile zu bieten. Doch als Lila von Claudia dem Oberhaupt der Familie für das "Turnier der Klingen" ausgewählt wird, steht die junge Diebin plötzlich mehr im Fokus der Öffentlichkeit als ihr lieb ist.

Allerdings entpuppt sich der Wettkampf auch längst nicht nur als eine weitere tolle Touristenartaktion, denn jemand sabotiert diesen. Als schließlich immer mehr Baumtrolle auf grausame Weise ihr Leben lassen müssen, und ein weiteres schreckliches Ereignis die Familie Sinclair in Atem hält, haben Lila und ihre Freunde alle Hände voll zu tun, um das Rätsel zu lösen.



Da ich von Band eins absolut begeistert war, konnte ich es dementsprechend kaum erwarten, Band zwei zu lesen. Dieser knüpft beinahe nahtlos an seinen Vorgänger an, sodass ich mich bereits nach wenigen Worten wieder in Cloudburst Falls heimisch fühlte. Ich mag Jennifer Esteps Schreibstil unheimlich gerne, da sie es sofort schafft, dass ich mich beim Lesen vollkommen wohl fühle und in ihre erdachte Welt eintauchen kann. Lila ist eine großartige Protagonistin, die ich bereits in "Das eisige Feuer der Magie" unheimlich lieb gewonnen habe. Lila packt die Dinge an, sie handelt instinktiv, ihr sind sowohl die Menschen, als auch die Monster wichtig. Sie behandelt jedes Lebewesen mit dem nötigen Respekt, auch das mag ich unter anderem sehr an ihr. So fällt es einem als Leser auch unglaublich leicht, sich mit Lila zu identifizieren und mit ihr gemeinsam die unterschiedlichsten Abenteuer zu bestehen. 

Lila ist immer noch recht zwiegespalten. Auf der einen Seite möchte sie die Familie Sinclair und somit auch Devon so bald es geht verlassen, um wieder unabhängig und frei zu sein. Zum anderen merkt man ihr aber auch deutlich an, wie wohl sie sich in ihrem neuen zu Hause und mit der kompletten Familie fühlt. Lila ist nun ein wichtiger Teil eines großen Ganzen, sie gehört dazu, wird geliebt, gemocht und geachtet. Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Claudia das Oberhaupt der Sinclairs auch Lila für das "Tunier der Klingen" auswählt. Zunächst ist sie sehr skeptisch, denn auch wenn das Kämpfen für Lila so natürlich ist wie die Luft zum Atmen, wollte die junge Diebin niemals so in der Öffentlichkeit stehen, wie sie es dank des Turniers tut. Victor, der grausame Herrscher der Draconis und Mörder von Lila´s Mutter, nimmt sie nun plötzlich auch wahr, was Lila bisher zu verhindern wusste. 

Dennoch ist dieses Turnier natürlich sehr bedeutend. Die einzelnen Mitglieder der mächtigsten Familien von Cloudburst Falls nehmen über mehrere Runden daran teil. Die Touristen sind von dem Spektakel, welches über einige Tage geht, restlos begeistert. Doch schnell stellt sich heraus, dass das Turnier alles andere als harmlos ist, denn jemand sabotiert dieses auf recht brutale und subtile Weise. Ein spannendes, schreckliches aber oft auch schönes Ereignis jagt das Nächste, sodass es mir vollkommen unmöglich war, das Buch lange aus der Hand zu legen. Es passiert ständig etwas Neues, und auch die einfachsten Dinge, wie z. B. das gemeinsame Frühstück, ließen mich dank Lilas Speckverliebtheit grinsen. Jennifer Estep konnte mich ein weiteres Mal vollkommen fesseln und begeistern, da ich erneut mit so einigen Dingen absolut nicht gerechnet habe. Und selbst bei den Begebenheiten, die ich voraus ahnen konnte, wurde mir niemals langweilig. Ganz im Gegenteil, ich fühlte mich immer bestens unterhalten. Besonders schön finde ich es auch, dass sich die Grundgeschichte und der rote Faden, welcher im ersten Buch seinen Anfang genommen hat, so kontinuierlich fortsetzt. Es war toll, Lilas weitere Entwicklung mitzuverfolgen, zu erleben, wie sie aus sich heraus geht, wie sie nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit dem Herzen entscheidet. Um so mehr Lila auf sich selbst vertraut, um so mehr erreicht sie!

Nach wie vor bin ich auch sehr angetan von Lilas sowie den Kräften der anderen Charaktere. Ich liebe diese Welt voller Magie und Monster, die so viele tolle und faszinierende Möglichkeiten bietet. Die Familienkonstellationen und die Personen, Gut, sowie auch Böse, sind allesamt sehr interessant, vielschichtig und unglaublich unterhaltsam. Ich bin immer noch ein absolut großer Devon, wie auch Felix - Fan, und hätte am Liebsten selbst gerne einen Pixie wie Oscar. Trotz der dramatischen und spannenden Momente, kommt auch der Humor und die Liebe nicht zu kurz. 

Mit dem Ende und somit dem Showdown legt Jennifer Estep erneut eine Schippe drauf, sodass ich mich nun noch mehr auf Band 3 freue, und diesen am Liebsten sofort lesen würde.
 


Mit "Black Blade - Das dunkle Herz der Magie" entführt uns Jennifer Estep ein weiteres Mal in die Welt von Cloudburst Falls. Spannende, dramatische, schöne und auch humorvolle Ereignisse ließen mich nur so durch die Seiten fliegen. Wundervolle Charaktere, jede menge Magie, Freundschaft und Liebe runden diesen zweiten Band perfekt ab.

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854 Bibliotheken, 19 Leser, 2 Gruppen, 199 Rezensionen

liebe, tod, italien, anne freytag, jugendbuch

Mein bester letzter Sommer

Anne Freytag
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.03.2016
ISBN 9783453270121
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Ein paar Sekunden lang sehen wir einander nur an, dann flüstere ich: "Ich suche einen Freund zum Sterben". 
(Seite 106)

Der Verstand hat keine Chance, wenn das Herz einmal entschieden hat, was es will. Meines hat sich entschieden. Und es will Oskar. Ein einziger Blick hat genügt. Jetzt ist er in meinem Herzen.  (Seite 186)

Wenn ich könnte, würde ich sie vor allem beschützen. Ich würde sie verteidigen. Sie glücklich machen. Aber alles, was ich tun kann, ist, ihr beim Sterben zusehen.  (Seite 340)
 


Tessa ist siebzehn Jahre jung, als sie erfährt, dass sie sterben wird. In ihrer Verzweiflung und Wut auf ihre Mutter, die ihr die schreckliche Wahrheit verschwiegen hat, verschanzt sich der Teenager die meiste Zeit nur noch in ihrem Zimmer und wartet auf den Tod. Tessa ist verzweifelt und bemitleidet sich verständlicherweise auch selbst. Die junge Frau hat sich eine großartige Zukunft ausgemalt, doch nichts davon wird mehr Wirklichkeit werden, sie wird all die wunderschönen Dinge nicht mehr  erleben. 

Doch dann trifft sie völlig unerwartet auf Oskar. Er schleicht sich langsam aber beständig in Tessas Herz, schaut ihr direkt in die Seele und versteht sie wie kein anderer je zuvor. Oskar schenkt der sterbenskranken einen letzten unbeschwerten Sommer in Italien, mit großen Gefühlen und viel Liebe, die für die Unendlichkeit bestehen bleibt.



Es gibt so viele Geschichten, die mich berühren und die so einiges in mir auslösen. Dennoch habe ich bisher nur wenige Bücher gelesen, die so tief in mein Herz eindringen und es komplett mit Liebe und Geborgenheit ausfüllen konnten. Doch Anne Freytag hat genau das mit "Mein bester letzter Sommer" geschafft. Es gibt eine menge Romane die sich mit dem Tod auseinandersetzen. In denen der, oder die Protagonistin ihre letzten verbleibenden Monate oder Wochen plant, und diese mit möglichst tollen Erlebnissen füllen möchte. Auch "Mein bester letzter Sommer" ist auf den ersten Blick ein solches Buch, aber für mich persönlich war, und ist es noch so viel mehr.
 
Ich war während des Lesens gleichermaßen traurig und unendlich glücklich, ich befand mich vollkommen in Tessas und Oskars Welt. Dies lag zum Einen an dem wundervollen, poetischen und einfühlsamen Schreibstil der Autorin. Bereits mit den ersten drei Sätzen des ersten Kapitels...

Ich dachte sterben ist einfach. Ich dachte es geht schnell. Wie geboren werden, nur rückwärts.
 
....hatte mich Anne Freytag gepackt. Außerdem sind da diese beiden großartigen Protagonisten, die man regelrecht in sich selbst fühlen kann. Natürlich leidet man mit Tessa, hasst die Ungerechtigkeit ihres Schicksal und wünscht ihr so verzweifelt, dass sie nicht sterben muss. Durch ein Essen, welches ihre Eltern veranstalten, lernt Tessa Oskar kennen. Eine zarte Freundschaft und Liebe entsteht, die über Facebook und stundenlange Chats vertieft und letztendlich zu etwas einzigartig Schönem "heran wächst". 

Als Oskar erfährt, dass Tessa sterben wird, wendet er sich nicht von ihr ab. Ganz im Gegenteil, er plant für sie einen unvergesslichen Sommer in Italien. Vor Tessas letzter großer Reise lernt der Leser Tessas Eltern und ihre jüngere Schwester Larissa kennen. Sehr gefühlvoll und authentisch beschreibt die Autorin die unterschiedlichsten Emotionen der Familienmitglieder, die der bevorstehende Tod der geliebten Tochter und Schwester in ihnen auslöst. Alle drei gehen vollkommen unterschiedlich mit der Situation um. Während Tessas Vater sich komplett in seine Arbeit stürzt und Larissa nach außen hin eher Hass für ihre große Schwester zu empfinden scheint, kümmert sich Tessas Mutter beinahe schon zu gluckenhaft um ihre Erstgeborene. Dennoch ist es letztendlich sogar die Mutter, die Tessas Wunsch ihre letzte Urlaubsreise anzutreten, befürwortet und unterstützt. Auch die Beziehung zwischen Tessa und Larissa hat mich sehr bewegt. Um so inniger man seine eigene Schwester bzw. die eigenen Schwestern liebt, um so glücklicher ist man über die Wendung der Beiden in dieser Geschichte.

Vor Oskars und Tessas Reise überwog für mich die Traurigkeit und die Auswegslosigkeit. Doch als die Beiden ihren Italientrip planen und letztendlich in die Tat umsetzen, begann sich auch in meinem Inneren etwas zu verändern. Jeder kennt sie sicher, diese Vorfreude und die glücklichen Stunden, die einen Urlaub zu einem grandiosen Erlebnis werden lassen. Ich spürte gemeinsam mit den Beiden die Sonne und Wärme auf meiner Haut, genoss jeden Spaziergang durch eine der tollen Städte, aß jede Pizza und jedes Eis mit großer Freude mit, konnte jeden Kuss und jede Berührung nachempfinden, und fühlte mich rundum gut, und das obwohl Tessas Krankheit stets allgegenwärtig war. Immer wieder auftretende Symptome lassen diese auch nie vergessen. Ganz im Gegenteil, aber um so mehr sieht und spürt man während des Lesens wie kostbar und wertvoll das Leben und die eigene Gesundheit ist. 

Tessas Zeit auf der Erde ist so begrenzt, weswegen ich diese doch recht schnell entflammbare Liebe auch überhaupt nicht als unrealistisch empfunden habe. Wenn man so jung ist, überrollen einen Gefühle mit einer unglaublichen Intensität. Man sieht einen Jungen und hat sofort Schmetterlinge im Bauch. Oskar der selbst einen harten Schicksalsschlag erleiden musste, ist mit Sicherheit um einiges sensibler und reifer als es die meisten 19-jährigen sind. Er denkt nicht nur an sich und seinen Spaß, sondern bereitet Tessas einen unvergesslichen besten letzten Sommer,  den diese goldige, süße und fantastische Person mehr als nur verdient hat.

Um so näher die letzten Seiten rückten, um so mehr Angst breitete sich in mir aus. Ich wollte mich nicht von Tessa und Oskar verabschieden, ich konnte es kaum ertragen/akzeptieren, dass Tessa nun wirklich sterben sollte. Anne Freytag führt ihre Leser schonungslos und ehrlich, aber auch sehr behutsam und einfühlsam durch ihre letzten Buchseiten. So habe ich diese zwar weinend, aber dennoch völlig überwältigt gelesen. 

Tessas und Oskars Geschichte hat mir eine sehr kurze Nacht und einen anstrengenden Arbeitstag beschert, an welchem ich entsprechend müde war. Ich konnte gegen jede Vernunft einfach nicht mit Lesen aufhören, und genau das, macht ein Buch unter anderem zu einem Highlight. Ich hoffe sehr, dass Anne Freytag in naher Zukunft ein weiteres so berührendes und authentisches Buch schreiben wird. 



Ich bin verliebt!!! Verliebt in ein außergewöhnliches Buch, verliebt in zwei Protagonisten, die für immer in meinem Herzen bleiben werden! Jeder Mensch braucht einen Oskar an seiner Seite, denn durch eben diesen Oskar wird die Welt zu einem schöneren Ort. Man betrachtet so vieles aus einem anderen Blickwinkel. All die Dinge über die man sich so oft beschwert, die einem nicht passen, und die man als ungerecht empfindet, werden nach Beenden dieser Geschichte so klein und unbedeutend. Das Leben ist wunderschön und wertvoll, dies sollten wir uns alle jeden einzelnen Tag vor Augen führen!

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175 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 17 Rezensionen

anna jarzab, aurora, loewe verlag, prinzessin, krieg

Das Licht von Aurora – Im Schatten der Welten

Anna Jarzab , Ulrike Brauns , Birgit Pfaffinger
Fester Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Loewe, 15.02.2016
ISBN 9783785579510
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Sasha befindet sich wieder auf der Erde, doch dort ist sie alles andere als glücklich. Sie vermisst Aurora, allen voran natürlich Thomas, von dem sie lange Zeit nicht weiß, ob er überhaupt noch am Leben ist. Als sich Sasha die Gelegenheit bietet wieder zurück nach Aurora zu kehren, ergreift sie diese.
 
Thomas der Dank seiner früheren KED Truppe aus der Gefangenschaft befreit wird, sehnt sich ebenso sehr nach Sasha. Oberste Priorität hat für ihn und seine Truppe allerdings immer noch die Befreiung von Juliana, der Prinzessin von Aurora.

Als Sasha und Thomas endlich wieder vereint sind, müssen sich die Verliebten mit einigen Problemen und brenzligen Situationen auseinandersetzen. Als ob dies noch nicht genug wäre, befindet sich Selene ein weiterer Analog von Sasha ebenfalls auf Aurora. Zur Rettung ihres Universums benötigt sie Sashas und Julianas Hilfe.



Nach wir vor bin ich von der Idee, sprich dem Setting der Geschichte sehr angetan. Ich habe mich daher auch unglaublich gefreut, gemeinsam mit Sasha wieder zurück nach Auora zu kehren. Besonders klasse fand ich es, dass es nun neben der Erde und Aurora ein drittes Paralleluniversum, (die) Taiga gibt. Selene die dortige Korydallos (Seherin), benötigt zur Rettung ihres Universums die Hilfe ihrer beiden Analoge. Durch das Paraband fühlt sich Sasha sofort mit Selene verbunden. Um so mehr Zeit die Beiden miteinander verbringen, um so leichter fällt ihnen die Kommunikation über das Band. Die Gefühle, Wünsche und Sehnsüchte der beiden und letztendlich auch Julianas verschwimmen immer mehr miteinander, sodass auch die Nachteile des Parabandes sichtbar werden. Dennoch trägt genau dieses Band zur Befreiung der Prinzessin bei.

Als ich die ersten Seiten des zweiten Buches zu lesen begann, fühlte es sich für mich so an, als hätte es keinerlei Pause zwischen den Büchern gegeben. Sofort waren die Ereignisse des ersten Bandes wieder präsent. Ich hoffte mit Sasha und freute mich mit ihr, als sie es letztendlich tatsächlich schafft, wieder nach Aurora und somit auch zu Thomas zurückzukehren. Ich konnte Sashas Wunsch wieder bei ihrem Liebsten zu sein absolut nachvollziehen. Was ich allerdings nicht verstehen konnte, ist, dass sich Sasha ihrer besten Freundin nicht anvertraut. Und dies selbst dann nicht, als Gina sie direkt auf alles was vorgefallen ist anspricht. Die beiden sind seit so vielen Jahren befreundet und haben immer alles miteinander geteilt, genau das macht doch eine beste Freundschaft so besonders. Daher hoffe ich sehr, dass Sasha Gina eines Tages alles erklären wird.

Nichtsdestotrotz habe ich es die meiste Zeit sehr genossen, Sasha und Thomas wieder vereint zu erleben. Die Beiden gehören einfach zusammen, daran ändert auch die Tatsache, dass sie in verschiedene  Paralleluniversen gehören nichts. Gemeinsam schmiedet das Paar mit einigen KED Agenten, Selene und im weiteren Verlauf sogar zusammen mit Callum Pläne, die zum Teil gelingen, aber auch scheitern. So ist diese Fortsetzung auch zu keiner Zeit langweilig, es entstehen nie Längen, daher flog ich nur so durch die Seiten. Das Aussehen der drei Analoge sorgt selbstverständlich ebenfalls des Öfteren für Verwirrungen, da die Mädchen sich gleichen wie ein Ei dem anderen. Dennoch sind sie vollkommen unterschiedliche Typen, was ich extrem gut und passend fand/finde. Selene wirkt zunächst sehr ruhig und schüchtern. Dennoch lernt sie sehr schnell, ist mutig und weiß was sie will. Für das Überleben ihres Universums ist ihr keine Herausforderung zu schwierig. Durch die Power des Parabandes hat die junge Frau eine sehr spezielle Kraft, die sie auch an Sasha weiter gibt. Eben diese ist sehr ungewöhnlich, aber gerade deshalb auch so effizient. Ich mag es immer  noch sehr, wie Anna Jarzab uns ihre erschaffenen Welten näher bringt. Wie sie diese auch wissenschaftlich erklärt, sodass man keinerlei Zweifel hegt, dass es neben unserer Erde tatsächlich viele Paralleluniversen gibt. 

Sasha und Thomas Beziehung wird wieder so einigen Belastungen und Schwierigkeiten ausgesetzt, die die Beiden allerdings größtenteils recht gut meistern. Thomas ist mir nach wie vor absolut sympathisch, ich konnte seine Beweggründe fast immer nachvollziehen. Toll fand ich es außerdem, dass Callum in der gesamten Geschichte eine recht wichtige Rolle spielt.
Die Cover der beiden Bücher sind unfassbar schön. Ich finde sie passen so großartig zu der kompletten Reihe, zu Aurora an sich, und zu den wundervollen Polarlichtern, die ich zu gerne einmal selbst live sehen würde. 

Das Ende und somit der Showdown des zweiten Bandes war ein Stück weit vorhersehbar, da Selene ja aus einem ganz bestimmten Grund nach Aurora gekommen ist. Dennoch hat es mir ausgesprochen gut gefallen. Der kleine Cliffhänger und das was mich im dritten Band erwarten wird, machen mich bereits jetzt unglaublich neugierig, und ich freue mich sehr auf ein hoffentlich spannendes und grandioses Finale.



"Das Licht von Aurora - Im Schatten der Welten"
von Anna Jarzab entführt uns Leser ein weiteres Mal in das faszinierende Universum Auoras. Ein tolles Setting und drei nur äußerlich gleichende Analoge sorgen für Verwirrungen, Spannung, Action und die richtige Portion Liebe. Mir hat es definitiv Spaß gemacht, ein weiteres Abenteuer mit Sasha und Thomas zu erleben.

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freundschaft, liebe, surfen, kindesentführung, entführung

Emmy & Oliver

Robin Benway , Jessika Komina , Sandra Knuffinke
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Magellan, 25.01.2016
ISBN 9783734850189
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Ich drückte ihn wortlos an mich. Es gab nichts zu sagen. Manchmal reichen Worte einfach nicht aus, um die Risse in einem Herzen zu füllen. (Seite 347)
 


Emmy & Oliver wurden am selben Tag geboren, wachsen als direkte Nachbarn zusammen auf und sind die besten Freunde. Sieben Jahre lang sind die Beiden ein Herz und eine Seele, bis Oliver von seinem Vater entführt wird, und erst nach zehn Jahren wieder nach Hause zurück kehrt.

Während dieser zehn Jahre wächst Emmy sehr behütet und über-beschützt auf. Sie geht heimlich zum surfen und auf Partys, da ihre Eltern seit Olivers verschwinden überall Gefahren wittern.

Emmy vermisst ihren Kinderfreund all die Zeit über, es vergeht kaum ein Tag an dem sie nicht an ihn denkt. Als dieser nach all den Jahren plötzlich wieder da ist, ist die alte Vertraut - und Verbundenheit zwar schnell wieder vorhanden, dennoch lassen sich diese zehn Jahren in denen beide ein vollkommen anderes Leben geführt haben natürlich nicht ausradieren.  



Wie sehr ich die Bücher des Magellan Verlags mag, ist ja längst kein Geheimnis mehr. Daher wusste ich bereits vor dem Lesen, dass eine ganz besondere Geschichte vor mir liegt. Allerdings habe ich selten so ein herzerwärmendes und berührendes Buch gelesen wie dieses. "Emmy & Oliver" geht unter die Haut, ohne jedoch kitschig oder übertrieben zu sein. Robin Benway hat in ihrem Roman ein Thema aufgegriffen, was in Jugendbüchern sicher selten zu finden ist. Um so mehr sticht "Emmy & Oliver" meiner Meinung nach auch hervor.

Emmy & Oliver sind bereits vom Tag ihrer Geburt an miteinander verbunden, da die Beiden am selben Tag geboren sind. Glücklich wachsen die Kinder direkt nebeneinander auf, feiern ihre Geburtstage zusammen, gehen in den selben Kindergarten, werden gemeinsam eingeschult und sind die besten Freunde, die alles miteinander teilen. Bis zu jenem schicksalhaften Freitag, als Olivers Dad seinen Sohn von der Schule abholt und mit ihm verschwindet.

Nach diesem Tag ist nichts mehr wie zuvor, Emmys und auch das Leben ihrer beiden anderen besten Freunde Caro und Drew verändert sich schlagartig. Die drei Kinder stehen in der Öffentlichkeit, denn Olivers Entführungsfall hält natürlich auch die Presse nicht fern. So müssen die Kinder nicht nur mit dem Verlust des Freundes, Psychiaterbesuchen und der Presse klarkommen, sondern wachsen von diesem Tag an auch noch unter extremer Fürsorge und übertriebener Bemutterung ihrer Eltern auf. 

Besonders Emmy wird all die Jahre sehr in Watte gepackt. Und auch wenn die Eltern ihre Tochter über alles lieben und Emmy diese Liebe auch sehr zu schätzen weiß, fühlt sie sich oft eingeengt und in ihren Wünschen eingeschränkt. Um so älter und erwachsener Emmy wird, um so mehr rebelliert sie. Mit Vierzehn beginnt sie das Surfen zu lernen, welches sich recht schnell zu ihrem liebste Hobby entwickelt. Dieses hält Emmy allerdings bereits seit drei Jahren vor ihren Eltern geheim. Wenn Emmy auf eine Party möchte, übernachtet sie bei Caro, damit ihre Eltern nicht wissen, dass sie diese besucht. Auch weitere Einschränkungen machen das Leben des Teenagers nicht gerade einfach, dabei ist Emmy dennoch eine recht brave Tochter und gute Schülerin.

Olivers Verlust lässt die junge Frau dennoch nie ganz los. Sie vermisst ihren Kinderfreund all die Jahre über, denkt oft an ihn und stellt sich vor, wie es wohl wäre, wenn Oliver tatsächlich wieder zurück kommen würde. Dann geschieht dass, worauf Emmy so lange gehofft hat, die Polizei findet den Nachbarjungen und bringt diesen nach Hause zurück. Als Emmy & Oliver wieder vereint sind, ist die Verbundenheit aus Kindertagen tatsächlich immer noch greifbar. Dennoch gibt es diese große Lücke von zehn Jahren, in denen die Beiden ein vollkommen unterschiedliches Leben geführt haben.

Robin Benway erzählt Oliver und Emmys Geschichte mit so viel Einfühlungsvermögen, Herz und Liebe, was mich sehr tief berührt hat. Sie greift die Probleme die eine Entführung mit sich bringen sehr realistisch und glaubwürdig auf, und beschreibt Olivers Sicht der Dinge und seine innere Zerrissenheit absolut authentisch. Als Olivers Vater mit seinem Sohn verschwindet, ist der siebenjährige selbstverständlich vollkommen verstört und vermisst besonders seine Mum unsagbar.  Dennoch wächst der Junge glücklich und gesund heran und entwickelt sich großartig. Als Oliver nach so vielen Jahren plötzlich wieder in sein früheres Leben zurückkehrt, ist absolut nichts mehr wie es war, er fühlt sich fremd und fehl am Platz.

Für einige Zeit schafft es nur Emmy an ihn heranzukommen, sie durchbricht die Schutzmauer die Oliver errichtet hat, und hilft ihm all die Geschehnisse zu verarbeiten. Aus alter Vertrautheit und Freundschaft entsteht eine zarte und wundervolle Liebe. Gemeinsam und auch mit der Hilfe von Caro und Drew, beginnt Oliver zu verarbeiten und zu heilen. So steht auch nicht die Liebe der beiden im Mittelpunkt der Geschichte. Die Freundschaft nicht nur zwischen Oliver und Emmy, sonder auch die zu Caro und Drew, stehen absolut im Fokus. Robin Benway zeigt in ihrem Roman auf, wie facettenreichen, wichtig und wundervoll Freunde sind, die einen in allen Lebenslagen begleiten und uneingeschränkt zu - und hinter einem stehen. Die Geschichte benötigt keine Aktion und große Spannung, da sie von den zwischenmenschlichen Beziehungen getragen wird.

Sowohl Emmy als auch Oliver sind ganz außergewöhnliche Protagonisten. Emmy ist eine absolute Kämpferin, sie ist sehr einfühlsam und stark, gibt nie auf und erreicht so auch ihre Ziele. Auch Oliver ist stark, er stellt sich seinen Ängsten, lässt sich nicht unterkriegen und erkämpft sich so seinen Platz in der Welt zurück. Unterstützt wird das Duo wie bereits erwähnt von Caro, die immer einen lustigen Spruch auf Lager hat, sowie Drew, der unheimlich gut zuhören kann. Die Beiden gehen gemeinsam mit Emmy und Oliver in den Kindergarten und anschließend auch in die Schule. Sie spielen oft zusammen, sind ein vierblättriges Kleeblatt, das immer zusammen hält. Als Oliver entführt wird, sind es vor allem Caro und Drew, die Emmy den nötigen Halt im ihrem Leben geben. Die Drei bleiben ein unzertrennliches Gespann.

Das Ende hätte nicht authentischer und besser sein können. Ich habe dieses Buch gerührt, aber auch beschwingt und definitiv glücklich geschlossen. "Emmy & Oliver" ist eine dieser Geschichten, die ich niemals vergessen werde, da diese sich ganz tief in mein Herz gebrannt hat.



"Emmy & Oliver"
von Robin Benway ist ein sehr berührendes Jugendbuch, dass durch ein ungewöhnliches Thema, Authentizität, Ehrlichkeit, tiefe Freundschaft und eine zarte Liebe besticht. Die Autorin erzählt Emmys & Olivers Geschichte sehr einfühlsam und bereichernd, und macht diese so für mich zu einem absoluten Buchschatz.

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liebe, australien, organspende, niere, transplantation

Ein Teil von uns

Kira Gembri
Fester Einband: 328 Seiten
Erschienen bei Arena, 03.03.2016
ISBN 9783401602288
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Aaron, der seit einigen Jahren an Nierenversagen leidet, verbringt sehr viele Stunden pro Woche im Krankenhaus. Der Draufgänger und Charmeur wünscht sich nichts sehnlicher, als gesund zu sein und genügend Kraft zu haben, um die alltäglichen Dinge tun zu können, die für so viele Teenager vollkommen normal und selbstverständlich sind. Aaron träumt von Abenteuern und davon, die Welt zu entdecken.

Nia hingegen ist kerngesund und lernt wie eine Verrückte für ihr Jurastudium. Sie tut alles, um ihre extrem ehrgeizigen Eltern nicht zu enttäuschen, selbst wenn sie dafür ihre eigenen Pläne und Interessen hinten anstellen muss. 

Als sich Aaron und Nia im Krankenhaus kennen lernen, prallen zwei vollkommen unterschiedliche Charaktere aufeinander. Doch dieser schicksalhafte Moment verändert das Leben der Beiden für immer!



Einige von euch können sich bestimmt noch daran erinnern, wie unfassbar begeistert ich von "Wenn du dich traust" von Kira Gembri war bzw. selbstverständlich immer noch bin. Daher habe ich mich natürlich auch unglaublich auf ihren zweiten bei Arena erschienenen Roman "Ein Teil von uns" gefreut". 

Ich liebe Kira´s Charaktere, da machen auch Aaron und Nia keine Ausnahme, die Beiden sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht und dennoch jede(r) auf seine Weise absolut genial und einzigartig. Aaron tat mir zu Beginn der Geschichte sehr leid. Wie schwer es sein muss, selbst die alltäglichen Dinge aus Kraftmangel und krankheitsbedingt nicht mehr tun zu können, kann man sich als gesunder Mensch nur ansatzweise vorstellen. Durch Aarons unschlagbaren Humor, seine Weltsicht und seinen immer noch vorhandenen Optimismus, habe ich ihn sofort in mein Herz geschlossen. Nia wirkt auf den ersten Blick etwas seltsam, beinahe "nerdig", verklemmt und schüchtern. Doch wenn man hinter diese Fassade schaut, lernt man eine mutige, sehr taffe und selbstlose junge Frau kennen. Nias Tante Laura leidet wie Aaron an akutem Nierenversagen und so hat Nia sich dazu entschlossen, ihr eine Niere zu spenden. Nach etlichen Gesundheitschecks und einem Besuch beim Psychologen, sowie einem abschließenden Ärztegremium, ist der große Tag gekommen. Doch leider, und damit denke ich verrate ich nicht zu viel, stirbt Laura bei dieser der OP, bevor ihr Nias Niere implantiert werden kann. Aaron der kompatibel ist, erhält eben diese Niere und somit die Chance, auf ein neues und gesundes Leben. 

Wieso und warum Aaron und Nia im Krankenhaus aufeinander treffen und weshalb Aaron erfährt, dass Nia seine Spenderin ist, erzähle ich an dieser Stelle allerdings nicht. Ebenso wenig, wie es dazu kommt, dass die beiden letztendlich sogar gemeinsam nach Australien reisen. Laura hat ihrer Nichte jedenfalls ein Häuschen inklusive eines kleinen Grundstücks im tiefsten Australischen Outback vererbt, welches sich Nia unbedingt persönlich ansehen möchte. Aaron der das Gefühl hat, bei Nia etwas gut zu machen, "erträgt" diese meist mit einer Ruhe und Gelassenheit, die echt zu bewundern ist.  Denn die beiden können sich dank ihrer unterschiedlichen Art zu Beginn überhaupt nicht leiden. Aaron reißt einen Witz nach dem anderen, zum Teil sogar auf Nias Kosten, weshalb Nia ihn wiederum unerträglich findet. 

Genau diese Gegensätzlichkeiten machen "Ein Teil von uns" trotz des wirklich ernsten Hintergrundes bzw. der Krankheit des Nierenversagens unglaublich humorvoll. Ich musste so oft grinsen und schmunzeln, wie es recht selten der Fall ist. Kira Gembri hat ein unfassbares Erzähl - und Schreibtalent, welches man meiner Meinung nach nicht erlernen kann. Diese Gabe steckt bestimmt seit ihrer Geburt in ihr, daher bin ich mir ganz sicher, dass ihre Geschichten die Welt erobern werden. Die Autorin erzählt mit so viel Feinfühligkeit und Echtheit, die eins zu eins auch in ihren Protagonisten wiederzufinden ist. Und das macht Nia und Aaron auch so besonders. Die Beiden kommen sich ganz langsam näher, lernen sich besser kennen und helfen sich auf eine ganz wunderbare Weise. Durch Aaron sieht Nia ihr Leben plötzlich mit ganz anderen Augen, sie lernt viel mehr auf sich, ihre Wünsche und Bedürfnisse einzugehen und diese auch mal an die erste Stelle zu setzen. Aus dem Witzbold Aaron wird ein sehr tiefsinniger und herzerwärmender junger Mann, der es schafft, offen und ehrlich über sich und seine Gefühle zu reden. Und so weckt auch Nia in Aaron eine Seite, die dieser bedingt durch seine Krankheit tief in sich versteckt gehalten hat. 

Ein weiterer Pluspunkt von "Ein Teil von uns", ist wie auch bereits zuvor in "Wenn du dich traust", das ungewöhnliche Thema, mit welchem sich die Autorin in ihrer Geschichte auseinander gesetzt hat. Man merkt, dass Kira Gembri viel recherchiert hat, um ihren Lesern wahrheitsgetreu und ehrlich erzählen zu können, was passiert, wenn die Nieren eines Menschen tatsächlich versagen. Und dennoch schafft es die Autorin diese Krankheit in ihren Roman einzubinden, ohne dass man Berührungsängste hat bzw. ein beklommenes Gefühl bekommt. Ganz im Gegenteil, Kira Gembri bringt ihre Leser dazu, sich intensiv mit dem Thema Organspende zu befassen, was ich persönlich sehr gut finde. 

Die Autorin hat es außerdem geschafft, die Reiselust in mir noch mehr zu entfachen. Ich reise ohnehin extrem gerne, aber nach dem Lesen von "Ein Teil von uns", würde ich am Liebsten sofort die Koffer packen und sowohl Sydney, als auch das Australische Outback erforschen. Und auch der Titel ist  grandios gewählt, was einem während des Lesens noch viel intensiver auffällt.
 
Ich konnte "Ein Teil von uns" kaum zur Seite legen, da ich die Stunden mit Aaron und Nia sehr genossen habe. Wie ja bereits erwähnt, liebe ich diesen wundervollen Humor, der sich durch alle Seiten zieht, wie ein roter Faden. Ich liebe es, wie die beiden Protagonisten miteinander agieren, wie sie aufeinander regieren, wie sie langsam zueinanderfinden und wie sich dadurch so vieles verändert. Gegen Ende der Geschichte wird es sogar nochmal dramatisch und spannend, außerdem erfuhr ich einige Dinge, die ich bisher noch nicht über Australien wusste. Das Finale des Buches ist mehr als passend und lässt mich mit einem glücklichen Seufzer und vollkommen zufrieden zurück.



"Ein Teil von uns"
von Kira Gembri ist eine wundervolle, berührende und ehrliche Geschichte, die durch einen fantastischen Humor, jede menge Charme, das nötige Feingefühl und sehr authentische und ungewöhnliche Charaktere mein Leserherz höher schlagen lässt. Ich kann nur jedem empfehlen diesen grandiosen Roman zu lesen, und somit ebenfalls ein Teil von Aaron und Nia zu werden.

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