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105 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

wikinger, call of crows, walküren, götter, erotik

Call of Crows - Entfesselt

G. A. Aiken , Karen Gerwig
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.05.2016
ISBN 9783492280822
Genre: Fantasy

Rezension:

Willkommen in der verrückt-verdrehten Welt von G.A. Aiken/Shelly Laurenston! Wer ihre Dragon Kin oder Pride Reihe gelesen hat, wird ihren Stil bereits kennen und diejenigen, die nach dem ersten Buch nicht aufgegeben haben, werden sie dafür auch lieben. Ihre Charaktere kann man nur als abgehoben und verrückt bezeichnen, auch wenn man das durchaus liebevoll und positiv meint. Nun wünschte ich mir, dass ich genau das an dieser Stelle auch von „Call of Crows. Entfesselt“ sagen könnte. Über die zahlreichen Gründe warum das nicht der Fall war, werde ich euch hier nun erzählen. Und zwar ausführlichst und nicht unbedingt Spoilerfrei, also fühlt euch hiermit vorgewarnt ;)
Mit Kera hatte ich wohl die größten Probleme. Als Heldin war sie für mich vollkommen ungeeignet, unsympathisch und anstrengend. Zugegeben, ihr ganzes Leben wird auf den Kopf gestellt, aber sie ist schon eingebildet, wenn sie nach nicht mal zwei Tagen glaubt alles besser zu wissen. Da läuft sie mit ihrem Klemmbrett durch die Gegend und will überall Ordnung und Struktur reinbringen. In ein System, das sie gerade erst zu verstehen lernt und sich dabei übrigens nicht besonders viel Mühe gibt. Man erhält eher den Eindruck, als wäre sie mit ihrem zweiten Leben gestraft worden: egal um was es geht, sie ist anderer Meinung und sie nimmt sich auch nicht die Zeit ihre neuen Crow-Schwestern erstmal kennen zu lernen. Stattdessen verhält sie sich ihnen gegenüber arrogant und abweisend, als wäre sie etwas Besseres.
Nun hätte ein facettenreicher und in seiner Persönlichkeit starker Held vieles ausgleichen können. Leider misslang es der Autorin komplett Vig als solchen aufzubauen. Auf den Punkt gebracht ist er ein Schläger, der nicht viele Fragen hinsichtlich seiner Aufträge stellt, bei dem es nicht Liebe, sondern Lust auf den ersten Blick war, als er Kera gesehen hat und der zwar für sie eine Stütze ist, aber an dem sonst nicht viel dran ist. Die Autorin hat sich nicht mal um Charaktertiefe bemüht bzw. diese nur angedeutet indem sie ihnen schmerzliche Vergangenheiten zuschreibt. Bei Kera steckt sie etwas mehr Arbeit hinein, braucht diesen Aspekt aber nur für den Einstieg und die Extraportion Dramatik, in späterer Folge spielt das keine Rolle mehr. Bei Vig reichte es nicht mal für das. Die Beziehung zu seiner Schwester hätte so gut ausgestaltet werden können oder auch die zu seinen Vorfahren oder Freunden, aber all diese Charaktere blieben farblos und für mich uninteressant.
Man würde vermuten, dass die Autorin die Schwächen der Charakterdarstellung mit einem überzeugenden World Buildung und einer mitreißenden Handlung ausgleichen möchte, aber auch von dieser Hoffnung durfte ich mich rasch verabschieden. Die Grundidee von nordischen Göttern und ihren Anhängern zu erzählen, ist zwar nichts Neues, aber G.A. Aiken hätte ich eine geniale Umsetzung zugetraut. Schlussendlich wirft die Autorin aber nur mit Namen und Mythen um sich, sodass man (oder zumindest ich) gedanklich nicht immer mit kommt. Ich hat mir schon schwer all die Charaktere namentlich zuzuordnen, bei den Göttern und deren Zugehörigkeit war es vorbei. Die Probleme hierfür könnten aber auch darin liegen, dass ich mich in dieser Thematik gar nicht auskenne und die Autorin für diesen Fall zu wenig Rücksicht nimmt und ihre Leser einfach ins kalte Wasser schupst. Das gilt übrigens auch für den Einstieg ins Buch, denn plötzlich findet man sich mitten drin in der Handlung. So rasant es begann, so schnell war es wieder vorbei und für weitere Spannungshöhepunkte musste man lange warten. Schließlich musste die Autorin zuerst ihre neue Welt aufbauen, da blieb keine Zeit für eine Handlung mit überraschenden Wenden oder Enthüllungen.
Bis zum Schluss war ich mir hinsichtlich der Bewertung unsicher, aber alle Kritikpunkte zusammengekommen und der Umstand, dass mir 3-Sterne Bücher der Autorin immer noch besser gefallen haben, als „Call of Crows. Entfesselt“, lassen mir keine andere Möglichkeit. Ich wage nicht mal zu behaupten es läge an der Übersetzung, denn die grundlegenden Probleme müssen ja schon im Original enthalten sein. Übrig bleibt, dass ich mich bei keinem Buch der Autorin zuvor so gelangweilt habe wie hier, so sehr auf die Seitenzahlen geblickt habe um zu wissen wann ich es endlich ans Ende geschafft habe und so wenig bzw. gar nicht gelacht oder gegrinst habe (dabei war Aikens Humor immer der Grund warum ich ihre Bücher geliebt habe!). Und das Ende erst – einfacher ging es wohl nicht zum Abschluss zu kommen? Auf die Fortsetzung werde ich gerne verzichten. Ehrlich gesagt wüsste ich nicht mal um wen sich diese drehen sollte, denn die Nebencharaktere haben sich ja nicht grade gut gemacht. Daher, „nein danke“ von meiner Seite.

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

erotik, heiß, liebe, breeds, dna

Breeds - Jacobs Sehnsucht

Lora Leigh ,
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 14.01.2016
ISBN 9783802599767
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Ich muss ehrlich sagen, es fällt mir schwer (sowohl beim Lesen und auch bei der Bewertung) das mir bereits bekannte Wissen aus späteren Büchern außen vor zu lassen. Die Breeds Reihe erscheint im Original in zwei Verlagen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Das spiegelt sich auch in den Büchern wieder. So legt Lora Leigh in ihren früheren Büchern den Fokus deutlich auf die erotischen Szenen, während der Plot schwach ausgebildet bleibt. Das ändert sich erst mit Verlagswechsel und dem Leser präsentiert sich endlich die großartige Welt, die bisher nur angeschnitten wurde. Da ich all die Fortsetzungen, die nach „Jacobs Sehnsucht“ (bzw. um genauer zu sein, jene nach „Aidens Rache“) bereits kenne, hilft mir das Wissen daraus, Ereignisse und Informationen in diesen früheren Bänden besser zu verstehen und miteinander zu verknüpfen. Das darf und sollte auf die Bewertung keinen Einfluss nehmen. Ohne dieses Hintergrundwissen der späteren Bände wird leider deutlich, dass das World Building zum aktuellen Zeitpunkt noch schwach ausfällt und auch die Charakterdarstellung farb- und lieblos erscheint.
Mein erster Eindruck zu Faith war sehr positiv. Endlich haben wir eine Heldin vor uns, die sich nicht von Hormonen alleine beeinflussen lassen und dem Paarungsrausch verfallen möchte. Sie fordert mehr von Jacob als nur den körperlichen Aspekt ihrer Beziehung und ist erst nicht bereit sich für weniger an ihn zu binden. Leider bleibt sie sich selbst nicht treu und gibt doch viel zu früh ein. Jacobs Geduld sollte sich auszahlen und ohne von sich aus Eingeständnisse machen zu müssen, verändert sich Faith immer mehr. Ihre Gefühlsausbrüche, die zu Beginn noch kämpferisch erschienen, werden kindisch und naiv. Die Reaktion von Jacob unterliegt allerdings dem gleichen Schema, den er hätte ihr gerne mal einen Schritt entgegen kommen können. Stattdessen ist er so in seiner Meinung verfahren, die darüber hinaus nicht nachvollziehbar ist. In diesen Bereich zeigt die Geschichte große Lücken und ich hätte gerne auf so manchen Wutausbruch verzichtet, wenn die Autorin dafür mehr Zeit in die Ausbildung ihrer Charaktere investiert hätte.
Wie gesagt liegt der Fokus eindeutig bei der Erotik. Lora Leigh schneidet den Suspense Part eher halbherzig an, man hat das Gefühl sie würde ihn sogar nur als Grundlage für eine einzige Szene benötigen, die wiederrum ein Wendepunkt in der Beziehung zwischen Jacob und Faith sein soll. Abgesehen davon wird die Hintergrundgeschichte nicht voran gebracht und auch ansonsten habe ich das Gefühl, die Autorin hätte zu diesem Zeitpunkt in ihrer Reihe noch nicht genau gewusst wohin sie schlussendlich möchte und welche Grundlagen dafür zu schaffen sind.
Obwohl die Hintergrundgeschichte, die die einzelnen Bände miteinander verbindet, momentan noch nebensächlich ist und die Bücher nicht zwingend aufeinander aufbauen, würde ich zumindest empfehlen, vor „Jacobs Sehnsucht“ die Kurzgeschichte „Wolfes Hoffnung“ zu lesen. Diese beiden Geschichten bilden mit dem kommenden im Juni erscheinenden Band „Aidens Rache“ eine Einheit und sollten daher als solche gelesen werden. Daher darf man sich nicht wundern, wenn die eh schon flache Hintergrundhandlung hier nicht direkt abgeschlossen wird, sondern dazu dient zum nächsten Pärchen überzuleiten.
Im Großen und Ganzen genieße ich diese Reihe zwar und freue mich immer wieder über eine weitere Geschichte. Mir ist aber auch klar, dass ich über viele fehlende Informationen hinwegsehe, weil ich den größeren Zusammenhang längst kenne. Lesern, die sich strikt an die Reihenfolge halten, wird dieses Wissen fehlen und für einige könnte dies ein Kritikpunkt sein. Ich dagegen kann mich nur wiederholen und betonen welche große Entwicklung die Reihe vor sich hat. Und ich hoffe, ihr seid neugierig genug um selbst zu erleben wie viel Detail und Liebe Lora Leigh noch in diese Welt investiert. Für alle anderen bringe ich allerdings Verständnis auf, wenn sie sich gegen die Reihe entscheiden, denn „Jacobs Sehnsucht“ zählt auch für mich zu den schwächeren Bänden der Reihe, der nicht das Potential hat die Neugierde zu schüren.

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161 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 14 Rezensionen

kresley cole, immortals after dark, fabelwesen, vampire, fantasy

Verlockung des Mondes

Kresley Cole , Bettina Oder
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 03.07.2014
ISBN 9783802593956
Genre: Fantasy

Rezension:

Lange, lange ist es her, dass ich Paranormal Romances entdeckt und mich komplett in diesem Genre verloren habe. Kresley Cole war neben Nalini Singh, Gena Showalter und Christine Feehan eine der ersten Autorinnen, die ich aus diesem Genre gelesen habe und durch sie alle habe ich mein Herz daran verloren. Noch Jahre später kann ich mich nicht losreißen und freue mich, dass mich all diese Autorinnen so lange begleitet haben. Wie es aber so oft der Fall ist, erreicht jeder einmal den Punkt der Übersättigung und die Immortals After Dark Reihe betreffend war dieser für mich nach Band 12 gekommen bzw. als Kresley Cole die Spin Off Reihe begann. Egal wie begeistert ich über diese Entwicklung erst war, ich habe mit der Spin Off Reihe nie begonnen (die übrigens bis heute nicht über diesen ersten Band hinausgeht) und auch die Immortals After Dark Reihe blieb für die letzten drei Jahre von mir unangetastet.
Man ist von Kresley Cole, ihren Charakteren und Plotentwicklungen schon einiges gewöhnt, aber sie schafft es immer wieder diese Grenze auszudehnen. Die Autorin geht mit den Themen Gewalt oder Sex nicht gerade zimperlich um und kommt der jeweiligen Schmerzgrenze ihrer Leser oft gefährlich nahe. Trotzdem hat sie es immer noch geschafft wieder zu einem Punkt zurück zu kehren bei dem man sich nicht unwohl fühlt. Die Charaktere sind oft extrem in ihrem Verhalten, verändern sich aber zum Positiven, wenn sie mit (in den meisten Fällen) ihrer Gefährtin zusammen kommen (da doch die Helden die tortured heroes sind und weniger die Frauen). In „Verlockung des Mondes“ schlägt Kresley Cole erneut diesen Weg ein, schafft es für mich aber nicht rechtzeitig eine Veränderung einzuleiten. So blieb mir MacRieve lange zu aggressiv und feindselig und es bleibt den Nebencharakteren, im Besonderen seinem Zwillingsbruder Munro, überlassen sein absolut unmögliches Verhalten (ich möchte ein bestimmtes Wort nicht verwenden, ihr könnt es euch aber gerne selbst denken) Chloe gegenüber auszugleichen. Während die Hintergrundgeschichte der Reihe hier keine Entwicklung erlebt, sind es die sympathischen und offenen Nebencharaktere, die für positive Stimmung sorgen und etwas Humor vermitteln.
Den Anfang fand ich noch sehr schön (MacRieve zeigt seine einfühlsame Seite, man erlebt das enge Verhältnis zu seinem Bruder und erlebt wie sehr in bestimmte Ereignisse in seiner Kindheit geprägt haben), als jedoch eine bestimmte Information bekannt wird, kippt die Stimmung. An dieser Stelle hat mich die Autorin verloren, denn es gab in der Reihe bereits ähnliche Situationen und die Helden haben jedes Mal besser reagiert, als es hier mit MacRieve der Fall war. Bei ihm kam ab da seine aggressive Seite hervor und von den zarten Gefühlen zuvor blieb fürs Erste nicht viel übrig. Kresley Cole findet für ihre Helden die perfekten Gefährten und einen Seelengefährten zu finden ist für jeden das wonach er strebt. Dieser Vorstellung wird grade bei den Lykae eine große Bedeutung zugeschrieben und Gefährten als etwas Besonderes angesehen. Sie werden geschätzt und müssen beschützt werden. Mit dem Verhalten von MacRieve verrät die Autorin diese Vorstellung aber und in diesem Fall hätte die Heldin leider von ihrem eigenen Gefährtin Schutz nötig gehabt. Das ging sogar so weit, dass ich mir für Chloe einen anderen Helden gewünscht habe, der sie akzeptieren kann. Zwar lenkt Kresley Cole doch noch ein, aber wie sagt man so schön – zu wenig, zu spät.
Der zweite Kritikpunkt, der etwas weniger ins Gewicht fällt, ist die Nebenhandlung rund um Munro MacRieves Zwillingsbruder. Er steht MacRieve und Chloe stets zur Seite und versucht später auch die Wogen zwischen ihnen zu glätten. Er ermutigt sie hinter die offensichtlichen Tatsachen zu blicken und den Menschen wieder zu finden, den sie zuerst kennen gelernt haben. Als sich an einem bestimmten Punkt für ihn selbst alles zu verändern beginnt, war ich der festen Überzeugung die Autorin schafft hier den Übergang zum nächsten Buch und damit zu seiner Geschichte. Der Epilog deutet genauso darauf hin, aber bei näherer Recherche wird klar, dass sich keine der kommenden Geschichten um Munro drehen wird. Das hinterlässt bei mir einen schalen Beigeschmack, weil einem etwas versprochen wird, das es an dieser Stelle nicht gibt und in naher Zukunft nicht geben wird.
Schlussendlich dominierten in „Verlockung des Mondes“ die negativen Gefühle, es blieb kaum Platz für Romantik und Liebe. Während der Beginn noch so schön war und die Geschichte viel Potential hatte, ging es mit der Stimmung schnell bergab. Das schnelle Ende konnte daran nichts ändern, weil diese letzte Entwicklung der Charaktere nicht verständlich erscheint, sondern überstürzt, weil ja die letzte Seite naht. Zur Mitte hin hätte die Autorin die Szenen gerne kürzen und sich dafür mehr Zeit für das Ende nehmen können. Die Wertung direkt nach dem Lesen war noch vorsichtig positiv und ordnet die Geschichte dem Mittelfeld zu, rückblickend behält man allerdings die negativen Aspekte in Erinnerung und Enttäuschung macht sich breit. Kresley Cole kann es besser und ich hoffe, dass sie das in ihrem nächsten Buch unter Beweis stellt.

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143 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 13 Rezensionen

kresley cole, immortals after dark, fantasy, fabelwesen, romantasy

Dunkles Schicksal

Kresley Cole ,
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 05.03.2015
ISBN 9783802596230
Genre: Fantasy

Rezension:

Eine Frage hat mich während dem Lesen nicht losgelassen – War die Immortals After Dark Reihe immer schon so gewaltlastig? Und hassten sich auch die anderen Paare zu Beginn so stark? Die IaD Reihe sah ich stets als komplexe und detailliert konstruierte Paranormal Romance Reihe, mit einer Bandbreite an magischen Wesen und einem Plot, der die einzelnen Bände miteinander verbindet, sie dabei nicht dominiert und so die Geschichten in sich abgeschlossen sind. Zugegeben, ich habe vor drei Jahren zum letzten Mal diese Welt besucht, aber kann sich eine Reihe in so kurzer Zeit tatsächlich so ändern? In den letzten Bänden erkenne ich die Autorin gar nicht wieder, die mich damals so begeistern konnte und deren Reihe für mich zu den Must Haves in diesem Genre zählte.
Betrachte ich den Part „Liebesgeschichte“ in „Dunkles Schicksal“ separat, muss ich sagen, dass ich davon nur wenig mitnehme. Kresley Cole zeigt zwar auf warum sich die Charaktere nicht mögen, ja sogar hassen, aber anstatt diesen Teil ihrer Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich auf eine mögliche gemeinsame Zukunft zu konzentrieren, halten sie an diesen negativen Gefühlen fest. Anstatt einander zur Seite zu stehen, legen sie dem anderen Steine in den Weg. Es dauert sehr lange bis eine Vertrauensbasis zwischen ihnen entsteht. Im Gegensatz dazu bleibt für den schönen Teil einer Liebesgeschichte nur wenig Raum übrig, ihre Gefühle verändern sich schlagartig und plötzlich ist von Liebe die Rede, die man als Leser aber kaum miterlebt. Der Schwerpunkt liegt hier für mich bei einem ganz falschen Aspekt und dieser Hass zwischen ihnen zog die Stimmung so hinunter.
Weder zu Thronos noch zu Lanthe habe ich eine Nähe gespürt, einzig Thronos tat mir zeitweise Leid, weil er von seiner Gefährtin nicht loskommt, während sie ihn so komplett ignoriert, ja seine Werte und Vorstellungen sogar ins Lächerliche zieht und darüber lacht. Die Autorin möchte natürlich an einem gewissen Punkt das Happy End einleiten, die Emotionen der Charaktere müssen sich ändern und ihre Beziehung muss auf eine neue Ebene gehoben werden. Diese Entwicklung fand für mich viel zu abrupt statt, von einem Moment zum anderen wechseln die Charaktere von Hass zu Liebe und das kann nicht glaubwürdig erscheinen. Ihr weiteres Verhalten kann man schon als kitschig beschreiben.
Es gab in „Dunkles Schicksal“ einen einzigen interessanten Moment mit Nix, aber wie in so einigen Bänden zuvor verläuft auch hier eine mögliche spannende Nebenhandlung im Nichts. Kresley Cole wirft ihren Lesern einen Happen zu, einen kurzen Moment wie es sein könnte. Ein Moment, der einen an die fantastischen ersten Bände in der Reihe denken lässt, aber leider hält die Hoffnung nicht lange an und von diesem Auflackern bleibt nichts übrig. Ich möchte nicht wissen wie viele interessante Nebenhandlungen die Autorin bis jetzt schon so im Sand verlaufen hat lassen. Generell bleibt der Kreis der Nebencharaktere überschaubar und auch die Hintergrundhandlung, die es seit dem ersten Band gibt, steht seit mehreren Bänden still. Das liegt daran, dass die Autorin mit jedem neuen Buch auf der Zeitachse zurückgeht und so mittlerweile mehrere Bücher parallel verlaufen, die übergreifende Handlung an sich aber nicht vorankommt.
Ich stehe nun vor der Frage wie es für mich hier weitergehen soll. Meine Neugierde hat einen gewaltigen Dämpfer verpasst bekommen und obwohl ich zuvor noch so erwartungsvoll auf den kommenden Band „Endlose Nacht“ (OT: Sweet Ruin) gewartet habe, bleibt jetzt nur Enttäuschung und Ärger zurück. Ich weiß nicht, ob sich mein Geschmack so sehr geändert hat oder ob die Autorin ihre eigene Reihe tatsächlich an die Wand fährt und nur mit wenig Enthusiasmus in ihre eigene Welt zurückkehrt. Für mich ist erstmal Abstand notwendig, ob ich jemals hierher zurückkehre ist eher fraglich. Eine Reihe, die mich erst an dieses Genre gebunden hat und so lange zu begeistern wusste, kann ich nun nicht mal mehr empfehlen.

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138 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

poppy j. anderson, new york titans, football, liebe, 3. band

Titans of Love - Make love und spiel Football

Poppy J. Anderson ,
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 27.03.2015
ISBN 9783499269332
Genre: Liebesromane

Rezension:

Geht lieber in Deckung, denn die Charaktere schenken sich hier nichts und schon beim ersten Treffen fliegen die Funken. Beide haben ziemlich viel Temperament und stehen dem anderen in nichts nach. Mit „Make Love und spiel Football“ hat Poppy J. Anderson eine tolle Fortsetzung geschaffen in der der Frauenheld erfährt was es heißt zu lieben und emotionale Nähe zuzulassen. Die Heldin dagegen lernt Vertrauen in andere Menschen zu setzen und erlebt, wie es sein kann einen starken Mann an der Seite zu haben, der sie unterstützt und bestärkt.
Beim Lesen von „Make Love und spiel Football“ wurde mir eines in Bezug auf diese Reihe ganz besonders klar: ich liebe die Helden! Und zwar von Anfang an. Wie bei den vorherigen Büchern hatte ich zu Beginn auch hier ein paar Probleme mich mit der Protagonistin anzufreunden. Ich hatte den Eindruck, man bekommt zur ihr nur wenige Eindrücke und die wirklich wichtigen Aspekte erfährt man erst nach dem ersten Drittel. Während ich Brian sofort sympathisch fand (eigentlich war es ja noch früher, weil er im zweiten Band bereits verstärkt vorkommt und man da so manch schönen Einblick gewinnt) und er süß war, wenn er wegen seinem Spitznamen mal wieder aufgezogen wurde, brauchte es eine gewisse Zeit bis ich mich in Teddy einfühlen konnte. Dabei steckt in ihr so viel Potential und lernt man sie erstmal besser kennen, sieht man die unglaubliche Stärke, die in ihr steckt.
Wer Brian bereits kennen gelernt hat, wird sich wie ich auf seine Geschichte gefreut haben. Der Arme hat es im Team nicht immer leicht, kann sich aber auch durchsetzen, wenn es sein muss. Zu Beginn tat er mir noch richtig Leid, weil er gegen Teddy immer den Kürzeren zu ziehen schien, aber beim genaueren Hinsehen stellt man fest, dass er einfach sehr temperamentvoll ist und oft handelt ohne darüber nachzudenken. Er ist ein richtiger Hitzkopf, entwickelt sich im Laufe der Geschichte aber zu einem Mann, den man nur bewundern kann. Teddy hat es in ihrer neuen Position als Teamchefin nicht einfach. Zum einen sind da die Gründe, warum sie die Leitung übernommen hat, die sie emotional auslaugen und viel ihrer Kraft einfordern, zum anderen wird sie von vielen nicht ernst genommen, weil sie eine Frau ist. Frauen und Football? Nicht nur für die Spieler und die Presse passt das nicht ganz zusammen. Ihre Stärke fand ich bewundernswert, sie hat sich nicht unterkriegen lassen und immer wieder Versuche unternommen sich dem Team zu nähern.
Die Beziehung zwischen Brian und Teddy entwickelt sich nur langsam und verändert sich ständig. Von Konkurrenzdenken über vorsichtige Annäherung hin zu Vertrauen und Liebe gehen beide einen langen Weg, der so manche Hürde bereithält. Zwar herrscht von Beginn an ein gewisses Knistern zwischen ihnen, aber ihnen ist klar, dass es keine rein körperliche Beziehung geben kann, wenn sie zusammen arbeiten müssen. Nicht nur die möglichen Reaktionen des Teams, sondern auch jene der Presse, machen ihnen zu schaffen und so versuchen so viel Zeit wie möglich alleine zu verbringen und diese Momente auszukosten.
Nur kurz möchte ich die Punkte ansprechen, die für meinen Geschmack zu kurz kamen. So hätte ich mir gewünscht, wenn die Beziehung zwischen Teddy und ihrer Mutter etwas näher beleuchtet worden und den Ereignissen rund um ihren Vater und dessen Zustand mehr Aufmerksamkeit zuteil geworden wäre. Etwas übertrieben war für mich ihre rebellische Phase als Jugendliche. Es fiel mir schwer nachzuvollziehen, warum eine Mutter, die ihrem Kind offensichtlich so viel Liebe entgegen bringt, dieses so plötzlich und konsequent von sich weisen würde. Ich wunderte mich auch über den Konflikt zwischen Brian und seiner Mutter, da dieser im Laufe der Geschichte eher unterging.  Dies waren aber die einzigen Punkte, die nicht ganz stimmig waren und das Lesevergnügen nur geringfügig schmälerten.
Für mich persönlich ist Poppy J. Anderson bereits jetzt eine der Neuentdeckungen des Jahres und ich freue mich nicht nur auf die nächsten Bände in dieser Reihe, sondern auch auf ihre anderen Bücher. Langsam aber sicher landen immer mehr ihrer Bücher in meinem Regal und ich bin neugierig, wie viele ich davon bis zum Jahresende wohl gelesen haben werde. Ich die Bücher jedem empfehlen, der auf der Suche nach einer schönen Sports Romance Reihe ist, die aus deutscher Feder stammt. Locker leicht, mit viel Gefühl, Humor und genau der richtigen Menge an Sportfacts kann die Autorin überzeugen und begeistern – probiert es doch auch aus!

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615 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 61 Rezensionen

liebe, new adult, j.lynn, jax, stay with me

Stay with Me

J. Lynn , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Piper, 09.03.2015
ISBN 9783492306195
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

“Stay With Me” lässt mich sehr zwiespältig zurück. Einerseits empfand ich die Geschichte direkt nach dem Lesen als recht mittelmäßig, aber dennoch positiv (die Protagonisten waren viel versprechend). Auf der anderen Seite fehlte mir die Verbundenheit zu den Nebencharakteren, die kaum aus ihrer Hintergrundrolle ausbrechen konnten. Bei J. Lynn gibt es nicht „nur“ eine Liebesgeschichte, vielmehr spricht die Autorin sehr ernste Themen an und ihre Charaktere haben viel erlebt und gesehen, das sie noch immer beschäftigt. In den Vorgängerbänden fand ich das immer sehr gut in die Geschichte integriert, in diesem Band ist mir die Autorin aber über das Ziel hinaus geschossen. Und zwar weit darüber hinaus. Ich hätte Calla nie für eine TSTL Heldin gehalten, aber leider zeigen sich schon zu Beginn der Geschichte die Anzeichen dafür. Und das sollte erst der Anfang sein.
Der Klappentext selbst ist leider etwas irreführend. Er spiegelt zwar einige wichtige Ereignisse bei Calla und Jax wider, die zeitliche Abfolge stimmt allerdings nicht ganz und der Schwerpunkt liegt nicht bei Jax, wie es der Klappentext eigentlich vermuten lässt. Calla lernten wir bereits im Vorgängerband kennen, wobei sie dort noch als recht schüchtern dargestellt wurde. Nähere Informationen fehlten, was aber verständlich wird, wenn man mit „Stay With Me“ beginnt, denn Calla hat ihren Freunden wichtige Teile ihrer Vergangenheit verschwiegen. Die Geschichte beginnt damit, dass ihr Leben (mal wieder) komplett durcheinander gebracht wird und sie in ihre Heimatstadt zurückkehren muss um diese Situation zu klären. Hier fand sich für mich bereits das erste Problem, denn so wie Calla dargestellt wurde, konnte ich einfach nicht verstehen, dass ihr so ein Fehler passieren sollte, der zu diesem Chaos führte. Man erhielt eher den Eindruck, dass die Autorin unbedingt einen Grund brauchte um Calla schnell in ihre Heimatstadt zu bringen, der sie auch zwang längere Zeit dort zu verbringen.
Calla hätte mir sehr sympathisch sein können, wenn sie nur mal logisch nachgedacht hätte. Sie hat riesige Probleme, die sie alleine gar nicht meistern kann. Wie sie glaubt, das alles bewältigen zu können, blieb mir bis zum Schluss ein Rätsel. Nur gut, dass es die Menschen in ihrer Nähe besser wissen und so mancher tatsächlich Erfahrung mit diesen Dingen hat. Warum sie sich diese Ratschläge allerdings nicht zu Herzen nimmt, wird man als Leser wohl auch nie verstehen. Sie weiß beispielsweise wie gefährlich es für sie ist in dem Haus ihrer Mutter zu sein, aber trotzdem quartiert sie sich doch immer wieder ein. Irgendwo hatte man das Gefühl sie würde die Probleme quasi noch suchen.
Die größten Probleme hatte ich mit der Hintergrundgeschichte. J. Lynn spricht hier mehrere Themen an (Drogen/Alkoholprobleme der Mutter, Mafia, Identitätsdiebstahl, Verschuldung), die an sich schon sehr ernst sind. Für meinen Geschmack war es hier allerdings zu viel des Guten, denn dazu kommen noch versuchte Entführungen, Schießereien, Drohungen und so manches mehr. Kein Wunder also, dass bei all diesen Themen die Liebe fehlt. Sie hätte auch gar keinen Platz sich zu entfalten und zu wachsen. Erotik und sexuelle Anziehung ja, aber von Liebe war keine Spur. Und das beschreibt auch die (emotionale) Beziehung zwischen Calla und Jax, die sich wenig entwickeln konnte und man bekam den Eindrück es würde nur um die körperliche Nähe gehen. Von allen bisherigen Büchern berühte mich dieses hier am wenigsten, es war keine Gefühlsachterbahn und ich fühlte mich den Charakteren kaum verbunden. Während mir die Geschichte rund um Calla zu sehr aufgebauscht wurde, vermisste ich die tieferen Einblicke bei Jax. Er hat eine ebenso bewegende Vergangenheit und trägt die Narben dieser. Diesen Ansatz fand ich sehr gut und interessant und es ist schade, dass sich die Autorin nicht mehr hierauf konzentrierte.
Alles in allem ist „Stay With Me“ für mich eine Fortsetzung, die mit den ersten Bänden nicht mithalten kann. Ich habe bei J. Lynn immer bewundert, dass sie kein künstliches oder unnötiges Drama reinbringt, was hier allerdings nicht länger der Fall war. Je länger ich über die Geschichte nachdenke, umso mehr könnte ich sie kritisieren. Darum will ich diese Rezension mit dem Tipp schließen, das unnötige Drama nicht zu ernst zu nehmen und stattdessen die (wenigen) Momente der Zweisamkeit zwischen Calla und Jax zu genießen. In jeder Reihe gibt es ein Buch, das ein wenig nach unten zieht – ich hoffe, dass wir das für diese Reihe mit „Stay With Me“ nun erledigt haben und die Autorin in den nächsten Büchern zu ihrer bekannten Stärke zurück kehrt.

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815 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 113 Rezensionen

liebe, stuttgart, lieblingsmomente, liebesroman, träume

Lieblingsmomente

Adriana Popescu
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 13.08.2013
ISBN 9783492304467
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nachdem ich erst spät auf diese Autorin aufmerksam wurde (um genau zu sein, war das im letzten Jahr in Berlin) und es noch länger gedauert hat, bis ich ein Buch von ihr gelesen habe („Versehentlich verliebt“), freue ich mich jetzt darüber ihre früheren Werke kennen zu lernen. „Lieblingsmomente“ ist bei ganz vielen Lesern sehr gut angekommen und es gibt zahlreiche positive Stimmen dazu. Natürlich wurde meine Neugierde geweckt. Hat man Adriana Popescu einmal live erlebt, so wird man sie in ihren Büchern sofort wieder finden. Humorvoll und leicht verquer, locker leicht, aber auch ernst und berührend entführt sie uns nach Stuttgart und während man die Charaktere ins Herz schließt, geschieht das still und heimlich auch mit der Stadt, die man plötzlich selbst kennen lernen möchte. Zumindest ging es mir so.
Wenn ich ehrlich bin, habe ich das Buch schon etwas mit „Versehentlich verliebt“ verglichen. Dort hatte es für mich sofort Klick gemacht, ich habe mich wohl gefühlt, mich in die Charaktere verliebt und eine besondere Zeit mit ihnen verbracht. Ein ähnliches Leseerlebnis habe ich mir auch hier erwartet, „Lieblingsmomente“ wartet allerdings mit anderen Aspekten auf. Den Einstieg empfand ich daher etwas langatmig und wenig fesselnd. Natürlich wird einem klar, dass es wichtig ist Layla zu diesem Zeitpunkt kennen zu lernen und zu sehen wie ihr Blick auf ihr Leben, ihren Freund und ihre Träume ist. Denn nur so kann man auch ihren Wunsch nach Veränderung erkennen und erlebt all diese kleinen Momente mit, die klar machen, dass das Leben halt doch nicht perfekt ist. Oft scheitern Beziehungen grade an so kleinen Dingen und sich das einzugestehen ist nie einfach. Trotzdem brauchte es etwas Anlaufzeit bevor ich mich ganz in der Geschichte verlieren konnte.
In Layla können sich wahrscheinlich viele wieder finden. Zumindest ein kleines bisschen, denn es ist nicht einfach aus dem Alltagstrott auszubrechen und sich an jene Träume zu erinnern, die man früher hatte und die über den Alltag in Vergessenheit geraten sind. Für Veränderungen muss man Mut aufbringen und es war schön mit anzusehen, wie dieser in Layla immer größer wurde und sie Stück für Stück wieder sich selbst fand. Allerdings hätte ich mir gewünscht, wenn sie in Hinsicht auf Oliver früher eine Entscheidung getroffen hätte, unabhängig davon welchen Einfluss Tristan hätte. Tristan blieb für mich leider zu lange zu undurchsichtig. Persönliche Dinge erfährt man über ihn erst spät, nämlich als man sich diese bereits selbst zusammenreimen kann. Manchmal fehlt einem der männliche POV nicht, hier hätte ich mir gerne ein paar Einblicke in seine Gefühls- und Gedankenwelt gewünscht. Er unterstützt zwar Layla, er selbst scheint aber nicht voran zu kommen. Umso mehr freue ich mich jetzt auf das Bonuskapitel, das die Autorin aus seiner Sicht geschrieben hat.
Lieblingsmoment reiht sich an Lieblingsmoment und es sind tatsächlich die kleinen Dinge, die einen in Erinnerung bleiben und die an Bedeutung gewinnen. Adriana Popescu überrascht mit einem etwas ernsthafteren Tonfall als in „Versehentlich verliebt“, das von seinem großartigen Humor lebt. Dafür ist die Geschichte berührender und stimmt einen selbst zum Nachdenken an. Nur wenige deutsche Autorinnen können mich so begeistern, wie es hier der Fall ist. Man kann sich vorstellen, dass die Charaktere im richtigen Leben zum eigenen Freundeskreis zählen könnten und man Zeit mit ihnen verbringt. Und sie erweckt den Eindruck, als würde man selbst durch diese Stadt wandern und als könnte einem in jeden Moment einer der Charaktere entgegen kommen.
Ein paar Worte möchte ich noch zum Ende sagen. Für mich funktioniert es, weil ich weiß, dass es einen zweiten Band rund um Layla und Tristan gibt. Der Weg, den sie einschlagen, ist absolut nachvollziehbar und wenn wir ehrlich sind, dann hat die gesamte Geschichte genau dorthin geführt. Wäre dem nicht so, wäre ihre Beziehung nicht das Wahre. Beide haben viel über sich gelernt, haben gemeinsame Träume, aber auch eigene Wünsche, die es umzusetzen gilt. Man will sich später nicht fragen, ob man etwas versäumt hat. Für den ein oder anderen wird das Ende weniger gut passen, aber ich für meinen Teil sehe es nicht als Abschluss. Ihre Geschichte geht weiter und ich freue mich mit den Charakteren gemeinsam zu entdecken wohin ihr Weg sie noch führt.

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150 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

liebe, football, verlust, scheidung, poppy j. anderson

Titans of Love - Touchdown fürs Glück

Poppy J. Anderson ,
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 30.01.2015
ISBN 9783499269325
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nachdem ich den ersten Band der New York Titans „Verliebt in der Nachspielzeit“ bereits sehr schön und süß fand, stand für mich fest, dass ich diese Reihe weiter lesen werde. „Touchdown fürs Glück“ konnte nicht nur mithalten, sondern übertraf seinen Vorgänger was die Emotionen anging sogar noch. Die ersten Kapitel waren noch stark von Beschreibungen und Aufzählungen geprägt, aber danach findet man sehr gut in die Geschichte rein, die Charaktere sind sympathisch und ehe man sich versieht muss man zum Taschentuch greifen, weil einen ihr Schicksal so berührt. Glück und Trauer liegen in diesem Buch sehr nahe beieinander und die Autorin nutzt jede Seite um diese Geschichte auszuformen. Auch wenn man nur mal eben rein lesen möchte, zieht die Stimmung den Leser in den Bann und so ist es nicht verwunderlich, wenn man das Buch in nur wenigen Tagen liest.
Mein bisheriger Eindruck zu den Charakteren in dieser Reihe zeigt, dass ich zu den Helden viel schneller eine Beziehung aufbaue. Ich mag ihre natürliche und unkomplizierte Art. Nach John findet man diese auch bei Julian – er wirkt sehr zufrieden mit seinem Leben, genießt die Zeit bei der Arbeit und mit seinen Freunden und schafft es immer wieder angespannte Situationen mit ein paar Worten zu entschärfen. Keine Frage, er kann auch temperamentvoll sein, was seine Gefühlsausbrüche beweisen. Diese Leidenschaft macht ihn aber aus. Bei Julian merkt man rasch, dass Liv die Liebe seines Lebens war und er gerne eine zweite Chance hätte. Während Liv abblockt, versucht er an sie heran zu kommen. Das macht sie ihm gar nicht mal einfach, aber hier erleben wir dann weitere Züge an Julian. Er ist niemand, der anderen Fehler vorwirft oder nachtragend ist. Er sieht das Gute in den Menschen und in Liv und kämpft für eine Zukunft.
Mit Liv dagegen hatte ich zu Beginn so meine Probleme. Man erfährt kurz wie ihre Ehe war und dass es nach der Trennung lange keinen Kontakt gab. Aber die ersten näheren Einblicke in ihre Gefühlswelt waren nicht unbedingt positiv. Vielmehr fand ich ihr Verhalten unfair und kindisch. Zudem reagiert auch sie sehr temperamentvoll, schießt so manches Mal aber über das Ziel hinaus und kann damit verletzend sein. Erst mit der Zeit wird ihre Vergangenheit stärker aufgearbeitet und mit dieser Öffnung des Charakters kamen die Sympathie und die Tränen. Ich hätte nicht vermutet, dass mich diese Geschichte emotional so ansprechen würde, aber tatsächlich hatte ich bei mehreren Szenen mit den Tränen zu kämpfen.
Die Autorin spricht in diesem Buch sehr berührende Themen an und zeigt auf wie unterschiedlich Menschen auf das gleiche Ereignis reagieren und wie sie dieses prägen kann. Besonders gut gelang es Poppy J. Anderson jedoch aufzuzeigen, dass man sich dennoch nicht verlieren muss und es gelingt solche Schicksalsschläge zu überwinden. Ein solcher hatte die beiden getrennt und es war ein Weiterer nötig um sie einander näher zu bringen. Nie hätte ich diese Tiefe erwartet, was mich umso mehr überraschte. Neben diesen ersten Themen gelang es der Autorin dennoch humorvolle Szenen einzubringen und damit einen Ausgleich zu schaffen. Liv hat einen herrlichen Sinn für Humor und man merkt sofort, dass das Knistern zwischen ihr und Julian über die Jahre hinweg nicht verloren ging. Ebenso unterhaltsam waren die Interaktionen mit den Teammitgliedern der New York Titans. Kein Wunder also, dass ich mich nun besonders auf die Geschichte von Brian freue, der von seinen Kollegen in Sachen Liebe nur zu gerne aufgezogen wird, dem ich aber auch alles Glück der Welt gönne.

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234 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

football, liebe, new york titans, poppy j. anderson, presse

Titans of Love - Verliebt in der Nachspielzeit

Poppy J. Anderson ,
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 28.11.2014
ISBN 9783499269318
Genre: Liebesromane

Rezension:

Wer hier schon länger mit liest wird wissen wie sehr ich Sports Romances liebe, es aber auch schwierig ist, Geschichten zu finden, die eine schöne Mischung aus Liebesgeschichte und Sport haben. Außerdem muss ich zugeben, dass es deutsche Autorinnen auch noch ein bisschen schwieriger bei mir haben. Nichtsdestotrotz hätte ich blind sein müssen um nie zuvor von Poppy J. Anderson und ihrer Titans of Love Reihe gelesen zu haben. Die Neugierde wurde schon vor langer Zeit geweckt, jetzt ist der Rest an Zurückhaltung verflogen und es wurde endlich an der Zeit diese Reihe auszutesten. Und siehe da, ich wurde positiv überrascht und es scheint ganz so, als hätte ich eine Sports Romance Reihe gefunden, die ich nicht mehr aus den Augen verlieren sollte.
Poppy J. Anderson gelingt es von Anfang an eine angenehme Stimmung zu schaffen. Schon beim ersten Aufeinandertreffen von John und Hanna scheint der Humor durch, als Hanna den ach so bekannten Footballspieler nicht erkennt und ihn lieber der Kategorie Baseball zuordnet. Diese Natürlichkeit hat auch John sichtbar gut gefallen, denn ihm merkt man schnell an, dass er Hanna nicht aus seinen Gedanken bekommt. Das machte ihn mir sofort sympathisch und auch die Art, wie er immer wieder die Nähe zu Hanna suchte. Ihre Art dagegen sorgt immer wieder für Unterhaltung, sei es in ihrer Unwissenheit zu seiner Arbeit oder wenn sie in ihm eher einen Freund sieht, als einen Mann, der mehr von ihr möchte. Beide Charaktere konnten mich mit ihrer ungezwungenen und natürlichen Art überzeugen. Genauso schön war es zu sehen, wie der Held die Liebe auf den ersten Blick erlebt und Hanna gar nicht so leicht zu überzeugen ist, ihm eine Chance zu geben.
Sehr gelungen fand ich auch die Balance zum Sports Romance Part und die Vorstellung der New York Titans. Man fühlt sich von den Informationen rund um Sport und Training nicht erschlagen und muss Football in seinen Grundzügen gar nicht verstehen um dennoch die Begeisterung mitzuerleben. Interessant dazu fand ich die Darstellung der negativen Seiten, wie Medienrummel und aufdringliche Fans. Hanna hat da ganz schön zu kämpfen und muss sich in dieser Welt erstmal zurecht finden. Die ersten Konflikte fand ich noch nachvollziehbar, aber zum Schluss hin hätte ich mir doch gewünscht, wenn Hanna den Medien nicht ganz so viel Macht über ihr Leben gegeben und das besser hätte abgrenzen können. Auf der anderen Seite ist John damit sehr gut umgegangen und hat immer wieder unter Beweis gestellt, dass für ihn nur Hanna zählt.
Ich hatte vorhin bereits erwähnt, dass ich nur wenige Bücher von deutschen Autorinnen lese. Das liegt mitunter daran, dass ich den Stil oft als zu hölzern oder steif empfinde und ich in vielen Fällen die englischen Redewendungen im Kopf habe. Deutsche Ausdrücke passen da oft nicht rein, können mich sogar im Lesefluss stören. Bei Poppy J. Anderson hatte ich dieses Problem gar nicht. Nach wenigen Seiten hatte ich mich bereits an ihren Stil und Rhythmus gewöhnt und es hat überraschend gut funktioniert für mich. Es gibt also doch noch Ausnahmen für mich und ich freue mich in dieser Autorin eine gefunden zu haben. Schließlich bin ich neugierig auf weitere Spieler der New York Titans und freue mich nun besonders auf die nächsten Bände.

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46 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 5 Rezensionen

breeds, erotik, feurig, trauma, heiß

Breeds - Kiowas Verhängnis

Lora Leigh , Silvia Gleißner
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 04.12.2014
ISBN 9783802595462
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Gleich vorweg möchte ich klarstellen, dass in diesem fünften Band der Reihe zwei Geschichten enthalten sind. Zum einen Kiowas Verhängnis und die Kurzgeschichte The Breed Next Door, die auf Deutsch bereits unter dem Titel Lyras Leidenschaft erschienen ist. Wer darauf nicht eingestellt ist, könnte enttäuscht sein, wenn die erste Geschichte nach rund 220 Seiten endet. Wie man es von Lora Leigh gewohnt ist, überwiegt in diesem Buch der Anteil an erotischen Szenen. Die Hintergrundgeschichte bleibt schwach ausgearbeitet und auch Gefühlsmomente fehlten mir. Das kann allerdings der Kürze der Geschichte zugeschrieben werden und ich kann euch versichern, dass die späteren Bände da einiges wettmachen.
Mit Kurzgeschichten bzw. kürzeren Geschichten habe ich oft Probleme, weil ich das Gefühl habe, dass nicht alles erzählt wurde und sowohl die Geschichte, als auch die Charaktere nur oberflächlich angeschnitten wurden. Diesen Eindruck hatte ich bei Kiowas Verhängnis. Dafür, dass wir hier zum ersten Mal auf die Koyoten-Breeds treffen, erhalten wir vergleichsweise wenige Informationen. Diese Vorstellung hätte mehr als nur gut 200 Seiten verdient. Allgemein wirkte die Geschichte auf mich gehetzt. Amanda wurde mir bis zum Schluss nicht richtig sympathisch. Sie wirkte naiv und voreingenommen. Wie immer war es die körperliche Anziehung, die die Beziehung voranbrachte. Für eine emotionale Entwicklung blieb nur wenig Raum. Ein bisschen schade finde ich es, dass Treffen mit bereits bekannten Charakteren ausbleiben bzw. diese nur im Vorbeigehen mal erwähnt werden. Es bleibt bei wenigen bekannten Gesichtern, die hier für Beständigkeit sorgen. Außerdem fehlen mir bei der Hintergrundgeschichte weiter reichende Einblicke und Details. Natürlich ist mir klar, dass diese nicht in einer Kurzgeschichte geliefert werden können, aber das vermisse ich allgemein in den frühen Bänden der Reihe.
Viel besser hat mir dagegen die zweite Geschichte gefallen mit rund 100 Seiten. Das überrascht, aber tatsächlich waren mir diese Protagonisten um einiges sympathischer. Zwischen Lyra und Tarek lag so eine Spannung in der Luft, ihre Neckereien waren herrlich zu verfolgen und sehr unterhaltsam. Ich musste ständig grinsen, vor allem weil Tarek so süß war, wie er da mitten im Winter seinen Garten „umgestaltet“ oder wie er sich über ganz einfache Dinge wie Kaffee und frisch gebackenes Brot freuen kann. Mit ihnen hätte ich gerne noch mehr Zeit verbracht. Allerdings muss ich zugeben, dass die Hintergrundgeschichte auch hier eher flach war, aber von 100 Seiten darf man sich nicht mehr erwarten, wenn das Augenmerk bei den Charakteren selbst liegt.
Daraus ergibt sich für die erste Geschichte eine recht durchschnittliche C-Wertung, während mir „The Breed Next Door“ sehr gut gefiel und ein A-Rating bekommt. Ich habe schon so viele Bücher in dieser Reihe gelesen und trotzdem kann mich die Autorin noch überraschen. Und das bei einer Geschichte, bei der ich absolut nicht damit gerechnet habe. Die zweite Kurzgeschichte ist das beste Beispiel dafür, dass es sich lohnt auch diese im Auge zu behalten.

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245 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

liebe, weihnachten, flughafen, stuttgart, humor

Versehentlich verliebt

Adriana Popescu
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Piper, 10.11.2014
ISBN 9783492306362
Genre: Liebesromane

Rezension:

Es gibt immer wieder Autoren über deren Namen und Bücher man bereits öfters gestolpert ist, aber trotzdem fehlte so der letzte Funke um zum Buch zu greifen. Aus den unterschiedlichsten Gründen kann sich das allerdings ändern und plötzlich ist die Neugierde da. So war es bei mir und ich kann gar nicht genau sagen was schlussendlich der Auslöser war. Ich hatte bereits letztes Jahr das Glück die Autorin kennen zu lernen und sie konnte mit ihrem schrägen Humor sofort bei mir punkten. Ich war nun absolut begeistert, als ich Adriana Popescu in „Versehentlich verliebt“ förmlich vor mir sah. Durch ihre Persönlichkeit bin ich überhaupt erst neugierig auf ihre Bücher geworden und ich bin froh, dem eine Chance gegeben zu haben. Denn nun weiß ich nach welchen Büchern ich greifen kann, wenn mir nach einer locker-leichten und herrlich humorvollen Geschichte ist.

Erhofft hatte ich mir eine süße und humorvolle Geschichte und bekommen habe ich so viel mehr. "Versehentlich verliebt" erzählt die Geschichte von Pippa und Lukas (oder besser gesagt die von Jolanda und Tobias) und innerhalb kürzester Zeit verlieben sich die beiden nicht nur, als Leser verliert man sein eigenes Herz an sie. Die Geschichte selbst beginnt zu Weihnachten und findet ihren Höhepunkt eine Woche später, aber dieser erste Tag ist etwas ganz Besonderes. In Pippa kann man sich schnell hinein versetzen – sie fühlt sich wohl in ihrer Welt, braucht diese Geborgenheit, auch wenn sie von mehr träumt. Leider bleibt es bei den Träumen, denn die Angst davor etwas zu wagen ist zu groß. In ihr finden sich aber auch Gegensätze wider. Über ihre Selbstgespräche musste ich immer wieder lächeln und sie ist auf eine niedliche Art und Weise auch schlagfertig. Nicht alles spielt sich in ihrer Gedankenwelt ab, sie kann das durchaus ihrer Umwelt mitteilen. Wie sich zeigt braucht es dafür nur dem richtigen Gegenüber, bei dem sie sie selbst sein kann und nicht über jedes Wort nachdenken muss, das sie von sich gibt. Lukas ist im Grunde genauso schüchtern, obwohl man ihm das nicht so anmerkt. Mit seiner ruhigen und offenen Art kann er viel wettmachen. Die beiden ergänzen sich perfekt und die anfänglich leicht aggressiven Gedanken von Pippa schlagen bald eine neue Richtung ein. Bei Pippa und Lukas gibt es kein sich verstellen oder dem anderen etwas vorspielen. Die Stärke der Charaktere liegt in ihrer Natürlichkeit, die man auf jeder Seite beobachten kann.

Die Autorin hat einen herrlichen Humor. Ich habe selten bei einer Geschichte so viel grinsen müssen. Diese locker-leichte Stimmung schafft Adriana Popescu nicht nur über herrliche Anspielungen (Fans von Star Wars und Herr der Ringe aufgepasst), ihre Charaktere haben beide etwas von Nerds und sind so unglaublich süß und sympathisch. Es ist eine Unmöglichkeit sie nicht zu mögen! Dazu kommt eine wunderschöne Liebesgeschichte, die nicht ins Drama abrutscht, sondern diese Leichtigkeit behält, aber trotzdem emotional wird. In einem bestimmten Moment hätte man am liebsten in die Geschichte eingegriffen um Pippa vor dem Schmerz zu bewahren. Man sah es schon von Weiten kommen, trotzdem berührt es einen so sehr. Liebend gerne hätte ich noch mehr Zeit mit Pippa und Lukas verbracht und gesehen wie sie wohl im Alltag miteinander auskommen. Vielleicht gibt es ja hierzu irgendwann eine Kurzgeschichte. Und in der Zwischenzeit freue ich mich auf die anderen Bücher der Autorin, die es nun zu entdecken gilt.

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264 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

liebe, afghanistan, erotik, new adult, courtney cole

If you leave - Niemals getrennt

Courtney Cole , Silvia Gleißner
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.07.2014
ISBN 9783426515280
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Nachdem ich mir vom ersten Band mehr erwartet hatte, war ich skeptisch, ob mir dieser zweite Band besser gefallen würde. Von den Klappentexten ausgehend, hätte mir der Vorgänger mehr zusagen müssen, aber in diesem Fall war es Glück, dass ich den zweiten Band schon hier hatte und so einen guten Vergleich ziehen konnte. Und das war das Beste, das ich machen konnte, denn mit „If You Leave“ konnte mich Courtney Cole begeistern! Sie bringt darin all jene Aspekte an, über die ich gerne lese – allen voran wie Soldaten mit PTBS umgehen. Das ist in der heutigen Zeit ein Frage, die viele persönlich berührt und ich finde es faszinierend, wie unterschiedlich die Autoren es präsentieren können.
Ich war mir im ersten Moment nicht sicher, ob ich Madison als Heldin mögen würde. Im ersten Band war sie ziemlich schnell damit Vorurteile zu treffen und sie ihrer Schwester immer wieder an den Kopf zu werfen. Sie hat es ihr nicht leicht gemacht und wäre es nach ihr gegangen, hätte Pax bei ihrer Schwester sowieso keine Chance gehabt. Glücklicherweise sieht man hier frühzeitig wie sich ihr Blick auf ihn geändert hat und wie sehr sie den beiden ihr Zusammensein gönnt. Nichtsdestotrotz scheint hier und da die alte Madison durch, der es schwer fällt Bindungen einzugehen und sich auf andere Menschen einzulassen. Besonders leid tat es mir um ihre Freundin, die zwar Fehler macht, aber von Madison ziemlich schroff behandelt wird. Die Gründe für Madisons Verhalten sind zwar verständlich, stellen sie aber nicht ins beste Licht.
Eine viel stärkere Bindung habe ich stattdessen zu Gabriel aufgebaut, der damit zu kämpfen hat ins Zivilistenleben zurück zu kehren, aber dennoch ehrgeizige Pläne mit seinem besten Freund verfolgt. Courtney Cole geht bei ihm emotional sehr in die Tiefe, zeigt seine Ängste und auch das Gefühlschaos in dem er sich befindet. Eine Szene ging mir besonders nahe, weil sie zeigt, wie sehr ein Mensch an seine Grenzen getrieben werden kann. Nicht ganz nachvollziehen konnte ich seine Bindung an Madison, besonders zum Ende hin. Er ist derjenige, der an dieser Beziehung arbeitet, der Madison zur Seite steht, wenn sie ihn braucht. Er hätte genauso, wenn nicht sogar mehr, Unterstützung verdient.
Besonders gut haben mir hier die Nebencharaktere gefallen. Zum einen gibt es nicht nur ein Wiedersehen mit Pax und Mila (das an einem gewissen Punkt übrigens sehr emotional ausfällt), wir lernen auch Brand (den besten Freund) und Jacey, Gabriels Schwester, kennen. So herrscht in „If You Leave“ nicht nur ein Knistern zwischen Madison und Gabriel, sondern auch auf anderen Ebenen und es wird nie langweilig. Daneben mochte ich auch die Wortgefechte sehr, die mich mehrmals zum Grinsen gebracht haben. Und wer weiß, was sich hier sonst noch ergibt.
Einen Aspekt fand ich allerdings etwas schwach ausgeprägt, von dem ich mir schon im ersten Band gewünscht hätte, dass die Autorin mehr Wert darauf legt. Und das war das Familienrestaurant. Einerseits die Geschichte dazu, wie die beiden Schwestern dieses Erbe annehmen, wie das Leben als Restaurantinhaberin eben so ist und andererseits auch ihre Eltern bzw. welche Auswirkungen deren Beziehung auf die Schwestern hatte. Ich hätte mir mehr Zeit im Restaurant gewünscht und ebenfalls eine nicht ganz so oberflächliche und auch klischeehafte Betrachtung was ihre Eltern angeht Der zweite Kritikpunkt bezieht sich schließlich auf die Lösung, für die sich Courtney Cole hinsichtlich der PTBS entscheidet. Für mich ist es schwer vorstellbar, dass innerhalb so kurzer Zeit solche Erfolge erzielt werden können. Vielleicht hätte ich es eher geglaubt, wäre die Autorin hier mehr in die Tiefe gegangen.
Schlussendlich konnte mich dieser zweite Band überzeugen und neugierig genug machen um auch die weiteren Bücher der Autorin im Auge zu behalten. Dabei würde ich mir wünschen, wenn sie sich auf einige wenige Aspekte konzentriert und diese richtig ausarbeitet, anstatt viele Themen anzusprechen, dafür aber nur oberflächlich. Die Charaktere müssen nicht immer von außen beeinflusst werden um sich zu verändern oder etwas zu erkennen. Die innere Entwicklung ist viel schöner und davon wünsche ich mir mehr.

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872 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 100 Rezensionen

liebe, new adult, be with me, college, j.lynn

Be with Me

J. Lynn , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.05.2014
ISBN 9783492305730
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Durch J. Lynn bin ich überhaupt erst auf New Adult Bücher aufmerksam geworden und für mich war ihr Buch der ideale Einstieg in dieses Genre. Es gibt doch nichts Schöneres, als mit einem tollen Buch dieses Genre kennen zu lernen und positiv gestimmt an weitere Bücher heran zu gehen. Da ist es wenig verwunderlich, dass ich mir die Fortsetzungen zu „Wait for You“ natürlich nicht entgehen lassen wollte. Erneut verbindet J. Lynn viele tolle Elemente – eine berührende Liebesgeschichte, facettenreiche und tiefgründige Charaktere und ein Hauch an Dramatik.
Beide Charaktere haben wir über Cam bereits im ersten Band kennen gelernt. Dabei waren die Informationen zu Tess um einiges zahlreicher, schließlich hat ein bestimmtes Ereignis sowohl sie als auch Cam stark geprägt. Beim ersten Kennen lernen kam sie mir noch sehr schüchtern und ruhig vor, aber das ändert sich schnell und wir sehen Tess als offenen und positiv gestimmten Menschen. Sie hat einige Rückschläge zu verarbeiten und muss ihre Zukunft erstmal neu planen, aber sie bemüht sich trotzdem das Positive darin zu sehen. Anfangs ist das für sie natürlich einfacher, weil die Überlegungen zu einer alternativen Berufswahl eben nur Ideen sind, Tess ihren eigentlichen Plan aber nur aufschieben, nicht aufgeben musste.
Nachdem man bei Tess nun so ungefähr wusste welcher Weg sie erwartet, war ich bei Jase komplett überrumpelt. Schlussendlich hat seine Vergangenheit viel größere Auswirkungen, die niemand hätte vermuten können und die sich nun auch auf Tess auswirken. Jase selbst war mir sofort sympathisch. Er hat eine angenehm ruhige Art und auch als Leser fühlt man sich in seiner Gegenwart wohl. Auf dem ersten Blick genießt er das Collegeleben in vollen Zügen. Seine unbekümmerte Art kann nichts erschüttern und er ist immer für Neckereien zu haben. Als man jedoch erfährt was sich hinter der Fassade abspielt, geht einem sofort das Herz auf.
Bei beiden sind es auf den ersten Blick kurze Momente ihrer Vergangenheit, die nun ihre Zukunft bestimmen. Während sich Tess noch auf der Suche befindet, ist Jase schon länger klar wie es bei ihm weiter gehen soll. Noch hadert er mit einer Entscheidung, die er mit grade mal 16 Jahren getroffen hat, aber er sieht positiv in die Zukunft und im Laufe der Geschichte wird er sich über einige Sachen klar, die ihn lange beschäftigt haben. Teilweise war er der Verletzlichere, hatte Angst Vertrauen zu fassen und andere Menschen an sich heran zu lassen. Mit Tess an seiner Seite schafft er aber wichtige Schritte und ich würde ich freuen die beiden irgendwann wieder zu sehen und zu erfahren, wie es mit ihren gemeinsamen Leben nun weitergeht.
Im Vergleich zum ersten Band „Wait for You“ fand ich „Be with Me“ nur geringfügig schwächer. Ausschlaggebend dafür war aber nicht das Pärchen (die im Umgang miteinander übrigens so süß sind – ich sag nur „Cupcakes“), sondern vielmehr die Nebengeschichte um die Mitbewohnerin von Tess. Für mich blieben zu viele Fragen offen und ich hatte den Eindruck, dass dieses Ereignis mehr dazu bestimmt war Tess in eine bestimmte Richtung zu bekommen. Schließlich ist das ein ernstes Thema, das die Autorin hier aufgegriffen hat, das sich nicht mit einem Gespräch auflösen kann. Das zeigt ja auch die Situation an sich und es wäre nur konsequent gewesen diesen Part, wenn er schon aufgenommen wird, ernsthaft auszuführen und zu einem Abschluss zu bringen. Nichtsdestotrotz beeinträchtig dies die Geschichte an sich nur wenig und mit Jase und Tess verbringt man viele wunderschöne Momente, die das Herz zum Schmelzen bringen (Jack!). Gleichzeitig wird erneut die Neugierde auf weitere Charaktere geweckt und ich freue mich, wenn es mit den Fortsetzungen weitergeht.

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(340)

546 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 91 Rezensionen

liebe, drogen, new adult, courtney cole, if you stay

If you stay - Füreinander bestimmt

Courtney Cole , Rebecca Lindholm
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.04.2014
ISBN 9783426515273
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Entdeckt man ein Genre für sich, dann ist man zuerst vom Angebot überfordert. Man weiß gar nicht wo man anfangen soll, was einem gefallen könnte, in welche Richtung man lesen möchte. Ich habe mittlerweile einige Autorinnen kennen gelernt, deren Bücher ich im Auge behalten werde und nun war es an der Zeit Courtney Cole zu testen. Ich schleiche schon seit Wochen um die Bücher rum, war mir nie sicher und habe es nun einfach gewagt. Obwohl die Wertung eher durchschnittlich ausfällt, so bin ich doch froh über diesen Versuch und „If I Stay. Füreinander bestimmt“ wird sicherlich nicht das letzte Buch der Autorin gewesen sein, das ich lese. Bevor es nun ins Detail geht möchte ich noch darauf hinweisen, dass der Klappentext nicht ganz stimmt. Mila hilft zwar ab und zu im Restaurant, das ihren Eltern gehörte, aus, aber sie ist Malerin von Beruf und ist nur wenig in den Ablauf im Restaurant eingebunden. Da musste ich zum ersten Mal meine Erwartungen anpassen, hoffe aber, dass wir diesen Aspekt im zweiten Teil näher vorgestellt bekommen.
Mit Mila und Pax hat Courtney Cole zwei Charaktere geschaffen, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten. Sie ist das brave Mädchen, die Künstlerin, hat ihre Eltern verloren, aber findet in ihrer Schwester Halt. Er ist der Bad Boy, trinkt, nimmt Tabletten, nutzt Frauen aus, verhält sich rücksichtslos und arrogant. Als seine Vergangenheit ans Licht kommt, wird aber klar, dass er Unvorstellbares durchmachen musste und alles getan hat um dies zu verdrängen. Und es noch tut indem er sich in Drogen und Frauen verliert. Mila wird für ihn im wahrsten Sinne des Wortes zur Lebensretterin. Durch sie beginnt er umzudenken und in Frage zu stellen wie er die letzten Jahre gelebt hat. Weil ich grade davon spreche, dass sie seine Lebensretterin ist – im Buch gibt es so manche abstoßende Szene, aber lasst euch davon nicht beirren. Auf eine verquere Art und Weise passt es zur Geschichte.
Emotional hat mich Pax viel stärker erreicht, trotz seines unmöglichen Verhaltens. Bei all seinen negativen Charaktereigenschaften, seinem Drogenproblem, seiner Arroganz und Überheblichkeit (und zumindest beschreibt er sich selbst als Ar***), hat Pax aber auch sympathische Seiten und im Vergleich zu Mila mochte ich ihn sogar lieber. Er ist derjenige, der an dieser Beziehung arbeitet. Er umwirbt Mila, er möchte ihr nahe sein, er will sein Leben wegen ihr ändern und ein besserer Mensch werden. Mila dagegen glaubt, dass es gerechtfertig ist, ihn leiden zu lassen, schließlich müsste er die Konsequenzen auf sich nehmen. Das hört sich so an, als hätte er es verdient, obwohl sie ihm vorher immer wieder sagt, dass seine Kindheit ihn geprägt hat.
Teilweise hatte man den Eindruck Mila und Pax wären mit großer Leidenschaft Philosophen. Auf alles hatten sie die perfekte Antwort, immer erschienen diese wohlüberlegt, besonders bei Mila. Positiv gemeint könnte man es als schlagfertig bezeichnen, aber bei ihr fand ich es übertrieben. Am besten war das bei ihrer Interpretation ihrer Träume zu sehen, die Therapeutenverdächtig waren. Bei Pax gab es zumindest Gefühlsausbrüche, die so viel ehrlicher seinen Charakter zeigen, als auswendig gelernte Phrasen. Überhaupt werden manche Sachen hier zu Tode geredet und schon so genau analysiert, dass man sich wie bei eben erwähnten Therapeuten fühlt.
Obwohl mir die Geschichte an sich gut gefallen hat, waren es kurze Momente zwischendrin, die mich immer wieder fassungslos auf die Seiten haben starren lassen. Oft unüberlegte Aussagen, bei denen ich nur den Kopf schütteln konnte und mich fragte, ob man so naiv und blind sein kann. Das beginnt schon mit Pax, der seit Jahren Drogen nimmt, aber von sich sagt er habe da kein Problem. Er möchte schließlich nur vergessen und Spaß haben, was er durch die Kombination aus Tabletten und Alkohol erreicht. Eine weitere Aussage bezog sich auf einen Familienvater, der einfach jähzornig war und dem öfters die Hand ausgerutscht ist (mit der interessanten Unterscheidung, dass „Hintern versohlt bekommen“ nicht mit „geschlagen werden“ gleichzusetzen ist), aber er war ja trotzdem ein guter Mensch. Das waren für mich zwei der prägnantesten Szenen, die die Wertung nach unten drücken und auf die ich gut hätte verzichten können.
Durch diesen letzten Punkt wirkt die Rezension vielleicht negativer als es gemeint ist. Man darf nicht übersehen, dass ich das Buch in zwei Tagen gelesen habe. Die Geschichte liest sich flüssig, hat keine Längen, aber leider auch keine Aspekte, die sich besonders positiv hervorheben würden. Die Charaktere waren größtenteils sympathisch, die Hintergrundgeschichte an so mancher Stelle vielleicht etwas übertrieben, aber trotzdem gut umgesetzt und ich war neugierig wie die Charaktere wohl miteinander umgehen. Genauso freue ich mich auf die Fortsetzung rund um Madison. Sie war zwar in diesem Band sehr schnell damit Urteilen zu fassen, aber zum Schluss war an ihr doch eine Veränderung bemerkbar. Ich hoffe, dass die Autorin genau hier ansetzt und weitermacht. 

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369 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 57 Rezensionen

magie, fantasy, welten, buch, tyen

Die Magie der tausend Welten - Die Begabte

Trudi Canavan , Michaela Link
Fester Einband: 672 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 10.11.2014
ISBN 9783764531058
Genre: Fantasy

Rezension:

Zwei Welten, zwei Charaktere, zwei Schwerpunkte. In einer Welt herrschen Technik und Wissen vor, man ist bestrebt nach vorne zu kommen, sich zu entwickeln, Magie und Technik weiter zu vereinen. In der anderen Welt stehen Glaube und der Gedanke an das Leben nach dem Tod im Vordergrund. Engel spielen eine wichtige Rolle, genauso der Wunsch sein Leben nach den vorgegebenen Regeln zu leben um nach dem Tod ins Reich der Engel einzuziehen. Hätte ich letzteren Part aus dem Klappentext heraus lesen können, hätte ich etwas länger gezögert um das Buch zu lesen. Allerdings handelt es sich hier um Trudi Canavan und nachdem mir ihre Gilde der Schwarzen Magier Reihe so unglaublich gut gefallen hatte, musste ich einfach glauben, dass sie an diesen Erfolg anschließen kann. Dass ich zum Schluss froh war das Buch zuklappen zu können, spricht wohl nicht unbedingt für die Begeisterung, die ich mir erhofft habe.
Beim Klappentext muss man ein wenig aufpassen, schließlich stellt er nur eine Hälfte des Buches vor. Von Rielle und ihrer Geschichte ist hier gar nicht die Rede, obwohl sie auch sehr viel Platz einnimmt. Das hat mich erst gewundert und ich dachte, beide Welten wären verbunden und irgendwann würde sich der Weg der beiden kreuzen. Das mag vielleicht irgendwann in einem späteren Band der Fall sein, aber für den Moment haben wir zwei eigenständige Geschichten vor uns, deren Handlungen sich weder überschneiden, noch aufeinander auswirken. Die Weltanschauungen könnten nicht unterschiedlicher sein, obwohl die Grundsätze des World Buildings und der Magie ähnlich sind. Diese Gegensätze spiegeln sich genauso in den Charakteren wider, die als Gemeinsamkeit wohl nur haben, dass sie aus ihrem bekannten Leben ausbrechen bzw. herausgerissen werden.
Mit Tyen haben wir einen jungen und neugierigen Mann vor uns, der gerade erst begreift, dass die Welt so viel größer ist, als die Akademie sie lehrt. Seine Kräfte und Grenzen kann er gar nicht einschätzen, seine Neugierde ist aber schier grenzenlos und so macht er genau den richtigen Fund um seinen Wissensdurst zu füllen. Die angedeutete Liebesgeschichte darf man allerdings so nicht erwarten. Es entstehen zwar zarte Bande, aber schon aufgrund der Tatsache, dass Pergama/Vella ein Buch ist, sind ihnen Grenzen aufgesetzt. Diese Grenzen ihres Wesens beschreibt Pergama schon sehr früh, was den Wunsch nur verstärkt sie wieder als richtige Person zu sehen. Schnell wird klar, dass sich Tyen in Acht geben muss und sich für ihn alles ändern wird, wenn er Pergama nicht aufgeben möchte. Der Konflikt in dem er sich befindet, wird sehr gut beschrieben – er fühlt sich hin und her gerissen zwischen dem, was er in der Akademie gelernt hat und dem was die Welt bereit zu halten scheint, wenn er die Akademie hinter sich lässt. Das ist allerdings alles andere als einfach. In seinem Abenteuer wird er immer wieder von Charakteren begleitet, die auch nicht so ganz in die Gesellschaft zu passen scheinen, dafür aber umso besser zu Tyen.
Ich hätte so viel lieber mehr Zeit mit Tyen verbracht und ihn weiter begleitet, als dann mittendrin immer wieder zu Rielle zu springen. Ich bin ehrlich – ich fand ihre Passagen langweilig und uninteressant. Sie kann die Rückstände sehen, die zurückgelassen werden, wenn Magie verwendet wird, muss dieses Wissen aber geheim halten. Frauen haben in der Welt der Magie keine Zukunft, nur Männer können zu Priestern werden. Stattdessen träumt sie von der Liebe, möchte aber nicht in die Gesellschaft einheiraten, die ihre Eltern sich für sie vorstellen. Vielmehr fühlt sie sich zu einem Künstler hingezogen und fällt bald eine Entscheidung, die ihre Zukunft komplett auf den Kopf stellen wird. Religion und Glaube stehen so stark im Vordergrund, in das Magiesystem bekommen wir kaum einen Eindruck, was auch ihrer Rolle als Frau in dieser Welt zuzuschreiben ist. Ich habe mit passiven Heldinnen grundsätzlich meine Probleme, Rielle treibt es teilweise sogar auf die Spitze.
Trudi Canavan hat sich in „Die Begabte“ bemüht Gegensätze aufzuzeigen und zusammen zu führen, was in der Umsetzung aber zu wünschen übrig lässt. Es ist, als hätte sie zwei Geschichten gehabt, die in einer Welt mit Magie spielen und hätte sie in diesem Buch vereint. Nach Beenden des Buches würde ich sogar so weit gehen und sagen, dass es sich mehr wie eine Vorgeschichte anhört, als ein Reihenauftakt. Tyen und Rielle haben noch viel zu lernen, von ihren Fähigkeiten haben wir nur einen Bruchteil gesehen. Während Tyen immer mehr über seine Welt, die Vergangenheit und die Möglichkeiten der Magie lernt, will Rielle nur Wiedergutmachung leisten. Wenn ich ein Fantasybuch lese möchte ich in diese Welt hineingezogen und von all den neuen Aspekten überwältigt werden und nicht ein naives Mädchen wie Rielle begleiten.
So unterschiedlich wie die Charaktere war auch der Schreibstil. Spannend, rasant und auch mal actionreich bei Tyen. Ruhig, verträumt, nichts sagend bei Rielle. Während die Seiten mit Tyen nur so verflogen sind, bin ich bei Rielle kaum weitergekommen. Dementsprechend zwiegespalten bin ich, wenn es darum geht dieses Buch zu bewerten. Wäre es nur Tyen, könnte ich es sofort empfehlen. Rielle versetzt einem aber einen Dämpfer und wenn es nur sie geben würde, hätte ich das Buch wohl nicht mal beendet. Schlussendlich hat Trudi Canavan eine interessante und facettenreiche Welt erschaffen, in der mehrere Magiesysteme bestehen, sich aber nicht berühren. Bildgewaltig beschreibt sie ihre Welten und besonders bei Tyen hat man den Eindruck mit ihm gemeinsam durch die Lüfte zu fliegen und die Welt zu erkunden. Nur wegen ihm werde ich die Fortsetzung im Auge behalten und hoffe, dass seine Geschichte dann den größten Part einnimmt.

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687 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

rockstar, liebe, stage dive, las vegas, musik

Kein Rockstar für eine Nacht

Kylie Scott ,
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 06.11.2014
ISBN 9783802595035
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ein Rockstarbuch! Mehr brauche ich wohl nicht sagen, oder? Na, vielleicht doch, denn wenn ihr hier öfters mitlest, dann wisst ihr, dass ich immer auf der Suche nach einer guten Rockstar Geschichte bin. Allerdings ist es schwierig unter all diesen Büchern wirklich Gute zu finden. Die Stage Dive Reihe von Kylie Scott ist mir schon vor einiger Zeit aufgefallen und die englischen Bücher hatte ich lange im Auge. Nur der letzte Funke an Überzeugung hat gefehlt. Dabei war es so schön mit anzusehen wie die Autorin die Charaktere ins kalte Wasser wirft. Nach einer überstürzten Aktion finden sich beide in einer ungewohnten Situation, die erstmal Panik auslöst. Dass sie diesem neuen „wir“ dennoch eine Chance geben und in Momenten der Zweisamkeit emotional näher kommen, fand ich sehr berührend.
Die Ausgangssituation ist keine Neue – nach einer langen, von Alkohol geprägten, Nacht findet sich Evelyn am nächsten Tag mit einem Filmriss in ihrem Hotelbadezimmer wieder. Wie genau sie dort gelandet ist weiß sie nicht. Auch nicht, dass sie geheiratet hat. Ihr erster Gedanke ist Flucht, wäre da nur nicht der attraktive Mann, der den Weg versperrt und der überraschenderweise verletzt zu sein scheint, dass Evelyn keinerlei Erinnerung an ihn hat. Man möchte meinen solch eine Nacht kann das ganze Leben auf dem Kopf stellen, aber Evelyn konzentriert sich darauf die Ereignisse zu verdrängen. Wäre David nicht der, der er ist, hätte das vielleicht klappen können, aber so nimmt alles eine ganz andere Dimension an. Der Wunsch nach ihrem alten Leben bei Evelyn und Davids Gefühl betrogen worden zu sein bestimmen ihre nächsten Treffen.
„Kein Rockstar für eine Nacht“ ist ein gut gelungener Reihenauftakt. Kylie Scott zeigt auch die Schattenseiten des Rockstarlebens, wird dabei aber nie zu negativ. Vielmehr schafft sie einen realistischen Ausgleich zwischen all den Aspekten, die damit einhergehen. Ohne große Längen in der Handlung verbringen wir viele schöne und emotionale Momente mit den Charakteren. Hier und da fehlte mir aber leider etwas der Bezug. So konnte ich nicht ganz nachvollziehen warum Eveyln für David so wichtig wurde. Die Grundlage dafür scheint in dieser ersten Nacht zu liegen, die wir nie aus seiner Sicht erleben. Ich fühlte mich ein bisschen um diesen Moment betrogen, da er vielleicht hätte zeigen können, dass mehr als körperliche Anziehungskraft für ihr Zusammenkommen verantwortlich war. Auch die Nebencharaktere kommen noch etwas zu kurz und ihre Geschichten werden nur umrissen.
Stellenweise erinnert es mich allerdings doch sehr an die neue Rockstar Reihe von Nalini Singh. Oder besser gesagt – die Bücher von Singh erinnern an diese Reihe hier, denn Kylie Scott war mit ihrer Idee und Umsetzung früher dran. Ähnlich wie bei Singh sind die Charaktere hier auch sehr leidenschaftlich in allem was sie tun. Gefühle leben sie oft bis ins Extreme aus, laufen schnell heiß und sagen oft Dinge, die sie im Nachhinein bereuen. Sind sie nur zu zweit und alleine ist ihr Zusammensein so viel harmonischer und ruhiger und man lernt all ihre Facetten, Ängste und Hoffnungen kennen. In diesen Momenten können sie loslassen und sich in dem anderen wieder finden. Darin liegen auch die großen Pluspunkte dieser Geschichte, die zeigen, dass es manchmal besser ist die Welt außen vor zu lassen.
Für mich steht fest, dass ich diese Reihe weiter verfolgen werde, auch wenn sich Kylie Scott zahlreicher Klischees bedient, die Geschichte in mancher Hinsicht noch hätte vertieft werden können und das Drama zum Schluss hin ein bisschen zu viel des Guten war. Allerdings könnten die Nebencharaktere nicht unterschiedlicher sein und wecken die Neugierde – vom Drogenabhängigen über den Geheimnisvollen hin zum Kumpel, der mit jeder Frau flirtet und trotzdem nichts Ernsthaftes sucht ist für jeden etwas dabei und ruft man sich so manche Bemerkung in Erinnerung, die David und Evelyn sich Gefallen lassen mussten, ist man umso neugieriger zu sehen, wie sie das zurück bekommen werden.

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92 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

harpyie, die alten völker, panther, dark fantasy, band 6

Das Lied der Harpyie

Thea Harrison , Cornelia Röser
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 02.10.2014
ISBN 9783802594977
Genre: Fantasy

Rezension:

Wer hat die Neckereien, ach was, das waren schon ausgewachsene tätliche Angriffe, zwischen Quentin und Aryal im Vorgängerband nicht schon mitbekommen? Schon da wurde die Grundlage für die Geschichte der beiden gelegt, als sie beide bei den Spielen um einen Wächterposten kämpften. Es herrschte eine unglaubliche Spannung zwischen den Charakteren, die Funken flogen nur so, und man war neugierig auf ihre Vorgeschichte. Irgendwas muss es doch gegeben haben, dass sich die Fronten so verhärtet haben und sie so aufeinander losgehen. Der Aspekt mit der Vorgeschichte sieht dann tatsächlich etwas anders aus, aber ich kann verraten, dass die beiden allen Aspekten ihres Lebens mit voller Leidenschaft entgegen treten. Bei diesem Temperament ist es kein Wunder, dass immer Spannung in der Luft liegt und man mit angehaltenem Atem wartet was als Nächstes geschieht. Und das das ganze Buch über! Kein Wunder, dass ich es nicht aus der Hand legen konnte.
Die Ausgangslage selbst hatte mich etwas überrascht. Ich war davon ausgegangen, dass zwischen den beiden schon eine gewisse Basis besteht und sie das nur nicht eingestehen wollten. Dabei liegt die Ursache ganz woanders und ihr Hass aufeinander ist ernst gemeint. Sie treiben nicht nur den jeweils anderen an seine Grenzen, ihre ständigen Auseinandersetzungen sind auch für ihr Umfeld anstrengend. Aus diesem Grund schickt Dragos sie weg um ihr Verhältnis zu klären. Ihm ist es egal wie sie das schaffen, es muss halt eine Lösung gefunden werden. Schon früh fühlen sie sich zum anderen hingezogen, was ihren Zorn aber nur noch anfacht. Erst als eine bestimmte Sache aus der Welt ist, können sie sich mehr aufeinander einlassen und wir lernen ganz andere Seiten an ihnen kennen.
Quentin kennen wir schon seit dem ersten Band der Elder Races Reihe, denn an ihn wendet sich Pia als sie vor Dragos flüchtet. Ich habe mich sehr gefreut jetzt endlich mehr über ihn zu erfahren und auch über sein Verhältnis zu Pia. Nur hätte ich nicht unbedingt mit dem gerechnet was dann kam. Schön, dass Thea Harrison immer noch für Überraschungen sorgen kann. An Aryal haben mir besonders ihre Loyalität gefallen und ihre Verbissenheit, wenn sie etwas möchte. Sie gibt nicht auf, sucht immer weiter nach einem Weg und lässt sich nicht abbringen. Sie ist wohl eine der stärksten Heldinnen in dieser Reihe, verbiegt sich für niemanden und ist mit sich absolut zufrieden. Und hat ihrem Gefährten schon vor langer Zeit ein Versprechen gegeben, das mir immer wieder die Tränen in die Augen trieb! Trotz ihres Temperamentes und Hitzköpfigkeit ist sie ein ausgeglichener Charakter und ich mochte es, wie sie Quentin immer wieder zur Weißglut treiben konnte. Nicht, dass er ihr da nachstehen würde. Er kann genauso austeilen und bei den Wortgefechten schenken sie sich nichts.
Die Geschichte lebt grade in der ersten Hälfte vom Temperament der Charaktere. Sie lassen ihre Aggressionen aneinander aus und schon früh erlebt man den ersten Kampf mit. Die Autorin legt hier ein hohes Tempo vor, wobei sie ihre Charaktere da nicht mal ansatzweise an ihre Grenzen bringt. Das kommt erst später. Als Ausgleich gibt es auch wunderschöne ruhige und tiefsinnige Momente über das Leben und ihren Blick auf die Welt. Dabei ist Quentin viel zynischer als Aryal und sie öffnet ihm in vielerlei Hinsicht die Augen. Es war toll mit anzusehen wie sie sich öffnen, den anderen an sich heran lassen und schließlich ihr Vertrauen in ihn setzen. 
Einzig die Gegenspielerin fand ich etwas schwach. Man bekommt mehr den Eindruck, sie wäre nur Mittel zum Zweck um ein bestimmtes Ereignis herzuführen, das die Charaktere erst so richtig miteinander verbindet und den entscheidenden Stoß gibt. Für die Verletzungen, die Quentin und Aryal einstecken müssen, kam mir ihre Gegnerin zu schwach vor und der finale Kampf zwischen ihnen war auch eher auf der unspektakulären Seite. Aber auf das gesamte Buch gesehen war das zu verkraften und mehr von ihr hätte sowieso von Quentin und Aryal abgelenkt.
Thea Harrison bietet hier wie gewohnt beste Unterhaltung, allerdings wohl mit dem bisher aggressivsten Pärchen. Man darf grade zu Beginn nicht zimperlich sein, wenn sie sich gegenseitig an den Kragen gehen und es durchaus ernst damit meinen. „Das Lied der Harpyie“ ist eine tolle Fortsetzung, kurzweilig und spannend, dabei aber auch emotional, wenn wir private Einblicke in die Charaktere erhalten. Insgesamt war es ein sehr ausgeglichenes, fesselndes Buch, das für mich zu einem der Besten in der Reihe wurde.

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

celia, liebe, mord, ultimatum, pinte

Lady Celias gewagter Plan

Sabrina Jeffries ,
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 02.05.2014
ISBN 9783802594007
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Hellions of Halstead Hall Reihe zählt mit zu meinen Einsteigerbüchern in das Historical Romance Genre und ist neben den Bridgertons von Julia Quinn die Reihe, die ich am längsten verfolge und bei der ich die meisten Bände gelesen habe. Dabei konnte Sabrina Jeffries immer überzeugen, auch wenn es natürlich kleine Hoch und Tiefs in der Reihe gab. Nichtsdestotrotz habe ich lange auf die Geschichte von Celia und Mr. Pinter gewartet. Da musste ich sie natürlich schnell zwischen meine Finger bekommen. Abgesehen von ein paar Längen zur Mitte hin, war es erneut eine schöne Geschichte, obwohl ich glaube, dass die Autorin mehr daraus hätte machen können. Teilweise fand ich vorherige Wortgefechte und Aufeinandertreffen der beiden besser als sie hier waren.
Die Stärke dieser Reihe sah ich immer in den Charakteren selbst und in ihrer Interaktion. Nie ist nur das Pärchen für sich alleine im Mittelpunkt, die Familie spielt immer eine wichtige Rolle. Mal kommen sie mehr, mal weniger vor, aber sie sind da und mischen sich auch gerne mal in das Leben des jeweils anderen ein. Wenn es darauf ankommt können sie zueinander halten und man sieht sehr schön, dass für sie Familie das Wichtigste ist. Ein schönes Detail am Rande war für mich zudem die Liebesgeschichte rund um Großmutter Hetty, die bis zum Schluss nicht auslernt und ihre Enkel weiter beeinflussen möchte.
Jackson Pinter begleitet uns seit dem ersten Band und wir haben ihn als ernsten, manchmal etwas formellen jungen Mann kennen gelernt, der sich in seinem Beruf hochgearbeitet hat und ehrgeizige Ziele verfolgt. Hier lernen wir eine ganz andere Seite an ihm kennen, die zeigt, dass er auch verletzlich und unsicher sein kann. Und das nicht nur in beruflicher Hinsicht (ich sage nur, Selbstbewusstsein schadet nie!), sondern auch bei Celia. Er fühlt sich ihr nicht würdig und jede noch so kleine Aussage, die auch nur ansatzweise in diese Richtung deuten kann, greift er auf und legt sie so aus, dass er nie gut genug für Celia sein könnte. Das kann ich zwar zu einem Teil nachvollziehen, auf Dauer fand ich es traurig, dass er sich nicht früher stärker für sie einsetzte.
Celia dagegen hätte ich aus den vorherigen Bänden auch anders eingeschätzt. Alleine ihre Grundeinstellung zum Ultimatum ihrer Großmutter unterscheidet sich von jenen ihrer Geschwister. Im Laufe der Geschichte konnte sie mich immer wieder positiv überraschen – sie steht zur ihrer großen Leidenschaft und wünscht sich nichts sehnlicher, als einen Mann zu finden, der sie so akzeptiert wie sie ist. Zwar wäre sie bereit Abstriche zu machen, sich auch zu verändern, aber im Grunde ihres Herzens möchte sie frei sein. Bei ihr sind es nicht Ansehen und schicke Kleider, die ihr Leben prägen, Celia zeigt, dass sie sich in einfachen Verhältnissen genauso wohl fühlt. Sie ist unkompliziert und lebensfroh. Mit ihrer Neugierde und Begeisterung konnte sie mich schon früh von sich überzeugen.
Der größte Schwachpunkt bezieht sich auf einen Aspekt, der nicht nur bei diesem Band, sondern in der ganzen Reihe eine Rolle spielte. Nämlich die Hintergrundgeschichte rund um die Ermordung der Eltern der fünf Sharpe Geschwister. Dieser Part hat mich schon im ersten Band nicht interessant, in den nachfolgenden Geschichten noch weniger und auch hier hätte ich gut darauf verzichten könnten. Dabei wird dieser Handlungsstrang endlich zu einem Abschluss gebracht! Leider fand ich es zu keinem Moment spannend, die Ermittlungen haben sich vielmehr hingezogen und im Nachhinein betrachtet war es wenig spektakulär. Zu Beginn der Geschichte hatte ich noch erwartet, dass dieser Part mehr Raum einnehmen würde, aber glücklicherweise war das nicht der Fall.
Für mich bedeutet dieser Band den Abschluss der Reihe, denn die Geschwister haben ihr Happy End bekommen und der letzte Band um Devonmont spricht mich nicht an. Ich sehe da auch keine zusammenhängende Hintergrundgeschichte, womit sich das für mich erledigt hat und ich weiß auch gar nicht, ob der deutsche Verlag diesen sechsten Band überhaupt übersetzen wird. Dennoch kann ich diese Reihe all jenen Lesern empfehlen, die sich unter den Historical Romances erst umsehen und nicht mit historischen Details erschlagen werden wollen. Dazu kommen sympathische und humorvolle Charaktere, die die Gesellschaft gerne provozieren und für sich selbst keine Grenzen kennen!

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122 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

sommer, liebe, tod, freundschaft, sarah ockler

Der Geschmack des Sommers

Sarah Ockler , Bernadette Ott
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei cbt, 09.06.2014
ISBN 9783570309070
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Acht Jahre sind vergangen seit Delilah ihre Großmutter das letzte Mal gesehen hat. Fast vergessen sind die Sommer, die sie bei ihren Großeltern verbracht hat und die schönen Zeiten, die sie erleben durfte. Vom Familienleben ist nicht mehr viel übrig geblieben und es gibt tiefe Klüfte zwischen ihr und ihrer Mutter. Ihre Großmutter ist nun gestorben und so traurig das ist, so soll es für Mutter, Tochter und Tante doch einen zweiten Versuch in Sachen Familienleben mit sich bringen. Sarah Ockler hat hier mehr als ein Sommerbuch geschaffen – zu den leichten unbekümmerten Momenten, neuen Freundschaften, sonnigen Tagen voller Spaß, gesellen sich auch ernste Gedanken über die Vergangenheit, über Depressionen, über das eigene Leben und was man daraus machen möchte.
Delilah setzt sich schon früh mit der Vergangenheit auseinander. Bei dieser (erzwungenen) Pause von ihrem sonstigen Leben, merkt man direkt wie sie zur Ruhe kommt. Sie wird immer ruhiger, weniger aggressiv und nachdenklicher. Sie nimmt auf andere Rücksicht und gibt in Situationen nach noch bevor ein Streit ausbrechen kann. Ihrer Mutter kann sie sich nicht anvertrauen und während diese oberflächliche Erklärungen für Delilahs Verhalten sucht, stellt sie selbst das nicht richtig. Das habe ich eigentlich nicht verstanden, denn Delilah könnte hier gut Unterstützung gebrauchen und weiß man erst mal wie das Ganze aussieht, versteht man auch warum sie sich so verhält.
Mit jeder Kindheitserinnerung, jedem Geräusch, jedem Geruch, die sie den Besuchen bei ihrer Grandma zuordnen kann, lernt sie mehr über die Vergangenheit. Schon früh erkennt sie, dass sie wertvolle Zeit mit ihrer Oma verloren hat, obwohl hier noch nicht klar ist warum es zu diesem Streit kam weswegen der Kontakt dann abgebrochen wurde. Die Tagebucheintragungen ihrer jung verstorbenen Tante vermitteln ihr weitere Eindrücke und lässt sie weiter in das Familienleben weit vor dem Streit blicken.
Bei ihrer Mutter geht es immer nur um später, morgen, nicht jetzt. Alles wird aufgeschoben was persönlich sein könnte. Die Karriere ist ihr wichtiger und die Familie vergisst sie darüber. Und trotzdem rechtfertigt sie sich immer, wenn sie länger arbeiten muss oder genau den einen Anruf noch entgegen nehmen sollte. Man merkt also, dass da etwas nicht stimmt und dass sie die Arbeit auch als Ausrede nimmt. Ich hätte zu gerne einen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt bekommen um auch ihre Entwicklung verstehen zu können.
Grade die Unterschiede sind es, die mir hier so gut gefallen haben – im einen Moment ist die Stimmung so entspannt und fröhlich, bevor man sich gegenseitig wieder Vorwürfe macht und nicht auf den anderen zugehen kann. Für mich wird es nicht das letzte Buch von Sarah Ockler gewesen sein. Zwischendurch hatte es zwar ein paar Längen, aber die Autorin regt zum Nachdenken an und zeichnet gleichzeitig eine schöne Liebesgeschichte, die auf vergangener Freundschaft beruht und darüber hinaus wächst.

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59 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 5 Rezensionen

breeds, liebe, breed, roni, schwange

Breeds - Kanes Verlangen

Lora Leigh , Silvia Gleißner
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 05.06.2014
ISBN 9783802591051
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Auf Kanes Verlangen haben wir lange gewartet, ich sogar noch länger, weil ich all die späteren englischen Bände bereits kenne. Nur haben mich die ersten Geschichten bis jetzt nie so angesprochen, darum habe ich die Möglichkeit sie nun in der Übersetzung zum ersten Mal überhaupt zu lesen. Und obwohl ich weiß wie sich diese Welt weiter entwickelt und was noch passiert (und ich würde jedem raten die Reihenfolge einzuhalten, weil doch einige Jahre bis zu den aktuelleren Bänden vergehen), ist es trotzdem immer wieder schön in diese Welt zurück zu kehren. Das Schicksal von Sherra und Kane hat mich schon in vorherigen Büchern neugierig gemacht, weil man da bereits einen kurzen Einblick in ihre Situation erhält. Insgesamt hätte ich erwartet emotional mehr berührt zu sein, aber man merkt, dass hier der Schwerpunkt doch noch stärker bei der Erotik liegt, was aber keinesfalls schlecht ist.
Ich kann schlecht benennen was genau mir nicht gefallen hat – diese Geschichte hätte das Potential gehabt zu meinen Lieblingsband der Reihe zu werden, aber es waren Kleinigkeiten, die das schließlich verhindert haben. Sherra und Kane mussten beide lange mit Lügen leben und ihre Entscheidungen wurden natürlich von diesen geprägt. Als sie nun wieder aufeinander treffen ist dies alles andere als einfach. Ihre Vergangenheit holt sie beide ein, allerdings hatte ich das Gefühl, dass Kane eher bereit war sich auf Sherra einzulassen als umgekehrt. Diese ist nicht gewillt von ihrer Meinung über Kane abzuweichen und andere, neue Eindrücke zuzulassen. Damit blieben die negativen Gefühle lange bestehen, obwohl das Knistern zwischen den beiden deutlich bemerkbar war.
Ein weiterer Kritikpunkt trifft aber nicht speziell auf dieses Buch zu, sondern generell auf alle früheren Bände der Reihe. So schön das auch ist, dass sich die Autorin ganz auf ein Pärchen konzentriert, so sehr fehlt mir doch das Umfeld. Ich möchte mehr über die Welt wissen, über die Vorgänge mit denen sie zu kämpfen haben um ihre Unabhängigkeit zu etablieren, über die anderen Charaktere, die zwar vorgestellt werden, aber bei denen weitere Einblicke fehlen. Im Vergleich dazu sind spätere Bände detailreicher und der Fokus liegt nicht nur auf der Erotik. Ich persönlich mag das lieber, aber leider muss man akzeptieren, dass Lora Leigh von ihren englischen Verlagen teilweise sehr in eine bestimmte Richtung gedrängt worden war.
Schlussendlich fehlte mir hier die Tiefe. Die beiden Charaktere mussten Schreckliches durchleben, aber die Autorin konnte mich damit nicht ganz erreichen. Sie hat es zwar erzählt, aber nicht gezeigt, zumindest für mich nicht genug. Nichtsdestotrotz habe ich das Buch verschlungen – Lora Leigh schafft es immer wieder mich in ihre Welt zu ziehen und auch wenn ich mir mehr gewünscht hätte, so hat mich die Geschichte doch begeistert und ich freue mich auf die paar Bände, die ich tatsächlich noch nicht kenne. 

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182 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

liebe, romanze, dialog, wie wir uns aus versehen verliebten, verlust

Wie wir uns aus Versehen verliebten

Kristen Tracy , Eva Müller-Hierteis
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei cbj, 23.06.2014
ISBN 9783570158012
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich wollte mir in diesem Sommer bewusst mehr Zeit für locker leichte Bücher nehmen, die vielleicht auch im Sommer spielen oder zumindest dieses Gefühl vermitteln. „Wie wir uns aus Versehen verliebten“ konnte mich auf keiner Ebene erreichen. Ich kam weder den Charakteren näher, noch fand ich die Handlung an sich interessant. In den Grundzügen ist die Idee nicht schlecht, die Umsetzung war für mich nur oberflächlich gelungen. Mir fehlten die tieferen Einblicke in die Charaktere und ihre Gefühlswelt und obwohl man aufgrund des Stils schnell vorankommt, hat es mich nicht gefesselt.

Werfen wir noch einen genaueren Blick auf die einzelnen Aspekte. Das große Problem blieb für mich die Grundidee. So interessant es auch klingt, dass sie sich nur über diese Telefonate kennen lernen und miteinander kommunizieren, so viele Schwächen bietet diese Möglichkeit auch. Man erfährt kaum etwas über das Umfeld, nur wo sie sich grade aufhalten und auch von den Charakteren konnte ich mir kein Bild machen – weder optisch noch auf ihre Persönlichkeit bezogen. Mit den Informationen zu ihrer Vergangenheit, ihrem Alltag oder auch ihrem Gefühlsleben bleiben sie sparsam. Grade Letzteres fehlte mir sehr. Du weißt nie in welcher Stimmung sie sich befinden, denn während sie am Telefon etwas Bestimmtes sagen, hat man doch vom Klang der Unterhaltung her das Gefühl es würde in eine ganz andere Richtung gehen. Die tieferen Einblicke fehlten, auch bei ernsteren Themen. Diese werden zwar mal angesprochen, aber nie vertieft. Und dieses in den Raum werfen und dann ignorieren können die beiden wirklich gut. Ich für meinen Teil hatte bis zum Schluss keine gefühlsmäßige Bindung zu den Charakteren.

Stattdessen hatte ich den Eindruck die Charaktere wären unnötig aggressiv. So viel wie sie am Telefon diskutieren und bei dem was sie sich gegenseitig an den Kopf warfen fragte man sich schon, warum sie überhaupt miteinander telefonieren. Im Klappentext ist die Rede davon, dass sie sofort einen Draht zueinander haben, aber davon merkt man nichts. Vielmehr bedrängen sie den jeweils anderen und wollen Dinge erfahren, die derjenige offensichtlich (noch) nicht preisgeben möchte. Da laufen die Emotionen schon mal heiß und im nächsten Satz wirkt alles wieder ganz normal. Es gibt keine Sprechpausen, keine Momente des Schweigens, keine schönen Übergänge bei den Themen über die sie sprechen. Stattdessen ist alles aneinander gereiht – die Gefühle springen hin und her, bei den Themen ist es das Gleiche.

Genauso schwach fand ich die Hintergrundgeschichte und es passiert doch ewig nichts. Auch Lucys Verhalten war für mich nicht nachvollziehbar. Ihre Ausreden klangen schon während der Geschichte aus der Luft gegriffen, aber im Nachhinein betrachtet frage ich mich doch, was sie damit überhaupt erreichen wollte. Schließlich hat sie James beim ersten Mal nicht absichtlich angerufen, danach immer wieder zurück gewiesen und es war eindeutig James, der diese Freundschaft pflegen und weiter bringen wollte. Schlussendlich hatte diese Geschichte nicht viel von dem locker-leichten Sommerbuch, das ich mir erwartet hätte. Dafür hat es mich zu kalt gelassen und ein bleibender Eindruck fehlt auch. So interessant sich die Idee auch anhörte, es sollten wohl andere Autoren dabei bleiben, die es besser und auf einer anderen Gefühlsebene umsetzen können.

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141 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

hollywood, liebe, sternengewitter, sterne, star

Sternengewitter

Kim Culbertson , Stephanie Singh
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbt, 09.06.2014
ISBN 9783570309162
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als ich auf der Suche nach Sommerbüchern war kam ich um „Sternengewitter“ von Kim Culbertson gar nicht herum. Es versprach ein unterhaltsame leichte Lektüre zu sein, mit schönstem Summer Feeling, sympathischen Charakteren und mehr als nur einen Blick in den Himmel. Da dieses Gefühl genau zu meiner Stimmung passte und ich heuer endlich mal rechtzeitig Sommerbücher lesen wollte (und nicht erst wieder im Herbst), musste dieses Buch gar nicht lange im Regal bleiben. Auf die erste Überraschung musste man nicht lange warten. Von der Stimmung her hätte ich eine viel leichtere Geschichte erwartet, doch Kim Culbertson schlägt einen ernsteren Ton an.
Mir waren Carter und Adam von Anfang an sympathisch, obwohl es zwischendurch immer mal wieder kurze Momente gab, die mich ins Grübeln brachten. Diese Momente waren es, die die Charaktere für kurze Zeit nicht authentisch wirken ließen, sondern aufgesetzt. Das mag bei Adam vielleicht Absicht sein, weil er Schauspieler ist und der Welt selten sein wahres Gesicht zeigt, aber bei Carter hat es mich doch überrascht. Die beiden verbringen zudem viel Zeit ohne Anwesenheit der Presse und in diesen Augenblicken kommt das Ernsthafte bei ihnen durch. Plötzlich ist die Leichtigkeit weg und sie unterhalten sich über tiefgründige Themen. Wenn ich von nicht authentisch rede, sind es diese Momente, die mir da auch durch den Kopf gehen. Ich möchte ihnen diese Gedanken- und Gefühlswelt nicht verwehren, aber so wie Carter bei Adam Probleme hatte seine beiden Seiten zu vereinen, so ging es mir bei beiden auch öfters. Die Autorin wollte mehr aus ihnen machen, als in ihnen steckte und so wirkte ihr Verhalten nicht immer schlüssig.
Absolut hinreißen konnten mich Carters Freunde. Wenn auch ein wenig Klischeebehaftet, so mochte ich sowohl die beste, von Stars und Sternchen besessene beste Freundin, als auch den besten Freund von nebenan, der in anderer Weise von Sternen besessen ist und mit dem das in die Sterne gucken zu etwas ganz Besonderem wird. Sie sind einerseits eine Stütze für Carter, bringen aber auch andere Seiten an ihr hervor. Carters Bruder bringt da noch mal von einer ganz anderen Seite einen Konflikt rein, wobei dieser Aspekt nur angeschnitten wird. Bei solchen Aspekten bin ich der Meinung, dass man sie entweder richtig ansprechen soll oder gar nicht. In diesem Fall blieb es mir zu oberflächlich und zu wenig durchdacht. Dennoch vermittelt die Autorin hier ein wunderbares Bild einer Kleinstadt, in die ich mich sofort verliebt habe und wo man sich einfach wohl fühlen muss.
Bis kurz vor Schluss hatte mir das Buch noch sehr gut gefallen, doch dann kamen zwei Aspekte auf, die dann für Punkteabzug sorgten. Ich war sowohl von Carter als auch von Adam enttäuscht. Von Adam wie er seinen Status als Schauspieler und Hollywoodstar betrachtete und von Carter, die so aufgeschlossen wirkt, aber teilweise doch so in ihren selbst gesetzten Grenzen fest hängt. Streckenweise war mir die Geschichte auch zu konstruiert, lief zu sehr nach Plan ab und mir fehlten die unerwarteten Momente und Überraschungen. Hier war alles von Anfang bis zum Ende geplant, alles verlief wie nach Drehbuch, nicht nur in der Beziehung, die Carter und Adam nach außen zeigen sollten, sondern auch hinter den Kulissen. Beim nächsten Mal möchte ich auch gerne überrascht und mitgerissen werden!

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278 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 40 Rezensionen

liebe, vampire, julie kagawa, vampir, dystopie

Unsterblich - Tor der Nacht

Julie Kagawa , Charlotte Lungstrass-Kapfer
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.05.2014
ISBN 9783453268692
Genre: Jugendbuch

Rezension:

So manch einer wird Aufseufzen, wenn von einer weiteren Vampirreihe die Rede ist, aber lasst euch gesagt sein, dass Julie Kagawas Vampire keineswegs in ein Schema passen. An ihnen ist nichts verklärt, sie umgibt kein romantisches Bild, keine rosarote Brille. Sie werden als die Monster dargestellt, die sie sind. Die in den Menschen (meistens) nur eine Nahrungsquelle sehen und selbst an der Spitze der Nahrungskette stehen. Die die Herrschaft übernommen haben und über ihre Städte regieren. Julie Kagawa hat damit eine düster gezeichnete Welt erschaffen, in der die Menschen ums Überleben kämpfen müssen. Mitten drin ist unsere Heldin Allie, deren Leben sich in einer Nacht entscheidend geändert hat und die nun auf der Seite der „Anderen“ ihren Platz suchen muss.
„Tor der Nacht“ schließt direkt an seinen Vorgänger an und wir sind erneut mit Allie auf dem Weg zu ihrem nächsten Ziel. Zum Ende des ersten Bandes hat Allie eine Entscheidung getroffen und sich auf die Suche nach ihrem Schöpfer gemacht. Hier erleben wir nun wie sie ihnen immer näher kommt und ihre Beziehung zu Kanin wird verstärkt. Über Träume erlebt sie seine Qualen mit und es wird immer wichtiger, dass sie ihn befindet bevor er sich ganz verliert. Diesen Aspekt hat die Autorin sehr gut ausgearbeitet und zeigt eine andere Seite an ihm, wodurch sich die Bindung auch noch vertieft.
Überraschend bringt die Autorin einen anderen Charakter mit ins Spiel, mit dem man kaum gerechnet hat und dem man nur skeptisch begegnet. Aber je länger er mit Allie unterwegs ist, desto besser lernt man auch ihn kennen. Auch in dieser Hinsicht konnte mich die Autorin überzeugen und glaubhaft zeigen, wie sich die Beziehung zwischen diesen beiden Personen geändert hat. Zum ersten Band ist es ein starker Kontrast, aber für Allie wird dies noch von großer Wichtigkeit werden. In anderer Hinsicht müssen wir auch auf Zeke nicht verzichten, obwohl ich auch diese Entwicklung nicht erwartet hätte. Die Autorin wartet mit zahlreichen Überraschungen auf, die Charaktere werden noch facettenreicher und auch die Handlung lässt keine Wünsche offen.
Nun rede ich nur begeistert von dem Buch und es hat doch keine Höchstwertung bekommen. Das lag daran, dass ich von den Kampfszenen doch sehr enttäuscht war. Vieles ging mir viel zu schnell, man wartet auf einen Kampf und dann ergibt sich entweder etwas anderes und die ganze (An)Spannung ist raus oder es kommt zum Kampf, aber die Protagonisten können nicht zeigen was in ihnen steckt. Die Autorin redet zwar davon wie gut und stark ihre Charaktere sind, aber im Kampf sieht man das nicht. Grade bei Allie hätte ich mir gedacht, dass sie sich weiter entwickelt hat und ich war sehr enttäuscht, dass das nicht stärker herausgearbeitet hat.
Abschließend möchte ich noch auf das Ende hinweisen bzw. vorwarnen, denn es endet mit einem Cliffhanger. Für Allie bedeutet dieser zweite Band nicht nur eine Auseinandersetzung mit ihrem alten Leben, sondern auch den Kampf um ihre Menschlichkeit. Sie ist ein Vampir, kämpft darum sich für eine Seite zu entscheiden oder zumindest eine Lösung für sich zu finden und die Ereignisse grade zum Ende hin zeigen eine Richtung an. Die Spannung wird also auf einen weiteren Höhepunkt getrieben und man kann es gar nicht erwarten weiter zu lesen. Und das hoffentlich bald! Denn diese letzte Entwicklung zerrt an den Nerven und das zu einem Zeitpunkt, an dem man eine emotionale Achterbahnfahrt schon hinter sich hatte.

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

steam pun, schmuggel, fantasy, flugschiff

Äthergeboren

Sarah Gaspers
Buch: 226 Seiten
Erschienen bei Sieben-Verlag, 01.04.2014
ISBN 9783864433009
Genre: Fantasy

Rezension:

Wenn ich Steampunk lese, schaue ich immer zweimal hin bei einem Buch, denn ich mag dieses Genre sehr gerne, habe aber noch viel zu wenig dazu gelesen. Da ist es nicht verwunderlich, dass ich "Äthergeboren" schon länger auf der Wunschliste hatte. Die Möglichkeit es jetzt in einer Leserunde zu lesen, hat dann auch perfekt gepasst. In Leserunden liest man ja doch intensiver und tauscht sich auch öfters über die Geschichte aus. Wer sich für meine ersten Eindrücke interessiert, der sollte mal hier vorbei schauen. Vorweg kann ich aber schon sagen, dass es mir trotz aller Faszination in machen Bereichen noch zu unausgereift war.  
Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich mit falschen Erwartungen an das Buch ging. Denn ich war davon überzeugt einen Stand Alone vor mir zu haben und war dann bei der Umsetzung öfters enttäuscht. Es wird einfach vieles angesprochen, aber noch nicht weiter ausgeführt. Erst im Nachhinein habe ich erfahren, dass es doch mehrere Bände geben soll und zumindest Ideen für mehr da sind. Das würde dann natürlich einiges erklären und rückblickend auf meine Eindrücke ein anderes Bild werfen. So kam es, dass mir Entwicklungen zu plötzlich waren, mir trotz des interessanten World Building oft Hintergrundinformationen fehlten und mir auch die Meinungsänderungen der Protagonisten zu schnell gingen. Nicht selten hatte ich das Gefühl plötzlich überholt zu werden von der Geschichte und mit Tatsachen konfrontiert zu sein, die wie aus dem Nichts kamen.
Bei den Charakteren hat die Autorin eine interessante Gruppe zusammengestellt. Rund um Amalia, den Kapitän des Flugschiffes Pegasus, haben sich ungewöhnliche Crewmitglieder gesammelt. Während sie als einzelne Personen eher ungewöhnlich wirken, funktionieren sie als Gruppe doch sehr gut und sie haben sich hier eine Familie aufgebaut. Mit Amalia und Falko haben wir zwei Charaktere, die beide aus guten Verhältnissen stammen, diese Welt aber hinter sich gelassen haben. Trotzdem haben sie unterschiedliche Wege eingeschlagen. Umso interessanter ist es, sie hier nun aufeinander treffen zu sehen.
Mit Falko hatte ich leider so meine Probleme - zu Beginn ist der noch der leicht versnobte Ingenieur, der seine Waffe dem Höchstbietenden verkaufen möchte und sich alles nur um seine Arbeiten dreht. Je mehr Zeit er mit der Crew verbringt, desto mehr ändert er sich auch, bis er schließlich wie selbstverständlich dazu gehört. Wo genau da die Änderungen bei ihm eintraten war für mich nicht so gut erkennbar. Auch in der Beziehung mit Amalia ging mir vieles zu schnell. Erst sträubt sie sich noch, dann hat sie als selbstständige Frau plötzlich doch ganz andere Wünsche und dann geht alles ganz schnell. Mir fehlten da oft vertiefende Einblicke in die Charaktere.
Der Beginn fiel mir überhaupt ein bisschen schwerer, weil man gleich verschiedene Perspektiven kennen lernt und unterschiedliche Blickweisen auf die Vorgänge. Diese so ohne Vorgeschichte zuzuordnen ist etwas schwieriger und vieles ergibt erst im Nachhinein Sinn. Hat man sich jedoch durch die ersten Kapitel gelesen, wird man immer mehr in die Handlung gezogen und es geht Schlag auf Schlag. Manchmal vielleicht ein bisschen zu schnell, andererseits kommen so aber auch keine Längen in der Handlung auf und das Ende kommt schneller, als man damit rechnet.
Schlussendlich wird die Handlung zwar zu einem Abschluss gebracht, für mich bleiben aber noch viele Fragen offen. Und diese Fragen beziehen sich nicht unbedingt auf die weiteren Möglichkeiten, sondern rückblickend auf die Ereignisse und Entscheidungen, die mir leider zu oft willkürlich erschienen und die Erklärungen dazu fehlten. Nichtsdestotrotz kann ich das Buch allen Steampunkliebhabern empfehlen und auch ich werde nach der Fortsetzung Ausschau halten. Und dann mit den richtigen Erwartungen warten.

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(50)

96 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

familie, liebe, schwester, latina, enthaltsamkeit

Küssen gut, alles gut

Rachel Gibson , Antje Althans
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.03.2014
ISBN 9783442477517
Genre: Liebesromane

Rezension:

Dieses Buch ist ein typischer Fall, wenn es darum geht falsche Eindrücke zu bekommen. Denn von Cover und Klappentext her, hätte das Buch genau auf mich zugeschnitten sein müssen. Es hörte sich nach locker-leichter und humorvoller Unterhaltung an. Ein Buch, das sich toll zwischendurch lesen lässt, das einen zum Grinsen bringt, das ein wenig Romantik mit sich bringt. Manche würde es als Strandlektüre bezeichnen, ich hatte mir ein Wohlfühlbuch erwartet. Rachel Gibson ist für mich keine neue Autorin – ich habe ihre Bücher auf Deutsch und auf Englisch gelesen und obwohl es seit dem letzten Buch ein paar Jahre her sind, hätte ich doch nicht mit so einem Absturz gerechnet. Ich hoffe inständig, dass es nur ein Ausrutscher war, denn Rachel Gibson hatte ich positiver in Erinnerung. Und zwar genau mit jenen Attributen, die ich eben erwähnt hatte. Leider ist davon hier gar nichts zu sehen und vielmehr war es anstrengend das Buch nicht genervt weg zu legen.
Das Drama beginnt schon bei den Charakteren. Die Autorin versucht zwar sie ihn sympathisch darzustellen und schreibt ihnen positive Charakterzüge zu, aber von denen ist absolut nichts zu sehen. Wir lesen, dass die Heldin humorvoll sein soll, aber sie ist die Einzige, die über ihre Witze lacht. Grade bei Humor bin ich eigenwillig und für vieles zu haben, aber lustig habe ich davon nichts gefunden. Ich habe zwar zu Beginn des Buches noch gegrinst, aber das war eher verzweifelt, weil ich mir nicht sicher war, ob ich die Charaktere und ihre Ausdrucksweise wirklich ernst nehmen soll. Das verzweifelte (erfolglose) Suchen also, dass das alles ein Scherz war und das ‚richtige’ Buch gleich beginnen würde. Beim Helden sieht es übrigens nicht besser aus, der ja so ein starker, harter Kerl sein soll, aber nach ein paar Monaten Enthaltsamkeit nur noch mürrisch und grüblerisch ist. Und das ist in keinster Weise positiv oder ansprechend gemeint.
Daneben konnte aber auch der Plot nicht überzeugen und manchmal habe ich mich doch in die falsche Zeit zurück versetzt gefühlt. Man weiß genau, dass Rachel Gibson hier Spannung reinbringen wollte und sie gibt eigentlich ein gutes Tempo vor, wenn man bedenkt, dass die Geschichte innerhalb weniger Tage spielt. Aber es hat sich alles so erzwungen angefühlt, steif und förmlich und falsch. Zeitweise dachte ich, ein Buch aus den 80er Jahren vor mir zu haben, das nur mit modernen Gegenständen ausgestattet wurde. Vom Verhalten und der Ausdrucksweise der Charaktere her, könnte man aber noch ein paar Jahrzehnte zurückgehen. Zudem war die Handlung so gar nicht durchdacht und man merkt genau, dass die Autorin hier nur einen Faktor benötigt hat um die Charaktere zusammen zu bringen und danach ignoriert sie diesen Part einfach! Dann noch das Familiendrama, das dann in zwei Sätzen angesprochen wurde, schlussendlich aber auch nicht geklärt ist. Damit wurden hier so viele Dinge begonnen und dann einfach links liegen gelassen. So Leid es mir auch tut das zu sagen, aber halbherziger hätte man wohl kein Buch schreiben können.
Direkt nach dem Lesen hatte ich dem Buch sogar noch eine bessere Wertung gegeben und obwohl ich normalerweise die Wertung danach nicht mehr ändere, sondern den ersten Eindruck festhalte, konnte ich das hier einfach nicht machen. Es hat mich nicht los gelassen und wenn ich Küssen gut, alles gut mit all den anderen Büchern vergleiche, die eine bessere Wertung bekamen, dann kann ich es nicht auf eine Stufe stellen. Hier war so viel dabei, das mich gestört hat und das schlägt sich leider in der Wertung nieder. Schlussendlich waren mir Geschichte und Charaktere zu oberflächlich und das Buch auch zu kurz. Da hätte so viel mehr dazu gehört um den Charakteren ein bisschen Persönlichkeit zu verschaffen, um Spannung zu vermitteln, eine Beziehung aufzubauen, die über das Körperliche hinaus geht. Stattdessen wird vieles angesprochen, das nie wieder eine Rolle spielt oder man bekommt etwas gesagt, aber nie gezeigt. Wer gerne mal ein Buch von Rachel Gibson lesen möchte, dem kann ich nur ihre älteren Werke empfehlen! Das war noch Humor und Unterhaltung.

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