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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

challenge: niveau 2015

Die Geometrie der Liebe

Luigi Trucillo ,
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei mareverlag, 14.07.2015
ISBN 9783866482258
Genre: Romane

Rezension:

Liebesromane sind normalerweise meine Sache nicht. Aber diese Buch hat mich einfach auf eine magische Weise in den Bann gezogen und ich war von der Lektüre schlichtweg begeistert!

Eigentlich ist es kein Roman im herkömmlichen Sinn, sondern ein kleines Sprachkunstwerk. Trucillo ist in Italien ein bekannter Lyriker, der hier seinen ersten Roman vorgelegt hat. Der Text umfasst rund 150 Seiten und ist auf das Sorgfältigste durchkomponiert, ohne deshalb im Geringsten konstruiert zu wirken. Vielmehr sprudelt die Erzählung leichtfüßig voran. Man folgt ihr mit Vergnügen, immer vorangetrieben von der Neugier: wie geht es weiter?

"Neugier ist ein Riesendurst, der sich aus winzigen Schlucken nährt." - Das ist nur eine von den unzähligen, wunderbaren Metaphern, in die der Autor seine Geschichte bettet, und allein schon der Wortbilder wegen ist das Buch ein Lesevergnügen.
Aber worum geht es eigentlich?
 
Die Geschichte wird erzählt aus der Perspektive eines namenlosen Protagonisten, den Trucillo konsequent in der Du-Form tituliert. Ohne dabei ins Pathetische abzurutschen oder ins Melodramatische, kommt er schnell zur Sache: dieser Mann also trifft auf einer Schiffsreise eine flüchtige Bekannte. Aus der Begegnung entwickelt sich eine leidenschaftliche Liebe. Doch schon kurz nach der ersten Euphorie trüben die ersten Wolken den Horizont.

Der Tanz beginnt: Es ist das uralte Drama zweier Liebenden, die zueinander nicht finden, aber auch nicht voneinander lassen können. Man redet viel und redet aneinander vorbei, wobei in der Mitte etwas großes Unausgesprochenes steht, ein gegenseitiges Ringen um einander.

Doch was ist Wahrheit, ws ist Lüge? Verbirgt die geheimnissvolle Geliebte ein Doppelleben vor ihm, oder gaukelt ihm die Vorstellung trügerische Bilder vor?

Mehr sei dazu gar nicht verraten. Nur so viel: dieses Buch genießt man am besten wie feines Konfekt. Einfach auf der Zunge zergehen lassen. Großartig.

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(60)

161 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

historischer roman, mittelalter, kai meyer, fantasy, kreuzzug

Herrin der Lüge

Kai Meyer
Flexibler Einband: 845 Seiten
Erschienen bei Lübbe GmbH & Co. KG, Verlagsgruppe, 15.07.2008
ISBN 9783404158911
Genre: Historische Romane

Rezension:


Dieses Buch habe ich angefangen, aber nach einigen Kapiteln wieder weggelegt. Kai Meyer ist ein renommierter Sience-Fiction Autor, aber Historiker ist er offenbar keiner! Zu vieles im Szenario stimmt nicht. Das Problem dabei - aber da ist dieser Roman natürlich kein Einzelfall - das Mittelalter wird stark vereinfacht dargestellt und vor allem viel dümmer, als es war.

Da ist z.B. ein kleines, verwöhntes Herrensöhnchen, dass in Abwesenheit des Vaters willkürliche Hinrichtungsorgien anordet. Der Einfall ist witzig, aber nicht sehr glaubhaft. Im weiteren Verlauf wird ein Zug über die Alpen geschildert. Die Frauen aus dem Flachland, die angeblich noch nie zuvor Berge gesehen haben, geraten beim bloßen Anblick der selben in Panik und kreischen! - Das ist, mit Verlaub, ein wenig albern. Auch dann, wenn es zutreffend ist, dass eine mittelalterliche Reise über das Gebirge sicherlich kein reines Vergnügen war.

Abgesehen davon begeht der Autor eine literarische Todsünde: mit dem Auftauchen einer geheimnisvollen Unbekannten wird die Story vorhersehbar. Zuviel Griff in bekannte Stereotype...Nun, vielleicht habe ich einfach das falsche Buch erwischt. Ich versuche es ein andermal mit einem weiteren Roman des Autors.

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(521)

1.234 Bibliotheken, 43 Leser, 19 Gruppen, 103 Rezensionen

fantasy, magie, kvothe, universität, dämonen

Der Name des Windes

Patrick Rothfuss ,
Fester Einband: 864 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 14.06.2017
ISBN 9783608938159
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich habe sowohl den ersten wie auch den zweiten Band trotz der gewaltigen Umfänge einfach nur verschlungen! Sprachliche Schönheit, packende Spannung, eine völlig neue Welt in einem Genre, wo sich sonst leider schon allerhand Klischee breitgemacht hat.
So bleibt nur mehr eine Frage: Wann erscheint der dritte Band der Trilogie?

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(156)

419 Bibliotheken, 14 Leser, 2 Gruppen, 69 Rezensionen

paris, runa, hysterie, historischer roman, vera buck

Runa

Vera Buck
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Limes, 24.08.2015
ISBN 9783809026525
Genre: Historische Romane

Rezension:


Runa ist das Romandebut der jungen deutschen Autorin und Wahlschweizerin Vera Buck. Sie hat es auf Anhieb unter das Dach von Random House geschafft. Das ist  ein beachtlicher Eingangserfolg, und zwar völlig verdient! Buck erweist sich von den ersten Seiten weg als großartige Erzählerin. Ihre Schilderungen sind packend geschrieben, lebendig, atmosphärisch dicht, witzig und stimmig. Gerne folgt man ihr deshalb in die dasvon Paris des späten 19. Jahrunderts. Die historischen Hintergründe sind glänzend recherchiert. Das bemerkenswerte Literaturverzeichnis am Ende des Buches belegen den Fleiß und die Akribie der Autorin.

Das Thema ist brisant: sie widmet sich einem dunklen Kapitel aus der Medizingeschichte, das im offiziellen Diskurs gerne verdrängt wird. Es geht um den Umgang mit Geisteskranken und deren Therapierung durch Experimente, die sich aus heutiger Sicht äußerst zweifelhaft ausnehmen. Im Zentrum des Romans steht Jori, ein junger Assistenzarzt an der berühmten Salpêtrière. Er ist klug und talentiert und dennoch ein Zauderer, denn er ist hin und her gerissen zwischen der noch nicht geschriebenen Doktorarbeit und seiner unerfüllten Liebe zu Pauline (der Schwester des nachmal berühmten Nervenarztes Paul Eugène Bleuler). Da tritt mit einem Mal Runa in sein Leben und damit ändert sich alles.

Die Titelfigur des Romans ist Buck einfach großartig gelungen. Runa ist noch ein Kind, ein kleines Mädchen, doch es scheinen diabolische Kräfte von ihr auszugehen. Sie wirkt zart und zerbrechlich und ist dennoch brandgefährlich! Sie wird bis zuletzt ein Mysterium bleiben, aber auch das ist ein glücklicher Einfall der Autorin. Eine Auflösung des Rätsels hätte womöglich den Zauber der Figur zerstört.

Allerdings gibt es auch einige Schwächen in der Erzählung, die sich über 600 Seiten im mehrere Handlungsstränge zersplittert. Die Schauplatzwechsel geschehen oftmals sehr abrupt und sind nicht immer nachvollziehbar. In der überbordenden Fülle der Ereignisse werden manche Episoden eigentlich nur angerissen - sie sind für sich genommen wunderbare Miniaturen, aber ohne einen wirklich tieferen Bezug zur Haupthandlung. Immerhin, in einem dieser Nebenstränge begegnen wir der äußerst originellen Figur von Kommissar Lecoq. Dieser ist ein raubeiniger Detektiv im selbsternannten Ruhestand, trinkfest und zugleich von einer stupenden Scharfsinnigkeit. Von den verblüffenden Wendungen sei an dieser Stelle nichts weiter verraten.

Im letzten Drittel des Romans wird der rote Faden allmählich deutlicher, doch es bleibt nicht frei von Unlogik. Da ist beispielsweise ein Chorleiter, der seinen Knabensopran maßregelt dafür, dass dieser in den Stimmbruch kommt. Es ist schwer zu glauben, dass zwei Kinder, die tagtäglich in den Pariser Straßen unterwegs sind, das markante - auch heute noch im Stadtbild sehr auffällige -  Hauptgebäude der Salpêtrière nicht kennen. Die Tatsache, dass ein Elfjähriger nicht lesen kann, müsste zumindest genauer begründet werden, da ein funktionierendes Elementarschulwesen in dieser Zeit durchaus vorausgesetzt werden darf. (Um so mehr, als der Junge ist der Sohn eines Ladenbesitzers beziehungsweise sein Erbe ist.) 
Eine Schlüsselszene des Romans beginnt mit einleitenden Bemerkungen, die eine Uhrzeit gegen 11 Uhr nachts nahelegen, die daraus resultierende Episode ereignet sich jedoch kurz nach 18 Uhr abends. Und dann ist da noch der Bösewicht im Hintergrund, denn einen solchen muss es wohl geben. Dieser hier ist aber merkwürdig blass und konturlos, seine Intentionen bleiben schemenhaft - obwohl, gegen Ende hin wird der Plot noch einmal sehr raffiniert. Doch darüber wollen wir nichts vorwegnehmen!

Fazit: Ein beachtenswerter Debutroman mit einigen Schwächen, der allerdings auch viele starke und berührende Momente hat! Wir warten gespannt auf den weiteren Weg der Autorin.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Der Hort der Gepiden

Puntschart Ulla
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei edition keiper, 01.04.2016
ISBN 9783902901934
Genre: Romane

Rezension:


Ich gebe zu, dass mir die historischen Hintergründe anfangs auch nicht ganz klar waren, also habe ich nachgegoogelt. Also: demnach hatte Alboin, der König der Langobarden, den gepidischen König Kunimund in einer Schlacht besiegt, ihm den Kopf abgeschnitten und daraus eine Trinkschale angefertigt. So ist es in einer Chronik überliefert. Dann setzte er noch eines drauf und heiratete die Tochter von Kunimund.Danach wanderten die Langobarden aus Pannonien nach Oberitalien und besetzten es. Aber Rosamunde, die Tochter von Kunimund, rächte sich grausam an ihrem ungeliebten Gatten Alboin. Sie ließ ihn ermorden und floh mit dessen gesammelten Schätzen.

Rund um diese Geschichte spinnt die Autorin im Roman ein buntes, farbenprächtiges Spektakel. Sie setzt die eigentliche Handlung 20 Jahre später an, mit Rückblenden auf das seinerzeitige Drama, dass sich in der oberitalienischen Stadt Verona abspielte. Plötzlich erinnern sich einige Leute an die Geschichten von damals, vor allem aber will man wissen: wo ist eigentlich der Schatz abgeblieben, den Rosamunde auf ihrer Flucht nach dem Mord an Alboin mitnahm?

Der Roman spielt auf mehreren Handlungsebenen und hat viele Akteure. Das klingt zunächst einmal etwas verwirrend. Doch dann ist es wunderbar leichtfüßig zu lesen!

Zudem hilft ein Personenregister weiter, und eine Landkarte gibt eine Übersicht der historischen Schauplätze. Nach einigen Kapiteln findet man sich aber in das Szenario hinein. Die Stränge werden klarer, sie hängen untereinander zusammen - und im Detail ist alles sehr liebevoll erzählt: "An der Wand des Holzschuppens leuchteten die Flaschenkürbisse wie übergroße goldene Birnen. Die Luft war warm und geschwängert von einem faulig süßen Duft nach trockenem Laub und überreifen Äpfeln."

Wunderbare Stimmungen in der herbstlichen Landschaft an der Save leiten über in einen frostigen Winter auf dem Balkan. In Konstantinopel wird derweilen gefeiert, gefeilscht und intrigiert - zu welchem Ende? Die angekündigte Fortsetzung lässt sicher tiefer blicken.

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