Marinella

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wein, freundschaft, österreich, vollmondstrand, psychologin

Vollmondstrand

Petra M. Klikovits
Flexibler Einband: 275 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 13.02.2012
ISBN 9783839212684
Genre: Romane

Rezension:

Die Protagonistin ist eine ganz normale Frau um die Vierzig, das heißt, wahrscheinlich ein wenig priviligierter als die Mehrzahl ihrer Geschlechtsgenossinnen, eher im oberen Mittelstandsmilieu angesiedelt, gut aussehend und wohl situiert. Sie arbeitet als Psychologin, lebt mit zwei Katzen und einem netten, aufmerksamen Lebensabschnittspartner, „LAPtop“, der - ebenso erfolgreich wie sie - dem Architekturgewerbe nachgeht, im eigenen Landhaus samt angeschlossener Praxis in der Nähe des Neusiedler Sees, frisch gestrichen, mit Fliegengittern und Alarmanlage. Für Entspannung und zur Freizeitgestaltung stehen ihre Freundinnen zur Verfügung, mit denen sie Kurztrips nach Wien zum Einkaufen und Kaffeetrinken unternimmt, sich mit ihnen in der Privatsauna oder im Club trifft. Genau so gerne wie Espressi trinken die Damen Wein, und sie kennen sich damit aus – immerhin sind sie in einem der größten Weinbaugebiete Österreichs aufgewachsen!
Im Gegensatz zu ihren Freundinnen ist Rosa kinderlos geblieben, „dieser Zug ist für sie abgefahren“ und das Thema Kinderwunsch anscheinend längst abgehakt, stattdessen jettet sie mit Vorliebe für eine Woche oder länger ins Ausland. Und dennoch ist nach der Rückkehr von ihrem letzten Urlaub auf einer Insel alles anders: Nun also war Rosa wieder daheim, nur dass es sich diesmal nicht wie daheim anfühlte ... Die Sehnsucht bleibt zunächst unbenannt und somit unerkannt, doch sie nagt weiterhin und stetig an der verwirrten und aus dem Lot geratenen Heldin und zieht peu-à-peu deren Umgebung mit hinein.

Mit leichter Hand und klugem Kopf erzählt Petra M. Klikovits Anekdoten aus dem Psychologen-Alltag und dem Gesellschaftsleben einer Kleinstadt, Seelenmüll, Beziehungskisten und Familienkrisen inklusive. Sie tut das mit einer gehörigen Portion Charme, Witz und Ironie - ohne dabei in den neuerdings im deutschen Sprachraum überstrapazierten Kolumnistenstil zu verfallen, von dem man nach wenigen Seiten selbst verliebten und nervigen Überdrübergeschwafels in der Regel genug hat. Die klare und unverschnörkelte Sprache der Autorin bewirkt, dass die Leserin/der Leser ihrem Fluss und ihrer Suche nach Woanders gerne folgt (und dabei, ohne es genau mitzukriegen, sozusagen en passant sowohl in eigenen Tiefen schürft als auch in verschüttete Träume eintaucht) – bis zum bitteren Ende, oder einem Neubeginn?

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Tags: 'önopsychologie', selbstverwirklichung, witz   (3)
 
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