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84 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

liebe, italien, aprikosen, claudia winter, erbe

Aprikosenküsse

Claudia Winter
Flexibler Einband: 340 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.02.2016
ISBN 9783442483907
Genre: Liebesromane

Rezension:


Cover:
Ich empfinde das Cover für diese Geschichte als sehr erfrischend. Das Bild verrät nicht viel über den Inhalt, das übernimmt der herausragende Titel. Das Cover sticht mit seiner hellblauen Farbe hervor und harmoniert hervorragend mit den frischen Aprikosen, in die man am liebsten sofort reinbeißen möchte.
In einem Buchladen würde dieses Buch mir wahrscheinlich gerade wegen seiner Aufmachung gleich ins Auge stechen.

Inhalt:
Nach einigen missglückten Versuchen Fuß in der Welt der Autoren zu fassen, hat die Halbitalienerin Hanna Philipps eine neue Leidenschaft gefunden. Sie beurteilt Gastronomien rund um die ganze Welt und schreibt über ihre Erfahrungen in ihrer Kolumne. Dumm nur, dass ihre letzte Kritik wenig vorteilhaft für das italienische Restaurant einer alten Dame ausfiel, woraufhin diese an einem Herzinfarkt verstirbt.
Die Klage der Hinterbliebenen droht Hanna den Job zu kosten, doch ihr Chef bietet ihr einen Ausweg an. Sie muss erneut nach Italien und Abbitte leisten. Nicht besonders einfach, denn Hanna gibt nicht gerne klein bei, vor allem nicht, wenn sie sich im Recht fühlt. Als wäre die Klage nicht schlimm genug, sorgt Hannas ureigenstes Problem - ihre Kleptomanie -  außerdem dafür, dass sie in den Besitz einer Urne gelangt ... die zufällig die Asche der Frau beherbergt, die wegen ihrer Kritik starb.

Charaktere:

Die Herzstücke der Geschichte sind natürlich Hanna Philipps und der Italiener Fabrizio Camini. Aber auch die Nebencharaktere werden mit so viel Liebe geschildert, dass man sie einfach mögen muss.

Was Hanna betrifft, lernt man sie zu Beginn als eine Frau kennen, die nichts mehr als ihre Arbeit schätzt. Sie lässt nicht viele Leute an sich heran und merkt dadurch noch nicht einmal, wie sie sich abgrenzt. Ihre Wohnung ist immer noch nicht eingerichtet und sie hat nur eine einzige Freundin, ihre Mitarbeiterin Claire, eine thouge Französin. Die meisten anderen lässt sie links liegen, was ihr eine Aura von Hochnäsigkeit verleihen müsste, dem ist aber nicht so. Hannas Tick, bei Streß etwas einzustecken, hebt sie hervor und verriet mir gleich, dass es bei ihr viel mehr zu entdecken gibt.

Fabrizio Camini ist kein typischer Macho, aber manchmal ein richtiger Griesgram ... ein junger, sehr heißer Griesgram. Er ist der Erbe der Camini-Ländereien und trägt daher eine große Verantwortung. Seine Nonna herrschte mit strenger Hand über die Familie und deren Besitz, daher fällt es ihm ungemein schwer, ihren plötzlichen Tod zu akzeptieren. Viel mehr noch, als ihre Urne genau unter seiner Aufsicht verloren geht. Er ist nicht der typische Bad Boy, aber durchaus ein Mann, der die guten Seiten des Lebens zu schätzen weiß, Liebe jedoch nie wieder an sich heranlassen will, zu sehr hat er sich einmal daran verbrannt.

Zu den Nebencharakteren gibt es auch eine Menge zu sagen. Hier haben wir die wortgewandte Französin Claire, die in Notlagen immer für Hanna da ist. Oder Rosa-Maria, die strenge Köchin der Caminis, die nichts mehr liebt als zu kochen und ihre hochromantischen Liebesromane zu lesen. Lucia ist auch das Herz der Camini-Ländereien. Als Fabrizios Schwägerin ist sie eine der wenigen, die sich nicht davor scheuen ihm den Kopf zurechtzustutzen. Über Marco musste ich lange überlegen, was ich schreiben sollte. Er fungiert eindeutig als der Antagonist in dieser Geschichte und doch ist er nicht stereotyp. Auch er hat mehr zu bieten als das.

Meinung:
Aprikosenküsse ist der erste von mir gelesen Roman der Autorin. Ich habe mich für ein e-book entschieden, da erstens mein Bücherregal keinen Platz mehr bietet und ich zweitens nicht wirklich wusste, wie die Autorin schrieb. Nun bin ich schlauer, aber kommen wir erst einmal zu dem Inhalt, den es zu bewerten gilt.

Aufgrund einer Verwicklung von Ereignissen begegnen sich die beiden Hauptcharaktere am Flughafen in Deutschland. Während Fabrizio darauf wartet, dass sein Flug aufgerufen wird, und die Urne mit der Asche seiner Nonna auf einem Sims abgestellt hat, muss Hanna sich in der Nähe durch ein sehr stressiges Gespräch mit ihrem Chef durchquälen. In diesem wird sie informiert, dass ihre harsche Kritik des Camini-Restaurants der alten Besitzerin das Leben gekostet und der Redaktion eine Klage eingebracht hat.
Wie immer, wenn es ihr zu viel wird, greift Hanna ungesehen nach einem Gegenstand, den sie einstecken kann. Der Diebstahl wirkt sofort und beruhigt sie, nur dumm, dass der Gegenstand, den sie auf den ersten Blick für eine Vase hielt, sich später als Urne herausstellt. 
Das fand ich toll! Wie oft liest man schon von einer Heldin, die klaut um sich zu beruhigen. Hannas Problem wurde außerdem so liebevoll geschildert, dass man es ihr einfach nicht übel nehmen kann. Vor allem dann nicht, wenn man erfährt, dass sie sich jedes Lokal merkt, aus dem sie etwas entwendet hat und es später wieder zurückschicken lässt.
Es fühlt sich wie Schicksal an, dass die Urne ausgerechnet in ihre Hände gelangt ist. Notgedrungen macht sie sich also auf den Weg nach Italien, um Nonna wieder mit ihrer Familie zu vereinen.
Hierbei möchte ich einfügen, dass Claudia Winter die Landschaft und Tradition dieses sagenumworbenen Landes hervorragend rübergebracht und beschrieben hat. Man merkt also die Recherche, die hinter diesem Buch stecken muss, wird aber nicht mit viel zu vielen Fremdwörtern überschüttet.
Sie hat es auch geschafft Hannas beschwerliche Reise zum Camini-Anwesen so wunderbar und köstlich zu schildern, dass ich mehrmals lauthals lachen, oder die arme Seele bedauern musste, denn Hanna tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste.
Obwohl es sich hierbei um eine Liebesgeschichte handelt, punktet Aprikosenküsse auch deswegen bei mir, weil die beiden sich nicht Hals über Kopf ineinander verlieben. Wenn man schon ihre anfängliche Beziehung beschreiben müsste, dann wäre es die von Hund und Katz. Und genau wie Hund und Katz, die gezwungen sind in einer Wohngemeinschaft miteinander zu leben, so finden auch Hanna und Fabrizio einen Weg miteinander umzugehen.

Fazit:
Aufs Lesen macht alleine der Klapptext schon Laune. Selten hatte ich Charaktere vor mir, die so verschroben und doch liebenswert sind. Geschrieben wurde die Geschichte in der Ich-Perspektive. Aus Hannas und aus der Sicht Fabrizios. Die Ich-Perspektive für Aprikosenküsse ist genau das Richtige. Sie ermöglicht dem Leser einen näheren Einblick in das Wesen der beiden Hauptcharaktere. Und diese wurden mit so viel Liebe gestaltet, dass ich das Gefühl hatte, hier wäre der Autorin etwas sehr Gutes gelungen.
Auch die Story war spannend, denn die Zuneigung zueinander geschah nicht einfach so, sondern enwickelte sich in genau dem passenden Tempo.
Wenn ich etwas kritisieren müsste, dann wären es drei oder vier Sätze, die so lang und verschachtelt geschrieben wurden, dass ich während des Lesens stockte. Rechtschreibung und Gramatik waren in Ordnung, nur musste ich die besagten Sätze mehrmals lesen, um zu verstehen was gemeint war. Das ist aber wirklich mehr eine Anmerkung, denn eine Kritik. Bei dem Spaß, den ich beim lesen dieses e-books hatte, kann ich getrost darüber hinwegsehen. 

Für diesen Lesegenuss vergebe ich sehr gerne 5/5 Sterne und eine Kaufempfehlung.

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Tags: italien, romanze   (2)
 

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230 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 57 Rezensionen

dystopie, magie, fantasy, jugendbuch, lark

Skylark - Der eiserne Wald

Meagan Spooner , Kirsten Borchardt
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 23.06.2014
ISBN 9783453268227
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Cover:
Das Cover zeigt ein Mädchen, das mit festem Blick nach vorne sieht. Im Hintergrund erkennt man die Bäume, die den eisernen Wald darstellen. Was mir besonders gefällt sind die Lichter, oder Sterne, die das Cover zieren. Sie vermitteln einem das Gefühl in eine magische Welt voranzuschreiten, was ich für dieses Buch als sehr passend empfand.

Inhalt:
Ein schrecklicher Krieg hat die einstige Weltordnung hinweggefegt. Heutzutage überlebt man nur in der technischen Stadt und damit dieses Überleben gewährleistet wird, ist die Ernte erforderlich.
Ihr ganzes Leben lang wurde der jungen Lark das eingetrichtert. Man lebte um geerntet zu werden, denn indem man seine magischen Ressourcen hergab, beschützte man seine Familie und die Stadt. Viele Jahre lang wurde Lark nicht zur Ernte aufgerufen, weswegen sie unter dem Spott und der Häme der anderen litt. Als es dann doch geschieht und sie zum Institut gebracht wird, erfährt Lark, dass nichts was sie zu kennen glaubte, tatsächlich so ist. Um am Leben zu bleiben muss sie die Flucht in den von allen gefürchteten eisernen Wald wagen.

Die Welt:
Bei dieser Rezension habe ich eine neue Rubrik eingefügt, einfach aus dem Grund, weil ich die Welt, die die Autorin Meagan Spooner erschaffen hat, so neuartig und raffiniert finde.
Vor einigen Jahrhunderten gab es eine Katastrophe magischen Ursprungs. Aufgrund dessen wurden die Menschen dazu gezwungen sich von der Außenwelt abzuschotten. In einer mechanischen Stadt führen sie ihr Leben weiter, immerzu in Furcht, dass die schützenden Mauern eines Tages aufhören zu existieren.
Nun möchte ich nicht zu viel von der Geschichte verraten, aber das Konzept der Welt außerhalb hat mich so fasziniert, dass ich mich nicht zurückhalten kann. Es wird ja bereits erwähnt, dass Lark in den eisernen Wald flieht. Dabei entdeckt sie die unbekannte Außenwelt mit jedem Tag neu. Es ist eine völlig schockierende Erfahrung, den gewaltigen Sternenhimmel über sich zu sehen, oder Regen auf der Haut zu spüren. Umso faszinierender wurden die Blasen beschrieben, auf die die junge Lark trifft. Jene enthalten Magie und können einen Ort über Jahrhunderte hinweg konservieren, oder eine längst vergangene Erinnerung abspielen. Der Umgebung wurde in diesem Buch besondere Aufmerksamkeit gewidmet, aber ich hatte nie das Gefühl gelangweilt zu werden. Vielmehr nahm ich es als eine Entdeckungsreise wahr, bei der ich auf jeder Seite auf etwas neuartiges stoßen konnte.
Nun, da ich das Buch zu ende gelesen habe, kann ich immer noch nicht sagen, ob es sich um eine magische Welt oder um unsere Erde in der Zukunft handelt, aber ich empfand das nicht als schlimm. Vielmehr hatte ich Menschen aus unserer Zeit vor Augen, die mit Magie ausgestattet waren und in einer Steampunkartigen Stadt lebten. Also ein ganzes Gemisch an verschiedenen Genres, aber toll eingesetzt.

Die Ressource:
Auch ganz wichtig in diesem Buch ist die Ressource. Im Grunde genommen ist es einfache Magie, aber was die Autorin damit gemacht hat, war einfach toll. Die Stadt, in der Lark geboren wurde, stellte ich mir alt und verrostet vor, aber auch mit einem Touch Steampunk. Alles wurde mit der Ressource verbunden und angetrieben. Maschinen schützen die Menschen von der Außenwelt und geben ihnen Nahrung. Damit diese Maschinen funktionieren, müssen sie mit Magie aufgeladen werden. Jeder Bewohner der Stadt trägt diese in sich. Im Kindesalter werden sie in das Institut gebracht, wo ihnen die Magie abgezapft wird. Nach diesem Vorgang hat das Kind keine magischen Fähigkeiten mehr. Es gibt Gerüchte und Legenden von Erneuerbaren. Diese Menschen sind in der Lage die Magie immer wieder neu zu produzieren, daher sind sie für das Institut so wichtig.

Charaktere:
Lark ist für mich der typische Teenager, der von den anderen nicht akzeptiert wird. Weil sie mit sechzehn Jahren immer noch nicht geerntet wurde, muss sie den Hohn der anderen Kinder erdulden. Aus diesem Grund ist sie zuerst überglücklich, als man sie für die Ernte abholt.
Ihren Charakter kann ich schwer einschätzen, ich empfand sie als überraschend normal, aber nicht im langweiligen oder negativen Sinn. Viel zu oft gibt es Hauptcharaktere, die so schwach sind, dass sie andauernd von anderen gerettet werden müssen. Oder sie sind so mächtig, dass sie den Feind mit einem Gummiball und ihrem Atem niederstrecken. Nicht so Lark, sie trägt beides, Stärke und Schwäche in sich, das machte sie mir sehr sympathisch.

Oren wird von Lark immer der wilde Junge genannt. In der Außenwelt weiß er hervorragend wie man überlebt. Aus einem unerklärlichen Grund hat er ein Auge auf Lark geworfen und hilft ihr bei ihrer Reise zum eisernen Wald, wo er nur kann. Dies stößt tatsächlich gegen seine Überlebensprinzipien. Wer nicht stark genug ist, hat es nicht verdient zu leben, so lautet seine Devise.
Anfangs sehr mürrisch, lernt man Oren im Verlauf der Geschichte auch von einer anderen Seite kennen. Aber das größte Geheimnis über Oren müsst ihr selbst herauslesen!

Nun könnte ich noch über Kris schreiben, derjenige, der sich zu Beginn als Larks Verbündeter im Institut herausstellt, doch viel interessanter finde ich das Objekt, welches von Kris programmiert wurde. Zuerst als mechanischer Kobold ohne Namen beschrieben, erhielt er von Lark den Namen Nix. 
Nix ist ein Jagdkobold des Instituts und darauf programmiert worden Lark einzufangen und zurückzubringen. Während eines Angriffs schaffte Lark es jedoch, den kleinen Kobold dort zu treffen, wo er seine Befehle erhält. Aufgrund dessen verändern sich seine Persönlichkeit und seine Stimme. Trotz seines mechanischen Wesens und der Tatsache, dass er nur durch Magie überleben kann, entwickelt er sich im Verlauf der Geschichte zu einer eigenständigen Persönlichkeit. Besonders am Ende des Buches kam das sehr gelungen zur Geltung.

Meinung:
Meine Meinung zu diesem Buch kann man bereits schon jetzt aus dieser Rezension herauslesen. In letzter Zeit hatte ich großes Glück mit meinen Buchempfehlungen. Auf den ersten Blick klang die Inhaltsangabe zwar interessant, aber dass mich das Buch so begeistern würde, hätte ich nie erwartet. 
Wie man herauslesen konnte, fand ich den Aufbau der Welt, die Magie, aber auch die Charaktere einfach nur toll. Die Geschichte wird nie langweilig und man bekommt immer wieder etwas neues serviert. Bildlich hatte ich Larks Reise durch die Außenwelt klar vor Augen, aber auch die mechanische Stadt konnte ich mir gut vorstellen.
Was mich am Ende tatsächlich erwartete, hätte ich nie in Erwägung gezogen. Es war jenseits meiner Vorstellungskraft und hat mich positiv getroffen.  Der Begriff Überrascht klingt hierbei viel zu milde.
Kritiken an dem Buch habe ich keine, ich empfand alles als passend, nichts hat gestört.

Fazit:

Sehr guter Schreibstil, der Kopfkino pur im Gehirn fabriziert. Eine fantastische Welt, neu und außergewöhnlich, ausgereifte Charaktere und eine Geschichte, die mich neugierig auf den Folgeband macht. Ich kann gar nicht genug betonen, wie gut mir das Buch gefallen hat. Wie außergewöhnlich ich den Konzept der Magieblasen finde oder das Ende, das ich so nie erwartet hätte.
Der erste Band dieser Reihe von Meagan Spooner erhält von mir eine deutliche Leseempfehlung mit beiden nach oben aufgerichteten Daumen. Eigentlich müsste das jetzt nicht mehr erwähnt werden, aber ich tu´s doch:
5/5 für diese tolle Geschichte!

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Tags: magi   (1)
 

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1.156 Bibliotheken, 17 Leser, 4 Gruppen, 76 Rezensionen

mafia, sizilien, fantasy, kai meyer, liebe

Arkadien erwacht

Kai Meyer
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.02.2013
ISBN 9783492267885
Genre: Jugendbuch

Rezension:

- Sie hatte immer geglaubt, dass Böse Siziliens zu kennen -

Inhalt:
Als Tochter eines verstorbenen Mafiamitgliedes hatte Rosa geglaubt zu wissen, was sie in der Heimat ihres Vaters, Sizilien, erwaten würde. Umgeben von ihrer Tante Florinda Alcantara, ihrer Schwester Zoe und Unmengen von Geheimnissen trifft sie auf Alessandro. Der Junge hinterließ während des Fluges nach Sizilien einen bleibenden Eindruck, nun erfährt Rosa, das er der künftige Anführer der Mafia-Familie Carnevare ist, die mit den Alcantaras sei Langem im Zwist liegen. Aber nicht nur die Verstrickungen mit der sizilianischen Mafia machen Rosa ihr neues Leben in einem neuen Land schwer. Beide Familien scheinen ein schwerwiegendes Geheimnis zu hüten, dass die Geschicke von Rosa und Alesandro bestimmen wird.



Cover:
Das Cover an sich finde ich wunderschön vom Stil her mit der silbergrünen Schlange auf diesem Schwarzweiß-Foto. Auf der anderen Seite hätte ich etwas spektakuläreres erwartet, das die besondere Mischung dieser Geschichte beim Betrachten des Covers rüberbringt.



Meinung:

Sizilien könnte ihr helfen wieder auf die Beine zu kommen. Das denkt sich die siebzehnjährige Rosa und erklärt sich einverstanden, in die Heimat ihres Vaters überzusiedeln. Sich einzuleben sollte ihr nicht schwerfallen, immerhin lebt ihre ältere Schwester Zoe bereits seit einigen Jahren dort.

Noch während des Fluges begegnet Rosa dem gleichaltrigen Alessandro, nichtwissend, dass eine alte Fehde aus ihnen beiden Feinde macht.



Geheimnisse, Romantik, Mystik. Vom Klapptext zu schließen hatte ich eine Liebesgeschichte erwartet, was ich jedoch zu lesen bekam, übertraf alles. Ich bin, was die Mafia betrifft, nicht gerade gut informiert. Klar, ich kenne Filme wie den Paten, aber niemals zuvor hatte ich erwartet dieses Thema gerade in dem Bereich Fantasy vorzufinden. Ich wurde überrascht und zwar positiv, muss ich betonen.

Nach und nach wurde ich in die Familien Alcantara und Carnevare eingeführt. Die brisante Mischung aus Krimi und Fantasy nahm mich gefangen und machte es mir schwer das Buch aus der Hand zu legen. Gerade auch deswegen, weil die Informatioen durchdacht mit Spannung an den Leser weitergegeben wurden.

Rosas Leben und Vorgeschichte standen im Vordergrund, aber gerade das machte ihr sprödes Wesen für mich verständlich. Zu ihr möchte ich später im Bereich "Charaktere" noch mehr schreiben. Vorerst sei gesagt, dass diese junge Frau kein hilfloses Girlie ist, das sich auf ihren Hosenboden setzt und darauf wartet von einem Prinzen gerettet zu werden.

Was die Fantasy in diesem Buch betrifft, so wird man auch hier Stück für Stück in die richtige Richtung gelockt. Zu Beginn überwiegt der "Krimianteil" bei weitem die Fantasy, was ich jedoch nicht als belastend empfand, da die Geschichte zu spannend war.


Charaktere:

Rosa Alcantara, siebzehn Jahre jung, aber mit der Erfahrung eines leidvollen Lebens, hat sich entschlossen in Sizilien zu leben. Der schreckliche Vorfall von vor einem Jahr nagt immer noch an ihr und sie hofft, in Sizilien wieder zu sich selbst finden zu können.

Rosa an sich kommt launisch rüber. Sie ist ein sehr komplexer Charakter. Zum Beispiel bestiehlt sie jemandem, behält die Beute aber niemals für sich.  Ihre Zunge ist sehr spitz und sie scheut sich nicht die Wahrheit zu sagen, auch wenn diese zur Konfronation führt. Einen solchen spröden und kratzbürstigen Charakter zu mögen, ist nicht immer leicht, aber ich war beeindruckt von Rosa. Sie ist stark und kämpft für sich selber, lässt sich außerdem von niemandem etwas sagen.



Alessandro Carnevare ist von der Idee besessen, dass sein Onkel seine Mutter ermordet hat. Aus diesem Grund setzt er alles in Bewegung um der nächste Capi der Familie Carnevare zu werden und über seinen Onkel zu richten. Dieser eine Wunsch und der Durst nach Rache leitet ihn voran. Auch wenn ich zugeben muss, dass seine Gefühle für Rosa da und echt sind, so hatte ich nicht das Gefühl, dass Rosa seinen Rachedrang vertreiben könnte. Obwohl ich Alessandro mochte, hatte ich immer das Gefühl, dass er etwas zurückhält.


Fazit:

Durchgehend spannend und flüssig geschrieben, las sich der erste Band der Trilogie. Nicht einen Moment empfand ich das Buch als langweilig. Die Charaktere waren gut durchdacht und besonders Rosa gefiel mir sehr. Jeder Leser sollte sich auch überlegen, ob er nicht doch lieber gleich alle drei Bücher kaufen sollte, denn ich habe nun den ersten Band fertig und muss noch auf die Lieferung für die nächsten beiden warten.


Ich habe lange überlegt, ob dieses Buch in die "Hall of Fame" kommen soll. Nicht, weil es nicht gut genug ist, sondern weil das letzte Buch dort mich wirklich sehr berührt hat und ich nach dem Prinzip vorgehe, dass nur ein besseres Buch diesen Platz einnehmen kann. Aber ich habe mich dafür entschieden! Der Grund: Die Mischung von "Arkadien erwacht" hat mich so begeistert, dass es direkt zu meinen Lieblingsbüchern zählt. Ich dachte immer, Mafia- und Krimibüchern würden nach dem gleichen Prinzip verlaufen und wären staubig und verschroben, aber hier ist der beste Beweis, nicht vorschnell zu urteilen.

(Der Begriff "Hall of Fame" bezieht sich auf eine Sparte in meinem Blog, in der es nur die besten Bücher schaffen)

Aus diesem Grund kann ich nicht anders, als das Buch mit 5/5 und einem WOW! zu bewerten.

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Tags: fantas, kai meyer, liebe, mafia, starker charakter, verrat, verwandlung   (7)
 

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673 Bibliotheken, 11 Leser, 2 Gruppen, 97 Rezensionen

auftragskiller, fantasy, magie, elemental assassin, jennifer estep

Spinnenkuss

Jennifer Estep , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 10.12.2013
ISBN 9783492269407
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt:

Im Verborgenen lauern, mit der tödlichen Geduld einer Jägerin. Kalt und erbarmungslos sein, wenn es die Situation erfordert. Diese Eigenschaften kann Gin Blanco ihr Eigen nennen, denn sie ist die berüchtigte Spinne. Eine Attentäterin ohnegleichen.
Und diese Fertigkeiten, das hat sie sich geschworen, werden diejenigen zu spüren bekommen, die ihr eine Falle gestellt und ihren Mentor gequält und getötet haben. Nun richtet sich ihre ganze Wut auf die Drahtzieher. Um diese zu fangen, ist sie sogar bereit, sich  mit dem Polizisten Donovan Caine einzulassen. Einem Mann, der sie seit Jahren jagt und zur Strecke bringen will.

Cover:

Düstere Farben, eine Frau mit ernstem Blick und dazu noch das mysteriöse Symbol. Das Cover zu "Spinnenkuss" finde ich passend und durchaus gelungen.

Meinung:

Einige Bücher stechen durch ihre Geschichten hervor, andere durch die Reaktionen, die sie in den Lesern hervorrufen. Manche strotzen vor vielfältigen Charakteren, die den Wunsch erwecken, mehr von ihnen zu erfahren. Spinnenkuss gehört für mich definitiv zu den Büchern, die aus der Masse hervorstechen.
Die Geschichte mag ähnlich sein wie viele andere. Eine Heldin, die einen geliebten Menschen verloren hat und sich rächen will. Herausragend an diesem Buch sind mit Sicherheit die Charaktere. Beim Lesen dachte ich die ganze Zeit nur: Wow!
Es gibt Geschichten mit beinharten Protagonisten, dennoch handeln sie in manchen Situationen wider ihrer Natur. Bei Gin Blanco hatte ich niemals dieses Gefühl. Der Mord an ihrer Familie, hat aus dem jungen Mädchen eine eiskalte Frau erschaffen, die weiß, dass man nichts in der Welt umsonst bekommen kann. Alles hat seinen Preis! Sogar ein Moment der Unvorsichtigkeit kann ein Leben kosten. Dementsprechend lebt und handelt sie.
Was ich  bei Büchern besonders gerne lese, sind spannende Elemente, die mich immerzu bei Laune halten, aber auch Gefühle. Ein Buch ohne Liebe ist nichts für mich. Nun mag das mit einem Charakter, wie Gin Blanco ihn besitzt, nicht leicht zu vereinbaren sein. Wegen ihrer Persönlichkeit ist es schwer zu glauben, sie würde sich mir nichts, dir nichts verlieben. Die Autorin hat dieses Kunststück tatsächlich gemeistert. Sie benutzte für Gin nicht vordergründig Liebe, sondern sexuelle Erregung. Beim Lesen hatte ich deswegen nicht ein einziges Mal das Gefühl, dass der Charakter aus der Rolle fällt.
Ebenfalls ausgefallen sind die magischen Elemente in Spinnenkuss. Ich fand es interessant über eine Auftragsmörderin zu lesen, die über das Element Stein verfügt, sich jedoch weitesgehend davon distanziert, diese magischen Kräfte zu benutzen. Gin bevorzugt ihre körperliche Stärke und ihre Sinne bei ihren Aufträgen. Auch sehr auffallend wurden die Runen beschrieben, die mit diesen Elementstärken in Verbindung traten. Dies machte die Welt um Gin so facettenreich.

Charaktere:

Gin Blanco, als Kind verlor sie ihre ganze Familie an einen Feuerelementar. Bis heute wurde dieser nicht gefunden und Gin trägt immer noch die Narbe an ihrer Hand, die sie in dieser Nacht durch Folter erhalten hat.
Vor diesem Charakter ziehe ich den Hut, wie dieses Sprichtwort schön sagt. Er ist so vielfältig und komplex. Gin findet nichts Schlimmes daran für Geld zu töten, dennoch hält sie sich an besondere Regeln. Genau das hat mir imponiert. Sie tötet keine Kinder und in manche Situationen wirkt sie fast wie ein normaler Mensch, dennoch ist beim Lesen immer dieses unterschwellige Gefühl da. Als Leser vergisst man niemals, wie gefährlich Gin sein kann.  Aus einer langen Reihe von Büchern, die ich gelesen habe, kann ich sagen, dass besonders dieser Charakter das Buch so einmalig macht.


Donovan Caine, ein Polizist und Saubermann. Schon seit Jahren ist er auf Gin Blancos Spur. Als er sie endlich trifft, rettet sie ihm das Leben. Nichts ist Schlimmer für ihn, als in der Schuld einer Frau zu stehen, die seinen Partner getötet hat. Dennoch ist er gezwungen mit ihr zusammen zu arbeiten, um die Korruption in seinem Department aufzudecken.
Um ehrlich zu sagen, war ich von diesem Charakter etwas enttäuscht. Donovan wurde gut beschrieben und ich empfand ihn auch als attraktiv, trotzdem war er mir irgendwie zu glatt. Er passte zu gut in einer Schublade und wirkte dadurch leicht fade. Für einen Hauptcharakter darf das nicht der Fall sein. Die Anziehungskraft zu Gin wurde glaubwürdig beschrieben, aber er hatte keinen Hintergrund. Es wurde nichts über seine Familie erzählt oder warum er so sehr versucht, ein guter Polizist zu sein.

Fletscher Sohn, Finn, stach im Gegensatz zu Donovan hervor. Die Beziehung zwischen ihm und Gin ist besonders, sie sind wie Bruder und Schwester. Finn wird als ein Mann beschrieben, der eine besondere Vorliebe für Frauen und Geld hat. Ich fand ihn immerzu interessant und sehr vielseitig. Die Gespräche zwischen den beiden waren manchmal sentimental und manchmal urkomisch. Man spürte sofort ihreVerbundenheit.

Fazit:

Spinnenkuss ist der erste Teil der Elemental Assassin-Reihe. Sprachlich empfand ich das Buch als sehr ausgereift. Die Geschichte schreitet spannend voran und obwohl der erste Band in sich abgeschlossen ist, erfährt der Leser am Ende, dass die Geschichte weitergehen wird. Das hielt die Spannung oben und erweckte in mir den Wunsch, mit dem nächsten Band fortzufahren.
Besonders fasziniert hat mich der Hauptcharakter Gin Blanco. Ich kann ohne Reue behaupten, dass ich lange nicht mehr über einen so komplexen Charakter gelesen habe. Gin Blanco und ihre Geschichte sind es wert 5/5 Punkte zu bekommen.

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Tags: assassin, charakter, elemental assassin, elemente, falle, fantasy, gin blanco, magie, piper verlag, stein, thriller   (11)
 

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

verbotene liebe, afrika, drama

Im Land des Regengottes

Gina Mayer
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 06.03.2013
ISBN 9783746629186
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt:

Ein einfaches Leben als Dienstmagd? Als die junge Henrietta dies hört, kann sie es immer noch nicht fassen. Ihre Ersparnisse, mit denen sie eine Ausbildung zur Lehrerin machen wollte, wurden in Notzeiten von ihrer Mutter aufgebraucht. Nur eine Anstellung als Dienstmagd kann die beiden Frauen über Wasser halten, doch Henrietta will mehr!
Als ihre Mutter den Heiratsantrag eines Missionars erhält, setzt die junge Frau alles daran, dass dieser angenommen wird. Ein Leben in Afrika, dem wundersamen Land, erscheint ihr aufregender als die einfache Zukunft in der Kohlstraße. Dies kennzeichnet den Beginn einer langen Reise.

Cover:

Das Cover mit den rötlichen Farben an sich finde ich gelungen, man merkt auf Anhieb von welchem Land die Geschichte handelt, nur den Titel finde ich weniger passend. Bei dem Begriff "Regengott" denke ich eher an einen Indostamm im Amazonas oder an Indianer, weniger an Afrika.

Meinung:

Nie und nimmer gibt die junge Henrietta sich mit dem Schicksal ab, eine einfach Dienstmagd zu sein, träumt sich doch seit Ewigkeiten davon eine Schulung als Lehrerin beginnen zu dürfen. Sogar ihr weltoffener Vater ermunterte sie stets dazu nach Wissen zu streben. Das Schicksal meint es jedoch schlecht mit ihr, alle Ersparnisse sind aufgebraucht, es bleibt kein Geld mehr für eine Schulung zur Lehrerin, dennoch weigert sie sich vehement ihren Traum gehen zu lassen.
Die Kohlstrasse in Wuppertal mit ihren Eigenheiten stellt den Beginn der Erzählung dar. Man wird in das Leben der zwei Frauen eingeführt. Henriettas Mutter arbeitet hart um sie beide nach dem Tod des Vaters über Wasser zu halten. Nun soll auch Henrietta auf einem Bauernhof Dienste leisten. Als die Mutter über einen Priester den Heiratsantrag eines Missionars aus Deutsch-Südwest erhält, drängt Henrietta regelrecht auf die Heirat. Wenn nicht in Deutschland, aber in Afrika wird sie ihren Traum erreichen können und eine Lehrerin werden. Sie behauptet sogar, von einem Stallknecht belästigt zu werden, damit sie dem Schicksal als Dienstmagd entgeht.
Natürlich ist die Angst der Mutter dementsprechend groß, so dass sie sich gezwungen sieht, den Heiratsantrag anzunehmen und die Reise in die Fremde anzutreten.
Afrika ist vollkommen anders als die junge Henrietta sich das vorgestellt hat. Ihr neuer Stiefvater entpuppt sich als das vollkommene Gegenteil ihres verstorbenen Vaters. In Bildung sieht er regelrechte Rebellion, die eine Frau niemals begehen darf. Zudem scheint der Gesundheitszustand ihrer Mutter immer schlechter zu werden. Sogar die Einheimischen sind anders, als sie sich vorgestellt hat. Der einheimische Petrus, der stets die unpassendste Kleidung trägt, scheint ein Geheimnis zu verbergen, gibt er doch vor die deutsche Sprache nicht zu verstehen, obwohl er es tut.

Charaktere:

Den Hauptcharakter Henrietta empfand ich als durch und durch selbstsüchtig, in einigen Situationen sogar als niederträchtig. Noch nicht einmal die Gefühle ihrer Mutter bedenkt sie, als sie lügt und behauptet von einem Stallknecht belästigt zu werden. Ihr ist es sogar egal, dass ihre Mutter einen Fremden heiraten muss, um den vermeintlichen "Belästiger" in Wuppertal zurücklassen zu können. Dieses Verhalten ändert sich noch nicht einmal, als die beiden auf dem Schiff sind und es der Mutter vollkommen schlecht geht. Anstatt sich um sie zu kümmern, hält Henrietta sich öfters an Deck auf. Mag dies natürlich dem Charakter eines "Teenagers" entsprechen, so sorgte dieses Verhalten dafür, dass ich Henrietta in der ersten Hälfte des Buches überhaupt nicht leiden konnte. Für andere Leser mag das natürlich anders sein, Teenager sind nunmal selbstsüchtig, bei mir hat es lange gedauert, bis ich Henrietta vergeben konnte.

Petrus ist ein Einheimischer und arbeitet als Ochsentreiber in der Mission von Henriettas neuem Stiefvater. Er ist schlau, verbirgt diese Eigenschaft jedoch vor jedem. Auf hartem Weg hat Petrus lernen müssen, dass ein intelligenter Schwarzer nicht gerne gesehen wird. Um dies zu verbergen, kleidet er sich sogar in den lachhafsten Trachten und gibt vor, die deutsche Sprache nicht sprechen zu können. Als Henrietta aus der Mission flieht, hilft er ihr, obwohl er dadurch seine Stellung verliert.

Fazit:

Im Land des Regengottes las sich spannend und flüssig. Die Sprach- und Ausdrucksweise wirkte auf mich, als würde sie genau dieser Zeit entstammen. Dies machte es umso wirklicher für mich und verdient großes Lob.
Tiefgehende Probleme hatte ich dafür mit dem weiblichen Hauptcharakter. Ich mochte Henrietta auf Anhieb nicht. Es ist nicht leicht, so etwas zu schreiben, vor allem, weil ihr selbstsüchtiges Verhalten wirklich einem Teenager entspricht. Aber zu behaupten, sie würde von einem Mann belästigt werden, damit ihre Mutter einen Fremden in Afrika heiratet, und das nur um keine Dienstmag zu werden, machte es mir sehr schwer, mit ihr warm zu werden. Ich muss auch gestehen, dass ich ihr das sogar nachtrug, nachdem sie endlich eingesehen hat, wie falsch ihr Verhalten gewesen war.
Die Probleme der Deutschen mit den Einheimischen wurden gut rübergebracht, dennoch hatte ich immerzu das Gefühl, es hätte noch besser sein können. Bei einigen Szenen hätte ich ergriffener sein und ich hätte eine enge Kehle bekommen müssen. Genauso erging es mir mit der Liebesbeziehung zwischen Henrietta und Petrus. Natürlich gab es wunderschöne Momente, die wirklich schön geschrieben waren, aber ich habe die Verzweiflung vermisst, die mit dem Wissen einhergeht, dass eine solche Liebe niemals gestattet sein wird.
Meine Fazit für das Buch lautet lesenswert, auch wenn es um einiges "tiefgehender" hätte sein können.  Diese Bewertung entspricht meiner eigenen Meinung und ja, die meisten Minuspunkte sind dem Hauptcharakter Henrietta zu verdanken. Daher kann ein anderer Leser gerade das, was mir nicht gefallen hat, umso besser finden.
Im Land des Regengottes erhält 3/5 Herzen von mir.

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Tags: afrika, drama, verbotene liebe   (3)
 

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53 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

thriller, mord, tod, liebe, suche

Böses Herz

Sandra Brown , Christoph Göhler
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 09.12.2013
ISBN 9783764504540
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Autor:

Sandra Brown spezialisierte sich bereits auf mehreren Gebieten, bevor sie sich ernsthaft dem Schreiben widmete. Sie war Schauspielerin, Journalistin und Model. Mit ihrem Buch "Trügerischer Spiegel" schaffte sie den Durchbruch und kann sich seitdem einer großen Fangemeinde rühmen.

Inhalt:

Als Honors kleine Tochter ihr verrät, dass ein Mann in ihrem Garten schläft, glaubt die junge Witwe zunächst an einen Streich. Tatsächlich jedoch hält sich niemand anderes als Lee Coburn auf ihrem Grundstück auf. Dem von der Polizei gesuchten Mann wird ein brutaler Mehrfachmord nachgesagt.
Von einem Tag auf den anderen zerbricht Honors heile Welt, denn Coburn schwört, dass der Unfalltod ihres Mannes vor zwei Jahren kein Unfall war. Nun ist ihr Leben und das ihrer Tochter in Gefahr und nur Lee Coburn scheint sie retten zu können, doch kann sie ihm auch vertrauen?

Cover:

Das Cover ist sehr einfach, wirkt hell und auf eigentümliche Weise rein, gerade wegen dem blutroten Blatt, welches inmitten des Bildes prangt. Mit einem Blick kann man das Genre gut assoziieren, war zumindest in meinem Fall so. Das Weiß für Honor und ihre Tochter und Rot für Coburn.

Meinung:

Honor ist einfach nur entsetzt. Sieben Menschen soll Lee Coburn gnadenlos exekutiert haben. Nun sitzt er in ihrer Küche und isst die Cupcakes, die sie für ihre kleine Tochter Emily gebacken hat. Ein Blick auf diesen Mann und sie weiß, er würde nicht zögern einer Bedrohung den Garaus zu machen. Aber, wieso erkundigt er sich so drängend nach ihrem verstorbenen Mann Eddie? Und was sucht er?

Das ist der Beginn von "Böses Herz". Man ahnt bereits nach wenigen Seiten, dass mit einem Mann wie Lee Coburn nicht zu spaßen ist. Besonders Honor ist voller Angst, möchte sie ihre kleine Tochter um jeden Preis vor diesem Mörder beschützen. Als Leser kann man sich gut in Honor hineinversetzen und die Angst spüren, die sie vor diesem Mann hat. Auf der anderen Seite bekommt man auch die Möglichkeit einen Blick auf die Antagonisten zu werfen.
Ganz besonders gefallen haben mir die verschiedenen Charaktere des Buches. Nichts erscheint Stereotypisch. Man wird  nach und nach in die Geschichte hineingeführt, beinahe, als müsste der Leser mit den Helden das Rätsel dieser Geschichte lösen.
Es ist schwer eine Rezension zu schreiben ohne allzuviel von der Geschichte zu verraten, hängt doch in diesem Buch alles damit zusammen, was Lee Coburn sucht und ihn antreibt.

Charaktere:

Ich empfand Honors Charakter als jemanden, der in der Vergangenheit gefangen ist und nicht für einen Neubeginn loslassen kann. Zu Anfang eingeschüchtert, setzte sich die junge Mutter aber nach und nach durch und gewinnt immer mehr an Selbstvertrauen.

Lee Coburn war mir lange Zeit ein Rätsel. Ich wusste nicht was ich von ihm halten sollte. Natürlich ist sofort ersichtlich, dass mit jemandem wie ihm nicht zu spaßen ist. Er strahlt eine Aura der Unnahbarkeit und der Gefahr aus, weswegen man lange im Dunkeln tappt und nicht weiß, für welche Seite er eigentlich arbeitet. Genau das fand ich so erfrischend an diesem Charakter.

Zu den "Bösen" gibt es auch einiges zu schreiben. In diesem Buch beschränkt sich diese Rolle nicht nur auf eine Person, dennoch fand ich es nicht zu überladen. Ein Handlanger hat mich besonders beeindruckt, ein Siebzehnjähriger, der von der Welt zu einem gnadenlosen Mörder geformt wurde.
Aber auch der Drahtzieher hinter dem Ganzen hielt noch einige Überraschungen für mich parat. Ich kann ehrlich behaupten, dass ich bis zum Schluss nicht wusste, wer der Bookkeeper eigentlich ist. Man rätselt zwar herum und stellt auch einige Vermutungen an, aber im Endeffekt kommt man der wahren Person hinter dieser Bezeichnnung nicht einmal nahe. Das hat mir sehr gut gefallen.

Fazit:

Der Schreibstil  der Autorin ist flüssig, mit spannnden und erotisch knisternden Momenten an den richtigen Stellen. Hier wird Krimi mit tiefen Gefühlen vermischt, ohne sich Klischees zu bedienen. Wer hier ein Rotz-und-Wasser-Happy-End erwartet, ist an der falschen Stelle, aber genau das macht dieses Buch aus. Die Reaktionen der Protagonisten sind auf ihren Eigenschaften aufgebaut und fügen sich nahtlos in die Geschichte ein. Gerade deswegen steht dem Leser frei, das Ende nach seinen eigenen Vorstellungen zu interpretieren.
Dies ist das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe, aber mit Sicherheit nicht das Letzte.
Wegen der gelungenen Krimigeschichte, die immer spannend bliebt und der überraschenden Wende, bekommt dieses Buch von mir 5/5.

Mein Dank geht zudem an den Blanvalet-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Tags: antagonist, krimi, liebe, rätsel, spannend, thriller   (6)
 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

hass, australien, liebe, drama, gefangene

Der Duft der Pfirsichblüte

Dagmar Trodler
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 10.03.2014
ISBN 9783746626727
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt:

Das Londoner Leben im Jahr 1812 ist nicht leicht. Die Kontinentalblockade Napoleons bringt die Menschen zum hungern. Harte Strafen sind an der Tagesordnung. Selbst Bagatelldelikte werden mit dem Tod geahndet.
Die 16jährige Penelope glaubt an ein Wunder, hat sie doch letztlich ihrer Mutter Mary zu verdanken in einem reichen Haushalt arbeiten zu dürfen, wo sie im Gegensatz zu ihren anderen Freundinnen mit Nahrung versorgt wird.Doch dann ereilt die Tochter des reichen Hauses eine Tragödie und nur Mary kann helfen, denn sie ist eine Engelsmacherin, die Schwangerschaften beendet. Unwissend, dass sie dadurch ihr Schicksal besiegelt, bringt Penelope die Dame zu ihrer Mutter und wird von den Wachen erwischt. Auf diese Tat gibt es nur eine Strafe: Tod durch den Galgen oder die Deportation ins weit entfernte Australien.

Cover:

Das Cover mit seinen zarten Farben finde ich gut gelungen, dennoch sollte man sich davon nicht zu dem Inhalt verleiten lassen. Obwohl es sanft und beruhigend wirkt, so ist die Geschichte alles andere als das. Liebe kommt in dem Buch vor, aber es ist keine reine Liebesgeschichte, was ich hingegen als Vorteil empfand.

Meinung:

Die junge Penelope kann nicht glauben, dass sie wirklich mit ihrer Mutter verurteilt wurde, nach Australien verschifft zu werden.
Als sie sich auf See in den jungen Iren Liam verliebt, wird sie zudem auch noch schwanger und bekommt während der Überfahrt ihre Tochter Lilly. Harte Schicksalsschläge ereilen sie immer wieder. Sie wird von ihrer Mutter und ihrem Kind getrennt, landet in einem fremden Land und ist zum ersten Mal auf sich alleine gestellt. Dennoch schafft Penny es, sich immer wieder aufzuraffen. Gerade das fand ich besonders schön. Schwache Planzen gehen eben nicht immer ein.
Bisher hatte ich noch nie einen Roman dieser Art gelesen. Ich habe schon historische Romane im Regal stehen, allerdings befand sich noch nie ein Buch über einen Gefangenentransport über See nach Australien darunter. Was mir bei diesem Buch besonders gut gefallen hat, war der Einblick in das damalige Leben. Hautnah erlebte man mit, wie sich der tägliche Überlebenskampf darstellte. Die harte Arbeit der Häkelei raubte den Frauen wegen des schlechten Lichtes oftmals das Augenlicht. Weil wegen der Blockade kaum Lebensmittel eingeschifft werden konnten, verhungerte man, oder man stahl, wurde erwischt und starb durch den Strang.
Die Lebensweise und die Art sich auszudrücken war zu dieser Zeit recht derb, besonders in dem Viertel, in dem die Hauptprotagonistinnen leben. Auch die Zustände im Gefängnis und auf dem Schiff wurden glaubhaft rübergebracht. Schmutz, Krankheiten und ein durchdringender Gestank, der alles überdeckt und die Menschen weniger wie Menschen und vielmehr wie Tiere wirken lässt.
Diese Geschichte ist hart und wird auch hart niedergeschrieben.

Charaktere:

Penelope McFadden, sechzehn Jahre jung und Spitzenhäklerin, ist die Hauptprotagonistin des Buches. Im Gegensatz zu ihrer Mutter Mary wird sie als willensschwach dargestellt, weswegen Mary voller Sorge um sie ist. Trotz des Viertels in dem sie lebt, bewahrt sie sich sehr lange ihre Unschuld, ist aber naiv genug, um von anderen benutzt und missbraucht zu werden.

Mary McFadden, dieser Charakter war eine Wucht. Pennys Mutter hat viel durchlitten. Verlor sie Pennys Vater an  Botany Bay, weil er auch ein verurteilter Strafgefangener war, so schaffte sie es die ganze Zeit sich und ihr Kind zu versorgen. Mary ist eine harte Frau, die nach der Devise lebt: Meine Tochter und ich kommen immer an erster Stelle. Mitleid mit anderen kann man sich nicht erlauben, wenn man am Verhungern ist. Nur wer Herz und Geist stählt, kann in diesen Zeiten überleben. Das versucht sie ihrer Tochter zu vermitteln, was jedoch hoffnungslos scheint, denn Penelope ist aus einem ganz anderen Holz geschnitzt.

Liam. Zu Liam habe ich einiges zu sagen, was jedoch am wichtigsten ist: Ich bin aus ihm nicht schlau geworden. Das erste Mal, wenn man von ihm liest, sich die Art vorstellt, wie begehrlich er Penny ansieht, bekommt man rasendes Herzklopfen, Gänsehaut und einen wässrigen Mund. Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass er Penelope immer wieder bittet seine Frau zu werden. Man ist sich sicher, dass er sie begehrt und im Verlauf der Geschichte gibt es auch immer wieder Situationen in denen ersichtlich wird, dass er sie liebt. Troztdem zeigt Liam auch seine dunkle Seite und die hat es faustdick hinter den Ohren. Er ist ein Rebell, der sich nicht davor scheut um sich zu schlagen, selbst wenn er jene trifft, die ihm wichtig sind. Deswegen, auch wenn er es gesagt hat, am Ende des Buches wusste ich nicht, ob er Penny liebt oder nicht. Das hat jetzt nichts damit zu tun, dass er nicht gut genug beschrieben wurde, sondern weil er eine sehr undurchsichtige Person ist. Sein Charakter hat genau zu der Geschichte gepasst.

Bernhard Kreuz ist einer der Ärzte auf dem Deporationsschiff. Er ist rücksichtsvoll und man merkt ihm an, wie sehr er die Zustände auf dem Schiff verachtet. Immer wieder ist er derjenige, der sich für die Gefangenen einsetzt. Und immer wieder ist er derjenige, der versucht Penny zu beschützen.

Fazit:

Ich habe jetzt einige Inhaltsangaben zu diesem Buch gelesen, dennoch muss ich sagen, empfand ich die Liebesnacht zwischen Penny und Liam nicht als Vergewaltigung. Was ich jedoch bestätigen kann ist, dass Liam ein teuflischer Verführer ist. Die Art, wie er beschrieben wird, wie er Penny ansieht, bescherte nicht nur ihr weiche Knie. Kein Wunder also, dass sie nachgibt und  ihm ihre Unschuld schenkt. 
Was ich als zweites las, Bernhard Kreuz wird als junger Arzt beschrieben. Er ist rundlich, besitzt schütteres, angegrautes Haar, ich konnte ihn mir nicht als jung vorstellen. Und obwohl er nicht dem Aussehen eines teuflischen Verführers entspricht wie Liam, so besitzt er andere Qualitäten. Seine freundlichen Worte und seine sanften Gesten umsorgen Penelope wie eine zärtliche Decke.
Diese beiden Männer nehmen immer wieder einen wichtigen Part in ihrem Leben ein und ich als Leserin war gespannt zu erfahren, wer sich letztendlich als würdig erweisen würde, ihr Herz zu erobern.
Trotz der anfänglichen Längen hat die Geschichte um Penelope mich begeistert und mir eine neue Sichtweise auf die Lebensumstände dieser Zeit und auf Australien ermöglicht. 
Deswegen vergebe ich für dieses Buch 5/5 und möchte mich ganz herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken

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Tags: australien, drama, england 1800, gefangene, hartes leben, hass, liebe, schiff, see, straflager, tragödie   (11)
 

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273 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 61 Rezensionen

jugendbuch, dystopie, überleben, tsunami, katastrophe

Monument 14

Emmy Laybourne , Ulrich Thiele
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.01.2014
ISBN 9783453411630
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Dich erwartet ein ganz normaler Schultag und du bist wieder einmal spät dran. Dir bleibt nur noch Zeit aus dem Haus zu rennen um den Schulbus zu erwischen. Deine Mutter ruft dir etwas hinterher, aber du läufst weiter. Es gibt keine liebevolle Antwort, oder eine Umarmung. Es wird nie wieder eine geben.
Der Bus bringt dich und die anderen Kinder nicht in die Schule, sondern er fährt dich durch eine neu entstandene Hölle, in der die Welt, die du kanntest, vollkommen aus den Fugen gerät.

Cover:

Das Cover des Buches ist in dunklen Farben gehalten, die Farbe Grün sticht deutlich daraus hervor, was ich mit der chemischen Bedrohung in Verbindung brachte. Die Personen auf dem Cover stellen die großen Kids dar, aber mir fehlen dennoch die anderen wichtigen Aspekte des Buches darin, die kleinen Kinder. Auch wenn ich es nicht schlecht finde, so gefällt mir das Bild in der englischen Ausgabe wesentlich besser, denn darin wird man mit einem Blick mit dem Schrecken konfrontiert, der über alle hereinbricht.

Meinung:

Auf dieses Buch bin ich aufgrund einer Rezension gestoßen. Es klingt mir nach einem Endzeitroman und weil ich diese liebe, wanderte es sofort auf meine Wunschliste.
In Monument 14 geht es um 14 Kinder, die eine plötzlich ausbrechende Naturkatastrophe überleben. Aufgrund eines Tsunamis regnen ungewöhnlich große Hagelkörner auf den fahrenden Schulbus hinab, in dem sich Dean und die älteren Schüler befinden. Ihr Bus gerät ins Schleudern und kippt in der Nähe eines Einkaufszentrums um. Der andere Schulbus mit den kleineren Kindern, der hinter ihnen gefahren war, schafft es in das sichere Innere des Gebäudes. Danach rettet die Fahrerin dieses Busses die wenigen Überlebenden und bringt sie in Sicherheit.
Die Kinder versammeln sich im Einkaufszentrum und werden von der einzigen Erwachsenen, der Busfahrerin, angewiesen, sich darin zu verbarrikadieren und zu warten, während sie Hilfe holen geht.
Den tödlichen Hagelkörnern folgt ein Erdbeben der Stärke 8,2, dennoch bleibt das Einkaufszentrum intakt. Aus den Nachrichten erfahren die Kids, dass man die Kontrolle über eine Chemiefabrik verloren hat, die sich in unmittelbarer Nähe der Stadt befindet. Eine chemisch angereicherte Wolke thront über ihnen. Jede Berührung mit der giftigen Luft führt zu unterschiedlichen Symptomen. Ein halbes Jahr lang wird das Einatmen dieser Luft zur tödlichen Bedrohung für jeden Menschen. Niemand kann gefahrlos nach draußen gehen.
Was ich ganz besonders gut finde, ist die Art und Weise wie die Menschen auf diese chemische Bedrohung reagieren. Es ist von den Blutgruppen abhängig, ich kann mich jetzt nicht genau erinnern, welche Blutgrupp für welche Symptome sorgt. Menschen mit einer Blutgruppe verallen in tosender Raserei und wollen alles töten was ihnen vor den Augen kommt. Dean, Astrid und einige der kleineren Kinder gehören dazu. Menschen der anderen Blutgruppe bekommen blutige Blässchen und sterben an Organversagen, sollten sie die giftige Luft zu lange einatmen. Die andere Gruppe leidet an Halluzinationen. Die letzte Blutgruppe ist die einzige, die gefahrlos nach draußen gehen könnte, doch ihre Schäden sind schwerwiegender, denn sie werden impotent, oder unfruchtbar.
Genau diese Mischung machte aus diesem Buch etwas besonderes. Die Kids sind in dem Einkaufszentrum gefangen und dennoch ermöglicht dieses ihnen ein sicheres Überleben, denn sie haben alles was sie dazu brauchen direkt vor Ort.
Und genau hier nimmt die Geschichte ihren Lauf.
Man muss immerzu bedenken, dass es sich um Kinder handelt. Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, aber ich glaube, die meisten von den Größeren sind so 16, 17 Jahre alt. Dennoch sind sie verantwortlich für die kleineren Kinder.
Machtkämpfe und die alltäglichen Probleme an der Schule sind in diesem Gebäude ebenso an der Tagesordnung. Es gibt die Rowdies, die die Schwächeren traktieren, dann wieder gibt es diejenigen, die über sich hinauswachsen, um die Schwächeren zu beschützen.
Als ganz großes Problem werden die Menschen dargestellt, die sich außerhalb des Einkaufszentrums befinden und jede Möglichkeit suchen, ins Innere zu dringen.

Charaktere:

Die Charaktere dieses Buches sind vollkommen unterschiedlich. Dean als der ruhige Typ, erzählt die Geschichte aus seiner Sicht. Er schreibt lieber mit einem Stift auf Papier, als die modernen Tablets zu benutzen. Außerdem ist er schon seit Langem in die junge Astrid verliebt. Sein Bruder Alex ist ein Technikfreak. Sein Wissen und sein Können gereicht der Gruppe oftmals zum Vorteil.

Ganz besonders interessant fand ich Niko. Der Junge rettete Dean das Leben und weist ansonsten alle Charaktereigenschaften auf, die ein guter Anführer haben muss. Seine Ausbildung als Pfadfinder ist in einem Notall wie diesem ganz besonders nützlich. Er sorgt sich um die Kleinen und ist bereit alles von sich zu geben um sie zu beschützen.

Der anfängliche Anführer Jake, Schulschönling, Quaterback und Astrids Freund, weist diese Merkmale ebenfalls auf, doch wenn es hart auf hart kommt, zieht er sich zurück und überlässt die anderen sich selbst. Durch willentlich eingenommene Tabletten versinkt er sehr oft im drogenähnlichen Zustand und scheint die Augen vor der Wirklichkeit verschließen zu wollen.

Ebenfalls sehr interessant fand ich die junge Josie. Weil sie hautnah erleben musste, wie ihre Freundin von den großen Hagelkörnern erschlagen wurde, bleibt sie sehr lange in einem schockähnlichen Zustand, doch als die Situation zu eskalieren droht, erwacht sie wieder und übernimmt die Verantwortung über die Kleinen. Trotz ihrer sechzehn Jahre ist sie die Mutter der Gruppe.

Die Kleinen sind, wie kleine Kinder sein sollten. Sie weinen und rufen oft nach ihrer Mutter. Dennoch fand ich auch bei ihnen sehr viele besondere Charakterzüge. Den allwissenden Bengel oder die rotzfreche Göre.

Was ich damit ausdrücken will, jeder Charakter dieser Geschichte ist glaubhaft und wird, nach seinen Vor- und Nachzügen, dargestellt.

Fazit:

Monument 14 ist ein ganz besonderes Buch. Obwohl die Geschichte lediglich in einem Einkaufszentrum spielt, ist sie nie langweilig. Dafür sorgen die unterschiedlichen Charaktere und die äußerlichen Begebenheiten. Die Kinder haben es nicht nur mit einer Naturkatastrophe zu tun, zudem werden sie von einer chemischen Wolke bedroht. Diese Umstände verwandeln jeden einzigen Menschen außerhalb des Einkaufszentrums in einen bedrohlichen Feind. Sie können niemandem trauen, nur einander.
Erst am Ende des Buches erfuhr ich, dass es noch einen weiteren Teil gab. Trilogien und Reihen scheinen derzeit in Mode zu seinen, bei diesem Buch hier bereue ich es nicht, denn es besitzt ein spannendes Ende, das den Leser gespannt auf den zweiten Band warten lässt.

Aufgrund des Lesevergnügens vergebe ich für Monument 14 begeisterte 5/5

Außerdem möchte ich mich ganz herzlich bei dem Verlag für das gelieferte Rezensionsexemplar bedanken.

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Tags: bedrohung, chemische bedrohung, dystopie, endzeitroman, erdbeben, gefahr, heyne, jugendbuch, kampf, liebe, naturkatastrophe, schüler, schutz, starke charaktere, tsunami, überleben   (16)
 

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174 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 50 Rezensionen

liebe, drogen, freundschaft, italien, tod

Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung

Valentina D'Urbano , Constanze Neumann
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.02.2014
ISBN 9783423249997
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt:

La Fortezza, das Leben in diesem Viertel formt dich wie Wachs. Entweder gehst du gestärkt daraus hervor, oder du gehst unter.
Die junge Bea und ihr Freund Alfredo wachsen in La Fortezza auf. Obwohl ihrer beider Leben von Armut gekennzeichnet ist, so verlaufen ihre Lebenswege vollkommen anders. Bea besitzt eine liebevolle Familie, während Alfredo tagtäglich von seinem alkoholabhängigen Vater verprügelt wird. Dennoch verbindet diese beiden Kinder eine Freundschaft, die über jede Prüfungen hinauswächst, die ihnen das Leben in diesem harten Viertel abverlangt.

Cover:

Das Cover an sich verrät einiges über den Inhalt der Geschichte. Es ist düster, wirkt verregnet und ist noch dazu in Schwarzweiß gehalten. Das schwarze Kleid und die barfüßigen Beine interpretierte ich als Zeichen der Armut und der Trauer, noch dazu der verlorene Gesichtsausdruck der Frau. Alles wirkt passend für diese Geschichte. Dennoch muss ich sagen, auch wenn mir das Cover gut gefällt, geködert hat mich der Titel des Buches. Er ist unüblich lang und ein richtiger Eyecatcher.

Charaktere:

Die Charaktere, die die Autorin erschaffen hat, sind unbeschreiblich gut gelungen. Jedes Wort wirkt real, jede Tat glaubhaft, die Beziehung untereinander entsprechen den Umständen. Selten gingen mir Protagonisten so stark unter die Haut wie in diesem Buch.

Beatrice, auch Bea genannt, ist der Hauptcharakter des Buches. Geformt von dem harten Leben in diesem Viertel, ist sie ebenfalls hart geworden. Sie ist egoistisch, gibt nichts leichtfertig her und besitzt dennoch eine Stärke, die sie denjenigen zuteil kommen lässt, die sie liebt. Ich empfand sie als große Stütze Alfredos, aber in vielen Situationen auch als jemanden, der viel mehr fordert, als er gibt.

Alfredo ist der mittelälteste Sohn des Säufers, der im Wohnblock über Beas Familie wohnt. Als er mit sieben Jahren fast von seinem Vater totgeprügelt wurde, nimmt Beas Mutter sich seiner an. Alfredo wird zum Teil ihrer Familie, er schläft manchmal nächtelang mit Bea und ihrem kleinen Bruder Franceso in einem Bett. Diese Nähe schweißt sie zusammen, durch Liebe, aber auch durch Zorn. Alfredo empfand ich in der Geschichte als den schwächeren Part. Während Bea diejenige ist, die hasst, ist er jemand, der liebt. Noch nicht einmal als er in der Lage ist sich zu wehren, tut er seinem grausamen Vater etwas an.
Die Situation der beiden wird immer verworrener je älter sie werden und die Beziehung sich zwischen ihnen verändert. Aber während Bea den Prüfungen des Lebens standhält, droht Alfredo unter ihnen zu zerbrechen.


La Fortezza:

Wow! Das Viertel, in dem die Geschichte spielt, ist mit solch einer brutalen Klarheit gekennzeichnet, dass man es förmlich vor Augen hat. Für Menschen, die ein solches Leben nicht kennen, mag es wie eine ausgedachte Geschichte erscheinen und doch verspürt man ein sachtes Ziehen in der Magengegend, eine stumme Mahnung, dass solche Viertel nicht der Phantasie angehören. Denn das Leben schreibt Geschichte!

Meinung:

Ich hatte die Geschichte binnen zweier Tage durch, hätte ich nicht ein Kleinkind zuhause, ich hätte das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Zu Beginn war ich skeptisch. Die Inhaltsangabe verrät einiges, der Leser weiß also sofort, dass es für Alfredo und Bea nicht gut ausgehen wird, denn das Buch nimmt seinen Anfang mit Alfredos Beerdigung. Natürlich fragte ich mich da, ob die Geschichte mich dennoch fesseln konnte. Und ja, das ist diesem Buch durchaus gelungen. Ich war so gefangen  in der Welt von Bea, in ihrer Erinnerung über ihre Kindheit mit Alfredo, dass ich die meiste Zeit vergass, was am Ende geschehen würde.
Ich würde gerne den Begriff bittersüß verwenden um die Beziehung der Beiden zu beschreiben, tatsache jedoch ist, dass kaum etwas in La Fortezza süß ist. Die Autorin verwendet eine Art dies zu umschreiben, ich kenne den genauen Wortlaut nicht mehr, aber aus meiner Erinnerung heraus, klingt es ist in etwa so:
"Die Menschen in La Fortezza werden schnell erwachsen, bekommen schnell Kinder, denen sie das gleiche hoffnungslose Leben hinterlassen und sie sterben schnell."
Wenn man bisher keine Ahnung von diesem Leben hatte, so ist man dadurch schlauer. Man bekommt Einsicht in dem Wirken der Kinder. Die Treffen an bestimmten Orten des Viertels, die ungewollte Schwangerschaft, die von einer Engelsmacherin beendet wird. Das Kiffen in den Hinterhöfen und noch Schlimmeres. Menschen, die verhaftet werden, oder Menschen, die unter diesem Leben zerbrechen.
Nicht selten fand ich mich mit einem dicken Kloss in der Kehle wieder oder spürte Tränen, die mir in die Augen drangen. Ich litt mit den beiden förmlich mit, wissend, wie schnell man auf das Ende zuraste. Und wissend, was das für eine Ende sein würde.
Irgendwie hoffte man doch, man hoffte man hätte mehr Zeit. Man hoffte, alles würde sich zum Guten ändern, nicht was den Tod betrifft. Alfredo stirbt, das ist gewiss, aber an der Art, wie das Buch zu ende geht.

Kritik:

Ich muss sagen, zu diesem Buch habe ich so gut wie keine Kritik. Vielleicht lediglich eine kleine Anmerkung. Die ganze Zeit über erwartete ich, dass zwischen den beiden mal etwas passieren würde. Sie lieben sich, sie sind eifersüchtig und man merkt als Leser, dass sie nicht ohneeinander können. Allerdings wurde in dem ganzen Buch nicht ein einziges Mal geschrieben, dass sie miteinander schliefen. Bei einem Drama erwarte ich nicht unbedingt ellenlange Sexszenen, aber wenn man am Ende erfährt, dass es dennoch Liebesszenen gegeben haben musste, dann hätte ich mir als Leser gewünscht, etwas davon zu erfahren. Sogar wenn es nur eine winzig kleine Umschreibung gewesen wäre. Dies am Ende wie aus heiterem Himmel zu erfahren, hat mir nicht so ganz gefallen.

Fazit:

"Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung" ist Drama pur. Dem Leser sollte klar sein, dass er sich auf eine Geschichte einlässt, die tief unter die Haut geht. Tränen und eine enge Kehle gehören zu diesem Buch mit dazu und dennoch bleibt man am Ende staunend zurück, denn trotz der großen Traurigkeit kann man nicht anders, als zu erkennen, wie ergreifend diese Geschichte geschrieben worden ist. Aus diesem Grund erhält dieses Buch von mir 5/5 und ein Wow!

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Tags: drama, liebe, tränen, trauer, verlust   (5)
 

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67 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 0 Rezensionen

fantasy, juwelen, erotik, liebe, heyne

Blutsherrschaft

Anne Bishop , Kristina Koblischke
Flexibler Einband: 589 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.03.2011
ISBN 9783453527775
Genre: Fantasy

Rezension:  
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96 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 3 Rezensionen

fantasy, erotik, die schwarzen juwelen, dark fantasy, liebe

Blutskönigin

Anne Bishop , Ute Brammertz
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 05.10.2009
ISBN 9783453526099
Genre: Fantasy

Rezension:  
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116 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 4 Rezensionen

fantasy, dark fantasy, die schwarzen juwelen, dämonen, anne bishop

Nacht

Anne Bishop ,
Flexibler Einband: 398 Seiten
Erschienen bei Heyne, 01.09.2008
ISBN 9783453524279
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt:

Sie hatten immer auf ihn herabgeblickt und ihn nie gewürdigt. Jetzt lachten sie sogar über ihn. Aber ihnen würde das Lachen vergehen! Auf sie alle wartete eine Überraschung, die an Bosheit nicht übertroffen werden konnte. Und dann würden sie alle sterben. All diejenige, die sich so hoch auf ihren Thron wähnten. Die Mitglieder des ersten Kreises, der Sadist und sein eyrischer Halbbruder und alle anderen, die sich besser glaubten.

Meinung:

Mitglieder des Blutes lebten in gruseligen Häusern voller Spinnweben. Als Jaenelle von den Gerüchten hört, welche die gewöhnlichen Bürger im Umlauf bringen, fasst sie den Plan, ein Spukhaus zu erschaffen. Dies mag eine dunkle humorvolle Art sein mit den Gerüchten umzugehen, doch gerade dadurch ermöglicht sie einem neuen Feind, Surreal und ihren Begleiter Rainier in eine tödliche Falle zu locken.

Ich habe mich sehr über dieses Buch gefreut. Im Vorfeld wusste ich, dass die Geschichte sich um ein Spukhaus drehen würde und, dass ein neuer Gegner hinter dem Vorhang wartete. Weil ich die Welt von Anne Bishop liebe, freute ich mich auf ein neues Abenteuer. 
Im Vergleich zu den anderen Büchern, muss ich jedoch sagen, dass die Geschichte ungewohnt behäbig voranschreitet. Man bekommt einen Einblick in das Eheleben von Jaenelle und Dameon und was sich bei den anderen Charakteren ereignet. Weil ich die Persönlichkeiten der Geschichte so gerne mag, habe ich mich darüber gefreut, aber für andere Leser könnte es zu langsam sein.
Spannend wurde es natürlich, als Surreal mit Rainier und einigen Landenkindern in dem falschen Spukhaus gelockt werden und einen Ausweg finden müssen. Dabei dürfen sie ihre Macht nicht benutzen, denn jedes Mal, wenn sie das tun, wird einer von dreißig Ausgängen verschlossen und am Ende werden sie von dem Haus verschlungen.
Auf ihrer Suche nach der Freiheit werden sie von tödlichen Zaubern attackiert. Hinter jeder Tür und jedem Fenster kann der Tod lauern. Ohne ihre Kraft einsetzen zu können, sind sie extrem verletzlich, außerdem müssen sie einige Kinder beschützen, die mit ihnen in die Falle gelockt wurden.

Kritik:

 
Der Antagonist


Auch wenn ich das ungern zugebe, so ist der Autor Jarvis Jenkell für mich der schlimmste Bösewicht der ganze Reihe und damit meine ich jetzt nicht seinen Charakter betreffend, denn das wäre etwas Positives. Natürlich ist er ein Fiesling, der sich nicht davor scheut Leute für seine Ziele zu töten. Im Endeffekt empfand ich ihn jedoch als schlichtweg doof. Er ist auch die größte Schwäche dieser Geschichte. Es müssen ja haufenweise Gerüchte im Umlauf sein, was Janelles, Daemons und Lucivars Macht betrifft. Noch dazu muss er von Saetan, dem Höllenfürsten, wissen. All diese Personen tragen die dunkelsten Juwelen, die es gibt. Und er will sich an sie rächen? Was lässt ihn glauben, das schaffen zu können?
Ja, ich habe erfahren, dass er als "Landen" aufwuchs. Als eine gewöhnlicher Mann ohne ein Juwel. Schließlich brachte er der Dunkelheit sein Opfer dar und erhielt ein Juwel. Der Leser bleibt im Unklaren welche Farbe es überhaupt hat. Außerdem schafft er es, zwei schwarze Witwen und einen Krieger mit dunklen Juwelen zu töten. Wie das vonstatten geht, erfährt der Leser nicht.
Jarvis Jenkell ist die Maus, die sich im Gemäuer des tödlichen Hauses verbirgt und dem Sterben zuschaut, zusätzlich dazu, schreibt er sich Notizen für seinen nächsten Roman. Etwas anderes macht er nicht. Ich empfand ihn weder als gefährlich, noch als klug und gewitzt. Er war einfach nur ein Neidhammel, der sich rächen wollte, mir aber zu schwach dafür vorkam.

Fazit:

Natürlich liest man als Fan gerne über das Alltagsleben der Protagonisten, aber ich hätte mir von Anfang an diese Spannung gewünscht, die sich in der letzten Hälfte des Buches aufbaute. 
Das schlimmste Desaster jedoch war der Bösewicht. Keine Glaubwürdigkeit hinter seinen bösartigen Taten. Mit nichts konnte er belegen, dass er seinen Plan schaffen würde. Das einzige was er in dem Buch tat, war zuschauen und sich Notizen zu machen. Bisher bekamen die ganzen vorherigen Bücher dieser Reihe meistens fünf Punkte von mir, aber Jarvis Jenkell schafft es als Einziger das Buch am tiefsten runter zu ziehen.

So leid es mir tut und auch wenn ich diese Reihe liebe, ich kann diesem Buch nur 3/5 Punkten geben.

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Tags: anne bishop, dark fantasy, magie, spukhaus   (4)
 

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330 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 117 Rezensionen

fantasy, wolf, liebe, frost, dämon

Frostblüte

Zoë Marriott , Claudia Max
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 02.10.2013
ISBN 9783551312709
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

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1.544 Bibliotheken, 30 Leser, 8 Gruppen, 205 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, teri terry, gelöscht, zukunft

Gelöscht

Teri Terry , Marion Hertle
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 01.06.2013
ISBN 9783649611837
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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41 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

horror, mädchen, experimente, japa, sayu smile

Sayu Smiles

Sadako
Buch: 600 Seiten
Erschienen bei Verlag 3.0 Zsolt Majsai, 30.11.2013
ISBN 9783943138627
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt:

Ich habe eine wundervolle Mutter, einen großartigen Vater und eine coole große Schwester. Meine Familie ist immer für mich da, wir gehören zusammen.
Aber ... ich wache in einem kalten Raum auf ... und bin alleine. Was ist geschehen?

Als die junge Sayumi in einer Zelle erwacht, kann sie sich nicht erinnern was mit ihr passiert ist. Ihr fehlen wichtige Erinnerungen über die vergangenen Jahre. Ihr Körper ist gealtert, war sie beim letzten Mal acht Jahre alt, sieht sie nun aus wie zwölf. Doch wo sind diese vier Jahre hin, an die sie keine Erinnerung hat? Und wer sind diese Menschen, die sie tagein, tagaus überwachen?

Meinung:

Dieses Buch hat mich die letzte Woche stark beschäftigt. Natürlich aufgrund seiner Dicke (ca. 600 Seiten) aber auch aufgrund seiner Komplexität. Es geht um die junge Sayumi, die an ihrem achten Geburtstag ins Koma fällt und dann aus dem Krankenhaus verschwindet.
Die Familie ist untröstlich, der Zustand der Mutter grenzt schon am Rande der Labilität, der Vater versucht Normalität zu bewahren. Als besondere Stütze empfand ich Sayus große Schwester Joey. Sie ist auch diejenige, die sich vehement weigert, als der Vater, Ryan, seine Frau in eine Nervenheilanstallt abschieben will.
Ein Großteil des Buches handelt von Sayumi, nur vereinzelt erhält man kurze Einblenden über andere Charaktere. Natürlich bekommt man nach und nach mehr Informationen zu der Geschichte und versteht, wie alles miteinander zusammenhängt.

Sayu Smiles hat sehr viel Lob und gute Bewertungen bekommen. Ich habe mir jetzt nicht alle Kommentare durchgelesen, allerdings fällt es mir schwer diese Rezi zu schreiben, denn ich habe nicht nur Lob, sondern auch viel Kritik. Damit werde ich wohl aus der Reihe fallen, aber ich behalte mir vor, ehrlich zu rezensieren.

Zuerst zu dem ganz dicken Lob, den ich der Autorin aussprechen möchte. Sie schafft es mit Worten, und dabei spreche ich besonders aus Sayumis Sicht, gewaltiges Kopfkino zu erschaffen. Ihre Beschreibungen sind so detailliert und bildhaft, dass man alles genau vor Augen hat und man in dieses Kopfkino entführt wird, ohne es zu merken. Als Leser kann man förmlich den Geschmack von Blut auf der Zunge spüren, oder verzieht das Gesicht, wenn der Charakter sich verletzt hat, eben weil es so glaubhaft und "nah" beschrieben wurde. Das hat mich positiv überrascht und sticht aus der Reihe der Bücher, die ich bisher gelesen habe.

Kritik:

Als ziemlich flach empfand ich alle anderen Charaktere. Jonathan, den Sayu immer "den Sympathischen" nennt, verändert sich von einem freundlichen Mann in einen Wahnsinnigen. Warum das so ist, wird nicht erklärt.
Auch von dem Vater erhält man keine zufriedenstellende Antwort. Er hat sich bewusst dafür entschieden eine Familie zu gründen und dann entschied er sich nochmals, diese Familie zu zerstören. Warum? Um seine Karriere zu fördern? Über seine Tätigkeit in dieser Firma weiß ich auch nicht viel Bescheid. War er der Projektleiter? Was genau tat er da? Wertete er die Ergebnisse aus? War er bei den Experimenten mit seiner Tochter zugegen? Ich erfuhr viel zu wenig darüber.
Ich hätte mir von ihm auch mehr Gefühlskonflikte gewünscht, ein Zittern wenn er an seine Entscheidung zurückdenkt, denn später erfährt man ja, wie sehr er seine Tat bedauert.

Sayus Freundin Lu May tauchte dann einfach wie von Zauberhand im späteren Verlauf der Geschichte auf. Auch sie blieb eine ziemlich blasse Figur. Die beste Freundin, von der man aber nicht wirklich viel erfährt.

Was mich besonders gestört hat, waren einige Szenen in dem Buch. Ich möchte jetzt nicht zu viel von der Geschichte verraten, aber es wird sich nicht vermeiden lassen.

Da Sayus Mutter Risa wegen dem Verschwinden ihrer Tochter immer unsicherer wird, möchte Ryan seine Frau in eine Nervenheilanstalt einweisen lassen. Zwei Männer stehen auf einmal vor der Tür. Die älteste Tochter Joey bemerkt das und kämpft mit allen um den Abtransport der Mutter aufzuhalten. Plötzlich ziehen beide Männer Waffen. Dies wird aus Ryans Sicht erzählt und macht dem Leser klar, dass die Mutter getötet werden soll. Nachdem Joey den Kampf verloren hat, Risa auf dem Weg ins Auto ist, zieht Ryan ebenfalls eine Waffe und erschießt seine älteste Tochter. Vielleicht bin ich da etwas pingelig, aber wenn beide sowieso sterben sollten, warum sie nicht gleich erschießen und dann die Männer rufen, damit sie die Leichen beseitigen?

Auch zu schaffen machten mir die großen Sprünge zwischen den Abschnitten. Als Sayu im Labor erwacht, sind vier Jahre vergangen. Den ersten Sprung nahm ich noch hin. Es passte und als Leser war man neugierig was nun mit Sayu passiert. Die Szenen im Labor wurden auch sehr gut beschrieben, man blieb immer neugierig und wurde in Atem gehalten. Leider jedoch verflüchtigte sich das für mich, so dass ich gerade bei der Hälfte des Buches  abgebrochen hätte. Aufgrund der vielen positiven Meinungen und weil immer wieder geschrieben wurde, wie gekonnt alles am Ende zusammenkommen würde, las ich weiter.

Es wurde beschrieben, wie ein grotesk verzerrtes Ebenbild Sayus, Soldaten tötet. Immer und immer wieder auf die gleiche Weise. Zu Beginn spannend, flachte das im Verlauf der Geschichte immer mehr ab. Als Leserin hatte ich kapiert, wenn man Sayu zu weit trieb, verlor sie die Kontrolle. Auch vermutete ich bei der Hälfte, wer Sayus Abbild sein könnte.

Der nächste Sprung war so verstörrend, dass ich wieder abbrechen wollte. Befand man sich im letzten Kapitel noch in einer Szene der Gefangenschaft, stand Sayu plötzlich auf einer Wiese und joggte. Es dauerte seine Zeit, aber dann merkte man, es gab wieder einen Sprung nach vorne.
Sayu war nun sechzehn Jahre alt. Wie sie der Gefangenschaft entkam, wird im ganzen Buch nicht aufgeklärt. Man erhält Spekulationen, dass ihr Vater das bewerkstelligt hat, mich hätte es aber mehr gefreut davon zu lesen oder mehr Infos darüber zu bekommen. Dann trat wieder die gleiche Routine ein. Sayu wurde verfolgt und erneut tötet sie Männer und Soldaten. Ab diesem Zeitpunkt hätte ich mir gewünscht, sie würde auch mal Frauen töten um etwas Abwechslung zu schaffen. Wieso diese Firma nach all den Jahren wieder die Jagd eröffnete, wird auch nicht erzählt. Man erhält von Ryan einige Vermutungen, die in weniger als drei oder vier Sätzen abgehandelt werden, mir aber nicht glaubhaft genug sind.

Der großen Abschuss wurde mir gegen Ende des Buches geliefert. Sayu wird erneut von den beiden Firmen Cyrene und Armacon verfolgt. Sie befindet sich mit ihrer besten Freundin auf der Flucht und beide gehen in einen Club. Darin gibt es eine Szene, in der jeder Clubbesucher eine Nuss erhält, die er knacken soll. Jeder knackt seine Nuss, nur Sayu schafft es nicht. Die Nuss fällt runter, aber als Sayu und Lu May gehen wollen, tritt ein kleiner Mann vor sie und überreicht ihr die Nuss... Was soll die Szene mit der Nuss???
Desweiteren inszeniert eine der Firmen einen Vorfall in einem Atomkraftwerk, damit die Leute in ihren Häusern bleiben und die Nationalgarde (!!!) die Stadt auf der Suche nach Sayu durchkämmen kann. Davon haben die beiden im Club keine Ahnung. Als sie diesen verlassen, ist die Stadt  unheimlich still. Plötzlich werden sie von den Soldaten verfolgt und jetzt kommt wieder etwas unglaubwürdiges, wildfremde Männer, Zwillinge, nehmen sie in ihrem Haus auf, obwohl  davor gewarnt wurde, dass die Menschen kontaminiert sein könnten. Die Zwillinge schießen mit Waffen gegen die Soldaten und riskieren ihr Leben um zwei Mädchen, die ihnen vollkommen fremd sind, zu beschützen.
Ab hier wollte ich einfach nur noch zum Ende kommen. Und ja, ich hab es geschafft das ganze Buch zu lesen, aber die Meinung der anderen kann ich einfach nicht teilen. Meine Vermutung, die ich ab der Hälfte des Buches hatte, hat sich bestätigt, aber ich blieb mit viel zu vielen Fragen zurück, die nicht aufgeklärt wurden. Es nützt mir auch nichts zu wissen, dass das nächste Buch "Sayumi - Sayu Answers" heißt.

Was die  Rechtschreibung betrifft, fand ich keine Fehler, dafür aber viel zu viele stilistische Fehlleistungen, die ein ordentliches Lektorat vermieden hätte. Wörter, die mehrmals in einem kurzen Abschnitt hintereinander benutzt wurden. Zwei Sätze die hintereinander mit dem gleichen Wort begannen. Eine Rückblende aus Sayus Sicht, die in der Vergangenheitsform hätte geschrieben werden müssen. Mehrere unglücklich gewählte Beschreibungen wie: "Mächtige, über Jahrzehnte angesammelte Errungenschaften der Menschen, lösten sich in Wohlgefallen auf."  In Wohlgefallen? Wir sprechen von der Zerstörrung von Gebäuden. Wie kann man da von Wohlgefallen schreiben?

Fazit:

Trotz der vielen beschriebenen Szenen, die wirklich gut waren (aus Sayumis Sicht) hat das Buch es nicht geschafft mich zu überzeugen, den nächsten Band zu kaufen. Vielleicht liegt es auch an mir, immerhin gibt es mehr positive Rezensionen dazu. Es tut mir sehr leid, vor allem weil man an manchen Stellen des Buches wirklich merkt, dass die Autorin das Zeug hat richtig gut zu schreben. Von mir erhält Sayu Smiles leider nur 3/5

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Tags: experimente, gefangen, mädchen, sadako, saymi, sayu smiles   (6)
 

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142 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 3 Rezensionen

fantasy, die schwarzen juwelen, erotik, dämonen, dark fantasy

Finsternis

Anne Bishop , ,
Flexibler Einband: 524 Seiten
Erschienen bei Heyne, 05.03.2007
ISBN 9783453522503
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt:

Die schrecklichen Minen von Pruul erwarten den jungen Lustsklaven Jared, weil er seine grausame Königin getötet hat. Eine Bestrafung, die einen langsamen, qualvollen Tod nach sich zieht. Doch gerade als er jegliche Hoffnung fallen lässt, wird er auf dem Sklavenmarkt gekauft. Von niemand geringerem als der Grauen Lady, der einzigen Widersacherin Dorotheas, die zudem den Ruf hat eine grausame Königin zu sein.
Unterwegs in dem Reich Den Nehala muss Jared sich entscheiden, ob er eine Flucht wagt, oder weiterhin ein Sklave bleibt.


Meinung:

Ich war neugierig auf dieses Buch, denn im Gegensatz zu den anderen Teilen der Reihe, spielt diese Geschichte zwar in Daemon und Jaenelles Welt, allerdings handelt es sich hierbei um andere Charaktere. Auch vom Zeitverlauf her, kann man "Finsternis" vor Jaenelles Erscheinen einordnen.
Die Hauptperson dieser Geschichte sind Jared und Die graue Lady, die sich später als die junge Lia herausstellt.
Vom Charakter her ist Jared ein verbitterter Mann, der sein Vertrauen in eine Königin verloren hat. Unter Dorotheas Herrschaft verkümmern die alten Sitten, in denen Königin und Krieger einander ehrbar dienen. Macht wird ausgeübt und missbraucht. Diejenigen, die sich gegen Dorothea stellen werden ausgerottet.
Die graue Lady hingegen, anfangs mit schlechtem Ruf, stellt sich als eine Person heraus, die alles für ihre Untergebenen tun würde. So lässt sie es sich nicht nehmen den Sklavenmartk zu besuchen um den Menschen in Erinnerung zu rufen, dass es noch jemanden gibt, der Dorotheas Herrschaft trotzt. Auf diesem ersteht sie einige Sklaven um ihnen am Ende ihrer Reise die Freiheit zu schenken.
Davon wissen Jared und die anderen Sklaven nichts. Lediglich der Glaube durch den Ring der Macht gefangen zu sein, bringt sie dazu gehorsam zu sein.
Als Jared jedoch herausfindet, dass nicht die besagte Königin ihn gekauft hat, sondern deren Enkelin Lia, begreift er wie verwundbar die junge Frau ist. Die Zauber, die sie benutzt hat um älter zu erscheinen, mag sie anfangs getäuscht haben, doch als dieser bricht, ist ihre Identität für jeden klar. Noch dazu hat sie ihre Jungfrauennacht nicht hinter sich gebracht und kann deswegen jederzeit gebrochen werden.
Mithilfe eines Verräters, der sich in Lias Begleitung eingeschlichen hat, erhält Hayls Königin Dorothea alle Informationen, so auch diejenige über Lias Herkunft.
Dorothea möchte Lia als Pfand gegen die wahre graue Lady einsetzen um sich diese gefügig machen, daher betraut sie den Hauptmann ihrer Wache damit, die Reitgesellschaft dingfest zu machen. Getrieben von der Angst und dem Wissen, was ihn erwartet wenn er versagt, setzt Dorotheas Untergebener, Krelis, alles daran die junge Lia zu finden. Dabei hat er jedoch nicht mit einem Krieger wie Jared gerechnet, der über mächtige rote Juwelen verfügt. Auch nicht mit den anderen Sklaven der Reitgesellschaft, die zum ersten Mal in der Begleitung einer Königin sind, die nicht nur nimmt, sondern auch gibt und gerecht ist.


Fazit:

Endlos lange Reihen verlieren meistens an Spannung, daher meine Befürchtung, dass es auch bei Anne Bishops Reihe der Fall sein könnte. Tatsächlich trat dies nicht ein. Bisher hat keines ihrer Bücher weniger als vier oder fünf Sterne von mir bekommen. Die Welt, die sie hier erschaffen hat ist großartig durchdacht, ebenso die dunklen Juwelen und ihre Bewandtnis. Dazu zeichnet sie Charaktere, die nicht immer vollkommen sind, viel durchlitten haben, aber ungeheuer glaubhaft sind. Diese Gabe setzt sich auch in diesem Buch fort. Es gab keine Längen, die ganze Zeit über blieb die Geschichte spannend.
Dafür vergebe ich verdiente  5/5

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Tags: anne bishop, dark fantasy, dunkle juwelen, jared, kampf, königin, liebe, romantik, sklave   (9)
 

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(1.081)

1.856 Bibliotheken, 21 Leser, 7 Gruppen, 160 Rezensionen

götter, liebe, griechische mythologie, helen, fantasy

Göttlich verliebt

Josephine Angelini ,
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Dressler, 01.03.2013
ISBN 9783791526270
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Der Fluch der Furien ist endlich gebrochen. Die drei Schwestern erhielten durch Helen und Orion ihre Freiheit zurück. Hector kann endlich zu seiner Familie zurückkehren, ohne befürchten zu müssen, von ihnen in rasender Wut getötet zu werden. Doch nicht nur der Fluch wurde gebrochen, eine verbotene Zusammenführung aller vier Häuser fand statt. Der Gott des Krieges, Ares, stellte Lucas und Orion eine Falle indem er ihnen Helen als Köder präsentierte. Dabei vermischte sich das Blut alles Häuser und die drei wurden zu Blutsbrüdern. Was lange Zeit befürchtet wurde ist eingetreten: Die Götter dürfen ihr Gefängnis verlassen und wieder auf Erden wandeln.

Meinung:

Der finale Teil der Trilogie stellte sich für mich als echte Überraschung dar. Helen ist kaum wiederzuerkennen. Die große Macht über die sie verfügt, hat sie geformt. Nichts und niemand scheint sie aufhalten zu können. Noch dazu verlassen immer mehr Götter den Olymp und treiben auf der Erde ihr Unwesen. Als die jung Halbsirene Andy nur knapp einer Vergewaltigung durch einen Gott entkommt, wird sie von Helen und den Delos-Frauen in die Familie geholt.
Helen weiß, dass ein Krieg mit den Göttern unvermeidbar wird, denn nicht alle sind bereit, sich den Menschen gegenüber anständig zu verhalten. Hades und der Gott der Träume Morpheus sind da die wenigen Ausnahmen.

Ich sagte ja schon, dass der dritte Teil einige Überraschungen für mich in petto hielt. Einige gute, aber leider auch einige schlechte. Die Art wie die Geschichte voranschreitet ist zügig und auch glaubhaft. Ein Kampf mit den Göttern ist unausweichlich. Zudem wir Helen immer mächtiger, denn sie hat nicht nur ihre eigenen Fähigkeiten, sondern auch einige von Lucas und Orion übernommen, als sich ihr Blut vermischte. Das führt dazu, dass ihre eigenen Freunde ihr misstrauen und sich von ihr absondern. Da mag nun nicht jedem Leser gefallen, aber ich fand das gut, denn es hat mir gezeigt, dass trotz der großen Freundschaft mit Helen, sie um das Fürchten, was gerecht ist, denn nichts scheint sich Helen entgegen stellen zu können.

Jetzt kommt aber der ganz große Logikfehler am Ende von Göttlich. Und ja, wenn ihr nicht wissen wollt wie es zu Ende geht, ich werde hier das Ende verraten, denn gerade das stellt sich für mich als ein Problem dar.
Es mag durchaus ziemlich dramatisch sein Lucas und Helen zu Cousin und Cousine erklärt zu haben. Daphne spinnt ihre eigenen Intrigen und möchte nicht, dass die beiden zusammen kommen. Daher lügt sie alle an, indem sie behauptet, Lucas Onkel Ajax wäre Helens Vater. Das an sich könnte noch gut werden, wenn ein anderer Halbgott Helens Vater gewesen wäre. Aber nein, am Ende rückt sie mit der Wahrheit raus: Jerry ist und war immer Helens leiblicher Vater.
Nun wird am Ende klar, dass nicht Orion der Tyrann ist, sondern Helen. Deswegen kämpfen auch die Myrmidonen, wie auch ihre Freunde, am Ende gegen sie.
Im Grunde geht es ja darum, dass die Häuser untereinander nicht heiraten sollen, weil ihnen geweissagt wurde, dass dadurch der Tyrann entsteht. Nur aus einem Rogue, dem Kind zweier Halbgötter kann der Tyrann werden. Wenn Jerry ihr leiblicher Vater ist, ist sie keine Rogue, wie also kann sie der Tyrann sein???
Als ich das las, hatte ich das Gefühl, die Autorin hätte hier etwas gewaltig übersehen.
Das machte irgendwie das ganze Ende zunichte, weil ich immerzu das Gefühl hatte, etwas würde hier nicht passen. Wäre die Autorin nicht auf diese Rogue-wird-zum-Tyrannen-Sache so oft eingegangen, hätte ich auch nicht erwartet, dass es unbedingt ein Rogue sein muss. Aaaaber, Helen darf nicht mit Lucas zusammen sein, weil sie Cousins sind. Und selbst wenn sie darüber hinwegsehen würden, könnten sie es immer noch nicht, weil sie eben zu verschiedenen Häusern gehören. Um es noch dramatischer zu machen, durfte Helen auch nicht Orion zusammen sein, weil er ebenfalls aus einem anderen Haus stammt. Das hat es für mich zu einem unbestreitbaren Gesetz gemacht, das die Autorin selbst gebrochen hat.

Fazit:

Die Originalität hinter Göttlich hat sich auch im dritten Teil bewährt. Die Geschichte war einfach geschrieben und ließ sich auch schnell durchlesen. Viele Charaktere wuchsen einem ans Herz und man litt mit, wenn man sich von einigen verabschieden musste. Weil ich aber über diese eine Sache mit Helens Vater nicht hinwegsehen kann, vergebe ich für den dritten Teil nur 3,5/5, spreche jedoch gleichzeitig eine Leseempfehlung aus.

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Tags: götter, göttlich, josephine angelini, liebe, neuartige idee   (5)
 

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liebe, götter, halbgötter, unterwelt, helen

Göttlich verloren

Josephine Angelini , Simone Wiemken
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Dressler, 01.01.2012
ISBN 9783791526263
Genre: Jugendbuch

Rezension:


(Anmerkung: Ich besitze den Schuber)



Inhalt:

Unvorbereitet kehrt Helens Mutter Daphe nach all den vielen Jahren in ihrem Leben zurück. Ihre Erklärung, Helen sei ihre und Ajax Tochter, stürzt Helen und Lucas in einen tiefen Abgrund. Die beiden dürfen sich nicht lieben, weil sie Cousins sind. Um diesem Gefühlschaos zu entgehen, zerbeisst sich Helen förmlich in ihre Aufgabe, den Fluch der Furien zu brechen. An dem unwirtlichen Ort, den sie betritt, nachdem sie im Schlaf versinkt, erwartet sie auf einmal der junge Orion, der ausgesandt wurde ihr zu helfen.

Meinung:

Es ist schlimmer als der schlimmste Albtraum. Nachdem sie sich gegenseitig das Leben gerettet haben und so von den Furien befreit wurden, durften Lucas und Helen sich endlich näherkommen. Doch mit Daphnes Auftauchen gerät ihre Welt aus den Fugen, denn sie eröffnet den beiden, Cousin und Cousine zu sein.
Lucas macht das einzig mögliche und stößt Helen von sich weil er glaubt, das wäre besser für sie. Sie selbst gleich mehr einem Roboter, der nur eine Aufgabe zu erfüllen hat. Nacht für Nacht steigt sie in die Unterwelt hinab, auf die Suche nach den Furien, um zumindest den Sconi etwas zurück zu geben.

Wenn man diese Informationen zusammenträgt, so ist der zweite Teil der Trilogie ernst und wird ernster. Helen hat schrecklichen Liebeskummer und man leidet mit ihr. Einerseits versteht man, dass ein Zusammenkommen nicht möglich ist, auf der anderen Seite hofft man aber doch.
Das jedoch geschah im zweiten Band nur ganz am Anfang. Was mir besonders zu denken gab, war Lucas Entscheidung. Natürlich will er sich von Helen fern halten um es ihr leichter zu machen, aber er zog sich so stark zurück, dass ich als Leserin mich freudig dem Neuankömmling Orion zugewandt habe.
Dieser durchlitt eine schlimme Kindheit, wird als der gefürchtete Tyrann angesehen, den jeder Sconi fürchtet und ist doch so hilfsbereit und liebenswürdig, dass man sofort dahinschmachten möchte. Gerade eben, weil Lucas so seltene Auftritte im zweiten Teil hatte, ließ mich wünschen, Helen würde endlich ihr gebrochenes Herz vergessen und sich Orion zuwenden. Vor allem, weil man merkt, dass der junge Mann ihr nicht gleichgültig ist und sie selbst weiß, eine Zukunft mit Lucas wird es nicht geben.

Natürlich klingt das jetzt ziemlich schmalzig und romantisch, vor allem mit dieser Dreieckskiste, aber so kam das beim lesen überhaupt nicht rüber. Es gibt einige kleine Szenen, in denen es hauptsächlich um Helen und Orion oder Helen und ihre Gefühle zu Lucas geht, aber das Hauptaugenmerk der Autorin lag darin, den Fluch zu brechen.
Neben diesem Gefühlschaos gibt es noch eine weitere Bedrohung für Helen. Zwar schläft sie jede Nacht ein, doch es gelingt ihr nicht zu träumen und ohne diese Fähigkeit verblasst die Unverwundbarkeit, über die sie verfügt. Helen muss den Fluch also nicht nur um der Sconi Willen brechen, sondern für ihr eigenes Überleben kämpfen.
Zudem lauert der unbesiegbare Myrmidone Automedon ihr auf, der zwar abwarten soll, bis Helen endlich den Fluch der Furien gebrochen hat, jedoch Befehl hat sich danach ihrer zu entledigen
Das alles verrät schon, dass es ziemlich spannend wird.
Stellte sich Helen im ersten Teil als unscheinbar und unsicher dar, so merkt man jetzt, dass sie akzeptiert hat was sie ist und bereit ist aus sich hinauszuwachsen.

Charaktere:

Ganz toll in diesem Band ist Orion. Riesengroß, rothaarig und meistens zu Scherzen aufgelegt. Er ist unerschütterlich in seinem Bestreben Helen zu helfen. Dafür nimmt er sogar einige Gefahren in Kauf. Als Leserin habe ich sofort gemerkt, dass er mehr für Helen fühlt und um ehrlich zu sein, nachdem ich kaum etwas von Lucas gelesen habe, hat Orion mir mehr und mehr gefallen. Ich weiß nicht, ob das von der Autorin so geplant war. Ob in jedem Jugendbuch eine Dreiecksbeziehung sein muss? Ich hätte mich auch damit abgefunden, dass Helen ihr gebrochenes Herz überwindet, aber man hat immer gemerkt, der Schmerz ist da. Nur Lucas war es nicht und so war ich, zumindest in diesem Band, eindeutig für Orion als Helens neuen Partner.
Dabei muss ich aber betonen, dass Orion nicht einfach nur der gutaussehende Jüngling mit dem strahlenden Lächeln ist, sonder mehr. Er hatte eine ganz schlimme Kindheit und musste sein ganzes Leben land für sein Überleben kämpfen, denn Orion wird als der Tyrann angesehen und ein solches Kind hätte gleich von den Eltern umgebracht werden sollen.

Fazit:

Im zweiten Band der Göttlich-Reihe merkt man deutlich, dass es ernster zugeht. Mochte es im ersten Band um den Umstand gehen, dass Helen eine Göttin ist und Gefühle für Lucas hat, so zielt der zweite Band darauf aus den Showdwn im dritten Band vorzubereiten. Es wird über Pläne und Gegenpläne berichtet, man erfährt über Intrigen und den Machenschaften der Antagonisten und weiß, alles steuert nur auf ein Ziel zu.
Im Gegensatz zum ersten Band, dessen Anfang gar nicht ging, hat mir der zweite Band sehr gut gefallen. Natürlich fällt es einigen schwer sich mit dem Gedanken an Unverwundbarkeit und fliegenden Halbgöttern anzufreunden, aber ich fand diese Fähigkeiten in dieser Geschichte durchaus passend. Hier spielen die griechischen Götter eine sehr wichtige Rolle und da gibt es jede Menge außergewöhnliche Dinge, von Zeus Blitzen bis zu Hermes Flügelsandallen.

Der zweite Band der Göttlich-Trilogie erhält von mir eine Leseempfehlung von 4,5/5

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Tags: göttlich, griechische götter, josephine angelini, liebe, mythologie, orion, tragik, troja   (8)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

anne bishop, intrigen, novelle, die dunklen juwelen, die schwarzen juwelen

Zwielicht: Die dunklen Juwelen 4

Anne Bishop
E-Buch Text: 528 Seiten
Erschienen bei Heyne Verlag, 02.10.2009
ISBN B004OL2U2W
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt:

Hier darf man sich über vier ausgesuchte Geschichten aus der Welt von Anne Bishop freuen. Drei von ihnen spielen in der Vergangenheit, also vor dem dritten Buch "Schatten". Die letzte Kurzgeschichte spielt nach den Ereignissen von "Schatten". Es handelt sich um bedeutungsvolle Geschichten, die man als Leser wirklich genießt.

Traumweberin : Wie entstanden die mächtigen Spinnen, die die machtvollen Netze weben.

Der Prinz von Ebon Rih: Wie stellte Lucivar es an sich eine Ehefrau zu angeln?

Zuulaman: Was geschah damals zwischen Saetan und Hekatah und mit dem neugeborenen dritten Kind?

Das Herz von Kaeleer: Sind Jaenelles Verletzungen ausreichend geheilt? Wie geht es nach "Schatten" weiter?

Meinung:

Kurzgeschichten lese ich sehr selten. Ich finde sie nicht schlecht, aber ich habe lieber ein Buch in der Hand, das sich ausführlich mit der Welt und den Charakteren beschäftigen kann. Meiner Meinung nach kann man das nur schwer in einer Kurzgeschichte einbringen. Zum Glück sind drei der vier Geschichten in Zwielicht ausreichend lang. Außerdem behandeln sie Themen, die mich als begeisterte Leserin dieser Welt interessierten.

Traumweberin:

Mit dieser Kurzgeschichte (9Seiten) habe ich mir schwer getan. Sie behandelt die Anfänge der Spinnen von Arachna (ich hoffe das richtig geschrieben zu haben) Die Tochter von Lorn und Drace stürzt in einer Sturmnacht in einer Höhle. Aufgrund einer Vision brach die Drachin auf und stellt den Beginn der machtvollen Spinnen dar.
Diese Geschichte wird aus der Sicht einer Spinne erzählt und auch dementsprechend niedergeschrieben. Es gab Beschreibungen wie Nass, oder Dunkelnass, was wahrscheinlich Blut darstellen sollte. Ganz begeistert hat sie mich nicht, wahrscheinlich aber aufgrund der Kürze.

Der Prinz von Ebon Rih:

Oh, darauf hatte ich mich gefreut. In dem dritten Band "Schatten", als Daemon Jaenelles Heim betritt, bemerkt er ein fliegenden jungen Eyirier, Lucivar Sohn. Wie es zu der Geburt des Kleinen und vor allem zu der Heirat mit seiner Frau Marian kam, wurde nie erwähnt. Hier erfährt man alles und es war einfach nur zum dahinschmelzen schön. Vor allem Marian, die anfangs ein zerbrechliches Etwas ist, dem man jegliches Selbstvertrauen geraubt hat, begeisterte mich, weil sie sich immer mehr veränderte und zu der Frau wurde, der Lucivar sich ganz und gar hingeben konnte.

Zuulaman:

Es wird einmal aus Saetans Sicht berichtet, dass etwas mit seim dritten Sohn geschehen ist. Man erfährt, dass er das tote Kind in Stücken geschickt bekam, aber nicht was dazu geführt hat. Hier erhält Hekatah noch einmal einen kirze Auftritt. Die Geschichte ist düster, aber sie erklärt auch vieles, was zu dem Bruch zwischen ihm und seiner Frau führte.

Das Herz von Kaeleer:

Der dritte Band "Schatten" endete damit, dass mithilfe der verwandten Wesen Jaenelle die Zerstörrung all ihrer Feinde überleben konnte. Gesundheitlich kehrte sie so angeschlagen daraus zurück, dass keiner ihrer Freunde ihr zutraut auch nur einen Schritt alleine zu tun. Das führt jedoch dazu, dass Daemon und Jaenelle sich einander entfremden ohne es zu wollen. Außerdem tauchen alte Feinde auf, die alles daran setzen die beiden zu entzweien

Es ist ein vorläufiger Abschluss der Geschichte, da es im nächsten Band "Finsternis" um den Krieger Jared und die Graue Lady geht. Jeder der noch einmal den Sadisten sehen will, wird diese Geschichte lieben, aber auch diejenigen, die auf Romantik, Spannung und Intrigen hoffen.

Fazit:

Dieses Buch stellte sich als echte Überraschung heraus. Es war spannend geschrieben, vor allem wegen den Themen die darin vorkamen. Zwar hat mir die erste Geschichte nicht so gut gefallen, aber das waren nur neun von den über fünfhundert Seiten und der Rest war Top! Ich vergebe begeisterte 5/5

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Tags: anne bishop, die schwarzen juwelen, intrigen, kurzgeschichten, liebe, novelle, reihe, romantik, zwielicht   (9)
 

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götter, liebe, griechische mythologie, halbgötter, fantasie

Göttlich verdammt/Göttlich verloren/Göttlich verliebt

Josephine Angelini , Simone Wiemken
Fester Einband: 1.472 Seiten
Erschienen bei Dressler, 01.10.2013
ISBN 9783791526294
Genre: Jugendbuch

Rezension:

(Diese Rezension bezieht sich nur auf den ersten Band.)

Inhalt:

Helen lebt auf der kleinen Insel Nantucket. Da ihre Mutter sie relativ früh verlassen hat, bleiben ihr nur ihr Vater Jerry und ihre besten Freunde Claire und Matt. Schon ihr ganzes Leben lang fühlt das junge Mädchen sich anders, kann aber nicht genau benennen warum, bis die Großfamilie Delos aus Spanien nach Nantucket zieht. Ein Blick auf diese Leute und sie weiß: Sie ist außergewöhnlich, denn diese Menschen hüten das gleiche Geheimnis wie sie.

Cover:

Ganz ehrlich?  Das Cover alleine brachte mich dazu die Bücher lesen zu wollen. Als ich den Schuber dann in den Händen hielt dachte ich die ganze Zeit nur: WOW!  Das Aussehen, die Faben, ich finde den Schuber rundum gelungen.

Meinung:

Junges Mädchen lebt beim Vater und erfährt, dass die Familie Delos nach Nantucket zieht. Sie sind so wunderschön, dass jeder von ihnen schwärmt, besonders von den Jungen, die bald auf die gleiche Schule gehen werden. Helen selbst ist ziemlich introvertiert, aber so wunderschön, dass sie die Aufmerksamkeit von Lucas Delos erringt. Plötzlich wird sie angegriffen und ihr Leben ist in Gefahr. Die Delos-Mitglieder wechseln sich mit der Bewachung ab, um ihr Leben zu schützen.

All diese Punkte erinnern mich stark an Twillight, aber die Geschichter hinter der Göttlich-Reihe ist, wie keine andere zuvor. Es geht um die Sconi, Abkömmlinge der Götter. Helen ist eine Halbgöttin. Sie ist übermäßig stark, schnell, wunderschön und unsterblich in Lucas verliebt. Was die Sache nicht ganz so einfach macht, ist der Fluch der Furien. Es gibt vier besondere Häuser (Familien)  und die Häuser bekämpfen sich untereinander. Das alles hat mit dem trojanischen Krieg zu tun. Weil darin Halbgötter und Menschen umkamen, wurden die Sconi dazu verdammt einander bis in alle Ewigkeit zu bekämpfen. Es wird immer der gleiche Typ geboren, es kann also durchaus vorkommen, dass der Vater einer verfeindeten Familie aussieht wie der eigene Sohn.
Helen besitzt das wunderschöne Antlitz von Aphrodite, aber auch einige ihrer besonderen Fähigkeiten. Vor Jahrtausenden war sie Helena von Troja , die sich in Paris verliebte und dadurch einen großen Krieg auslöste. Zudem ist sie die einzige, die in den Hades hinabsteigen kann, also ist nur sie in der Lage die Sconi von dem grausamen Fluch der Furien zu befreien, der sie zwingt ihre Liebsten bekämpfen und töten zu wollen.
Bei ihrer ersten Begegnung hassen Helen und Lucas sich bis aufs Blut weil die Furien sie dazu zwingen. Als sie einander jedoch das Leben retten, wird die Blutschuld beglichen und sie können endlich normal miteinander umgehen. Dabei wird ihnen bewusst, wie stark sie füreinander empfinden. Nicht umsonst trägt Helen das Antlitz Helenas von Troja und Lucas das Gesicht ihres Geliebten Paris.
Plötzlich taucht Helens langjährig verschollene Mutter Daphne auf und nimmt ihnen mit wenigen Worten jegliche Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft, denn sie verrät den beiden, dass Helen und Lucas Cousin und Cousine sind


Fazit:

Zu Beginn war ich sehr skeptisch. Der Anfang ist auch schrecklich geschrieben, ich bin aus dem Geblubber zwischen Helen und ihrer besten Freundin Claire nicht schlau geworden und dachte schon, die ganze Reihe wäre grottenschlecht. Ich fand es auch nicht gerade taktisch die Geschichte mit einem belanglosen Gespräch zwischen zwei Freundinnen beginnen zu lassen und das hat sich den ganzen Anfang über gehalten. Alles las sich so "typisch", mit der Schule, mit dem tollen Jungen, sie selbst zieht wegen ihrer Unsicherheit die Schultern ein, ist gleichzeitig aber wunderschön.
Dann jedoch, als mir bewusst wurde, was hinter dieser Geschichte steckt, fing ich an Spaß zu haben, denn ich hab bisher nichts vergleichbares gelesen. Die Charaktere in Göttlich verdammt sind einfach zum gernhaben. Da gibt es Hector, der nichts anbrennen lässt, jedoch einen sehr tiefsinnigen Charakter besitzt. Lucas, der die Leser natürlich zum Schwärmen bringt. Eigentlich die ganze Delos-Familie. Alles las sich vertraut und heimelig, man hatte ein warmes Gefühl, wenn Helen bei dieser Großfamilie zu Besuch war.
Auf der anderen Seite bekam ich als Leserin einen Einblick auf die Gegenseite Helens vermittelt. Der Antagonist hätte mehr Charakter und Tiefe haben können. Es wurde geschrieben, dass alle Sconi wunderschön wären, dann jedoch beschrieb Helen ihn als hässlich, mit Pockennarben. Von ihm hätte ich mir mehr Intrigen gewünscht, mehr Infos über seine Person.
Jetzt, wo ich alle Teile gelesen habe, ist mir bewusst, dass ich im ersten Buch noch gar nicht geahnt habe, was alles mit dieser Geschichte auf mich zukommen wird, denn es beginnt so "normal" und nimmt mehr und mehr Fahrt.
Zu dem Schreibstil kann ich sagen, dass er einfach zu lesen ist. Einige Sätze waren nicht klug gewählt, da Wörter sehr häufig doppelt vorkamen, was man eigentlich vermeiden sollte.
Wegen dem sehr holprigen Start bekommt die Reihe einen Stern Abzug. Ich vergebe für Göttlich verdammt eine Leseempfehlung und 4/5

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Tags: gebrochene herzen, göttin, hades, halbgöttin, hector, inzest, liebe, macht, olymp, orion, trauer, zeus   (12)
 

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dystopie, panem, liebe, spiele, katniss

Die Tribute von Panem - 3 Bände

Suzanne Collins , Peter Klöss , Sylke Hachmeister
Fester Einband: 1.280 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 01.11.2012
ISBN 9783789132254
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:


13 Distrikte existierten einst in Panem, dem Land des Überflusses, aber auch der Armut und des Leids. Als diese gegen das allmächtige Kapitol aufbegehren, wird Distrikt 13 vollkommen vernichtet und die Aufstände in den anderen niedergeschlagen. Als mahnende Erinnerung an diese Niederlage werden jährlich Spiele veranstaltet, die man Hungerspiele nennt. Aus jedem Distrikt werden ein Junge und ein Mädchen ab dem Alter von zwölf Jahren einberufen, damit sie in den Spielen um ihr Leben kämpfen. Nur ein Sieger geht aus diesen Spielen hervor. Als der Name ihrer kleinen Schwester Prim gezogen wird, bleibt der sechzehnjährigen Katniss keine andere Wahl, als sich freiwillig zu melden um Prim zu retten. Geminsam mit Peeta, dem männlichen Tribut, bricht sie zu den Spielen auf, wissend, dass nur einer von ihnen überleben kann




Ich hatte wirklich vor zu jedem Buch eine Rezension zu schreiben, kam dann jedoch gegen mein eigenes Verlangen nicht an, alle drei Bücher hintereinander zu lesen. Die ganzen 1280 Seiten hatte ich in drei Tagen durch.



Tödliche Spiele:


Bei mir ist es immer so: Sehe ich den Film zuerst, kann das Buch mich nicht so begeistern wie das sonst der Fall ist. Ich fand es jetzt nicht unbedingt langweilig, aber ich wusste ja, was geschehen würde. Umso schöner fand ich aber die Passagen über Katniss und Peeta. Und ja, ich muss eindeutig zugeben, auch wenn es ziemlich drastisch kling: Scheiß auf Gale, ich bin eindeutig ein Peeta-Fan!

Der Charater des männlichen Tributen aus Distrikt 12 ist einfach zum dahinschmelzen. Fürsorglich, offenherzig, immer darauf bedacht anderen zu helfen, besonders Katniss, die er schon seit längerem liebt. Auch hat er die Gabe mit Worten umzugehen und punktet damit besonders bei dem Publikum der Hungerspiele.


Katniss hingegen kommt störrisch rüber. Seit ihr Vater bei einem Minenunfall ums Leben gekommen ist, ist sie verantwortlich für ihre jüngere Schwester Prim, sich selbst und ihre Mutter, die sich in ihrer großen Trauer hängen lässt. Darauf begründet sich auch ihr Verhalten. Das Leben in den Distrikten ist hart, also muss sie auch hart werden um zu überleben. Als jedoch ihre kleine Schwester für die tödlichen Spiele ausgelost wird, unterdrückt sie ihren Überlebenswillen und meldet sich freiwillig. Mit dieser Tat erringt sie eindeutig die Sympathie der Menschen, die sonst hilflos mitansehen müssen, wie ihre Kinder in den Spielen getötet werden.


Ihr bester Freund Gale hat in dem ersten Band kaum Auftritte. Natürlich ist er zu Beginn oft mit Katniss unterwegs und man bekommt den Eindruck vermittelt, er und sie würden sich vom Charakter her ähneln. Im Film wurden sie als Liebespaar dargestellt, im Buch ist dem nicht so gewesen. Überhaupt empfinde ich Katniss nicht als verliebt und das bleibt auch bis zum Ende unklar.

Die Darstellung der Spiele wurde gut und glaubhaft rüber gebracht, aber mir hat etwas gefehlt.


Alles in allem vergebe ich für den ersten Band  der Trilogie:  4/5 



Gefährliche Liebe:


Inhalt:


Es ist nicht zu glauben, aber Katniss und Peeta haben die Hungerspiele gemeinsam überlebt. In einem Anflug von Trotz entscheidet Katniss sich eher mit Beeren zu vergiften, als Peeta sterben zu lassen. Damit die Hungerspiele nicht ohne einen Sieger dastehen, sind die Spielemacher zum ersten Mal dazu gezwungen zwei Sieger auszurufen. In den Augen des Präsidenten Snow ist KatnissTat nichts anderes als pure Rebellion. Auch glaubt er nicht, wie die anderen Zuschauer der Spiele, an die unendliche Liebe der beiden. Als es dann in einigen Distrikten zu Aufständen kommt, gibt er ihr die Schuld. Katniss wird ungewollt zu einem Symbol der Freiheit und Rebellion. Um sie endgültig aus dem Weg zu räumen, beruft er eine neue Regel in den Hungerspielen ein. Alle bisherigen Tribute die gesiegt und überlebt haben, müssen erneut teilnehmen. Wieder wird Katniss in die Arena gezwungen, doch nun hat sie es mit Champions zu tun.


Meine Meinung:


Da ich den ersten Teil bereits als Film gesehen hatte, war ich gespannt wie dieses Buch auf mich wirken würde. Hier konnte ich unbeeinflusst entscheiden, wie mir Die Tribute von Panem wirklich gefielen.


Katniss und Peeta haben überlebt. In der ganzen Geschichte der Hungerspiele kehren sie als einzige Tribute gemeinsam als Sieger nach Hause zurück. Alles hat sich seitdem verändert. Wo Katniss in der Arena für die Zuschauer Liebesbezeugungen mit Peeta austauschte, ist sie zuhause vollkommen verwirrt. Während der Spiele blieb ihr nie Zeit um sich über ihre Gefühle klar zu werden, hing doch ihr eigenes Überleben davon ab, wem sie vertrauen durfte.

Peeta hingegen ist so herzlich wie sonst. Man merkt ihm seine Verliebtheit förmlich an und ab und zu schreit man frustriert über Katniss Blindheit auf. Auf der anderen Seite, gehört dieses Verhalten zu ihr dazu. Ich hätte es unglaubwürdig gefunden, sie von Jetzt auf Nachher einen Jungen anzuhimmeln zu sehen. Man merkt ihr an, dass da etwas zwischen ihr und Peeta ist, doch da ist auch Gale in ihren Gedanken, der ihr seine Gefühle gestanden hat.

Im zweiten Band bekommt ihr bester Freund mehrere Auftritte. Hilflos musste Gale bei den Spielen zusehen wie die beiden sich immer näher kamen. 

Katniss selbst will sich gar nicht entscheiden. Die Hungerspiele sind so schrecklich, dass sie weder heiraten noch Kinder in die Welt setzen will, die dann eines Tages auch dieses Schicksal durchleiden müssten

Allerdings zwingt Präsident Snow Katniss dazu weiterhin das in Peeta verliebte Mädchen zu mimmen. Ihm ist es lieber, sie als liebestolles Mädchen hinzustellen, denn als Rebellin. Dennoch, ihre Taten bringen die Leute dazu zu handeln.


Wie ich das so schreibe, könnte man meinen, es ginge nur um Liebe. Dem ist aber nicht so. Natürlich haben Katniss Gefühle was Peeta und Gale betrifft auch einen wichtigen Aspekt, dennoch empfand ich die Rebellion im Vordergrund. Etwas außergewöhnliches dieses Mal waren die zweiten Spiele, zu denen Peeta und sie gezwungen werden. Die Idee hinter der Arena fand ich genial. Auch wozu das alles diente. Ich hätte mir gewünscht, dass die zum Kampf gezwungenen Champions gemeinsam rebellieren und gegen das Kapitol vorging, aber die Autorin hatte andere Pläne.  Ich will jetzt nicht zu viel darüber veraten, sondern nur, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Und nur Sekunden nachdem ich es beendet hatte, habe ich mir den letzten Band geschnappt.


Teil zwei bekommt von mir:  4,5/5



Flammender Zorn:



Inhalt:


Distrikt 13 wurde nicht restlos vernichtet, darin befindet sich die Hochburg der Rebellen die Präsident Snow unbedingt stürzen wollen. Katniss wurde mit einigen anderen Tributen aus der Arena der Hungerspiele gerettet, doch Peeta wurde vom Kapitol gefangen genommen. Katniss soll ihre Bestimmung erfüllen. Sie soll die Menschen dazu bringen gegen die Regierung und den grausamen Präsident zu rebellieren.



Meine Meinung:


Wow! Dieses Buch hier hat mich von den dreien am meisten mitgenommen. Katniss hat nicht nur ihre Heimat, Distrikt 12, verloren, sondern auch noch Peeta. Dieser befindet sich in der Gefangenschaft des Kapitols. In den wenigen Sendungen, in die er einen Auftritt absolvieren muss, merkt man ihm an, dass er gefoltert wird.

Katniss ist verzweifelt, will sie ihn um jeden Preis retten, sieht aber keine Möglichkeit dazu. Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Prim lebt sie sich in dem unterirdischen Distrikt 13 ein. Erneut soll sie nach den Befehlen eines anderen Menschen tanzen. Die Präsidentin von Distrikt 13, Coin, will mit ihr zu einem endgültigen Schlag gegen das Kapitol ausholen. Dafür müssen Verbündete und Rebellen angeworben werden. Erneut beginnt eine Propaganda-Tour, dieses Mal jedoch sollen die Menschen im Kapitol sehen, was Präsident Snow sie nicht sehen lässt. Menschen, die gegen die Regierung aufbegehren.

Wie der zweite, so fand ich auch den dritten Teil spannend. Ich konnte kaum mit dem Lesen aufhören und obwohl ich mir gewünscht hätte, die Geschichte wäre anders verlaufen, so finde ich den dritten Band passend. 

Empfand ich den ersten Band noch als etwas vorhersehbar, so steigerte sich die Spannung  je weiter die Geschichte voranschritt. Im dritten Band gab es jedoch bei dem Angriff auf das Kapitol einige Längen, weswegen dieses Buch einen halben Stern einbüsst. Außerdem fanden einige Charaktere den Tod, was nicht hätte sein müssen. 


Von mir bekommt Flammender Zorn:  4,5/5




Fazit:


Diese Trilogie ist eine der härtesten Geschichten, die ich je gelesen habe. Wenn ich hart sage, dann meine ich grausam, ich meine verlustreich und ich meine einen dicken, fetten Kloß in meinem Hals, den ich fast den ganzen letzten Band über nicht losbekommen habe. Panem ist keine schöne Welt. Sie frißt dich auf und nachdem sie dich verdaut hat, tut sie es noch einmal. Daher passen die Gräuel, die die Charaktere durchleiden müssen auch zu dieser Welt. Daran werde ich mich am meisten erinnern, wenn ich an Panem zurückdenke. Natürlich gibt es auch einige Mängel in den Büchern. Obwohl Katniss Charakter in sich gekehrt und selten offenherzig ist, so empfand ich sie manchmal wie eine lebende Maschine. Noch nicht einmal als ihr klar geworden ist wen sie liebt, zeigte sie das. Trotz der letzten Sätze am Ende dieses Bandes hat sie sich auch nicht in dem Sinne entschieden, dass sie für sich sagt: Ja, ich liebe dich! Ich will alles für dich tun! Diese Entscheidung würde Herzklopfen und Finger bedeuten, die es nicht erwarten können den anderen zu berühren. Diese Gefühle mit einem wachsenden Hunger abzuspeisen, kamen schal rüber.

Neben der Rebellion ist die Emotion Liebe ein wichtiger Aspekt in dieser Geschichte, aber sie wurde meiner Meinung nach nicht gut rüber gebracht. Ich hätte mir gewünscht, nach dem langen hin und her, Emotionen von ihr zu lesen. Natürlich macht sie sich Sorgen um Peeta, Sorgen um Gale, aber das macht sie die ganze Zeit über und für mich war das kein Zeichen von tiefer Zuneigung, keine Zeichen einer Entscheidung, die sie getroffen hat. Genauso gut macht sie sich Sorgen um Prims Kater Butterblume. Sie ist die Anführerin der Rebellion, ich hätte mehr Leidenschaft erwartet!


Der Schreibstil der Autorin las sich flüssig, auch wenn die verwendete Zeitform, das Präsens, nicht unbedingt mein Favorit ist. Etwas enttäuschend fand ich, die Geschichte nur aus Katniss Sicht zu erleben. Ich muss gestehen, im Film kam das besser rüber. Besonders die eine Szene mit dem Spielmacher und den Beeren. Es hätte mir gefallen auch mehr von den Gefühle Gales und Peetas zu lesen.

Zu dem Ende will ich nicht verraten, es ist kein Happy End in dem Sinne, aber auch kein schlechtes Ende. Meiner Meinung nach passt es genau zu dem Stil von Panem.



Meine Bewertung:


Ich vergebe für die ganze Panem-Trilogie eine Leseempfehlung und  4,5/5



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Tags: das mädchen dass in flammen stand, distrikt, dystopie, empfehlung, film, katniss, katniss everdeen, leseempfehlung, liebe, panem, peeta, rezension, spotttölpel, sterne   (14)
 

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fantasy, dark fantasy, erotik, magie, juwelen

Dämmerung

Anne Bishop , Ute Brammertz , Natalja Schmidt
Flexibler Einband: 619 Seiten
Erschienen bei Heyne, 07.11.2005
ISBN 9783453530638
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt:


Intrigen ranken sich um die junge Jaenelle. Die Macht der leibhaftigen Hexe wird von vielen begehrt. So auch von der Hohepriesterin Hekatah und der grausamen Königin Dorothea. Unter ihrer Anleitung soll Jaenelle in ein willenloses Werkzeug verwandelt werden.

Saetan, ihr Adoptivvater muss all seine Kräfte aufbieten, um die Intrigen der beiden aufzudecken und die zerbrechliche Jaenelle zu beschützen.



Meine Meinung:


-Briarwood ist ein süßes Gift- So wird das Institut Briarwood von Jaenelle beschrieben, in dem unausgeglichene junge Mädchen von Blut hingebracht werden. Die Erziehungsanstalt wird von den überforderten Eltern hochgelobt, denn in dem Vorstand befinden sich etliche einflußreiche Personen.


Sehr lange wusste der Höllenfürst Saetan nicht, weshalb Jaenelle jedes Mal voller Entsetzen von ihrer Familie in seine Burg kam. Wusste nicht, dass Jaenelle gezwungen war heimzukehren, da sie um die Unversehrtheit ihrer Schwester fürchtete, denn ein Mädchen von Blut kann zerbrochen werden, wenn ihr in der Nacht, in der sie ihre Jungefräulichkeit verliert, Gewalt angetan wird.

Zu spät erfuhr Saetan was wirklich in Jaenelles Heimatort vor sich ging.

Die Mitglieder der Erziehungsanstalt stellten sich als sadistische Männer heraus, die den Geist der Mädchen zerbrachen um ihnen die Macht zu nehmen. Weil Jaenelle die anderen nicht verlassen konnte, wurde auch sie zum Opfer.


Bereits gegen Ende von Band eins wusste ich, der zweite Teil würde es schwer haben mich zu überzeugen. Die Folgen der Vergewaltigung, die Jaenelle erlitten hatte und das in so jungen Jahren, konnten nicht einfach so mit wenigen Worten abgewendet werden. Zum Glück aber, nahm sich die Autorin die benötigte Zeit und Seitenanzahl, um genau diese schwierige Situation zu meistern.


Dämmerung handelt hauptsächlich von Jaenelle und ihrem Weg zurück aus der Dunkelheit.



Zerbrochen an Geist und Körper, irrte Jaenelle im verzerrten Reich. Ihr Körper schien leer zu sein, denn um die Qualen des brutalen Missbrauch zu umgehen, zog sich ihr Geist zurück. Daemon Sadi, der sie mithilfe der Attentäterin Surreal aus Briarwood fortbringen konnte, befürchtet, sie zu verlieren. Die Bande der Freundschaft und der Hingabe, die er für das zwölfjährige Mädchen empfindet, scheinen nicht auszureichen um sie aus dem Wahnsinn zu befreien. Der Kelch, das innere Selbst, wurde zerschmettert, folglich steigt er hinab in die Dunkelheit auf der Suche nach jener, die einst seine Königin und seine Geliebte werden würde.

Hier wanderte die Autorin auf einen schmalen Grat. Daemon Sadi ist der geborene Verführer, und er weiß sein Handwerk gut einzusetzen. Als er Jaenelle endlich erreicht, fügt er seinem eigenen Selbst ebenfalls Schaden zu. Jaenell jedoch setzt alles daran diesen  Kelch wieder zusammenzufügen. Als er sie anfleht sich ebenfalls zu retten, weigert sie sich. Zu schlimm ist die Erinnerung an das, was sie erdulden musste.

Daemon bleibt nichts anderes übrig, als seine Kunst bei ihr einzusetzen. Damit meine ich nicht, dass er sie im körperlichen Sinne verführt. Jaenelle ist gleich Kind, aber auch eine Frau, Hexe. Und genau das machte den Unterschied, weswegen ich diese Szene als gelungen ansehe. Mithilfe seiner Gabe weckt er die Neugierde der beiden und verführt sie, um sie immer weiter aus dem Wahnsinn herauszulocken, Stufe um Stufe. Gleichzeitig verweigert er ihr die Erlösung, damit sie in ihren Körper zurückkehrt. Diese Tat, die er als Verrat ansieht, rettet Jaenell zwar von dem Wahnsinn, raubt ihm jedoch den Verstand.

Da sie von den Häschern Briarwoods verfolgt werden, übergibt er Jaenelle in die Obhut seines Vaters, des Höllenfürsten Saetans und bleibt zurück, um jede Spur der beiden zu verwischen.

So viel zum Ende des ersten Bandes.


In Dämmerung benötigt Jaenelles Körper zwei Jahre um ganz zu genesen und endlich zu erwachen. In den Tiefen ihrer Augen sind die schlimmen Erlebnisse verborgen, doch sie hat die Erinnerung an Daemon Sadi verloren. Niemand wagt, diese Erinnerung an ihn zu wecken, aus Furcht, auch die anderen, viel schlimmeren hochzurufen. Folglich schweigen all ihre Freunde zu ihrem Wohl. Jaenelle selbst zieht sich vor ihren einstigen Freunden zurück, scheint niemandem vertrauen zu können, bis Lucivar, der endlich aus den Salzminen fliehen konnte, sie erreicht.

Acht Jahre lang währt der Weg, den Jaenelle gehen muss um die schreckliche Vergewaltigung zu verarbeiten. Eine große Stütze sind ihr ihre Freunde. Glaubhaft wurden Wutausbrüche geschildert und Nächte, in denen sie schreiend aus Albträumen erwacht. Ich erwähnte schon, dass die Autorin gute Arbeit geleistet hatte. Hier ging kein zehnseitiges Heilungsverfahren vonstatten, nach denen Jaenelle wieder das unversehrte Kind wurde.

Obwohl die junge Heldin des Buches sich ihren schlimmen Erinnerungen gestellt hat, fühlt man, dass es noch mehr Zeit brauchen wird um ganz zu heilen.

Ein besonders wichtiger Aspekt im zweiten Band ist Lucivar. Jener hat endlich die Freundin seines Herzens erreicht, die er sich so sehr gewünscht hat. Seiner Hilfe ist es auch zu verdanken, dass Jaenelle aus sich selbst herauswächst.


Sehr wenig bekam ich von Daemon zu lesen. Ich erinnere mich, als ich vor Jahren dieses Buch las, konnte ich es kaum erwarten, dass die beiden einander wieder begegnen, so sehr liebte ich ihre Geschichte. Jetzt habe ich das Gefühl, alles besser zu verstehen. Es würde nicht passen, wenn sie einander sofort begegnen.


Einen anderen, sehr wichtigen Aspekt der Geschicht stellten Jaenelles Gegnerinnen dar. Die Königin Dorothea, aber auch das Wissen, dass diese von der dämonentoten Hohepriesterin Hekatah geleitet wird.

Jene war einst die Gemahlin Saetans. Weil sie wusste, wie sehr der Höllenfürst seine Kinder liebte, schenkte sie ihm zwei Söhne, in dem Glauben, er würde ihr dadurch auf den Thron des Schattenreichs helfen. Als Saetan nichts dergleichen in die Wege leitete, schickte sie ihm das dritte neugeborene Kind in Teilen zurück. Seither versucht sie sich selbst zur Königin des Schattenreiches aufzuschwingen. Alleine diese Beschreibung von ihr, lässt erahnen, zu was Hekatah fähig ist.



Meine Bewertung:


Auch Band zwei habe ich in kürzester Zeit fertig gelesen. Die gute Qualität der Geschichte hat sich fortgesetzt. Ich habe mitgelitten und mitgelacht. Vor allem die glaubhaft dargestellte Jaenelle hat mich gefesselt und mich tief in die Geschichte hineingezogen. Dies ist Dark Fantasy wie ich sie mag und auch wenn die Bücher schon älter sind, so empfinde ich sie als zeitlos und empfehle sie gerne mit 5/5 Marken weiter.


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Tags: dark fantasy, erotik, intrigen, liebe, romantik, sadist, verführer   (7)
 

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fantasy, dark fantasy, magie, hexen, die schwarzen juwelen

Schatten

Anne Bishop
Flexibler Einband: 574 Seiten
Erschienen bei Heyne, 06.03.2006
ISBN 9783453530454
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt:

Jahrelang irrte Daemon im Wahnsinn umher, immerzu glaubend, er hätte Jaenelle geschadet. Erst nachdem sie ihm im Geiste erscheint und ihm hilft wieder bei Verstand zu kommen, verlässt er das verzerrte Reiche. Was zerbrochen wurde, ist zusammengefügt worden, doch Daemon zeigt eine ungewohnte Verletzlichkeit und als er seiner Königin endlich begegnet, leuchtet ihm Furcht entgegen.

Meinung:

Damit Jaenelle nicht zum Spielball des schwarzen Rates und somit Dorothea und Hekatas wurde, sah sie sich gezwungen ihren eigenen Hof zu gründen. Einen besonderen Hof, denn aufgrund ihrer Stärke und ihres Wesens dienen ihr Königinnen und deren Kriegerprinzen. Kaum einer ihrer Feinde kann die Macht erahnen, die Jaenelle tief in sich verbirgt und nur dann zeigt, wenn man sie dazu zwingt.
Daemon, der fünf Jahre braucht um wieder zu sich zu finden, begegnet seinem Halbbruder Lucivar eher zufällig auf dem Dienstbasar. Hekatas dunkler Plan Daemon an einen weit entfernten Hof fernab Jaenelles zu schicken geht nicht auf, denn Lucivar lässt seinen Halbbruder nicht aus den Augen.
Und dann steht er vor ihr, vor der Frau, auf die er1700 Jahre lang gewartet hat. Jaenelle, die kein Kind ist, in deren Augen jedoch Vorsicht auflauert, als sie ihren Gefährten zum ersten Mal nach so vielen Jahren wiedersieht.

Ich wusste nicht wie ich in der Rezension ausdrücken soll wie toll ich dieses Buch fand. Zwei dicke Wälzer mit mehr als fünfhundert Seiten musste ich hinter mich bringen (Unsinn, die Bücher sind klasse!) und nun ist es endlich soweit. Jaenelle und Daemon begegnen endlich einander... und gehen sich aus dem Weg.
Nun, da es endlich soweit ist, da ihr Gefährte endlich bei ihr ist, obsiegt die Angst. Zwar hat ihr Körper die Vergewaltigung längst verwunden, aber es wohnt eine Unsicherheit in ihr, die mir trotz ihrer großen Macht gut rüber gebracht wurde.
Auch bei Dameon hatte ich irgendwie das Gefühl, er wäre nicht mehr er selbst und tatsächlich, der Kelch, aus dem seine Seele und sein Wesen besteht, ist noch nicht vollkommen zusammengefügt worden.
Natürlich geht es auch in diesem Teil um Intrigen, denn Jaenelles Todfeindinnen lassen in ihrem Bestreben nicht nach an Macht zu gewinnen. Mithilfe gefälschter Basarliste, an denen die Krieger an den Höfen verschiedener Königinnen geschickt werden, sammelt sich eine Armee genau vor Jaenelles Reich. Dorothea beschuldigt den Höllenfürsten alle manipuliert zu haben und wirft Jaenelle vor nur eine Marionettenkönigin zu sein. Dies findet tatsächlich Gehör, obwohl ich mich schon gefragt habe, wie man einer derart bösartige Frau und selbst wenn sie Bäche von Tränen vergisst, glauben kann, alles wäre nur aufgrund einer Manipulation geschehen.
Als wehrlose Menschen in ihrem Reich abgeschlachtet und ihre engsten Freunde zu Schaden kommen, sieht Jaenelle keine andere Möglichkeit, als zu reagieren, doch sie ist nicht bereit einen Krieg zu führen. Ihr Plan sieht vor ein Opfer zu bringen um alle andern Leben zu verschonen. Dameon, der davon nichts weiß, soll Dorothea und Hekatah für zweiundsiebzig Stunden beschäftigt halten und dafür muss er wieder zum grausamen Sadisten werden.

Eine Kritik muss ich loswerden und die betrifft Daemon. Es wird berichtet, er wuchs bereits als Kind an Dorotheas Hof auf. Ständig war er den Frauen zu Willen. Sogar Dorothea hat ihn benutzt... und dann ist er eine 1700 Jahre alte Jungfrau? Das tut mir leid, aber das konnte ich der Autorin nicht abkaufen. Wenn ich jetzt die beiden vorherigen Bücher Revue passieren lasse, natürlich hatte er nie körperlichen Sex, sondern er setzte immer seine Mächte ein und dann ist er der grausame Verführer? Als Jungfrau? Nein, das konnte ich ihr nicht abkaufen. Das mochte in der Situation mit Jaenelle zwar süß gewesen sein, aber Daemon als Jungfrau ist nicht glaubwürdig!

Fazit:

Abgesehen von dieser einen Kritik fand ich das Buch einfach herrlich. Es geht darin um Liebe, Intrigen, aber auch um Verrat. Die Spannung hat sich sogar in Band drei gehalten. Der Schreibstil ist flüßig und gut zu lesen. Mit den Fremdwörtern könnte ein Neuling Probleme bekommen, aber die werden ausreichend erklärt.
Aufgrund der Kritik vergebe ich für Schatten von Anne Bishop eine Leseempfehlung und 4,5/5

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Tags: anne bishop, dark fantasy, intrigen, romanti, schatten   (5)
 

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fantasy, dark fantasy, die schwarzen juwelen, erotik, magie

Dunkelheit

Anne Bishop , Ute Brammertz
Flexibler Einband: 557 Seiten
Erschienen bei Heyne, 01.04.2005
ISBN 9783453530164
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt:


Einst dienten die Krieger von Blut der Königin, die man Hexe nannte. Als der Thron jedoch von einer mächtigen, aber unwürdigen Frau übernommen wurde, wandten sich diese gegen sie. Diese Rebellion wurde niedergeschlagen, die Krieger leben fortan in einer Gesellschaft der pervertierten Lust. Männer haben keinen Wert, außer in den Betten der Frauen. Freiheit ist ein Wort, das nur wenige kennen. Die grausame Königin Dorothea herrscht schon seit Jahrtausenden und niemand scheint sie aufhalten zu können. Oder doch? Leise Stimmen werden immer lauter, dass SIE kommen wird, HEXE, um das Gleichgewicht wieder in Ordnung zu bringen.



Meinung:


Dunkelheit ist der Auftakt der großartigen Reihe Die schwarzen Juwelen.  Ich habe die Reihe schon bei Erscheinen gelesen, allerdings sind noch einige Bücher dazu gekommen, daher möchte ich sie noch einmal lesen und dieses Mal auch eine Rezension dazu schreiben.


Wer nach einer seichten Lektüre mit niedrigem Unterhaltungswert sucht, für den wird diese Reihe nicht zu empfehlen sein. Allen anderen die sich darauf einlassen wollen, kann ich diese Bücher nur ans Herz legen, aber mit der Warnung, dass sie nichts für Menschen mit schwachen Nerven sind.


Die Welt innerhalb dieses Buches ist sehr vielschichtig, ebenso die Gesellschaft.

Magiebegabte Menschen nennen sich von Blut.  Es gibt dreizehn Blutjuwelen in dieser Welt. Diejenigen, die von Blut sind, erhalten ein Geburtstjuwel. Im Buch wird beschrieben, dass dieses Juwel aufgrund des Opfers an der Dunkelheit erschaffen wird. Es gibt die Farben:  WeißGelbTigeraugeRoseAquamarin.

Opal gilt als die Trennlinie zwischen den schwächeren hellen Blutjuwelen und den dunkleren, die da wären: GrünSaphirRotGrauSchwarzgrauSchwarz. Erhält ein Kind zum Beispiel ein Geburtsjuwel Weiß, dann kann es höchstens bis zur Stufe Rose aufsteigen.


Das klingt alles ziemlich kompliziert, aber es wird hervorragend im Buch erklärt. Man erhält einen tiefen Einblick in die Gesellschaftsstruktur des Landes. Auch über die Grausamkeit von Königin Dorothea. Diese ist vom Status her eigentlich nur eine Priesterin und hätte daher niemals den Thron besteigen dürfen. Die magiebegabten Krieger jedoch dienen nur einer Hexe, die zur Königin bestimmt ist und in der Regel über das schwarze Blutjuwel verfügt. Ein Mann, der ebenfalls ein schwarzes Blutjuwel besitzt, wird Kriegerprinz genannt.


Ein solcher ist Daemon Sadi. Aufgewachsen am Hof der grausamen Königin, als "Lustknabe" von jeder Frau benutzt die ihn haben will, empfindet er nur Hass auf Dorothea und jene die ihr folgen. Sein ungezügeltes Temperament kann nur von der einen besänftigt werden, der einen Königin, doch in den ganzen 1700 Jahren, die sein Leben schon andauert, ist er ihr nie begegnet. Er wäre vielleicht sogar in der Lage, allesamt zu vernichten, doch Dorothea bestimmt über Leben und Tod seines Halbbruders Lucivar, daher fügt er sich.


Lucivar, Daemons Halbbruder ist Besitzen eines schwarzgrauen Blutjuwels und ein Eyrier. Dieses Volk verfügt über lederartige Schwingen und wird als sehr kriegerisch dargestellt. Obgleich Lucivar im ersten Teil nicht viele Auftritte bekam, so wurde mir ein besonderes Bild von ihm vermittelt. Er ist ebenso ungezügelt wie Daemon, aufgrunddessen er schlimme Bestrafungen erhält. In einer solchen Nacht, als er gefesselt in seiner Zelle verbringt, stöß er mittels seiner Gabe einen Wunsch aus: Einmal, nur ein einziges Mal will er keine Gebieterin haben, sondern eine Freundin.

Gleich nach diesem sehnsüchtigen Wünsch erscheint ihm das Kind Jaenelle. Erst sieben Jahre alt und doch mit einer Macht ausgestattet, die jeden schaudern lässt.


Die Beschreibung der Unterwelt in diesem Buch mutete zu Beginn seltsam an. Sehr komisch fand ich auch den Namen des Höllenfürsten, Saetan. Dieser Höllenfürst hat mit unserem wenig zu tun. Saetan war einst furchteinflößend, doch nach fünfzigtausend Jahren fühlt er sich als alter Mann. Zu viele schlimmen Erfahrungen haben ihn verbittern lassen, bis er aus dieser Gefühlslage gerissen wird. Jemand, der nicht hierher gehört, hat die Unterwelt betreten. Dadurch begegnet er der jungen Jaenelle.  Ihm wird sehr schnell klar wer sie ist und wenngleich er die Ankunft einer neuen Königin ersehnt, ist er gleichzeitig entsetzt von der Kraft Jaenelles. Ihm bleibt die Entscheidung, sie zu lieben, oder zu fürchten. Denn wenn das Kind in diesem Alter schon über ein schwarzes Juwel gebietet, dann kann sie als Frau zu etwas unvorstellbar Grausamem werden. Saetan entscheidet sich dafür, das Kind in die Lehre zu nehmen, denn wenngleich sie so mächtig ist, so gelingen ihr die schwachen Zauber nicht. Mit dieser Entscheidung hofft er, Jaenelle zu einer gerechten Königin zu erziehen.


Jaenelle selbst stammt aus dem kleinen Reich Chaliot. Anfangs erfährt man nicht viel über sie, da meistens aus der Sicht Daemons und Saetans geschrieben wird. Saetan befürchtet, dass das Leben bei ihrer Familie sie quält, doch aus unerklärlichen Gründen zwingt sie sich selbst immer wieder zurück nach Hause zu gehen. An manchen Tagen ist sie so verzweifelt und verängstigt, dass er sich sicher ist, ihr würde daheim etwas Schlimmes widerfahren. Er will sie beschützen, denn Jaenelle ist zu keinem Zeitpunkt verletzlicher als jetzt. Wird sie in ihrer Jungfernnacht von einem gewalttätigen Mann zerbrochen, würde sie als Gestalt mit wirrem Verstand durch die Welt wandeln.

Jaenelle selbst hat unglaublich viele Feinde, darunter die mächtige Dorothea. Würde sie erahnen, wer in Chaliot aufwächst, würde sie alles daran setzen das Kind zu töten.


Soviel von den Charakteren und der Geschichte. Die brutalen Schilderungen einiger Strafen passten genau zu dieser dunklen Welt. Die Geschichte von Jeanelle ist gespickt davon, aber auch mit Freundschaft, Gerechtigkeit und dem dringlichen Gefühl jemanden zu beschützen und zu lieben. Besonders die dunkle, romantischen Note bringt den Leser dieser Reihe buchstäblich zum Schmelzen. Zu viel davon kommt im ersten Band nicht vor, hier geht es darum das Wichtigste zu beschützen, dass es in diesem Buch zu beschützen gibt.


Bereits beim ersten Lesen stellte ich für mich fest, wie großartig dieses Buch von der Autorin geschrieben wurde und meine Meinung hat sich über die Jahre nicht verändert. Innerhalb einer kurzen Zeitspanne wurde das Buch von mir zu Ende gelesen und ich kann es kaum erwarten den nächsten Teil zu beginnen.



Meine Bewertung:


Wegen der originellen Idee und den wundervollen Charakteren vergebe ich 5/5 

Ein Muss für jeden Fan von Dark-Fantasy und Romance-Fantasy!


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Tags: dark fantasy, erotik, fsk 16, liebe, romance fantasy, romantik   (6)
 

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geister, geisterjäger, horror, liebe, anna

Anna im blutroten Kleid

Kendare Blake , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 12.11.2012
ISBN 9783453314191
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Theseus Cassio Lowood, 17 Jahre jung und von Beruf Geisterjäger. So manche mordernde Gespenster hat er dahin zurückgeschickt wo sie hin sollten. Den nächsten Geist zu töten erweist sich als schwieriger, denn er hatt es mit Anna im blutroten Kleid zu tun, und sie ist anders, als alle Geister zuvor.

Cover:

Bisher habe ich selten etwas zu den Covern geschrieben, aber dieses Buch hier hat mich mit seinem geködert. Die Farben sind toll, besonders die Schrift, die sich von der glatten Fläche abhebt, wenn man mit den Fingern darüber streicht. Dazu muss ich aber auch sagen, dass mir die englische Ausgabe besser gefällt und die auch besser passt, denn auf dieser ist das Kleid blutrot und nicht weiß mit blutigem Saum, wie in der deutschen Version.

Meine Meinung:

Mit dem, von seinem Vater vererbten Dolch, dem Athame, zieht Cass mit seiner Mutter dahin, wo Menschen durch mordlüsterne Geister ihr Leben verlieren. Aus diesem Grund bleiben die beiden nur solange in dem beschaulichen Ort Thunder Bay, wie es dauert den Auftrag zu Ende zu bringen; Es geht um Anna im blutroten Kleid!

Diese Erscheinung ist aus einem Grund sehr wichtig für Cass. Vor zehn Jahren wurde sein Vater von einem starken Geist umgebracht und seither dürstet es den Jungen nach Rache. Wenn er es schafft Anna zu besiegen, ist er stark genug den Mörder seines Vaters zur Strecke zu bringen.
Die Sache wird nicht einfach, denn Anna verbreitet bereits seit mehr als fünfzig Jahren Furcht und Schrecken. Auch hat sie in all den Jahren viele Menschen umgebracht, die es gewagt haben ihr Haus zu betreten.

Bereits bei der ersten Begegnung, die ungewollt stattfindet, merkt der junge Geisterjäger wie andersartig dieses Gespenst ist. Jemand hat ihn bewusstlos geschlagen und ihn ins verfluchte Haus abgelegt. Anders als die bisherigen Geister, mit denen er zu tun hatte, besteht Anna aber nicht nur aus verstandloser Wut. Nein, sie ist in der Lage zu denken und weiß ganz genau was Cass vorhat. Seltsamerweise verschont sie ihn als einzigen.

Die Geschichte beginnt sehr spannend. Cass wird als ein Teenager beschrieben, der abseits des natürlichen Lebens lebt. Für ihn zählen nicht die Schule, Freunde, der Gang aufs College, sondern nur die Geister, die er mit seinem Athame erledigt. Schule und andere Kinder seines Alters sind für ihn die Beilagen zu seinen Aufträgen. Er ist geradezu versessen darauf Geister zu töten, so sehr, dass noch nicht einmal seine Mutter ihn davon abhalten kann.

In der kleinen Ortschaft Thunder Bay gibt er sich wegen seines Auftrags mit Carmel ab. Sie ist Ballkönigin und das beliebteste Mädchen der Schule. Und wie es meistens bei solchen Geschichten ist, fährt sie sofort auf ihn ab, nichtsahnend, dass er sie nur der Informationen wegen trifft.
Ich fand diese Seite von ihm sehr kühl. Er benutzt Menschen für seine Zwecke, obwohl er weiß, dass es nicht in Ordnung ist. Als er sich von ihnen zurückziehen will um sie zu schützen ist es bereits zu spät, denn Carmel lässt sich ebenso wenig zurückhalten wie der junge Thomas Sabin, der die Gabe besitzt Gedanken zu lesen.
Gemeinsam mit einem weiteren Schüler, Will, wollen sie Anna unschädlich machen.

Diese Stelle im Buch kam mir etwas seltsam vor. Am Ende der Geschichte erfuhr ich, dass Cass sich zwei Monate langt in Thunder Bay aufhält, aber das kam mir beim lesen anders vor. Es fühlte sich eher wie Tage an, daher empfand ich die Freundschaft zu Thomas und Carmel als sehr überstürzt um sie glauben zu können. Vor allem weil Cass sich zu Beginn der Geschichte so sehr von anderen abkapselt.
Ein weiteres Manko ist sein Verhalten gegenüber Anna. Bisher hatte er nie Schwierigkeiten einen Geist zu erledigen, aber ausgerechnet bei Anna zögert er. Er empfindet sie als eine Göttin des Todes und wundert sich selbst über sein Verhalten. Es kommt bei einem Gespräch mit Thomas auch die Frage auf, warum er ausgerechnet Anna gegenüber so empfindet, und niemals zuvor bei anderen Geistern, aber diese Frage wird nie geklärt.
Natürlich wird dem Leser klar, was Cass empfindet, aber für mich hätte es besser beschrieben werden sollen, denn zähe Geisterjäger verlieben sich nicht einfach beim ersten Blick in Gespenster, die andere Menschen töten.
Selbst als im Nachhinein berichtet wurde, warum Anna töten muss, blieb diese Stelle etwas unglaubwürdig.

Liest man aber weiter und sieht über diese Dinge hinweg, dann wird man von der Geschichte gefangen und hineingesogen. Besonders ab der Hälfte des Buches nimmt sie an Fahrt auf und überrascht mit Wendungen, die man nicht erwartet hat.

Meine Bewertung:

Trotz des abgeschlossenen Endes wirft die letzte Seite die Vermutung auf einen weiteren Band auf. Nachdem ich etwas gestöbert habe, wurde ich auch fündig. Im englischen erschein bereits Band zwei mit dem Titel: Girl of Nightmares. Was die deutsche Verison angeht, so finde ich weder das Cover noch den Erscheinungstermin, aber ich hoffe, es wird dieses Jahr noch veröffentlicht.

Wegen den oben beschriebenen Stellen, büsst dieses Buch ein Stern ein. Ich empfehle es dennoch gerne weiter, weil es für mich ein Lesevergnügen darstellte. Deswegen bekommt es von mir 4/5

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