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21 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 4 Rezensionen

zen, gegenwartsroman, altes handwerk, armut, naturerlebnis

Die Schulter des Riesen

Raffael Rauhenberg
E-Buch Text: 438 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 08.11.2017
ISBN B076B7FC9H
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: sozialjkritisch   (1)
 

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6 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

melancholie, depression

Der Wald unter deinen Worten

Franziska Hoffmann
E-Buch Text: 188 Seiten
Erschienen bei neobooks, 02.08.2017
ISBN 9783742779014
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags: depression, melancholie   (2)
 

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49 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

hamster, schule, kinderbuch, humor, kinder- und jugendbuch

Hamstersaurus Rex

Tom O'Donnell , Bettina Münch , Tim Miller
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 18.09.2017
ISBN 9783845819877
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Hamstersaurus Rex ist als erster Band einer Buchreihe ein "fettes Teil" (O-Ton des Kindes). Das ist wirklich viel Buch zum kleinen Einführungspreis! Ich lasse in diesem Fall bei der Rezension einen jugendlichen Leser zu Wort kommen, denn als Erwachsene hat mich die Story etwas unentschlossen zwischen drei und vier Sternen zurückgelassen.  Ich gehöre aber auch  altersmäßig nicht zur Zielgruppe, darum hier die Meinung eines 11-jährigen Lesers:

Es gibt viele Klassentiere, die man nie vergessen wird, aber keins kann es mit Hamstersaurus Rex aufnehmen. Denn das ist kein gewöhnlicher Hamster – sieht man am Namen. Er bricht sogar aus seinem Käfig aus und er steht einfach in der 6. Klasse. Wie er das wohl geschafft hat? Vielleicht hat er ja noch mehr geheimnisvolle Kräfte. Auf jeden Fall ist dieser Hamster etwas ganz Besonderes. Er besiegt sogar dein Schul-Fiesling als er gerade Hamstersaurus besten Freund Sam ärgert.

Danach flüchtet er und stopft Nahrungsgänzungsmittel in sich rein. So wird er dann zum Dino-Hamster. Doch Sam muss ihn aus der Schule bringen, weil Kiefer – auch Miefer genannt – Rache will. Er bringt ihn nach Hause, was zu großen Problemen führt. Die ersten Kapitel lassen einen wirklich direkt mitfiebern. Nachdem Sam seinen Spind in eine Dinolandschaft verwandelt hat und den kleinen Mister- oder Miss- Mucki-Wettbewerb gewann, muss er es erneut mit Miefer aufnehmen. Aber diesmal hilft ihm Hamstersaurus Rex und er wird sogar der beliebteste Junge der Schule – bis ihm etwas Peinliches passiert und Miefer wieder Jagd auf Hamstersaurus Rex macht, der eingesperrt ist. Ich finde es doof, dass er eingesperrt ist und nicht freikommt! Miefer will dann „Rachä“ – und dabei greift er zu merkwürdigen Mitteln. Schließlich soll seine Schlange Hamstersaurus fressen. Er schmuggelt sie heimlich in die Schule, und ob ihm sein Rache gelingt, will ich hier noch nicht verraten.

Wie ich das Buch fand


Gut fand ich die große Schrift und die witzigen Zeichnungen.  Obwohl es dick ist, kann man es schnell durchlesen. Mir hat die Geschichte gut gefallen, weil sie ziemlich abgedreht ist, aber manchmal war es alles ein bisschen zu verrückt. (D., 11 Jahre)



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Tags: hamster, jugendbuch, skurril, superheld   (4)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

frauenpower, krimi, humor& satire

Wütende Damen

Kornflint Maria
E-Buch Text: 227 Seiten
Erschienen bei neobooks, 03.01.2017
ISBN 9783738098617
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gebeutelt sind sie allesamt auf ihre Weise: die dralle Schuschanna (Susi), die gestresste Alex, aber im Grunde auch sämtliche Weibs- und Mannsbilder um sie herum, gefangen in bornierter Beschränktheit, Bosheit, Selbstgefälligkeit, Überheblichkeit, Duldsamkeit und Begehrlichkeit.

Kein oberflächlich harmlos skurriler Krimi, sondern eine bissige Gesellschaftsstudie mit großartig verwobenen Handlungssträngen, die bis zum Ende spannend bleiben. Inmitten der teils makabren, teils grandios bösen Entwicklungen habe ich in Kapitel 36 mein Lieblingskapitel gefunden, ein kurzes Kapitel das beginnt mit: "Wie es einen zog und drängte am unsichtbaren Band ..." Hier lässt die Autorin in der Gedankenwelt eines der Protagonisten Zartheit und eine gewisse - wenn auch triebgesteuerte - Komplexität zu. Auch im Hinblick auf die weiteren Entwicklungen ist es in all seiner Kürze ein ebenso überraschendes wie wegweisendes Kapitel.

Mein Fazit:

Intelligente Unterhaltung, kein Krimi-Fast-Food, sondern ein mehrgängiges Moritaten-Festmenü, das im Nachgang ein bisschen Verdauungsarbeit erfordert.


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Tags: frauenpower, humor& satire, krimi   (3)
 

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

verrat, liebe, trauer, missbrauch, hass

Verrat

Jessica Schulte am Hülse
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Blessing, 18.09.2017
ISBN 9783896675941
Genre: Romane

Rezension:

Zum Inhalt

Liebesgeschichten sind es nicht, die Autorin Jessica Schulte am Hülse für ihr Buch „Verrat – Sieben Verbrechen an der Liebe“ recherchiert hat, sondern die Geschichten geben Einblicke in zutiefst kranke Beziehungsmuster.

Da ist das Paar, das ein nach außen hin „Vorbildliches Doppelleben“ führt und sich von Anfang an selbst ebenso wie den Partner belügt. Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung trifft hier auf fruchtbaren Boden. In „Herztaktlos“ wirken die bereits in der Kindheit beschädigten Persönlichkeiten aller Beteiligten gegenseitig aufeinander ein. Auch in „Kuckucksvater“ finden „Opfer“ und „Täter“ einander instinktiv, ziehen sich an. Etwas anders ist das Muster in der Geschichte „Bei Trennung Mord“, in der eine muslimische Frau in die Jungfrau-Falle des väterlichen Freundes tappt, den sie seit ihrer Kindheit kennt und dem sie vertraut. In „Flucht“ hat der Missbrauch durch den Vater Spätfolgen, in „Die Andere“ bindet eine dominante Frau einen schwachen Mann an sich, sehnt sich aber eigentlich nach einem starken Partner auf Augenhöhe. Dass auch er Sehnsüchte hat, stellt sich erst Jahrzehnte später heraus. „Kopfurlaub“ zeigt erneut das Täter-Opfer-Schema, hier allerdings mit Vorsatz, eine Persönlichkeit zu brechen.

Meine Gedanken zum Buch

Die Verbrechen an der Liebe sind für mich in allen Geschichten Verbrechen an dem, was Liebe eigentlich im Kern ausmachen sollte. Die Autorin hat für dieses Buch aus persönlichen Motiven recherchiert und schildert alle „Fälle“ eher sachlich, nüchtern, klar. Sie lässt damit Raum für eigene Interpretationen.

Mir kam spontan beim Lesen der Geschichten der Song von Liza Flume in den Sinn. In „What We Called Love“ heißt es:

I gave you everything I had,
But it wasn't enough,
I wasn't enough some how.
I gave you my heart,
But you wanted more from me,
So you took bit by bit,
So I couldn't see.
So many games were played,
And I'm still amazed,
That you made me doubt,
Everything I believe
[…] It makes me feel ashamed,
When I think about all the games,
And how you'd always be,
One step ahead of me.

Fazit: Empfehlenswert!

Das Buch, das ich im Rahmen einer Leserunde lesen durfte, hat mir auch sprachlich hervorragend gefallen und ist sehr ansprechend gestaltet. Ich persönlich hätte als potenzielle Käuferin anstelle des Hardcovers eine etwas preiswertere Taschenbuchausgabe für das Thema passender gefunden, aber das liegt natürlich im Ermessen des Verlags.

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Tags: liebe, verrat, wahre geschichten   (3)
 

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1 Bibliothek, 1 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

muslim, liebe, flüchtling, fortsetzung, für immer sein mond

~ Ein Morgen wie Jasmin ~: Die Fortsetzung von "Für immer sein Mond"

Marie Enters
E-Buch Text
Erschienen bei neobooks, 02.01.2018
ISBN 9783742774828
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags: flüchtling, fortsetzung, für immer sein mond, liebe, muslim   (5)
 

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

damaskus, hochzeit, geschichten, rafik schami, deutschland

Die Sehnsucht der Schwalbe

Rafik Schami , Root Leeb
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.07.2007
ISBN 9783423210027
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: damaskus, rafik schami, syrer   (3)
 

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35 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

deutschland, türkei, familie, sehnsucht, fremde;

Heimstraße 52

Selim Özdogan
Fester Einband: 302 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 28.02.2011
ISBN 9783351033378
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

türkei, dorf, familie, tradition, gül

Die Tochter des Schmieds

Selim Özdogan
Flexibler Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 28.02.2011
ISBN 9783746627342
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

türkei, familie, sehnsucht, heimat, gastarbeiterin

Wo noch Licht brennt

Selim Özdogan
Fester Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 19.09.2017
ISBN 9783709972991
Genre: Romane

Rezension:

Zum Inhalt:

Selim Özdogan erzählt in dem Roman „Wo noch Licht brennt“ die Geschichte der Türkin Gül, beginnend in ihren mittleren Lebensjahren bis ins Alter. Die wichtigsten Ereignisse aus dem Leben der jüngeren Gül sind präsent, sodass Leser*innen zum Verständnis die ersten beiden Bände der Trilogie um Gül nicht kennen müssen. In diesem dritten Teil stellt sich Gül ihrem Mann Fuat und auch ihrer Tochter Ceyda zuliebe erneut dem Leben in Deutschland. Es ist der zweite Versuch, in der Fremde heimisch zu werden. Der erste scheiterte vor Jahren, Gül kehrte in die Türkei zurück. Doch Gül und Fuat haben sich entfremdet, Gül findet heraus, dass er eine Affäre mit einer deutschen Frau hatte. Sie behält das Wissen für sich, aus Trauer und Verzweiflung entstehen in ihr neue, kämpferische Gefühle – sie will bleiben. Zu dieser Entscheidung steht sie gegen alle inneren und äußeren Widerstände, und der Autor lässt die Leser*innen teilhaben am Fluss ihres Lebens – betrachtend, zurückschauend und ganz nah an Gül und ihrem Denken und Tun.

Warum mich diese Geschichte so bewegt hat:

Ich kenne wenige Bücher, in denen dem Inneren so viel Raum gegeben wird. So eine Ruhe und Kraft in der Sprache, kein hastiges Abhaken von Charakteren, keine aufgesetzte Dramaturgie. Was mir an der Erzählweise so gefällt, ist, dass die Jahre zwischen den Seiten einfach so vergehen, wie im Leben. Denn wenn man mit Abstand auf die Jahre zurückschaut, ist alles ein Fluss, hier ein Erzählfluss, eine Lebensbetrachtung in Gegenwartsform. Jahre werden übersprungen, aber das ist ja auch in der eigenen Erinnerung so, was bleibt, sind einzelne Inseln im Zeitenfluss. Immer wieder geht es um die wichtigen Fragen des Lebens, um die Bedeutung der Familie, immer wieder um Entscheidungen oder auch verpasste Chancen. Selbst wenn man wie ich mit Gottvertrauen nicht viel anzufangen weiß, erschließt sich Güls Stärke, die in einem festen Glauben verankert ist, wobei der Autor hier keine Vorgaben bezüglich der Religion macht. Für mich war Gül ganz klar eine tiefgläubige Muslima, nachdem sie noch in größter Not Gott dankte und nach Schuld für Krankheit und Tod suchte. Für mich trägt sie auch aus diesem Grund ein Kopftuch – aber das alles steht nirgendwo und kann auch völlig anders interpretiert werden. Eine weitere Besonderheit der Erzählweise ist das Fehlen jeglicher Zeitangaben. Nur aus dem Kontext lässt sich das jeweilige Jahr mehr oder weniger genau erschließen, wie beispielsweise aus dem Mauerfall, dem teuren Telefonieren von Telefonzellen ins Ausland, durch die Währung Deutsche Mark und Euro, durch die ersten Handys, durch das Internet. Gül kommt zuletzt im digitalen Zeitalter an und findet Gefallen an den Möglichkeiten der sozialen Medien.

Meine Empfehlung: 

Dieses Buch ist keine leichte Kost, es erfordert Konzentration und die Bereitschaft, sich auf die besondere Erzählweise einzulassen. Beides lohnt sich, denn allein die Mischung aus Sachlichkeit und trotzdem emotionaler Sprache mit poetischen Bildern ist einzigartig und erzeugt eine besondere Stimmung. Für mich war es eine echte Entdeckung in diesem Jahr – unfassbar, dass ich Autor und Werk noch nicht kannte. Weil ich mehr über Güls Kindheit und Jugend in Anatolien, über Fuat und die familiären Entwicklungen erfahren möchte, werde ich im Anschluss Band 1 „Die Tochter des Schmieds“ und Band 2 „Heimstraße 32“ lesen.

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Tags: heimat, integration, kulturen, türkei   (4)
 

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185 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

thriller, familiendrama, amoklauf, karin slaughter, usa

Die gute Tochter

Karin Slaughter , Fred Kinzel , Silvia Kuttny-Walser
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.08.2017
ISBN 9783959671101
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Die gute Tochter“ beginnt mit einer Rückblende ins Jahr 1989 – zu dem Tag, an dem die Weichen für ein Familiendrama gestellt werden. Das Verbrechen selbst ist schrecklich und es zeichnet sich schnell ab, dass es das weitere Leben der Schwestern, die den Mord an ihrer Mutter mit ansehen mussten und selbst ebenfalls Opfer brutaler Gewalt wurden, überschattet und beschädigt. 28  Jahre später zeigt sich das Ausmaß der Familientragödie, nachdem die jüngere Schwester Zeugin einer Bluttat an ihrer früheren Schule wird.

 Persönliche Meinung

Slaughters Schreibstil ist ausgereift, ich war angenehm überrascht, wie komplex sie die familiären Verhältnisse, Charaktere und Lebenswege von Charlie, ihrer älteren Schwester Sam, Mutter Gemma, und Vater Rusty zeichnet. Die großen Fragen nach dem einleitenden Kapitel sind: Wohin wird Karin Slaughter die Geschichte 28 Jahre später führen? Hängen die Morde in der Schule, deren Zeugin Charlie nach einem One-Night-Stand wird, in irgendeiner Weise mit dem zusammen, was der Familie angetan wurde?

Ohne zu viel vorwegzunehmen, löst sich am Ende alles schlüssig auf und die Puzzleteile ergeben ein solides Ganzes. Mein Grundproblem mit dem Buch war, dass es viel Potenzial hat, aber keinen echten Fokus auf die inneren Entwicklungen legt, sondern sich aufreibt in der Anstrengung, die Fäden zusammenzuführen, um am Ende eben den Gesamtzusammenhang zu präsentieren. Stilmittel sind Rückblenden, Tätersuche im aktuellen Fall, Familiengeschichte, Lebensentwürfe der Schwestern und Einblicke in die Psyche. Die Verquickung mit der Schießerei in der Schule, dem Tathergang, die übliche Täter-Opfersuche – die zweite Spannungsebene also sozusagen – hat mich nicht erreicht, während die Charakterstudien und Perspektivwechsel mir gut gefallen haben. Insgesamt wirkte der Plot auf mich zunehmend so konstruiert, dass ich mich durch die Kapitel kämpfen musste.

In einer letzten, sehr gelungenen Rückblende wird klar, was in Wahrheit damals geschehen ist und warum Charlie das, was ihr angetan wurde, über Jahrzehnte verdrängt hat. Die Auflösung des großen Ganzen ist überraschend, aber in sich logisch – und wirkt am Reißbrett entworfen.

Ich möchte aber fair sein und vergebe trotzdem vier Sterne, auch wenn ich persönlich nur drei sehe. Aber ich glaube, dass meine Sichtweise nicht unbedingt der objektive Maßstab ist. Die vielen 5-Sterne Bewertungen lassen erkennen, dass "Die gute Tochter" überwiegend gut ankommt. Und auch ich finde, die Story ist handwerklich top, sprachlich gibt es nichts auszusetzen – und so passten letztlich einfach meine subjektive Erwartungshaltung und das Buch nicht so ganz zusammen.

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Tags: familiendrama, thriller   (2)
 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

kindheit, kinderstar, talent, michael jackson, künsler

Über Michael Jackson

Margo Jefferson , Frank Wegner
Flexibler Einband: 171 Seiten
Erschienen bei bloomsbury taschenbuch, 16.07.2008
ISBN 9783833305597
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags: biografie, margo jefferson, michael jackson   (3)
 

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297 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 103 Rezensionen

okapi, tod, westerwald, liebe, dorf

Was man von hier aus sehen kann

Mariana Leky
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 08.12.2017
ISBN 9783832198398
Genre: Romane

Rezension:

Die Charaktere könnten absonderlicher nicht sein: die verstockte Luise, der gewichthebende Martin, die von Okapis träumende Selma, der stimmenhörende Optiker, dessen Name nur einmal erwähnt wird, die sich nicht trennen könnende Astrid, der ewig reisende Vater, die abergläubische und betrogene Elsbeth, der um sich schießende Palm, der durchs Unterholz brechende buddhistische Frederik, die depressive Marlies und die vielen anderen Menschen, zu deren Lebenswelt Autorin Mariana Leky in ihrem Buch „Was man von hier aus sehen kann“ Seite um Seite öffnet.

Selma sieht aus wie Rudi Carrell, ausnahmslos alle Charaktere haben eine mehr oder minder große Macke – das könnte ein albernes Buch sein, ein absurdes, schlimmstenfalls auch ein äußerst bemühtes. Stattdessen ist es eine herzerwärmend generationenverbindende Familien- und Dorfgeschichte über das Leben, das Selbstverständnis der Liebe und über Familienbande, die nicht unbedingt der Blutsverwandtschaft bedürfen.

An ganz wenigen Stellen hatte ich das Gefühl, aus meiner folgerichtigen Akzeptanz aller noch so verrückten Ereignisse herauszudriften, dachte, dass die Autorin hier eine Nuance überzogen hat. Das waren aber flüchtige Gedanken, schon nach wenigen Zeilen war der Zauber wiederhergestellt und diese Sekunden sind total vernachlässigbar angesichts der Perfektion des Ganzen.

Wie stark mich ein Buch „gepackt“ hat, erkenne ich spätestens dann, wenn ich es zuklappe. Ich bin selten fähig, mir Namen über das Lesen hinaus einzuprägen, sie entfallen mir oft schon in dem Moment, in dem ich ein Buch beende und ein neues beginne. Berührt mich eine Geschichte kaum, füllen sich die Namen auch nicht mit Leben, die Figuren bleiben blass, und wenn ein Buch mir ganz wenig gefällt, vergesse ich die Namen noch nicht mal, sondern merke sie mir gar nicht erst.

Hier ist es ganz anders, ob Haupt- oder Nebenfigur, sie alle sind mitsamt Namen präsent und leuchten!

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Tags: leben, leky, tod   (3)
 

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877 Bibliotheken, 12 Leser, 4 Gruppen, 105 Rezensionen

entführung, raum, gefangenschaft, vergewaltigung, emma donoghue

Raum

Emma Donoghue , Armin Gontermann
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.11.2012
ISBN 9783492301299
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

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19 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

sklaverei, zuckerrohrplantage, kinder, familie, peitsche

Zwölf Jahre ein Sklave

Solomon Northup , Juergen Beck
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Jazzybee Verlag, 10.01.2015
ISBN 9783849699376
Genre: Sachbücher

Rezension:  
Tags: autobiografie, sklaverei, verfilmung   (3)
 

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122 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

internat, gewalt, jugend, misshandlung, jan guillou

Evil - Das Böse

Jan Guillou , Gabriele Haefs
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.03.2007
ISBN 9783423623018
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Der Inhalt sei hier nur knapp umrissen, denn keine Kurzbeschreibung kann diesem Buch gerecht werden. Erik ist seit frühester Kindheit einem sadistischen, gewalttätigen und völlig durchgeknallten Vater ausgeliefert. Die Mutter hört nichts, sieht nichts, tut nichts dagegen, der jüngere Bruder bleibt unbehelligt, weil einzig Erik seinem Vater als "Lust"objekt dient. Schlagen, Schmerzen zufügen, Erniedrigen - das ist das, was dem Vater Freude bereitet.

Erik studiert das Verhalten seines Vaters, wird Meister im Ertragen, später auch im Zufügen von Schmerzen. Denn auch im außerfamiliären Bereich gibt es für ihn keine gewaltfreie Zone. Als Jugendlicher wird er der Schule verwiesen und erfährt zum ersten Mal in seinem Leben Unterstützung durch die Mutter, die es arrangiert, dass ihre Ersparnisse ihm die Aufnahme in ein Internat ermöglichen.

Erik, der eine Befreiung darin sieht, ein Geschenk und die Chance, Jahre ohne Gewalt zu verbringen, erkennt schnell, dass dies ein Trugschluss war und dass er, um seinen Schulabschluss zu machen, das interne "totalitäre" Schülerregime erdulden muss.

Die Art und Weise, wie es ihm gelingt, die Schuljahre zu überstehen, seine Intelligenz, seine Charakterstärke ist faszinierend und beängstigend zugleich.

Dieses Jugendbuch hat mich getroffen wie ein perfekt platzierter Faustschlag. Nach zwei Seiten war ich für Stunden k.o, musste das Buch aus der Hand legen. - unfähig, zu verdrängen, was ich soeben gelesen hatte.  Aber Erik, die jugendliche Hauptfigur, blieb so für mich in seiner persönlichen Hölle gefangen. Fast eine Woche lang traute ich mich nicht, weiterzulesen. Einerseits wollte ich unbedingt wissen, wie es ausging, wollte Erik begleiten auf seinem Weg - andererseits hatte ich Angst vor dem, was noch geschehen würde. Fast wie im richtigen Leben - lieber die Augen verschließen, nicht hinschauen, die Gewalt ausblenden, verschont bleiben, nichts mitbekommen.

Als ich mich dann endlich darauf einließ, war der Sog immer noch da - ich versuchte, aber innerlich so weit Abstand zu wahren, wie es nötig war, um bis zum Schluss durchzuhalten.

Ein herausragendes Buch, auch und ganz besonders für erwachsene Leser/innen

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Tags: erwachsen werden, häusliche gewalt, jugendbuch   (3)
 

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53 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

märchen, 1001 nacht, orientalisch, klassiker, erwachsene

Tausendundeine Nacht

Muhsin Mahdi , Claudia Ott
Fester Einband: 697 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 10.11.2011
ISBN 9783406516801
Genre: Sonstiges

Rezension:

282 Märchen beinhaltet der ohne Anhang 636 Seiten umfassende Schmöker, 282 Geschichten erzählt Schahrasad (Scheherazade), die persische Prinzessin, mit Unterstützung ihrer Schwester Dinharazade ihrem Gemahl König Schahrayâr, der keiner Frau mehr vertrauen kann und deswegen seine Bräute nach nur einer Nacht umzubringen pflegt. Doch der klugen Schahrasad gelingt es in diesen Nächten mithilfe ihrer Erzählkunst, den König von ihrer Treue zu überzeugen und so ihr Leben zu behalten.

Nicht das Märchenbuch für Kinder, das die Europäer im Laufe der Jahrhunderte daraus gemacht haben, sondern dicht am Original mit all seiner Grobheit und Erotik ist diese Ausgabe der wohl berühmtesten orientalischen Märchensammlung. Als Vorlage dienten alte persisch-arabische Handschriften, die als Urfassung gelten. 25 Jahre verbrachte der Arabist und Islamwissenschaftler Muhsin Mahdi damit, diese sogenannten Galland-Handschriften zusammenzutragen und zu kommentieren. Die so entstandene dreibändige Edition hat Claudia Ott (Promotion im Fach Arabistik) wunderbar literarisch in Deutsche übersetzt.


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Tags: 1001 nacht, erwachsene, märchen, schahrasad, scheherazade   (5)
 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

familiennachzug, flüchtling, wahre begebenheit

Wir sehen alle denselben Mond

Biggi Mestmäcker , Yaman Naal, Hazem Hadidi, Zachary Mustafa , Nadine Reitz
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei tredition, 09.06.2017
ISBN 9783743927889
Genre: Romane

Rezension:

Autorin Biggi Mestmäcker ist so etwas wie eine Glücksfee – was sie geschafft hat, können besonders gut diejenigen ermessen, die sich ebenfalls für Geflüchtete einsetzen. Man fühlt sich mitunter wie Sisyphos, hinter jedem fortgeräumten Stein liegt schon gleich der nächste, und es nimmt kein Ende.

Aber verzagen, das kam für Biggi nicht infrage, das war einfach keine Option. In ihrem Buch „Wir sehen alle denselben Mond“ schildert sie detailliert, welche Steinberge sich hinter dem so positiv klingenden Begriff „Familienzusammenführung“ auftürmen. Hätte sie nicht gekämpft wie eine Löwin und wäre nicht zudem auch das Glück auf ihrer Seite gewesen – und auf der Seite des nach Deutschland geflüchteten Syrers Elias und seiner mit Sohn Joni in Damaskus zurückgebliebenen Ehefrau Mari – nicht auszudenken, was dann jetzt wäre. Die Schwalmtalerin hat es geschafft, die Familie zusammenzubringen, und was alle Beteiligten dabei erlebten, ist so unfassbar, dass es oftmals regelrechte Schmerzen bereitet, weiterzulesen.

Besonders absurd übrigens auch angesichts der rechtspopulistischen Hetze, die suggeriert, dass unser Land bald überrollt wird von Millionen nachgeholter Großfamilien. Jedem, den diese Angst plagt, empfehle ich die Lektüre dieses Buches – er wird danach wieder gut schlafen können in der Gewissheit, dass eine schnelle Familienzusammenführung de facto mit einem Sechser im Lotto plus Zusatzzahl vergleichbar ist. Allen denen aber, die einfach nur ein mitfühlendes Herz am rechten Fleck haben, macht die Autorin Hoffnung. Und denen, die verantwortlich sind für die Widrigkeiten der sogenannten „Flüchtlingspolitik“ hält sie den Spiegel vor. Es dürfte nicht angenehm sein, sich darin zu sehen.  

Dieses Buch ist aus einem weiteren Grund besonders: Mit deutsch-arabisch vereinten Kräften ist es Biggi Mestmäcker gelungen, den Bericht auch ins Arabische übersetzen zu lassen. Das ist fantastisch und es passt so gut zum Grundgedanken dieses Buches, dass es auch die Menschen lesen können, um die es hier geht, die aus ihrer Heimat Geflüchteten, die anders als Biggis syrische Freunde oft immer noch auf ihr Happy End warten.

Mabruk – Glückwunsch und Shukran –Danke für alles! Klare 5-Sterne-Empfehlung für das Buch „Wir sehen alle denselben Mond“!

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Tags: familiennachzug, flüchtling, wahre begebenheit   (3)
 

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

einschlafen, kunstvoll, bilderbuch

Schlaf wie ein Tiger

Mary Logue , Gundula Müller-Wallraf , Pamela Zagarenski
Fester Einband: 40 Seiten
Erschienen bei Knesebeck, 20.02.2014
ISBN 9783868736830
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Schlaf wie ein Tiger ist ein außergewöhnlich schönes, märchenhaftes Gute-Nacht-Bilderbuch, das ganz im Ton aller Märchen mit "Es war einmal" beginnt.

Ein schlafloses Mädchen, eine Königstochter, findet nicht in den Schlaf. Doch die Eltern drängen es überhaupt nicht zum Schlafen, sie gehen ganz entspannt mit dem Thema um. Denn der Schlaf kommt
nicht immer sofort, manchmal braucht es seine Zeit, zur Ruhe zu finden. Aber wenn man doch eigentlich schon ein bisschen müde ist, kann man es sich ja trotzdem schon mal gemütlich machen und sich vorstellen, wie wohl die Tiere schlafen -  und wo. Und warum müssen eigentlich alle schlafen, sogar die starken Tiger?

Ganz ruhig und leicht nimmt sich die Autorin des Themas Schlaf an, und zusammen mit den zauberhaften Illustrationen ist so ein zeitloses Märchen zur guten Nacht entstanden.

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Tags: bilderbuch, einschlafen, kunstvoll   (3)
 

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169 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

krimi, dublin, rezession, irland, familientragödie

Schattenstill

Tana French , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Flexibler Einband: 768 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 26.09.2013
ISBN 9783596188826
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Detective Mike Kennedy ermittelt in einer heruntergekommenen Siedlung bei Dublin, wo sich ein Familiendrama zugetragen hat. Zwei Kinder tot,  Vater tot, Mutter schwerst verletzt. Wer wollte die junge Familie auslöschen - in ihren eigenen vier Wänden?


Viele Ungereimtheiten, Stochern im Nebel: War es Mord, war es ein erweiterter Suizid?  Kennedy und sein Partner Richie tun sich schwer, nichts passt in diesem Fall zusammen. Tana French spinnt in gewohnter Manier, sprachlich ausgefeilt und in aller Ruhe, die Handlungsfäden. Die Charaktere und das seelische Leid, das zutage tritt, sind stets wichtiger als das Verbrechen selbst. Anders als in  Metzel-Krimis, wo es möglichst bestialisch und blutrünstig zugeht, lässt sie sich Zeit, um die Welt zu erschaffen, in der ihre Protagonisten leben - und sterben. In diesem Fall wird deutlich, dass es Gründe gibt, am Leben zu verzweifeln und womöglich den Tod vorzuziehen. Tana French zu lesen hat für mich etwas fast Meditatives, Melancholisches. Wer jedoch einen actionreichen Pageturner erwartet, wird enttäuscht.

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Tags: charakterstudie, crime thriller psycho, krimi   (3)
 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

arabische literatur, arabische lyrik
Rezension:

Für westliche Leser*innen ohne Kenntnisse der arabischen Sprache bietet die Auswahl der Übersetzungen eine der wenigen Möglichkeiten, sich in das Werk Qabbanis zu vertiefen. Qabbani liebt die Liebe, er liebt die Sprache, er liebt seine Heimat Syrien und er liebt die Frauen - ihre Schönheit und Weiblichkeit. Mit viel Gefühl wurden die Gedichte ins Englische übersetzt und machen einfach süchtig. Eine beglückende, wunderbare Gedichtsammlung!

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46 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

provence, schulden, aix-en-provence, roman, liebe

Willkommen in der Provence

Brigitte Guggisberg
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Diana, 13.06.2017
ISBN 9783453359512
Genre: Liebesromane

Rezension:

Was tun, wenn dir in der Mitte deines Lebens der Mann abhandenkommt und mit ihm dein angenehm dahinplätscherndes Leben in Aix-en-Provence als gutsituierte proseccotrinkende Ehefrau?

Genau das widerfährt Vivianne, deren Mann Victor nach 25-jähriger Ehe eines Abends nicht mehr nach Hause kommt. Als sei die Schmach des Verlassenwerdens nicht schon genug, ist nicht nur das Bankkonto leer, sondern auch ein Berg Schulden angehäuft. Adieu Hermès, adieu Luxusprobleme – jetzt geht es für Vivianne ums nackte Überleben. Und obendrein ums Aufrechterhalten der Fassade, denn zuzugeben, dass ihr Mann verschwunden ist, ist nicht so Viviannes Stil. Stattdessen erfindet sie eine krankheitsbedingte  Abwesenheit und richtet mithilfe ihrer Freundinnen in ihrem hübschen großen Haus Ferienzimmer ein, die sie als "La vie en rose chez Madame Vivianne" übers Internet vermietet.

Das Leben als Gastgeberin könnte sogar ganz nett sein, wären da nicht die Gäste! Doch Vivianne meistert fast alles mit Bravour – und mit Prosecco. Es bahnt sich nach einer Begegnung auf dem Wochenmarkt sogar mit Félix eine neue Beziehung an. Umso ungelegener, dass nach etlichen Monaten genau an Weihnachten Victor zurückkehrt, der für seine Auszeit jede Menge Erklärungen, aber keine Entschuldigung hat. Jetzt heißt es, eine Entscheidung zu treffen – oder doch nicht?

Für mich lagen die Stärken des in vier Teile angelegten Buches eindeutig in der ersten Hälfte, die temporeich und mit lockerer Hand wunderbar amüsant geschrieben ist. Es gab etliche Szenen, bei denen ich laut gelacht habe, weil die Ich-Erzählerin Vivianne so einen herrlich trockenen Humor hat. Autorin Brigitte Guggisberg hat mich in den ersten beiden Teilen richtig mitgerissen. Im dritten und vor allem im vierten Teil verliert die Story etwas an Schwung. Hier finde ich auch die Entwicklungen nicht ganz nachvollziehbar und Charaktere wie Handlungen mitunter konstruiert. Die Krisen der Freundinnen, um die es im vierten Teil zunehmend geht, haben mich seltsam unberührt gelassen, außer zu Dodo habe ich zu keiner eine „Bindung“ als Leserin aufbauen können.

Dass es aber zum Schluss hin weniger locker-flockig zur Sache geht, werte ich nicht nur als Kritik. Ich finde es im Gegenteil sogar positiv, denn die Protagonistin gewinnt an Charaktertiefe. Die Entscheidung, wie es nun weitergehen soll mit ihr, Victor, Félix und überhaupt allem, trifft sie aus dem Bauch heraus, in dem sicher noch das eine oder andere Gläschen Prosecco gluckert. Den war ich am Ende übrigens ein bisschen leid. Der ständige Prosecco-Konsum als Running Gag war eine unnötig übertriebene Klischeebedienung, die mich vor allem deswegen leicht nervte, weil es der Autorin davon abgesehen super gelungen ist, einen total netten, empfehlenswerten Frauenroman mit Herz und Sprachverstand zu schreiben.

Diese Erwartung hatte ich an das Buch bereits nach der Leseprobe, die mich zur Bewerbung für die Leserunde bewog – und ich wurde nicht enttäuscht. Vielen Dank an den Diana Verlag und Autorin Brigitte Guggisberg für das Freiexemplar und das Lesevergnügen.

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Tags: ferienlektüre, frauenroman, provence   (3)
 

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

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Die verborgene Schönheit der Sterne

Karen Hilgarth
E-Buch Text: 305 Seiten
Erschienen bei Pro-Talk Verlag, 15.06.2017
ISBN 9783939990413
Genre: Romane

Rezension:

Karen Hilgarths „Die verborgene Schönheit der Sterne“ ist nur vordergründig ein Liebesroman. Zwar ist Liebe ein zentrales Thema, aber sie beschreitet hier Wege weit abseits aller ausgetretenen Klischeehaftigkeit.

Leonhard – Martina – Jarek 

Martina und Leonhard, ein gut situiertes verheiratetes Paar, kinderlos, er etliche Jahre älter als sie und als Wissenschaftler eine Koryphäe in seinem Fachgebiet Physik, sie Sozialarbeiterin, lieben sich. Es ist eine eingespielte, verlässliche, Sicherheit bietende Beziehung, die durch zwei voneinander unabhängige Ereignisse Schaden nimmt.

Zum einen eine Zufallsbegegnung: Martina lernt Jarek kennen, einen Mann in ihrem Alter, sympathisch, offen –und katholischer Priester. Zum anderen erfährt Leonhard, dass er unheilbar krank ist – und verschweigt diese äußerst bösartige Erkrankung zunächst, weil er sie selbst nicht wahrhaben will. Leonhard ist rational durch und durch: „Der für die Tätigkeit gewählte Standort war maßgeblich – wenn man Brötchen verkaufen wollte ebenso, wie wenn man als Tumor einem lebenden Wesen zum Tode verhelfen wollte.“

So nimmt das Verhängnis seinen Lauf, eine Dreieckskonstellation, in der jeder Regisseur und Darsteller zugleich ist. Haben die Lebenswege sich zufällig oder schicksalhaft gekreuzt? Bedingt sich nicht alles im Universum gegenseitig, hängt voneinander ab und nimmt Einfluss?

Mike – Jenny

Während Leonhards Krankheit voranschreitet und Martina und Jarek sich auf eine Weise zueinander hingezogen fühlen, die beide mit ihrem Gewissen kaum vereinbaren können, lernen die Leser_innen auch Mike und Jenny kennen, für die sich alles auf wundersame Weise zum Positiven fügt. Mike ist einer von Martinas Schützlingen, dem sie als Sozialarbeiterin beistand: alkoholabhängig und perspektivlos auf der Straße lebend, bis eine Zufallsbegegnung ihn anspornt, sich den Weg aus der Gosse zu bahnen.  Er verliebt sich, aber: „Alles im Leben war so anstrengend, wenn man damit begann: Die Geburt war anstrengend, die Schule war anstrengend und auch das Verliebtsein, überlegte Mike.“

Gibt es eine Philosophie der Wissenschaft, haben Gefühle und Schuld eine Gesetzmäßigkeit?

Für mich ist dieses Buch inhaltlich und sprachlich eine echte Entdeckung. Viele Stellen habe ich mehrmals gelesen förmlich aufgesogen, wegen solcher Sätze wie:

„Was aber wäre, wenn diese Gesetzmäßigkeiten nicht nur auf die Forschungsobjekte der Physik zuträfen, sondern im übertragenen Sinne auch auf die der Gefühle und die von ihnen motivierten Handlungen lebendiger Wesen? Oder ist es nicht vielleicht seit Urzeiten so und wir haben es nur noch nicht bemerkt?“ 

 „Wann immer wir Anziehung spüren, kann sich unsere Position verändern. Und manchmal mag es uns so vorkommen, als ginge es uns wie den Himmelskörpern und wir müssten dem Naturgesetz der Gravitation Folge leisten, auch wenn wir uns vor dem Sog, in den wir dadurch geraten, fürchten.“ 

 „Es klingt wie eine Ausrede, ich weiß, aber zumindest ist es ein Teil der Wahrheit, meiner Wahrheit.  Seitdem bin ich nicht mehr sicher, ob zur Schuld die Absicht gehört wie ein großer Bruder.“

„Es war wie beim Schachspiel: Die Ausgangssituation war Makulatur, die Kampfpositionen wurden so rasch wie möglich bezogen. Überflüssiges, das nur im Weg war, wenn es galt, zum Kern des Spiels vorzudringen, wurde rasch geopfert; die Bauern waren schnell aus dem Spiel. Es galt, den Gegner aus der Reserve zu locken, indem man Angebote machte, auf die nicht einzugehen, ihm schwerfallen würde. In der Versuchung war die Finte bereits angelegt.“ 

 „Das Leben klopft an die Tür und lässt sich nicht wegschicken. Man ist besser beraten, es hineinzubitten in die traute Zweisamkeit und zu fragen, womit man dienen kann.“

„Die Zeit eines Menschenlebens kennt nur eine Richtung: vorwärts. Sie scheint weder raffiniert physikalisch gekrümmt zu sein noch sonst wie etwas Anderes zu sein als ein gerader Zahlenstrahl mit einem uns zu Lebzeiten unbekannten Endwert. Aber die Erinnerung ist der eingebaute Rückwärtsgang in diesem System. Hier dürfen wir und die uns Nahestehenden alles: In Endlos-was-wäre-wenn-Schleifen gehen, verändern und – vor allem – bewahren.“

Fazit:

Das Buch „Die verborgene Schönheit der Sterne“ hat mich im Innersten berührt. Es braucht volle Aufmerksamkeit, es ist fordernd, aber nicht anstrengend. Es ist mutig, klug, leidenschaftlich, direkt. Eine Liebesgeschichte mit so viel Tiefgang, dass ich es eher als einen philosophischen Wissenschaftsroman bezeichnen würde, der den Finger in manche Wunde legt.




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74 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

briefroman, liebe, salih jamal, drogen, grüne fee

Briefe an die grüne Fee

Salih Jamal
Flexibler Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 12.10.2017
ISBN 9783744832809
Genre: Romane

Rezension:

Alles ist möglich im Zeitalter des Digitalbuchdrucks- sogar, tief in den Fluten herausgeschleuderter Selfpublishing-(Mach-)Werke eine Perle zu entdecken. Eine solche Perle ist mir mit Salih Jamals Roman „Briefe an die grüne Fee“ begegnet.

Selbst mit meinem Debüt neu im Selfpublishing unterwegs, und selbst neu bei Lovelybooks angemeldet, stieß ich eher beiläufig auf den Titel und dachte spontan: gewagt! Da strotzt aber jemand vor Selbstbewusstsein. Ein neuer Werther! Puh, das kann nach hinten losgehen. Andererseits traut sich da jemand etwas, springt mit breiter Brust vom 10-Meter-Brett in den Pool. Cover ist speziell, Klappentext etwas großmäulig, aber so, dass ich dachte, ich möchte wissen, ob sich dahinter Substanz verbirgt oder ob der Sprung mit einem üblen Bauchklatscher endet. Ich gebe aber zu, dass ich an der Substanz eher zweifelte. Ich bin als gelernte, wenn auch nicht mehr aktive Buchhändlerin eine ebenso routinierte wie anspruchsvolle Leserin.

Dank einer unkonventionell aufgezogenen Buchverlosung habe ich das Buch gewonnen und direkt gelesen. Was heißt gelesen, ich habe es aufgesogen, während ich an einem sonnigen freien Nachmittag auf dem Balkon lag, ungläubig staunend immer weiter und weiter lesend. Ich wusste nach ein paar Sätzen: großartig! Das ist gut, das ist richtig gut. Wenn es dem Autor gelingt, das bis zum Ende so straight durchzuziehen, dann ist das genial. Und es ist gelungen.  Ich möchte hier nicht die klassische Inhaltsangabe verfassen, weil das dem Buch überhaupt nicht gerecht wird. Der Ich-Erzähler schlägt in den „Briefen“ Kapitel seines Lebens auf und die Leser/innen sind sofort mittendrin, lachen, leiden, lieben und leben mit. 

In der Story kommt vieles zusammen, was eine insgesamt geniale Melange ergibt: Sprachtalent, Selbstironie, Sex (sehr schön eingebunden übrigens und nicht als Sell-Selbstzweck) und vor allem auch Sorgfalt, an der es furchtbar vielen selbst herausgebrachten Büchern fehlt. Hier gab es ein Lektorat, die Fehlerquote ist entsprechend niedrig – ich bin da beruflich vorbelastet und habe noch Kleinigkeiten gefunden. Aber alles im grünen Bereich, denn auch nach einem guten Lektorat und Korrektorat ist kaum ein Buch am Ende fehlerfrei. An der B-Note könnte man noch etwas feilen, so hat es mich irritiert, dass auf der U4 statt eines kernigen Klappentextes ungekürzt der Text abgedruckt ist, der sich dann auch zusätzlich auf den ersten Seiten des Buches wiederfindet – also Inhaltsangabe und Autorenporträt. Aber das sind Kleinigkeiten, die nichts daran ändern, dass dieses Buch meiner Ansicht nach eine echte Entdeckung ist und es sollte mit dem Teufel zugehen, wenn die „Briefe an die grüne Fee: Über die Langeweile, das Begehren, die Liebe und den Teufel“ nicht den Sprung in einen guten Verlag schaffen.

Ich kann mir den Titel sehr gut in der Vorschau eines unabhängigen Verlags mit großer Reichweite vorstellen. Reichlich Leseexemplare an die Buchhändler/innen verteilen und das Ding wird groß. Womit wir wieder beim Werther wären: Vollmundig, der Vergleich, aber gut!

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187 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 55 Rezensionen

libanon, familie, bürgerkrieg, vater, beirut

Am Ende bleiben die Zedern

Pierre Jarawan
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 01.03.2016
ISBN 9783827013026
Genre: Romane

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