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119 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

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Hyde

Antje Wagner
Fester Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Julius Beltz GmbH & Co. KG, 10.07.2018
ISBN 9783407754356
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt
Hyde war das Zuhause, in dem Katrina und ihre kleine Schwester behütet und geborgen von ihrem Vater aufwuchsen.
Doch nun gibt es Hyde nicht mehr. An die genauen Geschehnisse kann sich Katrina nur lückenhaft erinnern.
Eines Tages renoviert sie ein altes Waldhaus zu dem sie sich stark hingezogen fühlt. Dabei folgt sie einer Spur von Geheimnissen, die ihr eigenes Leben in Frage stellen.
Wer ist Katryna wirklich?

Meinung
Antja Wagner hat in ihrem Jugendroman eine gute Mischung aus allem geschaffen, die Spannung, Grusel und Dramatik bietet.
Die Geschichte wird aus der Perspektive der jungen Katrina erzählt, die zunächst voller Wut, Schmerz und Trauer steckt.
Warum sie so empfindet wird von Kapitel zu Kapitel klarer.
Dadurch entstehen zwei Erzählstränge, die einmal in der Vergangenheit und einmal in der Gegenwart spielen.
Mag dies anfangs verwirrend erscheinen, verbinden sich die losen Fäden von Seite zu Seite mehr und wecken erste Vermutungen.
Obwohl die Geschichte längere Zeit in relativ ruhigem Tempo verläuft, wird es aber der zweiten Hälfte umso fesselnder und teilweise sogar recht gruselig und geheimnisvoll.
Bis zum Schluss ist eine bedrückende Stimmung vorhanden.
Oft scheinen Grenzen zu verschwimmen und überraschende Wendungen schleichen sich mit in die Handlung.

Der Autorin ist es fabelhaft gelungen, ihre Figuren, insbesondere die Protagonistin, so greifbar zu beschreiben, dass man gar nicht anders kann, als für sie Mitgefühl zu empfinden.
Obwohl Katryna voller Wut steckt, ist es auch ihre Verzweiflung die sie so verletzlich macht.
Erst nach und nach erfährt man mehr über sie und je mehr ich erfuhr, desto mehr wuchs sie mir ans Herz.
Sehr gut gefiel mir auch der Beruf den Katryna ausübt. Dies ist eine gelungene Abwechslung zu den üblichen Klischees.
Auch die anderen Figuren weckten in mir verschiedene Emotionen, die mich auch nach dem lesen noch lange beschäftigten.
Generell hallte die Geschichte nach dem Ende, dass ich absolut passend fand, noch etwas nach.

Aufgrund des fesselnden und leicht zu lesenden Schreibstils und der geheimnisvollen Handlung, konnte ich die Geschichte kaum aus der Hand legen.
Antje Wagner beschreibt die Handlung sehr bildhaft, so das die eigene Fantasie angeregt wird und die Atmosphäre verstärkt.
Sehr gut gefiel mir auch die Tiefe in den Figuren und das behutsame herantasten an Katrynas fehlende Erinnerung.

Fazit
„Hyde“ konnte mich auf ganzer Linie überzeugen. Das vermischen der Tiefe, der Dramatik und den übersinnlichen Szenen fand ich äußerst gelungen.
Die Geschichte bietet gute abwechslungsreiche und fesselnde Unterhaltung und ist für mich eine jener Entdeckungen, über die man stolpert, sie zunächst skeptisch betrachtet und dann froh ist, sie gelesen zu haben!

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207 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

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Die da kommen

Liz Jensen , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.06.2013
ISBN 9783423249607
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhaltsangabe
Auf der ganzen Welt verüben Kinder grauenvolle Gewalttaten gegen ihre Familien.
Während der Anthropologe Hesketh Lock einen internen Skandal eines globalen Unternehmens aufklären soll, entdeckt er ein Muster zwischen den Industriesabotagen und den Attacken der Kinder, die wie zwei Epidemien die ganze Welt befallen.
Wer sind die sogenannten „Sie“ von denen immer wieder die Rede ist und sind „sie“ für diese Taten verantwortlich?

Meinung
Wie passen Industriesabotage und gewalttätige Kinder zusammen?
Diese Frage kann die englische Schriftstellerin Liz Jensen in diesem Mystery-Thriller beantworten, oder auch nicht.
Ob in Filmen oder Büchern, Kinder, die Gewalt verüben, sorgen meiner Meinung nach immer für eine gruselige und bedrohliche Atmosphäre.
Diese kann sich zwar in dieser mysteriösen Geschichte überwiegend halten, doch trotzdem ist die Handlung nicht durchweg hochspannend, sondern verläuft oftmals etwas ruhiger.
Dies liegt an der Erzählperspektive des Protagonisten Hesketh, dessen privater Beziehungshintergrund viel Raum miteinimmt.
Hesketh ist Wissenschaftler und ich würde ihn als einen recht ungewöhnlichen und besonderen Charakter bezeichnen.
Er ist kein Held im eigentlichen Sinne, dafür aber in meinem Augen um so sympathischer.
Hesketh hat das Asperger-Syndrom, was ihm zwar einige Schwierigkeiten mit anderen Menschen bereitet, auf der anderen Seite aber auch einen Vorteil für seinen Job bietet.
Obwohl diese Geschichte teils gruselig und beklemmend ist, schafft Liz Jensen es immer wieder, einige humorvolle Szenen zu beschreiben, die mich zum Schmunzeln brachte.
Ich fand dies sehr gelungen, da es kleinere Atempausen von den vielen verschiedenen Ereignissen bietet, die die Autorin immer wieder als überraschende Wendungen einbaut.
Gleichzeitig regt sie aber auch zum Nachdenken an.
Genauso nachdenklich machte mich aber auch ihr Schreibstil.
Dieser ist in meinen Augen genauso ungewöhnlich wie die Charaktere und der Handlungsverlauf.
Auf der einen Seite empfand ich ihn als fesselnd, spannend und unheimlich, und doch schlichen sich dann immer wieder gewisse Längen ein und einige offene Fragen blieben.
Liz Jensen schaut auch nicht vor blutigen Szenen zurück und doch hätte ich mir noch mehr Spannung gewünscht.
So erging es mir auch mi den Charakteren.
Während mich z. B. Hesketh, Stephanie und Ashok begeistern konnten weil sie Ecken und Kanten haben, war es mir bei Heskeths Stiefsohn zuviel des Guten, und seine Art und Weise nervte mich oft.
Ich kann es nicht genau benennen aber ich war immer wieder hin- und hergerissen.

Fazit
„Die da kommen“ ist eine Geschichte die mich mit gemischten Gefühlen zurücklässt.
Auf der einen Seite überzeugte sich mich mit dem Handlungshintergrund und einem außergewöhnlichen und um so sympathischeren Protagonisten, andererseits blieben mir zu viele offene Fragen zum Schluss.






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735 Bibliotheken, 35 Leser, 2 Gruppen, 97 Rezensionen

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Illuminae

Amie Kaufman , Jay Kristoff , Gerald Jung , Katharina Orgaß
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423761833
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum Inhalt
Kady denkt, dass die Trennung von ihrem Freund Ezra aktuell das Schlimmste ist, das ihr passieren kann.
Doch sie irrt sich, denn schon am gleichen Nachmittag wird ihr Planet angegriffen.
Kady und Ezra landen bei der Flucht auf unterschiedlichen Raumschiffen.
Doch ein feindliches Kampfschiff verfolgt sie weiterhin und ein Virus mutiert mit grauenhaften Folgen.
Als wäre das nicht fatal genug, gerät die künstliche Intelligenz AIDAN, die die Schiffe steuert, außer Kontrolle und übernimmt das Kommando.

Meinung
Ein Planet, der angegriffen wird.
Ein Virus, dass auf einem der Raumschiffe freigesetzt wird und die Besatzung befällt und eine künstliche Intelligenz, die sich selbständig macht und so von sich selbst überzeugt ist, dass sie nur noch ihren eigenen Befehlen folgt.
Mittendrin zwei Jugendliche, die sich frisch getrennt haben und die doch zusammenhalten müssen, durch Raum und Zeit.
Das verspricht Romantik und Spannung pur und kann tatsächlich eingehalten werden.
Von den ersten Seiten an ist diese Geschichte unglaublich unterhaltsam und packend und vermag es tatsächlich bis zum Schluss die Spannung zu steigern.
Dies liegt unter anderem an der Art und Weise, wie diese Geschichte erzählt wird, denn sie bietet dem Leser Einblick in die Akten, Protokolle, Aufzeichnungen und Emails und Chatverläufen, die über den Angriff berichten.
Das sorgt für eine richtig fesselnde Atmosphäre und es fiel mir Seite für Seite schwerer, das Buch aus der Hand zu legen.
Immer wieder gibt es überraschende Wendungen, die auf falsche Fährten locken und den Spannungsbogen weit oben halten.
Doch auch die Charaktere sind fantastisch beschrieben und sorgen für verdammt gute Unterhaltung.
Wer trockenen Humor und Sarkasmus mag, ist bei Kady und Ezra genau richtig!
Kady scheint die Rolle der Heldin zugedacht und ist unglaublich intelligent, schlagfertig und willensstark während Ezra den draufgängerischen und tollpatschigen Part übernimmt und desöfteren auch mal in Fettnäpfchen tritt.
Die beiden passen unglaublich gut zusammen, sodass man ihnen die Liebesgeschichte auch wirklich abnimmt.
Auch die Nebenfiguren sind detailliert genug beschrieben und selbst Aidan ist so menschlich und eindringlich dargestellt, dass er mich oft nachdenklich stimmte und mich sein Schicksal schon irgendwie berührte.
Generell konnte mich der Schreibstil des Autorenduos sehr begeistern.
Ich meine damit nicht nur die Art und Gestaltung des Handlungsaufbaus, sondern auch die sehr humorvollen Dialoge und die sehr bildhafte Beschreibung, die schon richtig Kopfkino auslösen konnte.
Spannende Momente bieten sehr viel Action und auch vor blutigen und brutalen Szenen wurde nicht haltgemacht.


Fazit
„Illuminae. Die Illuminaeakten 01“ ist ein genialer Auftakt und ein unterhaltsames und packendes Weltraumabenteuer mit einer erfrischenden Portion Romantik.
Die Gestaltung der Geschichte, die liebenswerten Protagonisten und der mitreißende Schreibstil wurden für mich zu einem echten Leseerlebnis.
Eins ist klar: Ich möchte schnellstens die Fortsetzung „Gemina“ lesen!

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64 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

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Unter Tränen gelacht

Bettina Tietjen
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Piper, 09.03.2015
ISBN 9783492056427
Genre: Biografien

Rezension:

Über den Inhalt
Bettina Tietjen erzählt von der Demenzerkrankung ihres Vaters.
Sehr liebevoll und offen beschreibt sie die Achterbahn der Gefühle, die sie durchlebt als die ersten Anzeichen auftauchen, mit dem Wissen den Vater zu verlieren.
Es ist aber auch ein neues Kennenlernen, mit vielen seltsamen Augenblicken und Momenten, in denen sie herzhaft lachen konnten.
Trotz all der Herausforderungen ist Bettina überzeugt: Demenz ist nicht nur zum Heulen, sondern kann auch ein Denkanstoß und Kraftquell sein.

Meinung
Die Autorin und Fernsehmoderatorin Bettina Tietjen beschreibt auf sehr warmherzige und ehrliche Weise die Zeit der Demenzerkrankung ihres Vaters.
Zunächst ist es ein schleichender Prozeß, bei dem sie und ihre Schwester, sich noch öfter die Frage stellen, wann es eigentlich genau angefangen hat, dass der Vater „komisch“ wurde.
Zunächst lebt er noch in Wuppertal doch als bewusst wird, dass eine Haushaltshilfe nicht mehr ausreicht, sucht Bettina nach einem geeigneten Pflegeheim in Hamburg.
Dieses Pflegeheim ist ein wahrer Glücksgriff, für den Vater und die Familie, trotz der vielen Komplikationen, die noch auftauchen werden.
Seite für Seite erfährt der Leser mehr und mehr, wie die Autorin ihren Vater neu kennenlernt und spürt, wieviel Liebe da zwischen ihnen ist.
Herr Schniewind scheint immer einen Schalk im Nacken sitzen zu haben, und unterhält damit oft seine Umgebung.
Doch natürlich ist nicht immer alles eitler Sonnenschein.
Die Moderatorin weist auch auf die Engpässe der Pflegekräfte hin, auf die Komplikationen, die Ärzte und Angehörige des Demenzerkrankten durchlaufen müssen, wenn dieser nicht mehr in der Lage ist, selbständig und klar seine Wünsche zu äußern.
Sie beschreibt die verschiedenen und oftmals komplizierten Wege die man durchlaufen muss um Pflegestufen oder Hilfsmittel zu beantragen.
Sie erzählt auch von den Schicksalen der anderen Mitbewohner ihres Vaters und dadurch bekommt dieses Buch nicht nur eine gewisse Leichtigkeit, sondern auch sehr viel Tiefe.
Es stimmt nachdenklich und berührt, bringt den Leser aber tatsächlich trotz oder gerade wegen, dieser vielen bewegenden Momente, auch zum Lachen und schmunzeln.
Der Schreibstil ist sehr persönlich und gefühlvoll, vor allem aber auch sehr ehrlich.
Er ließ sich leicht lesen und ermöglichte ein rasches Lesetempo. Durch die recht bildhaften und persönlichen Beschreibungen und die vielen Rückblicke und Erinnerungen von Herrn Schniewind fiel es mir leicht, mir ihn vorzustellen.
Zum Schluss war ich auch sehr erfreut, noch die sehr persönlichen Fotos von ihm zu entdecken, die mir meine Vorstellung noch bestätigten.

Fazit
„Unter Tränen gelacht“ ist ein sehr persönliches Buch, dass sehr intensiv die letzten Jahre beschreibt, die die Autorin mit ihrem Vater und seiner Demenz erleben darf.
Es stimmt nicht nur nachdenklich und traurig, sondern bringt tatsächlich, trotz dieses ernsten Themas, den Leser sehr oft zum Lächeln.
Dieses Buch sollte auch nicht als Ratgeber verstanden werden und verallgemeinert auch nicht die Erkrankung – vielmehr ist es ein Erfahrungsbericht, der Mut machen und Kraft geben kann und hoffentlich auch etwas mehr Verständnis für alle Betroffenen weckt.






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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Meine Gedanken fliegen wie Schmetterlinge

Eveleen Valadon , Jacqueline Remy , Doris Heinemann
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Diana, 10.09.2018
ISBN 9783453285477
Genre: Biografien

Rezension:

Kurzbeschreibung
Eveleen Valadon erhielt vor vier Jahren die Diagnose Alzheimer.
An die Vergangenheit erinnert sie sich gut, nur ihr Kurzzeitgedächtnis spielt ihr Streiche.
Sie beschließt nach anfänglicher Geheimhaltung, über ihre Erkrankung zu erzählen.
Wie es sich damit lebt, wenn die Gedanken hin- und herfliegen.

Meinung
Dieses Buch wurde in Zusammenarbeit zwischen Eveleen Valadon und Jaqueline Remy geschrieben.
Beide Personen besitzen einen eigenen Erzählstrang.
Während Eveleen über ihr Leben, insbesondere ihre Vergangenheit berichtet und bemüht ist, ihre Erkrankung zu verbergen, beschreibt Jaqueline in kursiver Schrift die Gegenwart und ihre Eindrücke und Erlebnisse, die sie während der Treffen mit Eveleen bekommt.
Eveleen ist eine sehr starke und intelligente Frau und es fällt ihr unglaublich schwer, die Diagnose zu akzeptieren.
Dies geht soweit, dass sie in ihrem Umfeld die Erkrankung solange verschweigt, bis es nicht mehr geht und selbst zu diesem Zeitpunkt, ist sie stets bemüht, mit kleinen Tricks ihre Vergeßlichkeit zu verbergen.
Der Leser nimmt teil an den oftmals wirren Erinnerungen Eveleens, die genauso beschrieben werden wie sich sie selbst erinnert.
Diese Gedankensprünge sind häufig sehr anstrengend zu lesen, beschreiben aber sehr authentisch die Situation, in der sich die Erzählerin befindet.
Obwohl die Seitenzahl recht gering ist und daher schnell zu lesen sein dürfte, musste ich immer wieder nach einzelnen Kapiteln innehalten oder erneut lesen, um den Gedankensprüngen zu folgen.
Ich fand es stellenweise sehr berührend aber auch erschreckend, zu beobachten, wie bestimmte Ereignisse die sonst sehr starke und taffe Eveleen aus der Bahn warfen und sie verstörten und verängstigten.
Seite für Seite erlebt der Leser die Entwicklung der Alzheimer, die Eveleen immer wieder hartnäckig versucht zu verschweigen, und staunt darüber, wie sie sich gegen diese Erkrankung wehrt und versucht, ihren Alltag noch selbst zu gestalten.
Und doch ist es dem Leser und auch Eveleen bewusst, dass es ein Wettlauf gegen die Zeit ist.

Fazit
„Meine Gedanken fliegen wie Schmetterlinge“ beschreibt dem Leser, was in dem Betroffenen in diesem Fall Eveleen Valadon, vorgeht.
Es ist eine sehr persönliche und berührende Erzählung aus dem Leben einer unglaublich starken und selbstbewußten Frau, die plötzlich mit dieser Diagnose zurechtkommen muss und nicht bereit ist, ihre Selbständigkeit so schnell aufzugeben.
Statt dessen erfüllt sie sich den Wunsch, ein Buch zu veröffentlichen, und erklärt, wie es ist, wenn die Gedanken so umherfliegen, und man sich nicht mehr auf sich selbst verlassen kann.


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1.029 Bibliotheken, 57 Leser, 2 Gruppen, 187 Rezensionen

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Der Insasse

Sebastian Fitzek
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Droemer, 24.10.2018
ISBN 9783426281536
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt
Der kleine Max Berghoff verschwand vor einem Jahr.
Der Täter sitzt in einer Psychiatrie im Hochsicherheitstrakt und schweigt darüber, wo der Junge ist und was er ihm angetan hat.
Max Vater will die Wahrheit herausfinden und lässt sich in diese Psychiatrie einweisen.
Er muss selbst zum Insassen werden, um an den Täter heranzukommen.

Eindruck
Sebastian Fitzek ist mittlerweile ja bekannt für seine abgedrehten aber raffinierten Handlungsideen und diesmal hat er sich einen Hochsicherheitstrakt als Schauplatz ausgesucht.
Damit steht von vornherein fest, dass es in diesem Thriller recht hart zugeht, denn um in einem solchen Trakt zu sitzen, muss man schon schreckliche Taten begangen haben.
Und gleich auf den ersten Seiten gibt der Autor einen Vorgeschmack auf die Brutalität, die den Leser in diesem Buch erwartet.
Die Hauptfigur ist der Vater von Max, der sich als Insasse in die Steinklinik einweisen lässt, um an den Täter heranzukommen.
Mehr werde ich von der Story nicht verraten denn ganz ehrlich, das würde den Spaß nehmen, hinter die Geschichte zu kommen, die sich da S. Fitzek hat einfallen lassen.
Es geht jedenfalls recht brutal und teilweise auch pervers zur Sache, und Menschen wie ich, die nicht unbedingt sehr magenfest sind, können da auch schon mal an ihre Grenzen stoßen.
Oft fragte ich mich schon angewidert: Wie kommt dieser Autor nur auf diese Ideen.
Ich glaub, ich will es nicht wissen!
Fakt ist, sein Thriller ist spannend, bietet sehr oft überraschende Wendungen, und jedesmal wenn ich dachte, ich käme auf die Lösung, wurde ich stets eines besseren belehrt.
Genau das gefällt mir so an seinen Thriller.
Sie bieten Schauplätze in Deutschland, haben stets ausgeklügelte Handlungsideen, sind in einem leichten Schreibstil geschrieben und entwickeln sich so für mich stets zu einem Pageturner.
Auch seine Charaktere bleiben in diesem Thriller sehr interessant, selbst wenn sie nicht so sehr in die Tiefe gehen.
Es ist dieses Spiel zwischen den Figuren und dem Leser, das der Autor stets in seinen Thrillern beschreibt.
Man weiß nie so genau, wo man mit ihnen dran ist.
Kann man ihnen trauen oder belehren sie uns genau wie der Autor im Laufe der Zeit erneut eines besseren?
Sie sind zwar etwas blass gezeichnet, haben aber Ecken und Kanten und vor allem sein Protagonist reagiert oftmals zu impulsiv.
Allerdings muss ich zugeben, dass ich hin und wieder das Gefühl hatte, das seine Fantasie hier stellenweise etwas zuviel des Guten war und ich ein paar Szenen in der Handlung etwas unlogisch fand.

Fazit
„Der Insasse“ konnte mich ebenfalls überzeugen. Ich mag die Art seiner Thriller sehr, da sich die Handlungsideen von anderen Thrillern abheben.
Ich hab aber auch das Gefühl, das Sebastian Fitzek sich im Bereich der Brutalität und auch Abartigkeit gesteigert hat.
Auch wenn manches vielleicht etwas überdreht wirkte, bleiben seine Thriller fesselnd und spannend.
Menschen, die magenfester als ich sind, dürften erst recht ihre helle Freude haben.




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(103)

154 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 87 Rezensionen

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Das Leuchten unserer Träume

Dani Atkins , Sonja Rebernik-Heidegger
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2018
ISBN 9783426522059
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt
Sophie ist 15 Jahre alt, als ihr Bruder durch einen Unfall mit seinem Motorrad stirbt.
Seither hält Sophie ihr Herz verschlossen und lässt so gut wie keine Nähe zu.
Eines Nachts steht ihre Wohnung in Flammen und ein Passant namens Ben, rettet sie.
Auch danach steht er ihr zur Seite und hilft ihr, zurück ins Leben zu finden. Ben wird für sie immer wichtiger doch er verbirgt eine schreckliche Wahrheit vor ihr.

Meinung
Wenn ich eines in den Romanen von Dani Atkins gelernt habe, dann, dass ihre Werken Romantik und Dramatik perfekt miteinander verbinden und die Tränen beim Lesen nur so kullern können.
Die Geschichte, die sie in ihrem aktuellen Roman erzählt, ist ebenfalls genau wie die anderen Romane von ihr, berührend und bewegend, wunderschön und tragisch aber trotzdem war diesmal kein Taschentuchalarm bei mir angesagt.
Erzählt wird die Handlung in der Ich-Perspektive von Sophie. Seit dem Tod ihres Bruders hält sie ihr Herz verschlossen und meidet Beziehungen.
Das ändert sich allerdings, als sie Ben kennenlernt.
Ben umwirbt sie mit allen Regeln der Kunst, hilft ihr zurück ins normale Leben, doch ausgerechnet er in der Lage, ihr Herz erneut zu brechen.
Warum und wie, wird erst sehr viel später in dieser Geschichte bewusst.
Überraschende Wendungen und falsche Fährten kreuzen romantische und amüsante Situationen und so wurde es bis zum letzten Drittel für mich eher ein unterhaltsames Rätseln aber auch ein stilles hoffen, dass sich mein Verdacht nicht bestätigen würde.

Dies spricht wieder einmal für den gekonnten Schreibstil und die fabelhafte Zeichnung der Charaktere.
Obwohl Sophie eine recht schwierige Person ist, konnte ich ihr Verhalten voll und ganz nachvollziehen und litt besonders im letzten Drittel extrem mit ihr mit.
Doch auch Ben und viele andere Figuren sorgten für unterhaltsame aber auch traurige Momente.

Obwohl die Handlung tragisch und wunderschön zugleich ist, sie bewegende und sehr berührende Augenblicke bereithält, schaffte es die Autorin diesmal trotzdem nicht, dass bei mir Taschentuchalarm ausgelöst wurde.
Zwar hatte ich an einer bestimmten Stelle kurzzeitig Tränen in den Augen, dennoch war es diesmal nicht so extrem wie bei anderen Romanen von ihr.
Leider kann ich nicht genau beurteilen, woran dies lag.
Die Geschichte gefiel mir und sie berührte mich auch aber irgendwie war sie dennoch nicht herzzerreißend genug.
Vielleicht lag dies an der anfänglichen Länge, die die Handlung brauchte, um in Fahrt zu kommen.
Denn obwohl der Anfang recht spannend beginnt, kam mir der mittlere Teil der Geschichte etwas langatmig und leicht wiederholend vor.
Da aber aufgrund der Nebenfiguren ebenfalls genügend Unterhaltung und Abwechslung geboten wurde, fiel dies für mich nicht so sehr ins Gewicht und ich wurde zum Schluss tatsächlich noch mal überrascht.

Fazit
„Das Leuchten unserer Träume“ konnte mich diesmal zwar nicht so zu Tränen rühren wie andere Werke von Dani Atkins, dennoch ist es eine bewegende und tragische Geschichte, die von Hoffnung, Liebe und Verlust erzählt.
Traurig und schön zugleich kann sie das romantische Herz höher schlagen lassen, und dank einiger Situationskomik auch für erheiternde Momente sorgen.






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215 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 64 Rezensionen

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Die kleinen Wunder von Mayfair

Robert Dinsdale , Simone Jakob
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.10.2018
ISBN 9783426226728
Genre: Romane

Rezension:

Zum Inhalt:
Es ist das Jahr 1906 als Cathy sich als schwangere, alleinstehende junge Frau eine neue Bleibe suchen muss.
Da kommt ihr die Zeitungsannonce für eine Stelle in London gerade recht.
In Papa Jacks Emporium, einem magischen Spielzeugladen, finden all diejenigen einen Unterschlupf, die Hilfe benötigen.
Leider dauert es nicht lange, bis Papa Jacks Söhne um Cathys Aufmerksamkeit buhlen. Die Familie droht auseinanderzureißen, und als der 1. Weltkrieg ausbricht, scheint auch das Emporium seine Magie zu verlieren.

Eindruck
Hat nicht jeder von uns sein inneres Kind behalten?
Der Autor Robert Dinsdale hat hier eine Geschichte veröffentlicht, die magischer und berührender kaum sein könnte.
Sie spielt in London im 20. Jahrhundert in einem Spielzeugladen, in dem Papierbäume von Zauberhand wachsen, und der so viele Räume besitzt, dass dessen Größe unbegreiflich scheint.
Ein Spielzeugladen, der stets zum ersten Frost eröffnet und mit den ersten Schneeglöckchen schließt.
Ein Laden, in dessen Geschichte nicht nur gerne Kinder und Erwachsene sich für Spielzeug begeisterten, sondern auch mich.

Denn, obwohl ich anfängliche Schwierigkeiten mit dem Schreibstil hatte, ist es ein wunderbar magisches Märchen, dessen Handlung Seite für Seite magischer wird und an Tiefe gewinnt.
Doch wie es oft so ist mit den Märchen, ist auch dieses Märchen, nicht nur voll von wunderschönen zauberhaften Dingen, sondern besitzt auch viele düstere und brutale Szenen, die das Herz auch mal schwermütig werden lassen können.
Robert Dinsdale scheut nicht davor zurück, schreckliche traumatische Kriegserlebnisse und düstere neidvolle Gedanken, mit in diese wundervoll magische Handlung mit einfließen zu lassen und holt so den Leser immer wieder aus seinen Träumereien zurück.
Zwar spielt die Liebe hier eine große Rolle doch im Grunde zieht sich die Rivalität der Goodmans-brüder, die seit der frühesten Kindheit herrscht, wie ein roter Faden durch diese Geschichte, bei der eigentlich die junge, schwangere Cathy die Hauptfigur ist.

Doch im Grunde kann man keine richtige Hauptfigur ausmachen, da mehrere Charaktere einen Erzählstrang besitzen.
Wie bereits oben erwähnt, fand ich den Schreibstil etwas ungewöhnlich.
Zum einen erschwerte es mir das Lesen, dass Kaspar Goodman Cathy immer wieder duzt und dann wieder siezt.
Dies bremste mich jedesmal beim Lesen der Dialoge aus.
Zum anderen ist der Schreibstil ungeheuer detailliert, was die Beschreibung der Magie angeht.
Ich besitze schon sehr viel Fantasie und kann mir schnell Geschichten bildlich vorstellen aber hier waren sie derart ausführlich beschrieben, dass es mir hin- und wieder schwerfiel, gewissen Szenerien zu folgen.
Während die Geschichte stets an Tiefe gewinnt, vermisste ich diese ein wenig bei den Charakteren.
Und doch zog mich genau diese Beschreibung derart in den Bann.
Selbst als die ersten 200 Seiten sehr ruhig dahinplätscherten, wurde es ab der Hälfte zunehmend spannender.
Von diesem Zeitpunkt an fiel es mir richtig schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Fazit
„Die kleinen Wunder von Mayfair“ ist ein Roman, dessen Geschichte es geschafft hat, mein inneres Kind zu erfreuen und mich an Dinge in meiner Kindheit zu erinnern.
Es ist eine Geschichte voller Magie und Liebe aber auch Schrecken, Dunkelheit und Tragik.
Vor allem aber eine Geschichte, deren Zauber mir lange in Erinnerung bleiben wird.



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188 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 62 Rezensionen

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Mädchen aus dem Moor

S. K. Tremayne , Susanne Wallbaum
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.09.2018
ISBN 9783426522486
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum Inhalt
Kath Redway soll im Dartmoor versucht haben, sich das Leben zu nehmen.
Doch sie kann sich weder an den Vorfall noch an die Woche davor erinnern.
Ihres Wissens nach schien sie glücklich, warum hätte sie also ihr Leben beenden wollen?
Ihr Mann und auch ihr Bruder verhalten sich merkwürdig, ihre kleine Tochter treibt sich nachts im Moor rum.
Verliert Kath ihren Verstand oder kommt sie einer grausamen Wahrheit auf die Spur?

Meinung
S.K. Tremayne wählt ihn seinem neuen Thriller das Dartmoor als Handlungsort und schafft damit direkt von der ersten Seite an, eine düstere fast schon beklemmende Atmosphäre.
Gleich auf den ersten Seiten konnte mich der Psychothriller fesseln und wieder einmal gelang es dem Autor, eine gewisse Sogwirkung beim Lesen hervorzurufen.
Denn S. K. Tremayne beschreibt das düstere Moor, die Einöde und die Gefahren, die dort lauern, sehr gut.
Er bindet den Wicca-Kult, Bräuche, Legenden und Rituale aus der Vergangenheit mit in die Handlung ein und sorgt so für einen düsteren, unheimlichen Schauplatz.
Die Geschichte wird überwiegend von Kath Redway in der Ich-Perspektive erzählt, die aufgrund der Erinnerungslücken, ständig ein Misstrauen gegenüber anderen Personen empfindet.
Dieses Misstrauen übertrug sich automatisch auf mich und so schaffte es der Thriller mich gleich auf den ersten Seiten zu fesseln, denn auch ich wollte erfahren, was an jenem Tag wirklich geschah.


Natürlich zielt der Autor genau darauf ab und lässt durch andere Erzählperspektiven, die über jenen Tag berichten, den Leser erst einmal weiterhin im Dunkeln tappen.
Dies bremst den Spannungsbogen zwar immer wieder ab, sorgt aber auch für überraschende Wendungen.
Zudem verleiht es dem Thriller ein klein wenig Tiefe.
Diese Tiefe hätte ich mir allerdings auch bei den Charakteren gewünscht.
Bis auf Kaths Tochter Lyla, die ich grandios beschrieben fand, wirkten alle Personen inklusive der Hauptfigur, auf mich farblos, distanziert und unglaubwürdig.
Kath ist wahnsinnig sprunghaft in ihren Gedanken und, auch wenn das vielleicht für verschiedene Wendungen sorgen sollte, wird es auf Dauer anstrengend und nervig.
Auf der einen Seite scheint sie ziemlich clever zu sein, dann wiederum unglaublich naiv.
Ich würde hier gerne ins Detail gehen, würde dann aber einfach zu viel vom Inhalt verraten.

Vor allem das Verhalten ihrer Tochter Lyla gegenüber, ganz besonders die Einstellung des Vaters, wirkte auf mich weder nachvollziehbar noch zeitgemäß.
Zum Glück konnte mich Lyla hingegen in ihrer Darstellung völlig faszinieren und versöhnte mich ein wenig mit der vermissten Tiefe in den anderen Figuren.
Sie erhöhte mit ihrem Verhalten den Spannungsfaktor, konnte auch andere Emotionen in mir auslösen.
Während ich oft mit ihr lachte und litt, schaffte sie es immer wieder, mir einen Schauer über den Rücken zu jagen.
Im Laufe der Geschichte nahm sie für mich deutlich mehr Raum ein, als die Hauptfigur, und somit wurde ihm Laufe der Zeit auch klar, dass die wahrscheinlich auch das Ziel des Autors war.
Obwohl die Geschichte durch die Erinnerungslücken von Kath oftmals sprunghaft und verwirrend erschien, löste sich zum Ende hin, alles in einer plausiblen Erklärung auf, die mich aber leider nicht überraschte, weil ich in meinem ziemlich frühen Verdacht bestätigt wurde.

Fazit
„Mädchen aus dem Moor“ ist in meinen Augen ein Thriller, der mehr mit seiner düsteren Schauplatzbeschreibung punktet, als durch seine Figuren.
Er konnte mich, trotz der oben erwähnten Kritikpunkte, mit einer beklemmenden, schaurigen Atmosphäre gut unterhalten.
Auch wenn die Geschichte nicht hochspannend blieb und ich einiges vermisste, konnte ich ihr eine gewisse Sogwirkung und unheimliche Stimmung nicht absprechen.







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229 Bibliotheken, 20 Leser, 1 Gruppe, 48 Rezensionen

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Der Outsider

Stephen King , Bernhard Kleinschmidt
Fester Einband: 752 Seiten
Erschienen bei Heyne, 27.08.2018
ISBN 9783453271845
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum Inhalt
Flint City: Im Stadtpark wird die brutal zugerichtete Leiche eines 11 jährigen Jungen gefunden.
Beschuldigt wird ausgerechnet der Baseballtrainer Terry Maitland, der bis dahin als unbescholtener Bürger galt.
Detective Ralph Anderson, dessen Sohn ebenfalls von Maitland trainiert wurde, lässt diesen mitten in der Öffentlichkeit festnehmen.
Maitland hat zwar ein Alibi, die DNA-Spuren sagen jedoch etwas anderes aus.
Bei den Ermittlungen kommen immer mehr Ungereimtheiten auf. War Maitland tatsächlich an zwei verschiedenen Orten gleichzeitig?

Meinung
Bevor ich auf die Geschichte eingehe, möchte ich darauf hinweisen, dass dieser Roman Bezug auf die Bill-Hodges-Trilogie nimmt und einige Details verrät. Sollte man diese noch lesen wollen, würde ich empfehlen, ERST die Trilogie und danach den Outsider zu lesen.
Stephen King wirft den Leser wieder einmal mitten ins Geschehen und konfrontiert ihn gleich zu Beginn mit einer fürchterlichen, sehr detailliert beschriebenen Tat.
Diese Beschreibung ging mir persönlich schon an die Substanz, daher wäre es vielleicht von Vorteil, wenn man etwas „magenfester“ ist.
Hatte ich zunächst die Befürchtung, es bliebe so brutal, verlief die Geschichte wie gewohnt wieder deutlich ruhiger und wechselte immer wieder die Perspektive.
Wie man es schon fast von den alten King-Romanen gewohnt ist, findet man auch in dieser Geschichte eine Menge paranormale und unheimliche Ereignisse.
Diese sind nicht übermäßig vorhanden, jedoch fand ich sie angemessen dosiert, die Spannung steigerte sich und vor allem im letzten Drittel ging es hoch her.


Dabei ist die Geschichte aber von Anfang an in mehreren Teilen und vielen kurzen Kapiteln, wie ein Kriminalroman aufgebaut und geht dabei nicht nur mit den Figuren, sondern auch mit dem Hintergrund zur Tat, in die Tiefe.
Der Autor nimmt auch Bezug zu seiner letzten Trilogie auf (man beachte den Hinweis zu Beginn meiner Rezension) und erwähnt sogar eine Verfilmung, die mich wirklich schmunzeln ließ.
Seinen Humor hat er also auch nicht verloren.
Mag man hin- und wieder die Länge seiner Geschichten bemängeln, so muss man ihm zugestehen, dass er bei seinen Figuren nie an Tiefe spart.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie es ihm gelingt, seine Charaktere im Laufe der Handlung wachsen zu lassen.
Einige Personen konnten mich tatsächlich mit ihrer Entwicklung überraschen und selbst dem „Outsider“ gelang es, mich während eines bestimmten Satzes innehalten und nachdenken zu lassen.
Überhaupt animiert Stephen King mit dieser Geschichte oftmals zum Innehalten und nachdenken.
Es gab viele Szenen und Wendungen, bei denen ich mich fragte, wohin er mit seiner Geschichte will und so fesselnd sie auch war, schaffte ich es dennoch nicht, sie in einem Rutsch zu lesen.
Statt dessen brauchte ich immer wieder mal Pausen von seinen Längen und dachte über die Ereignisse nach.

Fazit
„Der Outsider“ ist garantiert kein „Außenseiter“ unter Stephen Kings Werken, sondern kann sich definitiv zu seinen anderen sehr gut gelungenen Romanen einreichen.
Hier trifft eine Kriminalgeschichte auf Horror und das Böse ist wieder einmal so richtig Böse!
In den letzten Jahren dachte ich immer: Diesmal kann er dich nicht mehr überraschen, Du hast schon so viel von ihm gelesen!
Doch er schafft es zum Glück immer wieder aufs Neue.





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45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Die Luft, die du atmest

Carla Buckley , Karen Nölle , any.way , Barbara Hanke
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.07.2012
ISBN 9783499252785
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kurze Inhaltsangabe
Eine furchtbare Seuche hat das Land überfallen.
Ann und ihre Töchter kämpfen verzweifelt um ihr Leben. Der Strom fällt aus, die Lebensmittel werden knapp und die Ansteckungsgefahr untereinander steigt.
Eines Tages erkrankt auch ihre Freundin Libby und will Ann ihren kleinen Sohn in Obhut geben.
Doch Ann stellt sich die Frage, ob sie damit die Gefahr direkt in ihr Haus holt.

Meinung
Die Geschichte ähnelt zumindest am Anfang einem Katastrophenthriller, da der Beginn der Seuche beschrieben wird.
Anns Ex-Mann Peter arbeitet in der Virenforschung und bemerkt immer mehr Hinweise auf einen katastrophalen Ausbruch des H5N1-Virus.
Als die Situation eskaliert, begibt er sich gemeinsam mit einer Kollegin zu seinen Kindern und zu seiner Exfrau Ann.
Gemeinsam stellen sie sich dem Überlebenskampf.

Wer nun glaubt, damit wäre der Hauptstrang erzählt und es ginge hier einzig und allein um den Ausbruch der Seuche, irrt sich gewaltig.
Denn ab diesem Zeitpunkt widmet sich die Autorin mehr und mehr der Psyche der Charaktere, insbesondere der von Ann, die unter der Trennung und einem anderen dramatischen und vor allem traumatischen Schicksalsschlag leidet.
Sie ist bereit, alles für ihre Kinder zu tun und kämpft wie eine Löwin darum, die Kinder vor dieser Seuche zu schützen und sie vor Gefahren abzuschirmen.
Wirklich spannend und vor allem überraschend wird es dann tatsächlich aber erst im letzten Drittel der Geschichte.
Hier steigert sich die Spannung und Dramatik und stimmte mich mit dem Ende versöhnlich.

Bis dahin gilt es, viele Längen zu meistern und sich mit Wiederholungen zu arrangieren.
Diese langgezogenen Passagen mögen unter anderem an den stark detaillierten Charakterbeschreibungen liegen.
Durch die beiden Erzählstränge von Ann und Peter wird der Leser mit zwei völlig unterschiedlichen Aspekten konfrontiert.
Während es bei Peter eher die wissenschaftliche und rationale Seite ist, kommt bei Ann stets die emotionale Ansicht durch, die teilweise sehr anstrengend ist und sie nicht gerade sympathisch macht.
Ann war meines Erachtens eher ein sehr schwieriger Charakter, die mir oft Pausen beim Lesen abverlangte, weil ich ihren Erzählstrang etwas zu dramatisiert und übertrieben empfand.
Dabei fand ich den Schreibstil als solchen, recht angenehm. Die Handlung samt Handlungsort wurde recht bildhaft beschrieben und es fiel mir dadurch sehr leicht, mir die Geschichte wie einen Film vorzustellen.
Trotzdem hatte ich immer wieder das Gefühl, die Autorin würde sich vor allem in Anns Gefühlswelt verheddern.

Fazit
„Die Luft, die Du atmest“ ist eine Geschichte, die mich positiv wie negativ überraschte.
Die Katastrophe wirkte auf mich eher wie eine Randerscheinung, vielmehr beschäftigt sich diese Geschichte mit der Frage, wie weit man geht, um das Leben der eigenen Familie zu schützen.
Somit hielt sich die Geschichte nicht lang genug im Gleichgewicht und war mir auf der einen Seite zu detailliert und auf der anderen leider zu wenig.



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168 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 55 Rezensionen

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Der Duft des Regens

Frances Greenslade , Claudia Feldmann
Flexibler Einband: 366 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 21.10.2013
ISBN 9783458359555
Genre: Romane

Rezension:

Kurze Inhaltsbeschreibung
Maggie und Jenny erleben eine glückliche Kindheit in den Wäldern Kanadas, die plötzlich endet, als ihr Vater bei einem Unfall ums Leben kommt.
Kurze Zeit darauf gibt ihre Mutter sie in die Obhut einer fremden Familie, die in der Stadt lebt, und holt sie trotz Versprechen nicht mehr ab.
Maggie und Jenny sind von nun an allein und lernen, zusammenzuhalten.
Jahre später macht sich Maggie dann auf die Suche nach ihrer Mutter …

Meinung
Dieser Roman hat mich von den ersten Seiten an in seinen Bann gezogen.
Frances Greensdale beschreibt die weite und wilde Natur Kanadas so bildhaft, dass man glaubt den Geruch der Wälder oder nein, sogar passend den „Duft des Regens“ zu riechen.
Ihr Schreibstil ist so detailliert und intensiv, dass es nicht lange dauert, bis auch die Charaktere zum Greifen nah sind und man früher oder später mit der Protagonistin Maggie, sympathisiert.
Sie erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive, rückblickend, beginnend mit ihrer Kindheit, bevor all das Unglück geschah, das den beiden Schwestern widerfährt.
Trotz der recht melancholischen Atmosphäre, ist diese Geschichte in meinen Augen gar nicht so bedrückend, oder zu dramatisch sondern eher lebensbejahend und fröhlich.
Vielleicht liegt dies an Maggies unerschütterlichem Naturell, der sie immer wieder in die Wälder lockt und sie mit einem unglaublichen Talent zu überleben ausstattet.
Der Autorin ist es allerdings auch sehr gut gelungen, mit einer gewissen Tiefe die Sehnsucht und die Hoffnung zu beschreiben, die beide Schwestern durch diese Geschichte begleitet.
So begann ich, mit den Charakteren zu hoffen und zu bangen, zu lachen und zu schweigen, je nach Verlauf und Ereignis.
Die Handlung bleibt trotz des roten Fadens (die Suche nach der Mutter) tatsächlich recht abwechslungsreich und beinhaltet die eine oder andere überraschende Wendung.
Bis zum Schluss stellt sich die Frage, warum Maggies und Jennys Mutter so handelte und diese Frage wird zwar beantwortet, jedoch gebe ich zu, dass mich die Antwort darauf überhaupt nicht zufriedenstellte.
Trotz der Auflösung blieben mir noch offene Fragen, die mich auch im Anschluss noch etwas störten. Entweder habe ich also ein für mich wichtiges Detail tatsächlich völlig überlesen oder es war einfach nicht vorhanden.

Fazit
„Der Duft des Regens“ ist eine berührende Geschichte, die den Zauber Kanadas mitsamt seiner Kultur beschreibt.
Mit einer wunderschönen, leicht melancholischen Stimmung, ist es trotz der tragischen Ereignisse eine hoffnungsvolle und lebensbejahende Geschichte.
Auch wenn die Auflösung mich nicht so zufriedenstellte, konnte mich die Geschichte von Anfang bis Ende fesseln.



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163 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 24 Rezensionen

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Böses Blut

Rhiannon Lassiter , Anna Julia Strüh , Christine Strüh
Fester Einband: 392 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 09.04.2008
ISBN 9783596852970
Genre: Fantasy

Rezension:

Kurze Inhaltsabgabe
Vor vielen Jahren dachten sich drei Mädchen , unter anderem Katherines verstorbene Mutter, ein Spiel aus, bei dem sie Fantasiefiguren lebendig werden ließen.
Das Spiel wurde nie beendet und das alte Haus „Fell Scar“ steht leer.
Doch die Figuren lauern tief im Wald und fordern ihre Opfer ein, die aus Träumen, Wünschen und Namen bestehen.
Viele Jahre später verbringt Katherine mit ihrem Bruder und ihren Stiefgeschwistern die Ferien in diesem Haus. Doch sie gehören nicht zu den Spielern, sondern zu hilflosen Figuren.

Meinung
Die britische Fantasy-Autorin Rhiannon Lassiter, beschreibt in ihrem Jugendroman eine recht schaurige, vor allem aber sehr fantasievolle Geschichte, in der sie einer Patchwork Familie das Gruseln lehrt.
Schauplatz ist das Anwesen namens „Fell Scar“, auf dem einst Katherine und John verstorbene Mutter lebte.
Erste Anspannungen mache sich schon allein durch die erwähnte Familienkonstellation bemerkbar denn die Stiefschwestern Katherine und Catriona, die beide auf ihre Abkürzung „Kat“ bestehen, sind sich nicht ganz grün.
Das wird auch nicht besser, als sie gemeinsam im alten Haus von Katherines Mutter ihren Urlaub verbringen. Im Gegenteil, dort geht es dann so richtig los.

Die Atmosphäre, die die Autorin in ihrer Geschichte beschreibt, konnte mich schnell für sich einnehmen und überraschte mich sogar ein wenig.
Denn die Schauplatzbeschreibung ist ziemlich düster, teils wirklich beklemmend und die schaurigen Szenen sind stellenweise wirklich ziemlich gruselig in Szene gesetzt.
Andererseits kamen mir andere Ereignisse leider etwas zu konstruiert und vorhersehbar vor. Über diese konnte ich aber recht gut hinwegsehen.
Wirklich beeindruckt hat mich der Hauch von Fantasy, den die Autorin mit in diese dunkle Geschichte einbringt.
Die Figuren aus dem besagten Spiel besitzen eine märchenhafte Beschreibung, die mir sehr gut gefiel.
Überhaupt waren die Charaktere an sich ganz gut beschrieben, auch wenn es mir besonders im Fall der Stiefschwestern, etwas zu viel war.
Von zickig bis geheimnisvoll, gutmütig und tapfer, die Autorin bedient sich sämtlicher Charaktereigenschaften und stattet damit die jeweils dazu passende Figur aus, sodass fast alle Charaktere authentisch wirken.

Der Schreibstil passt ebenfalls sehr gut zu einem Jugendroman.
Er lässt sich flüssig lesen, beschreibt eine gute schaurige Atmosphäre und wechselt ab und an in eine fantasiereiche, märchenhafte Beschreibung, die aber nicht zu sehr ausartet oder sich gar in zu vielen Details verliert.

Fazit
„Böses Blut“ hat mir ganz gut gefallen, denn die Geschichte ließ sich flüssig lesen und konnte tatsächlich stellenweise richtig gruseln.
Die märchenhaften Szenen in dieser schaurig atmosphärischen Geschichte waren ebenfalls gut gelungen und so sorgte dieser Roman für schaurig-spannende Unterhaltung.


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92 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

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Ich gegen dich

Jenny Downham , Astrid Arz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Carl's Books, 01.08.2011
ISBN 9783570585030
Genre: Romane

Rezension:

Kurze Inhaltsbeschreibung
Mickeys fünfzehnjährige Schwester Karyn wurde von Tom, der aus reichem Haus kommt, vergewaltigt.
Seitdem verlässt sie das Haus nicht mehr und Mickey steht mit seiner kleinen Schwester Holly alleine da, denn ihre Mutter zieht den Alkohol vor.
Mickey sinnt auf Rache und will Tom so richtig eins auswischen. Da kommt ihm Toms Schwester Ellie gerade recht, um sie über ihren Bruder auszuquetschen.
Doch mit jeder weiteren Begegnung verlieben sie sich beiden ineinander und geraten so in die Zwickmühle …

Meinung
Jenny Downham thematisiert in ihrem Jugendroman die Vergewaltigung eines jungen Mädchens, das trotz Anzeige einen scheinbar aussichtslosen Kampf vor Gericht führt.
Auf recht einfühlsame Weise stellt sie die Konsequenzen für alle Beteiligten dar, die aus der schicksalshaften Nacht entstanden sind.
Dabei sind weder Opfer noch Täter die Protagonisten, sondern deren Geschwister der beiden, was in meinen Augen diese Handlung noch viel spannender macht.
Denn es stellt sich im Laufe der Geschichte nicht nur die Frage ob der Täter seine gerechte Strafe erhält, sondern ob die beiden Hauptfiguren Ellie und Mickey zusammenhalten weil sie sich mögen, oder sich gegeneinander verraten um den Bruder und die Schwester zu schützen.
Es ist ein ständiges Auf und Ab, dass hin und wieder auch mal eine kleine Länge oder Wiederholung reinbringt, gleichzeitig aber auch den Spannungsbogen erhöht.

Überzeugend fand ich auch die Charaktere, insbesondere die beiden Hauptfiguren, auch wenn mir deren Persönlichkeiten und der Umgang mit dem Gesetz und anderen Personen, in dem Fall von Mickey, nicht immer gefielen.
Trotzdem oder vielleicht genau deswegen fand ich beide Figuren unglaublich authentisch.
Ellie, die bis zu jenem Tag ihren Bruder vergöttert und das vermeintliche nicht wahrhaben will, die ihn und ihre Familie zu schützen versucht und trotzdem einen inneren schweren Kampf ausfechtet.
Mickey, der die gesamte Verantwortung seiner Familie trägt, hilflos mitansehen muss wie seine Schwester unter den Folgen der Vergewaltigung leidet und der sich ausgerechnet Hals über Kopf in die Schwester des Täters verliebt.

Beide Figuren waren mir sympathisch und die teils sehr witzigen Wortgefechte konnten die bedrückende Handlung auflockern und mich zum Lächeln bringen.
Überzeugen konnten mich aber auch fast alle anderen Figuren die mitspielen.
Ob es sich um die Polizistin handelt die Karyn betreut, Karyn selbst, der Vater von Tom, es gab nur wenige Ausnahmen wie zum Beispiel Mickeys Mutter, die mir etwas zu blass erschien, während alle anderen ebenfalls sehr detailliert beschrieben waren.

Dies mag an dem lockerleichten aber auch sehr bildhaften Schreibstil liegen, der mich von den ersten Seiten an, in seinen Bann zog.
Die Autorin beschreibt die Geschichte sehr fesselnd und versteht es, Melancholie, Romantik, Spannung und Dramatik in einer einzigen Handlung perfekt unterzubringen und zu einem guten Abschluss zu bringen.

Fazit
„Ich gegen Dich“ konnte mich regelrecht verblüffen. Ich hab mir zu Beginn der Geschichte die Frage gestellt: Kann man bei einem solch ernsten und bedrückenden Thema tatsächlich eine Liebesgeschichte unterbringen?
Ja kann man!
 Zumindest Jenny Downham ist dies in meinen Augen sehr gut gelungen, denn mit diesem Jugendroman hat sie eine bewegende, tragische und romantische Liebesgeschichte geschaffen, die mal völlig anders war und mir unglaublich gut gefallen hat.



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181 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 16 Rezensionen

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In eisige Höhen

Jon Krakauer , Stephan Steeger
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.04.2000
ISBN 9783492229708
Genre: Sachbücher

Rezension:

Kurze Inhaltsangabe
Im Mai 1996 nahm der Journalist Jon Krakauer an einer Expedition auf den Mount Everest teil und erlebt dabei eine Katastrophe, bei der fünf seiner Kameraden bei einem Schneesturm ums Leben kamen.
Er selbst konnte sich in Sicherheit bringen doch insgesamt starben 12 Menschen.

Meinung
Als im Mai die Katastrophe ihren Lauf nahm, erlebte Jon Krakauer hautnah die Geschehnisse. In seinem Roman „In eisige Höhen“, der ein Augenzeugenbericht ist, erzählt er von diesem dramatischen Ereignis und äußert sich teilweise auch sehr kritisch.
In seinem Vorwort bemerkt der Leser direkt, wie wichtig es ihm ist, noch einmal dieses Erlebnis Revue passieren zu lassen, davon zu berichten, was ihn so belastet.
Die Erzählung ist in Kapitel chronologisch mit Datum und Höhenmeter versehen, aufgeteilt.


Der Autor berichtet nicht sofort über die Katastrophe, sondern lässt den Leser teilhaben an den Vorbereitungen dieser Expedition. So erinnert er sich an die anderen Teilnehmer, die sich teilweise selbst zurückerinnern und berichtet von zwischenmenschlichen Gesprächen, die damals stattgefunden haben.
Er berichtet von der Faszination der Berge, das Glücksgefühl, wenn man erschöpft im Lager ankommt, die eisige Kälte, wenn man den Minusgraden ausgesetzt ist und die menschliche Anspannung untereinander in der Gruppe oder die, die andere Gruppen betreffen.
Dies machte für mich diese Erzählung sehr bewegend, denn man weiß, dass einige dieser Personen den Berg nicht lebend verlassen werden.

So ging es mir auch mit der chronologischen Aufteilung der Kapitel.
Sie machen die Erzählung fesselnder aber auch beklemmender, denn man weiß, das tragische Schicksal kommt näher und näher …
Diverse Fotoabbildungen begleiten die Erzählung und halfen mir persönlich dabei, das Basislager vorstellen zu können.
Ein bisschen schwierig fand ich den verständlicherweise sehr emotionalen Schreibstil von Jon Krakauer, der zwischendurch auch kleine Wiederholungen beinhaltet.
Da von diesem Schicksal sehr viele Menschen betroffen waren, tauchen in diesem Roman natürlich auch sehr viele Namen auf.
Diese waren für mich schon teilweise schwer, zuzuordnen, doch zwischendurch verwirrte mich der Autor zusätzlich damit, dass er die Personen mal mit dem Vornamen ansprachen und einige Seiten später wieder mit dem Nachnamen.
Andererseits ist es eben jener emotionale, sehr persönliche Schreibstil, der diese Erzählung dem Leser näherbringt.
So ist es nicht verwunderlich, wenn man selbst emotional wird und um jeden verunglückten, trauert und sich über jeden Überlebenden freut.

Fazit
„In eisige Höhen“ ist ein dramatischer Roman, der von einem schrecklich tragischen Unglück berichtet und den Leser sehr nachdenklich zurücklässt.
Hätte diese Katastrophe verhindert werden können?
Was verleitet Menschen dazu ausgerechnet diesen Berg bezwingen zu wollen?
Ich selbst kann diese Faszination zwar nicht nachempfinden aber der Autor hat es zumindest geschafft, mich mit dieser Expedition zu fesseln und um jeden einzelnen Menschen zu bangen.










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948 Bibliotheken, 10 Leser, 4 Gruppen, 119 Rezensionen

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Raum

Emma Donoghue , Armin Gontermann
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.11.2012
ISBN 9783492301299
Genre: Romane

Rezension:

Kurze Inhaltsbeschreibung
Jack und seine Mutter sind eingepfercht in einem einzigen Raum.
Über Jahre hinweg.
Jack muss in den Schrank, wenn „Old Nick“ kommt.
Das ist Jacks Welt, die er nicht anders kennt, da er dort geboren wurde und nichts von seiner Außenwelt ahnt.
Bis seine Mutter ihm erklärt, da sie vor jener Welt, die ihm so vertraut ist, flüchten müssen.

Meinung
„Raum“ ist eines jener Bücher, die lange Zeit auf meiner Wunschliste als Wackelkanditat verweilten.
Wenn ich ehrlich bin, zu lange!
Anfangs schreckte mich die Handlung ein wenig ab, denn ich konnte mir nicht vorstellen, wie es einer Autorin gelingen sollte, jene Thematik authentisch und fesselnd zu beschreiben.
Schon gar nicht aus der Sicht eines 5 Jährigen!
Doch Emma Donoghue versetzte sich gekonnt in die Welt des kleinen Protagonisten und seiner Mutter, und schrieb die gesamte Geschichte mit der Sprache eines Fünfjährigen, der schon viel zu viel für sein Alter weiß.

Dieser besagte Schreibstil mitsamt seinen „Sprachfehlern“ wie zum Beispiel „mitgebringt“ statt „mitgebracht“ erschwerte mir anfangs enorm den Einstieg und bereitete mit Kopfschmerzen.
Doch schon bald vermochte es eben jener Schreibstil, dass ich dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte und gebannt verfolgte, wie Jack die Welt, begrenzt auf diesen einen Raum, erlebt.
Faszinierenderweise gelingt ihr dasselbe aber auch bei seiner Mutter, die stets den Spagat zwischen Erschöpfung, Verzweiflung und Beschützerinstinkt bewältigen muss.
So entsteht eine beklemmende und bedrückende Atmosphäre, die wie ein roter Faden bis zum Schluss der Geschichte verläuft, und der man sich einfach nicht entziehen kann, und will!

Natürlich ist die Thematik, und der Grund warum Jack und seine Mutter sich in diesem Raum befinden, harte Kost, und sie geht an die Substanz.
Dennoch verwendet die Autorin hier relativ behutsam Andeutungen und geht bei gewissen Szenen nicht zu sehr ins Detail, sondern lässt den Kopf des Lesers selber entscheiden, wie weit seine Fantasie geht.
Allerdings geht sie dafür bei anderen Gewohnheiten sehr oft ins Detail und verliert sich dann in Wiederholungen. Das ist etwas mühsam und ja, auch sehr nervig und bei einer Stelle für mich auch etwas abstoßend.
Das wäre aber auch der einzige Kritikpunkt, den ich hier erwähnen kann.
Andererseits passen aber auch genau diese Gewohnheiten zu der Handlung und machen sie so noch viel beklemmender, erschreckender.

Die Charaktere sind ebenfalls sehr gelungen.
Jack, der unglaublich intelligent ist sowie seine Mutter, die ihn so liebevoll versucht zu schützen, wuchsen mir von Seite zu Seite mehr ans Herz und so fieberte und litt ich mit ihnen.
Diese enge Beziehung ist so herzerweichend und faszinierend, dass man gar nicht anders kann als mit ihnen zu leiden.

Fazit
„Raum“ ist für mich die Entdeckung in diesem Jahr schlechthin.
Eine Geschichte, die mich auf ganzer Linie eroberte.
Deren Handlung wie Schreibstil mich beeindrucken und umhauen konnte.
Zum Glück habe ich auf andere Leser gehört und nach ihrer Schwärmerei das Buch sofort begonnen.



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41 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

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Friesensturm

Birgit Böckli
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2012
ISBN 9783426510223
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kurze Inhaltsangabe
Spiekeroog ist in Aufruhr denn ein Mörder treibt sich auf der Insel rum. Ausgeschlossen, dass es sich um einen der Einheimischen handelt. Diese Haltung macht das Ermitteln für Thomas Berg und Freda Althus nicht leichter.
Als wäre es nicht schon kompliziert genug, zieht auch noch ein Sturm auf …

Meinung
Die Autorin Birgit Böckli beschreibt in ihrem Krimidebüt die bis dahin friedliche Insel Spiekeroog als Tatort.
Mit einer guten friesischen Atmosphäre, einem kleinen Polizeirevier und verschlossenen Insulanern, konstruiert sie Stück für Stück einen Kriminalfall, bei dem sie zwar die eine oder andere regionale Lokalität erwähnt, sich aber viel mehr auf den Mordfall und ihre Charaktere konzentriert.
Diese sind ziemlich gut ausgearbeitet und besitzen ganz schön Ecken und Kanten.
Scheinbar haben alle Personen irgendeine Macke, was sie für mich viel authentischer erscheinen ließ.

Doch vor allem der der Erzählstrang von Thomas Berg, gefiel mir gut, da dieser dieses Debüt noch interessanter macht.
Denn Kommissar Berg hat sich nicht ohne Grund auf Spiekeroog versetzen lassen, wie dem Leser gleich zu Beginn des Romans klar werden wird.
Er ist verbissen, launisch und in sich gekehrt und muss erst einmal lernen die Bewohner, vor allem seine Kollegen/Kolleginnen zu verstehen.
Natürlich wird hier auf das Privatleben von Thomas Berg eingegangen aber die Autorin verliert sich nicht zu sehr in Nebensächlichkeiten.

Leider gab es aber auch eine Person beziehungsweise einen Kollegen (Theo Herrlich) von Thomas Berg, der mir persönlich etwas zu blass erschien und zu weit in den Hintergrund rückte.
Er wurde quasi nicht nur von den Kollegen übergangen, sondern meiner Meinung nach von der Autorin ebenfalls.
Sein Ausgang war mir am Ende etwas zu schnell abgehandelt, was ich etwas schade fand.
Durchweg hochspannend ist dieser Krimi übrigens auch nicht dafür kommt die Autorin aber mit wenigen überraschenden Wendungen aus.

Etwas schade war auch, dass mir ein wenig die Atmosphäre bezüglich des Sturms gefehlt hat, doch die Autorin konzentriert sich tatsächlich auf die Morde und deren Personen.
So plätschert die Handlung teilweise etwas dahin, was mir persönlich aber nicht so viel ausmachte, da zumindest das letzte Drittel einen spannenden Showdown bieten konnte und der Schluss tatsächlich noch mal die Spannung steigerte.

Fazit
„Friesensturm“ ist ein recht ruhiger aber atmosphärischer Auftakt, der mich gut unterhalten konnte.
Bei regionalen Krimis und besonders Krimidebüts erwarte ich nicht hochspannende Fälle, sondern viel mehr einen guten atmosphärischen Hintergrund.
Der wurde meines Erachtens soweit gegeben, auch wenn noch viel Luft nach oben ist, sodass ich auch den zweiten Fall „Flammenküste“ früher oder später lesen möchte.

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128 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 31 Rezensionen

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Schwarz wie Schnee

Jutta Wilke
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Bibliographisches Institut, 01.09.2012
ISBN 9783411811410
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kurze Inhaltsbeschreibung
Kira erwacht im Krankenhaus. Sie erinnert sich weder daran, was passiert ist, noch an ihren Namen, noch erkennt sie die Frau, die ihre Mutter sein soll, an ihrem Krankenbett.
Alles in ihrem Leben erscheint ihr fremd und sie erinnert sich auch nicht an den Unfall.
War es denn wirklich ein Unfall?

Meinung
Der Jugendthriller von Jutta Wilke wird in 29 kurzen Kapiteln in der Ich-Perspektive von Kira erzählt, die mit aller Macht versucht sich an den Unfall und ihr Leben davor zu erinnern.
Von Anfang an ist man als Leser mitten im Geschehen und versucht gemeinsam mit der Protagonistin herauszufinden, was in jener Nacht geschah.
Kira muss feststellen, dass sie nicht unbedingt beliebt war und das es Personen in ihrem Leben gab, mit denen man sich besser nicht einlassen sollte.
So stellt man sich ziemlich schnell die Frage, was Kira wirklich vor ihrem Unfall getan hat.
Ist sie wirklich so unschuldig, wie sie sich fühlt?
Neben ihrem Erzählstrang verläuft noch ein weiterer Erzählstrang, der aus der Sicht einer dritten Person erzählt wird und immer sehr kurzgehalten ist.
Nach und nach steigerten sich die mysteriösen und spannenden Szenen in dieser Geschichte und so mochte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen.
Einige überraschende Wendungen schafften es, lockten mich zunächst in die falsche Richtung, doch auch wenn ich mit dem Ende der Geschichte zufrieden war, war ich auch nicht allzusehr von der Auflösung überrascht.

Die Charaktere in dieser Geschichte haben mir ebenfalls gut gefallen und machten auf mich einen authentischen Eindruck.
Kira wirkte mit ihrer Handlung auf mich völlig glaubhaft, sobald man sich vorstellt, in welcher Situation sie sich befindet.
Dennoch stellt sich immer wieder die Frage, wer Kira vor dem Unfall war und was sie so getrieben hat.
Ganz besonders beklemmend fand ich hier die Passagen, wenn sie sich gemeinsam mit ihrer Mutter in einem Raum befindet.
Doch auch die anderen Figuren, die teilweise aufgrund ihres bedrohlichen Auftretens die Spannung erhöhen konnten, waren gut dargestellt.

Hier beweist sich meiner Meinung nach auch der bildhafte aber nicht zu sehr ins Detail gehende Schreibstil von Jutta Wilke.
Er ist leicht zu lesen, mit vielen kurzen Dialogen und ermöglicht so einen raschen Lesefluss.
Die Autorin versteht es gekonnt, in dieser Geschichte den Spannungsbogen stetig zu erhöhen, ihn immer wieder aufzunehmen, wenn es mal etwas ruhiger wird, und eine bedrohliche wie auch beklemmende Atmosphäre zu schaffen.

Fazit
„Schwarz wie Schnee“ ist ein spannender und leicht zu lesender Jugendthriller, der mich in wenigen Stunden wirklich gut unterhalten hat.
Ich mochte ihn einfach nicht aus der Hand legen und wollte schnellstmöglich hinter das Geheimnis von Kiras Unfall kommen.


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82 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

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P S: Verzeih mir!

Melissa Hill , Tina Thesenvitz
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.02.2012
ISBN 9783426508169
Genre: Romane

Rezension:

Kurze Inhaltsbeschreibung
Nach der Trennung von ihrem Ex verlässt Leonie fluchtartig ihre Heimatstadt Dublin und beginnt einen Neuanfang in San Francisco.
Dort entdeckt sie in ihrer neuen Wohnung eine Kiste voller Liebesbriefe, die ein gewisser Nathan an seine Freundin schrieb und der sie immer wieder bittet, sie möge ihm verzeihen.
Leonie lassen diese Briefe nicht mehr los und begibt sich auf die Suche nach Absender und der Empfängerin.
Dabei hat Leonie selbst einiges aufzuarbeiten …

Meinung
Geschichten, die in San Francisco spielen, finde ich immer interessant und ich freue mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich feststellen kann, dass genügend Lokalkolorit vorhanden ist, um mich an meinen damaligen Urlaub zurückzuerinnern.
Melissa Hill ist dies schon nach wenigen Seiten in ihrem leicht romantischen Unterhaltungsroman gelungen.
In dem hier beschriebenen Roman gibt sie ihre Hauptfiguren in dieser einzigartigen Stadt ein Zuhause und verknüpft drei verschiedene Handlungen.
Hier treffen Herzensangelegenheiten mit der zauberhaften Atmosphäre San Franciscos zusammen und damit ist es der Autorin gelungen, mich voll und ganz in ihren Bann zu ziehen.

Erzählt wird die Geschichte aus drei verschiedenen Perspektiven, hauptsächlich jedoch von Leonie und Alex.
Die beiden Freundinnen haben jeweils einen eigenen Handlungsstrang, suchen aber gemeinsam nach dem Absender und Empfänger der geheimnisvollen Briefe.
Der Fokus richtet sich aber auf die Frage, was die Empfängerin der Briefe zu verzeihen hat und was Leonie vor ihrer Flucht in die USA mit ihrem Ex-Verlobten erlebte.
Immer wieder werden bestimmte Erinnerungen angerissen, dann jedoch durch die abwechselnden Erzählstränge wieder unterbrochen.

Die dadurch entstandenen Längen lassen sich nicht verschweigen, fielen für mich jedoch nicht so sehr ins Gewicht, da mich der recht detaillierte und leicht zu lesende Schreibstil wieder versöhnen konnte.
Ich bekam das Gefühl die Autorin versucht mit dem Leser zu spielen, der auf bestimmte Antworten hofft und dann doch auf den Schluss warten muss.
Zum Glück konnte ich hier mit allen mitspielenden Personen bis auf eine Ausnahme sympathisieren.
Leonie war zwar ziemlich anstrengend in ihrer verschlossenen jedoch sehr neugierigen Art aber Alex und auch Seth fand ich sehr gelungen und unterhaltsam.

Wie bereits erwähnt ist der Schreibstil recht anspruchslos und ermöglicht einen zügigen Lesefluss.
Die Autorin nimmt immer wieder Bezug zu regionalen Lokalitäten in San Francisco und verliert sich auch gerne mal in Beschreibungen der Bewohner und ihren Sitten.
Leider erscheinen dadurch auch einige Längen und Wiederholungen.

Fazit
„PS: Verzeih mir!“ ist ein leichter und unterhaltsamer Roman, der sich prima als Urlaubslektüre oder einfach nur für zwischendurch eignet.
Mir hat er schon aufgrund des Handlungsortes ganz gut gefallen und konnte mich stellenweise trotz der kleinen Kritiken amüsieren und unterhalten.


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195 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

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30 Tage und ein ganzes Leben

Ashley Ream , Alexandra Baisch
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei btb, 11.05.2015
ISBN 9783442746118
Genre: Romane

Rezension:

Kurze Inhaltsangabe
Die erfolgreiche Malerin Clementine beschließt, ihrem Leben ein Ende zu setzen.
Sie wirft ihre Antidepressiva weg und will innerhalb von 30 Tagen ihr Ableben organisieren.
Denn da gilt es, noch einige Dinge zu regeln. Und doch will sie ihre letzten Tage so verbringen, wie sie es will und nicht wie es sich andere von ihr wünschen.
Das ist gar nicht so leicht und nach 30 Tagen ist nichts mehr, wie es war.

Meinung
Ashley Ream befasst sich in ihrem Debütroman mit den Themen Depressionen und Selbstmordgedanken.
Dabei verzichtet sie allerdings auf Samthandschuhe sondern konfrontiert den Leser knallhart mit einer Protagonistin, die unverblümt über ihre Gedanken an den Tod spricht.
So mit schreckt sie auch nicht davor zurück, sich ziemlich detailliert mit verschiedenen Selbstmordmethoden zu beschäftigen.
Der Leser begleitet Clementine, die in der Ich-Perspektive erzählt, in 30 Kapiteln durch ihre Planung.

Ich muss zugeben, dass ich teilweise richtige Schwierigkeiten mit der Hauptfigur hatte.
Denn die Protagonistin ist ein durchaus schwieriger Charakter und bedient alle Facetten, um sie äußerst unsympathisch zu finden.
Auch wenn sie im Grunde nur den Wunsch hat, so zu leben, wie sie es will und frei von ihren Ängsten und der Dunkelheit zu sein, so ist sie rücksichts- und skrupellos.
Clementine setzt alle Medikamente ab, erzählt von den Fängen der Depressionen und darüber wie sie Menschen verletzt. Es ist nicht immer leicht, ihre Schritte nachzuvollziehen und sie zu verstehen, wenn man sich mit der Thematik nicht so auskennt.
Sie lügt und betrügt, nimmt sich was sie will und wann sie es will und doch, versucht sie Menschen, die sie wirklich liebt, irgendwie zu schützen.
Der offene Umgang mit Sex, Alkohol und auch mit diversen Drogen spielt ebenfalls in ihrem Leben eine größere Rolle.
Ein weiterer Erzählstrang beschäftigt sich mit ihrer Familie, insbesondere ihren Erlebnissen in der Kindheit und löst im Laufe der Zeit einige offene Fragen auf.
Ich glaube genau dieser Erzählstrang war es, der mich mit der Geschichte halbwegs versöhnte.

Leider hatte ich auch einige Probleme mit dem Schreibstil, der auf mich mitunter genauso sprunghaft wirkte, wie die Erzählerin selbst.
Eigentlich wäre das Grund genug dieses Buch abzubrechen aber mich interessierte einfach der Ausgang dieser recht schwierigen und eigenwilligen Geschichte..
Doch auch das Ende konnte mich aber weder überraschen noch so richtig zufriedenstellen.
Ich kann nicht sagen, was genau ich für dieses Ende erwartet hätte, aber dieses hier, war mir für den gesamten Ablauf der Geschichte, dann doch etwas zu schnell und unglaubwürdig abgehandelt.

Fazit
„30 Tage und ein ganzes Leben“ ist ein eigenwilliger Roman mit einer schonungslos ehrlichen Protagonistin, die offen und unverblümt 30 Tage lang ihren Selbstmord plant.
Aufgrund meiner Neugier habe ich mich trotz der Schwierigkeiten durchgekämpft doch leider konnte mich die Geschichte weder berühren, noch so richtig begeistern und so bleibt sie für mich wahrscheinlich nicht mal länger in Erinnerung.





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20 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

ana, australien, finn

Und plötzlich warst du da

Fran Cusworth , Antje Nissen
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Droemer/Knaur, 01.01.2010
ISBN 9783426637395
Genre: Romane

Rezension:

Kurzbeschreibung
Als Priya gemeinsam mit ihrem Mann bei einem Autounfall ums Leben kommt, müssen sich ihre Freundinnen um den kleinen Finn kümmern, der nun Waise ist.
Beide machen dies gern doch sie sind nicht unbedingt bereit, das Sorgerecht für ihn zu übernehmen.
Ana geht voll und ganz in ihrem Beruf auf und Serena ist mit ihrer Familie bereits ausgelastet.
Finn mischt das Leben der beiden neu auf und ausgerechnet Ana wurde von Priya ausgewählt, den kleinen Finn zu adoptieren.

Meinung
In ihrem Debütroman erzählt die Autorin Fran Cusworth die Geschichte einer Freundschaft zwischen drei Frauen und der Verantwortung plötzlich ein Kind bei sich aufzunehmen, das nicht das eigene ist.
Der Roman ist in zwei Handlungssträngen ausgebaut, die die Perspektive auf Ana und Serena richten.
Ana steht mitten im Berufsleben und Serena würde gerne wieder dorthin zurück. So süß, wie der kleine Finn auch ist und so herzzerreißend sein Schicksal, so sind beide nicht bereit ihn zu adoptieren.
Serena kämpft sowieso schon mit ihren Alltagsproblemen, die nicht ohne sind und Ana hat große Angst sich zu binden.
Und dann wäre da noch die Trauer um Priya, ein Geheimnis das sich, wie ein roter Faden durch die Handlung zieht und auch Beziehungsprobleme sorgen für abwechslungsreiche Unterhaltung.
So wird die Geschichte teils amüsant, kann zwischenzeitlich auch mal eine ganz leichte spannende Atmosphäre bieten und beinhaltet auch einen leichten Hauch Romantik.
Man könnte also meinen es wäre genug Potential für einen tiefgreifenden und berührenden Roman da.
Mir fehlte dafür allerdings die gewisse Tiefe und die Geschichte blieb somit recht anspruchslos.
Auch wenn die Handlung zwar vorhersehbar ist, ermöglicht es der Schreibstil, der hin und wieder auch mal witzige Dialoge vorweist, einen ziemlich raschen Lesefluss, sodass man dieses Buch auch in kurzer Zeit gut weglesen kann.
Die Charaktere sind ausreichend beschrieben, gehen aber nicht sehr tief ins Detail. Dadurch blieben die Figuren für mich auch auf Distanz und es wurde kein Taschentuchalarm bei mir ausgelöst.

Fazit
„Und plötzlich warst du da“ ist eine nette und unterhaltsame Geschichte die zwar wenig Tiefe besitzt, sich dafür aber sehr leicht weglesen lässt und sich gut zur Zwischen- oder Urlaubslektüre ohne große Ansprüche eignet.

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8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Hochsensibel geboren

Prinzessin Märtha Louise , Elisabeth Nordeng , Hedwig M. Binder
Flexibler Einband: 270 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 11.06.2018
ISBN 9783442222384
Genre: Sachbücher

Rezension:

Kurzbeschreibung
Prinzessin Märtha Louise erfährt schon sehr früh, wie es ist als hochsensible Person im öffentlichen Interesse zu stehen.
Sie und ihre Freundin Elisabeth Nordeng erleben Geräusche, Farben und andere Dinge viel intensiver.
Dieses Buch erzählt auf sehr persönliche Art, wie beide es gelernt haben, mit ihrer Hochsensibilität im Alltag und in der Öffentlichkeit umzugehen.

Meinung
Farben, Geräusche und Gerüche ungefiltert zu erleben, kann aufregend aber auch sehr anstrengend und erschöpfend sein.
Zu empfinden was andere fühlen ebenfalls. Ständig bist Du auf Empfang und dann ist da noch das eigene Wohlempfinden auf das Du achten muss.
Oft versteht das naheliegende Umfeld nicht, warum man „anders“ ist, sich anders verhält, Ruhe braucht und sich erholen muss.
Märtha Louise und Elisabeth wissen wie es ist als hochsensibler Mensch den Alltag zu erleben und berichten in kurzen Kapiteln, die von ihrer Kindheit bis zum Erwachsen werden, erzählen.
Die Sichtweisen wechseln sich regelmäßig zwischen Märtha und Elisabeth ab und hin- und wieder gibt es noch kleinere Kapitel, die aus der Sicht einer dritten Person aufgeführt sind.

So unterschiedlich, wie die beiden Freundinnen aufwachsen, so unterschiedlich sind auch ihre Empfindungen.
Es ist unglaublich interessant zu lesen, wie verschieden ausgeprägt hochsensible Menschen sein können und wie sie damit umgehen.
Besonders Märthas Erzählstrang war sehr interessant, da sie von Kindheit an im öffentlichen Interesse steht. Dies zeigt zwar auf der einen Seite ihre Stärke, ebenso aber auch ihre Verletzlichkeit.
Natürlich erfährt man in ihren Kapitel ein paar kleine Details aus dem Königshaus aber ihr Fokus richtet sich wie ein roter Faden auf das eigentliche Thema: Hochsensibilität.

Mir persönlich gefiel der Schreibstil sehr gut, denn die Art wie beide Frauen berichten, lädt zum Selbstreflektieren der eigenen Person ein und weicht meines Erachtens dabei nicht zu sehr in den esoterischen Bereich ab.
So fand ich es auch unglaublich interessant zu erkennen, wie außenstehende Personen das Leben mit hochsensiblen Menschen empfinden können.
Ab der zweiten Hälfte handelt dieses Buch jedoch nicht nur vom Erwachsen werden, sondern auch von der Gründung ihres spirituellen Zentrums „Soulspring“. Sie erzählen dabei nicht nur von ihren Aufgaben und ihrem beruflichen Alltag, sondern weisen auch auf die ein oder andere Übung hin.
Während ich mit dieser Thematik weniger anfangen konnte, war es dennoch unglaublich interessant zu erfahren, wie beide Frauen und auch Männer beruflich mit ihrer Sensibilität umgehen.
Märtha und Louise wachsen z. B. an dieser Aufgabe und stellen sich der öffentlichen Kritik.
Zum Schluss befinden sich noch einige Tipps für den Alltag und Übungen, die relativ leicht und verständlich erklärt und hilfreich sein können.

Fazit
„Hochsensibel geboren“ hat mir sehr gut gefallen, da es meiner Meinung nach nicht nur zum Selbstreflektieren einlädt, sondern auch leichtverständlich erklärt, wie es ist, intensiver und ungefiltert wahrzunehmen.
So kann dieses Buch nicht nur hochsensiblen Personen eine Hilfestellung sein, sondern auch Mitmenschen, die verstehen wollen, wie es sich, anfühlt noch intensiver wahrzunehmen.
Ich konnte für mich einige wertvolle Informationen finden und fühlte mich in vielen Dingen verstanden.



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Stigmata

Beatrix Gurian , Erol Gurian
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Arena, 10.06.2016
ISBN 9783401508306
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kurzbeschreibung
Kurz, nachdem Emmas Mutter gestorben ist, erhält Emma ein altes Schwarzweis-Foto mit einem Kind darauf und eine anonyme Aufforderung, die Mörder ihrer Mutter zu suchen.
Diese befinden sich angeblich in einem alten Schloss in den Bergen, dass als Jugendcamp dient.
Dort angekommen stößt Emma auf weitere unheimliche Fotografien und nach und nach häufen sich dort bedrohliche und unheimliche Ereignisse.

Eindruck
Der Jugendthriller von Beatrix Gurian wird aus zwei Perspektiven erzählt.
Emma, die Hauptfigur erzählt in der Gegenwart in der Ich-Form und eine weitere Person berichtet aus der Vergangenheit.
So wechseln sie die Erzählstränge mit Ankündigung immer wieder ab ohne das es den Leser verwirren würde.
Es herrscht von den ersten Seiten an eine recht bedrückende und mysteriöse Atmosphäre, die bei Emmas Erzählstrang von der Trauer um die verstorbene Mutter durchweg begleitet wird.
Sobald die Protagonistin das Schloss betritt, kommt eine dauerhafte unterschwellige Spannung hinzu.
Diese beschriebene Atmosphäre gefiel mir so gut, dass ziemlich schnell eine Sogwirkung entstand und ich das Buch nur ungern aus der Hand legte.
Doch auch der andere Erzählstrang ist sehr beklemmend und teilweise grausam und so entsteht auch in dieser Perspektive eine düstere Stimmung die sehr gut zum Schauplatz und dessen Handlung passt.
Von Kapitel zu Kapitel steigern sich die unheimlichen Ereignisse und erhöhen so den Spannungsbogen.
Die Auflösung der Geschichte konnte mich dann tatsächlich etwas überraschen und bot zum Schluss einen spannenden Showdown.

Die Geschichte lebt von zahlreichen Charakteren, die allesamt unheimlich wirken und erst einmal nicht zu durchschauen sind.
Immer wieder eskalieren Situationen in der Gruppe der Jugendlichen, die teils vorhersehbar teils nicht vorhersehbar sind, und man wird regelrecht zu dazu verleitet, eigene Vermutungen zu stellen, die meistens auf eine falsche Fährte führen.
Generell gefiel mir die Zeichnung der Figuren ganz gut. Sie gehen zwar nicht zu sehr ins Detail, erscheinen aber auch nicht zu blass.
Auch Emma konnte mich mit ihrer Art überzeugen und ich sympathisierte recht schnell mit ihr.

Ein Pageturner lebt meiner Meinung nach von einem fesselnden und mitreißenden Schreibstil, der sich in dieser Geschichte bemerkbar macht.
Die Schauplatzbeschreibung und auch die unheimlichen Szenen waren so bildhaft beschrieben, dass ich das Buch entweder vor Spannung nicht weglegen wollte oder sich ein leichter Grusel bei mir einstellte.
Ich konnte also gar nicht anders, als das Buch in einem Rutsch zu lesen.

Fazit
„Stigmata – Nichts bleibt verborgen“ ist ein spannender und teils unheimlicher Jugendroman, der mich so richtig fesseln und in seiner düsteren Stimmung einfangen konnte.
Hier passte für mich alles zusammen: Schauplatz, Schreibstil und Handlung und so ist dies mit Sicherheit nicht der letzte Jugendthriller, den ich von dieser Autorin lesen werde.

 

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11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

2018, berchtesgaden, brauchtum, drohnen, heimatliebe, krimi, mord

Mord am Toten Mann

Fredrika Gers
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 20.10.2017
ISBN 9783499291531
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kurzbeschreibung
In Berchtesgaden ist schon wieder ganz schön was los.
Hauptwachtmeister Holzhammer fühlt sich von Drohnen gestalkt, Touristenattraktionen wie die riesige Forelle in St. Bartholomä verschwinden und am „Toten Mann“ wird die Leiche eines Ornithologen gefunden. Sie wurde erschlagen!
Doch Holzhammer findet die Suche nach der Forelle wichtiger, bis ein Koreaner meldet, ein Steinadler habe seine Drohne geklaut!
Was Holzhammer und seine Freunde dann herausfinden, klingt absurd und erschreckend!

Meinung
Es handelt sich hier um den 5. Band dieser Alpen-Krimireihe. Auch wenn der Fall als solches abgeschlossen ist, empfehle ich, die vorherigen 4 Bände zu lesen, um die Entwicklung der Charaktere besser nachvollziehen zu können.
In Berchtesgaden geht’s mal wieder rund.
Fredrika Gers hat sich erneut etwas wirklich Witziges und Gemeines einfallen lassen, um den Hauptkommissar, seine Freunde und die Leser auf Trab zu halten.
Die Handlungsidee, die sich die Autorin wieder einmal hat einfallen lassen und die ich bewusst nur kurz anreiße, um dem Leser nicht zu viel zu verraten, ist in meinen Augen sehr einfallsreich wenn auch ziemlich gruselig.
Diese dann in einem Krimiroman so auszubauen, dass sämtliche Handlungsstränge ineinanderlaufen und sich zusammenfügen, bleibt genial!

Es ist jedoch nicht nur die Handlungsidee allein, die mich wieder einmal überzeugen konnte, sondern auch die wunderbare regionale Beschreibung, die dem Leser das Gefühl gibt, heimzukommen.
Die Dialoge beinhalten etwas Dialekt, jedoch in einem Maß, das nicht zu viel ist und den Leser die Sätze dennoch verstehen lässt.
Kombiniert mit der Idee auch tierische Erzählperspektiven einzubauen, bleibt diese Reihe für mich eine ganz besondere.
Einer der Hauptgründe an dieser Reihe dranzubleiben ist für mich aber auch der leichte aber sehr amüsante Schreibstil.
Zwar wird das eine oder andere Klischee in ihren Beschreibungen erfüllt aber für mich gehört das bei regionalen Krimis einfach dazu.
Die Autorin nimmt in ihrer Reihe die Touristen gerne mal aufs Korn, spielt gleichzeitig aber auch auf aktuelle Themen an, wie in diesem Band, das Thema Drohnen, die die Bewohner belästigen.
Besonders gut gefällt mir hier auch die Weiterentwicklung der Charaktere.
Dies betrifft nicht nur die Hauptpersonen, sondern auch andere Nebenfiguren, die größere Rollen bekommen und aus ihrem Schatten heraustreten.
Dies betrifft ganz besonders Holzhammers Kollegen aber auch seine Familie, die etwas mehr privaten Hintergrund bekommt.

Fazit
„Mord am toten Mann“ hat mir wieder sehr viel Freude bereitet.
Dank der wunderbaren, regionalen Beschreibung ist auch der fünfte Band, wie ein „Nach Hause kommen“:
Die Autorin entwickelt ihre Reihe weiter und bleibt weder mit den Charakteren, noch mit ihren Ideen, auf der Stelle stehen.
Ich freue mich schon sehr auf den sechsten Band!

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27 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 4 Rezensionen

abenteuer, afrika, amsterdam, biografie, biographie, deutschland, drogen, entzug, heroin, indien, kindheit, roman, thailand, touristen, usa

Kein ganzes Halbes

Muriel Scheu
Fester Einband: 476 Seiten
Erschienen bei Wunderlich, 13.01.2010
ISBN 9783805208796
Genre: Biografien

Rezension:

Kurzbeschreibung

Muriel Scheus Leben ist von Drogen geprägt. Mit 14 Jahren rauchte sie ihren ersten Joint, kurze Zeit später spritzte sie sich Heroin.
Sie kam viel in der Welt rum, lernte verschiedene Größen aus der Musikszene kennen und feierte ihr Leben exzessiv.
Selbst Jahre später, als sie ein bürgerliches Leben führt, bestimmen die Drogen ihren Alltag und es gelingt ihr erst Jahrzehnte später, ein wenig Abstand davon zu gewinnen.

Eindruck
Diese Biografie ist völlig anders, als die Biografien die ich bisher gelesen habe. Hier geht es nicht darum, Mitleid mit der Autorin zu haben, deren Name ein Pseudonym ist. Auch nicht darum, den schmerzvollen Leidensweg eines Junkies hautnah mitzuerleben, sondern vielmehr einen Einblick zu bekommen, wie es ist, wenn man in dieser Welt glücklich zu sein scheint.
Wenn man absolut nicht bereit ist, dieses Gefühl und das damit verbundene Leben aufzugeben. Denn, so hart, wie es klingt, es scheint ihr gar nicht so schlecht zu ergangen zu sein.
Irgendwie kommt sie immer zu ihrem Stoff, lernt wahnsinnig viele interessante Leute kennen und genießt ihr Sexleben bis aufs äußerste.
Es ist ein turbulentes abenteuerliches Leben, an dem sie den Leser teilhaben lässt, manchmal mehr als mir lieb war.

Hier zeigt sich der schonungslose, offene Erzählstil, der gar nicht so leicht zu lesen ist.
Denn Muriel springt zurück in die Zeit, erzählt in der Ich-Perspektive und erinnert sich an ihre Kindheit, ihre Jugend und die Jahre danach.
Parallel dazu gewährt sie dem Leser Einblick in das Jahr 1998, wo sie in einer Entzugsklinik untergebracht ist.
Ich muss zugeben, ich habe das Buch beim ersten Versuch es zu lesen, bereits nach wenigen Seiten abgebrochen.
Es fiel mir unglaublich schwer, ihrem Schreibstil zu folgen, der nicht nur Bandwurmsätze beinhaltet und gerne mal sprunghaft wirkt, sondern auch Dialekte aufweist, die so ausgeschrieben sind, wie sie gesprochen werden.
Einige Dialoge in englischer Sprache erschwerten mir das Lesen zusätzlich und bremsten meinen Lesefluss stets aus.

Der zweite Anlauf gelang jedoch, und selbst wenn ich beim Lesen oft pausen brauchte, konnte die Geschichte genügend Interesse wecken, um sie vollständig zu lesen.
Etwas was mir ebenfalls das Lesen erschwerte, mich aber gleichzeitig faszinierte, waren die unglaublich vielen Personen, die in diesem Buch genannt werden.
Ich musste zwar sehr oft zurückblättern zu früheren Zeitpunkten, um zu schauen, woher sie nun diese Person wieder kannte, dennoch war es immer wieder interessant, wen sie alles kannte und kennenlernte.
Inwieweit gewisse Anspielungen auf bestimmte Personen stimmen, vermag ich allerdings nicht zu beurteilen.
Aus Neugierde habe ich einige Stichpunkte versucht, über Google herauszufinden. Es ist mir natürlich nicht gelungen.

Fazit
„Kein ganzes Halbes“ ist eine sehr außergewöhnliche Biografie, die eine komplett andere Welt und ein völlig anderes Leben beschreibt, als das, welches ich hätte führen wollen.
Muriel Scheu lässt den Leser teilhaben an ihrem bunten Leben, verherrlicht ihren Drogenkonsum, beschreibt aber auch die Schattenseiten.
Dieses Buch zu lesen wurde für mich zu einer echten Herausforderung.
Eine Herausforderung, die ich im Nachhinein gerne gemeistert habe.



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