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Diamant

Andreas Brandhorst
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2017
ISBN 9783492281218
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Kurzbeschreibung


Der Planet Erde im Jahr 2075. Was einst die Wiege der Menschheit war, ist nun Schauplatz grausamer Kriege, globaler Wirtschaftskrisen und selbstverschuldeter Naturkatastrophen. Wer es sich leisten kann, verlässt den Planeten mithilfe von Raumschiffen, die sich inzwischen innerhalb unseres Sonnensystems bewegen können. Hier treten die ersten Kantaki in Kontakt mit der Menschheit.

Die Kantaki sind eine uralte insektoide Rasse und den Menschen weit überlegen. Mit ihren Raumschiffen können sie enorme Entfernungen überwinden und Passagiere ebenso wie Fracht transportieren - gegen entsprechende Bezahlung versteht sich.

Dreitausend Jahre später hat die Menschheit nahezu die gesamte Galaxie besiedelt und gemeinsam mit anderen Spezies einen gigantischen Krieg überstanden, dessen Spuren noch nicht nicht völlig beseitigt sind. Einflussreiche Wirtschaftskonglomerate konkurrieren im großen galaktischen Machtspiel, dabei tun sich vor allem die “Allianz” und das “Konsortium” hervor, die einander feindlich gesinnt sind. Noch immer besteht eine Abhängigkeit von den Diensten der Kantaki, die als Einzige menschliche Passagiere transportieren können.

Für machthungrige Magnaten stellt dies ein Problem dar, eines von vielen Problemen mit denen sich Rungard Avar Valdorian, Oberhaupt des Konsortiums, befassen muss. Als sein Leben in Gefahr gerät verschieben sich Valdorians Prioräten jedoch. Um sich zu retten, sieht er sich gezwungen, drastische Schritte zu ergreifen und sucht Kontakt zu seiner längst vergessen geglaubten Jugendliebe Lidia, der einzigen Frau der sein Reichtum nichts bedeutet hat und deren sehnlichster Wunsch es war, als Pilotin der Kantaki das unendliche All zu erkunden.



Cover


Ein modernes, harmonisch gestaltetes Cover in Schwarz und Blautönen mit geschickt platzierten Lichteffekten. Zu sehen sind ein paar kleinere Raumschiffe, dahinter ein sehr viel größeres, geheimnisvoll wirkendes Schiff. Da will man doch gleich los lesen!



Schreibstil



Der Aufbau des Buchs ist ordentlich und übersichtlich; nebst der erwähnten Kapiteleinleitungen finden sich im Anhang ein Glossar und eine umfangreiche Chronologie.

Alle Kapitel werden von einer knappen Zeit- und Ortsangabe eingeleitet, was die Orientierung vereinfachen kann. Prinzipiell lässt sich aber auch ohne solche Angaben aus den ersten paar Sätzen eines jeden Kapitels schließen kann, wann und wo es spielt und aus wessen Perspektive erzählt wird und so komme ich das trotz zahlreicher Zeitsprünge und Perspektivenwechsel gut mit. Die Wortwahl wirkt häufig wissenschaftlich und ist gut verständlich. Das Erzähltempo entspricht meinem Geschmack, schnelle, actionreiche Szenen wechseln mit langsameren, die tiefen Einblicken in die abstrakte Welt der Kantaki bieten.

Schauplätze und Hintergründe sind präzise ausgearbeitet. Bei den Haupt- wie Nebenfiguren hätte ich mir allerdings gewünscht, mehr über ihre Motive zu erfahren. Mit einigen Nebenfiguren konnte ich leider nicht so recht warm werden. Erwartet hätte ich auch eine völlig andere Entwicklung der beiden Hauptfiguren; dass meine Erwartung hier nicht erfüllt wurde finde ich aber sehr interessant und auch wenn ich beim Lesen geradezu irritiert war, gefällt es mir doch, dass ich überrascht wurde. (Ich rede hier um den heißen Brei herum, weil ich sonst spoilern müsste.)

Der für mich wichtigste Aspekt an einem Roman: Ich hatte Spaß beim Lesen, konnte mir alles bildhaft vorstellen und wurde sehr gut unterhalten.



Meinung



Im ersten Band der sechsteiligen Kantaki-Saga begleitet der Leser die Lebenswege zweier sehr verschiedener Menschen, der Kantaki-Pilotin Lidia und dem Wirtschaftsmagnaten Valdorian, die sich in ihrer Jugend kennen und lieben gelernt haben, aber schnell feststellen mussten, dass sie unterschiedliche Ziele im Leben verfolgen. Trotzdem bleiben sie in gewisser Weise verbunden und können einander nie völlig “loslassen”.  Als mir beim Lesen klar wurde, dass ich so etwas wie eine Liebesgeschichte in den Händen hielt, machte ich mich auf das Schlimmste gefasst. Kitsch und Schnulzen - Verzeihung, “Romantik” meine ich natürlich  - sind nun wirklich nicht mein Fall. Aber trotzdem schafft es auch dieser Roman von Andreas Brandhorst, mich sofort in seinen Bann zu ziehen.  Von Kitsch keine Spur, erzählt er von der unendlichen Vielfalt, die das Leben bietet und von Entscheidungen, die immer andere Möglichkeiten ausschließen. Das ist eigentlich ziemlich traurig und ich überlege, ob ich traurigen Liebesgeschichten vielleicht doch was abgewinnen kann. Dabei kann ich die Wünsche und Vorstellungen beider Protagonisten recht gut nachvollziehen. Ein wenig mehr hätte ich aber dann doch gerne über ihre Gefühle füreinander erfahren, um besser zu verstehen, warum sich zwei so unterschiedliche Personen überhaupt füreinander interessieren.

Die ganze Geschichte spielt vor dem Hintergrund einer galaktischen Krise, bei der die andauernde Feindschaft zwischen Konsortium und Allianz eine große Rolle spielt. So lernt der Leser einige spannende fremde Planeten kennen und begegnet interessanten Spezies, allen voran natürlich die geheimnisvollen Kantaki, die mir ausgesprochen gut gefallen. Ihre “Fremdartigkeit” ist detailreich dargestellt und macht mich immer neugieriger, je mehr ich über sie erfahre. Dass die Kantaki - und nicht nur sie - die Zeit beeinflussen können, habe ich mit hochgezogener Augenbraue zur Kenntnis genommen. Mit der Manipulation der Zeit kann man tolle Sachen anstellen, aber leider auch ganz leicht die beste Geschichte versauen. Bei “Diamant” ist das Spiel mit der Zeit gut gelungen wie ich finde. Obwohl ich überkritisch nach Logiklöchern gesucht habe und darauf wartete, dass irgendeine Figur oder Fraktion beginnt, ihre Macht auszunutzen und unglaubhafte Dinge mit der Zeit zu treiben, konnte ich keine “Fehler” finden. Im Gegenteil, für mich war immer klar ersichtlich, dass Zeit im Kantaki-Universum ein fragiles Konstrukt ist, das nur mit höchster Vorsicht beeinflusst werden kann. Ich bin sehr gespannt, wie das in den Fortsetzungen weitergeht.

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andreas brandhorst, asper, omni, das arkonadia-rätsel, jasmin

Das Arkonadia-Rätsel

Andreas Brandhorst
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.05.2017
ISBN 9783492704267
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Kurzbeschreibung

 

Der ferne Planet Arkonadia, vier Jahre und sechs Monate vor Beginn einer neuen Ära. Werkzeugmacher Zirzo begibt sich nicht ganz freiwillig auf eine lange und beschwerliche Reise in den Süden des Planeten. Unterwegs soll er ein Werkzeug schaffen - das Beste das er je gemacht hat - um dem Sohn des mächtigen General Tailos Zugang zum “Nerox” zu ermöglichen. Das Nerox, eine Anomalie die alle 453 Jahre auf Arkonadia erscheint und damit eine neue Ära einleitet, verspricht große Macht und die Herrschaft über den gesamten Planeten. Aber der Weg zum Zentrum des Nerox ist mit tödlichen Fallen gespickt und nur das perfekte Werkzeug aus Zirzos begabten Händen, kann Tailos’ despotischen Spross zum Ziel bringen und ihm helfen, sich gegen zahllose Konkurrenten durchzusetzen.

Währenddessen erhalten am anderen Ende der Galaxie Jasper und Jasmin, die seit kurzem Reisende im Dienst von Omni sind, endlich ihren ersten großen Auftrag. Omni, das als Bund der Superzivilisationen über die Milchstraße wacht, schickt die beiden nach Arkonadia, wo sie das Nerox erforschen und sein Geheimnis entschlüsseln sollen.

Der Auftrag ist heikel, nicht nur weil die beiden Reisenden auf dem fernen Planeten von Omnis Einfluss abgeschnitten sind. Für Jasmin ist die Reise zudem eine Bewährungsprobe. Versagt sie auf Arkonadia, wird sie Omni verlassen müssen und damit auch ihren Vater Jasper.

 

 

Cover

 

Ein ansprechend gestaltetes Cover, das aber so gut wie gar nichts verrät, dem des Vorgängerromans “Omni” recht ähnlich. Dieses hier ist allerdings in harmonischen Blautönen gehalten, im Hintergrund ist ein naher Planet zu erkennen, davor schwebt ein Raumschiff. Gefällt mir sehr gut.

 

 

Schreibstil

 

Wie schon im Vorgänger “Omni” überzeugt mich Andreas Brandhorst mit seinem fantasiereichen, bildhaften Schreibstil. Auch im “Arkonadia Rätsel” ist die Wortwahl häufig anspruchsvoll und klingt wissenschaftlich, dabei werden Details aber in ansprechenden, kleinen Portionen geliefert, so dass ich nicht den Anschluss verliere. Alles ist gut verständlich und trotz vieler Informationen bleibt der Lesefluss immer erhalten.

Verschiedene Erzählperspektiven ermöglichen dem Leser von Anfang an unterschiedliche Standpunkte kennenzulernen und die Komplexität der hintergründigen Thematik zu erfassen.

Zu Beginn hilft eine knappe Einleitung, die Erinnerung an den ersten Band aufzufrischen bzw. den Leser, der “Omni” nicht kennt, auf den aktuellen Stand zu bringen. Im Anhang finden sich Glossar, Chronologie und ein paar weitere hilfreiche Informationen.

 

 

Meinung

 

Da ich vom Vorgängerroman “Omni” sehr begeistert war, hatte ich an “Das Arkonadia-Rätsel” natürlich schon recht hohe Erwartungen. Ganz wie ich es erwartet und mir erhofft hatte, begleitet der Leser Jasper und Jasmin auf einem großen Auftrag für Omni. Und das war auch schon alles, was ich “vorhersehen” konnte.

Ganz anders als erwartet verfügen die beiden Reisenden nämlich nicht über die grenzenlose Macht Omnis, sondern sind mehr oder weniger auf sich gestellt. Ohne nennenswerte “Superkräfte” ausgestattet, werden nun Persönlichkeit und Fähigkeiten der Hauptfiguren auf die Probe gestellt, was dem Leser einen tieferen Einblick in ihren Charakter und ihre “menschlichen” Qualitäten ermöglicht.  

Die insgesamte Vorstellung der Hauptfiguren ist recht knapp gehalten, ebenso wie Schilderungen der Vorgeschichte. Das gefällt mir ausgesprochen gut, ich hasse es nämlich, wenn mir in einer Fortsetzung noch einmal über gefühlte 100 Seiten der gesamte erste Teil erzählt wird. Den habe ich schließlich schon gelesen und wer das nicht tun will, muss eben damit rechnen, ein paar Details zu verpassen.

Es ist übrigens keinesfalls notwendig den Vorgänger zu lesen um “Das Arkonadia-Rätsel” verstehen zu können, denn der Roman ist in sich abgeschlossen. Empfehlen würde ich es allerdings nicht, den ersten Teil auszulassen, denn “Omni” ist ein hervorragender Roman und die Fortsetzung macht ganz sicher mehr Spaß wenn man Jasmin und Jasper schon im Detail kennengelernt hat.

Die weiteren Figuren sind interessant und vielschichtig, die meisten von ihnen auch schwer zu durchschauen, was Schubladendenken wie “Gut und Böse” erfreulich schwer macht. Ich erinnere mich, dass ich die Figuren in “Omni” als “leicht stereotyp” empfunden habe, was mir angesichts der umfangreichen “neuen Welt” , die ich beim Lesen kennengelernt habe, genau richtig erschien, um einen leichten Einstieg zu finden und mich in die Protagonisten einfühlen zu können. Jetzt, da ich das “Omniversum” kenne und seine Spielregeln soweit begriffen habe, war es eine Freude, all die unberechenbaren, teilweise ziemlich verrückten, Figuren kennenzulernen und die Weiterentwicklung der Protagonisten zu beobachten.

Die Schauplätze sind zum Großteil auf dem Planeten Arkonadia angesiedelt, wo verschiedenartige Spezies unterschiedlicher Entwicklungsstufen zusammenleben. Die ethnische Vielfalt, aber auch die dadurch entstehenden politischen und kulturellen Unstimmigkeiten, sorgen dafür, dass Arkonadia eine vielseitige Welt ist und die eine oder andere Überraschung bereithält. Trotzdem geht der Autor noch weiter und baut einige interessante, surreal anmutende Gegebenheiten ein, die mich vollends aus den Socken hauen. (Jedweder Versuch, hier eine angemessenere Wortwahl zu finden ist leider fehlgeschlagen, als sei’s drum ;) )

Was ich an den Romanen von Andreas Brandhorst inzwischen zu schätzen gelernt habe, ist die Ausgewogenheit zwischen Action/Spannung und inhaltlicher Tiefe. Noch mehr als “Omni” befasst sich “Das Arkonadia-Rätsel” auch mit ethischen Fragestellungen und moralischen Dilemmata, die sich durchaus auch im  “wahren Leben” finden lassen. Als relativer Neuling in der Science-Fiction-Literatur hatte ich nicht viel mehr als “Rumballern auf böse Aliens” erwartet und freue mich, dass ich mich geirrt habe :)

Alles in allem gefällt mir “Das Arkonadia-Rätsel” noch ein klitzekleines bisschen besser als Omni und ich hoffe auf eine baldige Fortsetzung!

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Påtañjalayogasutram / Der Yogaleitfaden des Patañjali

Reinhard Palm , Reinhard Palm
Flexibler Einband
Erschienen bei Reclam, Philipp, 11.11.2016
ISBN 9783150204665
Genre: Sachbücher

Rezension:

Warum dieses Buch?


Ich praktiziere seit einiger Zeit Yoga und interessiere mich nebst Muskelaufbau und Verbesserung der Beweglichkeit auch ein wenig für die philosophisch-spirituellen Aspekte. Yoga kann man natürlich als reinen Sport betreiben, aber es kann eben auch noch viel mehr sein. Ich habe schon ein bisschen darüber gelesen, beispielsweise Schriften von B.K.S Iyengar und habe mich jetzt mal an DAS Standardwerk des Yoga herangewagt. Patanjali, ein indischer Gelehrter, der vermutlich zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert vor Christus lebte, wird häufig als Begründer der Yoga-Philosophie angesehen. Sein Yogasutra ist ein Leitfaden, der den Übenden auf dem Weg zum “Samadhi” (“Versenkung”, oft auch als “Erleuchtung” bezeichnet) begleitet.



Der erste Blick


Originalgetreu ist das Buch in 4 Abschnitte gegliedert: Die tiefe Versenkung, Die spirituelle Übung, Die psychischen Kräfte und Die vollkommene Unabhängigkeit, die jeweils um die 50 Verse beinhalten.

Jedes “Kapitelchen” wird eingeleitet durch einen Vers in Sanskrit, der Transkription in unser Schriftsystem und einer knappen Übersetzung. Darauf folgt eine Erklärung, die etwa eine bis zwei Seiten umfasst.

Im Anhang finden sich eine ausführliche und thematisch geordnete Literaturliste, Hinweise zur Aussprache, die Grundprinzipien des klassischen Samkhya (eine alte und bedeutende Strömung der indischen Philosophie), ein Nachwort und ein Verzeichnis der Sanskrit-Wörter mit allen zugehörigen Seiten bzw. Kapiteln.

Alles sehr übersichtlich gestaltet, was mir schon mal gut gefällt.



Schreibstil


Wenn eine komplexe Thematik detailliert erörtert wird, bleibt es natürlich nicht aus, dass der Schreibstil anspruchsvoll und sehr wissenschaftlich wirkt. Bisweilen kämpft der Leser mit langen und unübersichtlichen Sätzen, sowie Fachbegriffen der Linguistik. Gute Kenntnisse der deutschen Sprache sind unbedingt erforderlich um die Erklärungen zu den Übersetzungen zu verstehen, auch Fremdsprachenkenntnisse schaden nicht, allein um die Verschiedenartigkeit von Sprachen erfassen zu können. Dafür erhält man einen kleinen Einblick in das komplexe Sprachsystem des Sanskrit und auch in die Arbeitsweise des Übersetzers Reinhard Palm, der immer wieder erläutert, warum er eine bestimmte Übersetzung gewählt hat und keine andere. So bleiben die Übersetzungen nachvollziehbar und die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Versen werden ersichtlich. Ich finde das sehr spannend, da ich mich generell für Sprachen interessiere und Sanskrit mir bisher völlig fremd war.



Meinung


“Der Yogaleitfaden des Patanjali” ist keine Gutenachtlektüre und lässt sich auch nicht “mal schnell durchlesen”. Es benötigt Zeit und Konzentration, um möglichst viel “mitnehmen” zu können und trotzdem glaube ich, es handelt sich um ein Werk, das man mit einmal Durchlesen nicht vollständig erfassen kann. Ich stehe noch relativ am Beginn meiner Yogapraxis und vieles, was Patanjali schreibt habe ich zwar schon mal gehört, aber längst nicht verinnerlicht. Und natürlich ist nicht jeder Ratschlag für jeden Menschen geeignet, auch wenn er von einem weisen Lehrer stammt. Das Buch verstehe ich also weder als Lesebuch noch als Ratgeber, ich halte es vielmehr für einen Begleiter, der den Lernenden auf seiner Yoga-Reise ermutigen und beraten kann.

Wie bereits erwähnt, kommen auch Sanskrit-Interessierte auf ihre Kosten; Wer sich nicht mit den detaillierten Hinweisen zu Übersetzung bzw Wortwahl befassen will, kann sich natürlich auch auf das Lesen der übersetzten Verse beschränken. Mich persönlich interessiert das alles und ich bin begeistert von den akribischen Erklärungen zu Inhalt und Übersetzung. Da immer Zusammenhänge zu früheren “Kapiteln” hergestellt werden, ist es trotz des hohen Informationsgehalts möglich, die wesentlichen Aussagen des Textes vor Augen zu behalten.  Bei all den Details vergisst man nicht, worum es eigentlich geht.

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Pyramids: (Discworld Novel 7) (Discworld series)

Terry Pratchett
E-Buch Text: 321 Seiten
Erschienen bei Transworld Digital, 19.01.2010
ISBN 9781407034669
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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4 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

How Not To Die: Discover the foods scientifically proven to prevent and reverse disease

Dr Michael Greger , Gene Stone
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Macmillan, 11.02.2016
ISBN 9781447282440
Genre: Sonstiges

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discworld, fantasy, scheibenwelt, pratchett, hexen

Wyrd Sisters

Terry Pratchett
Flexibler Einband: 331 Seiten
Erschienen bei Transworld Publishers Ltd, 16.06.2008
ISBN 9780552134606
Genre: Fantasy

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Haben Schwarze Löcher keine Haare?

Stephen Hawking , Hainer Kober , David Shukman
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 16.12.2016
ISBN 9783498091880
Genre: Sachbücher

Rezension:

Warum dieses Buch?


Von Stephen Hawking habe ich schon so einiges gelesen und ich bin immer wieder erstaunt, wie er es schafft Wissenschaft gleichzeitig interessant und verständlich rüberzubringen. “Haben schwarze Löcher keine Haare?” beinhaltet zwei Vorträge, die Professor Hawking letztes Jahr im Rahmen der Reith Lectures der BBC gehalten hat. Ergänzt werden die Vorträge durch Erläuterungen von David Shukman, der als Wissenschaftsredakteur bei BBC News tätig ist. Das klingt doch interessant!



Der erste Blick


Was für ein tolles Buch! Winzig klein, aber liebevoll und detailliert gestaltet mit einem sehr schönen Cover und silbrig-blauem Vorsatzpapier, das ich stundenlang ansehen könnte. Hier lohnt es sich, die Hardcover-Ausgabe dem E-book vorzuziehen! Beim Durchblättern entdecke ich gleich ein paar schlichte Grafiken, die informativ und amüsant zugleich sind. Viel weiter reicht der erste Blick kaum, denn das 64-Seiten-Büchlein lässt sich hervorragend in “einem Happs” durchlesen.



Schreibstil


Gewohnt direkt und geradlinig führt Hawking den Leser (oder in diesem Fall auch den Zuhörer) in die Thematik ein, erklärt Hintergrundwissen, das für das Verständnis notwendig ist, bleibt dabei aber stets bei einfachen, verständlichen Formulierungen. Immer wieder ist auch der großartige Humor des Wissenschaftlers zu erkennen. Davis Shukmans Anmerkungen sind als solche gekennzeichnet, fügen sich aber nahtlos in Hawkings Text ein.

Sie dienen meist der kurzen und ebenfalls leicht verständlichen Erklärung von Fachbegriffen bzw. der eingehenderen Betrachtung eines Sachverhaltes.



Meinung


“Informativ und unterhaltsam”, dass ich mit diesen Worten einmal ein wissenschaftliches Werk beschreiben würde, hätte sich mein jugendliches, von Naturwissenschaften gelangweilte und überforderte, Schüler-ICH niemals träumen lassen. Und doch vermag Hawking, was kein Physik- oder Mathematiklehrer meiner schulischen Laufbahn geschafft hat: Er macht Wissenschaft für mich interessant. Und mehr noch: Er widerlegt meine hartnäckige Behauptung, einfach keine Verständnis für solche Dinge zu haben. Denn was Stephen Hawking in seinen Büchern erklärt, ist immer noch komplex und kompliziert, aber ich verstehe es (nun ja, das meiste davon)  und ich finde es schrecklich interessant. So war es nicht überraschend, dass auch dieses winzige Büchlein mich fesseln konnte und mich so ausgezeichnet unterhalten hat, wie es mancher Roman nicht schafft.

Wie kaum ein anderer kann Hawking komplexe Zusammenhänge einfach erklären und damit auch Menschen erreichen, die kein Experten auf dem Gebiet sind.

In diesem Buch geht es nur um schwarze Löcher, ein Thema, dass mich fasziniert, seit ich als Kind von Disney’s “Das Schwarze Loch” magisch angezogen wurde (Wortspiel beabsichtigt ). Hawking präsentiert hier seine aktuellsten Erkenntnisse und erklärt anschaulich, wie sich das Bild, das die Wissenschaft von schwarzen Löchern hat, im Laufe der Zeit verändert hat. Dabei lässt er auch eigene Irrtümer nicht unerwähnt und schafft es immer wieder, dem Leser ein Schmunzeln zu entlocken.

Ich hatte viel Spaß beim Lesen und habe sogar einiges dabei gelernt ;)

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David Bowie - 100 Seiten

Frank Kelleter
Flexibler Einband: 100 Seiten
Erschienen bei Reclam, Philipp, 07.09.2016
ISBN 9783150204238
Genre: Biografien

Rezension:

Warum dieses Buch?


Der Großteil von David Bowies Musik gefällt mir seit ich zum ersten mal damit in Kontakt gekommen bin. Als Fan würde ich mich allerdings nicht unbedingt bezeichnen, dafür fehlt mir ein gewisser Ehrgeiz und die nötige Besessenheit ;) Über den Künstler Bowie war mir wenig bekannt, ich hatte nur eine recht allgemeine Vorstellung, dass er ein “Chamäleon” und irgendwie schon ziemlich verrückt war. Ebenso wusste ich wenig über den Menschen hinter den wechselnden Masken. Dass ich gerne mehr über ihn erfahren wollte wurde mir erst bewusst, als Bowie Anfang 2016 gestorben ist und ich völlig entsetzt und schockiert war, denn irgendwie hatte ich ihn wohl unter “unsterblich” abgespeichert. Und irgendwie trifft das auf den Künstler Bowie doch auch zu.



Der erste Blick


Schlicht aber modern gestaltet fällt das matt schwarze Cover mit der weißen Schrift (und magentafarbenen Akzenten) direkt ins Auge. Wie bei allen Büchern der 100-Seiten-Reihe von Reclam prangt der Titel in der Mitte, drum herum sammeln sich Stichwörter, die in irgendeiner Weise mit dem Inhalt zu tun haben. Das hat Stil und wirkt trotzdem frech, was mir sehr gefällt.

Der erste Blick ins Buch hinein verträgt sich mal wieder nicht mit meinen Erwartungen. Einige Bilder, eine “Timeline” und ansonsten ziemlich viel Text... Ein kurzes Reinlesen bestätigt, was ich schon geahnt habe: Dieses Buch ist keine Biografie und somit etwas ganz anderes als ich mir vorgestellt hatte.



Schreibstil


Frank Kelleter genießt das Spiel mit der Sprache, das vermutet man zumindest auf den ersten Blick. Lange, verschachtelte Sätze produziert der Autor reihenweise, gespickt mit anspruchsvollen Formulierungen und Fremdwörtern. Manchmal umschreibt er Sachverhalte ausgiebig, so dass ich mich frage, was er damit eigentlich ausdrücken will. Normalerweise nervt mich so etwas, da ich klare Formulierungen und eine einfache Sprache schätze… und das tut es zu Beginn auch bei diesem Buch. Bis ich es wage, mir Zeit zu lassen, mich darauf einzulassen und die Intention des Buchs zu hinterfragen. Es ist keine Biografie. Hier muss der Autor nicht “zum Punkt kommen”. Das 100-Seiten-Büchlein ist vielmehr eine Hommage an einen Künstler, ein “Denkmal” (wie es auch der Text auf der Buchrückseite ausdrückt), das ein großer Fan aus einer Sammlung von Gedanken und Erlebnissen geschaffen hat. Nach dieser Überlegung schaffe ich es, entspannt weiter zu lesen, mich auf den eher ungewohnten Schreibstil einzulassen und das Lesen einigermaßen zu genießen.

Übrigens wirkt der etwas pompöse Stil auf mich keinesfalls gekünstelt oder erzwungen, vielmehr habe ich den Eindruck, dass der Autor einfach sehr gut mit der deutschen Sprache umgehen kann und seine Fähigkeiten voll einsetzt. Dabei entstehen viele malerische und metaphorische Formulierungen, die zugegebenermaßen fordernd, aber auch wunderschön sind.

Viele der zitierten Songs werden (sinnvollerweise) im englischen Original wiedergegeben, hin und wieder werden Textstellen auch übersetzt. Generell sind gute Englischkenntnisse aber hilfreich.



Meinung


Da ich wie gesagt nicht viel Ahnung von David Bowie habe, kann ich es natürlich nicht “beweisen”, aber ich habe den Eindruck, dass Frank Kelleter, der nach eigener Aussage seit seinem zwölften Lebensjahr Fan des Musikers ist, sich eingehend mit der Thematik befasst hat und durchaus als Bowie-Experte gelten kann.

Sein Buch scheint vor allem an Gleichgesinnte gerichtet zu sein, denn Informationen für “Neueinsteiger” werden nur wenige vermittelt. Stattdessen wird Album für Album, Song für Song und Video für Video analysiert und interpretiert, was mich fasziniert, mich aber auch völlig erschlägt. Die meisten Songs habe ich schon mal gehört, aber die “großen Zusammenhänge” sind mir fremd. Statt wie erhofft animiert zu werden, das eine oder andere Album (noch einmal) anzuhören, überfordert mich die Informationsfülle zunächst und statt eine musikalisch untermalte Pause einzulegen, lese ich lieber weiter um zum Ende zu kommen. Im Verlauf des Buchs wird das einfacher für mich, wenn der Autor näher auf einzelne Songs eingeht und sich ausführlicher damit befasst. So finde ich dann doch Gelegenheit bekannten Titeln etwas intensiver zu lauschen und sie in einem neuen Licht zu betrachten.

Über den Star David Bowie, insbesondere sein Privatleben, erfährt man wenig und das ist überraschenderweise ein Aspekt der mir trotz gegensätzlicher Erwartung sehr gut gefällt. Die Person des Künstlers, wie auch Stationen seines Lebens finden dann Erwähnung, wenn sie relevant sind um seine Musik zu verstehen. Klatsch und Tratsch spielen keine Rolle, alles bezieht sich auf die Kunst.

Interessanterweise war das Buch offenbar schon vor Bowies Tod nahezu fertiggestellt. Umso faszinierender finde ich es, wie es auf großartige Weise das Lebenswerk des Künstlers würdigt und so als Nachruf der besonderen Art verstanden werden kann.  

Insgesamt finde ich das Buch sehr gelungen, fühle mich nur leider gar nicht der ziemlich speziellen Zielgruppe zugehörig.

Eingefleischte Bowie- Fans mit Freude an niveauvollem Lesevergnügen kommen hier sicher voll auf ihre Kosten.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Der Messie in uns

Sabina Hirtz , Carsten Tergast
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 16.12.2016
ISBN 9783499631375
Genre: Sachbücher

Rezension:

Warum dieses Buch?


Als ordnungsliebender Mensch, der hin und wieder einen kleinen Flirt mit dem Minimalismus wagt, beschäftige ich mich zur Zeit viel mit dem Thema Aufräumen/Ausmisten. Scheint ja auch gerade ein Trend zu sein, was mir ausnahmsweise entgegenkommt, denn so findet sich überall neue Inspiration, die zwar nicht immer neues Wissen vermittelt, aber dennoch motivierend wirkt. Aus diesem Grund hat mich “Der Messie in uns” auch auf den ersten Blick angesprochen und ich erhoffte mir ein paar weitere Tipps zum Entrümpeln (denn natürlich hänge ich trotz allem auch an einigen nicht lebensnotwendigen, vielleicht sogar nutzlosen Gegenständen) oder einen neuen Blick auf das Thema. Insofern wurde ich enttäuscht, was mich letztendlich jedoch gar nicht gestört hat. Aber von vorne:


Der Erste Blick


Mit freundlichen Worten weist Sabina Hirtz schon zu Beginn darauf hin, dass der Begriff “Messie” heute oft unpassenderweise verwendet wird um sich sozusagen über jemandes Chaos zu beschweren, dabei aber vergessen wird, dass das Messie-Phänomen eine echte, schwerwiegende Erkrankung ist. Sofort fühle ich mich erwischt, denn ja, auch mir rutscht hin und wieder das M-Wort heraus, wenn ich die Ordnung in meinem Zuhause bedroht sehe. Im Buchtitel hatte ich das Wort Messie als Synonym zu “unordentliche Person” interpretiert und somit erwartet, dass die Autorin mit allerlei Tipps daherkommt, wie man besser entrümpeln und Ordnung halten kann. (Zu meiner Verteidigung: der Untertitel “Wie wir Wohnung und Seele entrümpeln” sieht schon ein bisschen nach “Tipps&Tricks” aus ;) )

Weit gefehlt! Sabina Hirtz, als Heilpraktikerin für Psychotherapie auf das Messie-Syndrom spezialisiert, präsentiert hier einen ernsthaften Einblick in ihre Arbeit und erklärt Betroffenen wie Außenstehenden gleichermaßen, was es mit der Erkrankung auf sich hat.


Schreibstil


Stets positiv und freundlich schildert die Autorin ihre Erfahrungen mit dem sensiblen Thema und dessen Hintergründe. Fachbegriffe werden sparsam verwendet und im Glossar am Ende des Buchs ausgiebig erklärt. Immer wieder weist Frau Hirtz darauf hin, dass ihr Buch als Anregung und Hilfestellung zu verstehen ist, aber keinesfalls eine Therapie ersetzen kann. Ein wichtiger Hinweis wie ich finde, denn mache “Ratgeber” vermitteln gerne den Eindruck sie seien die Lösung aller Probleme. Den größten Teil des Buches machen Fallbeispiele aus, anhand derer die Autorin ihre Behandlungsweise darstellt und auf mögliche Ursachen psychischer Erkrankungen, insbesondere natürlich des Messie-Syndroms, eingeht.


Meinung


Wie bereits erwähnt, hat das Buch meine Erwartungen nicht erfüllt, daher konnte ich natürlich nur wenig für mich persönlich mitnehmen was das Thema “Aufräumen” angeht. Trotzdem hat es mich sehr angesprochen, denn es ermöglicht einen Blick auf Menschen, den man im Alltag nicht erhält. Betroffene jedweder psychischer Erkrankungen/Störungen halten ihre Probleme häufig aus Scham geheim, wodurch die falsche Vorstellung entstehen kann, es sei nicht “normal” mit solchen Dingen zu kämpfen. Selbst innerhalb der Familie und im Freundeskreis herrscht da häufig noch immer die unausgesprochene Regel: “Über sowas redet man nicht!”. Ein solches Buch wirkt da wie ein Lichtblick, denn es vermittelt vor allem: Es ist in Ordnung und “normal” dass die Seele aus dem Gleichgewicht geraten kann. Und es ist ebenso normal, dass man für die Lösung mancher Probleme die Hilfe eines Experten/einer Expertin benötigt. (Es würde doch auch keiner erwarten, dass man sich alleine um ein Loch im Zahn kümmert oder eigenhändig das gebrochene Bein behandelt.)

Fallbeispiele sehr unterschiedlicher Menschen zeigen hier anschaulich, dass es gar nicht “DAS Messie-Syndrom” gibt, sondern die verschiedenartigsten Ausprägungen und ebenso viele Ursachen. Dabei bringt Sabina Hirtz immer wieder ihren Respekt vor den Betroffenen zum Ausdruck. Es wird deutlich, dass sie sich nicht als “Problemlöserin” sieht, sondern Menschen dabei unterstützt, ihre Probleme selbst in den Griff zu bekommen. Schuldzuweisungen und Stigmatisierungen gibt es nicht, trotzdem wird klar vermittelt, dass jeder Mensch die Verantwortung für sein (Seelen-) Leben trägt und ohne ein wenig Eigenmotivation auch der beste Psychotherapeut keine Probleme weghexen kann. Übrigens haben die geschilderten Beispiele alle eines gemeinsam: Die Lebenssituation der Betroffenen verbessert sich stetig!
Ausführlich und gut verständlich berichtet Frau Hirtz auch von ihrer Behandlungsweise, klärt zB über Hypnose auf (und räumt einige Vorurteile beiseite). Dabei sollte einem klar sein, dass natürlich nicht jeder Therapeut/ jede Therapeutin auf die gleiche Art und Weise behandelt; trotzdem gewinnt man schnell einen Einblick, wie eine solche Therapie ablaufen KANN, wodurch der Leser möglicherweise seine Scheu verlieren und Mut fassen kann, sich Hilfe zu suchen wenn es einmal nötig sein sollte.

Für Betroffene, Angehörige und Außenstehende gleichermaßen interessant, kann das Buch also helfen ein besseres Verständnis für die Erkrankung “Messie-Syndrom” zu erhalten und gegebenenfalls auch motivieren, Veränderungen vorzunehmen.

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87 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

fantasy, london, magie, 19. jahrhundert, magier

Die Magier Seiner Majestät

Zen Cho , Julia Becker
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2016
ISBN 9783426519141
Genre: Fantasy

Rezension:

Kurzbeschreibung


Zacharias Wythe, seit Kurzem erst Inhaber des ehrwürdigen Amtes des königlichen Magiers, hat gleich mehrere Probleme am Hals: Nicht genug, dass Großbritanniens Magie zu schwinden droht und die meisten Zauberwirker des Landes die Schuld gerne bei ihm sehen. Ihm wird zu allem Elend auch noch vorgeworfen sein Amt auf unrechtmäßige und höchst verwerfliche Weise erlangt zu haben. Dass Zacharias dunkle Hautfarbe zudem noch verrät, dass er kein gebürtiger Brite ist, kommt seinen Kollegen von der “Königlichen Sozietät Widernatürlicher Philosophen” ohnehin schon immer verdächtig vor. Eigentlich sollte Mr Wythe vollauf damit beschäftigt sein, weiteren Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen und die bereits vorhandenen zu lösen, hätte nicht die junge, eigensinnige Prunella völlig unerwartet seinen Weg gekreuzt. Prunella ist für eine Frau geradezu unverschämt magisch, was von der Sozietät im besten Fall nicht gerne gesehen, im schlimmsten Fall bestraft wird. Zacharias und Prunella schließen sich zusammen und teilen schon bald mehr Geheimnisse als beiden lieb ist.



Cover


Ein wunderschönes Cover in dunkelblauen Schattierungen mit silberfarbenen Ketten und Motiven, bei denen ich allerdings keinen Zusammenhang mit dem Inhalt des Romans feststellen kann. Egal, denn schön ist es auf alle Fälle und gegen ein bisschen Geheimniskrämerei habe ich ja nichts einzuwenden. Es lohnt sich auch, einen Blick auf die Cover der englischsprachigen Originale zu werfen, die kommen nämlich noch eigensinniger daher, sind aber ebenfalls umwerfend gestaltet.

Den deutschen Titel finde ich übrigens ein wenig irreführend, da er mir zu verstehen gibt, es handle sich um einen Roman über einen König und seine Magier, was nicht der Fall ist. Tatsächlich taucht “seine Majestät” überhaupt nicht auf. Der Originaltitel “Sorcerer to the Crown”  ist da etwas präziser und beschreibt treffend das Amt des Protagonisten Zacharias und deutet dezent seinen Loyalitätskonflikt an.



Schreibstil


Da ich das Buch in der deutschen Übersetzung gelesen habe bin ich mir nicht ganz sicher, wessen Stil ich hier beschreibe...

Es werden Fremdwörter verwendet und altertümliche Begriffe - viele davon! Der Schreibstil wirkt auf mich pompös, versucht altmodisch und teilweise umständlich. Das betrifft auch Personen- und Ortsnamen, die dadurch schwieriger zu merken sind. Satzstellungen erscheinen mir gelegentlich bewusst verkompliziert, vielleicht um den Satz “würdevoller” wirken zu lassen. Insbesondere Dialoge erscheinen mir gekünstelt. Wer gerne klassische Romane liest schätzt diesen Stil vielleicht, meinen Geschmack trifft er nicht wirklich. Gut möglich jedoch, dass mich das englischsprachige Original eher überzeugen würde.

Es finden häufige Perspektivenwechsel statt, wodurch man einer erweiterte Innensicht der Charaktere erhält. Die Übersichtlichkeit und Verständlichkeit leiden jedoch darunter; hin und wieder musste ich mich fragen, wessen Gedanken und Gefühlen ich denn gerade folge.



Meinung


Noch bevor ich überhaupt einen Blick ins Buch werfe entdecke ich auf der Buchrückseite den Vergleich mit einem Jane-Austen-Roman, der allerdings auch magische Elemente aufweisen soll. Kurz bin ich geneigt schreiend wegzulaufen denn Jane Austen gehört nicht zu meinem bevorzugten Lesestoff ;)

Wie zu erwarten (und bereits erwähnt) konnte mich der Schreibstil daher natürlich nicht besonders überzeugen, wirkte auf mich häufig gekünstelt und nicht authentisch (vielleicht auch aufgrund der Übersetzung).  

Auch das Setting erschien mir teilweise fremd und unausgereift. Zeitlich angesiedelt ist der Roman in einer Alternativversion  der Regency-Epoche, was durchaus  glaubwürdig wirkt und den Jane-Austen-Vergleich noch erklärt. Die Details jedoch, Orte wie Protagonisten, sind mir zu wenig ausgearbeitet.

Vor meinem geistigen Auge erscheinen die Schauplätze weitestgehend skizzenhaft und unvollständig, schon nach kurzer Zeit kann ich mich nicht mehr daran erinnern. Die Geschichte spielt in England (hauptsächlich in London), es könnte aber auch jeder andere Ort auf jedem beliebigen Planeten sein, da man von der britischen Hauptstadt nicht wirklich etwas zu “sehen” bekommt. Ähnlich verhält es sich zum Beispiel auch mit einem kurzen, enttäuschenden Besuch im Feenland.

Die Protagonisten erscheinen mir stereotyp und teilweise unglaubwürdig. Insbesondere die magiebegabte Prunella zeigt sich abwechselnd als rebellisch, eigensinnig und unabhängig, präsentiert dann aber wieder ein altertümliches Frauenbild und erklärt die Suche nach einem Ehemann als ihr höchstes Ziel im Leben. Ein innerer Konflikt zwischen den verschiedenen Weltanschauungen wird für mich nicht deutlich. Am Rande frage ich mich: Braucht die moderne (wenn auch auf altmodisch getrimmte) Literatur wirklich noch solche Frauenrollen? Anfangs erwartete ich noch eine leidenschaftliche Liebesgeschichte, womit ich mir Prunellas Fixierung auf die Männersuche hätte erklären können, doch Fehlanzeige: die einzig auftauchende Minimal-Romanze klingt für mich völlig sachlich und gefühllos und ich kann mir nicht vorstellen, dass Freunde von romantischer Literatur damit auf ihre Kosten kommen.

Weitere Charaktere kann ich oft nicht gut auseinanderhalten und ich habe kein genaues Bild von ihnen vor Augen weil ich einfach zu wenig von ihnen weiß. Von Protagonist Zacharias beispielsweise ist mir hauptsächlich in Erinnerung geblieben, dass er sehr groß und dunkelhäutig ist. Das ist mir zu wenig.

Die Handlung ist schwierig zu beschreiben und letztendlich der Grund, warum ich trotz zahlreicher Kritikpunkte vier Sterne vergebe. Oft stolperte ich beim Lesen zwar über Logiklöcher und haarsträubende Übertreibungen oder hatte das Gefühl, dass mir noch Informationen fehlen um den Sinn einer Szene zu begreifen; aber sobald ich mich überwinden konnte, die in meinem Kopf aufleuchtenden Fragezeichen zu ignorieren, stelle sich tatsächlich die erhoffte Lesefreude ein. Die Romanhandlung war für mich völlig unvorhersehbar, erschien mir teilweise kunterbunt zusammengewürfelt und auf angenehme Art verrückt, so dass gut drei viertel des Buchs mich prima unterhalten haben. Der Roman scheint keinen Regeln zu folgen; die Fantasie der Autorin wirkt riesig, fast kindlich (im besten Sinn) und erinnert mich teilweise ein klein wenig an die gigantischen, und herrlich verrückten Welten, die Autoren wie Michael Ende und Terry Pratchett erschaffen haben.

Wer sich also auf einen Roman einlassen kann, der einige Fragen offen lässt, dafür aber mit außergewöhnlichen Ideen punkten kann, der wird an “Die Magier seiner Majestät” viel Freude haben.

Die Autorin arbeitet zur Zeit offenbar an einer Fortsetzung; über einen konkreten Veröffentlichungstermin konnte ich allerdings nicht nichts in Erfahrung bringen.

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26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

the song of ice and fire, game of thrones, das lied von eis und feuer, daniel bettridge, die sieben königslande von westeros

Die Sieben Königslande von Westeros

Daniel Bettridge , Karen Gerwig
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492281133
Genre: Sachbücher

Rezension:

Kurzbeschreibung


Von der dornischen Wüste bis zur Mauer im kalten Norden gibt es einiges zu entdecken in den sieben Königslanden. Fans der Serie “Game of Thrones” sollen mithilfe dieses Reiseführers ihr geliebtes Westeros erkunden können und erhalten neben Hinweisen auf Sehenswürdigkeiten, kulinarische Spezialitäten und Übernachtungsmöglichkeiten auch denen einen oder anderen Einblick in die politischen Verhältnisse des vielseitigen Kontinents.



Gestaltung


Das Cover ist vielversprechend: Auf einem hellen grau-weißen Kartenhintergrund prangt ein roter Drachenkopf, der Titel ist ebenfalls rot schattiert. Es fällt nicht schwer in der Farbwahl Eis und Feuer zu erkennen, eine Symbolik, die Fans der Serie sicher zu schätzen wissen.

Schlägt man das Buch auf entdeckt man den Drachenkopf - nun in schwarz-weiß - zu Beginn eines jeden Kapitels, außerdem schmücken hin und wieder grau hinterlegte Kästchen die Seiten. Die einzelnen Kapitel sind am Rand gekennzeichnet. Und das wars auch schon, was die Gestaltung angeht. Keine Bilder, keine Grafiken, eine einzige, nicht sehr detaillierte Karte von Westeros über die letzten 4 Seiten gedruckt. Zur Sicherheit schaue ich nochmal auf den Titel: Ja, da steht wirklich “Reiseführer”. Darunter hatte ich mir etwas anderes vorgestellt.



Meinung zum Inhalt


Kein Vorwort, kein Nachwort und somit keinerlei Informationen darüber, woher der Autor die “Informationen” hat, die er hier präsentiert. Stimmen die vorgestellten Orte überhaupt mit denen aus den Büchern und/oder der Serie überein oder entstammt einiges vielleicht der Fantasie des Verfassers? Schwer zu sagen. Die meisten Gasthäuser, Sehenswürdigkeiten und Landschaftsmerkmale, über die berichtet werden, sind mir entweder wohlbekannt, oder sagen mir überhaupt nichts. Möglicherweise handelt es sich um ein sprachliches Problem, denn da ich Game Of Thrones auf Englisch schaue, kann es schon mal vorkommen, dass ich eine Übersetzung nicht gleich erkenne. Da keine Karten vorhanden sind und die Ortsbeschreibungen auch oft schwammig formuliert sind, kann ich die fraglichen Wegpunkte aber auch nicht näher untersuchen. Natürlich könnte ich google und meine Sammlung detaillierten Kartenmaterials zu Rate ziehen, aber wozu habe ich dann diesen “Reiseführer” wenn ich auf Hilfe angewiesen bin um etwas mit ihm anfangen zu können?

Unklar ist für mich auch, ob ich mir als Leser jetzt vorstellen soll, ich würde ins tatsächliche Westeros aus Game Of Thrones reisen oder ob es mehr um eine theoretische Version des Kontinents geht und ich meine Fantasie gar nicht so sehr bemühen soll. Über Touristenströme in Winterfell wird berichtet, der Rote Bergfried in Königsmund zur Besichtigung empfohlen, als sei das ein unbewohnter Bereich, in den man einfach so hinein spazieren kann. Das ist nicht das Westeros, das ich kenne; das klingt für mich eher wie eine Attraktion in einem Freizeitpark.

Schon klar, dass es hier um eine fiktive Welt geht, in der nicht alles hundertprozentig stimmen muss. Aber was ist der Sinn eines solchen Buches, wenn ich mir mit dessen Hilfe eben nicht ausmalen kann, wie es wäre, wenn Westeros ECHT wäre?

Eines muss man Daniel Bettridge lassen: Er schreibt recht humorvoll und findet immer wieder Möglichkeiten, auf Ereignisse in der Serie anzuspielen oder quasi daraus zu zitieren. Dass er meinen Humor damit nicht trifft und ich die meisten Anspielungen überhaupt nicht lustig finde, ist wahrscheinlich einfach Pech. Mich stört es viel zu sehr, dass er einmal als Experte auftritt und einen harten Westerosi-Ton anschlägt, dann aber wieder ausweichende und vage Formulierungen benutzt, als wolle er sich nicht festlegen, welchen “Stand der Dinge” er denn nun präsentiert. Natürlich ist Aktualität in Westeros eine schwierige Sache; ständig sterben Leute und der eiserne Thron wird von einem König zum nächsten weitergereicht. Aber wenn man die Vorgeschichte der Serie im Auge behält, ist die politische Unbeständigkeit ein noch ziemlich neues Phänomen. Ich hätte es daher vorgezogen, wenn in diesem Reiseführer auf vermeintliche Aktualität verzichtet worden wäre oder man sich wenigstens auf einen konkreten Zeitpunkt festgelegt und Fakten statt Andeutungen präsentiert hätte. Oder - und das ist jetzt eine ganz verrückte Idee - man hätte mit der Veröffentlichung einfach warten können bis die Serie zu Ende ist und damit ein Werk geschaffen, dass auch nach der letzten Staffel noch “richtig” und aktuell ist.

Alles in allem sind einzelne Abschnitte durchaus gelungen, aber ohne jegliche Anschaulichkeit und bei unklarer Kompetenz des Autors hat es mir überhaupt keinen Spaß gemacht das Buch zu lesen.

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

rezension, omni, science fiction, andreas brandhorst

Omni

Andreas Brandhorst
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492703598
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Kurzbeschreibung


In ferner Zukunft - die Erde ist kaum noch mehr als ein Gerücht - ist die gesamte Milchstraße besiedelt. Die Galaxie wird beherrscht von Omni, einem Zusammenschluss der Superzivilisationen. Doch auch andere Fraktionen wollen ihren Einfluss ausweiten, allen voran die geheimnisvolle “Agentur”.

Forrester, ein ehemaliger Mitarbeiter der Agentur, wird in seinem selbstgewählten Exil aufgespürt und erhält einen unmöglichen Auftrag: Er soll den zehntausend jährigen Aurelius, der Reisender im Dienst von Omni ist, entführen. Ein wahnsinniges Unterfangen, da die Macht Omnis grenzenlos erscheint, aber den Auftrag abzulehnen würde Forrester mehr als nur sein Leben kosten. Also macht er sich auf den Weg, unfreiwillig in Begleitung seiner eigensinnigen Tochter Zinnober, um Aurelius zu treffen und herauszufinden, was die Agentur mit ihm vor hat.

Mit der Planung ihrer Mission hätten Forrester und Zinnober eigentlich schon genug zu tun, doch schon bald beginnt auch die Vergangenheit die beiden unfreiwilligen Agenten einzuholen und plötzlich läuft nichts mehr nach Plan.



Cover


Ein Raumschiff irgendwo im Weltall, im Hintergrund ist die Silhouette eines Planeten zu erkennen, alles wird umrahmt von kleinen Trümmerteilen, die möglicherweise einer Explosion entstammen. Das Cover sieht toll aus, verrät aber auch nicht viel. Schön ist: Der Stil ist der gleiche wie bei anderen Romanen von Andreas Brandhorst: Kenner erkennen es, Sammler schätzen sicher die gleichbleibende Optik.



Schreibstil


Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich bin von “Omni” ziemlich begeistert! Andreas Brandhorst überzeugt mich mit einem anspruchsvollen aber gut verständlichen Schreibstil; auch die Erzählgeschwindigkeit ist nach meinem Geschmack genau richtig gewählt, so dass der Roman durchweg spannend bleibt.

“Wissenschaftliche” Sprachelemente  (und die zugehörigen Erklärungen) sind glaubhaft und könnten als “echt” durchgehen.


Neue Begriffe werden nach und nach eingeführt und immer wieder neu beleuchtet, so dass  mein (häufig erwähntes)  geringes Konzentrationsvermögen immer mithalten kann und ich mich nie fragen muss “Was heißt das nochmal?”. Am Ende des Buches findet sich sogar ein Glossar in dem alle wichtigen Begriffe erklärt werden; ich hatte während des Lesens allerdings nie das Bedürfnis nach einem Glossar zu suchen, deswegen habe ich es erst am Ende entdeckt und wohlwollend zur Kenntnis genommen. :)

Die Protagonisten werden zunächst recht knapp vorgestellt, Details fließen auch hier immer wieder beiläufig in die Erzählung ein, so dass ich schnell ein Bild der Charaktere vor Augen habe, das immer aktuell gehalten und vertieft wird.



Meinung


Schon lange ist es her, dass ich einen Science Fiction Roman gelesen habe. Als Jugendliche war ich von dem Genre recht angetan, daher war ich gespannt, ob Andreas Brandhorst mich mit “Omni” überzeugen würde. Die kurze Antwort ist: Ja!

Das gesamte Setting ist phänomenal und wurde offenbar detailliert ausgearbeitet; dabei ist das gigantische Ausmaß des “Omniversums” vorstellbar, der Leser erhält aber zunächst nur  Einblick in ausgewählte Bereiche. Die Basis für viele weitere Romane ist vorhanden, meine Neugier auf mögliche Fortsetzungen ebenso.

Auch die einzelnen Schauplätze sind fantasiereich ausgestattet;  dabei vermag der Autor mit wenigen präzisen Details ein großes Gesamtbild zu erschaffen und beweist eindrucksvoll, dass eine Geschichte nicht auf dem Papier sondern im Kopf des Lesers stattfindet. Ich will nicht ständig mit dem Begriff “Kopfkino” daherkommen, aber das ist es, was mir beim Lesen am meisten Spaß macht: wenn ich vergesse, dass ich überhaupt lese und ohne jede Anstrengung aus Worten Bildern werden. Omni gelingt es mühelos, diesen Prozess in Gang zu setzen!

Lust auf mehr macht auch der Anhang, der nicht nur das bereits erwähnte Glossar enthält sondern auch eine kurze Erklärung der im Buch erwähnten Zivilisationen sowie eine Chronologie, die ab dem Jahr 2049 schildert, welche Entwicklungen die Menschheit sowie die übrigen Zivilisationen der Milchstraße durchgemacht haben. Die Chronologie umfasst zwar lediglich drei Seiten, zeugt aber von einer gut durchdachten Gesamtstruktur, was mir sehr gefällt.

Die Protagonisten wirken teilweise leicht stereotyp, da sie aber über erfrischende Details und einzigartige Charakteristika verfügen stört mich das nicht im Geringsten. Wie bereits erwähnt sind alle Charaktere gut zu unterscheiden und mein geliebtes Kopfkino erstellt mühelos ein passendes Bild.

Der Handlungsstrang ist von Beginn an übersichtlich und gut nachvollziehbar. Dazu tragen auch geschickte und teilweise unerwartete Perspektivenwechsel bei, die dem Leser interessante Einblicke geben und mit Informationen versorgen. Dabei verliert der Autor sich aber nicht in überflüssigen Beiläufigkeiten und stellt stets die Verbindung zum Hauptgeschehen her. In einer kurzen Rückblende wird anschaulich die Vorgeschichte von Forrester und Zinnober  geschildert.

Die einleitenden Geschehnisse und Wendungen sind recht absehbar, aber gut dargestellt und tragen dazu bei, dass man sich beim Lesen schnell “heimisch” fühlt.

Auch im weiteren Verlauf bietet die Romanhandlung keine allzu großen Überraschungen, was ich aber nicht störend fand. Im Gegenteil: der Handlungsverlauf  ist harmonisch und wirkt dank fantasiereicher Details wie eine Geschichte, die man so ähnlich schon mal gehört hat, hier aber in völlig neuen Farben daher kommt. Das Buch konnte mich durchweg fesseln und ich hatte viel Spaß beim Lesen.


Wer mit Omni auf den Geschmack gekommen ist, muss auch nicht lange auf Nachschub warten: “Das Arkonadia-Rätsel” , das ebenfalls im “Omniversum” spielt, erscheint bereits am 2.Mai 2017.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Nach dem Wochenende bin ich erst mal #krank

Tin Fischer , Ole Häntzschel , David Goldwich
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.12.2016
ISBN 9783492309837
Genre: Sachbücher

Rezension:

Kurzbeschreibung


Die drei fleißigen Co-Autoren Tin Fischer , David Goldwich und Ole Häntzschel haben unzählige Fotos und die zugehörigen Hashtags (#) der Social-Media- Plattform Instagram ausgewertet um Trends zu analysieren und uns endlich Antwort auf die wichtigsten Fragen zu geben: Welchen Körperteil fotografieren wir am häufigsten? Womit gewinnt man die meisten “Likes”? Stimmt es, dass montags mehr Menschen #krank sind als an anderen Tagen? Und wann genau ist eigentlich die “Lebkuchenwende”?



Gestaltung


Das Buch enthält wenig Text, dafür viele Bilder und hat somit das Potenzial sowohl Bücherliebhaber als auch nicht- (oder wenig-) lesende Instagram-Fans anzusprechen. Cover sowie Buchseiten sind vollständig schwarz, die Grafiken und Statistiken sind in leuchtenden Neonfarben dargestellt. Das sieht edel aus und gleichzeitig ziemlich cool und modern. Die einzelnen Grafiken sind kreative Eyecatcher und übersichtlich gestaltet. Häufig geben z.B. die Größenverhältnisse der Bilder Aufschluss über die Häufigkeit der analysierten Hashtags oder Likes. Einziges Manko: Die mattschwarzen Seiten ziehen Fingerabdrücke und Schmierflecke magisch an. Trotz sauberer Finger (nicht frisch gewaschen, aber alltags-sauber) sind direkt Flecken zu sehen, die mit der Zeit zwar ein wenig verblassen, aber nicht vollständig verschwinden. Da empfehlen sich tatsächlich Handschuhe bzw. extreme Vorsicht, insbesondere wenn man vor hat das Buch zu verschenken.



Meinung zum Inhalt


Bilder schauen, statt  lesen…


....und zwischendurch ist das ja mal ganz unterhaltsam. Obwohl ich Instagram schon seit einiger Zeit nicht mehr nutze, finde ich das Buch überraschend interessant und sogar informativ. Die analysierten Daten wurden meiner Meinung nach gut ausgewählt, so dass die Themen interessant bleiben. Häufig werden auch Zusammenhänge zwischen ähnlichen Inhalten bildhaft dargestellt.

So erhält man beispielsweise Einblick in die Geschichte der Selfiekultur, erfährt welche Bücher am meisten gelesen (oder zumindest fotografiert) wurden aber auch, welche Hashtags nicht gerne gesehen sind und sogar von Instagram gesperrt werden. Auch der allseits beliebte #foodporn und unsere geliebten Haustiere sind natürlich mit von der Partie.

Dabei erklären die Autoren in einem kurzen Text über ihre Methodik, dass es sich ganz klar nicht um eine wissenschaftliche Arbeit sondern ein Kunstwerk handelt. Für den optischen Anspruch ist das ganz klar gelungen.

Schade finde ich trotzdem, dass nicht ersichtlich ist, woher genau die Daten eigentlich kommen; Beispielsweise scheint es so, als seien nur Beiträge aus Deutschland oder Hashtags in Deutscher Sprache ausgewertet worden, allerdings taucht an einer Stelle eine köstliche und offensichtlich internationale Pizza-Statistik auf, an einer anderen Stelle wird der Hashtag #music auf Englisch einbezogen. Als ehemaliger Instagram-User weiß ich, dass viele deutsche Instagramer auch englische Kommentare und Hashtags nutzen um ein breiteres Publikum anzusprechen. Fallen die dann aus der Statistik?

Auch ist nicht eindeutig geklärt in welchem Zeitraum die Daten erhoben wurden. “Ein Jahr lang” heißt es in der Einleitung und das Jahr 2013 wird genannt. Häufig sind den einzelnen Grafiken aber detaillierte Zeitangaben beigefügt, auch von 2014 und ‘15. Das verwirrt, da offenbar nicht das gesamte Buch den gleichen Zeitraum repräsentiert. Unter dem Gesichtspunkt, dass es sich um ein “Kunstwerk” handelt kann man das wohl so durchgehen lassen, aber sonderlich aussagekräftig sind die Auswertungen dadurch nicht mehr, insbesondere da bei einem tagesaktuellen Medium wie Instagram Trends schnell zum“alten Hut” werden.

Trotz der kleinen Kritikpunkte hat mir das  “Lesen” viel Spaß gemacht und ich kann das Buch weiter empfehlen.

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

finnland, alten-wg, rentner

Whisky für drei alte Damen oder Wer geht hier am Stock?

Minna Lindgren , Jan Costin Wagner , Niina Wagner
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 10.11.2016
ISBN 9783462049152
Genre: Romane

Rezension:

Kurzbeschreibung


Da ihre Seniorenresidenz “Abendhain” vom Renovierungschaos überrollt wird, gründen die drei uralten Freundinnen Siiri, Anna-Liisa und Irma kurzerhand eine WG. Mit von der Partie sind Anna-Liisas Ehemann der “Botschafter” und die schwermütige Margit. Doch das WG-Leben gestaltet sich anstrengender als erwartet und es fällt den Freundinnen nicht immer leicht, die Eigenheiten und Marotten der anderen zu ertragen.


Cover


Das Cover besteht aus einer wunderschön gestalteten Collage von Ranken, Flügeln und anderen zauberhaften Motiven, in deren Zentrum in geschwungener Schrift der Titel prangt. Die Farbauswahl ist sehr harmonisch, insbesondere die verwendeten Blautöne, die sowohl im Titel als auch in den abgebildeten Vergissmeinnicht zu finden sind finde ich sehr ansprechend. Das Cover wirkt zugleich altmodisch und modern, was ich sehr gelungen finde.


Schreibstil


Minna Lindgren schreibt sehr ausführlich, beschreibt detailliert den Alltag der alten Damen und die damit verbundenen Komplikationen. Vor allem zu Beginn schildert sie liebevoll die Gedanken und Gefühle ihrer Protagonistin Siiri. Teilweise erschienen Sätze mir “merkwürdig” und unpassend; Da ich das Buch auf Deutsch gelesen habe, kann das natürlich an der Übersetzung liegen. Die finnischen Eigennamen sind etwas gewöhnungsbedürftig, aber meiner Ansicht nach sorgfältig gewählt, so dass auch ein internationales Publikum damit zurecht kommt. Die Erzählung ist nicht durchgängig, oft fehlen Tage oder Wochen, die ohne Erklärung ausgelassen wurden. Hin und wieder werden allerdings auch Kapitel mit einer Beschreibung des Tages eingeleitet, später stellt sich jedoch heraus, dass es noch der gleiche Zeitpunkt ist wie im vorhergehenden Kapitel



Meinung


Döden, döden, döden


“Whisky für drei alte Damen” entspricht leider gar nicht meinem Geschmack. Dem Klappentext nach zu urteilen soll der Roman humorvoll sein, meinen Humor trifft er allerdings nichts. Langatmig und schrecklich deprimierend wird immer wieder beschrieben, wie die alten Leute auf sich selbst gestellt sind und mehr oder weniger hilflos durch ihren Alltag rudern. Dabei kommt man an Themen wie “Sterbehilfe”, “Misshandlung durch Pflegekräfte” oder “würdevolles Altern” nicht vorbei - meiner Meinung nach sehr wichtige Themen, über die man sprechen sollte! Aber ich möchte sowas bitte nicht in einem Roman untergejubelt bekommen, der so tut als wäre er lustig. Die im Buch erwähnten “Missstände”  und Probleme halte ich für einigermaßen realitätsnah und das finde ich gar nicht witzig sondern einfach nur traurig.

Ich habe den Vorgängerroman “Rotwein für drei alte Damen” nicht gelesen und hatte daher anfangs Schwierigkeiten die Protagonisten auseinanderzuhalten. Es werden mehr als drei alte Damen vorgestellt und für mich war bis zum Schluss nicht klar, warum ausgerechnet drei der Damen nun die Hauptpersonen sind und die vierte sowie der alte Herr nichts im Titel verloren haben. Obwohl ich den Vorgänger nicht kannte, war mir die “Einleitung”  aber trotzdem zu lang und spannungsfrei - es passiert schlicht gar nichts Aufregendes. Leider trifft das auch auf den Rest des Romans zu.

Es wird zwar hin und wieder das mysteriöse Verschwinden und Wiederauftauchen eines Gegenstandes erwähnt, sowie fremde Menschen, die sich in der Nähe der Rentner-WG herumtreiben oder sich sogar Zutritt zur Wohnung verschaffen wollen, die alten Damen (und  der Herr) interessieren sich aber kaum dafür und die Sache wird nicht weiter verfolgt. Man könnte vermuten das mangelnde Interesse der Senioren an solchen Geschehnissen sei auf Senilität und Verwirrtheit zurückzuführen. Andererseits werden sie aber als “aufgeweckt” und “agil” beschrieben, lösen Sudokus, schreiben Beschwerdebriefe und diskutieren über finnische Grammatik... Natürlich sind alte Menschen (wie junge übrigens auch) nicht jeden Tag gleich “fit”, aber dass die Protagonisten bei bestimmten Themen plötzlich jeglichen gesunden Menschenverstand verlieren erscheint mir einfach unglaubwürdig. Dass eine der Damen immer wieder ohne jeglichen Zusammenhang “Döden, döden döden” in den Raum wirft und eine andere gelegentlich einen Hahn imitiert, verbessert meinen Eindruck nicht gerade. “Döden” ist übrigens laut google-Übersetzer  Schwedisch (Ja, Schwedisch, nicht Finnisch) für “Tod”. Was daran witzig sein soll und warum ausgerechnet dieses Wort in Schwedisch da stehen muss und nicht übersetzt wird ist mir unverständlich.

Um Seite 280 herum habe ich aufgehört zu lesen, da der Roman mich nur noch frustriert und gelangweilt hat.

Vergebene Sterne setzen sich wie folgt zusammen:

Ein Stern für mein Versäumnis, den Vorgänger zu lesen, der mich vielleicht auf Band 2 vorbereitet hätte.

Ein Stern für die letzten (nicht gelesenen) ca 70 Seiten, die vielleicht doch noch interessant gewesen wären.

Und ein Stern für die Weltanschauung der Autorin, die ich glaube zwischen den Zeilen zu lesen und die ich wirklich sympathisch finde. Leider ist mir nicht klar, in welchem Umfang die geschilderten sozialen Missstände der  Fantasie der Autorin entspringen und was genau auf gewissenhafter Recherche beruht. Ich kann dem Roman also nicht einmal einen gewissen Informationsgehalt abgewinnen.

Immerhin hat das Buch nur um die 350 Seiten, Schnellleser mit Interesse an der Thematik kommen also möglicherweise auf ihre Kosten.

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698 Bibliotheken, 19 Leser, 0 Gruppen, 182 Rezensionen

nina mackay, plötzlich banshee, banshee, fantasy, feen

Plötzlich Banshee

Nina MacKay
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2016
ISBN 9783492703932
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kurzbeschreibung

Privatdetektivin Alana lebt mit ihrem besten Freund in einer Vorstadt von Santa Fe, wo seit kurzem mysteriöse Morde geschehen. Ihre eigenen Ermittlungen kollidieren hin und wieder mit der Arbeit der Polizei, insbesondere der unverschämt gutaussehende Detective Shane ist Alana immer wieder im Weg. Aber das ist nicht das einzige Problem der chaotischen Ermittlerin. Nicht genug, dass Alana Missgeschicke und Unglücke scheinbar magisch anzieht, sie hat auch noch die beunruhigende, von Zeit zu Zeit aber recht nützliche Fähigkeit, rückwärts laufende Uhren über den Köpfen aller Menschen zu sehen, die Auskunft über deren Todeszeitpunkt geben. Ob es ihr nun gefällt oder nicht: Alana ist eine Banshee, also eine Todesfee. Mit einer solchen Fähigkeit ausgestattet, sollte es eigentlich kein Problem sein, Leben zu retten und schaurige Morde zu verhindern, aber wie Alana schnell feststellen muss, gibt es noch andere magische Wesen in ihrer Umgebung und nicht alle sind ihr freundlich gesinnt.


Cover

Der blassblaue Totenkopf, der von pastellfarbenen Blütenmustern umspielt  wird wirkt frech, lustig und ein kleines bisschen makaber. Die humorvolle Stimmung des Buches wird hier ebenso widergespiegelt, wie das verspielt-chaotische Wesen der Protagonistin. Das Ganze vor einem mattschwarzen Hintergrund ergibt ein ansprechendes  Cover, das zugleich edel und frech wirkt.


Schreibstil

Autorin Nina MacKay schreibt “locker vom Hocker”,  frisch und frech drauf los. Ihre Protagonistin Alana erzählt in der Ich-Form und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.  Sie ist eine moderne, junge Frau und genauso drückt sie sich eben auch aus. Das wirkt authentisch, ist ungemein unterhaltsam und hin und wieder ist man geneigt, ein neues Wort in den eigenen Sprachschatz aufzunehmen (Ich sage nur : “Nilpferdkacke”).  Die Ich-Erzähler-Form ist natürlich eine besonders spannende Art, eine Geschichte zu erzählen; insbesondere wenn man, wie in “Plötzlich Banshee”, die Erzählerin fast ununterbrochen in ihrem Alltag begleitet und so schnell das Gefühl hat, an ihrem abenteuerlichen Leben teilzuhaben.

Zeitweise wechselt die Autorin die Perspektive und berichtet in der dritten Person, was andere Charaktere erleben. Dabei gelingt es ihr sehr gut, den Sachverhalt klarer darzustellen ohne jedoch den Erzählfluss unnötig zu unterbrechen.



Meinung


Wenn die Banshee schreit…. ist das Chaos vorprogrammiert!


“Plötzlich Banshee” ist mal wieder so ein Roman, den ich mir nicht selbst ausgesucht habe und daher nur halb freiwillig gelesen habe. Umso überraschter war ich, wie gut ich unterhalten wurde! Schon früh wird Spannung aufgebaut, nicht nur durch die eigentliche Storyline sondern auch durch zahlreiche kleine Geheimnisse und Anspielungen auf eine Vorgeschichte, die immer wieder in die Erzählung einfließen.

Das Buch ist durchweg spannend und teilweise zum Schreien komisch. Trotz wenig Ernsthaftigkeit ist es der Autorin aber gelungen, ihre Heldin Alana glaubwürdig und echt wirken zu lassen, so dass man ihr auch komplizierte und schwierige Emotionen abkauft. Und das alles im herrlich alltagssprachlichen Ton, wie beim Kaffeekränzchen unter Freunden.

Auch die übrigen Charaktere finde ich sehr gelungen, sie wirken größtenteils sympathisch und oft auch geheimnisvoll. Es ist nicht ganz einfach, herauszufinden, wer auf welcher Seite steht, was dem Leseerlebnis zusätzlichen Ratespaß hinzufügt.

Der Roman enthält zahlreiche Fantasy-Elemente, die meines Wissens nach vor allem aus der keltischen Mythologie entlehnt sind und im Laufe der Erzählung detaillierter werden und mit einer soliden Vorgeschichte verknüpft werden. Dabei bleibt die Handlung nachvollziehbar; Hintergrundinformationen werden geschickt eingestreut, ohne mit allzu vielen komplizierten Details zu langweilen.

Der modern-urbane Schauplatz stellt einen schönen Kontrast zu all dem “Märchenhaften” dar und vermeidet, dass die Geschichte in pseudoromantischen Kitsch abdriftet.

A propos Romantik: Die beinhaltete “Liebesgeschichte” ist leider nicht so ganz mein Fall, sowas finde ist einfach schnulzig. Aber da der Roman eine deutlich jüngere Zielgruppe als mich ansprechen soll und die Autorin nun wirklich nichts dafür kann, dass ich so romantisch veranlagt bin wie eine Kettensäge, ziehe ich dafür mal keine Punkte ab. ;-)

Ein bisschen übertrieben fand ich die häufigen Missgeschicke der Protagonistin. Obwohl die Autorin dafür eine wirklich gute Erklärung parat hat, habe ich beim Lesen irgendwann ein bisschen den Spaß an “Oh, noch ein Unglück” verloren. Zum Glück ist mir nur eine solche Szene in Erinnerung geblieben. Insgesamt liest sich der Roman sehr schnell und entspannt und bleibt durchweg interessant.

Das Ende erschien mir etwas abrupt und zu schnell und lieblos erzählt wofür ich nun doch geneigt war, einen Stern abzuziehen.  Da aber der eigentliche Handlungsstrang hervorragend zu Ende gebracht wurde und das Buch mich durchweg gut unterhalten hat, bleibe ich bei 5 Sternen.

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

krie, imperium, christoph hardebusch, reihe, fantasy

Schattenkaiser

Christoph Hardebusch
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492703710
Genre: Fantasy

Rezension:

Kurzbeschreibung:

Das junge Mädchen Ariadne entkommt nur knapp und mit Hilfe des geheimnisvollen Fremden Dariush dem Überfall auf ihr Heimatdorf.

Währenddessen wird Valeria, die Oberbefehlshaberin des imperialen Heeres, in die weit entfernte Hauptstadt beordert -  obwohl ihre Fähigkeiten viel dringender zur Verteidigung der Grenze benötigt werden.

Zeitgleich macht sich der Rabenschamane Brayn auf den Weg, um Valeria eine geheime Botschaft zu überbringen.

Irgendetwas geht im riesigen Imperium der Menschen nicht mit rechten Dingen zu. Doch ist der junge Kaiser in der Lage und willens den wahren Feind zu erkennen?


Cover:

Über nahezu das gesamte Cover erstreckt sich eine gewaltige, blutrote Standarte, die vom Abbild einer mysteriösen schwarzen Maske gekrönt wird. Dazwischen lugen Speere hervor, weit im Hintergrund entdeckt man kriegerische Gestalten. Das Cover verspricht ruhmreiche Schlachten und lockt mit dem geheimnisvollen Abbild. Seine Gestaltung spiegelt gut die Stimmung des Romans wieder.


Schreibstil:

Mit “Schattenkaiser” bin ich zum ersten mal in den Genuss eines Romans von Chistoph Hardebusch gekommen. Detailliert und bildhaft vermag er es, Orte und Charaktere zu beschreiben, insbesondere haben mich häufig die geschilderten Gespräche beeindruckt, bei denen das berühmt-berüchtigte “Kopfkino” besonders angesprochen wird. Ich konnte die Szenen förmlich vor mir sehen, mir die Stimmen der einzelnen Personen vorstellen, sowie die geschilderte Umgebung als “Bühnenbild” wahrnehmen.

Die einzelnen Kapitel lesen sich flüssig, die Atmosphäre ist greifbar. Die Wortwahl ist bis auf einige notwendige “Fachbegriffe” einfach gehalten und gut verständlich. Die Protagonisten sind sorgfältig ausgearbeitet und ansprechend, einzig das Mädchen Ariadne erscheint mir etwas “farblos”, so dass ich bis zum Ende kein klares Bild von ihr vor Augen habe. Möglicherweise ist das beabsichtigt, um Ihre Rolle ein wenig im Dunkel zu halten.

Schwierigkeiten beim Lesen bereiteten mir die, für High Fantasy typischen, zahlreichen verschiedenen Handlungsstränge, die alle mit der gleichen Sorgfalt und Ausführlichkeit behandelt werden, sich aber fast gar nicht überschneiden und erst sehr spät überhaupt in einen Zusammenhang gebracht werden.


Meinung:

Insgesamt erinnern der Aufbau des beschriebenen Imperiums der Menschen, sowie viele verwendete Begriffe, an das Antike Römische Reich, was jedem, der einmal die Nase in einen Asterix Comic gesteckt hat, das Gefühl geben wird, etwas Vertrautes zu lesen. Auch der Romantitel “Schattenkaiser” ist in diesem Zusammenhang geschickt gewählt, deutet er doch an, dass das Imperium möglicherweise bereits den mächtigen Händen des Kaisers entgleitet. Der Kreativität des Autors ist es zu verdanken, dass trotz angenehmer Vertrautheit kein schlechter Abklatsch herausgekommen ist, sondern aus alten Wurzeln etwas erfrischend Neues gewachsen ist. Dabei stellte sich für mich lediglich die Schwierigkeit heraus, die “Regeln” der beschriebenen Welt zu begreifen. Inwieweit Magie vorhanden ist und genutzt werden kann und auch welche Arten von (Lebe-)Wesen ich erwarten kann, waren mir nicht ganz klar. Ich konnte so nur schlecht spekulieren wie die “Auflösung” sein würde, was ich ein bisschen schade fand. Trotzdem sind historische sowie religiöse Hintergründe der erzählten Geschichte gut ausgearbeitet. Für meinen Geschmack hätte es lediglich etwas ausführlicher sein können.


Wie bereits erwähnt, gibt es zahlreiche Handlungsstränge, die mein geringes Konzentrationsvermögen ziemlich herausgefordert haben.

Aus diesem Grund konnte der Roman mich nicht dauerhaft fesseln, denn nach einer Lesepause musste ich mich immer wieder neu orientieren, was mir nur deshalb einigermaßen problemlos gelang, weil die Protagonisten wirklich gut zu unterscheiden sind, ihre Besonderheiten immer wieder geschickt beiläufig erwähnt werden und man sich mmeist problemlos in sie hineinversetzen kann. Namen kann ich mir nicht sonderlich gut merken, trotzdem konnte ich jeden Charakter nach einer oder zwei Seiten “wieder erkennen”.

Oft verlor ich aber nach einem spannenden Kapitel vorübergehend die Leselust, weil im nächsten an einen anderen Handlungsstrang angeknüpft wurde, der mich in dem Moment “gar nicht interessierte” und ich lieber gewusst hätte wie es an einer anderen Stelle weitergeht. Das Erzähltempo bzw die Spannung variieren auch stark, oft wird man von einer extrem spannenden und geheimnisvollen Szene in eine langsamere und vermeintlich unbedeutendere geschubst, was teilweise auch ein wenig meine Lesefreude gehemmt hat.

Trotzdem sind alle einzelnen Handlungsstränge und damit der gesamte Roman sehr gelungen und absolut lesenswert. Wer über die nötige Geduld  und Konzentrationsfähigkeit verfügt, die gut 400 Seiten auf einmal zu verschlingen, wird sicher auch weniger Schwierigkeiten mit den “Anschlüssen” haben.  

Schade fand ich allerdings, dass trotz großartigem Epilog, das Romanende kein wirkliches Ende ist und stark auf eine Fortsetzung hindeutet. Da ich das nicht erwartet hatte, war ich ein wenig enttäuscht.

Die Protagonisten der verschiedenen Handlungsstränge wurden mehr oder weniger in eine typische Cliffhanger-Position gebracht, was ich im Nachhinein als geschickte und sorgfältige Planung deute. Bei einigen Charakteren war mir während des Lesens aber noch nicht klar, dass ich hier das (vorläufige?) Ende ihrer Geschichte erlebe, so dass ich mich schon jetzt kaum noch daran erinnern kann, in welcher Situation sie sich gerade befinden und ich das Buch noch einmal lesen müsste, bevor ich mich über eine mögliche Fortsetzung hermache.

Noch ein Wort zum Prolog: Brilliant!!! Selbst wenn der Rest des Romans schnarchlangweilig gewesen wäre, hätte ich auf jeden Fall weitergelesen, nur um hinter das Geheimnis der ersten vier Seiten zu kommen!



Fazit:

Die letztendliche Beurteilung von “Schattenkaiser” fiel mir sehr schwer. Ein ausgezeichneter Roman, dessen Stil einfach nicht vollkommen meinen Lesebedürfnissen entspricht. Viel zu interessant, um ihn ungelesen ins Regal zurück zu stellen, aber nicht fesselnd genug, um mir schlaflose Nächte zu bereiten. Ich habe mich für vier von fünf Sternen und eine eindeutige Leseempfehlung an alle Fantasy-Begeisterten entschieden!

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Die Chroniken der Nebelkriege 3: Die Letzte Flamme

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Flexibler Einband: 474 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 25.01.2010
ISBN 9783473583515
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Geborene des Lichts

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E-Buch Text: 211 Seiten
Erschienen bei BookRix, 29.09.2016
ISBN 9783739674155
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Die Chroniken der Nebelkriege 2: Der eisige Schatten

Thomas Finn
Flexibler Einband: 505 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 14.09.2009
ISBN 9783473582990
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Erschienen bei Knaur, 01.08.2016
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Die Kräfte der Comyn

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Fester Einband: 191 Seiten
Erschienen bei Weltbild Verlag Sammler Editionen, 01.01.2000
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Der verbotene Turm

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E-Buch Text: 433 Seiten
Erschienen bei Edel:eBooks, 31.10.2014
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Das Zauberschwert

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