Leserpreis 2018

MeisterYodas Bibliothek

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Tödliche Freuden: Thriller

Alex Wagner
E-Buch Text: 321 Seiten
Erschienen bei null, 21.11.2018
ISBN B07KRYXMPF
Genre: Sonstiges

Rezension:

Kurz nachdem Sophie die Bekanntschaft des geheimnisvollen Aslan gemacht hat, flattert ihr ein von ihm unterschriebener Erpresserbrief ins Haus. Sie soll dreißigtausend Euro zahlen, ansonsten würde ein Sexvideo von ihr und Aslan online gestellt. Der Haken: es gibt kein Sexvideo der beiden! Gemeinsam versuchen die beiden, dem Erpresser auf die Spur zu kommen. Schon bald darauf erhält Aslan von einer Unbekannten die Aufforderung, in ein Hoteldorf in den Alpen zu kommen. Dort erwartet er eigentlich nur, dass der Erpresser sich zu erkennen gibt – ein Kampf um Leben und Tod war nicht eingeplant...

Aslan ist der Typ Mann, den eine Frau begehrt. Dunkles Haar, breite Schultern, und ein Lächeln, dem man nicht entkommen kann. Dafür arbeitet er hart, denn sein Aussehen ist sein Kapital: er verdient seinen Lebensunterhalt als Gigolo. Er ist sich seines Charmes bewusst, macht jedoch den Eindruck eines bodenständigen Menschen und ist nicht überheblich oder arrogant, sondern sehr empathisch. Doch Sophie lässt sich von ihm nicht täuschen: Vielleicht hat er die Erpresserbriefe selbst geschrieben, um sich doppelt zu bereichern? Schließlich wäre er auch als Einziger in der Lage, besagte Videos zu drehen.

Sophie umgibt ein Geheimnis, das man als Leser nur zu gerne herausfinden möchte. Ihr eher gewöhnliches Äußeres macht sie als Protagonistin nicht allzu perfekt, was ein Pluspunkt für mich Was ich an ihr nicht mochte, ist ihre Einstellung zu Männern. Sophie ist eine gebildete junge Frau und hat trotzdem in dieser Hinsicht Scheuklappen auf. Im Nachhinein hätte ich auch gerne mehr darüber erfahren, wie es dazu gekommen ist.

Besonders im Bergdorf sieht man, wie gut die Charaktere durchdacht sind, um eine gewisse Gruppendynamik erzeugen zu können. Hier ist alles stimmig.

Den Schreibstil der Autorin kannte ich aus „Die Bibliothek der Liebe“, und auch hier ließ sich die Story super lesen. Keine komplizierten Schachtelsätze, eine ruhige und doch antreibende Erzählweise. Dass das Buch aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird, gibt dem Leser einen guten Überblick und man tappt trotzdem lange im Dunkeln, was den Täter angeht. Hier und da hat man vielleicht einen Verdacht, aber den zerstreut die Autorin gekonnt.


Dass eine Liebesbeziehung hier nicht im Vordergrund stand und Aslan und Sophie sich nicht von Grund auf durch den anderen geändert haben, hat mir sehr gut gefallen und es ist stimmig mit meinem bisherigen Eindruck der beiden. Wie es nach dem Lösen des Falls mit Sophie und Aslan weitergeht, darauf bin ich in einem hoffentlich nächsten Teil sehr gespannt!

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Wovon du nichts ahnst

Alex Lake , Jeannette Bauroth
Flexibler Einband: 434 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 04.01.2019
ISBN 9783959672566
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vorab sei gesagt: der englische Titel „Copycat“ passt viel besser zu diesem Buch als der Deutsche. Denn er deutet schon an, worum es geht. Der Klappentext ist ebenfalls etwas vage und zeigt gar nicht, um was für ein wichtiges Thema es sich hier handelt.

Sarah Havenant, Ärztin, dreifache Mutter und Ehefrau, lebt im beschaulichen Städtchen Barrow in Maine. Eines Tages entdeckt sie auf facebook ein Profil mit ihrem Namen. Die Fotos dort zeigen ihr Leben: Ausflüge mit den Kindern, Dates mit ihrem Mann Ben. Das Problem: dies ist weder ihr Profil, noch hat sie die Fotos gemacht. Ein paar Tage später ist das Profil verschwunden, und als sie gerade aufatmet, flattert ein Paket ins Haus. Darin Bücher über dissoziative Störungen und eine Nachricht, in der sie sich selbst um Hilfe bittet. Die Bestellung wurde von ihrem Amazon-Konto getätigt, aber Sarah ist überzeugt, sie nicht aufgegeben zu haben. Genauso wie die Emails, die auf einmal in ihrem Namen verschickt werden, oder die Notizen, die Ben hinterlassen werden, in ihrer Handschrift. Sarah verzweifelt,.

„Bisher war ihr gar nicht klar gewesen, wie angreifbar sie und jeder andere tatsächlich waren. Durch facebook, Twitter, Craigslist, E-Mails, Online-Konten mit knackbaren Passwörtern und dem ganzen restlichen digitalen Fingerabdruck katapultierte man sich mitten ins Auge der Öffentlichkeit, und zwar auf eine Weise, die man noch vor zehn Jahren für töricht und sogar unverantwortlich gehalten hätte. […] Social Media war für die ganze Welt verfügbar.“ Pos. 3189

Dies wird Sarah dann langsam bewusst. Wie so viele ihrer Freundinnen nutzt sie facebook schließlich nur, um mit losen Bekannten in Verbindung zu bleiben. Man gibt ein paar Updates über sein Leben, wie sich die Kinder machen, das ist doch harmlos. Wer sollte daraus Kapital schlagen können?

Sarah ist authentisch gezeichnet. Auf der einen Seite versucht sie, ruhig zu bleiben um der Panik nicht die Oberhand zu geben, doch auf der anderen Seite weiß sie, dass sie ihre Kinder schützen muss – aber vor wem? Vor sich selber? Das meint zumindest Ben, ihr Mann. Nach und nach entfaltet Sarah sich für mich als komplexer Charakter, als auch noch die Beziehungsdynamik ins Spiel kommt. Ihre Handlungen sind nachvollziehbar. Langsam beginnt sie, angefangen bei ihren Patienten bis hin zu ihrer Schwiegermutter im fernen England alle zu verdächtigen. Wer würde das nicht?

„Nichts wird sich klären, im Gegenteil. Bald wird sie sich wünschen, dass alles wieder so sein könnte, wie es momentan ist. In ihrer Erinnerung werden das jetzt goldenen Zeiten sein. Und das sind sie irgendwie auch. Denn besser wird es nicht mehr für Sarah Havenant.“ Pos. 2829


Und dann, langsam kann Sarah aufatmen. Sie ist fest davon überzeugt, dass sie einen Weg gefunden hat, die Ereignisse aufzuklären. Doch ihr Leben beginnt wieder zu bröckeln, als sie erkennt, wie fest Ben daran glaubt, dass sie eine Persönlichkeitsstörung hat und alle Ereignisse Hilferufe ihres Unterbewusstseins sind. Sie muss Ben davon überzeugen, dass sie nichts mit alledem zu tun hat, dass sie keine Persönlichkeitsstörung hat. Aber das kann sie nicht, denn sie hat keine Beweise.

Langsam verwandelt sich ihre Welt in einen nicht endenden Alptraum – und die dunkle Spirale zieht sie immer weiter nach unten. Allerdings sind auch Bens Zweifel absolut nachvollziehbar. Auch wenn er seine Frau unterstützen will und ihr den Rücken stärken möchte, er ist sich nicht sicher, was er glauben kann. Und dann sind da noch seine Kinder, die er notfalls vor ihrer Mutter schützen muss.

„Endlich. Denn jetzt, nach all dem Planen und Warten und Beobachten, geht es richtig los. Das dichte Netz wird schon lange gesponnen. Und nun hat sie einen Faden davon in die Hand bekommen und wird daran ziehen. Und wenn sie es tut, wird sich das Netz auf eine Art und Weise auftrennen, die sie sich bisher überhaupt nicht vorstellen kann. Es gibt viele Fäden darin. [….] Durch den Versuch des Entwirrens verwickelt sie sich lediglich. Sie steckt fest. Ist gefangen.“ Pos. 402

Die Geschichte wird in drei Teilen erzählt. Anfangs eine kurze Rückblende, dann überwiegend aus Sarahs Sicht. Zwischendurch kommt der Täter zu Wort. Man erfährt nichts über seine Identität, über seine Beweggründe. Das trägt zur unterschwelligen Spannung bei. Denn so, wie man Sarah kennen lernt, hat man nicht den Eindruck, dass sie jemandem etwas Böses angetan hat. Nachdem ich den dritten Teil begonnen hatte, konnte ich gar nicht schnell genug lesen. Auch der Schreibstil hat viel zur Spannung beigetragen. Klare Sätze, wenig drumherum. Ich habe mit Sarah mitgefiebert, wollte nicht, dass sie selbst hinter all dem steckt, habe ihre Verzweiflung gespürt und wollte ihr helfen.


Fazit: Eine spannende Geschichte, die uns noch einmal ermahnt, nicht zu leichtfertig mit unserem digitalen Fußabdruck umzugehen.



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82 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

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Ich weiß, wo sie ist

S B Caves , Anne Tente
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.12.2018
ISBN 9783959672344
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Francine ist sich sicher, dass ihre seit zehn Jahren verschwundene Tochter lebt. In diesem Glauben wird sie bestärkt, als sie einen Zettel findet, auf dem steht „Ich weiß, wo sie ist“. Sie ist sich sicher, dass sie nun einen Weg finden wird, Autumn zu retten. Francines Exmann möchte mit alledem nichts zu tun haben. Für ihn ist klar, dass Autumn nicht mehr lebt.

Francine steigert sich jedoch immer weiter in die Vorstellung hinein, ihre Tochter endlich wieder in die Arme zu schließen. Und irgendwann entwickelt sich das zu einer Besessenheit.

Die Charaktere sind leider etwas oberflächlich geblieben. Ich fand Francine sehr unsympathisch und konnte ihren Schmerz nicht mitfühlen. Ihre Entscheidungen waren für mich unüberlegt und zu impulsiv, und sie hat oft mehr Glück als Verstand. Ich fand ihre Art fast schon nervig und übertrieben. Als Mutter eines verschwundenen Kindes klammert man sich sicher an jeden Strohhalm, aber hier wirkte es manchmal weit hergeholt. Auch die anderen Charaktere blieben blass, oft hatte ich das Gefühl, dass der Zufall eine große Rolle spielt und so war vieles leider vorhersehbar. Viel mehr kann ich kaum schreiben, ohne zu spoilern.

Der Schreibstil hingegen war sehr gut, auch die unterschiedlichen Perspektiven haben die Story vorangetrieben und die Spannung erhöht. Die Kapitel hatten eine tolle Länge, um nur noch kurz eines zu lesen und dann das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu können. Alles in allem ein solider Thriller, der einen nach den ersten Seiten packt.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

Die zweite Schwester

Claire Kendal , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 30.11.2018
ISBN 9783548290775
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Jahrestag von Mirandas Verschwinden jährt sich nun zum zehnten Mal. Für ihre Familie ist die Ungewissheit am schlimmsten. Mirandas Schwester Ella hat beschlossen, sich nicht mehr den Rest ihres Lebens die quälende Frage stellen, was Miranda passiert ist, ob sie noch lebt, ob sie leiden musste. Sie möchte abschließen, auch wenn die Wahrheit vielleicht grausig sein wird. Doch wo beginnen? Schließlich hat die Polizei damals alle Hinweise ausgewertet und ist zu dem Schluss gekommen, dass es keine heiße Spur gibt.

Ella zieht zusammen mit ihren Eltern Luke, den Sohn ihrer Schwester groß. Er war noch ein Säugling, als seine Mutter verschwand. Wer sein Vater ist, weiß niemand. Luke ringt seiner Tante das Versprechen ab, die Wahrheit für ihn herauszufinden. Kurz darauf findet sie tatsächlich einen ersten Hinweis, als die Polizei Mirandas alte Sachen zurückbringt: ein Adressbuch. Die Spur scheint vielversprechend.

Obwohl Ted, ihr Kindheitsfreund und inzwischen Polizist, versucht, ihr die Ermittlungen auszureden, lässt Ella sich nicht davon abbringen. Sie weiß: wenn sie wirklich einen Schlussstrich ziehen will, kommt sie um einen Besuch bei Jason Thorne nicht herum. Er sitzt wegen Mordes lebenslang in einer psychatrischen Anstalt, und obwohl man ihm nichts nachweisen konnte, ist Ella überzeugt dass er auch ihre Schwester auf dem Gewissen hat.

Es gibt keinerlei sichtbare Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Aber es liegt etwas Seltsames in der Luft, eine Art Witterung, wenngleich so schwach, dass sie auch Einbildung sein könnte.“ Pos. 127

Inzwischen häufen sich die merkwürdigen Zufälle und langsam kommt Ella zu dem Schluss, dass der Mörder noch auf freiem Fuß ist. Sie beschließt, sich nicht weiter auf die Polizei zu verlassen und selber herauszufinden, was ihrer Schwester vor zehn Jahren passiert ist. Da die Polizei eine Beteiligung von Jason Thorne an Mirandas Verschwinden weder dementiert noch bestätigt hat, besucht Ella ihn in der psychatrischen Einrichtung. Er scheint mehr über Ellas Schwester zu wissen, als er bisher preisgegeben hat. Und von da an kommt ein Stein ins Rollen, den niemand aufhalten kann.

Ella kämpft mit den Geistern ihrer Schwester. Weil ihr Tod nie bestätigt wurde, kann sie nicht loslassen. Sie führt Zwiegespräche mit Miranda, überlegt sich was ihre Schwester an ihrer Stelle getan hätte und versucht, einer nicht anwesenden Person zu gefallen. Ich habe im Laufe der Geschichte Mitgefühl für Ella entwickelt, andere finden ihr Verhalten sicher nervig. Doch sie balanciert auf einem schmalen Grat. Ich kann ihre Beweggründe verstehen und auch ihre Handlungen. Miranda erschien mir immer unsympathischer. Ich empfand sie als manipulativ und intrigant. Die beiden Schwestern verbindet ein enges Band, das nach dem Verschwinden von Miranda durch den kleinen Luke noch stärker geworden ist. Ella macht eine Heilige aus Miranda und übernimmt unbewusst die Denkstrukturen ihrer Mutter. Keiner darf die ältere Schwester kritisieren, an ihr zweifeln.

Ich habe die letzten zehn Jahre mit einem riesigen Loch in meinem Herzen verbringen müssen, und dieses Loch hat exakt die Form meiner Schwester.“ Pos. 4264

Der Schwerpunkt liegt hier ganz klar auf Ella und ihrem Verhalten. Die Handlungen mancher Nebencharaktere haben mich ab und an die Stirn runzeln lassen. Ted zum Beispiel fand ich ab und an in hohem Maße unlogisch, obwohl er eigentlich ansonsten smart ist. Das Tempo war im Großen und Ganzen genau richtig, zwischendurch gab es leider einige Längen. Das ist auch dadurch bedingt, dass die Gespräche zwischen Ella und Miranda nicht klar abgegrenzt sind und so das Lesen etwas erschwert wird.

Ein Spannungsroman, den ich uneingeschränkt empfehlen kann, wenn man ruhige Thriller mag. Hier steht die Detektivarbeit von Ella im Vordergrund, das Zusammensetzen der Puzzleteilchen. Spannende Atmosphäre und viele Wendungen runden das Ganze ab.

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

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Das falsche Kind

Susi Fox
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.10.2018
ISBN 9783404178025
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sasha hat die Geburt ihrer kleinen Tochter von Anfang bis Ende durchgeplant. Doch dann wacht sie nach einem Notkaiserschnitt auf und alles fühlt sich falsch an. Als Ärztin weiß sie jedoch, dass Mütter, die das Baby nach der Geburt nicht sofort im Arm halten können, sich schwer tun, eine Bindung aufzubauen. Und als sie dann ihren Sohn kennenlernen darf, macht das alles nur noch schwerer. Denn bisher war immer nur die Rede von einem Mädchen. Das Baby sieht weder ihr noch ihrem Mann Mark ähnlich. Und Sasha fühlt keine Verbundenheit. Für sie ist klar: Ihr Baby wurde vertauscht. Doch niemand glaubt ihr.

Krankenschwester Ursula, die im gesamten Buch sehr unsympathisch wirkt und anscheinend den Beruf verfehlt hat, fühlt sich durch diese Anschuldigungen auf den Schlips getreten. 

Mark, der Vater des Kindes, erkennt nicht nur Ähnlichkeiten mit seiner kompletten Verwandtschaft, sondern auch mit Sasha. Die Ängste seiner Frau tut er leichtfertig ab und nimmt es auch in Kauf, als diese in die psychiatrische Abteilung verlegt werden soll. Er stärkt seiner Frau nicht den Rücken, als sie es am dringendsten braucht. 
 
Was wie ein Thriller anfing, wandelte sich im Laufe der Geschichte in ein Drama.

Der Plot wird aus Sashas und aus Marks Perspektive erzählt, abwechselnd in der Gegenwart und Vergangenheit. Dadurch erfährt man, wie tief der Kinderwunsch der beiden geht und wie sehr sich ihre Beziehung aus diesem Grund verändert hat. 

Der Schreibstil ist erwartungsgemäß flüssig, das Buch ließ sich gut lesen. Die Autorin hat Sashas Alleinsein gut umgesetzt, sodass ein Großteil der Geschichte nicht in wörtlicher Rede geschrieben ist, sondern nur Sashas Gedanken widerspiegelt. Das führt allerdings auch dazu, dass sich die Geschichte stellenweise etwas zieht. 
 
Leider bleiben die Charaktere oberflächlich, trotz des Blicks in die Vergangenheit. Sashas Ängste, die durch das fehlende Gefühl der Bindung ausgelöst werden, scheinen tiefer zu sitzen als gedacht. Sie ist anscheinend ein sehr ängstlicher Mensch. Schade, dass mir eben diese Emotionen nicht gut vermittelt wurden. Ich habe zwar begriffen, was die Autorin mir mitteilen möchte, jedoch blieb das bei einer reinen Kopfsache, die mein Herz nicht erreichte. Vor allem bei solch einem Thema ist es meiner Meinung nach wichtig, dass die Protagonisten über ausreichend charakterliche Tiefe verfügen, damit ich als Leserin mich in sie hineinversetzen und durch ihre Augen sehen kann.
 
Die einzige Frage, die man das Buch über verfolgt, ist, ob Sashas Sohn tatsächlich vertauscht wurde. Spannung in dem Sinne wurde ansonsten nicht aufgebaut. Die Handlung erstreckt sich über sechs Tage, die Kapitel sind kurz. Dadurch lässt sich das Buch zwar leicht lesen, bleibt aber nicht nachhaltig in Erinnerung.  

Danke anBastei Lübbe für dieses Leseexemplar.

Fazit:   Die Geschichte hat mich gut unterhalten. Durch die fehlende Spannung hat es mich jedoch oft nicht gereizt, weiterzulesen. Ein Buch mit einer soliden Grundidee, die noch ausbaufähig ist.

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188 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

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Mädchen aus dem Moor

S. K. Tremayne , Susanne Wallbaum
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.09.2018
ISBN 9783426522486
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kaths Leben scheint sich an den Rändern aufzulösen. Sie soll Selbstmord begangen haben, kann sich aber an nichts mehr erinnern. Doch eines weiß Kath: sie würde ihre Tochter Lyla niemals im Stich lassen. Wie soll sie herausfinden, was passiert ist? Warum verhalten sich ihr Bruder und ihr Mann merkwürdig, sobald die Sprache auf „das Ereignis“ fällt? Kath bleibt nichts anderes übrig, als das Puzzle selbst zu lösen – und zu hoffen, dass sie sich nicht in Gefahr begibt.

Die Charaktere sind authentisch gezeichnet. Kath als besorgte Mutter, die ihre Tochter schützen möchte. Vor den Gefahren des Moors, vor den Menschen, die sie nicht verstehen. Ihr Mann Adam, schweigsam und nachdenklich. Je weiter Kath die Ereignisse entwirren kann, desto distanzierter verhält sich Adam. Doch warum? Langsam beschleicht sie das Gefühl, niemandem mehr vertrauen zu können. Auch Kaths Bruder Dan übt sich in Zurückhaltung, während seine Frau Tess die einzige Freundin zu sein scheint, die Kath hat. Jeder von ihnen hat sein Päckchen zu tragen, und die Fäden scheinen in der schicksalhaften Nacht, in der Kath den Unfall hatte, zusammenzulaufen. Besonders Tess merkt irgendwann, dass die Rekonstruktion der Ereignisse auch Auswirkungen auf ihre eigene Familie hat.

Der Schreibstil war packend und trotzdem angenehm. Es fiel mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen, nicht nur wegen der Story, sondern weil die Seiten unbemerkt geflogen sind. Durch die Beschreibungen des winterlichen und nebligen Dartmoors wird eine gruselige Atmosphäre aufgebaut, die Kaths Verwirrungen nochmal toll unterstützen. Hat sie sich einen Schatten eingebildet oder war das echt? Dass dieses Moor-Klischee nicht überstrapaziert wird, ist ein weiterer Pluspunkt.

Von S. K. Tremayne habe ich bereits die ersten beiden Bücher gelesen. Sie waren okay. Also bin ich gespannt, aber nicht mit allzu hohen Erwartungen an diese Story gegangen. Und sie hat mich mitgerissen. Im Gegensatz zu den vorherigen Büchern waren die Bedrohungen und Ängste der Protagonistin Kathy hier greifbar. Das hat die Story einen Ticken spannender gemacht. Dazu noch

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

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30 Sekunden zu spät

Kaja Bergmann
Buch: 176 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 30.11.2016
ISBN 9783956690754
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nepomuk besucht seinen an Demenz erkrankten Opa im Altersheim. Als dieser ihn mal wieder nicht erkennt, beschließt Nepomuk, mit seiner Freundin Miranda nach Büsum zu reisen. Die Insel war den Großeltern sehr wichtig und Opa hat dort etwas hinterlassen, was Nepomuk finden möchte. Doch auf der Insel verschlimmern sich Nepomuks Kopfschmerzen, und Miranda scheint unter Verfolgungswahn zu leiden.

Den Aufbau des Buches fand ich sehr gelungen. Im ersten Teil liest man Nepomuks Tagebuch, im zweiten Mirandas Erinnerungen an die Reise. Man hat also zwei verschiedene Sichtweisen, die sich auch in vielem unterscheiden - sei es die Hinreise, die Bekanntschaften oder der Aufenthalt auf Büsum. Sogar das Finale erleben die beiden komplett anders. Worauf diese klaffenden Lücken vor allem in Nepomuks Erinnerung zurückzuführen sind, muss der Leser selbst herausfinden. Sind es vielleicht schon erste Anzeichen von Demenz, vererbt von seinem Opa? Ist er krank? Oder hat es etwas mit Mirandas Verfolgungswahn auf sich?

Beide sind aber der Meinung, alles hätte verhindert werden können, wenn die Fernbedienung aufgetaucht wäre (Nepomuk) oder wenn die Fernbedienung verschwunden wäre (Miranda). Dieser Butterfly-Effekt, der auf dem Cover so schön verbildlicht ist, kommt in dieser Geschichte zum Tragen.

Zu den Charakteren konnte ich leider keine Bindung aufbauen - Nepomuk ist mir zu sprunghaft, zu uneinsichtig und Miranda erscheint mir am Ende sogar etwas fies im Hinblick auf das Geschehene.
Dennoch hat mich das Buch gut unterhalten und die anderen Bücher von Kaja Bergmann werde ich mir nun auch einmal anschauen.

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Alinas Grab

Silke Nowak
E-Buch Text: 209 Seiten
Erschienen bei Viktoria Publishing, 06.07.2018
ISBN B07FBG9J9R
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kinderstar Alina wird nach der Geburtstagsfeier ihrer Mutter ermordet aufgefunden. Schnell werden die Ermittlungen eingestellt. Zwölf Jahre später beauftragt ihr Vater die Privatdetektivin Ruby Fuchs, seinen Sohn Mark ausfindig zu machen. Er wurde damals verdächtigt und hat nach seinem 18. Geburtstag den Kontakt zur Familie abgebrochen.

Ruby macht sich mit ihrem Partner John Bentwood auf die Suche und findet einige Ungereimtheiten in dem bereits abgeschlossenen Fall.


Die Spannung wird kontinuierlich aufgebaut, und es ist super zu lesen.Die Charaktere sind interessant aufgebaut, mit einigen Facetten, bleiben aber oberflächlich, Um allen Personen gerecht zu werden, müsste das Buch um einiges länger sein, aber gerade die Kürze macht hier sehr viel aus und hält die Story spannend. Der Schreibstil ist leicht und angenehm zu lesen und trägt so viel zum Spannungsaufbau bei. Das Zusammenspiel der Charaktere lässt den Leser immer wieder Vermutungen anstellen, und man kann sich dennoch von den Wendungen überraschen lassen.


Das Cover passt toll zur Geschichte, die Eisprinzessin Alina und die Schlittschuhspuren. Eine Empfehlung für Krimifans!

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20 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

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Anansi Boys

Neil Gaiman , Karsten Singelmann
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Eichborn, 28.09.2018
ISBN 9783847906506
Genre: Fantasy

Rezension:

Fat Charlie Nancy hat nichts besonderes an sich, auch sein Leben ist eher durchschnittlich. Das ändert sich, als sein Bruder Spider in sein Leben tritt, denn an ihm ist alles besonders: sein Aussehen, sein Charakter und vor allem seine göttlichen Fähigkeiten. In nullkommanichts ändert sich Fat Charlies Leben komplett. Seine Verlobte datet nun seinen Bruder, der wiederum ist dafür verantwortlich, dass Fat Charlie zwar nicht gefeuert wird, aber das Ziel polizeilicher Ermittlungen abgibt. Er möchte nun bald nichts mehr, als seinen Bruder wieder loszuwerden, doch das stellt sich als fast unmöglich heraus.

Neil Gaiman schafft es mal wieder, eine göttliche Story zu kreieren, in der der Leser sich nicht langweilt. Das Zusammenspiel der unterschiedlichen Charaktere ist brillant. Fat Charlie als Durchschnittsmann, Spider als das Nonplusultra. Grahame Coates, Fat Charlies Boss, ist ein hinterhältiger und gewitzter Geschäftsmann. Rosie, die prüde Verlobte, und Daisy, die faszinierende und toughe Polizistin. Der Club der alten Damen ist ebenfalls schonungslos überzeichnet, aber einfach liebenswert.

Auch die Götter in ihrer Tiergestalt haben eine Menge witziger Eigenschaften, die einen zum Schmunzeln bringen.

Und der Schreibstil wie immer grandios. Gaiman arbeitet mit einer bildgewaltigen Sprache auf knapp vierhundert Seiten und keine davon ist langweilig. Es macht so viel Spass, diese Geschichte zu lesen, dass die Seiten nur so fliegen.

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57 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

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Das Mädchen mit dem Schmetterling

Kristin Hannah , Christine Strüh
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 05.10.2018
ISBN 9783746634593
Genre: Liebesromane

Rezension:

In Mystic Lake wird ein verwahrlostes Kind gefunden. Polizistin Ellie bittet ihre Schwester Julia um Hilfe – als Kinderpsychologin versucht sie, das namenlose Mädchen zu identifizieren.

Die beiden Schwestern haben sich auseinandergelebt und finden nun durch das mysteriöse Kind wieder zueinander. Während Julia in der großen Stadt Karriere gemacht hat und landesweit bekannt ist, hat Ellie nach dem Tod der Eltern das Haus übernommen und ist in der Kleinstadt geblieben. Als Schwestern könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Besonders die Beschreibung des Wolfmädchens fand ich sehr gefühlvoll. Julias Versuche, mit dem Mädchen zu kommunizieren und ihr Verhalten zu entschlüsseln, sind so mitreißend geschildert, dass man sich bei jedem Erfolg mit ihr freut und bei jemdem Scheitern mit ihr leidet.

Max, der Arzt des Dorfes, der zusammen mit Julia arbeitet, erscheint anfangs sehr arrogant und ich bin bis zum Schluss nicht mit ihm warm geworden.

Der Schreibstil ist sehr locker und so fesselnd (obwohl nicht spannend), dass ich das Buch in kurzer Zeit gelesen habe. Ich werde mir die anderen Bücher von Kristin Hannah sicherlich auch noch besorgen. Auch wenn dieses Buch ein frühes Werk ist und der Stil sich mit Sicherheit weiterentwickelt hat, wird er sicher so gut bleiben.

Bereits 2008 ist das Buch unter dem Titel „Wohin das Herz uns trägt“ erschienen.

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152 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

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Die Känguru-Apokryphen

Marc-Uwe Kling
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.10.2018
ISBN 9783548291956
Genre: Humor

Rezension:

Auch wenn mir das schon vorher klar war: Das Känguru ist ein Jahreshighlight! Marc-Uwe Kling hat es geschafft, das Niveau der letzten Bücher zu halten - wenn nicht dieses sogar besser ist.
Sehr gut hat mir gefallen, dass es sich hierbei wieder um mehrere kurze Geschichten handelt, die nicht aufeinander aufbauen. Und irgendwie stimmt es mich traurig, dass es sich hier um "B-Ware" handelt - die Texte sind definitiv zu schade, um nicht veröffentlicht zu werden! Um so besser, dass das auch andere erkannt haben und die Apokryphen zusammengestellt haben.
Gewohnt skurril, ironisch und vor allem gesellschaftskritisch wird das Zusammenleben zwischen dem Kleinkünstler und dem kommunistischen Känguru beschrieben. Auch auf politischer Ebene bekommen so einige ihr Fett weg. Und wie immer sollte man das Buch nicht in der Öffentlichkeit lesen - Lachanfall-Gefahr - oder dabei essen (Erstickungsgefahr durch Verschlucken bei Lachanfall).
Lesen, lesen, lesen - es braucht mehr Leute wie Marc-Uwe Kling!

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13 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

Halbfettzeit

Tetje Mierendorf
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Gütersloher Verlagshaus, 27.08.2018
ISBN 9783579087214
Genre: Sachbücher

Rezension:

Tetje Mierendorf kennt man sicher ausTV-Fotmaten wie "Mein großer, dicker, peinlicher Verlobter", wo er ebendiese Rolle spielt. Jetzt hat er beschlossen: das war auch die längste Zeit seine Rolle im reallife! Und hat, mit Sport, Ernährungsumstellung und viel Disziplin halbiert. Dass das kein einfacher Weg war, hat er in diesem Buch ausführlich erläutert.
Auf den Weg in ein gesünderesLeben nimmt Tetje den Leser mit in seine Kindheit, wo er dank Süßem die Tage glücklich enden lassen konnte. Nachdem bei ihm Adipositas und Diabetes diagnostiziert wurden, musste er immerhin nicht mehr ständig mit seinem Bruder Thomas konkurrieren.
Im Laufe des "Erwachsenwerdens" gibt es den einen oder anderen Moment, wo er "doch mal langsam anfangen könnte, aber morgen ist ja auch noch ein Tag". Erst die Geburt seiner Tochter bescherte ihm den wichtigen Klick, mit dessen Hilfe er innerhalb von drei Jahren über 70 Kilo abnahm.

Grundsätzlich mochte ich das Buch gerne, allerdings hat mich dieses gezwungen kumpelhafte "Du" sehr gestört, besonders, weil in manchen Anschnitten die Motivation schon fast in den Befehlston umgeschlagen hat. Zum Teil erschien es mir schon fast als seine Mission, den Leser zu belehren, dass Zucker sehr, sehr böse ist und man es ihm bitte gleichtun soll und statt Rolltreppe und Aufzug die Treppe nimmt.

Zwar hat mich seine Leistung beeindruckt - Hut ab! Aber ich hätte gerne mehr erfahren über seine Fortschritte, seine Rückschläge, statt zu lesen, dass er den "Absprung" in ein Leben als Mensch mit perfekter Ernährung geschafft hat.

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52 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

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The House - Du warst nie wirklich sicher

Simon Lelic , Friederike Achilles
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 31.08.2018
ISBN 9783404177233
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Glück scheint mit Syd und Jack zu sein: sie erhalten den Zuschlag für ihr Traumhaus. Das müssen sie zwar erst komplett ausräumen - der Vorbesitzer hat seine Sachen dagelassen -  aber das kann die Stimmung nicht trüben. Erst als ihnen merkwürdige Gerüche auffallen, Jack eine tote Katze auf dem Speicher findet und nachts gruselige Geräusche auffallen, beginnen sie zu ahnen, dass etwas nicht stimmt. Und was dann zum Vorschein kommt, lässt keinen kalt - ein Geheimnis kann man noch so gut hüten, wenn jemand etwas herausfinden will, dann schafft er das auch ...

Ich mochte das Buch wirklich gern. Besonders den Erzählstil fand ich sehr gut gewählt. Syd und JAck erzählen abwechselnd von den Vorkommnissen und besonders Syd streut immer mal wieder Schnipsel aus ihrer Vergangenheit ein, die mehr mit der Gegenwart in Verbindung stehen, als sie es vermutet. Durch diese Perspektive erfährt man nicht nur, was in der Umgebung passiert, sondern auch, wie es den beiden damit geht. Durch den leichten Schreibstil war das Ganze auch sehr gut zu lesen.

Syd und Jack sind sympathische Protagonisten. Mit beiden konnte ich mitfühlen - Freude, Glück, Mitleid, Kummer. Elsie, ein Mädchen aus der Strasse, mit dem Syd sich anfreundet, scheint für ihr Alter ziemlich reif zu sein, was sich leicht erklärt, wenn man mehr über sie erfährt. Dass Syd versucht, ihr näherzukommen und ihr zu helfen, ist nicht verwunderlich. Man möchte Elsie in den Arm nehmen und ihr sagen, dass sich alles zum Besseren wenden wird.

Zwar waren die Geschehnisse ab einem gewissen Punkt etwas vorhersehbar, dennoch fand ich die Story spannend und gut umgesetzt. Für Leser, die mehr Wert auf die Atmosphäre legen als auf blutiges Gemetzel, gibt es eine Leseempfehlung!

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

Die Frau mit den 48 1/2 Krankheiten

Martina Frei
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Eichborn, 31.08.2018
ISBN 9783847906520
Genre: Sachbücher

Rezension:

In sechzehn Kapiteln führt die Autorin Martina Frei den Leser durch die Welt der skurillen Krankheitsfälle. Ob es um Explosionen im OP geht, Zement im Körper oder Blinde Passagiere - ich hatte nach jeder Story diesen "Kann das wirklich sein?"-Moment. Besonders ein Kapitel, "Auf den Hund gekommen", war so absurd und dennoch realistisch, dass ich das Buch erstmal eine Weile zur Seite legen musste.
Es geht hier jedoch nicht darum, die Patienten oder die Ärzte aufs Korn zu nehmen. Das Buch hat einen ernsten Unterton und gibt auch allgemeines Grundlagenwissen und Warnungen weiter. Skurril, lustig und dennoch bdiert alles auf medizinischen Fakten.
Alles in allem ein super Lesespass, gerade durch die kurzen Kapitel kann man immer mal wieder etwas zwischendurch lesen. Deshalb kann ich das Buch weiterempfehlen. Nur Hypochonder oder leicht zu verunsichernde Patienten sollten sich fernhalten - Inspirationsgefahr!

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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One Perfect Lie

Lisa Scottoline , Claudia Hahn
Flexibler Einband: 412 Seiten
Erschienen bei Edition M, 11.09.2018
ISBN 9782919801909
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Chris Brennan hat an einem Donnerstag ein Vorstellungsgespräch an einer Schule, wo er sich als Lehrer und Coach beworben hat, um seinen Plan durchzuführen. Von der ersten Seite an weiß der Leser, dass hier etwas faul ist: Chris manipuliert die Menschen in seiner Umgebung und wartet auf „den einen Tag“: Am Dienstag wird sich alles ändern. Jetzt möchte der Leser natürlich wissen, was dieses einschneidende Ereignis ist, und kann es sich schon fast denken, bis der Plottwist kommt. Bumm. Von jetzt auf gleich. Eines muss ich sagen: Lisa Scottoline hat es geschafft, mich in die Irre zu führen. Allerdings muss ich auch sagen, dass mir die Geschichte vor dem Twist besser gefallen hat. „Danach“ war irgendwie der Reiz weg, die Lust am mitraten. Schlecht war das Buch dennoch nicht. Allerdings wird die Story nun aus verschiedenen Perspektiven erzählt: Chris, Evan, Raz oder Jordan, oder aber auch deren Mütter. Anfangs fiel es mir schwer, die Charaktere zuzuordnen, und der ständige Wechsel hat die Handlung langatmig gemacht.

Neben Chris sind die meisten Charaktere Schüler bzw. deren Eltern. Dies gibt dem Leser die Möglichkeit, mehr in das Geschehen einzutauchen als Chris, ohne aber mehr zu wissen als er.

Generell finde ich die Charaktere nicht oberflächlich, aber sie haben auch nicht viel Tiefe, eher genau ein Mittelding, um das Buch nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Grundsätzlich hat mir das gut gefalle, genauso wie der gut zu lesende Schreibstil.

Am Ende begleiten wir dann den Helden auf seiner Mission, nun ja, das war dann wohl eher nicht so meines und hat meiner Meinung nach auch nicht so richtig zur Story gepasst. Dennoch kann ich hier guten Gewissens eine Empfehlung für Krimifans aussprechen.

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40 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

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Luckiest Girl Alive

Jessica Knoll , Kristiana Dorn-Ruhl
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei LYX, 31.08.2018
ISBN 9783736307131
Genre: Romane

Rezension:

TifAni FaNelli kann sich wirklich glücklich schätzen. Sie hat einen guten Job, einen tollen, gutaussehenden Verlobten und plant eine protzige Hochzeit. Wären da nicht ein paar Geheimnisse aus ihrer Kindheit, die sie unter Verschluss hält. Bis ein Fernsehteam über die Ereignisse eine Doku drehen möchte. Soll sie auspacken? Und riskieren, dass ihre dunkle Vergangenheit ans Licht kommt, die den Namen ihres Mannes beschmutzt?


TifAni FaNelli. Irgendwas muss die Autorin sich bei diesem Namen doch gedacht haben? Leider bin ich nicht dahintergekommen, was es sein könnte. Ausser, dass man zu jeder Lebenslage einen neuen Spitznamen annehmen kann. Ani nennt sie sich jetzt, Mitte zwanzig, einen schweren smaragd am Finger und einen Adonis an ihrer Seite. Ziemlich oberflächlich, denkt ihr jetzt? Ja, das ist es, und so geht es während des gesamten Buches. Eine Oberflächlichkeit, die mich bei diesem Thema mal wieder sprachlos macht. Für Ani zählt momentan nur, dass sie sich auf 47 Kilo herunterhungern kann, damit sie in die kleinste Brautkleidgröße passt. Ebenso wie ihre Freundin Nell zählt nur das Aussehen und die Fassade. Was denken die anderen von ihr? Was ich denken soll, weiß ich gar nicht so richtig. Dem Leser wird klar: da muss doch was dahinterstecken. Und tatsächlich, ohne jetzt zu spoilern, hat Ani (oder Finny, wie sie sich damals nannte#9, hat wirklich schreckliches erlebt. Ist ihr Verhalten vielleicht nur ein Schutzmechanismus?


Trotz der leeren Gegenwart, ist Anis Vergangenheit ziemlich voll. Abwechselnd berichtet dsie aus der Ich-Perspektive, was damals vorgefallen ist. Der Schreibstil ist so gut, dass ich trotz der durchweg wirklich unsympathischen Charaktere einfach nicht aufhören wollte zu lesen. Den Titel finde ich ziemlich ironisch, was wohl auch so gewollt ist, denn wenn Ani eines nicht ist, dann glücklich. Und wenn das Buch etwas nicht ist, dann ein Psychothriller. Eher ein Drama mit Psycho-Elementen. Aber ich habe mich gut unterhalten gefühlt, Deshalb vergebe ich hier eine Leseempfehlung.

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Sicher bist du nie

KL Slater , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.08.2018
ISBN 9783548290935
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Anna arbeitet als Briefträgerin. Sie braucht den Job, der ihr die nötige Routine gibt, die ihr Leben zusammenhält. Nachdem ihre Mutter und ihr Bruder bei einem tragischen Unglück ums Leben gekommen sind, brauchte sie Zeit, um wieder in ihr Leben zurückzufinden. Dabei hat ihr unter anderem Ihre Nachbarin Mrs Peat geholfen, für die Anna wie ihre zweite Tochter war. Doch daan erkennt Anna bei einem Unfall die Mörderin ihres Bruders, und sie will genau das tun, was sie vor über zehn Jahren erleiden musste: Ihr Leben zerstören.

Anna ist eine Protagonistin, die es mir nicht leicht gemacht hat, sie zu mögen. Anfangs erscheint sie noch sehr distanziert, doch dann erfährt man etwas über sie, über ihren Job und als dann die Zwangsneurosen erwähnt werden, bekommt man fast etwas Mitleid mit ihr. Im Laufe der Geschichte jedoch fragt man sich: ist das jetzt Annas verschobene Wahrnehmung? Meint sie das ernst? Doch trotz ihrer psychischen Probleme ist Anna ein ernstzunehmender Gegner. Hat sie einmal ein Ziel, verfolgt sie es verbissen und geduldig. Doch als sie dann auf der Arbeit wegen nicht zugestellter Post auch noch unter Druck gerät, beginnt die Fassade langsam zu bröckeln. Die Charaktere sind authentisch, zwar etwas oberflächlich, aber entwickeln sich trotzdem sehr gut.

Lange habe ich keinen Psychothriller gelesen, der wenig blutig ist, aber dennoch psycho. Das ist hier sehr gut gelungen. Vergangenheit und Gegenwart werden hier in zwei Erzählsträngen gemischt. Aus der Vergangenheit berichtet Carla Bevin, Schulpsychologin. Anna erzählt, durchbrochen von zwei Ausnahmen, was in der Gegenwart geschieht. Man weiß, dass etwas passieren wird, dass sich die Lage zuspitzt, und ich wollte unbedingt weiterlesen und konnte nicht unterbrechen. Was ist schreckliches passiert vor 13 Jahren? War es wirklich Mord? Was passiert mit der Post, die Anna zuhause sammelt, weil sie ihre Route nicht mehr schafft? Und wie kann sie die Mörderin ihres Bruders stoppen?

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Ich hoffe auf mehr Bücher wie dieses!

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114 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 85 Rezensionen

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Der Schmetterling

Gabriella Ullberg Westin , Stefanie Werner
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.09.2018
ISBN 9783959672054
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kommissar Johan Rokka hat Stockholm den Rücken gekehrt und geht zurück in seine Heimatstadt, um das Geheimnis um das Verschwinden seiner Jugendliebe zu lüften. Doch dann wird Henna, Ehefrau des berühmten schwedischen Fussballspielers Mans Sansin, brutal ermordet aufgefunden. Rokka muss ihren Mörder finden, gar nicht so einfach, wenn man viele Beteiligten aus der Jugendzeit kennt.


Die Story hat mich vom ersten Kapitel an abgeholt. Der Schreibstil ist durchweg flüssig und fesselnd, was es umso schwerer macht das Buch zur Seite zu legen, Dazu kommen die Charaktere, die gut durchdacht sind. Irgendwie schaffen es nur die Schweden, einen Ottonormalverbraucher als Charakter dennoch spannend und geheimnisvoll zu machen. Die Kommissare brauchen keine Starallüren, um gut zu sein. Auch Gabriella Ulberg Westin macht hier keine Ausnahme. Johan Rokka ist kein alkoholsüchtiger, einsamer Ermittler, der immer und entgegen aller Regeln seinen Willen durchsetzen muss. Er hat ein normales Leben, eine normale Vergangenheit und ist durch und durch sympathisch. Zwar weiß er manchmal nicht, wann es besser ist zu schweigen, aber das ist menschlich.


Was es mit dem Schmetterling auf sich hat, erfährt man erst spät, aber diesen Strang der Geschichte fand ich emotional und wirklich sehr schön.


Die Geschichte an sich ist logisch und gut durchdacht, zwar halte ich die Verbindungen zwischen den verschiedenen Profisportarten und der Vergangenheit für etwas weit hergeholt, aber im Großen und Ganzen passen die Puzzleteilchen hier gut zusammen. Dass es sich hier um einen Debutroman handelt, merkt man nicht. Ich bin schon gespannt auf die weitere Forsetzung!

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Entführt

Mila Olsen
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Belle Epoque Verlag, 11.05.2018
ISBN 9783963570452
Genre: Romane

Rezension:

Nach einem Streit mit ihrem Bruder wird Lou entführt und quer durch Kanada verschleppt. Brendan, ihr Entführer will sie nie wieder gehen lassen: Nur mit ihr fühlt er sich lebendig.

Für Lou beginnt eine schreckliche Zeit. Sie sehnt sich nach ihren Brüder, will weg von Brendan und ihr altes Leben zurück. Am meisten verwirrt sie, dass Brendan ihr nicht antun möchte: ist er wirklich doch so nett, wie er scheint?

Der Schreibstil von Mila Olsen ist super. Er lässt sich super flüssig lesen, es gibt keine Durststrecken und ich konnte das Buch gar nicht aus der Hand legen. Die tiefe Wälder Kanaas wurden so detailliert beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, mittendrin zu sein. Genaus ging es mir mit Louisas Gefühlen. Es war, als ob man mit im Trailer lebt, als ob man mit ihnen am Feuer sitzt und durch die Wälder streicht. Louisas Verzweiflung war zum Greifen nah.

Im Laufe der Geschichte entwickeln sich Louisas Gefühle. Aus Hass wird etwas anderes, weicheres. Kann man von Liebe sprechen? Ist es eher Zuneigung? Liebe und Hass liegen nah beieinander, doch ist das, was Louisa fühlt, richtig? Dem Leser wird klar: Es gibt kein schwarz und weiß. Gegen Gefühle kann man sich nicht wehren. Ist das alles vielleicht „nur“ auf das Stockholm-Syndrom zurückzuführen? Louisas Gefühle für Brendan übertragen sich auf den Leser, am Ende habe ich Brendan längst nicht mehr als den „Bösen“ in der Geschichte gesehen, auch wenn ich ihm skeptisch gegenüberstand.

Am Schluss habe ich nicht mehr auf ein Happy End für Louisa gehofft, sondern für beide. Ich hatte ganz andere Erwartungen an das Buch, und bin positiv überrascht worden. Die Folgebände werde ich aus diesem Grund auch lesen.

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129 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 69 Rezensionen

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Liebe ist so scheißkompliziert

Sabine Schoder
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 22.08.2018
ISBN 9783733504069
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nele findet sich alles andere als perfekt. Zu groß für ein Mädchen. Zu flach. Keine Kurven. Außenseiter – aber das nimmt sie mit Humor. Mit ihrem besten Freund Tom an ihrer Seite wird der Schulalltag nicht ganz so schlimm. Dann kommt sie Jerome näher, einem Basketballspieler des Schulteams. Zu nahe, denn auf einmal kursiert ein Video im Netz, nachdem die beiden zusammen feiern waren. Waren seine Gefühle nur gespielt?

Nele ist ein wirklich toller Charakter. Sehr authentisch und vor allem mal nicht perfekt, sondern aus einer normalen Familie und mit einem normalen Leben. Selbst die Umgangssprache wirkt hier nicht gestelzt, sondern natürlich, sodass alles sehr gut zusammen passt. Sie hat einen trockenen Humor, der mich an einigen Stellen zum Schmunzeln gebracht hat.

Ihre Schwester ist dagegen ein ganz anderes Kaliber. Noch mitten in der Pubertät, zickt sie entsprechend rum. Ich hoffe, dass es gewollt ist, dass man mit Lea nicht warm wird. Ich konnte ihr nichts abgewinnen und fand ihr Verhalten manchmal echt daneben.

Tom ist auch ein einzigartiger Charakter, allerdings empfinde ich es bei ihm so, dass der Drogenkonsum etwas verharmlost wird. Er kifft gefühlt ununterbrochen so, wie andere Leute rauchen. Für mich sah das schon fast nach einer Abhängigkeit aus. Da es sich um ein Jugendbuch handelt, hätte ich es schön gefunden, wenn hier etwas Aufklärung stattgefunden hätte.

Die Suche nach dem Ersteller des Videos fand ich gut dargestellt, auch die Dynamik zwischen den Charakteren. Sie haben nachvollziehbar gehandelt und das Buch hatte nach meinem Empfinden keinerlei Längen, ich habe es durchweg gerne gelesen.

Einzig der Epilog … für den Autor glaube ich ein Weg, einiges noch geradezurücken und abzuschließen. Für mich – persönlich – leider oft unnötig, weil es die Story im Nachhinein nicht abrundet. So auch hier. Das Internet aber vergisst nie – und dass hätte hier klarar zum Ausdruck gebracht werden können. Nacktbilder im Netz, ohne Erlaubnis der fotografierten Person, sind ein absolutes No-Go! Es wurde zwar gezeigt, wie schnell sich sowas verbreitet, und dass auch mit der Entfernung das Material nicht weg ist. Aber dass für den Täter anscheinend mit keinerlei Konsequenzen zu rechnen ist, das kann ich nicht nachvollziehen. Und dass der zweite „Splitter“ der Wahrheit alles besser machen sollte … Hm.

Alles in allem kann ich jedoch eine klare Leseempfehlung aussprechen! Super Schreibstil, tolle Charaktere und eine großartige Story.

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93 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

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A Stranger in the House

Shari Lapena , Rainer Schumacher
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 27.07.2018
ISBN 9783785726112
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Karens Leben ist perfekt – bis zu diesem Unfall. Denn sie kann sich nicht erinnern, wie es dazu gekommen ist. Die Polizei ist sich jedoch sicher: Karen hat einen Mann erschossen und ist dann panisch geflohen, sodass es zum Unfall kam. Karens Ehemann Tom möchte hinter seiner Frau stehen, aber als die Ungereimtheiten immer größer werden, wissen weder er noch Karen, ob sie nicht doch berechtigte Zweifel hegen.

Durch den wirklich flotten Schreibstil lässt sich das Buch wahnsinnig gut lesen.Locker und mit kurzen Sätzen wird die Spannung hier angetrieben. Der Leser wird einbezogen, allerdings weiß man irgendwann auch selber nicht mehr so genau, wem man nun trauen kann.

Die Charaktere blieben für mich leider distanziert. Zwar gab es Sympathieträger, doch diese wurden kurz darauf dann doch als nicht mehr allzu sympathisch dargestellt. Das tat der Geschichte allerdigs (komischerweise) keinen Abbruch, man konnte das Handeln der einzelnen Personen nachvollziehen und es hat mir richtig gut gefallen, dass es ausnahmsweise mal keine „dummen“ Alleingänge gab.

In der Geschichte gibt es immer wieder Wendepunkte und Überraschungen, sodass die Seiten fliegen. Deshalb gibt es von mir hier eine klare Leseempfehlung für Thrillerfans!

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259 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

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Queen and Blood

Amy Harmon , Corinna Wieja
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX, 27.07.2018
ISBN 9783736307056
Genre: Fantasy

Rezension:

Nachdem wir in „Bird and Sword“ Lark und Tiras begleiten durften, folgen wir nun Kjell, Tiras' Halbbruder auf seinem Kreuzzug gegen die Volgar. Er trifft Sasha, eine Sklavin mit der Gabe zu sehen, doch sie verbirgt ein Geheimnis.


Amy Harmon ist hier eine tolle Fortsetzung gelungen. Auch wenn die Bände in sich abgeschlossen sind, sollte man für den Kontext der Geschichte doch den ersten Teil lesen. Die Welt, die sie erschaffen hat, ist wirklich grandios. Städte werden mit einer Liebe zum Detail beschrieben, so dass sie vor meinem inneren Auge erschienen sind, als ob ich selber schon dort gewesen wäre. Der Schreibstil ist wirklich toll. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, wollte mich weiter verzaubern lassen und noch länger in Dendar verweilen, so sehr wurde ich mitgerissen.


Auch die Charaktere und ihre einzelnen Fähigkeiten sind so liebevoll beschrieben. Kjell, ein eigensinniger Mann, Sasha, die Sklavin mit der unergründlichen Vergangenheit. Während ihr Geschichte eine ganz eigene, fast schon tragische Dynamik entwickelt, bleiben sie sich treu.


Mehr kann und möchte ich gar nicht verraten – lest selbst und lasst euch mitreißen! Ich kann eine absolute Leseempfehlung aussprechen.

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290 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 83 Rezensionen

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Du wolltest es doch

Louise O'Neill , Katarina Ganslandt
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.07.2018
ISBN 9783551583864
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Vorab: diese Rezi enthält Spoiler, weil es mir wichtig ist genau zu erklären, was mir an dem Buch nicht gefallen hat. Selbstverständlich handelt es sich hier um ein wichtiges Thema, das steht außer Frage, nur sollte es auch in letzter Konsequenz die richtigen (wichtigen) Werte vermitteln.
Die ersten Abschnitte sind aber spoilerfrei, ich werde es vorher nochmal explizit erwähnen.

Emma lebt mit ihrer Familie in Ballinatoom. Sie ist eingebildet, oberflächlich und mit ihrem Leben nicht zufrieden. Ihre Freundinnen sind reicher, haben mehr Luxus, großzügigere Eltern. Emma versucht, diese Lücke in ihrem Leben mit ihrer Beliebtheit und Partys zu füllen. Auf einer Party eskaliert die Situation jedoch und verändert Emma und ihr Leben. Was wäre gewesen, wenn? Das fragt sie sich mehr als einmal. Angeblich soll sie mit vier Jungs geschlafen haben - auf den Fotos, die danach überall im Netz kursieren, sieht es jedoch so aus, als ob sie bewusstlos ist. Was ist passiert? Wollte Emma „es“ wirklich?

Das Buch ist in zwei Abschnitte unterteilt - vorher und ein Jahr danach. Im ersten Abschnitt ist  Emma ein derart unsympathischer Charakter. Sie ist genervt von ihren Freundinnen, die sich teurere Klamotten kaufen können und ein Auto von Mummy und Daddy gesponsert bekommen. Sie weiß um ihre Wirkung auf Jungs und reizt das schamlos aus: hier ein hervorblitzendes Stück BH (wenn sie überhaupt einen an hat), dort eine „zufällige“ Berührung, sie tut alles um zu gefallen und ist, wie man im zweiten Teil erfährt, auch kein Kind von Traurigkeit. Ihre Freundinnen finden das nicht okay, sind der Meinung, dass sie es herausfordert, trauen sich aber nicht, ihr etwas zu sagen.

Der zweite Abschnitt wendet sich dem victimblaming zu. Nach der Party redet Emma sich ein, dass sie selbst schuld ist. Schließlich hat sie getrunken, Drogen konsumiert, und vor allem hat sie nicht „nein“ gesagt. Dennoch: a dress is not a yes! Das wird hier immer wieder verdeutlicht. Keine Frau ist „selbst schuld“! Egal, wie sie sich anzieht. Man erfährt jedoch, dass die Eltern anderer Ansicht sind und Emma zum Einzelkämpfer wird. Der Umgang mit den Opfern in unserer Gesellschaft wird hier sehr deutlich dargestellt und sollte jedem zu denken geben.

Sprachlich sind diese Abschnitte auch sehr unterschiedlich. Während es vorher überwiegend Gespräche im Teenie-Slang mit ihren Freundinnen gibt, finden im zweiten Abschnitt vermehrt innere Monologe statt. Sie kann nicht an „Es“denken, will es nicht aussprechen. Die Leere und die Einsamkeit, die sie während der Zeit „danach“ empfindet, kann man förmlich durch die Zeilen hindurch spüren.

Spoiler Spoiler Spoiler Spoiler Spoiler Spoiler Spoiler Spoiler Spoiler
Kommen wir nun zu dem, was mir überhaupt nicht gefallen hat.
Nach der Vergewaltigung wirft Emma sich immer wieder vor, die Leben der Eltern, und vor allem die ihrer Vergewaltiger zerstört zu haben, indem sie Anzeige erstattet hat. Im Dorf werden sie und ihre Eltern gemieden. Die ohnehin nicht so gute Beziehung zu ihren Eltern leidet auch: die Mutter ist verhalten, versucht aber, hinter ihrer Tochter zu stehen. Der Vater ignoriert sie vollkommen. Einzig der Bruder steht seiner Schwester zur Seite.
Als der Vater dann beruflich in eine schlechtere Position versetzt wird, steht Emmas Entschluss fest: sie wird die Anzeige zurückziehen, damit alles besser wird. Das fand ich schon unglaublich, denn was sagt das bitte aus? Du bist es nicht wert, dass Du für dich kämpfst? Gib lieber auf, Dein Leben wird zwar nicht besser, aber stressfreier? Du wirst nicht mehr glücklich wegen dem, was passiert ist, aber bitte sieh zu, dass Dein Umfeld wenigstens glücklich ist? Aber das „Beste“ kommt noch: bei diesen Worten fängt Emmas Vater an, aufzublühen. Im Buch steht (sinngemäß): in seinen Augen glimmt wieder Hoffnung auf. Ihre Eltern denken, sie ist selbst schuld. Einzig Bryan sieht das Ganze vernünftig und versucht Emma davon zu überzeugen, den Prozess abzuwarten. Aber ihre Eltern sind der Meinung, dass alles besser wird, wenn sie die Anzeige zurückzieht. Was soll denn noch besser werden? Sie wird immer „das Mädchen aus Ballinatoom“ bleiben. Für ihre Unterstützer das Opfer, für ihre Gegner die, die selber schuld ist und es doch so wollte. Die, die die Leben der angeblichen Vergewaltiger zerstört hat. Sie wird doch dort nicht mehr glücklich werden? Die seelischen Narben bleiben.
Und was ist das für eine Moral? Dieses Ende ist ein Schlag ins Gesicht. Bryan sieht es realistisch: es kommt einem Schuldeingeständnis gleich. Es sieht so aus, als ob sie einfach „nur“ das Opfer sein wollte, als ob sie gelogen hat. Die Eltern müssen sie doch unterstützen, müssen ihr Rückhalt geben und ihr zeigen dass die Anzeige der richtige Weg war. Dass die Jungen ihre Zukunft selber zerstört haben. Sogar Fitzy, der nichts gemacht hat. Ja eben, nichts hat er gemacht! Warum hat er nicht gesagt, die anderen sollen aufhören? Warum hat er nicht vor der Polizei ausgesagt, dass Emma bewusstlos war? Wegschauen ist genauso schlimm!

Letzten Endes hat mir auch gefehlt, dass die Jungs für ihr Verhalten keine Konsequenzen hatten. Das war etwas eindimensional - schließlich hat nicht Emma das Leben der Vergewaltiger zerstört, das haben die ganz alleine gemacht.

Selbstverständlich gibt das Buch auch andere Botschaften mit.
Ein Vergewaltigungsopfer ist niemals „selbst schuld“.
Es gibt immer zwei Seiten einer Geschichte.


Aber es fehlt: Du bist es wert, dass Du für Dich einstehst. Dass Du für Dich kämpfst. Dass Du erhobenen Hauptes dein Leben weiterleben darfst. Und zwar, ohne die Tat zu verleugnen und Dich schuldig fühlen zu müssen.

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233 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 77 Rezensionen

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Ich beobachte dich

Chevy Stevens , Maria Poets
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 25.04.2018
ISBN 9783651025523
Genre: Krimi und Thriller

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70 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Ich schweige für dich

Harlan Coben , Gunnar Kwisinski
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.11.2017
ISBN 9783442487080
Genre: Krimi und Thriller

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