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57 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

Eliminiert

Teri Terry , Petra Knese , Jonas Hafner
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 05.09.2018
ISBN 9783649626015
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Nachdem Shay weiß, wer Dr. 1 ist, schließt sie sich ihm an, denn sie ist felsenfest davon überzeugt, dass dieser weiß, wo Callie ist. Shay hat während der übereilten Flucht keine Möglichkeit mehr, Kai ihre wahren Absichten mitzuteilen. Dieser wiederum denkt, dass Shay ihn verraten hat. Kai beschließt mit Freya zusammen abzuhauen, was den beiden zunächst auch gelingt.

Shay kommt immer mehr hinter die wahren Machenschaften des Anführers des Multiversums und ist entsetzt von dessen Weltvorstellungen. Dennoch kann sie ihn alleine nicht stoppen, doch sie hat Verbündete an ihrer Seite. Eine alles entscheidende Mission zur Rettung der Menschheit und zur Eindämmung der Epidemie beginnt.

Meinung:

Auf dieses Finale und somit auf „Eliminiert“ von Teri Terry habe ich mich extrem gefreut. Die Geschichte setzt nahtlos an den Vorgängerband an, sodass ich sofort wieder mittendrin im Geschehen war. Shay ist gemeinsam mit Xander und seinen Anhängern nach Schottland in eine der Multiversum Kommunen geflohen. Dort sind die Überlebenden für den Augenblick sicher vor der Regierung und dem Militär, die nach wie vor davon ausgehen, dass die Überlebenden Überträger des Virus sind. Shay fühlt sich zunächst auch recht wohl in der Kommune, denn dort wird gut für sie und ihre Freunde gesorgt. Ihr Hauptaugenmerk liegt aber weiterhin darin, Callie zu finden, was ihr letztendlich auch gelingt. Bereits zu diesem Zeitpunkt wird Shay endgültig klar, dass sie mit Xanders verdrehter Weltsicht nicht zurechtkommt. Dennoch fällt es ihr lange schwer, sich von ihm und seiner oft charmanten Art, nicht einwickeln zu lassen. Doch als weitere schlimme Dinge passieren, ist Shay klar, dass sie Dr. 1 stoppen muss.

Freya und Kai treffen unterdessen auf weitere Überlebende, zwei Kinder, derer sie sich annehmen. Kai der sehr enttäuscht von Shay ist, sucht Trost bei Freya. Ihm ist allerdings schnell klar, dass er Shay nach wie vor liebt und Freya nicht die Passende für ihn ist. Dennoch bleiben die beiden einige Zeit zusammen, bis sich am Ende der Kreis schließt, neue Allianzen gebildet und auch die letzten Geheimnisse und Erkenntnisse offengelegt werden.

Wie bereits in den beiden Vorgängerbänden wechselt auch in „Eliminiert“ die Erzählperspektive bzw. die Sichtweiße. So begleitet der Leser erneut Shay, Kai, Callie und Freya, was mir nach wir vor unglaublich gut gefällt, da man so in die Gefühlswelt der Personen eintauchen und unterschiedliche Handlungsstränge verfolgen kann. So wird die Geschichte auch während der ruhigeren Phasen niemals langweilig. Ganz im Gegenteil, ich finde es nach wie vor faszinierend, wie Teri Terry all die Zusammenhänge aufklärt, mit Materie und Antimaterie „spielt“, ein großes Stück weit auch die menschliche Anatomie erklärt und einige sehr interessante Dinge im Inneren des Körpers geschehen lässt. Besonders Shay, die die Gabe des Heilens besitzt, beschäftigt sich viel mit der DNA der Kranken, der Immunen und Überlebenden, was ich definitiv sehr wissenswert fand. Ich konnte den Erklärungen gut folgen und fand diese auch plausibel, auch wenn es mir ab und an ein wenig zu viel Quantenphysik war. Durch die ständigen Perspektivwechsel, verändern sich auch die Handlungsorte, was für zusätzliche Spannung sorgt.

Shay finde ich nach wie vor großartig, da sie alles tut um Callie zu finden, hinter Xanders Machenschaften zu kommen und ihre Freunde und auch die Kommunenmitglieder zu beschützen. Sie lädt manche Schuld auf sich, geht Risiken ein und kämpft bis zum Schluss mit allem was ihr möglich ist. Das Multiversum ist wie eine Sekte aufgebaut, Xander ist der Guru, dem alle vertrauen, er hat das Sagen und lenkt die Geschicke. Auf den ersten Blick scheinen dort alle glücklich zu sein, doch umso mehr man als Leser Einblicke bekommt, umso gruseliger ist dieser verlassene Ort in Schottland. Dies wird auch Shay schnell klar, die zum Glück Menschen an ihrer Seite hat, die ihr helfen, allen voran Beatriz, Elena und natürlich Callie, die begeistert davon ist, zu Shay zu gehören. Die Beziehung zwischen Shay und Xander ist verworren. Mich hat es öfter gestört, dass Shay ihm gegenüber zwar immer Bedenken hat, ihm aber trotzdem oft zu viel verrät und erzählt, vor allem im Hinblick auf ihre Forschungsergebnisse.

Auch Kai ist mir immer noch sehr sympathisch, da auch er eine Menge auf sich nimmt, um das Richtige zu tun. Er hätte meiner Meinung nach nicht an Shay zweifeln sollen, da sie ihm aber auch Dinge verschwiegen hat, trifft Shay ebenso die Schuld daran, dass die beiden für eine Weile getrennte Wege gehen. Allgemein ist es sehr gut, dass die Liebesgeschichte zwar allgegenwärtig ist, aber dennoch der Fokus auf dem Virus und auf allem, was damit zusammenhängt, liegt.

Die ganze Geschichte rund um Callie, deren Verbindung zu Jenna und all die damit verbundenen Probleme und Wunder, fand ich ebenfalls extrem interessant und spannend. Freya konnte ich nie so wirklich einschätzen, gemocht habe ich sie allerdings auch nur zu Beginn. Ihr Handeln konnte ich am wenigsten nachvollziehen. Xander ist ein sehr eigenwilliger und spezieller Charakter, er ist kein typischer Antagonist, da er es hervorragend versteht, sein Charisma einzusetzen um die Menschen zu beeinflussen. Ihn konnte ich allerdings trotzdem von Anfang an nicht leiden, ich hatte oft eine Gänsehaut, wenn ich Passagen mit ihm gelesen habe.  

Teri Terry versteht es ganz hervorragend, die einzelnen Handlungsstränge miteinander zu verknüpfen und somit ein großes Ganzes zu schaffen. Die unterschiedlichen Handlungsorte werden zum Ende hin dezimiert, denn zum finalen Showdown treffen die Figuren alle wieder aufeinander, auch dies ist extrem reizvoll. Einige Dinge hatte ich definitiv erwartet und erhofft, über andere bin ich allerdings auch sehr erstaunt, denn vor allem mit einer Sache, habe ich absolut nicht gerechnet. Denn die Autorin verleiht der, bis dato sehr glaubhaften Story, ein sehr ungewöhnliches Ende. Über dieses musste ich auch tatsächlich erst etwas nachdenken. Ich bin letztendlich aber zu dem Ergebnis gekommen, dass es sehr passend ist, denn all die „Dinge“, die die Überlebenden können, sind auch nicht unbedingt realistisch, auch wenn sie für mich logisch nachvollziehbar sind. Außerdem ist es für Teri Terrys Storys auch sehr typisch, dass diese einige mystische und mysteriöse Geschehnisse beinhalten, somit ist sie sich absolut treu geblieben. In ihren Büchern ist eben nie alles so, wie es auf den ersten Blick scheint. Die Autorin schöpft aus dem Vollen und lässt ihrer Kreativität freien Lauf, was ich sehr schätze. Ebenso wie ihren unglaublich tollen Erzählstil, der ihre Geschichten für mich immer zu etwas Besonderem macht. Es wurden alle offenen Fragen geklärt, nichts blieb ungelöst, sodass ich mehr als zufrieden mit dem endgültigen Ende bin.

Fazit:
 
Mit jedem weiteren Band, wird die Geschichte rund um die Überlebende Shay und den Immunen Kai interessanter, spannender, raffinierter, dramatischer, schockierender und mysteriöser. Daher ist "Eliminiert" von Teri Terry ein toller Abschlussband, einer großartigen Trilogie. Die Grundidee besteht nach wie vor, wird aber abgefahrener, für die Zukunft der Menschheit aber immer noch denkbar, und im doppelten Sinn fantastischer. Die drei Protagonisten Shay, Kai und Callie runden diesen Roman perfekt ab, da vor allem sie es sind, die genug Emotionen in diesen bringen, sodass der Inhalt nicht zu wissenschaftlich ist.

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74 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Talon - Drachenschicksal

Julie Kagawa , Sabine Thiele
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Heyne, 01.10.2018
ISBN 9783453269750
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Riley, Amber und Garret versuchen nach dem Angriff von Talons Klonkriegern, die verbliebenen Drachen zu beschützen. Doch allen drei ist klar, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Talon erneut und erbarmungslos zuschlagen wird. Doch dann kommen die Widersacher unverhofft an Informationen, die ihnen wiederum zu einem Gegenschlag verhelfen könnten. Doch um diese gefährliche Aktion wirklich in die Tat umzusetzen, brauchen dieses Mal die unabhängigen Drachen die Unterstützung des Georgordens. Diese Allianz macht es letztendlich tatsächlich möglich, Talon empfindlich zu treffen. Die buntgemischte Truppe, hat dadurch aber erst recht den Hass des Drachen-Imperiums auf sich gezogen. Und so kommt es zu einem alles entscheidenden letzten Kampf, um Leben und Tod.

Meinung:

Da ich bisher ausnahmslos alle Talon-Bände von Julie Kagawa großartig fand, konnte ich es kaum mehr erwarten, das Finale „Drachenschicksal“ zu lesen. Selbstverständlich bin ich auch sehr traurig darüber, dass es keine weiteren Abenteuer, der mir so lieb gewonnenen Truppe, mehr geben wird. Nichtsdestotrotz habe ich mich voller Eifer in diesen fünften Band gestürzt, der alles bereithielt, was ich mir erhofft und gewünscht hatte.

Amber, Garret, Riley und ihr Team sind nach dem Kampf gegen die Drachen-Klonarmee von Talon und des zur Rettung geeilten Westlichen Ordenshauses, wieder in ihrem noch verbliebenen Safehouse im buchstäblichen Nirgendwo, um sich zu erholen. Allen ist klar, dass sie sich nicht für ewig verstecken können, so brüten die Köpfe des Netzwerkes über neuen, eher aussichtslosen Plänen. Doch dann erhalten sie unerwartete, interessante Informationen eines Verschollenen, der die Herrschaft des großen Wyrm und CEO´s von Talon nur zu gerne beendet sehen würde. Doch alleine sind die freien Drachen nicht in der Lage, diesen gefährlichen und großen Coup durchzuziehen. Daher verbünden sich die Drachen erneut mit den noch verbliebenen Ordenssoldaten. Eine Allianz, die früher unmöglich erschien, trägt nun tatsächlich Früchte. Die Verbündeten schaffen gemeinsam etwas beinahe Unmögliches. Doch dadurch ziehen sie erst recht Talons unbändigen Hass auf sich, das Drachenimperium holt zum letzten, alles entscheidenden Vernichtungsschlag aus.

Der finale Band startet bereits sehr unterhaltsam, denn Riley, Amber und Garret, befinden sich mitten im Dschungel, da sie hier, weitab von jeglicher Zivilisation, wichtige Informationen bekommen sollen, die sie im Kampf gegen Talon weiterbringen. Nach diesem Aufenthalt, geht es sogleich spannend weiter, denn die Mission, die die unabhängigen Drachen gemeinsam mit den Soldaten des Ordens durchziehen, hat es in sich. Ich habe mich unbändig mit dem Team und vor allem für Riley gefreut, dem ich diesen Erfolg so sehr gegönnt habe. Dennoch ist diese Aktion im Vergleich zum alles entscheidenden Kampf, nur ein kleines Flämmchen und doch so unendlich wichtig für die Verbündeten. Die Wandlung des Ordens und der Zusammenschluss mit den Drachen, fand ich absolut genial, da hierdurch viele tolle und auch gefühlvolle Szenen entstehen. Dies liebe ich allgemein sehr an Julie Kagawas Büchern, die emotionale Seite, die in ihren Geschichten niemals zu kurz kommt. Sei es nun auf den Paar – als auch auf den Freundschaftsebenen. Dadurch ging ich eine tiefe Bindung, vor allem natürlich mit den drei Protagonisten ein, die über alle fünf Bände hin bestehen blieb und sich sogar immer weiter vertieft hat. Auch zu den Nebencharakteren bekam ich dadurch einen wundervollen Bezug, den ich gerade auch bei diesem letzten Roman, keine Sekunde hätte missen wollte. Ich freute, lachte, litt, weinte und fühlte mit Amber, Riley, Garret und all den anderen wundervollen Drachen und liebgewonnen Menschen. Allen voran und ganz besonders selbstverständlich mit dem Trio, dass ich sehr in mein Herz geschlossen habe.

Für Riley zählt nur noch die Rettung seines Netzwerkes und die Vernichtung von Talon. Er hat sich damit abgefunden, dass sich Amber für Garret entschieden, und das Band zu ihm dadurch gelöst hat. Doch auch für Riley hält das Schicksal eine großartige Wendung bereit. Inzwischen ist ihm Garret ebenfalls sehr wichtig geworden, sodass die drei ein unschlagbares Team bilden. Nach wie vor bin ich absolut begeistert von Garrets Beschützerinstinkt gegenüber Amber und auch sie würde für ihren Soldaten in den Tod gehen. Die Liebe der beiden ist weitergewachsen, was ihnen in diesem Endkampf auch sehr zu Gute kommt. Jade, den asiatischen Drachen mochte ich bereits von Beginn an, doch auch sie konnte mich in diesem Finale noch mehr für sich einnehmen. Und auch von Pearl, war ich absolut positiv überrascht. In wie weit Dante in das Geschehen eingreift, und wie er sich letztendlich entscheidet, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Alle Talon-Fans haben in Bezug auf ihn sicher dieselben Hoffnungen, wie ich sie hatte.

Je weiter die Story voranschreitet, umso nervenaufreibender und intensiver wurde diese. Ich hätte das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt, was ich zu meiner Freude auch kaum musste.
Der alles entscheidende Kampf ist definitiv gigantisch und genauso, wie ich ihn mir gewünscht habe. Dennoch hält die Autorin auch Überraschungen für ihre Leser bereit, mit denen ich nicht unbedingt gerechnet hätte. Zwei Dinge hingegen erfüllen sich genauso, wie ich mir diese ausgemalt habe, sodass ich persönlich mit dem Ende der Pentalogie mehr als zufrieden und absolut glücklich bin.

Fazit:

Mit „Talon – Drachenschicksal“ hat Julie Kagawa ein großartiges und imposantes Finale geschaffen, mit welchem ich mehr als glücklich bin. Ein weiteres Mal durfte ich Amber, Garret, Riley, ihr gesamtes Team und die verbliebenen Ordenssoldaten, bei ihrem letzten, gigantischen und alles entscheidenden Kampf gegen Talon begleiten. Ich werde die mir liebgewonnen Charaktere definitiv vermissen und nie mehr vergessen!

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158 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

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Warcross - Das Spiel ist eröffnet

Marie Lu , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Loewe, 17.09.2018
ISBN 9783785587720
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Das gigantischste Videospiel aller Zeiten begeistert die ganze Welt. Milliarden sind dem Spiel und auch den Annehmlichkeiten, die die dazugehörige Virtual Reality Brille auch im Alltag bietet, regelrecht verfallen. Hideo Tanaka, der Erfinder des Games, wird geliebt und von seinen Fans begeistert gefeiert. Jedes Jahr finden Warcross Weltmeisterschaften statt, die die Stadien füllen und die Menschen vor die Fernseher locken. Dieses Event, dass sich über einige Wochen erstreckt, ist das Highlight schlechthin! Doch dieses Jahr ist etwas anders, denn ein Hacker will das Spiel sabotieren und bringt dadurch viele Menschenleben in Gefahr.

Kopfgeldjägerin Emika soll eben diesen Hacker im Auftrag von Hideo zur Strecke bringen. Zu diesem Zweck soll auch sie als Green Card bei der Weltmeisterschaft teilnehmen. Für Emika ist es die Chance ein neues Leben zu beginnen, doch der Preis den sie dafür gewillt ist zu bezahlen, ist kein geringerer, als ihr Leben. Denn die Hetzjagd ist gefährlich und bringt die junge Frau oft an ihre Grenzen. Außerdem schleicht sich der geheimnisvolle Hideo langsam in ihr Herz, was ihre Mission nur noch komplizierter macht.

Meinung:

Marie Lus Schreibstil und ihre Art des Erzählens ist grandios. Ebenso mag ich ihren Ideenreichtum und die tollen Wendungen, die sie immer wieder in ihre Geschichten einwebt. Daher habe ich mich auch unglaublich auf „Warcross – Das Spiel beginnt“ gefreut. Gleich zu Beginn lernte ich Protagonistin Emika kennen, die ganz nach meinem Geschmack ist. Sie ist unglaublich taff und gerissen, gleichzeitig aber sensibel, gefühlvoll und absolut liebenswert. Seit dem Tod ihres Vaters, muss sich Emika nicht nur mit dessen Schulden herumschlagen, sondern versucht auch mehr schlecht als recht über die Runden zu kommen. Sie verdient als Kopfgeldjägerin ihr Geld, und auch wenn sie darin extrem gut ist, gibt es einfach zu viele Jäger, die ihr viele Jobs wegschnappen bzw. die Verbrecher vor ihr Dingfest machen. So steht es um Emikas Finanzen alles andere als gut. Kurzerhand entschließt sie sich via Hack bei der legendären Warcross Weltmeisterschaft ein wenig zu tricksen, um so an Geld zu kommen, doch leider läuft dies schief. Bereits am nächsten Tag wird sie von Warcross Schöpfer Hideo Tanaka in seine Heimatstadt eingeflogen. Er bietet ihr einen sehr lukrativen, aber auch lebensgefährlichen Job an. Emika soll einen Hacker Dingfest machen, zu diesem Zweck darf sie selbst bei der Weltmeisterschaft teilnehmen. Je mehr Emika und Hideo miteinander zu tun haben, umso stärker werden ihre Gefühle füreinander, doch auch dies birgt jede Menge Risiken.

Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, da ein Ereignis dem nächsten folgt. Schon zu Beginn ist die Geschichte rasant, dies steigert sich noch um ein Vielfaches, als die Weltmeisterschaft beginnt. Marie Lu beschreibt die Warcross Welt und die einzelnen Sequenzen bzw. Spieldurchläufe so detailreich, dass ich mir diese genau vorstellen konnte, was einfach großartig ist. Zu Emika selbst habe ich sofort eine Bindung aufgebaut, daher hat es auch unheimlich Spaß gemacht, mit ihr Tokio zu erkunden und Warcross auf dieser ganz besonderen, anderen Ebene zu spielen. Auch das Mannschaftsquartier der Phoenix Riders, Emikas Team, ist absolut faszinierend, da es über jede Menge Hightech und Spielereien verfügt. Auch die meisten Mitglieder der Phoenix Riders mochte ich total gerne. Besonders schön und auch gefühlvoll wird es, als Emika mit einem Teil ihrer Mannschaft zusammenarbeitet und sich anfreundet. Auch die aufkeimenden Gefühle zwischen Emika und Hideo sind angenehm und authentisch beschrieben, nehmen aber nicht zu viel Raum ein. Hideo ist ein sehr interessanter und geheimnisumwobener Charakter, über ihn erfährt man als Leser immer wieder nur Bruchstücke, was die Spannung zusätzlich aufrechterhält. Den größten Spannungsfaktor bietet allerdings das Game an sich und die nervenaufreibende Jagd nach Zero, welcher sehr gewieft und mysteriös ist. Ich wollte immer weiter lesen, da ich, ebenso dringend wie Emika, das Rätsel lösen und den Hacker enttarnen wollte.

Je weiter die Geschichte voranschritt, umso mehr erfährt Emika, sowohl von ihrem derzeitigen „Kopfgeldopfer", als auch von Hideos Leben, seiner Vergangenheit und der Entstehungsgeschichte seines Games. Dadurch wird der Roman noch tiefgründiger und realistischer, was ich sehr mag.

Der Showdown ist gigantisch und wunderbar nervenaufreibend. Vor allem ein Ereignis, habe ich überhaupt nicht kommen sehen. Dies ist auch eines von Marie Lus zahlreichen Talenten, sie schafft es immer wieder, mich komplett zu überraschen. Etwas hatte ich gehofft, und das dies dann tatsächlich so eingetroffen ist, wirft absolut alles durcheinander, einfach großartig!!! Ich kann es kaum mehr erwarten, das Finale zu lesen, welches zum Glück bereits im Februar erscheint.

Fazit:

Mit "Warcross - Das Spiel beginnt", hat Marie Lu einmal mehr bewiesen, was für eine großartige Autorin sie ist. Mit viel Spannung und Ideenreichtum, erzählt sie die Geschichte von Emika, der Kopfgeldjägerin und begnadeten Hackerin, die in die Warcross Weltmeisterschaft eingeschleust wird, um Zero zu schnappen, bevor dieser das Game zerstört und Millionen Menschenleben vernichtet.

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209 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

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Monsters of Verity - Dieses wilde, wilde Lied

Victoria Schwab , Bea Reiter
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Loewe, 17.09.2018
ISBN 9783785588635
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Kate und August leben in einer gigantischen Metropole, in Verity-City in den USA der Zukunft. Diese ist in verschiedene Gebiete und Territorien unterteilt. Die Familien der beiden sind verfeindet und erhalten einen immer wackliger werdenden Waffenstillstand gerade noch so aufrecht. Kate ist die Tochter eines herrischen, gefühlskalten Mannes, der hartherzig und mit strenger Hand über sein Territorium herrscht. August hingegen ist ein Monster, ein Sunai, äußerlich nicht von einem Menschen zu unterscheiden. Er wiederum lebt mit seinen Geschwistern, ebenfalls Sunai, bei einem menschlichen Paar, welches die drei wie ihre eigenen Kinder behandelt. Immer wenn ein Verbrechen, sprich eine Gräueltat begangen wird, entsteht ein weiteres Monster, von denen es insgesamt drei verschiedene Arten gibt.

Bedingt durch einige Umstände, lernen Kate und August sich kennen. Als es brenzlig wird, müssen die beiden sogar gemeinsam fliehen. Zwangsläufig halten die zwei Teenager zusammen, kämpfen gemeinsam und versuchen sich in einer Welt zu behaupten, die ihnen alles abverlangt. Sie beginnen einander zu vertrauen, bauen Vorurteile ab und bilden ein Team, bis sich die Ereignisse erneut überschlagen.

Meinung:

Da ich bereits ein Buch der Autorin Victoria Schwab gelesen habe, welches mich sehr begeistern konnte, habe ich mich wahnsinnig auf „Monsters of Verity – Dieses wilde, wilde Lied“ gefreut. Die Autorin beginnt ohne große Einführung mit ihrer Geschichte, sodass es ein wenig gedauert hat, bis ich alle Zusammenhänge, Monstergruppierungen und warum diese entstehen etc. begriffen habe. Dennoch waren mir die beiden Protagonisten schnell vertraut und vor allem zu August, konnte ich bald eine Verbindung aufbauen. Dieser ist ein extrem liebenswertes Monster, genauer gesagt ein Sunai. Er sieht aus wie ein Mensch bzw. ein ganz normaler Teenager, kann sich aber dank seines Monsterdaseins nur von Seelen der Menschen ernähren, die bereits ein Verbrechen begangen haben. Dies ist ihm allerdings zuwider, sodass er seine Mahlzeiten solange wie möglich hinauszögert. Um nicht „dunkel“ zu werden, bleibt August allerdings nichts anderes übrig, als sich zu nähren. August wäre nur allzu gerne ein ganz normaler Mensch. Er lebt mit seinen Zieheltern, seinem älteren Bruder Leo und seiner Schwester Ilsa in South City, welches wiederum sein Vater Henry leitet und beschützt. Das FEK jagt die bösen Monster, die Corsai und die Malchai. Kate, ein ganz normaler Mensch, kommt nach diversen Internatsaufenthalten, bei denen sie alles möglich angestellt hat, zurück zu ihrem Vater. Kate will sich ihm beweisen und wünscht sich sehnlichst, dass ihr Vater sie endlich wieder wahrnimmt und stolz auf sie ist, koste es was es wolle. Doch je mehr sie von ihrem Vater und den Machenschaften seines Lieblingsmonsters erfährt, umso mehr Abscheu empfindet Kate für ihren Erzeuger und den Herrscher über North City.

Als sie sich bedingt, durch einige Umstände, mit August zusammen auf der Flucht befindet und die beiden unterschiedlichen Teenager miteinander gegen diverse Monster kämpfen müssen, wird Kates Sicht auf ihren Vater und die allgemeine Situation grundlegend verändert. Mit Kate bin ich dennoch nicht vollkommen warm geworden, da sie ziemlich sprunghaft ist und nicht immer korrekt mit ihren Mitmenschen umgeht. Sie hat sich ein Stück weit selbst verloren, und versucht ihre inneren Dämonen in Schach zu halten. Dennoch mochte ich es sehr gerne, wie Kate und August ein Team bilden und sich gegenseitig unterstützen und beschützen. Die Chemie stimmt einfach und das, obwohl sie sich eigentlich hassen sollten. August habe ich definitiv mehr ins Herz geschlossen, da er sehr sensibel und sanftmütig ist und immer versucht, sich anzupassen. August ist seinen Zieheltern dankbar und bemüht sich, stets das Richtige zu tun. Daher ist er auch sofort bereit Kate zu helfen, obwohl sie eigentlich der Feind ist bzw. zu diesem gehört. Ich fand es großartig, dass es in diesem ersten Band keine Liebesgeschichte gibt. August und Kate sind zwar auf eine besondere Art miteinander verbunden und finden sich auch anziehend, dennoch sind sie nicht verliebt. Aus Feinden wird eine Zweckgemeinschaft und daraus wiederum entsteht eine schöne Freundschaft. Auch die restlichen Figuren sind gut ausgearbeitet und wirken authentisch. Sehr gerne mochte ich Augusts Eltern und seine Schwester. Wohingegen Kates Vater ein richtiges Ekel und typische Antagonist ist.

Zu Beginn, ist die Story noch recht verworren, da man sich als Leser erst zurechtfinden muss, was mich meist anspornt. Doch dies war hier leider nicht so, mir hat tatsächlich die Spannung gefehlt. Es passiert zwar immer etwas, sodass eigentlich keine Langeweile aufkommen sollte, die Motivation um weiterlesen zu wollen, war aber dennoch meist nicht vorhanden. Die Idee an sich finde ich trotzdem extrem gut, daher kann ich auch nachvollziehen, dass viele Leser davon angetan sind, mir persönlich ist die Geschichte aber doch etwas zu abgedreht und nicht so rund, wie ich sie mir gewünscht habe. Das Potential darin blieb mir aber natürlich nicht verborgen, denn die Monster entstehen nur dann, wenn sich menschliche Abgründe auftun, sprich die Menschen schreckliche Taten vollbringen. Daher ist auch die Grundstimmung sehr düster, oft brutal und angespannt. Im letzten Drittel wurde es allerdings auch für mich interessanter, da die Geschichte rasanter wird, auch wenn ich die meisten Ereignisse tatsächlich vorausahnen konnte. Einiges wird aufgedeckt und geklärt, dennoch bleiben auch Fragen offen, sodass das Ende definitiv neugierig auf den Folgeband macht.

Fazit:

Mit „Monsters of Verity – Dieses wilde, wilde Lied“, ist Victoria Schwab ein düsterer Auftaktband gelungen, der vor allem durch das geniale Setting, die Idee an sich und Monster August besticht. Mir war die Geschichte stellenweise aber doch zu freaky. Fans dieser Art von Storys werden aber garantiert großen Gefallen an diesem Buch finden.

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

Lizzy Carbon und die Qual der Wahl

Mario Fesler
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Magellan, 17.07.2018
ISBN 9783734850318
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Lizzy, inzwischen 16 Jahre alt, genießt es, das erste Mal so richtig verliebt zu sein, auch wenn ihr Freund Dominik die meiste Zeit in Bayern, in seinem Internat verbringt. Dennoch haben die beiden gemeinsame Zeit, entweder persönlich oder via Skype. Lizzys Eltern lassen sich nun endgültig scheiden, sodass die Carbonsche Harmonie nie besonders lange anhält. Für Reibereien und Zoff sorgt vor allem Mamas neuer, Lehrer Herr Wenz. Als Lizzy dann auch noch als Schulsprecherin kandidieren soll, da jemand so „freundlich“ war sie anzumelden, will sie das Missverständnis eigentlich umgehend aufklären. Doch dann bietet Lizzys ehemaliger „Klub der Verlierer“ ihr Hilfe an, wodurch die kleine Gruppe wieder vereint ist. Gemeinsam stellen sich die Freunde dieser Herausforderung und erleben eine ereignisreiche und turbulente Zeit.

Meinung:

Ich habe mich so sehr auf den finalen Band „Lizzy Carbon – Und die Qual der Wahl“ von Mario Fesler gefreut, auch wenn ich absolut traurig bin, dass diese zauberhafte Geschichte zu Ende ist. Gewohnt großartig erzählt der Autor auch dieses letzte Abenteuer der inzwischen schon ziemlich erwachsenen Lizzy. Denn diese feiert gleich zu Beginn der Geschichte ihren sechzehnten Geburtstag, ist immer noch bis über beide Ohren in Dominik verliebt und schwer damit beschäftigt, dem Wenz, ihrem ehemaligen Klassenlehrer und Mamas Neuem, aus dem Weg zu gehen. Und auch in Kristines Leben tut sich so einiges, sodass Lizzy, als deren beste Freundin, voll eingespannt ist. Als auch noch jemand Lizzy zur Schulsprecherwahl anmeldet, hat sie darauf so gar keine Lust, doch dann bildet der damalige „Klub der Verlierer“ ihr Wahlkampfteam, sodass die kleine Gruppe wieder vereint ist. Auch deren Mitglieder haben sich weiterentwickelt, sind selbstsicherer und taffer geworden, sodass sie Lizzy unterstützen wie keine andere Clique. So ist diese Zeit von Teamgeist, Zusammenhalt, fantastischer Augenblicke, aber auch von kleineren Katastrophen und Streitereien geprägt.

Auch dieser dritte Band ist einfach nur großartig!!! Ich liebe die Mischung aus humorvoll, lustig, tiefgreifend, realitätsnah und gefühlvoll. Lizzy ist einiges reifer geworden, auch wenn sie ihre Probleme mit der Beziehung ihrer Mutter zu ihrem Ex-Klassenlehrer hat und somit vor allem Victor Wenz boykottiert, wo es nur möglich ist. Unerwartet spielt ihr in Bezug auf ihn, auch ihre Kandidatschaft zur Schulsprecherin in die Hände. Außerdem ist Lizzy so richtig verliebt und erlebt mit ihrem Freund Dominik die ersten Intimitäten, was dank ihrer zahlreichen Tagebucheinträge unheimlich süß beschrieben wird. Lizzy ist auch in den anderen Bereichen ihres Lebens voller Tatendrang. So stürzt sie sich, nach anfänglichem „nicht-wollen,“ in ihre neue Aufgabe und punktet dadurch bei ihren Mitschülern. Lizzy entwickelt einen unbändigen Ehrgeiz, denn je besser sie mit ihrem Wahlprogramm ankommt, desto mehr Qualen bereitet sie damit Ex-Klassenlehrer Herrn Wenz. Und auch Krissi, deren Alltag in unerwartete Bahnen gelenkt wird, steht Lizzy stets zur Seite.

Ich habe es so sehr genossen, diese fantastische junge Frau noch einmal zu begleiten. Ich musste so oft wegen ihres Humors und ihrer erfrischenden Art grinsen, da ihre Tagebucheinträge und Erlebnisse einfach nur göttlich genial sind. Dennoch kommen auch in diesem letzten Buch die Ernsthaftigkeit und die emotionalen Momente nicht zu kurz. Denn auch in einer Beziehung ist nicht immer alles eitel Sonnenschein. Freunde streiten sich nun mal und sind eben nicht immer einer Meinung. Und natürlich ist es für Lizzy auch alles andere als schön, die Scheidung ihrer Eltern zu akzeptieren, sodass sie auch ihre Wut und ihre Traurigkeit darüber nicht immer im Griff hat. Doch Lizzy wäre nicht Lizzy, würde sie nicht auch diese Herausforderungen meistern. Auch wenn sie tatsächlich des Öfteren die Qual der Wahl hat. So ist auch der Buchtitel ganz hervorragend gewählt. Während des Wahlkampfes entwickelt sich die Teenagerin erneut ein großes Stück weiter. Es ist absolut fantastisch, wie Lizzy inzwischen auftritt, sich nie klein kriegen lässt und sich vor ihren Klassenkameraden und vor der kompletten Schule behauptet. Lizzys Selbstbewusstsein wird zurecht größer, sie ist noch cleverer, aber auch sensibler, feinfühliger und cooler. Dennoch tappt sie immer noch gerne in das eine oder andere Fettnäpfchen, was sie gewohnt zynisch und sarkastisch in ihrem Tagebuch niederschreibt. Selbstverständlich trifft Lizzy dennoch nicht immer die richtigen Entscheidungen und schießt auch ab und an über das Ziel hinaus. Umso wichtiger ist es in solchen Augenblicken, dass sie Menschen an ihrer Seite hat, die ihr den richtigen Weg weisen und ihr dabei behilflich sind, wieder Fuß zu fassen.

Auch Lizzys erste Liebe und die Beziehung zu Dominik, beschreibt Mario Fesler einfach wunderbar und absolut glaubwürdig. Es ist so goldig, den beiden „zuzuschauen“, ich fühlte mich definitiv zurückversetzt, so gelang es mir auch perfekt, Lizzys Gefühle nachzuvollziehen. Allerdings ist es auch nie schwer, sich in dieses liebens- und bemerkenswerte, chaotische Mädchen, mit all ihren Ecken und Kanten hineinzuversetzen. Auch Kristine ist wieder erfrischend und sorgt für viele geniale Szenen. Und auch die restlichen Carbon-Familienmitglieder tragen erneut dazu bei, dass auch dieser dritte Teil nichts von dem Charme seiner Vorgänger verloren hat. Ganz besonders schön fand ich es auch, dass die ehemaligen Mitglieder des „Klubs der Verlierer“, so viel Raum in der Geschichte bekamen. Ich durfte somit ihre Entwicklungen hautnah miterleben und vor allem von Carsten, bin ich ja immer noch sehr angetan. So schließt sich auch der Kreis auf ganz wunderbare Weise. Außerdem habe ich mich auch über ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten sehr gefreut.

Mario Feslers Schreibstil ist ebenfalls absolut toll, sehr mitreißend und flüssig, sodass ich dieses Finale, viel zu schnell beendet hatte. Ganz besonders hervorheben möchte ich noch, dass die komplette Trilogie sowohl Kinder, als auch Erwachsenen, lesen können und auch definitiv lieben werden. Und auch dies, gelingt so nur sehr wenigen Autoren.

Das Ende lies mich absolut glücklich, aber auch ein wenig rührselig zurück. Ich kann mir Lizzys und auch die Zukunft der Anderen perfekt vorstellen, dennoch hoffe ich, dass der Autor irgendwann doch noch einmal Lust bekommt, seine Reihe fortzusetzen. Doch bis es soweit ist, freue ich mich auf viele neue Abenteuer aus seiner Feder.

Fazit:

Mit dem Trilogie-Abschluss „Lizzy Carbon – Und die Qual der Wahl“, hat Mario Fesler ein würdiges Finale einer absolut bezaubernden, berührenden, urkomischen, herzzerreißenden, brillanten, authentischen, ehrlichen und gefühlvollen Geschichte geschrieben, die einen festen Platz in meinem Bücherregal und in meinem Herzen hat. Auch dieser letzte Band strotzt nur so vor Sarkasmus, Humor, großartigen Entwicklungen, Freundschaft und Liebe. Letztere ist auch ganz fest in mir verankert, sodass ich absolut jedem empfehlen kann, diese fantastische Reihe zu lesen und Lizzy bei ihren Erlebnissen zu begleiten.

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160 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 96 Rezensionen

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Der Welten-Express 1

Anca Sturm , Bente Schlick
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 31.08.2018
ISBN 9783551654113
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Inhalt:

Die 13-jährige Flinn führt ein sehr einsames und abgeschiedenes Leben. Sie wohnt mit ihrer Mutter und ihren jüngeren Brüdern in Weidenborstel, einem Ort buchstäblich im Nirgendwo. Vor zwei Jahren verschwand Flinns großer Bruder Jonte spurlos. Einziger Anhaltspunkt ist eine Postkarte von ihm mit einem seltsamen Spruch auf der Rückseite und einem wunderschönen Zug auf der Vorderseite. Seit Jontes Abwesenheit verbringt Flinn die meisten Nächte auf dem kleinen, abgelegenen Bahnhof. Sie ist immer noch voller Hoffnung, dass ihr Bruder eines Tages zurückkommt oder sie doch noch einen Hinweis auf seinen Verbleib findet. Flinns Mutter kümmert sich kaum noch um ihre Kinder, so bekommt sie von den nächtlichen Ausflügen ihrer Tochter auch nichts mit bzw. sind ihr diese egal.

Eines Nachts begegnet Flinn am Bahnhof einem geisterhaft aussehenden Tiger. Noch ehe sie diesen Schock wirklich verdauen kann, fährt der Zug auf Jontes Karte in den Bahnhof ein. Kurzerhand springt Flinn auf diesen auf und ist somit als Passagier ohne Zugticket unterwegs. So lernt Flinn zunächst auch Fedor kennen und kurze Zeit später auch Pegs und Kasim. Die drei entpuppen sich bald als Freunde und wichtige Verbündete. Doch nicht alle Schüler und Lehrer im "Welten-Express", einem fahrenden Internat für Jugendliche mit großem Potential, sind ihr zugetan, da sie kein offizielles Ticket erhalten hat. Dennoch schafft es Flinn, dass sie zunächst an Bord bleiben darf und so beginnt ihre aufregende Suche nach Jonte.

Meinung:

Das wunderschöne Cover von „Der Welten-Express“ von Anca Sturm so wie der toll klingende Inhalt, machten mich unheimlich neugierig auf dieses Buch. Da es durchaus Parallelen zu „Harry Potter“ und auch zu „Der Polarexpress“ gibt, was mich persönlich aber nicht störte, erhoffte ich mir aufregende und fantastische Lesestunden. Das Setting des fahrenden Zuges, der viele Länder der Welt bereist, ist wunderschön und die zahlreichen magischen Dinge, versprühen einen Zauber, dem ich sofort verfallen bin. Hier hat die Autorin auch definitiv aus dem Vollen geschöpft und Ideenreichtum bewiesen.

Gleich zu Beginn der Geschichte lernte ich die 13-jährige Flinn kennen, die es nicht wirklich leicht hat. Sie lebt mit ihrer Mutter und den jüngeren Halbbrüdern in Weidenborstel, einem recht einsamen Ort in Deutschland. Ihr großer Bruder Jonte ist vor zwei Jahren plötzlich spurlos verschwunden. Das einzige Lebenszeichen von ihm ist eine Postkarte auf welcher ein Zug abgebildet ist. Diese Karte ist einige Wochen nach seinem Verschwinden bei der Familie eingetroffen. Seit dem Verlust ihres Sohnes, hat sich die Mutter noch weniger um ihre Kinder gekümmert, sodass sich Flinn regelrecht unerwünscht und unbedeutend fühlt. Flinn vermisst Jonte unbändig, da er sie immer verstanden und zu ihr gehalten hat. Daher verbringt sie auch jede Nacht auf dem kleinen Bahnhof, immer in der Hoffnung, dass ihr Bruder wie durch ein Wunder zurückkommt. Als sie eines Nachts an besagtem Bahnhof sitzt, begegnet ihr ein geistähnlicher Tiger. Doch Flinn hat kaum Zeit, sich vor dem Tier zu fürchten, denn es passiert etwas Unglaubliches. Ein Zug, welcher genauso aussieht wie auf Jontes Postkarte, fährt ein. Völlig überrumpelt beschließt Flinn auf den Zug aufzuspringen, bevor dieser ihr kleines Dorf wieder verlässt. Es gibt nur ein Problem, Flinn hat kein Zugticket. Dies wird ihr auch schnell zum Verhängnis, als sie am nächsten Morgen von der Schaffnerin Madame Florett in die Mangel genommen wird. Doch zu diesem Zeitpunkt hat der gigantische Zug Weidenborstel längst hinter sich gelassen. Der Kohlenjunge Fedor war so freundlich und hat Flinn die Nacht über in seiner Hängematte versteckt. Bei ihm fühlt sich Flinn auch sogleich wohl und geborgen. Als sie auch noch Freundschaft mit Pegs und Kasim schließt, steht Flinns Entschluss unumstößlich fest, sie will Jonte finden. Denn sie ist sich sicher, dass ihr Bruder ebenfalls Schüler des "Welten-Expresses", dem fahrenden Internat, als welches sich der Zug entpuppt, gewesen ist.

Viele der anderen Schüler behandeln Flinn, die ein Bleiberecht von zwei Wochen bekommt, von oben herab und besonders mit Madame Florett, die Flinn für eine Schnüfflerin hält, versteht sich die Teenagerin überhaupt nicht. Und auch Garabina, die extrem überheblich und zickig ist, piesackt Flinn wo sie nur kann.

Ich konnte Flinn und ihren Wunsch, Jonte zu finden absolut nachvollziehen. Und auch, dass sie sich wegen ihrer Vergangenheit klein und unbedeutend fühlt, verstand ich, dennoch wurde ich mit ihr nicht richtig warm. Oft macht sie z. B. Äußerungen, die ihr Gegenüber kränken oder verärgern und das weiß sie auch, dennoch stellt Flinn dies dann nicht klar. Leider kam es außerdem immer wieder vor, dass ich ihre Handlungen nicht greifen konnte. Das wurde erst im späteren Teil des Buches ein wenig besser. Denn langsam aber stetig verwandelt sich Flinn in einen liebenswerteren Menschen. Sie wird selbstbewusster, packt an und verhält sich auch gegenüber ihren Mitmenschen etwas angenehmer.

Pegs und Kasim hingegen, mochte ich von Anfang an echt gerne, aber auch zu ihnen hatte ich traurigerweise kaum eine Bindung. Mir gefiel es allerdings sehr, dass die beiden Flinn so schnell als Freundin aufnehmen und sie auch bedingungslos in allem unterstützen und ihr bei der Suche nach Jonte so tatkräftig halfen. Auch das Verhältnis zu Fedor wird immer enger, sodass auch er Flinn zur Seite steht, so gut er kann. Im Laufe der Geschichte erfährt der Leser auch mehr von den Dreien, auch dies ist absolut positiv, da ich ihnen so zumindest näherkam. Die Lehrer fand ich durchweg seltsam, für mich verhalten sich diese nicht wirklich wie Erwachsene. Allen voran missfiel mir Madame Florett, mit ihrer strengen und freakigen Art. Sie schläft sehr wenig, geistert nachts auf den Gängen herum, ist herrisch und verfolgt ihre eigenen Ziele. Sie ist die typische Antagonistin, daher passt ihre Rolle natürlich, dennoch ist sie mir zu abgedreht. Ich hätte es genial gefunden, wenn sie etwas unheimlicher gewesen wäre. Auch Rektor Daniel, der es nicht mag, mit Mr. Wheeler angesprochen zu werden, war mir meist suspekt. Er ist zwar sehr freundlich gegenüber Flinn, den anderen Schülern und Lehrkräften, benimmt sich meiner Meinung nach aber selten wie dies der Leiter eines Internats tun sollte. Entweder sind die Lehrer zu streng und geradezu biestig, oder sie verhalten sich zu lasch und so, als ob es ihnen nicht besonders wichtig ist, ihren Schützlingen die großartigen Fächer und Werte der Schule näher zu bringen. Auch das Gebaren von Flinns Mutter hat mir von Anfang an kein Stück gefallen, erschien mir aber auch im weiteren Verlauf nicht wirklich logisch. So erging es mir zu meinem Bedauern auch bei manchen Handlungssträngen.
 
Ich habe mir ein spannendes und gerade auch für Kinder aufregendes Abenteuer gewünscht, doch leider plätschert die Story meist eher dahin, und das obwohl eigentlich recht viel passiert. So fehlte mir oft der Antrieb und die Motivation des Weiterlesens. Und auch dies ist einfach nur schade, weil der "Welten-Express" eine absolut tolle, heimelige und magische Atmosphäre bietet, derer ich mir auch stets bewusst war. Ich konnte die Magie und die Gemütlichkeit, die von den einzelnen Abteilen ausgeht, durchaus spüren. Der "Übersetzer", der es im Zug und in seiner unmittelbaren Umgebung möglich macht, sämtliche Sprachen zu verstehen, die Buchstaben und Bilder, die sich von selbst bewegen, die kleinen Lämpchen in den Klassenzimmern, die Nischen im Studierzimmer, die Schuluniform und die kuscheligen Schlafanzüge, um nur ein paar Dinge zu nennen, machen dieses fahrende Internat zu einem Wohlfühlort. Nachts verwandelt sich der Express allerdings in eine unheimlichere, mystischere Version seiner selbst. Es gibt viel zu entdecken und auch zu bestaunen, auch dieser Aspekt gefiel mir sehr. Denn so wird die Suche nach Jonte und dem Folgen der kleinen Hinweise durchaus interessant. Allerdings konnte ich hier wiederum nicht verstehen, warum Flinn nicht zumindest einen Teil der Belegschaft, zum Beispiel den wirklich netten Koch Ratefy oder den Hausmeister Curly um Hilfe bittet und ins Vertrauen zieht.  

Das Setting ist, wie ich bereits erwähnt habe, wirklich ein Traum. Ich konnte mir den "Welten-Express" extrem gut und auch schön bildlich vorstellen. Ich spürte die Magie in jeder einzelnen Zeile. Es ist großartig und von Anca Sturm auch wundervoll beschrieben, wie der Zug die einzelnen Länder durchquert und die unterschiedlichsten Bahnhöfe, mit den verschiedenen Läden und Geschäften ansteuert.

Es steckt so unglaublich viel Potential in dieser Geschichte, daher hoffe ich so sehr, dass sich die Autorin in den Folgebänden großzügig davon bedient. Außerdem wünsche ich mir auch aus tiefstem Herzen, dass sie ihren Charakteren mehr Tiefgang und Echtheit verleiht, denn um ein Buch wahrhaft zu lieben, muss ich vor allem auch die Protagonisten lieben (können) und mich mit ihnen verbunden fühlen.

Das Ende ist wirklich schön und ich war auch absolut gerührt, auch wenn ich mir so ungefähr vorstellen konnte, wie dieser Auftaktband aufhören wird. Der Schluss macht auch absolut neugierig auf die Fortsetzung. Es gibt auch so einige ungeklärte Fragen, deren Antworten mich brennend interessieren.

Fazit:

"Der Welten-Express" von Anca Sturm überzeugt vor allem durch das fantastische, zauberhafte Setting und die grandiose Idee. Leider hatte ich weder zu Protagonistin Flinn, noch zu den anderen Charakteren, einen Bezug oder wurde gar warm mit ihnen, was wirklich schade ist. Es steckt allerdings durchaus Potential in diesem ersten Band, daher hoffe ich sehr darauf, dass die Personen in den Folgebänden mehr Tiefgang entwickeln und ich sie auch ins Herz schließen kann. 

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128 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 68 Rezensionen

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Liebe ist so scheißkompliziert

Sabine Schoder
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 22.08.2018
ISBN 9783733504069
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Nele ist siebzehn und 1,90 m groß. Ihre Größe macht ihr oft zu schaffen, sodass sie an Komplexen leidet und alles dafür tun würde, um kleiner zu sein. Meist versucht Nele daher möglichst unsichtbar zu bleiben und zieht sich von allen zurück. Einzig ihr Nachbar und bester Freund Tom, kann sie ab und an aus ihrem Schneckenhaus und ihrer Komfortzone herauslocken. Durch einige Zufälle trifft Nele immer wieder auf Jerome, Basketball-Genie und 2,06 groß. Von Jeromes Aussehen und seiner Größe ist Nele sofort fasziniert, doch hält sie ihn zunächst für einen Angeber.

Auf einer Party, zu der sie von Tom geschleppt wird, nimmt Nele versehentlich Drogen. So kommt es auch, dass sie und Jerome sich küssen. Doch am nächsten Tag kursiert ein Video im Netz, das Nele eindeutig zu leicht bekleidet zeigt. Der vermeintlich Schuldige, Jerome!

Meinung:

Ich habe „Liebe ist was für Idioten. Wie mich.“ und „Sowas passiert nur Idioten. Wie uns.“ geliebt bzw. tue es noch, daher habe ich mich unglaublich darüber gefreut, mit „Liebe ist so scheiss kompliziert“ einen weiteren Roman aus der Feder von Sabine Schoder zu lesen. Protagonistin Nele, die im wahrsten Sinne des Wortes ein großes Problem hat, war mir sofort super sympathisch. Durch ihre stattliche Größe von 1,90 m überragt sie nicht nur ihre Eltern und ihre jüngere Schwester Lea, sondern auch alle Mädels und so gut wie jeden Jungen und Mann, auch an ihrer Schule. Als sie auf dem Weg zu den Turnsälen auf den 2,06 m großen Jerome trifft, löst das in ihr mehrere Gefühle gleichzeitig aus. Durch einige Ereignisse begegnen sich die beiden immer wieder, auch auf einer Party, an deren Teilnahme Nele quasi durch ihren besten Freund Tom gezwungen wird. Als Nele aus Versehen Drogen zu sich nimmt, kommt es zu einem Kuss und zur ersten innigen Begegnung zwischen ihr und Jerome. Als am nächsten Tag ein Video im Netz auftaucht, das Nele leicht bekleidet zeigt, kann dieses eigentlich nur von Jerome stammen. Doch es kommt alles noch viel schlimmer.

Die Chemie zwischen Nele und Jerome ist sofort spürbar, doch Nele hält ihn zunächst für einen Angeber und Weiberheld. Aufgrund dessen, dass Jerome der Starbasketballer der Schule ist, fliegen ihm die Mädchenherzen, auch die der Jüngeren, nur so zu. Doch Jerome ist eher verschlossen und gerne für sich, auch wenn er mit seiner Mannschaft ein gutes Team bildet. Als Nele mehr Zeit mit Jerome verbringt, lernt sie ihn von seiner anderen, verletzlichen, Seite kennen. So kommt es schließlich auch dazu, dass sich die beiden näherkommen. Da ich dank Sabine Schoders beiden Erstlingswerken ihre Charaktere ziemlich gut einschätzen kann, wusste ich, dass Jerome ein sehr facettenreicher Protagonist ist, der bestimmt schon so einiges erlebt hat. Denn seine raue Schale und seine ab und an ruppige, brutale Art, verbergen sein wahres Ich und seinen Schmerz ziemlich gut. Erst Nele schafft es, durch Jeromes Schutzschicht zu dringen und erfährt dadurch, auch nach und nach die Wahrheit über ihn.

Durch das Video und andere seltsame Vorkommnisse in der Schule, wurde meine Neugierde sofort geweckt. Zum einen war ich absolut gespannt, was es mit den sonderbaren Aktionen auf sich hat und zum anderen steht Nele durch das Video im Fokus ihrer Mitschüler, was für sie extrem unangenehm ist. So konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, da ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht und wie Nele und Jerome zueinanderfinden. Denn dass sie es tun, ist ja kein Geheimnis, denn schließlich handelt es sich bei „Liebe ist so scheiss kompliziert“ um einen Liebesroman. Sabine Schoders Bücher sind allerdings alles andere als seicht und so machte ich mich auf eine Bandbreite an Emotionen gefasst. Außerdem war mir auch sofort klar, dass es Nele und Jerome bestimmt nicht leicht haben werden und einige Rückschläge einstecken müssen.

Umso mehr ich von Jeromes Leben erfuhr, umso mehr konnte ich ihn und sein Handeln verstehen, und so habe ich ihn schließlich auch sehr in mein Herz geschlossen. Denn Jeromes Lebensgeschichte ist wirklich herzzerreißend. Und trotz, oder gerade wegen all der Dinge, die er erlebt hat, ist er ein großartiger Kerl, der sich um andere kümmert und seine Umwelt auch bewusst wahrnimmt. Da aber niemand an der Schule den echten Jerome kennt, dauert es auch eine ganze Weile, bis es Nele gelingt, sein Vertrauen zu gewinnen. Doch dann nimmt die Geschichte nochmals an Fahrt auf, die Gefühle werden intensiver und es passiert vieles auf einmal. Ein paar Dinge konnte ich vorausahnen, dennoch hat mich Sabine Schoder auch definitiv überrascht.

Einen Großteil der Geschichte nimmt auch Neles Familie ein. Mit Lea, ihrer dreizehnjährigen Schwester zofft sie sich, besonders in letzter Zeit, sehr oft. Neles Eltern mochte ich extrem gerne, da sie für ihre Töchter alles tun und sehr fürsorglich und liebevoll sind.

Sabine Schoders Schreibstil ist gewohnt angenehm und trotz der vielen ernsten Momente, auch locker und humorvoll. Denn der Humor kommt absolut nicht zu kurz. Genau diese Mischung aus Leichtigkeit und Tiefgang, ist ein besonders schönes Merkmal ihrer Geschichten. Das Ende ist mehr als nur passend und hat mir auch unglaublich gut gefallen, sodass ich auch das dritte Buch der Autorin absolut empfehlen kann.

Fazit:

Auch mit „Liebe ist so scheiss kompliziert“ hat mir Sabine Schoder, dank ihres schönen Schreibstils, ihrer Art des Erzählens und dem fantastischen Inhalt, wundervolle Lesestunden beschert. Die Geschichte sowie die beiden Protagonisten Nele und Jerome, stecken voller Gefühl und Tiefgang, berühren und sind dabei absolut authentisch und zu keiner Zeit kitschig.

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544 Bibliotheken, 37 Leser, 0 Gruppen, 84 Rezensionen

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Thalamus

Ursula Poznanski
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.08.2018
ISBN 9783785586143
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Der siebzehnjährige Timo erwacht nach einem Unfall und einer Narbe an seiner Schädeldecke. Er kann zwar klar denken, doch seine Motorik wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Außerdem kann er sich nicht mehr artikulieren, er stößt nur noch an ein Tier erinnernde Laute aus. Aus diesem Grund wird Timo in das Rehabilitationszentrum Marktwaldhof geschickt, dessen Heilungsquote außerordentlich hoch ist.

Der Teenager kommt in dem weit abgelegenen Zentrum bald gut zurecht. Von seinem unbändigen Willen, schnell zu genesen angetrieben, ist er meist optimistisch und findet mit seiner offenen Art auch rasch Freunde, die oft ähnliche Schicksale wie das Seine erlitten haben.

Doch in der Nacht gehen in Markwaldhof seltsame Dinge vor sich. Sein im Wachkoma liegender Bettnachbar Magnus steht plötzlich auf und auch Timo fühlt sich nachts stärker, kann sich ohne Rollstuhl und Krücken bewegen. Dieses Phänomen beobachtet er auch bei den anderen Patienten, doch leider gelingt es ihm auf Grund seiner fehlenden Sprache lange nicht, sich den Anderen mitzuteilen. Die Ärzte und auch das Pflegepersonal scheinen von den Vorkommnissen nichts mitzubekommen, sodass Timo zunächst an sich und seiner korrekten Wahrnehmung zweifelt. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse, als ein Patient stirbt und es auch anderen, bereits beinahe Geheilten, zusehends schlechter geht.

Meinung:

Als großer Fan von Ursula Poznanskis Geschichten und ihrem wundervollen Schreibstil, war für mich natürlich sofort klar, dass ich auch ihr neuestes Werk „Thalamus“ unbedingt und auch schnellstmöglich lesen muss. Der Einstieg fiel mir gewohnt leicht und so erlebte ich mit Protagonist Timo nicht nur seinen schweren Motorradunfall, sondern auch die schwierigen Stunden nach seiner Operation hautnah mit. Timo hat großes Glück, er erholt sich langsam, aber stetig. Da er ein Schädelhirntrauma erlitten hat, sind sowohl seine Motorik als auch sein Sprachvermögen stark in Mitleidenschaft gezogen, wodurch er einen Platz im begehrten Rehabilitationszentrum Markwaldhof bekommt. Die Kurklinik ist für ihre hohe Heilungsquote bekannt und so ist Timo voller Hoffnung, dass er bald wieder gehen und vor allem auch wieder sprechen kann. Bereits nach kürzester Zeit, macht Timo große Fortschritte, sodass er sich zunächst per Rollstuhl und nach einigen Tagen sogar per Krücken fortbewegen kann. Nur sein Sprachzentrum lässt ihn nach wie vor im Stich, sodass nur unverständliche Worte aus seinem Mund kommen, wenn er versucht zu sprechen. Dies frustriert Timo sehr, doch er findet schnell Freunde und Gleichgesinnte, sodass er sich bald nicht mehr alleine fühlt und verbissen an seiner Genesung arbeitet.

Eines Nachts beobachtet Timo, wie sein im Wachkoma liegender Bettnachbar, dieses verlässt und sogar mit ihm spricht. Zunächst denkt Timo, dass er halluziniert, was nach schweren Hirnverletzungen keine Seltenheit ist. Doch als Timo Magnus des Öfteren dabei zusieht, wie dieser des Nachts herumspaziert, während er sich tagsüber nicht mehr bewegen kann, wird ihm klar, dass etwas ganz und gar nicht stimmt bzw. mit rechten Dingen zugeht. Zusätzlich zu Maguns Ausflügen gesellen sich diverse Schlafwandelattacken der anderen Patienten und auch von ihm selbst hinzu, was ebenfalls äußerst merkwürdig ist. Zusätzlich dazu beginnt Timo in seinem Kopf eine Stimme zu hören, die ihm Dinge erzählt, die er gar nicht wissen kann. Als plötzlich ein als beinahe geheilter Patient stirbt, verstärkt Timo seine Recherchebemühungen noch und versucht seinen Freunden, ganz ohne Sprache oder Schreibmöglichkeiten, klarzumachen, was vor sich geht. Im weiteren Verlauf werden auch die Anderen misstrauisch und so versuchen die Teenager gemeinsam das Rätsel zu lösen. Dabei stoßen sie auf sehr interessante und zugleich schockierende Wahrheiten.

Schon nach den ersten Seiten konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Dies lag zum einen an der spannenden und mysteriösen Handlung und zum anderen an dem genial gewählten Setting der Rehaklinik Markwaldhof. Das Zentrum liegt weit abgelegen von anderen Häusern, umgeben von einem Wald, im buchstäblichen Nirgendwo. Gebannt verfolgte ich Timos Bemühungen und rätselte mit ihm, was es mit den vorwiegend nächtlichen Aktivitäten der Patienten und deren plötzlicher Agilität auf sich hat, die am Tag viel weniger, bis gar nicht mehr vorhanden ist. Außerdem war ich extrem gespannt darauf zu erfahren, warum Timo so plötzlich diese Stimme hört und wie dies mit den restlichen seltsamen Geschehnissen zusammenpasst. Mir hat es auch sehr gut gefallen, wie sich Timo zunächst mit Carl und schließlich auch mit den Mädels Mona, Valerie und Tamara sowie Georg anfreundet und wie auch der dreizehnjährige Jakob ein wichtiger Verbündeter und Helfer wird. Ich konnte sofort eine Bindung zu Timo aufbauen und seine Ängste und Sorgen vollkommen nachvollziehen. Seine anfängliche Hilflosigkeit, die vor allem durch das fehlende Sprachvermögen sowie die immensen Schwierigkeiten beim Schreiben, welches ihm kaum bis gar nicht gelingt, herrührten, bescherten mir regelmäßig einen dicken Klos im Hals. Umso bewundernswerter ist es, dass Timo nicht aufgibt und abgesehen von kleinen Rückschlägen, verbissen kämpft. Auch die anderen Charaktere, allen voran Carl und Mona habe ich ins Herz geschlossen. Wie gewohnt sind alle Personen absolut authentisch und tiefgründig, was mir besonders wichtig ist. Ein Teil des Ärztetrupps hingegen war mir suspekt, definitiv zurecht!

Ich liebe es, wie Ursula Poznanski ein aktuelles Thema, das uns in naher Zukunft tatsächlich beschäftigen könnte, und welches bereits erforscht wird, in ihren Geschichten verwebt, wie sie ihre Fantasie spielen lässt und wie dadurch eine mitreißende und fesselnde Story entsteht, die es so oder zumindest in der Art, bald tatsächlich geben könnte. Denn dadurch entwickelt sich schnell eine packende und bedrohliche Atmosphäre, die mir mehr als einmal eine Gänsehaut beschert und meine Nerven strapaziert hat. Außerdem fand ich es extrem gut, wie die Autorin die medizinischen Dinge erklärt hat, sodass sie auch ein Laie, wie ich, verstehen und die Prozesse auch nachvollziehen konnte.

Immer wieder hatte ich Ahnungen, die sich ab und an sogar als richtig erwiesen. Mit anderen Dingen hatte ich so gar nicht gerechnet! Ursula Poznanski schafft es immer wieder mich mit ihren Geschichten und den darin vorhandenen Ereignissen in die Irre zu führen, ein weiterer Pluspunkt für ihre Bücher und ihre Genialität. Ich hätte mir noch ein wenig mehr Grusel - und Schockmomente gewünscht. Ich bin mit dem Ende und der letztendlichen Auflösung aber sehr zufrieden.

Fazit:

Wie nicht anders zu erwarten war, hat mich Ursula Poznanski mit ihrem Roman "Thalamus" sehr begeistern können. Das Thema ist erneut genial gewählt und das Setting dafür einfach perfekt. Gleich zu Beginn erfasste mich eine Grundspannung, die durchweg erhalten blieb. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, gemeinsam mit Timo und seinen Freunden die mysteriösen Vorkommnisse und Rätsel zu lösen, die sich tief hinter den Mauern von Markwaldhof verbergen.

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276 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

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Beautiful Liars - Gefährliche Sehnsucht

Katharine McGee , Franziska Jaekel
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 20.06.2018
ISBN 9783473401642
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Avery, Leda, Rylin und Watt versuchen nach dem schrecklichen Ereignis in jener rauschenden Partynacht, irgendwie mit ihrem Leben weiterzumachen. Auch wenn alle vier ihre eigenen Geheimnisse bewahren und ihre Interessen verfolgen, sind sie durch diese Nacht zwangsläufig untrennbar miteinander verbunden. Avery muss weiterhin ihre große Liebe verläugnen, um ihre Familie zu schützen. Leda kämpft verbissen und an allen Fronten um den Schein zu wahren, stets die Angst im Nacken, nun endgültig alles und jeden zu verlieren. Rylin, die plötzlich die Chance bekommt, wieder zur Schule zu gehen, steht unter anderem vor der Herausforderung, dass sie Cord nun wieder des Öfteren über den Weg läuft. Und Watt könnte seine ohnehin ungewisse Zukunft am MIT aufs Spiel setzen, sollte Nadia entdeckt werden.

Während all dessen, taucht plötzlich die Neureiche Calliope samt Mutter Elise im Tower auf. Sie bringt mit ihrer undurchsichtigen Art so einiges durcheinander. Im Verborgenen agiert eine junge Frau, die unerbittlich zuschlägt, als sich ihr die Gelegenheit bietet, denn sie will nur eines, Rache.

Meinung:

Den glamourösen und spannenden ersten Band „Beautiful Liars – Verbotene Gefühle“ von Katharine McGee habe ich unheimlich gerne gelesen, da es einfach Spaß macht, in die Zukunftswelt der Reichen und Schönen einzutauchen. Schon allein das Setting ist atemberaubend und absolut faszinierend. Die moderne und geniale Technik, die der Tower bietet, lässt die Welt um die Jugendlichen Avery, Leda, Rylin und Watt gerade zu erstrahlen. Das aber längst nicht alles eitel Sonnenschein ist, wird spätestens dann klar, wenn man die sehr unterschiedlichen Protagonisten das erste Mal begleitet. Und auch wenn besonders Avery und Leda in Reichtum schwimmen, war mir schnell bewusst, dass es auch die beiden oft nicht leicht haben, so auch in diesem Folgeband. Denn Liebe, Freundschaft, Verständnis und Vertrauen, kann man sich nicht erkaufen. Beide Teenagerinnen werden aber durchaus von ihren Eltern geliebt, dennoch müssen sie natürlich so funktionieren, wie diese es wünschen. Rylin und Watt hingegen führen beide ein Durchschnittsleben. Sie wohnen in den unteren Etagen und müssen für ihren Lebensunterhalt aufkommen. Watt lebt mit seinen Eltern und den jüngeren Geschwistern, wohingegen Rylin eine Waise ist, bereits legal als erwachsen gilt, und die Vormundschaft für ihre kleine Schwester hat. Auf den ersten Blick haben die Leben der beiden sowie Averys und Ledas nichts gemeinsam. Und doch treffen sie immer wieder aufeinander, auch in jener schicksalhaften Partynacht, deren Ausgang sie für immer untrennbar miteinander verbunden hat.

„Gefährliche Sehnsucht“ schließt fast nahtlos an den ersten Teil an. Zu Beginn erhält der Leser anhand eines Prologs Einblicke in eine Szene, die erst zum Ende des Buches hin aufgeklärt wird. Dadurch wurde bei mir natürlich sofort wieder die Neugierde geweckt, denn was dort passiert, bescherte mir eine dicke Gänsehaut.

Es ist somit auch nicht allzu viel Zeit nach jenem schrecklichen Ereignis vergangen. Schon nach den ersten Zeilen hatte ich wieder Bezug zu den vier Protagonisten, die ich tatsächlich alle ins Herz geschlossen habe, auch wenn ich von einer Person bzw. ihrem Handeln, doch geschockt war. Ich konnte mich erneut ganz wunderbar in alle hineinversetzen, dies lag vor allem auch daran, dass die Geschichte im Wechsel aus allen Perspektiven erzählt wird, was mir unheimlich gut gefällt und bei der etwas größeren Anzahl an Hauptpersonen mehr als passend ist. Dadurch verstand ich ihre Gedankengänge, erlebte intensiv mit, was Rylin, Leda, Watt und Avery fühlten, was sie glücklich machte und was sie ängstige. Gebannt verfolgte ich die weiteren Ereignisse, die meist Schlag auf Schlag folgten. Erneut machen die Vier so einiges, auch die eine oder andere Wandlung, durch. Besonders Leda verändert sich wieder sehr zum Positiven, worüber ich definitiv froh bin. Avery tat mir meist sehr leid, denn sie versucht verzweifelt an ihrer Liebe festzuhalten, obwohl sie weiß, wie schwierig dies ist, einfach herzzerreißend! Watt und sein Quantencomputer Nadia ließen mich des Öfteren schmunzeln. In Gefahrensituationen und bei Recherchen erweist sich Nadia allerdings auch als sehr nützlich. Und Rylin bekommt eine tolle Chance, die sie mehr als nur verdient hat. Ich habe mich sehr für sie gefreut, zumal sie nun auch die Möglichkeit hat, etwas wieder gut zu machen. Mehr möchte ich zu den einzelnen Personen gar nicht verraten. Alle Vier bzw. mit Calliope fünf, durchleben aber eine Bandbreite an Emotionen, die es oft in sich haben. Auch die Beziehungen der Protagonisten untereinander verändern und vertiefen sich, die Grenzen verschwimmen und lassen zum Teil viel Raum für neue, unerwartete Bindungen. Auch dieser Aspekt hat mir unglaublich gut gefallen, da ich nicht alles so erwartet hatte.

Auch Calliope, aus deren Sicht ebenfalls erzählt wird, bringt viel frischen Wind und neuen Schwung in die Geschichte. Zunächst war sie mir ein wenig suspekt, doch umso näher ich sie kennenlernte, umso mehr mochte ich sie. Ich konnte ihre Sehnsüchte und den Wunsch nach einem geregelten Leben absolut verstehen. Sie hat es allerdings auch faustdick hinter den Ohren.

Selbstverständlich passieren den Hauptpersonen viele extreme Dinge und sie stecken in Situationen, in denen ich bzw. die meisten Menschen sich niemals wiederfinden würden, doch genau dies macht unter anderem auch den Reiz von „Beautiful Liars“ aus. Ich konnte vollkommen in die Story eintauchen und verfolgte gebannt, was wohl als nächstes passieren würde. Natürlich steckt auch dieser zweite Band voller Intrigen, Dramen, Spannung und Nervenkitzel, aber auch voller Freundschaft und Liebe. Katharine McGee hat auch in dieser Fortsetzung einmal mehr die perfekte Mischung aus Gossip und Gefühl geschaffen. Ihre Charaktere sind extrem gut ausgearbeitet, sodass sich auch der stetige Erzählwechsel perfekt einfügt.

Ganz besonders toll und faszinierend finde ich nach wie vor die futuristische Welt, in die mich die Autorin ein weiteres Mal entführte. Es gibt so viele grandiose „Erfindungen“ wie z. B. nicht schmelzenden Schnee, selbstfahrende Schlitten, Live-Tattoos oder Stimmungsblumen, um nur einige wenige zu nennen, die mich rundum begeistern konnten. Und auch die Gebäude mit all ihren Raffinessen, bieten viel Spielraum für die eigene Vorstellungskraft. Der Ideenreichtum von Katharine McGee scheint wirklich unerschöpflich zu sein.

Wie ja bereits erwähnt, schürte der vorangegangene Prolog gleich zu Anfang die Spannung, die in einem Finale gipfelt, dass mich ein weiteres Mal den Folgeband und somit das große Finale herbeisehnen lässt.

Fazit:

Auch mit dem Zwischenband der „Beautiful-Liars-Reihe - Verbotene Gefühle“ konnte mich Autorin Katharine McGee sehr begeistern. Erneut tauchte ich gemeinsam mit den fünf Protagonisten, in deren Welt und Leben, im gigantischen 1.000 Stockwerke hohen Tower, ein. Ich durchlitt mit ihnen eine Achterbahn der Gefühle, erlebte Intrigen und Machtspiele, aber auch Zusammenhalt, Freundschaft und Liebe. Abgerundet wird diese rasante Geschichte mit einem gigantisch – tollen Setting, dass ich nach wie vor unheimlich faszinierend finde.

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One of Us Is Lying

Karen M. McManus , Anja Galić
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei cbj, 26.02.2018
ISBN 9783570165126
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Die fünf Jugendlichen Bronwyn, Addy, Nate, Cooper und Simon müssen gemeinsam nachsitzen. Simon, der Betreiber einer berüchtigten Gossip App postet ständig den neuesten Klatsch und Tratsch der Bayview High. Er hat dadurch schon sehr viele Skandale aufgedeckt und Mitschüler bloßgestellt. Als Simon während des Nachsitzens plötzlich zusammenbricht und wenig später im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes. Simon hatte geplant, am nächsten Tag einen weiteren Post onlinezustellen, in dessen Fokus Bronwyn, Addy, Nate und Cooper stehen. Jeder der Vier hat ein Geheimnis und somit auch ein Motiv. Das Leben der Highschool Schüler verändert sich schlagartig und unwiderruflich.

Meinung:

Da ich es liebe zu rätseln, lese ich spannende Jugendthriller echt gerne. „One of us is lying“ von Karen M. McManus klang bereits aufgrund des Inhaltes nach einer Geschichte ganz nach meinem Geschmack, da ich andere Bücher und Serien dieser Art, extrem mag. Bereits nach kürzester Zeit lernte ich die Protagonisten Bronwyn, Addy, Nate und Cooper kennen. Alle Vier waren mir auch auf Anhieb sympathisch, so fiel es mir schwer, eine(n) von ihnen als Mörder zu betrachten. Geheimnisse, die niemand erfahren sollte, haben sie allerdings alle. Da die Story aus allen vier Perspektiven erzählt wird, lernte ich die Charaktere und ihre Gedanken immer intensiver und besser kennen. Ich fühlte und litt sehr schnell mit ihnen, denn ihre Geheimnisse und die Bewältigung des Alltags nach dem plötzlichen Tod von Simon, belasten die Jugendlichen sehr. Aus einem scheinbar harmlosen Nachsitzen, wird eine Hetzjagd durch die Medien, durch ihre Mitschüler und zum Teil auch durch die eigenen Freunde. Die Hauptcharaktere verändern sich dadurch sehr, sie werden reifer, reflektieren ihr bisheriges Leben und tun sich im Laufe der Polizeirecherchen irgendwann zusammen. Auch dieser Aspekt gefiel mir sehr gut, da Bronwyn, Addy, Nate und Cooper dadurch weitere interessante Details erfahren und auch aufdecken.

Die Autorin hat auch viel Wert auf die Charaktertiefe sowie auf eine berührende und sehr mitreißende Geschichte gelegt. Der Spannungseffekt und das Rätsel raten, stehen zwar stark im Fokus, aber dennoch wird die Story durch die vier sehr unterschiedlichen Protagonisten und deren Gefühlen getragen, was ich so definitiv nicht erwartet habe. Dadurch haben sich Nate, Addy, Cooper und Bronwyn auch recht schnell in mein Herz geschlichen. Bedingt durch die Geheimnisse haben allerdings trotzdem alle potentiell Verdächtigen ein Motiv Simon zu töten, denn dieser war zu seinen Lebzeiten oft sehr skrupellos und hat dadurch viele Schüler gedemütigt und bis zur Verzweiflung getrieben. Und auch wenn die Suche nach dem Mörder natürlich oberste Priorität hat und auch die Haupthandlung einnimmt, konnten mich die Lebensgeschichten und die aktuell auftretenden Probleme der Vier ganz genauso fesseln, auch diese Tatsache fand ich großartig!

Ich konnte das Buch, bedingt durch die Perspektivwechsel, nicht aus der Hand legen, ich wollte immer und unbedingt wissen, wie es weiter geht und was als nächstes passiert. Außerdem endet auch jedes Kapitel mit einem kleinen Cliffhänger, der die Spannung extrem anheizt und den Verdacht, wer denn nun der Mörder sein könnte, des Öfteren in eine andere Richtung lenkte. Je weiter die Geschichte voranschritt, desto mehr Puzzelteilchen setzte ich zusammen und desto klarer wurde mir die Situation. Und auch wenn Karen M. McManus sehr interessante Wendungen eingebaut und mich des Öfteren verwirrt hat und manchmal auch zweifeln lies, wusste ich irgendwann einfach, wer den Mord begangen hat. Mit einem anderen Aspekt habe ich allerdings nicht gerechnet, sodass ich damit richtig überrascht wurde. Ich fand die Auflösung auch absolut grandios!!!

Ganz besonders gefallen hat es mir auch, dass die Autorin mit „One of us is lying“ nicht nur auf den Thrillfaktor setzt, sondern auch auf das Zwischenmenschliche, die Freundschaft und die Liebe. Außerdem spricht sie auch noch weitere Dinge, wie Reichtum und Armut, Familie, Alkoholmissbrauch, Homosexualität, Mobbing, Leistungs – und Erfolgsdruck sowie die Beziehung der Jugendlichen zu ihren Eltern an. Ein weiteres spannendes Detail ist natürlich auch der Umgang mit diversen Medien, mit Blogs und vor allem mit der „Skandal App“, die Simon entwickelt hat. Durch eben diese Medien werden nicht nur die Jugendlichen, sondern alle Menschen zu gläsernen Personen, vor allem dann, wenn man durch irgendeine Berichterstattung in den Mittelpunkt gerückt wird. Auch diesen Teil hat die Autorin gekonnt und auf interessante Weise in ihren Roman eingewoben.

Der Schreibstil von Karen M. McManus ist flüssig, sehr angenehm und extrem authentisch, dadurch wirken ihre Erzählungen ebenso. Ich konnte mir jede Szene perfekt vorstellen und wurde vollkommen in die Geschichte hineingezogen. Ich freue mich definitiv auf weitere Bücher der Autorin.

Fazit:

„One of us is lying“ von Karen M. McManus entwickelte sich sehr schnell zu einem absoluten Pageturner, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Im Fokus steht ganz klar die Aufklärung des Mordes, aber dennoch legt die Autorin auch sehr viel Wert darauf, jede einzelne Geschichte ihrer vier Protagonisten zu erzählen. Dies verleiht dem Roman eine Tiefe, die ich so nicht erwartet habe, die mir aber ausgesprochen gut gefallen hat. 

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507 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 67 Rezensionen

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Vertrauen und Verrat

Erin Beaty , Birgit Schmitz
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.03.2018
ISBN 9783551583833
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Im Reich Demora ist es Brauch mit einem Mann verheiratet zu werden, den die jungen Frauen vorher noch nie gesehen haben. Dies geschieht in der Regel durch eine Kupplerin, die diese Aufgabe sehr ernst nimmt und die Paarungen sorgfältig auswählt. Für Sage ist dies dennoch ein Unding! Um nicht heiraten zu müssen, nimmt Sage das Angebot der Kupplerin Mistress Rodelle an und geht bei ihr in die Lehre.

Als das große Concordium (Verkupplungsball) stattfindet, begleitet Sage gemeinsam mit der Kupplerin die Bräute. Ihre Aufgabe bei dieser Reise ist es, sowohl die jungen Frauen, als auch die Soldaten, die für ihre Sicherheit sorgen, zu bespitzeln. Denn jegliche Informationen sind hilfreich, um die perfekten Paare zusammenzubringen und Wissen anzuhäufen.

Während der Reise verändert sich die Lage, denn es bahnt sich ein Krieg mit ungeahnten Ausmaßen an. Noch ehe Sage groß darüber nachdenken kann, steckt sie mitten drin im Geschehen und spielt plötzlich eine wichtige Rolle. Und ausgerechnet sie, die niemals heiraten wollte, verliebt sich!

Meinung:

Bereits der Inhalt und das wundervolle Cover von "Vertrauen und Verrat" von Erin Beaty haben mich unheimlich angesprochen und so hatte ich hohe Erwartungen an das Buch, die sich vollkommen erfüllt haben. Allein das historisch angehauchte Fantasy-Setting ist phänomenal, sodass ich mich schon deshalb sofort in der Geschichte wohl gefühlt habe. Außerdem hat mich die Idee mit den Verkupplungen sofort interessiert, da ich mir ebenso wenig wie Protagonistin Sage vorstellen konnte/kann, mit einem Mann verkuppelt zu werden, den ich nicht kenne. Sage war mir auch vom ersten Moment an unglaublich sympathisch. Mit ihrer rebellischen, wilden und willenstarken Art, hat sie mich sofort für sich eingenommen. Ihr Vater war ein Vogeltrainer, sodass Sage in den ersten Jahren ihrer Kindheit in der Natur und in absoluter Freiheit aufwuchs. Erst nach dem Tod ihres geliebten Vaters, wird sie von ihrem Onkel aufgenommen und unterrichtet zum Dank dafür, ihre jüngeren Cousins und Cousinen. Da ihr Onkel sehr wohlhabend ist, bietet er auch Sage die Möglichkeit sich von Kupplerin Mistress Rodelle bzw. Darnessa verkuppeln zu lassen. Da Sage aber keinesfalls heiraten möchte, bekommt sie stattdessen unerwartet die Möglichkeit bei Darnessa in die Lehre zu gehen. Um auf eigenen Beinen zu stehen und selbst Entscheidungen treffen zu können, nimmt sie das Angebot an.

Da in wenigen Wochen das Concordium ansteht, bei welchem die jungen Ladys der einflussreichsten und wohlhabendsten Familien mit ihren für sie ausgewählten Ehemännern vermählt werden sollen, gibt es für Sage viel zu tun. Als die Reise beginnt, ist es Sages wichtigste Aufgabe, sowohl die Bräute, als auch die Soldaten zu bespitzeln, denn Wissen bedeutet Macht. Das Reich Demora und das Nachbarsland Kimisara sind seit jeher nicht gut aufeinander zu sprechen, sodass die Armee einen großen Stellenwert in beiden Ländern hat. So begleitet selbstverständlich auch ein ganzes Bataillon die zukünftigen Bräute auf ihrer Reise zum großen Verkupplungsball. Während dieser Reise kommt es zu einigen Turbulenzen und vielen überraschenden Ereignissen, sodass ich das Buch am liebsten gar nie aus der Hand gelegt hätte. Ich musste wegen Sage schon zu Beginn an des Öfteren grinsen, dies steigerte sich während der Reise noch um ein Vielfaches. Denn ihre Tätigkeit als Spionin bietet jede Menge komische, humorvolle, aber auch ernste und gefühlvolle Momente. Ich wusste nie wirklich, was als nächstes passiert und wohin mich die weitere Handlung führen würde, was einfach nur großartig war. Es gab viele geniale und auch spannende Wendungen.

Auch als sich Sage ganz gegen ihren eigentlichen Willen verliebt und plötzlich vor so einigen Widrigkeiten steht, ist einfach nur göttlich. Denn auch in diesen Augenblicken bleibt sie sich absolut treu! Sage ist klug und ihre besondere Beobachtungsgabe und ihre Fähigkeit richtig zu kombinieren, sind von unschätzbarem Wert. Ihre Schlagfertigkeit und ihre Wildheit bringen sie sehr oft in Situationen, die mich schmunzeln ließen. Gleichzeitig habe ich sie aber auch bewundert, denn für die Zeit in der die Geschichte spielt, ist sie unglaublich mutig und taff. Der Großteil der zukünftigen Bräute ist eher versnobt, wovon ich aber auch ausgegangen bin. Einzig Clare ist absolut bezaubernd. Die Soldaten unter der Führung von Hauptmann Quinn habe ich allesamt ins Herz geschlossen. Denn bei ihnen steht der Zusammenhalt und auch die Freundschaft absolut im Fokus.

Selbstverständlich hatte ich unter ihnen auch meine Lieblinge, aber trotzdem ist der ganze Trupp wirklich großartig, unheimlich sympathisch und gegenüber den Frauen sehr charmant und galant. Auch den Umgang der Soldaten mit Sage mochte ich extrem gerne, da sie sich auf Augenhöhe begegnen. Ganz besonders angetan war ich von dem kleinen Pagen Charlie, dieser ist so herzerwärmend und putzig. Ich habe den Schlagabtausch der Soldaten und vor allem deren großes Vertrauen zueinander absolut genossen. Sie bilden ein tolles Team, das weiß, was es zusammen in der Lage ist zu leisten.

Außerdem fand ich es einfach nur toll, dass in "Vertrauen und Verrat" die Liebe zwar eine große Rolle spielt, diese aber niemals den kompletten Raum einnimmt, oder gar kitschig ist. Es hat großen Spaß gemacht, Sage zu begleiten und mit ihr, in das für sie vollkommen fremde Terrain der Liebe, einzutauchen. Und es war absolut schön zu lesen, wie sich Sage und ihr Auserwählter annähern und wie die Gefühle stetig wachsen. Auch wenn die Beziehung wegen der Geheimnisse, die beide lange Zeit hüten, oft nicht wirklich einfach war. Allgemein stehen die Charaktere sehr im Mittelpunkt, dadurch erlangen diese auch viel Tiefe und Echtheit, was für mich für ein gutes Buch unheimlich wichtig ist.

Besonders spannend und mitunter auch grausam, sind die Machenschaften und Ränkespiele, sowie die diversen Pläne, welche letztendlich auch zum Krieg führen, sowie Sage unerwartete Rolle in diesem! Nicht nur eine Person spielt ein doppeltes Spiel, was zusätzlich für Verwirrungen und "Aha-Momente" sorgt. Ich musste beim Lesen gut aufpassen, um nichts durcheinander zu bringen und allen Geschehnissen perfekt folgen zu können. Denn tatsächlich habe ich oft nicht mit manchen Dingen und Ereignissen gerechnet, was ich ebenfalls genial fand. Es prallen auch buchstäblich zwei Fronten aufeinander. Zum einen sind da die Soldaten, die sowohl die Bräute, den Kronprinzen und auch ihren König beschützen und zum anderen gibt es den reichen Adligen D`Amiran, der den Thron und die Herrschaft mit allen Mitteln an sich reißen will. Zusätzlich wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, sodass man sich noch viel mehr in die Gedankenwelt der einzelnen Personen hineinversetzen kann. Den größten Teil des Romans über verbringt der Leser aber an der Seite von Sage und erfährt somit die Geschehnisse aus ihrem Blickwinkel, was ich extrem mochte. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig, bildlich und unglaublich angenehm.

Autorin Erin Beaty hat die unterschiedlichsten Themen wie Lügen, Misstrauen, Krieg, Verrat, aber auch Vertrauen, Zusammenhalt, Freundschaft und Liebe zu einer fantastischen Geschichte verwoben, deren Charme ich mich definitiv nicht entziehen konnte. Und auch die Kuppelei sowie deren Zusammenhänge, fügen sich perfekt in den Roman ein. An Hand der Karte, welche im Buch abgedruckt ist, konnte ich mir die Orte (und deren Ausmaße), welche die Gruppe bereist, sehr gut vorstellen.

Der Showdown lies mich zittern und bangen, ich war gleichermaßen glücklich aber auch geschockt. Denn vor allem mit einem Ereignis hatte ich niemals gerechnet. Bei anderen Dingen hingegen hoffte ich, und wurde nicht enttäuscht.

Das Ende ist zu einem großen Stück tatsächlich abgeschlossen und wundervoll, sodass die Geschichte hier auch enden könnte. Dennoch bin ich natürlich sehr froh, dass noch zwei weitere, mit Sicherheit ebenso grandiose Bücher, voller unvorhergesehener Dinge, folgen werden. Ein wenig kann ich mir bereits vorstellen, wie es weiter gehen könnte. Daher kann ich es auch kaum erwarten, Band zwei in meinen Händen zu halten.

Fazit:

Mit "Vertrauen und Verrat" ist Erin Beaty ein großartiger, spannender und geheimnisvoller Auftaktband gelungen, der mich rätseln, mitfiebern und bangen lies. Protagonistin Sage gerät dank ihrer Spionage - und Kombinationsfähigkeiten in ein regelrechtes Feuerwerk aus Misstrauen, Lügen, Geheimnissen, (Gefühls-)Verwirrungen, aber auch Zusammenhalt, tollen Strategien, Freundschaft und Liebe! Viele unerwartete Wendungen, und Ereignisse sorgten dafür, dass ich das Buch am liebsten nie aus der Hand gelegt hätte. Ein fantastisches Herzschlagfinale lassen mich die Folgebände absolut herbeisehnen.

4,5/5 Flügeln für die fantastische Sage und den ersten Band ihrer Lebensgeschichte!

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191 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 65 Rezensionen

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Bernsteinstaub

Mechthild Gläser
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Loewe, 24.07.2018
ISBN 9783785588604
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
 
Als Ophelia plötzlich beginnt die Zeit anhand von Zeitsand zu sehen, ist sie völlig verwirrt. Doch ihre Verwandten können sie beruhigen, denn Ophelia ist eine sogenannte Zeitlose. Sie besitzt die seltene Gabe Zeitströme zu lenken und zu beeinflussen. Da sie recht talentiert ist, lernt Ophelia schnell, was ihr des Öfteren sehr hilft. Denn bereits kürzeste Zeit später spielt die Zeit plötzlich überall auf der Welt verrückt. Gemeinsam mit ihrer Schwester Grete, Leander und Darius, ebenfalls Zeitlose, soll Ophelia das Zeitchaos stoppen und die Zeit wieder in ihre geregelten Bahnen zurücklenken. Dem nicht genug, muss die junge Frau auch noch gegen die anderen drei in einem Turnier antreten, um herauszufinden, ob sie die würdige Nachfolgerin des legendären „Herrn der Zeit“ werden könnte. Als Leander und Ophelia ein Geheimnis lüften, dass die gesamte Welt der Zeitlosen auf den Kopf stellen könnte, entscheiden sich beide für den einzig richtigen Weg.

Meinung:

Da ich die Bücher von Mechthild Gläser unheimlich gerne lese, freute ich mich sehr auf „Bernsteinstaub“. Gleich zu Beginn lernte ich Protagonistin Ophelia kennen, deren Leben sich plötzlich von einem auf den anderen Tag vollkommen verändert, da die junge Frau beginnt, Zeitsand zu sehen. Es stellt sich jedoch sehr schnell heraus, dass Ophelia keineswegs verrückt geworden ist, denn sie ist eine Zeitlose. Ihre Gabe besteht darin, Zeitströme zu lenken. Bereits am nächsten Tag darf Ophelia zu ihren Verwandten, Onkel Jacques und den Tanten Blanche und Pippa nach Paris, da auch diese Zeitlose sind. Doch die Tage in Paris sind bald gezählt, da wichtige Ereignisse im Leben der Zeitlosen anstehen. Daher treffen sich alle vier Familien in Rom, im Bernsteinpalast, dem Hauptsitz und zeitgleich auch dem Ort, an dem die Zeit stillsteht. Die Zeitlosen, die sich in den Mauern des Palastes aufhalten, altern nicht. So verbringen alle Zeitlosen, besonders jene, deren Lebenszeit bereits abgelaufen ist, viel Zeit in den heiligen Hallen. In Anbetracht des sehr weit fortgeschrittenen Alters des „Herrn der Zeit“, soll unter den jüngsten Sprösslingen der vier Familien ein Nachfolger ausgewählt werden. Zu diesem Zweck findet das Bernsteinturnier statt, bei welchem Ophelia unter gewissen Umständen plötzlich ebenfalls antreten muss. Doch bereits während der ersten Phase des Turniers, spielt die Zeit so sehr verrückt, wie seit vielen Jahren nicht mehr. Und so müssen sich die vier Anwärter Darius, Leander, Ophelia und ihre ältere Schwester Grete, um das Zeitchaos kümmern.

Es ist wirklich toll, dass in „Bernsteinstaub“ ein Ereignis das Nächste mit sich bringt, so ist eine gewisse Grundspannung immer vorhanden und ich flog beim Lesen nur so durch die Seiten. Recht kurz nach Beginn der Geschichte, gibt es bereits Zeitanomalien, die den Zeitlern (den Menschen ohne Gabe) kaum bis gar nicht auffallen, doch diese verschlimmern sich rasch. So wurde nicht nur Ophelias Neugierde, sondern auch meine schnell geweckt, da ich unbedingt wissen wollte, was es damit auf sich hat. Außerdem hat es mir extrem gut gefallen, dass Ophelia als Zeitlosenneuling sogleich mit diversen spannenden und interessanten Dingen konfrontiert wird. So kommt zu keiner Zeit Langeweile auf, ganz im Gegenteil. Die Idee an sich, finde ich ebenfalls grandios, da diese neu und innovativ ist. Denn die Zeitlosen sehen stets und an vielen Orten sogenannte kleinere und größere Zeitströme aus Sand, die sich ganz natürlich in die Menschenwelt integrieren. So ist es ihnen auch beispielsweise möglich, mit den unterschiedlichsten Schiffen, Barken genannt, darauf in kürzester Zeit recht weite Strecken zurückzulegen und somit die einzelnen Länder der Erde zu erreichen. So spielt die Geschichte nicht nur an ein oder zwei Orten, sondern an mehreren, auch dies gefiel mir ausgesprochen gut. Mich packte regelrecht die Reiselust, auch wenn die Charaktere die Orte nicht zu ihrem Vergnügen besuchen.

Je weiter die Geschichte voranschreitet, umso mehr finden Ophelia und Leander, die sich immer besser verstehen, heraus. Auch diesen Aspekt des Buches mochte ich sehr, da sich vor allem Ophelia entscheiden muss, was das Richtige ist. Und in all dem Zeitchaos findet auch noch das Bernsteinturnier statt, das von den Teilnehmern so einiges abverlangt.

Ophelia war mir von Beginn an sehr sympathisch. Ich mochte ihre offene und neugierige Art unheimlich gerne. Mit Eifer nimmt sie ihre neue Rolle als Zeitlose an und stürzt sich voller Tatendrang in ihr neues Leben und die Aufgaben, die ihr gestellt werden. Sie ist recht talentiert und lernt daher schnell, die Zeitströme zu beherrschen. Dies kommt ihr nicht nur im Turnier, sondern auch in anderen Situationen sehr zu Gute. Zu Anfang mag Ophelia den zurückgezogenen Leander nicht wirklich, doch je mehr Zeit sie mit ihm verbringt und je mehr sie über ihn erfährt, umso stärker ändert sich das. Leander ist oft in sich gekehrt, was allerdings an seiner sehr speziellen Gabe liegt. Wenn er den Leuten tief in die Augen schaut, kann er sehen, wann diese die Schwelle des Todes überschreiten, was für ihn sehr belastend ist. So geht er auch keine tieferen Bindungen ein. Einzig mit dem „Herrn der Zeit“ steht er in Kontakt. Sein größter Wunsch ist es, seine Nachfolge anzutreten, da er dann hauptsächlich mit den Seelen der Verstorbenen und nicht mit den Menschen direkt zu tun hat. Leander wuchs in seinen ersten Lebensjahren im Heim auf, da er der Einzige noch lebende Nachfahre seiner Familie ist. Erst als er Ophelia kennenlernt, lässt er die Nähe zu einem Anderen wieder zu. Die beiden verlieben sich. Zum Glück ist die Liebesgeschichte keinesfalls aufdringlich, diese fügt sich ganz wunderbar in die Geschichte ein, ohne in den Fokus zu rücken.

Grete, Ophelias ältere Schwester ist extrem ehrgeizig, alles was sie anpackt, möchte sie perfekt machen. Engere Beziehungen zu Menschen geht sie daher kaum ein, auch die Verbindung zu Ophelia ist wenig vorhanden und eher distanziert. Auch wenn Ophelia Grete dennoch am Herzen liegt, zeigt sie es kaum. Für mich blieb sie daher sehr oberflächlich. Auch wenn ich sie zum Ende hin ein wenig mehr mochte. Auch zu Darius konnte ich keine Bindung aufbauen, da dieser sich oft wie ein Kotzbrocken verhält und immer auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Der „Herr der Zeit“ ist ein sehr interessanter Charakter, seine Arbeit ist auch absolut faszinierend, da er die Seelen heil und behütet ins Totenreich bringt. Mit Ophelias Onkel und Tanten hatte ich ebenfalls meinen Spaß, da die drei sehr skurrile, lustige und ehrliche Personen sind, die ihre Nichten stets unterstützen und besonders für Ophelia wichtige Bezugspersonen sind. Einblicke in die Vergangenheit runden den Roman perfekt ab, da man als Leser so auch einiges von früheren Ereignissen erfährt, die zum Teil auch großen Einfluss auf die Zukunft und auch auf Ophelias Entscheidungen nehmen.

Mir hat es unheimlich gut gefallen, wie Mechthild Gläser am Schluss alles aufgelöst hat und was/wer letztendlich für die Vorfälle und chaotischen Zeitentgleisungen verantwortlich war. Auch Ophelias Rolle in dem Ganzen mochte ich sehr, da sie auf ihr Herz hört und nicht nur auf sich bedacht ist.

Fazit:

„Bernsteinstaub“ von Mechthild Gläser ist ein spannendes und sehr gelungenes „Zeitreisebuch“. Das Setting und die Idee an sich, sind absolut großartig. Die Autorin hat eine neue und sehr interessante Art des „Zeitreisens“ erschaffen, was mir wiederum tolle Lesestunden beschert hat. Auch die unterschiedlichen Charaktere sowie ihre Gaben, tragen sehr zu diesem rundum tollen Buch bei.

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Children of Blood and Bone – Goldener Zorn

Tomi Adeyemi , Andrea Fischer
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 27.06.2018
ISBN 9783841440297
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Als Zèlie noch ein kleines Mädchen war, war ihre Welt voller Magie, bis zu der Nacht, als König Saran von Orisha alle Magier töten lies und die Magie plötzlich versiegte. In der Blutnacht starb auch Zèlies Mutter und mit ihr die Hoffnung eines ganzen Volkes, der Majis. In einigen Nachfahren der Majis, den sogenannten Divinès, wie Zèlie, schlummert die Magie bis heute. Als die junge Frau ein verzaubertes Artefakt berührt, erwachen ihre Kräfte. Zèlie wurde von den Göttern dazu auserwählt, die Magie zurückzuholen und endgültig wiederzuerwecken, doch dafür hat sie nur eine einzige Chance.

Gemeinsam mit ihrem Bruder Tzain, Prinzessin Amari und ihrer Löwenesse, begibt sich Zèlie auf eine gefährliche Reise, die ihr alles abverlangt. Dennoch trifft sie unterwegs auf weitere Spuren der Magie, die sie hoffen lässt und unerbittlich vorantreibt. Denn nur dann kann die kleine Gruppe ihrem gefährlichsten Verfolger, Kronprinz Inan, auch weiterhin entkommen, denn dieser will mit allem was in seiner Macht liegt verhindern, dass Zèlie Erfolg hat.

Meinung:

Ich war sehr gespannt, auf den bereits hochgelobten Debütroman von Tomi Adeyemi „Children of Blood and Bone“. Denn in diesem prangert die Autorin die Unterdrückung schwarzheutiger Menschen gegenüber den Weißen an. Wundervoll verpackt in die Mythen ihrer Vorfahren, lässt sie die dunkelhäutigen Maji (Magier deren magisches Talent ausgebildet ist) und Divinès (Jugendliche und Magier in denen die Magie ruht), die gegenüber der hellerhäutigen Königsfamilie und den meisten Bürgern von Orisha in der Minderheit sind, aufbegehren. Eine Welt, die einst voller Magie war, die der machthungrige, von Rachsucht angetriebene König Saran, aber fast vollkommen zerstört hat und ein Volk, das sich bereits durch kleine Rebellionen auflehnt, klang definitiv vielversprechend. So stürzte ich mich gemeinsam und voller Tatendrang mit Protagonistin Zèlie in ein fantastisches Abenteuer, das mich gleichermaßen verzaubert und berührt hat. Ziemlich zu Beginn der Geschichte treffen Zèlie und Prinzessin Amani unter einigen Turbulenzen aufeinander. Amani ist es auch, die ein verzaubertes Artefakt bei sich trägt, welches wiederum die in Zèlie schlummernde Magie erweckt. Kurze Zeit später erfährt Zèlie, dass sie von den Göttern auserwählt wurde, eben diese Magie ein für allemal zurückzuholen. So macht sich die junge Frau gemeinsam mit ihrem älteren Bruder Tzain und Amani auf den Weg. Das Trio, dass auf Zèlies Löwenesse Nailah reitet, ist zunächst alles andere als begeistert davon, zusammen zu reisen. Doch auf ihrer Mission begegnen den dreien viele Widrigkeiten, die sie nur miteinander bewältigen können.

Tomi Adeyemi baut immer wieder faszinierend schöne magische Momente ein, die mein Fantasyherz höher schlagen ließen. Ebenso begeistert war bzw. bin ich von den unterschiedlichsten Fähigkeiten, die die Divinès in sich tragen, und die unter gewissen Umständen zum Teil ebenfalls entfesselt werden. Hier schöpft die Autorin wirklich aus dem Vollen und zeigt zugleich ihr Talent und ihre Vorstellungskraft. Auch das Aussehen der Majis und Divinès ist durchaus beeindruckend. Ihre Haut ist sehr dunkel, beinahe schwarz, doch ihr Haar ist schneeweiß, was natürlich sehr einprägsam ist. „Maden“, wie sie nicht nur von König Saran beschimpft werden, fallen daher auch immer auf, sodass sich der Großteil der Bürger vor ihnen fürchtet und sie deshalb, ganz wie es der König wünscht, klein hält.

Die Idee, dass sich eine unterdrückte Minderheit wiedersetzt und ein einzelner Charakter zur Leitfigur wird, ist definitiv nicht neu und daher auch in den unterschiedlichsten Varianten in der Buchwelt wieder zu finden. Aber dennoch konnte mich die Autorin mit ihrer Geschichte abholen und überzeugen. Dies liegt zum einen an dem umwerfenden Setting, welches ich mir sehr deutlich vorstellen konnte, den tollen Fantasy-Elementen und auch an den drei Hauptcharakteren, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Geschichte wird abwechselnd aus diesen drei Sichten erzählt, was mir ebenfalls extrem gut gefällt, da man so in die Gedanken – und Gefühlswelt der Personen eintauchen kann.

Zèlie, die mit sechs Jahren bereits den Tod ihrer Mutter mitansehen und irgendwie verkraften musste, lässt sich seit Jahren im Verborgenen zu einer Kämpferin ausbilden. Sie ist unheimlich ehrgeizig und taff, zweifelt aber auch oft an sich und ihrem Können, was nachvollziehbar dargestellt wird. Außerdem ist Zèlie sehr gefühl- und liebevoll. Für ihren Bruder Tzain und ihren Vater würde sie absolut alles tun. Prinzessin Amani ist auf den ersten Blick behütet und mit allen Annehmlichkeiten, die sich eine junge Frau nur wünschen kann, aufgewachsen. Doch der Schein trügt, der König hat sie mit strenger, unnachgiebiger Härte und ohne jegliche Liebe erzogen Diese findet sie auch nicht bei ihrer Mutter, die nie mit der Prinzessin zufrieden zu sein scheint. Einzig durch Binta ihre „Dienerin“ hat Amani erfahren, wie tief Liebe gehen kann und wie wichtig diese ist. Amani hat das Herz auf dem rechten Fleck, sie ist einfühlsam und steht für sich und ihre Ideale ein, selbst wenn dies bedeutet, sich gegen ihre Familie zu stellen. Ihre Willensstärke und ihren Wandel, den sie durchläuft, gefielen mir extrem gut. Mit Bruder Inan, hat sie ein angespanntes Verhältnis, an welchem ihr Vater die Schuld trägt, und doch lieben sich die beiden auf ihre Art. Inan der zukünftige König, versucht stets seinem Vater zu gefallen, er beugt sich seinen Regeln und möchte diese unter allen Umständen umzusetzen. Inan wird losgeschickt um Zèlie zu jagen und ihre Mission zu verhindern, koste es was es wolle. Erst im Verlauf der Story, beginnt er seine Handlungen zu überdenken, dennoch hätte ich ihn gerne des Öfteren geschüttelt. Er ist trotzdem ein sehr interessanter, aber auch zerrissener Charakter. Tzain, Zèlie Bruder beschützt seine Schwester, aber bevormundet sie auch ganz gerne, er handelt meist sehr impulsiv und denkt oft erst im Nachhinein an die Konsequenzen. Zu ihm hatte ich den wenigsten Bezug.

Leider kommt auch dieser Roman nicht ohne Liebesgeschichten aus! Dennoch mochte ich beide, da sie absolut herzerwärmend sind. Allerdings empfand ich zumindest die eine als doch etwas zu schnell und zu überstürzt. Auch wenn mir die Art der ersten Begegnung gefallen hat, da diese nicht alltäglich ist und ich auch die Gefühle durchaus nachvollziehen konnte, habe ich mir einen langsameren oder gänzlich anderen Verlauf erhofft. Auch wenn dadurch viel Dramatik in der Story verwoben wird. Ich bin wirklich gespannt, wohin vor allem diese "Beziehung" noch führt. Dennoch hätte ich mir wirklich gewünscht, dass mich die Charaktere so richtig überraschen und anders handeln, als ich es von ihnen erwartet habe. Hier setze ich hohe Erwartungen in den Folgeroman, die Weichen dazu, sind auf jeden Fall bereits gestellt.

Die gesamte Reise ist durch Entbehrungen, diversen Kämpfen, Blutvergießen und Tod geprägt, aber dennoch sind das Licht, die Wärme und die Magie, auch durch diverse Helfer und Verbündete, immer vorhanden. Diese Mischung hält den Spannungsbogen konstant hoch, sodass ich durchgehend das Bedürfnis hatte, weiter zu lesen. Ein Ereignis führt schnell zum nächsten, sodass zum Luft holen nie viel Zeit blieb. Die Rückblenden, vor allem in Bezug auf den Tod von Zèlies Mutter, sind brutal und grausam, zeigen aber auch die Ruhe, den Frieden und die Schönheit der Welt vor der Blutnacht.

Bis zum Schluss habe ich gehofft und gebangt und war mir ziemlich sicher, dass ich mit meiner Vermutung, wie dieser erste Band enden wird, richtig liege. Ein Teil davon hat sich auch tatsächlich bewahrheitet, und ist wie von mir gedacht, eingetroffen. Doch das Ende hat mich dann doch geschockt und auch ein wenig verwirrt zurückgelassen. Ich bin mir sehr sicher, dass die Autorin meine Verwirrung im zweiten Band entkräften bzw. Dinge aufklären wird. Ich würde den Folgeroman aber am liebsten sofort lesen, um zu erfahren, was es mit all dem auf sich hat und wie es nun weiter geht.

Besonders gefallen hat mir der mystische Anteil, der die Geschichte sehr besonders macht. Die faszinierende Maji-Sprache, das angehauchte afrikanische Setting, der bildgewaltige Weltenentwurf, die Legenden und die immer wieder aufkeimende Magie, gingen mir tief unter die Haut, beinahe so, als könnte ich sie selbst in mir spüren.

Die in der Geschichte thematisierten Rassenunterschiede sind in Amerika noch um ein Vielfaches schlimmer und heftiger als bei uns, daher ist die Botschaft hinter der Story natürlich sehr wichtig. Im Nachwort der Autorin weißt diese auf grausame Verbrechen/Geschehen hin, die Hellhäutige an Dunkelhäutigen begangen haben und mahnt an, dass die „bösen" Weißen, wie auch der König in ihrem Debüt, oft davonkommen und nicht für die begangenen Gräueltaten bestraft wurden/werden. Somit setzt Tomi Adeyemi natürlich auch ein Zeichen und versucht wachzurütteln, was ihr mit „Children of Blood and Bone“ durchaus gelingt und hoffentlich auch ein Stückweit dazu beiträgt, die Welt ein wenig gerechter zu machen. Hierzu wird sicher auch der bereits geplante Film beitragen, der bestimmt gigantisch umgesetzt wird. Auch auf diesen freue ich mich bereits jetzt.  

Fazit:

Mit  „Children of Blood and Bone“ hat Tomi Adeyemi einen epischen und mystischen Roman geschrieben, der gleichermaßen fesselt und wachrüttelt. Ein bildgewaltiges Setting und sehr unterschiedliche, starke Charaktere, sorgen für ein gleichermaßen fantastisches, heftiges und spannendes Lesevergnügen, das im Gedächtnis bleibt und neugierig auf mehr macht!

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291 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 54 Rezensionen

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Nevernight - Das Spiel

Jay Kristoff , Kirsten Borchardt
Fester Einband: 704 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 25.04.2018
ISBN 9783596297597
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt:

Nachdem Mia bereits einen der Männer eliminiert hat, die für den Tod ihrer Familie verantwortlich sind, bleiben immer noch Konsul Scaeva und Kardinal Duomo übrig, die unerreichbar erscheinen, da sie abgeschirmt und geschützt leben. Um an die beiden heranzukommen, verlässt Mia die Rote Kirche und begibt sich in die Fänge von Sklavenhändlern. Denn nur so hat sie die Möglichkeit, als Gladiatorin an den Großen Spielen in Gottesgrab teilzunehmen, um dort endlich den beiden mächtigsten Männern von Angesicht zu Angesicht entgegen zu treten.

Mia muss jede Menge Risiken eingehen, dabei setzt sie mehrfach ihr Leben auf Spiel, lernt neue Menschen kennen und weiß nun endgültig, wer auf ihrer Seite ist und sie bedingungslos unterstützt.

Meinung:

Ich habe mich so sehr auf den zweiten Band und somit auf „Nevernight – Das Spiel“ von Jay Kristoff gefreut. Auch diese Fortsetzung ist recht dick und lässt sich ebenfalls durch die vielen, meist sehr langen Fußzeilen, nicht unbedingt schnell und flüssig lesen. Dies tut der Geschichte aber keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Die Fußzeilen sind sehr informativ und oft auch extrem humorvoll, daher hatte ich erneut beim Lesen einen riesen Spaß daran. Der Folgeband ist ebenso grandios und temporeich, wie „Die Prüfung“ sodass ich das Buch am liebsten gar nie aus der Hand gelegt hätte. Gleich zu Beginn geht es turbulent und spannend weiter, denn Mia schmiedet nach wie vor Pläne, wie sie an Konsul Scaeva und Kardinal Duomo herankommen und diese töten kann. Dabei trifft sie wieder auf Ash, die Mia Dinge offenbart, die sie bisher nicht für wahr gehalten hat. So verlässt sie die "Rote Kirche" schließlich, um als Sklavin zu einer Gladiatii ausgebildet zu werden. Denn nur so kann sie an den "Großen Spielen" in Gottesgrab teilnehmen und an ihre größten Feinde herankommen.

Im ersten Teil des Buches erzählt der Autor abwechselnd von den Geschehnissen der Gegenwart und von denen, die vier Monate zurückliegen. So erfuhr ich nach und nach, wie es Mia in dieser Zeit ergangen ist und was sie erlebt hat, bis sie schließlich zur Sklavin und letztendlich zu einer Gladiatii wurde. Auch diese Rückblicke fand ich extrem gut und sehr informativ, da Mia dort zu Beginn noch ihren Job als Assassine und Klinge der "Rote Kirche" ausführt, sodass ich erneut mit ihr gemeinsam die „heiligen Hallen“ betreten durfte, was mir ebenfalls sehr gefiel. Denn auch die "Rote Kirche" mischt wieder kräftig mit und hat des Öfteren ihre Finger im Spiel.

Nach den Ereignissen im ersten Band, war ich gegenüber Ashlinn sehr skeptisch, dennoch habe ich mich sehr darüber gefreut, dass die taffe Kämpferin schnell wieder an Mias Seite ist. Wie sich bald herausstellte, auch absolut zu Recht, denn Ash wird eine von Mias wichtigsten Verbündeten bei ihrer Tötungsmission.Ich war sofort wieder mitten drin im Geschehen und absolut begeistert von all den unerwarteten Dingen, die in rasanter Abfolge passieren. Als Mia sich freiwillig in die Hände einer Sklavenhändlerin begibt, stieg in mir die Anspannung noch weiter an, denn Mias Pläne sind zwar genial, aber ziemlich riskant. Doch Mia wäre nicht Mia, wenn sie sich nicht aus jeder unangenehmen Situation heraus manövrieren oder diese zu ihrem Vorteil nutzen könnte. Dies gelingt ihr zum Großteil auch daher so gut, da sie ihre beiden Schattenbegleiter Herr Freundlich und Eclipse an ihrer Seite hat. Die beiden Dämonen sind stets bei Mia, nehmen bzw. trinken ihre Angst und halten bedingungslos zu der jungen Frau. Außerdem hat Mia einen scharfen Verstand und einen, so scheint es, unerschöpflichen Ideenreichtum.

Trotz der oft vorherrschenden Düsternis und den gewaltvollen Szenen, musste ich sehr oft schmunzeln. Mia und Ash haben einen großartigen Humor, der ihnen oft über schwierige Augenblicke hinweg hilft. Aber vor allem der stets anhaltende Schlagabtausch zwischen Herr Freundlich und Eclipse ist grandios! Die zwei Schattenwesen müssen zwangsläufig zusammen arbeiten, dies hält sie aber nicht davon ab, sich gegenseitig zu ärgern und oft auch die übelsten Beschimpfungen an den Kopf zu werfen. Einfach großartig!!! Hier spiegelt sich, der zum Teil auch schwarze Humor, des Autors perfekt wieder.

Wer meinen Lesegeschmack kennt, weiß, dass ich Bücher in denen viel gekämpft wird und jede Menge Blut fließt, nicht wirklich gerne mag. Dies ist bei "Nevernight" anders, denn hier sind diese Kämpfe und das Blutvergießen unumgänglich. Mia hat zwar prinzipiell Spaß am Gewinnen und auch das Töten fällt ihr, bedingt durch ihre Assassinenausbildung nicht schwer, mögen oder gar genießen, tut sie es aber trotzdem nicht. Mia ist sehr gewieft und extrem mutig, aber auch sie zweifelt an sich und an den Aufgaben die vor ihr liegen, dennoch ist aufgeben niemals eine Option. Auch Mia hat eine verletzliche und zarte Seite, diese kommt vor allem dann zum Vorschein, wenn sie Menschen beschützt oder gar retten will, die ihr etwas bedeuten. Mia ist nur gegenüber ihren Feinden eiskalt, gegenüber den Menschen, die ihr wichtig sind, ist sie oft unheimlich weich und feinfühlig. Gerade diese Mischung macht sie, in Anbetracht dessen, dass sie eine Dunkelinn ist, umso toller. Die Dunkelheit und die Schatten spielen erneut eine große Rolle, doch diese sind nicht immer nur gefährlich oder gar unheimlich, oft vermitteln sie auch Geborgenheit und Schutz. Und ohne die Dunkelheit gäbe es kein Licht.

Jay Kristoff überrascht mich sehr oft. Ich kann mir meist überhaupt nicht vorstellen, wie er eine Situation lösen und Mia daraus heil entkommen lassen will, und dennoch schafft er genau dies. Er ist wirklich ein begnadeter Autor.

Mia erfährt einiges Neues, auch in Bezug auf ihre Familie und das Dunkelinnendasein sowie über die Schatten an sich. Diese Neuigkeiten wiederum, bringen weitere Erkenntnisse zu Tage, die mich definitiv staunen ließen. Eine Sache, habe ich mir gewünscht und auch die ganze Zeit daran geglaubt, dass diese irgendwie doch noch wahr wird. Ich bin daher mehr als glücklich, dass ich wirklich recht hatte und dieses besondere Ereignis tatsächlich eingetreten ist!!!

Gegen Ende nimmt die Geschichte noch mehr an Fahrt auf, es passiert so vieles beinahe gleichzeitig, sodass ich gebannt und gefesselt die letzten Seiten las, um dann völlig perplex und überwältigt diesen zweiten Band zu beenden. Dieser Zwischenband ist absolut fantastisch und übertrumpft meiner Meinung nach den ersten sogar noch. Ich freue mich somit extrem auf ein fulminantes Finale!

Fazit:

Mit dem zweiten Band der "Nevernight-Reihe - Das Spiel" hat Jay Kristoff erneut bewiesen, was für ein großartiger und genialer Autor er ist. Sein Ideenreichtum ist grandios, seine erschaffene Welt und die Dunkelinnen bieten so viel Potential, dass der Autor zum Glück auch vollkommen ausschöpft. Ich bin absolut überwältigt von diesem Zwischenband, von Mia, ihren Schattenwesen und von diesem Ende, das mich etwas geschockt und mehr als gespannt, dem Finale entgegen blicken lässt.

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Forever Again - Wie oft du auch gehst

Lauren James , Franca Fritz , Heinrich Koop
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Loewe, 12.03.2018
ISBN 9783785583777
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Clove die Tochter von Katherine und Matthew Galloway, will endlich wissen, warum ihre Eltern vor 16 Jahren spurlos verschwunden sind. Die Suche wird dadurch erschwert, dass Matt und Kate anscheinend in mehreren Zeitepochen gelebt haben, was eigentlich nicht möglich ist. Doch durch die Zeitmaschine, die ihre Stiefeltern Jen und Tom entworfen haben, hat Clove vielleicht die Möglichkeit das Rätsel zu lösen.

Meinung:

Ich war so gespannt auf den finalen Band „Forever again – Wie oft du auch gehst“ von Lauren James, da ich noch so einige unbeantwortete Fragen aus „Für alle Augenblicke wir“ hatte. Mir hat es besonders gut gefallen, dass in diesem zweiten Teil der Fokus auf Clove, der Tochter von Kate und Matt gelegt wurde, da es so nur eine Protagonistin gibt, auch wenn Katherine und Matthew natürlich wieder eine wichtige Rolle spielen. Cloves Drang, ihre leiblichen Eltern zu finden, nach dem sie erfahren hatte, dass sie adoptiert wurde, konnte ich vollkommen verstehen. Als Clove bewusst wird, wer ihre Eltern sind, ist sie zum einen begeistert, zum anderen aber auch geschockt. Denn ihre Eltern sind zwar sehr berühmt, aber auch gesuchte Terroristen, die vor 16 Jahren spurlos verschwanden. Doch Clove ist voller Tatendrang, denn sie ist sich sicher, dass ihre Eltern die schlimmen Taten, die ihnen vorgeworfen werden, nicht begangen haben. Kurios wird es allerdings, als sie von Spart, ihrem intelligenten Hauscomputer, erfährt, dass Kate und Matt in mehreren Jahrhunderten gelebt haben sollen. Um diesem Rätsel auf die Spur zu kommen, kann nur die bis dato noch nicht erprobte Zeitmaschine ihrer Zieheltern für Klarheit sorgen. Und so stürzt sich Clove in das Abenteuer ihres Lebens, dass nicht nur ihre Zukunft entscheidend prägt.

Ich fand es so großartig, dass im finalen Band tatsächlich durch die Zeit gereist wurde, nachdem die Geschichte im ersten Band „nur“ zwischen den einzelnen Epochen hin und her wechselte. Je weiter ich las, umso mehr meiner Fragen wurden geklärt und vieles aus „Für alle Augenblicke wir“ ergab endlich Sinn. Besonders diesen Aspekt fand ich wirklich toll, da ich nach beenden des ersten Teils einige Fragezeichen im Kopf hatte. Clove ist ein absoluter Sympathieträger, ich habe die offene, herzliche und liebevolle Teenagerin daher schnell ins Herz geschlossen und es auch sehr genossen, mit ihr durch die Zeit zu reisen und so manchem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Besonders komisch und chaotisch sind natürlich die Begegnungen mit ihren Eltern in der Vergangenheit, sodass auch der Humor definitiv nicht zu kurz kommt. In manchen Dingen ist Clove aber auch zu unerfahren und naiv, so wirkt sich ihr Verhalten nicht nur einmal auf die Zeit und die Menschen an sich aus. Doch sie lernt auch schnell, sodass sie ihre Fehler wieder ausbügelt und dafür geradesteht. Die junge Frau ist von Grund auf ehrlich, auch dies gefiel mir sehr an ihr.

Auch die gefühlvollen Momente, sowohl die Eltern-Kind, als auch die Stiefeltern-Kind-Beziehung sowie diese auf Paarebene, haben mich berührt. Und auch die Romantik kommt nicht zu kurz, doch anstelle des erwarteten Traumboys trifft Clove die Liebe ihres Lebens Ella. Auch dies fand ich sehr erfrischend, total passend und goldig, da viele Chatverläufe, Notizen, Bucheinträge und Skizzen, ähnlich die des ersten Teils, dafür sorgen, dass der Leser jede Menge über die Beziehung von Clove und Ella erfährt. Die beiden gehören einfach zusammen, da passt es auch sehr gut, dass beide sozusagen in derselben Branche tätig sind.

Die Matts und Katherines aus den einzelnen Epochen hatte ich bereits in Band eins sehr gerne, dies hat sich auch bis zum Schluss nicht geändert. Aber auch Jen und Tom, die absolut fantastische Eltern sind, mochte ich extrem. Das absolute Highlight ist allerdings Spart, die künstliche Intelligenz der Familie, die absolut liebenswert, dabei aber auch besserwisserisch ist und tatsächlich einen eigenständigen Charakter zu besitzen scheint.

Zeitreisen an sich üben für mich immer einen besonderen Reiz aus. Absolut wichtig ist es daher, dass die besuchten Orte und Zeiten auch realistisch und vorstellbar dargestellt werden. Dies ist Lauren James gut gelungen, so fühlte ich mich in die Vergangenheit zurückversetzt und konnte mir die Zukunft sehr gut vorstellen. Die Idee an sich, finde ich jetzt nach Beendigung des Finales, und nachdem alles schlüssig nachzuvollziehen ist, richtig genial, denn zumindest ich, habe einen solchen Plot bisher noch in keinem Buch gelesen. Die Autorin hat sich deutlich weiterentwickelt, was sich nicht nur auf den erfrischenden und leichten Schreibstil, sondern auf die gesamte Geschichte positiv auswirkt.

Eine gewisse Grundspannung ist stets vorhanden, wobei ich mir noch mehr Action und auch ein wenig mehr Chaos gewünscht hätte. Manches ging mir nämlich doch zu schnell und zu einfach, auch wenn Clove das oft anders gesehen hat. Dabei hat sie wirklich tolle Menschen und eine coole KI an ihrer Seite, sodass sie nichts alleine bewältigen muss. Mit voranschreiten der Story, wurde die junge Frau, sehr zu meinem Wohlwollen, einiges erwachsener und auch taffer.

Alles in allem ist „Wie oft du auch gehst“ ein absolutes Wohlfühlbuch, dass ich gerne gelesen habe.

Fazit:

 Mit „Forever again – Wie oft du auch gehst“ hat Lauren James einen schönen Zeitreiseroman geschrieben, der alle Fragen des ersten Bandes perfekt aufdröselt, neue interessante Aspekte bietet, und durch die verschiedenen Zeitebenen und die unterschiedlichen Charaktere, absoluten Lesespaß garantiert.

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Everless - Zeit der Liebe

Sara Holland , Sandra Knuffinke , Jessika Komina , Kerstin Schürmann
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 19.02.2018
ISBN 9783789108648
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Jules lebt gemeinsam mit ihrem Vater in einem kleinen Dorf in bescheidenen, ärmlichen Verhältnissen. Die Adelsfamilie Gerling regiert das Land mit Strenge und fordert von den Familien hohe Pachtkosten, die die Bewohner mit Lebenszeit, der dort gängigen Währung, begleichen müssen. Eine alte Legende zwischen einem Alchemisten und einer Zauberin erzählt, wie es vor vielen, vielen Jahren zu dieser kam.

Auch Jules selbst hat eine besondere Verbindung zu Zeit bzw. kann sie diese beeinflussen. Hin und wieder verlangsamt sich die Zeit ganz plötzlich oder bleibt sogar stehen. Wie Jules dies auslöst, ist ihr allerdings selbst nicht wirklich klar. Als ihr Vater bereits mit zu viel Lebenszeit bezahlt hat und es ihm dadurch gesundheitlich immer schlechter geht, beschließt Jules in den Dienst der Familie Gerling zu treten. Denn als Bedienstete auf dem Schloss wird sie großzügig mit Lebenszeit bezahlt. Jules kennt sich auf „Everless“ bestens aus, denn als sie noch ein kleines Mädchen war, war auch bereits ihr Vater für die Gerlings tätig. Als Jules nichtsahnend auf den Spuren der Vergangenheit wandelt und dem Rätsel um die Legende immer näherkommt, begibt sie sich in große Gefahr.

Meinung:

Ich bin ein sehr großer Zeitreisefan jeglicher Art, daher stand für mich sehr schnell fest, dass ich „Everless – Zeit der Liebe“ von Sara Holland unbedingt lesen möchte. Auch die Thematik mit Lebenszeit bezahlen zu müssen, sowie das wunderschöne Cover, reizten mich sehr.

Schnell lernte ich zu Beginn der Geschichte Protagonistin Jules, die in ärmlichen Verhältnissen lebt, kennen. Da Jules keinen Ausweg mehr sieht, als es ihrem Vater gesundheitlich immer schlechter geht, begibt sie sich in die Dienste der Familie Gerling. Dies wiederum gefällt ihrem Vater, welcher früher als Schmied für die Familie gearbeitet hat, überhaupt nicht. Doch Jules, die sein Leben retten bzw. wieder verlängern will, handelt eigenmächtig. Ihr früherer Spielgefährte, Freund und Gerling-Spross Roan möchte Ina die Tochter der Königin heiraten, daher wird auch zusätzliches Personal benötigt. Nach kurzer Zeit fühlt sich Jules, trotz der unheimlichen Präsens der Königin, die inzwischen auf dem Schloss eingetroffen ist, wieder wohl und heimisch auf „Everless“. Durch einen begünstigten Zufall, steigt Jules bald in der Hierarchie der Dienstmädchen auf und wird zu Inas persönlicher Dienstmagd befördert. Doch schon bald sieht sich die junge Frau mit einigen Geheimnissen konfrontiert, entdeckt ihre Gefühle für Roan wieder, ist der Legende des Alchemisten und der Zauberin auf der Spur und löst nach und nach stückchenweise das Rätsel.  

Bedingt durch den Untertitel „Zeit der Liebe“ habe ich eine schöne, romantische Liebesgeschichte erwartet. Doch die Liebe und das Verliebt sein, spielen zwar eine Rolle in der Geschichte, nehmen aber im Verhältnis gesehen nur einen kleinen Part dieser ein. Das Zahlungsmittel Zeit und die damit einhergehenden Probleme sowie die Legende und die Vorbereitung auf die Hochzeit, füllen einen weitaus größeren Teil der Handlung. Dies hat mir allerdings unheimlich gut gefallen, weil Sara Holland Dinge und Begebenheiten immer nur bruchstückhaft verrät und somit eine kontinuierliche Spannung aufbaut. Ich wollte unbedingt wissen, was es mit Jules Fähigkeit die Zeit zu verlangsamen und diese sogar für kurze Zeit stillstehen zu lassen, auf sich hat. Ebenso ist der Vorgang aus Lebenszeit Münzen zu gewinnen, welche wiederum als Zahlungsmittel dienen, total interessant. Auch die Königin mit all ihrer Macht war mir von Anfang an sehr suspekt, da diese bedingt durch die viele Lebenszeit ihrer Untertanen unheimlich und skurril wirkte.

Ich  wollte das Buch nie aus der Hand legen, da es so viel Spaß gemacht hat, immer mehr Ereignisse miteinander zu verknüpfen und Vermutungen über all die Geschehnisse und über die Legende anzustellen. Ich konnte mir lange Zeit nur bedingt vorstellen, wohin die Story führt und worauf Sara Holland letztendlich hinauswollte. Auch diese Tatsache hat mir definitiv gefallen, da ich gerne überrascht werde. Gegen Ende hatte ich vor allem in Bezug auf Jules eine Ahnung, die sich dann auch als richtig erwiesen hat. Hier freue ich mich auch schon sehr auf den Folgeband, da in diesem sicher noch einiges ans Licht gebracht wird.

Jules ist eine fantastische, mutige und liebenswerte Protagonistin, die ich von Beginn an unheimlich gerne mochte. Und auch Roan hatte ich von Anfang an gerne, da er das Herz auf dem rechten Fleck hat. Auch Ina, die Tochter der Königin war mir meist sympathisch, obwohl ich aus ihr nur bedingt schlau wurde. Andere, für die Geschichte ebenfalls wichtige Personen, konnte ich nicht einschätzen, so fand ich es auch absolut spannend, mehr über diese zu erfahren. Liam ist ein sehr geheimnisvoller Charakter und auf den ersten Blick der typische Bad Boy, ihn fand ich sehr fesselnd.

Der Schreibstil der Autorin ist schön flüssig und bildlich. Ich konnte mir somit die Charaktere, "Everless" und die gesamte Umgebung extrem gut vorstellen. Die wunderschöne Landschaft, das Schloss mit all seinen Bewohnern und die vielen dunklen Ecken, die Geheimnisse verbergen und die Dunkelheit nähren, erschaffen eine besonders tolle Atmosphäre. Durch die Königin und ihr unheimliches Auftreten, wirkt der Roman oft düster, was Jules durch ihr sonniges Wesen und ihre Wärme allerdings gut aufwiegt. Durch die mysteriöse Legende, das atemberaubende Setting und durch die Macht der Zeit, ist die komplette Story sehr märchenhaft und mit einem romantischem Flair behaftet, auch dies hat mir unglaublich gut gefallen.

Fazit:

„Everless – Zeit der Liebe“ von Sara Holland ist eine mystische und magische Geschichte, in er die Zeit eine große Rolle spielt. Eine faszinierende Legende, ein wundervolles Setting und eine großartige, mutige und aufopfernde Protagonistin, machen dieses modern angehauchte Märchen zu einem absoluten Lesevergnügen.

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Eine Handvoll Lila

Ashley Herring Blake , Birgit Salzmann
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Magellan, 18.01.2018
ISBN 9783734850301
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Die Farbe lila bzw. lila lackierte Fingernägel haben eine sehr wichtige Bedeutung für Grace und ihre Mutter. Doch dies ist auch die einzige Gemeinsamkeit der beiden Frauen. Grace ist eine begabte Pianistin und möchte nach ihrem Highschoolabschluss in New York Musik studieren. Mutter Maggie hingegen stolpert von einer Beziehung in die nächste und ist auch in allen anderen Lebenslagen ohne Grace oft vollkommen aufgeschmissen. Durch den ständigen Partnerwechsel, wohnen die beiden nie lange in einer Wohnung, sodass Grace das Gefühl ein zu Hause zu haben, nur durch ihren besten Freund Luca und seine Mutter Emmy kennt, denn dort fühlt sie sich wohl, geborgen und geliebt. Als Eva zu Emmy zieht, wird diese schnell ein fester Bestandteil von Grace Alltag. Mit ihr gemeinsam kann Grace alles schaffen. Doch Maggie zieht ihre Tochter immer wieder aufs Neue zurück in ihr Chaos, sodass auch die Zukunft der beiden Teenager auf dem Spiel steht. So kommt der Tag, an dem Grace sich endgültig entscheiden muss, denn nur dann, kann sie sich selbst retten.

Meinung:

Wie alle Bücher des Magellan Verlags, ist auch „Eine Handvoll Lila“ von Ashley Herring Blake ein sehr besonderes und gefühlvolles Buch. Auch das Cover ist wie gewohnt ein wunderschöner Eycatcher, daher war ich ganz besonders neugierig auf diese Geschichte.

Als Grace von einem zweiwöchigen Klaviertraining zurück kommt, stellt Mutter Maggie ihre Tochter vor vollendete Tastsachen. Ein weiteres Mal hat Maggie die Zelte in ihrer Wohnung abgebrochen, sich von ihrem Exfreund getrennt und sowohl ihre, als auch die Habseligkeiten von Grace in deren neue Bleibe und somit zu ihrem neuen Partner umgesiedelt. Auch wenn Grace diese ständigen Umzüge hasst, begleitet sie ihre Mutter notgedrungen. Grace gefällt es trotz einiger Umstände gut in ihrem neuen Heim, denn dieses grenzt an den Leuchtturm von Cape Katherine an, denn der neue Freund ihrer Mum hat den Job als Leuchtturmwärter übernommen. Dennoch ist das einzige zu Hause, das Grace kennt und in dem sie sich rundum geborgen fühlt, dass ihres besten Freundes Luca und seiner Mutter Emmy. Die beiden verhalten sich mehr wie Familienmitglieder, als Maggie es tut. Grace hat ihren Vater sehr früh verloren. Dies wiederum hat ihre Mutter niemals überwunden, sodass Maggie nicht nur ständig ihre Partner wechselt und sich großen Mengen an Alkohol hingibt, sondern sich auch kaum um Grace kümmert. Im Laufe der Jahre haben die beiden die Rollen getauscht, Grace fühlt sich stets für ihre Mum verantwortlich. Sie ist ein richtiges Genie am Klavier, möchte nach ihrem Schulabschluss in New York Musik studieren, doch plagen Grace Dauerängste, Maggie alleine zu lassen. Als sie Eva, die gerade ihre Mutter verloren und mit diesem schmerzvollen Verlust zu kämpfen hat, kennenlernt, steht ihr Leben plötzlich Kopf. Die beiden kommen sich langsam näher, geben sich Halt und sind füreinander da. Mit der Zeit entwickelt sich eine starke und sehr bewegende Liebe zwischen den Teenagerinnen. Grace fühlt sich mit Eva an ihrer Seite glücklich und blickt optimistisch in die Zukunft. Doch dann bringt Maggie, wie so oft, alles ins Wanken, sodass Grace Wünsche und ihre Ziele unerreichbar scheinen.

Da ich bereits sehr viele Bücher des Verlags gelesen habe, wusste ich von Anfang an, dass ich nicht nur eine wunderschöne Geschichte vor mir habe, sondern ein tiefgreifendes Buch, dass mich mit Sicherheit sehr berühren und ein Stück weit mitnehmen würde. Ganz besonders interessant finde ich, dass in „Eine Handvoll Lila“ die äußerst komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung im Vordergrund steht. Autorin Ashley Herring Blake setzt sich sehr intensiv mit dieser Thematik auseinander und schildert eindrucksvoll all die Geschehnisse im verkorksten Leben von Maggie und Grace. Ich konnte absolut nachvollziehen, dass Grace oft zwiegespalten ist, denn trotz all dem Chaos und der schlimmen Dinge, die sie dank ihrer Mum durchmachen muss, liebt sie Maggie trotzdem. Denn Grace hat nach wie vor die schwache Hoffnung, dass Maggie es irgendwann einmal schafft, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Dennoch konnte ich das Verhalten von Maggie kaum nachvollziehen. So unfassbar schlimm der Tod ihres Mannes auch ist, hat sie dennoch eine große Verantwortung gegenüber ihrer Tochter. Mal ganz zu schweigen davon, dass sie Grace auch bedingungslos lieben sollte. Natürlich ist mir bewusst, dass Maggie sehr labil und Alkoholabhängig ist, dennoch ist sie unfassbar naiv und trifft ständig die falschen Entscheidungen.

Ich hatte oft Mitleid mit Grace, habe sie aber auch für ihre Stärke und ihr Durchhaltevermögen bewundert.

Den zweiten wichtigen Part nimmt die zarte Beziehung zwischen Grace und Eva ein, die sich im weiteren Verlauf der Geschichte deutlich intensiviert. Grace tut alles Erdenkliche, um Eva zu helfen und diese zu unterstützen. Auch Grace fühlt sich in Evas Gegenwart rund um wohl und sicher. Dieses Gefühl kennt sie ansonsten nur, wenn sie Zeit mit ihrem besten Freund Luca und seiner Mum verbringt. Auch die Beziehungen zu Luca und Emmy sind sehr tiefgründig und nehmen einen großen Teil der Geschichte ein, was mir ebenfalls extrem gut gefiel. Die unterschiedlichsten Gefühle stehen in diesem Buch definitiv im Fokus, die Story ist daher durchgehend berührend und zeigt dem Leser auf, wie wertvoll wichtige Menschen sind und wie viel man trotz herber Rückschläge gemeinsam erreichen kann.

Die Farbe lila hat ebenfalls eine große Bedeutung, sodass der Titel ganz wunderbar gewählt ist. Und auch das Cover passt einfach perfekt zum Inhalt!

Das Ende ist ein wenig offen, dennoch hat Ashley Herring Blake dieses so gelenkt, dass ich mir auch die weitere Zukunft von Grace perfekt vorstellen konnte.

Fazit:

„Eine Handvoll Lila“ von Ashley Herring Blake ist ein emotionales und tiefgreifendes Buch, das berührt, fesselt und gefangen nimmt, aber auch zum lächeln bringt und Hoffnung schöpfen lässt. Protagonistin Grace habe ich durch ihren unbändigen Willen und ihre Kraft sehr ins Herz geschlossen. Sie geht den oft steinigen Weg meist voller Optimismus und findet gerade dadurch auch ihr Glück!

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Das Herz der Quelle - Sternenfinsternis

Alana Falk
Fester Einband: 440 Seiten
Erschienen bei Arena, 02.03.2018
ISBN 9783401603827
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Adara und Seth sind inzwischen zu Verbündeten geworden, denn nur gemeinsam haben sie die Chance, den inneren Kreis des Rates zu stürzen und dessen Machenschaften aufzudecken. Die Beziehung der beiden ist nach wie vor kompliziert. Adara kann sich nie ganz sicher sein, ob sie Seth wirklich vertrauen kann. Auch zweifelt sie des Öfteren daran, ob Seth und sie tatsächlich dieselben Ziele verfolgen, denn der Rat verlangt einiges, beinahe Unmögliches, von der mächtigen Magierin und ihrer Quelle. Als Adaras Gefühle immer stärker werden, muss sie sich endgültig entscheiden, ob sie mit Seth den Weg bis zum bitteren Ende geht.

Meinung:

„Sternenfinsternis – Das Herz der Quelle“ von Alana Falk gehört zu den Büchern, die ich sehnsüchtig erwartet habe, da Band eins zu meinen Jahreshighlights 2017 gehörte. Schon nach wenigen Seiten war ich wieder vollkommen in der Geschichte gefangen und die Ereignisse von „Sternensturm“ waren mir nur allzu deutlich präsent. So hatte ich auch keinerlei Schwierigkeiten, wieder in die Welt von Adara und Seth einzutauchen. Die beiden setzen ihre vor kurzem begonnene Zusammenarbeit fort, denn sie verfolgen das große Ziel, den Rat zu stürzen und für die Gleichberechtigung von Magier und Quelle zu kämpfen. So lässt Seth auch nichts unversucht, in den inneren Kreis des Rates gewählt zu werden, auch wenn ihm die Aufgaben die er bewältigen muss, oft alles abverlangen. Nach wie vor versteckt Seth sein wahres Ich hinter einer dicken Schutzmauer. Nur sein Mentor kennt all seine Facetten und auch Adara bekommt durch die gemeinsame Zauberei und den damit verbundenen intensiven Magieaustausch ein anderes Bild von ihrer Quelle.

In diesem finalen Band steht selbstverständlich der Umbruch und die damit verbundenen Machtkämpfe gegen den Inneren Kreis sowie das Wiedererlangen des früheren Zusammenlebens der magischen Gemeinschaft mit den Menschen im Vordergrund. Denn Adara weiß durch die alten Geschichten und Matteos Bilder längst, wie die Welt einst war, stimmig, vertrauensvoll und ehrlich! Nicht so berechnend, kalkuliert und kontrolliert wie heute. Denn der Innere Kreis bringt immer wieder neue Erfindungen zu Tage, wie z. B. die App, über die nun alle Mitglieder kommunizieren sollen. Dass sie dadurch unter ständiger Überwachung stehen, ist den Meisten überhaupt nicht bewusst. Auch wenn ich ein großer Fan der „herkömmlichen“ Art des Zauberns bin, mag ich die moderne Art von Alana Falk sehr.

Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen, insbesondere die von Adara und Seth, nehmen viel Raum ein, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Adara weiß lange nicht, ob sie Seth tatsächlich trauen kann. Hinzukommt, dass sie immer noch sehr mit dem Verlust von Chris zu kämpfen hat. Doch nach außen muss sie stark sein, da es insbesondere der Innere Kreis nicht gerne sieht, wenn seine mächtigste Magierin um einen Verräter trauert. Adara und Seth fühlen sich körperlich sehr zueinander hingezogen. Der stetige Austausch von Magie verstärkt die Anziehungskraft noch um ein Vielfaches. Schon bereits zu Beginn flogen zwischen der Magierin und ihrer Quelle somit die Funken. Doch rein körperliches Verlangen, bedeutet noch längst keine tieferen Gefühle. Adara ist hin und hergerissen, denn umso intensiver sie Seth kennenlernt, umso wichtiger wird er ihr. Auch Seth lässt Adara näher an sich heran, so nah, wie er es seit seiner Kindheit bei niemandem mehr zugelassen hat.

Gerade dieser Aspekt, lässt auch den zweiten Band wieder sehr gefühlvoll werden, wenn auch auf eine völlig andere Weise wie in „Sternensturm“. Ich mochte dieses langsame Zueinanderfinden sehr gerne, denn lässt man die körperliche Anziehung außen vor, sind die Emotionen sehr zart und zerbrechlich.

Ganz besonders Seth Entwicklung hat mir unglaublich gut gefallen. Ich litt mit ihm und konnte seine Qualen nachempfinden. Seine Entscheidungen blieben für mich aber auch oft undurchsichtig, was für eine stetige unterschwellige Spannung sorgt.

Auch wenn es keinen so gewaltigen Spannungseffekt wie im Vorgängerbuch gibt, konnte mich Alana Falk immer wieder überraschen. Mit manchen Dingen habe ich gerechnet, andere wiederum hatte ich nicht erwartet. Allgemein gefiel mir der Handlungsstrang von „Sternenfinsternis“ richtig gut. Die Geschichte spielt zwar nicht mehr an so vielen unterschiedlichen Orten, dafür erhält der Leser mehr Hintergrundinformationen und lernt auch die anderen Charaktere, sei es nun der Innere Kreis oder andere Magier und Quellen, einiges besser kennen. Auch dies hat mir extrem gut gefallen.

Am Ende spitzt sich die Lage nochmals dramatisch zu, ein alles entscheidender Showdown lies mich zittern und gebannt die letzten Seiten „verschlingen“. Ich bin mehr als zufrieden mit dem Finale und werde Adaras Geschichte bestimmt niemals vergessen.

Fazit:

Mit „Sternenfinsternis – Das Herz der Quelle“ hat Alana Falk einen fantastischen zweiten Band und somit großartigen Dilogieabschluss geschaffen. Ein alles entscheidender Kampf, viele tolle, interessante Szenen und intensive Gefühle, sorgen für fantastische Unterhaltung und Pageturner – Momente!

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Diabolic - Durch Wut entflammt

S.J. Kincaid , Ulrich Thiele
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Arena, 02.03.2018
ISBN 9783401602721
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Tyrus ist an seinem wichtigsten Ziel angekommen, er ist Kaiser des Chrysanthemums. Mit Nemesis an seiner Seite soll sich alles ändern und zum besseren wenden. Die alten Wissenschaften sollen wiedererweckt werden, um so das Universum vor dem drohenden Untergang zu schützen. Doch nicht alle Bewohner des Reiches sind mit den Veränderungen einverstanden. So bildet sich eine Widerstandsgruppe, die den jungen Kaiser stürzen will. Nemesis, die alles versucht, um ihre große Liebe zu beschützen und zu retten, muss sich einmal mehr entscheiden, welchen Weg sie gehen und was sie dafür aufgeben muss.

Meinung:

Auf diesen zweiten Band war ich ganz besonders gespannt, da "Diabolic – Vom Zorn geküsst" sehr abgeschlossen ist und zunächst auch als Einteiler geplant war. Der Einstieg fiel mir recht leicht, da Autorin S. J. Kincaid immer wieder geschickte Rückblenden einbaut, sodass ich bereits nach kürzester Zeit wieder mittendrin im Geschehen war. „Durch Wut entflammt“ beginnt auch bereits sehr rasant, denn Tyrus und Nemesis müssen einige Herausforderungen bewältigen. Tyrus steht, bedingt durch die Erbfolge der Kaiserthron zu, doch viele Bewohner des Imperiums haben ihre Zweifel, sowohl an ihm, als auch an Nemesis, die kein echter Mensch, sondern „nur“ eine Diabolic ist. So regt sich Widerstand und die unterschiedlichsten Gruppierungen bilden sich, die Tyrus stürzen und vernichten wollen. Attentate und Angriffe stehen daher auf der Tagesordnung. Nemesis, die bedingt durch eine Erfindung nicht immer auf ihre übermächtige Stärke zurückgreifen kann, sind oft die Hände gebunden. Doch als es letztendlich darauf ankommt, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung, die alles unwiederbringlich verändert.

Ich habe für diesen zweiten Band recht lange gebraucht, was aber keineswegs daran lag, dass das Buch nicht spannend ist. Ganz im Gegenteil, die Ereignisse überschlagen sich beinahe. Eine unglaubliche Szene, wird von der nächsten abgelöst. So stockte mir während des Lesens des Öfteren der Atem, da so viel Unerwartetes passiert. S. J. Kincaid schafft es ganz hervorragend, ihre Leser hoffen und bangen zu lassen und diese hinters Licht zu führen. Im einem Moment war ich glücklich, dass nun doch alles so kam wie erhofft, nur um im nächsten Moment wieder festzustellen, dass doch wieder alles ganz anders ist. Dieses Verwirrspiel trug natürlich sehr stark dazu bei, dass meine Gefühlswelt immer wieder Kopf stand. Die komplette Geschichte entwickelte sich rasant in eine Richtung, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Ich wurde so oft überrascht, positiv, als auch negativ. Diese vielen, definitiv unerwarteten Wendungen sorgen dafür, dass eine hohe Grundspannung stets vorhanden ist, auch wenn ich den Vorgängerband alles in allem noch spannender und fesselnder fand. Man muss auch sehr aufmerksam lesen, damit man bei all den Geschehnissen niemals den Faden verliert. Nichtsdestotrotz konnte mich die Autorin mit diesem Zwischenbuch zum Großteil überzeugen.

Toll fand ich, dass Tyrus und Nemesis viel in der Welt bzw. in der Galaxis herumkommen und so alles noch ausschweifender und größer wurde. Die Strecken, die die beiden zurücklegen, sind im wahrsten Sinne des Wortes gigantisch. So lernte ich unter anderem die Sternenspähre, den mystischen Interdikten, sowie die Hintergründe des helionischen Glaubens und den Grund für die Aufgabe der Wissenschaft und der Forschung kennen. S. J. Kincaids Ideenreichtum kennt keine Grenzen und die Möglichkeiten sind daher beinahe unerschöpflich. Das Setting lässt sich dadurch auch unendlich erweitern und ausbauen. Die Autorin nimmt sich sehr viel Zeit für die Schilderung der Galaxie, der Raumschiffe und des weitläufigen, niemals enden wollenden Weltraums. Ich konnte mir alles sehr gut und absolut bildlich vorstellen. Ihr Schreibstil ist mitreißend, packend sehr angenehm und flüssig, sodass ich mich trotz der vielen Verwirrungen, komplett in der Story fallen lassen konnte. Neue Charaktere treten in das Leben des Kaiserpaares, außerdem traf ich gemeinsam mit ihnen auf altbekannte Freunde und auch auf ihre Feinde. Man weiß absolut nie, wem man trauen kann und wer ein falsches Spiel spielt. Sehr interessant ist Neveni, die in „Durch Wut entflammt“ eine noch größere Rolle einnimmt. Bei ihr wusste ich überhaupt nicht, woran ich bin. Pasus hingegen ist derselbe, hinterlistige, machthungrige, intrigante und durchtriebene Kotzbrocken wie eh und je.

Ganz besonders begeistert war und bin ich immer noch von Nemesis. Trotz ihrer Diabolic-Abstammung ist sie menschlicher als die meisten der Allbewohner. Sie zeigt in diesem zweiten Band so viel Herz und Gefühl, wozu viele der gierigen Imperianer überhaupt nicht mehr in der Lage sind. Nemesis tut absolut alles, um Tyrus zu schützen, selbst dann, wenn es weit über ihre Macht hinaus geht. Ihre Kräfte werden durch eine Erfindung in Schach gehalten, was es für sie zusätzlich schwer macht, zu kämpfen. Und trotzdem gibt sie niemals auf und glaubt an Tyrus, ein weiterer Charakterzug, den ich sehr an ihr schätze. Nemesis hat sich so stark entwickelt, deswegen mochte und mag ich sie noch ein großes Stück lieber, als am Ende des ersten Teils.

Tyrus hingegen entwickelt sich ganz anders als gedacht. In meinen kühnsten Träumen hätte ich das alles was mit ihm und durch ihn passiert, niemals erwartet! Und auch wenn mir seine Entwicklung ganz und gar nicht gefiel, gibt es einen triftigen Grund für diese, daher ist auch sein Werdegang mehr als nur passend. Abgesehen davon, hat die Autorin sicher noch ein Ass im Ärmel, sodass sich im Finale eventuell nochmals alles komplett wenden könnte, auch wenn ich derzeit nicht wüsste wie. Aber auch dieser Aspekt, macht die Geschichte noch interessanter und alles andere als Mainstream. Durch Tyrus Verhalten und durch die Zeit der Trennung, kommen die romantischeren Szenen etwas zu kurz. Diese sind aber zum Glück vorhanden und auch wirklich schön und explosiv, gehen aber im großen Ganzen ein wenig unter. Auch hier erwarte ich mir wieder mehr im Abschlussband. Besonders schön waren die Augenblicke, in denen der Kaiser seinem kompletten Volk gezeigt hat, wie sehr er hinter Nemesis steht und dass er sie als vollwertigen Menschen und nicht als ein künstliches Wesen ansieht. In diesen Momenten wird die Beziehung des Kaiserpaares stärker und intensiver. Man spürt, wie sehr sich die beiden lieben und brauchen.

Insgesamt ist dieser Zwischenband noch um einiges düsterer, dunkler, intriganter und auch gewaltvoller. Viele Gefahren und auch der Tod sind allgegenwärtig. Durch die politischen und wissenschaftlichen Ränkespiele, sorgt die Autorin auch für viele Action - und Powermomente. Mit dem sehr unerwarteten und schockierenden Showdown legt sie noch eine Schippe drauf, sodass ich ziemlich geplättet vor den letzten Seiten saß. Ich bin unglaublich gespannt, was sich S. J. Kincaid für das Finale einfallen lässt. Ich bin voller Hoffnung und habe große Erwartungen. Ich wünsche mir sehr, dass sich diese erfüllen.

Fazit:

Mit „Diabolic - Durch Wut entflammt“ ist Autorin S. J. Kincaid ein weiteres Science-Fiction-Abenteuer gelungen, das vor Spannung und unerwarteten Wendungen nur so strotzt. Ein interessanter Balanceakt zwischen gewaltvollen - und emotionalen Szenen und zwei sehr unterschiedliche Protagonisten, machen diese Fortsetzung definitiv einzigartig.

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429 Bibliotheken, 8 Leser, 4 Gruppen, 52 Rezensionen

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Nicht weg und nicht da

Anne Freytag , Martina Vogl
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 19.03.2018
ISBN 9783453271593
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

Wenn ich eines gelernt habe, dann, dass Zeit nicht wiederkommt. Das eine Minute nach der anderen unerbittlich aus unserem Leben stirbt und dass wir jeden Moment aufs Neue entscheiden müssen, ob wir sie verschwenden oder nutzen. (Seite 187)

„Sei einfach so, wie Du immer bist. Das macht Menschen glücklich.“ (Seite 195)

„Ich glaube, irgendetwas bleibt. Und dieses Etwas von mir ist immer bei dir. Und das wird es immer sein.“ (Seite 205)

Denk immer daran, Lise, man ist immer nur eine Entscheidung von einem völlig anderen Leben entfernt. (Seite 220)

„They tried to bury us. They didn't know we were seeds“ – Mexikanisches Sprichwort (Seite 473)
(Sie haben versucht uns zu begraben. Sie wussten nicht, dass wir Samen waren)

Inhalt:

Luise ist nach dem Tod ihres Bruders Kristopher am Boden zerstört. Sie kann nicht begreifen, wie es soweit kommen konnte. Die Teenagerin rasiert sich die Haare raspelkurz und lässt niemanden mehr an sich heran. Doch dann bekommt Luise an ihrem 16. Geburtstag die erste Email von Kristopher aus der "Zwischenwelt". So vertraut sie sich letztendlich doch dem verschlossenen und introvertierten Jacob an, der seit ihrer ersten Begegnung von Luise fasziniert ist. Mit Jacob an ihrer Seite und den in gewissen Abständen folgenden Mails, kämpft sich die junge Frau trotz tiefer Traurigkeit und vieler emotionaler Momente, langsam wieder zurück in ihr Leben und entdeckt die Welt und sich vollkommen neu.

Meinung:

Wie sehr ich Anne Freytags Bücher liebe, ist alles andere als ein Geheimnis. Ihre Art des Erzählens ist so besonders und unter die Haut gehend, sodass ich auch „Nicht weg und nicht da“ kaum aus der Hand legen konnte. Ich wurde ein weiteres Mal von diesem ganz eigenen „Freytag-Charme“ eingehüllt und habe es, trotz des extrem traurigen Grundthemas, wahnsinnig genossen, dieses Buch zu lesen. Denn auch wenn die Protagonisten in den Romanen der Autorin meist vor extrem emotionalen Herausforderungen stehen, zeigt sie einem stets auf, wie schön und voller Wunder die Welt ist.

Als Luise das erste Mal auf Jacob trifft, ist ihr Leben vollkommen aus den Angeln gerissen. Ihr Bruder Kristopher ist erst wenige Wochen tot, was die Teenagerin noch immer kaum begreifen kann. Sie gibt sich die Schuld und bekommt die Bilder des toten Bruders nicht mehr aus dem Kopf. Luise versucht mehr schlecht als recht durch den Tag zu kommen und versteckt ihre Gefühle hinter einer dicken Mauer. Sie ist verschlossen und verschanzt sich die meiste Zeit. Auch Jacob ist gerne alleine und lässt außer seinem großen Bruder niemanden an sich heran. Vom ersten Moment an ist Jacob von Luise fasziniert, da sich mit ihr auch schweigen richtig anfühlt. Als Luise von ihrem Bruder Kristopher Emails aus der "Zwischenwelt" erhält, ist es Jacob, den sie auch an deren Inhalten und den damit verbundenen Aufgaben teilhaben lässt. Die beiden erleben viele traurige und seitens Luise auch tränenreiche Tage, die von den unterschiedlichsten, teils auch kräftezehrenden Gefühlen geprägt sind. Ganz langsam und mit zitternden, wackeligen Schritten kämpft sich Luise wieder zurück in einen Alltag ohne ihren Bruder. Gemeinsam mit Jacob und Kristophers kleinen Botschaften und Weisheiten, beginnt die junge Frau ihr Leben wieder in die Hand und die schönen Dinge darin wahrzunehmen. Auch Jakob findet dank Luise zu sich selbst, und auch sein Leben wendet sich immer mehr zum Positiven.

Ich mochte die so taff wirkende Luise mit ihren Millimeter kurzen Haaren, die im Inneren, bedingt durch den schweren Verlust des Bruders, sehr zerbrechlich ist, von Anfang an sehr. Ich konnte ihre Gefühle, ihre Ängste und ihren nie enden wollenden Schmerz vollkommen nachvollziehen. Luise fühlt sich im Stich gelassen. Ihre Mutter stürzt sich in ihre Arbeit als OP-Schwester, sodass Luise einsam und alleine ist. Mutter und Tochter gehen sich in der wenigen Zeit, die sie gemeinsam verbringen, auch meist aus dem Weg, so kämpft jede verbissen mit den eigenen Dämonen. Kristopher war immer das Sorgenkind der Familie, wohingegen Luise sich stets angepasst und ihre eigenen Bedürfnisse hintenangestellt hat. Dies wird durch die Lücke, die Kristopher hinterlassen hat, mehr als deutlich. So müssen sich Mutter und Tochter nach dem Zerfall der Familie plötzlich miteinander befassen, auch dafür sorgt er. Außerdem besucht Luise einmal wöchentlich einen Psychologen, auch dieser Aspekt fließt wie selbstverständlich in die Geschichte ein. Zunächst helfen Luise die Treffen nur bedingt, aber umso öfter sie Dr. Falkstein aufsucht, umso mehr trägt auch er zu ihrem Heilungsprozess bei.

Auch Jacob habe ich sehr ins Herz geschlossen. Er hat in seiner Vergangenheit Dinge erlebt, die auch ihn gegenüber anderen Menschen eher auf Abstand gehen lassen. Er ist ein absoluter Mädchentyp, macht sich aber aus keiner seiner Verabredungen etwas oder entwickelt gar stärkere Gefühle für die Mädchen. Dies ändert sich erst, als er Luise trifft, die beiden passen einfach perfekt zueinander. Viele ihrer Gespräche führen sie nur durch Blickkontakt oder durch die schlichte Anwesenheit des jeweils anderen. Ich mochte es unglaublich gerne, wie oft Jakob Luise einfach nur in den Arm nimmt und festhält, sie tröstet und in den richtigen Augenblicken das Wort ergreift. Doch auch Luise gibt ihm halt und bestärkt Jacob. Ganz langsam weichen der Zorn, die Wut, die Verzweiflung und die Trauer und machen Vertrauen, Geborgenheit und Liebe Platz. Es war so schön, die beiden auf ihrem gemeinsamen Weg zu begleiten und ein Teil von ihnen zu werden. Auch die Liebesgeschichte ist absolut authentisch, da die Gefühle langsam und nach und nach entstehen. So ist diese nie kitschig, aber trotzdem wunderschön. Die Entwicklung, die vor allem Luise durchmacht, ist enorm. Und auch die Trauerbewältigungsphase ist so greifbar, sodass ich diese beinahe selbst durchlaufen habe.

Anne Freytags Protagonisten sind immer sehr vielschichtig, echt, sehr menschlich und aus dem Leben gegriffen, so auch in „Nicht weg und nicht da“. Sie sind für mich immer komplett real, was so wichtig für eine gute Geschichte ist. Auch die weiteren Charaktere, allen voran Jacobs Bruder Arthur, seine Freundin Julia und Luises beste Freundin Ming, die in Berlin lebt, bereichern diesen Roman ungemein und sind ein sehr fester Bestandteil dieses grandiosen Buches.

Kristophers Emails sind wahnsinnig berührend und gehen extrem unter die Haut. Anne Freytag bringt Luise und ihren Lesern auf sehr behutsamen Weise Kristophers Seelenheil nahe, sodass man ihn verstehen, seine Handlungen nachvollziehen und sich auch in ihn hineinversetzen kann. Auch die geschwisterliche Liebe und Verbundenheit beschreibt die Autorin sehr einfühlsam. Ich spürte diese, sowie Luise und Jacobs Zusammengehörigkeit bis ins Mark.

Natürlich darf auch die obligatorische Playlist nicht fehlen. In jeder Zeile wird dem Leser die Wichtigkeit einzelner Songs und der Musik im Allgemeinen bewusst. Außerdem greift Anne Freytag eine ganz wundervolle Mexikanische Tradition auf, was mir unglaublich gut gefallen hat. Die Kapitel sind, wie gewohnt, schön kurz und werden abwechselnd aus der Sicht von Luise und Jacob erzählt, was ich ebenfalls extrem gerne mag. Auch die wundervolle Aufmachung des Buches, sowohl innen als auch außen, spiegeln den Inhalt perfekt wieder.

Je weiter ist las, je mehr hüllte mich der poetische, sehr nahe gehende Schreibstil der Autorin ein. Ich fühlte die alles umfassende Traurigkeit, die aber immer wieder auch durch Freude und wahre Glücksmomente durchdrungen wird. Anne Freytag berührt mich nicht nur mit jeder weiteren Geschichte aufs Neue, sie dringt tief in mein Herz ein und lässt es vor Glück und Liebe weinen und lachen gleichzeitig.

Das Ende ist gewohnt berührend, für mich wie immer tränenreich, wunderschön und einzigartig!!!

Fazit:

„Nicht weg und nicht da“ hat unauslöschliche Spuren in mir hinterlassen. Der Balanceakt zwischen einer wundervollen Liebesgeschichte und der Alltagsbewältigung nach dem Tod des Bruders, zwischen Angst, Verletztheit, Wut, Hilflosigkeit, unendlicher Trauer, aber auch Glücksgefühlen, Zusammengehörigkeit und tiefer Verbundenheit, ist der Autorin mehr als perfekt gelungen. Anne Freytag hat erneut ein buchisches Highlight geschaffen, mit welchem sie die Leserwelt ein weiteres Mal ungemein bereichert.

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68 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

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Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens

Jen Malone , Jessika Komina , Sandra Knuffinke
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Magellan, 18.01.2018
ISBN 9783734850349
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Elisabeth, 21, Collegeabsolventin, soll über den Sommer hinweg mehrere Wochen eine Senioren-Europareise als Leiterin betreuen. Doch dann kommt ein unerfreuliches Ereignis dazwischen, sodass sie Ohio und somit Amerika nicht verlassen darf. Da ihre 17-jährige Schwester Aubree daran nicht ganz unschuldig ist, springt diese notgedrungen ein.

Aubree die bisher nie groß verreist und in vielen Dingen noch recht unselbständig ist, wird mit den unterschiedlichsten Herausforderungen konfrontiert. Da ist das bei Laune halten ihrer sechs Rentner noch das kleinste Problem. Unerwartet bekommt Aubree männliche Hilfe, die wiederum alles auf den Kopf stellt. Und so muss sich Aubree ihren Ängsten stellen und über sich hinauswachsen.

Meinung:

Bereits das wunderschöne Cover von „Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens“ von Jen Malone weckte in mir unbändige Reiselust. Diese wird noch um ein Vielfaches verstärkt, sobald Aubree in Europa ankommt. Die junge Frau ist zunächst alles andere als angetan darüber, dass sie eben diese Reise antreten muss und nicht nur für sich, sondern auch für sechs Senioren und das Gelingen des Trips verantwortlich ist. Doch Aubree ist dies ihrer Schwester schuldig, nachdem sie einer der Hauptgründe dafür ist, dass Elisabeth nicht selbst mitreisen kann. Elisabeth, Einserabsolventin und Organisationstalent schlechthin, bereitet Aubree mit unermüdlichem Einsatz und einem prall gefüllten Ordner, der alle wichtigen Informationen, Reiseziele etc. beinhaltet auf die Wochen in Europa vor. Da Aubree aber extrem aufgeregt ist, kommt es, wie es kommen muss, der Ordner samt Handy geht verloren. Fast völlig auf sich alleine gestellt, startet Aubree in das Abenteuer ihres Lebens, lernt ihre Senioren kennen und ist in ihr erstes Reiseziel, Amsterdam vollkommen verliebt.

Bereits der Einstieg in die Geschichte ist sehr amüsant, da der Leser Aubree kennenlernt, deren Hauptziel es zu sein scheint, sich in die unmöglichsten Situationen hineinzumanövrieren. So musste ich bereits nach den ersten Seiten grinsen. Diesem humorvollen Erzählstil bleibt Jen Malone durchweg treu, wobei sich im weiteren Verlauf der Geschichte auch ernstere und gefühlvollere Töne daruntermischten. Doch zunächst fand ich es einfach nur witzig, wie Aubree nach einem chaotischen Start ihre erste Reise in einem Flugzeug, und überhaupt ins Ausland antritt. Aubree ist schon zu Beginn mit ihren Nerven völlig am Ende, ich hingegen war um einige Lachtränen „ärmer“.

Noch lustiger wird es, als Aubree das erste Mal auf ihre rüstigen Senioren trifft. Die sechs Rentner könnten unterschiedlicher nicht sein. Emma und Mary sind die besten Freundinnen und sehr charmant. Sie haben die Reise gemeinsam gebucht und sich mit dieser einen Jugendtraum erfüllt. Texaner Hank und Maisy sind ein Ehepaar, das gerade seinen zweiten Frühling durchlebt, Mr. Fenton ist ein liebenswürdiger ehemaliger Lehrer und Dolores, die Mutter der Besitzerin der Reiseagentur und eher in sich gekehrt und missmutig. So hat Aubree alle Hände voll zu tun, um die buntgemischte Truppe in Schach zu halten. Die junge Frau schlägt sich zunächst mehr schlecht als recht, doch nach einigen Tagen wird Aubree ein wenig selbstbewusster, sie nimmt die Dinge in die Hand. Unerwartete Hilfe erhält die Teenagerin durch männliche Verstärkung. Sam bringt nochmals ordentlich Schwung in die Reisegruppe und in Aubrees Gefühlsleben.

Es hat so viel Spaß gemacht, mit Aubree und ihrer Gruppe die acht unterschiedlichen, wundervollen Städte zu besuchen, die Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, das leckere Essen zu probieren und all die kleinen und großen Abenteuer zu erleben. Ich fühlte mich tatsächlich so, als wäre ich mit an Bord bzw. so als würde ich mit dieser skurrilen Gruppe im Bus sitzen. Mich hat so richtig das Reisefieber gepackt und ich bekam Fernweh, sodass ich sogar gerne mit Aubree getauscht hätte.

Jen Malone geht wundervoll auf die einzelnen Charaktere ein, so lernte ich diese während die Geschichte voranschritt, immer besser kennen. Besonders Emma, Mary und Mr. Fenton mochte ich unglaublich gerne. Es ist außerdem echt schön, dass die Liebesgeschichte zwar viel Platz einnimmt, die Rentner aber mindestens ebenso wichtig sind und im Fokus stehen.

Aubrees Entwicklung hat mir ebenfalls extrem gut gefallen. Zu Beginn lässt sie sich zu sehr treiben und überlässt die Arbeit, wann immer es möglich ist, den Anderen. Zum Teil konnte ich dies natürlich nachvollziehen, da sie ohne Unterlagen und ohne Handy zunächst nicht viel ausrichten konnte, zumindest nicht, ohne aufzufliegen. Doch als sich Aubree so richtig reinhängt, immer erfinderischer wird und über sich selbst hinausgewachsen ist, war sie mir noch viel sympathischer. Sam hat mich von Anfang an fasziniert. Seine Art, sein Humor und wie er die Dinge anpackt, ließen mich nicht nur des Öfteren grinsen, sondern auch dahinschmelzen. Er bringt nicht nur in Aubree die besten Seiten zum Vorschein, sondern schleicht sich auch wie selbstverständlich in die Herzen der Rentner.

Gegen Ende des Buches wird es traurig und sehr gefühlvoll, was der Lockerheit der Geschichte allerdings keinen Abbruch tut. Ganz im Gegenteil, diese Passagen verleihen ihr noch mehr Tiefgang und Echtheit. Auch das Finale war komplett nach meinem Geschmack, es ist stimmig und mehr als passend.

Fazit:

Mit „Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens“ ist Jen Malone ein humorvoller Roadtrip mit viel Herz und Gefühl gelungen. Mich packte sofort eine unbändige Reiselust, die sich im weiteren Verlauf der Geschichte noch verstärkt hat. Ich habe es seht genossen, gemeinsam mit Aubree, Sam und den sechs Senioren die Städte unsicher zu machen.

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35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

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Das Zeiträtsel: Roman (Reise durch die Zeit 1)

Madeleine L'Engle
E-Buch Text: 225 Seiten
Erschienen bei Piper ebooks, 01.03.2018
ISBN 9783492990820
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Inhalt:

Die 13-jährige Meg lebt mit ihrer Mutter und ihren drei Brüdern zusammen, ihr Vater ist auf einer wichtigen wissenschaftlichen Mission. Die Familie weiß allerdings nicht, ob es ihm gut geht und ob er überhaupt noch lebt, da sie schon einige Jahre nichts mehr von ihm gehört haben. Eines Nachts bekommt die Familie Besuch von drei älteren Damen, die Meg, den fünfjährigen Charles Wallace und den 14-jährigen Calvin, der in der Nachbarschaft wohnt, mit auf eine abenteuerliche Reise auf den Planeten Camazotz nehmen. Denn auf diesem wird Megs Vater seit eben jener Zeit gefangen gehalten. Doch dort herrscht ES, das Böse schlechthin, dass den Menschen seinen Willen und bedingungslosen Gehorsam aufzwingt. Nur Meg und ihrem kleinen Bruder, welcher über diverse Begabungen verfügt, ist es möglich den Vater zu retten, denn nur eine einzige Macht ist dazu im Stande.

Meinung:

Da ich Fantasygeschichten liebe und der Trailer zur Buchverfilmung von "Das Zeiträtsel", welche jetzt im April in die Kinos kommt, unglaublich schön ist, habe ich mich sehr auf diesen Roman gefreut. Interessant finde ich es auch, dass das Buch bereits 1962 unter dem Titel „Die Zeitfalte“ erschienen ist und nun nochmals überarbeitet und neu aufgelegt wurde. Auch das Cover ist wunderschön und verspricht tolle Unterhaltung. Doch leider bin ich nach dem Lesen ziemlich ernüchtert, da mich die Geschichte zu keiner Zeit wirklich packen oder gar in ihren Bann ziehen konnte. „Seltsam“ ist das erste Wort, was mir in den Sinn kommt, wenn ich an „Das Zeiträtsel“ denke. Dabei ist sowohl das Setting als auch die eigentliche Idee wirklich großartig. Der Schreibstil von Autorin Madeleine L`Engle ist recht straff, die Sätze sind kurz gehalten und die Erzählweise eher hochgestochen. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass sich Kinder damit wohl fühlen, ich jedenfalls tat es nicht. Ich hatte beim Lesen stets das Gefühl, aneinandergereihte Sätze vor mir zu haben, die aber kein Ganzes ergaben. Ich konnte nur wenig in die Geschichte eintauchen und auch die durchaus vorhandenen Gefühle, haben mich kaum erreicht oder gar berührt.

Hinzukommt, dass Meg zwar ein absolutes Mathegenie ist, ansonsten aber ein eher fordernder, oft zickiger Teenager ist. Erst im Laufe der Zeit habe ich eine kleine Verbindung zu ihr aufgebaut, da Meg durchaus auch liebevolle Seiten besitzt. Meist war sie mir mit ihrer ganzen Art und ihrem Verhalten an sich aber doch zu anstrengend. Es ist daher auch durchaus verständlich, dass das Mädchen an ihrer Schule eine Außenseiterin ist. Normalerweise schließe ich Außenseiter in einem Roman schnell in mein Herz, doch bei Meg blieb dieses verschlossen. Ich wurde mit ihr kaum warm. Auch ihr fünfjähriger Bruder Charles Wallace ist ein sehr eigenartiger Junge, der des Öfteren die Gedanken seiner Schwester lesen kann und sich auch in seinem ganzen Verhalten wie ein Erwachsener, anstatt wie ein Kind benimmt. Er ist sehr altklug und besserwisserisch. Ich fand ihn sehr eigenartig und beinahe schon ein wenig unheimlich. Zu ihm hatte ich überhaupt keinen Zugang. Beide Geschwister blieben für mich zu oberflächlich und ohne Tiefgang. Am Liebsten mochte ich den 14-jährigen Calvin, welcher in der Nachbarschaft wohnt und immer darum bemüht ist, nicht nur Megs Launen zu ertragen, sondern auch sie und ihren Bruder zu bestärken und auch ein wenig zu beschützen. Calvin ist selbstlos, immer freundlich, hilfsbereit und tut alles, um den Vater der Geschwister zu retten. Denn Calvin ist Teil einer Mission, zu der er, Meg und Charles plötzlich und ziemlich abrupt, gemeinsam mit drei schrulligen älteren Damen antreten. Die drei Frauen sind von Beginn an sehr mysteriös, geheimnisvoll und hören auf sehr skurrile Namen. Interessant sind diese aber allemal, da sie wissen, dass sich der Vater auf dem Planeten Camazotz befindet, und auch wie die Kinder dorthin gelangen können.

Ich war sehr gespannt auf die Reise dorthin, und erhoffte mir eine rasante und packende Geschichte voller Wunder und Mysterien, leider vergebens. Die drei alten Damen begleiten die Geschwister und Calvin, mittels einer tollen Art des Zeitreisens, fast bis auf Camazotz. Doch dort sind die Kinder, die noch ein paar Ratschläge des Trios bekommen, auf sich alleine gestellt. Die Menschen, welche auf dem Planeten leben, verhalten sich seltsam monoton und ohne Gefühle zu zeigen. Und als Meg, Calvin und Charles auf ES stoßen, wird es sogar ein klein wenig gruselig. Wobei mir einfach alles, sprich der komplette Verlauf, viel zu schnell ging. Ich hätte mir viel mehr Hintergrundinformationen und Aufklärung an sich gewünscht. Jeder Szene folgt eine weitere, die bei mir aber allesamt keine großen Emotionen wecken konnten, was ich total schade fand. Denn gerade auch die von der Autorin erschaffene Welt und die in ihr lebenden Wesen und Geschöpfe, versprechen so viel, denn in ihnen steckt definitiv großes Potential. Auch hier wäre mehr Input einfach toll gewesen.

Die Art des Zeitreisens bzw. des Zeitfaltens fand ich wirklich großartig und auch toll gelöst. Daher passt auch der Originaltitel so viel besser, denn mit Rätseln hat das Buch nicht allzu viel gemeinsam. Es sei denn, man bezieht das Wort „Rätsel“ auf all die Dinge, die für mich undurchsichtig sind und nicht aufgeklärt wurden. Der Showdown an sich, ist auch viel zu kurz und für das was dort eigentlich passiert, zu schnell abgehandelt.

Die wenigen Minuten des Kinotrailers berühren mich weit mehr, als dieser gesamte erste Band, von daher verspreche ich mir von diesem Film recht viel. Ich gehe absolut davon aus, dass die Umsetzung von diesem dem Potential der Geschichte viel mehr gerecht wird. Denn wie bereits erwähnt, hat die Idee an sich so viel Charme. Ich bin mir auch sehr sicher, dass die beiden Fortsetzungen, die es im Original gibt, für Aufklärung sorgen und manches Geheimnis lüften werden. Ich werde die Folgebände allerdings nicht lesen, hoffe aber sehr, dass die Bücher ihre Fans finden werden bzw. diese bestimmt auch bereits haben.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass mir die Botschaft des Buches, in welchem es auf die inneren Werte der Protagonisten und den Mut an sich zu glauben und über sich hinauszuwachsen, wirklich gut gefällt. Und das Meg, zumindest was das betrifft, sicher auch als Vorbild für viele Kinder und natürlich auch Erwachsene dient.

Fazit:

„Das Zeiträtsel“ von Madeleine L`Engle bietet eine Zeitreisegeschichte mit einem gigantisch, schönen Setting und einem tollen Fantasyanteil, in welcher wirklich viel Potential steckt. Leider hapert es an der Umsetzung. Die einzelnen Szenen werden viel zu schnell abgehandelt und wirken aneinandergereiht. Sie bilden somit auch kein großes Ganzes, sodass für mich keinerlei Tiefgang bestand und ein Eintauchen in das Buch beinahe unmöglich war. Auch die Charaktere blieben sehr blass, unnahbar und zum Teil auch skurril.

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268 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 62 Rezensionen

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Mein Sommer auf dem Mond

Adriana Popescu
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei cbt, 12.03.2018
ISBN 9783570311981
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitate:

Werden perfekte Zeitpunkte für die Highlights im Leben nicht vielleicht total überbewertet? Muss man nicht einfach zugreifen, wenn es sich richtig anfühlt? (Seite 171)

Kopf und Herz, das merke ich immer häufiger, müssen sich nicht einig sein. Man muss aber zur richtigen Zeit entscheiden, auf was man hören soll. (Seite 344)

Inhalt:

Die Jugendlichen Fritzi, Bastian, Tim und Sarah haben zunächst nur eines gemeinsam. Sie alle sind über den Sommer hinweg Bewohner des Sonnenhofs auf Rügen. Dieser ist allerdings kein Fünf-Sterne-Hotel, sondern ein Therapiezentrum für psychische Erkrankungen. Die Vier sind dort, da sie es mit den unterschiedlichsten Problemen zu tun haben. Von der Klinikleitung werden die Jugendlichen einer Gruppe, den Astronauten, zugeteilt. Dies bedeutet, gemeinsame Sitzungen, Ausflüge, Essen etc.. Zunächst sind sich Fritzi, Bastian, Tim und Sarah fremd und daher auch wenig begeistert, soviel miteinander zu tun zu haben. Besonders die Jungs, die sich auch noch ein Zimmer teilen, können sich nicht leiden. Doch nach und nach wachsen die Vier immer mehr zu einer Einheit zusammen. Auch das Leben könnte so schön sein, wenn die eigenen Dämonen nicht so unerwartet und gnadenlos zuschlagen würden. Doch gemeinsam, und mit gegenseitigem Vertrauen, bewältigen die Astronauten so einiges.

Meinung:

Auf dieses Buch habe ich mich ganz besonders gefreut, da „Mein Sommer auf dem Mond“ nicht nur schöne, sondern auch berührende Lesestunden versprach. Schnell lernte ich die beiden Protagonisten Fritzi und Bastian, aus deren Sicht die Geschichte im Wechsel erzählt wird, kennen. Von Fritzis Ängsten erfuhr ich sehr früh, wohingegen Bastians Krankheit nicht gleich zu Beginn angesprochen wird. Und auch über Sarah und Tim, die beiden anderen Astronauten, machte ich mir meine Gedanken. Natürlich war mir bewusst, dass es die unterschiedlichsten psychischen Krankheiten gibt und das viele Ereignisse/Begebenheiten, eine solche Erkrankung auslösen können. Selbstverständlich wusste ich auch, dass manche dieser Krankheiten auch vererbbar sind. Doch so richtig intensiv darüber nachgedacht, habe ich erst durch Adriana Popescus Roman. Man sieht den Menschen nicht an, dass ihnen etwas fehlt, sie wirken oft glücklich und vollkommen „normal“. In ihnen drin, sieht es allerdings oft ganz anders aus. Und genau diese Thematik greift die Autorin auf sehr sensible und wunderbare Weise in ihrem Roman auf. Auch wenn es nicht ganz so einfach ist, sich komplett in die vier Hauptcharaktere hineinzuversetzen, verstand ich diese, ich fühlte sehr stark mit ihnen und habe gleichzeitig auch ihren Mut bewundert.

Tim, Sarah, Fritzi und Bastian sind gezwungen, ihre Zeit im Sonnenhof gemeinsam zu verbringen. Zunächst sind die Jugendlichen eher skeptisch und beäugen die anderen Mitglieder ihrer Gruppe, die Astronauten, argwöhnisch. Doch Bastian findet Fritzi ganz interessant und will mehr über sie erfahren. Er ist auf den ersten Blick auch ein sehr aufgeweckter und humorvoller Charakter, ich mochte ihn auf Anhieb sehr. Fritzi habe ich ebenfalls sofort ins Herz geschlossen, sie ist wahnsinnig liebevoll, ehrlich und gerecht. In ihr steckt viel von Adriana Popescu, was mir ganz besonders gut gefallen hat. Sarah hingegen ist in der ersten Zeit in sich gekehrt, wohingegen Tim ein kleiner Großkotz und Möchtegern ist. Doch wenn man unter die Fassade und hinter die Mauer der vier Jugendlichen schaut, erfährt man so viel mehr. Es war unheimlich bewegend, mehr über die Probleme und deren Hintergründe zu lernen. Manche Erkrankungen lassen sich mit viel Zeit, Liebe und unbändigem Kampfwillen heilen, mit anderen müssen die Patienten ein Leben lang „klar – und auskommen“. Mit viel Einfühlungsvermögen beschreibt Adriana Popescu den Kampf mit den inneren Dämonen und den ganz eigenen Ängsten, die für andere vielleicht lächerlich und nichtig sein mögen, für die Betroffenen aber oft schwer zu ertragen und zu bewältigen sind.

Im Verlauf des Buches verändern sich die Charaktere, sie kommen aus sich heraus. Freunden sich miteinander an und erzählen sich, nach dem das Vertrauen vorhanden ist, von ihren Krankheiten bzw. Problemen, die sie schließlich auf den Sonnenhof geführt haben. Gemeinsam gehen die vier Freunde durch einige Höhen und Tiefen. Lernen nicht nur die jeweils anderen, sondern auch sich selbst immer besser kennen. Einige Ereignisse sorgen für Herzklopfen, Angst und Zittermomente, andere wiederum für bewegende und berührende Augenblicke. Aber auch das Lachen, die Freude und Hoffnung, kommen nicht zu kurz. Während des Lesens, wurde mir wieder umso mehr bewusst, wie glücklich ich bin gesund zu sein und als so optimistischer Mensch durchs Leben zu gehen.

Trotz der Ernsthaftigkeit der Geschichte, kommt der Popescusche, wundervolle Humor nicht zu kurz. In so vielen Szenen ist er in kleinen Sequenzen versteckt, manchmal bricht er aber auch hervor, wie Sonnenlicht nach einem Regenschauer. Einfach nur großartig!!! Außerdem liebe ich die zahlreichen kleinen Anspielungen auf andere Bücher, Filme, Serien, Stars, Helden, Songs usw. die sich unter anderem auch in den einzelnen Kapitelüberschriften wiederfinden. Bei jeder einzelnen Kapitelnennung, musste ich grinsen und freute mich so nur noch mehr auf dessen Inhalt. Denn auch diese Titel spiegeln Adriana Popescu und ihr großes Fan - und Nerd-Herz so sehr wieder. Vor allem auch die vielen Hinweise und Verbindungen zu „Harry Potter“, habe ich echt genossen. Man spürt mit jedem einzelnen Wort, wie sehr die Autorin dieses Buch liebt, wie sehr sie mit diesem verwurzelt ist und wie viel ihrer eigenen Persönlichkeit in ihm steckt.

Schön war es auch, in die fantastische Kulisse Rügens einzutauchen. Ich ertappte mich nicht nur einmal dabei, wie ich mich selbst auf diese ruhige und von der Natur so verwöhnte Insel wünschte.

Je weiter die Geschichte voranschritt, umso lieber mochte ich die vier Helden, die so vieles erreicht haben und die trotz herber Rückschläge nicht aufgeben. Auch der Zusammenhalt und die starken Freundschaften, die sich langsam entwickelten, gefielen mir extrem gut. Gegen Schluss passiert so viel, dass ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Einige Momente haben mich wirklich zu Tränen gerührt, andere zum Lachen gebracht. Diese Mischung gepaart mit einem locker, leichten Schreibstil sowie einem beschwingten und tiefgründigen Erzählstil, ist es auch, die Adriana Popescus Bücher zu wirklichen Lesehighlights machen. Die meine Seele tief berühren und die Welt bunter, bewegender und schöner werden lassen.

Auch das Ende hat mir unglaublich gut gefallen, auch wenn dieses viel zu schnell kam und ich mich so leider wieder von meinen vier liebgewonnenen Astronauten verabschieden musste.

Fazit:

„Mein Sommer auf dem Mond“ von Adriana Popescu, ist ihr bisher persönlichstes und auch tiefgreifendstes Buch. Mutig, sehr einfühlsam und mit einer großen (Meeres)brise Humor, erzählt die Autorin die sehr bewegende Geschichte der vier Jugendlichen. Fritzi, Bastian, Sarah und Tim, haben sich mit ihren unterschiedlichen Charakterzügen und Problemen in mein Herz geschlichen und ihre Spuren darin hinterlassen.

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Cassandra - Niemand wird dir glauben

Eva Siegmund
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei cbt, 13.11.2017
ISBN 9783570311837
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Über ein Jahr ist vergangen, seit die Zwillinge Liz und Sophie dem Sandmann entkommen sind und dieser im Gefängnis sitzt. Liz arbeitet nach wie vor für den Blog „Pandoras Wächter“ und äußert sich auch weiterhin kritisch über die Neuerungen und Erfindungen von NeuroLink. Eines Tages bekommt Liz die Möglichkeit Harald Winter, den Konzernchef, während einer Feier zu interviewen. Auch wenn sie kein gutes Gefühl bei der Sache hat, stimmt Liz zu. Am nächsten Morgen wacht die junge Frau auf, ohne sich an den vergangenen Abend zu erinnern. Kurze Zeit später wird Liz bereits von der Polizei verhaftet, da Harald Winter tot aufgefunden wurde. Ihre Verhandlung wird im Eilverfahren und nach der neuen Rechtsprechung durchgeführt. Liz wird aus Berlin verbannt! Sophie, die inzwischen studiert, versucht daraufhin alles um ihre Schwester zu retten und deren Unschuld zu beweisen.

Meinung:

Bereits Band eins „Pandora – Wovon träumst du?“ von Eva Siegmund habe ich unglaublich gerne gelesen. Die Mischung aus Dystopie gemischt mit Thrillerelementen hat mich damals absolut begeistert. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass mit „Cassandra – Niemand wird dir glauben“ eine großartige Fortsetzung folgte. Die Zwillinge Liz und Sophie leben nach der Verhaftung des Sandmanns immer noch glücklich gemeinsam in dem schicken Apartment im gehobeneren Teil von Berlin. Sophie studiert weiterhin fleißig und Liz widmet sich nach wie vor ganz dem Blog „Pandoras Wächter“. Ihre Artikel erreichen sehr hohe Klickzahlen, da „Pandoras Wächter“ sich nach wie vor kritisch über NeuroLink und die in Kraft getretenen neuen gesetzlichen Bestimmungen äußern. Als Liz die Möglichkeit hat, Harald Winter, den Konzernchef des Unternehmens bei einer Feier zu interviewen, hat sie kein gutes Gefühl, sagt letztendlich aber dennoch zu, mit fatalen Folgen! Denn Harald Winter wird tot aufgefunden. Am nächsten Tag erinnert sich die Journalistin weder an die Nacht, noch an das Interview. Da die Beweislast gegen Liz erdrückend ist, wird sie verhaftet und innerhalb kürzester Zeit mit einem implantierten Chip, Berlins verwiesen. Die Grenzen sind dicht und werden streng durch Grenzposten bewacht, sodass es für Liz keinen Weg mehr zurück gibt. Auf sich alleine gestellt, blickt sie ihrem sicheren Tod entgegen, doch dann wird Liz von Cliff und seiner Truppe gerettet. Doch was es mit dieser auf sich hat, hätte sich Liz in ihren kühnsten Träumen nicht vorstellen können.

Sophie hingegen, ist bedingt durch einige Ereignisse, vorläufig ebenfalls vollkommen alleine. Zunächst verkriecht sich die Studentin ängstlich, doch dann nimmt sie all ihren Mut zusammen, denn nur sie hat die Möglichkeit innerhalb Berlins zu recherchieren. Doch als Sophie dabei auf einen alten Bekannten trifft, überschlagen sich die Ereignisse.

Es hat mir unheimlich viel Spaß gemacht, nochmals mit den Zwillingsschwestern Liz und Sophie die Machenschaften der Firma NeuroLink aufzudecken und die vielen neuen Gesetze im Berlin der Zukunft unter die Lupe zu nehmen. Nach dem Skandal rund um den Sandmann, hat das Unternehmen zunächst gehörige Einbußen erlitten. Doch nach über einem Jahr, wartet das Unternehmen unter der Führung von Harald Winter, wieder mit erheblichen Neuerungen, die die Berliner Führungsriege begeistert, auf. Liz die nicht fassen kann, wie die Bewohner Berlins so bereitwillig ihre Anonymität aufgeben und all ihre Daten preisgeben, kämpft weiterhin verbissen mit ihren Blogartikeln dagegen an. So beginnt auch dieser zweite Band sogleich recht spannend und interessant. Nach Liz Verhaftung und Ausweisung, konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen, weil ich sehr gespannt darauf war, wie es weitergehen würde und wie Sophie es schafft, Liz Unschuld zu beweisen. Dass ein alter Bekannter auftauchen würde, darauf hatte ich natürlich spekuliert, dennoch war es sehr spannend, dass wie, warum und wann zu erfahren. Hier hätte ich mir sogar noch ein bisschen mehr Drama und heftigere Szenen gewünscht. Meiner Meinung nach hat er nämlich ein wenig an Biss und Boshaftigkeit verloren, auch wenn er immer noch sehr abgebrüht ist.

Liz ist nach wie vor eine absolute Kämpfernatur, sie hinterfragt alles und nimmt nichts hin. Mutig geht sie weiterhin gegen NeuroLink vor und beäugt die neuen Gesetze mehr als kritisch. Sie ist ein richtiger Wirbelwind, was ich extrem gerne an ihr mag. Sie ist oft hitzig, hat aber ihren ganz besonderen Charme. Sophie ist eher schüchtern, zurückhaltend, bodenständig und sehr besonnen. Dies ändert sich jedoch schlagartig, als sie die Einzige ist, die Liz Unschuld beweisen kann. Gerade Sophies Wandlung hat mir extrem gut gefallen. Ich mochte die Studentin bereits in Band eins sehr, doch in „Cassandra“ habe ich sie noch mehr ins Herz geschlossen.

Sash und Marek sind weiterhin ein fester Bestandteil des Fortsetzungsbandes und an Liz und Sophies Seite, auch wenn die Paare nicht mehr bestehen. Aber gerade zwischen Sash und Sophie, ist die Liebe nach wie vor deutlich spürbar. Auch diese Entwicklung habe ich gebannt und gerne mitverfolgt. Neue Charaktere sorgen für interessante und auch gefühlvolle Augenblicke, sodass auch das Zwischenmenschliche keineswegs zu kurz kommt. Besonders Cliff war mir mit seiner positiven Art und seinem vielen Lachen sehr sympathisch. Auch die innige Beziehung und die Liebe der Schwestern untereinander hat Eva Siegmund wundervoll und sehr authentisch dargestellt. Auch wenn die beiden über viele Jahre und die meiste Zeit ihres jungen Lebens getrennt waren, sind die Zwillinge stark verbunden und bilden eine untrennbare Einheit. Ich hätte sehr gerne noch ein wenig mehr über die anderen Charaktere, besonders auch über die Neuen und deren Backround etc. erfahren. Sehr gut gefallen hat mir wiederum, dass ich noch ein wenig mehr über die leiblichen Eltern der Schwestern und deren Vergangenheit erzählt bekommen habe. Denn deren Leben und ihre Arbeit, wirken sich bis in die Gegenwart aus. Absolut beeindruckt war ich von Juan, ich fand sein Handeln bemerkenswert, daher habe ich mich sehr über sein Mitwirken in dieser Fortsetzung gefreut.  

Auch das Setting finde ich nach wie vor absolut interessant, denn in naher Zukunft könnten wir uns mit denselben Problemen befassen und in Bezug auf die weltweite Terrorbekämpfung zu eben solchen drastischen Mitteln greifen müssen. Dann gibt es vielleicht auch bei uns „Safe-City-Zones“ in denen Verbrechern keinen Zugang mehr gewährt wird. Auch wenn damit das Problem nur „verlegt“ und keineswegs behoben wird, wie uns die Autorin auch eindrücklich schildert.

Umso weiter die Geschichte voranschritt, um so mehr verknüpften sich die Geschehnisse miteinander. Ein paar Dinge konnte ich vorausahnen, manche haben mich aber auch absolut überrascht. Ziemlich geschockt war ich besonders von einer Sache, die mich auch definitiv noch lange gedanklich verfolgen wird. Letztendlich musste es aber wohl genauso kommen, denn nur so wird die Bevölkerung/die Gesellschaft hoffentlich wachgerüttelt. Außerdem ist gerade dieses Ereignis sehr authentisch und die Konsequenz daraus absolut realistisch.

Eva Siegmunds Schreibstil ist angenehm locker, leicht und flüssig, mit der richtigen Portion an Einfühlsamkeit und Emotionalität. Ich war durchgehend gefesselt und fühlte mich wirklich toll unterhalten. Auch in „Cassandra“ wird abwechselnd aus der „Ich-Perspektive“ von Liz und Sophie erzählt, was absolut passend ist. Hin und wieder folgen kleinere Kapitel aus der Sicht des Antagonisten, ebenso gibt es Abschnitte von „News of Berlin“, in welchen über die aktuelle Lage Berlins berichtet wird. Das Ende ist berührend, zu einem Punkt sehr unerwartet und heftig, aber auch wirklich schön und bewegend. Es lässt mich somit auch mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück.

Fazit:

 "Cassandra – Niemand wird dir glauben“ von Eva Siegmund ist ein toller Dilogieabschluss einer realistischen Dystopie mit spannenden Thrillerelementen, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gut unterhalten konnte. Es war schön, besonders die Zwillinge Liz und Sophie mit ihren authentischen Charakterzügen, ein weiteres Mal zu begleiten und mit ihnen gemeinsam gegen die Machenschaften ihrer Feinde anzukämpfen.

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Dumplin'

Julie Murphy , Kattrin Stier
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 21.03.2018
ISBN 9783841422422
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Die 16-jährige Willowdean hat im Gegensatz zu ihrer Mutter keine Modelmaße und wird von ihr daher immer Dumplin (Knödel) genannt. Dennoch ist Will größtenteils glücklich, am allermeisten dann, wenn sie Zeit mit ihrer besten Freundin Ellen verbringt. Um etwas Geld zu verdienen, arbeitet sie neben der Schule im Harpy´s, einem Burgerlokal. Ebenfalls dort jobbt auch Bo, dem sie mit der Zeit näher kommt. Ihm gegenüber hat Will aber stets das Gefühl, nicht hübsch und schlank genug zu sein, was Bo allerdings ganz anders sieht.

Wills stark übergewichtige Tante Lucy ist vor einem Jahr an einem Herzinfarkt gestorben, was das Verhältnis zu ihrer Mum noch verkompliziert hat. Diese leitet voller Hingabe den jährlichen Clover City Schönheitswettbewerb, welcher für die Stadt ein richtiges Ereignis ist. Als Will im Zimmer ihrer Tante ein altes Anmeldeformular findet, meldet sie sich kurzerhand selbst zu dem Wettbewerb an. Drei weitere junge Frauen mit „Makeln“ wollen, inspiriert von Will, ebenfalls teilnehmen. So steht Wills Leben plötzlich Kopf, denn dieser Sommer steckt voll unterschiedlicher Gefühle und unerwarteter Wendungen.

Meinung:

Der Einstieg in „Dumplin - Go Big or go home“ von Julie Murphy gelang mir sofort, denn Willowdean, Will genannt, konnte mich mit ihrer liebevollen, lustigen aber auch ernsten Art sofort für sich gewinnen. Die Beziehung zu ihrer schlanken, hübschen Mutter ist kompliziert, vor allem seit dem Tod von Lucy, Wills Tante. Bei ihr konnte Will so sein wie sie ist, konnte sich vollkommen fallen lassen. In Gegenwart ihrer Mutter hat Willowdean oft das Gefühl, nicht gut genug zu sein, sodass sich der Teenager immer wieder verstellt und anpasst. Die Tatsache, dass ihre Mutter Will den Spitznamen Dumplin (Knödel) verpasst hat und zusätzlich auch noch die Vorsitzende des Miss Teen Blue Bonnet Schönheitswettbewerb von Clover City ist, verbessern das Verhältnis der beiden nicht gerade. Dennoch ist Will mit sich und ihrem Leben zufrieden und abgesehen, vom großen Verlust ihrer Tante, meist glücklich. Mit ihrer besten Freundin Ellen, kurz El verbringt Will seit ihrer frühen Kindheit täglich viel Zeit. Sie arbeitet in einem Burgerladen, um sich neben der Schule ein wenig Geld zu verdienen. Dort lernt sie Bo kennen und verliebt sich in ihn, auch er zeigt Interesse, sodass erste Probleme vorprogrammiert sind.

Auch die Freundschaft mit El entwickelt sich in eine andere unschöne Richtung und hat somit ihre Höhen und Tiefen. Außerdem findet Will heraus, dass ihre stark übergewichtige Tante als Jugendliche am Schönheitswettbewerb teilnehmen wollte. Als Will beschließt, diesen Weg ebenfalls zu gehen, überschlagen sich die Ereignisse. Drei weitere junge Frauen, die die unterschiedlichsten „Makel“ haben, fühlen sich von Wills Stärke und ihrem Mut inspiriert und nehmen ebenfalls am Wettbewerb teil. Die Vier werden zu Freunden und Verbündeten.

Eine Geschichte über ein übergewichtiges Mädchen, dass sich zum ersten Mal richtig verliebt und körperliche Erfahrungen sammelt, ist sicher nicht neu. Doch die Mischung aus den unterschiedlichsten Komponenten macht „Dumplin“ zu einem richtig tollen Buch. Über der ohnehin schon komplizierten Mutter-Tochter-Beziehung schwebt der Tod der geliebten Tante und Schwester, wie ein Damoklesschwert. Will vermisst Lucy sehr, denn mit ihr konnte der Teenager immer über alles reden, fühlte sich verstanden und geliebt. Hinzu kommt, dass auch Will nicht schlank ist, sodass die Gefahr besteht, dass sie in einigen Jahren ebenfalls stark übergewichtig sein wird. Dennoch hat sich Will mit ihrer Figur weitestgehend abgefunden, denn sie war bereits als kleines Mädchen pummelig. Sie fühlt sich zwar nicht immer wohl, steht aber zu sich und ihren Rundungen. Schwieriger wird das Ganze, als Bo in ihr Leben tritt und die ersten Zärtlichkeiten ausgetauscht werden. Denn in seiner Gegenwart bzw. durch seine Berührungen, schämt sich Will für ihre Speckröllchen. Dennoch ändert Will daran nichts, sie verfällt nicht plötzlich in einen Fitness – oder Diätwahn, was sie sehr sympathisch und menschlich macht. Selbstverständlich ist es wichtig, sich um sich selbst und den eigenen Körper zu kümmern, aber dennoch sollte man sich in erster Linie selbst lieben, zu sich stehen und sich niemals schämen müssen. Diese Botschaft vermittelt „Dumplin“ auf sehr schöne und vor allem auch einfühlsame Weise.

Auch Sängerin Dolly Parton und ihre Songs spielen in diesem Roman eine richtig große Rolle. Die Sängerin verbindet vor allem Lucy, Will, Ellen und deren Mutter untrennbar miteinander.

Autorin Julie Murphy hat auch die Beziehung zwischen Bo und Will absolut authentisch und echt dargestellt, was mir sehr, sehr gut gefallen hat. Man muss nicht körperlich perfekt sein, um die Aufmerksamkeit eines anderen zu erregen. Um sich in einen Menschen zu verlieben, spielen so viele unterschiedliche Dinge eine Rolle. Vor allem der Charakter und die Ausstrahlung machen einen hübsch und begehrenswert. Bo findet Will genauso wie sie ist wunderschön, auch das macht ihn zu einem großartigen, männlichen Gegenpart.

Noch interessanter wird die Story, als sich Will entschließt, an dem Jahresereignis der Kleinstadt, dem Miss Teen Blue Bonnet Schönheitswettbewerb teilzunehmen. Ich habe Wills Mut sehr bewundert, denn in der Regel stellt sich kein übergewichtiger Teenager vor eine Jury und lässt ihren Körper begaffen und bewerten. Auch wenn bei diesem Wettbewerb nicht nur das Äußere zählt, steht dieses doch stark im Fokus. Richtig genial fand ich es, dass sich neben Will auch noch die korpulente Millie, Hannah, die krumme Zähne hat, sowie Amanda mit ihren unterschiedlich langen Beinen, am Wettbewerb beteiligen und so die komplette Show in ein anderes Licht rücken. Zwischen den vier Mädchen entwickelt sich eine Freundschaft, die auch über den Schönheitswettbewerb hinaus bestehen wird.

Die Thematik von „Dumplin“ ist ebenfalls nicht neu, aber dennoch gerade auch in unserer heutigen Zeit noch immer unheimlich wichtig. Denn auch wenn sich die Welt und die Anschauung was „schön“ und „perfekt“ ist, zu verändern beginnt, sind gerade auch die Models und Stars immer noch zum Größtenteil körperlich makellos, dünn und gestylt. Viele Menschen, gerade auch Heranwachsende, eifern diesen Idealen nach, egal welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Teenager wollen dazugehören und akzeptiert werden. Niemand möchte ein Außenseiter sein. Und so passt man sich an, ungeachtet der Tatsache, ob einen dies wirklich und aus tiefstem Herzen glücklich macht.

Auch die unterschiedlichsten zwischenmenschlichen Beziehungen werden ausführlich beleuchtet und sehr intensiv behandelt. Auch dies ist ein großer Pluspunkt von "Dumplin", weil viele Fragen des täglichen Lebens unter die Lupe genommen werden. Außerdem wird jedem Leser, so natürlich auch mir, die Wichtigkeit von besonderen Menschen im eigenen Umfeld vor Augen geführt.

Ich hatte des Öfteren das Gefühl, dass die Autorin von ihrer eigenen Vergangenheit oder eigenen Erfahrungen berichtet, weil sie sich unheimlich gut in die Gefühlswelt und in Will hineinversetzen kann.

„Dumplin“ ist eine Geschichte, die nicht nur berührt und unterhält, sondern auch zum Nach – und hoffentlich auch Andersdenken anregt. Viele Teenager, aber auch Erwachsene, werden sich mit Will identifizieren und sich in ihr wiederfinden. Daher wünsche ich mir, dass dieses Buch die Menschen erobert und gemeinsam mit der geplanten Buchverfilmung, die Welt ein wenig besser macht und verändern wird. Denn Veränderung und Umdenken, fängt bei jedem Einzelnen an.

Fazit:

„Dumplin - Go Big or go home“ von Julie Murphy zeigt allen Lesern und vor allem Teenagern, dass es wichtig ist, sich selbst und den eigenen Körper zu lieben und zu akzeptieren. Man sollte sich nie verbiegen lassen und sich auch niemals nur deshalb verändern wollen, um anderen zu gefallen oder in ein bestimmtes Schema, ein bestimmtes Weltbild zu passen. Protagonistin Will stellt sich voller Tatendrang und Mut gegen all die Klischees, sie kämpft für sich selbst und für all die Menschen, die einen "Makel" haben und nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen.

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