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220 Bibliotheken, 17 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

reihe, rhapsodie in schwarz, dystopie, sophie jordan, infernale

Infernale – Rhapsodie in Schwarz

Sophie Jordan , Ulrike Brauns
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.03.2017
ISBN 9783785583692
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Davy, Sean, Gil und Sabine konnten erfolgreich aus Mount Haven fliehen und warten nun seit einigen Tagen auf die Ausreise nach Mexico. Zunächst scheint auch alles gut zu laufen, doch dann wird Davy auf der Flucht angeschossen und von den anderen getrennt.  
Caden ein Widerstandskämpfer findet Davy, rettet sie so vor dem sicheren Tod und bringt die junge Frau zu seiner Gruppe. Dort wird sie ärztlich versorgt, lernt weitere HTS - Träger kennen und ist vorab in Sicherheit. 

Davy hat zunächst aber kein anderes Ziel, als so schnell wie möglich gesund zu werden, um dann zu Sean und ihren Freunden nach Mexico zu können. In der unterirdischen Wohnstätte, welche als Zufluchtsort dient, fühlt sich Davy nur bedingt wohl, da sie den meisten anderen Bewohnern kein großes Vertrauen entgegenbringt. 
Einzig Caden vertraut sie ohne Vorbehalte, von ihm fühlt sie sich verstanden und so entwickeln sich langsam immer mehr Gefühle zwischen den Beiden. Doch auch Sean ist noch immer sehr präsent und so ändert sich an Davys Wunsch, nach Mexico zu fliehen nichts.



 "Infernale - Rhapsodie in Schwarz"
schließt nahtlos an seinen Vorgängerband an, so hatte ich auch keinerlei Schwierigkeiten, wieder in die Geschichte zu finden. Davy, Sean, Gil und Sabine haben es geschafft, aus Mount Haven zu fliehen und so befinden sich die Freunde in einer abgelegenen Hütte und warten auf weitere Instruktionen und ihren Schlepper, welcher sie nach Mexico bringen soll. Zunächst läuft auch alles nach Plan, doch bei der Überfahrt eines Flusses, werden die Behörden auf die Teenager aufmerksam. Davy wird angeschossen und so von den anderen getrennt.

Caden ein junger Widerstandskämpfer rettet Davy das Leben und bringt sie zu seiner Gruppe und in dessen zu Hause, einer Art unterirdischem Bunker. Die Kämpfer haben es sich zur Aufgabe gemacht, allen Trägern, die nach Mexico fliehen wollen, zu helfen und für einen sicheren Übergang über die Grenze zu sorgen. Davys Schulter wurde stark verletzt, sodass ihr zunächst nichts anderes übrig bleibt, als eine Zeitlang in diesem Unterschlupf zu bleiben. Ihr primäres Ziel ist es aber immer noch, so schnell wie möglich zu Sean, Gil und Sabine zurückzukehren, auch wenn Davys Liebe zu Sean sehr widersprüchlich geworden ist. Damit er leben konnte, musste sie einen Mann töten. Dieser Tod steht seit dem Verschwinden aus Mount Haven zwischen ihnen. Wann immer Davy Sean angesehen hat, sah sie auch den Braunäugigen vor sich. So konnte die junge Trägerin die Nähe und die Berührungen von Sean auch kaum mehr ertragen, aber dennoch ist Sean ihr nach wie vor sehr wichtig. Während Davy in all diese Emotionen verstrickt ist, tritt Caden in ihr Leben und weicht seitdem kaum mehr von ihrer Seite. Caden bricht langsam Davys Schutzmauern, sie fühlt sich bei ihm geborgen und kann endlich auch wieder mehr zulassen. 

Zunächst war ich eher skeptisch, wohin die Liebelei zwischen Caden und Davy führt, da ich mir bereits ausgemalt hatte, wie Sean und Davy wieder zueinander finden und alle ihre Probleme überwinden würden. Um so weiter die Geschichte voranschritt, um so mehr überzeugte mich aber der neue Weg, den Autorin Sophie Jordan für ihre Protagonistin vorgesehen hatte. Das Leben läuft nicht immer nur geradeaus, Gefühle verändern sich und reifen. Und auch Menschen, die im ersten Moment füreinander bestimmt zu sein scheinen, sind dies eben nicht immer! Ich fand diese Entwicklung daher sehr realistisch und mir hat es extrem gut gefallen, dass die Autorin somit ein wenig gegen den Strom, die Klischees und das zu Erwartende anschwimmt.

Davy muss nicht nur gegen ihr Gefühlswirrwarr bestehen, sondern auch gegen einige andere Träger, allen voran Ekelpaket Marcus, denn nicht jeder mag das verschlossene, "gefährliche" Mädchen. So schreitet die Story auch schnell voran, Langeweile oder gar Längen entstanden daher für mich auch nie. Es war außerdem interessant zu lesen, wie die Widerstandskämpfer zusammen gefunden haben, wie ihr System abläuft, mit welchen Schwierigkeiten, auch zwischenmenschlicher Natur, diese täglich zu tun haben, wie die Rebellion Früchte trägt und wie sie mit dieser auch wirklich etwas bewirken.

Wie auch bereits in Band eins, wird der Leser auch dieses Mal immer wieder an Hand von Gesprächsfetzen, Nachrichten und Berichten über das politische Geschehen auf dem Laufenden gehalten, was ich sehr gut fand. Hier hätte ich mir allerdings noch viel mehr Hintergrundinformationen und Einblicke gewünscht. So kam der Wandel für mich zwar nicht überraschend, aber doch irgendwie zu schnell. Ein weiteres Manko ist für mich die Tatsache, dass der Großteil des Buches "nur" im Unterirdischen spielt. Hier hatte ich mir auch mehr Einmischungen seitens Davy, und noch mehr Verschmelzung zwischen ihrer und der Gesamtgeschichte erhofft. Der Fokus liegt ganz klar auf Davy, ihre Empfindungen nehmen den größten Teil des Romans ein. Das Dystopische und der extrem wichtige Umbruch der Gesellschaft, werden sehr an den Rand gedrängt, was ich wirklich schade fand. Auch hätte ich gerne noch mehr Zeit mit den mir aus Teil eins wirklich lieb gewonnenen Charakteren, Sean, Gil und Sabine verbracht.

Dennoch sorgt Sophie Jordan für viel Action und auch den einen oder anderen Verrat. Ich konnte mir, abgesehen von den bekannten Charakteren und Caden nie sicher sein, wem ich vertrauen konnte. Caden hat sich von Beginn an in mein Herz geschlichen und ist dort auch kontinuierlich geblieben. Davys Emotionen waren für mich zu jederzeit greifbar und echt. Ich konnte verstehen, warum sie handelt, wie sie es tut, auch wenn ich dabei nicht immer ihrer Meinung war. Auch das Ende an sich, und Davys im besonderen, hat mir definitiv gefallen. 



Mit  "Infernale - Rhapsodie in Schwarz" ist Sophie Jordan ein guter Abschluss gelungen. Besonders Davys Entwicklung und ihr damit verbundener neuer Lebensweg, konnten mich absolut überzeugen. Allerdings hätte ich mir noch mehr Einmischung und Verknüpfung seitens Davy, in Bezug auf die Rebellion und den Wandel an sich gewünscht.

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15 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

jugendbuch

Diabolic: Vom Zorn geküsst:

S.J. Kincaid
E-Buch Text: 488 Seiten
Erschienen bei Arena Verlag, 05.01.2017
ISBN 9783401806587
Genre: Sonstiges

Rezension:



Nemesis ist eine künstlich erschaffene Killermaschine, eine Diabolic. Die meisten der großen und einflussreichsten Familien haben eine solche Leibwache. So beschließen auch Senatorin und Senator von Impyrean ihre Tochter Sidonia mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu beschützen. Daher wird Nemesis auf Sidonia geprägt, für sie empfindet die Diabolic pure Liebe. Das Leben und Wohlergehen ihres Schützlings hat daher für Nemesis immer oberste Priorität. 

So wachsen Sidonia und Nemesis zusammen auf. Die junge Impyreanerin sieht in Nemesis viel mehr als ihre Leibwächterin. Für sie ist die Diabolic Schwester und beste Freundin zugleich. Als Sidonias Vater des Verrats bezichtigt wird, zitiert der Kaiser Sidonia zu sich und bestimmt, dass diese fortan im Imperium und somit in seiner Nähe leben soll. Nemesis nimmt den Platz ihrer Besitzerin ein, um Donia vor allen ihr drohenden Gefahren und somit auch vor dem Tod zu bewahren.  

Am kaiserlichen Hof trifft Nemesis das allererste Mal auf den direkten Thronfolger Tyrus, der wiederum  für verrückt, sprich geisteskrank erklärt wurde. Es prallen buchstäblich Welten aufeinander, denn Nemesis, die eigentlich keinerlei Gefühle haben sollte, und der irre Neffe des Kaisers könnten unterschiedlicher nicht sein. Und doch finden die Beiden zusammen, um das Schicksal der Menschheit zu verändern. 



„Diabolic – Vom Zorn geküsst“
ist eine dystopische Science Fiction Geschichte, die im Weltall spielt. Ich war sofort extrem begeistert von diesem Weltenentwurf und stürzte mich voller Tatendrang in das intergalaktische Abenteuer. Zunächst war es gar nicht so einfach, das komplexe Setting zu verinnerlichen. Doch recht schnell begann ich Klarer zu sehen und konnte mir die Konstellationen aus den einzelnen Planeten und die damit verbundenen Reiche vorstellen. Die Senatorenfamilie von Impyrean gehört zu den größeren und einflussreicheren Familien der Weltallbewohner. Tochter und Erbin Sidonia wird daher bereits von Geburt an vor allen möglichen Gefahren geschützt und erhält deswegen auch in jungen Jahren die Diabolic Nemesis, eine Killer – und Kampfmaschine. Nemesis, die eigentlich keinerlei Gefühle kennt, wird auf Donia geprägt und empfindet daher reine und echte Liebe für ihre Herrin. Die beiden wachsen gemeinsam auf und so liebt auch Sidonia Nemesis aus tiefstem Herzen. Sie sieht in der Diabolic viel mehr als nur ihre Leibwächterin. Für sie ist Nemesis Schwester und beste Freundin in einem, und so behandelt Donia Nemesis auch wie einen vollwertigen Menschen. 

Senator von Impyrean ist ein sehr wissbegieriger Mann. Er ist den alten Wissenschaften sehr zugetan und beschäftigt sich heimlich sehr intensiv mit ihnen und auch mit der Mathematik. Kaiser Randevald, der seine Gefolgschaft möglichst klein halten will, und den alten Techniken nicht traut, ist der Senator ein Dorn im Auge. Randevald bezichtigt das Oberhaupt des Verrates und bestimmt somit, dass Sidonia seine Nachfolgerin fortan im Imperium und somit in seiner Nähe und unter seiner Aufsicht leben soll. Das Senatorenehepaar ist nicht gewillt, ihr einziges Kind in die Obhut des Kaisers zu geben, so nimmt Nemesis nur zu gerne Donias Platz ein und reist an ihrer Stelle in das Imperium. 

Für Nemesis beginnt ein vollkommen neues Leben. Machtspiele, Intrigen und der eine oder andere Tod, bestimmen fortan ihren Alltag. Sie muss gegenüber allen Menschen und besonders vor den drei Diabolics des Kaisers ihre „Verkleidung“ aufrechterhalten, und sich möglichst menschlich und auch schwach zeigen. Nemesis lernt täglich dazu und auch wenn sie oft recht rational und nüchtern denkt und dementsprechend auch agiert, gelingt es ihr ziemlich gut, sich am Kaiserhof zu behaupten. Als Nemesis das erste Mal auf den geisteskranken Thronfolger Tyrus trifft, verändert sich vieles, denn plötzlich sind da Gefühle, die die Diabolic eigentlich nicht haben dürfte. Und auch Tyrus ist von der interessanten Frau sehr angetan. Gemeinsam schmieden die beiden Pläne, um Veränderungen herbeizuführen, die für den Fortbestand der Menschheit unausweichlich scheinen. 

Sobald ich mich in der Geschichte zurechtgefunden hatte, was zum Glück relativ schnell der Fall war, konnte ich mich vollkommen auf die spannenden Geschehnisse am Kaiserhof einlassen. Gemeinsam mit Nemesis blickte ich nach und nach sozusagen hinter die Kulissen des Kaiserreichs. Ich erfuhr mehr über das weitläufige Weltall mit seinen unterschiedlichen Planeten und Gefahren. Lernte die Untertanen des Kaisers, und den somit wirklich umfangreichen, sehr gut durchdachten Weltenentwurf von S. J. Kincaid kennen. Ich bin auch absolut begeistert davon, auch wenn man sehr genau lesen muss, um all die vielen Informationen in sich aufzunehmen. Rasant und atemanhaltend führt die Autorin ihre Leser durch ihr Werk, setzt zwar immer wieder auch auf Verschnaufpausen, hält die Spannung aber kontinuierlich hoch, sodass ich beim Lesen meine wahre Freude hatte. Ich war gebannt von dieser großartigen Story, die mich durchgehend fesseln konnte. Es passieren auch so viele unterschiedliche Dinge, mit einigen hatte ich auch absolut nicht gerechnet, auch das schätze ich sehr an diesem Buch. 

Die Charaktere sind sehr glaubwürdig und faszinierend gezeichnet. Allen voran natürlich Killermaschine Nemesis, die zum einen nicht vor brutalen und gewaltvollen Handlungen zurückschreckt, auf der anderen Seite aber dennoch eine große Portion Menschlichkeit besitzt. Besonders interessant wird es, als sich bei Nemesis Gefühle zeigen, die sie eigentlich nur Donia gegenüber haben sollte, einfach großartig! Ich mochte Nemesis Wahrnehmung auf die Welt und insbesondere auch auf sich selbst. Denn irgendwann stellt sie sich zurecht die Frage, warum sie weniger Wert sein sollte, als ein natürlich gezeugter Mensch. Nemensis hinterfragt sich selbst und nimmt ihre Emotionen an. Die Diabolic ist unheimlich taff und stark, dabei aber oft menschlicher, als die meisten im Imperium wohnenden, da sie nicht nur auf ihren Vorteil und ihr Wohl bedacht ist.  

Ein weiterer facettenreicher Charakter ist der für verrückt erklärte Thronfolger Tyrus. Hinter seiner Fassade verbirgt sich so viel mehr als ich zunächst vermutet habe. Gemeinsam mit Nemesis bildet er ein absolut reizvolles Gespann, welches mich wirklich mitreißen konnte. Auch Donia mit ihrem übergroßen Herzen mochte ich sehr gerne, insbesondere wie sie Nemesis behandelt, fand ich wirklich toll. Sie ermutigt ihre Diabolic und freut sich über deren Gefühlsregungen. Nicht nur Nemesis würde für ihre Herrin alles tun, auch andersherum ist dies so. Natürlich darf in einem Roman auch der Antagonist nicht fehlen. In „Vom Zorn geküsst“ gibt es auch gleich zwei Personen, die sich diesen Titel streitig machen. Kaiser Randevald und seine Mutter Cygnas. Während der Kaiser ein eher blasser, langweiliger aber dennoch gefühlskalter Charakter ist, den ich kein Stück mochte, ist seine Mutter sehr intrigant, schlau und zieht im Hintergrund die Fäden. 

Die Autorin achtet auf viele kleine Details, sie hat sich einige Neuerungen für ihre Zukunftswelt einfallen lassen, was mir ebenfalls echt gut gefallen hat. Und auch die Weitläufigkeit und die damit verbundenen langen Reisen zu den einzelnen Planeten, lassen unsere Erde winzig klein erscheinen. Einzig die vielen Namen/Titel und die Komplexität könnten manchen Lesern Schwierigkeiten bereiten. Der einnehmende und tolle Schreibstil, gleicht dies meiner Meinung nach aber wieder vollkommen aus. 

Das Ende ist fast abgeschlossen und so könnte „Diabolic“ auch ein Einzelband sein, davon bin ich zunächst auch ausgegangen. Aber dennoch freue ich mich sehr auf einen mit Sicherheit wieder fantastischen zweiten Teil, der noch so einiges für mich und alle anderen Leser bereithalten wird. 



„Diabolic – Vom Zorn geküsst“
von S. J. Kincaid ist ein fantastisch – galaktisches Weltraumabenteuer, das mich absolut begeistern konnte. Seite an Seite kämpfte, fühlte und litt ich mit Diabolic Nemesis, in der so viel mehr steckt, als es zunächst den Anschein hat. Ein großartiges Setting und ein durchgehend hohes Spannungslevel rundeten mein Lesevergnügen ab.

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jugendbuch, den mund voll ungesagter dinge, heyne, ezi, rezension

Den Mund voll ungesagter Dinge

Anne Freytag
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 06.03.2017
ISBN 9783453271036
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Papa hat gefragt, wie man mit jemandem so lange telefonieren kann, wenn beide eigentlich gar nichts erleben - Alex muss lernen und ich lese -, und ich habe ihm geantwortet, dass einem mit den richtigen Menschen nie die Themen ausgehen. Lena hat gelächelt, und Leon hat gefragt, ob er auch ein richtiger Mensch ist, worüber ich sehr lachen musste.  (Seite 162) 

Das Schlimme daran, Menschen so sehr zu lieben, ist, wie sehr man sie vermisst, wenn sie nicht da sind. (Seite 208)

Ich wollte mich immer verlieben. Ich wollte das alles fühlen. Alles auf einmal. Ich wollte überschwemmt werden von Emotionen, die ich nicht verstehe. Die ich nicht erklären kann. Ich wollte mich in jemandem verlieren und gleichzeitig in ihm wiederfinden.  (Seite 217)
 


Sophie steht kurz vor dem Abitur, als ihr Vater beschließt, von Hamburg nach München zu seiner Freundin und deren Söhnen zu ziehen. Alle scheinen mit dieser neuen Konstellation glücklich zu sein, nur Sophie nicht. Sie fühlt sich einsam und verlassen. Dies ist allerdings bereits so, seit ihr bester Freund Lukas nach Frankreich zu seiner Liebsten gezogen ist, um dort zu leben und seinen Abschluss zu machen. Doch jetzt muss Sophie sich zusätzlich noch mit zwei kleinen Brüdern, sowie einer Stiefmutter herumschlagen, die sie nie wollte. 

So verkriecht sich der Teenager in ihrem Zimmer und bemitleidet sich selbst, bis Alex das Nachbarsmädchen in ihr Leben tritt. Mit Alex ist die Welt wieder bunt und schön. Sophie kann mit ihr lachen und über alles reden. Sie fühlt sich in Alex Gegenwart geborgen und öffnet sich ihr immer mehr. Und plötzlich sind da Gefühle, die sie nicht zuordnen kann, und ein Kuss, der alles verändert. 



Ich habe mich bereits unfassbar auf Anne Freytags Roman gefreut, bevor ich überhaupt wusste, worum es bei "Den Mund voll ungesagter Dinge" überhaupt geht. Ich habe "Mein bester letzter Sommer" so sehr geliebt und hatte somit wirklich hohe Erwartungen an Annes Buch. Um es gleich vorweg zu nehmen, ich bin einmal mehr absolut begeistert und so froh darüber, dass Sophies Geschichte so komplett anders, als die von Tessa ist. 

Bereits nach den ersten Seiten fühlte ich mich unheimlich wohl beim Lesen. Anne Freytag schaffte es erneut, mich wieder komplett abzuholen und mich mit ihren Wörtern zu umhüllen. Jeder Buchliebhaber ist mit Sicherheit auch gleichzeitig ein Fan von Wörtern, die im besten Fall wundervolle Sätze bilden. Natürlich kann man sich einen gewissen Schreibstil aneignen und diesen auch kontinuierlich optimieren, aber die Art, wie jemand erzählt, ist meiner Meinung nach nicht erlernbar. Anne Freytag berührt mich mit ihrer Erzählweise bereits dann sehr tief, wenn sie eine Geschichte einleitet und ihre Protagonistin vorstellt. Ihr könnt also sicher erahnen, wie intensiv und großartig das Lesefeeling ist, wenn die Emotionen stärker werden und dann auch selbst von einem Besitz ergreifen. Ich klebte daher regelrecht an den Seiten, spürte, litt und freute mich mit Sophie und hätte das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt. 

Sohpie fühlt sich bereits alleine, seit ihr bester Freund Lukas beschlossen hat, sein Abitur in Frankreich bei seiner Liebsten zu machen und somit natürlich auch dort mit ihr zu leben. Selbstverständlich haben Sophie und Lukas, wie es für allerbeste Freunde üblich ist, täglich via Handy oder Skype Kontakt und nehmen so immer intensiv am Leben des jeweils anderen Teil. Aber trotzdem fehlt die physische Nähe und der körperliche Kontakt Sophie sehr. Eine Mutter gab es im Leben des Teenagers nie, denn diese hat die kleine Familie im Stich gelassen, sodass Sophie nur mit ihrem Vater, der sie allerdings sehr liebt, aufgewachsen ist. Dennoch hat die junge Frau immer das Gefühl, dass ihr etwas bzw. jemand Wichtiges fehlt. Als Christian seiner Tochter dann auch noch eröffnet, dass die beiden von Hamburg nach München zu seiner Freundin Lena und den Söhnen Valentin und Leon ziehen, ist Sophie alles andere als angetan. Denn von einem Tag auf den anderen, muss sie sich nicht nur mit einer neuen Schule abfinden, sondern auch noch mit einer Stiefmutter, und zwei kleinen Brüdern klar kommen, sowie ihren Vater mit ihnen teilen. 

Sophie zieht sich immer mehr in sich zurück, sie leidet unter der Einsamkeit in der für sie völlig fremden Stadt. Widerwillig muss sie allerdings immer mehr feststellen, dass sich Lena unglaublich viel Mühe mit ihr gibt, und auch Valentin und besonders der kleine Leon schleichen sich immer mehr in ihr Herz. Lena versteht den Teenager, wie es nur eine Frau und Mutter kann, ohne sie dabei aber unter Druck zu setzen, oder Sophie zu sehr einzunehmen. Im Laufe der Zeit nähert sich die Patchworkfamilie immer mehr an, aber vor allem Hund Carlos wird Sophies täglicher Begleiter.
 
Dennoch ist Sophie oft einsam, da sie auch Lukas sehr vermisst. Dies ändert sich erst, als Alex das Nachbarsmädchen in ihr Leben tritt. Die beiden verstehen sich auf Anhieb extrem gut. Sie gehen in die selbe Schule, sodass Clemens, Alex Freund, die beiden jungen Frauen so ziemlich jeden Tag abholt. Meist ebenfalls mit von der Partie ist Nik, Clemens bester Kumpel. Nik signalisiert schnell Interesse an Sohpie und auch sie finden den Draufgänger und Charmeur sehr nett. Es könnte also alles so schön "normal" und einfach sein. Doch nach einem Kuss beim Flaschendrehen zwischen Alex und Sophie ändert sich alles. Es dauert eine Weile, bis die Mädchen sich danach wieder näher kommen, doch dann beginnt ein regelrechtes Gefühlsfeuerwerk, dem sich die Beiden nicht entziehen können. 

Mit wahnsinnig viel Einfühlungsvermögen und Sensibilität erzählt die Autorin von dieser gleichgeschlechtlichen Beziehung, die für viele Menschen immer noch ein Tabu ist, was in unserer heutigen Zeit wirklich traurig ist, aber leider noch viel zu oft der Wahrheit entspricht. Ich selbst habe einen schwulen besten Freund und weiß daher sehr gut, mit wievielen Vorurteilen gleichgeschlechtliche Paare oft zu kämpfen haben. Ich hatte daher auch keinerlei Schwierigkeiten, mich in Protagonistin Sophie und ihre Bandbreite an Gefühlen hinein zu versetzen. Denn letztendlich sehnt sich doch jeder Mensch nur nach dem einen Partner, der einen vollkommen versteht, bei dem man sich selbst sein kann, mit allen Fehlern und Macken, und sich nicht verstellen muss. Den man aus vollstem Herzen und mit allen Sinnen uneingeschränkt liebt. Und genau dieses Recht sollte jedem gewährt werden, völlig unabhängig von Neigung, Hautfarbe, Herkunft und Rasse. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich gerade auch etwas jüngere Leser, die vom gleichen Geschlecht angezogen werden, aufgehoben und verstanden fühlen. Im besten Fall trauen sie sich sogar nach Beendigung des Buches zu outen.

Ich habe Sophie und Alex jeden einzelnen Glücksmoment so sehr gegönnt. Doch wer nun denkt, dass für die beiden Teenager alles nur einfach und schön war, der irrt gewaltig. Das Leben ist kein Ponyhof, aber wenn man an sich glaubt, und für das was man sich ersehnt kämpft, kann man sehr viel erreichen. Auch das ist eine der Grundbotschaften dieser wundervollen Story. Ganz besonders schön fand ich auch, dass nicht nur das Verliebtsein und das Entstehen der sehr intensiven Liebe von Sophie und Alex im Zentrum des Geschehens liegt. Anne Freytag verwendet auch sehr viel Zeit darauf,  Sophies komplette Geschichte zu erzählen. Die Liebe zwischen Eltern, Kindern und Geschwistern, und auch die Wichtigkeit einer besten Freundschaft, stehen ebenfalls sehr im Fokus. Ein weiteres sehr zentrales Thema ist das Erwachsen werden sowie die Selbstfindung. Für viele, gerade junge Menschen, ist dieser Weg oft nicht leicht, um so wichtiger ist es, mit ihnen behutsam und verständnisvoll umzugehen.

Dieses Buch ist, wie Melanie Raabe so passend sagt "herzzerreissend schön und dabei kein bisschen kitschig", das trifft es wirklich zu einhundert Prozent. 

Auch das Ende hat mir wahnsinnig gut gefallen, weil es einfach schön, aber auch authentisch und realistisch ist, weil es Sophie und Alex extrem verkörpert und widerspiegelt, genau so, habe ich es mir erhofft! Eine tolle Playlist, grandios - geniale Kapitelüberschriften mit dazu passenden Bildern und viele kleine, aber wichtige Details, bereichern diesen Roman ungemein. Das komplette Design des Buches, inklusive des Covers und des Titels, fügt sich wundervoll mit dem Inhalt zusammen. All diese Komponenten ergeben für mich ein hervorragend gelungenes Gesamtpaket.

Außerdem mag ich auch die Charaktere der Autorin allgemein sehr gerne, da diese menschlich und echt sind. Allen voran natürlich Sophie mit ihrer ruhigen und zarten Art sowie Alex mit ihrem einnehmenden und anziehenden Wesen. Lena finde ich ebenfalls besonders großartig und über den kleinen Leon musste ich ganz oft schmunzeln. Und Lukas ist ein bester Freund, wie ihn sich wohl jeder wünscht. Er kümmert sich sehr rührend um Sophie und ihre Probleme.

Es passt eben einfach ALLES!!! 



Mit "Den Mund voll ungesagter Dinge" hat Anne Freytag einen sehr berührenden und extrem authentischen Roman geschrieben, der hoffentlich viele Menschen wachrüttelt und auch aufklärt. Ich baue sehr darauf, dass dieses Buch auch den Mädchen und Jungen hilft und aus der Seele spricht, die sich nicht trauen, zu ihrer wahren Sexualität zu stehen. Mich hat die Autorin einmal mehr von ihrer fantastischen Art des Erzählens und Geschichten - Schreibens überzeugt.

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physik, jugendbuch, verlust, liebe, anspruchsvol

Ein bisschen wie Unendlichkeit

Harriet Reuter Hapgood , Susanne Hornfeck
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 23.02.2017
ISBN 9783737340335
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Margot, genannt Gottie ist ein Mathematik – und Physikgenie, an Hand von Formeln und Gleichungen lässt sich die Welt zwar erklären, doch verstehen muss sie diese noch lange nicht. Ihr Großvater ist vor beinahe einem Jahr gestorben und Gottie ist noch immer völlig verzweifelt und trauert sehr um Grey, der für sie Vater – und Mutter zugleich war. Ihre Mutter ist am Tag ihrer Geburt gestorben und ihr Vater lebt seither oft in seiner eigenen Dimension. Gottie hat sich völlig zurückgezogen, möchte einfach nur alleine sein, über das Universum, Wurmlöcher sowie über Raum – und Zeittheorien nachdenken. Denn seit einer Weile hat die junge Frau regelrechte Flashbacks, die sie in die Vergangenheit katapultieren. 
Als ihr bester Freund Thomas nach fünf Jahren wieder Teil ihres Lebens wird, will Gottie nicht ständig in die Vergangenheit zurückversetzt werden, da sie ansonsten im hier und jetzt zu viele Dinge verpasst. Doch wie kann sie die Flashbacks, die meist auch Auswirkungen auf die Gegenwart und Zukunft haben, stoppen?
 


Dieses wundervolle Cover hat mich sofort in seinen Bann gezogen und auch die Geschichte die sich zwischen den Buchdeckeln versteckt, klang ganz nach meinem Geschmack. Diese ist zum einen auch wahnsinnig berührend und tiefgreifend, verwirrte mich aber auch des Öfteren. Die 17-jährige Gottie ist ein Mathematik und Physikgenie. Sie liebt Formeln und ist völlig angetan von der Raum – Zeittheorie, warum dies so ist, erfuhr ich auch recht schnell. 

Vor beinahe einem Jahr ist Gotties über alles geliebter Großvater, welcher sie und ihren zwei Jahre älteren Bruder Ned fast alleine aufgezogen hat, gestorben. Gottie trauert noch immer so sehr, sodass sie sich vollkommen aus dem Leben zurückgezogen hat. Ihre Mutter ist bereits am Tag ihrer Geburt gestorben, ihr Vater ist die meiste Zeit zwar körperlich anwesend, steckt aber geistig oft in seiner ganz eigenen Sphäre. Ned und Gottie wurden geboren, als ihre Eltern noch sehr jung waren, so hat Großvater Grey die Erziehung der Kinder größtenteils übernommen. Niemand, nicht einmal Gotties beste Freundin Sofie, kann sie aus ihrem Schneckenhaus herauslocken und so führt Gottie ein recht einsames Leben. Ned studiert und ist nur in den Sommerferien zu Hause und ihr Vater verbringt die meiste Zeit in der Bücherscheune, dem Antiquariat der Familie. 

Schon seit einer geraumen Weile hat Gottie sogenannte Flashbacks, sie wird plötzlich und mitten aus einer Situation heraus in die Vergangenheit gezogen, ihre Gegenwart allerdings geht/läuft weiter. So steckt sie zum Beispiel mitten in einer Unterhaltung, kehrt dann irgendwann, entweder an dieselbe Stelle, oder an einen anderen Ort und zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurück, was ihr Umfeld allerdings niemals mitzubekommen scheint. Während dieser Zeitsprünge erlebt sie viele für sie oft bedeutende Augenblicke nochmals. Die junge Frau liest die alten Tagebücher ihres Großvaters und lässt somit den vergangenen Sommer und sein letztes Lebensjahr Revue passieren. Auch diese Tagebücher lösen öfter Flashbacks aus. Da ich Zeitreisegeschichten jeglicher Art sehr mag, war ich von Gotties „Ausflügen“ definitiv fasziniert. Gleichzeitig war ich mir aber auch lange nicht im Klaren darüber, ob diese auch tatsächlich stattfinden, oder ob sie nur in Gotties Fantasie geschehen. Auch die Verschiebungen in der Zeitachse und die damit unter Umständen veränderte Zukunft, konnte ich mir zwar durchaus vorstellen, gleichzeitig wollte sich aber der komplette Durchblick einfach nicht einstellen. Gottie hingegen stellt Formeln und Theorien auf, die für sie irgendwann plausibel wurden. Für mich waren die Zeitsprünge und warum diese geschehen, bis zum Schluss nicht komplett nachvollziehbar, auch wenn mir die „Lösung“ am Ende echt gut gefiel und ich das Buch auch sehr zufrieden schließen konnte. 

Wie Anfangs bereits erwähnt, stand meiner „Flashback-Zeitreise-Verwirrtheit“ allerdings auch eine extrem schöne, traurige und sehr ergreifende (Lebens-) Geschichte gegenüber. Diese wird noch intensiver, als Thomas, Gotties damaliger bester Freund und Wegbegleiter, nach fünf Jahren vollständiger Funkstille nicht nur zurück in ihr Leben kehrt, sondern auch noch den ganzen Sommer über mit ihr im Haus ihrer Familie lebt. Aus anfänglichen Streitereien und Missverständnissen, wird schnell wieder eine tiefe Verbundenheit, die die damals kindliche Liebe in eine ernstere, erwachsenere verwandelt. Gemeinsam mit Thomas, der Grey selbst extrem gut gekannt hat, schafft es Gottie langsam wieder zurück in ihr Leben zu finden und aus dieser lähmenden Trauer heraus auch endlich wieder Freude und Spaß zu empfinden. Mit sehr viel Feingefühl und Zartheit beschreibt Harriet Reuter Hapgood die Emotionen der Protagonistin. Ich konnte Gotties Verlust, ihre Ängste und ihre tiefe Trauer komplett nachvollziehen und auch absolut verstehen. Für Gottie wäre es natürlich einfacher gewesen, sich zumindest Sof anzuvertrauen oder mit ihrem Bruder zu reden. Dass sie die beiden mit ihrem Verhalten des Öfteren vor den Kopf gestoßen hat, war ihr lange überhaupt nicht bewusst. Gottie hat ihre Zeit des Alleinseins und Leidens gebraucht, denn auch diese Monate haben sie für ihr weiteres Leben geprägt. Mit viel Liebe zum Detail, köstlichem Essen, extremen Wetterlagen und einer großen Portion Verständnis, hat die Autorin ein Debüt geschrieben, dass es definitiv in sich hat. Sie nimmt ihre Leser, zumindest in Gefühlsdingen, an die Hand und brachte mir somit Gottie auch sehr nahe. Ich mochte den Teenager allgemein echt gerne, auch wenn sie kein einfacher Mensch ist. Auch die anderen Charaktere konnten mich überzeugen, da diese sehr unterschiedlich und authentisch sind. Und auch das Setting, der verwilderte Garten, die Bücherscheune und allgemein das Örtchen Holksea sowie die vielen Sommer - und Sonnenstunden zogen mich wirklich in den Bann. 

Ich bin extrem zwiegespalten was das Gesamtwerk anbelangt. Dennoch habe ich beschlossen, dass für mich hier nicht alles erklärbar und logisch sein muss, auch wenn mir das nicht ganz so leicht fällt. Ein derartiges Buch habe ich auf jeden Fall noch nie gelesen, was dieses dann doch sehr einzigartig macht.



Mit „Ein bisschen wie Unendlichkeit“ ist Harriet Reuter Hapgood ein sehr interessanter und einprägsamer Roman gelungen, der mich auf der Gefühlsebene komplett abholen konnte. Einzig die Zeitsprünge und deren Bedeutung, blieben für mich bis zum Schluss nicht vollkommen erklärbar, was letztendlich meine Lesefreude ein wenig eingedämmt hat. Aber dennoch hat mich dieses Buch berührt und somit auch überzeugt.

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99 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 39 Rezensionen

jugendbuch, fantasy, faun, mechthild gläser, fabelwesen

Emma, der Faun und das vergessene Buch

Mechthild Gläser
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.02.2017
ISBN 9783785585122
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Emma, deren Vater als Rektor das Internat Stolzenburg leitet, räumt noch vor Beginn des neuen Schuljahres die ungenutzte Bibliothek auf, um dort mit ihren beiden Freundinnen Hannah und Charlotte einen Literaturclub zu gründen. Während dieser Aufräumarbeiten findet Emma eine alte Chronik, die sie sehr fasziniert. Sie nimmt das Buch, in welchem bereits zahlreiche Schüler vor ihr über einige Jahrhunderte hinweg ihre Erlebnisse des Internatslebens aufgeschrieben haben, an sich.

Zunächst ist Emma nur von den zahlreichen Geschichten begeistert, die sich über all die Zeit auf Stolzenburg ereignet haben. Doch als sie selbst einen Eintrag in der Chronik verfasst, und dieser  letztendlich tatsächlich wahr wird, wird ihr die besondere Bedeutung des Buches bewusst. Voller Tatendrang will Emma ihre Zukunft und bestimmte Ereignisse lenken. Sie merkt dann allerdings recht schnell, dass nicht immer alles so kommt, wie sie sich etwas wünscht. Auch der Zeitpunkt in denen die Dinge geschehen, ist recht variabel. Umso öfter Emma die Chronik benutzt, umso klarer wird ihr, wie mächtig diese ist. 

Als dann auch noch Darcy de Winter Nachforschungen über seine vor vier Jahren verschwundene Zwillingsschwester Gina anstellt, verweben sich die Vorkommnisse immer mehr, denn auch Gina wusste von den geheimnisvollen Annalen.



Mechthild Gläser
hat in ihrem Roman „Emma, der Faun und das vergessene Buch“ Charaktere und Motive der weltweit bekannten Bücher von Jane Austen adaptiert und diese auf interessante Weise miteinander verstrickt. So heißt die Protagonistin in ihrem Werk zum Beispiel Emma und der männliche Hauptcharakter trägt den Namen Darcy de Winter, welcher an die Figur des Fitzwilliam Darcy aus „Stolz und Vorurteile“ angelehnt ist. Emma ist allerdings nicht wohlhabend wie ihr Pendant, sondern ein ganz normaler Teenager. Dass sie trotzdem auf dem Internat Stolzenburg zur Schule gehen und wohnen kann, liegt daran, dass ihr Vater der Schulleiter ist. So hat Emma das Privileg eine hervorragende Schulausbildung zu bekommen. Stolzenburg wird von meist sehr reichen Schülern aus der ganzen Welt besucht, sodass die Wartelisten zum Teil relativ lange sind. Dementsprechend hat Emma es des Öfteren mit gut betuchten Schülern, aber auch mit Stipendiaten zu tun. Ihre neue Mitbewohnerin Hannah hat ein solches Stipendium erhalten. Die beiden Mädchen freunden sich rasch an, sodass sie gemeinsam mit Emmas bester Freundin Charlotte ein tolles Trio bilden. 

Die Drei beschließen daher auch zu Beginn des Schuljahres die alte, eingestaubte Bibliothek des Westflügels zu entrümpeln und aufzuräumen, um diese für ihren Literaturclub zu benutzen. Als Emma auf eine mehrere hundert Jahre alte Chronik über das Schloss stößt, in welcher ehemalige Schülerinnen und Schüler ihre Erlebnisse auf Stolzenburg festgehalten haben, ist sie von dem Buch extrem fasziniert. Irgendwann beginnt Emma selbst Tagebuch zu führen, sie schreibt in die Chronik und löst damit ungeplant so einige Ereignisse aus. Als den drei jungen Frauen bewusst wird, welche Macht die Chronik besitzt, sind vor allem Emma und Hannah Feuer und Flamme. Zunächst nutzen die beiden das alte Buch, um einige Dinge positiv zu beeinflussen und sich ein paar kleinere Wünsche und Annehmlichkeiten zu erfüllen. Doch schnell wird den Mädchen klar, dass das Buch sehr mächtig ist und nicht alles so eintrifft, wie sie es geplant hatten. Außerdem wählt das Buch den Zeitpunkt des Geschehens oft sehr willkürlich. Manche Dinge passieren unmittelbar nach einem Eintrag, andere oft auch Tage später. Und als wäre dies nicht längst genug, stößt Emma durch frühere Erzählungen und Legenden auch immer wieder auf einen Faun, der tatsächlich auf der Burg gelebt haben soll, oder vielleicht irgendwo versteckt, sogar noch immer lebt?!?

Darcy de Winter, Nachfahre der Burgeigentümer, den Emma zunächst durch seine kratzbürstige und eingebildete Art nicht leiden kann, stattet Stolzenburg gemeinsam mit seinem besten Freund Toby einen längeren Besuch ab. Er möchte endlich das Rätsel um seine vor vier Jahren verschollene Zwillingsschwester Gina lösen. Darcy glaubt nicht an ihren Tod und tut alles, um Gina aufzuspüren. Ginas Verschwinden scheint mit der Chronik in Zusammenhang zu stehen und auch sonst ereignen sich immer wieder seltsame Dinge, die Emma auf Trapp halten.    

Die Grundidee an sich fand ich wirklich gut und es hat mir auch viel Spaß gemacht, Emma durch ihren Alltag auf Stolzenburg zu begleiten. Mit ihr immer weitere Rätsel um die Chronik, den Faun und alles was damit in Verbindung steht, zu lösen. Emma ist eine sehr liebenswerte Protagonistin, deren Gefühlswelt sowie ihre Wünsche und Ziele absolut nachvollziehbar sind. Sie verhält sich wie eine typische 16-jährige, ist aber weder zickig noch eingebildet. Emma steckt voller Tatendrang, ist manchmal beinahe schon zu eifrig, was wahrscheinlich eine Anspielung an die „Austen-Emma“ ist, humorvoll und sehr wissbegierig. Mit ihren Freundinnen geht sie durch dick und dünn, was ich ebenfalls sehr positiv finde. Emma ist glücklich auf dem Internat, dass für sie ein richtiges zu Hause ist. Sie sorgt für viel frischen Wind in dem alten Gemäuer. Verständlicherweise kann sie der Chronik und den Möglichkeiten, die diese ihr zu bieten hat, nicht widerstehen. Auch die eine oder andere Verliebtheit und Paarbildung entsteht, wobei hier natürlich ebenfalls der Fokus auf Hauptcharakter Emma gelegt wird. Ihre Beziehung zu Darcy fand ich sehr amüsant, da die beiden sich eine ganze Weile nicht ausstehen können. Auch die Gründe, warum sich dies mit der Zeit ändert, sind absolut plausibel und passend dargestellt. Hier gibt es wieder so einige Parallelen zu „Stolz und Vorurteil“ was mir extrem gut gefallen hat. Aber dennoch haben Mechthild Gläsers Emma und deren Darcy, ihren ganz eigenen Touch. Ich mochte die Zwei daher wirklich gerne zusammen. Vor allem auch deshalb, weil Emma sich nichts sagen lässt und oft genau das Gegenteil von dem tut, was sie eigentlich sollte. Sie ist unerschrocken, bietet Paroli und steht somit auf gleicher Ebene mit Darcy. Auch die anderen Charaktere sind richtig gut beschrieben und sorgten bei mir für den einen oder anderen Lacher. Von backfreudigen Köchinnen, eingebildeten Zicken, einem gutaussehenden Gärtner bis hin zu einem hypochondrischen Schulleiter ist alles vertreten. Wesen wir der Faun, eine Fee und eine Papierlibelle sorgen für eine größere Portion fantastisches und durch die Chronik hält auch die Magie Einzug in den ganz normalen Alltag von Emma und Co.    

Die Geschichte strotzt nicht gerade vor Dramatik, aber dennoch gibt es viele spannende und interessante Ereignisse, die die Leser rätseln lassen und sich im weiteren Verlauf zu einem kompletten Puzzle zusammenfügen. Das Ende war nicht unbedingt überraschend, hier kam auch einiges etwas zu schnell. Dennoch war für mich zum Schluss alles stimmig und somit auch absolut zufriedenstellend. Ich mochte gerade die Mischung aus normal, gepaart mit Magie, Träumen und natürlich den „Jane Austen Elementen“ wirklich gerne. 
Mechthild Gläsers Schreibstil ist sehr angenehm und locker, nie zu überladen aber dennoch kann man sich Internat Stolzenburg, die Umgebung, die Personen, die Chronik und auch alles andere absolut gut vorstellen. Das Setting ist durch die alte verwinkelte Burg, Geheimgänge, den angrenzenden Wald mit dem verwitterten Kloster und der ländlichen Atmosphäre sehr einladend und mystisch zugleich. Die Autorin erzählt sehr beschwingt, fröhlich aber auch geheimnisvoll, sodass ich beim Lesen richtig gute Laune bekam. Auch wenn der Roman für eine deutlich jüngere Zielgruppe geschrieben wurde, was mir öfter bewusst war, tat dies meiner Freude keinen Abbruch. 

Ein besonderes Lob gilt auch der Gestaltung des Buches. Nicht nur das Cover passt hervorragend zum Inhalt und ist einfach nur wunderschön, auch die Seiten der Chronik werden hervorgehoben und sind so realistischer dargestellt. 



Mit „Emma, der Faun und das vergessene Buch“, ist Mechthild Gläser eine schöne Geschichte mit etlichen Wendungen, spannenden Ereignissen und tollen magischen Komponenten gelungen, die mir konstant anhaltendes Lesevergnügen bereitete. Die Verbindungen und Anspielungen zu Werken von Jane Austen sind ein kleines aber feines Sahnehäubchen.

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

rezension, magellan, jugendbuch, überliebenin10schritten, sternschnuppenstunden

Überlieben in 10 Schritten

Rachel McIntyre , Jessika Komina , Sandra Knuffinke
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Magellan, 18.01.2017
ISBN 9783734850141
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Daisy hat sich nach langjähriger Beziehung von ihrem Freund Matt getrennt, da dieser mit seiner Mutter nach Spanien gezogen ist. Sie vermisst ihn sehr, ist gleichzeitig aber auch wütend auf ihn, daher beschließt sie einen Neunanfang. Daisy wechselt auf das nahe gelegene College und startet hier zunächst ganz alleine durch. Bald lernt sie den nerdigen Badger kennen, mit ihm entwickelt sich im Laufe der Zeit eine schöne Freundschaft. Außerdem trifft Daisy auf Toby, einen unglaublich gutaussehenden Typen, der sich sehr für sie zu interessieren scheint. 

Um irgendwie über Matt hinwegzukommen, lässt sich Daisy zunächst von Toby ablenken, doch bald wird daraus mehr, die junge Frau entwickelt Gefühle für den Sunnyboy. Toby ist sehr zuvorkommend und überrascht Daisy immer wieder mit kleinen Geschenken. Es könnte alles perfekt sein, doch ihr neuer Schwarm hat auch eine andere Seite…



 „Überlieben in 10 Schritten“
ist in erster Linie eine Hommage an die Freundschaft, welche eine fundamentale Basis für die 16-jährige Daisy bildet. 

Jungen mögen das Sahnehäubchen sein,   aber Freundinnen sind der Kuchen.

 Ihre beiden besten Freundinnen Beth und Ayesha sind seit vielen Jahren an Daisys Seite und immer für sie da. Allen voran Ayesha ist ein wirklicher Fels in der Brandung. Ayesha ist es auch, die alles versucht, um Daisy von ihrem Liebeskummer abzulenken. Daisy hat sich nach dreijähriger Beziehung von ihrem Freund Matt getrennt. Dieser ist mit seiner Mutter nach Spanien gezogen und Daisy konnte es ihm nicht „verzeihen“, dass er nicht bei ihr in Großbritannien geblieben ist. Dennoch lieb sie Matt immer noch, ignoriert seine Mails, stalkt ihn aber wiederum des Öfteren auf Facebook. Mit ihren Eltern hat Daisy ein sehr enges und liebevolles Verhältnis, um welches sie viele ihrer Altersgenossen beneiden. Die beiden sind bereits seit ihrer eigenen Schulzeit zusammen und führen gemeinsam die erfolgreiche Hochzeitsagentur "Something Borrowed". Die unverändert starke Liebe ihrer Eltern und all die glücklichen Paare, welche Daisy aufgrund ihrer Mitarbeit im Hochzeits-Business kennenlernt, lassen sie unbeirrt an die große und wahre Liebe glauben.    

Um auf andere Gedanken zu kommen, trifft Daisy sich mit Toby, einem unfassbar gutaussehenden Strahlemann, welcher nichts unversucht lässt, um mit der jungen Frau zusammenzukommen. In ihrem neuen College hat Daisy außer Badger, einem extrem musikalischen Nerd, bisher keine Freunde und so genießt sie die Aufmerksamkeit und Gefühlsbekundungen von Toby sehr. Daisy geht mit Toby aus und erlebt mit ihm wundervolle und romantische Momente. Mit ihm könnte also alles ganz wunderbar sein, bis etwas, worauf ich nicht näher eingehen möchte, passiert. Toby macht Daisys Welt nach der Trennung wieder bunt, sorgt aber dank seines Problems auch für dunkle Augenblicke.

Der Schreibstil von Rachel McIntyre sowie ihre Art des Erzählens, sind einfach toll. Man fühlt sich beim Lesen des Buches sofort unheimlich wohl. Dies liegt zum einen an dem hervorstechenden Humor, der vielen liebevollen Details sowie an Daisy selbst. Mit ihr hat die Autorin einen absolut wundervollen Charakter erschaffen. Daisys Denkweise, ihre Sprache und ihre Wortspielereien, ließen mich mehr als einmal grinsen. Ihr Kleidungsstil ist extravagant und passt perfekt zu ihr. Sie liebt Torten über alles und ist recht selbstbewusst. Daisy ist eine rund um bezaubernde Protagonistin. Selbstverständlich macht auch sie Fehler, welche die Geschichte wiederum sehr realistisch machen. 

Einen besonderen Fokus legt Rachel McIntyre wie bereits erwähnt, auf die Mädchenfreundschaft, welche sehr intensiv und ehrlich dargestellt wird. Natürlich streiten sich die drei auch ab und an, aber dennoch kann sie nichts wirklich trennen. Zehn Regeln verbinden die Teenager miteinander, wobei die letzte erst am Ende des Romans „erschaffen“ wird.   Diese zehn Punkte sollte sich jedes Mädchen und jede Frau zu Herzen nehmen, denn sie vermitteln Werte wie Freundschaft, Vertrauen, Unabhängigkeit, Selbstbewusstsein und Selbstwahrnehmung und erinnern nicht nur uns Leser daran, wie wertvoll jeder Einzelne ist und wie wichtig es ist, auf sich selbst und seine Gefühle zu vertrauen.

Die wie immer beim Magellan Verlag grandios schöne Aufmachung des Buches, spiegelt den Inhalt der Geschichte perfekt wieder. Viele kleine Gänseblümchen, also "Daisys" befinden sich unter dem Schutzumschlag, ein großes ist deutlich sichtbar auf dem Cover. Auch das strahlende Pink, passt einfach nur grandios. Die unterschiedlichsten Arten von Liebe spielen eine zentrale Rolle in dieser süßen, aber keineswegs kitschigen und auch zum Nachdenken anregenden Story. 



Mit "Überlieben in 10 Schritten“ hat Rachel McIntyre einen bezaubernden Roman mit viel Herz und Charme geschrieben, der unheimlich viel Spaß macht und Freude bereitet. Tolle und sehr unterschiedliche Charaktere, gepaart mit jeder Menge romantischer und humorvoller Szenen, aber dennoch gespickt mit ernsten Augenblicken und Verlustgefühlen, bereiteten mir tolle Lesestunden.

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198 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

fantasy, alana falk, arena verlag, sterne, gesellschaft

Das Herz der Quelle - Sternensturm

Alana Falk
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Arena, 03.01.2017
ISBN 9783401602905
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Magierin Liliana freut und fürchtet sich gleichermaßen vor dem Tag, an dem sie ihre Quelle zugeteilt bekommt und somit ein vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft wird. Ihr schlimmster Albtraum wird zur Wirklichkeit, als sie ausgerechnet mit Chris, welcher sich der Magie verweigert, verbunden wird. Sein ursprünglicher Partner kam unter mysteriösen Umständen ums Leben, seither ist Chris voller Hass, welchen er schwer verbergen kann. 

Da sich eine Naturkatastrophe anbahnt, bei welcher alle Magier gebraucht werden, muss Liliana Chris Vertrauen um jeden Preis gewinnen. Denn ohne dieses ist sie nicht in der Lage große Zauber zu wirken, denn dazu benötigt sie die volle Unterstützung, Kraft und Energie ihrer Quelle. 



Als großer Fantasyfan habe ich mich sehr auf das Lesen von "Sternensturm - Das Herz der Quelle" gefreut und eine tolle Geschichte erwartet. Dass mich dieser erste Band aber so sehr begeistern und regelrecht flashen würde, damit habe ich definitiv nicht gerechnet. Es gibt zwei Erzählstränge. Beim Ersten begleitete ich Liliana, die kurz davor steht mit ihrer Quelle verbunden zu werden, um im Anschluss daran als vollständige Magierin Magie wirken zu können. Der Zweite berichtet von Adara, welche ihre Quelle durch einen tragischen Tod verloren hat und nichts unversucht lässt, um diese wieder zum Leben zu erwecken. Beide Handlungsstränge haben mich von Beginn an gefesselt, sodass ich das Buch regelrecht verschlugen habe, da ich es kaum aus der Hand legen konnte. Jedes Kapitel endet sehr neugierig machend, außerdem wechselt nach jedem auch die Erzählperspektive, was es beinahe unerträglich spannend macht, natürlich auf eine gute Weise.

Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar flüssig, nicht zu ausufernd, aber dennnoch einprägsam und bildlich. 

Je weiter die Erzählungen voranschritten, um so tiefer tauchte ich in diese Welt, die in Neuseeland und des Öfteren auch in Rom spielt, ein. Ich erfuhr mehr über die Gemeinschaft, die Regeln und die allgemeine Verbindung zwischen einem Magier und dessen Quelle. Ich konnte die Magie beinahe am eigenen Leib spüren, so mitgerissen wurde ich von all den Erzählungen. Ich war vollkommen gefesselt und begierig darauf, zu erfahren wie es weiter geht.    Mir war natürlich klar, dass auch die Liebe oder anders gesagt die Gefühle eine zentrale Rolle einnehmen, aber wie und unter welchen Umständen sich alles entwickeln würde, blieb durchgehend interessant. Chris ist voller Hass und Misstrauen gegenüber der Gemeinschaft bzw. dem Rat. Während sich Liliana in dieser zu Hause fühlt und harmonisch aufgewachsen ist. Daher kann sie lange Zeit Chris Zweifel und Missmut nicht teilen und versucht zunächst auch alles, um ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Gerade diese Mischung aus extrem starker Anziehungskraft, unbändiger Magie und Annäherung, die im krassen Gegensatz zu ihren unterschiedlichen Welt - bzw. Magieansichten steht, ist im wahrsten Sinne des Wortes explosiv. Dadurch wird ihre magische Verbindung immer wieder gestört. Sie fühlen sich zueinander hingezogen, stoßen sich aber doch immer wieder auch ab. Dennoch sind sie ein fantastisches Team, das gerade durch die große Bandbreite an Emotionen gemeinsam zu Außergewöhnlichem fähig ist. 

Auch Adaras Erzählperspektive ist unglaublich faszinierend, diese ist von unbändiger Trauer, Angst und Verrat geprägt. Sie verfolgt nur ein Ziel, ihren Liebsten, sprich ihre frühere Quelle von den Toten zurück zu holen, völlig egal was dies für Konsequenzen mit sich bringt. Lilianas und Chris Momente sind auch immer wieder von Licht und Hoffnung durchdrängt, während bei Adara alles sehr düster und dunkel erscheint. Um so mehr ich von beiden Perspektiven erfuhr, um so mehr wurde ich von der Komplexität der Geschichte mitgerissen. Besonders eine Wendung, die im Nachhinein betrachtet so logisch ist, hat mich überrumpelt und überrascht, was den kompletten Roman einfach nur noch gigantischer macht. 

Ein weiterer Charakter, dessen Namen ich auf Grund der Spannung nicht verraten möchte, hat mich auch schwer beeindruckt, da dieser die unterschiedlichsten Gefühle in mir hervorgerufen hat. 
Ich freue mich so unfassbar auf den zweiten und zugleich letzten Band und auch darauf, von eben erwähnter Person noch mehr zu erfahren. Ich stecke voller Erwartungen, ob Alana Falk bei ihrem Finale, welches ca. in einem Jahr erscheinen wird, noch eine Schippe draufsetzt. Die Messlatte hat sie auf jeden Fall bereits sehr weit oben angesetzt. Denn nach diesem grandiosen ersten Buch und dem wirklich beeindruckenden Ende, erwarte ich sehr, sehr viel.



  "Sternensturm - Das Herz der Quelle"von Alana Falk, entführte mich in eine faszinierende, facettenreiche Welt der Magie, der Magier und ihrer Quellen. Spannende Entwicklungen und interessante Wendungen, zogen mich von Beginn an in diese bewegende und fesselnde Geschichte, welche mich komplett begeistern konnte.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Die Leben des Tao

Wesley Chu , Simone Heller
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 13.10.2016
ISBN 9783596034871
Genre: Science-Fiction

Rezension:



Roan ist ein übergewichtiger Nerd der als Programmierer arbeitet. Er ernährt sich meist nur von Fertiggerichten, ist Alkohol nicht abgeneigt und lebt ansonsten ein eher eintöniges Leben. Außer seinem Mitbewohner und bestem Freund Antonio und seiner Katze hat Roan wenig Kontakt zu anderen. 

Dies ändert sich schlagartig, als Roan plötzlich eine Stimme in seinem Kopf hört. Zunächst ist er der festen Überzeugung, verrückt geworden zu sein. Doch als die Stimme in seinem Kopf nicht verschwindet und ihm interessante Geheimnisse anvertraut, ist Roan bereit zu glauben. Tao, ein Alien, hat sich ihn aus einer Notsituation heraus als Wirt ausgesucht.

Seit Anbeginn unserer Zeitrechnung besetzen Prophus und Genjix - Alien sehr viele zum Teil auch hochrangige Menschen und lenken so gemeinsam mit ihnen das Weltgeschehen. Tao gehört zu den Prophus, welche mit den Menschen eine friedliche Koexistenz führen. Wohingegen die Genjix technische Fortschritte gerne auch mit Krieg erzwingen und vieles mit Gewalt lösen. Ihnen sind die Menschen, allen voran die zivile Bevölkerung meist vollkommen egal. So bleibt auch den Prophus nichts anderes übrig, als immer wieder gegen die Genjix zu kämpfen, um das Schlimmste zu verhindern. 
Tao der ein angesehener und wichtiger Agent ist, bleibt nicht viel Zeit, um Roan auszubilden und diesen nicht nur kampffähig zu machen.



Wesley Chu
fackelt nicht lange und schmeißt seine Leser mitten rein ins Geschehen. So befand ich mich gleich zu Beginn der Geschichte in einem Kampf und wusste zunächst nicht, wer wer ist und was genau gerade geschieht. Ich mag das aber sehr gerne, wenn ein Buch gleich spannend losgeht und mich von Anfang an fesselt. Nach einigen Seiten begriff ich dann auch, dass ich mich gemeinsam mit Tao und Edward, seinem Wirt, auf einer Mission befand. Diese endet aber leider tödlich für Edward und so ist Tao, der sich auf der Flucht vor den Genjix befindet gezwungen, sich schnell einen neuen Wirt zu suchen. Ohne einen menschlichen Körper kann der Alien nicht lange in der Atmosphäre überleben. Daher schlüpft Tao gezwungenermaßen in Roan, einen übergewichtigen Programmierer, der mit Sport und Bewegung nicht viel am Hut hat. Nach dem Roan weiß, dass er nicht verrückt geworden ist, nähern sich die beiden recht schnell an. Nach einigen kleineren Anfangsschwierigkeiten ist Roan bereit, sich seiner neuen Aufgabe zu stellen. 

Die körperliche Fitness erlangt Roan mit Ausdauer und Fleiß auch recht zügig, doch mit dem Kämpfen und seiner Koordination hat er viele Schwierigkeiten. So bekommt er unter anderem die junge und äußerst attraktive Sonya an seine Seite gestellt. Sonya wurde von Kindesbeinen an auf ihre Aufgabe, nach dem Tod ihrer Mutter deren Prohus Baji in sich aufzunehmen, vorbereitet. Und so arbeitet die junge Frau bereits perfekt mit ihrem Alien zusammen. Roan lernt allerdings nicht nur von ihr eine Menge, sondern auch von den anderen Prohus-Mitgliedern. Nach zahlreichen eher langweiligen Einsätzen, bekommt Roan immer anspruchsvollere Jobs, die ihn auch oft an seine Grenzen bringen. Außerdem verliebt er sich und versucht so gut wie möglich, seinen neuen Job und sein Privatleben in Balance zu halten. Gemeinsam mit Tao steht Roan vor vielen Herausforderungen, die ihn nicht nur körperlich, sondern auch gefühlsmäßig extrem fordern, dennoch gibt er nicht auf. 

Ich war vom ersten Moment an echt angetan von "Die Leben des Tao". Es ist einfach nur göttlich, wie Tao und Roan miteinander reden und agieren. Ich musste beim Lesen ständig grinsen, weil die Kommunikation zwischen den beiden so herrlich erfrischend ist. Zu Anfang begegnen sie sich zwar noch skeptisch, doch schnell wird klar, dass der Alien und der Programmierer ein tolles Team abgeben. Die "zwischenmenschliche" Ebene passt hier einfach perfekt. Und dennoch ist natürlich längst nicht alles nur eitel Sonnenschein, denn Roan hadert oft mit sich und seiner neuen Rolle als Agent. Für ihn ist es sehr schwierig, einen Menschen zu töten und so dauert es natürlich seine Zeit, bis Roan seine neue Mission voll und ganz ausfüllen kann. Doch nach und nach wächst er in seinen Job hinein, er fühlt sich immer mehr den Prohus zugehörig. 

Es war auch richtig schön, Roans Entwicklung vom nerdigen, übergewichtigen, antriebslosen Durchschnittstyp zum Prohus-Agenten mitzuerleben. Er wird von einem unzufriedenen Mann voller Selbstzweifel, zu einem optimistischen Kerl, der sich für andere und seine Aufgaben einsetzt. Er geht Partnerschaften ein und schließt Freundschaften. Aus einem intelligenten Couch-Potato wird ein kleiner-großer Held!

Das Spannungslevel wird durchgängig sehr hoch gehalten, aber auch gefühlvolle, rührende und traurige Momente kamen keineswegs zu kurz. Und genau diese Mischung macht den ersten Band nicht nur zu einem richtig tollen Buch, sondern auch zu einem absoluten Pageturner. Autor Wesley Chu erzählt sehr gut strukturiert und absolut interessant. Vor jedem Kapitel behandelt ein kleiner Absatz Taos frühere Taten und berichtet von seinen vergangenen Wirten, sodass man als Leser auch hierdurch einen guten Einblick in die Vergangenheit bekommt. Lasst euch nicht von dem etwas zu "düster" wirkenden Cover abschrecken. Das Buch ist zwar ein Sience Fiction -Thriller, dementsprechend ist es auch öfter gewaltvoll, aber vor allem steht Action, Spannung und wie ja bereits erwähnt, auch Gefühl im Mittelpunkt.

Extrem gut dargestellt ist auch die böse Seite, sprich die Genjix. Die Menschen in dieser Gruppierung sind allesamt sehr gewalttätig und skrupellos. Noch extremer sind deren Aliens, die buchstäblich über Leichen gehen und ihre Wirte keineswegs als gleichberechtigte Partner ansehen. So hat auch Tao einen Erzfeind, dem er gemeinsam mit Roan versucht die Stirn zu bieten. Für mich waren somit auch die Alienbeziehungen und deren Verwicklungen untereinander extrem unterhaltsam. Sämtliche Charaktere sind sehr gut dargestellt, tiefgründig und wirken daher extrem authentisch. Roan ist ein absolut liebenswerter Protagonist, ebenso wie Tao, welcher seine vergangenen Fehler einsieht und sich ebenfalls stets verändert. Aber auch besonders Sonya, Antonio, Roans bester Freund und Jill, die Frau seines Herzens, konnten mich definitiv begeistern.

Ein gigantischer, packender und berührender Showdown, lässt mich voller großer Erwartungen an den Folgeband, welchen ich auf jeden Fall sehr bald lesen werde, zurück.



Wer mitreißende, actiongeladene und gefühlvolle Alien - Abenteuer mit jeder menge Humor mag, sollte unbedingt zu "Das Leben des Tao" von Wesley Chu greifen. Großartige Teamarbeit zwischen Mensch und Alien, ließen mich dieses grandiose Buch kaum aus der Hand legen. 

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142 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

freundschaft, liebe, schule, jugendbuch, familie

Eine Woche voller Montage

Jessica Brody , Lara Tunnat
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Magellan, 25.07.2016
ISBN 9783734850226
Genre: Jugendbuch

Rezension:



 Ellie erlebt den furchtbarsten Montag aller Zeiten, sie stolpert von einer Katastrophe in die Nächste. Es geht einfach alles, was nur irgendwie schief gehen kann, auch wirklich schief. Zum krönenden Abschluss des Tages, macht am Abend auch noch ihr Freund Tristan mitten auf dem Jahrmarkt, ihrem persönlichen Traumdate-Ort, mit ihr Schluss. 

Ellie ist am Boden zerstört. Vor dem Einschlafen fleht sie daher das Universum an, ihr eine zweite Chance zu geben. Als sie diese tatsächlich erhält und der Montag von Neuem beginnt, will die junge Frau alles zum besseren wenden, doch auch an diesem Abend macht Tristan mit ihr Schluss. So durchsteht Ellie diesen Montag ganze sieben Mal, bis sich etwas in ihr und somit allgemein verändert.



Die meisten von euch kennen bestimmt den Film "Und täglich grüßt das Murmeltier" oder andere abgewandelte Erzählungen, in denen die Hauptperson den selben Tag immer und immer wieder durchlebt. Auch "Eine Woche voller Montage" von Jessica Brody ist so eine Geschichte und doch steckt in dieser so viel mehr. Ellie erlebt einen schrecklichen Montag, an dem absolut alles schief läuft, daher bekommt sie vom Universum eine zweite Chance, die sie unbedingt nutzen will. Da ein Tag allerdings längst nicht ausreicht, um all die Katastrophen und vor allem das "Schluss machen" zu verhindern, wiederholt sich dieser Montag eine komplette Woche lang. Klingt zunächst nicht sonderlich aufregend oder gar nach einem besonderen Buch, doch das ist es tatsächlich.

In Ellie und ihre Probleme konnte ich mich sofort hineinversetzen. Jeder kennt das Gefühl, das erste Mal so richtig verliebt zu sein und seinem Partner unbedingt gefallen zu wollen. Und auch der schulische Alltag, selbst wenn er schon eine Weile zurück liegt, ist keinem von uns fremd. Tristan ist der Traumtyp der meisten Mädchen an Ellies Highschool, doch mit niemandem war er bisher so lange zusammen wie mit ihr. Ganze fünf Monate schwebt Ellie bereits im siebten Himmel und tut alles, um Tristan eine perfekte Freundin zu sein. Dieser ist Leadsänger einer Band, die immer mehr, vor allem weibliche Fans bekommt. Eines Abends passiert es dann, Ellie wünscht sich mehr Aufmerksamkeit von Tristan, ist eifersüchtig und es kommt zum ersten großen Streit, welcher wiederum der Trennung unmittelbar voraus geht. So nimmt das Schicksal seinen Lauf und wir Leser erleben mit Ellie eine Menge Montage, die alle völlig unterschiedlich sind, auch wenn sich gewisse Ereignisse natürlich wiederholen. Immer an Ellies Seite ist ihr bester Freund Owen, welcher sie bei all ihren Verrücktheiten und wiederkehrenden Montagen sehr liebe - und verständnisvoll unterstützt. Ihn fand ich von der ersten Sekunde an unglaublich toll!

Auch Ellie mochte ich vom ersten Augenblick an sehr gerne, sie ist goldig, manchmal tollpatschig, gefühlvoll und hat das Herz auf dem rechten Fleck, was sie absolut authentisch macht. So fand ich es auch zu keiner Zeit langweilig, mit ihr all die Montage zu durchleben. Denn mit jedem neuen Montag entwickelt sich Ellie weiter, sie hinterfragt ihre Handlungen und hört mehr in sich hinein. Es macht wahnsinnig viel Freude Ellie dabei zuzuschauen, wie sie mehr auf ihre Wünsche und Bedürfnisse, aber auch auf die von Owen, ihrer jüngeren Schwester Hadley und die ihrer Eltern achtet. 

Die Geschehnisse und die Montage an sich, bauen sehr logisch aufeinander auf, alle Handlungsstränge sind hervorragend aufgegliedert und schmiegen sich so perfekt in die Gesamtstory. Immer wieder streut die Autorin kleine Weisheiten ein, welche man auch für sich selbst mitnehmen kann und auch sollte. Es ist wichtig, sich selbst immer treu zu bleiben und sich nicht für andere zu verbiegen, denn es gibt immer Menschen, die einen genau so mögen und lieben wie man ist, auch mit allen Fehlern und Macken. Und genau dies, wird auch Ellie irgendwann bewusst. "Eine Woche voller Montage" ist eine locker, leichte Lektüre, die mich beim Lesen wunderbar unterhalten und zum schmunzeln gebracht hat. Und dennoch hat mir dieses Buch noch sehr viel mehr gegeben, es lässt mich glücklich lächelnd zurück. Selbstverständlich konnte ich mir von Beginn an denken, wie sich alles entwickeln wird und auch das Ende kann man auf jeden Fall erahnen, aber dies macht hier absolut nichts. Jessica Brodys Roman ist kein spannungsgeladenes Buch, es besticht durch ganz andere Werte.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und flüssig, sie erzählt sehr strukturiert und gut durchdacht, sodass ich definitiv gerne wieder zu einem ihrer Bücher greife.



"Eine Woche voller Montage"
von Jessica Brody ist ein bezauberndes, herzerwärmendes Buch, das einem gute Laune und die eine oder andere Weisheit schenkt. Mit Protagonistin Ellie durchlebt der Leser ein und den selben Tag immer wieder und doch stecken in jedem Überraschungen und großartige Wendungen.

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329 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 48 Rezensionen

drachen, julie kagawa, fantasy, talon, drachennacht

Talon - Drachennacht

Julie Kagawa , Charlotte Lungstrass-Kapfer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 31.10.2016
ISBN 9783453269729
Genre: Jugendbuch

Rezension:

 

Ember, Riley und Wes sind weiterhin auf der Flucht vor Talon und dem St. Georg-Orden. Immer mehr Nester bzw. geheime Unterschlüpfe von Riley werden entdeckt und somit von den Georgskriegern überfallen. Doch warum dies plötzlich so extrem überhand nimmt, bleibt den Freunden zunächst ein Rätsel. Für Ember ist dieses neue Leben immer noch alles andere als leicht. Das Töten fällt ihr weiterhin recht schwer, außerdem vermisst sie Garret sehr.

Dieser wiederum befindet sich zu Beginn in London, in der Stadt, in der das Hauptquartier des Ordens seinen Sitz hat und somit auch dessen Oberhaupt lebt. Als Garret erschreckendes herausfindet und ihm klar wird, dass Ember, die er immer noch liebt, in großer Gefahr schwebt, hält ihn nichts mehr auf und er kehrt zu seinen früheren Verbündeten zurück.

So sind die Vier ein weiteres Mal vereint und kämpfen mit Hilfe eines zusätzlichen Drachen darum, eine gigantische Macht um jeden Preis zu stoppen.  



Witzigerweiße habe ich bei "Talon" nie das Gefühl, einen weiteren extra Band zu lesen. Mir kommt es hier immer so vor, als würde ich ein gigantisches Buch lesen, das immer weiter geht. Wahrscheinlich liegt dies daran, dass Julie Kagawa so einprägsam und interessant erzählt. Denn obwohl zwischen Band zwei und diesem dritten Band doch einiges an Zeit vergangen ist, konnte ich mich sofort wieder an alles erinnern. Es fühlte sich einfach toll an, Ember, Riley und Wes erneut zu begleiten. Und auch Garrets weitere Vorgehensweisen waren für mich sehr spannend zu verfolgen. 

Dieser kommt einem Komplott auf die Spur, welches viele der vergangenen Ereignisse in ein ganz anderes Licht rückt und erklärt. Als Garret bewusst wird, dass Ember dadurch in Lebensgefahr schwebt, zögert er keine Sekunde. Er reist zurück zu seinen ehemaligen Verbündeten und rettet Ember und Riley buchstäblich in letzter Sekunde das Leben. Fortan bilden die Vier erneut ein Team, das alles versucht, um Talons Macht zu schwächen. Zeitweilige Hilfe haben die Freunde von einem asiatischen Drachen. Und auch ein weiterer, keineswegs Unbekannter, ist bedingt durch die erdrückende Beweislast bereit, Garret zu helfen. 

So ist auch dieses dritte Abenteuer zu keiner Zeit langweilig, da einfach erneut so viel passiert. Sowohl im Kampf gegen Talon und den Orden, als auch auf zwischenmenschlicher sowie zwischendrachischer Beziehung. Ember ist immer noch hin und hergerissen zwischen dem Drachen Riley und dem Menschen Garret. Ihr Drache fühlt sich auf eine sehr intensive Art zu Riley hingezogen, wohingegen ihre menschliche Seite immer stärkere Gefühle für den Krieger entwickelt. Ich bin normalerweise überhaupt kein Fan dieser Dreiecksgeschichten, doch in diesem Fall sieht das ein bisschen anders aus. Es treffen einfach so viele unterschiedliche Komponenten aufeinander, die die "Sache" sehr tiefgründig und echt machen. Ich kann Embers Zerrissenheit also absolut verstehen und voll und ganz nachvollziehen. Ich finde auch beide männliche Protagonisten absolut großartig. Die Zwei sind geniale, faszinierende und charismatische Charaktere. Riley lässt sich sehr von seinen Instinkten leiten, demgegenüber steht Garret, der letztendlich sein Herz entscheiden lässt. 

Was ich auch weiterhin extrem toll finde, ist die Tatsache, dass die Erzählsicht zwischen Ember, Riley und Garret wechselt. So fühlt man sich allen Dreien sehr nahe und begreift ihre Beweggründe und ihr Handeln noch viel besser. Immer wieder switched Julie Kagawa auch zu Dante, Embers Zwillingsbruder und lässt uns Leser somit auch intensiv an dessen Leben, seinen Gedanken und Gefühlen teilhaben. Ich bin immer noch kein großer Dante-Fan, dennoch tut er mir inzwischen schon fast leid. Ich bin auch ziemlich sicher, dass wir von ihm in den kommenden Büchern noch einiges erwarten dürfen. Sowohl Schlechtes, als auch hoffentlich Gutes!

Ich mag es auch sehr, wie Ember sich weiter entwickelt, auf ihre Gefühle hört und auf sich selbst vertraut. Auch Garret wird immer selbstsicherer, er weiß, dass er die richtige Entscheidung getroffen hat. Und auch wenn es verständlicherweise immer wieder zu Spannungen zwischen den beiden männlichen Kontrahenten kommt, halten diese zusammen und zollen sich den nötigen Respekt.

Die Autorin deckt auch immer wieder kleinere und größere Geheimnisse auf, die zum Großteil auch für mich sehr überraschend waren. Eine Sache hatte ich bereits seit "Drachenherz" geahnt, diese trifft am Ende dann sogar tatsächlich zu. Auch dies wird in Zukunft noch für viele geniale, spannende und auch emotionale Ereignisse sorgen. Daher freue ich mich auch unbändig auf die zwei Folgebände und auf alles, was Ember und Co. noch so erleben werden.  

Auch diesen dritten Band konnte ich wieder so richtig verschlingen, da ich zum Glück kaum Pausen beim Lesen machen musste. Julie Kagawa hat einfach ein tolles Gespür für die richtige Mischung aus Actionszenen und ruhigen, gefühlvollen Momenten. Ihr Schreibstil ist nach wie vor klasse, ich mag Julies Art des Erzählens und die Darstellung ihrer Charaktere unglaublich gerne. Auch der Humor kommt keineswegs zu kurz, besonders Rileys Aussagen und seine Gedanken ließen mich des Öfteren schmunzeln.

Der Schluss endet wieder mit einem gemeinem Cliffhanger und packenden Geschehnissen, sodass ich am liebsten sofort zu Band vier greifen würde. 



Mit dem dritten Band ihrer "Talon-Drachensaga - Drachennacht" konnte mich Julie Kagawa erneut absolut überzeugen. Die wundervolle Mischung aus Gefühl, Spannung, actionreichen Szenen gepaart mit der Aufdeckung interessanter Geheimnisse, ließen mein Herz höher schlagen. Ich liebe diese Reihe einfach und kann sie daher nicht nur jedem Drachenfan wärmstens empfehlen.

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69 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

bettina belitz, fantasy, jugendbuch, diamantkrieger, urban fantasy

Die Diamantkrieger-Saga - La Lobas Versprechen

Bettina Belitz
Fester Einband: 450 Seiten
Erschienen bei cbt, 24.10.2016
ISBN 9783570164259
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Sara möchte zunächst nichts mehr mit den „Diamantkriegern“ zu tun haben und ihr Leben fortan alleine bestreiten, dies gelingt ihr mehr schlecht als recht. Nach einem erneuten Schicksalsschlag fühlt sich die junge Frau aber so einsam und verlassen, dass sie doch wieder die Nähe und Hilfe La Lobas sucht und bei ihr in die Lehre geht. Ein langer Prozess der Selbstfindung und der Suche nach dem eigenen Glück beginnt. Als auch Damir wieder Saras Weg kreuzt, passiert einiges Unerwartetes, was das Weltbild der jungen Kriegerin erneut in ein anderes Licht rückt. Ein Kampf, vor allem gegen ihre inneren Dämonen verlangt Sara viel ab.



Nachdem mir bereits Band eins der „Diamantkrieger Saga – Damirs Schwur“ richtig gut gefallen hat, wollte ich Band zwei eigentlich unmittelbar nach Erscheinen lesen. Doch dann kamen immer wieder Aktionen und andere private Dinge dazwischen, die mich erst vor einigen Tagen zum Buch greifen ließen. Sofort verspürte ich wieder eine Art Sogwirkung, die mich quasi gezwungen hat, „La Lobas Versprechen“ nicht mehr aus der Hand zu legen. Ein neues Jahr ist ja immer wieder ein stückweit auch ein Neubeginn und so hätte ich dieses Buch definitiv zu keinem besseren Zeitpunkt lesen können. Auch Sara steht nach einem weiteren, erschütternden Erlebnis wieder vor La Lobas Türe, verzweifelt, verlassen und alleine. Die junge Frau fasst den wichtigen Entschluss, endlich glücklich zu werden. Die Grundlage dazu ist bereits geschaffen. Sara besitzt ihr eigenes Haus, das Geld ihrer verstorbenen Großmutter und Kratos ist außer Gefecht gesetzt, kann ihr somit also eigentlich nichts mehr anhaben. Und dennoch ist dieser Weg auf der Suche nach dem eigenen Glück ein sehr langer und steiniger. Für Sara beginnt eine Zeit der Selbstfindung und auch Selbstaufopferung, in welcher sie immer wieder an ihre Grenzen stößt und sogar darüber hinauswächst. Sara musste in ihren jungen Jahren schon eine Menge Leid und Ablehnung erfahren. Dies hintenanzustellen und ein wenig zu vergessen, erfordert sehr viel Kraft und eine große Portion Mut. Aus einer eigensinnigen und sturen Sara wird langsam ein Mensch der versteht, an sich arbeitet und lernt. 

Regelrecht beseelt machte ich mich gemeinsam mit Sara auf und begleitete sie auf ihrer weiteren Reise. Obwohl Sara sehr viel, vor allem auch mit sich auszufechten hatte, umfing mich beim Lesen eine Wärme und Geborgenheit, wie ich sie selten erlebt habe. Bettina Belitz versteht es unglaublich gut, mit ihren Worten mitten ins Herz zu treffen, so fühlte ich erneut sehr mit Sara mit. Bereits in Band eins ging mir das Schicksal der jungen Kriegerinnenanwärterin sehr nahe, doch in „La Lobas Versprechen“ war dies noch einiges intensiver. Als Leser „muss“ man in diese Geschichte regelrecht hineinfühlen, was manchen mit Sicherheit nicht ganz leicht fallen mag. Auch Sara hat zu Beginn noch sehr große Schwierigkeiten mit sich und ihren Gefühlen. Sie kämpft gegen sich selbst, anstatt sich anzunehmen und zu akzeptieren, dass nur sie alleine für ihr Glück verantwortlich ist. Dieser Reifeprozess dauert recht lange und so ist dieser Mittelband den Großteil über eher ruhig und dennoch passiert so wahnsinnig viel, vor allem auch im Inneren. Immer wieder bricht die Dunkelheit hervor und wird von Licht durchflutet, welches nicht nur Sara erfüllte, sondern auch mich.

Großartig finde ich La Loba. Sie erteilt Sara immer wieder Lektionen, gegen die sich die junge Frau zunächst eher sträubt. Doch aus jeder dieser kleinen Prüfungen geht Sara gestärkt hervor, blickt immer mehr in sich hinein, reflektiert und begreift. Und auch wenn diese Lektionen oft kein Zuckerschlecken sind und Sara sich oft missverstanden fühlt, handelt die Anführerin der „Diamantkrieger“ ehrlich, richtig und vor allem auch sehr einfühlsam. Sie führt Sara mit strenger aber liebevoller Hand, hält ihr oft den Spiegel vor, schafft es aber gerade dadurch in Sara wirklich etwas zu bewegen. 

Damir spielt selbstverständlich immer noch eine zentrale Rolle in Saras Leben und doch entwickelt sich mit ihm alles ganz anders als ich es erwartet habe, aber genau das finde ich extrem gut. Eine Frau findet nicht nur dann ihr Glück, wenn sie einen Mann an ihrer Seite hat. Sara soll nicht abhängig von eben diesem ihr Dasein bestreiten. Auch wenn sie das lange anders sieht und Damir um jeden Preis will, versteht sie auch hier. 

Besonders schön fand ich es auch, dass „Goldwasser“ mein Lieblingsanwalt einen so großen Part inne hat. Einen solchen Menschen, der beinahe die Rolle des Vaters für Sara einnimmt, an seiner Seite zu haben, ist wirklich ein Geschenk. Er ist sehr mitfühlend, ehrlich und sprüht nur so vor Wärme. Er tut Sara auf eine wundervolle Art und Weise gut. 

Ebenso liebe ich es einfach, wie völlig selbstverständlich die Autorin die Magie und das Zauberhafte in ihre Geschichten und in Saras Leben miteinfließen lässt. Absolut realistisch verwebt sie das "Normale" mit dem Fantastischen. Ich hatte stets das Gefühl, die Magie und alles was zu ihr gehört, umgibt mich wie ein schützender Mantel. Das Leben ist definitiv nicht immer leicht, aber es bietet so viel Schönes und Einzigartiges, man muss es nur sehen, offen sein und vor allem auch mit dem Herzen wahrnehmen. Genau dies vermittelt Bettina Belitz unter anderem in allen ihren Büchern, ganz stark aber in und mit ihrer „Diamantkrieger-Reihe“. So viele Menschen neigen dazu, immer nur zu meckern und das Negative zu sehen, was ich persönlich absolut nicht nachvollziehen kann. 

Ich kann mir vorstellen, dass sehr junge Leser(innen) die noch selbst mitten im Erwachsen werden stecken, die Thematik der Bücher als schwierig oder zu speziell empfinden und somit vielleicht Probleme haben könnten. Andererseits löst gerade so ein außergewöhnliches Buch vielleicht etwas in diesen jungen Lesern aus, dass ihnen bei ihrer Entwicklung hilft. Ich ziehe meinen imaginären Hut vor Bettina Belitz, denn ich kann mir durchaus vorstellen, wie kräftezehrend es war ein solch komplexes und alles andere als simples Werk zu schreiben. Ich fühlte mich während und nach dem Lesen unheimlich frei und lichtdurchflutet. Früher wäre mir manche Szene eventuell ein wenig zu spirituell gewesen, aber genau dies passt hier einfach hervorragend. Auch das Einbinden einer ganz bestimmten Klangschale und Saras erweiterte Wahrnehmung, nicht nur in Bezug auf die Diamanten und Steine, ist extrem bereichernd für die Gesamtstory. Die Autorin stellt dies alles so glaubwürdig dar, sodass ich keine Sekunde daran zweifle, dass es Menschen gibt, die tatsächlich derartige Fähigkeiten besitzen. 

Für mich ist gerade dieser zweite Band etwas ganz besonderes, da ich durch Bettinas Lesung zu eben diesem und vor allem auch durch ihren fantastischen Workshop, eine sehr starke Bindung zu Sara und ihrer Geschichte habe. Ich spürte beim Lesen noch intensiver, lauschte auf die Stimme der Autorin und war vollkommen gefangen in dieser einzigartigen Welt. 

Im letzten Drittel des Romans muss Sara ihre erste Prüfung mit einem direkten Gegner bestehen. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, dementsprechend war ich auch sehr gespannt, wie sie sich bewähren würde. Ich hatte definitiv Gänsehaut, hätte mir hier aber noch etwas mehr Dramatik und Action gewünscht. Ich gehe allerdings sehr stark davon aus, dass dies erst der Anfang war und wir im finalen Band noch sehr viel mehr von den Gegnern der „Diamantkrieger“ erfahren werden. Dies kristallisiert sich auch bereits deutlich am Schluss des Buches heraus. 

Apropos Ende, dieses hat mich erst zu Tränen gerührt und dann absolut GESCHOCKT, ich war völlig perplex, traurig und überwältigt. Ich würde am liebsten sofort zum letzten Band greifen, denn ich habe tatsächlich etwas Angst davor, wie es weiter gehen könnte. Dennoch hoffe und glaube ich, dass meine Vermutungen richtig sind. Uns Leser erwartet ein fulminantes Finale, da bin ich mir absolut sicher!!! 



Für mich ist der zweite Band der „Diamantkrieger Saga – Lalobas Versprechen“ von Bettina Belitz noch magischer, berührender und tiefgehender als sein Vorgänger. Gemeinsam mit Sara bezwang ich ein großes Stück ihrer inneren Dämonen, litt und kämpfte mit ihr, auf dem Weg zu ihrem ganz persönlichen Glück. Ich bin absolut angetan, von dieser sehr außergewöhnlichen und bereichernden Geschichte.

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605 Bibliotheken, 20 Leser, 1 Gruppe, 131 Rezensionen

fantasy, marie lu, young elites, jugendbuch, verrat

Young Elites - Die Gemeinschaft der Dolche

Marie Lu , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Loewe, 16.01.2017
ISBN 9783785583531
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Adelina, die als Kind das mysteriöse Blutfieber überlebt hat, ist seither gezeichnet. Eines ihrer Augen wurde so schwer in Mitleidenschaft gezogen, dass dieses entfernt werden musste. Außerdem hat sich ihr bis dahin schwarzes Haar silbern verfärbt. So ist sie äußerlich als Malfetto gebrandmarkt, von der Gesellschaft verstoßen und nichts mehr wert. 

Eine unbeschwerte Kindheit durfte Adelina somit nicht mehr verbringen. Der Liebe ihrer Mutter beraubt, welche das Blutfieber nicht überlebt hat, gab es nur noch ihre Schwester Violetta die ihr Zuneigung entgegenbrachte. Der Vater hat sie meist mit Nichtbeachtung oder gewalttätigen Handlungen bestraft, sodass Adelinas Hass und die Dunkelheit in ihr über viele Jahre hinweg genährt wurden.

Als sich in der jungen Frau ihre übernatürlichen Kräfte regen, verändert sich ihr Leben schlagartig. Adelina trifft auf die „Gemeinschaft der Dolche“ und somit endlich auf Gleichgesinnte. Der König macht Jagd auf die „Dolche“, da diese mit ihren unterschiedlichsten, zum Teil sehr gefährlichen Kräften, die Macht haben ihn zu stürzen. Hierzu braucht die Elite allerdings Adelinas Hilfe, die sich der Gemeinschaft nur zu gerne anschließt. Sie lernt ihre Kräfte zu beherrschen, diese verleihen ihr große Macht, welche aber nicht nur Gutes mit sich bringt. 



Ich war unglaublich gespannt auf Marie Lus neuesten Roman und konnte es daher kaum erwarten, „Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche“ endlich zu lesen. Ich bin ein großer Fan epischer und mysteriöser Fantasygeschichten, meine Erwartungen an diesen Reihenauftakt waren daher enorm hoch. Die Autorin hat auch definitiv ein großartiges Setting geschaffen, welches eine geradezu magische Anziehung auf mich ausübte. Ich war begierig darauf zu erfahren, welche Kräfte Protagonistin Adelina in sich trägt und was es mit der „Gemeinschaft der Dolche“ auf sich hat.

Zunächst lernte ich Adelinas gewalttätigen, hinterhältigen Vater und ihre Schwester Violetta kennen. Nach kurzer Zeit konnte ich absolut nachvollziehen, wie schrecklich es sein muss, als ungeliebtes Malfetto - Kind aufzuwachsen. Entweder hat Adelinas Vater sie überhaupt nicht beachtet und seine ganze Zuneigung Violetta geschenkt, oder er hat seine Älteste körperlich misshandelt. Dass so ein Verhalten über zehn Jahre hinweg Angst, Hass und Dunkelheit nährt, ist absolut vorstellbar. Als Adelina die Chance zur Flucht bekommt, nimmt sie diese wahr, doch leider ist ihr Vater ihr dicht auf den Fersen. Als ihr größter Albtraum Wirklichkeit zu werden droht, werden Adelinas Kräfte freigesetzt, ihr Vater stirbt und sie wird zum Tode wegen Mordes verurteilt. Auf dem Scheiterhaufen wird Adelina von der „Elite" gerettet. Eine aufregende und spannende Zeit beginnt, in der Adelina zum ersten Mal so etwas wie Freundschaft und Zugehörigkeit erfährt. Dennoch ist es für die junge Frau sehr schwer, das Vertrauen und den Respekt der anderen „Dolche“ zu gewinnen. Umso stärker Adelinas Kräfte werden, umso unberechenbarer wird sie für die Anderen. Enzo der Anführer der Gemeinschaft weckt in ihr hingegen ganz andere Gefühle, Adelina ist zum ersten Mal verliebt und so prasselt eine Menge auf sie ein. Auch Enzo fühlt sich von ihr angezogen, was seine Rolle als Leader umso schwieriger macht. Gemeinsam wollen die „Dolche“ den König stürzen, welcher alle Malfettos (Überlebende des Blutfiebers) auslöschen möchte, ob sie nun Kräfte besitzen oder nicht. Ob dies gelingt und wie sich Adelina weiter entwickelt, möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten. 

Marie Lus Trilogieauftakt ist sehr düster, dunkel, geheimnisvoll und mystisch. Und genauso empfand ich auch Protagonistin Adelina. Ich konnte ihre Handlungen zum Teil nachvollziehen, dennoch machten mir diese auch des Öfteren Angst. Adelina ist nicht direkt ein Bösewicht, wirkt aber bedrohlich und oft sehr beängstigend. Sie ist rachsüchtig, oft kalt und hasserfüllt. Und in Momenten in denen sie sich dem Hass vollkommen hingibt, geht sie buchstäblich über Leichen. Ihre Fähigkeiten sind stark mit ihren dunklen Emotionen verbunden. Umso mehr schlechte Gefühle und Angst um Adelina herum herrschen, umso stärker wird sie selbst. Die Dunkelheit übermannt sie, und oft kann die junge Frau diese und sich dann nicht mehr kontrollieren. Ich würde definitiv nicht mit ihr befreundet sein wollen, Adelina zur Feindin zu haben, ist aber mit Sicherheit noch schlimmer. Dennoch ist Adelina natürlich nicht nur böse und gewalttätig, auch sie ist verletzlich, behutsam, traurig, einsam und besitzt durchaus einen guten Kern. Sie liebt ihre Schwester und würde für diese auch alles tun, was sie nicht nur einmal unter Beweis stellt. 

Dennoch hatte/habe ich Schwierigkeiten mit einer Protagonistin, mit der ich mich so gar nicht identifizieren kann. Aber genau dies wiederum, macht auch den Reiz von „Young Elites“ aus. Es ist sehr mutig von Marie Lu eine Antiheldin, in der viel Dunkles steckt, zu ihrer Protagonistin zu machen und den Leser die Welt durch ihre Augen betrachten zu lassen. Mir fiel es manchmal nicht leicht, mich in Adelinas Gefühlswelt hineinzuversetzen oder ihre Beweggründe zu verstehen. Als sie bedingt durch ein Ereignis zwischen der Inquisition und der „Gemeinschaft der Dolche“ steht, fällt es ihr unheimlich schwer, sich für den richtigen Weg zu entscheiden. Zwischendurch hätte ich sie daher gerne geschüttelt und ihr ihre Unsicherheit und Unentschlossenheit genommen. Nichtsdestotrotz macht auch dies wiederum das Buch einmalig. Ebenso wie die Liebesgeschichte, welche einen zwar kleinen aber doch bedeutenden Teil einnimmt. Da auch Enzo viel Schlimmes erlebt hat, ist auch diese zart aufkeimende Liebe von Düsternis geprägt. 

Wahnsinnig fasziniert war ich von den unterschiedlichsten Kräften der Malfettos an sich. Diese sind zwar nicht immer vollkommen neu und andersartig, aber dennoch sehr interessant. Ganz besonders Adelinas Kräfte sind betörend und daher absolut speziell. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass noch mehr Potential in der jungen Frau steckt, dass sie sich im weiteren Verlauf der Geschichte, sprich in Band zwei und drei noch weiter entfalten wird. Ich hoffe auch sehr, dass das Gute, welches auf jeden Fall auch in Adelina steckt, ein wenig mehr an Macht gewinnt und sie nicht mehr so sehr von Dunkelheit und Hass gedrängt und geleitet wird. Ihre Zerrissenheit und das fehlende Vertrauen in sich und ihre Mitmenschen macht es ihr auch nicht gerade leichter.

Im letzten Drittel nimmt die Story nochmals deutlich an Fahrt auf, die Autorin steuert auf einen ersten Showdown hin, der es in sich hat. Das Ende lässt mich mit vielen Erwartungen und einigen Spekulationen gespannt zurück. Ich freue mich auf die Fortsetzung und auf mit Sicherheit noch unerwartete Wendungen. 



Marie Lu
erzählt uns in „Young Elites – Gemeinschaft der Dolche“ die Geschichte einer Schurkin, die von dunklen Kräften, Angst und Hass beherrscht wird. Adelina ist keine Superheldin und mit Sicherheit alles andere als lieb und süß! Unter anderem das, macht allerdings den Reiz dieses ungewöhnlichen Reihenauftaktes aus. Wer die Welt einmal aus dem Blickwinkel einer „bösen“ Antiheldin betrachten möchte, sollte unbedingt zu diesem Roman greifen.

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(250)

604 Bibliotheken, 26 Leser, 1 Gruppe, 105 Rezensionen

dystopie, cecelia ahern, liebe, fehlerhaft, jugendbuch

Perfect – Willst du die perfekte Welt?

Cecelia Ahern , Christine Strüh , Christine Strüh
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 17.11.2016
ISBN 9783841422361
Genre: Jugendbuch

Rezension:



 Manche ganz besondere Menschen in unserem Leben tragen wohl Liebe für uns in nahezu endlosem Ausmaß in sich - mit all unseren Fehlern. (Seite 357) 



Richter Crevan setzt alles daran, die geflohene Celestine wieder zu finden, da diese einen Beweis besitzt, der ihm sehr gefährlich werden könnte. Celestine hingegen tut alles, um sich ihm entgegenzustellen, die Gilde zu stürzen und die damit verbundenen Brandmarkungen der Fehlerhaften endgültig zu beenden. Auf ihrem Weg dorthin, bekommt sie immer wieder unerwartete Hilfe, dennoch kann sie nur sehr wenigen Menschen wirklich vertrauen, was sie leider nur allzu oft zu spüren bekommt. Doch Celestine wächst über sich hinaus. Als Leitfigur der Fehlerhaften-Bewegung trägt sie eine große Verantwortung und die Hoffnung unendlich vieler Menschen in sich. 



Da zwischen dem Erscheinen des ersten Bands "Flawed - Wie perfekt willst du sein?" und der Fortsetzung "Perfect - Willst du die perfekte Welt" nur wenige Wochen liegen, kam es mir so vor, als wäre zwischen dem Lesen der beiden Bücher überhaupt keine Zeit vergangen, was ich echt großartig finde. Sofort war ich wieder mitten drin im Geschehen und befand mich gemeinsam mit Celestine auf der Flucht vor Richter Grevan und den Whistleblowern. Die Geschichte startet auch gleich sehr rasant, da Mary May Celestine dicht auf den Fersen ist und sie beinahe auch erwischt. Doch dank Carrick und seinen Freunden gelingt es Celestine ein weiteres Mal ihr zu entkommen. Für den Moment ist die junge Frau sogar sicher, doch diese Sicherheit ist nicht wirklich beständig. Sehr viele Menschen, allen voran die Widerstandsbewegung bauen natürlich auf die Gebrandmarkte, aber selbst in diesen Reihen gibt es immer wieder Verräter und Leute, die schlichtweg zu viel Angst davor haben, sich gegen das bestehende System und die Gilde aufzulehnen. 

Eine gewisse Grundspannung ist stets vorhanden, so fieberte ich unentwegt mit Celestine mit, war vielen Personen gegenüber skeptisch und erfreute mich an denen, die es wirklich ehrlich meinten. Celestine ist längst nicht mehr so blauäugig wie zu Beginn. Sie setzt zwar immer noch auf Carrick und auch auf ihre Familie, auf die sie bedingungslos bauen kann, aber dennoch trifft sie ihre eigenen Entscheidungen. Sie vertraut viel mehr ihrem Instinkt, der sie vor allem in einem sehr entscheidenden Moment, genau das Richtige tun lässt. 

Natürlich kann man sich als Leser recht gut vorstellen, wie Cecelia Aherns Dilogie endet, aber dennoch ist der Weg dorthin packend und definitiv alles andere als langweilig. Besonders gut gefällt mir der unerbittliche Einsatz und die unbändige Liebe ihrer Angehörigen, die Celestine große Kraft verleiht. Ohne die Unterstützung ihrer fantastischen Familie und selbstverständlich auch Carrick hätte sie es kaum geschafft. Auch Art trägt seinen Teil dazu bei, was mich ihm gegenüber wieder versöhnlich gestimmt hat. Ebenso mischt die Vitalpartei, allen voran Enya Sleepwell sowie Anwalt Raphael Angelo gehörig mit, zwei Charaktere, die dieses Buch absolut bereichern. Auch die anderen Charaktere besitzen wieder sehr viel Echtheit, was diese authentisch macht.

Auch die Beziehung zwischen Celestine und Carrick entwickelt sich weiter. Diese steht zwar niemals im Vordergrund, was auch überhaupt nicht gepasst hätte, nimmt aber an Intensität zu. Zwischen all den negativen Gefühlen und der Angst, der Celestine beinahe pausenlos ausgesetzt ist, sind diese kleinen glücklichen Phasen wundervolle Momente, um ein wenig zu entspannen und durchzuschnaufen. Bei all dem Chaos, der Hektik und der Gefahren, tun diese Augenblicke einfach gut.

Ebenso wie im Ersten, stehen auch in diesem Folgeroman neben der Rebellion die zwischenmenschlichen Beziehungen wieder sehr stark im Fokus. Die Autorin zeigt uns auf, zu was Menschen fähig sind, wenn sie zusammenhalten, auch wenn sie in der vermeintlichen Unterzahl sind. Das Grundthema ihrer Story verliert sie dabei aber niemals aus den Augen. Frau Aherns Schreibstil ist dabei gewohnt großartig, sodass sich das Buch flüssig lesen lässt und man es kaum aus der Hand legen mag.

Das Ende konnte mich absolut begeistern, genauso habe ich mir den Abschluss gewünscht. Der Gerechtigkeit ist Genüge getan, Mary May, Richter Grevan und auch die Gilde bekommen genau das, was sie verdient haben. Celestine kann in ein neues, wenn auch sicher nicht perfektes Leben starten. 



Cecelia Ahern ist mit "Perfect - Willst du die perfekte Welt"
ein fantastischer Dilogie-Abschluss gelungen, der mich restlos überzeugen konnte. Erneut fühlte ich mit Celestine mit und begleitete sie auf ihrem Kampf gegen die Gilde und deren "Fehlerhaften-System". Fans von dystopischen Zukunftsromanen sollten sich diese Bücher auf keinen Fall entgehen lassen.

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102 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

liebe, kunst, drogen, borderline, dealer

Wir beide in Schwarz-Weiß

Kira Gembri
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Arena, 29.09.2016
ISBN 9783401602196
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Die Kunststudentin Kris bereitet sich auf einen Wettbewerb vor, sie möchte mit Ihrer Performancekunst die Menschen begeistern. Sie selbst bringt sich dadurch immer wieder in skurrile und zum Teil auch gefährliche Situationen. Diese geben ihr einen ganz besonderen Adrenalinkick, mit welchem sie wiederum Ihre Vergangenheit zu verarbeiten versucht. 

Bei einer ihrer Studien lernt sie den geheimnisvollen, auf den ersten Blick eher kratzbürstigen Alex kennen. Die beiden haben einen holprigen Start, kommen sich aber dennoch langsam näher und erleben gemeinsam eine Achterbahn der Gefühle die es in sich hat. Denn auch Alex hat große Probleme, die immer wieder zu heiklen Umständen führen. Doch zusammen und durch die Kraft der Liebe, helfen sich Kris und Alex auf ganz besondere Weise.



"Wir beide in Schwarz-Weiß"
von Kira Gembri ist die indirekte Fortsetzung von "Wenn du dich traust". Wobei die Geschichte nicht im Anschluss spielt, sondern quasi parallel zu Band eins verläuft, was ich richtig genial finde. Alex ist in "Wenn du dich traust" eine Nebenfigur und auch Kris hat dort bereits einen sehr schönen Auftritt. Daher war es wirklich großartig, kleine Teile der ersten Geschichte nochmals durch einen anderen Blickwinkel zu erleben. 

Sowohl Alex als auch Kris sind beide keine einfachen Charaktere. Kris ist bedingt durch ihre Vergangenheit verletzlich und exzentrisch und Alex ist durch eine Krankheit geprägt, die es ihm beinahe unmöglich macht, nicht in Extremen zu denken und zu fühlen. Für ihn gibt es entweder schwarz oder weiß. Als die beiden sich das erste Mal begegnen, ist die Atmosphäre daher gewaltig aufgeladen, zwei Pole treffen aufeinander. Eine schwierige Zeit vieler Auf und Abs beginnt, die für beide zugleich nervenaufreibend, aber auch sehr heilend und inspirierend ist. Genau das macht Kira Gembris neuesten Roman erneut zu einem ganz besonderen Buch. Einige werden vielleicht zunächst ihre Schwierigkeiten mit den Protagonisten haben, da man diese nur schwer im Schubladen stecken kann. Außerdem ist es auch nicht immer leicht, sich vollkommen in die Gefühlswelt von Kris und Alex hinein zu versetzen. Aber dennoch gelingt es der Autorin ein weiteres Mal, dass man ihre Charaktere sehr mag und eine Bindung zu ihnen aufbaut, die stark und unerschütterlich ist. Die wechselnde Erzählweise aus Sicht der beiden Hauptcharaktere trägt natürlich auch wieder sehr dazu bei.

Bei Kris fiel es mir zunächst etwas leichter sie zu verstehen und zu begreifen, warum sie handelt, wie sie es eben tut. Nach einem schweren Schicksalsschlag versucht sie ihr Leben so gut es geht zu meistern. Dennoch verschließt sie sich lange Zeit vor ihrer Vergangenheit und blendet einen sehr wichtigen Teil ihrer selbst aus, bzw. hält diesen unterdrückt. Ich habe sie sehr schnell in mein Herz geschlossen. Und auch Alex hat dort immer mehr Platz eingenommen, je weiter die Geschichte voranschritt. Kira Gembi führt ihre Leser sehr einfühlsam und sensibel an Alexanders Krankheit und die damit verbundenen Extremen, zu denen er neigt, heran. Auch dies liebe ich unter anderem sehr an Kiras Romanen. Beide Protagonisten sind absolut authentisch und alles andere als Mainstream. Außerdem greift sie immer wieder Themen und Krankheiten auf, über die man als gesunder Mensch wenig bis gar nicht nachdenkt. Sie macht dies auf sehr behutsame Art, sodass man dadurch jegliche Scheu, in diesem Fall gegenüber Alex, verliert.

Es ist so berührend, wie Alex und Kris sich gegenseitig helfen und zu einem großen Stück weit auch befreien, wie sie ihr Leben bereichern, gemeinsam die Vergangenheit verarbeiten und in eine mit Sicherheit nicht einfache, aber dennoch zuversichtlichere Zukunft starten. Absolutes Vertrauen und uneingeschränkte Ehrlichkeit sind ein großer und wichtiger Bestandteil in der Beziehung von Alex und Kris. Beides entsteht langsam und Schritt für Schritt, was sehr echt und ehrlich wirkt. Die Nebencharaktere wie Lea, Jay und auch Flocke tragen ebenfalls zur Gesamtheit der Geschichte bei, sie füllen und ergänzen diese ungemein. Es war einfach nur schön, alle drei wieder zu "treffen".

Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt spritzig, fantastisch und humorvoll. Ein weiteres Detail, dass ich unglaublich schätze, denn trotz der ernsten Grundthemen kommt der Humor niemals zu kurz. Das Gesamtpaket von Kira Gembris Geschichten macht diese für mich so einzigartig, stimmig und großartig. Auch dieses Mal spielt der Titel des Buches eine Rolle, sprich dieser wird direkt im Roman erwähnt, eine kleine, aber sehr schöne Finesse, welche mich ebenfalls zum Schmunzeln gebracht hat.



"Wir beide in Schwarz-Weiß"
von Kira Gembri vereint einmal mehr alles, was für mich zu einem wundervollen Buch gehört. Mit viel Liebe und Authentizität erzählt uns die Autorin Kris und Alex besondere und sehr berührende Geschichte, welche noch lange und sicher auch beständig in mir nachhallen wird.


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156 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

comic con, roxy, graham, john hughes, nerds

Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums

Sarvenaz Tash , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Magellan, 25.07.2016
ISBN 9783734850271
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Graham und Roxy sind seit ihrer Kindheit die besten Freunde. Dementsprechend verbringen sie auch viel Zeit zusammen, außerdem verbindet sie ein sehr großes Hobby. Beide sind absolute Filmfans, lesen gerne und lieben alles, was mit Comics zu tun hat. Gemeinsam arbeiten die beiden sogar an einer Comic-Reihe. Graham entwirft die Texte und Roxy zeichnet. Die zwei ergänzen sich in allem perfekt und teilen vieles miteinander. 

Als die New Yorker Comic Con immer näher rückt, beschließt Graham Roxy während dieser endlich zu gestehen, dass er mehr als „nur“ Freundschaft für sie empfindet. Er entwirft den perfekten Plan um seine Traumfrau endlich für sich zu gewinnen, doch es kommt alles so ganz anders als gedacht.



Dass ich ein sehr großer Fan der Magellan Bücher bin, wissen mit Sicherheit die Meisten. Dennoch kann ich einfach nicht aufhören, von den Büchern des Verlags zu schwärmen. Die Cover wie auch die innere Gestaltung sind wunderschön und bei jedem einzelnen Buch so besonders, dies ist natürlich auch bei „Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums“ nicht anders. Und auch der Inhalt ist einfach nur nerdig-genial!!!

Ich selbst bin zwar kein großer Comic-Fan, kann anhand der Liebe zu Büchern und Geschichten aber absolut nachvollziehen, warum Roxy und Graham ihr Fan - und Geekdasein so wichtig ist und warum sie dieses so extrem ausleben. Superhelden faszinieren mich allerdings schon seit meiner Kindheit und ich bin ebenfalls sehr Filmbegeistert, von daher war Sarvenaz Tashs Roman für mich ein absolutes „must-read“. 

Die Geschichte wird aus Grahams Sicht erzählt, was mir ausgesprochen gut gefallen hat, da ich ihn sofort in mein Herz geschlossen habe. Er ist so ein liebenswerter und ehrenhafter Kerl, der für Roxy einfach alles tun würde. Graham beschreibt seine beste Freundin so reizend und ehrlich, dass ich total verstehen kann, warum er sich in Roxana verliebt hat. Die bevorstehende Comic-Con ist somit auch definitiv der romantischste Ort um seine Pläne, Roxy seine Liebe zu gestehen, in die Tat umzusetzen. Seit Wochen überlegt Graham hin und her, um ja nichts dem Zufall zu überlassen. Er kampiert sogar über Nacht vor einem Store, um an Eintrittsbändchen zu kommen, welche ihn und Roxy zu einem ganz besonderen Event auf der Konvention zulassen. Doch leider klappt dies nicht und auch sonst geht von diesem Moment an so einiges schief, vieles läuft nicht mehr so wie es sollte, kurzum Grahams Masterplan versagt! 

Als dann auch noch Devin, für Graham das personifizierte Übel schlechthin, auftaucht und von Roxy ganz angetan ist, bricht für Graham beinahe eine Welt zusammen. Als Leser(in) kann man seine Gefühle selbstverständlich verstehen, man wünscht ihm so sehr, dass er Roxy für sich gewinnen kann und fiebert und leidet mit ihm. Dennoch fiel es mir persönlich auch echt schwer, Devin nicht zu mögen und ihn als Konkurrenten zu betrachten. Devin ist in seiner ganzen Art so bezaubernd und zuvorkommend, selbst zu Graham ist er nett und betrachtet diesen beinahe als Freund. Zickige, oberflächliche oder biestige Charaktere sucht man in „Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums“ vergebens. Ein weiterer Pluspunkt, der dieses Buch zu einem kleinen Lesehighlight macht. Sarvenaz Tashs zeigt deutlich auf, dass es nicht immer fiese und falsche Charaktere braucht, um eine großartige Geschichte zu erzählen. Gerade diese Normalität bietet jedem Leser ein hohes Identifikationspotenzial. Alle Figuren wirken absolut realistisch wie ein Nachbar, Bekannter oder Freund. Wie sehr ich gerade Graham mochte, ist sicher bereits durch meine Worte deutlich spürbar. Und auch die goldige, quirlige und niedliche Roxy fand ich richtig toll. Auch die Nebenfiguren allen voran Casey, Felica und Devin sind absolut authentisch. Jeder einzelne Charakter trägt seinen Teil zu dieser Geschichte bei, selbst wenn er noch so klein ist. 

Die meisten Menschen haben mit Sicherheit ganz bestimmte Vorstellungen von Nerds, zum Glück wird auch dieses Klischee von der Autorin in ihrem Roman kaum bedient. Viele Menschen üben ein zeitaufwendiges Hobby aus, ohne dass diese in Schubladen gepresst werden sollten. Denn sind wir doch mal ganz ehrlich, in gewisser Weise steckt doch in uns allen auch ein Nerd, und das ist auch gut so!!!

Die Idee des Buches an sich ist nicht neu, aber dennoch so warmherzig und liebevoll umgesetzt. Wie in jedem Superheldencomic dauert es seine Zeit, bis die Titelfigur am Ende das Mädchen seiner Träume bekommt. Auf dem Weg dorthin muss er viele Herausforderungen meistern und manche unschöne Situation bestehen. Immer wieder tun sich allerdings auch kleine Glücksmomente auf, die den Protagonisten weiterhin antreiben. Und genauso ergeht es Graham, auch wenn immer wieder etwas schief läuft, erlebt auch er mit Roxy schöne Augenblicke auf der Konvention, die ihn ermutigen weiter zu machen und nicht aufzugeben. Gerade diese Mischung aus Comic- und Geschichte gepaart mit klarer und echter Realität, machen „Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums“ so einmalig. 

Die Autorin erzeugte in mir ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit, während sie die Tage auf der Comic-Con beschrieb. Mir kam es tatsächlich so vor, als würde ich gemeinsam mit Roxy, Graham und den anderen die Hallen unsicher machen und die verschiedensten Panels besuchen. Ich fühlte mich unheimlich wohl, spürte die Freude am eigenen Leib, und genoss während des Lesens dieses wundervoll transportierte Feeling in vollen Zügen. Die Geschichte ist zu keiner Zeit kitschig, berührt aber trotzdem sehr. Menschliche Werte wie Zusammenhalt und Ehrlichkeit werden hier großgeschrieben. 

Das Ende ist für einige sicher überraschend, für mich aber absolut wundervoll, eine Hommage an die Freundschaft und das Leben!
 


Wer nerdig-unnerdige Geschichten voller Spaß, Humor, Freundschaft und Liebe mag, sollte unbedingt zu „Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums“ von Sarvenaz Tashs greifen. Warmherzig, liebevoll und authentisch vereint die Autorin Gefühl, Menschlichkeit und Fan-Kult in einem bezaubernden Roman der mitten ins Herz trifft.

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130 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 63 Rezensionen

bluescreen, science fiction, dan wells, jugendbuch, zukunft

Bluescreen

Dan Wells , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492280211
Genre: Fantasy

Rezension:




Im Los Angeles des Jahres 2050 lebt die 17- jährige Marisa, Hackerin und Gamerin aus Leidenschaft. Fast alle Menschen tragen ein Djinni, ein Implantat mit welchem es seinen Besitzern möglich ist, immer und überall online zu sein. Auch Marisa und der Großteil ihrer Freunde können sich ein Leben ohne Djinni, welches vieles vereinfacht, kaum mehr vorstellen. Marisa gehört der Gruppe Cherry-Dogs an, einer Mädelsgang, die gemeinsam für die Teilnahme an einem Onlinespiel trainieren. Für Marisa ist es vollkommen normal nicht nur Freunde in ihrem direkten Umfeld zu haben, sondern diese auch weit über die Kontinente hinweg verteilt täglich online zu treffen.

Als plötzlich eine gefährliche Online-Droge mit dem Namen „Bluescreen“ immer mehr Menschen „befällt“ und diese willenlos macht, stehen Marisa und ihre Freunde dunklen Machenschaften und einer bösen Verschwörung gegenüber, die es mit allen Mitteln aufzuhalten gilt. 



Dan Wells
konnte mich bereits mit seiner "Partials Trilogie" sehr von sich überzeugen, daher war ich extrem gespannt auf sein neuestes Werk „Blue Screen“. Die Geschichte beginnt auch sofort sehr rasant, da wir uns als Leser gemeinsam mit Marisa in einer Onlinespielewelt wieder finden. Hierdurch vermittelt der Autor sogleich die Fortschritte, die die Gamingwelt in seinen Augen in über dreißig Jahren noch machen wird. Alles wirkt noch realistischer, der Spieler selbst befindet sich als Avatar direkt im Spiel, sein Körper ruht währenddessen in der realen Welt. Dies wird durch Djinnis, Implantate, welche jeder Mensch in sich trägt, möglich gemacht. So gut wie jeder benutzt ein solches Djinni, mit diesem wird einfach alles gesteuert. Der Besitzer ist so nicht nur 24 Stunden Daueronline, er beschreitet quasi sein ganzes Leben mit diesem Chip. Er kommuniziert darüber mit seiner Familie, seinen Freunden und Verkehrsmitteln, lernt damit und bestellt so auch alles was er benötigt. Durch das Djinni und das damit unter anderem verbundene Wechseln in Spielewelten, hat Marisa nicht nur Freunde in Los Angeles sondern zum Beispiel auch in China. Verschiedene Zeitzonen spielen so eine weitaus geringere Rolle, da man sich online so ziemlich zu jeder Zeit treffen kann. Gemeinsam mit Anja, Sahara, Fang und Jaya bildet Marisa die Gang Cherry Dogs. Die Mädchen trainieren zusammen, um beim Spiel „Overworld“ immer besser zu werden, um so an einem Wettkampf teilnehmen zu können. Das Spiel hat zwar in diesem ersten Band noch eine weniger tragende Rolle, wird uns aber sicher in der Fortsetzung von „Blue Screen“ noch des Öfteren begegnen. Dan Wells vermittelt dadurch aber bereits einen sehr guten Einblick davon, was für Marisa wichtig ist. Dies sind für sie in erster Linie ihre Freunde und ihre Spielewelt. Die junge Frau schwänzt immer wieder die Schule oder schleicht sich auch gerne abends davon, um mit ihren Freunden die Clubs der Stadt unsicher zu machen oder einer privaten Feier beizuwohnen. 

Eine weitere tolle Erfindung sind die sogenannten Nulis, eine Art Drohne, welche die unterschiedlichsten Arbeiten, wie Putz – oder Lieferdienste und vieles weitere anbieten. Sahara, die sehr gerne live aus ihrem Leben berichtet, benutzt ihre Nulis unter anderem zur Kameraberichterstattung. Als Anja, deren Vater ein sehr erfolgreicher Unternehmer ist, bei einer Party das zweite Mal die Onlinedroge „BlueScreen“ zu sich nimmt, ist sie nicht mehr Herr ihrer Sinne, wird fremdgesteuert und beinahe tödlich verletzt. Dieser Vorfall löst eine wahre Kettenreaktion aus. Marisa und ihre Freunde versuchen alles, um hinter das Geheimnis und die Drahtzieher die hinter „BlueScreen“ stecken zu kommen, nicht ahnend, in welche Gefahren sie sich dadurch manövrieren. 

Ich war bzw. bin immer noch sehr angetan von Dan Wells aktuellem Roman, dessen Ideen zwar nicht neu, aber sehr gut ausgearbeitet und durchdacht sind. Auch ich bin ein Mensch der sehr gerne online ist und die Vorzüge des Internets nutzt. Genau wie Marisa habe ich durch verschiedenste Social Mediakanäle, Onlinegruppen usw. viele liebe Menschen kennengelernt und Freunde gewonnen. Ich bin in der heutigen Zeit hier bei weitem keine Ausnahme, eher im Gegenteil. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass unsere Welt in über dreißig Jahren noch viel mehr durch das Internet und alles damit Verbundene beherrscht wird. Autor Dan Wells hat hier also ein mehr als realistisches Zukunftszenario entwickelt. Die Djinnis haben durchaus große Vorteile, machen die Menschen aber auch zu sehr gläsernen Personen, über die man in wenigen Sekunden jede Menge Informationen gewinnen kann. 

Marisa und ihre Freundinnen sind durchweg alle sehr gute Hackerinnen, die sich extrem gut im Netz, sowie auch im Darknet auskennen und es demnach auch recht gut verstehen, ihre Spuren zu verwischen. Doch als sie sich mit den Schöpfern von „BlueScreen“ einlassen, schweben sie in großer Gefahr. Die Geschichte ist sehr spannend und interessant, sodass ich am liebsten die ganze Zeit gelesen hätte. Ich fieberte gemeinsam mit Marisa und ihren Freunden mit, war auch skeptisch wem die kleine Gruppe vertrauen kann und sehr gespannt, wer hinter „BlueScreen“ steckt. Was mir unglaublich gut gefallen hat, ist der Zusammenhalt und das uneingeschränkte Vertrauen der Freundinnen untereinander. Auch Bao Marisas bester Freund, der als einziger kein Djinni implantiert hat und noch auf die altmodische Art per Handy kommuniziert, mochte ich wahnsinnig gerne.  

Wie in jeder Geschichte gibt es auch in diesem Roman Gegner und Widersacher, die ich natürlich nicht verrate, sowie Charaktere, die man auf Grund ihrer Art nicht mag. Franca, ein verwöhntes und reiches Mädchen macht Marisa gerne das Leben schwer. Ich konnte sie kein bisschen leiden, da sie auch nur auf sich bedacht ist und sich kein Stück von ihrer Meinung und ihren Prinzipien abbringen lässt.
 
Anja und Sahara, welche in der Nähe von Marisa leben, sind beide recht wohlhabend, sie haben ihre Eigenarten, tragen das Herz aber auf dem rechten Fleck und stehen Marisa immer und unter allen Umständen bei. Protagonistin Marisa mochte ich von Anfang an extrem gerne, sie ist zwar ein absoluter Wildfang und schert sich nicht viel um Regeln, beschützt ihre Familie und Freunde aber sehr.  

Ein weiterer interessanter Aspekt sind die unterschiedlichen Gruppierungen und Banden sowie die damit verbundene Politische Situation. Dan Wells blickt in seinen Romanen gerne über den Tellerrand hinaus und füttert seine Leser mit vielen wichtigen Details und Informationen. Ich bin definitiv sehr gespannt darauf, was uns in den Folgebänden noch erwarten wird. Ich habe zwar gewisse Ideen und Vorstellungen, bin mir aber bereits sicher, dass mich der Autor auch überraschen wird. Einziger Kritikpunkt den ich habe, ist die Tatsache, dass die Helden von „Blue Screen“ manchmal doch etwas zu schnell auf Lösungen stoßen oder ihnen der Zufall in schwierigen Momenten oft hold ist. Dennoch freue ich mich sehr auf die Fortsetzungen. 


Ich hatte auch keinerlei Schwierigkeiten damit, mir die technischen Aspekte, die die Geschichte enthält vorzustellen. Für mich war das "Wie" Dan Wells Dinge und Abläufe beschrieben hat absolut plausibel und gut nachvollziehbar. Durch die „Partials-Reihe“ bin ich seinen anspruchsvolleren Schreibstil gewohnt und mag diesen auch absolut.  



Mit „Blue Screen“ hat Dan Wells einen faszinierenden Zukunftsthriller geschaffen, welcher in dreißig Jahren zur tatsächlichen Realität werden könnte. Spannend und gut durchdacht erzählt der Autor seine Geschichte rund um Protagonistin Marisa, ihre Freunde, ihre Familie und die Abenteuer die diese erleben.  

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488 Bibliotheken, 11 Leser, 2 Gruppen, 99 Rezensionen

black blade, fantasy, magie, monster, jennifer estep

Black Blade - Die helle Flamme der Magie

Jennifer Estep , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492703574
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Victor Draconi arbeitet weiterhin daran, die komplette Sinclair Familie endgültig auszulöschen und die restlichen Familien zu beherrschen. Er rechnet jedoch nicht mit Lila und ihren Freunden, die Dank des Waffenkomplotts für eine kurze Zeit sogar die Oberhand gewinnen. Doch dann schlägt Victor mit voller Macht zurück. Das Schicksal der Sinclairs und allen anderen Bewohnern von Cloudburst Falls hängt am seidenen Faden, doch Lila schmiedet mit der Hilfe ihrer Verbündeten einen alles entscheidenden Plan. 



Auf den finalen Showdown der „Black Blade“ Trilogie habe ich mich unfassbar gefreut. Bereits nach den ersten Seiten war ich wieder mitten drin in Lilas Leben. Der letzte Band schließt erneut nahtlos an seinen Vorgänger an und bietet uns Lesern alles, was das Cloudburst-Falls Herz begehrt. 

Lila, Devon und Felix haben es Dank Deahs Hilfe tatsächlich geschafft, den Großteil von Victors  dämonenblutgetränkten, magischen Waffen gegen Imitate auszutauschen. Doch auch dieser Tausch hält das Oberhaupt der Draconis nur bedingt davon ab, die Macht über die Sinclairs und alle anderen Familien zu erlangen. Mit korrupten und unfairen Mitteln gelingt es Victor einmal mehr, nicht nur die Sinclairs in arge Bedrängnis zu bringen. Lila muss ihr ganzes Geschick aufwenden, um in dieser ausweglosen Lage zu bestehen und ihre Familie ein letztes, endgültiges Mal zu retten. 

Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, wieder in Lilas Geschichte einzutauchen. Die Meisterdiebin hat sich erneut ein ganzes Stück weiterentwickelt. Aus Lila, die aus Angst vor weiteren Verlusten nie mehr eine engere Bindung eingehen wollte, ist eine starke und einfühlsame junge Frau geworden, die ihre Sinclair-Familie, allen voran Devon, über alles liebt. Um diese Familie zu verteidigen und vor Victors fiesen Machenschaften zu bewahren, geht Lila weit über ihre Grenzen hinaus. Unter keinen Umständen lässt sie es zu, dass Victor ihr nochmals die Menschen nimmt, die ihr die Welt bedeuten. So strotzt auch dieser dritte und letzte Band nur so vor Spannung und sich überschlagenden Ereignissen. Und auch wenn ich in „Die helle Flamme der Magie“ nur wenig überrascht wurde, hat dieses Finale mich komplett überzeugt. Vieles habe ich mir gewünscht und erhofft, was dann zum Glück auch genauso eingetroffen ist. 

Das Setting ist nach wie vor großartig und die von Jennifer Esteps erdachte Stadt Cloudburst Falls mit all ihren Monstern und der Magie einfach unbeschreiblich. Ich habe es sehr genossen, ein letztes Mal die verschiedensten Monster zu „treffen“, Lilas und die Kräfte der anderen in mir wirken zu lassen und einfach Zeit in dem wundervollen Städtchen zu verbringen. Ich werde Lila und alle anderen definitiv sehr vermissen, daher hoffe ich noch immer auf eine eventuelle Fortsetzung der Reihe. Wer weiß, vielleicht tut die Autorin mir und allen „Black Blade“ Fans irgendwann doch noch den Gefallen und schreibt weiter. 

Das Finale steht natürlich ganz im Fokus des alles entscheidenden Kampfes, aber dennoch kommen die zwischenmenschlichen Beziehungen keineswegs zu kurz. Auch das hat mir unglaublich gut gefallen. Lila und Devon sind ein wundervolles Paar, das einfach zusammen gehört. Hier hätte ich mir sogar noch mehr Nähe und intimere, intensivere Momente gewünscht. Und auch Deah und Felix, die auf den ersten Blick sehr unterschiedlich wirken, passen perfekt zueinander. Lila lässt ihre Gefühle viel mehr zu und versteckt sie nicht mehr, dadurch ist sie glücklicher und wirkt einiges befreiter. Lila ist reifer geworden und auch wenn sie die Vergangenheit niemals ganz loslassen wird, schließt sie mit ihr Frieden. Auch die Bindung zwischen ihr und Deah ist enger und stärker, das familiäre Band ist so fest wie nie zuvor. Auch Oscar, welchen ich von Beginn an bereits sehr mochte, hat sich noch mehr in meiner Sympathie - Skala nach oben geschlichen. Der Pixie ist einfach putzig, vor allem dann, wenn er Lilas Hals umarmt und an ihrer Seite kämpft. Auch Mo und Claudia mischen, ganz wie es sein sollte, wieder kräftig mit, sodass auch dieser dritte Band wieder ein richtiger Pageturner ist. 

Ich konnte das Buch also nie lange aus der Hand legen, weil ich so gespannt darauf war, was bis zum endgültigen Finale noch alles passiert. Jennifer Estep hat so viele tolle Ideen, welche sie in diesem letzten Band bündelt. Ihr atmosphärisch-grandioser Schreibstil sorgt für Gänsehaut – und starke Gefühlsmomente. Actionreiche Kämpfe, die viele Opfer fordern, ließen meinen Puls des Öfteren höher schlagen. So konnte ich gar nicht anders, als mich vollkommen in der Geschichte zu verlieren und gemeinsam mit Lila und ihren Mitverschwörern auf den atemberaubenden und gut durchdachten Showdown zuzusteuern. Ich bin vollkommen zufrieden mit diesem würdigen Ende, auch wenn ich wie ja bereits erwähnt, wirklich traurig bin, dass ich nun nicht mehr zu Lila und nach Cloudburst Falls zurück kehren werde. 



„Black Blade – Die helle Flamme der Magie“
von Jennifer Estep ist ein absolut perfekter Finalband, der mich komplett überzeugen und mitreißen konnte. Gewohnt schlagfertig, selbstsicher und mit einer großen Klappe, aber voller Gefühl bietet Lila ihrem größten Widersacher Victor einmal mehr Paroli. Ihre Freunde und Verbündete, sowie diverse Monster und jede Menge Magie, sorgen für großartige Herzklopfmomente und spannende Augenblicke.

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251 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 68 Rezensionen

wüste, fantasy, alwyn hamilton, liebe, jugendbuch

AMANI - Rebellin des Sandes

Alwyn Hamilton , Ursula Höfker
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei cbt, 22.08.2016
ISBN 9783570164365
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Amani wächst mitten in der Wüste in dem kleinen Örtchen Dustwalk auf. Die Menschen leben eher bescheiden, Hauptarbeitsquelle ist die dort angesiedelte große Waffenfabrik, sowie die umliegenden Mienen. Die Kinder, so auch Amani werden mit Sprengstoffkenntnissen groß und sind im Umgang mit Pistolen sehr sicher. Amani ist sogar eine hervorragende Scharfschützin, die es locker mit jedem Mann aufnehmen kann. Als Amani die Möglichkeit geboten wird, bei einem Schießwettbewerb genügend Geld zu gewinnen um Dustwalk zu verlassen, nutzt sie diese. 

Dort trifft sie auf Jin, einen geheimnisvollen Rebellen, welcher den abtrünnigen Prinz Ahmed unterstützt. Auf Grund einiger Geschehnisse, fliehen und reisen die beiden letztendlich zusammen und geraten so von einem Abenteuer ins Nächste. Sie kämpfen gemeinsam gegen magische Wesen, die Soldaten des Sultans und eine gefährliche todbringende Waffe. Und plötzlich steckt auch Amani mitten drin in dieser Rebellion, die nicht nur ihr Leben, sondern auch das Schicksal ihres Landes für immer verändern könnte. 
 


Schon allein dieses unglaublich genial gestaltete Cover, ist ein wahrer Eyecatcher und macht somit bereits sehr neugierig auf die Geschichte. Nach dem Lesen des Rückentexts war es dann endgültig um mich geschehen, ich musste "Amani - Rebellin des Sandes" von Alwyn Hamilton unbedingt haben. Selten spiegelt ein Cover den Inhalt eines Buches so perfekt wieder, wie es hier der Fall ist, sodass ich von diesem Gesamtpaket restlos begeistert bin. 

Die Geschichte beginnt recht rasant, der Leser begleitet Amani, die sich als Junge verkleidet hat zu einem Schießwettbewerb, bei welchem sie sich erhofft zu gewinnen. Mit eben diesem Geldgewinn wäre es Amani möglich, Dustwalk, das kleine Städtchen, in dem sie lebt endlich zu verlassen. Nach dem Tod ihrer Mutter wohnt Amani bei deren Bruder, seiner Frau und seinen Kindern. Dort wird sie eher geduldet als geliebt. Amanis großes Ziel ist es nach Izman auszuwandern, um dort ein besseres, mehr Frauen geachtetes Leben zu führen. Doch es kommt ganz anders als geplant, als die junge Scharfschützin auf Jin einen geheimnisvollen und extrem interessanten Rebellen trifft, welcher von den Soldaten des Sultans gejagt wird. Bedingt durch gewisse Umstände fliehen die beiden gemeinsam. Eine abenteuerliche und spannende Reise durch die weite Wüste beginnt. Seite an Seite kämpfen Amani und Jin gegen diverse magische Wesen, die alles verschlingende Hitze und eine mysteriöse, todbringende Waffe. Amani wird teil der größten Rebellion des Landes, welche in diesem ersten Band noch längst nicht ihren Höhepunkt erreicht. 

Amani findet zu sich selbst, erfährt mehr über ihre Wurzeln und darüber, was tatsächlich in ihr steckt. Auch ihre Gefühle zu Jin werden immer stärker, aber nicht nur in ihm, sondern in dem kompletten Rebellenclan findet Amani neue Verbündete und sogar Familie. 

Bereits der Einstieg in das Buch hat mir wahnsinnig gut gefallen. Ich mag es sehr, wenn eine Geschichte gleich spannend los geht und man sich als Leser(in) mitten in einem Geschehen wiederfindet. Natürlich ist es wichtig, dass man nach und nach trotzdem in die Begebenheiten eingeführt wird, was bei Alwyn Hamiltons Auftakt definitiv der Fall ist. So schaffte es die Autorin auch sofort mich zu packen und zu fesseln. Dies hatte natürlich zur Folge, dass ich am Liebsten nur noch gelesen hätte, da "Amani" eine ungeheure Sogwirkung auf mich ausübte. 

Das Wüsten-Setting ist ebenfalls großartig und bietet viele interessante Möglichkeiten, welche Frau Hamilton auch reichlich ausschöpft. Magische Wesen wie die Djinn, Buraqi (verzauberte Wüstenpferde), Nachtmahre, Ghule, Erstwesen und Halbmenschen, mit den unterschiedlichsten magischen Fähigkeiten, Sagengestalten und weitere Mythen ließen mein Fantasy-Herz höher schlagen. Der komplette Aufbau des Buches, das Tempo, sowie die große menge an Magie trafen meinen Lesegeschmack zu Hundertprozent. Hinzu kommt Alwyn Hamiltons fantastischer Schreib - und Erzählstil, der den Roman wirklich zu etwas Besonderem macht. Ihre entworfene Welt ist schön detailreich und liebevoll gestaltet. Ich hatte stets das Gefühl, mitten drin im Geschehen zu sein, anstatt dieses nur von außen zu betrachten. Die Autorin nimmt ihre Leser bei der Hand und entführt diese in ihre magische, atemberaubende Welt, die so voller Geheimnisse und Ideenreichtum steckt, einen gefangen nimmt und einfach nicht mehr loslässt. Die unterschiedlichsten Wesen haben mich definitiv beeindruckt, allen voran die Wüstenpferde, die nur von Frauen gejagt werden können und mit Zuhilfenahme der Hufeisen zu Pferden aus Fleisch und Blut werden. 

Auch die Spannung kommt keineswegs zu kurz, ganz im Gegenteil. "Amani" ist nicht nur eine Fantasygeschichte, denn hinter dem Roman verbirgt sich noch so viel mehr. Politische Geschehnisse prägen das Gesamtbild des Wüstenlandes ebenso sehr. Der derzeit herrschende Sultan unterdrückt sein Land und führt es mit Härte und Gewalt. Ahmed der Rebellen-Prinz und seine Verbündeten suchen gemeinsam einen Weg, um den Herrscher zu stürzen. Kleine Weichen hierzu werden in diesem ersten Band auch bereits gelegt.

Die Charaktere sind ebenfalls hervorragend, absolut authentisch und liebevoll gestaltet. Allen voran Protagonistin Amani, die ihr Herz auf der Zunge trägt und es faustdick hinter den Ohren hat. Ich mochte ihre Art zu denken, ihren Kampfgeist, ihren Mut, ihren Starrsinn und wie sie die Welt und die Magie um sich herum wahrnimmt. Jin ihr männlicher Gegenpart ist ebenfalls absolut umwerfend. Ihn umgibt eine mystische Aura, er ist charmant, witzig, stark, gut aussehend, kurz um ein Mann zum Verlieben. Er und Amani harmonieren großartig miteinander, da sie sich auf Augenhöhe begegnen. Sie sind beide recht schlagfertig und somit absolut ebenbürtig. Dennoch sind sie sich längst nicht immer in allem einig, was die Atmosphäre um sie herum des Öfteren zum Knistern bringt. Auch wenn die Liebesgeschichte einen größeren Teil des Buches einnimmt, ist diese nur ein Teil des großen Ganzen, auch das hat mir ausgesprochen gut gefallen. Überraschende Wendungen und unvorhergesehene Ereignisse trugen ebenfalls dazu bei, das ich bestens unterhalten wurde.

Ich freue mich unfassbar auf die Fortsetzung und bin sehr gespannt, wie es mit Amani, Jin und den Rebellen weiter geht. 



"Amani - Rebellin des Sandes"
vom Alwyn Hamilton ist ein erstklassiger Fantasyroman, der mit einem gigantischen Setting, den unterschiedlichsten magischen Wesen, einer menge Phantasie, einer spannenden, politisch geprägten Handlung und wundervollen Charakteren aufwartet. Fantasy-Fans, und auch solche die es noch werden wollen, kommen hier voll auf ihre Kosten. 

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1.229 Bibliotheken, 34 Leser, 2 Gruppen, 234 Rezensionen

dystopie, flawed, cecelia ahern, jugendbuch, fehlerhaft

Flawed – Wie perfekt willst du sein?

Cecelia Ahern , Anna Julia Strüh , Christine Strüh
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 29.09.2016
ISBN 9783841422354
Genre: Jugendbuch

Rezension:



"Ich bin ein Mädchen, das auf klare Definitionen steht, auf Logik, auf Schwarz oder Weiß. Vergesst das nicht. 
(Seite 9)

Mit jedem Fehler, den man macht, erfährt man mehr über sich und die Welt. (Seite 372)
 


Die 17-jährige Celestine führt ein behütetes, perfektes Leben. Sie ist hübsch, begabt, ein Mathegenie und hat einen liebevollen und fürsorglichen Freund. Sie lebt in einer Welt, in der die Menschen nach absoluter Perfektion streben. Diejenigen die auffallen und sich nicht stets korrekt und gesetzestreu verhalten, werden verurteilt und als "fehlerhaft" gebrandmarkt.

Celestine achtet sehr darauf, sich immer vorbildlich zu verhalten, sie ist glücklich und möchte dieses Glück für nichts riskieren. Eines Tages handelt die junge Frau aber doch nach Bauch - und Mitgefühl und bricht damit eine ganz entscheidende Regel. In diesem Moment ändert sich Celestines Leben von Grund auf, sie gibt aber nicht klein bei, und so nimmt ihr Schicksal seinen Lauf.
 


Davon, dass Cecelia Ahern wunderschöne, gefühlvolle und spannende Geschichten schreibt, konnte ich mich schon des Öfteren überzeugen. Um so größer war meine Vorfreude auf "Flawed - Wie perfekt willst du sein" ihren ersten All-Age-Roman. Um es gleich vorwegzunehmen, die Autorin konnte mich vollkommen überzeugen, ich bin absolut begeistert von diesem ersten Band. 

Zunächst lernt der Leser Celestine North und ihr wirklich perfektes Leben kennen. Sie ist rund um glücklich, lebt in einer behüteten und wohlhabenden Familie, wird geliebt und in allem was sie tut unterstützt. Ihr Freund Art ist der Sohn des hiesigen Richters und Oberhaupts der Gilde, welche für Ordnung und für die "gerechte" Bestrafung der Fehlerhaften sorgt. Celestine die auch privat sehr viel Zeit mit Richter Crevan verbringt, hält diesen für nett, herzlich und seine Werte und Richtlinien für einwandfrei. Nie kommt die junge Frau auf den Gedanken, an der Gilde und an den rechtmäßig bestraften Fehlerhaften zu zweifeln. Doch als plötzlich ihre Klavierlehrerin, Nachbarin und gute Freundin ihrer Eltern gebrandmarkt wird, regen sich in ihr die ersten Bedenken. 

Celestine ist von Beginn an ein sehr mitfühlender und liebenswerter Charakter, trotz ihres Wohlstandes ist sie weder eingebildet noch hält sie sich für etwas besseres. Im Gegenteil, Celestine möchte nicht auffallen, sondern sich als wertvolles Mitglied in der Gesellschaft mustergültig eingliedern. Als sie eines Tages in einer Situation steckt, in der sie sich gegen ihren Gerechtigkeitssinn stellen und heraus halten sollte, übernimmt ganz automatisch ihre Menschlichkeit und ihr Mitgefühl die Kontrolle. Celestine handelt aus dem Bauch heraus und wie jeder Mensch mit Herz es tun würde. Doch da sie somit einem Fehlerhaften hilft, verstößt sie gravierend gegen das Gesetz der Gilde. Celestine wird verurteilt und mehrfach gebrandmarkt. Richter Crevan, bisher einer ihrer größten Fürsprecher, ist mehr als nur enttäuschst von Celestine und geht von diesem Augenblick an mit größter Härte gegen die Freundin seines Sohnes vor, sein wahres Gesicht offenbart sich. 

Von diesem Zeitpunkt an überschlagen sich die Ereignisse. In der kurzen Zeit ihres Gefängnisaufenthaltes lernt Celestine den geheimnisvollen, ebenfalls Fehlerhaften Carrick kennen. Sie fühlt sich mit ihm auf eine ganz besondere Weise verbunden, denn Carrick steht ihr in ihren schlimmsten Stunden bei, und dies obwohl die beiden die meiste Zeit eine Glaswand trennt. Celestines Leben ändert sich komplett. Als Fehlerhafte bekommt sie einen Whistleblower an ihre Seite gestellt, der sie täglich überwacht. Sie muss sich an Ausgangssperren halten, darf nur noch bestimmte Nahrung zu sich nehmen, und muss stets gut sichtbar für alle ihre Armbinde, welche sie als Fehlerhafte kennzeichnet, tragen. Einige der Widerstandsgruppen hingegen sind von Celestine, ihrem Mut und ihrer Tatkraft begeistert. Auch die Medien reißen sich plötzlich um sie und folgen ihr auf Schritt und Tritt. Ihr Schulaufenthalt gestaltet sich zu einem täglichen Spießrutenlaufen und ihr Freund Art ist für längere Zeit untergetaucht. Celestine durchlebt eine schreckliche Zeit und doch reift sie in dieser unglaublich, sie beginnt noch mehr zu hinterfragen und ihr wird schnell klar, dass sich die Welt und die Gesetzte wieder grundlegend ändern müssen, nicht nur zu ihrem, sondern auch zum Wohl Aller. Einige Menschen treten in ihr Leben, die es vermeintlich gut mit ihr meinen. Celestine ist allerdings sehr vorsichtig und vertraut außer ihrem Großvater niemandem vollkommen. Sie ist ein tolles Mädchen, das nicht aufgibt, kämpft, sich vollkommen treu bleibt, aber dennoch auch sehr verändert.

Am liebsten hätte ich das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand gelegt, so gebannt und gefesselt war ich von Celestine und ihrer Geschichte. Die Grundidee ist nicht mehr wirklich neu, aber dennoch so großartig ausgearbeitet und absolut realistisch dargestellt. Die Konflikte die sich auftun, nach dem Celestine verurteilt wird, sind ebenfalls hervorragend ausgefeilt und authentisch beschrieben. Das Verhältnis zu ihrer Schwester Juniper und natürlich auch zu Art ihrem Freund ändert sich drastisch. Besonders gut fand ich es aber, dass Celestines Eltern immer zu ihrer Tochter stehen, sie weiterhin genauso lieben wie zuvor, sie unterstützen und sie bis auf´s Blut verteidigen. Der Fokus liegt natürlich sehr auf der Rebellion und der Veränderungen, die Celestines Brandmarkung mit sich bringt. Aber auch die zwischenmenschlichen Beziehungen und Konflikte stehen sehr stark im Vordergrund, was ich absolut großartig finde. Dadurch bekommt der Roman sehr viel Tiefe und Echtheit. 

Sämtliche Charaktere sind ebenfalls sehr gut gezeichnet, und typisch Cecelia Ahern, ebenso echt und realistisch. Gegen gewisse Personen, allen voran Richter Crevan und Mary May verspürte ich sogleich eine absolute Abneigung, bei anderen Charakteren hingegen war ich mir oft nicht sicher, und diese konnten mich zum Teil dann auch wirklich überraschen. Die Liebesgeschichte zwischen Art und Celestine und auch die Beziehung zu Carrick sind zwar wichtig, nehmen aber auch nicht zu viel Raum ein. Auch hier bin ich definitiv gespannt, wie es weiter geht.

Das Grundthema des Romans, dass es eben gerade unsere Fehler sind, die uns menschlich machen, zog sich wie ein roter Faden durch die komplette Story. Das Ende ist grandios und macht so unbändige Lust auf den Folgeband, auf welchen ich zum Glück nicht lange warten muss, da dieser bereits im November 2016, also bereits nächsten Monat erscheint. 



Wer hervorragend ausgearbeitete Dystopien mit einem realistischen Zukunftsszenario mag, sollte unbedingt zu "Flawed - Wie perfekt willst du sein" von Cecelia Ahern greifen. Die Geschichte ist fesselnd und mitfühlend, die Charaktere interessant und vielschichtig, allen voran Celestine, mit der ich total mitfiebern und die ich vollkommen verstehen konnte. Für mich ganz großes "Kino" und auf jeden Fall ein Jahreshighlight 2016.

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167 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

liebe, wasser, feuer, elemente, erde

Himmelstiefe

Daphne Unruh
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Loewe, 19.09.2016
ISBN 9783785585658
Genre: Jugendbuch

Rezension:




Kira hofft darauf, dass ihr letztes Schuljahr möglichst schnell vorübergeht, sie ihr Abi besteht, um dann endlich ins Ausland zu reisen und frei zu sein. Kiras Eltern sind sehr wohlhabend, der Vater ein erfolgreicher Unternehmer, die Mutter ein Exmodel. Kira sind Luxus, ein großes Zimmer und teure, stylische Klamotten ziemlich egal. In der Schule ist sie eher eine Außenseiterin, nur ihre beste Freundin Luisa und Tim, welcher neu an der Schule ist, bedeuten der jungen Frau eine Menge. Tim hat auf Kira im wahrsten Sinne des Wortes eine umwerfende Wirkung. In seiner Gegenwart befallen Kira plötzlich Fieberanfälle, sie bekommt Visionen und trifft des Öfteren auf mysteriöse Schattenwesen, welche nichts Gutes im Sinn zu haben scheinen. 

Als Kira ein weiteres Mal vor diesen flieht, gelangt sie in den Untergrund von Berlin und von dort aus durch das Abwassersystem in eine magische Welt. An der „Akademie der Elemente“ erfährt Kira zum ersten Mal davon, dass sie außergewöhnliche Kräfte besitzt. Sie wird Mentor Jerome zugeteilt,  Engel Neve kümmert sich zunächst um Kiras Belange und auch der feuerbegabte Leo scheint Interesse an ihr zu haben. Wem kann Kira wirklich vertrauen? Wer meint es tatsächlich ehrlich mit ihr?
 


Ich bin ein wirklich großer Fan von gut durchdachten, spannenden und toll erzählten Fantasy-Büchern, daher freute ich mich sehr auf „Himmelstiefe“ den ersten Band der Tetralogie von Daphne Unruh. Ich wurde auch keineswegs enttäuscht, ganz im Gegenteil, ich habe es sehr genossen, das erste Buch rund um Kira und die „Akademie der Elemente“ zu lesen. 

Die Geschichte spielt zunächst in Berlin. Der Leser lernt Kira, ihre Eltern, ihr schulisches Umfeld,  ihre beste Freundin Luisa sowie Chat-Freundin Atropa kennen. Am ersten Tag nach den Ferien startet die junge Frau in ihr allerletztes Schuljahr, das Abitur steht an und im Anschluss daran wartet, wenn es nach Kira geht, die große Freiheit auf sie. Tim, welcher neu an Kiras Schule ist, verdreht ihr allerdings gehörig den Kopf und bringt sie mächtig ins Schwitzen. In seiner Nähe bekommt Kira plötzlich heftige, unerklärliche Fieberschübe. Außerdem hat Kira immer wieder Visionen und trifft mehr als einmal auf seltsame Schattenwesen. Diese ersten mysteriösen Ereignisse machten mich unglaublich neugierig auf den weiteren Verlauf. Als Kira sich nach einer spektakulären Flucht vor den Schattenwesen in der magischen Welt wiederfindet, wollte ich das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen.

Daphne Unruh hat eine großartige Welt geschaffen, die absolut plausibel und trotzdem schön mystisch und geheimnisvoll ist. Es gelang mir sogleich, die „Blase“, in welcher die „Akademie der Elemente“ ist, sowie die Welt ringsherum vorzustellen. Ich finde die Idee der einzelnen Durch – und Übergänge für die entsprechenden Elemente richtig genial. Mir gefällt die fantastische Atmosphäre und die Wesen, welche die Durchgänge bewachen, sowie die leuchtende und schillernde Farbenpracht, die auf der magischen Seite vorherrscht. Außerdem finde ich es mehr als großartig, dass die fünf Elemente sowie die damit verbundenen Kräfte im Vordergrund stehen. Dennoch war ich ebenso wie Kira sehr vorsichtig, wem man wirklich vertrauen konnte. Auf Grund Kiras unterschiedlicher Talente, haben mehrere Personen Interesse an ihr. Bei einigen war ich mir relativ sicher, dass diese es tatsächlich gut mit ihr meinen und sie von ganzem Herzen mögen, bei anderen war ich von Anfang an zu Recht skeptisch.

Ebenso mochte ich es total gerne, wie Kira langsam in ihre Kräfte hineinwächst und wie sie diese immer mehr beherrscht. Extrem gestört hat mich an ihr allerdings, dass sie immer wieder aus Situationen flüchtet. Es gibt einen Streit, Kira hat Angst, oder sie versteht etwas falsch, da dauert es nicht lange, bis sie einfach abhaut, sprich sie läuft davon und lässt ihr Gegenüber stehen. Diese Momente gibt es leider oft und selten lernt Kira aus den vergangenen Fehlern. Hier hoffe ich auf eine standfestere und in dem Punkt erwachsenere Kira in den Folgebänden. 

Zu den anderen Charakteren möchte ich gar nicht viel sagen, denn ansonsten wird schnell klar, wer mir sympathisch ist und wen ich auf Grund seines falschen Verhaltens weniger bis gar nicht mag, womit ich euch in diesem speziellen Fall zu sehr spoilern würde. Die Autorin hat alle Charaktere sehr gut und authentisch ausgearbeitet. Sie sind extrem facettenreich, was ein weiterer absoluter Pluspunkt ist. Die für ein Jugendbuch oft typische Dreiecksgeschichte findet in "Himmelstiefe" ebenso ihren Platz. Diese hat mich allerdings nicht sehr gestört, vor allem da Daphne Unruh hier ein sehr passendes Ende gefunden hat. 

Der Schreibstil der Autorin ist wirklich angenehm, sie erzählt sehr fesselnd und mitreißend. Ich konnte mir alles bildlich gut vorstellen, aber dennoch meiner Fantasie freien Lauf lassen. Die Story entwickelt einen richtigen Sog, ist kontinuierlich spannend und gipfelt in einem tollen Showdown. Immer wieder geschahen Dinge, die ich nicht erwartet habe, auch das gehört für mich zu einem guten Buch dazu.

Ein großes Stück weit ist der erste Band sogar in sich abgeschlossen, aber dennoch macht das Ende absolut neugierig auf den zweiten und natürlich auch auf die weiteren Bände, auf welche ich mich schon richtig freue. 



Mit dem ersten Band "Himmelstiefe" aus ihrer "Zauber der Elemente Reihe" hat Daphne Unruh einen wundervoll, fantastischen Roman geschaffen, der mich definitiv begeistern konnte. Ich finde es großartig, wie sehr die fünf Elemente im Fokus stehen und wie sich daraus eine tolle und sehr spannende Geschichte entwickelt. Einzig Kiras davonlaufen in schwierigen Situationen ließen mich hin und wieder mit den Augen rollen. Dennoch fiebere ich "Schattenmelodie" bereits entgegen, sodass ich den zweiten Band sicher sehr bald lesen werde.

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224 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 59 Rezensionen

demon road, derek landy, vampire, dämonen, roadtrip

Demon Road - Hölle und Highway

Derek Landy , Ursula Höfker
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Loewe, 19.09.2016
ISBN 9783785585085
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Das Leben von  Amber verändert sich schlagartig, als sie herausfindet, dass in ihr ein Dämon steckt. Kurz nach ihrem 16. Geburtstag wurden Ambers Kräfte aktiviert, nach ein wenig Übung kann sich der Teenager recht schnell auch kontrolliert verwandeln. Dennoch bringt ihr neues Wesen Ambers Gefühlswelt  ziemlich durcheinander. 

Als Amber eher zufällig erfährt, dass ihre Eltern samt deren dämonischer Freunde sie töten wollen, hat der Teenager nur noch einen Gedanken, fliehen! Unerwartete Hilfe erhält sie von Imelda und deren Bekannten Milo. Mit ihm gelingt ihr tatsächlich die Flucht und eine spannende, sehr skurrile Reise um das nackte Überleben beginnt. 



Demon Road - Hölle und Highway“ ist mein erstes Derek Landy Buch, da ich seine Skulduggery Pleasant Reihe zwar vollständig besitze, aber tatsächlich noch nicht gelesen habe. Dementsprechend war ich auch sehr gespannt, was mich in Herrn Landys neuestem Werk erwarten würde. Der Inhalt des Buches klingt auch sehr verlockend und interessant, sodass ich einer spannenden und ungewöhnlichen Geschichte ins Auge blickte. Der Einstieg ist auch gleich sehr mitreißend und extrem vielversprechend, da es sofort gut zur Sache geht. Der Leser lernt Amber kennen und wird sogleich damit konfrontiert, dass sie zum einen eine dämonische Seite hat, und zum anderen in höchster Lebensgefahr schwebt. Ihre Eltern samt engster Freunde, ebenfalls Dämonen, haben nach Ambers Aktivierung nur noch ein Ziel, sie wollen sie töten und aufessen, denn nur dadurch bleiben ihre Kräfte erhalten und werden stärker. 

Dank Imeldas Hilfe die endgültig genug davon hat, ihre und die Kinder ihrer „Freunde“ zu töten, gelingt Amber die Flucht. Gemeinsam mit Milo, welcher wiederum von Imelda engagiert wurde, macht sich die junge Dämonin auf ihr Leben zu retten. Dabei trifft sie unter anderem auf den „Leuchtenden Dämon“, mit welchem sie einen Pakt schließt. Einmal in der Welt des Übernatürlichen angekommen, offenbaren sich Amber immer mehr Gestalten und Wesen, an deren Existenz sie bisher nie einen Gedanken verschwendet hat. Auf der Fahrt entlang der „Demon Road“ erleben die Beiden, zusammen mit Glen, der sich im Lauf der Zeit als weiterer Verbündeter und Freund entpuppt, die unterschiedlichsten, oft sehr skurrilen und zum Teil auch wirklich abgedrehten Abenteuer.

Auch wenn mir diese manchmal schon etwas zu verrückt waren, konnte ich mich dennoch darauf einlassen. Trotzdem hatte ich beim Lesen ständig das Gefühl, von einer Erzählung in die nächste gezogen zu werden. Ein Ereignis oder Problem war gerade abgehandelt, schon stand ein weiteres an. Im Prinzip ist dies auch gar nicht schlecht, weil so eigentlich keine Langeweile aufkommen sollte, dennoch hat mir hier der rote Faden gefehlt. Für mich hat es sich viel mehr so angefühlt, als würde ich lauter Kurzgeschichten lesen, und das obwohl die Flucht und die Verfolgung durch Ambers Eltern allgegenwärtig sind. Diese Tatsache machte es mir unmöglich in einen angenehmen Lesefluss zu verfallen, was echt schade ist, weil „Demon Road“ wirklich viel Potential hat. Außerdem gibt es recht viele Dialoge, die den Roman ebenfalls in die Länge ziehen, auch wenn mich diese zum Glück nur bedingt gestört haben. Dass es oft recht brutal zur Sache geht, dürfte wahrscheinlich jedem klar sein, da Dämonen und all die Kreaturen der Unterwelt alles andere als süße Schoßhündchen sind. Zartbesaitete sollten daher vorgewarnt sein.

Mit Amber hingegen wurde ich recht schnell warm, auch wenn sie typisch Teenager, oft sehr sprunghaft ist und ihre Gefühle des Öfteren übersprudeln. Manchmal konnte ich ihr Handeln nicht nachvollziehen, vor allem dann, wenn sie sich kopflos in etwas stürzt und zu übereilt handelt. Dennoch hat sie ein großes Herz und folgt diesem öfter als ihrem Verstand, was sie wiederum absolut sympathisch macht. Milo ist sehr geheimnisvoll, oft mürrisch und schweigsam, was ihn für mich aber gerade deshalb irgendwie extrem interessant werden lies. Er hat eine spezielle Vergangenheit, genau durch diese ist er aber der beste Begleiter, den Amber sich nur wünschen kann. Zusammen mit seinem Fahrzeug dem Charger, welches ebenfalls eine wichtige Rolle in der Geschichte spielt, verteidigt er Ambers Leben im wahrsten Sinne des Wortes bis aufs Blut. Glen ist meist ein sehr nerviger Charakter, allerdings sorgt er aber für so manchen Lacher und lockert so die angespannte Atmosphäre oft auf. Ambers Eltern sowie deren Partner sind sehr alt und wurden so im Laufe der vielen Jahre immer bösartiger und skrupelloser, ich konnte sie überhaupt nicht leiden. Aber dennoch sind sie definitiv sehr interessante Wesen, die Derek Landys Roman Würze verleihen.  


Im Showdown kommt es zu einem kleinen Finale, das Amber nochmals viel abverlangt. Aus diesem geht sie allerdings auch gestärkt hervor, sodass der Folgeband sicher einiges zu bieten hat.



Derek Landy
hat mit "Demon Road - Hölle und Highway" einen sehr speziellen Roman geschaffen, der mit Sicherheit polarisieren, seine Kritiker aber auch Fans finden wird. Die Geschichte ist sehr abgedreht, skurril, verrückt, interessant und definitiv alles andere als Mainstream.

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759 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 92 Rezensionen

jugendbuch, dystopie, fantasy, das juwel, liebe

Das Juwel - Die weiße Rose

Amy Ewing , Andrea Fischer
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 25.08.2016
ISBN 9783841422439
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Violet, Ash und Raven sind auf der Flucht, nach dem sie es dank der Hilfe von Lucien und Garnet geschafft haben, aus dem Juwel zu entkommen. Violet lässt somit ihr Leben als Surrogant endgültig hinter sich und schließt sich den Rebellen und Luciens Plänen, den Adel zu stürzen an.

Nach einer turbulenten und spannenden "Reise", bei welcher die kleine Gruppe dem Adel bzw. deren Soldaten immer nur knapp einen Schritt voraus ist, kommen die Ausreißer an ihrem vorläufigen Ziel, einem alten, sehr gemütlichen und gut versteckten Farmhaus an. Dort trifft Violet zum ersten Mal auf die geheimnisvolle Sil und entdeckt dank ihr wie stark und einzigartig ihre Gabe wirklich ist. Doch reicht diese aus, um tatsächlich etwas bewirken zu können? Gemeinsam mit den anderen Verbündeten fassen die Freunde einen mutigen Entschluss.



Ich habe den ersten Band des "Juwels" geliebt, und so fieberte ich der Veröffentlichung von "Das Juwel - Die weiße Rose" sehr entgegen. Die Fortsetzung schließt auch nahtlos an den Vorgängerband an. Da dieser mit einem sehr spannenden und fiesen Cliffhänger endet, geht es auch sofort dramatisch, traurig und mitreißend weiter. Dank Luciens Plan und Garnets beherztem eingreifen, schaffen es Violet und Ash auch tatsächlich aus dem "Haus am See" zu entkommen. Kurze Zeit später stoßen sie auf Raven, die für tot gehalten, kurzer Hand entsorgt wurde. Ich war sofort wieder mitten drin im Geschehen und fieberte gemeinsam mit Violet und den anderen der Flucht und den damit verbundenen Änderungen entgegen. Amy Ewing hat es geschafft, mich sofort wieder an ihre Geschichte zu binden. Die ereignisreichen Momente zu Beginn des ersten Drittels konnten mich vollkommen begeistern. Violet, Raven und Ash, treffen unterwegs immer wieder auf Helfer, die einem ganz speziellen Geheimbund angehören, auch dies hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Als die Freunde an ihrem Zufluchtsort einem gut versteckten Farmhaus ankommen und vorläufig in Sicherheit sind, lies auch die Anspannung in mir nach. Violet lernt die auf den ersten Blick sehr schroffe und etwas herrische Sil kennen. Doch umso mehr sie von der alten Frau erfährt, umso mehr versteht sich Violet mit ihr. Sil ist es auch, die Violet dabei hilft, ihre Gabe vollkommen anders einzusetzen. Die Auspizien gehören somit der Vergangenheit an. Violet erlebt zum ersten Mal, wie vielfältig und besonders ihre Kräfte sind und wie schön es ist, beim Ausüben dieser keinerlei Schmerzen zu haben. Violet ist zum einen sehr froh, dass Ash und vor allem auch Raven nicht mehr in unmittelbarer Gefahr schweben, dennoch ruht sie sich nicht lange aus, da sie nicht nur die Surrogant sondern auch alle anderen, vom Adel Unterdrückten befreien will.

Ab diesem Zeitpunkt plätschert die Geschichte dann allerdings sehr dahin. Natürlich ist es weiterhin schön zu beobachten, wie sich nicht nur Violet sondern auch die traumatisierte Raven wieder erholen und zu Kräften kommen und wie die Pläne der Rebellen voranschreiten. Dennoch fehlte mir hier die Sogwirkung des ersten Bandes. "Die weiße Rose" ist so ein typischer Mittelband, der auf einen phänomenalen letzten Band zusteuert. Denn das Ende dieses Bandes lies mich dann doch etwas geschockt und sprachlos zurück.
Mit am meisten gefallen hat mir Garnets Wandlung. Dieser hatte sich ja bereits in "Die Gabe" oft gegen die Herzogin aufgelehnt, doch jetzt sieht er die Welt und vor allem auch die Surrogant mit ganz anderen Augen. Außerdem mochte ich es sehr gerne, dass Violet und Ash sich nicht mehr zu verstecken brauchen, die beiden sind ein Paar, was der Rest der kleinen Truppe auch so akzeptiert. Auch in Luciens Vergangenheit und in sein Leben bekommt der Leser weitere Einblicke, was ebenfalls sehr interessant ist. Die Nebencharaktere sind definitiv auch eine Bereicherung für die Geschichte, hier bin ich mir ziemlich sicher, dass wir von diesen noch so einiges erwarten dürfen. 

Amy Ewings Schreibstil ist gewohnt großartig, leicht verständlich, schön bildlich aber nicht zu übertrieben ausschweifend. So liest sich auch dieses zweite Buch sehr schnell. Auch das wundervolle, geradezu fantastische Cover muss ich noch lobend erwähnen. Der oder die Coverdesignerin hat hier absolut grandiose Arbeit geleistet.
Wie ja bereits geschrieben, ist das Ende absolut genial und so sehne ich dem Finale bereits jetzt entgegen, auch wenn ich darauf leider noch eine Weile warten muss.



Mit "Das Juwel - Die weiße Rose" ist Amy Ewing ein solider, guter Zwischenband gelungen, der allerdings nicht ganz an die Einzigartigkeit und Besonderheit seines Vorgängers anknüpfen kann. Dennoch habe ich Violet und ihre Freunde gebannt auf ihrer Flucht begleitet und voller Freude beobachtet, wie sich Violets außergewöhnliche Gabe weiter entfaltet hat.  

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204 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 38 Rezensionen

dystopie, evolution, zukunft, roboter, abenteuer

Evolution - Die Stadt der Überlebenden

Thomas Thiemeyer
Fester Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Arena, 04.07.2016
ISBN 9783401601670
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Lucie
und Jem wollen gemeinsam mit weiteren Jugendlichen an einem Schüleraufenthalt in den USA teilnehmen. Die Teenager freuen sich auf dieses Abenteuer, doch was dann geschieht, damit hätten sie in ihren kühnsten Träumen nicht gerechnet. Nach einigen Turbulenzen muss ihr Flugzeug in Denver notlanden. Die knapp dreihundert Passagiere trauen ihren Augen kaum, als sie die völlig von Pflanzen überwucherte, beschädigte Landebahn und das nicht weniger zugewachsene Flughafengebäude betreten. Die Natur hat sich ihren Platz zurück erobert. Es sind weit und breit keinerlei Menschen zu sehen, dafür umso mehr zum Teil sogar mutierte, veränderte Tiere. Diese verhalten sich gegenüber der großen Reisegruppe zunächst friedlich, doch dann schlägt die Stimmung um. Was ist geschehen? Warum benehmen sich die Tiere plötzlich so feindselig ihnen gegenüber? Es scheint beinahe so, als hätten sich diese gegen die Neuankömmlinge verschworen.   

Eine kleine Gruppe von 3 Erwachsenen und einigen Jugendlichen, unter anderem Jem und Lucie, schließen sich zusammen, um die Gegend zu erkunden sowie nach Hilfe und Hinweisen zu suchen. Doch was sie letztendlich herausfinden, übersteigt beinahe ihre Vorstellungskraft. 



Ich bin ein absoluter Fan der Bücher von Thomas Thiemeyer. Sein Schreibstil ist großartig, ich liebe die Art wie er Geschichten erzählt und seinen Protagonisten Leben und Persönlichkeit einhaucht.  „Evolution – Die Stadt der Überlebenden“ bildet hier keine Ausnahme. Gleich zu Beginn lernen die Leser seine beiden Protagonisten Jem und Lucie kennen. Die Zwei verpassen beinahe ihren Flug in die USA. Gemeinsam mit einigen anderen Jugendlichen nehmen sie an einem Schüleraustausch teil. Ihr Zuspätkommen verursacht sogleich die ersten Streitigkeiten und so startet „Evolution“ bereits turbulent. Genauso geht die Geschichte auch weiter, denn nach einigen Stunden Flug gibt es erneut Schwierigkeiten ganz anderer Art. Der Pilot ist gezwungen das Flugzeug auf dem Denver Airport notzulanden, was ihm zum Glück auch gelingt. Die knapp dreihundert Passagiere haben ohne größere Blessuren oder Verletzungen überlebt. Doch was sie nach dem Ausstieg aus dem Flugzeugwrack zu sehen bekommen, verschlägt ihnen buchstäblich die Sprache. Sowohl die Landebahn als auch das nahegelegene Flughafengebäude sind von Pflanzen überwuchert. Auf den ersten Blick wirkt alles sehr alt und verschlissen. Menschen scheint es weit und breit keine zu geben, dafür ist die Flora und Fauna umso vielfältiger. Dutzende verschiedene, zum Teil auch sehr veränderte Tierarten sowie Pflanzen scheinen friedlich beieinander zu leben. Die Tiere zeigen keinerlei Ängste vor den Gestrandeten, sind diesen allerdings zunächst auch nicht feindlich gestimmt. 

Als sich eine kleine Gruppe unter Anführung des Kapitäns auf den Weg macht, um zunächst die nähere Umgebung und später auch die Innenstadt zu erkunden, schließen sich Jem und Lucie bereitwillig an. Neuartige Technologien und spannende Entdeckungen lassen recht bald darauf schließen, dass das Flugzeug keineswegs in der Steinzeit gelandet ist. Zunächst können die Überlebenden dies kaum fassen, doch als diese nach und nach herausfinden was wirklich passiert ist, machen sich die Freunde die Neuentdeckungen schnell zunutze. Der dunkelhäutige Jem, mit der abwechslungsreichen und nicht ganz einfachen Kindheit, der auch bereits das eine oder andere krumme Ding gedreht hat, und die etwas verschrobene aber umso liebenswertere Lucie, mochte ich vom ersten Moment an sehr gerne. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, mit den Protagonisten und den anderen Jugendlichen, bestehend aus dem Besserwisser Marek, der stylischen Katta, der sportlichen Bogenschützin Zoe, sowie den Computer, Spiele und Techniknerds Paul, Arthur und Olivia auf Entdeckungstour zu gehen und Thomas Thiemeyers fantastisch erdachte, dystopische Welt zu erkunden. Der Autor beschreibt gewohnt bildlich und sehr anschaulich, sodass sich in meinem Kopf schnell farbenprächtige Bilder entwickelt haben. Ich konnte mir die Umgebung bestens vorstellen und so bestaunte ich gemeinsam mit Jem und Lucie was sich mir bot. 

Die Stimmung kippt allerdings und wird um einiges düsterer, als sich die Tierwelt auf einmal und sehr gewaltvoll gegen die kleine Gruppe wendet. Plötzlich werden diese regelrecht attackiert, es scheint beinahe so, als würden die Lebewesen von einer unsichtbaren Macht gelenkt. Doch wer oder was steckt dahinter? Das werde ich an dieser Stelle natürlich nicht vorwegnehmen und ich rate euch auch dringend, lest weder den Rückentext noch anderweitige zu ausführliche Inhaltsangaben. Denn hier wird euch einfach viel zu viel vorweggenommen, dies wiederum nimmt euch die Spannung. Da ich Bücher immer ohne Schutzumschlag lese, welcher bei „Evolution“ besonders toll gestaltet ist, wusste ich tatsächlich vorab nicht, was genau geschehen ist, und was all diese Veränderungen mit sich brachte. Und dies war auch gut so, da ich mich so wirklich überraschen lassen konnte. 

Das komplette Setting und somit auch die Welt die Thomas Thiemeyer geschaffen hat, fand ich großartig und beängstigend zugleich. Der Autor spricht aktuelle Themen, unter anderem die Klimaerwärmung und den Umgang der Menschen mit der Natur an. Er mixt diese mit seiner ideenreichen Vorstellungskraft und schafft so eine wirklich spannende Geschichte, die man ungern  aus der Hand legen mag. Er zeigt uns auf, wie anpassungs - und - lernfähig wir Menschen sind, aber auch wie viel Zerstörungskraft in uns liegt. Die Leidenschaft welche der Autor besonders zu Science Fiction Filmen aber auch zu Computerspielen hegt, bleibt dem aufmerksamen Leser sicher ebenfalls nicht verborgen. Bestes Beispiel hierfür ist M.A.R.S ein Roboter mit Herz und Verstand, den ich ebenfalls absolut großartig fand. Je weiter die Story voranschritt, umso faszinierender aber auch gruseliger wurde sie. Es passieren mysteriöse Unfälle und die zunächst so entspannt wirkende „botanische Garten Atmosphäre“ weicht einer weitaus dunkleren und bedrohlicheren. 

Da es sich bei „Evolution – Die Stadt der Überlebenden“ um den ersten Band einer Trilogie handelt, befürchtete ich für das Ende bereits das Schlimmste. Es gibt auch einen kleinen Cliffhänger, welcher allerdings nicht allzu fies ist. Dennoch bin ich unfassbar gespannt darauf wie es weiter geht, denn besonders ein Ereignis am Schluss macht mich sehr neugierig auf die Fortsetzung. 



Thomas Thiemeyer
ist mit „Evolution – Stadt der Überlebenden“ ein spannender Reihenauftakt, inklusive erschreckendem Zukunftsszenario gelungen, welcher mich definitiv überzeugen konnte.  Toll ausgearbeitete Charaktere und ein vielfältiges Setting bescherten mir unterhaltsame Lesestunden, welche mich gespannt auf den zweiten Band warten lassen.

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553 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 137 Rezensionen

drohne, jugendbuch, thriller, elanus, ursula poznanski

Elanus

Ursula Poznanski
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Loewe, 22.08.2016
ISBN 9783785582312
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Der siebzehnjährige Jona ist hochbegabt und hat daher ein Stipendium an einer Eliteuniversität erhalten. Da er noch nicht volljährig ist, haben ihn seine Eltern bei einer Gastfamilie untergebracht. Jona ist oft zynisch, überheblich und ein kleiner Besserwisser, dadurch verscherzt er es sich schnell mit seinen Mitmenschen. 

Durch Jonas selbst gebaute Drohne "Elanus" spioniert er nicht nur seine Kommilitonen sondern auch seine Gastfamilie aus. Dadurch lüftet er Geheimnisse und wird in Dinge hineingezogen, die sein bisher friedliches Leben gehörig auf den Kopf stellen und ihn in Lebensgefahr bringen.



Ursula Poznanskis
Bücher sind ein Garant für fantastische Unterhaltung auf höchstem Niveau. Auch "Elanus" bildet hier keine Ausnahme. Ungewöhnlich ist allerdings die Tatsache, das Jona der Protagonist ihrer Geschichte zunächst alles andere als ein Sympathieträger ist. Der Teenager ist sehr überheblich, ironisch und hält sich für cleverer als die Meisten. Dadurch eckt er natürlich ständig an und geht seinen Mitmenschen mit seiner Art oft ziemlich auf die Nerven. Jona ist hochbegabt und versteht deshalb oft nicht, weshalb die anderen so "dumm" sind. Dies wiederum stresst ihn dann so sehr, dass er oft einfach überhaupt nicht nachdenkt, ehe er spricht. Damit verletzt Jona sein Gegenüber auch das eine oder andere Mal. Im Grunde seines Herzens ist er aber eigentlich gar kein schlechter Kerl, auch er sehnt sich danach Freunde und Menschen in seinem Leben zu haben, die ihn verstehen und die für ihn da sind. 

Diese Mischung macht Jona allerdings auch zu einem sehr interessanten Charakter, denn zumindest für mich war es zu Anfang sehr schwer eine Bindung zu ihm aufzubauen. Im Laufe der Zeit lernte ich Jona allerdings besser kennen, "hörte" seine Gedanken und konnte ihn so immer besser verstehen. Dank des Nachbarjungen Pascal und Marlene einer Mitstudentin, zu welcher sich Jona hingezogen fühlt, schafft er es auch tatsächlich sich zu öffnen. Besonders Marlene hat vor allem zu Beginn ihre Schwierigkeiten mit Jona, sie lässt allerdings auch nicht locker und wird so schnell zu einer echten Stütze für ihn. Auch Pascal entpuppt sich zu einem wahren Freund, den der Protagonist mehr als nötig hat.

Als Jona zu seiner Gastfamilie zieht, merkt man als Leser sofort, dass diese recht seltsam ist. Die Eltern und auch seine "Schwester" versuchen zwar immer wieder Jona in ihr Familienleben zu integrieren, gleichzeitig hatte ich aber ebenso wie er ständig das Gefühl, dass sie ihn eigentlich gar nicht bei sich haben wollen. Da auch Jona dies spürt, möchte er möglichst wenig mit seiner Ersatzfamilie zu tun haben, aber dennoch gibt er sich Mühe, Zeit mit ihnen zu verbringen. An seiner Uni wird Jona zunächst in sämtliche Anfängerkurse gesteckt, was ihn vollkommen unterfordert. Der Teenager versucht daraufhin des Öfteren einen Termin mit dem Rektor seiner Universität zu vereinbaren, damit dieser ihn die Anfangssemester überspringen lässt. Doch jegliche Versuche den Leiter persönlich zu treffen scheitern. Dies wiederum machte nicht nur Jona sondern auch mich skeptisch. Da er überhaupt nicht lernen muss, und somit jede menge Freizeit hat, versucht Jona sich mit ein paar seiner Kommilitonen anzufreunden in dem er ihnen Lernhilfe anbietet. Das gelingt dem jungen Mann auch, und so ergattert er diverse Handynummern mit denen "Elanus" seine selbst gebaute Drohne die Studenten ausspionieren kann.

Bereits von Beginn an ist die Geschichte sehr interessant, als Jona allerdings "Elanus" verstärkt auf Reisen schickt und immer mehr höchst brisante, seltsame und auch verworrene Dinge erfährt, wird es richtig spannend. Ursula Poznanski hat eine unglaublich fesselnde Art zu erzählen, selbst in den Augenblicken, in denen nichts spannendes passierte, band sie mich an ihr Buch. In Momenten in denen es dann so richtig turbulent und verwirrend wurde, konnte ich es dann überhaupt nicht mehr aus der Hand legen. Ich liebe Geschichten in denen ich so richtig schön mitraten und mitfiebern kann, und genau das bot mir "Elanus". Ich stellte zwar immer wieder Vermutungen an, doch so wirklich wusste ich nie, wer wie tief in welches Ereignis verstrickt ist. So konnte ich ebenso wie Jona niemandem, abgesehen von Marlene und Pascal trauen. Die meisten anderen Charaktere waren mir sehr suspekt, ich zweifelte an ihnen und fühlte mich somit tatsächlich im Voranschreiten der Story immer mehr zu Jona gehörig. 

Absolut interessant ist die Drohne "Elanus" und die Möglichkeiten die sich im Besitz einer solchen auftun. Die Autorin geht erneut mit der Zeit, bindet aktuelle Dinge/ Geschehnisse in ihr Buch mit ein, fügt eine Priese ihres Poznanski(schem) Ideenreichtum hinzu, und heraus kommt ein mehr als faszinierendes Endergebnis. Die Drohne ist gigantisch und gleichzeitig auch total angsteinflößend. Sich selbst vorzustellen derart unter Beobachtung zu stehen, ohne es zu merken, ist definitiv beängstigend. Von einer nahen möglichen Zukunft aber durchaus nicht allzu weit entfernt.

Der Spannungsbogen ist konstant vorhanden, sodass "Elanus" absolutes Suchtpotenzial entwickelt, dem man sich nicht entziehen kann, dies aber auch überhaupt nicht will. Das Ende war für mich überraschend und gut durchdacht. Alle Puzzleteile fügen sich perfekt zusammen, es bleiben keinerlei Fragen offen. Und so hat Ursula Poznanski einmal mehr gezeigt, dass sie eine großartige Autorin ist, die es einfach versteht, die Leser in ihren und den Bann ihrer Bücher zu ziehen. 



"Elanus"
von Ursula Poznanski ist ein spannender Zukunftsthriller der mich fantastisch unterhalten und mir rätselhafte, interessante und mitreißende Lesemomente beschert hat. Ein zunächst alles andere als sympathischer Protagonist sowie seine faszinierende Drohne sorgen außerdem dafür, dass dieses Buch alles andere als gewöhnlich ist und sich zu einem absoluten Pageturner entwickelt.

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279 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 77 Rezensionen

paris, liebe, adriana popescu, paris du und ich, jugendbuch

Paris, du und ich

Adriana Popescu
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei cbj, 25.07.2016
ISBN 9783570172322
Genre: Jugendbuch

Rezension:



"Sei bitte niemals eine graue Taube, Emma." "Das schließt sich schon wegen meiner Haarfarbe aus, falls es dir noch nicht aufgefallen ist". "Zum Glück! Ich finde, du bist geboren, um ein Pink Flamingo zu sein"  (Seite: 153)

Man merkt, welche Menschen man gehen lassen und welche man festhalten muss. Man weiß nie, warum, man weiß immer nur, wen. (Seite 192)

Und Emma, hör auf dein Herz! Immer! Selbst ein kaputtes Herz weiß besser, was wir brauchen, als ein gesunder Kopf. (Seite 207)

Es gibt keine Ewigkeit. Für keinen von uns. Wir alle haben nunmal nur dieses eine Leben. Aber die Liebe selbst ist wahr!  (Seite 210)
 
Angst ist wichtig. Hab Angst vor dem offenen Meer. Vor dunklen Gassen. Vor großen Hunden. Aber niemals - ich betone - niemals vor der Liebe. Die Liebe mag weh tun, aber sie ist wie eine Rose. Du bekommst sie nicht ohne Dornen. (Seite 230)
 


Emma, die sich in den Austauschschüler Alain verliebt hat, möchte diesen in den Herbstferien in seiner Heimatstadt Paris überraschen und mit ihm ein paar wundervolle und romantische Tage verbringen. Als sie freudestrahlend vor Alains Türe steht, öffnet ihr seine Freundin Chloe. Für Emma bricht in diesem Moment eine Welt zusammen.

Geschockt und enttäuscht vergräbt sich Emma zunächst in ihrem Hostelzimmer. Als sie dieses nach einigen Tagen endlich wieder verlässt, trifft sie auf Vincent. Dieser leidet ebenfalls an akutem Liebeskummer. So beschließen die beiden Herzschmerzfreude zu werden und sich auf gar keinen Fall mehr zu verlieben. Gemeinsam entdecken Emma und Vincent ihr Paris und erleben eine unvergleichlich schöne Zeit.



"Paris, du & ich"
von Adriana Popescu ist ein absolutes Wohlfühlbuch. Ich war bereits nach wenigen Seiten total verzaubert von Emma und Vincent. Die Chemie zwischen den Beiden ist vom ersten Moment ihrer Begegnung an einfach stimmig. Wer kennt es nicht, dieses schreckliche Gefühl des Verlassen-sein, die Einsamkeit, die Schmerzen und diese unendliche Traurigkeit, die einen umgibt wie einen Mantel. Sofort fühlte ich mit Emma mit und konnte sie nur all zu gut verstehen. Nachdem Emma realisiert, dass Alain eine Freundin hat, und längst nicht der ist, der er vorgegeben hat zu sein, bricht für den Teenager alles zusammen. Nach anfänglichem verkriechen und trauriger Musik in Dauerschleife hörend, wagt sich Emma gezwungenermaßen wieder nach draußen. In einem Cafe in Montmartre trifft sie auf Vincent, welcher ebenso wie sie an Liebeskummer leidet. 

Die Beiden werden Herzschmerzfreunde und schwören der Liebe zunächst vollkommen ab. Gemeinsam erkunden Emma und Vincent Paris, erleben wundervolle und einzigartige Stunden zu zweit und entdecken die vielen verschiedenen Seiten ihrer Herzensstadt. Emma und auch Vincent waren mir nach kurzer Zeit so vertraut, als würde ich sie schon ewig kennen. Sie erzählen sich gegenseitig von ihren schlechtesten Eigenschaften, von ihren Gedanken und nach und nach auch von ihren Gefühlen. Die Dialoge der zwei sind so erfrischend, witzig, aber auch tiefgreifend und voller Emotionen. Emma und Vincent gehören einfach zusammen, wie und auf welche Weise, das müsst ihr natürlich selbst herausfinden!

Der Weg, den die Protagonisten miteinander gehen, hat mich von Anfang an berührt, Emma und Vincent verstehen sich einfach. Sie nehmen sich, die Wünsche und auch Ängste des jeweils anderen, ernst. Sie sammeln dadurch einmalig schöne, aber auch schmerzvolle Erinnerungen. Hinzu kommt diese malerische Kulisse von Paris, die vielen Sehenswürdigkeiten, vor allem auch die Abseits der Touristenattraktionen. Die Croissants, allgemein das leckere Essen, eine wundervolle Buchhandlung, ein gigantisch schöner Park, Emmas Passion zu Schreiben und ihre Briefe an Paris, ihre Liebe zu Büchern, Vincents bunte Socken, ein schnuckeliges Apartment und vor allem Jean-Luc!

Das eben Genannte, gepaart mit Adriana Popescus herzerfrischenden, lockeren Schreibstil, und ihrer großartigen und humorvollen Art des Erzählens, macht "Paris, du und ich" zu einem absoluten Lesehighlight. Dementsprechend fühlte ich mich beim Lesen auch pudelwohl und spürte das unbändige Verlangen, sofort selbst wieder nach Paris zu reisen, um noch einmal dem Charme und dem Flair dieser faszinierenden Stadt erlegen zu sein. Auch wenn ich den Sommer liebe, und dieser immer meine favorisierte Jahreszeit sein wird, freue ich mich nun auch sehr auf den Herbst mit seinen bunten Blättern und den gemütlichen Tagen.

Auch vom Ende der Geschichte bin ich absolut angetan. Ich würde so gerne noch viele weitere Tage mit Emma und Vincent in Paris verbringen, dem Alltag ein paar Stunden mehr entfliehen und einfach weiter mit den beiden Pläne schmieden.
 


"Paris, du und ich"
von Adriana Popescu, sowie Emma und Vincent haben sich in mein Herz geschlichen und sich dort einen festen Platz gesichert. Eine wundervolle Geschichte mit Charme, Gefühl, Lieblingsmomenten und jeder menge Paris, ließen mich genießen und träumen.

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