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zeitreise, fbi, london, jugendbuch, warp

WARP - Der Quantenzauberer

Eoin Colfer , Claudia Feldmann
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Loewe, 17.02.2014
ISBN 9783785579091
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schade, dass Eoin Colfer einen Actionfilm geschrieben hat!

Einen mit futuristischer Technik, Explosionen, Spannung und zugegebenermaßen überraschend viel Blut. Aber auch mit blassen Charakteren, Logiklücken und arg konstruierte Storylines und sogar einem Teaser der, in bester Marvelmanier, auf kommende Teile, hinweist.
Ein Jugendbuch ist es, ja. Aber keines, wie ich es von Colfer gewohnt bin, sondern Massenware, zum Großteil auf Kommerz hin geschrieben, so scheint es jedenfalls ... Schade schade!

Während des Lesens habe ich immer wider das Gefühl, dass sich der Autor beim Schreiben keine rechte Mühe gegeben hat, alles einfach passend schrieb. Das Wurmloch, der Deus ex Machina des Buches, erklärt alles, deckt alles auf und macht alles möglich. Fast nur als Beiwerk scheinen die zunächst unsympathischen, zum Ende hin jedoch immer liebenswerteren Protagonisten und der zu Beginn grandiose, zum Ende hin jedoch auf platte Bosheit und Übermacht geschriebene Antagonist, in der Geschichte zu sein. Oft hat man das Gefühl die Story formt die Personen, deren Entwicklung, deren Handlung und nicht, wie es eigentlich sein sollte anders herum. Zu wenig wird sich ernsthaft mit der Thematik von Zeitreise auseinandergesetzt und daraus Paradoxa und dergleichen entwickelt, sondern Zeittunnel vielmehr als Freibrief für allerlei fantastische Ideen genommen, die das Buch zwar punktuell interessant machen, aber in Gänze betrachtet schlicht zu viel des Guten und nicht immer passenden sind.
Mit einer derartig konstruierten Geschichte und durchwachsenen Hauptdarstellern verliert man schnell, die von Colfer grandios gezimmerte, Bühne des viktorianischen Londons aus den Augen sowie die kurzen, wunderbar geschriebenen Szenen, in denen der Autor zeigt, was er wirklich kann. Etwa wenn er Erzählstränge geschickt übereinanderlegt und den Leser durch Verzicht auf die indirekte Rede denken lässt das erzählte Erzählte wäre erzählte Realität, oder bildhaft Bühnenmagie beschreibt und den Leser gebannt auf das Prestige warten lässt. Auch die popkulturellen Anspielungen zaubern ein Schmunzeln auf das Gesicht, sind jedoch nichts im Verglich zu dem, aus den skurrilen Charakteren und abstrus genialen Plotttwists entstehenden, Humor eines Artemis Fowl.
Schade schade, dass Colfer nicht zuerst WARP und dann Artemis Fowl schrieb, so steht er im Schatten seiner Selbst, nimmt er sich die Show und lässt Veteranen seiner Bücher traurig ernüchtert zurück.
Dennoch kann WARP, wenn man auf krachende Unterhaltung steht und bereit ist über den einen oder anderen Logikfehler hinweg zu sehen, als Jugendbuch durchaus gefallen.


Leider bin ich ein Veteran. 

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