Marcuria

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140 Bücher, 49 Rezensionen

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20 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

nordsee, amsterdam, krimi, sklaven, kyra slagter

Kalte Brandung

Isa Maron , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 430 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 21.09.2016
ISBN 9783832163587
Genre: Krimi und Thriller

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20 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

amsterdam, mord, leid, galgen, ermittlungen

Dunkle Flut

Isa Maron , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 330 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 04.07.2016
ISBN 9783832163570
Genre: Krimi und Thriller

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173 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 84 Rezensionen

krimi, arne dahl, schwedenkrimi, spannung, schweden

Sieben minus eins

Arne Dahl , Kerstin Schöps
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2016
ISBN 9783492057707
Genre: Krimi und Thriller

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827 Bibliotheken, 26 Leser, 2 Gruppen, 177 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, flawed, fehlerhaft, cecelia ahern

Flawed – Wie perfekt willst du sein?

Cecelia Ahern , Anna Julia Strüh , Christine Strüh
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 29.09.2016
ISBN 9783841422354
Genre: Jugendbuch

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36 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 3 Rezensionen

dagobert duck, comic, onkel dagobert, entenhausen, don rosa

Onkel Dagobert - Sein Leben, seine Milliarden

Don Rosa , Walt Disney
Fester Einband: 495 Seiten
Erschienen bei Egmont Comic Collection, 08.12.2008
ISBN 9783770432455
Genre: Comics

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153 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 82 Rezensionen

wiedergeburt, reinkarnation, sharon guskin, familie, noah

Noah will nach Hause

Sharon Guskin , Carina Tessari
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Allegria, 22.09.2016
ISBN 9783793423065
Genre: Romane

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529 Bibliotheken, 3 Leser, 7 Gruppen, 83 Rezensionen

berlin, thriller, serienmörder, krimi, engel

Die Reinheit des Todes

Vincent Kliesch
Flexibler Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 10.05.2010
ISBN 9783442374922
Genre: Krimi und Thriller

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

künstliche intelligen, science fictio, englisch, klassiker, science-fiction

Do Androids Dream of Electric Sheep?

Philip K. Dick
Flexibler Einband: 265 Seiten
Erschienen bei Random House, 17.02.2009
ISBN 9780345350473
Genre: Fantasy

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

andy strauß, wahnsinn, witzig, poetry slam, gedichte

Sie grunzen freudig, einige springen sogar hoch

Andy Strauß
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Unsichtbar, 27.09.2013
ISBN 9783942920247
Genre: Romane

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Funktion kaputt

Andy Strauß
Buch: 24 Seiten
Erschienen bei Unsichtbar, 01.03.2014
ISBN 9783942920339
Genre: Comics

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

anti-pop, kurzgeschichten, sex, mord, poetry slam

Establishmensch

Andy Strauß
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Ubooks, 01.08.2009
ISBN 9783866081208
Genre: Romane

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

london, fiktion, steam-punk, spannend, historisch

Der Flug der Archimedes

Sören Prescher
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Fabylon, 01.02.2014
ISBN 9783927071728
Genre: Fantasy

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69 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

mystery, jagd, schattenwelt, albträume, afrika

Das Wispern der Angst

Tanja Frei
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Diana, 09.12.2013
ISBN 9783453357570
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als eine Klassenkameradin sich mit beunruhigenden letzten Worten das Leben nimmt, werden Kim und ihre Mutter Jenna von einem Moment auf den anderen aus ihrem gewohnten Alltag gerissen. Schon seit Längerem plagt sich Kim mit Albträumen herum, in denen sie von jemandem gerufen wird und das Gefühl verfolgt zu werden wird von Tag zu Tag schlimmer. Als schließlich auch Jenna eine fürchterliche Nachricht erhält, wird den beiden klar, dass sie in großer Gefahr schweben ...

Anders als der Klappentext vermuten lässt, ist "Das Wispern der Angst" nicht nur ein einfacher Thriller, sondern darüber hinaus mit mystischen Inhalten gespickt, die im Gesamtbild klar überwiegen. Das Buch lebt zum einen von zahlreichen kurzen atmosphärischen Szenen, die mal spannend, mal unheimlich, aber in jedem Fall überraschend sind und zum anderen vom ewigen Rätseln, was es denn nun mit dem Ganzen auf sich hat. Schade ist, dass man nach langem Tappen im Dunkeln am Ende mit vielen offenen Fragen stehen bleibt. Zwar plant die Autorin einen Nachfolgeband, doch Teil 1 wirkt unausgereift und unbefriedigend, da sich der Sinn hinter der Bedrohung und die Gründe der Beteiligten nicht erschließen.

Darüber hinaus wirken viele Szenen arg konstruiert, einige unlogische Handlungen dienen offensichtlich nur dem Fortgang der Geschichte und oftmals ist es allein dem Zufall zu verdanken, dass die Erzählung überhaupt weitergehen bzw. zum Schluss kommen kann. Hierzu tragen natürlich auch die Hauptcharaktere bei, die zwar zu Beginn sehr sympathisch sind und einem schnell ans Herz wachsen, aber mit der Zeit immer häufiger unnachvollziehbar handeln, beispielsweise indem sie dem Bösen bewusst folgen oder es an anderer Stelle trotz direkter Möglichkeit nicht aufhalten. Das lässt nicht nur die Protagonisten naiv dastehen, sondern nimmt auch der Bedrohung einiges an Furcht und Spannung.

Der Schreibstil ist, speziell für einen Debütroman, zum größten Teil gut, lediglich die Dialoge wirken teils künstlich und sind von Wiederholungen geprägt. Speziell in der Mitte zieht sich das Buch zäh und langatmig dahin, da immer ähnliche Gespräche ablaufen und die gleichen Schlüsse daraus gezogen werden, während kaum Neues ans Licht kommt. Der Showdown reißt in dieser Hinsicht noch etwas heraus, ist aber leider bei Weitem zu kurz geraten.

Insgesamt ist das Buch locker zu lesen und von der Atmosphäre her teils grandios, weist aber leider auch längeren Leerlauf und einige Logikfehler auf. Es fehlt an Thriller-typischer Spannung oder alternativ an der (laut Klappentext vorhandenen) Sprengung der Grenzen der Vorstellungskraft. Durch die mystische Ebene sind die Geschehnisse nicht auf unsere Welt anwendbar und da sie zu sehr zurechtgebogen werden und zu künstlich wirken, fällt es darüber hinaus auch schwer, in die aufgebaute Fantasie-Welt einzutauchen.­

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53 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

mindfuck, kurzgeschichten, thriller, spannung, unerwartete wendungen

Mindfuck Stories - Durchgedrehte Kurzgeschichten

Christian Hardinghaus
E-Buch Text: 176 Seiten
Erschienen bei PRovoke Media, 15.01.2014
ISBN 9783981640915
Genre: Romane

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

tiere, vegan, lebensweisen, veganismus, ernährung

Kleine Veganer-Bibel

Sarah Schocke
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.12.2013
ISBN 9783442220403
Genre: Sachbücher

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411 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

fantasy, hexer, kurzgeschichten, geralt, magie

Der letzte Wunsch

Andrzej Sapkowski ,
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.06.2007
ISBN 9783423209939
Genre: Fantasy

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144 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

erica falck, patrik hedström, schweden, fjällbacka, thriller

Die Engelmacherin

Camilla Läckberg , Katrin Frey
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 04.01.2014
ISBN 9783471350843
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ebba Stark und ihr Mann Mårten führten ein normales Leben in Göteborg, bis ihr Sohn Vincent plötzlich verstarb. Von diesem Moment an lebten die beiden in Scham, Schweigen und gegenseitiger Schuldsuche und beschlossen nach einigen Monaten, einen Neuanfang in Ebbas Elternhaus auf Valö zu versuchen. Das alte Haus, in dem Ebbas Vater früher ein Ferienheim geführt hatte, ist sichtlich verfallen, denn niemand hat sich groß darum gekümmert, seit ihre gesamte Familie vor 35 Jahren unter mysteriösen Umständen verschwand. Zwei Erwachsene und drei Kinder wurden wie vom Erdboden verschluckt und nur die damals einjährige Ebba blieb zurück.
Als mitten in der Nacht die neue Bleibe der Starks in Brand gesetzt wird, kann sich niemand so recht vorstellen, wer dem armen Paar so etwas kurz nach dem schweren Verlust antun würde. Die Ermittlungen von Kommissar Patrik Hedström und seinen Kollegen führen zu nichts, bis Ebba und Mårten bei Renovierungsarbeiten eine gruselige Entdeckung machen, die ein neues Licht auf die Geschehnisse wirft. Gibt es eine Verbindung zwischen den beiden Vorfällen? Wer könnte dafür verantwortlich sein? Und was will diese Person bezwecken?

Die Geschichte verläuft auf zwei verschiedenen Zeitebenen. In sich abwechselnden Kapiteln geht es mal um die aktuellen Ereignisse rund um die Familie Stark und mal um die im Jahre 1908 lebende Dagmar, deren Mutter als "die Engelmacherin von Fjällbacka" bekannt wurde. Inhaltlich möchte ich hierauf nicht weiter eingehen, um nichts vorweg zu nehmen.
Vor allem in der ersten Hälfte des Buches sind diese Einschübe aus der Vergangenheit eine gern gesehene Abwechslung, denn die Ereignisse in der Gegenwart brauchen eine Weile, bis sie in Fahrt kommen. Bis zur Buchmitte ist der Inhalt zwar interessant zu verfolgen, doch lange Zeit kaum spannend oder gar fesselnd.

Der Hauptgrund hierfür sind Ebba und Mårten, die insgesamt eher fremd scheinen und recht uninteressant zu verfolgen sind, da lange Zeit, abgesehen von immer ähnlichen Gesprächen, nichts geschieht. Die triste Stimmung von und zwischen den beiden ist geradezu greifbar und sehr authentisch, wird aber schnell eintönig. Andere Personen sind dafür von Beginn an umso spannender und vielschichtiger. Neben Dagmar und ihren Verwandten wären da zum Beispiel die beinahe chronisch lügende Schriftstellerin Erica, ein skurriler Transsexueller und ein fremdenfeindlicher Politiker. Die Figuren wirken in der Art wie sie reden und sich verhalten natürlich. Auffällig sind zahlreiche unglückliche Menschen und daraus folgende berührende Situationen, durch die beim Lesen insgesamt eine recht negative Stimmung entsteht.
Die Charaktere sind nicht nur abwechslungs- sondern vor allem auch zahlreich. Wer Probleme hat, sich Personen einzuprägen, wird hier sicherlich das ein oder andere Mal durcheinanderkommen, denn bereits auf den ersten 50 Seiten tauchen 30 Personen auf (+ einige Kinder). Zwar gibt es ein Personenverzeichnis, doch dort fehlen viele Charaktere - darunter auch einige, die wichtig für die Geschichte sind.

Schön ist, dass man zwar immer wieder kleinere Hinweise bekommt, diese aber in einem perfekten Gleichgewicht zu neuen Rätseln und Geheimnissen auftauchen, sodass man permanent und bis zum Schluss Vermutungen aufstellt oder wieder verwirft. Die wahren Gründe bleiben lange unklar und sind auch eher nur in Ansätzen und nicht in ihrem vollen Umfang vorhersehbar.
Zu Camilla Läckbergs Schreibstil lässt sich nur Positives sagen: gelungene Dialoge, eine atmosphärische Beschreibung der Umgebung und sehr gute Satzlängen lassen die Seiten nur so dahinfliegen.

Weniger gelungen ist die Arbeit der Polizei an einer der wichtigsten Stellen - trotz drohender Gefahr und klarer Verdächtigung wird in Ruhe weiter beraten. Außerdem wird Ericas Lügen im Laufe des Buches zu stark und lässt sie nicht nur sehr naiv, sondern auch unsympathisch dastehen.

Insgesamt trotz kleinerer Schwächen eine Leseempfehlung für alle, die trotz einer negativen Grundstimmung und ohne "Spannung von der ersten Seite" Freude an Krimis haben.

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178 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

new york, dschinn, golem, freundschaft, fantasy

Golem und Dschinn

Helene Wecker , Anette Grube
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 16.08.2013
ISBN 9783455403671
Genre: Fantasy

Rezension:

Otto Rosfeld ist ein einsamer, unglücklicher Mann, der sich nichts mehr an seiner Seite wünscht als eine einfache Frau. Da die weibliche Welt sich allerdings herzlich wenig für ihn interessiert, gibt er kurzerhand einem Rabi den Auftrag, ihm eine intelligente und neugierige Golem-Frau zu erschaffen - ein Wesen aus Lehm, das ohne Widersprüche die Wünsche ihres Meisters erfüllt. Als das Wunder vollbracht ist, nimmt er den noch leblosen Golem mit an Bord nach Amerika, kommt aber schon kurz nach ihrer voreiligen Aktivierung ums Leben. Von diesem Moment an ist die frisch geborene Golem-Frau in einer für sie fremden Welt völlig auf sich alleine gestellt.
Zeitgleich wird ein Dschinn, ein Mann aus Feuer, der für mehrere Jahrhunderte in einer verbeulten Kupferflasche eingesperrt war, von einem Schmied beim Ausbessern des Familienstücks befreit. Durch seine lange Gefangenschaft hat er das meiste aus seinem alten Leben vergessen, erinnert sich aber noch an einen alten Hexer, der ihn vor langer Zeit durch eine Eisenschelle an die Gestalt eines Menschen gebunden und ihn in die Flasche verbannt hat.
Sowohl Golem als auch Dschinn müssen versuchen, ihre wahre Identität mit allen Mitteln zu verbergen und sich den neuen, ungewohnten Lebensbedingungen anzupassen, um im New York des ausgehenden 19. Jahrhunderts nicht aufzufallen.

Die Charaktere in "Golem und Dschinn" sind durchweg gelungen gestaltet und jeder auf seine Art faszinierend. So werden nicht nur die Protagonisten aufwendig gezeichnet, sondern auch sämtliche Nebenpersonen mit ihrer Lebensgeschichte eingeführt. Statt die Gesamterzählung zu unterbrechen, bereichern diese Einschübe sie und werden im weiteren Verlauf der Geschichte wieder aufgegriffen.
Der Kontrast zwischen den Hauptcharakteren sorgt für eine interessante Ausgangssituation und Abwechslung, denn während Chava, der Golem, passend zu den Eigenschaften ihrer Spezies, eher schüchtern und unterwürfig ist, liebt Ahmad der Dschinn seine Freiheit, wird von seiner Neugierde gesteuert und von seiner Ungeduld beeinflusst.
Damit zusammenhängend hätten auch die Wahl von Ort und Zeit der Geschichte sowie die zahlreichen Einblicke in die damaligen Lebensverhältnisse nicht passender sein können, denn Chava eckt als körperlich starke, neugierige und tollpatschige Frau in der unemanzipierten Welt leicht an und auch Ahmad hat durch sein feuriges Inneres, seine Implusivität, seine Leidenschaft und seine Liebe zu Freiheit und Gefahr große Schwierigkeiten beim notwendigen Versteckspiel.

Obwohl beide Wesen alten Legenden und der Phantasie entspringen, wirken sie von Beginn an sehr überzeugend. Da die beiden zwar menschliche Eigenschaften haben, aber an vielen Stellen aus menschlicher Sicht wenig nachvollziehbar handeln, entsteht allerdings schnell das Problem, dass sich eine gewisse Distanz zu den Hauptcharakteren aufbaut. Das kann dazu führen, dass man einem Teil des Buches lieber folgt oder sich dahingehend steigern, dass man den anderen kaum genießen kann. Mir persönlich erschien der Golem oft zu unterwürfig und eintönig, während ich den eigenwilligen Charakter des Dschinns mit großem Interesse verfolgt und mir einige Male gewünscht habe, das Buch würde sich nur um ihn drehen. Da die Erzählperspektiven in den einzelnen Kapiteln immer wieder wechseln, kann es so passieren, dass man regelmäßig aus interessanten Szenen herausgerissen wird.

Der Stil des Buches ist ausgezeichnet. Ohne zu dick aufzutragen, entstehen wundervolle Bilder und eine dichte Atmosphäre, die Dialoge wirken durchgehend authentisch und sprachlich gesehen ist es leicht zu lesen, ohne oberflächlich zu wirken.

Insgesamt wirkt "Golem und Dschinn" mit seinen 623 Seiten sehr gestreckt und weist vor allem im Mittelteil zahlreiche Längen auf. Zu Beginn ist die Einführung von Personen, Orten und Grundstimmung noch sehr gelungen, doch bis zu einem lang ersehnten, entscheidenden Ereignis vergehen mehr als 200 Seiten, nur um anschließend die Spannung wieder für ähnlich viele Seiten herunterzufahren. Im letzten Drittel überspitzen sich die Ereignisse, fesseln ungemein, können aber kaum über die gähnende Leere zuvor hinwegtäuschen. Diese extreme Streckung ist sehr schade, da der Roman an sich sowohl inhaltlich als auch von den Charakteren, der Atmosphäre und dem Stil her grandios ist.

(Wegen dieser Langatmigkeit, die mich das Buch oft zur Seite legen lassen hat, und einigen anstrengenden charakterlichen Entwicklungen gebe ich abgerundete 3,5 Sterne, aber auch eine klare Leseempfehlung an all diejenigen, die nicht nur offen sind für eine interessante Mischung aus historischem Roman und Fantasy, sondern darüber hinaus auch mehr Geduld aufweisen als der Dschinn. ;))

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100 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

psychiatrie, mord, hamburg, tessa ravens, selbstmord

Nacht ohne Angst

Angélique Mundt
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei btb, 10.06.2013
ISBN 9783442746262
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als Isabelle Drost, eine 26-jährige Patientin, die sich wegen starker Depressionen in stationärer Behandlung befand, bei einem nächtlichen Rundgang erhängt aufgefunden wird, gehen die meisten von einem Selbstmord aus. Einzig ihre Psychotherapeutin Tessa Ravens glaubt nicht, dass die junge Frau sich ausgerechnet zu dem Zeitpunkt das Leben nehmen würde, zu dem ein neues Medikament ihr sichtlich half. Nur kurze Zeit darauf kommt es zu einem weiteren Todesfall und diesmal ist ein Gewaltverbrechen nicht zu leugnen. Kriminalkommissar Torben Koster und sein Kollege Michael "Liebchen" Liebetrau nehmen sich dem Fall an und müssen schon bald feststellen, dass es in der Hamburger Universitätsklinik deutlich mehr Verdächtige gibt, als ihnen lieb wäre.

"Nacht ohne Angst" ist der Debütroman der deutschen Autorin Angélique Mundt und Auftakt einer Krimi-Reihe um die Protagonisten Tessa Ravens und Torben Koster. Das Besondere an dem Roman ist, dass er nicht nur gute Unterhaltung, sondern auch den ein oder anderen fundierten Blick in die Psyche der Menschen bietet, da die Autorin selbst hauptberuflich als Psychotherapeutn tätig ist. So ist es ihr gelungen, nicht nur die Patienten, das Personal und die Abläufe in der Klinik glaubwürdig darzustellen, sondern auch einige interessante und leicht verständliche Definitionen von Diagnosen wie Schizophrenie oder Sozialer Phobie einfließen zu lassen.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, auch wenn zu Beginn relativ viele Patienten auftauchen, die sich teilweise ähneln und so nicht immer leicht voneinander zu unterscheiden sind. Speziell Tessa Ravens wirkt in der Rolle der Psychotherapeutin sehr überzeugend und ermöglicht als Hilfsermittlerin Einblicke und Ermittlungsmethoden, die für den üblichen Krimi eher ungewohnt sind.
Schade ist, dass sowohl Tessa als auch Torben an einigen Stellen unprofessionell handeln und Offensichtliches übersehen, was zwar die Geschichte vorantreibt, aber ihr einiges an Glaubwürdigkeit nimmt. Außerdem ist die eingebundene Liebesgeschichte nur schwer nachvollziehbar, da sie sich in einer viel zu kurzen Zeit entwickelt (Liebesschwur nach 8 Tagen).

Der größte Kritikpunkt ist, dass der Leser zwar schnell Interesse für das Geschehen aufbaut, aber abgesehen vom unmittelbaren Ende wirkliche Spannung vermisst. Der Handlungsort Psychiatrie verspricht geradezu eine unheimliche Atmosphäre, doch diese greift leider kaum, da durch das gesamte Buch hindurch keine wirkliche Bedrohung spürbar ist. Sowohl bei den Mitarbeitern als auch bei den Patienten fehlt die Angst, dass es noch jemanden treffen könnte sowie die Furcht um das eigene Leben. Darüber hinaus kommt außerdem das gegenseitige Verdächtigen oder zumindest das unvermeidbare Misstrauen untereinander bei weitem zu kurz.

Zusammenfassend ist "Nacht ohne Angst" ein guter Auftakt, dem es zwar an Spannung mangelt, der aber dennoch eine interessante, gut durchdachte, leicht zu lesende Geschichte und durch die psychotherapeutischen Einflüsse eine gern gesehene Abwechslung auf dem Krimi-Markt bietet.

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5 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Egon Loesers erstaunlicher Mechanismus zur beinahe augenblicklichen Beförderung eines Menschen von Ort zu Ort: Roman

Ned Beauman
E-Buch Text: 450 Seiten
Erschienen bei DUMONT Buchverlag, 07.03.2013
ISBN 9783832187088
Genre: Romane

Rezension:

"Nicht jeder kann es bis ganz nach oben schaffen. Unten muss es auch Menschen geben.(S.37)

Egon Loeser erlebt eine Enttäuschung nach der anderen und befindet sich in einer unendlich scheinenden Abwärtsspirale. Nicht einmal der größte Außenseiter in seinem Bekanntenkreis hat Zeit für ihn, die Frau, die er begehrt, interessiert sich nicht für ihn und überhaupt scheint ihm "die Errichtung eines weltweiten marxistischen Arbeiterparadieses ein maßvolles und erreichbares Ziel im Vergleich zu der geradezu lächerlich optimistischen Vision einer Welt, in der er, Egon Loeser, ab und zu tatsächlich in die Nähe einer nicht-käuflichen Vulva kommt"(S.25)
Es ist schwer zu sagen, um was es in "Egon Loesers erstaunlicher Mechanismus zur beinahe augenblicklichen Beförderung eines Menschen von Ort zu Ort" tatsächlich geht. Wer sich auf eine Science-Fiction-Story freut, wird maßlos enttäuscht sein. Wer Romantik sucht, ist ebenfalls fehl am Platz. Am ehsten könnten wohl diejenigen auf ihre Kosten kommen, die einen recht abstrakten Sinn für Humor haben, doch selbst das taucht im Buch leider nur gelegentlich auf.

Über 400 Seiten lang begleitet der Leser den extrem selbstbezogenen Egon Loeser, dessen Leben sich zum großen Teil um den Sex dreht, den er nicht hat. Während er in den 1930er Jahren eigentlich an einer "Teleportationvorrichtung" für das Theater arbeitet, verlässt er schon bald Berlin, um seine Angebetete obsessiv zu verfolgen.
Auf seiner Reise begegnen ihm nicht nur immer wieder alte Bekannte aus Berlin, sondern auch neue, teils recht außergewöhnliche und skurille Charaktere wie beispielsweise ein Mann, der Bilder nicht von der Realität unterscheiden kann und daher mit der bloßen Abbildung eines Gorillas ringt.
Doch noch kurioser als so manch eine Person, sind die Situationen, in die Loeser unmittelbar verwickelt ist. So geht es unter anderem um altershemmende Affentestikel, die in einer aufwendigen Operation an die Frau gebracht werden sollen oder um einen spukenden Hausgeist, der nicht nur Gegenstände auftauchen, sondern sie auch völlig wahllos wieder verschwinden lässt.

"Nüchtern hätte das Loeser nur peripher tangiert, aber zwei Flaschen schlechten Rotweins hatten ihn in das emotionale Pendant zu einem jener seltsamen peruanischen Frösche verwandelt, deren Haut so durchscheinend ist, dass man ihre schreckhaften kleinen Herzen sieht." (S.22)

"[...] die Renovierungsarbeiten waren erst halb abgeschlossen, sodass einem die Farbflocken und Staubmäuse, Fäden und Polsterfussel, Spinnenweben und Splitter nach ein paar Stunden hinter der Bühne so dicht in Haaren und Kleidern hingen, dass man sich vorkam wie ein in Paniermehl gewendetes Kalbskotelett." (S.14)

Während der Roman sich sprachlich auf einem recht hohen Niveau befindet und durch Wortspiele, geschickte Formulierungen und einen insgesamt gelungenen Aufbau besticht, wirken sowohl Inhalt als auch Charaktere mehr schlecht als recht gestaltet. Ist der Anfang der Geschichte noch überraschend anders und stellenweise lustig, zieht sich der Rest des Buches unbeschreiblich langatmig dahin. Endlos scheinendes Geschwafel und zahlreiche leere Phrasen, zwischendrin ab und an eine nette Anekdote, doch insgesamt bleibt nur das Gefühl, das im Grunde nichts geschieht. Hierdurch wird auch der an sich gute Schreibstil schnell ermüdend, bis man sich irgendwann nur noch durch das Buch kämpft, in der Hoffnung doch noch auf einen roten Faden, auf eine durchgehende Geschichte, auf Spannung, mehr Witz oder verdammt nochmal endlich auf einen einzigen sympathischen Charakter zu stoßen. Vergebens. Das direkte Ende ist interessant, kann aber nicht über die gähnende Leere zuvor hinwegtäuschen.

Was hängenbleibt ist einzig das Gefühl, meine Zeit mit einem Buch verschwendet zu haben, das mir abgesehen von drei amüsanten Kurzgeschichten nichts außer Langeweile beschert hat. Da ich mich selten so durch ein Buch quälen musste, kann ich trotz gutem Stil und einigen lustigen Passagen nicht mehr als einen Stern vergeben.

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

vorlesen, kurzgeschichten, krimi, spannung, kino

Unglaubliche Welt (Kopfkino)

Thomas Dellenbusch
E-Buch Text: 208 Seiten
Erschienen bei null, 14.04.2013
ISBN B00CD4PY3E
Genre: Sonstiges

Rezension:


"Unglaubliche Welten" ist das erste Buch aus Thomas Dellenbuschs Kopfkino-Reihe. Die Idee des Autors ist, nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen Geschichten zu bieten, die weder zu kurz, noch zu lang sind, um sich zum Vorlesen zu eignen. Geplant sind mehrere Bände, die jeweils vier "Spielfilme zum Vorgelesenwerden" aus einem bestimmten Genre beinhalten. Band 1 enthält Mysterygeschichten mit einer Länge von 31 bis 63 Seiten und einer Vorlesezeit von etwa 50 bis 120 Minuten.

Während die Idee, Menschen gemeinsam Geschichten erleben zu lassen, ihre Fantasie anzuregen und eine Alternative zum gemeinsamen Fernsehen zu bieten, genial ist, ist die Umsetzung leider weniger gelungen.

Einer der Hauptgründe hierfür ist, dass die laut Klappentext versprochene "Spannung von der ersten Minute an" nicht eintritt. Die Geschichten plätschern nur so dahin, bieten keinerlei Anhaltspunkte zum Miträtseln und sind sehr stark von Beschreibungen und Erklärungen geprägt. So werden auch an sich spannende Szenen im Detail beschrieben, nacherzählt oder geplant, statt einfach erlebt. Etliche unwichtige Details wie Autos, Straßennamen, Richtungen, Kleidungsstücke, Raumdekorationen etc. werden genannt - doch was im Film wunderbar funktioniert, um die passende Atmosphäre zu erzeugen oder allgemein Menschen und Orte genauer zu beschreiben, wirkt in geschriebener Form erzwungen und langweilig. Zwar sollen all diese Beschreibungen dazu dienen, dass man sich die Umgebung und die Personen besser vorstellen kann, doch in dieser Art und Menge werden Leser und Zuhörer vielmehr jeglicher Phantasie beraubt und das Kopfkino gar nicht erst eingeschaltet.

Das Beschreiben-statt-Erleben und der Mangel an Miträtsel-Möglichkeiten sorgen dafür, dass keine der Geschichten wirklich dem Genre der Mystik zugeordnet werden kann. So gibt es zwar mysteriöse Anfänge und überraschende Geschichtsenden, doch insgesamt fehlt der spannende Aspekt der Undurchsichtigkeit, der Reiz mitzudenken und allem voran die passende Atmosphäre. Statt Spannung kommt Langweile auf, da der Leser lange Zeit keine Ahnung haben kann, was passiert, somit auch nicht die Möglichkeit hat, Theorien aufzustellen und anschließend auf unbefriedigende Weise alles auf engstem Raum erklärt bekommt. (Eine Ausnahme ist hier "Der Nobelpreis", der inhaltlich allerdings von vorneherein nicht der Mystery, sondern der Science-Fiction zugeordnet werden muss.)

Ein weiteres Problem ist die fehlende Tiefe der Charaktere. Sie zeigen kaum Emotionen und Wünsche, wodurch man weder weiß, was sie ausmacht, noch was sie antreibt. Zwar handelt es sich um relativ kurze Geschichten, doch sie sind zu lang, um sich derart an der Oberfläche zu bewegen. Statt zu schildern, welche Farbe der Mantel der Protagonistin hat, wäre es sinnvoller, ihren Charakter zu formen. So verfolgt der Leser lediglich leere Hüllen, die an einigen Stellen unnachvollziehbar handeln, Offensichtliches übersehen, sich klischeehaft entwickeln und darüber hinaus gesteltzt-künstlich reden (beispielsweise sprechen sie sich ständig mit Vornamen an: S. 59 "Was soll das, Basti?" [...] Ich verstehe nicht, Basti. [...] Das willst du nicht wissen, Basti").

Weiterhin tauchen trotz der Kürze der Geschichten einige Längen auf (speziell in "Das Testament"), sehr kurze Sätze und Satzteile sorgen für ein abgehaktes Vorlesen, an manchen Stellen fallen klischeehafte und abgenutzte Formulierungen sowie Wiederholungen auf, einige Szenen sind sehr konstruiert und unpassend, manche Teile gut geplant, während andere weniger durchdacht scheinen und die an sich gelungenste Geschichte des Buches "Der Nobelpreis" ist durch seine physikalischen Details zum Vorlesen eher ungeeignet.

Insgesamt verfehlt das Buch also nicht nur durch fehlende Mystik und ausgeschaltetem Kopfkino sein Thema, sondern wirkt auch inhaltlich und stilistisch in vielen Punkten unausgereift. Schade, denn sowohl das Konzept der Buchreihe als auch die Grundideen mancher Geschichten sind mehr als interessant.

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71 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

tod, roman, mutter-sohn-beziehung, kinder auf sich allein gestellt, waisenkind

Meine erste Lüge

Marina Mander , Ulrich Hartmann
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Piper, 16.04.2013
ISBN 9783492055437
Genre: Romane

Rezension:

"Sie sagen dir immer, dass du nicht lügen sollst, doch ohne Lügen wäre ich schon im Waisenhaus."
"Waise, nein, das ist wirklich übel, es ist, als würde dir ein Stück fehlen , und alle sehen nur dies Stück, das nicht da ist. Du bist nicht das, was du bist, sondern das, was dir fehlt." (S.85, S.13)

Als der neunjährige Luca eines Tages seine Mutter reglos im Bett vorfindet, denkt er zunächst, dass sie nur wieder einmal zu erschöpft vom Leben ist, um aufzustehen, denn schließlich leidet sie, seit sie ihren Job verloren hat, an schweren Depressionen. Doch als sie auch die nächsten Tage liegen bleibt, muss Luca einsehen, dass sie nie wieder aufstehen wird. Da sein Vater schon lange fort ist, muss er sich von nun an alleine mit seinem Kater Blu durch das Leben schlagen. Plötzlich muss er selbst einkaufen gehen, Wäsche waschen, Kochen, auf ein gepflegtes Äußeres achten und zur Schule gehen, ohne Aufmerksamkeit zu erregen. Seine tote Mutter darf unter keinen Umständen entdeckt werden, denn er will mit allen Mitteln vermeiden, im Waisenhaus zu landen.

"Nicht mal Mama hat sich Mühe gegeben, für mich zu leben. Warum?
Was haben die anderen, was ich nicht habe?" (S.141)

Der Umgang mit dem Tod eines nahestehenden Menschen ist ein Thema, über das die meisten nur ungerne nachdenken. Noch viel unbeliebter ist aber wahrscheinlich der Gedanke, wie ein Kind all dies wahrnimmt und verarbeitet. Die Geschichte eines kleinen Jungen, der plötzlich sämtlichen Schutz verliert und von heute auf morgen reif genug sein muss, um sich alleine durch das Leben zu schlagen, hat viel Potenzial, unbekannte Gebiete aufzudecken. Tatsächlich untersucht die Autorin in "Meine erste Lüge" mehr die Psyche eines trauernden Kindes, als eine unterhaltende Geschichte zu bieten. Der Verlauf ist wenig abwechslungsreich, sehr deprimierend, es gibt keine wirkliche Entwicklung in der Gegenwart, vielmehr wird mit Rückblenden gearbeitet, die aber auch nur wenig Neues offenbaren. Das Buch dreht sich größtenteils um Lucas Versuche, den Schein der Normalität zu wahren, um seine ständige Sorge, erwischt zu werden, um seine Trauer und um seine Selbstzweifel.

Dieser an sich interessante Ansatz, sich auf das Kind zu konzentrieren, scheitert aber vor allem daran, dass Lucas Charakter kaum glaubwürdig scheint. Das Buch ist überfüllt mit anspruchsvollen Gedankengängen, die zwar an sich sehr gelungen sind, die aber ein Kind in diesem Alter nicht haben würde:
"Ich bin so frei, dass sich mir der Kopf dreht, wenn ich nur daran denke, frei und gefangen gleichzeitig, wie die Hamster, die im Rad laufen und immer stillstehen. Sie drehen sich und drehen sich und kommen nirgendwohin." (S.67)
Mir fiel es hierdurch sehr schwer, mir beim Lesen tatsächlich einen Neunjährigen vorzustellen, geschweige denn mit ihm mitzufühlen. Spätestens wenn dieser Junge dann anfängt, Vergleiche zu Odysseus und den Sirenen anzustellen, ist es vorbei mit dem Einfühlen in die arme Kinderseele.
Für mich ist es der Autorin schlichtweg nicht gelungen, sich in das Kind reinzuversetzen und seine Gedanken authentisch rüberzubringen. Gut gelungen ist dagegen das ungewohnte Hin- und Her dieser Gedankengänge und Zeiten, das sich durch das gesamte Buch zieht, denn es passt gut zu der Sprunghaftigkeit in diesem Alter, allerdings ist die Geschichte hierdurch auf Dauer recht anstrengend zu lesen.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass so einige Fragen aufgeworfen und letztendlich nicht geklärt werden. Natürlich ist es manchmal schön, selbst Vermutungen aufzustellen, doch hier wirken diese Lücken eher störend und hinterlassen durch die völlige Unklarheit einen schalen Nachgeschmack.

Insgesamt ist "Meine erste Lüge" ein sehr ruhiges und mit bedrückenden Gedanken gefülltes Buch, das weder durch die entwicklungsarme Geschichte, noch durch den wenig glaubwürdigen Charakter so recht zu fesseln weiß und so zusammen mit dem abrupten Ende ein eher unbefriedigendes Gefühl hinterlässt.

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

krimi, humor, mafia, skurril, detektiv

Glaube, Liebe, Mafia

Mark Zak
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 14.02.2013
ISBN 9783462045048
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Josif Bondar, Privatdetektiv in Köln, wird nach einem verpatzten Großauftrag nur noch für kleinere Einsätze gefordert und schlägt sich seitdem mehr schlecht als recht mit wenig Geld durchs Leben. Als seine Ex-Freundin Heidi Golub in seiner Wohnung auftaucht und um die Beschattung ihres vermeintlich untreuen Freundes Jurij bittet, nimmt er den Auftrag an, obwohl Jurij nicht nur ein angesehener, gefährlicher Mann, sondern auch ein alter Militärkollege ist.
Zeitgleich sorgt eine umstrittene Aufführung, in der Jesus und seine Jünger als schwule Kommune dargestellt werden, für Aufruhr und zieht schon bald einen Toten nach sich. Josif Bondar ermittelt.

Mit gerade mal 187 Seiten ist "Glaube, Liebe, Mafia", das Debüt des Schauspielers Mark Zak, sicherlich eine sehr kurzweilige Unterhaltung. Während die eher simple Geschichte nicht zwingend mehr Seiten erfordert hätte, ist es um die nicht ausreichend gestalteten, aber an sich potenzialreichen Charaktere schade. Josif Bondar ist durch seine lockere und doch geheimnisvolle Art sehr interessant, hätte sich aber, genau wie seine Freundin, die Hauptkommissarin Judith Wendel, durchaus weiter entfalten können. Neben ihm tauchen zahlreiche Personen auf, die sich teils nur schemenhaft durch wenige Seiten bewegen und deren Sinn für die Geschichte nicht ganz klar wird. Der Autor hat sich zwar bemüht, ihnen spezielle Eigenschaften zuzuschreiben, doch sie bekommen kaum Raum, um lebendig zu werden (Allem voran Jan und Jurij, aber auch Heidi und Ahmet).

Eine Stärke des Buches sind die vielen Verstrickungen zwischen den unterschiedlichen Personen, die nach und nach aufgedeckt werden und für Überraschungen sorgen. Doch auch hier wäre mehr Raum zur Entfaltung hilfreich gewesen. Die Geschichte weiß zwar zu unterhalten, doch krimiübliche Spannung kommt kaum auf, da die Handlung recht einfach und gelenkt voranschreitet. Bevor man überhaupt ins Rätseln kommt, wird die Szene auch schon gelöst.
Schön gestaltet sind die Dialoge zwischen den Protagonisten, die auch immer wieder einen eher dunkel gefärbten Humor durchblitzen lassen.
(S.11 "Oh... und da hast du die Nerven verloren?"
- "Nein. Überhaupt nicht. Ich bin ganz cool geblieben. Ich hab sie nur rausgesetzt an einer Nothaltebucht an der Autobahn."
"Im Dunkeln, im Regen, im Dominakostüm?"
- "Was hättest du denn gemacht?")

Eine sehr kurze Kapitellänge sorgt dafür, dass sich das Buch locker lesen lässt, was durch den leicht verständlichen, aber nicht anspruchslosen Schreibstil zusätzlich gestützt wird. In den einzelnen Kapiteln erfährt der Leser nicht nur unmittelbar so einiges von den Personen, sondern liest stellenweise auch Auszüge aus den Protokollen verschiedener Zeugenbefragungen, die einiges an Abwechslung bieten.

Insgesamt ist "Glaube, Liebe, Mafia" für die schnelle Unterhaltung zwischendurch gut. Für einen humorvollen Roman mit zu wenigen lustigen Szenen bestückt, für einen richtigen Krimi nicht spannend genug, in einem lockeren Schreibstil, doch mit flachen Personen, bleibt nur zu sagen: Kann man lesen, muss man aber nicht.

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

liebe, familie, freundschaft, krokofantenküsse, sven ulrich

Krokofantenküsse

Sven Ulrich , ,
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.07.2013
ISBN 9783499258558
Genre: Humor

Rezension:

Während eines längeren Aufenthalts in Nicaragua schuf die mittlerweile 30 jährige Erzieherin Paula aus zwei kaputten Stofftieren ein neues - den Krokofanten. Für die Kinder spann sie ein Märchen um dieses seltsam gegensätzliche Wesen, das sie auch heute noch gerne in ihrem Kindergarten in Berlin-Pankow erzählt. Doch eines Tages trifft eine schockierende Nachricht ein: ihre Einrichtung, ihr ganzer Stolz, soll bereits in Kürze abgerissen werden. Wie kann sie das noch stoppen?

Lasse ist Fotograf und hat selbst nach vielen Jahren und zahlreichen unbedeutenden Einsätzen den Traum eines großen, alles verändernden Auftrags noch nicht aufgegeben. Doch dieser lang ersehnte Wunsch wird ausgerechnet dann erfüllt, als der völlig unerfahrene Lasse auf seinen zweijährigen Neffen Paul aufpassen muss. Wie soll er es nur schaffen, Arbeit und Kind unter einen Hut zu bekommen?

Sven Ulrich wagt sich mit "Krokofantenküsse" in einen Genremix vor, der sonst eher von weiblichen Kollegen bestückt wird - zum einen lustig, zum anderen auch stellenweise romantisch, ist es ein lockerer Unterhaltungsroman, der sich zum größten Teil, aber leider nicht durchweg, vom üblichen Kitsch abgrenzt.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Paulas und Lasses Sicht erzählt, wodurch der Leser stets zwei Blickwinkel auf das Geschehen präsentiert bekommt. Speziell im späteren Verlauf entpuppt sich dies als interessantes Stilmittel, durch das man direkt mitbekommt, was der eine über den anderen denkt und erzählt. Diese Perspektivenwechsel wurden meist sehr passend gewählt, was regelmäßig dazu führt, dass man gespannt ist, wie es beim anderen weitergeht.

Die Charaktere wurden nicht nur gut gezeichnet, sondern weisen auch fast alle sehr eigene, spannende Eigenschaften auf. Auffällig sind vor allem die Gegensätze zwischen den unterschiedlichen Personen. Die kinderliebe Öko-Paula und der unerfahrene Schnösel-Lasse, die ruhige Paula und ihre extrovertierte Freundin Wiebke, der sich in Arbeit stürzende Lasse und sein Familienpapi-Kumpel Macke ... Diese Unterschiede schaffen von Beginn an eine vielversprechende Vorlage, die im Laufe des Buches zumeist gut ausgebaut wird. Allerdings wird manchmal eine Person zu überspitzt dargestellt, der ein oder andere Nebencharakter ist überflüssig oder gar nervig, so manch ein Konflikt nicht nachvollziehbar und einige Dialoge zu gekünstelt. Insgesamt stört all das aufgrund der niedlichen Geschichte aber kaum.

Was dagegen durch seine Unglaubwürdigkeit den sonst sehr guten Eindruck trübt, ist die Entwicklung der beiden Hauptcharaktere. Natürlich ist die Geschichte sehr vorhersehbar und was wäre es nur für ein deprimierendes Buch, wenn es anders kommen würde - doch die Stärke oder vielmehr die Geschwindigkeit, in der all das passiert, scheint dann doch zu übertrieben und an so manch einer Stelle geradezu zum Augenrollen kitschig. (Stichwort Traumprinz)

Trotz dieser Kritik ist "Krokofantenküsse" aber ein angenehmes Buch für Zwischendurch, das einen wirklich guten Humor und zwei (mit dem kleinen Paul sogar drei) sehr liebenswerte Protagonisten aufweist.

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freundschaft, gehirntumor, wirtschaft, liste, jugendbuch

Alles dreht sich

Rosemarie Eichinger
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 22.02.2013
ISBN 9783551520494
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Etwas tun tut gut. Auch wenn es nicht viel ist. Nicht viel ist besser als nichts." (S.141)

Linda ist 15 Jahre alt und hat nur noch wenige Monate zu leben. Diagnose: Gehirntumor. Im Krankenhaus trifft sie auf den gleichaltrigen Max, der sich Mühe gibt, sie aus ihrer Schockstarre zu lösen. Er schlägt ihr vor, gemeinsam eine Liste mit all den Dingen anzufertigen, die sie im Leben noch erleben möchte. Doch schon bald rückt diese Idee in den Hintergrund und die beiden widmen sich zusammen mit Lindas bester Freundin Pia einem ganz anderen Projekt: Sie wollen die Welt verbessern, Menschen wachrütteln, auf Missstände aufmerksam machen und Spuren hinterlassen, damit etwas von ihnen auf der Welt erhalten bleibt.

"Wir können praktisch machen, was wir wollen. Konsequenzen scheren uns nicht."
"Wir erleben sie wahrscheinlich nicht.", sage ich.
"Du sagst es!"
"Aber..."
"Kein Aber! Max klingt böse. Ein Aber bringt dich nicht weiter. Ein Aber ist etwas für gesunde Menschen." (S.45/46)

Die Autorin legt in ihrem Debütroman das Hauptaugenmerk nicht auf die Krankheit, sondern auf die Tatsache, dass jeder etwas verändern kann - sowohl auf der Welt als auch im Denken der Mitmenschen. Nicht Lindas Tod soll im Vordergrund stehen, sondern ihr Leben. Hierbei kommt allerdings der Krebs zu kurz - all die Fragen, Zweifel und Ängste, die Linda beschäftigen müssten, werden in den Hintergrund gerückt und die Art, wie sie mit all dem umgeht, scheint wenig glaubwürdig.
Was würde eine Jugendliche machen, wenn sie wüsste, dass sie wahrscheinlich nur noch wenige Monate zu leben hat? Anstatt, dass Linda all das macht, was sie noch erleben möchte, widmet sie sich in ihrer kostbaren Zeit der Ungerechtigkeit in der Welt - dem Konsumwahn, den Billiglohnfabriken, der Kinderarbeit und der Tierquälerei - alles Themen, die sie bisher nie interessiert haben, über die sie sich erst einmal im Internet informieren muss. Sie kümmert sich um alles ein bisschen, aber um nichts so richtig und scheint auch kaum überzeugt von dem, was sie predigt.

Die drei Protagonisten Linda, Pia und Max sind sympathisch, wirken aber insgesamt unausgereift bis unglaubwürdig. So wird zwar eine psychische Krankheit eingeführt, aber kaum erläutert. Der Charakter handelt mal voller Angst und Zweifel (passend zur unklaren Diagnose), im nächsten Moment aber wieder vollkommen selbstbewusst. Es fällt schwer, sich die Jugendlichen wirklich vorzustellen und daher ist auch ein Mitfühlen kaum möglich.

Der Schreibstil ist für ein Jugendbuch sehr gelungen. Kurze, leicht verständliche Sätze sorgen für ein flüssiges Lesen. Verwirrend ist, dass die Perspektive ohne Kennzeichnung zwischen den drei Jugendlichen wechselt, teilweise auch innerhalb eines Kapitels. Oftmals ist zu Beginn nicht erkennbar, wer gerade erzählt, da vor allem die beiden Mädchen in ihrer Art zu Reden nicht sehr unterschiedlich sind. Darüber hinaus wurde die Geschichte durchgehend im Präsens geschrieben, was den Leser speziell bei Rückblenden durcheinander bringen kann.

Trotz einem überraschenden, schlüssigen Ende ist "Alles dreht sich" sowohl in Hinsicht auf den Verlauf der Geschichte als auch auf die Entwicklung der Charaktere recht oberflächlich und wirkt mit gerade mal 200 Seiten zu unausgereift. Für junge Leser könnte sich die Lektüre dennoch lohnen, da sie zum einen leicht unterhalten, zum anderen aber auch auf wichtige Umweltthemen aufmerksam gemacht werden.

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