MarkusGuenther

MarkusGuenthers Bibliothek

49 Bücher, 13 Rezensionen

Zu MarkusGuenthers Profil Zur Autorenseite
Filtern nach
49 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

erzählung, phantasie, horror, mystery, familienchronik

Galileo

Clive Barker
Flexibler Einband: 911 Seiten
Erschienen bei Heyne
ISBN 9783453174252
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe über dieses Buch im Vorfeld einige nicht so positive Sachen gehört; dass es keinen roten Faden gebe, es die ganze Zeit ziellos vor sich hinplätschere u.Ä., sodass ich eine ganze Weile einen Bogen um „Galileo“ gemacht habe – schließlich ertrug ich es jedoch nicht länger, einen Barker im Regal stehen zu haben, den ich nicht kannte, und siehe da: Ich bin positiv überrascht. Immerhin hat Barker es geschafft, mich über 900 Seiten zu fesseln, und das ist nicht leicht. Ein Grund ist, dass dieses Buch für mich die richtige Mischung aus Realismus und Phantastik hat (beides pur langweilt mich bald). Und damit sind wir schon beim Inhalt:
Es geht um zwei Familien, die reichen und einflussreichen Gearys (Realismus) auf der einen, und die halbgöttlichen, fast unsterblichen und ein paar phantastische Fähigkeiten besitzenden Barbarossas (Phantastik) auf der anderen Seite. Verbunden sind diese Familien über Galileo, einen Barbarossa, der die Geary-Frauen verführt. (Klingt komisch, ist es irgendwo auch, wird aber erklärt.) Das ist der Gleichgewichtszustand, in dem sich die beiden Familien befinden – bis Galileo und Rachel zusammentreffen, eine „neue“ Geary; dann droht dieses Gleichgewicht außer Kontrolle zu geraten.
Erzählt wird das Buch von einem Barbarossa, Maddox, der, im Anwesen der Barabarossas sitzend, die ganze epische Geschichte erzählt und außerdem berichtet, was gerade im Haus (und anderswo) passiert, bis sich die beiden Erzählebenen (fast) treffen.
Diese Art der Erzählung finde ich von Barker geschickt gewählt, denn sie erlaubt ihm, den Leser fest an der Hand zu nehmen und ihn zu führen; das ist bei einer so komplexen Geschichte nötig! Die Erzählstimme ist ein bisschen geschwätzig, ich mochte das aber ganz gerne. Das Buch enthält die typischen Barker-Zutaten: Fantasy, Spiritualität, etwas Philosophie, Sex, ein bisschen Horror. Warum scheint das Buch also nicht so gut anzukommen wie andere seiner Werke? Die eingangs erwähnten Urteile sind m.E. nicht ganz von der Hand zu weisen: Es gibt viele Handlungsflüsse, die vor sich hinplätschern, aber ich mochte das, langweilig fand ich es nie. Natürlich irritiert die Thematik etwas: Barker, der große Horror- bzw. Dark-Fantasy-Autor schreibt so eine Art phantastisches „Fackeln im Sturm“ – was war da los? Hier meine Meinung: Barker ist ein Visionär, den es in verschiedene Richtungen treibt; man muss ihm nicht in jede folgen, aber man sollte versuchen, sich darauf einzulassen, denn wie gesagt; die typischen Zutaten sind da. Für mich ist „Galileo“ Barkers „Imagica“ über die Liebe, denn im Grunde geht es um sie. Ich denke, das ist DER rote Faden.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

fantasy, all-age, jugend

Xorafedi

Mathias Richter , Markus Günther , Angela Pundschus
Buch: 390 Seiten
Erschienen bei Pundschus, Angela, 21.10.2013
ISBN 9783981552249
Genre: Fantasy

Rezension:  
Tags: all-age, fantasy, jugend   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(265)

455 Bibliotheken, 14 Leser, 0 Gruppen, 70 Rezensionen

mord, vergnügungspark, stephen king, geist, joyland

Joyland

Stephen King ,
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Heyne, 17.06.2013
ISBN 9783453268722
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

thriller, action

Uppercut

Fred Ink
E-Buch Text: 256 Seiten
Erschienen bei null, 23.09.2013
ISBN B00FEJ29OC
Genre: Sonstiges

Rezension:

Dem Boxer Robert Strauss wird ein Foto zugespielt, auf dem gefesselt und misshandelt seine Frau Tamara zu sehen ist – sie wurde entführt! Eine Roboterstimme gibt ihm durchs Telefon den ersten von einigen absurden Aufträgen: Er soll einen Obdachlosen zusammenschlagen und fotografieren, und dann das Bild bei Facebook hochladen. Schweren Herzens lässt Robert sich auf die Forderungen ein, denkt jedoch gar nicht daran, sich auf die Opferrolle zu beschränken, und stellt eigene Nachforschungen über die Entführer an. Dabei hilft ihm anfangs sein alter Freund Pablo, der bei der Polizei arbeitet. Bei einem weiteren kruden Auftrag geht etwas schief, und Robert kommt in Kontakt mit der esoterischen, toughen Lilan, die ihm schließlich helfen will. Gemeinsam versuchen sie, herauszufinden, wer die Entführer sind und was sie vorhaben. Und je mehr sie erfahren, desto klarer wird, dass die ganze Angelegenheit mit Roberts Vergangenheit zu tun hat …

So viel zur Einstimmung. Der Grundlegende Plot, den Ink hier behandelt – Frau wird entführt, Mann dreht durch – ist natürlich nicht neu. Die Stärken der Geschichte liegen eher auf den Charakteren und der Abgefahrenheit: Robert Strauss, der ehemalige Boxer mit Aggressionsbewältigungsproblemen und einer kriminellen Vergangenheit, die nach und nach spannend enthüllt wird, Lilian, deren Esoterik-Tick das Ganze auflockert, und die „Gegenpartei“, über die ich an dieser Stelle nichts verraten will, die jedoch Kultcharakter hat!
Auch die Action kommt nicht zu kurz: Im Buch gibt’s echt viel „aufs Maul“, wie der Klappentext verspricht, z.B. inszeniert Ink im „Miss 69“, einer Nacktbar, eine epische Schießerei, die man so schnell nicht vergessen wird.

Auf der Jetzt-Ebene umfasst die Geschichte chronologisch vier Tage, es kommen ein paar Rückblenden hinzu, die übrigens schön einzelne Fäden verbinden und das Ganze zusammenfügen. Jeder Tag wird durch einen Boxbegriff mit einer kleinen Definition eingeleitet, und Textabschnitte werden durch ein Faust-Symbol getrennt – nett.

Das Ganze ist gekonnt klassisch thriller-mäßig aufgezogen: Erst Action, dann eingeflochten das Drumrum (Beziehungen, Vergangenheit), am Ende ein spektakuläres Finale.

Insgesamt eine durch und durch solide Sache. Auch wenn die Grundstruktur der Geschichte eher gewöhnlich ist, wird das durch die interessanten Charaktere und die Abgefahrenheit ausgeglichen. „Uppercut“ hat Tempo, Action, Spannung und Witz. Ink kann auch Thriller!

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

gedichte, lyrik, tiefgründig, till lindemann, modern

In stillen Nächten

Till Lindemann
E-Buch Text
Erschienen bei eBook by Kiepenheuer&Witsch, 02.10.2013
ISBN 9783462307221
Genre: Romane

Rezension:

Kurz ein Kommentar zur leidigen Diskussion, ob dies Lyrik im eigentlichen Sinne ist, die auch hier garantiert wieder ausbrechen wird: Wen interessiert‘s? Die Frage sollte m.M.n. vielmehr lauten, was das Geschriebene in einem auslöst. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich bei Lindemann manche Leute an der formalen Ebene aufhängen, um sich nicht mit der inhaltlichen oder der Deutungsebene befassen zu müssen, denn die sind natürlich oft unbequem, wenn nicht verstörend.

„In stillen Nächten“, Lindemanns zweiter Gedichtband nach „Messer“, enthält 99 Gedichte; die kürzesten bestehen aus ein paar Wörtern, die längsten gehen ungefähr über zwei Seiten.
Die Themen sind überwiegend düsterer Natur, als Leitmotiv könnte man Sexualität im weitesten Sinne sehen. Es gibt aber auch stillere Motive wie Einsamkeit und inneres Leid allgemein. Außerdem geht es um Beobachtungen und Wortspiele. Hier und da erschließt sich einem der (oder ein möglicher) Sinn erst nach ein bisschen Nachdenken.
Viele Gedanken und Gefühle konnte ich nachvollziehen und empfand sie als schön „verpackt“, andere waren mir fremd, doch fand ich es interessant, ihnen einmal zu folgen. Richtige Highlights, wie Schockmomente (z.B. beim erstmaligen Lesen von „Glück“ in „Messer“, brr), richtig absurd-phantastische (z.B. „Nebel“ in „Messer“) oder perfekt auf den Nagel getroffene Sachen, waren diesmal für mich nicht dabei, auch wenn das eine oder andere Gedicht durchaus hängengeblieben ist.
Im Vergleich zu „Messer“ finde ich „In stillen Nächten“ ruhiger, weniger extrem und aufs Schockieren ausgelegt. Hier eine Kostprobe der leiseren Töne, die ich sehr gelungen finde:

Schönheit

Wenn im Garten Rosen blühen
wird jeder nur die Rosen sehen
der Veilchen Seufzer in der Luft
verwechselt man mit Rosenduft

Kombiniert wird das Ganze mit einigen Illustrationen von Matthias Matthies; scherenschnittartige Figuren, die i.d.R. irgendwie mit ihren Genitalien beschäftigt sind. Manche sind originell und erreichen m.M.n. auf illustratorischer Ebene eine ähnliche Wirkung wie die Gedichte, weil sie eine fiese Idee verkörpern.

„In stillen Nächten“ ist eine gelungene, weniger effektheischerische Gedichtsammlung als „Messer“. Neben natürlich Rammstein- und/oder Lindemann-Fans können alle Lyrik-Interessierte bedenkenlos zugreifen!
Danke fürs Teilen, Herr Lindemann, fürs Herausgeben, Herr Gorkow, und fürs Anreichern, Herr Matthies!

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

horror, thriller

Kinder des Chaos

Greg F. Gifune
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 14.06.2013
ISBN 9783865522054
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Kinder des Chaos“ ist eine Neuinterpretation von Conrads „Herz der Finsternis“, doch man muss Conrads Werk nicht kennen, um Gifunes lesen zu können.

Joseph Conrad war ein polnischer Schriftsteller, der auf Englisch schrieb. Seine bekanntesten Werke sind die Romane „Lord Jim“, „Nostromo“ und eben die Erzählung „Herz der Finsternis“. Inhalt: Ende des 19. Jahrhunderts, der Flussdampferkapitän Marlow reist im Auftrag einer belgischen Handelskompanie tief in den Kongo. Auf seiner Reise erlebt er unverständliche Wirrnisse, Sinnlosigkeit und eine unvorstellbare Ausbeutung der Einheimischen. Die Reise auf dem Fluss entwickelt sich immer mehr zur Reise in sein eigenes Unterbewusstsein, in ein finsteres Labyrinth von Lüge und Schuld. Marlow trifft auf den berüchtigten Elfenbeinhändler Kurtz. Dieser hat aus seinem Handelsposten ein Zentrum des Bösen gemacht und sich so eine machtvolle Position erschaffen, von der aus er scheinbar frei schalten und walten darf.
Der symbolträchtige Text wird immer wieder diskutiert und neu interpretiert, z.B. zu den Themen Postmoderne und Postkolonialismus.

„Kinder des Chaos“ gliedert sich in eine Art Prolog und drei Teile.
Im Prolog wird erzählt, wie die Jungen Phil, Jamie und Martin in einer regnerischen Nacht einen seltsamen Narbenmann, der kein richtiger Mensch zu sein scheint, töten.
In Teil eins ist Phil, der Protagonist, 44, geschieden, hat eine 15-jährige Tochter und ein Alkoholproblem. Er versucht, sich als Schriftsteller über Wasser zu halten und kämpft immer noch mit der Schuld, die er mit der Tat als Junge auf sich geladen hat. Eines Tages erhält er Besuch von einer Frau, die ihn im Auftrag von Martins Mutter, Mrs. Doyle, bittet, zurück in seine Heimatstadt zu kommen und sie zu besuchen; es sei wichtig. Phil hat von seinen Freunden seit Ewigkeiten nichts mehr gehört und ist wenig begeistert, jedoch stimmen die 5.000 Dollar, die die Frau ihm gibt, um.
Von Mrs. Doyle, die alt und krank ist, erfährt Phil, dass Martin viel herumreiste, offensichtlich den Verstand verlor und in Mexiko einen merkwürdigen Kult gegründet hat, dessen „Gott“ er nun ist. Mehrere Privatdetektive, die mehr herausfinden sollten, sind verschwunden, und nun ist Phil ihre letzte Hoffnung; er soll nach Mexiko reisen und Martin nach Hause holen. Phil ist erneut alles andere als begeistert, doch schließlich überzeugt ihn wieder das Geld, und er nimmt den Auftrag an.
In Teil zwei reist Phil nach Tijuana. Er stellt Nachforschungen an, trifft dabei auf Jamie, und erfährt dabei Unheilvolles über den Kult, der sogar von der Polizei gemieden wird und sich mitten in der Wüste in einer alten Kirche befinden soll. Dorthin führt der berüchtigte Corredor de Demonios, und schließlich heuert Phil einige harte Burschen an, die ihn dorthin bringen sollen.
Diese Reise wird zu einem Albtraum und Phil wird mit unvorstellbarer Grausamkeit konfrontiert - spätestens ab hier kommen Horrorfans auf ihre Kosten.
In Teil drei schließlich erreicht Phil die Kirche, die den Kult beherbergt, und trifft auf Martin, der ihn schon erwartet.
Der finale Part des Buchs schlägt die Brücke zur Tötung des Narbenmannes, dem Ereignis, das über allem schwebt. Außerdem stellt er die in Sachen Grausamkeit bereits albtraumhafte Reise zur Kirche noch einmal in den Schatten, und es geht Gifune-typisch um knifflige Themen wie die Frage nach Gott oder dem freien Willen und damit dem Schicksal. Der Plot schlägt bis in die letzten Seiten noch ein paar Haken und lässt den Leser schließlich betäubt und nachdenklich zurück.

Man braucht kein Literaturexperte zu sein, um die Parallelen zu „Herz der Finsternis“ zu sehen: Die Reise in den Kongo bzw. nach Mexiko, die Fahrt auf dem Strom bzw. dem Corredor, der böse Kurtz in seinem Handelsposten, Martin in seiner Kirche, und etliche weitere Details …

„Kinder des Chaos“ ist insofern ein etwas untypischer Gifune, als dass das Buch relativ straight ist. Gifune steht (zumindest für mich) für dunkle, melancholische und philosophisch/metaphysische Atmosphäre. Die gibt es auch hier, doch es wird nicht ganz so sehr in ihr gebadet wie sonst. Auch die philosophisch/metaphysische Ebene, die i.d.R. im finalen Part erklommen wird, ist hier nicht so hoch. Insofern ist das Buch also vielleicht etwas massentauglicher.
In Bezug auf „Herz der Finsternis“ finde ich das Buch auch gelungen, es passt, dass Gifune sich diesem Werk angenommen hat, wer es liest, wird es verstehen.
Gifune ist meiner Meinung nach bei seinen kürzeren Sachen am stärksten (z.B. Die Einsamkeit des Todbringers oder Judas Goat) – bei längeren (z.B. Blutiges Frühjahr. Fantastischer Thriller) kam es mir bisher immer etwas gestreckt vor. Das ist auch hier ein bisschen der Fall, rückblickend finde ich z.B. den Part über Phils Familie etwas lang, daher insgesamt vier Sterne.

Alles in allem also ein guter, mal etwas anderer Gifune; direkter und (in der zweiten Hälfte) härter als sonst, außerdem etwas weniger philosophisch/metaphysisch.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(0)

3 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

zombies

»Der ist nur tot ...«

Anakreon G , Petra Carolus , Maria Engels , Jan-Christoph Prüfer
E-Buch Text: 154 Seiten
Erschienen bei null, 15.07.2012
ISBN B008LVPKBO
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags: zombies   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

horror, lovecraft, deutscher horror, fantasy, kosmischer horro

Wurmstichig

Fred Ink
Flexibler Einband: 152 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 31.05.2013
ISBN 9781484805442
Genre: Fantasy

Rezension:

Ein Mann dringt in die Wohnung eines Doktors ein und bedroht diesen mit einer Waffe: Der Doktor soll ihm den Bauch aufschlitzen und ihn operieren, nachdem der Mann eine längere Erzählung losgeworden ist. Dabei werde der Doktor verschiedene Gemütsregungen durchmachen, von Erstaunen über Scham und Verstörung bis hin zu Entsetzen. Erst danach, wenn er von der Aufrichtigkeit seines Gegenübers überzeugt sein würde, solle der Doktor ihn operieren, denn der Mann habe kein Interesse daran, gefesselt in einer Irrenanstalt zu erwachen …
So die vielversprechende Ausgangssituation von „Wurmstichig“.

Fred Ink bewegt sich bevorzugt im Lovecraft-Milieu: Nach der humoristischen Fantasy-Trilogie „Strange Days“ (Strange Days - Band 1, Strange Days - Band 2, Strange Days - Band 3) veröffentlichte er die Novelle Das Grauen in den Bergen, mit der er sich stärker dem altmodischen Horror zuwandte. Diesen Fokus behält er auch bei „Wurmstichig“ bei. Zwar spielt die Geschichte heutzutage, doch dieser Umstand gerät streckenweise in Vergessenheit, da ca. 90 Prozent des Textes die Erzählung des Eindringlings ist und dieser sich etwas altmodisch ausdrückt. Außerdem entspricht das Setting ebenfalls eher den alten Horrorgeschichten, und moderne technische Geräte kommen nicht sehr oft vor.

Der Mann schiebt eine Obstschale von sich, er „verabscheut“ Obst, und drängt den Doktor, einen Scotch zu trinken, um „sicherzugehen“. Der Name des Mannes – der Lovecraft-Lesern wohlbekannt sein dürfte und längst nicht die einzige Anspielung auf Geschichten des alten Meisters ist – lautet Erich Zann, seines Zeichens Vertreter für Tiernahrung.
Zann beginnt seine Geschichte, indem er von einem kleinen, abgelegenen Dorf im schwäbischen Hinterland berichtet, das von merkwürdigen, vermummten Gestalten bewohnt wird, die aber gute Kunden sind. Als er aus Neugier ungebeten eins ihrer Häuser betritt und es völlig leer vorfindet, werden sie sauer und bedrohen ihn, lassen ihn jedoch laufen.
Später stößt Zann auf einen Zeitungsartikel: Studentinnen werden vermisst … in den Wäldern nahe des seltsamen Dorfes. Er recherchiert und stößt auf andere, seit Jahrzehnten vermisste Personen, außerdem auf Meteoritenabstürze in der Gegend. Ein Zusammenhang? Er nimmt Kontakt mit Faiß, einem mutmaßlichen Verschwörungsspinner auf. Doch dieser hat beunruhigende Informationen über das Dorf und seine Bewohner. Dann erhält Zann jedoch gegensätzliche Nachrichten, unterzeichnet mit Faiss – ist der Typ eine Art Schizophrener, oder reicht die mögliche Verschwörung bereits weiter, als Zann ahnt?

Gebannt folgt man als Leser Zanns unglaublicher Geschichte an der Seite des Doktors, die sich um groteske Kreaturen unter dem Einfluss fremder, dunkler Übermächte dreht, und Würmer, immer wieder Würmer. Krimi und Horror gehen Hand in Hand.
Zann sucht Faiß/ss auf, macht sich auf die Suche nach den verschwundenen Studentinnen, schleicht sich nachts in das Dorf, hat erotische, traumartige Erlebnisse mit einer schönen Blondine, verliert sein Gedächtnis und erkennt danach die Ausmaße des Schreckens, der sich vom Dorf aus über die ganze Welt ausbreiten will - und damit beginnt der Horror erst so richtig. Mehrmals schwebt Zann in Lebensgefahr (und Schlimmerem!), wird Zeuge unfassbaren Horrors, in unterirdischen Tunneln wird er von einem abscheulichen Etwas verfolgt, doch in die Erde muss er, denn dort, tief unten, sitzt der Schrecken ...

„Wurmstichig“ ist eine altmodische, im Heute spielende tour de force. Wie der Protagonist Zann kommt man kaum zum Luftholen, so überschlagen sich die Ereignisse und schlägt die Handlung bis in die letzten Zeilen Haken. Sowohl Liebhaber der alten Lovecraft-Geschichten als auch Actionfans kommen hier auf ihre Kosten, denn Ink gelingt es sehr gut, beides miteinander zu verbinden und durch kreative Eigeneinfälle alte Versatzstücke (einsames Dorf, unheimliche Einwohner, Meteoriten etc.) zu etwas Neuem, Eigenem zu kombinieren - ein einzigartiges Lesevergnügen!

  (2)
Tags: horror, kosmischer horro, lovecraft, poe   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

jeffrey thomas, paxton, punktown

Punktown

Jeffrey Thomas , Andreas Diesel
Flexibler Einband: 332 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 01.11.2006
ISBN 9783865520548
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich hatte von Jeffrey Thomas Tagebuch aus der Hölle gelesen, ein bizarres und interessantes Leseerlebnis, und habe danach von Punktown erfahren, der Science-Fiction-Stadt, die Thomas ein Universum für mittlerweile zahlreiche Geschichten und Romane bietet.

„Paxton, das von seinen Bewohnern, nicht notwendigerweise liebevoll, Punktown genannt wurde, war zwar ursprünglich eine Erdkolonie auf dem Planeten Oasis, in Wirklichkeit aber ein Schmelztiegel für eine Vielzahl von Wesen, die jede Laune und Erfindung von Natur und Evolution repräsentierten.“ ("Völlig vertiert")
- Das ist die prägnanteste Beschreibung Punktowns, auf die ich im Buch gestoßen bin.

Punktown stellt eine Bühne dar, die es Thomas ermöglicht, beinahe alle möglichen Arten von Geschichten auf ihr zu inszenieren. Natürlich sind sie alle irgendwie durch die Science-Fiction vereint, doch davon abgesehen sehr vielfältig. Manche gehen eher in die Horror-Richtung, viele sind Thriller, manche haben einen melancholischen Touch, manches hat Fantasy-Anleihen und einige Geschichten haben einen nachdenklichen Unterton.
Dabei ist Thomas' Erfindungsreichtum einmalig, solch einer geballten Kreativität bin ich selten begegnet. Da gibt es fremdartige Wesen mit seltsamen Eigenschaften, aus denen sich ungewohnte, aber immer spannende Plots entwickeln noch und nöcher. Gerade diese Fremdartigkeit bietet Thomas die Grundlage, z.T. auch ethischen und philosophischen Fragestellungen nachzugehen.

Enthalten sind die folgenden Geschichten:

1. Das Spiegelbild von Geistern
2. Zeit der Häutung
3. Wakizashi
4. Edelmetall
5. Alles aus Liebe
6. Opferung
7. Die Bibliothek der Leiden
8. Auf einem Meer aus Milch
9. Die Farbe Schrain
10. Das unerträgliche Sein des Lichtes
11. Die Hassmaschinen
12. Sweaty-Betty, die Termitenkönigin der Verdammten
13. Völlig vertiert
14. Hydra
15. Die Monster

Manche der Geschichten sind relativ kurz, andere sind in eigene Kapitel unterteilt.

Ich empfehle diese Geschichtensammlung jedem, der der Science-Fiction und dem Horror nicht gänzlich abgeneigt ist, und allen, die einfach mal Lust auf "was anderes" Gutes haben. Hier gibt es geballte Kurzgeschichten-Vielfalt!

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

fantasy, apokalypse, erde, leben, uralt

Strange Days - Band 3

Fred Ink
Flexibler Einband: 216 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 16.11.2012
ISBN 9783848232055
Genre: Fantasy

Rezension:

„Strange Days 3“ ist der finale Teil der Strange-Days-Trilogie, und bestachen schon die ersten beiden Teile (Strange Days - Band 1 (http://www.amazon.de/gp/product/3842351550/ref=cmcrasinlnk) und Strange Days - Band 2 (http://www.amazon.de/gp/product/3842374755/ref=cmcrasinlnk)) durch angenehm geekige und humorige Abgefahrenheit, legt Ink hier nochmal eine ordentliche Schippe nach.

Protagonist Alex, sein Kifferkumpel David und die toughe Jess sind (natürlich mit dem blauen Äffchen Mojo, dem Frettchen Murphy und Glompf, dem grünen Wackelpuddingetwas mit Auge und Schnabel) nach dem Marihuanafeld-Showdown in „Strange Days 2“ beim Hippie Jean untergekommen.
Dort beginnt Alex, im von Leuen gestohlenen Necronomicon zu lesen und entdeckt auffallende Parallelen zu Lovecrafts „Berge des Wahnsinns“, wo ein Wissenschaftlerteam eine Expedition in die Antarktis unternimmt und auf eingefrorene, seltsame Wesen sowie eine Stadt im Eis stößt. Durch Reliefs wird von außerirdischen Wesen berichtet, und Alex geht auf, dass Lovecrafts Geschichte womöglich gar keine Fiktion ist, sondern von den Teilern und mehr noch vom Hintergrund seiner und Mojos Welt handelt. Durch die Informationen aus Leuens Firmensitz erhärtet sich das Ganze, und die Freunde beschließen, über Südamerika in die Antarktis zu reisen, denn anscheinend will der böse Rakotu über Leuen, der die Marker bergen und aktivieren soll, die beiden Welten verbinden. Das würde einem der Großen Alten Zugang ermöglichen und also einer absoluten Katastrophe gleichkommen. Für die Freunde gilt es, die Trennung der beiden Welten zu bewahren, und da bekommt Alex‘ Name aus Mojos Welt „die Klinge“ auf einmal eine gewichtige Bedeutung …

Die Reise der drei birgt einige spannende Abenteuer (während der Überfahrt auf einem Schiff bekommen sie es z.B. mit einem Über-Agenten zu tun), und ist sehr unterhaltsam. Die Interaktionen und besonders die Dialoge der Charaktere machen einfach Spaß und ich musste mir beim Lesen in der Bahn öfter das Lachen verkneifen.
Mit der Ankunft in der eisigen, unwirtlichen Antarktis nimmt das Ganze dann noch mehr Fahrt auf. Die ganze Zeit über ist das Lesen sehr abwechslungsreich, wird doch meistens kapitelweise die Perspektive gewechselt (so ist man mal näher bei Alex, mal bei David, erhält Einblick in Jess‘ Tagebuch oder schaut parallel Leuen und Rakotu über die Schulter) oder die Zeit (es gibt wieder ein paar Rückblicke auf Alex‘ verflossene Liebschaft, die im Laufe der Geschehnisse übrigens eine neue Bedeutung bekommt).
Beim Finale auf dem eisigen Kontinent überschlagen sich dann die Ereignisse förmlich; Handlungsfäden laufen auseinander und werden wieder zusammengeführt, ohne dass Ink sich verzettelt und dass es eine Freude ist. Es gibt neue Charaktere (etwa Leuens leitender Archäologe Sörensen und Security-Chef Rösler) und Wesen, die alle ihre Rolle spielen, Fragen werden beantwortet, und das alles ist großartig miteinander verwoben und schafft ein episches, vielfältiges Finale mit allem, was das Herz begehrt; Action, Humor, Horror, Gefühle, Heldenmomente, Dramatik und ja, auch Tragik.

Nach der Lektüre finde ich es schade, dass es jetzt vorbei ist, doch ich hege die Hoffnung, dass Ink die Hintertüren nutzt und (mindestens) noch einmal ins „Strange Days“-Universum zurückkehrt, wie er es im Nachwort als möglich darstellt.

So lange kann sich z.B. hiermit über Wasser gehalten werden: Das Grauen in den Bergen (http://www.amazon.de/gp/product/1478377089/ref=cmcrasin_lnk), eine sehr gute, klassische Horrornovelle von Ink, ebenfalls mit einem guten Schuss Lovecraft!

Fazit: „Strange Days 3“ ist der krönende Abschluss einer originellen, abgefahrenen und klasse aufgezogenen Fantasy-Roadmovie-Trilogie mit Lovecraft-Anleihen. Tolle Unterhaltung und eine Indie-Perle!

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(44)

72 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

klassiker, existenzialismus, albert camus, 20. jahrhundert, ausgrenzung

Der Fremde

Albert Camus , Uli Aumüller
Buch: 126 Seiten
Erschienen bei Axel Springer AG Verlagsgruppe Bild, 01.10.2011
ISBN 9783942656276
Genre: Klassiker

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(16)

44 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

kurzgeschichten, horror, thriller

Die Sünder

Brett McBean
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 01.08.2012
ISBN 9783865521484
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(17)

38 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

francis, zeit, katzen, krimi, ägypten

Göttergleich

Akif Pirinçci
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 24.09.2012
ISBN 9783453268463
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

parallelwelt, zeuge, agenten, folgen, sonnenlos

Strange Days - Band 2

Fred Ink
Flexibler Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 01.12.2011
ISBN 9783842374751
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Im zweiten Band der Fantasy-Roadmovie-Trilogie ist der Leser mehr bei David, Alex' Kifferfreund, als bei Alex selbst, denn während dieser in der Parallelwelt mit dem blauen Äffchen Mojo und anderen Rebellen vor den Schergen des Imperators flieht, versucht David, wieder zurück in der richtigen Welt, etwas über Leuen und seine Beziehung zum Imperator herauszufinden. Leuens Firmensitz ist schwer bewacht, doch zum Glück trifft David vor Ort auf die toughe Jess, die dort selber einbrechen will und, wie man sich wohl vorstellen kann, von Davids Art nicht gerade angetan ist, krass, Mann!
Währenddessen flieht Alex mit Mojo und Glompf, einem Wackelpuddingetwas mit Auge und Schnabel auf dem Rücken, auf einer Art fliegenden Rochen durch die Landschaft der Parallelwelt. Das ist wieder sehr fantasievoll und originell, hängengeblieben ist bei mir z.B. der 'Luftwald'. Sie fliehen zu den Innererdenmenschen die, nun, in der Erde leben, (wieder sehr originell) und dort erfährt Alex von einer Seherin Unglaubliches über den Hintergrund der Welt, ihre Mythologie, und nicht zuletzt seine Rolle in dem Ganzen. Hier werden einige Fragen beantwortet und der Hintergrund des Ganzen kristallisiert sich langsam heraus.
Gegen Ende gibt es bei David und Jess einen Showdown in einem Grasfeld mit der Polizei, und es bleibt spannend...

Strange Days 2 hat mir super gefallen, wie schon der erste Teil. Die Charaktere machen einfach Spaß (auch wenn David auf Dauer ein, zwei Standardsprüche mehr vertragen könnte), ebenso der Plot (ich musste öfter belustigt schnauben) und langsam wird klar, worauf das Ganze hnausläuft. Ich freue mich schon auf den dritten Teil und bin gespannt!
Das Ganze ist übrigens formal angenehm fehlerfrei, was ja leider keine Selbstverständlichkeit bei selbstverlegten Sachen ist.
Strange Days ist schon eine Perle, kreativ und angenehm geekig. Der optimale Leser mag Fantasy und Bier, und ist Lovecraft-Fan!

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

fantasy, alkohol, parallelwelt, strange, sex

Strange Days

Fred Ink
Flexibler Einband: 220 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 25.05.2011
ISBN 9783842351554
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Der Inhalt des Buches ist an verschiedenen Stellen nachzulesen, daher fall ich gleich mit der Tür ins Haus: Strange Days I hat mich positiv überrascht!
Es gibt tolle Charaktere, etwa den Protagonisten Alex, einen jungen Mann, dem übel mitgespielt wurde und trotzdem einer Verflossenen hinterhertrauert, das affenähnliche Wesen namens Mojo, das sich etwas gestelzter äußert, Alex' Kifferkumpel David, der durch seine Kommentare so manche Situation auflockert.
Die Story ist, auf die absoluten Grundzüge heruntergebrochen, nicht neu: Reise in eine Parallelwelt, die mit der richtigen Welt irgendwie zusammenhängt und so, was aber durch 2 Faktoren mehr als wettgemacht wird:
1. Mit etwas Abstand betrachtet ist der Plot sehr raffiniert und originell! Da werden Umstände, Geschehnisse und Charaktere miteinander verwoben, dass es eine Freude ist. Außerdem ist die Parallelwelt unglaublich detailliert und originell ausgearbeitet, und dabei greift alles ineinander und ergibt ein fantastisches Ganzes, das in seinen Bann zieht.
2. Und das fand ich sehr angenehm: Die Geschichte nimmt sich nicht so verdammt ernst! Da sinniert der Prot schon mal darüber, dass manches ja wie aus Star Wars, Terminator oder aus diesem oder jenem Computerspiel klingt.
Fantasy-Roadmovie steht drauf, und das passt wie die Faust auf's Auge: die Reise der Freunde in der Parallelwelt gleicht einer Achterbahnfahrt auf Droge.
Doch es gibt auch ernstere Passagen, die einen besonders Alex näher bringen und einen mitfühlen(-/leiden) lassen.
Insgesamt empfand ich das Buch als eine originelle, angenehme Mischung: Fresher Shize, wie Kifferdavid vielleicht sagen würde.

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

24 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

erbe, rätsel, bewahrer, horror, geheimnisse

Das Grauen in den Bergen

Fred Ink
Flexibler Einband: 140 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 28.08.2012
ISBN 9781478377085
Genre: Sonstiges

Rezension:

Neuengland, 1927. Nach Mr. Ushers Entlassung aus einer Nervenheilanstalt erfährt dieser von einem Erbe – dabei hat er seine Eltern doch nie kennengelernt! Die an dieses Erbe geknüpfte mysteriöse Bedingung lautet, das Haus seiner Eltern zu zerstören.
Bevor er das jedoch tut, sieht er sich das Gebäude genau an und findet heraus, womit sich seine Eltern vor ihrem Tod beschäftigten – und diese Angelegenheit zieht weite Kreise. So erfährt er, dass das Objekt der Obsession möglicherweise außerirdischen Ursprungs ist und schon viele seiner Vorfahren auf dem Gewissen hat.
Entgegen den schriftlichen Bitten seiner Eltern und seinem eigenen Menschenverstand reist Mr. Usher in ein seltsames, fast gänzlich verlassenes Dorf in der Nähe der Berge. Und dann beginnt etwas, von dort nach ihm zu rufen und Besitz von ihm zu ergreifen. Etwas Monströses …

„Das Grauen in den Bergen“ ist aus Schriftstücken aufgebaut; hauptsächlich dem Tagebuch des Protagonisten, das an seine Liebste Magdalene gerichtet ist, aber auch aus Aufzeichnungen anderer Figuren. Das Setting, Thema und dieser Erzählstil, der auf angenehm altmodisch, dabei aber nie auf altbacken, getrimmt ist und außerdem über weite Strecken detektivische Züge aufweist (Es gibt weitere detektivische Elemente, sodass man als Leser selbst zu knobeln hat - schön gemacht!), erinnern stark an Lovecraft (und auch Poe), dessen Protagonisten oft in einem vorgeblich dokumentarischen Erlebnisbericht rational argumentieren, bis sich ihre Vertrauenswürdigkeit im Laufe der Geschichte als fraglich erweist. Und bereits durch die Widmung „Für Edgar und Howard“ wird klar, worauf man sich beim Lesen einzustellen hat.

Nach Stephen King gibt es in der Horrorliteratur drei Arten von Grauen: Schrecken (sporadisch erzeugte Angst vor dem Unbekannten), Horror (sich langsam aufbauende und länger anhaltende Angst vor dem Ungeheuerlichen) und Ekel (Abscheu vor dem Unappetitlichen).
In Anbetracht vieler zurzeit populärer Horrorautoren (wie z.B. Richard Laymon, Brett McBean, Tim Curran, Bryan Smith und Edward Lee) liegt der Schluss nahe, dass wir uns in einer ekeldominierten Phase befinden (in meinen Augen mit der (m.E. abstoßenden) Tendenz, dem Ganzen dabei etwas „Lustiges“ beimengen zu wollen).
Vor ca. 100 bis 150 Jahren, zur Zeit von Poe und Lovecraft, war das anders – da stand der tatsächliche Horror im Mittelpunkt, die buchstäbliche Angst. Denn: „The oldest and strongest emotion of mankind is fear, and the oldest and strongest kind of fear is fear of the unknown.“¹ Auf diese Basis gründete Lovecraft seinen berühmten Cthulhu-Mythos, in dem es um Die (Großen) Alten geht, uralte und mächtige außerirdische Wesen, die z.T. seit Milliarden von Jahren auf der Erde vertreten sind, etwa in der (erfundenen) im Pazifik versunkenen Stadt R'lyeh. (Was ist uns noch unbekannt bzw. nicht geheuer? -> die Tiefen des Weltraums und des Meers.) Auch bei Poes Horrorliteratur (dem Lovecraft eine in den 1930er Jahren anbrechende literarische Morgenröte und die Perfektion der Short story durch unpersönliche und künstlerische Intention zuschrieb¹, und der übrigens auch Einfluss auf Symbolismus, Kriminal- und phantastische Literatur hatte und bedeutende Lyrik verfasste) steht die tatsächliche Angst im Mittelpunkt; ein gängiges Beispiel sei hier das öfter auftauchende Motiv des lebendig Begrabenwerdens, und außerdem auch das Detektivische.

Für „Das Grauen in den Bergen“ bedient sich Fred Ink neben seiner eigenen Fantasie des Werkzeugkastens, den auch Lovecraft und Poe benutzten, reminisziert spielerisch und in liebevoller Weise diese inzwischen altmodische Art von Horrorliteratur und zollt den alten Meistern so Respekt. Ich finde es großartig, dass Ink nicht auf den Mainstream-Zug aufspringt, sondern das macht, was ihm am Herzen liegt, und ich wünsche mir, dass Lesern so auf unterhaltsame Weise bewusst wird, dass auch Horrorliteratur eine Geschichte hat und mehr ist, als das moderne Splatter-Image zurzeit vermittelt. Vielleicht stellt dieses Büchlein für den einen oder anderen sogar den Anstoß dazu dar, sich einmal mit älterer Horrorliteratur zu beschäftigen? Denn da gibt es einiges zu entdecken …
„Das Grauen in den Bergen“ ist eine gut gemachte, nostalgische Hommage und Reminiszenz an die Werke der Altmeister Lovecraft und Poe, die den Leser mit einbezieht und durch ihren Charme besticht. Volle Punktzahl!

¹ Lovecraft: „Supernatural Horror in Literature”; 1927, 1933-1935

  (6)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Die Bücher des Blutes Band 1 bis 3 (Das erste -, das zweite und das dritte Buch des Blutes)

Clive Barker
Flexibler Einband
Erschienen bei Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. München, 01.01.1990
ISBN B004FAPX44
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(22)

63 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

fantasy, horror, fantasie, furie, judith

Imagica

Clive Barker
Flexibler Einband: 1.068 Seiten
Erschienen bei Heyne
ISBN 9783453530744
Genre: Fantasy

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(29)

70 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

kafka

Der Prozess

Franz Kafka , Christian Brückner
CD-ROM
Erschienen bei ZWEITAUSENDEINS, 01.06.2007
ISBN 9783861506904
Genre: Klassiker

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(652)

1.265 Bibliotheken, 65 Leser, 5 Gruppen, 63 Rezensionen

stephen king, thriller, kuppel, horror, die arena

Die Arena

Stephen King , Wulf Bergner
Flexibler Einband: 1.279 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2011
ISBN 9783453435230
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(293)

546 Bibliotheken, 6 Leser, 8 Gruppen, 59 Rezensionen

folter, horror, thriller, vergewaltigung, misshandlung

EVIL

Jack Ketchum , Dallas Mayr , Friedrich Mader
Flexibler Einband: 335 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 22.09.2008
ISBN 9783453721883
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(23)

49 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

horror, ekel, splatter, albtraum, blut

Spiel des Verderbens

Clive Barker , Joachim Körber
Flexibler Einband: 575 Seiten
Erschienen bei Pavillon, 16.09.2005
ISBN 9783453771055
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(152)

332 Bibliotheken, 0 Leser, 5 Gruppen, 14 Rezensionen

fantasy, stephen king, horror, abenteuer, reise

Der Talisman

Stephen King , Peter Straub
Flexibler Einband: 957 Seiten
Erschienen bei Heyne, 01.07.2004
ISBN 9783453877603
Genre: Fantasy

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(175)

347 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 15 Rezensionen

der dunkle turm, fantasy, stephen king, revolvermann, roland

Glas

Stephen King , Joachim Körber
Fester Einband: 958 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 23.02.2005
ISBN 9783453012172
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(94)

226 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

kaninchen, abenteuer, tiere, fabel, klassiker

Unten am Fluss - "Watership Down"

Richard Adams ,
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.03.2008
ISBN 9783548608068
Genre: Klassiker

Rezension:  
Tags:  
 
49 Ergebnisse